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Advancing Circularity
and the people making it happen
Lenzing Gruppe
Jahresfinanzbericht
2022
Inhalt
Lagebericht 2022 2
Allgemeines Marktumfeld 3
Geschäftsentwicklung der Lenzing Gruppe 5
Geschäftsentwicklung der Divisions 6
Forschung und Entwicklung 11
Investitionen 13
Nichtfinanzielle Erklärung 14
Risikobericht 15
Bericht über wesentliche Merkmale des internen
Kontrollsystems (§ 243a Abs. 2 UGB) 20
Aktionärsstruktur & Angaben zum Kapital 22
Ausblick 23
Beilage: Erläuterungen zu Finanzkennzahlen
der Lenzing Gruppe 24
Konzernabschluss 2022 29
Inhalt Notes 30
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 31
Konzern-Gesamtergebnisrechnung 32
Konzern-Bilanz 33
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 34
Konzern-Kapitalflussrechnung 36
Konzern-Anhang: Erläuterungen (Notes) 37
Bestätigungsvermerk 109
Erklärung des Vorstandes 113
Fünf Jahres Übersicht der Lenzing Gruppe 114
Einzelabschluss 2022 115
Lagebericht 2022 116
Jahresabschluss 2022 149
Bestätigungsvermerk 178
Erklärung des Vorstandes 181
Impressum 182
1 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
2022
Lagebericht
KAPITEL
1
/3
Inhalt
Allgemeines Marktumfeld 3
Geschäftsentwicklung der Lenzing Gruppe 5
Geschäftsentwicklung der Divisions 6
Investitionen 11
Forschung und Entwicklung 13
Nichtfinanzielle Erklärung 14
Risikobericht 15
Bericht über wesentliche Merkmale
des internen Kontrollsystems
(§ 243a Abs. 2 UGB) 20
Aktionärsstruktur & Angaben zum Kapital 22
Ausblick 23
Beilage: Erläuterungen zu
Finanzkennzahlen der Lenzing Gruppe 24
2 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
28 Geschäftsbericht 2022 Lenzing Gruppe
Weltwirtschaft
1
Die Entwicklung von Impfstoffen gegen Sars-CoV-2 bescherte der
Weltwirtschaft einen vielversprechenden Start in das Jahr 2022.
Noch im Januar erwartete der Internationale Währungsfonds ein
Wachstum von 4,4 Prozent (2021: 6,2
%). Der Krieg in der Ukraine,
die europäische Energiekrise und die hohe Inflation in weiten Teilen
der Welt sowie Chinas Zero-Covid-Politik wirkten sich in weiterer
Folge deutlich negativ auf das weltweite wirtschaftliche Gesche-
hen aus. Das Verbrauchervertrauen erreichte zunächst in Europa
und den USA, später auch in China langjährige Tiefstände und er-
holt sich seither nur langsam.
Der IWF revidierte seine Wachstumsprognosen im Jahresverlauf
mehrmals nach unten. Nach letzten Berechnungen wird für 2022
von einem weltweiten Wachstum von 3,4 Prozent ausgegangen.
Das Wachstum in den USA lag mit 2 Prozent (2021: 5,9
%) ebenso
wie in der Eurozone mit 3,5 Prozent (2021: 5,3
%) weit unter den
Erwartungen. Die chinesische Wirtschaft schwächte sich insbe-
sondere aufgrund der Einschränkungen durch die Pandemie auf
3 Prozent (2021: 8,4
%) ab. Für 2023 geht der IWF aufgrund der an-
haltenden multiplen Krisen von einem Wachstum der Weltwirt-
schaft von 2,9 Prozent aus.
Weltfasermarkt
2
Erholung im ersten Halbjahr, Einbruch gegen
Jahresende, Produktion kaum verändert
Die Stimmung in der Textil- und Vliesstoffindustrie verschlechterte
sich im dritten Quartal 2022 abrupt und die Zufriedenheit mit der
Geschäftslage erreichte im weiteren Jahresverlauf immer neue his-
torische Tiefstände
3
. Zuletzt hellte sich der Ausblick wieder etwas
auf, wenngleich sich die Marktakteure weiterhin über die verhal-
tene Nachfrage besorgt zeigten.
Die weltweiten Einzelhandelsumsätze mit Bekleidung lagen 2022
nach vorläufigen Berechnungen 8 Prozent über dem Vorjahres-
und 5 Prozent über dem Niveau des Vorkrisenjahres 2019. Wie in
den Jahren zuvor gab es dabei große regionale Unterschiede: In
den USA entwickelten sich die Umsätze weiterhin positiv und legten
gegenüber dem Vorjahr um 7 Prozent, gegenüber dem Vorkrisen-
niveau um 16 Prozent zu. Auch in Europa konnten sich die Umsätze
nach dem von COVID-19 geprägten Vorjahr deutlich erholen und
lagen mehr als 20 Prozent über dem Vorjahres- und 4 Prozent über
dem Vorkrisenniveau. In beiden Regionen gaben die Umsätze aller-
dings gegen Ende 2022 nach. In China entwickelte sich der Beklei-
dungsabsatz aufgrund der großflächigen Lockdowns im zweiten
Quartal und gegen Ende 2022 rückläufig und verlor 7 Prozent im
Vergleich zum Vorjahr bzw. 5 Prozent im Vergleich zum Vorkrisen-
niveau. Infolge des positiven Ausblicks zu Beginn des Jahres und
1
Quelle: IWF, World Economic Outlook, Januar 2023
2
Sämtliche Produktionszahlen in diesem Kapitel wurden gegenüber den im
Geschäftsbericht 2021 angeführten ersten Schätzungen aktualisiert.
Quellen: ICAC, IWF, Cotton Outlook, CCFG, FAO
um Versorgungsengpässe zu vermeiden, hatten viele Handelsun-
ternehmen als Reaktion auf die Lieferketstenschwierigkeiten hohe
Lagerstände an Bekleidung und Textilien aufgebaut. In Kombina-
tion mit wachsenden wirtschaftlichen Unsicherheiten im dritten
Quartal führte dies zu einem Einbruch der Nachfrage entlang der
textilen Wertschöpfungskette.
Die Nachfrage nach Medizin- und Hygieneprodukten sowie die
damit verbundene Nachfrage nach Fasern für Vliesstoffe normali-
sierte sich, nachdem die Pandemie in vielen Regionen zunehmend
in den Hintergrund getreten war.
Das Produktionsniveau am Weltfasermarkt dürfte sich 2022 laut
ersten Schätzungen um 1 Prozent auf 119 Mio. Tonnen erhöht haben.
Die Baumwollproduktion stieg nach vorläufigen Schätzungen in
der Saison 2021/2022 um 5 Prozent auf 25,2 Mio. Tonnen an. Dies
ist vor allem auf eine Ausweitung der Anbauflächen zurückzuführen.
Die Nachfrage stieg leicht um 1 Prozent auf 25,7 Mio. Tonnen. Die
Baumwollbestände gingen infolgedessen zurück, blieben aber so-
wohl in absoluten Zahlen als auch im Vergleich zum Verbrauch
(engl. „stocks-to-use ratio“) weiter über dem Vorkrisennvieau.
Die Produktion von holzbasierten Cellulosefasern ging 2022 insbe-
sondere aufgrund der rückläufigen Nachfrage im vierten Quartal
leicht um 1 Prozent auf 7,3 Mio. Tonnen zurück und blieb damit nur
3
Quelle: ITMF, 18
th
Global Textile Industry Survey, Januar 2023
Allgemeines Marktumfeld
3 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
29 Geschäftsbericht 2022 Lenzing Gruppe
geringfügig hinter dem Rekordjahr 2021 zurück. Im Gegensatz dazu
nahm die weltweite Produktion von Lyocellfasern deutlich zu.
Bei Fasern aus synthetischen Polymeren betrug die Produktions-
menge nach ersten Schätzungen unverändert 80,9 Mio. Tonnen.
1
Stapelfaserpreise stark schwankend
Die Entwicklung der Märkte für Stapelfasern war 2022 bei einer
durchwegs hohen Volatilität von steigenden Preisen im ersten
Halbjahr sowie einem deutlichen Rückgang der Nachfrage und
Preise im zweiten Halbjahr geprägt.
Die Baumwollpreise entwickelten sich im Verlauf des Jahres äußerst
volatil. Der Cotlook A-Index erreichte im Mai – im Sog steigender
Rohstoffpreise und einer lockeren Geldpolitik – einen langjährigen
Höchstwert von 173 US-Cent pro Pfund. Im dritten Quartal führten
die restriktivere Geldpolitik vieler Notenbanken und die nachlas-
sende Nachfrage wie auch an den internationalen Rohstoffmärkten
zu Preisrückgängen. Diese Entwicklung setzte sich im vierten
Quartal fort. Auf Jahressicht gaben die Baumwollpreise um 22 Pro-
zent auf 99 US-Cent pro Pfund nach. Im historischen Vergleich be-
wegen sie sich jedoch weiterhin auf erhöhtem Niveau.
Der Preis für Polyester-Stapelfasern in China veränderte sich im
Vorjahresvergleich kaum und legte per Ende Dezember um 2 Pro-
zent auf RMB 7.175 zu. Unterjährig folgte der Preis den zwischen-
zeitlich gestiegenen Rohölpreisen und erreichte im Juni einen
Höchststand von RMB 9.295 pro Tonne. Ab dem dritten Quartal
sorgten nachgebende Rohölpreise für einen Preisrückgang.
Die Viscosepreise in China verzeichneten einen kontinuierlichen
Anstieg im ersten Halbjahr und erreichten im Juni mit RMB 15.400
pro Tonne ihren Höchstwert. Im zweiten Halbjahr gerieten die
Preise aufgrund der sinkenden Nachfrage zunehmend unter Druck.
In Erwartung weiterer Preisrückgänge hielten sich die Garnspinne-
reien mit Käufen zurück und die Lagerbestände stiegen weiter. Erst
nach den langsamen Öffnungsschritten in China und einer Reduk-
tion der Produktiosmengen im Dezember setzte eine leichte Stabi-
lisierung ein. Trotz des weitgehend negativen Preisverlaufs im zwei-
ten Halbjahr verzeichneten die Preise für herkömmliche Viscose im
Berichtsjahr einen Anstieg von 7 Prozent auf RMB 12.800 pro Tonne.
Die hohen Kosten für Faserzellstoff und Chemikalien belasteten
2022 insbesondere nicht rückwärts integrierte Viscosehersteller.
In Europa war der Anstieg der Produktionskosten aufgrund der
deutlich gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten stärker als in
China.
Die Preise für holzbasierte Spezialfasern wie jene der Marken
TENCEL™, LENZING™ ECOVERO™ und VEOCEL™ entwickelten
sich bis ins dritte Quartal positiv, konnten sich aber dem negativen
Markttrend im weiteren Verlauf des Jahres nicht entziehen.
Der chinesische Importpreis für Faserzellstoff, dem Schlüsselroh-
stoff für die Produktion von holzbasierten Cellulosefasern, lag per
Ende Dezember mit USD 900 pro Tonne 1 Prozent unter dem Vor-
jahresniveau. Allerdings stieg der Preis infolge von angebotsseitigen
Problemen Ende August auf USD 1.220 pro Tonne und erreichte
damit einen langjährigen Höchststand. Vor allem im vierten Quartal
gab der Preis in einem Umfeld eines sich ausweitenden Angebots
und sinkender Nachfrage wieder deutlich nach. Die chinesischen
Preise für Papierzellstoff konnten ihr hohes Niveau länger halten.
Dies war vor allem auf eine andauernde Angebotsknappheit zurück-
zuführen. Die Preise lagen per Ende 2022 um 44 Prozent über dem
Vorjahresniveau. Der Aufpreis von Faserzellstoff im Vergleich zu Pa-
pierzellstoff erreichte im Berichtsjahr einen langjährigen Tiefstand.
1
Quellen: ICAC, Cotton Outlook, CIRFS, TFY, Lenzing Estimates
2
Quellen: CCFG, CCA
2
4 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
29 Geschäftsbericht 2022 Lenzing Gruppe
Die Lenzing Gruppe war 2022 wie der Großteil der verarbeiten-
den Industrie in Europa zunehmend von den extremen Entwick-
lungen an den globalen Energie- und Rohstoffmärkten betroffen.
Im dritten und vierten Quartal verschlechterte sich das Marktum-
feld deutlich und das sich eintrübende Konsumklima belastete
die Geschäftsentwicklung der Lenzing zusätzlich.
Die Umsatzerlöse stiegen im Berichtsjahr um 16,9 Prozent gegen-
über dem Vorjahr auf EUR 2,57 Mrd. Dieser Anstieg ist primär auf
höhere Faserpreise zurückzuführen, wobei Währungseffekte
diese Preisentwicklung begünstigten. Die verkaufte Fasermenge
verringerte sich, während die verkaufte Zellstoffmenge einen
Anstieg verzeichnete.
Die Ergebnisentwicklung spiegelt neben dem Nachfragerück-
gang insbesondere die gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten
wider. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) ging
2022 um 33,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf EUR 241,9 Mio.
zurück. Die EBITDA-Marge verringerte sich von 16,5 auf 9,4 Pro-
zent. Das Betriebsergebnis (EBIT) lag bei EUR 16,5 Mio. (nach
EUR 200,6 Mio. 2021) und die EBIT-Marge bei 0,6 Prozent (nach
9,1 Prozent 2021). Das Ergebnis vor Steuern (EBT) lag bei minus
EUR 10,1 Mio. (nach EUR 182,9 Mio. 2021).
Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung und des deutlich ver-
schlechterten Marktumfelds startete Lenzing im dritten Quartal
ein Programm zur Reorganisation und Kostensenkung. Die Um-
setzung des Programms verläuft planmäßig und soll nach voll-
ständiger Implementierung annualisiert mindestens EUR 70 Mio.
an Kosten einsparen.
Der Steueraufwand in Höhe von EUR 27,2 Mio. (nach EUR 55,2 Mio.
2021) ist durch Währungseffekte aufgrund der Umrechnung von
Steuerposten von der lokalen in die funktionale Währung und
durch die Wertberichtigung von Steueraktivposten einzelner
Konzernunternehmen beeinflusst.
Hohe Investitionstätigkeit
Der Brutto-Cashflow verringerte sich 2022 um 34,2 Prozent auf
EUR 244,8 Mio. Dieser Rückgang ist vor allem auf die negative
Ergebnisentwicklung zurückzuführen. Der Cashflow aus der Be-
triebstätigkeit lag aufgrund des gestiegenen Working Capital bei
minus EUR 43,2 Mio. (nach EUR 394 Mio. 2021). Maßnahmen,
die im vierten Quartal 2022 eingeleitet wurden, minderten den
Anstieg des Working Capital bis zum Jahresende. Der Free Cash-
flow lag insbesondere aufgrund der hohen Investitionstätigkeit in
Verbindung mit den Schlüsselprojekten in Thailand und Brasilien
bei minus EUR 740,7 Mio. (nach minus EUR 445,5 Mio. 2021). Die
Investitionen in immaterielle Anlagen, Sachanlagen und biologi-
sche Vermögenswerte (CAPEX) beliefen sich im Berichtsjahr auf
EUR 698,9 Mio. Dies ist zwar ein Rückgang von 17,2 Prozent im
Vorjahresvergleich, aber immer noch einer der höchsten Werte in
der Unternehmensgeschichte. Der Liquiditätsbestand verringerte
sich im Vergleich zum 31. Dezember 2021 um 59,7 Prozent auf
EUR 453,3 Mio. per Ende Dezember 2022.
Die Bilanzsumme stieg im Vergleich zum 31. Dezember 2021 um
3,8 Prozent auf EUR 5,53 Mrd. per Ende 2022. Die wesentlichs-
ten Veränderungen betreffen die Erhöhung des Sachanlagever-
mögens aufgrund der Investitionstätigkeiten und die damit ein-
hergehende Erhöhung der Finanzverbindlichkeiten.
Das bereinigte Eigenkapital ging aufgrund der operativen Ergeb-
nisentwicklung um 1,3 Prozent auf EUR 2,09 Mrd. zurück. Die be-
reinigte Eigenkapitalquote liegt infolgedessen bei 37,8 Prozent.
Die Nettofinanzverschuldung lag Ende 2022 bei EUR 1,87 Mrd.
(nach EUR 977 Mio. per 31. Dezember 2021). Dieser Anstieg ist
insbesondere auf die Finanzierung des Zellstoffprojekts in Brasi-
lien zurückzuführen. Das Net Gearing erhöhte sich infolgedessen
auf 89,5 Prozent zum Stichtag (nach 46,2 Prozent per 31. Dezem-
ber 2021). Das Trading Working Capital stieg um 47,3 Prozent auf
EUR 570,7 Mio., darin enthalten sind im Wesentlichen ein Anstieg
des Vorrätevermögens in Höhe von EUR 235,6 Mio. infolge gestie-
gener Herstellungskosten sowie der Inbetriebnahme der neuen
Werke in Thailand und Brasilien und ein gegenläufiger positiver
Effekt aus dem Factoring-Programm in Höhe von EUR 38 Mio.
Im Detail stellt sich die Umsatz- und Ertragsentwicklung im Be-
richtsjahr wie folgt dar:
Vereinfachte Konzern-Gewinn- und
Verlustrechnung
1
EUR Mio.
Veränderung
2022 2021 Absolut Relativ
Umsatzerlöse 2.565,7 2.194,6 371,1 16,9 %
Umsatzkosten -2.162,6 -1.692,8 -469,8 27,8 %
Bruttoergebnis vom
Umsatz 403,1 501,9 -98,7 -19,7 %
Sonstige betriebliche
Erträge 73,1 78,0 -4,9 -6,3 %
Vertriebs-
aufwendungen -286,7 -234,0 -52,8 22,6 %
Verwaltungs-
aufwendungen
-137,2 -117,5 -19,6 16,7 %
Forschungs- und
Entwicklungs-
aufwendungen
-29,2 -24,0 -5,2 21,8 %
Sonstige betriebliche
Aufwendungen -6,6 -3,8 -2,9 77,1 %
EBIT 16,5 200,6 -184,2 -91,8 %
Finanzerfolg -26,5 -17,7 -8,8 49,9 %
EBT -10,1 182,9 -193,0 n/a
Steueraufwand -27,2 -55,2 28,0 -50,8 %
Jahresüberschuss/-
fehlbetrag -37,2 127,7 -165,0 n/a
1) Seit Beginn des Geschäftsjahres 2021 berichtet die Lenzing Gruppe ihre Konzern-
Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Umsatzkostenverfahren. Die bisherige Dar-
stellung erfolgte nach dem Gesamtkostenverfahren. Die vollständige Konzern-Ge-
winn- und Verlustrechnung ist im Konzernabschluss dargestellt.
Geschäftsentwicklung der Lenzing Gruppe
5 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
30 Geschäftsbericht 2022 Lenzing Gruppe
Die Steuerung des Geschäfts der Lenzing Gruppe wird in die zwei
Divisions „Fiber“ und „Pulp“ gegliedert.
Die Erweiterung der Eigenversorgung mit Faserzellstoff, die Erhö-
hung des Spezialitätenanteils und die Umsetzung der Klimaziele im
Sinne der Unternehmensstrategie stellten im Geschäftsjahr 2022
die Schwerpunkte der Investitionsaktivitäten der Lenzing Gruppe
dar.
Im Berichtsjahr wurden auch wesentliche Änderungen im Lenzing
Vorstand beschlossen. Stephan Sielaff folgte per 1. April 2022 als
Vorstandsvorsitzender auf Cord Prinzhorn, der im vierten Quartal
2021 den Vorstandsvorsitz interimistisch übernommen hatte. Der
Vorstand wurde gleichzeitig auf vier Personen reduziert. Nico Reiner
wurde per 1. Januar 2023 zum neuen Chief Financial Officer bestellt.
Thomas Obendrauf setzte den Aufsichtsrat im März des Berichts-
jahres darüber in Kenntnis, für eine weitere Verlängerung seines
Vertrages nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Bis zum Eintritt von
Nico Reiner übte Stephan Sielaff die Aufgaben des Finanzvor-
stands interimistisch aus, Thomas Obendrauf stand dem Unterneh-
men beratend zur Seite. Das Vorstandsmandat von Chief Pulp
Officer Christian Skilich wurde indes vorzeitig um weitere drei
Jahre bis 31. Mai 2026 verlängert.
Zudem wurde auch eine umfassende Überprüfung der Unterneh-
mensstrategie durchgeführt. Infolgedessen wird Lenzing ihren pro-
fitablen Wachstumskurs nach der erfolgreichen Umsetzung der
beiden Schlüsselprojekte in Thailand und Brasilien fortsetzen, ihren
Fokus auf nachhaltige und hochwertige Premium-Fasern für Texti-
lien und Vliesstoffe schärfen und parallel den Übergang von einem
linearen zu einem Modell der Kreislaufwirtschaft weiter forcieren.
Lenzing passte basierend auf dieser weiterentwickelten Unterneh-
mensstrategie auch ihre finanziellen Ziele an und wird, ein gesun-
des wirtschaftliches Umfeld vorausgesetzt, ihr EBITDA bis 2027,
bei einem ROCE von über 12 Prozent
1
, auf über EUR 1 Mrd. deutlich
steigern.
Division Fiber
In der Division Fiber werden alle Geschäftsaktivitäten der
Lenzing Gruppe mit den unterschiedlichen Generationen von holz-
basierten Cellulosefasern zusammengefasst.
Spezialfasern sind die große Stärke von Lenzing. Mit der Eröffnung
des Lyocellwerks in Thailand sowie den Investitionen in die beste-
henden Produktionsstandorte wird Lenzing 100 Prozent des Faser-
umsatzes aus dem Geschäft mit holzbasierten, biologisch abbau-
baren Spezialfasern der Marken TENCEL™, LENZING™
ECOVERO™ und VEOCEL™ erzielen.
Lenzing investiert derzeit mehr als EUR 200 Mio. in die Produkti-
onsstandorte in China und Indonesien, um bestehende Kapazitä-
1
Bereinigt um große Anlagen im Bau und in der Anlaufphase
ten für herkömmliche Viscose in Kapazitäten für umweltverträgli-
che Spezialfasern umzuwandeln. In Nanjing steht Lenzing kurz vor
der erfolgreichen Konvertierung einer Linie auf TENCEL™ Modal-
fasern. Im Zuge der erheblichen Investitionen am indonesischen
Standort in Purwakarta schafft Lenzing zusätzliche Kapazitäten für
LENZING™ ECOVERO™ Fasern. Der Standort wird damit noch
2023 zum reinen Spezialviscose-Anbieter.
Neben dem neuen Lyocellwerk in Thailand, das CO
2
-neutral be-
trieben wird, stehen auch die Investitionen an den bestehenden
Standorten im Einklang mit den Zielen der Lenzing, die CO
2
-Emis-
sionen pro Tonne Produkt bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren
und bis 2050 eine CO
2
-neutrale Produktion zu erreichen.
Mit der Positionierung ihrer Produktmarken sendet Lenzing seit 2018
eine starke Botschaft an die Konsument:innen. Mit TENCEL™ und
LENZING™ ECOVERO™ als Dachmarken für alle Spezialitäten im
Textilbereich, VEOCEL™ als Dachmarke für alle Spezialitäten im
Vliesstoffbereich und LENZING™ für alle industriellen Anwendungen
bringt das Unternehmen gezielt seine Stärken zum Ausdruck. Durch
gezielte Kommunikationsmaßnahmen steigerte Lenzing auch 2022
die Sichtbarkeit ihrer Marken. Die Marke TENCEL™ bleibt die am
stärksten wachsende Ingredient Brand der Textil- und Bekleidungs-
industrie und erreichte bereits den zweiten Platz im weltweiten Be-
kanntheits-Ranking.
Die externen Umsatzerlöse der Division Fiber erreichten 2022 einen
Wert von EUR 2,09 Mrd. 64,9 Prozent davon entfielen auf Fasern
für Textilien, 35,1 Prozent auf Fasern für Vliesstoffe und Spezialan-
wendungen. Die Faserverkaufsmenge ging aufgrund des deutlich
verschlechterten Marktumfelds insbesondere im Verlauf des dritten
Quartals und im vierten Quartal auf ca. 814.000 Tonnen (nach ca.
909.000 Tonnen 2021) zurück. Der Anteil der Spezialfasern am
Faserumsatz erhöhte sich auf 73,7 Prozent (nach 72,5
% 2021).
Das Ergebnis der Division (EBITDA) lag bei EUR 32,9 Mio., das
Betriebsergebnis (EBIT) bei minus EUR 92,8 Mio.
Fasern für Textilien
Ein sehr schwieriges Umfeld bestimmte den Markt für Textilfasern
im zweiten Halbjahr 2022. Im ersten Halbjahr entwickelte sich die
Nachfrage nach holzbasierten Spezialfasern der Marken TENCEL™
und LENZING™ ECOVERO™ noch sehr gut. Die steigenden Pro-
duktionskosten konnten größtenteils noch an die Kunden weiter-
gegeben werden, belasteten die Entwicklung aber bereits ab dem
ersten Quartal. Der im März verhängte Lockdown in Shanghai
stellte weitere Herausforderungen in Bezug auf die Lieferkette in
China dar.
Im Juli verlangsamte sich die weltweite Fasernachfrage dann als
Folge des verschlechterten Konsumklimas, der unsicheren Markt-
aussichten und der hohen Lagerbestände in der gesamten textilen
Wertschöpfungskette wesentlich. Im Zuge dieser Entwicklungen
Geschäftsentwicklung der Divisions
6 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
31 Geschäftsbericht 2022 Lenzing Gruppe
ging im zweiten Halbjahr auch die Nachfrage nach Lenzing Fasern
zurück und lag deutlich unter dem Niveau des ersten Halbjahres.
Lenzing baute auch in diesem sehr schwierigen Marktumfeld ihre
Vorreiterrolle bei Nachhaltigkeit, Innovation und Transparenz im
Textilbereich weiter aus. Mit der Präsentation der CO
2
-neutralen
Fasern der Marke LENZING™ FR erweiterte Lenzing etwa ihr CO
2
-
neutrales Faserportfolio für die Segmente Schutz- und Arbeitsbe-
kleidung. Lenzing erhielt den ITMF Award 2022 der International
Textile Manufacturers Federation (ITMF) für ihre ressourcenscho-
nende Indigo Color Technologie, die seit 2021 bei der Erzeugung
von TENCEL™ Modalfasern speziell für Denim-Stoffe zur Anwen-
dung kommt. Darüber hinaus erreichte das Unternehmen mit
300.000 Tonnen Fasern der Marke LENZING™ ECOVERO™ einen
echten Meilenstein in der Produktion von ökologisch verantwor-
tungsbewusster Viscose.
Das Geschäft mit TENCEL™ Luxe Filamentgarnen entwickelte sich
2022 erfolgreich weiter. Das Interesse von Designern und Marken
der Haute Couture, im Luxus- und Premiumsegment sowie im klas-
sischen Bekleidungssegment wächst stetig. Auch das innovative
Lyocell-Filamentgarn wurde im Berichtsjahr gleich mehrfach aus-
gezeichnet, unter anderem mit einem ISPO Award und PETA India
Awards in zwei Kategorien.
Mit einer Reihe globaler Kampagnen und Initiativen steigerte
Lenzing auch weiter die Bekanntheit und Sichtbarkeit ihrer Marken
TENCEL™ und LENZING™ ECOVERO™. Die Marke TENCEL™
unterstützt seit 1992 Kunden und Partner der Textil- und Beklei-
dungsindustrie mit nachhaltigen Faserinnovationen. 2022 setzte
Lenzing anlässlich des Markenjubiläums unter dem Motto „Feel
Good Fibers Since 1992“ Kunden- und Mitarbeiteraktivitäten in
verschiedenen Regionen. In den ersten sechs Monaten erreichte
die Kampagne weltweit mehr als 110 Mio. Konsument:innen.
Der Erfolg der Marke TENCEL™ spiegelt sich auch in der Zusam-
menarbeit mit mehr als 650 Markenpartnern wider, darunter inter-
nationale Marken wie Aramis, Calzedonia, Intimissimi, Levi’s,
Marc O’Polo, Timberland und Vogue sowie aufstrebende Marken
wie BN3TH, Calla The Label, Indian Terrain, Mother of Pearl, Muun
und Taneira.
Lenzing und die Marke TENCEL™ durften sich auch bei der Os-
carverleihung 2022 wieder über international sehr positive Auf-
merksamkeit freuen. Gemeinsam mit der Organisation RCGD Glo-
bal (vormals Red Carpet Green Dress™) wurden drei maßge-
schneiderte Kleider aus TENCEL™ Lyocellfasern und TENCEL™
Luxe Filamenten einer Welt-Öffentlichkeit präsentiert. Im Dezem-
ber folgte die Kooperation der Marke TENCEL™ mit RCGD Global
bei der Filmpremiere von „Avatar: The Way of Water“. Bis heute wur-
den im Rahmen der Zusammenarbeit mit RCGD Global über Social
Media und Öffentlichkeitsarbeit mehr als 2,1 Mrd. Impressions er-
zielt.
Fasern für Vliesstoffe
Der Bereich Fasern für Vliesstoffe (engl. nonwoven fibers) ist eine
wichtige strategische Säule der Lenzing Gruppe und wird konti-
nuierlich ausgebaut. Lenzing verstärkte im Berichtsjahr ihre Ent-
wicklungsaktivitäten in Hygiene- wie auch in technischen Anwen-
dungen, um das Einsatzgebiet ihrer Lyocell- und Viscosefasern zu
erweitern und neue nachhaltige Innovationen in der Vliesstoffin-
dustrie voranzutreiben. Zu diesem Zweck arbeitete Lenzing in ih-
rem Vliesstoff-Innovationszentrum 2022 intensiv mit Kunden und
Partnern entlang der Wertschöpfungskette zusammen.
Das Bewusstsein der Verbraucher:innen für verantwortungsbe-
wusst hergestellte Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen
wächst stetig. Dieser weltweite Konsumtrend zu weniger Plastik
und mehr umweltschonenden und CO
2
-neutralen Produkten ge-
paart mit Gesetzen und Richtlinien zur Förderung ökologischer
Nachhaltigkeit unterstützen das Wachstum der Lenzing in diesem
Bereich weiter.
Lenzing verzeichnete im ersten Halbjahr 2022 eine solide Ge-
schäftsentwicklung im Bereich Fasern für Vliesstoffe, sah sich im
zweiten Halbjahr aber mit deutlich gestiegenen Energie- und Roh-
stoffkosten konfrontiert. Diese konnten nur verzögert an den Markt
weitergegeben werden. In Summe entwickelte sich die Nachfrage
stabil, während sich der Umsatz aufgrund höherer Faserpreise
deutlich erhöhte.
Nach Einführung der ersten CO
2
-neutralen Cellulosefasern am
weltweiten Vliesstoffmarkt im Vorjahr, unterstütze Lenzing den
finnischen Vliesstoffhersteller Suominen in der Entwicklung und
Vermarktung des ersten CO
2
-neutralen Vliesstoffes, hergestellt
ausschließlich aus VEOCEL™ Fasern. Mit der Marke Naif konnte
Lenzing außerdem einen weiteren Co-Branding-Partner für ihre
CO
2
-neutralen VEOCEL™ Fasern in Babywischtüchern gewinnen.
Lenzing steigerte im Berichtsjahr auch die Bekanntheit und Sicht-
barkeit ihrer Marke VEOCEL™ weiter. Die Zahl der lizenzierten Pro-
dukte vervierfachte sich im Vorjahresvergleich, das Netzwerk an
Co-Branding-Partnern und das Social-Media-Engagement wurden
deutlich ausgebaut. Nach der erfolgreichen #ItsInOurHands Initia-
tive, die sich zum Ziel setzte, das Bewusstsein der Konsument:innen
für die Verwendung von biologisch abbaubaren Feuchttüchern zu
steigern, unterstreicht die neue globale VEOCEL™ Kampagne
„Cares for the Future“ die Mission der Marke einer nachhaltigen
Zukunft für kommende Generationen. Mit dem Schwerpunkt
„Cares for Forests“ machte sie die Bedeutung einer nachhaltigen
Rohstoffbeschaffung deutlich. Ende 2022 startete Lenzing außer-
dem mit „Cares for the Climate“ eine Social-Media-Kampagne, die
Konsument:innen in Europa, den USA und Asien über die Reduk-
tion von CO
2
-Emissionen und klimaschonende Lösungen aufklärt
und beim Kauf ihrer Produkte unterstützt.
Fasern für Spezialanwendungen
Die holzbasierten Cellulosefasern der Lenzing werden aufgrund ih-
rer besonderen Eigenschaften auch in einer breiten Palette von
technischen Spezialanwendungen eingesetzt. Das Anwendungs-
spektrum reicht von industriellen Hochtemperatur-Dämmstoffen
bis hin zu biologisch abbaubaren, spülbaren Einwegtüchern. Zu
weiteren Anwendungen gehören Kunstledersubstrate mit hohen
Feuchtigkeitsmanagement-Eigenschaften, nachhaltige Verpack-
ungsmaterialien, Materialien zur Maximierung der Sicherheit von
wiederaufladbaren Batterien und Filtermedien mit verbesserten
Trenneigenschaften.
Co-Produkte der Faserproduktion
Lenzing stellt an den Standorten, an denen sie Viscose- oder Mo-
dalfasern produziert, als Co-Produkt unter anderem LENZING™
Natriumsulfat her. Dieses wird in der Waschmittel- und Glasindust-
7 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
32 Geschäftsbericht 2022 Lenzing Gruppe
rie sowie für die Erzeugung von Lebens- und Futtermitteln einge-
setzt. Im Berichtsjahr entwickelte sich die Verkaufsmenge analog
zur Faserproduktion leicht rückläufig.
Division Pulp
Die Division Pulp bündelt sämtliche Geschäftsaktivitäten der
Lenzing Gruppe vom Holzeinkauf hin zur Erzeugung von Faserzell-
stoff und Bioraffinerie-Produkten. Neben den Produktionsaktivitä-
ten in Paskov (Tschechien) und Lenzing richtete sich der Fokus der
Division 2022 auf die Inbetriebnahme und das Hochfahren des
Zellstoffwerks in Brasilien. Dieses größte Investitionsprojekt der
Unternehmensgeschichte konnte trotz der pandemiebedingten
Herausforderungen pünktlich und im vorgegebenen Kostenrah-
men realisiert werden. Lenzing hält 51 Prozent am Joint-Venture LD
Celulose, das für den Bau des Werks gegründet wurde.
Mit dem neuen Zellstoffwerk, das mit einer Nennkapazität von
500.000 Tonnen pro Jahr das weltweit größte seiner Art ist, stärkt
Lenzing ihre Eigenversorgung mit Faserzellstoff und damit auch das
Spezialfaserwachstum im Sinne der Unternehmensstrategie. Es
zählt darüber hinaus zu den produktivsten und energieeffizientes-
ten Werken der Welt und speist überschüssigen Strom als erneu-
erbare Energie ins öffentliche Netz ein. Für die Bereitstellung der
Biomasse sicherte sich LD Celulose einen über 44.000 ha großen,
FSC
®
-zertifizierten Nutzwald und pachtete weitere Flächen, um im
Endausbau über ca. 70.000 ha FSC
®
-zertifizierte Waldfläche zu ver-
fügen
1
. Diese Plantagen stehen ganz im Einklang mit der Richtlinie
und den hohen Standards der Lenzing für die Beschaffung von Holz
und Zellstoff.
Im Oktober wurde das Zellstoffprojekt von Lenzing und LD Celu-
lose beim Transformational Business Award 2022 der Financial
Times und der International Finance Corporation (IFC), einem Mit-
glied der Weltbankgruppe, mit einem Sonderpreis in der Kategorie
„Transformative Lösungen für den Klimawandel“ ausgezeichnet.
Im Sinne ihrer weiterentwickelten Unternehmensstrategie wird
Lenzing das Thema Recycling weiter verstärken und damit die
Transformation der Textil- und Vliesstoffindustrien von einem line-
aren zu einem Modell der Kreislaufwirtschaft beschleunigen.
Lenzing entwickelt und fördert bereits seit Jahren proaktiv Innova-
tionen im Bereich Recycling (z.
B. REFIBRA™ und Eco Cycle Tech-
nologie), um Lösungen für das globale Textilabfallproblem bereit-
zustellen. Seit 2021 arbeitet Lenzing mit dem schwedischen Zell-
stoffproduzenten Södra zusammen, um gemeinsam neue Verfahren
für das Recyceln von Alttextilien zu entwickeln. Die beiden Unter-
nehmen planen eine Erweiterung der Kapazitäten für die Zellstoff-
gewinnung aus Alttextilien. Ziel ist es, bis 2025 in der Lage zu sein,
ca. 25.000 Tonnen Alttextilien pro Jahr zu recyceln. Um den
Wandel zu beschleunigen, unterzeichnete Lenzing im Berichtsjahr
eine mehrjährige Liefervereinbarung mit dem schwedischen
Recyclingpionier Renewcell. Die Vereinbarung gilt für einen Zeit-
raum von fünf Jahren und beinhaltet den Kauf von 80.000 bis
100.000 Tonnen des zu 100 Prozent recyceltem Textilzellstoffs der
Marke Circulose
®
.
1
FSC-Lizenzcode: FSC-C175509, FSC-C165948
Die externen Umsatzerlöse der Division Pulp erreichten 2022 einen
Wert von EUR 466,9 Mio. Das Ergebnis der Division (EBITDA) lag
bei EUR 310 Mio., das Betriebsergebnis (EBIT) bei EUR 221,1 Mio.
Holz
Die negativen Entwicklungen an den Energiemärkten infolge des
Ukraine-Kriegs beeinflussten auch maßgeblich den Holzmarkt. Die
erhöhte Nachfrage nach Brennholz, Pellets und forstlicher Bio-
masse schränkte die Verfügbarkeit von Industrieholz deutlich ein,
wodurch auch die Preise stark zulegten.
Erst gegen Ende des Berichtsjahres setzte eine leichte Stabilisie-
rung der Preisentwicklung ein.
Die aktuelle Beschaffungsstrategie der Lenzing Gruppe mit lang-
fristigen Rahmenvereinbarungen erzielte einen guten Stabilisie-
rungseffekt auf Mengen und Preise. Lenzing konnte ihre Zellstoff-
standorte in Lenzing (Österreich) und Paskov (Tschechien) in der
Berichtsperiode daher ausreichend mit Holz versorgen.
Die Auditierungen nach den Forstzertifizierungssystemen Forest
Stewardship Council
®
(FSC
®
) und Programme for the Endorse-
ment of Forest Certification (PEFC) bestätigte auch 2022 für beide
Standorte, dass zusätzlich zu den strengen Forstgesetzen in den
Lieferländern sämtliche eingesetzte Holzmengen aus PEFC- und
FSC-zertifizierten oder -kontrollierten Quellen stammen
2
.
Bioraffinerie
Zellstoff
Die Division Pulp versorgt die Faserproduktionsstandorte der
Lenzing Gruppe mit hochwertigem Faserzellstoff und betreibt an
den Standorten Lenzing, Paskov und Indianópolis (Brasilien) eigene
Faserzellstoffwerke. Das neue Zellstoffwerk in Brasilien wurde 2022
erfolgreich in Betrieb genommen. Das Hochfahren der Produktion
erfolgte erwartungsgemäß bis Ende 2022. Der Eigenversorgungs-
grad erhöhte sich damit auf mehr als 75 Prozent und Lenzing etab-
lierte sich auch als struktureller Lieferant im weltweiten Zellstoff-
markt. Der extern bezogene Faserzellstoff wird größtenteils auf
Basis langfristiger Verträge zugekauft. In den Zellstoffwerken der
Lenzing Gruppe wurden 2022 ca. 790.000 Tonnen Faserzellstoff
produziert.
Der Preis für importierten laubholzbasierten Faserzellstoff in China
stieg 2022 um 6 Prozent auf ca. USD 1.045 pro Tonne im Durch-
schnitt. Dieser Preisanstieg gegenüber dem Vorjahr ist insbesondere
auf die hohe Nachfrage im ersten Halbjahr, Kapazitätsverknappun-
gen und anhaltende Probleme in der gesamten Lieferkette zurück-
zuführen.
Bioraffinerie-Produkte
In den Bioraffinerien der Lenzing Gruppe werden neben Faserzell-
stoff auch Bioraffinerie-Produkte gewonnen und vermarktet,
wodurch weitere Bestandteile des wertvollen Rohstoffes Holz stoff-
lich verwertet werden. Namhafte Kunden aus der Lebensmittel-,
Futter-, Pharma- und Chemiebranche setzen auf die biobasierten
Produkte aus Lenzing.
2
Lizenzcode: FSC-C041246 und PEFC/06-33-92
8 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
33 Geschäftsbericht 2022 Lenzing Gruppe
Lenzing profitierte auch 2022 vom Trend zu mehr Nachhaltigkeit und
regionalen Lieferketten. Eine vom Forschungsinstitut Quantis durch-
geführte Lebenszyklus-Analyse bestätigte, dass Essigsäure der
Marke LENZING™ Acetic Acid Biobased einen um mehr als 85 Pro-
zent geringeren CO
2
-Fußabdruck aufweist als vergleichbare Pro-
dukte auf Basis fossiler Rohstoffe.
Die Umsätze der Bioraffinerie-Produkte LENZING™ Acetic Acid
Biobased und LENZING™ Furfural Biobased entwickelten sich
analog zur allgemeinen Preisentwicklung positiv. Die hohen Energie-
preise führten auch bei LENZING™ Magnesium-Lignosulphonate
Biobased zu einem Preis- und Nachfrageanstieg. Lenzing stärkte
damit im Berichtsjahr eine weitere Säule ihres Produktportfolios.
Energie- und weitere
Rohstoffversorgung der Divisions
Die Themen „Energie“ und „Weitere Rohstoffe“ sind als wesentli-
che Einflussfaktoren auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
der Lenzing Gruppe den Divisions „Fiber“ und „Pulp“ zuzuordnen.
Energie
Lenzing zählt mit ihrem Bioraffinerie-Konzept an den Standorten
Lenzing, Paskov und Indianópolis zu den Vorreitern einer möglichst
energieautarken Faser- und Zellstoffproduktion und arbeitet an
den anderen Produktionsstandorten kontinuierlich an der Verbes-
serung der Energieeffizienz.
Lenzing bereitet sich bestmöglich auf die Situation langfristig er-
höhter Energiepreise und akuter Energieknappheit vor. Im Berichts-
jahr wurde intensiv daran gearbeitet, die Energievorräte aufzufüllen.
Lenzing ist ein Unternehmen mit internationalem Footprint und da-
her teilweise in der Lage, bestimmte lokale Herausforderungen,
wenn auch zu höheren Kosten, global auszugleichen. Die aktuelle
Kosten- und Versorgungssituation beeinflusst die mitteleuropäi-
schen Standorte, insbesondere den Standort Heiligenkreuz (Öster-
reich), wo derzeit an einem nachhaltigen Energiekonzept gearbei-
tet wird, am stärksten.
In Europa sind die Energiepreise 2022 ausgehend von einem be-
reits historischen Preisniveau im Vorjahr weiter deutlich gestiegen.
Die Preisentwicklung in Europa ist insbesondere auf die Gasver-
knappung durch Russland zurückzuführen, wodurch sich der Gas-
preis im Spotmarkt bei teilweise extremer Volatilität um 168 Pro-
zent im Vorjahresvergleich auf durchschnittlich EUR 123,4 pro
MWh erhöhte. Die Vorbereitungen auf den Winter kennzeichneten
die Einspeicheraktivitäten im Sommer 2022 und ließen den Gas-
preis zeitweise auf bis zu EUR 236 pro MWh im monatlichen
Durchschnitt steigen.
Der Strompreis entwickelte sich ähnlich der Gaspreisentwicklung,
auch weil die Produktion von erneuerbaren Energien im Sommer
schwächer war als in den Vorjahren. Der Preisanstieg bei Strom lag
bei 145 Prozent im Vorjahresvergleich.
Die Gasverknappung in Europa führte zu hohen Flüssiggasimpor-
ten, die wiederum anderswo durch Kohle ersetzt werden mussten.
Damit stieg auch der Kohlepreis um 139 Prozent im Vorjahresver-
gleich.
Die Preise für CO
2
-Zertifikate und Rohöl erhöhten sich im Vorjah-
resvergleich um 52 Prozent bzw. 40 Prozent.
Die Einkaufsstrategie der Lenzing Gruppe für die Hauptkostenträ-
ger Strom und Gas basiert größtenteils auf einer Beschaffung über
den Spotmarkt. Die Preisanstiege an den globalen Energiemärkten
resultierten daher 2022 auch in einer deutlichen Erhöhung der
Energiekosten des Unternehmens.
Die Energieanlagen am Standort Lenzing liefen in der Berichts-
periode überwiegend im Normalbetrieb. Lenzing eröffnete im
Oktober auf einer Fläche von 55.000 m² die größte Photovoltaik-
Freiflächenanlage des Landes Oberösterreich. Darüber hinaus
wurden mehrere Dachanlagen installiert. Die gesamte Leistung der
PV-Anlagen beläuft sich auf mehr als 7 MWp. Lenzing unterzeich-
nete darüber hinaus einen Stromliefervertrag mit dem Grünstrom-
erzeuger Enery und Energie Steiermark und finanziert damit eine
Photovoltaikanlage im Bezirk Deutschlandsberg. Mit dem daraus
erzeugten Strom wird nach erfolgter Inbetriebnahme ab dem vier-
ten Quartal 2023 das Faser- und Zellstoffwerk am Standort in
Lenzing versorgt. Die Leistung der Anlage wird sich auf 5,5 MWp
belaufen. Mit dem kontinuierlichen Ausbau der erneuerbaren Ener-
gien macht sich Lenzing unabhängiger von globalen Energiemärkten
und reduziert weiter ihre CO
2
-Emissionen entsprechend der stra-
tegischen Zielvorgaben.
Die Energieanlagen in Paskov liefen ebenfalls im Normalbetrieb.
Die überschüssige Energie wurde ins öffentliche Stromnetz einge-
speist.
Die Energiepreise in Nordamerika folgten basierend auf einem
niedrigeren Niveau und bei deutlich geringerer Volatilität dem in-
ternationalen Trend. Am Standort Mobile (USA) erhöhten sich die
Preise im Vergleich zum Vorjahr um 53 Prozent (Erdgas) bzw.
20 Prozent (Strom).
Die Anlagen in Purwakarta (Indonesien) wurden mit hohen Verfüg-
barkeiten betrieben und weiter optimiert. Der Kohlepreis stieg im
Vorjahresvergleich um 50 Prozent, wobei der Preis im zweiten
Halbjahr um 9 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr zurück-
ging. Der Netzstrompreis lag im Berichtsjahr im Durchschnitt
14 Prozent über dem Vorjahresniveau. Lenzing bezieht an ihrem
indonesischen Standort seit Juli des Vorjahres grünen Strom aus
erneuerbaren Quellen.
Die Dampfkosten am Standort Nanjing (China) folgten dem steigen-
den Kohlepreis und lagen 25 Prozent über dem Vorjahresniveau.
Der Netzstrompreis lag 27 Prozent darüber. Die Umstellung der
Energieversorgung von Kohle auf Erdgas mit dem Ziel CO
2
-Emis-
sionen zu reduzieren wurde 2022 weiter erfolgreich vorangetrieben.
Im ersten Halbjahr 2022 wurde die Lyocellanlage am Standort
Prachinburi (Thailand) in Betrieb genommen. Die Strom- und
Dampfpreise befinden sich seither auf ähnlichem Niveau wie am
Standort Nanjing. Der neue Standort in Thailand wird CO
2
-neutral
betrieben.
9 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
34 Geschäftsbericht 2022 Lenzing Gruppe
Weitere Rohstoffe
Der starke Anstieg der Energiepreise infolge der Pandemie und des
Ukraine-Kriegs verursachte auch eine Verknappung des Angebots
und deutliche Preisanstiege an den globalen Rohstoffmärkten.
Natronlauge
Natronlauge kommt bei der Herstellung von Faserzellstoff zum
Einsatz und ist ein wichtiges Vorprodukt für die Herstellung von
Viscose- und Modalfasern. Sie fällt als Nebenprodukt bei der
Chlorproduktion an. Die Preise für Natronlauge erhöhten sich im
Berichtsjahr um ein Vielfaches und erreichten weltweit ein neues
Rekordniveau. Grund dafür ist eine stabil hohe Nachfrage bei
gleichzeitiger Angebotsknappheit infolge der hohen Energiepreise
und einer rückläufigen Nachfrage nach Chlor.
Schwefel
Schwefel ist ein wichtiges Ausgangsprodukt für die Herstellung
von Schwefelkohlenstoff und Schwefelsäure. Beide Rohstoffe wer-
den wiederum im Viscoseverfahren eingesetzt. Die Schwefelpreise
stiegen im ersten Halbjahr 2022 deutlich und erreichten ebenfalls
neue Rekordwerte. Maßgeblich dafür waren eine erhöhte Nach-
frage und geringere Produktionsmengen infolge der Pandemie –
mit zwischenzeitlich negativen Auswirkungen auf die Verfügbarkeit
am Markt. Im zweiten Halbjahr 2022 reduzierte sich die Schwefel-
nachfrage deutlich und die Preise stabilisierten sich in weiterer
Folge.
Others
In Others sind im Wesentlichen zentrale Headquarter-Funktionen
und übergreifende Tätigkeiten sowie die Geschäftstätigkeit der
Forschung und Entwicklung und des BZL-Bildungszentrums
Lenzing GmbH (Ausbildung und Personalentwicklung) zusammen-
gefasst. Die Umsatzerlöse in Others erreichten 2022 einen Wert
von EUR 5 Mio. Das Ergebnis (EBITDA) lag bei minus EUR 100,3 Mio.,
das Betriebsergebnis (EBIT) bei minus EUR 111,2 Mio.
Lenzing Aktie
Die Kursentwicklung der Lenzing Aktie spiegelte das allgemeine
negative Marktumfeld im Geschäftsjahr 2022 wider. Die Lenzing
Aktie startete mit einem Kurs von EUR 120,00 in das Börsenjahr
2022, erreichte im Januar das Jahreshoch von EUR 133,00 und am
19. Oktober das Jahrestief von EUR 45,35. Zum Ende des Berichts-
jahres notierte die Lenzing Aktie bei EUR 54,80. Dies entspricht
einem Kursrückgang von minus 54,3 Prozent gegenüber dem
Jahresbeginn. Der Wiener Leitindex ATX beendete das Jahr mit
einem Minus von 19,1 Prozent im Vergleich zum Jahresbeginn.
Für das Geschäftsjahr 2021 wurde im Berichtsjahr eine Dividende
von EUR 4,35 ausgeschüttet. Der Vorstand der Lenzing hat außer-
dem beschlossen, die Dividendenpolitik anzupassen. Ab dem Ge-
schäftsjahr 2023 (mit Ausschüttung 2024) plant Lenzing eine jähr-
liche Dividende von mindestens EUR 4,50 (inflationsbereinigt) pro
Aktie. Die Ausschüttung der Dividende erfolgt vorbehaltlich spezi-
fischer Dividendenvorschläge des Vorstands und des Aufsichtsra-
tes. Diese Vorschläge können von der neuen Dividendenpolitik
abweichen, sofern dies unter den dann herrschenden Umständen
angemessen ist, und unterliegen der Entscheidung der Hauptver-
sammlung.
10 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
35 Geschäftsbericht 2022 Lenzing Gruppe
Der Bereich „Research & Development“ spielt für die Forschungs-
und Entwicklungsaktivitäten der Lenzing Gruppe eine zentrale
Rolle. Ende 2022 waren in diesem Bereich 218 Mitarbeiter:innen
beschäftigt (2021: 222). Ein Großteil der Entwicklungstätigkeit er-
folgt allerdings in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Berei-
chen des Unternehmens sowie mit externen Partnern. Die Aus-
gaben für Forschung und Entwicklung, berechnet nach Frascati
(abzüglich erhaltener Förderungen), beliefen sich auf EUR 34,8 Mio.
(nach EUR 31,6 Mio. 2021). Per Ende 2022 verfügte Lenzing über
1.574 Patente und Patentanmeldungen (aus 182 Patentfamilien) in
53 Ländern.
Schwerpunkte 2022
Nachhaltigkeit mit besonderem Fokus auf Recycling und Kreislauf-
wirtschaft ist bei Lenzing nicht nur ein Kernwert in der Strategie,
sondern auch Leitprinzip für Innovation und Produktentwicklung.
So enthalten beinahe alle Entwicklungsprojekte wesentliche As-
pekte in Bezug auf die ökologische Nachhaltigkeit. Der Bereich
R&D arbeitet sowohl in der Produkt- als auch in der Prozessent-
wicklung kontinuierlich an Lösungen, die das ehrgeizige Ziel der
CO
2
-Neutralität bis 2050 weiter unterstützen. Dazu gehören unter
anderem Projekte zur Schließung von Produktionskreisläufen und
der Reduktion von Abwässern sowie der Steigerung der Energie-
effizienz und der Reduktion von CO
2
-Emissionen.
Das Thema Textilrecycling und die Transformation des textilen Ge-
schäftsmodells von einem linearen zu einem Modell der Kreislauf-
wirtschaft war auch 2022 ein Schwerpunkt der Forschungs- und
Entwicklungsaktivitäten der Lenzing. Mit dem schwedischen Zell-
stoffproduzenten Södra wurde auch im Berichtsjahr intensiv am
gemeinsam Ziel gearbeitet, einen Prozess für das Recycling von
Alttextilien zu entwickeln und eine Pilotanlage zu errichten. Gleich-
zeitig wurden auch die Entwicklungen der REFIBRA™ und Eco
Cycle Technologien weiter vorangetrieben. Die Aktivitäten der
Lenzing im Bereich Recycling und Kreislaufwirtschaft wurden 2022
mit dem renommierten Umweltpreis der Österreichischen Gesell-
schaft für Umwelt und Technik (ÖGUT) in der Kategorie „World
without Waste“ ausgezeichnet.
Neben dem Recycling von Alttextilien beschäftigt sich Lenzing
auch verstärkt mit der Evaluierung weiterer Cellulosequellen als
Rohstoffalternative – darunter Reststoffe aus dem Agrar- und Le-
bensmittelbereich. Nach der Präsentation einer TENCEL™ Limited
Edition gemeinsam mit Orange Fiber 2021, ließ Lenzing im Be-
richtsjahr eine TENCEL™ Limited Edition mit Hanf als alternative
Zellstoffquelle folgen. Hanf gilt als äußerst nachhaltige Faser und
als Alternative zu vielen klassischen Textilfasern. Im umweltver-
träglichen Lyocell-Herstellungsprozess der Lenzing wurde damit
erstmals auch Zellstoff auf Hanfbasis zu Lyocellfasern verarbeitet.
Diese waren Grundlage für das weltweit erste biologisch abbau-
bare Stretch-Denim-Gewebe von Candiani Denim.
Lenzing erweiterte im Berichtsjahr auch ihr Angebot an nachhalti-
gen Spezialfasern für die Textil- und Vliesstoffbranchen. Der Ein-
satz von hydrophoben Fasern im Bereich der Hygieneprodukte er-
möglichte die Herstellung von biologisch abbaubaren Prototypen
für Hygieneanwendungen. Im Bereich der Wischtücher konnte der
Trend hin zu 100 Prozent cellulosischen Produkten auf mehreren
Ebenen unterstützt werden.
Die neuen matten TENCEL™ Lyocellfasern wurden speziell dafür
entwickelt, um Licht zu streuen und den Glanz bei Denim-Anwen-
dungen zu verringern. Durch die Kombination von Funktionalität
und Ästhetik erhöhen matte Lyocellfasern die Vielseitigkeit von
Denim-Designs und reduzieren gleichzeitig den ökologischen Fuß-
abdruck der entstehenden Stoffe und Kleidungsstücke. Hergestellt
im ressourcenschonenden Lyocellprozess bieten die neuen Fasern
alle Komfortvorteile von klassischen TENCEL™ Lyocellfasern und
verleihen dunklen, indigogefärbten, Stoffen ein tiefes und glanzre-
duziertes Aussehen.
TENCEL™ Modalfasern mit Indigo Color Technologie etablierten
sich im Berichtsjahr weiter als umweltschonende Faseralternative
im Denim-Segment. Dafür wurden sie auf der ITMF Jahreskonfe-
renz in Davos (Schweiz) mit dem Preis für Nachhaltigkeit und Inno-
vation ausgezeichnet. Bei der neuen Technologie wird das Indigo-
Pigment in einem einstufigen Spinnfärbeverfahren direkt in die
TENCEL™ Modalfasern eingearbeitet. Dieses Verfahren bietet
eine bessere Farbechtheit als die herkömmliche Indigofärbung. Im
Vergleich zu herkömmlichen Indigo-Garnen spart die Produktion
von TENCEL™ Modalfasern mit Indigo Color Technologie ca.
99 Prozent Strom und Wasser, 80 Prozent Chemikalien und
100 Prozent Wärmeenergie, wodurch der ökologische Fußabdruck
von Denim-Produkten deutlich reduziert wird.
Die beiden Projekte zur Vorwärtsintegration des Lyocellverfahrens,
TENCEL™ Luxe und LENZING™ Web Technology, kombinieren
die Prozess- und Produktentwicklung der Lenzing. Beide Projekte
wurden im Berichtsjahr erfolgreich fortgeführt. Für die Entwicklung
und die Produktion erster kommerzieller Volumina stehen beim
Cellulose-Filament der Marke TENCEL™ Luxe zwei Pilotanlagen
zur Verfügung. 2022 wurde das Verfahren weiterentwickelt, und
Applikationsfelder wurden erschlossen. Diese reichen von Haute-
Couture über Denim bis zu Active Wear, wobei etliche dieser
gemeinsam mit Partnern durchgeführten Entwicklungen auch aus-
gezeichnet wurden, etwa mit dem ISPO Award 2022 für neu ent-
wickelte elastanfreie Stretchfasern auf Basis von TENCEL™ Luxe
Filamenten.
Die LENZING™ Web Technology stellt cellulosische Vliesstoffe
direkt aus der Spinnmasse her. Diese Technologie wurde nun er-
folgreich mit dem Zellstoff-Nasslegeverfahren verbunden, wo-
durch Vliesstoffe mit bis zu 60 Prozent Recyclinggehalt bei gleich-
zeitiger Reduktion des spezifischen Energiebedarfs hergestellt
werden können. Die LENZING™ Web Technology wird im Markt
für Hygiene- und Wischtuchanwendungen sowie in technischen
Anwendungen eingesetzt.
Know-How-Transfer und Cross-Learning innerhalb der
Lenzing Gruppe sind wesentliche Bestandteile der Tätigkeit der
R&D Labor-und Pilotanlagenteams, die etwa auch bei der Inbe-
Forschung und Entwicklung
11 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
36 Geschäftsbericht 2022 Lenzing Gruppe
triebnahme der beiden Schlüsselprojekte in Thailand und in Brasi-
lien eine zentrale Rolle spielten. Die In-House-Entwicklung neuer
bzw. genauerer analytischer Methoden, die Entwicklung neuer
Messverfahren und die Weitergabe dieser innerhalb der Produkti-
onsbereiche sind ebenfalls wesentliche Aufgaben der R&D.
Innovationszentren und Kooperationen
Kooperationen sind ein wesentlicher Teil der R&D Aktivitäten, so-
wohl innerhalb als außerhalb der Lenzing Gruppe. Es gibt einen in-
tensiven Austausch mit den Applikations- und Innovationszentren
in Hongkong und Purwakarta. Gemeinsam mit Kunden werden vor
Ort neue Anwendungen für Textilfasern entwickelt. Lenzing inten-
siviert dadurch die globale Zusammenarbeit mit Partnern entlang
der Werschöpfungskette. Im Vliesstoff-Entwicklungszentrum an
der Hochschule Hof (Deutschland) werden neue innovative An-
wendungen für nachhaltig erzeugte Vliesstoff-Fasern entwickelt.
Um Strukturen in der Textil- und Bekleidungsindustrie aufzubauen
und damit eine gesamtheitliche Lösung für die Kreislaufwirtschaft
zu erarbeiten, setzt Lenzing über die Kooperation mit Södra hinaus
noch weitere Aktivitäten. Lenzing ist Partner im Horizon Europe
Projekt CISUTAC (Circular and Sustainable Textile and Clothing) als
auch im österreichischen Projekt EnzATex, die sich beide mit der
Kreislaufführung von Textilien beschäftigen.
Lenzing treibt auch im Bereich Digitalisierung Entwicklungen im
Rahmen von kooperativen Projekten voran. 2022 startete das FFG-
geförderte Projekt REWAI (Reducing Energy and Waste using AI)
mit Pro²Future, Universität Linz und TU Graz als Partnern. Ziel ist
die Entwicklung einer Methode zur Vorhersage der Faserqualität
auf Basis vorhandener Sensordaten (über die gesamte Produktion).
Damit sollen notwendige Prozessänderungen frühzeitig erkannt
und Minderqualitäten vermieden werden.
Neben Kooperationen zu konkreten Fragestellungen setzt Lenzing
auch Aktivitäten, die zu einer vermehrten Bewusstseinsbildung
beitragen sollen und speziell den Themen Nachhaltigkeit und
Kreislaufwirtschaft mehr Sichtbarkeit verschaffen. 2022 wurden
erstmals junge Forscher:innen mit dem Lenzing Young Scientist
Award für exzellente Forschungsarbeiten in den Kategorien Fashion
und Kreislaufwirtschaft, Textilrecycling sowie innovative Nutzung
biobasierter Fasern von der Lenzing Gruppe ausgezeichnet. Ziel
war es, Studierende zu fördern und eine Plattform zur Vernetzung
mit der Textilindustrie zu schaffen. Bachelor- und Masterstudie-
rende konnten sich mit ihren Arbeiten einer Jury aus namhaften
Expert:innen der Industrie stellen. Die drei Gewinnerprojekte
wurden bei der 61. Global Fiber Conference in Dornbirn mit einem
Preisgeld von je EUR 5.000 prämiert.
Die Mitgliedschaft und aktive Mitarbeit in diversen Initiativen und
Netzwerken dient einerseits dazu, Themen, vor allem im Bereich
Nachhaltigkeit, breiter zu platzieren und gemeinsam voranzutrei-
ben, andererseits ergeben sich daraus oft konkrete Projekte wie
EPNOE (European Polysaccharide Network of Excellence) und RCI
(Renewable Carbon Initiative), von denen Lenzing jeweils Grün-
dungsmitglied ist.
12 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
37 Geschäftsbericht 2022 Lenzing Gruppe
Die Erweiterung der Eigenversorgung mit Faserzellstoff, die Er-
höhung des Spezialitätenanteils und die Umsetzung der Klima-
ziele im Sinne der Unternehmensstrategie stellten 2022 die
Schwerpunkte der Investitionsaktivitäten der Lenzing Gruppe dar.
Die Investitionen in immaterielle Anlagen, Sachanlagen und bio-
logische Vermögenswerte (CAPEX) gingen um 17,2 Prozent auf
EUR 698,9 Mio. zurück. Das weiterhin hohe Niveau des Investiti-
onsvolumens ist primär auf die Fertigstellung des Zellstoffpro-
jekts in Brasilien zurückzuführen.
Mit dem neuen Zellstoffwerk, das über eine Nennkapazität von
500.000 to pro Jahr verfügt, stärkt Lenzing ihre Eigenversorgung
mit Faserzellstoff und damit auch das Spezialfaserwachstum im
Sinne der Unternehmensstrategie. Es zählt darüber hinaus zu den
produktivsten und energieeffizientesten Werken der Welt und
speist überschüssigen Strom als erneuerbare Energie ins öffentli-
che Netz ein. Der Start der Inbetriebnahme erfolgte pünktlich im
ersten Halbjahr. Die Phase des Hochfahrens konnte Ende 2022 ab-
geschlossen und die ersten produzierten Mengen erfolgreich am
Markt platziert werden. Lenzing hält 51 Prozent am Joint-Venture
LD Celulose, das für den Bau des Werks gegründet wurde. Die Bau-
kosten für dieses größte Projekt in der Unternehmensgeschichte
der Lenzing liegen bei USD 1,38 Mrd. Die Finanzierung erfolgte
im Wesentlichen mittels langfristigem Fremdkapital. IFC, ein Mit-
glied der World Bank Group, und IDB Invest, ein Mitglied der IDB
Group, unterstützen das Investitionsprogramm. Die Exportkredit-
agentur Finnvera und sieben Geschäftsbanken beteiligten sich
ebenfalls am Finanzierungspaket in Höhe von USD ca. 1,15 Mrd.
In Thailand wurde im ersten Quartal 2022 die weltweit größte
Lyocell-Produktionsanlage eröffnet. Damit kann Lenzing ihren Spe-
zialitätenanteil deutlich erhöhen und die strukturell wachsende
Nachfrage nach Lyocellfasern der Marke TENCEL™ noch besser
bedienen. Das Projekt konnte trotz der pandemiebedingten Her-
ausforderungen pünktlich und im geplanten Kostenrahmen reali-
siert, die bisher produzierten Mengen erfolgreich am Markt plat-
ziert werden. Die Produktionsanlage ist mit einer Nennkapazität
von 100.000 Tonnen pro Jahr die größte ihrer Art weltweit. Das
Investitionsvolumen lag bei etwa EUR 400 Mio.
In China und Indonesien investiert Lenzing derzeit mehr als
EUR 200 Mio., um bestehende Kapazitäten für herkömmliche
Viscose in Kapazitäten für umweltverträgliche Spezialfasern um-
zuwandeln. In Nanjing arbeitet Lenzing an der Konvertierung einer
Linie auf die Herstellung von Modalfasern. Das Produktportfolio
des chinesischen Standortes wird damit gänzlich aus Spezialfasern
bestehen. In Purwakarta schafft Lenzing zusätzliche Kapazitäten
für Fasern der Marke LENZING™ ECOVERO™. Der indonesische
Standort wird damit 2023 zum reinen Spezialviscose-Anbieter.
Im Zuge dieser Investitionen werden beide Standorte schrittweise
auf erneuerbare Energie umgestellt; im dritten Quartal 2022 er-
folgte in China und in Indonesien die Umstellung auf Grünstrom.
Sowohl das neue Lyocellwerk in Thailand, das CO
2
-neutral betrie-
ben wird, als auch die Investitionen in die bestehenden Standorte
helfen Lenzing bei der Erreichung ihrer ambitionierten Klimaziele.
Lenzing will ihre CO
2
-Emissionen bis 2030 halbieren und bis 2050
eine Netto-Null erreichen.
Um die Unabhängigkeit von den globalen Energiemärkten zu erhö-
hen und die CO
2
-Emissionen weiter zu reduzieren, setzt Lenzing
auch in Österreich noch stärker auf Stromerzeugung aus erneuer-
baren Energien. Im Berichtsjahr hat Lenzing mehrere Photovoltaik-
anlagen am oberösterreichischen Standort in Betrieb genommen
und einen langfristigen Stromliefervertrag zur Finanzierung einer
weiteren Anlage unterzeichnet.
Investitionen
13 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
38 Geschäftsbericht 2022 Lenzing Gruppe
Die Themen Umweltschutz, nachhaltiges Wirtschaften und Verant-
wortung für Menschen gehören zu den strategischen Kernwerten
der Lenzing Gruppe. Nachhaltigkeit ist daher fest in der Better
Growth Strategie verankert. Aktuelle Informationen zum Nach-
haltigkeitsansatz finden Sie im Nachhaltigkeitsbericht der
Lenzing Gruppe, der gleichzeitig den konsolidierten nichtfinanziel-
len Bericht im Sinne des §
267a Unternehmensgesetzbuch darstellt.
Nichtfinanzielle Erklärung
14 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
39 Geschäftsbericht 2022 Lenzing Gruppe
Aktuelles Risikoumfeld
Der Ausbruch des Krieges in der Ukraine zu Beginn des Jahres
2022 hatte die vermeintliche Rückkehr zu einer „neuen Normali-
tät“ nach der COVID-19-Pandemie abrupt unterbrochen und führte
in weiterer Folge zu einer Reihe neuer globaler Krisen. Der Interna-
tionale Währungsfonds rechnet für 2022 mit einem Wachstum des
weltweiten Bruttoinlandsprodukts von 3,4 Prozent.
Eine beispiellose Verknappung und damit verbundene Verteuerung
insbesondere bei Rohstoffen und Energie, haben das globale Risiko-
umfeld 2022 wesentlich beeinflusst. Die Lenzing Gruppe war
dadurch 2022 unmittelbar von den massiv gestiegenen Energiekos-
ten, vor allem an den europäischen Produktionsstandorten, betroffen.
Der aus den gestiegenen Energiekosten resultierende signifikante
Anstieg an Chemikalien- und Logistikkosten sowie Verknappungen in
diesem Bereich, haben das Geschäftsergebnis der Lenzing Gruppe
im Jahr 2022 zusätzlich belastet.
Die globale Teuerung als auch Chinas Zero-Covid-Politik haben die
weltweite Textil- und Bekleidungsindustrie massiv beeinträchtigt.
Risiken wie Unterbrechungen in der Lieferkette, Cyberangriffe sowie
die Folgen des Klimawandels gewinnen stetig an Bedeutung.
Für eine ausführliche Bestandsaufnahme der Entwicklungen am
Weltfasermarkt im Berichtsjahr und den damit zusammenhängen-
den Risiken für die Lenzing Gruppe siehe Kapitel „Allgemeines
Marktumfeld“.
Lenzing Risikoausblick 2023
Die zunehmende Volatiltät in vielen Bereichen steigert das weltweite
Risiko von Poly-Krisen und beeinflusst die Lenzing Gruppe in unter-
schiedlichem Maße.
Für 2023 prognostiziert der IWF ein Weltwirschaftswachstum von
2,9 Prozent. Die globale Inflation wird laut IWF voraussichtlich von
8,8 Prozent im Jahr 2022 auf 6,6 Prozent im Jahr 2023 und 4,3 Pro-
zent im Jahr 2024 sinken.
Risiken für das operative Ergebnis ergeben sich insbesondere aus
dem Nachfragerückgang am Weltfasermarkt und den damit ver-
bundenen niedrigen Faserpreisen, sowie aus Preisschwankungen
bei wichtigen Rohstoffen und Energie. Die hohe Inflation und die
daraus resultierenden steigenden Zinsen stellen für zukünftige Fi-
nanzierungen ein zusätzliches Risiko dar. Der wachsende Bedarf an
nachhaltigen Lösungen in der Welt erhöht den Druck auf das Seg-
ment der herkömmlichen Viscose zusätzlich.
Das Unternehmen sieht sich daher mit seiner adaptierten Strategie
und dem Fokus auf nachhaltigem Wachstum mit Spezialfasern
weiterhin sehr gut positioniert.
Die Eigenversorgung mit Faserzellstoff ist aufgrund der stetigen
Kapaztiätserweiterungen, insbesondere der erfolgreichen Inbetrieb-
nahme des Zellstoffwerks in Brasilien 2022, und eines ausreichenden
Marktangebotes langfristig gesichert.
Nach historischen Höhepunkten bei Preisen für Energie, Rohstoffe
und Logistik im ersten Halbjahr, zeichnete sich zum Ende des Ge-
schäftsjahres ein leichter Preisrückgang in diesen Segmenten ab.
Aus heutiger Sicht werden diese Märkte auch weiterhin sehr volatil
eingeschätzt.
Auf der Währungsseite schwankte der US-Dollar gegenüber dem
Euro in einer Bandbreite von ca. 15 Prozent, der chinesische Yuan ge-
genüber dem Euro in einer Bandbreite von ca. 7 Prozent. Eine Abwer-
tung der beiden Währungen würde sich negativ auf das offene Wäh-
rungsvolumen der Lenzing auswirken. Das Liquiditätsrisiko wird für
2023 moderat eingeschätzt, wobei sich die steigenden Zinsen jedoch
belastend auf das Ergebnis auswirken können.
Im Berichtsjahr kam es zu keinen wesentlichen Schadensereignissen
aus Betriebs-, Umwelt- oder Produkthaftungsrisiken.
Nicht-operative Risiken wie Cyber- und Compliance-Risiken und
ein damit verbundener potenzieller Reputationsschaden sind für
Lenzing von steigender Relevanz. Risiken aufgrund von „Green
Claims“ als auch Herausforderungen in der nachhaltigen Personal-
beschaffung, nicht zuletzt aufgrund des demografischen Wandels,
spielen in diesem Zusammenhang ebenfalls eine immer größer
werdende Rolle. Lenzing wirkt diesen Risiken mit gruppenweiten
Standards und Trainings sowie einer globalen Organisationsstruk-
tur kontinuierlich entgegen.
Risikomanagement
Der Hauptzweck des Risikomanagements der Lenzing Gruppe
besteht in der Sicherung und Stärkung des Unternehmens durch
eine adäquate, objektive und transparente Einschätzung der finan-
ziellen, operativen und strategischen Risiken einschließlich jener
in Bezug auf den ESG-Themenbereich. Der Vorstand der
Lenzing Gruppe übernimmt dabei gemeinsam mit den leitenden
Personen der ihm jeweils zugeordneten Einheiten umfangreiche
Steuerungs- und Controlling-Aufgaben im Rahmen eines internen,
alle Standorte umfassenden, integrierten Kontrollsystems. Das
rechtzeitige Erkennen, Evaluieren und Reagieren auf strategische
und operative Risiken ist ein wesentlicher Bestandteil der Füh-
rungstätigkeit dieser Einheiten und leistet einen wesentlichen
Wertbeitrag für das Unternehmen. Grundlagen dafür sind ein ein-
heitliches und konzernweites, auf Monatsbasis aufgebautes Be-
richtswesen und eine laufende Überwachung der operativen und
strategischen Pläne.
Lenzing bedient sich eines etablierten, unternehmensweiten Risiko-
managementprozesses, welcher die zentrale Koordination von Ri-
siken und deren Überwachung in einem umfassenden Risikomana-
gementsystem für den gesamten Konzern sicherstellt. Gemeinsam
Risikobericht
15 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
40 Geschäftsbericht 2022 Lenzing Gruppe
mit den operativen Einheiten werden wesentliche Risiken identifi-
ziert und bewertet und in weiterer Foge dem Vorstand und dem
Management kommuniziert und transparent dargestellt. Eine pro-
aktive Analyse von potenziellen Risiken oder Beinahe-Ereignissen
ist ebenso Ziel des Risikomanagements, wie die Aufgabe, Risiken
aktiv zu steuern und entsprechende Maßnahmen mit den betroffe-
nen Unternehmensbereichen zu evaluieren. Im Zusammenhang mit
dem Klimawandel werden seit 2020 im Risikomanagement auch
klimabezogene Risiken und Chancen sowie deren kurz-, mittel und
langfristige Auswirkungen auf die Lenzing Gruppe identifiziert,
bewertet und entsprechende Mitigationsmaßnahmen abgeleitet.
Damit wird den Anforderungen der TCFD (Task Force on Climate-
related Financial Disclosures) als auch der EU-Taxonomie und den
damit verbundenen zukünftigen Berichtspflichten zu klimabezoge-
nen Chancen und Risiken Rechnung getragen.
Risikomanagement-Strategie
Die Lenzing Gruppe verfolgt bei ihrer Risikomanagement-Strategie
einen mehrstufigen Ansatz:
Risikoanalyse (nach COSO
®1
Framework)
Das zentrale Risikomanagement führt halbjährliche Risikogesprä-
che mit sämtlichen Produktionsstandorten und funktionalen Ein-
heiten mit einem Zeithorizont von fünf Jahren durch. Im Zusam-
menhang mit ESG-Themen werden auch langfristige Chancen und
Risiken analysiert. Die wesentlichen Risiken, und auch immer mehr
Chancen werden gemäß den internationalen COSO
®
-Standards
erfasst und quantitativ bewertet. Es werden sämtliche Risiken
außerhalb der Konzern-Bilanz und der Konzern-GuV dargestellt.
Dabei wird die finanzielle Auswirkung eines möglichen Schadens
auf das Konzern-EBITDA oder auf die liquiden Mittel berücksich-
tigt. Die Risiken werden gegen das geplante EBITDA simuliert und
die Bandbreite der möglichen Abweichungen zum jeweiligen Budget
ermittelt. Lenzing bedient sich dazu einer Simulationssoftware, die
auch weitere KPIs wie den Value at Risk (Wert im Risiko) oder ei-
nen risikoadjustierten ROCE errechnet. Risiken, die nicht monetär
bewertbar sind, werden qualitativ erfasst.
Risikomitigation
Je nach Auswirkung auf das Unternehmen wird versucht, Risiken
durch entsprechende Maßnahmen zu vermeiden, zu minimieren,
zu transferieren oder, in bestimmten Fällen und wenn erforderlich
und sinnvoll, diese auch bewusst einzugehen.
Verantwortlichkeit
Die Zuordnung der Risiken erfolgt aufgrund der bestehenden
Organisationsmatrix. Jedes Risiko ist einem Vorstand als „Risk
owner“ sowie einem Risikobeauftragten zugewiesen.
Risikoüberwachung/-kontrolle
Im Berichtsjahr wurde die Funktionsfähigkeit des Risikomanage-
ment-Systems der Lenzing Gruppe von KPMG Austria GmbH
gemäß Regel 83 ÖCGK im Rahmen einer sonstigen Prüfung mit
begrenzter Sicherheit auditiert und bestätigt.
1
Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission
Berichterstattung
Die Hauptrisiken werden in einem Bericht ausführlich dargestellt
und mit dem Vorstand als auch dem Prüfungsausschuss bespro-
chen. Der Risikobericht wird ebenso dem Aufsichtsrat vorgelegt.
Marktumfeldrisiken
Marktrisiko
Als weltweit agierendes Unternehmen ist die Lenzing Gruppe einer
Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Die Preis- und Mengenentwick-
lung ist bei Fasern für Textilien und in geringerem Maße auch bei
Fasern für Vliesstoffe zyklisch, da sie von globalen und regionalen
Konjunkturlagen abhängig ist. Auf vielen Teilmärkten konkurrieren
Lenzing Fasern mit Baumwolle und synthetischen Fasern. Deren
Preisentwicklung beeinflusst somit auch die Entwicklung der Um-
sätze und Verkaufsmengen von Lenzing Fasern.
Diesem Risiko wirkt die Lenzing Gruppe durch einen ständig stei-
genden Spezialitätenanteil im globalen Produktportfolio sowie
einer konsequenten Nachhaltigkeits- und Innovationsstrategie
entgegen. Ziel ist, zusätzlich zur Erhöhung des Spezialfaseranteils
die Rolle als führendes Unternehmen hinsichtlich Nachhaltigkeit
und Kreislaufwirtschaft im Faserbereich weiter auszubauen. Auch
im Bereich herkömmlicher Fasern bieten Lenzing Fasern mit ihren
hohen Nachhaltigkeits- und Qualitätsstandards in Verbindung mit
kundennahem, lösungsorientiertem technischem Support ein Dif-
ferenzierungsmerkmal.
Die Lenzing Gruppe setzt auf eine starke internationale Marktprä-
senz, speziell in Asien, in Verbindung mit einem erstklassigen, regi-
onalen Betreuungsnetzwerk für die Kunden sowie einer hohen kun-
denorientierten Produktdiversifikation.
Absatzrisiko
Die Lenzing Gruppe erzielt rund 40 Prozent des Faserumsatzes mit
einer mittleren zweistelligen Anzahl an Kunden. Im Zellstoffbereich
ist die Kundenkonzentration vergleichsweise höher als im Faserbe-
reich. Abnahmeausfälle bei dieser Kundengruppe oder der gänz-
liche Verlust eines oder mehrerer Großkunden, ohne zeitgleich Er-
satz zu finden, stellen gewisse Risiken dar, denen das Unternehmen
durch seine globale Präsenz und die laufende Erweiterung des
Kundenspektrums bzw. der Absatzsegmente entgegenwirkt. Der
mögliche Ausfall von Kundenforderungen wird durch ein klares
Forderungsmanagement und den Einsatz einer weltweiten Kredit-
versicherung abgedeckt.
Wettbewerbs- und Innovationsrisiko
Die Lenzing Gruppe ist dem Risiko ausgesetzt, ihre Position auf dem
Fasermarkt durch steigenden Wettbewerb oder neue Technologien
von Mitbewerbern zu verlieren. Der Verlust der Marktposition könnte
insbesondere eintreten, wenn die Lenzing Gruppe nicht in der Lage
wäre, ihre Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen anzubieten,
Produkte nicht den Vorgaben oder Qualitätsstandards der Kun-
den entsprächen oder die Kundenbetreuung hinter den Erwar-
tungen zurückbliebe. Diesem Risiko steuert Lenzing durch eine
für die Branche überdurchschnittliche Forschungs- und Entwick-
lungstätigkeit, eine hohe Produktinnovationsrate sowie durch
ständige Kostenoptimierungen entgegen. Die Lenzing Gruppe
16 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
41 Geschäftsbericht 2022 Lenzing Gruppe
sieht sich – ebenso wie andere Hersteller – stets mit dem Risiko
konfrontiert, dass annehmbare oder überlegene Alternativpro-
dukte verfügbar werden und zu günstigeren Preisen als holzba-
sierte Cellulosefasern erhältlich werden könnten.
Gesetze und Verordnungen
Die Lenzing Gruppe ist auf den weltweiten Märkten mit unter-
schiedlichen Rechtssystemen und Verordnungen konfrontiert. Eine
Änderung von Gesetzen oder sonstigen Bestimmungen, darunter
fallen auch Importzölle, Produktklassifizierungen, Umweltauflagen
etc., sowie die strengere Auslegung von Verordnungen und Geset-
zen können zu erheblichen Mehrkosten oder Wettbewerbsnach-
teilen führen. Die Lenzing Gruppe unterhält zertifizierte Manage-
mentsysteme für Qualitätsmanagement nach ISO 9001, für Um-
weltmanagement nach ISO 14001 und für Sicherheitsmanagement
nach ISO 45001. Die Rechtskonformität im Zusammenhang mit
diesen Managementsystemen wird regelmäßig intern als auch
extern auditiert.
Die Lenzing Gruppe verfügt mit einer eigenen Rechts- und Com-
pliance-Abteilung über einen Unternehmensbereich der entspre-
chende Beratungsleistungen und Risikoeinschätzungen durchführt.
Aufgrund der weitreichenden Auswirkungen der globalen Klima-
erwärmung auf Gesellschaft und Ökosysteme ist damit zu rechnen,
dass Regierungen oder weitere Stakeholder mit einer Verschärfung
der Gesetze reagieren. So werden u.
a. neben der Reduktion der in
der EU ausgegebenen CO
2
-Zertifikate auch neue Steuern auf CO
2
-
Emissionen eingeführt. Die Umsetzung ähnlicher Vorhaben ist
derzeit auch in anderen Regionen und Ländern geplant. Eine
Implementierung regional unterschiedlicher Maßnahmen kann den
gesellschaftlichen Erfolg der Lenzing Gruppe negativ beeinflussen.
Um die klimabedingten Übergangsrisiken zu mindern und die
Resilienz in diesem Bereich weiter zu erhöhen, setzt die
Lenzing Gruppe eine Vielzahl an Maßnahmen um.
Risiken hinsichtlich geistigen Eigentums
Es besteht das Risiko, dass das geistige Eigentum von Lenzing ver-
letzt wird oder unvollständig geschützt ist. Die Lenzing Gruppe
steuert diesen Risiken mittels einer eigenen Abteilung für den
Schutz von geistigem Eigentum entgegen.
Klimawandel und Verschmutzung der Meere
Durch das zunehmende Bewusstsein für Probleme, die durch den
Klimawandel entstehen, wie dem Anstieg der Meeresspiegel, der
Häufigkeit und Schwere von Naturkatastrophen und einem zuneh-
menden Risiko durch die Verschmutzung der Weltmeere durch
Plastikmüll und Mikroplastik, entstehen große Risiken für die ge-
samte Faserindustrie. Durch die Herstellung biologisch abbaubarer
Fasern sieht Lenzing diese Entwicklung als Chance für ihr Ge-
schäftsmodell.
Die Lenzing Gruppe hat die weitreichenden Auswirkungen des
Klimawandels auf die Gesellschaft und die Ökosysteme erkannt
und bietet mit ihren innovativen und biologisch abbaubaren Pro-
dukten eine nachhaltige Alternative. Lenzing arbeitet ständig an
der Festlegung klarer Nachhaltigkeitsziele und sucht kontinuierlich
nach Möglichkeiten zur Erhöhung ihrer Energieeffizienz sowie
nach Gelegenheiten zur Nutzung von erneuerbaren Energiequellen
oder solchen mit geringeren CO
2
-Emissionen. Bereits 2020 ver-
pflichtete sich Lenzing als erster Faserhersteller zu einer neutralen
CO
2
-Nettobilanz bis 2050.
ESG (Environment, Social and Governance)
Im Rahmen einer Wesentlichkeitsanalyse erhob Lenzing im Jahr
2021 in einem mehrstufigen und holistischen Ansatz die wesent-
lichen Themen in Bezug auf ihr nachhaltig ausgerichtetes Ge-
schäftsmodell. Jedem ESG-Themenbereich sind relevante Chancen
und Risiken zugeordnet, welche im Enterprise Risk Management
System integriert und sukzessive in der langfristigen strategischen
Geschäftsplanung von Lenzing berücksichtigt werden.
Im Bereich der ökologischen Verantwortung (Environment) sind vor
allem die klimabezogenen Themen im Zusammenhang mit der
Klimaerwärmung (CO
2
-Reduktion) sowie die nachhaltige Rohstoff-
beschaffung (Holz, Chemikalien) und die zunehmende Wasser-
knappheit in gewissen Regionen Schwerpunktthemen in der
Risikomatrix. Die zunehmende Regulierung, insbesondere in Bezug
auf die Besteuerung von Treibhausgasen und die Bepreisung von
Kohlenstoff, stellt für Lenzing ein erhebliches Risiko dar. In den
Ländern, in denen Lenzing kohlenstoffintensive Prozesse betreibt,
wurden bereits Vorschriften für Treibhausgasemissionen eingeführt.
Lenzing arbeitet konsequent an der Umsetzung von Energieeffi-
zienzmaßnahmen, sowie an der Reduktion der CO
2
-Emissionen,
um die potenzielle Belastung durch Ökosteuern zu verringern.
Holz ist für Lenzing die wichtigste natürliche Ressource für die Her-
stellung ihrer biologisch abbaubaren Cellulosefasern. Trotz der
nachhaltigen Beschaffungspolitik und der rückwärtsintegrierten
Produktion besteht das inhärente Risiko, dass die Holzpreise auf-
grund des Klimawandels, der weltweit steigenden Nachfrage nach
Biomasse und alternativer Landnutzung weiter steigen.
Die globale Textilindustrie, insbesondere die Modeindustrie, in der
die Produkte von Lenzing häufig verwendet werden, wird wegen
ihres teilweise ressourcenintensiven Rohstoffverbrauchs und ihrer
Produktionsprozesse kritisch betrachtet. Lenzing sieht erhebliche
Geschäftschancen durch den Zugang zu neuen und aufstrebenden
Märkten mit innovativen neuen Produkten und Technologien. Inno-
vation, Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft stehen im Mittel-
punkt der Lenzing Unternehmensstrategie.
Die Herstellung von Zellstoff und Fasern ist mit hohem Wasserver-
brauch und mit Emissionen in Luft und Wasser verbunden. Lenzing
betreibt ein sorgfältiges, globales Wassermanagement, das sowohl
die Einhaltung von lokalen Gesetzen als auch weltweiter Standards
gewährleistet. Der zunehmenden Wasserknappheit wirkt Lenzing
durch eine kontinuierliche Verbesserung der Ressourcennutzung
und durch eine optimierte Standortauswahl für die Erweiterung der
Produktionskapazitäten entgegen.
Im Bereich der sozialen Verantwortung (Social) sind die Hauptrisiken
im Bereich der physichen aber auch der mentalen langfristigen
Gesundheit und Sicherheit von Mitarbeiter:innen als auch der
Gesellschaft hervorzuheben, denen Lenzing verstärkt auch im HR
Bereich mit einer eigenen Abteilung für „Social Sustainability“ ent-
gegenwirkt.
Im Bereich der Unternehmensführung (Governance) sind Risiken
wie Cyberangriffe (siehe „IT-Risiken“) sowie eine mangelhafte
Einhaltung der Corporate Governance und daraus resultierende
Risiken wesentlich. Lenzing schärft kontinuierlich ihre internen
Regeln nach und erweitert die Compliance-Organisation entspre-
chend.
17 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
42 Geschäftsbericht 2022 Lenzing Gruppe
Operative Risiken
Beschaffungsrisiko (inkl. Zellstoffversorgung)
Zur Herstellung von Cellulosefasern muss die Lenzing Gruppe
große Mengen an Rohstoffen (Holz, Zellstoff, Chemikalien) und
Energie zukaufen. Die Faserproduktion und deren Margen sind Ri-
siken der Verfügbarkeit und der Preisentwicklung dieser Rohstoffe
unterworfen, die zum Nachteil der Lenzing Gruppe schwanken
und durch den Klimawandel weiter verstärkt werden können. Die-
sen Risiken wirkt Lenzing durch eine sorgfältige Auswahl der Lie-
feranten nach den Kriterien Preis, Zuverlässigkeit und Qualität,
EcoVadis-basierte Nachhaltigkeitsbewertungen, aber auch durch
langjährig ausgerichtete, stabile Lieferanten-Kunden-Beziehungen
mit teilweise mehrjährigen oder langfristen Abnahmeverträgen
entgegen. Alle Zulieferer sind darüber hinaus verpflichtet, den Glo-
balen Verhaltenskodex der Lenzing für Lieferanten einzuhalten.
Dennoch besteht das Risiko von Verstößen mit negativen Auswir-
kungen auf die Lenzing Gruppe und ihre Stakeholder entlang der
Wertschöpfungskette. Lieferkettenrisiken können sich auch aus
Störungen ergeben, die durch Naturereignisse ausgelöst werden.
Lenzing ist mit ausgewählten Rohstofflieferanten und Dienstleis-
tungspartnern langfristige Vertragsbeziehungen eingegangen. Diese
verpflichten Lenzing dazu, festgesetzte Mengen an Rohstoffen zu
standardisierten Konditionen und mit möglichen Preisanpassungs-
klauseln abzunehmen. Daraus kann für Lenzing resultieren, dass
Preise, Abnahmemengen oder andere Vertragsbedingungen nicht
unmittelbar an die geänderten Marktbedingungen angepasst wer-
den können.
Betriebliche Risiken, Umweltrisiken und Risiken
im Zusammenhang mit dem Klimawandel
Zur Herstellung von holzbasierten Cellulosefasern bedarf es kom-
plexer chemischer und physikalischer Vorgänge, die gewisse Um-
weltrisiken bedingen. Durch proaktives und nachhaltiges Umwelt-
management, geschlossene Produktionskreisläufe und laufendes
Monitoring der Emissionen werden diese Risiken dank heutiger
Produktionstechniken sehr gut beherrscht. Lenzing arbeitet be-
ständig daran, Sicherheits- und Umweltstandards durch freiwillige
Referenzen, wie dem EU Ecolabel, zu erhöhen. Da die
Lenzing Gruppe seit Jahrzehnten Produktionsstätten an mehreren
Orten nutzt, können Risiken für Umweltschäden aus früheren Peri-
oden nicht gänzlich ausgeschlossen werden.
Obwohl die Lenzing Gruppe bei Bau, Betrieb und Erhaltung ihrer
Produktionsstandorte sehr hohe Standards im Bereich Technik und
Sicherheit anlegt, kann das Risiko von Betriebsstörungen und -un-
fällen nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Solche Störungen
können auch von äußeren Faktoren verursacht werden, die sich
dem Einflussbereich von Lenzing entziehen. Gegen Naturgefahren
(Wirbelstürme, Erdbeben, Überflutungen etc.) ist keine unmittel-
bare Absicherung möglich. Zudem besteht das Risiko von Perso-
nen-, Sach- und Umweltschäden sowohl innerhalb als auch außer-
halb der Betriebstätten, welche zusätzlich zu beträchtlichen
Schadenersatzforderungen und strafrechtlicher Verantwortlich-
keit führen können.
Die Lenzing Gruppe hat ihre Produktionstätigkeit auf einige wenige
Betriebsstätten konzentriert. Jegliche Störung in einer dieser Be-
triebsstätten beeinflusst den geschäftlichen Erfolg und die Ziele
der Lenzing Gruppe.
Produkthaftungsrisiko
Die Lenzing Gruppe vertreibt ihre Produkte und Leistungen
weltweit. Dabei kann es zu Schäden beim Kunden oder entlang der
Lieferkette kommen, welche durch die Auslieferung eines mangel-
haften Produktes von Lenzing oder einem Tochterunternehmen
verursacht werden. Zudem kann die Produktsicherheit durch Ver-
schmutzung gefährdet sein, die zu Problemen in der Wertschöp-
fungskette wie zu möglichen gesundheitlichen Folgen für Beschäf-
tigte oder Kunden führen kann. Lenzing unterliegt dabei auch den
geltenden lokalen Gesetzen der jeweiligen Länder, in welche die
Produkte geliefert werden. Speziell in den USA werden die mögli-
chen Implikationen als sehr schwerwiegend eingeschätzt. Lenzing
wirkt diesem Risiko durch eine eigene Abteilung entgegen, die sich
ausschließlich mit Verarbeitungsproblemen unserer Produkte beim
Kunden bzw. Reklamationen beschäftigt. Angemessene Vorsichts-
maßnahmen im Produktionsprozess sowie regelmäßige Qualitäts-
kontrollen sind implementiert. Drittschäden, welche durch Lenzing
verursacht werden, sind in einem globalen Haftpflichtprogramm
versichert.
Finanzrisiken
Für eine detaillierte Risikobeschreibung der Finanzrisiken wird auf
den Konzernanhang, Note 35 bis 38, verwiesen.
Steuerrisiko
Die Produktionsstandorte der Lenzing Gruppe sind in den jeweili-
gen Ländern lokalen Steuergesetzen unterworfen und müssen so-
wohl Ertragsteuern als auch andere Steuern bezahlen. Änderungen
in der Steuergesetzgebung bzw. unterschiedliche Auslegungen der
jeweils geltenden Bestimmungen können zu nachträglichen Steuer-
belastungen führen.
Compliance
Die ständige Verschärfung internationaler Verhaltensrichtlinien und
Gesetze erhöht für Lenzing die Anforderungen zur Einhaltung und
Überwachung dieser Bestimmungen. Unzureichende Kontrollen in
den Geschäftsprozessen oder mangelnde Dokumentation können
zur Verletzung von geltenden Gesetzen oder Regeln führen und die
Reputation sowie den wirtschaftlichen Erfolg erheblich gefährden.
Lenzing begegnet diesem Risiko unter anderem mit der ständigen
Weiterentwicklung ihrer konzernweiten Compliance-Organisation,
einem gruppenweit gültigen Verhaltenskodex, einer „Anti-Beste-
chungs- und Korruptions-Richtlinie“, einer „Anti-Geldwäsche Richt-
linie“ sowie einer „Kartellrechtsdirektive“. Für weitere Informationen
zum Thema Compliance siehe „Corporate Governance Bericht“.
IT-Risiken
Lenzing ist in ihrem täglichen Betrieb von Systemen für hochent-
wickelten Informationstechnologie (IT) abhängig. IT-Systeme sind
anfällig für eine Reihe von Problemen, wie Software- oder Hard-
ware-Fehlfunktionen, böswilliges Hacken oder Cyberangriffe, phy-
sische Schäden an wichtigen IT-Zentren und das Auftreten von
Computerviren. Folglich kann jede größere Beschädigung, Unter-
brechung und/oder Umgehung der bestehenden IT-Systeme den
Geschäftsbetrieb von Lenzing beeinträchtigen.
18 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
43 Geschäftsbericht 2022 Lenzing Gruppe
Personelle Risiken
Personalrisiken können sich aus der Fluktuation von Mitarbeiter:innen
in Schlüsselpositionen sowie bei der Rekrutierung von neuen Mitar-
beiter:innen an allen weltweiten Standorten ergeben. Die
Lenzing Gruppe hat eine global aufgestellte Personalabteilung, die
sich in Fragen der Personalplanung mit den jeweiligen Standorten
abstimmt sowie sämtliche Personalthemen zentral steuert und
kontrolliert. Dazu gehören unter anderem globale Management-
und Ausbildungsprogramme für potenzielle Führungskräfte, die
von der Personalabteilung organisiert werden.
Mitarbeiter:innen der Lenzing Gruppe sowie Arbeiter:innen und
Angestellte von Fremdfirmen sind in den Produktionsstätten einem
potenziellen Verletzungsrisiko ausgesetzt. Das Lenzing Programm
„Heartbeat for Health & Safety“ berücksichtigt dieses Risiko und
enthält einen strategischen Ansatz für Gefahrenminderung, Vor-
sichtsmaßnahmen und ausgiebige Schulungen. Für mehr Informa-
tionen siehe Nachhaltigkeitsbericht der Lenzing Gruppe.
Risiken im Zusammenhang mit
Großprojekten
Die Lenzing Gruppe erweitert laufend ihre Kapazitäten in zahlrei-
chen Projekten. Großprojekte bergen das inhärente Risiko einer
Kosten- und Zeitüberschreitung, denen Lenzing mit einem stan-
dardisierten Planungsprozess, konsequentem Projektmanagement,
laufenden Kostenkontrollen sowie Versicherungslösungen und Ri-
sikotransfer entgegenwirkt. Bei Projekten entsprechender Größen-
ordnung werden zusätzlich zum laufenden Risikomanagementpro-
zess Monte-Carlo-Simulationen durchgeführt, um die Sensitivität
der wesentlichsten finanzwirtschaftlichen Kennzahlen darzustellen.
Risiken aus externer Sicht und
sonstiger Stakeholder
Als globales Unternehmen ist sich die Lenzing Gruppe ihrer gesell-
schaftlichen Verantwortung bewusst. Die im Risikobericht erwähn-
ten Risiken beziehen sich hauptsächlich auf die Wirkung gegenüber
den Vermögenswerten und Ergebnissen der Lenzing Gruppe. Als
einer der Nachhaltigkeitsführer der Branche strebt die
Lenzing Gruppe ein Gleichgewicht zwischen den Bedürfnissen
von Gesellschaft, Umwelt und Ökonomie an. Diese Verantwortung
übernimmt das Unternehmen insbesondere auch in Bezug auf
mögliche Auswirkungen der Betriebstätigkeit auf Anrainer der Pro-
duktionsstandorte sowie gegenüber der gesamten Gesellschaft.
Aktive Stakeholder-Arbeit zur Minimierung der Risiken (Partner-
schaften für den systemischen Wandel) und zur Schaffung von
Zusatznutzen für Mensch und Umwelt sind klare Ziele der Inno-
vations- und Geschäftstätigkeit der Lenzing Gruppe. Die
Lenzing Gruppe wurde im Berichtsjahr erneut mit dem Platin-Sta-
tus im CSR-Rating von EcoVadis ausgezeichnet. Die Bewertung
deckt die wichtigsten Praktiken im Bereich Corporate Social
Responsibility (CSR) ab. Gemeinsam mit ihren Partnern arbeitet die
Lenzing Gruppe daran, die Risiken für Stakeholder zu verstehen
und Lösungen zur Minimierung der Risiken zu finden. Dies erfolgt
durch offene Kommunikation und Transparenz genauso wie durch
die ständige Verbesserung der Technologien und nachhaltige Prak-
tiken.
19 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
44 Geschäftsbericht 2022 Lenzing Gruppe
Das Interne Kontrollsystem der Lenzing Gruppe regelt die Sicher-
stellung der Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung, die Ein-
haltung gesetzlicher und unternehmensinterner Richtlinien sowie
die Abbildung von Risiken außerhalb der Konzern-Bilanz und Kon-
zern-GuV. Der Vorstand ist für die Einrichtung und die Umsetzung
des Internen Kontrollsystems der Lenzing Gruppe verantwortlich.
Die Aufbau- und Ablauforganisation der Lenzing Gruppe bilden die
wesentliche Basis für das Kontrollumfeld und das Interne Kontroll-
system im Unternehmen. Im Bereich der Aufbauorganisation be-
stehen eindeutige Kompetenz- und Verantwortungszuweisungen
auf den unterschiedlichen Führungs- und Hierarchieebenen des
Konzerns. Dies umfasst neben den österreichischen Standorten
alle internationalen Tochtergesellschaften. Der globalen Präsenz
der Lenzing Gruppe und damit der dezentralen Gesellschafts- und
Standortstrukturen wird durch die Zentralisierung von wesentli-
chen Unternehmensfunktionen in Corporate-Centern Rechnung
getragen. Die Wahrnehmung und Steuerung der nationalen Ge-
schäftstätigkeiten obliegt dem jeweiligen Management.
Die Ablauforganisation des Unternehmens ist durch ein stark aus-
geprägtes und umfangreiches Regelwerk gekennzeichnet. Dies
stellt eine angemessene Basis für ein starkes Kontrollumfeld und
Kontrollsystem dar. Die wesentlichen Bereiche im Hinblick auf Frei-
gaben und Kompetenzen für den Gesamtkonzern regeln die
„Lenzing Group Mandates“. Die Überwachung der Einhaltung der
Regelungen und Kontrollen liegt in der Verantwortung des jeweils
zuständigen Managements.
Finanzberichterstattung
Für die Finanzberichterstattung, das rechnungslegungsbezogene
interne Kontrollsystem und für die Steuerthemen im Konzern ist
zentral der Bereich „Corporate Accounting & Tax“ zuständig.
Ziel des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems ist
es, die gesetzlichen Normen, die Grundsätze ordnungsgemäßer
Buchführung sowie die Rechnungslegungsvorschriften des öster-
reichischen Unternehmensgesetzbuches (UGB) und für Zwecke
der Konzernrechnungslegung die Rechnungslegungsvorschriften
der Internationalen Financial Reporting Standards (IFRS) sowie die
internen Richtlinien zur Rechnungslegung, insbesondere das kon-
zernweit gültige Bilanzierungshandbuch und den Terminplan, ein-
heitlich umzusetzen. Das rechnungslegungsbezogene interne Kon-
trollsystem ist so konzipiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und
korrekte Erfassung aller geschäftlichen Prozesse und Transaktionen
gewährleistet ist und somit zuverlässige Daten und Berichte über
die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Lenzing Gruppe vor-
liegen. Die in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen
erstellen auf Gesellschaftsebene zeitgerecht Abschlüsse nach lo-
kalem Recht sowie nach IFRS und sind verantwortlich, dass die
zentralen Regeln dezentral umgesetzt werden. Sie werden dabei
von „Corporate Accounting & Tax“ unterstützt und überwacht. Der
Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates ist in das rechnungsle-
gungsbezogene Kontrollsystem eingebunden. Daneben gibt es
auch noch die externe Jahresabschlussprüfung und einen freiwilli-
gen prüferischen Review des Halbjahresberichtes.
Der Bereich „Corporate Treasury“, und insbesondere der Zahlungs-
verkehr, ist aufgrund des direkten Zugriffes auf Vermögenswerte
des Unternehmens, als besonders sensibel einzustufen. Dem er-
höhten Sicherheitsbedürfnis wird durch umfassende Regelungen
und Anweisungen im Bereich der einschlägigen Prozesse entspre-
chend Rechnung getragen. Der gesamte Prozess, von der Beschaf-
fung bis zur Zahlung, unterliegt strengen konzerneinheitlichen
Richtlinien. Die Vorgaben werden weitgehend durch ein gruppen-
weites IT-System unterstützt und sehen unter anderem eine strikte
Funktionstrennung, ein klares Berechtigungskonzept zur Vermei-
dung von Berechtigungskonflikten, ein strenges Vier-Augen-Prin-
zip in der Abwicklung von Transaktionen, insbesondere bei Zahlun-
gen, und laufende Informationen vor.
Die Überwachung der Anwendung und Einhaltung der Kontrollen
im operativen Betrieb obliegt der Abteilung „Internal Audit“.
Einhaltung gesetzlicher und
unternehmensinterner Vorschriften
Das Rechtsmanagement der Lenzing Gruppe wird von der Abtei-
lung „Legal, Intellectual Property & Compliance“ wahrgenommen.
Diese zentrale Funktion ist für bestimmte Rechtsangelegenheiten
der Lenzing Gruppe zuständig: Die Abteilung „Legal, Intellectual
Property & Compliance“ ist für das Compliance Management Sys-
tem (CMS) verantwortlich und regelt mit dem Vorstand gruppen-
weit, wie bestimmte gesetzliche und unternehmensinterne Vor-
schriften einzuhalten sind, einschließlich deren Prävention. Die Ab-
teilung untersteht direkt dem Vorstandsvorsitzenden der
Lenzing Gruppe. Im CMS werden Compliance-relevante Risiken
im engeren Sinn evaluiert, Normabweichungen analysiert und ge-
gebenenfalls Maßnahmen zur Verminderung getroffen (Prevent-
Detect-Respond). Des Weiteren erstellt die Abteilung Compli-
ance-relevante Richtlinien (z.
B. Anti-Bestechungs- und Anti-Kor-
ruptionsdirektive sowie Kartellrechtsdirektive) und organisiert zu
diesen Angelegenheiten weltweite Schulungen von Mitarbeiter:in-
nen. Die Abteilung unterstützt auch Fachabteilungen, die für die
Einhaltung von anderen gesetzlichen und unternehmensinternen
Vorschriften verantwortlich sind. Dem Vorstand und Aufsichtsrat
bzw. dem Prüfungsausschuss wird regelmäßig über Compliance-
Maßnahmen berichtet.
Die Lenzing Gruppe folgt den Vorschriften des österreichischen
Corporate Governance Kodex (ÖCGK) und erstellt im Rahmen des
Geschäftsberichtes einen entsprechenden öffentlichen Corporate
Governance Bericht. Der Corporate Governance Bericht bedarf
der Mitwirkung des Aufsichtsrates, der die Erfüllung der darin
vorgeschriebenen Verpflichtungen an den Prüfungsausschuss
delegiert.
Bericht über wesentliche Merkmale des internen
Kontrollsystems (§
243a Abs. 2 UGB)
20 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
45 Geschäftsbericht 2022 Lenzing Gruppe
Die Abteilung „Corporate Audit“ ist unabhängig von den Organisa-
tionseinheiten und Geschäftsprozessen, untersteht und berichtet
direkt dem Finanzvorstand. Sie überprüft, ob die eingesetzten Res-
sourcen rechtmäßig, sparsam, wirtschaftlich und zweckmäßig im
Sinne einer nachhaltigen Entwicklung verwendet werden. Dabei
orientiert sich „Corporate Audit“ an den internationalen Standards
IIA (Institute of Internal Auditors). Die einzelnen Prüfungen erfolgen
auf Basis des vom Lenzing Vorstand verabschiedeten Audit-Plans.
Die Revisionsberichte enthalten unter anderem auch Empfehlun-
gen und Maßnahmen, die von der Audit-Abteilung nachverfolgt
werden. Eine regelmäßige Berichterstattung an den Gesamtvor-
stand und den Prüfungsausschuss gewährleisten das Funktionieren
des internen Kontrollsystems.
Abbildung von Risiken außerhalb der
Bilanz und GuV
Die Abteilung „Risikomanagement“ bildet die Risiken außerhalb der
Konzern-Bilanz und Konzern-GuV ab. Es wird halbjährlich ein Risiko-
bericht erstellt. Die wesentlichen Risken des Risikoberichtes sind
auch im Geschäftsbericht erwähnt. Beim Risikobericht wird nach
den international anerkannten Standards von COSO
®
(Committee
of Sponsoring Organisations of the Treadway Commission) vorge-
gangen.
Das Enterprise Risk Management verfolgt dabei einen holistischen
Ansatz. Der Fokus in der Weiterentwicklung des Lenzing Risikoma-
nagements liegt neben in der Mittelfristplanung berücksichtigter
Unternehmens- als auch Projektrisiken zunehmend auf der lang-
fristigen Betrachtung und Bewertung von ESG-Kriterien und den
damit verbundenen Chancen und Risiken für die nachhaltige Ent-
wicklung des Unternehmenserfolges der Lenzing Gruppe.
21 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
46 Geschäftsbericht 2022 Lenzing Gruppe
Grundkapital und Aktionärsstruktur
Das Grundkapital der Lenzing AG betrug zum Bilanzstichtag
EUR 27.574.071,43 und ist eingeteilt in 26.550.000 Stückaktien. Die
B&C Gruppe ist Mehrheitsaktionär mit einem Anteil der Stimm-
rechte von 52,25 Prozent. Die Goldman Sachs Group, Inc. hält
6,97 Prozent der Aktien. Der Streubesitz (Free Float) liegt bei ca.
41 Prozent. Dieser verteilt sich auf österreichische und internatio-
nale Investoren. Die Lenzing Gruppe hält keine eigenen Aktien.
Stellung der Aktionäre
Jede Stückaktie gewährt dem Aktionär in der Hauptversammlung der
Lenzing AG eine Stimme. Die Beschlüsse der Hauptversammlungen
werden, soweit nicht zwingende Vorschriften des Aktiengesetzes
etwas Abweichendes bestimmen, mit einfacher Mehrheit der ab-
gegebenen Stimmen und in Fällen, in denen Kapitalmehrheit erfor-
derlich ist, mit einfacher Mehrheit des bei der Beschlussfassung
vertretenen Grundkapitals gefasst.
Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Mit Haupt-
versammlungsbeschluss vom 26. April 2022 wurde der Vorstand
für die Dauer von 30 Monaten vom Tag der Beschlussfassung an
gemäß §
65 Abs. 1 Z 4 und 8 und Abs. 1a und 1b AktG ermächtigt,
mit Zustimmung des Aufsichtsrates eigene Aktien der Gesellschaft
zu erwerben. Dabei dürfen die von der Gesellschaft erworbenen
eigenen Aktien zehn Prozent des Grundkapitals der Gesellschaft
nicht überschreiten. Der beim Rückerwerb zu leistende Gegenwert
muss innerhalb einer Bandbreite von plus/minus 25 Prozent zum
gewichteten durchschnittlichen Börsenschlusskurs der letzten
20 Börsetage vor Beginn des entsprechenden Rückkaufpro-
gramms der Lenzing Aktie liegen.
Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, erworbene eigene Aktien
ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss mit Zustimmung des
Aufsichtsrates einzuziehen (samt Ermächtigung des Aufsichtsrates
der Gesellschaft, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ein-
ziehung der Aktien ergeben, zu beschließen) oder wieder zu ver-
äußern und die Veräußerungsbedingungen festzusetzen. Diese Er-
mächtigungen können ganz oder in mehreren Teilbeträgen und in
Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft,
durch ein Tochterunternehmen (§
189a Z 7 UGB) oder für Rechnung
der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden.
Weiters wurde der Vorstand der Gesellschaft für die Dauer von fünf
Jahren vom Tag der Beschlussfassung an ermächtigt, für die Ver-
äußerung eigener Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrates eine
andere gesetzlich zulässige Art der Veräußerung als über die Börse
oder ein öffentliches Angebot, auch unter Ausschluss des Wieder-
kaufsrechts (Bezugsrechts) der Aktionäre, zu beschließen und die
Veräußerungsbedingungen festzusetzen.
Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 12. April 2018 wurde der
Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das
Grundkapital innerhalb von fünf Jahren ab Eintragung der Satzungs-
änderung in das Firmenbuch das Grundkapital der Gesellschaft mit
Zustimmung des Aufsichtsrates, allenfalls in mehreren Tranchen,
gegen Bar- und/oder Sacheinlage um bis zu EUR 13.787.034,68
durch Ausgabe von bis zu 13.274.999 Stück neue auf Inhaber oder
Namen lautende Stückaktien zu erhöhen und den Ausgabekurs
und die weiteren Ausgabebedingungen festzulegen (genehmigtes
Kapital). Dieses genehmigte Kapital wurde im Firmenbuch am
23. Mai 2018 eingetragen.
Das gesetzliche Bezugsrecht kann den Aktionären dabei in der
Weise eingeräumt werden, dass die Kapitalerhöhung von einem
Kreditinstitut oder einem Konsortium von Kreditinstituten mit der
Verpflichtung übernommen wird, sie den Aktionären entsprechend
ihrem Bezugsrecht anzubieten (mittelbares Bezugsrecht).
Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, mit Zustimmung des Auf-
sichtsrates, das Bezugsrecht der Aktionäre bei einer Kapitalerhö-
hung aus dem genehmigten Kapital ganz oder teilweise auszu-
schließen, (i) wenn die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen zum
Zweck des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen, Be-
trieben, Betriebsteilen, Beteiligungen an Unternehmen oder von
sonstigen mit einem Akquisitionsvorhaben im Zusammenhang ste-
henden Vermögensgegenständen erfolgt, (ii) zur Bedienung einer
Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) oder (iii) für den Ausgleich von
Spitzenbeträgen.
Darüber hinaus wurde der Vorstand mit Hauptversammlungsbe-
schluss vom 12. April 2018 ermächtigt, mit Zustimmung des Auf-
sichtsrates auch in mehreren Tranchen Wandelschuldverschrei-
bungen, die das Bezugs- oder Umtauschrecht bzw. eine Bezugs-
oder Umtauschpflicht auf insgesamt bis zu 13.274.999 Aktien der
Gesellschaft gewähren bzw. vorsehen, auszugeben. Die Bedienung
kann über das zu beschließende bedingte Kapital und/oder über
eigene Aktien erfolgen. Ausgabebetrag und Ausgabebedingungen
sind vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates festzuset-
zen, wobei der Ausgabebetrag und das Umtauschverhältnis nach
Maßgabe anerkannter finanzmathematischer Methoden sowie
des Kurses der Aktien der Gesellschaft in einem anerkannten Preis-
findungsverfahren zu ermitteln sind. Diese Ermächtigung gilt bis
zum 12. April 2023.
Das gesetzliche Bezugsrecht kann den Aktionären dabei in der
Weise eingeräumt werden, dass die Wandelschuldverschreibung
von einem Kreditinstitut oder einem Konsortium von Kreditinstituten
mit der Verpflichtung übernommen wird, sie den Aktionären ent-
sprechend ihrem Bezugsrecht anzubieten (mittelbares Bezugs-
recht).
Aktionärsstruktur & Angaben zum Kapital
22 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
47 Geschäftsbericht 2022 Lenzing Gruppe
Der Krieg in der Ukraine und die restriktivere Geldpolitik vieler
Notenbanken zur Bekämpfung der Inflation werden das weltweite
wirtschaftliche Geschehen weiterhin negativ beeinflussen. Die
Lockerungen der chinesischen Zero-Covid-Politik könnten ein
Katalysator für eine schneller als erwartete Erholung sein. Der
IWF warnt aber davor, dass die Risiken insgesamt hoch bleiben,
und geht für 2023 von einem Wachstum von 2,9 Prozent aus.
Das Wechselkursumfeld bleibt in den für Lenzing wichtigen Regi-
onen voraussichtlich volatil.
Dieses herausfordernde Marktumfeld belastet auch weiterhin das
Konsumklima und die Stimmung in den für Lenzing relevanten In-
dustrien. Zuletzt hellte sich der Ausblick wieder etwas auf und eine
Normalisierung der Lagerbestände entlang der Wertschöpfungs-
kette setzte ein. Die verhaltene Nachfrage bereitet Marktakteuren
jedoch weiterhin Sorgen.
Im richtungsweisenden Markt für Baumwolle gingen die Lager-
mengen zuletzt zurück, blieben aber weiter über dem Vor-Corona-
Niveau. In der laufenden Erntesaison 2022/2023 zeichnet sich ein
Rückgang der Bestände ab.
Die deutlich erhöhten Preise an den Energie- und Rohstoffmärkten
sorgen weiterhin für ein sehr herausforderndes Marktumfeld.
Die Ergebnisvisibilität bleibt insgesamt eingeschränkt.
Strukturell geht Lenzing unverändert von einem steigenden Bedarf
an umweltverträglichen Fasern für die Textil- und Bekleidungsin-
dustrie sowie die Hygiene- und Medizinbranchen aus. Lenzing ist
daher mit ihrer „Better Growth“ Strategie sehr gut positioniert, und
wird sowohl das Spezialitätenwachstum als auch ihre Nachhaltig-
keitsziele einschließlich der Transformation von einem linearen zu
einem Modell der Kreislaufwirtschaft weiter vorantreiben.
Unter Berücksichtigung der genannten Faktoren und unter der Vor-
aussetzung einer erheblichen Markterholung im zweiten Halbjahr
geht die Lenzing Gruppe für 2023 von einem deutlich höheren
EBITDA im Vergleich zum Vorjahr aus.
Lenzing, am 1. März 2023
Lenzing Aktiengesellschaft
Der Vorstand
Ausblick
DI Stephan Sielaff
Chief Executive Officer
Dr. Nico Reiner
Chief Financial Officer
Robert van de Kerkhof, MBA
Chief Commercial Officer Fiber
DI Christian Skilich, MBA, LLM
Chief Pulp Officer
23 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Nachfolgend werden zentrale Finanzkennzahlen der Lenzing Grup-
pe näher erläutert. Sie sind weitgehend aus dem Konzernabschluss
der Lenzing Gruppe nach IFRS abgeleitet. Die Werte dieser Kenn-
zahlen sind insbesondere in den Abschnitten "Ausgewählte Kenn-
zahlen der Lenzing Gruppe" und "Fünf Jahres Übersicht der Lenzing
Gruppe" im Geschäftsbericht ersichtlich. Die Definitionen dieser
Finanzkennzahlen sind im Glossar im Geschäftsbericht zusammen-
gefasst. Der Vorstand ist der Meinung, dass diese Finanzkennzahlen
nützliche Informationen über die wirtschaftliche Lage der Lenzing
Gruppe vermitteln, da sie unternehmensintern verwendet werden
und meist auch einen hohen Stellenwert bei externen Adressaten
aufweisen (insbesondere bei Investor/innen, Banken und Ana-
lyst/innen).
EBITDA, EBITDA-Marge, EBIT und EBIT-Marge
Das EBITDA und das EBIT werden in der Lenzing Gruppe als Maß-
stäbe für die operative Ertragskraft und Profitabilität (Performance)
vor Abschreibungen und nach Abschreibungen verwendet. Auf
Grund ihrer Bedeutung – auch für die externen Adressaten – wird
das EBIT in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sowie das
EBITDA in den Finanzkennzahlen und zum Vergleich der Margen
im Verhältnis zu den Konzern-Umsatzerlösen (als EBITDA-Marge
bzw. EBIT-Marge bezeichnet) dargestellt.
EUR Mio. 2022 2021 2020 2019 2018
Betriebsergebnis (EBIT) 16,5 200,6 33,9
1
165,3
1
238,3
1
+
Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen,
Nutzungsrechte Leasing und biologische Vermögenswerte
227,6 164,3 160,4 167,0 147,2
- Erträge aus der Auflösung von Investitionszuschüssen -2,1 -1,9 -2,0 -2,4 -2,8
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 241,9 362,9 192,3
1
329,9
1
382,7
1
EUR Mio. 2022 2021 2020 2019 2018
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 241,9 362,9 192,3
1
329,9
1
382,7
1
/ Umsatzerlöse 2.565,7 2.194,6 1.632,6 2.105,2 2.176,0
EBITDA-Marge 9,4 % 16,5 % 11,8 %
1
15,7 %
1
17,6 %
1
EUR Mio. 2022 2021 2020 2019 2018
Betriebsergebnis (EBIT) 16,5 200,6 33,9
1
165,3
1
238,3
1
/ Umsatzerlöse 2.565,7 2.194,6 1.632,6 2.105,2 2.176,0
EBIT-Marge 0,6 % 9,1 % 2,1 %
1
7,9 %
1
11,0 %
1
1) Umgliederung von aktivierten Fremdkapitalkosten, Nettozinsen aus leistungsorientierten Plänen und Kreditbereitstellungsprovisionen vom EBIT/EBITDA in das Finanzergebnis
(siehe Note 2 des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2022).
EBT
Das EBT wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die Ertrags-
kraft vor Steuern verwendet. Es ist in der Konzern-Gewinn- und
Verlustrechnung dargestellt.
Brutto-Cashflow
Der Brutto-Cashflow wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für
die Fähigkeit, Gewinne/Verluste aus der operativen Geschäftstä-
tigkeit (vor Veränderung des Working Capital) in Zahlungsmittel
und Zahlungsmitteläquivalente umzuwandeln, verwendet. Er wird
in der Konzern-Kapitalflussrechnung dargestellt.
Free Cashflow
Der Free Cashflow wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für
den zur Bedienung von Fremd- und Eigenkapitalgebern frei ver-
fügbaren, aus der operativen Geschäftstätigkeit erwirtschafteten
Cashflow – nach Abzug von Investitionen – verwendet. Er ist
zudem wichtig für externe Adressaten.
Beilage: Erläuterungen zu Finanzkennzahlen der
Lenzing Gruppe
24 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
EUR Mio. 2022 2021 2020 2019 2018
Cashflow aus der Betriebstätigkeit -43,2 394,0 48,9 244,6 280,0
- Cashflow aus der Investitionstätigkeit -687,4 -841,3 -666,2 -254,7 -261,8
-
Netto-Zufluss aus der Veräußerung und dem Abgang von
Tochterunternehmen und sonstigen Unternehmenseinheiten
0,0 0,0 0,0 0,0 -0,1
+
Erwerb von finanziellen Vermögenswerten und Beteiligungen, die
nach der Equity-Methode bilanziert werden
0,3 7,3 4,1 15,6 8,0
-
Erlöse aus der Veräußerung/Tilgung von finanziellen
Vermögenswerten -10,4 -5,6 -1,5 -4,7 -2,6
Free Cashflow -740,7 -445,5 -614,8 0,8 23,5
CAPEX
Der CAPEX wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die Höhe
von Investitionen in immaterielle Anlagen, Sachanlagen und biolo-
gische Vermögenswerte verwendet. Er wird in der Konzern-
Kapitalflussrechnung dargestellt.
Liquiditätsbestand
Der Liquiditätsbestand wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für
die Fähigkeit, fällige Zahlungsverpflichtungen durch sofort verfüg-
bare Liquidität zu begleichen, verwendet. Er ist auch zur Ermittlung
weiterer Finanzkennzahlen notwendig (Nettofinanzverschuldung
etc.; siehe dazu weiter unten).
EUR Mio. per 31.12. 2022 2021 2020 2019 2018
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 446,9 1.113,3 1.070,0 571,5 243,9
+
Liquide Wechsel (in den Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen)
6,4 10,8 11,1 9,5 10,5
Liquiditätsbestand 453,3 1.124,1 1.081,1 581,0 254,4
Trading Working Capital und Trading Working
Capital zu annualisierten Konzern-
Umsatzerlösen
Das Trading Working Capital wird in der Lenzing Gruppe als Maß-
stab für die potenzielle Liquidität und die Kapitaleffizienz verwen-
det. Es wird zum Vergleich des Kapitalumschlags in Verhältnis zu
den Konzern-Umsatzerlösen gesetzt.
EUR Mio. per 31.12. 2022 2021 2020 2019 2018
Vorräte 712,5 477,0 329,4 395,7 396,5
+ Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 293,6 325,2 249,7 251,4 299,6
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -435,4 -414,8 -195,2 -243,6 -251,7
Trading Working Capital 570,7 387,4 383,8 403,5 444,4
EUR Mio. 2022 2021 2020 2019 2018
Zuletzt im Ist verfügbare Quartals-Konzern-Umsatzerlöse
(= jeweils 4. Quartal)
595,5 606,1 437,7 487,3 539,8
x 4 (= annualisierte Konzern-Umsatzerlöse) 2.382,2 2.424,5 1.750,9 1.949,3 2.159,1
Trading Working Capital zu annualisierten
Konzern-Umsatzerlösen 24,0 % 16,0 % 21,9 % 20,7 % 20,6 %
25 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Bereinigtes Eigenkapital und bereinigte
Eigenkapitalquote
Das bereinigte Eigenkapital wird in der Lenzing Gruppe als Maß-
stab für die Unabhängigkeit gegenüber Fremdkapitalgebern und
die Fähigkeit neues Kapital aufzunehmen verwendet (Finanzkraft).
Es enthält neben dem Eigenkapital nach IFRS auch die Zuschüsse
aus öffentlichen Mitteln abzüglich anteiliger latenter Steuern. Es
wird zum Vergleich mit dem Eigen- und Fremdkapital in das Ver-
hältnis zur Bilanzsumme gesetzt. Diese Kennzahl (bzw. ähnliche
Kennzahlen) wird (werden) gelegentlich als Financial Covenant(s)
mit Fremdkapitalgebern vereinbart.
EUR Mio. per 31.12. 2022 2021 2020 2019 2018
Eigenkapital 2.025,9 2.072,1 1.881,4 1.537,9 1.533,9
+ Langfristige Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln 15,0 13,7 14,2 15,4 16,9
+ Kurzfristige Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln 67,7 44,2 19,9 13,1 8,4
- Anteilige latente Steuern auf Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln -20,0 -14,2 -8,5 -7,1 -6,3
Bereinigtes Eigenkapital 2.088,6 2.115,7 1.907,0 1.559,3 1.553,0
/ Bilanzsumme 5.525,0 5.322,8 4.163,0 3.121,1 2.630,9
Bereinigte Eigenkapitalquote 37,8 % 39,7 % 45,8 % 50,0 % 59,0 %
Nettofinanzverschuldung, Nettofinanz-
verschuldung/EBITDA, Net Gearing und
Nettoverschuldung
Die Nettofinanzverschuldung wird in der Lenzing Gruppe als Maß-
stab für die finanzielle Verschuldung und die Kapitalstruktur ver-
wendet. Sie ist zudem wichtig für externe Adressaten. Diese Kenn-
zahl wird in das Verhältnis zum EBITDA gesetzt und gibt dadurch
einen Anhaltspunkt, wieviele Perioden das gleiche EBITDA erwirt-
schaftet werden müsste, um die Nettofinanzverschuldung abzu-
decken. Das Verhältnis zwischen Nettofinanzverschuldung und
bereinigtem Eigenkapital (Net Gearing) veranschaulicht das Ver-
hältnis von Netto-Fremdkapital zu bereinigtem Eigenkapital. Diese
Kennzahl (bzw. ähnliche Kennzahlen) wird (werden) gelegentlich
als Financial Covenant(s) mit Fremdkapitalgebern vereinbart. Die
Nettoverschuldung wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die
finanzielle Verschuldung unter Berücksichtigung von Rückstellun-
gen für Abfertigungen und Pensionen verwendet.
EUR Mio. per 31.12. 2022 2021 2020 2019 2018
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 250,3 120,1 105,6 129,6 166,2
+ Langfristige Finanzverbindlichkeiten 2.071,9 1.981,0 1.446,9 852,0 307,6
- Liquiditätsbestand -453,3 -1.124,1 -1.081,1 -581,0 -254,4
Nettofinanzverschuldung 1.869,0 977,0 471,4 400,6 219,4
/ Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 241,9 362,9 192,3
1
329,9
1
382,7
1
Nettofinanzverschuldung / EBITDA 7,7 2,7 2,5
1
1,2
1
0,6
1
EUR Mio. per 31.12. 2022 2021 2020 2019 2018
Nettofinanzverschuldung 1.869,0 977,0 471,4 400,6 219,4
/ Bereinigtes Eigenkapital 2.088,6 2.115,7 1.907,0 1.559,3 1.553,0
Net Gearing 89,5 % 46,2 % 24,7 % 25,7 % 14,1 %
EUR Mio. per 31.12. 2022 2021 2020 2019 2018
Nettofinanzverschuldung 1.869,0 977,0 471,4 400,6 219,4
+ Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen 77,6 102,2 103,7 110,8 103,4
Nettoverschuldung 1.946,6 1.079,3 575,0 511,4 322,8
1) Umgliederung von aktivierten Fremdkapitalkosten, Nettozinsen aus leistungsorientierten Plänen und Kreditbereitstellungsprovisionen vom EBIT/EBITDA in das Finanzergebnis
(siehe Note 2 des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2022).
26 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Kapitalrentabilität (ROE, ROI und ROCE)
Der ROCE (Ergebnis auf das eingesetzte Kapital) wird in der
Lenzing Gruppe als Maßstab für die Rendite (Verzinsung) auf das
im Geschäftsbetrieb eingesetzte Kapital (das Capital Employed)
verwendet. Er ist zudem wichtig für externe Adressaten. Der ROE
(Eigenkapitalrentabilität) und der ROI (Gesamtkapitalrentabilität)
sind Rentabilitätskennzahlen, die die Ertragskraft der Lenzing
Gruppe messen sollen.
EUR Mio. 2022 2021 2020 2019 2018
Betriebsergebnis (EBIT) 16,5 200,6 33,9
1
165,3
1
238,3
1
- Anteiliger laufender Ertragsteueraufwand (auf das EBIT) 54,8 -52,0 -45,1
1
-60,7 -57,8
Betriebsergebnis (EBIT) abzüglich anteiligem laufendem
Ertragsteueraufwand (NOPAT)
71,2 148,6 -11,2
1
104,7
1
180,6
1
/ Durchschnittliches Capital Employed 3.541,8 2.766,5 2.216,2 1.922,7 1.750,3
ROCE (Ergebnis auf das eingesetzte Kapital) 2,0 % 5,4 % -0,5 %
1
5,4 %
1
10,3 %
Anteiliger laufender Ertragsteueraufwand (auf das EBIT) 54,8 -52,0 -45,1
1
-60,7 -57,8
Anteiliger sonstiger laufender Steueraufwand -87,6 3,7 23,0
1
0,0 3,5
Laufender Ertragsteueraufwand -32,8 -48,4 -22,1 -60,7 -54,3
EUR Mio. per 31.12. 2022 2021 2020 2019 2018
Bilanzsumme 5.525,0 5.322,8 4.163,0 3.121,1 2.630,9
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -435,4 -414,8 -195,2 -243,6 -251,7
- Langfristige kündbare nicht beherrschende Anteile -266,1 -234,4 -140,3 0,0 0,0
- Langfristige sonstige Verbindlichkeiten -3,6 -6,7 -26,9 -5,5
2
-5,3
2
- Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten -133,0 -180,4 -141,8 -118,8
2
-141,0
2
- Verbindlichkeiten für laufende Steuern -27,9 -38,3 -2,4 -20,7 -10,4
- Steuerabgrenzung (passive latente Steuern) -70,2 -59,8 -42,4 -41,9 -50,4
- Anteilige latente Steuern auf Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln -20,0 -14,2 -8,5 -7,1 -6,3
- Kurzfristige Rückstellungen -66,3 -39,1 -25,7 -14,4
2
-13,8
2
- Langfristige Rückstellungen -91,5 -118,2 -120,4 -128,3
2
-125,4
2
+ Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen 77,6 102,2 103,7 110,8 103,4
- Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -446,9 -1.113,3 -1.070,0 -571,5 -243,9
- Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden -26,5 -24,8 -29,1 -29,2 -13,4
- Finanzanlagen -41,4 -71,1 -40,9 -41,8 -36,7
Stand zum 31.12. 3.973,8 3.109,9 2.423,2 2.009,1 1.836,3
Stand zum 01.01. 3.109,9 2.423,2 2.009,1 1.836,3 1.664,4
Durchschnittliches Capital Employed 3.541,8 2.766,5 2.216,2 1.922,7 1.750,3
1) Umgliederung von aktivierten Fremdkapitalkosten, Nettozinsen aus leistungsorientierten Plänen und Kreditbereitstellungsprovisionen vom EBIT/EBITDA in das Finanzergebnis
(siehe Note 2 des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2022).
2) Umgliederung zwischen sonstigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen gemäß IAS 1 (siehe Note 2 im Konzern-Anhang 2020).
27 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
EUR Mio. per 31.12. 2022 2021 2020 2019 2018
Bereinigtes Eigenkapital 31.12. 2.088,6 2.115,7 1.907,0 1.559,3 1.553,0
Bereinigtes Eigenkapital 01.01. 2.115,7 1.907,0 1.559,3 1.553,0 1.527,7
Durchschnittliches bereinigtes Eigenkapital 2.102,2 2.011,4 1.733,2 1.556,1 1.540,3
EUR Mio. 2022 2021 2020 2019 2018
Ergebnis vor Steuern (EBT) -10,1 182,9 22,3 163,8 199,1
/ Durchschnittliches bereinigtes Eigenkapital 2.102,2 2.011,4 1.733,2 1.556,1 1.540,3
ROE (Eigenkapitalrentabilität) -0,5 % 9,1 % 1,3 % 10,5 % 12,9 %
EUR Mio. per 31.12. 2022 2021 2020 2019 2018
Bilanzsumme 31.12. 5.525,0 5.322,8 4.163,0 3.121,1 2.630,9
Bilanzsumme 01.01. 5.322,8 4.163,0 3.121,1 2.630,9 2.497,3
Durchschnittliche Bilanzsumme 5.423,9 4.742,9 3.642,0 2.876,0 2.564,1
EUR Mio. 2022 2021 2020 2019 2018
Betriebsergebnis (EBIT) 16,5 200,6 33,9
1
165,3
1
238,3
1
/ Durchschnittliche Bilanzsumme 5.423,9 4.742,9 3.642,0 2.876,0 2.564,1
ROI (Gesamtkapitalrentabilität) 0,3 % 4,2 % 0,9 %
1
5,7 %
1
9,3 %
1) Umgliederung von aktivierten Fremdkapitalkosten, Nettozinsen aus leistungsorientierten Plänen und Kreditbereitstellungsprovisionen vom EBIT/EBITDA in das Finanzergebnis
(siehe Note 2 des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2022).
28 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
2022
Konzern-
abschluss
Inhalt
Inhalt Notes 30
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 31
Konzern-Gesamtergebnisrechnung 32
Konzern-Bilanz 33
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 34
Konzern-Kapitalflussrechnung 36
Konzern-Anhang: Erläuterungen (Notes) 37
KAPITEL
2
/3
29 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Inhalt Notes
Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung 82
Note 34. Angaben zur Konzern -Kapitalflussrechnung 82
Erläuterungen zum Risikomanagement 83
Note 35. Kapitalrisikomanagement 83
Note 36. Angaben zu Finanzinstrumenten 84
Note 37. Zins- und Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten
sowie Fremdwährungsergebnis 94
Note 38. Finanzrisikomanagement 95
Erläuterungen zu den nahestehenden Unternehmen
und Personen sowie zu den Organen 103
Note 39. Angaben über Geschäftsfälle mit nahestehenden
Unternehmen und Personen 103
Note 40. Organe der Gesellschaft 105
Sonstige Erläuterungen 106
Note 41. Finanzielle Garantieverträge, Eventualforderungen
und -verbindlichkeiten und sonstige finanzielle
Verpflichtungen sowie rechtliche Risiken 106
Note 42. Konzernunternehmen 107
Note 43. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 108
Note 44. Freigabe des Konzernabschlusses 108
Allgemeine Erläuterungen 37
Note 1. Grundlagen 37
Note 2. Änderung der Rechnungslegungsmethoden 39
Note 3. Konsolidierung 43
Note 4. Segmentbericht 44
Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 47
Note 5. Umsatzerlöse 47
Note 6. Funktionskosten 47
Note 7. Sonstige betriebliche Erträge 47
Note 8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 47
Note 9. Aufwendungen für Material
und sonstige bezogene Herstellungsleistungen 48
Note 10. Personalaufwand 48
Note 11. Abschreibungen auf immaterielle Anlagen,
Sachanlagen und Nutzungsrechte Leasing 48
Note 12. Honorare des Abschlussprüfers 51
Note 13. Ergebnis aus Beteiligungen,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden 51
Note 14. Ergebnis aus lang- und kurzfristigen
finanziellen Vermögenswerten 51
Note 15. Finanzierungskosten 51
Note 16. Ertragsteueraufwand 52
Note 17. Ergebnis je Aktie 53
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz,
zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung
und zur Entwicklung des Konzern- Eigenkapitals 54
Note 18. Immaterielle Anlagen 54
Note 19. Sachanlagen 55
Note 20. Biologische Vermögenswerte 58
Note 21. Nutzungsrechte Leasing 59
Note 22. Beteiligungen, die nach der Equity-Methode
bilanziert werden 61
Note 23. Finanzanlagen 63
Note 24. Vorräte 64
Note 25. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 64
Note 26. Sonstige Vermögenswerte 64
Note 27. Eigenkapital 65
Note 28. Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln 69
Note 29. Finanzverbindlichkeiten 70
Note 30. Steuerabgrenzung (aktive und passive
latente Steuern) und laufende Steuern 71
Note 31. Rückstellungen 74
Note 32. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 80
Note 33. Sonstige Verbindlichkeiten 81
30 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Lenzing AG
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
für den Zeitraum 01. Jänner 2022 bis 31. Dezember 2022
 
 
 
TEUR
Note
2022
2021
Umsatzerlöse
(5)
2.565.692
2.194.624
Umsatzkosten
(6)
-2.162.561
-1.692.760
Bruttoergebnis vom Umsatz
 
403.131
501.864
Sonstige betriebliche Erträge
(7)
73.096
78.026
Vertriebsaufwendungen
(6)
-286.747
-233.981
Verwaltungsaufwendungen
(6)
-137.164
-117.547
Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen
(6)
-29.214
-23.993
Sonstige betriebliche Aufwendungen
(8)
-6.649
-3.753
Betriebsergebnis (EBIT)1
 
16.453
200.615
Ergebnis aus Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden
(13)
-222
-3.541
Ergebnis aus lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten
(14)
10.208
7.881
Finanzierungskosten
(15)
-36.498
-22.029
Finanzerfolg
 
-26.512
-17.689
Ergebnis vor Steuern (EBT)
 
-10.059
182.926
Ertragsteueraufwand
(16)
-27.182
-55.212
Jahresüberschuss/-fehlbetrag
 
-37.241
127.714
Anteil am Jahresüberschuss/-fehlbetrag:
 
 
 
Davon Aktionäre der Lenzing AG
 
-73.086
110.346
Davon nicht beherrschende Gesellschafter
 
7.095
-11.382
Davon vorgesehener Anteil der Hybridkapitalbesitzer
(17)
28.750
28.750
 
 
 
 
Ergebnis je Aktie
 
EUR
EUR
Verwässert = unverwässert
(17)
-2,75
4,16
1) EBIT: Betriebsergebnis bzw. Ergebnis vor Zinsen und Steuern.

Lenzing AG
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
für den Zeitraum 01. Jänner 2022 bis 31. Dezember 2022
 
 
 
TEUR
 
Note
2022
2021
Jahresüberschuss/-fehlbetrag
 
-37.241
127.714
Posten, die nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden
 
 
Neubewertung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Plänen
(31)
11.655
-1.691
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (Eigenkapitalinstrumente) – während der Berichtsperiode erfasster Nettogewinn/-verlust aus der Neubewertung
(27)
-16.830
32.926
Auf diese Bestandteile des sonstigen Ergebnisses entfallende Ertragsteuern
(27)
937
-7.802
Ergebnisanteil von Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden (nach Steuern)
(22)
641
105
 
 
-3.597
23.537
Posten, die in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden können
 
 
 
Ausländische Geschäftsbetriebe – Kursdifferenzen aus der Umrechnung, die während der Berichtsperiode eingetreten sind
(27)
62.412
107.394
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (Fremdkapitalinstrumente) – während der Berichtsperiode erfasster Nettogewinn/-verlust aus der Neubewertung
(27)
0
-36
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (Fremdkapitalinstrumente) – Umgliederung von Beträgen aus der Neubewertung von in der Berichtsperiode abgegangenen finanziellen Vermögenswerten
(27)
0
124
Cashflow Hedges – effektiver Teil der in der Berichtsperiode erfassten Fair Value-Änderungen und nicht designierte Komponenten
(36)
41.260
-23.337
Cashflow Hedges – Umgliederung in die Gewinn- und Verlustrechnung
(36)
21.453
3.173
Auf diese Bestandteile des sonstigen Ergebnisses entfallende Ertragsteuern
(27)
-21.535
-3.575
Ergebnisanteil von Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden (nach Steuern)
(27)
2.064
79
 
 
105.654
83.822
Sonstiges Ergebnis (netto)
 
102.057
107.359
Gesamtergebnis
 
64.817
235.073
Anteil am Gesamtergebnis:
 
 
 
Davon Aktionäre der Lenzing AG
 
4.385
211.065
Davon nicht beherrschende Gesellschafter
 
31.682
-4.743
Davon vorgesehener Anteil der Hybridkapitalbesitzer
 
28.750
28.750

Lenzing AG
Konzern-Bilanz
zum 31. Dezember 2022
 
 
 
TEUR
Vermögenswerte
Note
31.12.2022
31.12.2021
Immaterielle Anlagen
(18)
43.825
36.049
Sachanlagen
(19)
3.413.106
2.877.606
Biologische Vermögenswerte
(20)
127.735
95.767
Nutzungsrechte Leasing
(21)
72.761
70.129
Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden
(22)
26.483
24.840
Finanzanlagen
(23)
28.969
38.869
Steuerabgrenzung (aktive latente Steuern)
(30)
1.716
3.581
Forderungen aus laufenden Steuern
(30)
15.904
14.937
Sonstige Vermögenswerte
(26)
123.135
42.723
Langfristige Vermögenswerte
 
3.853.634
3.204.501
Vorräte
(24)
712.522
476.956
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
(25)
293.611
325.172
Forderungen aus laufenden Steuern
(30)
5.210
1.921
Sonstige Vermögenswerte
(26)
200.758
168.710
Finanzanlagen
(23)
12.395
32.232
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
(34)
446.873
1.113.279
Kurzfristige Vermögenswerte
 
1.671.368
2.118.270
Bilanzsumme
 
5.525.002
5.322.771
 
 
 
 
Eigenkapital und Verbindlichkeiten
Note
31.12.2022
31.12.2021
Grundkapital
 
27.574
27.574
Kapitalrücklagen
 
133.919
133.919
Hybridkapital
 
496.582
496.582
Andere Rücklagen
 
90.161
15.134
Gewinnrücklagen
 
991.702
1.206.359
Anteil der Aktionäre der Lenzing AG
 
1.739.938
1.879.568
Nicht beherrschende Anteile
 
285.957
192.517
Eigenkapital
(27)
2.025.895
2.072.085
Finanzverbindlichkeiten
(29)
2.071.948
1.981.036
Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln
(28)
15.034
13.688
Steuerabgrenzung (passive latente Steuern)
(30)
70.240
59.806
Rückstellungen
(31)
91.547
118.180
Kündbare nicht beherrschende Anteile
(36)
266.085
234.409
Sonstige Verbindlichkeiten
(33)
3.615
6.740
Langfristige Verbindlichkeiten
 
2.518.469
2.413.860
Finanzverbindlichkeiten
(29)
250.282
120.125
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
(32)
435.433
414.768
Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln
(28)
67.741
44.168
Verbindlichkeiten für laufende Steuern
 
27.883
38.293
Rückstellungen
(31)
66.295
39.088
Sonstige Verbindlichkeiten
(33)
133.005
180.382
Kurzfristige Verbindlichkeiten
 
980.638
836.826
Bilanzsumme
 
5.525.002
5.322.771

Lenzing AG
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals
für den Zeitraum 01. Jänner 2022 bis 31. Dezember 2022
 
 
 
 
 
 
 
 
Note
Grundkapital
Kapitalrücklagen
Hybridkapital
 





 
 
 
 
 
Fremdwährungsumrechnungsrücklage





Stand zum 01.01.2021
 
27.574
133.919
496.582
-41.069
 
Jahresüberschuss/-fehlbetrag laut Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
 
0
0
0
0

Sonstiges Ergebnis (netto)
 
0
0
0
89.522
 
Gesamtergebnis
 
0
0
0
89.522
 
Gewinne und Verluste aus Sicherungsgeschäften und Kosten der Absicherung, die in die langfristigen Vermögenswerte und in die Vorräte umgegliedert worden sind
 
0
0
0
0


Erwerb/Abgang nicht beherrschender Anteile und sonstige Änderungen im Konsolidierungskreis
(3,27)
0
0
0
0

Kapitalzuführung
(27)
0
0
0
0
 
Mit den Gewinnrücklagen verrechnetes Bewertungsergebnis von kündbaren nicht beherrschenden Anteilen
(36)
0
0
0
0

Gezahlte Dividenden (inklusive Hybridkupon)
 
0
0
0
0
 
Transaktionen mit Anteilsinhabern
 
0
0
0
0
 
Stand zum 31.12.2021 = 01.01.2022
 
27.574
133.919
496.582
48.452
 
Jahresüberschuss/-fehlbetrag laut Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
 
0
0
0
0

Sonstiges Ergebnis (netto)
 
0
0
0
49.064
 
Gesamtergebnis
 
0
0
0
49.064
 
Gewinne und Verluste aus Sicherungsgeschäften und Kosten der Absicherung, die in die langfristigen Vermögenswerte und in die Vorräte umgegliedert worden sind
 
0
0
0
0


Übertragung von Gewinnen aus dem Abgang von erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigenkapitalinstrumenten in die Gewinnrücklagen
(36)
0
0
0
0
 
Kapitalzuführung
(27)
0
0
0
0
 
Mit den Gewinnrücklagen verrechnetes Bewertungsergebnis von kündbaren nicht beherrschenden Anteilen
(36)
0
0
0
0

Gezahlte Dividenden (inklusive Hybridkupon)
(27)
0
0
0
0
 
Transaktionen mit Anteilsinhabern
 
0
0
0
0
 
Stand zum 31.12.2022
(27)
27.574
133.919
496.582
97.517
 

 
 
 
 
 
 
 
TEUR





Andere Rücklagen
Gewinnrücklagen
Anteile der Aktionäre der Lenzing AG und der Hybridkapitalbesitzer
Nicht beherrschende Anteile
Eigenkapital





Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
Absicherung von Zahlungsströmen (Hedging Reserve und nicht designierte Komponenten)
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste
 
 
 
 
 
8.687
-38.695
-46.851
1.192.800
1.732.947
148.480
1.881.427

0
0
0
139.096
139.096
-11.382
127.714
 
24.760
-12.441
-1.122
0
100.719
6.640
107.359
 
24.760
-12.441
-1.122
139.096
239.815
-4.743
235.073


0
32.342
0
0
32.342
30.559
62.901

0
0
0
-2.718
-2.718
2.718
0
 
0
0
0
0
0
15.678
15.678

0
0
0
-94.068
-94.068
0
-94.068
 
0
0
0
-28.750
-28.750
-175
-28.925
 
0
0
0
-125.536
-125.536
18.221
-107.316
 
33.448
-18.794
-47.973
1.206.359
1.879.568
192.517
2.072.085

0
0
0
-44.336
-44.336
7.095
-37.241
 
-12.216
32.113
8.509
0
77.471
24.587
102.057
 
-12.216
32.113
8.509
-44.336
33.135
31.682
64.817


0
3.153
0
0
3.153
4.476
7.629
 

-5.597
0
0
5.597
0
0
0
 
0
0
0
0
0
57.432
57.432

0
0
0
-31.676
-31.676
0
-31.676
 
0
0
0
-144.243
-144.243
-150
-144.393
 
0
0
0
-175.918
-175.918
57.282
-118.636
 
15.635
16.473
-39.463
991.702
1.739.938
285.957
2.025.895

Lenzing AG
Konzern-Kapitalflussrechnung
für den Zeitraum 01. Jänner 2022 bis 31. Dezember 2022
 
 
 
 
TEUR
 
 
Note
2022
2021
Jahresüberschuss/-fehlbetrag
 
-37.241
127.714
+
Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen, Nutzungsrechte Leasing und biologische
Vermögenswerte
(11)
227.589
164.269
+/–
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von biologischen Vermögenswerten
(20)
-17.009
-2.258
–
Erträge aus der Auflösung von Investitionszuschüssen
 
-2.126
-1.944
+/–
Veränderung langfristiger Rückstellungen
 
-13.162
-4.908
–/+
Ertrag / Aufwand aus latenten Steuern
 
-5.579
6.838
+/–
Veränderung Forderungen und Verbindlichkeiten aus laufenden Ertragsteuern
 
-15.495
42.727
+/–
Ergebnis aus Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden
 
1.062
4.431
–/+
Sonstige unbare Erträge / Aufwendungen
(34)
106.743
35.128
Brutto-Cashflow
 
244.783
371.999
+/–
Veränderung Vorräte
 
-295.952
-144.902
+/–
Veränderung Forderungen
 
10.581
-75.115
+/–
Veränderung Verbindlichkeiten
 
-2.657
242.049
Veränderung des Working Capital
 
-288.028
22.032
Cashflow aus der Betriebstätigkeit
 
-43.246
394.030
–
Erwerb von immateriellen Anlagen, Sachanlagen und biologischen Vermögenswerten (CAPEX)
 
-698.894
-844.333
–
Erwerb von finanziellen Vermögenswerten und Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden
 
-303
-7.328
+
Erlöse aus der Veräußerung von immateriellen Anlagen, Sachanlagen und biologischen Vermögenswerten
 
1.443
4.810
+
Erlöse aus der Veräußerung/Tilgung von finanziellen Vermögenswerten und Beteiligungen, die nach der
Equity-Methode bilanziert werden
 
10.368
5.567
Cashflow aus der Investitionstätigkeit
 
-687.387
-841.285
+
Einzahlungen von Eigenkapital in vollkonsolidierte Gesellschaften von nicht beherrschenden Gesellschaftern
 
56.673
15.577
–
Gezahlte Dividenden (inklusive Hybridkupon)
(27)
-144.393
-28.925
+
Investitionszuschüsse
 
1.469
1.095
+
Aufnahme von übrigen Finanzverbindlichkeiten
(34)
258.907
626.384
–
Rückzahlung von Anleihen und Schuldscheindarlehen
(34)
-72.000
-56.000
–
Rückzahlung von übrigen Finanzverbindlichkeiten
(34)
-46.601
-87.584
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
 
54.056
470.548
Veränderung der liquiden Mittel gesamt
 
-676.576
23.293
Liquide Mittel zu Jahresbeginn
 
1.113.279
1.069.998
Währungsdifferenz auf liquide Mittel
 
10.170
19.987
Liquide Mittel zu Jahresende
 
446.873
1.113.279
Ergänzende Informationen zu Zahlungen im Cashflow aus der Betriebstätigkeit:
 
 
 
Zinseinzahlungen
 
10.756
3.963
Zinsauszahlungen
 
74.631
34.315
Gezahlte Ertragsteuern
 
48.474
9.087
Erhaltene Ausschüttungen von Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden
 
840
890

Lenzing AG
Konzern-Anhang: Erläuterungen (Notes)
zum Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022
Allgemeine Erläuterungen
Note 1. Grundlagen
Beschreibung des Unternehmens und der Geschäftstätigkeit
Die Lenzing Aktiengesellschaft (Lenzing AG), Sitz in 4860 Lenzing, Werkstrasse 2, Österreich, ist das Mutterunternehmen der Lenzing Gruppe (die „Gruppe“ bzw. der „Konzern“). Die Aktien der Lenzing AG sind im Prime Market (seit 18. April 2011) und im Leitindex ATX (seit 19. September 2011) der Wiener Börse in Wien, Österreich, gelistet.
Die Hauptaktionärin der Lenzing AG zum 31. Dezember 2022 ist die B&C Gruppe, welche direkt und indirekt mit rund 52,25 Prozent (31. Dezember 2021: 50 Prozent plus zwei Aktien) am Grundkapital der Lenzing AG beteiligt ist. Die unmittelbare Mehrheitsgesellschafterin der Lenzing AG ist die B&C KB Holding GmbH, Wien. Die mittelbare Mehrheitsgesellschafterin der Lenzing AG, die
einen Konzernabschluss aufstellt und veröffentlicht, in den die Lenzing Gruppe einbezogen ist, ist die B&C Holding Österreich GmbH, Wien. Das oberste Mutterunternehmen der B&C Gruppe, und somit auch der Lenzing AG, ist die B&C Privatstiftung, Wien.
Das Kerngeschäft der Lenzing Gruppe liegt in der Erzeugung und Vermarktung von holzbasierten Cellulosefasern. Der zur Erzeugung notwendige Zellstoff wird zu einem gewichtigen Teil in eigenen Zellstoffwerken hergestellt bzw. teilweise zugekauft.
Grundlagen der Rechnungslegung
Der Konzernabschluss für den Zeitraum von 1. Jänner bis 31. Dezember 2022 wurde unter Beachtung aller zum Bilanzstichtag verpflichtenden International Financial Reporting Standards („IFRS“) und Interpretationen, wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt. Dabei wurden auch die zusätzlichen Anforderungen des § 245a Abs. 1 öUGB (österreichisches Unternehmensgesetzbuch) erfüllt.

Die Berichtswährung ist der Euro (EUR), der auch funktionale Währung der Lenzing AG ist. Die funktionale Währung der wesentlichen Tochterunternehmen ist der Euro (EUR) oder der US-Dollar (USD). Die Zahlenangaben im vorliegenden Konzernabschluss und in den Erläuterungen werden auf die nächsten Tausend gerundet angegeben („TEUR“), sofern keine abweichende Angabe erfolgt. Bei Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatisierter Rechnungshilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.
Bewertungsgrundlagen
Die Bewertung von Vermögenswerten und Schulden erfolgt überwiegend zu fortgeführten Anschaffungskosten. Davon abweichend kommen für folgende wesentliche Posten andere Bewertungsmethoden zur Anwendung:
  • ● Biologische Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
  • ● Rückstellungen werden zum Barwert des erwarteten Erfüllungsbetrages bewertet.
  • ● Latente Steueransprüche und -schulden werden mit dem Nominalwert angesetzt und auf Basis der bestehenden temporären Differenzen zum Bilanzstichtag und des Steuersatzes zum Zeitpunkt der erwarteten Realisierung der bestehenden Differenzen ermittelt.
  • ● Derivative Finanzinstrumente und erfolgswirksam sowie erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
  • ● Kündbare nicht beherrschende Anteile werden erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
Schätzungsunsicherheiten und Ermessensentscheidungen
Zur Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS verwendet der Vorstand der Lenzing AG Schätzungen, Annahmen und Ermessensentscheidungen. Diese Schätzungen, Annahmen und Ermessensentscheidungen richten sich nach den angenommenen Verhältnissen zum Bilanzstichtag und können einen erheblichen Einfluss auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben. Sie betreffen den Ansatz und den Wert von Vermögenswerten und Schulden, Eventualforderungen und -verbindlichkeiten, den Ausweis von Cashflows sowie Erträgen und Aufwendungen (einschließlich sonstiger Ergebnisse) und die Darstellung von Angaben im Konzernanhang.
Annahmen und Schätzungen
Die folgenden zukunftsbezogenen Annahmen und sonstigen am Bilanzstichtag bestehenden Hauptquellen von Schätzungsunsicherheiten können wesentliche Auswirkungen auf den vorliegenden Konzernabschluss der Lenzing Gruppe haben:
  • ● Immaterielle Anlagen, Sachanlagen und Nutzungsrechte Leasing (siehe Note 11): Ermittlung des erzielbaren Betrages im Rahmen von Werthaltigkeitstests im Sinne des IAS 36 (Wertminderungen).
  • ● Sachanlagen (siehe Note 19): Beurteilung des Zeitpunkts, zu dem neu errichtete Produktionsstandorte im betriebsbereiten Zustand zur Verfügung stehen.
  • ● Biologische Vermögenswerte (siehe Note 20): Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte abzüglich der Verkaufskosten.
  • ● Forderungen im Rahmen von Factoring-Vereinbarungen (siehe Note 36, Abschnitt „Übertragung von finanziellen Vermögenswerten (Verkauf von Forderungen / Factoring)“): Beurteilung des Vorliegens der Ausbuchungsvoraussetzungen im Sinne des IFRS 9.
  • ● Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (siehe Note 36): Beurteilung der Zuordnung von Geldmarktfonds zu Zahlungsmitteläquivalenten.
  • ● Finanzinstrumente (siehe Note 36 und 38): Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte sowie der erwarteten Kreditverluste.
  • ● Rückstellungen (siehe Note 31): Ermittlung des erwarteten Erfüllungsbetrages und der Nettoschuld der leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungspläne.
  • ● Kündbare nicht beherrschende Anteile (siehe Note 36): Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte abzüglich Verkaufskosten.
  • ● Latente Steuern und Forderungen aus laufenden Steuern (siehe Note 30): Beurteilung der Verwertbarkeit latenter Steuererstattungsansprüche (insbesondere aus Verlustvorträgen) und Beurteilung der Werthaltigkeit von Forderungen aus laufenden Steuern.
  • ● Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen (siehe Note 18): Beurteilung der Aktivierungsfähigkeit und Werthaltigkeit von Entwicklungsaufwendungen.
Annahmen und Schätzungen beruhen auf Erfahrungswerten und anderen Überlegungen, die vom Vorstand für angemessen erachtet werden. Die letztlich realisierten Beträge können aber von diesen Annahmen und Schätzungen abweichen, wenn sich die angenommenen Rahmenbedingungen entgegen den Erwartungen zum Bilanzstichtag entwickeln.
Ermessensentscheidungen bei Anwendung von Rechnungslegungsmethoden
Bei der Anwendung der Rechnungslegungsmethoden wurden in der Lenzing Gruppe folgende bedeutende Ermessensentscheidungen getroffen, die die Beträge im Konzernabschluss wesentlich beeinflussen:
  • ● Verbindlichkeiten im Rahmen von Reverse-Factoring-Vereinbarungen (siehe Note 32): Beurteilung des Vorliegens der Ausbuchungsvoraussetzungen im Sinne des IFRS 9 (Finanzinstrumente).
  • ● Vollkonsolidierung und Equity-Methode (siehe Note 3, Note 36 und Note 42): Beurteilung des Vorliegens von Kontrolle über Tochterunternehmen, Beurteilung des Vorliegens von gemeinschaftlicher Führung bzw. maßgeblichem Einfluss. Anwendung der Present-Access-Methode bei kündbaren nicht beherrschenden Anteilen.
  • ● Forderungen aus der Veräußerung sowie der Beteiligungsansatz von Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden (siehe Note 22): Beurteilung der Bewertung der Forderungen aus der Teilveräußerung und des Beteiligungsansatzes an der EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH (EFB), Kelheim, Deutschland.
  • ● Anhaltspunkte für Wertminderung (siehe Note 11): Beurteilung des Vorliegens von Anhaltspunkten für eine Wertminderung beziehungsweise bei wertgeminderten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Beurteilung des Eintritts von wesentlichen Veränderungen gegenüber dem Vorjahr.
Auswirkungen der COVID-19-Krise und der Ukraine-Krise auf das Jahresergebnis sowie auf Schätzungsunsicherheiten und Ermessensentscheidungen
Der Krieg in der Ukraine, Chinas Zero-Covid-Politik sowie der Anstieg der Inflation in vielen Ländern hatten wesentliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft im Geschäftsjahr 2022. Die Lenzing Gruppe verzeichnete sowohl absatz- als auch beschaffungsseitig deutliche Preissteigerungen, getrieben durch stark steigende Energie-, Rohstoff- und Logistikkosten. Die derzeit bestehenden Unsicherheiten in der europäischen Erdgasversorgung betreffen derzeit nur einen Produktionsstandort in wesentlichem Umfang. Andere Standorte haben von russischer Produktion unabhängige Erdgasbezugsquellen oder agieren bereits weitgehend energieautark. Um die Versorgung der europäischen Faserproduktionsstandorte mit Energie und Rohstoffen sicherzustellen, wurden sowohl kurz- und mittelfristige physische und finanzielle Absicherungen durchgeführt als auch mittel- und langfristige Strategien zum Umstieg auf alternative Energieversorgung eingeleitet. Den durch die Krisensituation teilweise verschärften Problemen in globalen Lieferketten konnte durch gezielte Maßnahmen entgegengewirkt werden.
Im Rahmen der Aufstellung des Konzernabschlusses ist es die Aufgabe des Managements die Fähigkeit der Unternehmensfortführung zu beurteilen. Wenn wesentliche Unsicherheiten in Bezug auf Ereignisse oder Bedingungen vorliegen, die signifikante Zweifel an der Fähigkeit der Unternehmensfortführung aufwerfen, dann sind diese Unsicherheiten zu erläutern. Nach Einschätzungen des Managements der Lenzing Gruppe und unter Berücksichtigung aller verfügbaren Informationen über die Zukunft, die mindestens zwölf Monate nach dem Abschlussstichtag umfasst, liegen solche Unsicherheiten nicht vor. Auf Grund einer gesicherten Liquiditätssituation und einer weiterhin starken Position auf den für Lenzing relevanten Märkten hat das Management die Einschätzung getroffen, dass der Konzern zum Zeitpunkt seiner Genehmigung über ausreichende Ressourcen verfügt, um in absehbarer Zukunft operativ weiter bestehen zu können. Daher wurde der Konzernabschluss unter Zugrundelegung der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt.
Zusätzliche Angaben zu den Auswirkungen der COVID-19-Krise und Ukraine-Krise sowie den von der Lenzing Gruppe gesetzten Maßnahmen finden sich im Konzernlagebericht.
Die COVID-19-Krise und Ukraine-Krise haben Auswirkungen auf den Konzernabschluss nach IFRS, insbesondere auf Annahmen, Schätzungen und Ermessensentscheidungen. Bei der Erstellung des Konzernabschlusses hat der Vorstand Entwicklungen im Zusammenhang mit der COVID-19-Krise und Ukraine-Krise berücksichtigt. Die unsichere Versorgungslage, stark gestiegene Preise an den Energie- und Rohstoffmärkten, anhaltende Störungen in der Lieferkette sowie Änderungen der Zinslandschaft und der Wechselkurse beeinflussen im Konzernabschluss vor allem:
  • ● Die Bewertung von zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerten und Schulden (insbesondere biologische Vermögenswerte, Finanzinstrumente sowie kündbare nicht beherrschende Anteile) (siehe Note 21 und Note 36).
  • ● Die Ermittlung und Erfassung von Währungsumrechnungseffekten in der Gewinn- und Verlustrechnung und dem Eigenkapital (siehe Note 37).
  • ● Die Überprüfung der Werthaltigkeit von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (siehe Note 11, Abschnitt „Wertminderungstests für immaterielle Anlagen, Sachanlagen, Nutzungsrechte Leasing und zahlungsmittelgenerierende Einheiten (CGUs)“).
Auswirkungen des Klimawandels auf Schätzungsunsicherheiten und Ermessensentscheidungen
Die Textil- und Bekleidungsindustrie ist ressourcenintensiv. Die Lenzing Gruppe bekennt sich zu einer ökologisch verantwortungsvollen Produktion von Fasern aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz und ist um Klimaschutz sehr bemüht. Die Lenzing Gruppe will ihre CO2-Emissionen bis 2030 halbieren und bis 2050 eine Netto-Null erreichen. Innovation, Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft stehen im Mittelpunkt der Lenzing Unternehmensstrategie. Die Umsetzung der Klimaziele im Sinne der Unternehmensstrategie stellt einen der Schwerpunkte der Investitionsaktivitäten der Lenzing Gruppe im Geschäftsjahr 2022 dar. In diesem Zusammenhang arbeitet die Lenzing Gruppe kontinuierlich daran, Rohstoffe effizienter einzusetzen, Produktionsprozesse zu verbessern und
einen Prozess für das Recycling von Alttextilien zu entwickeln. Da trotz der aktuellen negativen Auswirkungen des Kriegs in der
Ukraine, der europäischen Energiekrise und der hohen Inflation in weiten Teilen der Welt sowie Chinas Zero-Covid-Politik auf das weltweite wirtschaftliche Geschehen, die Umsetzung der Klimaziele weiterverfolgt wird, führen aktuelle Entwicklungen und Maßnahmen bezüglich Klimawandel und Nachhaltigkeit nicht zu grundlegend geänderten Annahmen und Schätzungen im Hinblick auf Nutzungsdauern oder Werthaltigkeit der langfristigen Vermögenswerte. Der Vorstand schätzt die potenziellen Auswirkungen klimabedingter Chancen und Risiken auf den Konzernabschluss nach IFRS wie folgt ein:
  • ● Nutzungsdauer von Vermögenswerten (siehe Note 19): Die Lenzing Gruppe hat evaluiert, inwiefern die Nutzungsdauer von Sachanlagen aufgrund von klimabezogenen Risiken beeinflusst sein könnten. Eine Beurteilung erfolgte insbesondere dahingehend, ob auf Basis bestehender und angekündigter gesetzlicher und regulatorischer Vorgaben das Verschmutzungspotential einzelner Industrieanlagen (beispielsweise durch Überschreitung von Emissionsgrenzwerten) für die Erteilung von Betriebsgenehmigungen ein Risiko darstellt. Eine Beeinflussung von Nutzungsdauern durch externe oder interne Verpflichtungen konnte dabei nicht abgeleitet werden.
  • ● Wertminderungen von Vermögenswerten (siehe Note 11, Abschnitt „Wertminderungstests für immaterielle Anlagen, Sachanlagen, Nutzungsrechte Leasing und zahlungsmittelgenerierende Einheiten (CGUs)“): Den kurz- und mittelfristigen Finanzplanungen und damit den Werthaltigkeitstest liegen die nachhaltig ausgerichtete Strategie und das nachhaltig ausgerichtete Geschäftsmodell zugrunde. In den kurz- und mittelfristigen
    Finanzplanungen der einzelnen CGUs werden Annahmen zu klimabedingten Faktoren bei Investitionsprogrammen (CAPEX), Technologien und Produktionsverfahren zum Erreichen der konzerninternen Klimaziele sowie beim darauf basierenden ökologisch nachhaltigen Produktmix sachgerecht berücksichtigt.
  • ● Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten (siehe Note 31 und Note 41): Im Geschäftsjahr 2022 sind in der Lenzing Gruppe keine neuen Verpflichtungen aus der Verletzung von Klimaschutzgesetzen und/oder Klimaregulatorien entstanden, die den Ansatz einer Rückstellung oder die Angabe einer Eventualverbindlichkeit erfordert hätten.
Note 2. Änderung der Rechnungslegungsmethoden
Die Rechnungslegungsmethoden wurden in der Lenzing Gruppe im Geschäftsjahr 2022 im Vergleich zum vorhergehenden Geschäftsjahr, mit Ausnahme der in diesem Abschnitt erläuterten Änderungen, beibehalten.
Verpflichtende Änderungen der Rechnungslegungsmethoden
Die folgenden neuen bzw. geänderten Standards und Interpretationen wurden von der EU in den Rechtsbestand übernommen und waren im Geschäftsjahr 2022 von der Lenzing Gruppe erstmalig verpflichtend anzuwenden:
Standards/Interpretationen
Veröffentlichung durch das IASB
Anwendungspflicht laut IASB für Geschäftsjahre ab
Übernahme durch die EU zum 31.12.2022
IFRS 3
Verweis auf das Rahmenkonzept
14.05.2020
01.01.2022
ja
IAS 16
Sachanlagen – Einnahmen vor der beabsichtigten Nutzung
14.05.2020
01.01.2022
ja
IAS 37
Belastende Verträge – Kosten für die Erfüllung eines Vertrages
14.05.2020
01.01.2022
ja
Diverse
Jährliche Verbesserungen an den IFRS 2018-2020
14.05.2020
01.01.2022
ja
Die neuen oder geänderten Standards und Interpretationen, welche ab dem 1. Jänner 2022 anzuwenden sind, führen zu keinen wesentlichen Änderungen des Abschlusses der Lenzing Gruppe.
Die folgenden bei Aufstellung des Konzernabschlusses bereits vom IASB veröffentlichten neuen bzw. geänderten Standards und Interpretationen waren auf Geschäftsjahre, die am oder vor dem 1. Jänner 2022 begannen, noch nicht zwingend von der Lenzing Gruppe anzuwenden:
Standards/Interpretationen
Veröffentlichung durch das IASB
Anwendungspflicht laut IASB für Geschäftsjahre ab
Übernahme durch die
EU zum 31.12.2022
IFRS 10, IAS 28
Veräußerung oder Einbringung von Vermögenswerten zwischen einem Investor und einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture
11.09.2014
unbekannt1
nein
IFRS 14
Regulatorische Abgrenzungsposten
30.01.2014
01.01.2016
nein2
IFRS 16
Leasingverbindlichkeit in einer Sale-and-Leaseback-Transaktion
22.09.2022
01.01.2024
nein
IFRS 17
Versicherungsverträge
18.05.2017
01.01.2023
ja
IFRS 17
Erstmalige Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 – Vergleichsinformationen
09.12.2021
01.01.2023
ja
IAS 1
Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig
23.01.2020
01.01.2024
nein
IAS 1
Klassifizierung von Schulden mit Nebenbedingungen als kurz- oder langfristig
31.10.2022
01.01.2024
nein
IAS 1
Angaben zu Rechnungslegungsmethoden
12.02.2021
01.01.2023
ja
IAS 8
Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen
12.02.2021
01.01.2023
ja
IAS 12
Latente Steuern für Vermögenswerte und Schulden aus derselben Transaktion
07.05.2021
01.01.2023
ja
1) Anwendungsbeginn durch das IASB auf unbestimmte Zeit verschoben.
2) Die Europäische Kommission schlägt den Interimsstandard IFRS 14 derzeit nicht zur Übernahme in EU-Recht vor.
Die obigen neuen bzw. geänderten Standards und Interpretationen wurden nicht vorzeitig von der Lenzing Gruppe angewendet und sind entweder nicht relevant für die Gruppe oder haben keinen wesentlichen Einfluss auf das Ergebnis, das Vermögen oder die Verbindlichkeiten sowie die Cashflows der Lenzing Gruppe.
Die Anwendung des jeweiligen Standards bzw. der jeweiligen Interpretation ist grundsätzlich mit der verpflichtenden Anwendung in der EU geplant (nach dem sogenannten „Endorsement“).
Freiwillige Änderungen der Rechnungslegungsmethoden
Es gab im Geschäftsjahr 2022 keine freiwilligen Änderungen der Rechnungslegungsmethoden.
Seit Beginn des Geschäftsjahres 2021 berichtet die Lenzing Gruppe ihre Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Umsatzkostenverfahren. Die bisherige Darstellung erfolgte nach dem Gesamtkostenverfahren. Die Änderung der Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung soll die internationale Vergleichbarkeit der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung der Lenzing Gruppe erhöhen. Im Rahmen der Umstellung wurden einige bisherige EBIT/EBITDA-wirksame Beträge in das Finanzergebnis umgegliedert (aktivierte Fremdkapitalkosten für die Herstellung langfristiger Vermögenswerte in Höhe von TEUR 21.166 in 2021, 2020: TEUR 8.429, Nettozinsen aus leistungsorientierten Plänen in Höhe von TEUR minus 1.757 in 2021, 2020: TEUR minus 2.144, und Kreditbereitstellungsprovisionen in Höhe von TEUR minus 2.432 in 2021, 2020: TEUR minus 2.033). Alle Beträge wurden retrospektiv angepasst. Zur Performancemessung der Lenzing Gruppe wird weiterhin das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen, Nutzungsrechte Leasing und biologische Vermögenswerte und vor Erträgen aus der Auflösung von Investitionszuschüssen) herangezogen (Überleitungsrechnung siehe Note 4). Die nachfolgende Tabelle stellt die Überleitung vom Gesamtkosten- auf das Umsatzkostenverfahren dar:
Überleitung Gliederung Gesamtkostenverfahren auf das Umsatzkostenverfahren
 
2021
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung nach Umsatzkostenverfahren
Umsatzerlöse
Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen
Andere aktivierte Eigenleistungen
Sonstige betriebliche
Erträge






Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung nach Gesamtkostenverfahren
 
2.194.624
54.587
56.938
78.026

Umsatzerlöse
2.194.624
2.194.624
 
 
 
 
Umsatzkosten
-1.692.760
 
54.587
56.938
 
 
Bruttoergebnis vom Umsatz
501.864
 
 
 
 
 
Sonstige betriebliche Erträge
78.026
 
 
 
78.026
 
Vertriebsaufwendungen
-233.981
 
 
 
 
 
Verwaltungsaufwendungen
-117.547
 
 
 
 
 
Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen
-23.993
 
 
 
 
 
Sonstige betriebliche Aufwendungen
-3.753
 
 
 
 
 
Betriebsergebnis (EBIT)
200.615
 
 
 
 
 
Überleitung Gliederung Gesamtkostenverfahren auf das Umsatzkostenverfahren
 
 
2020
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung nach Umsatzkostenverfahren
Umsatzerlöse
Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen
Andere aktivierte Eigenleistungen
Sonstige betriebliche
Erträge






Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung nach Gesamtkostenverfahren
 
1.632.607
-41.299
52.0801
59.1451

Umsatzerlöse
1.632.607
1.632.607
 
 
 
 
Umsatzkosten
-1.386.412
 
-41.299
52.080
 
 
Bruttoergebnis vom Umsatz
246.195
 
 
 
 
 
Sonstige betriebliche Erträge
59.145
 
 
 
59.145
 
Vertriebsaufwendungen
-156.932
 
 
 
 
 
Verwaltungsaufwendungen
-88.236
 
 
 
 
 
Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen
-16.181
 
 
 
 
 
Sonstige betriebliche Aufwendungen
-10.133
 
 
 
 
 
Betriebsergebnis (EBIT)
33.858
 
 
 
 
 
1) Umgliederung von aktivierten Fremdkapitalkosten, Nettozinsen aus leistungsorientierten Plänen und Kreditbereitstellungsprovisionen vom EBIT/EBITDA in das Finanzergebnis.
 
 
 
 
 
 
 
TEUR






Gewinne und Verluste aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von biologischen Vermögenswerten
Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen
Personalaufwand
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen und Nutzungsrechte Leasing
Erträge aus der Auflösung von Investitionszuschüssen
Betriebsergebnis (EBIT)

2.258
-1.203.153
-452.617
-367.721
-164.269
1.944
200.615
 
 
 
 
 
 
 
 
 
2.258
-1.198.921
-329.344
-128.984
-151.118
1.825
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
-1.575
-41.619
-186.684
-4.103
 
 
 
 
-1.333
-68.632
-39.592
-8.100
112
 
 
 
-1.324
-13.021
-8.707
-948
7
 
 
 
 
 
-3.753
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
TEUR






Gewinne und Verluste aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von biologischen Vermögenswerten
Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen
Personalaufwand
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen und Nutzungsrechte Leasing
Erträge aus der Auflösung von Investitionszuschüssen
Betriebsergebnis (EBIT)

-10.334
-898.392
-353.6091
-247.8721
-160.448
1.979
33.858
 
 
 
 
 
 
 
 
 
-10.334
-870.705
-255.046
-114.701
-148.232
1.825
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
-1.249
-32.717
-119.300
-3.721
55
 
 
 
-25.847
-57.904
3.224
-7.808
99
 
 
 
-455
-7.942
-7.098
-687
 
 
 
 
-136
 
-9.997
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Note 3. Konsolidierung
Konsolidierungskreis
In den Konzernabschluss der Lenzing Gruppe sind die Lenzing AG als Mutterunternehmen und ihre Tochterunternehmen jeweils auf Basis von Abschlüssen zum 31. Dezember 2022 einbezogen.
Die Anzahl der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen hat sich wie folgt verändert:
Entwicklung der Anzahl konsolidierter Unternehmen (inkl. Mutterunternehmen)
 
 
2022
2021
 
Voll-
Equity-
Voll-
Equity-
 
konsolidierung
konsolidierung
Stand zum 01.01.
28
7
31
8
Im Berichtsjahr verschmolzen
-1
0
-1
0
Im Berichtsjahr endkonsolidiert
0
0
-2
-1
Stand zum 31.12.
27
7
28
7
Davon in Österreich
7
3
7
3
Davon im Ausland
20
4
21
4
Eine Aufstellung aller Konzernunternehmen zum 31. Dezember 2022 findet sich in Note 42. Die wesentlichen Konzernunternehmen sind in der Erzeugung und Vermarktung von holzbasierten Cellulosefasern (Segment Division Fiber) und teilweise von Zellstoff tätig (Segment Division Pulp).
Im Jänner 2022 wurde das Tochterunternehmen Reality Paskov s.r.o., Paskov, Tschechische Republik, auf die Lenzing Biocel Paskov a.s., Paskov, Tschechische Republik, verschmolzen.
Im März 2021 wurden die Anteile an dem bisher at-equity bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen Hygiene Austria LP GmbH, Wiener Neudorf, Österreich, (siehe Note 22) verkauft und endkonsolidiert.
Im Oktober 2021 wurde das Tochterunternehmen Nanjing Fabor Waste Water Treatment Co., Ltd, Nanjing, China, auf die Lenzing (Nanjing) Fibers Co., Ltd., Nanjing, China, verschmolzen.
Im November 2021 wurden die bisher vollkonsolidierten Tochterunternehmen Avit Investments Limited, Providenciales, Turks & Caicos, und Penique S.A., Panama, Panama, liquidiert und endkonsolidiert.
Konsolidierungsgrundsätze
Tochterunternehmen sind Unternehmen, die unter dem beherrschenden Einfluss des Mutterunternehmens stehen. Die Lenzing Gruppe entscheidet bei jedem Erwerb von Tochterunternehmen individuell, ob die nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen zum beizulegenden Zeitwert oder auf Basis des proportionalen Anteils am Nettovermögen des erworbenen Tochterunternehmens erfasst werden. Die nicht beherrschenden Anteile (Anteile nicht beherrschender Gesellschafter) werden beim Zugang entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil der bilanzierten Beträge des Nettovermögens bewertet. Sie werden grundsätzlich im Eigenkapital und im Ergebnis als „Anteil anderer Gesellschafter“ ausgewiesen.
Die Lenzing AG verfügt mit 51 Prozent über die Mehrheit der Anteile und beherrscht somit die LD Celulose S.A., Indianópolis, Brasilien. Die Dexco-Gruppe verfügt über 49 Prozent der Anteile an der LD Celulose S.A. und eine Put-Option zur Veräußerung ihrer Anteile (kündbare nicht beherrschende Anteile). Zur Bilanzierung der aus den kündbaren nicht beherrschenden Anteilen resultierenden Verbindlichkeit wendet die Lenzing AG die Present-Access-Methode an. Bei dieser Methode werden die nicht beherrschenden Anteile der Dexco-Gruppe an der LD Celulose S.A. weiterhin im Eigenkapital ausgewiesen und zusätzlich eine finanzielle Verbindlichkeit für kündbare nicht beherrschende Anteile angesetzt (siehe Note 36). Der erstmalige Ansatz und die Folgebewertung der Verbindlichkeit erfolgt über die Gewinnrücklagen (erfolgsneutral) zum beizulegenden Zeitwert.
Die Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert.
Die Lenzing Gruppe hat im Jänner 2021 100 Prozent der Anteile an einer Versicherungszelle der White Rock Insurance (Europe) Protected Cell Company Limited, La Valletta, Malta, erworben. Diese Gesellschaft verfügt über eine Versicherungskonzession und ermöglicht der Lenzing Gruppe, ihre betrieblich notwendigen Versicherungen effektiver zu administrieren. Zum Erwerbsstichtag verfügte die Versicherungszelle über keine wesentlichen Vermögenswerte und Schulden. Sie wird ab dem Erwerbszeitpunkt als strukturiertes Unternehmen eingestuft und vollständig in den Konzernabschluss einbezogen.
Bis zum März 2021 beherrschte die Lenzing AG aufgrund ihrer umfassenden Mitbestimmungsrechte Vermögen am Großanlegerfonds GF 82, einem Sondervermögen gemäß § 20a öInvFG (österreichisches Investmentfondsgesetz). Der Fonds war als strukturiertes Unternehmen eingestuft und vollkonsolidiert. Die im Fonds enthaltenen Wertpapiere dienten insbesondere der nach § 14 öEStG (österreichisches Einkommensteuergesetz) erforderlichen steuerlichen Wertpapierdeckung der Pensionsrückstellungen aus österreichischen Pensionsplänen. Die wesentlichen, unveränderten Risiken des Fonds bestanden in den klassischen Veranlagungsrisiken (insbesondere Ausfalls- und Marktpreisrisiken). Im März 2021 wurden die Anteile am Großanlegerfonds GF 82 verkauft und endkonsolidiert.
Bei den strukturierten Unternehmen werden jene Vermögenswerte und Schulden einbezogen, über die die Lenzing Gruppe verfügt.
Die Berichtswährung der Lenzing AG und der Lenzing Gruppe ist der Euro. Die Tochterunternehmen stellen die Jahresabschlüsse in ihrer jeweiligen funktionalen Währung auf. Als funktionale Währung gilt die Währung des primären Wirtschaftsumfelds, in dem das betreffende Unternehmen tätig ist. Die funktionale Währung ist, mit Ausnahme der nachfolgend genannten Tochterunternehmen, jeweils die Währung des Landes bzw. der Region, in dem das Tochterunternehmen ansässig ist. Für die LD Celulose S.A., Indianópolis, Brasilien, die Lenzing (Thailand) Co., Ltd., Prachinburi, Thailand, die Lenzing Singapore Pte. Ltd., Singapur, Republik Singapur und die PT. South Pacific Viscose, Purwakarta, Indonesien ist die funktionale Währung der US-Dollar.
Folgende wesentliche Kurse wurden für die Währungsumrechnung in die Berichtswährung Euro herangezogen:
Wechselkurse wichtiger Währungen
 
 
 
 
2022
2021
Einheit
Währung
Stichtag
Durchschnitt
Stichtag
Durchschnitt
1 EUR
USD
US-Dollar
1,0666
1,0539
1,1334
1,1835
1 EUR
GBP
Britisches Pfund
0,8869
0,8526
0,8393
0,8600
1 EUR
CZK
Tschechische Krone
24,1160
24,5602
24,9170
25,6468
1 EUR
CNY
Renminbi Yuan
7,3582
7,0801
7,2230
7,6340
1 EUR
BRL
Brasilianischer Real
5,6386
5,4432
6,3734
6,3814
Note 4. Segmentbericht
Auf Grund der Einführung einer neuen konzernweit geltenden Organisation hat sich die Zusammensetzung der Segmente ab dem Geschäftsjahr 2021 geändert. Die interne Berichterstattung an den Hauptentscheidungsträger Gesamtvorstand wurde dem entsprechend mit dem 1. Jänner 2021 angepasst.
Die berichtspflichtigen Segmente sind die „Division Fiber“, „Division Pulp“ und „Others“. In der Lenzing Gruppe werden die Segmente aufgrund der Unterschiede zwischen den Produkten eingeteilt; sie erfordern unterschiedliche Technologien und Marktstrategien.
In der Division Fiber werden alle drei Generationen der holzbasier-ten Cellulosefasern erzeugt und unter den Produktmarken TENCEL™, VEOCEL™, LENZING™ ECOVERO™ und LENZING™ vermarktet. Die erzeugten Produkte aus den Lyocell-, Modal- und Viscosefasern werden zur Produktion von Textilien sowie Vliesstoffen und Spezialanwendungen eingesetzt.
In der Division Pulp wird der Faserzellstoff hergestellt bzw. beschafft, der das notwendige Vor- bzw. Zwischenprodukt für die Faserproduktion darstellt. Der Zellstoff wird für die eigene Produktion für Cellulosefasern verwendet und extern vermarktet. Der Einsatz bzw. die Steuerung der Anlagen für die Faser- und Zellstoffproduktion erfolgt unabhängig voneinander.
In Others werden im Wesentlichen zentrale Headquarterfunktio-nen, übergreifende Tätigkeiten und die Geschäftstätigkeit der
BZL – Bildungszentrum Lenzing GmbH, Lenzing (Ausbildung und Personalentwicklung) dargestellt.
Informationen über Geschäftssegmente
 
 
 
TEUR
2022
Division Fiber
Division
Pulp
Others
Segment-summe
Überleitung
Konzern
Umsatzerlöse von externen Kunden
2.093.762
466.900
5.029
2.565.692
0
2.565.692
Innenumsätze
11.017
485.134
0
496.151
-496.151
0
Summe Umsatzerlöse
2.104.779
952.035
5.029
3.061.843
-496.151
2.565.692
EBITDA (Segmentergebnis)
32.923
309.968
-100.305
242.587
-671
241.916
EBIT
-92.752
221.134
-111.241
17.142
-689
16.453
 
 
 
 
 
 
 
Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen, Nutzungsrechte Leasing und biologische Vermögenswerte
127.209
89.237
11.125
227.571
18
227.589
Ergebnis aus Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden
-1.198
-4.126
5.102
-222
0
-222
Sonstige wesentliche zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge
62.602
-18.605
17.859
61.857
0
61.857
Erwerb von immateriellen Anlagen, Sachanlagen und biologischen Vermögenswerten (CAPEX)
246.188
437.182
7.061
690.432
8.462
698.894
 
 
 
 
 
 
 
EBITDA-Marge1
1,6 %
32,6 %
n/a
7,9 %
-
9,4 %
EBIT-Marge2
-4,4 %
23,2 %
n/a
0,6 %
-
0,6 %
1) EBITDA-Marge = EBITDA (Betriebsergebnis vor Abschreibungen) im Verhältnis zu den Umsatzerlösen (hier: laut Segmentbericht).
2) EBIT-Marge = EBIT (Betriebsergebnis) im Verhältnis zu den Umsatzerlösen (hier: laut Segmentbericht).
Informationen über Geschäftssegmente
 
 
 
TEUR
2021
Division Fiber
Division
Pulp
Others
Segment-summe
Überleitung
Konzern
Umsatzerlöse von externen Kunden
1.904.323
284.177
6.124
2.194.624
0
2.194.624
Innenumsätze
0
475.149
0
475.149
-475.149
0
Summe Umsatzerlöse
1.904.323
759.326
6.124
2.669.773
-475.149
2.194.624
EBITDA (Segmentergebnis)
214.042
210.080
-58.415
365.707
-2.767
362.941
EBIT
107.423
164.176
-68.190
203.409
-2.794
200.615
 
 
 
 
 
 
 
Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen, Nutzungsrechte Leasing und biologische Vermögenswerte
107.987
46.239
10.016
164.242
27
164.269
Ergebnis aus Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden
809
-454
-3.896
-3.541
0
-3.541
Sonstige wesentliche zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge
22.873
-5.127
4.404
22.149
0
22.149
Erwerb von immateriellen Anlagen, Sachanlagen und biologischen Vermögenswerten (CAPEX)
298.741
577.838
5.740
882.319
-37.986
844.333
 
 
 
 
 
 
 
EBITDA-Marge1
11,2 %
27,7 %
n/a
13,7 %
-
16,5 %
EBIT-Marge2
5,6 %
21,6 %
n/a
7,6 %
-
9,1 %
1) EBITDA-Marge = EBITDA (Betriebsergebnis vor Abschreibungen) im Verhältnis zu den Umsatzerlösen (hier: laut Segmentbericht).
2) EBIT-Marge = EBIT (Betriebsergebnis) im Verhältnis zu den Umsatzerlösen (hier: laut Segmentbericht).
Bei den sonstigen wesentlichen zahlungsunwirksamen Aufwendungen und Erträgen handelt es sich um unbare Bewertungseffekte aus biologischen Vermögenswerten, Forderungen, Vorräten und Rückstellungen.
Zur Performancemessung der Segmente und im Konzern wird das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen, Nutzungsrechte Leasing und biologische Vermögenswerte und vor Erträgen aus der Auflösung von Investitionszuschüssen) herangezogen.
Die Überleitungsrechnung vom Betriebsergebnis (EBIT) auf das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) und das Ergebnis vor Steuern (EBT) stellt sich wie folgt dar:
Überleitung vom Betriebsergebnis (EBIT) zum Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) und zum Ergebnis vor Steuern (EBT)
TEUR
 
2022
2021
Betriebsergebnis (EBIT)
16.453
200.615
Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen, Nutzungsrechte Leasing und biologische Vermögenswerte
227.589
164.269
Erträge aus der Auflösung von Investitionszuschüssen
-2.126
-1.944
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA)
241.916
362.941
Segmentabschreibungen
-227.571
-164.242
Konsolidierung
-18
-27
Erträge aus der Auflösung von Investitionszuschüssen
2.126
1.944
Betriebsergebnis (EBIT)
16.453
200.615
Finanzerfolg
-26.512
-17.689
Ergebnis vor Steuern (EBT)
-10.059
182.926
Die Wertansätze für die Segmentberichterstattung entsprechen den auf den IFRS-Konzernabschluss angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.
Informationen über Produkte und Dienstleistungen
Die Umsatzerlöse von externen Kunden setzen sich nach Produkten bzw. Dienstleistungen gegliedert wie folgt zusammen:
Umsatzerlöse von externen Kunden nach Produkten und Dienstleistungen
 
TEUR
 
2022
2021
Holzbasierte Cellulosefasern
2.013.761
1.833.623
Co-Produkte der Faserproduktion
55.917
52.811
Maschinen- und Anlagenbau, Engineering-Dienstleistungen sowie Sonstige
24.084
17.890
Division Fiber
2.093.762
1.904.323
Zellstoff
272.065
162.176
Bioraffinerie-Produkte und Energie
160.323
94.412
Holz und Sonstige
34.512
27.590
Division Pulp
466.900
284.177
Others
5.029
6.124
Umsatzerlöse laut Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
2.565.692
2.194.624
Es gibt keinen einzelnen externen Kunden, der mehr als 10 Prozent zu den externen Umsätzen beiträgt.
Informationen über geografische Gebiete
Die Umsatzerlöse von externen Kunden nach Absatzmärkten, gegliedert nach geografischen Gebieten, stellen sich wie folgt dar:
Umsatzerlöse von externen Kunden nach geografischen Gebieten
TEUR
 
2022
2021
Österreich
132.345
83.866
Europa (ohne Österreich inkl. Türkei)
744.880
635.420
Asien
1.433.169
1.286.462
Amerika
239.718
177.760
Restliche Welt
15.580
11.115
Umsatzerlöse laut Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
2.565.692
2.194.624
Die Umsätze werden nach dem Standort der geografischen Region der Kunden zugordnet.
Das langfristige Vermögen (ohne Finanzinstrumente und Steueransprüche; übergeleitet auf die Konzernwerte des gesamten langfristigen Vermögens) sowie das Gesamtvermögen (entspricht der Bilanzsumme) und die Investitionen in immaterielle Anlagen, Sachanlagen und biologische Vermögenswerte (CAPEX), gegliedert nach geografischen Gebieten, stellen sich wie folgt dar:
Informationen über langfristige Vermögenswerte, Gesamtvermögen und CAPEX nach geografischen Gebieten
TEUR
 
Langfristige Vermögenswerte
Gesamtvermögen
CAPEX
 
31.12.2022
31.12.2021
31.12.2022
31.12.2021
31.12.2022
31.12.2021
Österreich
983.437
991.183
1.614.939
1.447.738
79.625
73.442
Europa (ohne Österreich inkl. Türkei)
195.879
188.492
345.322
285.917
20.415
9.367
Asien
954.894
758.622
1.244.721
1.108.474
195.520
229.434
Amerika
1.672.835
1.208.818
1.808.954
1.287.797
403.336
532.090
Zwischensumme
3.807.045
3.147.115
5.013.937
4.129.926
698.894
844.333
Überleitung auf Konzernwerte
46.589
57.386
511.065
1.192.844
0
0
Konzernsumme
3.853.634
3.204.501
5.525.002
5.322.771
698.894
844.333
Die obigen Werte umfassen alle Segmente der Lenzing Gruppe. Weitere Ausführungen zu den Segmenten sind dem Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2022 der Lenzing Gruppe zu entnehmen.
Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Note 5. Umsatzerlöse
Die Aufgliederungen der Umsatzerlöse sind im Segmentbericht ersichtlich (siehe Note 4, insbesondere die Informationen über Produkte und Dienstleistungen sowie über geografische Gebiete).
Die Umsätze resultieren ausschließlich aus Verträgen mit Kunden im Sinne des IFRS 15 (Erlöse aus Verträgen mit Kunden). Die Umsatzerlöse enthalten alle Erträge, die aus der typischen Geschäftstätigkeit der Lenzing Gruppe resultieren.
Die Erfassung der Erträge erfolgt zeitpunktbezogen und somit dann, wenn das Eigentum an den Produkten auf den Kunden übertragen wurde (somit mit Gefahrenübergang), die Höhe der Erträge bzw. die zugehörigen Kosten zuverlässig ermittelbar sind und der wirtschaftliche Nutzen aus dem Geschäft wahrscheinlich zufließen wird.
Da in der Lenzing Gruppe ausschließlich Leistungsverpflichtungen mit einer Laufzeit von maximal einem Jahr bestehen, wird von der Angabe der verbleibenden Leistungsverpflichtungen abgesehen.
Die Vertragsverbindlichkeiten sind unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen und setzen sich aus den erhaltenen Anzahlungen von TEUR 12.298 (31. Dezember 2021: TEUR 14.526) und abgegrenzten Schulden aus Nachlässen und Rabatten von TEUR 2.976 (31. Dezember 2021: TEUR 2.681) zusammen (siehe Note 33). Der zum 31. Dezember 2021 in den Vertragsverbindlichkeiten enthaltene Betrag von TEUR 16.330 wurde im Geschäftsjahr 2022 als Umsatzerlöse erfasst (2021: TEUR 21.637).
Note 6. Funktionskosten
Umsatzkosten
Die Umsatzkosten betreffen im Wesentlichen Aufwendungen für Materialaufwand und sonstige bezogene Herstellungsleistungen, Gewinne und Verluste aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von biologischen Vermögenswerten, Personalaufwand, Abschreibungen und übrige operative Aufwendungen, insbesondere Aufwendungen für Instandhaltung und Wartung, sonstige Fremdleistungen und Aufwendungen für Abfallentsorgung. Die Aufwendungen für Instandhaltung und Wartung betragen TEUR 52.894 (2021: TEUR 35.049) und für Wartungsmaterial sowie Reinigung TEUR 105.855 (2021: TEUR 103.630).
Vertriebsaufwendungen
Die Vertriebsaufwendungen betreffen im Wesentlichen Personalaufwand und übrige operative Aufwendungen, insbesondere Aufwendungen für Ausgangsfrachten sowie Miet- und Leasingaufwendungen.
Verwaltungsaufwendungen
Die Verwaltungsaufwendungen betreffen im Wesentlichen Personalaufwand und übrige operative Aufwendungen, insbesondere Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen.
Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen
Die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen betreffen im Wesentlichen Personalaufwand und übrige operative Aufwendungen, insbesondere Anmelde- und Verteidigungskosten für Patente und Marken. In den Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen sind Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen, Nutzungsrechte Leasing und biologische Vermögenswerte in Höhe von TEUR 4.206 (2021: TEUR 948) und Erträge aus der Auflösung von Investitionszuschüssen in Höhe von TEUR 177 (2021: TEUR 7) enthalten. Im Geschäftsjahr 2022 sind in der Lenzing Gruppe Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen nach Frascati in Höhe von TEUR 34.817 (2021: TEUR 31.625) angefallen.
Note 7. Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:
Sonstige betriebliche Erträge
 
TEUR
 
2022
2021
Erträge aus Ökostromvergütung
13.623
20.030
Erträge aus Leistungsverrechnungen und sonstigen Produkten
15.042
14.785
Erträge aus der Auflösung des Passivpostens für Emissionszertifikate sowie aus Förderungen
23.406
17.133
Mieterträge
5.645
5.812
Fremdwährungsgewinne
4.922
11.557
Übrige
10.457
8.710
Summe
73.096
78.026
 
Note 8. Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen TEUR 6.649 (2021: TEUR 3.753) und betreffen im Wesentlichen Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen.
Note 9. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen
Die Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen setzen sich wie folgt zusammen:
Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen
TEUR
 
2022
2021
Material
1.434.476
1.017.914
Sonstige bezogene Herstellungsleistungen
305.207
185.239
Summe
1.739.683
1.203.153
Die Aufwendungen für Material betreffen im Wesentlichen die verbrauchten Einsatzfaktoren, nämlich Zellstoff (bzw. Holz bei Eigenproduktion von Zellstoff), Schlüsselchemikalien (Natronlauge, Kohlenstoffdisulfid und Schwefelsäure) und Handelswaren. Die Aufwendungen für bezogene Herstellungsleistungen betreffen im Wesentlichen die verbrauchte Energie.
Der Einsatz für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wird nach der Methode der gewichteten Durchschnittskosten ermittelt.
Note 10. Personalaufwand
Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:
Personalaufwand
 
TEUR
 
2022
2021
Löhne und Gehälter
332.366
351.119
Aufwendungen für Abfertigungen und Abfindungen
21.145
5.253
Aufwendungen für Altersversorgung
8.759
8.224
Gesetzlicher Sozialaufwand
85.104
81.313
Sonstige Sozialaufwendungen
9.700
6.708
Summe
457.074
452.617
Im Geschäftsjahr 2022 wurden Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln in Höhe von TEUR 975 (2021: TEUR 245) erfolgswirksam mit dem Personalaufwand saldiert, die aus einmaligen Kurzarbeitsbeihilfen in Österreich stammen. Die wesentliche Bedingung für die Kurzarbeitsbeihilfen ist die temporäre Verringerung der Arbeitszeit bestimmter Mitarbeiter:innen. Im Geschäftsjahr 2022 nahm die Lenzing Gruppe die Zuschüsse von Oktober bis Dezember (2021: Jänner bis März) in Anspruch.
Die Aufwendungen für Abfertigungen enthalten vor allem jene für die gesetzlichen Verpflichtungen der Lenzing AG und ihrer österreichischen Tochterunternehmen gegenüber ihren Arbeitnehmern sowie freiwillige Abfindungen und Abfertigungen im Rahmen der Restrukturierungsrückstellungen (siehe Note 31).
Der Mitarbeiter:innenstand in der Lenzing Gruppe stellt sich wie folgt dar:
Anzahl Mitarbeiter:innen (Köpfe)
 
 
 
2022
2021
Durchschnitt
8.205
7.614
Stand zum 31.12.
8.301
7.958
Der Mitarbeiter:innenstand in der Lenzing AG und in den österreichischen Tochterunternehmen der Lenzing Gruppe stellt sich wie folgt dar:
Durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter:innen in Österreich (Köpfe)
 
 
2022
2021
Arbeiter:innen
1.939
1.912
Angestellte
1.618
1.514
Summe
3.556
3.426
Note 11. Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen, Nutzungsrechte Leasing und biologische Vermögenswerte
Die Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen, Nutzungsrechte Leasing und biologische Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen, Nutzungsrechte Leasing und biologische Vermögenswerte
TEUR
 
2022
2021
Planmäßige Abschreibungen
205.882
164.269
Verbrauchsabhängige Abschreibungen
21.707
0
Summe
227.589
164.269
Wertminderungstests für immaterielle Anlagen, Sachanlagen, Nutzungsrechte Leasing und zahlungsmittelgenerierende Einheiten (CGUs)
Bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung gemäß IAS 36 werden immaterielle Anlagen, Sachanlagen und Nutzungsrechte Leasing sowie die umfassenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units/CGUs) auf ihre Werthaltigkeit überprüft. Zum Stichtag jedes Konzernabschlusses bzw. jedes Konzernzwischenabschlusses erfolgt eine qualitativ ausgerichtete Analyse, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung bestehen beziehungsweise bei wertgeminderten CGUs wesentliche Veränderungen gegenüber dem Vorjahr eingetreten sind. Die Grundlage für diese Analyse folgt den Vorgaben des Managements der Lenzing AG. Sind die immateriellen Anlagen, Sachanlagen und Nutzungsrechte Leasing einer CGU mit Firmenwert zugeordnet, werden die immateriellen Anlagen, Sachanlagen sowie Nutzungsrechte Leasing im Rahmen des jährlichen Wertminderungstests für den Firmenwert mitgeprüft. In der Lenzing Gruppe sind die CGUs insbesondere die einzelnen Produktionsstandorte.
Die Lenzing Gruppe ermittelt den erzielbaren Betrag zunächst auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten. Vorstand und Aufsichtsrat bewilligen das Budget. Die Mittelfristpläne für die nächsten fünf Jahre werden vom Vorstand bewilligt und vom Aufsichtsrat zur Kenntnis genommen. Diese bilden den Ausgangspunkt für die Cashflow-Prognosen auf Nachsteuerbasis für die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte abzüglich Veräußerungskosten. Das Management erstellt Planungsrechnungen grundsätzlich über einen Detailplanungszeitraum von fünf Jahren. Sollte der eingeschwungene Zustand nicht bereits am Ende des fünfjährigen Detailplanungszeitraums erreicht sein, wird dieser soweit verlängert, bis von einem eingeschwungenen Zustand der Zahlungsströme ausgegangen werden kann. Anschließend wird basierend auf den Annahmen des letzten Jahres mit einer ewigen Rente unter Berücksichtigung einer nachhaltigen langfristigen Wachstumsrate gerechnet. Als Schätzwert für die nachhaltige langfristige Wachstumsrate wird grundsätzlich die halbe Inflationsrate der nächsten Jahre im jeweiligen Land verwendet, die von einem internationalen Wirtschaftsauskunftsbüro erwartet wird. Dieser Wert gleicht tendenziell die allgemeine Teuerung aus. Eine wachstumsbedingte Thesaurierung finanzieller Überschüsse in der ewigen Rente wird in den Planungsrechnungen berücksichtigt. Die geplanten bzw. prognostizierten Cashflows werden mittels eines kapitalwertorientierten Verfahrens (Discounted-Cashflow-Methode) auf einen Barwert abgezinst. Die Bewertung des beizulegenden Zeitwerts wird in seiner Gesamtheit in die Stufe 3 der Bewertungshierarchie eingeordnet, da wesentliche Inputfaktoren (insbesondere Cashflows) nicht am Markt beobachtbar sind. Als Abzinsungssatz wird ein individuell nach dem Capital Asset Pricing Model (CAPM) ermittelter Mischsatz aus der durchschnittlichen Fremdkapitalverzinsung und der erwarteten Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals herangezogen (Weighted Average Cost of Capital / WACC). Für die Wertminderungstests 2022 von firmenwerttragenden CGUs wurden WACCs nach Steuern zwischen 7,6 Prozent und 9,4 Prozent verwendet (2021: zwischen 6,0 Prozent und 7,1 Prozent).
Bei der Bestimmung der WACCs wurden großteils extern verfügbare Kapitalmarktdaten von Vergleichsunternehmen verwendet (insbesondere zur Bestimmung der Risikoprämie). Die Planungen bzw. Prognosen von Free Cashflows basieren insbesondere auf internen und externen Annahmen über die künftig erwarteten Absatzpreise und -mengen (insbesondere Faser und Zellstoff) sowie die dazu notwendigen Kosten (insbesondere Rohstoffe wie Zellstoff, Holz und Energie, daneben auch Personal und Steuern) unter Berücksichtigung des erwarteten Marktumfeldes und der Marktpositionierung. Daneben spielen auch die angenommenen Investitionen und die Veränderungen des Working Capital eine Rolle. Diese internen Annahmen basieren auf Erfahrungen der Vergangenheit, aktuellen operativen Ergebnissen und der Einschätzung zukünftiger Entwicklungen. Sie werden um externe Marktannahmen ergänzt, etwa branchenspezifische Marktstudien und Konjunkturaussichten.
Im aktuellen Geschäftsjahr und im Geschäftsjahr 2021 wurden keine Wertminderungen gemäß IAS 36 bei CGUs erfasst.
Aufgrund der Entwicklung der Kapitalmärkte sank im 4. Quartal 2022 der Marktwert des Eigenkapitals unter dessen Buchwert, sodass ein Anhaltspunkt für die Wertminderung aller zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ausgelöst wurde. Die aktuell bestehenden Unsicherheiten (beispielsweise Chinas Zero-Covid-Politik, Ukraine-Krieg, Verwerfungen an den Energiemärkten, Entwicklung der Nachfrage nach Fasern) betreffen insbesondere die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten CGU Fiber Site China, CGU Fiber Site Indonesia und CGU Fiber Site Heiligenkreuz. Alle für die Wertminderungstests wesentlichen Annahmen wurden überprüft und die erwarteten Auswirkungen in den für die Cash-Flow-Prognosen notwendigen Budgets und den Mittelfristplanungen berücksichtigt. Bei den WACCs (Weighted Average Cost of Capital) wurde die verschärfte Situation auf den Kapitalmärkten berücksichtigt.
Wertminderungstest der CGU Fiber Site China
Der Buchwert der in vorhergehenden Geschäftsjahren wertgeminderten immateriellen Anlagen, Sachanlagen und Nutzungsrechte Leasing der CGU Fiber Site China beträgt zum 31. Dezember 2022 TEUR 59.159 (31. Dezember 2021: TEUR 57.081). Darin berücksichtigt sind kumulierte fortgeschriebene Wertminderungen in Höhe von TEUR 9.386 (31. Dezember 2021: TEUR 13.586) aus den bisherigen durchgeführten Wertminderungstests.
Die Verschlechterung des Marktumfeldes hat für die CGU Fiber Site China zu wesentlichen Verlusten geführt. Da die Lenzing Gruppe derzeit in China investiert, um bestehende Kapazitäten für herkömmliche Viscose in Kapazitäten für umweltverträgliche Spezialfasern (Konvertierung einer Linie auf die Herstellung von Modalfasern) umzuwandeln, wird eine positive Entwicklung des
Standortes für die Zukunft erwartet. Darüber hinaus wurde der Standort China im Zuge dieser Investitionen auf Grünstrom umgestellt. Der erzielbare Betrag ergab eine ausreichende Deckung der Buchwerte. Die Buchwerte würden insbesondere dann steigen/
fallen, wenn das geplante EBITDA oder der Abzinsungssatz (WACC) sich verringert (erhöht). Der ermittelte erzielbare Betrag würde bei einer Erhöhung (Verringerung) des geplanten EBITDA um 1 Prozent um TEUR 3.431 steigen (fallen). Bei einer Verringerung (Erhöhung) des Abzinsungssatzes (WACC) um 0,25 Prozentpunkte steigt der erzielbare Betrag um TEUR 5.779 bzw. fällt um TEUR 5.459.
Wertminderungstest der CGU Fiber Site Indonesia
Die CGU Fiber Site Indonesia als bisheriger Viscose-Standort wurde von der negativen Entwicklung des Marktumfeldes bedeutsam getroffen und weist ebenso wesentliche Verluste auf. Da die Lenzing Gruppe derzeit in Indonesien investiert, um bestehende Kapazitäten für herkömmliche Viscose in Kapazitäten für umweltverträgliche Spezialfasern umzuwandeln, wird eine positive Entwicklung des Standortes für die Zukunft erwartet. In Purwakarta schafft Lenzing zusätzliche Kapazitäten für Fasern der Marke LENZING™ ECOVERO™. Der indonesische Standort wird damit 2023 zum reinen Spezialviscose-Anbieter. Darüber hinaus wurde der Standort Indonesien im Zuge dieser Investitionen auf Grünstrom umgestellt. Der erzielbare Betrag ergab eine ausreichende Deckung der Buchwerte. Die Buchwerte würden insbesondere dann steigen/fallen, wenn das geplante EBITDA oder der Abzinsungssatz (WACC) sich verringert (erhöht). Der ermittelte erzielbare Betrag würde bei einer Erhöhung (Verringerung) des geplanten EBITDA um 1 Prozent um TEUR 6.154 steigen (fallen). Bei
einer Verringerung (Erhöhung) des Abzinsungssatzes (WACC) um 0,25 Prozentpunkte steigt der erzielbare Betrag um TEUR 11.166 bzw. fällt um TEUR 10.625.
Wertminderungstest der CGU Fiber Site Heiligenkreuz
Die CGU Fiber Site Heiligenkreuz ist maßgeblich von den Verwerfungen der Energiemärkte in Europa betroffen und weist daher im Geschäftsjahr 2022 wesentliche Verluste aus. Als Reaktion auf diese Verwerfungen wird derzeit an einem nachhaltigen Energiekonzept gearbeitet, das in der Planung berücksichtigt wurde. Der erzielbare Betrag ergab eine ausreichende Deckung der Buchwerte. Die Buchwerte würden insbesondere dann steigen/fallen, wenn das geplante EBITDA oder der Abzinsungssatz (WACC) sich verringert (erhöht). Der ermittelte erzielbare Betrag würde bei
einer Erhöhung (Verringerung) des geplanten EBITDA um 1 Prozent um TEUR 5.310 steigen (fallen). Bei einer Verringerung (Erhöhung) des Abzinsungssatzes (WACC) um 0,25 Prozentpunkte steigt der erzielbare Betrag um TEUR 12.273 bzw. fällt um TEUR 11.540.
Wertminderungstest der firmenwerttragenden CGUs
Die Firmenwerte sind zum Bilanzstichtag folgenden Segmenten bzw. CGUs zugeordnet:
Firmenwerte nach Segmenten bzw. CGUs
 
TEUR
 
31.12.2022
31.12.2021
Segment Division Pulp
 
 
CGU Pulp Site Czech Republic
10.951
10.599
Segment Division Fiber
 
 
Übrige CGUs
3.499
3.525
Summe
14.450
14.124
Der erzielbare Betrag der im Geschäftsjahr 2022 größten firmenwerttragenden CGU – der CGU Pulp Site Czech Republic – wird auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten bestimmt. Die Bewertung des beizulegenden Zeitwerts wird in seiner Gesamtheit in die Stufe 3 der Bewertungshierarchie eingeordnet. Folgende individuelle Annahmen aus den zuletzt erstellten Wertminderungstests wurden beim jährlichen Test verwendet:
Annahmen beim Impairment Test der größten firmenwerttragenden CGU
 
 
Geschäftsjahr 2022
Geschäftsjahr 2021
CGU Pulp Site Czech Republic
 
 
Durchschnittliche operative Marge im Planungszeitraum p.a.
11,8 %
13,3 %
Langfristige Wachstumsrate der ewigen Rente
2,0 %
1,1 %
Abzinsungssatz (WACC) nach Steuern
9,4 %
7,1 %
Das durchschnittliche Umsatzwachstum der CGU Pulp Site Czech Republic beträgt im Detailplanungszeitraum 2,2 Prozent p. a. (2021: 1,4 Prozent p. a.).
Die vorgenommene Schätzung des beizulegenden Zeitwerts ab-züglich Veräußerungskosten der CGU Pulp Site Czech Republic übersteigt den Buchwert um TEUR 33.504 (2021: TEUR 78.558). Die Schätzung wird für angemessen erachtet. Geänderte Annahmen oder veränderte Umstände können allerdings Korrekturen notwendig machen. Die folgende Tabelle zeigt im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse hypothetische Szenarien wesentlicher Annahmen und jene mögliche wertmäßige Veränderung zum Bilanzstichtag, bei deren Eintreten der erzielbare Betrag gleich dem Buchwert der CGU zuzüglich des Firmenwerts wäre.
Für die übrigen CGUs mit Firmenwert wurde eine langfristige Wachstumsrate von 1,2 Prozent bis zu 1,8 Prozent (2021: von 1,1 Prozent bis zu 1,3 Prozent) in der ewigen Rente berücksichtigt.
Sensitivitätsanalyse der Annahmen beim Impairment Test
 
 
Wertmäßige Ausprägung der wesentlichen Annahmen
Wertmäßige Veränderung der wesentlichen Annahmen, bei der der erzielbare Betrag gleich dem Buchwert wäre
CGU Pulp Site Czech Republic
 
 
Operative Marge
11,8 %
minus 0,9 Prozentpunkte
Abzinsungssatz (WACC) nach Steuern
9,4 %
plus 0,7 Prozentpunkte
Sensitivitätsanalyse der Annahmen beim Impairment Test (Vorjahr)
 
 
Wertmäßige Ausprägung der wesentlichen Annahmen
Wertmäßige Veränderung der wesentlichen Annahmen, bei der der erzielbare Betrag gleich dem Buchwert wäre
CGU Pulp Site Czech Republic
 
 
Operative Marge
13,3 %
minus 3,1 Prozentpunkte
Abzinsungssatz (WACC) nach Steuern
7,1 %
plus 3,0 Prozentpunkte
 
Note 12. Honorare des Abschlussprüfers
Die aufgewendeten Honorare für Leistungen der KPMG Austria GmbH, Linz, setzen sich wie folgt zusammen:
Aufgewendete Honorare des Abschlussprüfers
TEUR
2022
Lenzing AG
Tochterunternehmen
Summe
Prüfung der Jahresabschlüsse (inkl. Konzernabschluss)
385
140
525
Andere Bestätigungsleistungen
199
0
199
Sonstige Leistungen
162
0
162
Summe
747
140
886
Aufgewendete Honorare des Abschlussprüfers (Vorjahr)
TEUR
2021
Lenzing AG
Tochterunternehmen
Summe
Prüfung der Jahresabschlüsse (inkl. Konzernabschluss)
310
132
442
Andere Bestätigungsleistungen
152
1
152
Sonstige Leistungen
173
0
173
Summe
635
133
768
Die Honorare für andere Bestätigungsleistungen betreffen vor allem Entgelte für die prüferische Durchsicht des Konzernhalbjahresabschlusses.
Note 13. Ergebnis aus Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden
Das Ergebnis in Höhe von TEUR minus 222 (2021: TEUR minus 3.541) resultiert aus dem Anteil der Gruppe am laufenden Ergebnis der assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen. Im Geschäftsjahr 2021 war die Abschreibung und der Abgang der Hygiene Austria LP GmbH (HGA), deren Anteile im Geschäftsjahr 2021 verkauft wurden, in Höhe von TEUR minus 4.536 enthalten (siehe Note 22).
Note 14. Ergebnis aus lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten
Das Ergebnis aus lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten setzt sich wie folgt zusammen:
Ergebnis aus lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten
TEUR
 
2022
2021
Erträge aus lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten
 
 
Zinserträge aus Bankguthaben, Ausleihungen und Forderungen
10.907
4.111
Zinserträge und Erträge aus dem Abgang von Fremdkapitalinstrumenten erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet
0
37
Dividendenerträge aus gehaltenen Eigenkapitalinstrumenten erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet
140
960
Bewertung von finanziellen Vermögenswerten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
600
796
Netto-Fremdwährungsgewinne aus finanziellen Vermögenswerten
3.567
5.203
 
15.215
11.106
Aufwendungen aus lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten
 
 
Bewertung und Verluste aus dem Abgang von finanziellen Vermögenswerten zu fortgeführten Anschaffungskosten
-3.605
-2.021
Bewertung und Verluste aus dem Abgang von finanziellen Vermögenswerten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
-1.401
-1.066
Verluste aus dem Abgang von Fremdkapitalinstrumenten erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet
0
-138
 
-5.007
-3.225
Summe
10.208
7.881
Note 15. Finanzierungskosten
Die Finanzierungskosten setzen sich wie folgt zusammen:
Finanzierungskosten
 
TEUR
 
2022
2021
Netto-Fremdwährungsgewinne/-verluste aus finanziellen Verbindlichkeiten
-3.341
-4.405
Zinsaufwand aus Schuldscheindarlehen
-9.189
-9.214
Zinsaufwand aus Bankkrediten, sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen
-63.530
-34.418
Aktivierte Fremdkapitalkosten für Sachanlagen und biologische Vermögenswerte
39.562
26.008
Summe
-36.498
-22.029
Note 16. Ertragsteueraufwand
Als Ertragsteueraufwand werden der laufende Ertragsteueraufwand und der Ertrag/Aufwand aus der Steuerabgrenzung (Veränderung der aktiven und passiven latenten Steuern) ausgewiesen. Der Ertragsteueraufwand setzt sich wie folgt zusammen:
Ertragsteueraufwand nach Herkunft
 
TEUR
 
2022
2021
Laufender Ertragsteueraufwand
 
 
Österreich
14.847
15.893
Ausland
17.914
32.481
 
32.761
48.374
Ertrag/Aufwand aus Steuerabgrenzung
-5.579
6.838
Summe
27.182
55.212
Ertragsteueraufwand nach Ursachen
 
TEUR
 
2022
2021
Laufender Ertragsteueraufwand
 
 
Steueraufwand laufendes Jahr
44.464
51.018
Minderung aufgrund der Nutzung steuerlicher Verluste
-6.647
-7.846
Anpassung für periodenfremde Ertragsteuern
-5.056
5.203
 
32.761
48.374
Ertrag/Aufwand aus Steuerabgrenzung
 
 
Entstehung und Umkehrung temporärer Differenzen
1.939
712
Auswirkungen von Steuersatzänderungen
-2.598
849
Veränderung der aktivierten Verlustvorträge
-5.778
4.524
Auswirkungen bisher nicht berücksichtigter temporärer Differenzen früherer Perioden
102
846
Veränderung der Ansatzkorrektur auf latente Steueransprüche (ohne Verlustvorträge)
756
-93
 
-5.579
6.838
Summe
27.182
55.212
Der Posten „Veränderung der aktivierten Verlustvorträge“ betrifft den Verbrauch von Verlustvorträgen in Höhe von TEUR 566 (2021: TEUR 3.271) sowie eine Anpassung der aktiven latenten Steuern für noch nicht verwertete Verlustvorträge in Höhe von TEUR minus 6.344 (2021: TEUR plus 1.253).
Die Überleitung vom errechneten Ertragsteueraufwand gemäß österreichischem Körperschaftsteuersatz von 25 Prozent (31. Dezember 2021: 25 Prozent) zum effektiven Ertragsteueraufwand stellt sich wie folgt dar:
Steuerüberleitungsrechnung
 
TEUR
 
2022
2021
Ergebnis vor Steuern (EBT)
-10.059
182.926
Errechneter Ertragsteueraufwand (25 % des Ergebnisses vor Steuern)
-2.515
45.732
Abzugsfähige Ausschüttung Hybridkupon
-7.188
-7.188
Steuerfreie Erträge und Steuerfreibeträge (insbesondere Forschungsfreibetrag)
-2.086
-2.055
Nicht abzugsfähige Aufwendungen, Quellensteuern und ähnliche permanente Differenzen
8.722
2.313
Ergebnis aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen
56
468
Steuersatzunterschiede
5.847
-5.374
Steuersatzänderungen
-5.111
849
Steuern aus Vorperioden
-4.954
6.049
Wechselkursdifferenzen aufgrund der Umrechnung von Steuerposten von lokaler in funktionale Währung
-1.282
7.902
Veränderung des in Bezug auf Verlustvorträge, Steuergutschriften und temporäre Differenzen nicht angesetzten Aktivpostens
34.345
6.637
Sonstige
1.347
-121
Effektiver Ertragsteueraufwand
27.182
55.212
Die Relation zwischen dem effektiven Ertragsteueraufwand und dem Ergebnis vor Steuern ist im Geschäftsjahr 2022 wie im Vorjahr überproportional hoch. Es liegen hohe Überleitungsposten vor, die aus Wertberichtigungen von Steueraktivposten (insbesondere aus nicht aktivierten Verlusten) entstanden sind (insbesondere Indonesien, China und Thailand). Zusätzlich gab es wie im Geschäftsjahr 2021 eine Ausschüttung an Hybridkapitalbesitzer, die steuerlich abzugsfähig ist.
Der Posten „Steuersatzänderungen“ umfasst im Geschäftsjahr 2022 im Wesentlichen eine gesetzliche Steuersatzsenkung in Österreich. Der Ertragsteuersatz in Österreich wird mit Wirkung ab 1. Jänner 2023 stufenweise von 25 Prozent auf 24 Prozent und ab 1. Jänner 2024 von 24 Prozent auf 23 Prozent gesenkt. Dies führte im Geschäftsjahr 2022 zu einem Ertrag von TEUR 5.224 aus der Bewertung von latenten Steueransprüchen und latenten und laufenden Steuerschulden der österreichischen Konzerngesellschaften. Im Geschäftsjahr 2021 umfasste der Posten „Steuersatzänderungen“ im Wesentlichen eine gesetzliche Steuersatzerhöhung in UK. Der Ertragsteuersatz in Großbritannien wird mit Wirkung ab 1. April 2023 von 19 Prozent auf 25 Prozent erhöht. Dies führte im Geschäftsjahr 2021 zu einem Aufwand von TEUR 941 aus der Bewertung von latenten Steueransprüchen und latenten Steuerschulden der britischen Konzerngesellschaften.
In dem Posten „Steuern aus Vorperioden“ ist eine Steuergutschrift von TEUR 2.660 (2021: TEUR 747) aus der steuerlichen Unternehmensgruppe mit der B&C Gruppe enthalten (siehe auch Note 39).
Die Lenzing AG und die österreichischen Tochterunternehmen der Lenzing Gruppe unterliegen einem Ertragsteuersatz von 25 Prozent (31. Dezember 2021: 25 Prozent). Die angewandten Ertragsteuersätze für ausländische Gesellschaften liegen zwischen 11 Prozent und 34 Prozent (31. Dezember 2021: zwischen 11 Prozent und 34 Prozent).
Im Dezember 2021 wurden die OECD-Musterregelungen für ein globales Mindestbesteuerungsregime veröffentlicht. Durch das Mindestbesteuerungsregime soll bei Konzernen mit weltweiten Umsätzen von mindestens TEUR 750.000 sichergestellt werden, dass diese in jenen Staaten, in denen sie tätig sind, einer effektiven Steuerbelastung von mindestens 15 Prozent unterliegen. Das OECD-Abkommen wird in den nächsten Jahren voraussichtlich zu Änderungen der Körperschaftssteuersätze etlicher Länder führen. Die sich hieraus ergebenden Auswirkungen auf die Bewertung von Steuerforderungen und -verbindlichkeiten hängen von Art und Zeitpunkt der Gesetzesänderungen in den einzelnen Ländern ab.
Note 17. Ergebnis je Aktie
Das Ergebnis je Aktie errechnet sich wie folgt:
Ergebnis je Aktie
 
TEUR
 
2022
2021
In der Berechnung des Ergebnisses je Aktie verwendeter Anteil der Aktionäre der Lenzing AG am Jahresüberschuss/-fehlbetrag
-73.086
110.346
Gewichtete durchschnittliche Anzahl der Aktien in Stück
26.550.000
26.550.000
 
EUR
EUR
Verwässert = unverwässert
-2,75
4,16
Bei der Berechnung des Ergebnisses je Aktie wird der den Aktionären der Lenzing AG zuzurechnende Anteil am Jahresüberschuss/
-fehlbetrag, reduziert um den Anteil der Hybridkapitalbesitzer in Höhe von TEUR 28.750 (2021: TEUR 28.750), durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der Aktien in Stück, die sich während des Jahres im Umlauf befinden, geteilt.
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz, zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung und zur Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals
Note 18. Immaterielle Anlagen
Entwicklung
Die immateriellen Anlagen haben sich wie folgt entwickelt:
Entwicklung der immateriellen Anlagen
 
 
 
TEUR
2022
Firmenwerte
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte, Lizenzen und ähnliche Rechte
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte
Summe
Anschaffungs- und Herstellungskosten
 
 
 
 
Stand zum 01.01.2022
93.085
27.215
29.310
149.610
Währungsumrechnungsdifferenzen
5.271
100
0
5.371
Zugänge
0
3.506
7.351
10.857
Abgänge
0
-863
-97
-960
Stand zum 31.12.2022
98.356
29.959
36.564
164.879
Kumulierte Abschreibungen
 
 
 
 
Stand zum 01.01.2022
-78.960
-20.552
-14.049
-113.561
Währungsumrechnungsdifferenzen
-4.945
-39
0
-4.984
Planmäßige Abschreibungen
0
-2.472
-912
-3.385
Abgänge
0
860
16
876
Stand zum 31.12.2022
-83.906
-22.203
-14.945
-121.054
Buchwert zum 01.01.2022
14.124
6.663
15.261
36.049
Buchwert zum 31.12.2022
14.450
7.756
21.619
43.825



Entwicklung der immateriellen Anlagen (Vorjahr)
 
 
TEUR
2021
Firmenwerte
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte, Lizenzen und ähnliche Rechte
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte
Summe
Anschaffungs- und Herstellungskosten
 
 
 
 
Stand zum 01.01.2021
86.199
24.494
23.128
133.820
Währungsumrechnungsdifferenzen
6.886
255
0
7.141
Zugänge
0
2.495
6.182
8.677
Abgänge
0
-28
0
-28
Stand zum 31.12.2021
93.085
27.215
29.310
149.610
Kumulierte Abschreibungen
 
 
 
 
Stand zum 01.01.2021
-72.872
-18.057
-13.223
-104.151
Währungsumrechnungsdifferenzen
-6.089
-112
0
-6.201
Planmäßige Abschreibungen
0
-2.411
-826
-3.237
Abgänge
0
28
0
28
Stand zum 31.12.2021
-78.960
-20.552
-14.049
-113.561
Buchwert zum 01.01.2021
13.327
6.437
9.905
29.669
Buchwert zum 31.12.2021
14.124
6.663
15.261
36.049
Die Zugänge im Geschäftsjahr 2022 betreffen mit TEUR 3.506 (2021: TEUR 2.495) entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte und mit TEUR 7.351 (2021: TEUR 6.182) selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte (das sind im Wesentlichen Prozess- und Produktentwicklungen). Entwicklungskosten werden als immaterielle Vermögenswerte angesetzt, wenn die spezifischen Voraussetzungen des IAS 38 erfüllt sind, insbesondere die Erzielbarkeit eines künftigen wirtschaftlichen Nutzens.
Das Wahlrecht zur Neubewertung wird nicht ausgeübt. Die Abschreibungen werden auf Basis der geschätzten Nutzungsdauern nach der linearen Methode ermittelt. Die geschätzten Nutzungsdauern für die wichtigsten Vermögenswerte betragen:
Nutzungsdauern für immaterielle Anlagen
 
 
Jahre
Software/Computerprogramme
3 bis 7
Lizenzen und sonstige immaterielle Vermögenswerte
 
Entgeltlich erworbene
4 bis 25
Aus eigener Entwicklung
7 bis 15
Alle immateriellen Anlagen werden bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung gemäß IAS 36 auf ihre Werthaltigkeit überprüft (siehe Note 11).
Die Abschreibungen auf Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte, Lizenzen, ähnlichen Rechte und selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden in den Umsatzkosten, Vertriebsaufwendungen, Verwaltungsaufwendungen sowie Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen dargestellt.
Note 19. Sachanlagen
Entwicklung
Die Sachanlagen haben sich wie folgt entwickelt:
Entwicklung der Sachanlagen
 
 
 
TEUR
2022
Grundstücke und Bauten
Technische Anlagen und Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau
Summe
Anschaffungs- und Herstellungskosten
 
 
 
 
Stand zum 01.01.2022
721.290
3.157.287
1.520.285
5.398.862
Währungsumrechnungsdifferenzen
17.246
22.553
87.255
127.054
Zugänge
131.460
455.365
46.2591
633.083
Abgänge
-1.620
-44.317
-2.444
-48.381
Umbuchungen
279.453
960.267
-1.239.721
0
Stand zum 31.12.2022
1.147.829
4.551.155
411.633
6.110.618
Kumulierte Abschreibungen
 
 
 
 
Stand zum 01.01.2022
-341.457
-2.155.288
-24.511
-2.521.255
Währungsumrechnungsdifferenzen
-2.653
-22.590
-1.186
-26.429
Planmäßige Abschreibungen
-29.735
-163.289
0
-193.024
Abgänge
1.413
41.785
0
43.197
Stand zum 31.12.2022
-372.433
-2.299.382
-25.697
-2.697.512
Buchwert zum 01.01.2022
379.833
1.001.999
1.495.774
2.877.606
Buchwert zum 31.12.2022
775.396
2.251.773
385.936
3.413.106
1) In den Zugängen ist im Vergleich zur Vorperiode ein Rückgang der geleisteten Anzahlungen in Höhe von TEUR 4.283 enthalten.

Entwicklung der Sachanlagen (Vorjahr)
 
 
 
TEUR
2021
Grundstücke und Bauten
Technische Anlagen und Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau
Summe
Anschaffungs- und Herstellungskosten
 
 
 
 
Stand zum 01.01.2021
641.066
2.975.353
762.018
4.378.437
Währungsumrechnungsdifferenzen
20.411
74.888
93.090
188.389
Zugänge
28.877
53.793
755.6961
838.366
Abgänge
-440
-5.891
0
-6.331
Umbuchungen
31.376
59.143
-90.519
0
Stand zum 31.12.2021
721.290
3.157.287
1.520.285
5.398.862
Kumulierte Abschreibungen
 
 
 
 
Stand zum 01.01.2021
-313.744
-1.973.967
-22.668
-2.310.379
Währungsumrechnungsdifferenzen
-9.051
-53.668
-1.843
-64.562
Planmäßige Abschreibungen
-18.959
-133.087
0
-152.046
Abgänge
297
5.434
0
5.730
Stand zum 31.12.2021
-341.457
-2.155.288
-24.511
-2.521.255
Buchwert zum 01.01.2021
327.323
1.001.386
739.350
2.068.059
Buchwert zum 31.12.2021
379.833
1.001.999
1.495.774
2.877.606
1) In den Zugängen ist im Vergleich zur Vorperiode ein Rückgang der geleisteten Anzahlungen in Höhe von TEUR 106.538 enthalten.

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, einschließlich aktivierter Fremdkapitalkosten, abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet.
Die Abschreibungen werden auf Basis der geschätzten Nutzungsdauern nach der linearen Methode ermittelt. Die geschätzten Nutzungsdauern für die wichtigsten Vermögenswerte betragen:
Nutzungsdauern für Sachanlagen
 
 
Jahre
Landnutzungsrechte
30 bis 50
Gebäude
10 bis 50
Faserproduktionslinien
5 bis 15
Energieanlagen
4 bis 25
Sonstige maschinelle Anlagen
4 bis 20
Fahrzeuge
4 bis 20
Büroeinrichtungen und sonstige Einbauten
2 bis 10
EDV-Hardware
2 bis 7
Alle Sachanlagen werden bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung gemäß IAS 36 auf ihre Werthaltigkeit überprüft (siehe Note 11).
Operating-Leasingverhältnisse als Leasinggeber
Zum 31. Dezember 2022 bestehen für Grundstücke und Bauten mit Anschaffungs- und Herstellungskosten von TEUR 38.350 (31. Dezember 2021: TEUR 38.224) Operating-Leasingverhältnisse. Der Buchwert dieser Grundstücke und Bauten beträgt zum 31. Dezember 2022 TEUR 7.819 (31. Dezember 2021: TEUR 8.282). Im Geschäftsjahr 2022 wurden aus diesen Vermögenswerten Abschreibungen in Höhe von TEUR 694 (2021: TEUR 692) erfasst. Details zu den Mieterträgen aus Operating-Leasingverhältnissen werden in Note 21 erläutert.
Aktivierung von Fremdkapitalkosten
Im Geschäftsjahr 2022 werden TEUR 33.316 (2021: TEUR 21.166) an Fremdkapitalkosten auf Sachanlagen aktiviert. Dabei wird ein gewichteter Durchschnittszinssatz in Höhe von 3,14 Prozent (2021: 2,23 Prozent) verwendet.
Die Lenzing Gruppe definiert qualifizierte Vermögenswerte als Bauprojekte oder andere Vermögenswerte, für die mindestens zwölf Monate erforderlich sind, um sie in ihren beabsichtigten gebrauchs- oder verkaufsfähigen Zustand zu versetzen. Die Aktivierung erfolgt über den Posten „Finanzierungskosten“ sowie das zugehörige Anlagenbestandskonto. Alle anderen Fremdkapitalkosten werden in der Periode im Finanzergebnis erfasst, in der sie anfallen.

Note 20. Biologische Vermögenswerte
Die biologischen Vermögenswerte bestehen aus stehenden Bäumen einer Plantage in Minas Gerais, Brasilien, die als Rohstoff für die Zellstoffproduktion verwendet werden. Nach IAS 41 (Landwirtschaft) müssen biologische Vermögenswerte in der Konzern-Bilanz zum beizulegenden Zeitwert ausgewiesen werden. Die Plantage wird auf Stufe 3 des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der geschätzten Verkaufskosten bei der Ernte bilanziert. Es wird davon ausgegangen, dass beizulegende Zeitwerte gemessen werden können. Die Bewertung der biologischen Vermögenswerte wird von der Lenzing Gruppe überwacht und geprüft. Die notwendigen Marktdaten werden durch das Vier-Augen-Prinzip validiert.
Die Bewertung basiert auf einem Discounted-Cashflow-Modell auf der Grundlage nachhaltiger Waldbewirtschaftungspläne, Branchenbenchmarks für Holzpreise und Lieferkosten sowie unter Berücksichtigung des Wachstumspotenzials. Für die Bewertung wird ein Holzpreis, basierend auf einem mehrjährigen Durchschnitt der Branchenbenchmarks, herangezogen. Die jährliche Ernte aus dem prognostizierten Baumwachstum wird mit den Holzpreisen multipliziert und die Kosten für Waldbau und Ernte werden abgezogen. Der beizulegende Zeitwert der Plantage wird als Barwert der Ernte aus einem Wachstumszyklus auf der Grundlage des produktiven Waldgebiets unter Berücksichtigung von Umwelteinschränkungen und anderen Vorbehalten gemessen. Der ermittelte beizulegende Zeitwert würde insbesondere steigen (fallen), wenn der Holzpreis und das Holzvolumen steigen (fallen). Der ermittelte beizulegende Zeitwert würde fallen (steigen), wenn der Abzinsungssatz steigt (fällt).
Junges stehendes Holz, das jünger als ein Jahr ist, gilt als unreifer Vermögenswert und wird zu Anschaffungskosten bilanziert. Bei der Ernte werden die biologischen Vermögenswerte in die Position Vorräte der Konzern-Bilanz überführt. Wertänderungen von Sicherungsgeschäften in Bezug auf das Wechselkursrisiko werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung unter den Umsatzkosten erfasst.
Am 31. Dezember 2022 standen in der Plantage rund 40.669 Hektar Eukalyptusholz (31. Dezember 2021: 40.115 Hektar) und 899 Hektar Pinienholz (31. Dezember 2021: 975 Hektar). Das Holz ist bis zu 14 Jahre (31. Dezember 2021: 13 Jahre) alt. Holz im Wert von TEUR 5.540 (31. Dezember 2021: TEUR 2.163) ist jünger als ein Jahr und gilt daher als unreifer Vermögenswert.
Die biologischen Vermögenswerte haben sich wie folgt entwickelt:
Entwicklung der biologischen Vermögenswerte
 
TEUR
 
2022
2021
Stand zum 01.01.
95.767
84.254
Käufe
4.602
1.469
Verkäufe
0
-6.923
Aktivierte Herstellkosten
21.902
12.037
Verbrauchsabhängige Abschreibungen
-21.707
0
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts
20.268
-2.001
Fremdwährungsumrechnungsrücklage
6.904
7.071
Sonstige Änderungen
0
-138
Stand zum 31.12.
127.735
95.767
Die Gewinne und Verluste aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von biologischen Vermögenswerten in Höhe von TEUR 17.009 (31. Dezember 2021: TEUR 2.258) setzen sich zusammen aus der regelmäßigen Neubewertung in Höhe von TEUR 20.268 (31. Dezember 2021: TEUR minus 2.001) sowie aus Wertänderungen von Sicherungsgeschäften in Bezug auf das Wechselkursrisiko in Höhe von TEUR minus 3.259 (31. Dezember 2021: TEUR 4.259). Sie sind in den Umsatzkosten erfasst.
Folgende Annahmen wurden verwendet:
Annahmen der Inputfaktoren der Stufe 3 für biologische Vermögenswerte
 
 
 
31.12.2022
31.12.2021
Marktpreis EUR/m3
11,94
8,16
Abzinsungssatz
7,96 %
5,48 %
Holzvolumen m3
11.821.960
11.725.725
Eine Veränderung wesentlicher nicht beobachtbarer Inputfaktoren würde sich auf die Bewertung der biologischen Vermögenswerte folgendermaßen auswirken:
Sensitivitätsanalyse der Inputfaktoren der Stufe 3 für biologische Vermögenswerte zum 31.12.2022
 
TEUR
 
Steigerung
Rückgang
Marktpreisveränderung (+/- 1 %)
1.375
-1.375
Abzinsungssatz (+/- 1 %)
-368
390
Holzvolumen (+/- 5 %)
6.880
-6.880
Sensitivitätsanalyse der Inputfaktoren der Stufe 3 für biologische Vermögenswerte zum 31.12.2021 (Vorjahr)
 
TEUR
 
Steigerung
Rückgang
Marktpreisveränderung (+/- 1 %)
952
-952
Abzinsungssatz (+/- 1 %)
-787
837
Holzvolumen (+/- 5 %)
4.967
-4.967
Note 21. Nutzungsrechte Leasing
Lenzing Gruppe als Leasingnehmer
Es bestehen Verpflichtungen aus Leasing-, Miet- und Pachtverträgen für Sachanlagen, die als Nutzungsrechte Leasing in der Konzern-Bilanz ausgewiesen werden. Die korrespondierenden Leasingverbindlichkeiten werden als Teil der Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen (siehe Note 29).
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Nutzungsrechte Leasing je Anlagenklasse:
Entwicklung der Nutzungsrechte Leasing
 
TEUR
2022
Grundstücke und Bauten
Technische Anlagen und Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
Summe
Buchwerte zum 01.01.
58.568
11.562
70.129
Zugänge
5.540
8.649
14.189
Abgänge
-3.844
-1.343
-5.187
Abschreibungen im Geschäftsjahr
-4.743
-4.730
-9.473
Währungsumrechnungsdifferenzen
3.077
25
3.103
Buchwerte zum 31.12.
58.598
14.163
72.761
Entwicklung der Nutzungsrechte Leasing (Vorjahr)
 
TEUR
2021
Grundstücke und Bauten
Technische Anlagen und Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
Summe
Buchwerte zum 01.01.
53.618
12.143
65.761
Zugänge
6.231
3.864
10.095
Abgänge
-490
0
-490
Abschreibungen im Geschäftsjahr
-4.449
-4.538
-8.987
Währungsumrechnungsdifferenzen
3.657
93
3.749
Buchwerte zum 31.12.
58.568
11.562
70.129
Im Geschäftsjahr 2022 wurden im Wesentlichen Nutzungsrechte Leasing in Höhe von TEUR 4.861 aus der Indexerhöhung für Landnutzungsrechte, in Höhe von TEUR 4.213 für Maschinen, in Höhe von TEUR 3.894 für Stapler, PKWs und sonstige Fahrzeuge sowie in Höhe von TEUR 434 für Waggons erfasst. Die Abgänge betreffen im Wesentlichen Nutzungsrechte Leasing in Höhe von TEUR 3.788 für Lagerräumlichkeiten sowie in Höhe von TEUR 1.269 für Waggons.
Im Geschäftsjahr 2021 wurden im Wesentlichen Nutzungsrechte Leasing in Höhe von TEUR 4.014 für Büroräumlichkeiten, in Höhe von TEUR 2.927 für Waggons sowie in Höhe von TEUR 2.217 aus der Indexerhöhung für Landnutzungsrechte erfasst.
Die Konditionen der wesentlichen Leasing-Vereinbarungen lassen sich wie folgt zusammenfassen:
  • ● Landnutzungsrechte: Die biologischen Vermögenswerte (siehe Note 20) befinden sich auf Land, das sich nicht im Eigentum der Lenzing Gruppe befindet. Für dieses Land bestehen Landnutzungsrechte. Die Leasingvereinbarung hat eine Laufzeit von 30 Jahren. Es besteht die Möglichkeit, die Leasingvereinbarung nach 30 Jahren um 19 Jahre zu verlängern. Diese Verlängerungsoption wurde bei der Einschätzung der voraussichtlichen Laufzeit des Leasingverhältnisses nicht berücksichtigt, weil die Nutzung der biologischen Vermögenswerte in 30 Jahren aus heutiger Sicht noch nicht hinreichend sicher ist. Es bestehen Preisanpassungsklauseln.
  • ● Büro- und Lagerräumlichkeiten: Die Leasingvereinbarungen haben eine Laufzeit von bis zu fünf Jahren bzw. gibt es Verträge mit unbestimmter Nutzungsdauer. Bei unbestimmter Nutzungsdauer für Büro- und Lagerräumlichkeiten, bei denen wirtschaftliche Austrittsbarrieren bestehen, wurde die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer herangezogen. Bei diesen Verträgen besteht keine Möglichkeit, die Büro- und Lagerräumlichkeiten am Ende der vertraglichen Laufzeit zu erwerben. Es gibt teilweise Verlängerungsmöglichkeiten und Preisanpassungsklauseln.
  • ● Waggons: Die Leasingvereinbarungen haben eine Laufzeit von bis zu zehn Jahren. Es besteht die Möglichkeit, die Verträge nach einer Mindestlaufzeit zu kündigen. Es gibt teilweise Preisanpassungsklauseln.
  • ● Kläranlagen: Die Leasingvereinbarung betrifft ein Finanzierungsleasingverhältnis über eine industrielle Vorkläranlage und ihre Erweiterungsinvestitionen. Nach Ablauf der Vereinbarungen kann die Anlage inklusive Grundstück gegen Bezahlung einer Ablösesumme in das Eigentum der Lenzing Gruppe übergehen. Die Vertragslaufzeit beträgt bis zu 16 Jahre.
Kündigungs- und Verlängerungsoptionen werden bei der Einschätzung der voraussichtlichen Laufzeit der Leasingverhältnisse berücksichtigt, sofern deren Ausübung beziehungsweise Nichtausübung hinreichend sicher ist. Die Lenzing Gruppe schätzt, dass mögliche künftige Zahlungsabflüsse aus Verlängerungsoptionen, die bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeit unberücksichtigt geblieben sind, zu einer Erhöhung der Leasingverbindlichkeit und damit einhergehenden künftigen Zahlungsmittelabflüssen von TEUR 1.189 (31. Dezember 2021: TEUR 1.286) führen würden.
Im Geschäftsjahr wurden folgende Aufwendungen aus Leasingverhältnissen in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst:
Aufwendungen aus Leasingverhältnissen
TEUR
 
2022
2021
Kurzfristige Leasingverhältnisse
10.853
8.492
Variable Leasingaufwendungen
10.796
5.992
Leasingaufwendungen mit geringem Wert
690
229
Nichtleasingkomponenten
793
751
Miet- und Leasingaufwendungen
23.132
15.465
Zinsaufwendungen aus Leasingver-bindlichkeiten = Finanzierungskosten
6.766
5.581
Als kurzfristige Leasingverhältnisse wurden jene Leasingverhältnisse erfasst, deren Laufzeit weniger als ein Jahr beträgt. Bei Verträgen ohne Laufzeit sind jene Leasingverhältnisse als kurzfristig eingestuft, bei denen für beide Parteien ein Kündigungsrecht vorliegt, welches ohne Zustimmung der Gegenpartei durchgesetzt werden kann und keine Kündigungsstrafen sowie wirtschaftlichen Barrieren vorhanden sind. Die Leasingverhältnisse mit ausschließlich variablen Leasingzahlungen, ohne Koppelung an einen Index oder (Zins-)Satz, werden nicht als Nutzungsrechte Leasing aktiviert.
In den variablen Leasingaufwendungen sind im Wesentlichen variable Mietzahlungen für Lagerhallen basierend auf monatlichen Lagermengen enthalten.
Die Lenzing Gruppe hat mehrere langfristige Strombezugsverträge für Strom aus erneuerbaren Energiequellen abgeschlossen, um ihre Klimaziele zu erreichen und sich gegen schwankende Preise abzusichern. Da die Zahlungen zur Gänze variabel sind und keine günstigen Kaufoptionen bestehen, sind sie in den variablen Leasingzahlungen enthalten.
Die gesamten Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse betragen TEUR 36.983 (2021: TEUR 28.592). Hierin sind kurzfristige, variable und Leasingaufwendungen für Vermögenswerte mit geringem Wert enthalten.
Die Miet- und Leasingaufwendungen sind zur Gänze zahlungswirksam und im Cashflow aus der Betriebstätigkeit enthalten. Die im Zusammenhang mit der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten anfallenden Cashflows werden in Note 34 erläutert.
Alle Nutzungsrechte Leasing werden bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung gemäß IAS 36 auf ihre Werthaltigkeit überprüft (siehe Note 11).
Lenzing Gruppe als Leasinggeber
Die künftigen undiskontierten Mindestleasingzahlungen während der unkündbaren Laufzeit der Leasingverträge betreffen im Wesentlichen Grundstücke und Gebäude und stellen sich, aufgegliedert nach Jahren, wie folgt dar:
Undiskontierte jährlich fällige Mindestleasingzahlungen als Leasinggeber
 
TEUR
 
31.12.2022
31.12.2021
Im Folgejahr
3.730
3.486
In den folgenden 1 bis 2 Jahren
3.380
3.239
In den folgenden 2 bis 3 Jahren
3.380
3.164
In den folgenden 3 bis 4 Jahren
3.380
3.164
In den folgenden 4 bis 5 Jahren
3.380
3.164
Danach
2.442
3.562
Summe
19.692
19.780
Der wesentlichste Leasingvertrag betrifft ein Grundstück, auf dem eine Reststoffverwertungsanlage betrieben wird. Die Leasingzahlungen sind indexgesichert. Der Vertrag wurde auf unbestimmte Laufzeit abgeschlossen und ist unter Einhaltung einer sechsjährigen Kündigungsfrist, erstmals zum 31. Dezember 2029, kündbar.
Die Mieterträge für das Geschäftsjahr 2022 sind in Note 7 ersichtlich.
Die Lenzing Gruppe klassifiziert diese Leasingverhältnisse als Operating Leasing, da die wesentlichen mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken zurückbehalten werden.
Note 22. Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden
Die Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, setzen sich wie folgt zusammen:
Buchwerte der Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden
TEUR
 
31.12.2022
31.12.2021
EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH (EFB)
4.193
4.777
Lenzing Papier GmbH (LPP)
4.270
0
Übrige assoziierte Unternehmen
4.813
4.853
LD Florestal S.A. (LDF)
13.079
15.092
Übrige Gemeinschaftsunternehmen
127
117
Summe
26.483
24.840
Die wesentlichen Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, betreffen insbesondere die Beteiligung an der EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH (EFB), Kelheim, Deutschland, die dem Segment Division Fiber zugeordnet ist, die Lenzing Papier GmbH (LPP), Lenzing, die dem Segment „Others“ zugeordnet ist, sowie die LD Florestal S.A. (LDF), Indianópolis, Brasilien, die dem Segment Division Pulp zugeordnet ist. Zur strategischen Bedeutung der übrigen Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, und deren Beziehungen zur Lenzing Gruppe siehe Note 39.
Die Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden,
haben sich wie folgt entwickelt:
Entwicklung der Buchwerte der Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden
 
 
TEUR
2022
EFB
LPP
Übrige assoziierte Unternehmen
HGA
LDF
Übrige Gemeinschaftsunternehmen
Summe
Stand zum 01.01.
4.777
0
4.853
0
15.092
117
24.840
Ergebnis aus Bewertung der Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden
-913
0
0
0
0
0
-913
Anteil am Gewinn oder Verlust von Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden
-286
5.062
40
0
-4.134
8
691
Sonstiges Ergebnis – Neubewertung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Plänen
633
8
0
0
0
0
641
Sonstiges Ergebnis – Kursdifferenzen aus der Umrechnung, die während der Berichtsperiode eingetreten sind und Sonstiges
-18
0
-40
0
2.120
2
2.064
Buchwertabgang
0
0
0
0
0
0
0
Ausschüttungen
0
-800
-40
0
0
0
-840
Stand zum 31.12.
4.193
4.270
4.813
0
13.079
127
26.483
Entwicklung der Buchwerte der Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden (Vorjahr)
 
 
TEUR
2021
EFB
LPP
Übrige assoziierte Unternehmen
HGA
LDF
Übrige Gemeinschaftsunternehmen
Summe
Stand zum 01.01.
4.137
0
4.714
4.536
15.595
106
29.088
Anteil am Gewinn oder Verlust von Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden
785
600
63
0
-461
8
995
Sonstiges Ergebnis – Neubewertung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Plänen und Sonstiges
105
0
0
0
0
0
105
Sonstiges Ergebnis – Kursdifferenzen aus der Umrechnung, die während der Berichtsperiode eingetreten sind
0
0
116
0
-41
3
79
Buchwertabgang
0
0
0
-4.536
0
0
-4.536
Ausschüttungen
-250
-600
-40
0
0
0
-890
Stand zum 31.12.
4.777
0
4.853
0
15.092
117
24.840
Bewertungseffekte und Ergebnisse aus Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, erfasst die Lenzing Gruppe gemeinsam im Ergebnis aus Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden.
Im Geschäftsjahr 2022 wurde bei den ausstehenden Kaufpreisforderungen bzw. langfristigen Darlehen gegenüber dem Käufer der EFB (einschließlich deren Tochterunternehmen) eine Abschreibung in Höhe von TEUR 3.114 (2021: TEUR 0) erfasst (siehe Note 38 Abschnitt „Ausfallsrisiko“). Die Buchwerte der ausstehenden Kaufpreisforderungen bzw. langfristigen Darlehen gegenüber dem Käufer der EFB (einschließlich deren Tochterunternehmen) betragen per 31. Dezember 2022 insgesamt TEUR 7.564 (31. Dezember 2021: TEUR 10.678) und sind unter den Finanzanlagen ausgewiesen. Sie sind bankmäßig verzinst.
Im März 2021 wurden die Anteile an dem bisher at-equity bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen Hygiene Austria LP GmbH, Wiener Neudorf, Österreich, verkauft. Der Verkauf führte zur Endkonsolidierung der Beteiligung. Aus dem Abgang resultierte ein Verlust in Höhe von TEUR 4.536. Es wurde ein Barkaufpreis von EUR 1 bezahlt. Zusätzlich wurde ein langfristiger erfolgsabhängiger Kaufpreisbestandteil vereinbart (Earn-Out). Er hängt von der künftigen wirtschaftlichen Ertragskraft der Gesellschaft ab und wurde zum 31. Dezember 2022 mit TEUR 0 (31. Dezember 2021: TEUR 0) angesetzt. Auf das im Geschäftsjahr 2020 an die Hygiene Austria LP GmbH vergebene Darlehen wurde im Rahmen des Verkaufs verzichtet und ein Verlust in Höhe von TEUR 2.000 erfasst (siehe Note 39). Die Haupttätigkeit der nicht börsennotierten HGA bestand in Erzeugung und Vertrieb von Schutzmasken, insbesondere Mund-Nasen-Schutz-Masken sowie FFP2-Masken.
Die Lenzing Gruppe besitzt ein Pfandrecht an den übrigen Anteilen der EFB. Zusätzlich besteht ein langfristiger erfolgsabhängiger Kaufpreisbestandteil, dieser hängt von der künftigen wirtschaftlichen Ertragskraft der Gesellschaft ab und ist per 31. Dezember 2022 in Höhe von TEUR 4.087 (31. Dezember 2021: TEUR 4.087) als Barwert diskontiert und unter den sonstigen langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen. Darüber hinaus wurde dem Käufer ein Kreditrahmen in Höhe von bis zu TEUR 3.091 (31. Dezember 2021: TEUR 5.379) eingeräumt, der im Fall von vordefinierten nachteiligen Veränderungen der Rahmenbedingungen der EFB am Absatzmarkt bis längstens 31. Dezember 2025 in Anspruch genommen werden kann. Dieser Rahmen war per 31. Dezember 2022 sowie im Vorjahr per 31. Dezember 2021 nicht ausgenützt.
Die Lenzing Gruppe hält per 31. Dezember 2022 20 Prozent (31. Dezember 2021: 20 Prozent) am Kapital und an den Stimmrechten. Das Kerngeschäft der nicht börsennotierten EFB besteht in der Erzeugung und im Vertrieb von holzbasierten Cellulosefasern. Die Beziehungen der Lenzing Gruppe zu diesem Unternehmen werden in Note 39 dargestellt.

Die nachfolgende Tabelle zeigt zusammengefasste Finanzinformationen der EFB nach IFRS (100 Prozent):
Zusammengefasste Finanzinformationen der EFB
TEUR
 
31.12.2022
31.12.2021
Langfristige Vermögenswerte
143.479
127.871
Kurzfristige Vermögenswerte
88.324
81.282
Eigenkapital
62.981
61.336
Langfristige Verbindlichkeiten
59.294
54.513
Kurzfristige Verbindlichkeiten
109.529
93.303
 
2022
2021
Umsatzerlöse
193.240
151.231
Ergebnis vor Steuern (EBT)
-383
6.044
Gesamtergebnis
1.644
4.450
Davon Jahresüberschuss/-fehlbetrag
-1.431
3.926
Davon sonstiges Ergebnis
3.075
523

Die Überleitung vom Eigenkapital zum Buchwert der Beteiligung an der EFB stellt sich wie folgt dar:
Überleitung vom Eigenkapital zum Buchwert der Beteiligung an der EFB
TEUR
 
31.12.2022
31.12.2021
Eigenkapital
62.981
61.336
Davon:
 
 
Beteiligungsquote des Konzerns
(20 %; Vorjahr: 20 %)
12.596
12.267
Konsolidierungs- und sonstige Effekte
-63
-63
Wertminderungen
-8.340
-7.427
Buchwert
4.193
4.777
Die Lenzing Gruppe hält per 31. Dezember 2022 an der LPP 40 Prozent (31. Dezember 2021: 40 Prozent) am Kapital und an den Stimmrechten. Die Haupttätigkeit der nicht börsennotierten LPP besteht in der Erzeugung von auf Zellulose basierenden Produkten, insbesondere Papier. Die Beziehungen der Lenzing Gruppe zu diesem Unternehmen werden in Note 39 dargestellt.
Die nachfolgende Tabelle zeigt zusammengefasste Finanzinformationen der LPP nach IFRS (100 Prozent):
Zusammengefasste Finanzinformationen der LPP
TEUR
 
31.12.2022
31.12.2021
Langfristige Vermögenswerte
10.103
10.832
Kurzfristige Vermögenswerte
34.103
25.312
Eigenkapital
21.206
10.530
Langfristige Verbindlichkeiten
5.601
6.861
Kurzfristige Verbindlichkeiten
17.399
18.753
 
2022
2021
Umsatzerlöse
126.864
82.281
Ergebnis vor Steuern (EBT)
16.916
2.588
Gesamtergebnis
12.676
1.950
Davon Jahresüberschuss
12.655
2.588
Davon sonstiges Ergebnis
21
-638
Die Überleitung vom Eigenkapital zum Buchwert der Beteiligung an der LPP stellt sich wie folgt dar:
Überleitung vom Eigenkapital zum Buchwert der Beteiligung an der LPP
TEUR
 
31.12.2022
31.12.2021
Eigenkapital
21.206
10.530
Davon:
 
 
Beteiligungsquote des Konzerns
(40 %; Vorjahr: 40 %)
8.482
4.212
Konsolidierungs- und sonstige Effekte
-112
-112
Wertminderungen
-4.100
-4.100
Buchwert
4.270
0
Die Lenzing Gruppe hält per 31. Dezember 2022 an der LDF 50 Prozent (31. Dezember 2021: 50 Prozent) am Kapital und an den Stimmrechten. Die Haupttätigkeit der nicht börsennotierten LDF besteht in der Überlassung von Nutzungsrechten. Die Beziehungen der Lenzing Gruppe zu diesem Unternehmen werden in Note 39 dargestellt.
Die nachfolgende Tabelle zeigt zusammengefasste Finanzinformationen der LDF nach IFRS (100 Prozent):
Zusammengefasste Finanzinformationen der LDF
TEUR
 
31.12.2022
31.12.2021
Langfristige Vermögenswerte
92.275
78.404
Kurzfristige Vermögenswerte
2.712
5.545
Eigenkapital
26.157
30.185
Langfristige Verbindlichkeiten
66.999
51.647
Kurzfristige Verbindlichkeiten
1.830
2.117
 
2022
2021
Umsatzerlöse1
6.466
4.946
Ergebnis vor Steuern (EBT)
-8.126
922
Gesamtergebnis
-4.028
-1.004
Davon Jahresfehlbetrag
-8.267
-922
Davon sonstiges Ergebnis
4.240
-82
1) Die Umsatzerlöse der LDF beinhalten insbesondere Mieterträge.
Die Überleitung vom Eigenkapital zum Buchwert der Beteiligung an der LDF stellt sich wie folgt dar:
Überleitung vom Eigenkapital zum Buchwert der Beteiligung an der LDF
TEUR
 
31.12.2022
31.12.2021
Eigenkapital
26.157
30.185
Davon:
 
 
Beteiligungsquote des Konzerns
(50 %; Vorjahr: 50 %)
13.079
15.092
Buchwert
13.079
15.092
Die Beteiligungen an assoziierten Unternehmen betreffen Anteile an Unternehmen, bei denen ein maßgeblicher Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik durch die Lenzing Gruppe ausgeübt werden kann. Gemeinschaftsunternehmen sind gemeinsame Vereinbarungen, bei denen die Lenzing Gruppe gemeinsam mit einem oder mehreren Partnern die gemeinschaftliche Führung ausübt und Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung hat.
Note 23. Finanzanlagen
Die langfristigen Finanzanlagen setzen sich wie folgt zusammen:
Langfristige Finanzanlagen
 
TEUR
 
31.12.2022
31.12.2021
Langfristige Wertpapiere
20.554
19.423
Sonstige Beteiligungen
12
7.097
Ausleihungen
8.403
12.348
Summe
28.969
38.869
Die Lenzing Gruppe hat Eigenkapitalinstrumente mit einem beizulegenden Zeitwert von TEUR 14.369 zum 31. Dezember 2022 als „erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ designiert (31. Dezember 2021: TEUR 19.899). Die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten langfristigen Wertpapiere und sonstige Beteiligungen beinhalten Anteile an Gesellschaften mit einem Beteiligungsausmaß von weniger als 20 Prozent. Das Wahlrecht zur erfolgsneutralen Bewertung für diese Eigenkapitalinstrumente wurde aufgrund der langfristigen Halteabsicht ausgeübt.
Unter den langfristigen Wertpapieren werden im Wesentlichen die Oberbank-Stammaktien in Höhe von TEUR 14.356 (31. Dezember 2021: TEUR 12.802) ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2022 gab es Dividendenausschüttungen der sonstigen Beteiligungen und sonstigen Wertpapiere in Höhe von TEUR 140 (31. Dezember 2021: TEUR 960). Unter den sonstigen Beteiligungen per 31. Dezember 2021 wurde im Wesentlichen die Beteiligung an der LP Beteiligungs & Management GmbH, Lenzing ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2022 erfolgte die Veräußerung der Beteiligung an der LP Beteiligungs & Management GmbH, Lenzing zum beizulegenden Zeitwert von TEUR 7.700. Der realisierte Gewinn in Höhe von TEUR 6.650 war bereits im sonstigen Ergebnis enthalten und wurde abzüglich von Steuern in Höhe von TEUR 1.662 in die Gewinnrücklagen umgegliedert.
Die kurzfristigen Finanzanlagen beinhalten die Aktien an der Gesellschaft Spinnova OY, Jyväskylä, Finnland in Höhe von TEUR 12.395 (31. Dezember 2021: TEUR 32.232), die im Geschäftsjahr 2021 aus den sonstigen Beteiligungen in die kurzfristigen Wertpapiere umgegliedert wurden (siehe Note 36). Im Geschäftsjahr 2022 erfolgte eine teilweise Veräußerung der Aktien an der Gesellschaft Spinnova OY, Jyväskylä, Finnland zum beizulegenden Zeitwert von TEUR 837. Der realisierte Gewinn in Höhe von TEUR 812 war bereits im sonstigen Ergebnis enthalten und wurde abzüglich von Steuern in Höhe von TEUR 203 in die Gewinnrücklagen umgegliedert.
Note 24. Vorräte
Die Vorräte setzen sich wie folgt zusammen:
Vorräte
 
TEUR
 
31.12.2022
31.12.2021
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
373.272
274.152
Unfertige Erzeugnisse
22.542
8.974
Fertige Erzeugnisse und Waren
312.493
187.674
Geleistete Vorauszahlungen
4.215
6.156
Summe
712.522
476.956
Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe beinhalten im Wesentlichen Holz für die Zellstoffproduktion, Zellstoff und Chemikalien für die Cellulosefasererzeugung und diverse Kleinmaterialien. Der Einsatz für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wird nach der Methode der gewichteten Durchschnittskosten ermittelt. Die fertigen und unfertigen Erzeugnisse umfassen Cellulosefasern, Co-Produkte der Faserproduktion, Zellstoff und Bioraffinerie-Produkte.
Im Geschäftsjahr wurden aufwandswirksam TEUR 84.180 an Wertberichtigungen auf Vorräte gebildet (2021: TEUR 16.841). Der Buchwert der zum Nettoveräußerungswert angesetzten Vorräte beträgt TEUR 320.235 (31. Dezember 2021: TEUR 186.751). Die Vorräte, die als Materialaufwand in der Berichtsperiode erfasst werden, betragen TEUR 1.434.476 (2021: TEUR 1.017.914).
Note 25. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
TEUR
 
31.12.2022
31.12.2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (brutto)
301.543
335.685
Wertberichtigungen
-7.932
-10.513
Summe
293.611
325.172
Sämtliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind als kurzfristige Vermögenswerte eingestuft. Weitere Ausführungen zu den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind der Note 36 (Abschnitt „Übertragung von finanziellen Vermögenswerten (Verkauf von Forderungen / Factoring)“) und Note 38 (Abschnitt „Ausfallsrisiko“) zu entnehmen.
Note 26. Sonstige Vermögenswerte
Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
Sonstige langfristige Vermögenswerte
 
TEUR
 
31.12.2022
31.12.2021
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte (insbesondere aus Derivaten und sonstige finanzielle Forderungen)
47.992
4.944
Sonstige langfristige nicht finanzielle Vermögenswerte (insbesondere aus sonstigen Steuern)
75.143
37.779
Summe
123.135
42.723
Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte
 
TEUR
 
31.12.2022
31.12.2021
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte
 
 
Noch nicht abgerechnete Derivate
(offene Positionen)
14.090
1.950
Verrechnung Instandhaltung
10.354
5.825
Forderungen aus Förderzusagen
673
733
Übrige
20.425
6.074
Summe
45.542
14.581
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte
 
 
Forderungen aus sonstigen Steuern und Abgaben
63.091
91.723
Geleistete Vorauszahlungen
4.391
6.255
Emissionszertifikate
78.219
48.763
Rechnungsabgrenzungsposten
9.205
7.294
Übrige
311
93
Summe
155.216
154.129
Summe
200.758
168.710
Note 27. Eigenkapital
Grundkapital und Kapitalrücklagen
Das Grundkapital der Lenzing AG zum 31. Dezember 2022 beträgt EUR 27.574.071,43 (31. Dezember 2021: EUR 27.574.071,43) und ist in 26.550.000 Stückaktien (31. Dezember 2021: 26.550.000) eingeteilt. Der auf eine Stückaktie entfallende Anteil am Grundkapital beträgt etwa EUR 1,04. Jede Stammaktie ist am Kapital im gleichen Ausmaß beteiligt und vermittelt die gleichen Rechte und Pflichten, insbesondere das Recht auf eine beschlossene Dividende und das Stimmrecht in der Hauptversammlung. Der Ausgabebetrag der Aktien ist voll einbezahlt. Andere Klassen von Anteilen sind nicht ausgegeben worden.
Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 12. April 2018 – unter gleichzeitiger Aufhebung der diesbezüglichen Hauptversammlungsbeschlüsse vom 22. April 2015 – wurde der Vorstand neuerlich ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital innerhalb von fünf Jahren ab Eintragung in das Firmenbuch – allenfalls in Tranchen – gegen Bar- und/oder Sacheinlage um bis zu EUR 13.787.034,68 durch Ausgabe von bis zu 13.274.999 Stückaktien zu erhöhen („genehmigtes Kapital“). Der auf eine Stückaktie entfallende Anteil am genehmigten Kapital beträgt etwa EUR 1,04.
Dieses genehmigte Kapital wurde im Firmenbuch am 23. Mai 2018 eingetragen.
Darüber hinaus wurde der Vorstand mit Hauptversammlungsbeschluss vom 12. April 2018 – unter gleichzeitiger Aufhebung der diesbezüglichen Hauptversammlungsbeschlüsse vom 22. April 2015 – ermächtigt mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis spätestens 12. April 2023 auch in mehreren Tranchen Wandelschuldverschreibungen auszugeben, die ein Bezugs- oder Umtauschrecht bzw. eine Bezugs- oder Umtauschpflicht auf bis zu 13.274.999 Aktien gewähren bzw. vorsehen („bedingtes Kapital“). Die Bedienung kann über das bedingte Kapital und/oder über eigene Aktien erfolgen.
Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 26. April 2022 – unter gleichzeitiger Aufhebung der diesbezüglichen Hauptversammlungsbeschlüsse vom 18. Juni 2020 – wurde der Vorstand für die Dauer von 30 Monaten vom Tag der Beschlussfassung an ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates eigene Aktien der Gesellschaft zu erwerben. Dabei dürfen die von der Gesellschaft erworbenen eigenen Aktien 10 Prozent des Grundkapitals der Gesellschaft nicht überschreiten. Der beim Rückerwerb zu leistende Gegenwert muss innerhalb einer Bandbreite von +/-25 Prozent zum gewichteten durchschnittlichen Börsenschlusskurs der letzten 20 Börsentage vor Beginn des entsprechenden Rückkaufprogramms der Lenzing Aktie liegen. Der Vorstand wurde zudem ermächtigt, erworbene eigene Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss mit Zustimmung des Aufsichtsrates einzuziehen (samt Ermächtigung des Aufsichtsrates, Änderungen der Satzung, die sich durch die Einziehung der Aktien ergeben, zu beschließen) oder wieder zu veräußern und die Veräußerungsbedingungen festzusetzen. Diese Ermächtigung kann ganz oder teilweise und in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z7 öUGB) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden. Weiters wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren vom Tag der Beschlussfassung an ermächtigt, für die Veräußerung eigener Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrates eine andere gesetzlich zulässige Art der Veräußerung als über die Börse oder ein öffentliches Angebot, auch unter Ausschluss des Wiederkaufrechts (Bezugsrechts) der Aktionäre, zu beschließen und die Veräußerungsbedingungen festzusetzen.
Der Vorstand hat von den am bzw. bis 31. Dezember 2022 bestehenden Ermächtigungen zur Erhöhung des Grundkapitals, zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen und zum Rückkauf eigener Aktien in der Berichtsperiode keinen Gebrauch gemacht.
Bei den Kapitalrücklagen handelt es sich um gebundene Rücklagen der Lenzing AG, die nur zum Ausgleich eines Bilanzverlustes der Lenzing AG verwendet werden dürfen. Sie wurden durch Zufuhr von Mitteln gebildet, welche von den Aktionären über das Grundkapital hinaus der Lenzing AG zugeflossen sind.
Andere Rücklagen
Die anderen Rücklagen enthalten alle kumulierten sonstigen Ergebnisse und setzen sich aus der Fremdwährungsumrechnungsrücklage, der Rücklage für erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte, der Hedging-Reserve und den versicherungsmathematischen Gewinnen/Verlusten zusammen.
Die auf Bestandteile des sonstigen Ergebnisses des Geschäftsjahres entfallenden Beträge setzen sich wie folgt zusammen:
Sonstiges Ergebnis
 
 
 
 
 
TEUR
 
2022
2021
 
Vor Steuern
Steuereffekt
Nach Steuern
Vor Steuern
Steuereffekt
Nach Steuern
Vollkonsolidierte Tochterunternehmen
62.412
-3.423
58.988
107.394
-4.418
102.976
Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden
2.082
0
2.082
79
0
79
Fremdwährungsumrechnungsrücklage
64.494
-3.423
61.070
107.473
-4.418
103.055
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
-16.830
4.614
-12.216
33.014
-8.253
24.760
Vollkonsolidierte Tochterunternehmen
62.713
-18.112
44.602
-20.164
865
-19.299
Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden
-18
0
-18
0
0
0
Absicherung von Zahlungsströmen (Hedging Reserve)
62.696
-18.112
44.584
-20.164
865
-19.299
Vollkonsolidierte Tochterunternehmen
11.655
-3.677
7.978
-1.691
429
-1.262
Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden
641
0
641
105
0
105
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste
12.296
-3.677
8.619
-1.587
429
-1.157
Summe
122.655
-20.598
102.057
118.736
-11.377
107.359
Die Rücklage zur Absicherung von Zahlungsströmen (Hedging Reserve) hat sich wie folgt entwickelt:
Veränderungen der Hedging Reserve
 
TEUR
 
2022
2021
Während der Berichtsperiode erfasste Erträge/Aufwendungen aus Cashflow Hedges
 
 
Aus Gasswaps
823
0
Aus Devisentermingeschäften
-6.150
-25.474
Aus Zins- und Zins-Währungsswaps
46.569
2.137
 
41.242
-23.337
Umgliederung von Beträgen aus Cashflow Hedges, die ergebniswirksam erfasst wurden
 
 
Aus Gasswaps
-6.332
0
Aus Devisentermingeschäften
27.217
2.415
Aus Zins- und Zins-Währungsswaps
568
758
 
21.453
3.173
Summe
62.696
-20.164

Bei den in der Berichtsperiode erfassten Fair Value-Änderungen aus Cashflow Hedges handelt es sich im Wesentlichen um die Absicherung von Fremdwährungsgeschäften zum Bau von Anlagen sowie die Absicherung von Umsatzerlösen in fremder Währung.
Die obigen Beträge aus der ergebniswirksamen Umgliederung von Cashflow Hedges aus Gasswaps und Devisentermingeschäften werden im Betriebsergebnis (EBIT) vor allem in den Umsatzerlösen und Umsatzkosten ausgewiesen. Die obigen Beträge aus der ergebniswirksamen Umgliederung von Cashflow Hedges aus Zins- und Zins-Währungsswaps werden im Finanzerfolg ausgewiesen.

Gewinnrücklagen
Die Gewinnrücklagen setzen sich wie folgt zusammen:
Gewinnrücklagen
 
TEUR
 
31.12.2022
31.12.2021
Freie Gewinnrücklagen der Lenzing AG nach österreichischem Recht (öUGB)
845.822
730.772
Bilanzgewinn der Lenzing AG nach österreichischem Recht (öUGB)
0
115.493
Einbehaltene Gewinne der Tochterunternehmen einschließlich der Auswirkung der Anpassung der Abschlüsse der Lenzing AG und ihrer Tochterunternehmen von den lokalen Vorschriften auf IFRS
145.879
360.095
Summe (ohne andere Rücklagen)
991.702
1.206.359
Die freien Gewinnrücklagen der Lenzing AG können jederzeit aufgelöst und als Teil des Bilanzgewinnes an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Nach österreichischem Recht können Dividenden nur jeweils aus dem Bilanzgewinn gemäß festgestelltem Jahresabschluss der Muttergesellschaft nach öUGB ausgeschüttet werden.
An die Aktionäre der Lenzing AG wurden folgende Dividenden beschlossen und gezahlt:
Beschlossene und gezahlte Dividenden der Lenzing AG
 
 
Gesamt
Anzahl der Aktien
Dividende
je Aktie
 
TEUR
 
EUR
Für das Geschäftsjahr 2021 in der ordentlichen Hauptversammlung am 26. April 2022 beschlossene Dividende (Zahlung ab 3. Mai 2022)
115.493
26.550.000
4,35
Für das Geschäftsjahr 2020 in der ordentlichen Hauptversammlung am 14. April 2021 beschlossene Dividende
0
26.550.000
0,00
Der Jahresgewinn nach öUGB des Geschäftsjahres 2022 der Lenzing AG wird wie folgt verwendet:
Verwendung des Ergebnisses 2022
TEUR
Das Geschäftsjahr 2022 der Lenzing AG endet mit einem Jahresgewinn nach österreichischem Recht (öUGB) von
65.919
nach Zuweisung zu (freien) Gewinnrücklagen von
-65.919
verbleibt ein Bilanzgewinn von
0

Hybridkapital
Im Dezember 2020 wurde eine nachrangige unbefristete Anleihe (Hybridkapital) mit einem Nominalvolumen von TEUR 500.000 und einer Verzinsung von 5,75 Prozent p.a. emittiert. Das Hybridkapital hat eine unendliche (ewige) Laufzeit und kann erstmals am 7. Dezember 2025 durch die Lenzing AG gekündigt und getilgt werden. Die Investoren haben kein Kündigungsrecht. Falls das Hybridkapital nicht gekündigt wird, wird das Hybridkapital ab dem 8. Dezember 2025 mit einem veränderten Zinssatz verzinst (dann geltender 5-Jahres Swapsatz plus Marge von 11,208 Prozent).
Die Zinsen sind nachträglich am 7. Dezember eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich die Lenzing AG nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere wenn die Hauptversammlung der Lenzing AG beschließt, eine Dividende zu leisten.
Die Anleihe erfüllt die Kriterien nach IAS 32 (Finanzinstrumente: Ausweis) für Eigenkapital. Die Hybridkupons werden demgemäß als Teil der Ergebnisverwendung in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung gezeigt.
Anteile anderer Gesellschafter
Die Anteile anderer Gesellschafter betreffen den Anteilsbesitz Dritter an den vollkonsolidierten Konzernunternehmen (nicht beherrschende Anteile bzw. Gesellschafter). Die Gesellschaften mit nicht beherrschenden Anteilen sind unter Note 42 im Abschnitt „vollkonsolidierte Gesellschaften“ dargestellt und betreffen dort jene Unternehmen, bei denen die Lenzing Gruppe einen Anteil unter 100 Prozent besitzt und die nicht unter den kündbaren nicht beherrschenden Anteilen ausgewiesen sind.
Die nicht beherrschenden Anteile am Eigenkapital bestehen per 31. Dezember 2022 mit TEUR 274.985 (31. Dezember 2021: TEUR 174.719) an der LD Celulose S.A. (LDC), Indianópolis, Brasilien, die dem Segment Division Pulp zugeordnet ist. Die nicht beherrschenden Gesellschafter halten per 31. Dezember 2022 49,0 Prozent (31. Dezember 2021: 49,0 Prozent) am Kapital und den Stimmrechten der nicht börsennotierten LDC. Das Kerngeschäft der LDC besteht in der Erzeugung und im Vertrieb von Zellstoff.

Die nachfolgende Tabelle zeigt zusammengefasste Finanzinformationen der LDC nach IFRS (100 Prozent):
Zusammengefasste Finanzinformationen der LDC
 
TEUR
 
31.12.2022
31.12.2021
Langfristige Vermögenswerte
1.607.380
1.147.458
Kurzfristige Vermögenswerte
131.267
98.960
Eigenkapital
561.194
356.570
Davon Anteil am Eigenkapital der Aktionäre der Lenzing AG
286.209
181.851
Davon Anteil nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital
274.985
174.719
Langfristige Verbindlichkeiten
1.029.994
806.748
Kurzfristige Verbindlichkeiten
147.459
83.099
 
 
 
 
2022
2021
Umsatzerlöse
164.269
10.586
Ergebnis vor Steuern (EBT)
39.964
-19.971
Gesamtergebnis
78.395
52.568
Davon Jahresüberschuss/-fehlbetrag
30.857
-20.564
Anteil der Aktionäre der Lenzing AG am Jahresüberschuss/-fehlbetrag
15.737
-10.488
Anteil nicht beherrschender Gesellschafter am Jahresüberschuss/-fehlbetrag
15.120
-10.076
Davon sonstiges Ergebnis
47.538
73.132
Anteil der Aktionäre der Lenzing AG am sonstigen Ergebnis
24.244
37.297
Anteil nicht beherrschender Gesellschafter am sonstigen Ergebnis
23.294
35.835
 
 
 
Cashflow aus der Betriebstätigkeit
-27.007
11.474
Cashflow aus der Investitionstätigkeit
-337.928
-529.072
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
324.319
478.252
Veränderung der liquiden Mittel
-40.616
-39.346
 
 
 
An die nicht beherrschenden Gesellschafter gezahlte Dividenden
0
0
Die nicht beherrschenden Anteile am Eigenkapital bestehen per 31. Dezember 2022 mit TEUR 10.329 (31. Dezember 2021: TEUR 17.232) an der PT. South Pacific Viscose (SPV), Purwakarta, Indonesien, die dem Segment Division Fiber zugeordnet ist. Die nicht beherrschenden Gesellschafter halten per 31. Dezember 2022 8,13 Prozent (31. Dezember 2021: 8,13 Prozent) am Kapital und den Stimmrechten der nicht börsennotierten SPV. Das Kerngeschäft der SPV besteht in der Erzeugung und im Vertrieb von holzbasierten Cellulosefasern.

Die nachfolgende Tabelle zeigt zusammengefasste Finanzinformationen der SPV nach IFRS (100 Prozent):
Zusammengefasste Finanzinformationen der SPV
TEUR
 
31.12.2022
31.12.2021
Langfristige Vermögenswerte
312.391
221.551
Kurzfristige Vermögenswerte
126.365
166.130
Eigenkapital
127.043
211.952
Davon Anteil am Eigenkapital der Aktionäre der Lenzing AG
116.714
194.720
Davon Anteil nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital
10.329
17.232
Langfristige Verbindlichkeiten
121.872
17.705
Kurzfristige Verbindlichkeiten
189.841
158.025
 
 
 
 
2022
2021
Umsatzerlöse
436.995
417.124
Ergebnis vor Steuern (EBT)
-102.121
-19.395
Gesamtergebnis
-85.591
-9.643
Davon Jahresfehlbetrag
-101.481
-25.827
Anteil der Aktionäre der Lenzing AG am Jahresfehlbetrag
-93.230
-24.375
Anteil nicht beherrschender Gesellschafter am Jahresfehlbetrag
-8.250
-1.452
Davon sonstiges Ergebnis
15.889
16.184
Anteil der Aktionäre der Lenzing AG am sonstigen Ergebnis
14.598
14.831
Anteil nicht beherrschender Gesellschafter am sonstigen Ergebnis
1.292
1.353
 
 
 
Cashflow aus der Betriebstätigkeit
-12.757
-71.743
Cashflow aus der Investitionstätigkeit
-98.821
-29.474
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
123.791
98.004
Veränderung der liquiden Mittel
12.212
-3.214
 
 
 
An die nicht beherrschenden Gesellschafter gezahlte Dividenden
0
0

Auf die anderen Gesellschafter von Tochterunternehmen der Lenzing AG entfallen insgesamt folgende Anteile am sonstigen Ergebnis:
Anteil nicht beherrschender Gesellschafter am sonstigen Ergebnis
TEUR
 
2022
2021
Posten, die nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden
 
 
Neubewertung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Plänen
142
-45
Auf diese Bestandteile des sonstigen Ergebnisses entfallende Ertragsteuern
-32
10
 
 
 
Posten, die in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden können
 
 
Ausländische Geschäftsbetriebe – Kursdifferenzen aus der Umrechnung, die während der Berichtsperiode eingetreten sind
12.006
13.533
Cashflow Hedges – effektiver Teil der in der Berichtsperiode erfassten Fair Value-Änderungen und nicht designierte Komponenten
18.793
-6.858
Auf diese Bestandteile des sonstigen Ergebnisses entfallende Ertragsteuern
-6.322
0
Sonstiges Ergebnis (netto)
24.587
6.640
Note 28. Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln
Der unter diesem Posten abgegrenzte Betrag resultiert im Wesentlichen aus gewährten Zuschüssen zur Förderung von Investitionen in den Umweltschutz und aus allgemein zur Investitionsförderung gewährten Zuschüssen.
Investitionszuschüsse werden als Passivposten ausgewiesen und entsprechend der Nutzungsdauer der geförderten Investitionen linear verteilt als „Erträge aus der Auflösung von Investitionszuschüssen“ ergebniswirksam erfasst.
Zuschüsse der öffentlichen Hand für Kostenersätze werden in jener Periode als sonstiger Ertrag erfasst, in der die entsprechenden Kosten anfallen, außer der Zufluss des Zuschusses hängt von noch nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit eintretenden Bedingungen ab.
In der Berichtsperiode wurden Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln in Höhe von TEUR 16.445 (2021: TEUR 12.755) erfolgswirksam erfasst, die überwiegend aus der Förderung von Forschungsaktivitäten und Qualifizierungsmaßnahmen für Mitarbeiter:innen resultieren. Mit diesen Zuschüssen allenfalls verbundene Auflagen wurden erfüllt, sodass es als unwahrscheinlich angesehen wird, dass diese auch nur teilweise wieder zurückzuzahlen sind.
Unter den Zuschüssen aus öffentlichen Mitteln sind die Emissionszertifikate zum 31. Dezember 2022 in Höhe von TEUR 65.893 enthalten (31. Dezember 2021: TEUR 42.254). Auf Basis der Richtlinie 2003/87/EG des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rates über ein System für den Handel mit Treibhausgas-Emissionszertifikaten wurden durch nationale Zuteilungspläne den betroffenen Gesellschaften in der Lenzing Gruppe für 2022 insgesamt 375.634 EU-Emissionszertifikate und 23.794 UK-Emissionszertifikate unentgeltlich zugeteilt (2021: 369.863 EU-Emissionszertifikate und 30.589 UK-Emissionszertifikate).
Emissionszertifikate werden mit dem beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Zuteilung aktiviert. Die Differenz zwischen dem Zeitwert und dem von der Gesellschaft für die Anschaffung aufgewendeten Betrag wird in den Posten „Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln“ eingestellt. Zu jedem Berichtsstichtag wird eine Rückstellung für die bis zu diesem Stichtag verbrauchten Zertifikate gebildet. Die Rückstellung wird, soweit die verbrauchten Zertifikate in den von der Gesellschaft zu diesem Stichtag gehaltenen Zertifikaten Deckung finden, mit dem für diese Zertifikate angesetzten Aktivwert bewertet. Soweit die verbrauchten Zertifikate die im Bestand befindlichen Zertifikate übersteigen, wird die Rückstellung mit dem Zeitwert der (nachzuschaffenden) Zertifikate zu dem betreffenden Stichtag bewertet. Künftige Verschärfungen von Gesetzen und Selbstverpflichtungen zu den Emissionen, speziell in den Ländern der Produktionsstandorte der Lenzing Gruppe, könnten in der Zukunft zu weiteren Vorsorgen führen.
Im Geschäftsjahr 2022 betrugen die Aufwendungen für Emissionszertifikate TEUR 14.999 (2021: TEUR 6.557).

Note 29. Finanzverbindlichkeiten
Die Finanzverbindlichkeiten setzen sich zum 31. Dezember wie folgt zusammen:

Finanzverbindlichkeiten
31.12.2022
31.12.2021
TEUR
 
Währung
Nominale
Buchwert
Durchschnittliche Verzinsung in %
Währung
Nominale
Buchwert
Durchschnittliche Verzinsung in %
Schuldscheindarlehen
 
 
 
 
 
 
 
 
Fix verzinst
EUR
290.500
290.110
1,5
EUR
362.500
361.965
1,5
Variabel verzinst
EUR
219.000
218.640
1,2
EUR
219.000
218.526
1,1
Variabel verzinst1
USD
65.000
60.941
0,8
USD
65.000
57.350
0,8
 
 
 
569.691
 
 
 
637.841
 
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
 
 
 
 
 
 
 
 
Darlehen:
 
 
 
 
 
 
 
 
Fix verzinst
EUR
428.809
428.809
1,1
EUR
428.809
428.809
1,0
Fix verzinst
USD
140.602
111.972
3,0
USD
91.457
69.287
2,8
Variabel verzinst
EUR
140.412
139.586
0,8
EUR
139.779
139.779
0,2
Variabel verzinst1
USD
1.000.000
911.729
4,1
USD
789.000
670.175
2,2
Betriebsmittelkredite2:
 
 
 
 
 
 
 
 
Variabel verzinst
IDR
156.333.686
9.463
9,8
IDR
0
0
0,0
Variabel verzinst
CNY
250.000
33.976
3,7
CNY
250.000
34.612
4,0
Variabel verzinst
USD
4.876
4.572
7,2
USD
0
0
0,0
 
 
 
1.640.106
 
 
 
1.342.661
 
Leasingverbindlichkeiten
 
 
 
 
 
 
 
 
Fix verzinst
EUR
69.590
69.590
10,2
EUR
63.475
63.475
9,0
 
 
 
69.590
 
 
 
63.475
 
Verbindlichkeiten gegenüber
sonstigen Darlehensgebern
 
 
 
 
 
 
 
 
Fix verzinst
EUR
10.603
10.603
0,7
EUR
8.622
8.622
0,7
Teilweise fix verzinst
EUR
30.005
30.005
0,6
EUR
33.813
33.813
0,6
Variabel verzinst
BRL
12.445
2.236
10,4
BRL
93.279
14.748
3,9
 
 
 
42.843
 
 
 
57.183
 
Summe
 
 
2.322.230
 
 
 
2.101.161
 
Davon kurzfristig
 
 
250.282
 
 
 
120.125
 
Davon langfristig
 
 
2.071.948
 
 
 
1.981.036
 
1) Die zugrunde liegenden Verträge sind zum 31. Dezember 2022 bzw. 31. Dezember 2021 an den Referenzzinssatz USD-LIBOR gekoppelt und wurden noch nicht auf einen alternativen Referenzzinssatz umgestellt.
2) Revolvierende Kreditvereinbarungen und Kontokorrentkonten
Im Geschäftsjahr 2012 hat die Lenzing Gruppe Schuldscheine begeben. Das Emissionsvolumen beläuft sich auf TEUR 200.000. Es wurden Laufzeiten von 4 und 7 Jahren mit jeweils fixer und variabler Verzinsung und mit einer Laufzeit von 10 Jahren nur mit fixer Verzinsung vereinbart. Die durchschnittliche Laufzeit beträgt ca. 6 Jahre. Im Geschäftsjahr 2016 hat die Lenzing Gruppe von den bestehenden Schuldscheinen TEUR 40.500 planmäßig zurückgezahlt. Im Geschäftsjahr 2015 hat sich die Lenzing Gruppe auf die Refinanzierung der Schuldscheine samt Volumensausdehnung geeinigt. Bestehende Schuldscheine in Höhe von TEUR 89.500 wurden gekündigt und mit verlängerten Laufzeiten neu ausgegeben. Außerdem wurden zusätzlich Schuldscheine in Höhe von TEUR 60.500 ausgegeben. Insgesamt wurden somit TEUR 150.000 an Schuldscheinen platziert, welche eine durchschnittliche Laufzeit von 7 Jahren haben. Im Geschäftsjahr 2022 wurden TEUR 72.000 (2021: TEUR 56.000) zurückbezahlt.
Im Geschäftsjahr 2019 hat die Lenzing Gruppe weitere Schuldscheindarlehen begeben. Das Emissionsvolumen beläuft sich auf TEUR 375.000 und TUSD 45.000. Es wurde eine Laufzeit von 5 bis 15 Jahren mit fixer und variabler Verzinsung vereinbart.
Im Geschäftsjahr 2020 hat die Lenzing Gruppe weitere Schuldscheindarlehen begeben. Das Emissionsvolumen beläuft sich auf TEUR 114.000 und TUSD 20.000. Es wurde eine Laufzeit von 5 bis 7 Jahren mit fixer und variabler Verzinsung vereinbart.
Im Geschäftsjahr 2020 wurde eine Finanzierung von der Oesterreichischen Kontrollbank AG in Höhe von TEUR 200.000 aufgenommen. Es wurde eine Laufzeit von 3 bis 7 Jahren mit fixer und variabler Verzinsung vereinbart.
Im Geschäftsjahr 2021 wurde eine weitere Finanzierung von der
Oesterreichischen Kontrollbank AG in Höhe von TEUR 160.000 aufgenommen. Es wurde eine Laufzeit von 2 bis 7 Jahren mit fixer und variabler Verzinsung vereinbart.
Die Finanzierung für die Errichtung des Zellstoffwerkes in Brasilien wurde im Geschäftsjahr 2020 in Form von Darlehen gesichert (Volumen in TUSD 1.147.200). Zum 31. Dezember 2022 sind von den Darlehen TEUR 1.023.700 (31. Dezember 2021: TEUR 739.462) ausgenutzt. Diese Verbindlichkeiten sind durch verpfändete Sachanlagen in Höhe von TEUR 34.922 (31. Dezember 2021: TEUR 9.558) sowie biologische Vermögenswerte in Höhe von TEUR 127.735 (31. Dezember 2021: 95.767) besichert. Zudem wurden für die Finanzierung des Zellstoffwerkes die Anteile an der LD Celulose S.A., Indianópolis, Brasilien verpfändet. Details zu den bestehenden Financial Covenants werden in Note 36 erläutert.
Die nächste Zinsanpassung bei den variablen und teilweise fix verzinsten Darlehen erfolgt je nach Kreditvereinbarung innerhalb der nächsten sechs Monate. Die Konditionen für die mehrmals ausnutzbaren (revolvierenden) Kredite sind für eine bestimmte Zeit fixiert und grundsätzlich variabel verzinst.
Die sonstigen Darlehen betreffen vorwiegend die Verpflichtungen gegenüber der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft und dem ERP-Fonds sowie Darlehen von nicht beherrschten Gesellschaften.

Note 30. Steuerabgrenzung
(aktive und passive latente Steuern) und laufende Steuern
Die Steuerabgrenzung für aktive und passive latenten Steuern betrifft folgende Bilanzposten:
Aktive Steuerlatenz
 
TEUR
 
31.12.2022
31.12.2021
Immaterielle Anlagen und Sachanlagen
1.936
3.291
Finanzanlagen
2.664
3.745
Vorräte
17.010
10.506
Sonstige Vermögenswerte
1.254
1.604
Rückstellungen
13.331
20.665
Investitionszuschüsse
135
159
Leasingverbindlichkeiten
20.007
17.550
Sonstige Verbindlichkeiten
14.835
11.594
Verlustvorträge
73.941
37.908
Aktive Steuerlatenz brutto – vor Ansatzkorrektur
145.114
107.022
Ansatzkorrektur auf latente Steueransprüche
-78.512
-47.480
Davon auf steuerliche Verlustvorträge
-62.989
-32.671
Aktive Steuerlatenz brutto
66.602
59.542
Verrechenbar mit passiver Steuerlatenz
-64.887
-55.962
Aktive Steuerlatenz netto
1.716
3.581
Passive Steuerlatenz
 
TEUR
 
31.12.2022
31.12.2021
Immaterielle Anlagen und Sachanlagen
76.354
71.179
Nutzungsrechte Leasing
21.407
20.155
Biologische Vermögenswerte
6.229
2.613
Finanzanlagen
12.278
5.726
Vorräte
109
464
Sonstige Vermögenswerte
16.144
11.809
Steuerliche Sonderabschreibungen
0
2.632
Investitionszuschüsse
265
348
Sonstige Verbindlichkeiten
2.340
842
Passive Steuerlatenz brutto
135.127
115.768
Verrechenbar mit aktiver Steuerlatenz
-64.887
-55.962
Passive Steuerlatenz netto
70.240
59.806
Von den aktiven latenten Steuern brutto sind TEUR 34.254 (31. Dezember 2021: TEUR 22.501) innerhalb eines Jahres fällig. Von den passiven latenten Steuern brutto sind TEUR 4.937 (31. Dezember 2021: TEUR 12.416) innerhalb eines Jahres fällig. Die restlichen Beträge sind in mehr als einem Jahr fällig.

Die Steuerabgrenzungen haben sich wie folgt entwickelt:
Entwicklung der Steuerabgrenzungen
 
TEUR
 
2022
2021
Stand zum 01.01.
-56.226
-40.001
Im Gewinn oder Verlust erfasst
5.579
-6.838
Im sonstigen Ergebnis erfasst
-18.347
-7.857
Währungsumrechnungsdifferenzen
469
-1.530
Stand zum 31.12.
-68.525
-56.226
Im Konzern bestehen per 31. Dezember 2022 steuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 333.554 (31. Dezember 2021: TEUR 166.812). Die bestehenden steuerlichen Verlustvorträge können wie folgt genutzt werden:
Verlustvorträge (Bemessungsgrundlage)
 
TEUR
 
31.12.2022
31.12.2021
Summe
333.554
166.812
Davon aktivierte Verlustvorträge
46.644
20.359
Davon nicht aktivierte Verlustvorträge
286.910
146.453
 
 
 
Möglicher Verfall von nicht aktivierten Verlustvorträgen
 
 
Innerhalb von 1 Jahr
572
141
Innerhalb von 2 Jahren
26.820
557
Innerhalb von 3 Jahren
80.394
27.875
Innerhalb von 4 Jahren
43.195
83.703
Innerhalb von 5 Jahren oder länger
135.913
30.629
Unbeschränkt vortragsfähig
16
3.548
Per 31. Dezember 2022 wurden latente Steueransprüche von insgesamt TEUR 1.716 (31. Dezember 2021: TEUR 3.581) aktiviert. Davon entfallen TEUR 0 (31. Dezember 2021: TEUR 25) an aktiven Steuerlatenzen auf Konzerneinheiten, die im abgelaufenen Jahr
oder im Vorjahr Verluste erwirtschaftet haben. In den betreffenden Konzerneinheiten resultierten die steuerlichen Verluste im Wesentlichen aus einmaligen Ereignissen, welche in der Zukunft voraussichtlich nicht wiederkehren. Ansonsten erfolgte der Ansatz aktiver latenter Steuern, wenn ausreichend zu versteuernde temporäre Differenzen vorliegen.
Bei den nicht aktivierten Verlustvorträgen bestehen Einschränkungen hinsichtlich ihrer Nutzbarkeit. Wäre eine Nutzbarkeit aller steuerlicher Verlustvorträge in voller Höhe möglich, würden die aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge statt TEUR 10.952 (31. Dezember 2021: TEUR 5.236) TEUR 73.941 (31. Dezember 2021: TEUR 37.908) betragen.
In den aktiven Steuerlatenzen sind in den Posten Finanzanlagen und sonstige Vermögenswerte Beträge für offene Siebentel aus steuerlichen Teilwertabschreibungen in Zusammenhang mit Beteiligungen gemäß § 12 Abs. 3 Z. 2 öKStG (österreichisches Körperschaftsteuergesetz) entsprechend einer Bemessungsgrundlage in Höhe von TEUR 11.090 (31. Dezember 2021: TEUR 14.994) enthalten. Im laufenden Jahr wurden Siebentel aus Teilwertabschreibungen in Höhe von TEUR 3.905 (2021: TEUR 4.612) steuerlich verwertet.
Die Basis für die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern sind grundsätzlich – nach Abzug der passiven temporären Differenzen – die zukünftigen positiven steuerlichen Ergebnisse entsprechend den vom Vorstand genehmigten Planungen. Diese Planungen werden auch bei den Werthaltigkeitstests verwendet (siehe Note 11). Bei der Beurteilung der noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften werden ergänzend die Nutzungsvoraussetzungen berücksichtigt.
Auf temporäre Differenzen aus Anteilen an Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen und dem anteiligen Nettovermögen, das von Konzerngesellschaften gehalten wird, mit einer Bemessungsgrundlage von TEUR 507.985 (31. Dezember 2021: TEUR 474.481) wurden keine latenten Steuerschulden erfasst, da die Lenzing Gruppe in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Auflösung der temporären Differenz zu steuern und sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit wahrscheinlich nicht auflösen werden.
In den Forderungen aus laufenden Steuern sind Steuerguthaben aus Vorauszahlungen gegenüber ausländischen Finanzbehörden enthalten. Wenn die Werthaltigkeit wahrscheinlich ist, werden die Werte angesetzt, andernfalls wird eine Ansatzkorrektur vorgenommen. Der Bruttobuchwert der langfristigen Forderungen aus laufenden Steuern beträgt per 31. Dezember 2022 TEUR 21.155 (31. Dezember 2021: TEUR 21.819). Die Zahlungen sind teilweise unsicher, insbesondere die Zeitpunkte der Zahlungen auf Grund der mitunter langen Verfahrensdauern. Deshalb wurden per 31. Dezember 2022 Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 5.250 (31. Dezember 2021: TEUR 6.882) erfasst.
Die Lenzing AG und die im Gruppenvertrag einbezogenen Tochtergesellschaften sind Gruppenmitglieder in der zwischen der B&C Holding Österreich GmbH als Gruppenträgerin und der Lenzing AG sowie weiteren Tochtergesellschaften der Lenzing AG als Gruppenmitglieder abgeschlossenen steuerlichen Unternehmensgruppe gemäß § 9 öKStG (österreichisches Körperschaftsteuergesetz). Der Steuerausgleichsvertrag wurde mit Wirkung ab dem Wirtschaftsjahr 2021 neu gefasst. Darin sind nunmehr auch Regelungen betreffend Zinsschranke (§ 12a KStG) berücksichtigt.
Im Zuge der Gruppenbesteuerung kommt es zwischen den einbezogenen Gruppenmitgliedern zu einer Aufrechnung von steuerlichen Gewinnen und Verlusten. Aufgrund der gemeinsamen Veranlagung werden aktive und passive latente Steuern der einbezogenen Gruppenmitglieder saldiert. Zukünftige Steuerverpflichtungen aus der Anrechnung von Verlusten ausländischer Tochtergesellschaften werden ohne Abzinsung im Konzernabschluss erfasst. Der Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag verpflichtet die Lenzing AG, eine Steuerumlage in Höhe der auf den steuerpflichtigen Gewinn der Gesellschaft und der in der Gruppe einbezogenen Tochtergesellschaften entfallenden Körperschaftsteuer zu entrichten. Allfällige beim Gruppenträger auf das gesamte Gruppenergebnis effektiv anrechenbare in- und ausländische Quellensteuern sowie weitergeleitete Mindestkörperschaftsteuern kürzen die von der Lenzing AG zu zahlende Steuerumlage.
Sofern im Veranlagungsjahr laufende Verluste bzw. Verlustvorträge, die vom Gruppenträger selbst verursacht wurden, gegen positive Ergebnisse der Steuergruppe der Lenzing AG verrechnet werden können, kommt es zu einer Reduktion der von der Lenzing AG zu leistenden Steuerumlage. Die Reduktion der Steuerumlage beträgt 25 Prozent (2021: 25 Prozent) des geltenden Körperschaftsteuersatzes (somit derzeit 6,25 Prozent; 2021: 6,25 Prozent) der in einem Veranlagungsjahr des Gruppenträgers mit positiven Ergebnissen verrechneten gruppenträgereigenen laufenden Verluste bzw. Verlustvorträge. Ein steuerlicher Verlust der Lenzing AG inklusive der beteiligten Tochtergesellschaften wird evident gehalten und mit künftigen steuerlichen Gewinnen verrechnet. Für bei Beendigung des Vertrages nicht verrechnete Verluste ist eine Ausgleichszahlung vereinbart.
Bei der Feststellung der Höhe von tatsächlichen und latenten Steuern berücksichtigt die Lenzing Gruppe die Auswirkungen von ungewissen Steuerpositionen. Ein Ansatz von davon betroffenen Steueransprüchen erfolgt in Fällen, in denen der Anspruch hinreichend sicher ist, mit dem erwarteten Betrag der Rückerstattung. Die Steuererklärungen der Unternehmen der Lenzing Gruppe werden regelmäßig von den Steuerbehörden geprüft. Unter Berücksichtigung einer Vielzahl von Faktoren, unter anderem der Auslegung, Kommentierung und Rechtsprechung zur jeweiligen Steuergesetzgebung sowie der Erfahrungen aus der Vergangenheit sind entsprechende Vorsorgen für zukünftig mögliche Steuerverpflichtungen gebildet worden. Darüber hinaus erfolgt die Beurteilung ungewisser Steuerpositionen auf Basis von Schätzungen und Annahmen über künftige Ereignisse. Es können in der Zukunft neue Informationen zur Verfügung stehen, die die Gruppe dazu veranlassen, ihre Annahmen hinsichtlich der Angemessenheit der Steuerpositionen zu ändern. Solche Änderungen werden Auswirkungen auf den Steueraufwand in der Periode haben, in der eine solche Feststellung getroffen wird.

Note 31. Rückstellungen
Der Posten Rückstellungen der Lenzing Gruppe gliedert sich wie folgt:
Rückstellungen
 
 
 
 
 
TEUR
 
Gesamt
Davon kurzfristig
Davon langfristig
 
31.12.2022
31.12.2021
31.12.2022
31.12.2021
31.12.2022
31.12.2021
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
 
 
 
 
 
 
Pensionen und Abfertigungen
77.646
102.220
7.149
6.945
70.497
95.275
Jubiläumsgelder
14.899
18.812
936
1.314
13.963
17.498
 
92.544
121.032
8.084
8.259
84.460
112.773
Sonstige Rückstellungen
 
 
 
 
 
 
Restrukturierungsmaßnahmen
21.125
0
21.125
0
0
0
Drohende Verluste und sonstige Wagnisse
23.545
25.978
23.545
22.231
0
3.746
Emissionszertifikate
12.493
6.508
12.493
6.508
0
0
Übrige
8.134
3.750
1.047
2.089
7.087
1.661
 
65.297
36.236
58.210
30.829
7.087
5.407
Summe
157.841
157.268
66.295
39.088
91.547
118.180
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Pensionen und Abfertigungen
Die Lenzing Gruppe ist Verpflichtungen für Pensionen und Abfertigungen aus leistungsorientierten Versorgungsplänen, die unter den Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen ausgewiesen sind, und beitragsorientierten Versorgungsplänen eingegangen.
Leistungsorientierte Pläne (für Pensionen und Abfertigungen)
Die Versorgungsleistungen richten sich bei den leistungsorientierten Plänen für Pensionen und Abfertigungen nach dem letzten Aktivbezug und nach dem Dienstalter. Sie erfordern keine Beitragsleistungen von den Arbeitnehmern.
Die leistungsorientierten Pensionspläne basieren auf vertraglichen Verpflichtungen. Der bedeutendste leistungsorientierte Pensionsplan der Lenzing Gruppe besteht in Österreich. Dieser leistungsorientierte Pensionsplan gilt für Arbeitnehmer, die vor dem 1. Jänner 2000 eingetreten sind und sich für den Verbleib im Plan entschieden haben. Die Ansprüche entstanden im Allgemeinen nach einer Wartezeit von mindestens 10- bzw. 15-jähriger Dienstzeit. Bei den Anwartschaftsberechtigten wird von einem Pensionsalter von 58 bis 63 Jahren, abhängig vom Geschlecht, ausgegangen. Der Plan umfasst derzeit zum Großteil bereits pensionierte Arbeitnehmer. Es bestehen zum Teil qualifizierte Versicherungspolizzen, welche als Planvermögen erfasst sind, und Bedeckungen der Verpflichtungen mit Wertpapieren, die sich nicht als Planvermögen eignen.

Die leistungsorientierten Abfertigungspläne basieren auf gesetzlichen und kollektivvertraglichen Verpflichtungen. Der bedeutendste leistungsorientierte Abfertigungsplan der Lenzing Gruppe besteht in Österreich. Nach diesem Plan haben Arbeitnehmer, deren Dienstverhältnisse österreichischem Recht unterliegen und vor dem 1. Jänner 2003 begonnen haben, einen gesetzlichen Anspruch auf eine Abfertigung in besonderen Fällen, insbesondere bei Erreichen des gesetzlichen Pensionsalters und im Fall der Dienstgeberkündigung (System „Abfertigung alt“). Die Höhe der Abfertigung ist abhängig von der Höhe des Bezugs zum Zeitpunkt der Beendigung des Dienstverhältnisses und von der Dauer des Dienstverhältnisses. Wesentliche ähnliche leistungsorientierte Abfertigungspläne bestehen auch in Indonesien und Tschechien. Sie gelten dort für alle Arbeitnehmer unabhängig vom Eintrittsdatum. Für die leistungsorientierten Abfertigungspläne bestehen keine Vermögenswerte zur Deckung, sie sind rein rückstellungsfinanziert.
Teile der rückgestellten leistungsorientierten Abfertigungen wurden im Geschäftsjahr 2022 in die sonstigen Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen umgegliedert (siehe Abschnitt „Sonstige Rückstellungen“).

Die leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungspläne sind im Wesentlichen mit folgenden Risiken verbunden, welche die Höhe der zu bilanzierenden Verpflichtungen beeinflussen:
  • ● Veranlagungsrisiko: Wenn der Ertrag aus dem Planvermögen den Abzinsungssatz unterschreitet, führt das zu einem Plandefizit und zu einer Erhöhung der Verpflichtungen.
  • ● Zinsrisiko: Eine Senkung des Abzinsungssatzes durch geringere Anleihezinsen am Kapitalmarkt führt zu einer Erhöhung der Verpflichtungen.
  • ● Gehalts- und Pensionstrend: Sollte die tatsächliche Entwicklung über den angenommenen zukünftigen Gehalts- und Pensionsentwicklungsraten liegen, führt dies zu einer Erhöhung der Verpflichtungen.
  • ● Fluktuations- und Austrittsrisiko: Eine Verringerung der angenommenen Fluktuationsraten führt zu einer Erhöhung der Verpflichtungen.
  • ● Langlebigkeitsrisiko: Ein Anstieg der Lebenserwartung der Anspruchsberechtigten führt zu einer Erhöhung der Verpflichtungen.
Daneben ist die Lenzing Gruppe bei diesen Plänen auch Währungsrisiken ausgesetzt.
Die Lenzing Gruppe ergreift verschiedene Maßnahmen, um die Risiken aus leistungsorientierten Plänen zu reduzieren. Dazu gehören insbesondere die Ausfinanzierung der leistungsorientierten Pläne durch Planvermögen oder Bedeckung der Verpflichtungen mit Wertpapieren, die sich nicht als Planvermögen eignen, und die Abfindung von bestehenden leistungsorientierten Plänen durch Abschlagszahlungen. Zudem werden Pensions- und ähnliche Zusagen, soweit möglich und rechtlich zulässig, nur mehr in Form von beitragsorientierten Leistungszusagen abgeschlossen.
Die Ziele der Investitionspolitik sind beim Planvermögen ein optimierter Aufbau und die Deckung der bestehenden Ansprüche der betreffenden Arbeitnehmer. Die Anlagestrategien (Asset Allocations) des Planvermögens sind vertraglich geregelt. Für einen Teil der Ansprüche des österreichischen Pensionsplanes wurde eine Rückdeckungsversicherung abgeschlossen und als Planvermögen in der Höhe von TEUR 2.469 (31. Dezember 2021: TEUR 2.598) dargestellt. Dabei handelt es sich um eine klassische Lebensversicherung, die entsprechend dem Fälligkeitsprofil der zu Grunde liegenden Ansprüche mit dem Ziel hoher Sicherheit bei der Veranlagung vorwiegend in Schuldinstrumente investiert. Beiträge in die Versicherung werden durch die Lenzing Gruppe nicht mehr geleistet.
Der Fair Value der Versicherung wird nicht auf einem aktiven Markt festgelegt; er entspricht dem bilanzmäßigen Deckungskapital. Im Planvermögen sind keine eigenen Finanzinstrumente oder selbstgenutzte Vermögenswerte der Lenzing Gruppe enthalten. Die tatsächlichen Erträge aus dem Planvermögen betragen TEUR 155 (2021: TEUR 152). Der Nettozinsaufwand aus leistungsorientierten Plänen (Aufwendungen aus der Aufzinsung der Verpflichtungen und die Erträge aus dem Planvermögen) wird in den Finanzierungskosten erfasst.
Die wichtigsten angewandten versicherungsmathematischen Parameter der leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungspläne stellen sich wie folgt dar:
Versicherungsmathematische Annahmen der leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungspläne p. a. in %
 
31.12.2022
Zinssatz
Gehaltssteigerung
Pensionssteigerung
Fluktuations-abschläge
Österreich – Pensionen
4,1
3,0
0,0-3,0
0,0
Österreich – Abfertigungen
4,1
3,0
N/A
0,0
Indonesien
7,0
7,5
N/A
1,0-5,0
Tschechien
3,5
4,2
N/A
1,6
 
 
 
 
 
31.12.2021
 
 
 
 
Österreich – Pensionen
0,9
2,5
0,0-3,0
0,0
Österreich – Abfertigungen
0,9
2,5
N/A
0,0
Indonesien
6,8
7,5
N/A
1,0-5,0
Tschechien
0,9
4,0
N/A
1,3
Die wesentlichen Verpflichtungen aus leistungsorientierten Plänen bestehen aus Verpflichtungen für Pensionen und Abfertigungen in österreichischen Konzernunternehmen der Lenzing Gruppe. Für diese Verpflichtungen wurde ein Abzinsungssatz verwendet, der aus erstrangigen festverzinslichen Industrieanleihen mit zumindest AA-Rating nach dem Standard eines international tätigen Versicherungsmathematikers abgeleitet wurde. Anleihen, die im Vergleich zu den anderen Anleihen in ihrer Risikoeinstufung deutlich höhere oder niedrigere Zinsen aufweisen („statistische Ausreißer“), wurden dabei nicht berücksichtigt. Die Währung und die Laufzeiten der zu Grunde gelegten Anleihen orientieren sich an der Währung und den voraussichtlichen Laufzeiten der zu erfüllenden Verpflichtungen. Die geschätzten Gehalts- und Pensionssteigerungen, die auch für die Zukunft als realistisch angesehen werden, wurden aus einer Durchschnittsbetrachtung der vergangenen Jahre abgeleitet. Die Fluktuationsraten wurden je nach Gesellschaft in Abhängigkeit von der Zusammensetzung der Belegschaft und der Dauer von deren Unternehmenszugehörigkeit angesetzt. Das für die Berechnung herangezogene Pensionsantrittsalter richtet sich nach den jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen. In den übrigen Ländern werden landesspezifische Annahmen zur Festlegung des Abzinsungssatzes, der Gehaltssteigerungen, der Fluktuationsraten und des Pensionsantrittsalters verwendet.
Für die Berechnung der leistungsorientierten Pensionspläne in Österreich werden die biometrischen Rechnungsgrundlagen von AVÖ 2018-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung verwendet.
In den übrigen Ländern gibt es folgende biometrische Rechnungsgrundlagen und Annahmen:
  • ● Indonesien: Tabel Mortalita Indonesia (TMI 2019)
  • ● Tschechien: AVÖ 2018-P
  • ● Übrige: Aufgrund der geringen Anzahl der Anspruchsberechtigten wurden keine biometrischen Annahmen getroffen
Die in der Konzern-Bilanz ausgewiesenen Verpflichtungen (Buchwerte) aus leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungsplänen setzen sich wie folgt zusammen:
Entwicklung der leistungsorientierten Pläne
TEUR
 
Barwert der Pensions- und Abfertigungsverpflichtung (DBO)
Beizulegender Wert des Planvermögens
Buchwert der leistungsorientierten Pläne
 
2022
2021
2022
2021
2022
2021
Stand zum 01.01.
104.818
106.398
2.598
2.730
102.220
103.669
Dienstzeitaufwand
 
 
 
 
 
 
Laufender Dienstzeitaufwand
2.694
3.777
0
0
2.694
3.777
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand
0
0
0
0
0
0
Ergebnis aus Plankürzungen
671
588
0
0
671
588
Nettozinsen
1.957
1.590
22
18
1.935
1.572
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Aufwendungen und Erträge für leistungsorientierte Pläne
5.322
5.955
22
18
5.300
5.936
Neubewertung der Periode
 
 
 
 
 
 
Aufgrund demografischer Annahmen
-35
-77
0
0
-35
-77
Aufgrund finanzieller Annahmen
-19.177
-918
0
0
-19.177
-918
Aufgrund erfahrungsbedingter Anpassungen
7.690
2.821
0
0
7.690
2.821
Aufgrund von Erträgen aus Planvermögen exklusive Beträge, die in den Zinserträgen enthalten sind
0
0
133
134
-133
-134
Im sonstigen Ergebnis erfasste Neubewertungen von leistungsorientierten Plänen
-11.522
1.825
133
134
-11.655
1.691
Cashflows
 
 
 
 
 
 
Aus dem Plan geleistete Zahlungen
-283
-283
-283
-283
0
0
Direkte Zahlungen und Beiträge des Arbeitgebers
-12.238
-10.378
0
0
-12.238
-10.378
Währungsumrechnungsdifferenzen
-250
1.302
0
0
-250
1.302
Sonstige Überleitungspositionen
-12.771
-9.360
-283
-283
-12.488
-9.076
Stand zum 31.12.
85.847
104.818
2.469
2.598
83.377
102.220
Davon Pensionen Österreich
18.214
23.413
2.469
2.598
15.744
20.815
Davon Abfertigungen Österreich
42.636
58.583
0
0
42.636
58.583
Davon Pensionen und Abfertigungen übrige Länder
19.265
22.822
0
0
19.265
22.822
Davon Restrukturierungsmaßnahmen
5.732
0
0
0
5.732
0
Zur Beurteilung des Risikos der Veränderung versicherungsmathematischer Parameter hinsichtlich der Bewertung des Barwerts der Verpflichtungen aus leistungsorientierten Plänen werden Sensitivitätsanalysen durchgeführt. Die Sensitivitätsanalysen stellen Auswirkungen aus hypothetischen Änderungen von wesentlichen Parametern auf den Barwert der Verpflichtungen dar, die sich bei vernünftiger Betrachtungsweise am Bilanzstichtag hätten ändern können. Es wurde jeweils ein Parameter verändert, während die übrigen Parameter konstant gehalten wurden. Als Basis für die Sensitivitätsanalysen werden die Barwerte der Verpflichtungen zum Bilanzstichtag vor Abzug der Planvermögen (Bruttoschuld bzw. DBO) und vor Umgliederung zu den sonstigen Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen herangezogen.


Die Sensitivitäten der Parameter stellen sich zu den Bilanzstichtagen wie folgt dar:
Sensitivitätsanalyse der leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen
 
31.12.2022
Veränderung der Parameter
(Prozentpunkte)
Abnahme des Parameters / Veränderung des Barwerts der Verpflichtung in TEUR
Zunahme des Parameters / Veränderung des Barwerts der Verpflichtung in TEUR
Zinssatz
1,0
6.542
-5.760
Gehaltssteigerung
1,0
-4.714
5.263
Pensionssteigerung
1,0
-1.084
1.203
Sensitivitätsanalyse der leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen (Vorjahr)
 
31.12.2021
Veränderung der Parameter
(Prozentpunkte)
Abnahme des Parameters / Veränderung des Barwerts der Verpflichtung in TEUR
Zunahme des Parameters / Veränderung des Barwerts der Verpflichtung in TEUR
Zinssatz
1,0
9.703
-8.370
Gehaltssteigerung
1,0
-6.524
7.395
Pensionssteigerung
1,0
-1.689
1.915
Die oben dargestellten Sensitivitätsanalysen stellen hypothetische Änderungen aufgrund der getroffenen Annahmen dar. Tatsächliche Abweichungen von den Annahmen führen zu anderen Auswirkungen. Insbesondere können die oben isoliert veränderten Parameter in der Realität miteinander korrelieren. Der Abzug der Planvermögen und des in die sonstigen Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen umgegliederten Betrags wird zu einer weiteren Verringerung der Auswirkungen führen.
Die gewichteten durchschnittlichen Laufzeiten (Durationen) der leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen in Jahren stellen sich wie folgt dar:
Gewichtete durchschnittliche Laufzeiten der leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen
Jahre
 
31.12.2022
31.12.2021
Österreich – Pensionen
7
9
Österreich – Abfertigungen
7-11
9-15
Indonesien
7
9
Tschechien
8
10

Beitragsorientierte Pläne (für Pensionen und Abfertigungen)
Für beitragsorientierte Pensions- und Abfertigungspläne zahlt die Lenzing Gruppe in Pensionskassen und ähnliche externe Fonds ein. Die bedeutendsten beitragsorientierten Pensions- und Abfertigungspläne der Lenzing Gruppe bestehen in Österreich (System „Abfertigung neu“ und einzelvertragliche Zusagen).
Die Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne setzen sich wie folgt zusammen:
Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne
TEUR
 
2022
2021
Österreich – Pensionen
2.098
1.804
Österreich – Abfertigungen
2.927
2.340
Übrige Länder
5.557
4.784
Summe
10.581
8.927
Rückstellungen für Jubiläumsgelder
Aufgrund kollektivvertraglicher Regelungen sind die Lenzing AG und einige, insbesondere österreichische und tschechische Tochterunternehmen, zu Geldzahlungen an Arbeitnehmer bei einer
bestimmten Unternehmenszugehörigkeitsdauer verpflichtet. Bei österreichischen Gesellschaften besteht eine Umwandlungsoption für Mitarbeiter:innen, das Dienstjubiläum in Zeitguthaben umwandeln zu können. Es wurden keine Vermögenswerte aus dem Unternehmen ausgesondert und auch keine Beiträge an eine Pensionskasse oder einen anderen externen Fonds geleistet, um diese Verpflichtungen abzudecken. Die Jubiläumsgeldansprüche erfordern keine Beitragsleistungen von den Arbeitnehmern.
Die Verpflichtungen aus Jubiläumsgeldern an Arbeitnehmer (Gelder für Dienstnehmerjubiläen) sind nach IFRS als andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer anzusehen. Der Nettozinsaufwand aus Jubiläumsgeldern (Aufwendungen aus der Aufzinsung der Verpflichtungen) wird in den Finanzierungskosten erfasst. Für die österreichischen Verpflichtungen wurde ein Abzinsungssatz analog zu den obigen leistungsorientierten Plänen verwendet. Die Fluktuationsraten wurden je nach Gesellschaft in Abhängigkeit von der Zusammensetzung der Belegschaft und der Dauer von deren Unternehmenszugehörigkeit angesetzt. In den übrigen Ländern werden landesspezifische Annahmen zur Festlegung des Abzinsungssatzes, der Fluktuationsraten und der Gehaltssteigerungen verwendet.
Die wichtigsten angewandten versicherungsmathematischen Parameter der Verpflichtungen für Jubiläumsgelder stellen sich wie folgt dar:
Versicherungsmathematische Annahmen der Verpflichtung für Jubiläumsgelder p. a. in %
 
31.12.2022
Zinssatz
Gehaltssteigerung
Fluktuations-abschläge
Österreich
4,2
3,0
0,0-7,7
Tschechien
3,4
4,2
1,6
 
 
 
 
31.12.2021
 
 
 
Österreich
1,1
2,5
0,0-6,8
Tschechien
0,6
4,0
1,3
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Verpflichtung (Rückstellung) für Jubiläumsgelder:
Entwicklung der Verpflichtung (Rückstellung) für Jubiläumsgelder
TEUR
 
2022
2021
Stand zum 01.01.
18.812
17.420
Dienstzeitaufwand
 
 
Laufender Dienstzeitaufwand
1.234
1.212
Nettozinsen
201
169
Neubewertung der Periode
 
 
Aufgrund demografischer Annahmen
2
-349
Aufgrund finanzieller Annahmen
-5.078
327
Aufgrund erfahrungsbedingter Anpassungen
1.235
1.451
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Aufwendungen und Erträge für leistungsorientierte Pläne
-2.406
2.810
Cashflows
 
 
Direkte Zahlungen des Arbeitgebers
-1.508
-1.422
Währungsumrechnungsdifferenzen
1
4
Sonstige Überleitungspositionen
-1.507
-1.418
Stand zum 31.12.
14.899
18.812

Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:
Entwicklung der sonstigen Rückstellungen
 
 
 
 
TEUR
2022
Stand zum 01.01.
Währungsumrechnungsdifferenzen
Umgliederung
Verbrauch
Auflösung
Dotierung
Stand zum 31.12.
Davon kurzfristig
Davon langfristig
Restrukturierungsmaßnahmen
0
0
5.732
0
0
15.394
21.125
21.125
0
Drohende Verluste und sonstige Wagnisse
25.978
0
0
0
-7.977
5.544
23.545
23.545
0
Emissionszertifikate
6.508
14
0
-10.742
0
16.713
12.493
12.493
0
Übrige
3.750
102
0
-370
-39
4.691
8.134
1.047
7.087
Summe
36.236
116
5.732
-11.112
-8.016
42.342
65.297
58.210
7.087
Entwicklung der sonstigen Rückstellungen (Vorjahr)
 
 
 
 
TEUR
2021
Stand zum 01.01.
Währungsumrechnungsdifferenzen
Umgliederung
Verbrauch
Auflösung
Dotierung
Stand zum 31.12.
Davon kurzfristig
Davon langfristig
Drohende Verluste und sonstige Wagnisse
19.925
0
0
0
-3.420
9.472
25.978
22.231
3.746
Emissionszertifikate
4.362
7
0
-4.290
0
6.429
6.508
6.508
0
Übrige
663
94
0
-35
-99
3.127
3.750
2.089
1.661
Summe
24.951
101
0
-4.326
-3.519
19.028
36.236
30.829
5.407
Bei der Bewertung von Rückstellungen werden Erfahrungswerte aus der Vergangenheit, aktuelle Kosten- und Preisinformationen sowie Einschätzungen bzw. Gutachten von internen und externen Sachverständigen und Experten genutzt. Die den Rückstellungen zugrunde liegenden Annahmen werden fortlaufend überprüft. Die tatsächlichen Werte können von den getroffenen Annahmen abweichen, wenn sich die Rahmenbedingungen entgegen den Erwartungen zum Bilanzstichtag entwickeln. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis erfolgswirksam berücksichtigt und die Prämissen entsprechend angepasst.
Die sonstigen Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen betreffen insbesondere Vorsorgen aufgrund des Personalabbaus im Rahmen einer Reorganisation und eines Einsparprogramms. Vom Personalabbau sind weltweit alle Standorte der Lenzing Gruppe betroffen, davon voraussichtlich 200 Mitarbeiter:innen am Standort Lenzing. Die Rückstellungen wurden insbesondere für daraus resultierende Abfindungen und Abfertigungen gebildet. Dabei wurden bereits zuvor rückgestellte Vorsorgen (insbesondere aus der gesetzlichen Abfertigungsrückstellung; siehe Abschnitt „Leistungsorientierte Pläne (für Pensionen und Abfertigungen)“) in Höhe von TEUR 5.732 (2021: TEUR 0) verwendet und sind nun in den Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen ausgewiesen. Der Restbetrag der notwendigen Vorsorgen in Höhe von TEUR 15.394 wurde im Wesentlichen über den Personalaufwand dotiert. Die gesamten Rückstellungen in Höhe von TEUR 21.125 sollen erwartungsgemäß innerhalb der nächsten 12 Monate vollständig verbraucht werden.
Die sonstigen Rückstellungen für drohende Verluste und sonstige Wagnisse enthalten vor allem Vorsorgen für belastende Beschaffungsverträge in Höhe von TEUR 23.300 (31. Dezember 2021: TEUR 21.200), Vorsorgen für Verpflichtungen aus zu erbringenden Infrastrukturleistungen in Höhe von TEUR 0 (31. Dezember 2021: TEUR 4.553) sowie für andere nachteilige Verträge. Die sonstigen Rückstellungen für Emissionszertifikate enthalten den Gegenwert der verbrauchten Emissionszertifikate.
Die übrigen sonstigen Rückstellungen betreffen vor allem Verpflichtungen für Rechtsstreitigkeiten in Höhe von TEUR 3.940 (31. Dezember 2021: TEUR 0) und umfassen insbesondere die Vorsorge für Rechtsverteidigungskosten in Zusammenhang mit einem Verfahren, bei dem unter anderen die Lenzing AG auf Schadenersatz geklagt wird (siehe Note 41). Der voraussichtliche Mittelabfluss wird im Geschäftsjahr 2024 erwartet.
Bei den kurzfristigen sonstigen Rückstellungen wird der Mittelabfluss innerhalb der nächsten zwölf Monate als wahrscheinlich eingeschätzt. Bei den langfristigen Teilen der sonstigen Rückstellungen hängt der Mittelabfluss von verschiedenen Faktoren ab (insbesondere von Garantie- und Gewährleistungsfristen, Vertragslaufzeiten und anderen Ereignissen).
Bei den sonstigen Rückstellungen für drohende Verluste und sonstige Wagnisse wird der Mittelabfluss voraussichtlich folgendermaßen erwartet:
Erwarteter Mittelabfluss bei sonstigen Rückstellungen (langfristig) für drohende Verluste und sonstige Wagnisse (gerechnet vom Bilanzstichtag)
TEUR
 
31.12.2022
31.12.2021
Im 2. Jahr
0
571
Im 3. bis 5. Jahr
0
1.926
Im 6. bis 10. Jahr
0
1.250
Summe
0
3.746
Note 32. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Sämtliche Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind als kurzfristige Verbindlichkeiten eingestuft.
Für Verbindlichkeiten, welche Teil von Reverse-Factoring-Vereinbarungen sind, wird untersucht, ob die ursprüngliche Verbindlichkeit aus Lieferung und Leistung weiterhin ausgewiesen werden muss oder ob sie aufgrund der Vereinbarung auszubuchen und eine neue finanzielle Verbindlichkeit zu erfassen ist. Maßgebend ist, ob die Lenzing Gruppe von ihrer ursprünglichen Verpflichtung entbunden wurde. Wurde die Lenzing Gruppe von ihrer ursprünglichen Verpflichtung nicht entbunden, wird geprüft, ob die Lenzing Gruppe durch die Reverse-Factoring-Vereinbarung eine neue Verpflichtung eingegangen ist, die zusätzlich zur Verbindlichkeit aus Lieferung und Leistung zu bilanzieren ist. Ist auch dies nicht der Fall, wird im Rahmen eines Barwerttests geprüft, ob es im Rahmen der Reverse-Factoring-Vereinbarung zu wesentlichen Änderungen der Vertragsbedingungen bei der Verbindlichkeit aus Lieferung und Leistung kommt, die zu einer Ausbuchung der Verbindlichkeit aus Lieferung und Leistung und der Einbuchung einer neuen finanziellen Verbindlichkeit führt.
Lieferanten der Lenzing Gruppe finanzieren ihre Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber der Lenzing Gruppe im Rahmen von Reverse-Factoring-Vereinbarungen. Die Lieferanten dürfen dabei ihre Banken mit vorzeitigen Bezahlungen der Forderungen beauftragen. Bei den Vereinbarungen kommt es aufgrund des durchgeführten Barwerttests zu keiner wesentlichen Änderung der Vertragsbedingungen (insbesondere Zahlungsziele und Zins-sätze). Diese Vereinbarungen führen aus Sicht der Lenzing Gruppe weder zivilrechtlich noch nach den Vorschriften der IFRS zu einer Umqualifizierung der betroffenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in eine andere Art von Verbindlichkeiten. Deshalb kommt es zu keiner Änderung im Ausweis in der Konzern-Bilanz (dort unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) und Konzern-Kapitalflussrechnung (dort im Cashflow aus der Betriebstätigkeit). Zum 31. Dezember 2022 waren davon potenziell insgesamt Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 116.391 (31. Dezember 2021: TEUR 126.693) betroffen. Der Buchwert der potenziell betroffenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, für den die Lieferanten bereits Zahlungen von den Banken erhalten haben, beträgt TEUR 87.881 (31. Dezember 2021: TEUR 119.902). Die Lenzing Gruppe hat wie im Vorjahr keine Sicherheiten bestellt.
Das Liquiditätsrisiko der Reverse-Factoring-Vereinbarungen besteht in einer Konzentration, da die Reverse-Factoring-Vereinbarungen derzeit nur mit einem einzigen Finanzinstitut bestehen und das Risiko somit in der Widerrufung der Reverse-Factoring-Vereinbarung durch dasselbe Finanzinstitut besteht. Die von den Reverse-Factoring-Vereinbarungen betroffenen Verbindlichkeiten werden entsprechend ihrer vereinbarten Fälligkeit beglichen. Die damit verbundenen, geschätzten Abflüsse werden in der Liquiditätsplanung berücksichtigt. Die Lenzing Gruppe beurteilt die Risikokonzentration hinsichtlich ausreichender Finanzierungsquellen eher als niedrig, weil die Risikostreuung bei den Finanzierungen der Lenzing Gruppe auf verschiedene Finanzinstitute gewahrt ist. Die Reverse-Factoring-Vereinbarungen beinhalten darüber hinaus keine wesentliche Finanzierungskomponente und ihr Wegfall hätte damit auch keine signifikante Erhöhung des Finanzierungsbedarfs zur Folge. Die Verbindlichkeiten aus Reverse-Factoring-Vereinbarungen betragen zum Bilanzstichtag 5,0 Prozent (31. Dezember 2021: 6,0 Prozent) im Verhältnis zu den gesamten Finanzverbindlichkeiten des Konzerns.
Informationen zum Liquiditäts- und Fremdwährungsrisiko des Gruppenexposure sind in Note 38 dargestellt.

Note 33. Sonstige Verbindlichkeiten
Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten
 
TEUR
 
31.12.2022
31.12.2021
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten (insbesondere aus Derivaten)
0
3.378
Langfristige nicht finanzielle abgegrenzte Schulden für Personalaufwendungen
609
2.045
Sonstige langfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten (insbesondere aus Verpflichtungen aus Altersteilzeit)
3.006
1.316
Summe
3.615
6.740
Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
 
TEUR
 
31.12.2022
31.12.2021
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten
 
 
Noch nicht abgerechnete Derivate (offene Positionen)
8.981
25.027
Übrige abgegrenzte Schulden
34.113
32.898
Vertragsverbindlichkeiten – abgegrenzte Schulden aus Nachlässen und Rabatten (siehe Note 5)
2.976
2.681
Übrige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten
26.264
4.863
 
72.333
65.469
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten
 
 
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern
6.315
7.409
Lohn- und Gehaltsverbindlichkeiten
9.102
6.644
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit
7.116
6.776
Vertragsverbindlichkeiten – erhaltene Anzahlungen (siehe Note 5)
12.298
14.526
Abgegrenzte Schulden für Personalaufwendungen
24.134
76.073
Rechnungsabgrenzungsposten und Übrige
1.706
3.484
 
60.671
114.913
Summe
133.005
180.382
Die übrigen abgegrenzten Schulden enthalten vor allem Verbindlichkeiten für bereits von Dritten erbrachte, aber noch nicht abgerechnete Lieferungen und Leistungen.
Die abgegrenzten Schulden für Personalaufwendungen enthalten vor allem Verbindlichkeiten für kurzfristige Ansprüche von bestehenden und ehemaligen Mitarbeiter:innen (insbesondere für noch nicht konsumierten Urlaub und Zeitausgleich, Überstunden und Leistungsprämien).

Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung
Note 34. Angaben zur Konzern-Kapitalflussrechnung
Der Fonds der liquiden Mittel entspricht der Bilanzposition Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente betreffen Kassenbestände, täglich fällige Gelder, Schecks und kurzfristige Termineinlagen bei Banken. Per 31. Dezember 2021 waren in den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten zusätzlich liquide kurzfristige Wertpapiere mit einer Laufzeit von weniger als drei Monaten, die nur geringfügigen Wertschwankungen unterliegen (siehe Note 36), enthalten.
Die sonstigen unbaren Erträge bzw. Aufwendungen enthalten im Geschäftsjahr 2022 und im Vorjahr die Abschreibungen auf Vorräte sowie die Zu- und Abschreibung auf Finanzanlagen und sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte. Darüber hinaus sind in den sonstigen unbaren Erträgen bzw. Aufwendungen unrealisierte Netto-Fremdwährungsgewinne/-verluste sowie Bewertungseffekte aus Forderungen enthalten.
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit (Erwerb von immateriellen Anlagen, Sachanlagen und biologischen Vermögenswerten (CAPEX)) wird entweder um noch nicht erfolgte Zahlungen an Lieferanten der aktuellen Periode oder um Zahlungen an Lieferanten aus Vorperioden korrigiert. Im Geschäftsjahr 2022 sind das im Wesentlichen Zahlungen an Lieferanten aus Vorperioden in Höhe von TEUR 28.458 (2021: noch nicht erfolgte Zahlungen an Lieferanten der aktuellen Periode in Höhe von TEUR 16.180).
Entwicklung der Finanzverbindlichkeiten
 
TEUR
2022
 
Schuldscheindarlehen
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen Darlehensgebern
Leasingverbindlichkeiten
Zwischensumme
übrige Finanzverbindlichkeiten
Summe
Stand zum 01.01.
 
637.841
1.342.661
57.183
63.475
1.463.320
2.101.161
Zahlungs-wirksam 
Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten
0
255.777
3.130
0
258.907
258.907
Rückzahlung von Finanzverbindlichkeiten
-72.000
-10.871
-21.085
-14.644
-46.601
-118.601
Nicht zahlungs-wirksam 
Währungsumrechnungsdifferenzen
3.592
47.440
2.611
4.989
55.040
58.631
Auf-/Abzinsung
258
5.099
1.004
7.025
13.128
13.386
Zugänge zu Leasingverbindlichkeiten
0
0
0
14.191
14.191
14.191
Sonstige Veränderungen
0
0
0
-5.446
-5.446
-5.446
Stand zum 31.12.
 
569.691
1.640.106
42.843
69.590
1.752.539
2.322.230
Entwicklung der Finanzverbindlichkeiten (Vorjahr)
 
TEUR
2021
 
Schuldscheindarlehen
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen Darlehensgebern
Leasingverbindlichkeiten
Zwischensumme
übrige Finanzverbindlichkeiten
Summe
Stand zum 01.01.
 
689.114
733.188
69.300
60.890
863.378
1.552.492
Zahlungs-wirksam 
Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten
0
622.844
3.539
0
626.384
626.384
Rückzahlung von Finanzverbindlichkeiten
-56.000
-60.668
-13.037
-13.879
-87.584
-143.584
Nicht zahlungs-wirksam 
Währungsumrechnungsdifferenzen
4.422
44.360
120
828
45.308
49.730
Auf-/Abzinsung
305
2.936
-2.739
5.581
5.778
6.083
Zugänge zu Leasingverbindlichkeiten
0
0
0
10.095
10.095
10.095
Sonstige Veränderungen
0
0
0
-40
-40
-40
Stand zum 31.12.
 
637.841
1.342.661
57.183
63.475
1.463.320
2.101.161
Erläuterungen zum Risikomanagement
Note 35. Kapitalrisikomanagement
Grundlagen
Die Lenzing Gruppe steuert ihr Eigen- und Fremdkapital mit dem klaren Ziel, Erträge, Aufwendungen und Assets der einzelnen Operations/Bereiche bzw. der gesamten Gruppe im Sinne einer nachhaltig hohen Ertragskraft und soliden Bilanzstruktur zu optimieren. Hierfür spielen finanzielle Leveragefähigkeiten, jederzeit ausreichende Liquiditätsversorgung und klare Orientierung an cashnahen Kennzahlen und Steuerungsgrößen vor dem Hintergrund der strategischen Stoßrichtung und der langfristigen Ziele der Gruppe eine wesentliche Rolle. Damit wird sichergestellt, dass die Konzernunternehmen unter der Unternehmensfortführungsprämisse operieren können. Darüber hinaus tragen das genehmigte Kapital und das bedingte Kapital dazu bei, dass die Lenzing AG flexibel weiteres Eigenkapital zur Nutzung von sich zukünftig ergebenden Marktchancen aufnehmen kann.
Die Eigenkapitalmanagementstrategie der Lenzing Gruppe zielt darauf ab, dass die Lenzing AG und die anderen Konzerngesellschaften eine den lokalen Anforderungen entsprechende Eigenkapitalausstattung haben. Details zu den bestehenden Financial Covenants werden in Note 36 erläutert.
Das Management verwendet intern zur Steuerung eine bereinigte Eigenkapitalquote. Das bereinigte Eigenkapital wird nach IFRS ermittelt und umfasst, neben dem Eigenkapital, auch die Investitionszuschüsse abzüglich der darauf entfallenden latenten Steuern. Die bereinigte Eigenkapitalquote (= bereinigtes Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme) betrug zum 31. Dezember 2022 37,8 Prozent (31. Dezember 2021: 39,7 Prozent).
Das bereinigte Eigenkapital stellt sich wie folgt dar:
Bereinigtes Eigenkapital
 
 
TEUR
 
 
31.12.2022
31.12.2021
Eigenkapital
 
2.025.895
2.072.085
+
Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln
82.774
57.857
-
Anteilige latente Steuern auf Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln
-20.045
-14.238
Summe
 
2.088.625
2.115.704
Die Dividendenpolitik der Lenzing AG als Mutterunternehmen der Lenzing Gruppe orientiert sich an den Prinzipien der Kontinuität und Langfristigkeit mit dem Ziel, die zukünftige Entwicklung des Unternehmens zu fördern, den Aktionären eine der Chancen- und Risikosituation des Unternehmens angepasste Dividende auszuschütten und auch die Interessen aller anderen für den Unternehmenserfolg entscheidenden Beteiligten (Stakeholder) angemessen einzubeziehen.
Nettofinanzverschuldung (Net Financial Debt)
Der Vorstand der Lenzing AG überprüft gemeinsam mit dem Aufsichtsrat regelmäßig die Entwicklung der Nettofinanzverschuldung, da diese Kennzahl eine wesentliche Schlüsselgröße im Management der Gruppe als auch auf Seite der finanzierenden Banken ist. Relevant ist vor allem das Verhältnis der Nettofinanzverschuldung zum EBITDA. Die weitere optimale Entwicklung der Lenzing Gruppe ist nur mit einer sehr starken Eigenfinanzierungskraft als Grundlage für eine erhöhte Verschuldungsfähigkeit gegeben.
Die zinstragenden Finanzverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
Zinstragende Finanzverbindlichkeiten
 
 
TEUR
 
 
31.12.2022
31.12.2021
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
 
2.071.948
1.981.036
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten
 
250.282
120.125
Summe
 
2.322.230
2.101.161
Der Liquiditätsbestand setzt sich wie folgt zusammen:
Liquiditätsbestand
 
 
TEUR
 
 
31.12.2022
31.12.2021
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
 
446.873
1.113.279
Liquide Wechsel (in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen)
 
6.393
10.841
Summe
 
453.265
1.124.120
Die Nettofinanzverschuldung absolut und im Verhältnis zum
EBITDA (siehe Note 4) stellen sich wie folgt dar:
Nettofinanzverschuldung
(Net Financial Debt) absolut
 
 
TEUR
 
 
31.12.2022
31.12.2021
Zinstragende Finanzverbindlichkeiten
 
2.322.230
2.101.161
-
Liquiditätsbestand
-453.265
-1.124.120
Summe
 
1.868.965
977.041
Nettofinanzverschuldung (Net Financial Debt) im Verhältnis zum EBITDA
 
 
TEUR
 
 
31.12.2022
31.12.2021
EBITDA
 
241.916
362.941
Nettofinanzverschuldung / EBITDA
 
7,7
2,7
Note 36. Angaben zu Finanzinstrumenten
Buchwerte, beizulegende Zeitwerte, Bewertungskategorien und Bewertungsmethoden
Die nachfolgende Tabelle stellt die Buchwerte und die beizulegenden Zeitwerte der einzelnen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten für jede einzelne Klasse sowie auch für jede Bewertungskategorie nach IFRS 9 dar und leitet diese auf die entsprechenden Bilanzposten über. Da die Bilanzposten sonstige Forderungen (lang- und kurzfristig) sowie sonstige Verbindlichkeiten (lang- und kurzfristig) sowohl Finanzinstrumente als auch nicht-
finanzielle Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten enthalten, ermöglicht die Spalte „keine Finanzinstrumente“ die vollständige Überleitung auf die Bilanzposten. Auch Leasingverbindlichkeiten, die zwar als finanzielle Verbindlichkeiten anzusehen sind, aber keiner Bewertungskategorie nach IFRS 9 zuzuordnen sind, werden in dieser Spalte ausgewiesen.

Buchwerte, Kategorie, beizulegende Zeitwerte und Fair Value-Hierarchie von Finanzinstrumenten
 
TEUR
 
Buchwert
 
Zeitwert
Finanzielle Vermögenswerte zum 31.12.2022
Zu fortgeführten Anschaffungs-kosten
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
Erfolgsneutral zum
beizulegenden Zeitwert
Kein Finanz-instrument
Summe
Beizu-legender
Zeitwert
Fair Value-
Hierarchie
 
 
 
Eigenkapital-instrumente
Cashflow Hedges
 
 
 
 
Ausleihungen
8.403
 
 
 
 
8.403
8.403
1
Langfristige Wertpapiere
 
6.198
14.356
 
 
20.554
20.554
Stufe 1
Sonstige Beteiligungen
 
 
12
 
 
12
12
1
Kurzfristige Wertpapiere
 
 
12.395
 
 
12.395
12.395
Stufe 1
Finanzanlagen (kurz- und langfristig)
8.403
6.198
26.763
0
0
41.363
41.363
 
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
293.611
0
0
0
0
293.611
293.611
1
Derivate mit positivem Marktwert
(Cashflow Hedges)
 
 
 
55.494
 
55.494
55.494
Stufe 2
Derivate mit positivem Marktwert (Cashflow Hedges, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde)
 
1.673
 
 
 
1.673
1.673
Stufe 2
Sonstige
32.279
4.087
 
 
230.359
266.726
36.366
Stufe 3
Sonstige Vermögenswerte
(kurz- und langfristig)
32.279
5.761
0
55.494
230.359
323.893
93.534
 
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
446.873
0
0
0
0
446.873
446.873
1
Summe
781.165
11.958
26.763
55.494
230.359
1.105.740
875.380
 
 
Buchwert
 
Zeitwert
Finanzielle Verbindlichkeiten zum 31.12.2022
Zu fortgeführten Anschaffungs-kosten
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
Erfolgsneutral zum
beizulegenden Zeitwert
Kein Finanz-instrument
Summe
Beizu-legender
Zeitwert
Fair Value-
Hierarchie
 
 
 
Cashflow Hedges/
Fair Value Hedges
Gewinnrücklage
 
 
 
 
Schuldscheindarlehen
569.691
 
 
 
 
569.691
542.894
Stufe 3
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
1.640.106
 
 
 
 
1.640.106
1.640.731
Stufe 3
Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen Darlehensgebern
42.843
 
 
 
 
42.843
37.635
Stufe 3
Leasingverbindlichkeiten
 
 
 
 
69.590
69.590
 
 
Finanzverbindlichkeiten
2.252.641
0
0
0
69.590
2.322.230
2.221.259
 
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
435.433
0
0
0
0
435.433
435.433
1
Rückstellungen (kurzfristig)
0
0
0
0
66.295
66.295
 
 
Kündbare nicht beherrschende Anteile
0
0
0
266.085
0
266.085
266.085
Stufe 3
Derivate mit negativem Marktwert (Cashflow Hedges)
 
 
7.602
 
 
7.602
7.602
Stufe 2
Derivate mit negativem Marktwert (Cashflow Hedges, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde)
 
1.380
 
 
 
1.380
1.380
Stufe 2
Sonstige
63.352
 
 
 
64.286
127.638
63.352
1
Sonstige Verbindlichkeiten
(kurz- und langfristig)
63.352
1.380
7.602
0
64.286
136.619
72.333
 
Summe
2.751.425
1.380
7.602
266.085
200.170
3.226.662
2.995.111
 
1) Der Buchwert entspricht im Wesentlichen dem beizulegenden Zeitwert.

Buchwerte, Kategorie, beizulegende Zeitwerte und Fair Value-Hierarchie von Finanzinstrumenten (Vorjahr)
 
TEUR
 
Buchwert
 
Zeitwert
Finanzielle Vermögenswerte zum 31.12.2021
Zu fortgeführten Anschaffungs-kosten
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
Erfolgsneutral zum
beizulegenden Zeitwert
Kein Finanz-instrument
Summe
Beizu-legender
Zeitwert
Fair Value-
Hierarchie
 
 
 
Eigenkapital-instrumente
Cashflow Hedges
 
 
 
 
Ausleihungen
11.748
600
 
 
 
12.348
12.348
1
Langfristige Wertpapiere
 
6.622
12.802
 
 
19.423
19.423
Stufe 1
Sonstige Beteiligungen
 
 
7.097
 
 
7.097
7.097
Stufe 3
Kurzfristige Wertpapiere
 
 
32.232
 
 
32.232
32.232
Stufe 1
Finanzanlagen (kurz- und langfristig)
11.748
7.222
52.131
0
0
71.101
71.101
 
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
325.172
0
0
0
0
325.172
325.172
1
Derivate mit positivem Marktwert
(Cashflow Hedges)
 
 
 
1.841
 
1.841
1.841
Stufe 2
Derivate mit positivem Marktwert (Cashflow Hedges, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde)
 
109
 
 
 
109
109
Stufe 2
Sonstige
13.488
4.087
 
 
191.908
209.483
17.575
Stufe 3
Sonstige Vermögenswerte
(kurz- und langfristig)
13.488
4.196
0
1.841
191.908
211.433
19.525
 
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
769.764
343.515
0
0
0
1.113.279
1.113.279
1, 2
Summe
1.120.172
354.933
52.131
1.841
191.908
1.720.984
1.529.076
 
 
Buchwert
 
Zeitwert
Finanzielle Verbindlichkeiten zum 31.12.2021
Zu fortgeführten Anschaffungs-kosten
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
Erfolgsneutral zum
beizulegenden Zeitwert
Kein Finanz-instrument
Summe
Beizu-legender
Zeitwert
Fair Value-
Hierarchie
 
 
 
Cashflow Hedges/
Fair Value Hedges
Gewinnrücklage
 
 
 
 
Schuldscheindarlehen
637.841
 
 
 
 
637.841
638.850
Stufe 3
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
1.342.661
 
 
 
 
1.342.661
1.384.544
Stufe 3
Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen Darlehensgebern
57.183
 
 
 
 
57.183
56.920
Stufe 3
Leasingverbindlichkeiten
 
 
 
 
63.475
63.475
 
 
Finanzverbindlichkeiten
2.037.686
0
0
0
63.475
2.101.161
2.080.313
 
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
414.768
0
0
0
0
414.768
414.768
1
Rückstellungen (kurzfristig)
0
0
0
0
39.088
39.088
 
 
Kündbare nicht beherrschende Anteile
0
0
0
234.409
0
234.409
234.409
Stufe 3
Derivate mit negativem Marktwert (Cashflow Hedges)
 
 
22.607
 
 
22.607
22.607
Stufe 2
Derivate mit negativem Marktwert (Cashflow Hedges, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde)
 
5.799
 
 
 
5.799
5.799
Stufe 2
Sonstige
40.442
 
 
 
118.274
158.716
40.442
1
Sonstige Verbindlichkeiten
(kurz- und langfristig)
40.442
5.799
22.607
0
118.274
187.122
68.848
 
Summe
2.492.896
5.799
22.607
234.409
220.837
2.976.549
2.798.339
 
1) Der Buchwert entspricht im Wesentlichen dem beizulegenden Zeitwert.
2) In den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sind Geldmarktfonds enthalten. Diese Geldmarktfonds werden der Kategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ zugeordnet. Der Buchwert der übrigen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente entspricht im Wesentlichen dem beizulegenden Zeitwert.
Je nach Klassifizierung werden die Finanzinstrumente im Rahmen der Folgebewertung entweder zu (fortgeführten) Anschaffungskosten oder zu beizulegenden Zeitwerten angesetzt. In der Lenzing Gruppe werden die Bewertungskategorien „Zu fortgeführten Anschaffungskosten“, „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ und „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert“ eingesetzt. Die Bewertungskategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ wird ausschließlich für verpflichtend zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte verwendet.
In den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten waren per 31. Dezember 2021 Geldmarktfonds in Höhe von TEUR 343.515 enthalten. Im Geschäftsjahr 2022 erfolgte die Veräußerung der Geldmarktfonds zum beizulegenden Zeitwert. Bei der Beurteilung der Zuordnung von Geldmarktfonds zu Zahlungsmitteläquivalenten wird untersucht, ob der Fonds die Definition von Zahlungsmitteläquivalenten erfüllt. Die Lenzing AG untersucht hierbei insbesondere, ob es zu einer regulären und vorzeitigen Kündbarkeit kommen darf und ob das Kreditrisiko und Zinsrisiko gering ist. Hinsichtlich des Kreditrisikos wird die Bonität des Fonds selbst als auch der darin enthaltenen Instrumente untersucht. Das Zinsrisiko wird insbesondere anhand der Weighted Average Maturity (WAM) des Fonds untersucht. Geldmarktfonds werden der Kategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ zugeordnet. Der beizulegende Zeitwert leitet sich von den aktuellen rechnerischen Werten ab und ist in Stufe 1 der Fair Value Hierarchie zu kategorisieren.
Im Geschäftsjahr 2021 erfolgte eine Umgliederung von den erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigenkapitalinstrumenten aus den sonstigen Beteiligungen (Stufe 3) in die kurzfristigen Wertpapiere (Stufe 1). Der Grund für die Umgliederung war der erstmalige Börsegang der Gesellschaft Spinnova OY, Jyväskylä, Finnland, am 24. Juni 2021. Die von der Lenzing AG gehaltenen Gesellschaftsanteile wurden in Aktien umgewandelt. Durch die Ausgabe der neuen Aktien wurde der bisherige Anteil in Höhe von 6,8 Prozent verwässert und belief sich anschließend auf 4,67 Prozent. Daraus ergab sich im Geschäftsjahr 2021 eine Anpassung des Buchwerts in Höhe von TEUR 31.732. Im Geschäftsjahr 2022 erfolgte eine teilweise Veräußerung der Aktien der Gesellschaft Spinnova OY, Jyväskylä, Finnland (siehe Note 23). Die Bewertung der Wertpapiere erfolgt zum beizulegenden Zeitwert und aufgrund der Ausübung des entsprechenden Wahlrechts erfolgsneutral.
Die Lenzing Gruppe berücksichtigt Umgliederungen in der Fair Value-Hierarchie am Ende der Berichtsperiode, in der die Änderungen eintreten.
Die Bewertung der Finanzinstrumente wird von der Lenzing Gruppe überwacht und geprüft. Die notwendigen Marktdaten werden durch das Vier-Augen-Prinzip validiert.
Angesichts variierender Einflussfaktoren können die dargestellten beizulegenden Zeitwerte nur als Indikatoren für tatsächlich am Markt realisierbare Werte angesehen werden.
Die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Anleihen leiten sich von den aktuellen Börsenkursen ab und verändern sich insbesondere aufgrund der Veränderung der Marktzinssätze und der Bonität der Anleihenschuldner. Die beizulegenden Zeitwerte der Aktien leiten sich von den aktuellen Börsenkursen ab. Diese Wertpapiere sind der Kategorie „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert“ zugeordnet.
Die beizulegenden Zeitwerte der Investmentfonds leiten sich von den aktuellen rechnerischen Werten ab. Diese Wertpapiere sind der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ zugeordnet.
Die sonstigen Beteiligungen inklusive als Sicherungsbeziehung (Fair Value Hedge) designierter Derivate werden der Kategorie „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert“ zugeordnet. Der beizulegende Zeitwert ist in Stufe 3 der Fair Value-Hierarchie zu kategorisieren und wird auf Basis eines marktbasierten Ansatzes ermittelt.
Im Geschäftsjahr 2022 erfolgte die Veräußerung der Beteiligung an der LP Beteiligungs & Management GmbH, Lenzing zum beizulegenden Zeitwert (siehe Note 23). Der beizulegende Zeitwert der Fair Value Hedge-Derivate betrug zum 31. Dezember 2021 TEUR 0 und die Nominale der Fair Value Hedge-Derivate TEUR 14.120. Die Wertänderung für das Grund- und Sicherungsgeschäft, die für die Berechnung der Ineffektivität verwendet wurde, betrug zum 31. Dezember 2021 TEUR 0. Es wurden im Geschäftsjahr 2021 keine Ineffektivitäten erfolgswirksam erfasst. Risikomanagementziel war die Absicherung des Beteiligungswertes gegen Wertschwankungen. Der wirtschaftliche Zusammenhang bei den Fair Value Hedge-Derivaten war dadurch gewährleistet, da die Wertentwicklung von Grund- und Sicherungsgeschäft gegenläufig ist. Zur Sicherung wurde eine Put-/Call-Option eingesetzt. Die Sicherungsquote wurde auf Basis der Nominalen festgelegt.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der beizulegenden Zeitwerte der Beteiligungen der Stufe 3:
Entwicklung beizulegender Werte
der Beteiligungen der Stufe 3
TEUR
 
2022
2021
Stand zum 01.01.
7.097
12.931
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (Eigenkapitalinstrumente) – während der Berichtsperiode erfasster Nettogewinn/-verlust aus der Neubewertung
615
-5.334
Abgang aus der Veräußerung
-7.700
0
Umgliederung zu Stufe 1
0
-500
Stand zum 31.12.
12
7.097
Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte aus Earn-Out-Vereinbarungen werden der Kategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ zugeordnet. Der beizulegende Zeitwert dieser sonstigen finanziellen Vermögenswerte wird auf Basis eines einkommensbasierten Ansatzes ermittelt. Er ist in Stufe 3 in der Fair Value Hierarchie zu kategorisieren. Das Bewertungsmodell basiert auf den geplanten EBITDAs, dem Abzinsungssatz (WACC) nach Steuern und den Rückzahlungsmodalitäten.
Der ermittelte beizulegende Zeitwert würde insbesondere steigen (fallen), wenn das EBITDA steigt (fällt). Der ermittelte beizulegende Zeitwert würde fallen (steigen), wenn der WACC nach Steuern steigt (fällt). Der ermittelte beizulegende Zeitwert würde steigen, wenn die Rückzahlung zwei Jahre früher erfolgt.
Entwicklung beizulegender Wert der sonstigen finanziellen Vermögenswerte der Stufe 3
 
TEUR
 
2022
2021
Stand zum 01.01.
4.087
4.087
Bewertungsergebnis erfasst im Finanzerfolg
0
0
Stand zum 31.12.
4.087
4.087
Eine Veränderung wesentlicher nicht beobachtbarer Inputfaktoren würde sich auf die Bewertung der sonstigen finanziellen Vermögenswerte folgendermaßen auswirken:
Sensitivitätsanalyse der Inputfaktoren der Stufe 3 für sonstige finanzielle Vermögenswerte
 
TEUR
 
Finanzerfolg
 
31.12.2022
31.12.2021
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Steigerung
Rückgang
Steigerung
Rückgang
EBITDA (+/- 5 %)
133
-166
133
-166
Abzinsungssatz (WACC) nach Steuern (+/- 1 %)
-747
926
-747
926
Rückzahlung 2 Jahre früher
395
n/a
395
n/a
Die Sensitivitäten werden ermittelt, indem die Bewertungen mit den geänderten Parametern nochmals durchgeführt werden.
Kündbare nicht beherrschende Anteile
Die Dexco-Gruppe (vormals Duratex-Gruppe) verfügt über eine Put-Option und hat das Recht, ihre Anteile bei Eintritt eines Kontrollwechsels beim Eigentümer der Lenzing Gruppe zu verkaufen („Change-of-Control-Klausel“). Diese Verpflichtung wird unter den Verbindlichkeiten aus kündbaren nicht beherrschenden Anteilen ausgewiesen. Kündbare nicht beherrschende Anteile werden der Kategorie „erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert“ zugeordnet. Der beizulegende Zeitwert dieser kündbaren nicht beherrschenden Anteile wird auf Basis der geplanten bzw. prognostizierten Cashflows abzüglich Veräußerungskosten sowie Nettoverschuldung zum Bewertungsstichtag ermittelt. Ausgangspunkt für die Cashflow-Prognosen bilden das vom Vorstand und Aufsichtsrat bewilligte Budget und die vom Vorstand bewilligte Mittelfristplanung. Nach dem Detailplanungszeitraum von fünf Jahren wird basierend auf den Annahmen des letzten Jahres mit einer 25-jährigen Rente auf Basis einer nachhaltigen EBITDA-Marge gerechnet. Der Planungszeitraum zur Berechnung des beizulegenden Zeitwerts ist vertraglich auf maximal 30 Jahre begrenzt. Cashflows werden mittels eines kapitalwertorientierten Verfahrens (Discounted-Cashflow-Methode) auf einen Barwert abgezinst. Als Abzinsungssatz wird ein individuell nach dem Capital Asset Pricing Model (CAPM) ermittelter Mischzinssatz aus der durchschnittlichen Fremdkapitalverzinsung und der erwarteten Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals herangezogen (Weighted Average Cost of Capital, WACC). Zum Bewertungsstichtag wurde ein WACC nach Steuern von 8,8 Prozent (31. Dezember 2021: 8,1 Prozent) verwendet. Die Bewertung des beizulegenden Zeitwerts wird in seiner Gesamtheit in die Stufe 3 der Bewertungshierarchie eingeordnet, da wesentliche Inputfaktoren (insbesondere Cashflows) nicht am Markt beobachtbar sind.
Entwicklung beizulegender Zeitwert der kündbaren nicht beherrschenden Anteile der Stufe 3
 
TEUR
 
2022
2021
Stand zum 01.01.
234.409
140.341
Mit den Gewinnrücklagen verrechnetes Bewertungsergebnis von kündbaren nicht beherrschenden Anteilen
31.676
94.068
Stand zum 31.12.
266.085
234.409
Der ermittelte beizulegende Zeitwert würde insbesondere steigen (fallen), wenn die operative Marge steigt (fällt) oder der WACC nach Steuern fällt (steigt). Eine Veränderung dieser nicht beobachtbaren Inputfaktoren würde sich auf die Bewertung der kündbaren nicht beherrschenden Anteile folgendermaßen auswirken:
Sensitivitätsanalyse der Inputfaktoren der Stufe 3 für kündbare nicht beherrschende Anteile
TEUR
 
Mit den Gewinnrücklagen verrechnetes Bewertungsergebnis
 
31.12.2022
31.12.2021
Kündbare nicht beherrschende Anteile
Steigerung
Rückgang
Steigerung
Rückgang
EBITDA (+/- 1 %)
9.032
-9.032
8.223
-8.223
Abzinsungssatz (WACC) nach Steuern (+/- 0,25 %)
-16.450
17.017
-17.492
18.266
Die Sensitivitäten werden ermittelt, indem die Bewertungen mit den geänderten Parametern nochmals durchgeführt werden.
Die Darlehensverträge, welche für die Errichtung des Zellstoffwerkes in Brasilien abgeschlossen wurden (siehe Note 29), enthalten sowohl auf Gesellschaftsebene als auch auf Lenzing-Konzernebene Financial Covenants, die sich unter anderem auf das Verhältnis zwischen Net Financial Debt und EBITDA sowie auf andere Finanzkennzahlen oder finanzielle Kriterien beziehen und bei Nichteinhaltung eine zukünftige Rückzahlungspflicht der Finanzverbindlichkeiten auslösen können. Die Financial Covenants werden laufend vom Global Treasury überwacht und bei der Bemessung von Ausschüttungen der betroffenen Konzernunternehmen berücksichtigt. Im Berichtsjahr wurden die diesbezüglichen Financial Covenants erfüllt. Die Lenzing AG und der Joint-Venture-Partner haben sich zu einer fixen Debt-/Equity-Ratio der Gesellschaft verpflichtet (63/37) und garantieren die Finanzverbindlichkeiten der Gesellschaft in Höhe ihres Kapitalanteils. Somit garantiert die Lenzing AG 51 Prozent. In der Konzern-Bilanz sind auf Grund der Vollkonsolidierung 100 Prozent der Finanzverbindlichkeiten der Gesellschaft enthalten.
Die beizulegenden Zeitwerte der übrigen Finanzverbindlichkeiten werden nach anerkannten Bewertungsmethoden basierend auf der Discounted Cash Flow-Methode ermittelt. Der wesentliche Inputfaktor ist hierbei der Diskontierungssatz, welcher die vorliegenden Marktdaten (risikolose Zinssätze) und die nicht am Markt beobachtbare Bonität der Lenzing Gruppe berücksichtigt. Die beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Garantieverträge entsprechen dem geschätzten erwarteten Ausfallsbetrag, der sich aus der maximal möglichen Zahlungsverpflichtung und dem erwarteten Verlust ergibt.
Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsbeziehungen
Derivate werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Der beizulegende Zeitwert von Derivaten entspricht dem Marktwert oder wird mit marktüblichen Bewertungsmethoden auf Basis der am Bewertungsstichtag vorliegenden Marktdaten (insbesondere Wechselkurse und Zinssätze) ermittelt. Die Bewertung von Devisen- und Warentermingeschäften erfolgt mit dem jeweiligen Terminkurs bzw. -preis am Bilanzstichtag. Die Terminkurse bzw. -preise richten sich nach den Kassakursen und -preisen unter Berücksichtigung von Terminauf- und -abschlägen. Zur Schätzung der Bewertung werden eigene Modelle verwendet. Bei der Bewertung von Derivaten wird grundsätzlich auch das Kontrahentenrisiko (Kreditrisiko, Gegenparteirisiko bzw. Risiko der Nichterfüllung) in Form von Abschlägen vom Marktwert berücksichtigt, das ein Marktteilnehmer bei der Preisfindung ansetzen würde.
Die Lenzing Gruppe wendet auf die nachfolgenden derivativen Finanzinstrumente grundsätzlich die Regeln des Hedge Accounting gemäß IFRS 9 an. Die retrospektive Sicherungswirkung bzw. Ineffektivität wird unter Anwendung der Dollar-Offset-Methode durch Vergleich der kumulierten Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der Grundgeschäfte mit den kumulierten Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der Sicherungsgeschäfte nach der Kompensierungsmethode beurteilt.
Die Bewertung von Grund- und Sicherungsgeschäft ist gegenläufig und daher effektiv. Risiken für Ineffektivität sind das Ausfallsrisiko eines Kontrahenten, signifikante Änderung des Kreditrisikos einer Vertragspartei der Sicherungsbeziehung oder die Änderung des Zahlungszeitpunktes des gesicherten Grundgeschäfts, Verringerung des Gesamtrechnungsbetrages oder Preises des gesicherten Grundgeschäfts. Die Risiken werden stets in ihrer Gesamtheit gesichert. Die Sicherungsquote für die abgesicherten Nominalen beträgt 67 Prozent.
Die wesentlichen Konditionen der Zahlungen aus den Grundgeschäften und Sicherungsinstrumenten (insbesondere Nominale und Zahlungszeitpunkte) sind grundsätzlich identisch bzw. verhalten sich gegenläufig („Critical Terms Match“). Deshalb schätzt der Vorstand den Ausgleich der Wertänderungen der Grundgeschäfte und der Sicherungsgeschäfte durch Änderungen des abgesicherten Risikos bei Eingehen der Bewertungseinheit als äußerst effektiv ein.

Cashflow Hedge-Derivate für Fremdwährungsrisiken
Zur Absicherung gegen Währungsrisiken aus Investitionen und aus dem operativen Geschäft werden in der Lenzing Gruppe derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Diese derivativen Finanzinstrumente dienen dazu, die Variabilität von Zahlungsflüssen aus zukünftigen Transaktionen auszugleichen. Die Sicherungsgeschäfte werden im Vorhinein auf Basis der voraussichtlichen Ein- und Verkäufe in der betreffenden Fremdwährung festgelegt. Im Rahmen der Absicherung künftiger Zahlungsströme in Fremdwährung („Cashflow Hedges“) wird in der Lenzing Gruppe typischerweise das Risiko bis zum Zeitpunkt der Zahlung in Fremdwährung gesichert. Bei den Absicherungen werden die Grundgeschäfte und die Sicherungsinstrumente für die Effektivitätsmessung je abgesichertem Risiko in zumindest quartalsweisen Laufzeitbändern zusammengefasst. Die Cashflow Hedge-Derivate, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde, dienen zur Absicherung bereits zum Bilanzstichtag gebuchter Fremdwährungsforderungen bzw. Fremdwährungsverbindlichkeiten, welche erst nach dem Bilanzstichtag cashwirksam werden.
Zur Absicherung des Währungsrisikos von hochwahrscheinlich erwarteten zusätzlichen Kapitaleinzahlungen für eine Tochtergesellschaft wurden im Geschäftsjahr 2020 Cashflow Hedges abgeschlossen. Mit Realisierung der Devisentermingeschäfte werden die zunächst im sonstigen Ergebnis erfassten Beträge der Wert-änderungen in die Fremdwährungsumrechnungsrücklage umgebucht. Zum 31. Dezember 2022 wurden TEUR 1.525 (31. Dezember 2021 TEUR 850) in die Fremdwährungsumrechnungsrücklage umgebucht.
Nominale und Marktwerte der Cashflow Hedge-Derivate für Währungsrisiken stellen sich zu den Bilanzstichtagen wie folgt dar:
Nominale, Marktwert und Sicherungszeitraum von Cashflow Hedge-Derivaten für Währungsrisiken
 
 
31.12.2022
TEUR
 
 
Nominale in TSD
Marktwert positiv
Marktwert negativ
Marktwert netto
Sicherungszeitraum bis
Durchschnittlicher Sicherungskurs
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts, der zur Berechnung der Ineffektivität verwendet wurde
Währungsderivate
 
 
 
 
 
 
 
 
CNY/CNH-Verkauf / EUR-Kauf
CNY/CNH
605.100
3.060
0
3.060
12/2023
7,23
1.220
CNY/CNH-Verkauf / GBP-Kauf
CNY/CNH
159.000
634
-215
419
12/2023
8,18
5
BRL-Kauf / USD-Verkauf
BRL
150.736
12
-1.543
-1.532
09/2023
5,41
73
EUR-Verkauf / GBP-Kauf
EUR
1.200
0
-46
-46
03/2023
0,86
-46
USD-Verkauf / CZK-Kauf
USD
118.100
7.202
-42
7.161
12/2023
24,19
6.578
USD-Verkauf / EUR-Kauf
USD
35.600
1.509
-287
1.222
12/2023
1,06
1.309
Summe
 
 
12.416
-2.132
10.284
 
 
9.140
Marktwert: + = Forderung, – = Verbindlichkeit aus Sicht der Lenzing Gruppe.
Der angegebene Sicherungszeitraum entspricht grundsätzlich der Periode der erwarteten Cashflows und deren Erfolgswirksamkeit.
Nominale, Marktwert und Sicherungszeitraum von Cashflow Hedge-Derivaten für Währungsrisiken (Vorjahr)
 
 
31.12.2021
TEUR
 
 
Nominale in TSD
Marktwert positiv
Marktwert negativ
Marktwert netto
Sicherungszeitraum bis
Durchschnittlicher Sicherungskurs
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts, der zur Berechnung der Ineffektivität verwendet wurde
Währungsderivate
 
 
 
 
 
 
 
 
CNY/CNH-Verkauf / EUR-Kauf
CNY/CNH
1.084.600
450
-675
-225
12/2022
7,59
-3.200
CNY/CNH-Verkauf / GBP-Kauf
CNY/CNH
262.100
502
-391
111
12/2022
8,86
-511
EUR-Kauf / USD-Verkauf
EUR
8.000
0
-246
-246
04/2022
1,17
-238
BRL-Kauf / EUR-Verkauf
BRL
155.000
0
-6.134
-6.134
06/2022
5,10
-6.134
BRL-Kauf / USD-Verkauf
BRL
288.000
56
-8.273
-8.217
07/2022
4,85
-8.217
USD-Kauf / CNY-Verkauf
USD
17.150
0
-47
-47
12/2022
6,49
-322
EUR-Kauf / GBP-Verkauf
EUR
1.000
0
-27
-27
05/2022
0,87
-28
EUR-Verkauf / GBP-Kauf
EUR
7.900
93
0
93
12/2022
0,86
103
USD-Verkauf / CZK-Kauf
USD
113.200
387
-2.107
-1.720
12/2022
21,98
-2.238
USD-Verkauf / EUR-Kauf
USD
129.000
351
-1.286
-936
12/2022
1,14
-1.005
IDR-Kauf / USD-Verkauf
IDR
4.332.000
3
-43
-40
01/2022
14.440,00
3
Summe
 
 
1.841
-19.228
-17.387
 
 
-21.788
Marktwert: + = Forderung, – = Verbindlichkeit aus Sicht der Lenzing Gruppe.
Der angegebene Sicherungszeitraum entspricht grundsätzlich der Periode der erwarteten Cashflows und deren Erfolgswirksamkeit.
Die Buchwerte sowie die Ineffektivität der als Hedging Instrumente designierten Grundgeschäfte (Einkäufe und Verkäufe) stellen sich zu den Bilanzstichtagen wie folgt dar:
Angaben zu den Grundgeschäften der Cashflow Hedge-Derivate für Fremdwährungsrisiken – Ineffektivitäten
TEUR
 
2022
2021
Fremdwährungsrisiken
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts, der zur Berechnung der Ineffektivität verwendet wurde
Ineffektivität
Ausweis in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts, der zur Berechnung der Ineffektivität verwendet wurde
Ineffektivität
Ausweis in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Verkäufe
9.067
0
Finanzerfolg
-13.249
0
Finanzerfolg
Einkäufe
73
0
Finanzerfolg
-8.538
0
Finanzerfolg
Summe
9.140
0
 
-21.788
0
 
Cashflow Hedge-Derivate für kombinierte
Zins-/Währungsrisiken
Zur Absicherung gegen Zins-/Währungsrisiken aus der Aufnahme von variabel verzinsten Schuldscheindarlehen in USD werden in der Lenzing Gruppe derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Die Sicherungsgeschäfte dienen dazu, die Variabilität der Zins- und Tilgungszahlungen, die aus dem gesicherten Grundgeschäft resultieren, auszugleichen.
Die Nominale der Cashflow Hedge-Derivate betragen zum 31. Dezember 2022 TEUR 42.190 und TEUR 18.751 (31. Dezember 2021: TEUR 39.704 und TEUR 17.646). Der Marktwert der Cashflow Hedge-Derivate beträgt zum 31. Dezember 2022 TEUR 5.724 (31. Dezember 2021: TEUR minus 1.442). Die Verträge der Sicherungsinstrumente und der gesicherten Grundgeschäfte sind zum 31. Dezember 2022 bzw. 31. Dezember 2021 an den Referenzzinssatz USD-LIBOR gekoppelt und wurden noch nicht auf einen alternativen Referenzzinssatz umgestellt.
Die Veränderung des beizulegenden Zeitwerts, der zur Berechnung der Ineffektivität verwendet wurde, beträgt TEUR 1.805 (für die USD 20 Mio. Tranche) (31. Dezember 2021: TEUR minus 911) und TEUR 4.049 (für die USD 45 Mio. Tranche) (31. Dezember 2021: TEUR minus 1.311). Der ineffektive Anteil zum 31. Dezember 2022 beträgt TEUR 0 (31. Dezember 2021: TEUR 0). Über die Laufzeit betragen der durchschnittliche feste Zinssatz 0,75 Prozent und der durchschnittliche Sicherungskurs 1,10 USD/EUR. Die Laufzeit der Sicherungsbeziehung endet im Dezember 2024.
Cashflow Hedge-Derivate für Zinsrisiken
Zur Absicherung gegen Zinsrisiken aus der Aufnahme von Darlehen mit variabler Verzinsung werden in der Lenzing Gruppe derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Diese Sicherungsgeschäfte wurden im Geschäftsjahr 2021 abgeschlossen und dienen dazu, die Variabilität von Zahlungsflüssen aus zukünftigen Zinszahlungen, die aus dem gesicherten Grundgeschäft resultieren, auszugleichen.
Die Nominale der Cashflow Hedge-Derivate betragen zum 31. Dezember 2022 TEUR 444.403 (31. Dezember 2021: TEUR 418.211). Der Marktwert der Hedge-Derivate beträgt zum 31. Dezember 2022 TEUR 37.354 (31. Dezember 2021: TEUR minus 1.937). Die Verträge der Sicherungsinstrumente und der gesicherten Grundgeschäfte sind zum 31. Dezember 2022 bzw. 31. Dezember 2021 an den Referenzzinssatz USD-LIBOR gekoppelt und wurden noch nicht auf einen alternativen Referenzzinssatz umgestellt.
Die Veränderung des beizulegenden Zeitwerts, der zur Berechnung der Ineffektivität verwendet wurde, beträgt TEUR 37.354 (31. Dezember 2021: TEUR minus 1.937). Der ineffektive Anteil zum 31. Dezember 2022 beträgt TEUR 0 (31. Dezember 2021: TEUR 0). Der durchschnittliche feste Zinssatz über die Laufzeit beträgt 1,83 Prozent. Die Laufzeit der Sicherungsbeziehung endet im Juni 2029.
Cashflow Hedge-Derivate für Rohstoffpreisrisiken
Zur Absicherung gegen Gaspreisrisiken werden in der Lenzing Gruppe neben physischen Bezugsverträgen derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Diese Sicherungsgeschäfte wurden im Geschäftsjahr 2022 abgeschlossen und dienen dazu, die Variabilität von Zahlungsflüssen aus zukünftigen Gaspreiszahlungen, die aus dem gesicherten Grundgeschäft resultieren, auszugleichen.
Die Nominale der Cashflow Hedge-Derivate zur Absicherung gegen Gaspreisrisiken betragen zum 31. Dezember 2022 160.850 MWh (31. Dezember 2021: 0 MWh). Der Marktwert der Cashflow Hedge-Derivate beträgt zum 31. Dezember 2022 TEUR minus 5.469 (31. Dezember 2021: TEUR 0).
Die Veränderung des beizulegenden Zeitwerts, der zur Berechnung der Ineffektivität verwendet wurde, beträgt TEUR minus 5.469 (31. Dezember 2021: TEUR 0).Der ineffektive Anteil zum 31. Dezember 2022 beträgt TEUR 0 (31. Dezember 2021: TEUR 0).Der durchschnittliche Sicherungskurs über die Laufzeit beträgt EUR 97,17. Die Laufzeit der Sicherungsbeziehung endet im Dezember 2023.

Hedging Reserve
Die Veränderung der Hedging Reserve stellt sich wie folgt dar:
Veränderungen der Hedging Reserve
 
 
 
 
 
TEUR
 
2022
2021
 
Hedging Reserve
Cost of Hedging
Summe
Hedging Reserve
Cost of Hedging
Summe
Hedging Reserve zum 01.01.
-39.658
9.086
-30.573
-77.411
4.101
-73.310
Fremdwährungsrisiken
-7.293
1.144
-6.150
-29.325
3.850
-25.474
Kombinierte Zins-/Währungsrisiken
6.689
-5
6.684
3.305
775
4.079
Zinsrisiken
39.886
0
39.886
-1.942
0
-1.942
Rohstoffpreisrisiken
841
0
841
0
0
0
Cashflow Hedges – in der Berichtsperiode erfasste Fair Value-Änderung
40.122
1.138
41.260
-27.962
4.625
-23.337
 
 
 
 
 
 
 
Fremdwährungsrisiken
26.774
444
27.217
2.055
360
2.415
Rohstoffpreisrisiken
-6.332
0
-6.332
0
0
0
Umgliederung in das Betriebsergebnis (EBIT)
20.442
444
20.885
2.055
360
2.415
 
 
 
 
 
 
 
Fremdwährungsrisiken
-1.938
-4
-1.941
631
0
631
Umgliederung in die Vorräte
-1.938
-4
-1.941
631
0
631
 
 
 
 
 
 
 
Fremdwährungsrisiken
9.073
112
9.185
62.271
0
62.271
Umgliederung in das Anlagevermögen
9.073
112
9.185
62.271
0
62.271
 
 
 
 
 
 
 
Kombinierte Zins-/Währungsrisiken
568
0
568
758
0
758
Umgliederung in den Finanzerfolg
568
0
568
758
0
758
Hedging Reserve zum 31.12.
28.609
10.776
39.385
-39.658
9.086
-30.573

Aufrechnung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten
Die Lenzing Gruppe hat Aufrechnungsrahmenvereinbarungen (insbesondere Globalnettingvereinbarungen) abgeschlossen. Grundsätzlich werden die Beträge, die gemäß solchen Verträgen von jeder Gegenpartei an einem einzelnen Tag im Hinblick auf alle ausstehenden Transaktionen in gleicher Währung geschuldet werden, zu einem einzigen Nettobetrag zusammengefasst, der von einer Partei an die andere zu zahlen ist.
Die nachfolgenden Tabellen enthalten Angaben über die Aufrechnung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten in der Konzern-Bilanz aufgrund von Aufrechnungsrahmenvereinbarungen. Die in der Spalte „Finanzielle Vermögenswerte“ und „Finanzielle Verbindlichkeiten“ dargestellten Beträge (brutto) entsprechen den bilanzierten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten (netto). In der Spalte „Effekt von Aufrechnungsrahmenvereinbarungen“ werden die Beträge ausgewiesen, die Gegenstand einer solchen Vereinbarung sind, aber die Voraussetzung für eine Aufrechnung in der Konzern-Bilanz nach IFRS nicht erfüllen.
Aufrechnung von Finanzinstrumenten
TEUR
Finanzielle Vermögenswerte zum 31.12.2022
Finanzielle Vermögenswerte (brutto=
netto)
Effekt
von Aufrechnungsrahmenvereinbarungen
Nettobeträge
Sonstige finanzielle Vermögenswerte –
Derivate mit positivem Marktwert
57.167
-1.681
55.486
Finanzielle Vermögenswerte zum 31.12.2021
 
 
 
Sonstige finanzielle Vermögenswerte –
Derivate mit positivem Marktwert
1.950
-896
1.054
Aufrechnung von Finanzinstrumenten
TEUR
Finanzielle Verbindlichkeiten zum 31.12.2022
Finanzielle Verbindlichkeiten (brutto=
netto)
Effekt
von Aufrechnungsrahmenvereinbarungen
Nettobeträge
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten –
Derivate mit negativem Marktwert
8.981
-1.681
7.300
Finanzielle Verbindlichkeiten zum 31.12.2021
 
 
 
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten –
Derivate mit negativem Marktwert
28.406
-896
27.509
Übertragung von finanziellen Vermögenswerten (Verkauf von Forderungen / Factoring)
Es bestehen Factoring-Vereinbarungen, aufgrund derer Banken zum Ankauf bestimmter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der Lenzing Gruppe über ein monatlich revolvierendes Nominalvolumen verpflichtet sind. Die Lenzing Gruppe ist zum Verkauf dieser Forderungen berechtigt. Die Vereinbarungen haben eine unbestimmte Laufzeit; jede Partei hat das Recht, die Vereinbarungen mit einer Frist aufzukündigen und dann auslaufen zu lassen. Die seit 2017 stillgelegten Factoring-Vereinbarungen wurden im Geschäftsjahr 2022 wieder ausgenützt. Die Factoring-Vereinbarungen haben per 31. Dezember 2022 ein maximal ausnutzbares Nominalvolumen von insgesamt TEUR 60.000 (31. Dezember 2021: TEUR 73.235).
Für verkaufte Forderungen erfolgt eine Anzahlung auf den Kaufpreis in der Höhe von 90 Prozent und das Delkredererisiko wird durch die Factor-Bank übernommen. Zum 31. Dezember 2022 waren aufgrund der Factoring-Vereinbarungen Forderungen in Höhe von insgesamt TEUR 57.149 (31. Dezember 2021: TEUR 0) verkauft und aus der Konzern-Bilanz der Lenzing Gruppe ausgebucht. Zum 31. Dezember 2022 wurde der nicht bevorschusste Betrag als sonstiger kurzfristiger Vermögenswert (finanziell) in Höhe von TEUR 5.715 (31. Dezember 2021: TEUR 0) ausgewiesen. Die Zeitwerte entsprechen annähernd den angegebenen Buchwerten, da insbesondere auch die Restlaufzeiten der betroffenen Forderungen kurzfristig sind.
Der oben angeführte nicht bevorschusste Betrag entspricht aus Sicht der Lenzing Gruppe dem theoretischen kreditrisikobedingten Maximalverlust für die Übernahme der Ausfallshaftung. Der Zeitwert dieser Ausfallshaftung beträgt per 31. Dezember 2022 TEUR 34 (31. Dezember 2021: TEUR 0). Für die übernommenen Verpflichtungen und Risiken aus den Factoring-Vereinbarungen sind per 31. Dezember 2022 sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten (finanziell) in Höhe von TEUR 152 erfasst (31. Dezember 2021: TEUR 0). Im Geschäftsjahr 2022 wurden Dienstleistungsgebühren in Höhe von TEUR 152 (2021: TEUR 0) in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Seit Beginn der Vereinbarung wurden kumuliert TEUR 491 aufwandswirksam erfasst. Im Zeitpunkt der Übertragung der Forderungen wurden insgesamt TEUR 315 aufwandswirksam erfasst.
Die von Kunden im Zeitraum zwischen der letzten Bevorschussung und dem 31. Dezember erhaltenen Zahlungen werden in den sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten (finanziell) abgegrenzt.

Note 37. Zins- und Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten sowie Fremdwährungsergebnis
Zins- und Nettoergebnis
Das Zins- und Nettoergebnis aus den Finanzinstrumenten nach Klassen bzw. Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 setzt sich wie folgt zusammen:
Zins- und Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten
 
 
 
 
 
 
TEUR
2022
Zinsertrag
Zinsaufwand
Nettozinsen
Aus der Folge- bewertung zum beizulegenden Zeitwert erfolgs-wirksam
Aus der Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral
Erfolgsneutrale Bewertung und Umgliederung in GuV
Wertberichtigung/
Zuschreibung
Abgangs-ergebnis
Nettoergebnis (Summe)
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte
10.859
0
10.859
0
0
0
-2.883
0
7.976
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
48
0
48
-775
0
0
-26
0
-753
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Eigenkapitalinstrumente
140
0
140
0
-16.830
0
0
0
-16.690
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Schuldinstrumente
0
0
0
0
0
0
0
0
0
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
0
-68.302
-68.302
0
0
0
0
0
-68.302
Summe
11.047
-68.302
-57.255
-775
-16.830
0
-2.909
0
-77.769
Zins- und Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten (Vorjahr)
 
 
 
 
 
 
TEUR
2021
Zinsertrag
Zinsaufwand
Nettozinsen
Aus der Folge- bewertung zum beizulegenden Zeitwert erfolgs-wirksam
Aus der Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral
Erfolgsneutrale Bewertung und Umgliederung in GuV
Wertberichtigung/
Zuschreibung
Abgangs-ergebnis
Nettoergebnis (Summe)
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte
3.955
0
3.955
0
0
0
-1.255
-2.000
700
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
155
0
155
-206
0
0
-66
1
-116
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Eigenkapitalinstrumente
960
0
960
0
32.926
0
0
0
33.885
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Schuldinstrumente
37
0
37
0
-36
124
0
-138
-13
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
0
-39.443
-39.443
0
0
0
0
0
-39.443
Summe
5.107
-39.443
-34.336
-206
32.890
124
-1.321
-2.137
-4.987
Das Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten umfasst das Zinsergebnis (laufende Zinserträge und -aufwendungen einschließlich Fortschreibung von Agien und Disagien sowie Ausschüttungen, soweit sie nicht at-equity bewertete Unternehmen betreffen), die Bewertungsergebnisse aus der erfolgswirksamen und erfolgsneutralen Bewertung zum beizulegenden Zeitwert sowie das Ergebnis aus Wertberichtigungen (Bildung und Auflösung von Wertberichtigungen bzw. Bewertungen) und Abgängen. Im Ergebnis aus erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigen- und Fremdkapitalinstrumenten sind die Ergebnisse aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert und der Umgliederung in den Gewinn oder Verlust erfasst. Nicht enthalten sind Fremdwährungsgewinne/-verluste (mit Ausnahme der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente), Kreditbereitstellungsprovisionen und Ergebnisse aus Sicherungsinstrumenten (Cashflow Hedges).
Die Veränderung der Wertberichtigungen auf „Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Forderungen“ ist im Wesentlichen im „Ergebnis aus lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten“ ausgewiesen.
Der erfolgsneutrale Teil aus der Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert der erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigen- und Fremdkapitalinstrumente ist in der Rücklage „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte“ ausgewiesen. Die restlichen Komponenten des Nettoergebnisses sind im „Ergebnis aus lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten“ bzw. den „Finanzierungskosten“
enthalten.
Fremdwährungsergebnis
In den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen
sind Netto-Fremdwährungsgewinne/-verluste in Höhe von TEUR plus 4.922 (2021: TEUR plus 11.557), im Ergebnis aus lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten in Höhe von TEUR plus 3.567 (2021: TEUR plus 5.203) und in den Finanzierungskosten in Höhe von TEUR minus 3.341 (2021: TEUR plus 4.405) enthalten.
Note 38. Finanzrisikomanagement
Der Konzern ist als international tätiges Unternehmen finanziellen Risiken und sonstigen Marktrisiken ausgesetzt. Durch ein unternehmensweites Risikomanagementsystem, welches in Richtlinien umfassend geregelt ist, werden potenzielle Risiken frühzeitig identifiziert und bewertet. Höchste Risikotransparenz und Informationsqualität soll durch die Quantifizierung aller Risikokategorien, insbesondere im Hinblick auf Risikokonzentrationen, erreicht werden. Die Effizienz des konzernweiten Risikomanagements wird sowohl durch das interne Kontrollsystem (IKS) als auch durch die interne Revision laufend beurteilt und überwacht.
Die finanziellen Risiken aus Finanzinstrumenten – Ausfallsrisiko,
Liquiditätsrisiko, Fremdwährungsrisiko (insbesondere BRL, CNY, CZK, HKD, IDR, THB und USD), Rohstoffpreisrisiko und Zinsrisiko – werden als für die Lenzing Gruppe relevante Risiken eingestuft. Mittels entsprechender Absicherungsmaßnahmen wird versucht, diese Risiken zu minimieren. Die erworbenen Aktien fremder Unternehmen sind als langfristige Investitionen klassifiziert und werden daher nicht als kurz- bzw. mittelfristig relevantes Marktpreisrisiko gesehen.
Ausfallsrisiko
Das Ausfallsrisiko bezeichnet das Risiko von Vermögensverlusten, die aus der Nichterfüllung von Vertragsverpflichtungen einzelner Geschäftspartner entstehen können. Das dem Grundgeschäft immanente Bonitätsrisiko ist bei Liefergeschäften (insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) zum Teil durch namhafte Kreditversicherungen und bankmäßige Sicherheiten (Garantien, Akkreditive, Wechsel etc.) abgesichert. Die Außenstände und Kundenlimits werden laufend überwacht. Das Kreditrisiko bei Banken aus Veranlagungen (insbesondere Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) und Derivaten mit positiven Marktwerten wird dadurch reduziert, dass Geschäfte grundsätzlich nur mit Vertragspartnern von guter Bonität abgeschlossen werden.
Forderungen werden einzeln bewertet. Auf Forderungen werden individuelle Einzelwertberichtigungen gebildet, wenn Anzeichen für eine beeinträchtigte Bonität (Einzelbewertung) vorliegen und diese voraussichtlich nicht voll einbringlich sind. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners, Ausfall oder Verzug von Zahlungen oder eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass der Schuldner in Insolvenz geht, vorliegen und die betroffene Forderung nicht ausreichend besichert ist. Aufgrund des umfassenden Debitorenmanagements der Lenzing Gruppe (weitgehende Absicherung durch Kreditversicherungen und bankmäßige Sicherheiten sowie laufende Überwachung der Außenstände und Kundenlimits) sind die erwarteten Verluste untergeordnet.
Zur Ermittlung des Wertminderungsbedarfes für nicht einzelwertberichtigte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden in der Lenzing Gruppe die Ausfälle der letzten Jahre evaluiert. Die Analyse hat ergeben, dass nur ein unwesentliches Risiko für Forderungen mit einer gewissen Überfälligkeit besteht.
Die Verlustquoten basieren auf historischen Ausfallsquoten der letzten neun Jahre. Dabei wird nach Gesellschaften und Überfälligkeiten unterschieden. Durch die COVID-19-Krise und die Ukraine-Krise ergaben sich keine wesentlichen Änderungen der Ausfallsquoten im Geschäftsjahr. Die diesbezügliche Entwicklung wird laufend vom Management überwacht.
Bei Ausleihungen und sonstigen finanziellen Vermögenswerten (kurz- und langfristig), die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, sowie Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten erfolgt die Berechnung des Wertminderungsbedarfes auf Basis der durchschnittlichen Ausfallsquoten. Der Wertminderungsbedarf ermittelt sich aus der Ausfallsquote je Rating für das jeweilige Finanzinstrument. Eine signifikante Änderung des Kreditrisikos wird auf Basis von Rating und Zahlungsverzug bestimmt. Die Lenzing Gruppe geht bei Instrumenten mit niedrigem Ausfallsrisiko davon aus, dass sich das Ausfallsrisiko seit dem erstmaligen Ansatz nicht signifikant erhöht hat. Folglich wird für solche Instrumente stets der Zwölf-Monats-Kreditverlust erfasst. Da der erwartete Wertminderungsbedarf unwesentlich ist, wird für diese finanziellen Vermögenswerte kein erwarteter Ausfall gebucht.
Aufgrund der verringerten wirtschaftlichen Ertragskraft und Unsicherheiten insbesondere als Folge eines Werksbrandes im Geschäftsjahr 2018 bei dem Käufer der EFB (einschließlich deren Tochterunternehmen) ergibt sich ein erhöhtes Ausfallsrisiko der Forderungen gegenüber diesen Gesellschaften. Deshalb wurde die Ermittlung der Wertberichtigung für diese Ausleihungen von dem erwarteten Zwölf-Monats-Kreditverlust auf die über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste im Geschäftsjahr 2018 geändert. Die erwarteten Kreditverluste wurden auf Basis der Differenz zwischen den vertraglichen Zahlungen und sämtlichen Zahlungen, die das Management voraussichtlich zukünftig erwartet, ermittelt.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden als ausgefallen betrachtet, wenn sie mehr als 270 Tage überfällig sind bzw. wenn es unwahrscheinlich ist, dass der Schuldner seinen Verpflichtungen ohne Verwertung von Sicherheiten nachkommen kann. Dieser lange Zeitraum ergibt sich daraus, dass etwa 90 Prozent der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen durch eine Kreditversicherung versichert sind.
Eine direkte Ausbuchung der finanziellen Vermögenswerte erfolgt nur, wenn die vertraglichen Rechte auf Zahlungen aus den finanziellen Vermögenswerten endgültig nicht mehr bestehen (insbesondere im Insolvenzfall). Bei Wegfall der Gründe für die Wertberichtigung erfolgt eine Wertaufholung bis zu den fortgeführten Anschaffungskosten.
Der Konzern beurteilt die Risikokonzentration hinsichtlich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen eher als niedrig, da seine Kunden in verschiedenen Ländern ansässig sind, verschiedenen Branchen angehören und auf weitgehend unabhängigen Märkten tätig sind. Die Forderungen sind zudem in einem eher geringen Ausmaß überfällig und nicht einzelwertgemindert (siehe Tabelle unten „Altersstruktur der finanziellen Forderungen“). Wesentliche Effekte für eine Veränderung der Wertberichtigungen können mögliche Zahlungsausfälle von großen Kunden sein bzw. der allgemeine Anstieg des Forderungsbestandes zum Stichtag. Im Geschäftsjahr gab es keinen wesentlichen Anstieg bei den Zahlungsausfällen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind zum 31. Dezember 2022 gesunken.
Die Wertberichtigungen haben sich wie folgt entwickelt:
Entwicklung und Überleitung der Wertberichtigungen
TEUR
2022
Erwarteter Kreditverlust über die Laufzeit (Portfolio-bewertung)
Erwarteter Kreditverlust über die Laufzeit (Einzelbewertung)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
 
 
Wertberichtigungen zum 01.01.
753
9.760
Verbrauch
0
-2.180
Auflösung
-470
-107
Dotierung
34
194
Währungsumrechnungsdifferenzen
11
-63
Wertberichtigungen zum 31.12.
328
7.605
Entwicklung und Überleitung der Wertberichtigungen (Vorjahr)
TEUR
2021
Erwarteter Kreditverlust über die Laufzeit (Portfolio-bewertung)
Erwarteter Kreditverlust über die Laufzeit (Einzelbewertung)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
 
 
Wertberichtigungen zum 01.01.
468
8.469
Verbrauch
0
-213
Auflösung
-98
-224
Dotierung
368
1.196
Währungsumrechnungsdifferenzen
15
532
Wertberichtigungen zum 31.12.
753
9.760
Erwarteter Kreditverlust über die Laufzeit
(Einzelbewertung)
TEUR
 
2022
2021
Ausleihungen zu fortgeführten Anschaffungskosten
 
 
Wertberichtigungen zum 01.01.
5.600
6.145
Auflösung
-600
-601
Dotierung
3.235
14
Währungsumrechnungsdifferenzen
-1
42
Wertberichtigungen zum 31.12.
8.234
5.600
 
 
 
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
(lang- und kurzfristig)
 
 
Wertberichtigungen zum 01.01.
713
648
Auflösung
-66
0
Dotierung
561
66
Wertberichtigungen zum 31.12.
1.209
713
In den Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Wertberichtigungen gegenüber Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, in Höhe von TEUR 1.720 (2021: TEUR 1.810) enthalten.
Bei den Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen handelt es sich im Wesentlichen um Wertberichtigungen für überfällige, nicht versicherte Forderungen.
Die Altersstruktur der finanziellen Forderungen stellt sich wie folgt dar:
Altersstruktur und erwarteter Kreditverlust bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
TEUR
31.12.2022
Bruttobuchwert
Erwarteter Kreditverlust
Nicht überfällig
275.436
243
Bis 30 Tage überfällig
13.491
53
Zwischen 31 und 90 Tagen überfällig
1.608
4
Zwischen 91 und 365 Tagen überfällig
828
15
Mehr als 1 Jahr überfällig
13
13
Forderungen mit beeinträchtigter Bonität (Einzelbewertung)
10.169
7.605
Summe
301.543
7.932
Altersstruktur und erwarteter Kreditverlust bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Vorjahr)
TEUR
31.12.2021
Bruttobuchwert
Erwarteter Kreditverlust
Nicht überfällig
287.584
439
Bis 30 Tage überfällig
29.249
167
Zwischen 31 und 90 Tagen überfällig
5.541
56
Zwischen 91 und 365 Tagen überfällig
418
58
Mehr als 1 Jahr überfällig
32
32
Forderungen mit beeinträchtigter Bonität (Einzelbewertung)
12.860
9.760
Summe
335.685
10.513
Altersstruktur der finanziellen Forderungen
TEUR
2022
Ausleihungen
Sonstige finanzielle Forderungen (kurz- und langfristig)
Bruttobuchwert zum 31.12.
16.636
94.742
Davon nicht überfällig
838
93.534
Davon wertgemindert
15.798
1.209
Altersstruktur der finanziellen Forderungen (Vorjahr)
TEUR
2021
Ausleihungen
Sonstige finanzielle Forderungen (kurz- und langfristig)
Bruttobuchwert zum 31.12.
17.948
20.239
Davon nicht überfällig
6.670
19.404
Davon wertgemindert
11.278
834
Wertpapiere im Anwendungsbereich der Wertminderungsvorschriften des IFRS 9 sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente haben überwiegend ein Rating zwischen AAA und BBB.
An der Einbringlichkeit von finanziellen Vermögenswerten, die weder überfällig noch wertgemindert sind, bestehen aus heutiger Sicht keine Zweifel.
Das maximale Ausfallsrisiko aus bilanzierten finanziellen Vermögenswerten stellt sich wie folgt dar:
Maximales Ausfallsrisiko aus bilanzierten finanziellen Vermögenswerten
TEUR
 
31.12.2022
31.12.2021
Buchwert der aktivseitigen Finanzinstrumente (siehe Note 36)
875.380
1.529.076
Abzüglich Risikominderungen bei Forderungen durch
 
 
Erhaltene Kreditversicherungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
(ohne Selbstbehalte)
-102.865
-104.674
Erhaltene Garantien für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
-18.507
-35.600
Summe
754.009
1.388.802
Das maximale Ausfallsrisiko aus finanziellen Garantieverträgen und Eventualverbindlichkeiten ist in Note 41 ersichtlich.
Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko bezeichnet das Risiko, sich nicht jederzeit Finanzmittel beschaffen zu können, um eingegangene Verbindlichkeiten zu begleichen. Die Steuerung des Liquiditätsrisikos nimmt in der Lenzing Gruppe einen hohen Stellenwert ein. Die Unternehmensrichtlinien schreiben eine konzernweit einheitliche und vorausschauende Liquiditätsplanung und Mittelfristplanung vor. Das Risiko eines etwaigen Liquiditätsengpasses wird in der Lenzing Gruppe laufend überwacht.
Die Lenzing Gruppe verfügt über einen Liquiditätsbestand in Höhe von TEUR 453.265 (31. Dezember 2021: TEUR 1.124.120) in Form von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten inklusive liquiden Wechseln (siehe Note 35). Zur Finanzierung notwendiger Betriebsmittel sowie zur Überbrückung eventueller konjunkturbedingter Fehlbeträge bestehen zum 31. Dezember 2022 ungenutzte Kreditlinien im Ausmaß von TEUR 232.276 (31. Dezember 2021: TEUR 454.471). Die mittel- und langfristige Finanzierung der Lenzing Gruppe erfolgt über Eigenkapital und Finanzverbindlichkeiten, insbesondere Schuldscheindarlehen und Bankkredite. Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten können regelmäßig verlängert oder bei anderen Fremdkapitalgebern refinanziert werden. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen dienen der kurzfristigen Finanzierung der bezogenen Lieferungen und Leistungen. Die von den Reverse-Factoring-Vereinbarungen betroffenen Verbindlichkeiten werden entsprechend ihrer vereinbarten Fälligkeit beglichen; die damit verbundenen Abflüsse werden in der Liquiditätsplanung planmäßig berücksichtigt. Der Konzern beurteilt aus diesem Grund die Risikokonzentration hinsichtlich ausreichender
Finanzierungsquellen als von untergeordneter Bedeutung.
Die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Schulden (einschließlich finanzieller Garantieverträge) setzen sich wie folgt zusammen:
Fälligkeitsanalyse der originären finanziellen Schulden
 
TEUR
 
Buchwert zum 31.12.2022
Cashflows 2023
Cashflows 2024 bis 2027
Cashflows ab 2028
Schuldscheindarlehen
569.691
15.926
574.811
29.191
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
1.640.106
331.371
1.221.991
447.287
Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen Darlehensgebern
42.843
5.102
24.996
14.210
Leasingverbindlichkeiten
69.590
13.453
38.173
147.170
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
435.433
435.433
0
0
Kündbare nicht beherrschende Anteile
266.085
0
0
266.085
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten1
63.352
63.352
0
0
Summe
3.087.100
864.636
1.859.971
903.943
Davon:
 
 
 
 
Fix verzinst
 
20.397
56.553
105.137
Teilweise fix verzinst
 
150
606
160
Variabel verzinst
 
91.821
186.000
33.762
Tilgung
 
752.268
1.616.813
764.884
1) Bei den finanziellen Garantieverträgen sind die maximal möglichen Zahlungsverpflichtungen enthalten. Die Beträge werden als im ersten Jahr fällig angenommen.
Fälligkeitsanalyse der originären finanziellen Schulden (Vorjahr)
 
TEUR
 
Buchwert zum 31.12.2021
Cashflows 2022
Cashflows 2023 bis 2026
Cashflows ab 2027
Schuldscheindarlehen
637.841
80.641
550.691
29.234
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
1.342.661
63.715
1.052.698
379.378
Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen Darlehensgebern
57.183
6.539
34.542
19.969
Leasingverbindlichkeiten
63.475
12.781
34.425
123.548
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
414.768
414.768
0
0
Kündbare nicht beherrschende Anteile
234.409
0
0
234.409
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten1
40.442
40.442
0
0
Summe
2.790.781
618.886
1.672.357
786.539
Davon:
 
 
 
 
Fix verzinst
 
17.985
50.020
85.306
Teilweise fix verzinst
 
179
616
299
Variabel verzinst
 
24.480
59.376
9.442
Tilgung
 
576.243
1.562.345
691.492
1) Bei den finanziellen Garantieverträgen sind die maximal möglichen Zahlungsverpflichtungen enthalten. Die Beträge werden als im ersten Jahr fällig angenommen.
In der Tabelle wurden alle originären finanziellen Schulden, die am Bilanzstichtag im Bestand waren, einbezogen. Planzahlen für zukünftige Schulden wurden nicht einbezogen. Fremdwährungsbeträge wurden mit dem Stichtagskassakurs umgerechnet. Die variablen Zinszahlungen wurden unter Zugrundelegung der zuletzt vor dem Bilanzstichtag gefixten Zinssätze ermittelt. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Schulden sind immer dem frühesten Zeitraster zugeordnet.
Die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der derivativen Finanzinstrumente setzen sich wie folgt zusammen:
Fälligkeitsanalyse der derivativen Finanzinstrumente
 
TEUR
 
Buchwert zum 31.12.2022
Cashflows 2023
Cashflows 2024 bis 2027
Cashflows ab 2028
Währungs-, kombinierte Zins-/Währungs- und Zinsderivate und Gasderivate
 
 
 
 
Derivate mit positivem Marktwert (Cashflow Hedges)
55.494
12.416
5.724
37.354
Derivate mit positivem Marktwert (Cashflow Hedges, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde)
1.673
1.673
0
0
Positiver Marktwert
57.167
14.090
5.724
37.354
Derivate mit negativem Marktwert (Cashflow Hedges)
-7.602
-7.602
0
0
Derivate mit negativem Marktwert (Cashflow Hedges, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde)
-1.380
-1.380
0
0
Negativer Marktwert
-8.981
-8.981
0
0
Summe
48.186
5.109
5.724
37.354
Die Cashflows bestehen nur aus Tilgung und beinhalten keine Zinskomponente.
Marktwert: + = Forderung, – = Verbindlichkeit aus Sicht der Lenzing Gruppe
Fälligkeitsanalyse der derivativen Finanzinstrumente (Vorjahr)
 
TEUR
 
Buchwert zum 31.12.2021
Cashflows 2022
Cashflows 2023 bis 2026
Cashflows ab 2027
Währungs-, kombinierte Zins-/Währungs- und Zinsderivate
 
 
 
 
Derivate mit positivem Marktwert (Cashflow Hedges)
1.841
1.841
0
0
Derivate mit positivem Marktwert (Cashflow Hedges, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde)
109
109
0
0
Positiver Marktwert
1.950
1.950
0
0
Derivate mit negativem Marktwert (Cashflow Hedges)
-22.607
-19.228
-1.442
-1.937
Derivate mit negativem Marktwert (Cashflow Hedges, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde)
-5.799
-5.799
0
0
Negativer Marktwert
-28.406
-25.027
-1.442
-1.937
Summe
-26.456
-23.077
-1.442
-1.937
Die Cashflows bestehen nur aus Tilgung und beinhalten keine Zinskomponente.
Marktwert: + = Forderung, – = Verbindlichkeit aus Sicht der Lenzing Gruppe
Fremdwährungsrisiko
Aufgrund von Zahlungsflüssen aus Investitionen und aus dem operativen Geschäft sowie aus Veranlagungen und Finanzierungen in Fremdwährungen sind die Konzerngesellschaften der Lenzing Gruppe Fremdwährungsrisiken ausgesetzt. Risiken aus Fremdwährungen werden weitestgehend gesichert, soweit sie die Cashflows der Gruppe beeinflussen. Im operativen Bereich sind die einzelnen Konzerngesellschaften einem Fremdwährungsrisiko im Zusammenhang mit geplanten Zahlungsein- bzw. -ausgängen außerhalb ihrer funktionalen Währung ausgesetzt. Das Wechselkursrisiko aus Fremdwährungspositionen aus erwarteten künftigen Transaktionen in Fremdwährung von Konzerngesellschaften wird mittels Devisentermingeschäften gesichert, welche zum Marktwert bilanziert werden.
Für Gesellschaften mit gleicher funktionaler Währung werden die jeweiligen Netto-Exposures in Fremdwährung für das folgende Umsatzjahr im Zuge der Budgetierung ermittelt. Die Einkäufe in
einer bestimmten Fremdwährung und die Verkäufe in einer bestimmten Fremdwährung werden jeweils zu einer Gruppe zusammengefasst. Das budgetierte Netto-Exposure des folgenden Geschäftsjahres für das in der Lenzing Gruppe dominierende Währungspaar EUR/CNY war zum 31. Dezember 2022 zu ca. 34 Prozent (31. Dezember 2021: EUR/USD ca. 62 Prozent) abgesichert. Daneben spielt der USD eine bedeutende Rolle. Die Höhe der daraus resultierenden Risikokonzentration zum Bilanzstichtag kann den nachfolgenden Tabellen entnommen werden (siehe Abschnitt „Sensitivitätsanalyse und Risikoposition für Fremdwährungsrisiken“).
Auf Konzernebene wird auch das Translationsrisiko regelmäßig bewertet und beobachtet. Als Translationsrisiko wird jenes Risiko bezeichnet, das aufgrund der Konsolidierung ausländischer Beteiligungen entsteht, deren funktionale Währung nicht der EUR ist. Die größte Risikoposition stellt dabei der USD dar.
Rohstoffpreisrisiko
Zur Absicherung gegen Gaspreisrisiken werden in der Lenzing Gruppe neben physischen Bezugsverträgen derivative Finanzins-trumente eingesetzt (siehe Note 36). Die Gruppe setzt zur Steuerung des Gaspreisrisikos OTC-Gasswaps im Rahmen von Cashflow Hedge-Beziehungen ein. Die Sicherungsstrategien werden auf Basis der geplanten Gasverbrauchszahlen in der betreffenden Währung festgelegt und monatlich mit den aktuellen Marktpreisen („market to market“-Bewertung) verglichen. Aufgrund der Gas-swaps ist die Lenzing Gruppe bilanziellen Preisrisiken ausgesetzt. Diese Risiken bestehen insbesondere darin, dass die Bewertung der Gasswaps zum beizulegenden Marktwert bei einer nachteiligen Veränderung der Marktpreise zu Belastungen des sonstigen Ergebnisses bzw. des Eigenkapitals führen kann.
Im Geschäftsjahr 2022 ergaben sich bei wichtigen Rohstoffen und Energie erhöhte Preisschwankungen. Die Lenzing Gruppe unterliegt mit ihrer Geschäftstätigkeit branchenüblichen Marktpreisrisiken (insbesondere bei Holz, Chemikalien, Zellstoff und Energie), die nicht über Derivate bzw. Finanzinstrumente, sondern über andere Sicherungsmaßnahmen (insbesondere lang- und kurzfristige Bezugsverträge bei verschiedenen Lieferanten) abgesichert werden. Die Lenzing Gruppe hat mehrere langfristige Strombezugsverträge für Strom aus erneuerbaren Energiequellen abgeschlossen, um ihre Klimaziele zu erreichen und sich gegen schwankende Preise abzusichern (siehe Note 21).
Zinsrisiken
Die Lenzing Gruppe ist aufgrund von geschäftsbedingten Finanzierungs- bzw. Veranlagungsaktivitäten einem Zinsrisiko ausgesetzt. Zinsrisiken bestehen aufgrund potenzieller Änderungen des Marktzinses und können bei fix verzinsten Finanzinstrumenten zu einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts und bei variabel verzinsten Finanzinstrumenten zu Schwankungen der Cashflows aus den Zinszahlungen führen. Die Steuerung des Zinsrisikos und der daraus resultierenden Risikokonzentrationen erfolgt durch laufende Überwachung und Anpassung der Zusammensetzung der fix und variabel verzinsten originären Finanzinstrumente sowie vereinzelt durch den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten. Die Höhe der daraus resultierenden Risikokonzentration zum Bilanzstichtag kann den nachfolgenden Tabellen entnommen werden (siehe Abschnitt „Sensitivitätsanalyse und Exposure für Zinsrisiken“).
Sensitivitätsanalyse und Risikoposition für Fremdwährungsrisiken
Die Lenzing Gruppe legt der Sensitivitätsanalyse folgende Annahmen zu Grunde:
  • ● Als Basis für die Sensitivität des Gewinnes oder Verlustes werden die Forderungen und Verbindlichkeiten der Konzerngesellschaften, die in einer anderen Währung als der funktionalen Währung der jeweiligen Gesellschaft denominiert sind, und die offenen Derivate aus Cashflow Hedges für Fremdwährungsrisiken, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde, zum Bilanzstichtag herangezogen. Die Buchwerte der Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Nominalen der Derivate entsprechen dem Exposure. Für die Aggregation zum Gruppen-Exposure werden die einzelnen Exposures einheitlich gegen die Währungen USD bzw. EUR dargestellt.
  • ● Als Basis für die Sensitivität des sonstigen Ergebnisses werden die offenen Derivate aus Cashflow Hedges für Fremdwährungsrisiken, bei denen das Grundgeschäft noch nicht ergebniswirksam erfasst wurde, zum Bilanzstichtag herangezogen. Die Nominale der offenen Derivate entspricht dem Exposure.
Die Sensitivitäten und die Risikopositionen für das Fremdwährungsrisiko stellen sich zu den Bilanzstichtagen wie folgt dar:
Sensitivitätsanalyse und Risikoposition für Fremdwährungsrisiken (EUR)
 
TEUR
 
31.12.2022
31.12.2021
 
Gruppenexposure in Bezug auf EUR
Sensitivität bei Abwertung des EUR um 10 %
Sensitivität bei Aufwertung des EUR um 10 %
Gruppenexposure in Bezug auf EUR
Sensitivität bei Abwertung des EUR um 10 %
Sensitivität bei Aufwertung des EUR um 10 %
EUR-USD
540.038
60.004
-49.094
380.790
31.589
-25.846
EUR-GBP
478
53
-43
1.533
136
-111
EUR-CNY/CNH
50.748
5.639
-4.613
65.576
5.465
-4.471
EUR-CZK
-2.650
-294
241
-2.826
-243
199
EUR-HKD
-3.184
-354
289
-5.814
-480
393
Sensitivität des Gewinnes oder Verlustes nach Steuern
(durch Forderungen und Verbindlichkeiten)
585.430
65.048
-53.221
439.259
36.466
-29.836
Sensitivität des sonstigen Ergebnisses nach Steuern (durch Cashflow Hedge-Derivate)
 
-10.130
8.306
 
-15.690
12.843
Sensitivität des Eigenkapitals
 
54.917
-44.915
 
20.776
-16.993
Gruppenexposure: + Forderung, – Verbindlichkeit; Sensitivität: + Erhöhung des Gewinnes bzw. sonstigen Ergebnisses, – Verminderung des Gewinnes bzw. sonstigen Ergebnisses
Sensitivitätsanalyse und Risikoposition für Fremdwährungsrisiken (USD/GBP)
 
TEUR
 
31.12.2022
31.12.2021
 
Gruppenexposure in Bezug auf USD/GBP
Sensitivität bei Abwertung des USD/GBP
um 10 %
Sensitivität bei Aufwertung des USD/GBP
um 10 %
Gruppenexposure in Bezug auf USD/GBP
Sensitivität bei Abwertung des USD/GBP
um 10 %
Sensitivität bei Aufwertung des USD/GBP
um 10 %
USD-IDR
-33.850
-3.761
3.077
-13.177
-1.142
934
USD-GBP
-5.971
-663
543
-3.926
-353
289
USD-CNY/CNH
25.979
2.887
-2.362
17.766
1.481
-1.212
USD-CZK
-8.768
-974
797
-14.914
-1.342
1.098
USD-THB
0
0
0
809
72
-59
USD-BRL
-35.503
-3.945
3.228
61.525
4.512
-3.692
GBP-CNY/CNH
3.016
335
-274
6.081
547
-448
Sensitivität des Gewinnes oder Verlustes nach Steuern
(durch Forderungen und Verbindlichkeiten)
-55.098
-6.122
5.009
54.164
3.775
-3.088
Sensitivität des sonstigen Ergebnisses nach Steuern (durch Cashflow Hedge-Derivate)
 
-11.841
11.836
 
-12.202
11.947
Sensitivität des Eigenkapitals
 
-17.963
16.845
 
-8.427
8.858
Gruppenexposure: + Forderung, – Verbindlichkeit; Sensitivität: + Erhöhung des Gewinnes bzw. sonstigen Ergebnisses, – Verminderung des Gewinnes bzw. sonstigen Ergebnisses
Sensitivitätsanalyse und Exposure für Rohstoffpreisrisiken
Für das Preisänderungsrisiko aus Gasswaps werden Sensitivitätsanalysen durchgeführt. Sie stellen Effekte aus hypothetischen Änderungen von Gaspreisänderungen auf den Gewinn oder Verlust, das sonstige Ergebnis bzw. das Eigenkapital dar.
Die Lenzing Gruppe legt der Analyse folgende Annahmen zu Grunde:
  • ● Als Basis für die Sensitivität werden die offenen Derivate aus Cashflow Hedges für Rohstoffpreisrisiken zum Bilanzstichtag herangezogen.
  • ● Das Exposure entspricht dabei den Nominalen der Derivate (ohne Einbeziehung der Grundgeschäfte). Wirtschaftlich gesehen dienen die Derivate zur Absicherung physischer Grundgeschäfte, die in Folgeperioden ergebniswirksam werden, sodass aus ökonomischer Sicht in Kombination mit den Grundgeschäften keine Risikoposition besteht.
Steigt (sinkt) das Marktpreisniveau für Gas zum 31. Dezember 2022 um 10 %, würde sich das sonstige Ergebnis (nach Steuern) um TEUR +/-929 (31. Dezember 2021: TEUR 0) erhöhen (vermindern).
Sensitivitätsanalyse und Exposure für Zinsrisiken
Das Exposure für Zinsrisiken stellt sich zu den Bilanzstichtagen in Form der Buchwerte der zinstragenden originären Finanzinstrumente wie folgt dar:
Risikoposition für Zinsrisiken
 
 
 
 
TEUR
 
31.12.2022
 
Fix verzinst
Teilweise fix verzinst
Variabel verzinst
Nicht verzinst
Summe
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
0
0
446.873
0
446.873
Finanzanlagen
39
0
7.564
33.760
41.363
Finanzverbindlichkeiten
-911.083
-30.005
-1.381.143
0
-2.322.230
Netto-Risikoposition
-911.044
-30.005
-926.706
33.760
-1.833.994
Effekte aus derivativen Instrumenten (Hedging)
-60.941
0
60.941
0
0
Netto-Risikoposition nach Hedging-Effekt
-971.985
-30.005
-865.765
33.760
-1.833.994
+ Forderungen, - Verbindlichkeiten
Risikoposition für Zinsrisiken (Vorjahr)
 
 
 
 
TEUR
 
31.12.2021
 
Fix verzinst
Teilweise fix verzinst
Variabel verzinst
Nicht verzinst
Summe
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
0
0
1.113.279
0
1.113.279
Finanzanlagen
42
0
11.278
59.780
71.101
Finanzverbindlichkeiten
-932.158
-33.813
-1.135.190
0
-2.101.161
Netto-Risikoposition
-932.116
-33.813
-10.633
59.780
-916.782
Effekte aus derivativen Instrumenten (Hedging)
-57.350
0
57.350
0
0
Netto-Risikoposition nach Hedging-Effekt
-989.465
-33.813
46.717
59.780
-916.782
+ Forderungen, - Verbindlichkeiten
Für das Zinsrisiko aus variabel verzinsten Finanzinstrumenten und der Marktwertschwankung von Cashflow Hedge-Derivaten werden Sensitivitätsanalysen durchgeführt. Sie stellen Effekte aus hypothetischen Änderungen von Zinssätzen auf den Gewinn oder Verlust, das sonstige Ergebnis bzw. das Eigenkapital dar.
Die Lenzing Gruppe legt der Sensitivitätsanalyse für das Zinsrisiko der variabel verzinsten Finanzinstrumente folgende Annahmen zu Grunde:
  • ● Als Basis für die Sensitivität werden alle variabel verzinsten originären und derivativen Finanzinstrumente zum Bilanzstichtag herangezogen.
  • ● Das Exposure entspricht hierbei dem Buchwert der variabel verzinsten Finanzinstrumente.
Die Sensitivitäten und das Exposure für das Zinsrisiko aus variabel verzinsten Finanzinstrumenten stellen sich zu den Bilanzstichtagen wie folgt dar:
Sensitivitätsanalyse für Zinsrisiken aus variabel verzinsten originären und derivativen Finanzinstrumenten
TEUR
31.12.2022
Netto-Risikoposition nach Hedging-Effekt
Sensitivität bei Anstieg des Zinsniveaus um 100 bps
Sensitivität bei Abfall des Zinsniveaus um 100 bps1
Sensitivität des Gewinnes oder Verlustes nach Steuern
-865.765
-5.889
5.8842
31.12.2021
 
 
 
Sensitivität des Gewinnes oder Verlustes nach Steuern
46.717
-5.331
3.6892
1) Bei Reduktion der Basispunkte reduziert sich die Sensitivität aliquot.
2) Die Auswertung erfolgt unter der Annahme, dass Negativzinsen für Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente bezahlt werden. Verbindlichkeiten, bei denen keine negativen Zinsen berechnet werden, werden bei der Auswertung nicht berücksichtigt.
Die Lenzing Gruppe legt der Sensitivitätsanalyse für das Zinsrisiko aus der Marktwertschwankung von Cashflow Hedge-Derivaten für Zinsrisiken folgende Annahmen zu Grunde:
  • ● Als Basis für die Sensitivität des sonstigen Ergebnisses wird das offene Derivat aus Cashflow Hedges für Zinsrisiken, bei denen das Grundgeschäft noch nicht ergebniswirksam erfasst wurde, zum Bilanzstichtag herangezogen.
  • ● Das Exposure entspricht hierbei dem Nominale des Derivats in Höhe von TEUR 444.403 (31. Dezember 2021: TEUR 418.211).
Ein Anstieg des Zinsniveaus um 1 Prozentpunkt würde zu einer Erhöhung des sonstigen Ergebnisses (nach Steuern) um TEUR 8.975 (31. Dezember 2021: TEUR 9.543) führen. Ein Abfall des Zinsniveaus um 1 Prozentpunkt würde zu einer Verminderung des sonstigen Ergebnisses (nach Steuern) um TEUR 8.857 (31. Dezember 2021: TEUR 9.532) führen. Die Zinssensitivität hat keinen Einfluss auf den Gewinn oder Verlust, da die Bewertung der Zinsderivate ergebnisneutral in der Hedging Reserve erfasst wird.
Die Lenzing Gruppe hält zum 31. Dezember 2022 bzw. 31. Dezember 2021 Finanzinstrumente, die an einen IBOR-Referenzzinssatz gekoppelt sind und im Rahmen der IBOR-Reform ersetzt werden müssen. Bis zum 31. Dezember 2021 wurde der bisherige Referenzzinssatz Euro Overnight Index Average (EONIA) betroffener finanzieller Verbindlichkeiten auf den Referenzzinssatz Euro Short-Term Rate (€STR) angepasst. Mit der Umstellung des Referenzzinssatzes USD-LIBOR betroffener finanzieller Verbindlichkeiten sowie korrespondierender Cashflow Hedge-Derivate für kombinierte Zins-/
Währungsrisiken und für Zinsrisiken auf einen alternativen Referenzzinssatz wurde bereits begonnen. Die Lenzing Gruppe überwacht den Übergang auf alternative Referenzzinssätze und steuert die sich daraus ergebenden Risiken.
Weiterführende Erläuterungen zum Finanzrisikomanagement und zu den Finanzinstrumenten sind im Risikobericht des Konzernlageberichtes zum 31. Dezember 2022 der Lenzing Gruppe enthalten.
Erläuterungen zu den nahestehenden Unternehmen und Personen sowie zu den Organen
Note 39. Angaben über Geschäftsfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen
Überblick
Zu den nahestehenden Unternehmen und Personen der Lenzing Gruppe zählen insbesondere die Unternehmen der B&C Gruppe einschließlich deren Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen und deren Organe (Vorstand bzw. Geschäftsführung und Aufsichtsrat, wenn vorhanden) sowie die nahen Familienangehörigen der Organe und unter deren Einfluss stehende Unternehmen (siehe Note 1 Abschnitt „Beschreibung des Unternehmens und der Geschäftstätigkeit“ und Note 40). Die Beträge und Transaktionen zwischen der Lenzing AG und ihren vollkonsolidierten Tochterunternehmen werden im Zuge der Konsolidierung eliminiert und werden hier nicht weiter erläutert.
Die B&C Privatstiftung wird durch einen Stiftungsvorstand geleitet. Kein Mitglied des Vorstandes der Lenzing AG hat einen Sitz im Stiftungsvorstand oder in der Geschäftsführung bzw. im Vorstand von Tochterunternehmen der B&C Privatstiftung, mit Ausnahme von Tochterunternehmen der Lenzing Gruppe. Die Lenzing Gruppe hat keinen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit der B&C Privatstiftung.
Die Mitglieder der Organe der Lenzing AG (insbesondere des Aufsichtsrates) und der weiter oben genannten Rechtsträger sind teilweise Organe oder Gesellschafter anderer Unternehmen, mit denen die Lenzing AG gewöhnliche Geschäftsbeziehungen unterhält. Mit Banken bestehen gewöhnliche Geschäftsbeziehungen, unter anderem im Bereich der Finanzierung, der Veranlagung und bei den Derivaten.
Beziehungen mit nahestehenden Unternehmen
Aus der steuerlichen Unternehmensgruppe mit der B&C Gruppe (siehe Note 30) hat die Lenzing Gruppe im Geschäftsjahr 2022 eine Steuergutschrift von TEUR 2.660 (2021: TEUR 747) ergebniswirksam verbucht. Im Jahr 2022 erfolgten gemäß der vertraglichen Verpflichtung die Zahlung bzw. Vorauszahlung der Steuerumlage an die B&C Gruppe von in Summe TEUR 20.679 (2021: TEUR 15.285). Zum 31. Dezember 2022 bilanziert die Lenzing Gruppe aus der Steuerumlage eine Forderung in Höhe von TEUR 10.438 (31. Dezember 2021: eine Verbindlichkeit in Höhe von TEUR 12.644) gegenüber der B&C Gruppe. Die Steuerlatenz auf den steuerlichen Verlust in Höhe von TEUR 4.626 (31. Dezember 2021: TEUR 0) wurde in den aktiven latenten Steuern erfasst. Im Jahr 2022 wird aus der Steuerumlage ein Ertragsteuerertrag in Höhe von TEUR 2.403 (2021: ein Ertragsteueraufwand in Höhe von TEUR 11.900) gegenüber der B&C Gruppe ausgewiesen.

Beziehungen mit Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, und deren wesentlichen Tochterunternehmen
Die Transaktionen mit Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, und deren wesentlichen Tochterunternehmen betreffen im Wesentlichen:
Wesentliche Beziehungen zu Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden
 
EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH
und deren Tochterunternehmen (EFB)
Vertrieb von Fasern, Lieferung von Zellstoff, Darlehensvergabe
Lenzing Papier GmbH (LPP)
Erbringung von Infrastruktur- und administrativen Leistungen
RVL Reststoffverwertung Lenzing GmbH (RVL)
Betrieb einer Reststoffverwertungsanlage und Abnahme des erzeugten Dampfes; Vermietung eines Grundstücks
Hygiene Austria LP GmbH (HGA), Anteile wurden im März 2021 verkauft
Lieferung von Rohstoffen,
Erbringung von Dienstleistungen,
Darlehensforderung, abgegebene
Garantie und Einkauf von
Schutzmasken
Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft m.b.H. für den Bezirk Vöcklabruck (GSG)
Erbringung von Infrastruktur- und administrativen Leistungen
PT. Pura Golden Lion (PGL)
Darlehensverbindlichkeit
Wood Paskov s.r.o. (LWP)
Erwerb von Holz
LD Florestal S.A. (LDF)
Landnutzungsrechte, Darlehensverbindlichkeit
Der Umfang der wesentlichen Geschäftsvorfälle und der Betrag der ausstehenden Salden mit Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, und deren wesentlichen Tochterunternehmen stellen sich wie folgt dar:
Beziehungen zu Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, und deren wesentlichen Tochterunternehmen
TEUR
2022
EFB
Übrige assoziierte Unternehmen
LDF
Übrige Gemeinschaftsunternehmen
Summe
Erbrachte Lieferungen und Leistungen
50.436
27.781
6.719
14.440
99.375
Empfangene Lieferungen und Leistungen
1.417
3.780
-2.248
14.692
17.642
Forderungen per 31.12.
9.122
2.403
357
4
11.887
Verbindlichkeiten per 31.12.
0
23
2.236
46
2.305
Beziehungen zu Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, und deren wesentlichen Tochterunternehmen (Vorjahr)
TEUR
2021
EFB
Übrige assoziierte Unternehmen
LDF
Übrige Gemeinschaftsunternehmen
Summe
Erbrachte Lieferungen und Leistungen
48.186
13.669
0
12.102
73.957
Empfangene Lieferungen und Leistungen
0
99
0
12.414
12.513
Forderungen per 31.12.
13.059
2.705
368
5
16.137
Verbindlichkeiten per 31.12.
0
0
14.748
42
14.790
Auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an Unternehmen, welche nach der Equity-Methode bilanziert werden, wurden TEUR 90 Ertrag (2021: TEUR 1.160 Aufwand) an Wertberichtigungen erfolgswirksam erfasst.
Die Kelheim Fibres GmbH, Kelheim, Deutschland, ein Tochterunternehmen der EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH, Kelheim, Deutschland, hat im Geschäftsjahr 2017 ein langfristiges, ungesichertes Darlehen in Höhe von TEUR 5.000 von der Lenzing AG erhalten. Die Verzinsung ist bankmäßig.
Die Hygiene Austria LP GmbH hat im Geschäftsjahr 2020 ein langfristiges, ungesichertes Darlehen in Höhe von TEUR 2.000 von der Lenzing AG erhalten. Die Verzinsung war bankmäßig. Im Geschäftsjahr 2021 wurde im Rahmen des Verkaufes der Hygiene Austria LP GmbH auf dieses Darlehen verzichtet. Die Lenzing AG garantierte bis zum Verkauf der Hygiene Austria LP GmbH gegenüber einem Lieferanten der Hygiene Austria LP GmbH bis maximal TEUR 1.000.
Die LD Florestal S.A. hat im Geschäftsjahr 2019 ein langfristiges ungesichertes Darlehen in Höhe von TEUR 27.913 an das vollkonsolidierte Tochterunternehmen LD Celulose S.A. begeben. Die Verzinsung ist bankmäßig. Das Darlehen ist in Höhe von TEUR 2.236 zum 31. Dezember 2022 ausgenutzt (31. Dezember 2021: TEUR 14.748). Zudem hat die LD Florestal S.A. der LD Celulose S.A. im Geschäftsjahr 2020 ein Landnutzungsrecht eingeräumt. Der Buchwert der daraus entstandenen Leasingverbindlichkeit beträgt zum 31. Dezember 2022 TEUR 46.098 (31. Dezember 2021: TEUR 36.941).
Mit den übrigen nicht konsolidierten Tochtergesellschaften gab es in beiden Geschäftsjahren keine wesentlichen Transaktionen.

Beziehungen zu den Mitgliedern des Vorstandes und den Mitgliedern des Aufsichtsrates der Lenzing AG
Die aufgewendeten Vergütungen für das Management in Schlüsselpositionen im Rahmen ihrer Funktion, das sich aus den aktiven Mitgliedern des Vorstandes und des Aufsichtsrates der Lenzing AG zusammensetzt, stellen sich zusammengefasst wie folgt dar (inklusive Rückstellungsveränderungen):
Vergütung des Managements in Schlüsselpositionen (aufgewendet)
 
TEUR
 
2022
2021
Vergütung des Vorstandes
 
 
Grundgehalt
1.934
2.541
Sachbezüge und andere Vorteile (insbesondere zur Nutzung überlassene Geschäftsfahrzeuge)
46
60
Kurzfristiger variabler Leistungsbonus
(Short-Term Incentive; STI)
75
2.035
Außerordentliche Vergütungsleistungen (Sonderboni)
200
1.880
Kurzfristig fällige Leistungen
2.255
6.516
Langfristiger variabler Leistungsbonus
(Long-Term Incentive; LTI)
-323
139
Andere langfristig fällige Leistungen
-323
139
Beiträge zur überbetrieblichen Pensionskasse
208
285
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
208
285
Karenzentschädigungen und einmalige Abfindungen
200
2.280
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses
200
2.280
Vergütung des Vorstandes
2.340
9.219
Vergütung des Aufsichtsrates
 
 
Kurzfristig fällige Leistungen
745
907
 
 
 
Summe
3.085
10.126
Die Zielgröße für den langfristigen Bonusanteil (Long-Term Incentive; LTI) der Vorstände setzt sich aus ausgewählten Kennzahlen der Lenzing Gruppe zusammen, jeweils über einen dreijährigen Berechnungszeitraum. Zusätzlich wird in diesen Berechnungszeiträumen die Kapitalmarktperformance der Gesellschaft im Vergleich zu einer ausgewählten Gruppe börsennotierter Unternehmen bewertet.
Den vom Betriebsrat delegierten Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat steht neben der Vergütung für ihre Tätigkeit im Aufsichtsrat (insbesondere Sitzungsgelder) eine reguläre Entlohnung (Lohn oder Gehalt und Abfertigungs- sowie Jubiläumsgeldzahlungen) im Rahmen ihres Dienstvertrages zu. Die Entlohnung entspricht einer angemessenen Vergütung für die ausgeübte Funktion bzw. Tätigkeit im Unternehmen.

In markt- und konzernüblicher Weise gewährt die Lenzing AG den Mitgliedern des Vorstandes, wie auch teilweise ihren leitenden Angestellten und dem Aufsichtsrat, weitere Leistungen, die als geldwerte Vorteile angesehen werden. So besteht Versicherungsschutz (D&O, Unfall, Rechtsschutz etc.), dessen Kosten von der Lenzing Gruppe getragen wird. Es erfolgen Gesamtprämienzahlungen an die Versicherer, sodass eine spezifische Zuordnung an den Vorstand und Aufsichtsrat nicht stattfindet. Außerdem werden den Mitgliedern des Vorstandes und teilweise den leitenden Angestellten Geschäftsfahrzeuge zur Nutzung überlassen. Daneben erhalten die Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates Auf-
wandersatz für angefallene Kosten, insbesondere für Reisespesen. Die Grundsätze des Vergütungssystems für Vorstand und Aufsichtsrat sind im Vergütungsbericht 2022 der Lenzing Gruppe detailliert ausgeführt und veröffentlicht.
Mitgliedern des Vorstandes und des Aufsichtsrates wurden keine Vorschüsse, Kredite oder Haftungen gewährt. Die Lenzing Gruppe ist keine Haftungsverhältnisse zu Gunsten des Vorstandes und des Aufsichtsrates eingegangen.
Für die ehemaligen Mitglieder des Vorstandes der Lenzing AG
oder deren Hinterbliebene wurden Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses in Form von Erträgen in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie Neubewertungen im sonstigen Ergebnis in Höhe von TEUR 826 (2021: Erträge in Höhe von TEUR 12) erfasst. Der Barwert der dafür gebildeten Pensionsrückstellung nach Abzug des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens (Nettoschuld) beträgt zum 31. Dezember 2022 TEUR 4.923 (31. Dezember 2021: TEUR 6.512).

Note 40. Organe der Gesellschaft
Mitglieder des Aufsichtsrates
  • ● Thomas Cord Prinzhorn, MBA
Vorsitzender (seit 26. April 2022)
  • ● Dr. Stefan Fida
    Stellvertretender Vorsitzender (seit 14. April 2021)
  • ● Mag. Helmut Bernkopf
  • ● Dr. Christian Bruch
  • ● Dr. Markus Fürst, MBA (seit 14. April 2021)
  • ● KR Dr. Franz Gasselsberger, MBA
  • ● Melody Harris-Jensbach
  • ● Mag. Patrick Prügger
  • ● Dr. Astrid Skala-Kuhmann
  • ● Dipl.-Bw. Peter Edelmann
Vorsitzender (bis 26. April 2022)
  • ● Dr. Veit Sorger
    Stellvertretender Vorsitzender (bis 14. April 2021)
Vom Betriebsrat delegiert
  • ● Johann Schernberger
Vorsitzender des Konzernbetriebsrates
Vorsitzender des Betriebsausschusses (bis 18. Jänner 2021)
Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates
  • ● Helmut Kirchmair
Vorsitzender des Betriebsausschusses (seit 18. Jänner 2021)
Stellvertretender Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates
  • ● Georg Liftinger
Stellvertretender Vorsitzender des Betriebsausschusses
Vorsitzender des Angestelltenbetriebsrates
Stellvertretender Vorsitzender des Konzernbetriebsrates
  • ● Herbert Brauneis
Stellvertretender Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates
  • ● Ing. Daniela Födinger
    Stellvertretende Vorsitzende des Angestelltenbetriebsrates
Mitglieder des Vorstandes
  • ● DI Stephan Sielaff
    Chief Executive Officer (seit 1. April 2022)
  • ● Dr. Nico Reiner
    Chief Financial Officer (seit 1. Jänner 2023)
  • ● Robert van de Kerkhof, MBA
    Chief Commercial Officer
  • ● DI Christian Skilich, MBA, LLM
    Chief Pulp Officer
  • ● Thomas Cord Prinzhorn, MBA
    Chief Executive Officer (4. November 2021 bis 31. März 2022)
  • ● Mag. Thomas Obendrauf, MBA
    Chief Financial Officer (bis 31. Mai 2022)
  • ● Dr. Stefan Doboczky, MBA
    Chief Executive Officer (bis 30. September 2021)
Sonstige Erläuterungen
Note 41. Finanzielle Garantieverträge, Eventualforderungen und
-verbindlichkeiten und sonstige finanzielle Verpflichtungen sowie rechtliche Risiken
Es bestehen nicht bereits durch Verbindlichkeiten erfasste Haftungen, insbesondere zur Sicherstellung von Ansprüchen von bestimmten verkauften Beteiligungen und von Lieferanten sowie für allfällige Zahlungsausfälle bei verkauften Forderungen (siehe auch Note 36 Abschnitt „Factoring“) und bei konzernfremden Dritten, in Höhe von TEUR 10.282 (31. Dezember 2021: TEUR 4.905) und, in untergeordnetem Ausmaß, gewährte Haftrücklässe. Die angegebenen Beträge stellen jeweils die maximal mögliche Zahlungsverpflichtung aus Sicht der Lenzing Gruppe dar. Möglichkeiten einer Rückerstattung bestehen nur eingeschränkt.
Es bestehen gewährte Kreditrahmen gegenüber Dritten in Höhe von TEUR 3.091 (31. Dezember 2021: TEUR 5.379). Diese Rahmen waren per 31. Dezember 2022 und 31. Dezember 2021 nicht ausgenützt (siehe auch Note 22).
Für die Eigenkapitaleinschüsse der Lenzing AG in die LD Celulose S.A. in den Jahren 2021 bis 2022 bestanden zum 31. Dezember 2021 Bankgarantien in Höhe von TEUR 51.703. Diese Bankgarantien waren zum 31. Dezember 2021 nicht gezogen. Zum 31. Dezember 2022 bestehen keine derartigen Garantien.
Die Lenzing Gruppe trägt Abfertigungs- und Jubiläumsgeldverpflichtungen für ehemalige Mitarbeiter:innen von bestimmten verkauften Beteiligungen bis zur Höhe der fiktiven Ansprüche zum Zeitpunkt des Verkaufes. Diese Verpflichtungen sind zum Bilanzstichtag in Höhe des Barwerts nach versicherungsmathematischen Grundsätzen rückgestellt. Daneben hat insbesondere die Lenzing AG Haftungen zur Sicherstellung von Ansprüchen Dritter gegenüber vollkonsolidierten Unternehmen übernommen, bei denen es als unwahrscheinlich eingeschätzt wird, dass diese schlagend werden. Weitere finanzielle Verpflichtungen mit wesentlichen Auswirkungen auf die derzeitige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns sieht der Vorstand nicht.
Die Verpflichtungen aus offenen Bestellungen für die Lieferung
von immateriellen Anlagen und Sachanlagen belaufen sich zum
31. Dezember 2022 auf TEUR 185.721 (31. Dezember 2021: TEUR 248.062). In der Lenzing Gruppe bestehen langfristige Abnahmeverpflichtungen im Zusammenhang mit der Rohstoffversorgung insbesondere für Holz, Zellstoff, Chemikalien sowie Energie.
Im Geschäftsjahr 2021 wurde vor einem US-Gericht eine Klage auf nicht bezifferte Schadenersatzansprüche in Zusammenhang mit einer ehemaligen Beteiligung gegen die Lenzing AG eingebracht. Die Lenzing AG hat diese Ansprüche zurückgewiesen. Eine Leistung von Schadenersatzzahlungen wurde vom Management per 31. Dezember 2022 sowie per 31. Dezember 2021 als nicht wahrscheinlich eingeschätzt. Details zur Vorsorge für Rechtsverteidigungskosten werden in Note 31 erläutert.
Als international tätiger Konzern ist die Lenzing Gruppe einer Vielzahl von rechtlichen und sonstigen Risiken ausgesetzt. Hierzu gehören insbesondere Risiken aus den Bereichen Produktmängel, Wettbewerbs- und Kartellrecht, Patentrecht, Steuerrecht, Arbeitnehmer und Umweltschutz (insbesondere aus Umweltschäden an Produktionsstandorten und Klimarisiken). Die Ergebnisse von gegenwärtig anhängigen bzw. künftigen Verfahren sind nicht vorhersagbar, sodass aufgrund von gerichtlichen und behördlichen Entscheidungen oder der Vereinbarung von Vergleichen Aufwendungen entstehen können, die nicht in vollem Umfang durch Versicherungsleistungen abgedeckt sind und wesentliche Auswirkungen auf die künftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben können. Weitere Ausführungen sind dem Risikobericht des Konzernlageberichtes zum 31. Dezember 2022 der Lenzing Gruppe zu entnehmen.

Note 42. Konzernunternehmen
Die Lenzing Gruppe verfügt – neben der Lenzing AG – über folgende Konzernunternehmen (Aufstellung der Konzernunternehmen nach § 245a Abs. 1 in Verbindung mit § 265 Abs. 2 öUGB):

Konzernunternehmen
 
31.12.2022
31.12.2021
 
Währung
Stammkapital
Anteil in %
Stammkapital
Anteil in %
Vollkonsolidierte Gesellschaften
 
 
 
 
 
Beech Investment s.r.o., Zlaté Moravce, Slowakei
EUR
6.639
100,00
6.639
100,00
BZL – Bildungszentrum Lenzing GmbH, Lenzing
EUR
43.604
75,00
43.604
75,00
LD Celulose S.A., Indianópolis, Brasilien
BRL
2.913.721.980
51,00
2.278.921.980
51,00
Lenzing Biocel Paskov a.s., Paskov, Tschechien
CZK
280.000.000
100,00
280.000.000
100,00
Lenzing E-commerce (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China1
CNY
0
0,00
11.869.055
100,00
Lenzing Elyaf Anonim Şirketi, Istanbul, Türkei
TRY
3.500.000
100,00
3.500.000
100,00
Lenzing Fibers (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China
USD
200.000
100,00
200.000
100,00
Lenzing Fibers GmbH, Heiligenkreuz
EUR
363.364
100,00
363.364
100,00
Lenzing Fibers Grimsby Limited, Grimsby, UK
GBP
1
100,00
1
100,00
Lenzing Fibers Holding GmbH, Lenzing
EUR
35.000
100,00
35.000
100,00
Lenzing Fibers (Hongkong) Ltd., Hongkong, China
HKD
30.300.000
100,00
30.300.000
100,00
Lenzing Fibers Inc., Axis, USA
USD
10
100,00
10
100,00
Lenzing Fibers India Private Limited, Coimbatore, Indien
INR
25.464.000
100,00
25.464.000
100,00
Lenzing Fibers Ltd., Manchester, UK
GBP
1
100,00
1
100,00
Lenzing Global Finance GmbH, München, Deutschland
EUR
25.000
100,00
25.000
100,00
Lenzing Holding GmbH, Lenzing
EUR
35.000
100,00
35.000
100,00
Lenzing Korea Yuhan Hoesa, Seoul, Republik Korea
KRW
280.000.000
100,00
280.000.000
100,00
Lenzing Land Holding LLC., Dover, USA
USD
10.000
100,00
10.000
100,00
Lenzing Modi Fibers India Private Limited, Mumbai, Indien
INR
1.187.241.341
96,52
1.187.241.341
96,52
Lenzing (Nanjing) Fibers Co., Ltd., Nanjing, China
USD
135.440.000
100,00
117.440.000
100,00
Lenzing Singapore Pte. Ltd., Singapur, Republik Singapur
EUR
1.000.000
100,00
1.000.000
100,00
Lenzing Taiwan Fibers Ltd., Taipeh, Taiwan
TWD
5.300.000
100,00
5.300.000
100,00
Lenzing (Thailand) Co., Ltd., Prachinburi, Thailand
THB
5.368.463.500
100,00
4.000.000.000
100,00
PT. South Pacific Viscose, Purwakarta, Indonesien2
IDR
106.614.724.000
95,12
106.275.869.000
95,12
Pulp Trading GmbH, Lenzing
EUR
40.000
100,00
40.000
100,00
Reality Paskov s.r.o., Paskov, Tschechien3
CZK
-
-
900.000
100,00
Wasserreinhaltungsverband Lenzing – Lenzing AG, Lenzing4
EUR
0
Mitgliedschaft
0
Mitgliedschaft
 
 
 
 
 
 
Gesellschaften, welche nach der Equity-Methode bilanziert werden
 
 
 
 
 
Assoziierte Unternehmen
 
 
 
 
 
EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH, Kelheim, Deutschland
EUR
2.000.000
20,00
2.000.000
20,00
Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft m.b.H. für den Bezirk Vöcklabruck, Lenzing5
EUR
1.155.336
99,90
1.155.336
99,90
Lenzing Papier GmbH, Lenzing
EUR
35.000
40,00
35.000
40,00
PT. Pura Golden Lion, Jakarta, Indonesien
IDR
2.500.000.000
40,00
2.500.000.000
40,00
Gemeinschaftsunternehmen
 
 
 
 
 
LD Florestal S.A., Indianópolis, Brasilien
BRL
177.452.357
50,00
177.452.357
50,00
RVL Reststoffverwertung Lenzing GmbH, Lenzing
EUR
36.336
50,00
36.336
50,00
Wood Paskov s.r.o., Paskov, Tschechien
CZK
2.000.000
50,00
2.000.000
50,00
Anmerkungen:
1) Die Lenzing E-commerce (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China befindet sich am 31. Dezember 2022 in Liquidation.
2) Der von der Lenzing Gruppe direkt gehaltene Anteil beträgt 91,87 Prozent (31. Dezember 2021: 91,87 Prozent). Weitere 8,13 Prozent der Anteile werden indirekt über die PT. Pura Golden Lion, Jakarta, Indonesien, einem assoziierten Unternehmen der Lenzing Gruppe, gehalten. Der durchgerechnete gesamte Anteil beträgt somit 95,12 Prozent.
3) Im Geschäftsjahr 2022 wurde die Beteiligung an der Reality Paskov s.r.o., Paskov, Tschechien, auf die Lenzing Biocel Paskov a.s., Paskov, Tschechien verschmolzen.
4) Die Lenzing Gruppe ist durch eine Mitgliedschaft beteiligt. Sie verfügt über 50 Prozent der Stimmrechte und kann die Hälfte der Vorstandsmitglieder bestellen. Nachdem gesellschaftsrechtlich alle Vermögenswerte dem jeweiligen Grundstückseigentümer zuzurechnen sind, handelt es sich um ein fiktives separates Unternehmen (eine sogenannte „Silo-Struktur“). In die Konsolidierung werden deshalb jene Vermögenswerte einbezogen, die sich auf den Grundstücken der Lenzing Gruppe befinden.
5) Die Beteiligung wird nicht als Tochterunternehmen in den Konzernabschluss einbezogen, obwohl die Lenzing Gruppe 99,9 Prozent der Stimmrechte an diesem Unternehmen hält. Die Lenzing Gruppe beherrscht dieses Unternehmen nach dem Gesamtbild der vorliegenden Verhältnisse nicht, da die Verfügungsgewalt eingeschränkt ist und die Renditen kaum schwanken bzw. kaum durch die Lenzing Gruppe beeinflusst werden können. Sie übt insbesondere aufgrund ihrer Vertretung in Leitungsgremien und ihrer Teilnahme an Entscheidungsprozessen einen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik aus.
Note 43. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Nach dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 sind keine Vorgänge von wesentlicher Bedeutung für die Lenzing Gruppe bekannt geworden, die zu einer anderen Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage geführt hätten.
Note 44. Freigabe des Konzernabschlusses
Der vorliegende Konzernabschluss wurde am 1. März 2023 (Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021: 1. März 2022) vom Vorstand zur Prüfung durch den Aufsichtsrat, zur Vorlage an die Hauptversammlung und zur anschließenden Veröffentlichung freigegeben. Der Aufsichtsrat kann im Rahmen der ihm obliegenden Prüfung eine Änderung des Konzernabschlusses veranlassen.
Lenzing, am 1. März 2023
Lenzing Aktiengesellschaft
Der Vorstand

DI Stephan Sielaff
Chief Executive Officer
Dr. Nico Reiner
Chief Financial Officer
Robert van de Kerkhof, MBA
Chief Commercial Officer Fiber
DI Christian Skilich, MBA, LLM
Chief Pulp Officer
Bestätigungsvermerk
Bericht zum Konzernabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Konzernabschluss der Lenzing Aktiengesellschaft, Lenzing, und ihrer Tochtergesellschaften („der Konzern“), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Geldflussrechnung und der Konzern-Eigenkapitalentwicklung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr 537/2014 (im Folgenden AP-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens- und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum dieses Bestätigungsvermerkes ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Werthaltigkeit der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten „Fiber Site Heiligenkreuz“, „Fiber Site China“ und „Fiber Site Indonesia“
Siehe Konzernanhang Note 11.
Das Risiko für den Abschluss
Im Geschäftsjahr 2022 hat Lenzing Aktiengesellschaft Anhaltspunkte für eine Wertminderung für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten „Fiber Site Heiligenkreuz“, „Fiber Site China“ und „Fiber Site Indonesia“ identifiziert. Der in Folge ermittelte erzielbare Betrag (Wertminderungstest) ergab eine ausreichende Deckung der Buchwerte.
Die Bewertung des erzielbaren Betrags von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten erfordert Annahmen und Schätzungen, wie beispielsweise die Schätzung der künftigen Einzahlungsüberschüsse sowie die Festlegung des anzuwendenden Diskontierungszinssatzes.
Für den Konzernabschluss besteht damit das Risiko, dass nicht angemessene Annahmen und Schätzungen eine wesentliche Auswirkung auf den erzielbaren Betrag und damit den Wertansatz der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten in der Konzernbilanz und das operative Ergebnis in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung haben können.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Wir haben die vom Unternehmen erstellten Wertminderungstests unter Einbeziehung unserer Bewertungsspezialisten wie folgt beurteilt:
  • ● Zur Beurteilung der Angemessenheit der zugrunde gelegten internen Planungen haben wir uns ein Verständnis über den Planungsprozess verschafft, die Annahmen über Wachstumsraten und operative Ergebnisse in Gesprächen mit den zuständigen leitenden Personen im Unternehmen erörtert und die der Bewertung zugrunde gelegten Planungsdaten mit den aktuellen vom Aufsichtsrat genehmigten Budgetzahlen sowie der vom Vorstand freigegebenen Mittelfristplanung abgeglichen.
  • ● Die Planungstreue haben wir durch Vergleich der in den Vorjahren erfolgten Planungen mit den tatsächlich eingetretenen Werten beurteilt.
  • ● Unsere Bewertungsspezialisten haben die Methodik der durchgeführten Wertminderungstests nachvollzogen und beurteilt, ob sie den entsprechenden Standards entsprechen. Die zur Festlegung der Kapitalkostensätze herangezogenen Annahmen haben unsere Bewertungsspezialisten mit markt- und branchenspezifischen Richtwerten abgeglichen und die rechnerische Richtigkeit des Berechnungsschemas überprüft.
  • ● Darüber hinaus haben wir gewürdigt, ob die Erläuterungen zu den Werthaltigkeitstests der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten „Fiber Site Heiligenkreuz“, „Fiber Site China“ und „Fiber Site Indonesia“ im Konzernabschluss sachgerecht sind.
Bewertung von kündbaren nicht beherrschenden Anteilen
Siehe Konzernanhang Note 3, Note 27 und Note 36.
Das Risiko für den Abschluss
Die Minderheitsgesellschafterin der LD Celulose S.A., Indianópolis, Brasilien, verfügt über eine Option ihre nicht beherrschenden Anteile an die Lenzing Aktiengesellschaft bei Eintritt von vertraglich vereinbarten Ereignissen zu verkaufen. Für diese kündbaren nicht beherrschenden Anteile hat Lenzing Aktiengesellschaft zum 31. Dezember 2022 eine Verbindlichkeit zum beizulegenden Zeitwert in Höhe von TEUR 266.085 erfasst. Die Folgebewertung der Verbindlichkeit erfolgt gemäß der Present-Access-Methode erfolgsneutral über die Gewinnrücklage.
Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes der Verbindlichkeit aus den kündbaren nicht beherrschenden Anteilen erfolgt entsprechend der vertraglichen Vereinbarung mit der Minderheitsgesellschafterin nach einem kapitalwertorientierten Verfahren. Dies erfordert Annahmen und Schätzungen, wie beispielsweise die Schätzung der künftigen Einzahlungsüberschüsse sowie die Festlegung des anzuwendenden Diskontierungszinssatzes.
Für den Konzernabschluss besteht damit das Risiko, dass nicht angemessene Annahmen und Schätzungen eine wesentliche Auswirkung auf den beizulegenden Zeitwert und damit den Wertansatz der Verbindlichkeit aus den kündbaren nicht beherrschenden Anteilen in der Konzernbilanz und das Eigenkapital haben können.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Die Bewertung der Verbindlichkeit aus den kündbaren nicht beherrschenden Anteilen haben wir wie folgt beurteilt:
  • ● Wir haben gewürdigt, ob das gewählte Bewertungsmodell mit den vertraglichen Vereinbarungen zur Ermittlung des Optionsausübungspreises übereinstimmt.
  • ● Zur Beurteilung der Angemessenheit der im Bewertungsmodell angesetzten Einzahlungsüberschüsse haben wir uns ein Verständnis über den Planungsprozess verschafft und die An-nahmen über Wachstumsraten und operative Ereignisse in Gesprächen mit den zuständigen leitenden Personen im Unternehmen erörtert.
  • ● Wir haben die Planungsdaten mit den aktuellen vom Vorstand und Aufsichtsrat genehmigten Budgetzahlen und der Mittelfristplanung abgeglichen.
  • ● Unsere Bewertungsspezialisten haben die Angemessenheit des Bewertungsmodells beurteilt und die rechnerische Richtigkeit überprüft. Die ermittelten länder- und laufzeitspezifischen Kapitalkosten haben unsere Bewertungsspezialisten mit markt- und branchenspezifischen Richtwerten abgeglichen.
  • ● Schließlich haben wir gewürdigt, ob die Erläuterungen zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts für die Verbindlichkeit aus kündbaren nicht beherrschenden Anteilen im Konzernabschluss sachgerecht sind.
Bewertung von biologischen Vermögenswerten
Siehe Konzernanhang Note 20.
Das Risiko für den Abschluss
Die Lenzing Aktiengesellschaft hat in der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022 biologische Vermögenswerte (Plantagen) in Brasilien in Höhe von TEUR 127.735 ausgewiesen. Die Bewertung der Holzplantagen erfolgt zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten gemäß IAS 41 und IFRS 13. Der beizulegende Zeitwert wird als Stufe 3 in der Hierarchie der Bewertung des beizulegenden Zeitwerts gemäß IFRS 13 eingestuft. Die Bewertung von Plantagen erfordert Annahmen und Schätzungen, die mit erheblichen Unsicherheiten behaftet sind:
  • ● Verkaufspreise für stehendes Holz
  • ● Volumens- und Wachstumsannahmen
  • ● Kosten
  • ● Abzinsungssatz für unreifes Holz.
Für den Konzernabschluss besteht damit das Risiko, dass nicht angemessene Annahmen und Schätzungen eine wesentliche Auswirkung auf den beizulegenden Zeitwert der Plantagen und damit den Wertansatz von biologischen Vermögenswerten in der Konzernbilanz und das Bewertungsergebnis in der Gewinn- und Verlustrechnung haben.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Wir haben die vom Unternehmen erstellte Bewertung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Veräußerungskosten unter Einbeziehung unserer Spezialisten für die Bewertung von Plantagen in Brasilien wie folgt beurteilt:
  • ● Wir haben uns ein Verständnis über den Bewertungsprozess verschafft und die Maßnahmen des Managements zur Überwachung dieses Prozesses beurteilt. Zudem haben wir die Ausgestaltung und Implementierung der Kontrollen des Managements gewürdigt.
  • ● Wir haben gewürdigt, ob das gewählte Bewertungsmodell zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes mit den Vorgaben von IAS 41 und IFRS 13 übereinstimmt.
  • ● Wir haben die wichtigsten Annahmen und Schätzungen für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts, einschließlich der Annahmen zu Verkaufspreisen, Wachstum, Kosten und Abzinsungssätzen beurteilt. Dazu haben wir Annahmen und Schätzungen mit extern beobach¬baren Daten verglichen und bei der Bestimmung dieser Annahmen und Schätzungen berücksichtigt. Darüber hinaus haben wir gewürdigt, ob die Erläuterungen zur Bewertung von Plantagen gem. IAS 41 und IFRS 13 im Konzernabschluss sachgerecht sind.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir geben keine Art der Zusicherung darauf.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum des Bestätigungsvermerks des Abschlussprüfers erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens , Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen auf Grund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
  • ● Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen auf Grund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • ● Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
  • ● Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
  • ● Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
  • ● Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
  • ● Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.
  • ● Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
  • ● Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben und uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte austauschen, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
  • ● Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Bericht zum Konzernlagebericht
Der Konzernlagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichtes in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichtes durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach § 243a UGB zutreffenden Angaben, und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld haben wir keine wesentlichen fehlerhaften Angaben im Konzernlagebericht festgestellt.

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 AP-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 26. April 2022 als Abschlussprüfer gewählt und am 26. April 2022 vom Aufsichtsrat mit der Abschlussprüfung der Gesellschaft für das am 31. Dezember 2022 endende Geschäftsjahr beauftragt.
Wir sind ohne Unterbrechung seit dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2017 Abschlussprüfer der Gesellschaft.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der AP-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs 1 der AP-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
Auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüferin
Die für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüferin ist Frau Mag. Gabriele Lehner.
Linz, am 3. März 2023
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
Mag. Gabriele Lehner
Wirtschaftsprüferin
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.
Erklärung des Vorstandes
Erklärung des Vorstandes gemäß § 124 (1) Z 3 Börsegesetz
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards gemäß International Financial Reporting Standards (IFRSs) aufgestellte Konzernabschluss der Lenzing Gruppe zum 31. Dezember 2022 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Lenzing Gruppe vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage der Lenzing Gruppe so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen die Lenzing Gruppe ausgesetzt ist.
Lenzing, am 1. März 2023
Lenzing Aktiengesellschaft
Der Vorstand

DI Stephan Sielaff
Chief Executive Officer
Dr. Nico Reiner
Chief Financial Officer
Robert van de Kerkhof, MBA
Chief Commercial Officer Fiber
DI Christian Skilich, MBA, LLM
Chief Pulp Officer
Fünf Jahres Übersicht der Lenzing Gruppe
Ergebnis- und Rentabilitätskennzahlen
 
 
 
 
 
EUR Mio.
2022
2021
2020
2019
2018
Umsatzerlöse
2.565,7
2.194,6
1.632,6
2.105,2
2.176,0
EBITDA (Betriebsergebnis vor Abschreibungen)
241,9
362,9
192,31
329,91
382,71
EBITDA-Marge
9,4 %
16,5 %
11,8 %1
15,7 %1
17,6 %1
EBIT (Betriebsergebnis)
16,5
200,6
33,91
165,31
238,31
EBIT-Marge
0,6 %
9,1 %
2,1 %1
7,9 %1
11,0 %1
EBT (Ergebnis vor Steuern)
-10,1
182,9
22,3
163,8
199,1
Jahresüberschuss/-fehlbetrag
-37,2
127,7
-10,6
114,9
148,2
Ergebnis je Aktie in EUR
-2,75
4,16
0,24
4,63
5,61
ROCE (Ergebnis auf das eingesetzte Kapital)
2,0 %
5,4 %
-0,5 %1
5,4 %1
10,3 %
ROE (Eigenkapitalrentabilität)
-0,5 %
9,1 %
1,3 %
10,5 %
12,9 %
ROI (Gesamtkapitalrentabilität)
0,3 %
4,2 %
0,9 %1
5,7 %1
9,3 %
 
 
 
 
 
 
Cashflow-Kennzahlen
 
 
 
 
 
EUR Mio.
2022
2021
2020
2019
2018
Brutto-Cashflow
244,8
372,0
126,8
294,0
304,0
Cashflow aus der Betriebstätigkeit
-43,2
394,0
48,9
244,6
280,0
Free Cashflow
-740,7
-445,5
-614,8
0,8
23,5
CAPEX
698,9
844,3
668,8
244,0
257,6
Liquiditätsbestand per 31.12.
453,3
1.124,1
1.081,1
581,0
254,4
Ungenutzte Kreditlinien per 31.12.
232,3
454,5
1.031,4
266,6
341,6
 
 
 
 
 
 
Bilanzkennzahlen
 
 
 
 
 
EUR Mio. per 31.12.
2022
2021
2020
2019
2018
Bilanzsumme
5.525,0
5.322,8
4.163,0
3.121,1
2.630,9
Bereinigtes Eigenkapital
2.088,6
2.115,7
1.907,0
1.559,3
1.553,0
Bereinigte Eigenkapitalquote
37,8 %
39,7 %
45,8 %
50,0 %
59,0 %
Nettofinanzverschuldung
1.869,0
977,0
471,4
400,6
219,4
Nettofinanzverschuldung / EBITDA
7,7
2,7
2,51
0,71
0,21
Nettoverschuldung
1.946,6
1.079,3
575,0
511,4
322,8
Net Gearing
89,5 %
46,2 %
24,7 %
25,7 %
14,1 %
Trading Working Capital
570,7
387,4
383,8
403,5
444,4
Trading Working Capital zu annualisierten Konzern-Umsatzerlösen
24,0 %
16,0 %
21,9 %
20,7 %
20,6 %
 
 
 
 
 
 
Börsenkennzahlen
 
 
 
 
 
EUR
2022
2021
2020
2019
2018
Börsenkapitalisierung in Mio. per 31.12.
1.454,9
3.239,1
2.198,3
2.198,3
2.109,4
Aktienkurs per 31.12.
54,80
122,00
82,80
82,80
79,45
Dividende je Aktie
0,00
4,35
0,00
0,00
5,00
 
 
 
 
 
 
Mitarbeiter:innen
2022
2021
2020
2019
2018
Anzahl (Beschäftigte) per 31.12.
8.301
7.958
7.358
7.036
6.839
1) Umgliederung von aktivierten Fremdkapitalkosten, Nettozinsen aus leistungsorientierten Plänen und Kreditbereitstellungsprovisionen vom EBIT/EBITDA in das Finanzergebnis (siehe Note 2 des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2022).
Die oben dargestellten Finanzkennzahlen sind weitgehend aus dem Konzernabschluss der Lenzing Gruppe nach IFRS abgeleitet. Weitere Details entnehmen Sie bitte dem Abschnitt „Erläuterungen zu Finanzkennzahlen der Lenzing Gruppe“, dem Glossar zum Geschäftsbericht und dem Konzernabschluss der Lenzing Gruppe. Bei der Darstellung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können Rundungsdifferenzen auftreten.
Inhalt
Lagebericht 2022 116
Jahresabschluss 2022 149
Bestätigungsvermerk 178
Erklärung des Vorstandes 182
KAPITEL
3
/3
2022
Einzel-
abschluss
115 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
28 Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG
Weltwirtschaft
1
Die Entwicklung von Impfstoffen gegen Sars-CoV-2 bescherte der
Weltwirtschaft einen vielversprechenden Start in das Jahr 2022.
Noch im Januar erwartete der Internationale Währungsfonds ein
Wachstum von 4,4 Prozent (2021: 6,2
%). Der Krieg in der Ukraine,
die europäische Energiekrise und die hohe Inflation in weiten Teilen
der Welt sowie Chinas Zero-Covid-Politik wirkten sich in weiterer
Folge deutlich negativ auf das weltweite wirtschaftliche Gesche-
hen aus. Das Verbrauchervertrauen erreichte zunächst in Europa
und den USA, später auch in China langjährige Tiefstände und er-
holt sich seither nur langsam.
Der IWF revidierte seine Wachstumsprognosen im Jahresverlauf
mehrmals nach unten. Nach letzten Berechnungen wird für 2022
von einem weltweiten Wachstum von 3,4 Prozent ausgegangen.
Das Wachstum in den USA lag mit 2 Prozent (2021: 5,9
%) ebenso
wie in der Eurozone mit 3,5 Prozent (2021: 5,3
%) weit unter den
Erwartungen. Die chinesische Wirtschaft schwächte sich insbe-
sondere aufgrund der Einschränkungen durch die Pandemie auf
3 Prozent (2021: 8,4
%) ab. Für 2023 geht der IWF aufgrund der an-
haltenden multiplen Krisen von einem Wachstum der Weltwirt-
schaft von 2,9 Prozent aus.
Weltfasermarkt
2
Erholung im ersten Halbjahr, Einbruch gegen
Jahresende, Produktion kaum verändert
Die Stimmung in der Textil- und Vliesstoffindustrie verschlechterte
sich im dritten Quartal 2022 abrupt und die Zufriedenheit mit der
Geschäftslage erreichte im weiteren Jahresverlauf immer neue his-
torische Tiefstände
3
. Zuletzt hellte sich der Ausblick wieder etwas
auf, wenngleich sich die Marktakteure weiterhin über die verhal-
tene Nachfrage besorgt zeigten.
Die weltweiten Einzelhandelsumsätze mit Bekleidung lagen 2022
nach vorläufigen Berechnungen 8 Prozent über dem Vorjahres-
und 5 Prozent über dem Niveau des Vorkrisenjahres 2019. Wie in
den Jahren zuvor gab es dabei große regionale Unterschiede: In
den USA entwickelten sich die Umsätze weiterhin positiv und legten
gegenüber dem Vorjahr um 7 Prozent, gegenüber dem Vorkrisen-
niveau um 16 Prozent zu. Auch in Europa konnten sich die Umsätze
nach dem von COVID-19 geprägten Vorjahr deutlich erholen und
lagen mehr als 20 Prozent über dem Vorjahres- und 4 Prozent über
dem Vorkrisenniveau. In beiden Regionen gaben die Umsätze aller-
dings gegen Ende 2022 nach. In China entwickelte sich der Beklei-
dungsabsatz aufgrund der großflächigen Lockdowns im zweiten
Quartal und gegen Ende 2022 rückläufig und verlor 7 Prozent im
Vergleich zum Vorjahr bzw. 5 Prozent im Vergleich zum Vorkrisen-
niveau. Infolge des positiven Ausblicks zu Beginn des Jahres und
1
Quelle: IWF, World Economic Outlook, Januar 2023
2
Sämtliche Produktionszahlen in diesem Kapitel wurden gegenüber den im
Geschäftsbericht 2021 angeführten ersten Schätzungen aktualisiert.
Quellen: ICAC, IWF, Cotton Outlook, CCFG, FAO
um Versorgungsengpässe zu vermeiden, hatten viele Handelsun-
ternehmen als Reaktion auf die Lieferketstenschwierigkeiten hohe
Lagerstände an Bekleidung und Textilien aufgebaut. In Kombina-
tion mit wachsenden wirtschaftlichen Unsicherheiten im dritten
Quartal führte dies zu einem Einbruch der Nachfrage entlang der
textilen Wertschöpfungskette.
Die Nachfrage nach Medizin- und Hygieneprodukten sowie die
damit verbundene Nachfrage nach Fasern für Vliesstoffe normali-
sierte sich, nachdem die Pandemie in vielen Regionen zunehmend
in den Hintergrund getreten war.
Das Produktionsniveau am Weltfasermarkt dürfte sich 2022 laut
ersten Schätzungen um 1 Prozent auf 119 Mio. Tonnen erhöht haben.
Die Baumwollproduktion stieg nach vorläufigen Schätzungen in
der Saison 2021/2022 um 5 Prozent auf 25,2 Mio. Tonnen an. Dies
ist vor allem auf eine Ausweitung der Anbauflächen zurückzuführen.
Die Nachfrage stieg leicht um 1 Prozent auf 25,7 Mio. Tonnen. Die
Baumwollbestände gingen infolgedessen zurück, blieben aber so-
wohl in absoluten Zahlen als auch im Vergleich zum Verbrauch
(engl. „stocks-to-use ratio“) weiter über dem Vorkrisennvieau.
Die Produktion von holzbasierten Cellulosefasern ging 2022 insbe-
sondere aufgrund der rückläufigen Nachfrage im vierten Quartal
leicht um 1 Prozent auf 7,3 Mio. Tonnen zurück und blieb damit nur
3
Quelle: ITMF, 18
th
Global Textile Industry Survey, Januar 2023
Allgemeines Marktumfeld
116 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
29 Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG
geringfügig hinter dem Rekordjahr 2021 zurück. Im Gegensatz dazu
nahm die weltweite Produktion von Lyocellfasern deutlich zu.
Bei Fasern aus synthetischen Polymeren betrug die Produktions-
menge nach ersten Schätzungen unverändert 80,9 Mio. Tonnen.
1
Stapelfaserpreise stark schwankend
Die Entwicklung der Märkte für Stapelfasern war 2022 bei einer
durchwegs hohen Volatilität von steigenden Preisen im ersten
Halbjahr sowie einem deutlichen Rückgang der Nachfrage und
Preise im zweiten Halbjahr geprägt.
Die Baumwollpreise entwickelten sich im Verlauf des Jahres äußerst
volatil. Der Cotlook A-Index erreichte im Mai – im Sog steigender
Rohstoffpreise und einer lockeren Geldpolitik – einen langjährigen
Höchstwert von 173 US-Cent pro Pfund. Im dritten Quartal führten
die restriktivere Geldpolitik vieler Notenbanken und die nachlas-
sende Nachfrage wie auch an den internationalen Rohstoffmärkten
zu Preisrückgängen. Diese Entwicklung setzte sich im vierten
Quartal fort. Auf Jahressicht gaben die Baumwollpreise um 22 Pro-
zent auf 99 US-Cent pro Pfund nach. Im historischen Vergleich be-
wegen sie sich jedoch weiterhin auf erhöhtem Niveau.
Der Preis für Polyester-Stapelfasern in China veränderte sich im
Vorjahresvergleich kaum und legte per Ende Dezember um 2 Pro-
zent auf RMB 7.175 zu. Unterjährig folgte der Preis den zwischen-
zeitlich gestiegenen Rohölpreisen und erreichte im Juni einen
Höchststand von RMB 9.295 pro Tonne. Ab dem dritten Quartal
sorgten nachgebende Rohölpreise für einen Preisrückgang.
Die Viscosepreise in China verzeichneten einen kontinuierlichen
Anstieg im ersten Halbjahr und erreichten im Juni mit RMB 15.400
pro Tonne ihren Höchstwert. Im zweiten Halbjahr gerieten die
Preise aufgrund der sinkenden Nachfrage zunehmend unter Druck.
In Erwartung weiterer Preisrückgänge hielten sich die Garnspinne-
reien mit Käufen zurück und die Lagerbestände stiegen weiter. Erst
nach den langsamen Öffnungsschritten in China und einer Reduk-
tion der Produktiosmengen im Dezember setzte eine leichte Stabi-
lisierung ein. Trotz des weitgehend negativen Preisverlaufs im zwei-
ten Halbjahr verzeichneten die Preise für herkömmliche Viscose im
Berichtsjahr einen Anstieg von 7 Prozent auf RMB 12.800 pro Tonne.
Die hohen Kosten für Faserzellstoff und Chemikalien belasteten
2022 insbesondere nicht rückwärts integrierte Viscosehersteller.
In Europa war der Anstieg der Produktionskosten aufgrund der
deutlich gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten stärker als in
China.
Die Preise für holzbasierte Spezialfasern wie jene der Marken
TENCEL™, LENZING™ ECOVERO™ und VEOCEL™ entwickelten
sich bis ins dritte Quartal positiv, konnten sich aber dem negativen
Markttrend im weiteren Verlauf des Jahres nicht entziehen.
Der chinesische Importpreis für Faserzellstoff, dem Schlüsselroh-
stoff für die Produktion von holzbasierten Cellulosefasern, lag per
Ende Dezember mit USD 900 pro Tonne 1 Prozent unter dem Vor-
jahresniveau. Allerdings stieg der Preis infolge von angebotsseitigen
Problemen Ende August auf USD 1.220 pro Tonne und erreichte
damit einen langjährigen Höchststand. Vor allem im vierten Quartal
gab der Preis in einem Umfeld eines sich ausweitenden Angebots
und sinkender Nachfrage wieder deutlich nach. Die chinesischen
Preise für Papierzellstoff konnten ihr hohes Niveau länger halten.
Dies war vor allem auf eine andauernde Angebotsknappheit zurück-
zuführen. Die Preise lagen per Ende 2022 um 44 Prozent über dem
Vorjahresniveau. Der Aufpreis von Faserzellstoff im Vergleich zu Pa-
pierzellstoff erreichte im Berichtsjahr einen langjährigen Tiefstand.
1
Quellen: ICAC, Cotton Outlook, CIRFS, TFY, Lenzing Estimates
2
Quellen: CCFG, CCA
2
117 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
29 Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG
Die Lenzing Gruppe war 2022 wie der Großteil der verarbeiten-
den Industrie in Europa zunehmend von den extremen Entwick-
lungen an den globalen Energie- und Rohstoffmärkten betroffen.
Im dritten und vierten Quartal verschlechterte sich das Marktum-
feld deutlich und das sich eintrübende Konsumklima belastete
die Geschäftsentwicklung der Lenzing zusätzlich.
Die Umsatzerlöse stiegen im Berichtsjahr um 16,9 Prozent gegen-
über dem Vorjahr auf EUR 2,57 Mrd. Dieser Anstieg ist primär auf
höhere Faserpreise zurückzuführen, wobei Währungseffekte
diese Preisentwicklung begünstigten. Die verkaufte Fasermenge
verringerte sich, während die verkaufte Zellstoffmenge einen
Anstieg verzeichnete.
Die Ergebnisentwicklung spiegelt neben dem Nachfragerück-
gang insbesondere die gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten
wider. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) ging
2022 um 33,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf EUR 241,9 Mio.
zurück. Die EBITDA-Marge verringerte sich von 16,5 auf 9,4 Pro-
zent. Das Betriebsergebnis (EBIT) lag bei EUR 16,5 Mio. (nach
EUR 200,6 Mio. 2021) und die EBIT-Marge bei 0,6 Prozent (nach
9,1 Prozent 2021). Das Ergebnis vor Steuern (EBT) lag bei minus
EUR 10,1 Mio. (nach EUR 182,9 Mio. 2021).
Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung und des deutlich ver-
schlechterten Marktumfelds startete Lenzing im dritten Quartal
ein Programm zur Reorganisation und Kostensenkung. Die Um-
setzung des Programms verläuft planmäßig und soll nach voll-
ständiger Implementierung annualisiert mindestens EUR 70 Mio.
an Kosten einsparen.
Der Steueraufwand in Höhe von EUR 27,2 Mio. (nach EUR 55,2 Mio.
2021) ist durch Währungseffekte aufgrund der Umrechnung von
Steuerposten von der lokalen in die funktionale Währung und
durch die Wertberichtigung von Steueraktivposten einzelner
Konzernunternehmen beeinflusst.
Hohe Investitionstätigkeit
Der Brutto-Cashflow verringerte sich 2022 um 34,2 Prozent auf
EUR 244,8 Mio. Dieser Rückgang ist vor allem auf die negative
Ergebnisentwicklung zurückzuführen. Der Cashflow aus der Be-
triebstätigkeit lag aufgrund des gestiegenen Working Capital bei
minus EUR 43,2 Mio. (nach EUR 394 Mio. 2021). Maßnahmen,
die im vierten Quartal 2022 eingeleitet wurden, minderten den
Anstieg des Working Capital bis zum Jahresende. Der Free Cash-
flow lag insbesondere aufgrund der hohen Investitionstätigkeit in
Verbindung mit den Schlüsselprojekten in Thailand und Brasilien
bei minus EUR 740,7 Mio. (nach minus EUR 445,5 Mio. 2021). Die
Investitionen in immaterielle Anlagen, Sachanlagen und biologi-
sche Vermögenswerte (CAPEX) beliefen sich im Berichtsjahr auf
EUR 698,9 Mio. Dies ist zwar ein Rückgang von 17,2 Prozent im
Vorjahresvergleich, aber immer noch einer der höchsten Werte in
der Unternehmensgeschichte. Der Liquiditätsbestand verringerte
sich im Vergleich zum 31. Dezember 2021 um 59,7 Prozent auf
EUR 453,3 Mio. per Ende Dezember 2022.
Die Bilanzsumme stieg im Vergleich zum 31. Dezember 2021 um
3,8 Prozent auf EUR 5,53 Mrd. per Ende 2022. Die wesentlichs-
ten Veränderungen betreffen die Erhöhung des Sachanlagever-
mögens aufgrund der Investitionstätigkeiten und die damit ein-
hergehende Erhöhung der Finanzverbindlichkeiten.
Das bereinigte Eigenkapital ging aufgrund der operativen Ergeb-
nisentwicklung um 1,3 Prozent auf EUR 2,09 Mrd. zurück. Die be-
reinigte Eigenkapitalquote liegt infolgedessen bei 37,8 Prozent.
Die Nettofinanzverschuldung lag Ende 2022 bei EUR 1,87 Mrd.
(nach EUR 977 Mio. per 31. Dezember 2021). Dieser Anstieg ist
insbesondere auf die Finanzierung des Zellstoffprojekts in Brasi-
lien zurückzuführen. Das Net Gearing erhöhte sich infolgedessen
auf 89,5 Prozent zum Stichtag (nach 46,2 Prozent per 31. Dezem-
ber 2021). Das Trading Working Capital stieg um 47,3 Prozent auf
EUR 570,7 Mio., darin enthalten sind im Wesentlichen ein Anstieg
des Vorrätevermögens in Höhe von EUR 235,6 Mio. infolge gestie-
gener Herstellungskosten sowie der Inbetriebnahme der neuen
Werke in Thailand und Brasilien und ein gegenläufiger positiver
Effekt aus dem Factoring-Programm in Höhe von EUR 38 Mio.
Im Detail stellt sich die Umsatz- und Ertragsentwicklung im Be-
richtsjahr wie folgt dar:
Vereinfachte Konzern-Gewinn- und
Verlustrechnung
1
EUR Mio.
Veränderung
2022 2021 Absolut Relativ
Umsatzerlöse 2.565,7 2.194,6 371,1 16,9 %
Umsatzkosten -2.162,6 -1.692,8 -469,8 27,8 %
Bruttoergebnis vom
Umsatz 403,1 501,9 -98,7 -19,7 %
Sonstige betriebliche
Erträge 73,1 78,0 -4,9 -6,3 %
Vertriebs-
aufwendungen -286,7 -234,0 -52,8 22,6 %
Verwaltungs-
aufwendungen
-137,2 -117,5 -19,6 16,7 %
Forschungs- und
Entwicklungs-
aufwendungen
-29,2 -24,0 -5,2 21,8 %
Sonstige betriebliche
Aufwendungen -6,6 -3,8 -2,9 77,1 %
EBIT 16,5 200,6 -184,2 -91,8 %
Finanzerfolg -26,5 -17,7 -8,8 49,9 %
EBT -10,1 182,9 -193,0 n/a
Steueraufwand -27,2 -55,2 28,0 -50,8 %
Jahresüberschuss/-
fehlbetrag -37,2 127,7 -165,0 n/a
1) Seit Beginn des Geschäftsjahres 2021 berichtet die Lenzing Gruppe ihre Konzern-
Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Umsatzkostenverfahren. Die bisherige Dar-
stellung erfolgte nach dem Gesamtkostenverfahren. Die vollständige Konzern-Ge-
winn- und Verlustrechnung ist im Konzernabschluss dargestellt.
Geschäftsentwicklung der Lenzing Gruppe
118 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
30 Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG
Die Steuerung des Geschäfts der Lenzing Gruppe wird in die zwei
Divisions „Fiber“ und „Pulp“ gegliedert.
Die Erweiterung der Eigenversorgung mit Faserzellstoff, die Erhö-
hung des Spezialitätenanteils und die Umsetzung der Klimaziele im
Sinne der Unternehmensstrategie stellten im Geschäftsjahr 2022
die Schwerpunkte der Investitionsaktivitäten der Lenzing Gruppe
dar.
Im Berichtsjahr wurden auch wesentliche Änderungen im Lenzing
Vorstand beschlossen. Stephan Sielaff folgte per 1. April 2022 als
Vorstandsvorsitzender auf Cord Prinzhorn, der im vierten Quartal
2021 den Vorstandsvorsitz interimistisch übernommen hatte. Der
Vorstand wurde gleichzeitig auf vier Personen reduziert. Nico Reiner
wurde per 1. Januar 2023 zum neuen Chief Financial Officer bestellt.
Thomas Obendrauf setzte den Aufsichtsrat im März des Berichts-
jahres darüber in Kenntnis, für eine weitere Verlängerung seines
Vertrages nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Bis zum Eintritt von
Nico Reiner übte Stephan Sielaff die Aufgaben des Finanzvor-
stands interimistisch aus, Thomas Obendrauf stand dem Unterneh-
men beratend zur Seite. Das Vorstandsmandat von Chief Pulp
Officer Christian Skilich wurde indes vorzeitig um weitere drei
Jahre bis 31. Mai 2026 verlängert.
Zudem wurde auch eine umfassende Überprüfung der Unterneh-
mensstrategie durchgeführt. Infolgedessen wird Lenzing ihren pro-
fitablen Wachstumskurs nach der erfolgreichen Umsetzung der
beiden Schlüsselprojekte in Thailand und Brasilien fortsetzen, ihren
Fokus auf nachhaltige und hochwertige Premium-Fasern für Texti-
lien und Vliesstoffe schärfen und parallel den Übergang von einem
linearen zu einem Modell der Kreislaufwirtschaft weiter forcieren.
Lenzing passte basierend auf dieser weiterentwickelten Unterneh-
mensstrategie auch ihre finanziellen Ziele an und wird, ein gesun-
des wirtschaftliches Umfeld vorausgesetzt, ihr EBITDA bis 2027,
bei einem ROCE von über 12 Prozent
1
, auf über EUR 1 Mrd. deutlich
steigern.
Division Fiber
In der Division Fiber werden alle Geschäftsaktivitäten der
Lenzing Gruppe mit den unterschiedlichen Generationen von holz-
basierten Cellulosefasern zusammengefasst.
Spezialfasern sind die große Stärke von Lenzing. Mit der Eröffnung
des Lyocellwerks in Thailand sowie den Investitionen in die beste-
henden Produktionsstandorte wird Lenzing 100 Prozent des Faser-
umsatzes aus dem Geschäft mit holzbasierten, biologisch abbau-
baren Spezialfasern der Marken TENCEL™, LENZING™
ECOVERO™ und VEOCEL™ erzielen.
Lenzing investiert derzeit mehr als EUR 200 Mio. in die Produkti-
onsstandorte in China und Indonesien, um bestehende Kapazitä-
1
Bereinigt um große Anlagen im Bau und in der Anlaufphase
ten für herkömmliche Viscose in Kapazitäten für umweltverträgli-
che Spezialfasern umzuwandeln. In Nanjing steht Lenzing kurz vor
der erfolgreichen Konvertierung einer Linie auf TENCEL™ Modal-
fasern. Im Zuge der erheblichen Investitionen am indonesischen
Standort in Purwakarta schafft Lenzing zusätzliche Kapazitäten für
LENZING™ ECOVERO™ Fasern. Der Standort wird damit noch
2023 zum reinen Spezialviscose-Anbieter.
Neben dem neuen Lyocellwerk in Thailand, das CO
2
-neutral be-
trieben wird, stehen auch die Investitionen an den bestehenden
Standorten im Einklang mit den Zielen der Lenzing, die CO
2
-Emis-
sionen pro Tonne Produkt bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren
und bis 2050 eine CO
2
-neutrale Produktion zu erreichen.
Mit der Positionierung ihrer Produktmarken sendet Lenzing seit 2018
eine starke Botschaft an die Konsument:innen. Mit TENCEL™ und
LENZING™ ECOVERO™ als Dachmarken für alle Spezialitäten im
Textilbereich, VEOCEL™ als Dachmarke für alle Spezialitäten im
Vliesstoffbereich und LENZING™ für alle industriellen Anwendungen
bringt das Unternehmen gezielt seine Stärken zum Ausdruck. Durch
gezielte Kommunikationsmaßnahmen steigerte Lenzing auch 2022
die Sichtbarkeit ihrer Marken. Die Marke TENCEL™ bleibt die am
stärksten wachsende Ingredient Brand der Textil- und Bekleidungs-
industrie und erreichte bereits den zweiten Platz im weltweiten Be-
kanntheits-Ranking.
Die externen Umsatzerlöse der Division Fiber erreichten 2022 einen
Wert von EUR 2,09 Mrd. 64,9 Prozent davon entfielen auf Fasern
für Textilien, 35,1 Prozent auf Fasern für Vliesstoffe und Spezialan-
wendungen. Die Faserverkaufsmenge ging aufgrund des deutlich
verschlechterten Marktumfelds insbesondere im Verlauf des dritten
Quartals und im vierten Quartal auf ca. 814.000 Tonnen (nach ca.
909.000 Tonnen 2021) zurück. Der Anteil der Spezialfasern am
Faserumsatz erhöhte sich auf 73,7 Prozent (nach 72,5
% 2021).
Das Ergebnis der Division (EBITDA) lag bei EUR 32,9 Mio., das
Betriebsergebnis (EBIT) bei minus EUR 92,8 Mio.
Fasern für Textilien
Ein sehr schwieriges Umfeld bestimmte den Markt für Textilfasern
im zweiten Halbjahr 2022. Im ersten Halbjahr entwickelte sich die
Nachfrage nach holzbasierten Spezialfasern der Marken TENCEL™
und LENZING™ ECOVERO™ noch sehr gut. Die steigenden Pro-
duktionskosten konnten größtenteils noch an die Kunden weiter-
gegeben werden, belasteten die Entwicklung aber bereits ab dem
ersten Quartal. Der im März verhängte Lockdown in Shanghai
stellte weitere Herausforderungen in Bezug auf die Lieferkette in
China dar.
Im Juli verlangsamte sich die weltweite Fasernachfrage dann als
Folge des verschlechterten Konsumklimas, der unsicheren Markt-
aussichten und der hohen Lagerbestände in der gesamten textilen
Wertschöpfungskette wesentlich. Im Zuge dieser Entwicklungen
Geschäftsentwicklung der Divisions
119 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
31 Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG
ging im zweiten Halbjahr auch die Nachfrage nach Lenzing Fasern
zurück und lag deutlich unter dem Niveau des ersten Halbjahres.
Lenzing baute auch in diesem sehr schwierigen Marktumfeld ihre
Vorreiterrolle bei Nachhaltigkeit, Innovation und Transparenz im
Textilbereich weiter aus. Mit der Präsentation der CO
2
-neutralen
Fasern der Marke LENZING™ FR erweiterte Lenzing etwa ihr CO
2
-
neutrales Faserportfolio für die Segmente Schutz- und Arbeitsbe-
kleidung. Lenzing erhielt den ITMF Award 2022 der International
Textile Manufacturers Federation (ITMF) für ihre ressourcenscho-
nende Indigo Color Technologie, die seit 2021 bei der Erzeugung
von TENCEL™ Modalfasern speziell für Denim-Stoffe zur Anwen-
dung kommt. Darüber hinaus erreichte das Unternehmen mit
300.000 Tonnen Fasern der Marke LENZING™ ECOVERO™ einen
echten Meilenstein in der Produktion von ökologisch verantwor-
tungsbewusster Viscose.
Das Geschäft mit TENCEL™ Luxe Filamentgarnen entwickelte sich
2022 erfolgreich weiter. Das Interesse von Designern und Marken
der Haute Couture, im Luxus- und Premiumsegment sowie im klas-
sischen Bekleidungssegment wächst stetig. Auch das innovative
Lyocell-Filamentgarn wurde im Berichtsjahr gleich mehrfach aus-
gezeichnet, unter anderem mit einem ISPO Award und PETA India
Awards in zwei Kategorien.
Mit einer Reihe globaler Kampagnen und Initiativen steigerte
Lenzing auch weiter die Bekanntheit und Sichtbarkeit ihrer Marken
TENCEL™ und LENZING™ ECOVERO™. Die Marke TENCEL™
unterstützt seit 1992 Kunden und Partner der Textil- und Beklei-
dungsindustrie mit nachhaltigen Faserinnovationen. 2022 setzte
Lenzing anlässlich des Markenjubiläums unter dem Motto „Feel
Good Fibers Since 1992“ Kunden- und Mitarbeiteraktivitäten in
verschiedenen Regionen. In den ersten sechs Monaten erreichte
die Kampagne weltweit mehr als 110 Mio. Konsument:innen.
Der Erfolg der Marke TENCEL™ spiegelt sich auch in der Zusam-
menarbeit mit mehr als 650 Markenpartnern wider, darunter inter-
nationale Marken wie Aramis, Calzedonia, Intimissimi, Levi’s,
Marc O’Polo, Timberland und Vogue sowie aufstrebende Marken
wie BN3TH, Calla The Label, Indian Terrain, Mother of Pearl, Muun
und Taneira.
Lenzing und die Marke TENCEL™ durften sich auch bei der Os-
carverleihung 2022 wieder über international sehr positive Auf-
merksamkeit freuen. Gemeinsam mit der Organisation RCGD Glo-
bal (vormals Red Carpet Green Dress™) wurden drei maßge-
schneiderte Kleider aus TENCEL™ Lyocellfasern und TENCEL™
Luxe Filamenten einer Welt-Öffentlichkeit präsentiert. Im Dezem-
ber folgte die Kooperation der Marke TENCEL™ mit RCGD Global
bei der Filmpremiere von „Avatar: The Way of Water“. Bis heute wur-
den im Rahmen der Zusammenarbeit mit RCGD Global über Social
Media und Öffentlichkeitsarbeit mehr als 2,1 Mrd. Impressions er-
zielt.
Fasern für Vliesstoffe
Der Bereich Fasern für Vliesstoffe (engl. nonwoven fibers) ist eine
wichtige strategische Säule der Lenzing Gruppe und wird konti-
nuierlich ausgebaut. Lenzing verstärkte im Berichtsjahr ihre Ent-
wicklungsaktivitäten in Hygiene- wie auch in technischen Anwen-
dungen, um das Einsatzgebiet ihrer Lyocell- und Viscosefasern zu
erweitern und neue nachhaltige Innovationen in der Vliesstoffin-
dustrie voranzutreiben. Zu diesem Zweck arbeitete Lenzing in ih-
rem Vliesstoff-Innovationszentrum 2022 intensiv mit Kunden und
Partnern entlang der Wertschöpfungskette zusammen.
Das Bewusstsein der Verbraucher:innen für verantwortungsbe-
wusst hergestellte Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen
wächst stetig. Dieser weltweite Konsumtrend zu weniger Plastik
und mehr umweltschonenden und CO
2
-neutralen Produkten ge-
paart mit Gesetzen und Richtlinien zur Förderung ökologischer
Nachhaltigkeit unterstützen das Wachstum der Lenzing in diesem
Bereich weiter.
Lenzing verzeichnete im ersten Halbjahr 2022 eine solide Ge-
schäftsentwicklung im Bereich Fasern für Vliesstoffe, sah sich im
zweiten Halbjahr aber mit deutlich gestiegenen Energie- und Roh-
stoffkosten konfrontiert. Diese konnten nur verzögert an den Markt
weitergegeben werden. In Summe entwickelte sich die Nachfrage
stabil, während sich der Umsatz aufgrund höherer Faserpreise
deutlich erhöhte.
Nach Einführung der ersten CO
2
-neutralen Cellulosefasern am
weltweiten Vliesstoffmarkt im Vorjahr, unterstütze Lenzing den
finnischen Vliesstoffhersteller Suominen in der Entwicklung und
Vermarktung des ersten CO
2
-neutralen Vliesstoffes, hergestellt
ausschließlich aus VEOCEL™ Fasern. Mit der Marke Naif konnte
Lenzing außerdem einen weiteren Co-Branding-Partner für ihre
CO
2
-neutralen VEOCEL™ Fasern in Babywischtüchern gewinnen.
Lenzing steigerte im Berichtsjahr auch die Bekanntheit und Sicht-
barkeit ihrer Marke VEOCEL™ weiter. Die Zahl der lizenzierten Pro-
dukte vervierfachte sich im Vorjahresvergleich, das Netzwerk an
Co-Branding-Partnern und das Social-Media-Engagement wurden
deutlich ausgebaut. Nach der erfolgreichen #ItsInOurHands Initia-
tive, die sich zum Ziel setzte, das Bewusstsein der Konsument:innen
für die Verwendung von biologisch abbaubaren Feuchttüchern zu
steigern, unterstreicht die neue globale VEOCEL™ Kampagne
„Cares for the Future“ die Mission der Marke einer nachhaltigen
Zukunft für kommende Generationen. Mit dem Schwerpunkt
„Cares for Forests“ machte sie die Bedeutung einer nachhaltigen
Rohstoffbeschaffung deutlich. Ende 2022 startete Lenzing außer-
dem mit „Cares for the Climate“ eine Social-Media-Kampagne, die
Konsument:innen in Europa, den USA und Asien über die Reduk-
tion von CO
2
-Emissionen und klimaschonende Lösungen aufklärt
und beim Kauf ihrer Produkte unterstützt.
Fasern für Spezialanwendungen
Die holzbasierten Cellulosefasern der Lenzing werden aufgrund ih-
rer besonderen Eigenschaften auch in einer breiten Palette von
technischen Spezialanwendungen eingesetzt. Das Anwendungs-
spektrum reicht von industriellen Hochtemperatur-Dämmstoffen
bis hin zu biologisch abbaubaren, spülbaren Einwegtüchern. Zu
weiteren Anwendungen gehören Kunstledersubstrate mit hohen
Feuchtigkeitsmanagement-Eigenschaften, nachhaltige Verpack-
ungsmaterialien, Materialien zur Maximierung der Sicherheit von
wiederaufladbaren Batterien und Filtermedien mit verbesserten
Trenneigenschaften.
Co-Produkte der Faserproduktion
Lenzing stellt an den Standorten, an denen sie Viscose- oder Mo-
dalfasern produziert, als Co-Produkt unter anderem LENZING™
Natriumsulfat her. Dieses wird in der Waschmittel- und Glasindust-
120 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
32 Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG
rie sowie für die Erzeugung von Lebens- und Futtermitteln einge-
setzt. Im Berichtsjahr entwickelte sich die Verkaufsmenge analog
zur Faserproduktion leicht rückläufig.
Division Pulp
Die Division Pulp bündelt sämtliche Geschäftsaktivitäten der
Lenzing Gruppe vom Holzeinkauf hin zur Erzeugung von Faserzell-
stoff und Bioraffinerie-Produkten. Neben den Produktionsaktivitä-
ten in Paskov (Tschechien) und Lenzing richtete sich der Fokus der
Division 2022 auf die Inbetriebnahme und das Hochfahren des
Zellstoffwerks in Brasilien. Dieses größte Investitionsprojekt der
Unternehmensgeschichte konnte trotz der pandemiebedingten
Herausforderungen pünktlich und im vorgegebenen Kostenrah-
men realisiert werden. Lenzing hält 51 Prozent am Joint-Venture LD
Celulose, das für den Bau des Werks gegründet wurde.
Mit dem neuen Zellstoffwerk, das mit einer Nennkapazität von
500.000 Tonnen pro Jahr das weltweit größte seiner Art ist, stärkt
Lenzing ihre Eigenversorgung mit Faserzellstoff und damit auch das
Spezialfaserwachstum im Sinne der Unternehmensstrategie. Es
zählt darüber hinaus zu den produktivsten und energieeffizientes-
ten Werken der Welt und speist überschüssigen Strom als erneu-
erbare Energie ins öffentliche Netz ein. Für die Bereitstellung der
Biomasse sicherte sich LD Celulose einen über 44.000 ha großen,
FSC
®
-zertifizierten Nutzwald und pachtete weitere Flächen, um im
Endausbau über ca. 70.000 ha FSC
®
-zertifizierte Waldfläche zu ver-
fügen
1
. Diese Plantagen stehen ganz im Einklang mit der Richtlinie
und den hohen Standards der Lenzing für die Beschaffung von Holz
und Zellstoff.
Im Oktober wurde das Zellstoffprojekt von Lenzing und LD Celu-
lose beim Transformational Business Award 2022 der Financial
Times und der International Finance Corporation (IFC), einem Mit-
glied der Weltbankgruppe, mit einem Sonderpreis in der Kategorie
„Transformative Lösungen für den Klimawandel“ ausgezeichnet.
Im Sinne ihrer weiterentwickelten Unternehmensstrategie wird
Lenzing das Thema Recycling weiter verstärken und damit die
Transformation der Textil- und Vliesstoffindustrien von einem line-
aren zu einem Modell der Kreislaufwirtschaft beschleunigen.
Lenzing entwickelt und fördert bereits seit Jahren proaktiv Innova-
tionen im Bereich Recycling (z.
B. REFIBRA™ und Eco Cycle Tech-
nologie), um Lösungen für das globale Textilabfallproblem bereit-
zustellen. Seit 2021 arbeitet Lenzing mit dem schwedischen Zell-
stoffproduzenten Södra zusammen, um gemeinsam neue Verfahren
für das Recyceln von Alttextilien zu entwickeln. Die beiden Unter-
nehmen planen eine Erweiterung der Kapazitäten für die Zellstoff-
gewinnung aus Alttextilien. Ziel ist es, bis 2025 in der Lage zu sein,
ca. 25.000 Tonnen Alttextilien pro Jahr zu recyceln. Um den
Wandel zu beschleunigen, unterzeichnete Lenzing im Berichtsjahr
eine mehrjährige Liefervereinbarung mit dem schwedischen
Recyclingpionier Renewcell. Die Vereinbarung gilt für einen Zeit-
raum von fünf Jahren und beinhaltet den Kauf von 80.000 bis
100.000 Tonnen des zu 100 Prozent recyceltem Textilzellstoffs der
Marke Circulose
®
.
1
FSC-Lizenzcode: FSC-C175509, FSC-C165948
Die externen Umsatzerlöse der Division Pulp erreichten 2022 einen
Wert von EUR 466,9 Mio. Das Ergebnis der Division (EBITDA) lag
bei EUR 310 Mio., das Betriebsergebnis (EBIT) bei EUR 221,1 Mio.
Holz
Die negativen Entwicklungen an den Energiemärkten infolge des
Ukraine-Kriegs beeinflussten auch maßgeblich den Holzmarkt. Die
erhöhte Nachfrage nach Brennholz, Pellets und forstlicher Bio-
masse schränkte die Verfügbarkeit von Industrieholz deutlich ein,
wodurch auch die Preise stark zulegten.
Erst gegen Ende des Berichtsjahres setzte eine leichte Stabilisie-
rung der Preisentwicklung ein.
Die aktuelle Beschaffungsstrategie der Lenzing Gruppe mit lang-
fristigen Rahmenvereinbarungen erzielte einen guten Stabilisie-
rungseffekt auf Mengen und Preise. Lenzing konnte ihre Zellstoff-
standorte in Lenzing (Österreich) und Paskov (Tschechien) in der
Berichtsperiode daher ausreichend mit Holz versorgen.
Die Auditierungen nach den Forstzertifizierungssystemen Forest
Stewardship Council
®
(FSC
®
) und Programme for the Endorse-
ment of Forest Certification (PEFC) bestätigte auch 2022 für beide
Standorte, dass zusätzlich zu den strengen Forstgesetzen in den
Lieferländern sämtliche eingesetzte Holzmengen aus PEFC- und
FSC-zertifizierten oder -kontrollierten Quellen stammen
2
.
Bioraffinerie
Zellstoff
Die Division Pulp versorgt die Faserproduktionsstandorte der
Lenzing Gruppe mit hochwertigem Faserzellstoff und betreibt an
den Standorten Lenzing, Paskov und Indianópolis (Brasilien) eigene
Faserzellstoffwerke. Das neue Zellstoffwerk in Brasilien wurde 2022
erfolgreich in Betrieb genommen. Das Hochfahren der Produktion
erfolgte erwartungsgemäß bis Ende 2022. Der Eigenversorgungs-
grad erhöhte sich damit auf mehr als 75 Prozent und Lenzing etab-
lierte sich auch als struktureller Lieferant im weltweiten Zellstoff-
markt. Der extern bezogene Faserzellstoff wird größtenteils auf
Basis langfristiger Verträge zugekauft. In den Zellstoffwerken der
Lenzing Gruppe wurden 2022 ca. 790.000 Tonnen Faserzellstoff
produziert.
Der Preis für importierten laubholzbasierten Faserzellstoff in China
stieg 2022 um 6 Prozent auf ca. USD 1.045 pro Tonne im Durch-
schnitt. Dieser Preisanstieg gegenüber dem Vorjahr ist insbesondere
auf die hohe Nachfrage im ersten Halbjahr, Kapazitätsverknappun-
gen und anhaltende Probleme in der gesamten Lieferkette zurück-
zuführen.
Bioraffinerie-Produkte
In den Bioraffinerien der Lenzing Gruppe werden neben Faserzell-
stoff auch Bioraffinerie-Produkte gewonnen und vermarktet,
wodurch weitere Bestandteile des wertvollen Rohstoffes Holz stoff-
lich verwertet werden. Namhafte Kunden aus der Lebensmittel-,
Futter-, Pharma- und Chemiebranche setzen auf die biobasierten
Produkte aus Lenzing.
2
Lizenzcode: FSC-C041246 und PEFC/06-33-92
121 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
33 Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG
Lenzing profitierte auch 2022 vom Trend zu mehr Nachhaltigkeit und
regionalen Lieferketten. Eine vom Forschungsinstitut Quantis durch-
geführte Lebenszyklus-Analyse bestätigte, dass Essigsäure der
Marke LENZING™ Acetic Acid Biobased einen um mehr als 85 Pro-
zent geringeren CO
2
-Fußabdruck aufweist als vergleichbare Pro-
dukte auf Basis fossiler Rohstoffe.
Die Umsätze der Bioraffinerie-Produkte LENZING™ Acetic Acid
Biobased und LENZING™ Furfural Biobased entwickelten sich
analog zur allgemeinen Preisentwicklung positiv. Die hohen Energie-
preise führten auch bei LENZING™ Magnesium-Lignosulphonate
Biobased zu einem Preis- und Nachfrageanstieg. Lenzing stärkte
damit im Berichtsjahr eine weitere Säule ihres Produktportfolios.
Energie- und weitere
Rohstoffversorgung der Divisions
Die Themen „Energie“ und „Weitere Rohstoffe“ sind als wesentli-
che Einflussfaktoren auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
der Lenzing Gruppe den Divisions „Fiber“ und „Pulp“ zuzuordnen.
Energie
Lenzing zählt mit ihrem Bioraffinerie-Konzept an den Standorten
Lenzing, Paskov und Indianópolis zu den Vorreitern einer möglichst
energieautarken Faser- und Zellstoffproduktion und arbeitet an
den anderen Produktionsstandorten kontinuierlich an der Verbes-
serung der Energieeffizienz.
Lenzing bereitet sich bestmöglich auf die Situation langfristig er-
höhter Energiepreise und akuter Energieknappheit vor. Im Berichts-
jahr wurde intensiv daran gearbeitet, die Energievorräte aufzufüllen.
Lenzing ist ein Unternehmen mit internationalem Footprint und da-
her teilweise in der Lage, bestimmte lokale Herausforderungen,
wenn auch zu höheren Kosten, global auszugleichen. Die aktuelle
Kosten- und Versorgungssituation beeinflusst die mitteleuropäi-
schen Standorte, insbesondere den Standort Heiligenkreuz (Öster-
reich), wo derzeit an einem nachhaltigen Energiekonzept gearbei-
tet wird, am stärksten.
In Europa sind die Energiepreise 2022 ausgehend von einem be-
reits historischen Preisniveau im Vorjahr weiter deutlich gestiegen.
Die Preisentwicklung in Europa ist insbesondere auf die Gasver-
knappung durch Russland zurückzuführen, wodurch sich der Gas-
preis im Spotmarkt bei teilweise extremer Volatilität um 168 Pro-
zent im Vorjahresvergleich auf durchschnittlich EUR 123,4 pro
MWh erhöhte. Die Vorbereitungen auf den Winter kennzeichneten
die Einspeicheraktivitäten im Sommer 2022 und ließen den Gas-
preis zeitweise auf bis zu EUR 236 pro MWh im monatlichen
Durchschnitt steigen.
Der Strompreis entwickelte sich ähnlich der Gaspreisentwicklung,
auch weil die Produktion von erneuerbaren Energien im Sommer
schwächer war als in den Vorjahren. Der Preisanstieg bei Strom lag
bei 145 Prozent im Vorjahresvergleich.
Die Gasverknappung in Europa führte zu hohen Flüssiggasimpor-
ten, die wiederum anderswo durch Kohle ersetzt werden mussten.
Damit stieg auch der Kohlepreis um 139 Prozent im Vorjahresver-
gleich.
Die Preise für CO
2
-Zertifikate und Rohöl erhöhten sich im Vorjah-
resvergleich um 52 Prozent bzw. 40 Prozent.
Die Einkaufsstrategie der Lenzing Gruppe für die Hauptkostenträ-
ger Strom und Gas basiert größtenteils auf einer Beschaffung über
den Spotmarkt. Die Preisanstiege an den globalen Energiemärkten
resultierten daher 2022 auch in einer deutlichen Erhöhung der
Energiekosten des Unternehmens.
Die Energieanlagen am Standort Lenzing liefen in der Berichts-
periode überwiegend im Normalbetrieb. Lenzing eröffnete im
Oktober auf einer Fläche von 55.000 m² die größte Photovoltaik-
Freiflächenanlage des Landes Oberösterreich. Darüber hinaus
wurden mehrere Dachanlagen installiert. Die gesamte Leistung der
PV-Anlagen beläuft sich auf mehr als 7 MWp. Lenzing unterzeich-
nete darüber hinaus einen Stromliefervertrag mit dem Grünstrom-
erzeuger Enery und Energie Steiermark und finanziert damit eine
Photovoltaikanlage im Bezirk Deutschlandsberg. Mit dem daraus
erzeugten Strom wird nach erfolgter Inbetriebnahme ab dem vier-
ten Quartal 2023 das Faser- und Zellstoffwerk am Standort in
Lenzing versorgt. Die Leistung der Anlage wird sich auf 5,5 MWp
belaufen. Mit dem kontinuierlichen Ausbau der erneuerbaren Ener-
gien macht sich Lenzing unabhängiger von globalen Energiemärkten
und reduziert weiter ihre CO
2
-Emissionen entsprechend der stra-
tegischen Zielvorgaben.
Die Energieanlagen in Paskov liefen ebenfalls im Normalbetrieb.
Die überschüssige Energie wurde ins öffentliche Stromnetz einge-
speist.
Die Energiepreise in Nordamerika folgten basierend auf einem
niedrigeren Niveau und bei deutlich geringerer Volatilität dem in-
ternationalen Trend. Am Standort Mobile (USA) erhöhten sich die
Preise im Vergleich zum Vorjahr um 53 Prozent (Erdgas) bzw.
20 Prozent (Strom).
Die Anlagen in Purwakarta (Indonesien) wurden mit hohen Verfüg-
barkeiten betrieben und weiter optimiert. Der Kohlepreis stieg im
Vorjahresvergleich um 50 Prozent, wobei der Preis im zweiten
Halbjahr um 9 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr zurück-
ging. Der Netzstrompreis lag im Berichtsjahr im Durchschnitt
14 Prozent über dem Vorjahresniveau. Lenzing bezieht an ihrem
indonesischen Standort seit Juli des Vorjahres grünen Strom aus
erneuerbaren Quellen.
Die Dampfkosten am Standort Nanjing (China) folgten dem steigen-
den Kohlepreis und lagen 25 Prozent über dem Vorjahresniveau.
Der Netzstrompreis lag 27 Prozent darüber. Die Umstellung der
Energieversorgung von Kohle auf Erdgas mit dem Ziel CO
2
-Emis-
sionen zu reduzieren wurde 2022 weiter erfolgreich vorangetrieben.
Im ersten Halbjahr 2022 wurde die Lyocellanlage am Standort
Prachinburi (Thailand) in Betrieb genommen. Die Strom- und
Dampfpreise befinden sich seither auf ähnlichem Niveau wie am
Standort Nanjing. Der neue Standort in Thailand wird CO
2
-neutral
betrieben.
122 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
34 Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG
Weitere Rohstoffe
Der starke Anstieg der Energiepreise infolge der Pandemie und des
Ukraine-Kriegs verursachte auch eine Verknappung des Angebots
und deutliche Preisanstiege an den globalen Rohstoffmärkten.
Natronlauge
Natronlauge kommt bei der Herstellung von Faserzellstoff zum
Einsatz und ist ein wichtiges Vorprodukt für die Herstellung von
Viscose- und Modalfasern. Sie fällt als Nebenprodukt bei der
Chlorproduktion an. Die Preise für Natronlauge erhöhten sich im
Berichtsjahr um ein Vielfaches und erreichten weltweit ein neues
Rekordniveau. Grund dafür ist eine stabil hohe Nachfrage bei
gleichzeitiger Angebotsknappheit infolge der hohen Energiepreise
und einer rückläufigen Nachfrage nach Chlor.
Schwefel
Schwefel ist ein wichtiges Ausgangsprodukt für die Herstellung
von Schwefelkohlenstoff und Schwefelsäure. Beide Rohstoffe wer-
den wiederum im Viscoseverfahren eingesetzt. Die Schwefelpreise
stiegen im ersten Halbjahr 2022 deutlich und erreichten ebenfalls
neue Rekordwerte. Maßgeblich dafür waren eine erhöhte Nach-
frage und geringere Produktionsmengen infolge der Pandemie –
mit zwischenzeitlich negativen Auswirkungen auf die Verfügbarkeit
am Markt. Im zweiten Halbjahr 2022 reduzierte sich die Schwefel-
nachfrage deutlich und die Preise stabilisierten sich in weiterer
Folge.
Others
In Others sind im Wesentlichen zentrale Headquarter-Funktionen
und übergreifende Tätigkeiten sowie die Geschäftstätigkeit der
Forschung und Entwicklung und des BZL-Bildungszentrums
Lenzing GmbH (Ausbildung und Personalentwicklung) zusammen-
gefasst. Die Umsatzerlöse in Others erreichten 2022 einen Wert
von EUR 5 Mio. Das Ergebnis (EBITDA) lag bei minus EUR 100,3 Mio.,
das Betriebsergebnis (EBIT) bei minus EUR 111,2 Mio.
Lenzing Aktie
Die Kursentwicklung der Lenzing Aktie spiegelte das allgemeine
negative Marktumfeld im Geschäftsjahr 2022 wider. Die Lenzing
Aktie startete mit einem Kurs von EUR 120,00 in das Börsenjahr
2022, erreichte im Januar das Jahreshoch von EUR 133,00 und am
19. Oktober das Jahrestief von EUR 45,35. Zum Ende des Berichts-
jahres notierte die Lenzing Aktie bei EUR 54,80. Dies entspricht
einem Kursrückgang von minus 54,3 Prozent gegenüber dem
Jahresbeginn. Der Wiener Leitindex ATX beendete das Jahr mit
einem Minus von 19,1 Prozent im Vergleich zum Jahresbeginn.
Für das Geschäftsjahr 2021 wurde im Berichtsjahr eine Dividende
von EUR 4,35 ausgeschüttet. Der Vorstand der Lenzing hat außer-
dem beschlossen, die Dividendenpolitik anzupassen. Ab dem Ge-
schäftsjahr 2023 (mit Ausschüttung 2024) plant Lenzing eine jähr-
liche Dividende von mindestens EUR 4,50 (inflationsbereinigt) pro
Aktie. Die Ausschüttung der Dividende erfolgt vorbehaltlich spezi-
fischer Dividendenvorschläge des Vorstands und des Aufsichtsra-
tes. Diese Vorschläge können von der neuen Dividendenpolitik
abweichen, sofern dies unter den dann herrschenden Umständen
angemessen ist, und unterliegen der Entscheidung der Hauptver-
sammlung.
123 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
35 Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG
Der Bereich „Research & Development“ spielt für die Forschungs-
und Entwicklungsaktivitäten der Lenzing Gruppe eine zentrale
Rolle. Ende 2022 waren in diesem Bereich 218 Mitarbeiter:innen
beschäftigt (2021: 222). Ein Großteil der Entwicklungstätigkeit er-
folgt allerdings in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Berei-
chen des Unternehmens sowie mit externen Partnern. Die Aus-
gaben für Forschung und Entwicklung, berechnet nach Frascati
(abzüglich erhaltener Förderungen), beliefen sich auf EUR 34,8 Mio.
(nach EUR 31,6 Mio. 2021). Per Ende 2022 verfügte Lenzing über
1.574 Patente und Patentanmeldungen (aus 182 Patentfamilien) in
53 Ländern.
Schwerpunkte 2022
Nachhaltigkeit mit besonderem Fokus auf Recycling und Kreislauf-
wirtschaft ist bei Lenzing nicht nur ein Kernwert in der Strategie,
sondern auch Leitprinzip für Innovation und Produktentwicklung.
So enthalten beinahe alle Entwicklungsprojekte wesentliche As-
pekte in Bezug auf die ökologische Nachhaltigkeit. Der Bereich
R&D arbeitet sowohl in der Produkt- als auch in der Prozessent-
wicklung kontinuierlich an Lösungen, die das ehrgeizige Ziel der
CO
2
-Neutralität bis 2050 weiter unterstützen. Dazu gehören unter
anderem Projekte zur Schließung von Produktionskreisläufen und
der Reduktion von Abwässern sowie der Steigerung der Energie-
effizienz und der Reduktion von CO
2
-Emissionen.
Das Thema Textilrecycling und die Transformation des textilen Ge-
schäftsmodells von einem linearen zu einem Modell der Kreislauf-
wirtschaft war auch 2022 ein Schwerpunkt der Forschungs- und
Entwicklungsaktivitäten der Lenzing. Mit dem schwedischen Zell-
stoffproduzenten Södra wurde auch im Berichtsjahr intensiv am
gemeinsam Ziel gearbeitet, einen Prozess für das Recycling von
Alttextilien zu entwickeln und eine Pilotanlage zu errichten. Gleich-
zeitig wurden auch die Entwicklungen der REFIBRA™ und Eco
Cycle Technologien weiter vorangetrieben. Die Aktivitäten der
Lenzing im Bereich Recycling und Kreislaufwirtschaft wurden 2022
mit dem renommierten Umweltpreis der Österreichischen Gesell-
schaft für Umwelt und Technik (ÖGUT) in der Kategorie „World
without Waste“ ausgezeichnet.
Neben dem Recycling von Alttextilien beschäftigt sich Lenzing
auch verstärkt mit der Evaluierung weiterer Cellulosequellen als
Rohstoffalternative – darunter Reststoffe aus dem Agrar- und Le-
bensmittelbereich. Nach der Präsentation einer TENCEL™ Limited
Edition gemeinsam mit Orange Fiber 2021, ließ Lenzing im Be-
richtsjahr eine TENCEL™ Limited Edition mit Hanf als alternative
Zellstoffquelle folgen. Hanf gilt als äußerst nachhaltige Faser und
als Alternative zu vielen klassischen Textilfasern. Im umweltver-
träglichen Lyocell-Herstellungsprozess der Lenzing wurde damit
erstmals auch Zellstoff auf Hanfbasis zu Lyocellfasern verarbeitet.
Diese waren Grundlage für das weltweit erste biologisch abbau-
bare Stretch-Denim-Gewebe von Candiani Denim.
Lenzing erweiterte im Berichtsjahr auch ihr Angebot an nachhalti-
gen Spezialfasern für die Textil- und Vliesstoffbranchen. Der Ein-
satz von hydrophoben Fasern im Bereich der Hygieneprodukte er-
möglichte die Herstellung von biologisch abbaubaren Prototypen
für Hygieneanwendungen. Im Bereich der Wischtücher konnte der
Trend hin zu 100 Prozent cellulosischen Produkten auf mehreren
Ebenen unterstützt werden.
Die neuen matten TENCEL™ Lyocellfasern wurden speziell dafür
entwickelt, um Licht zu streuen und den Glanz bei Denim-Anwen-
dungen zu verringern. Durch die Kombination von Funktionalität
und Ästhetik erhöhen matte Lyocellfasern die Vielseitigkeit von
Denim-Designs und reduzieren gleichzeitig den ökologischen Fuß-
abdruck der entstehenden Stoffe und Kleidungsstücke. Hergestellt
im ressourcenschonenden Lyocellprozess bieten die neuen Fasern
alle Komfortvorteile von klassischen TENCEL™ Lyocellfasern und
verleihen dunklen, indigogefärbten, Stoffen ein tiefes und glanzre-
duziertes Aussehen.
TENCEL™ Modalfasern mit Indigo Color Technologie etablierten
sich im Berichtsjahr weiter als umweltschonende Faseralternative
im Denim-Segment. Dafür wurden sie auf der ITMF Jahreskonfe-
renz in Davos (Schweiz) mit dem Preis für Nachhaltigkeit und Inno-
vation ausgezeichnet. Bei der neuen Technologie wird das Indigo-
Pigment in einem einstufigen Spinnfärbeverfahren direkt in die
TENCEL™ Modalfasern eingearbeitet. Dieses Verfahren bietet
eine bessere Farbechtheit als die herkömmliche Indigofärbung. Im
Vergleich zu herkömmlichen Indigo-Garnen spart die Produktion
von TENCEL™ Modalfasern mit Indigo Color Technologie ca.
99 Prozent Strom und Wasser, 80 Prozent Chemikalien und
100 Prozent Wärmeenergie, wodurch der ökologische Fußabdruck
von Denim-Produkten deutlich reduziert wird.
Die beiden Projekte zur Vorwärtsintegration des Lyocellverfahrens,
TENCEL™ Luxe und LENZING™ Web Technology, kombinieren
die Prozess- und Produktentwicklung der Lenzing. Beide Projekte
wurden im Berichtsjahr erfolgreich fortgeführt. Für die Entwicklung
und die Produktion erster kommerzieller Volumina stehen beim
Cellulose-Filament der Marke TENCEL™ Luxe zwei Pilotanlagen
zur Verfügung. 2022 wurde das Verfahren weiterentwickelt, und
Applikationsfelder wurden erschlossen. Diese reichen von Haute-
Couture über Denim bis zu Active Wear, wobei etliche dieser
gemeinsam mit Partnern durchgeführten Entwicklungen auch aus-
gezeichnet wurden, etwa mit dem ISPO Award 2022 für neu ent-
wickelte elastanfreie Stretchfasern auf Basis von TENCEL™ Luxe
Filamenten.
Die LENZING™ Web Technology stellt cellulosische Vliesstoffe
direkt aus der Spinnmasse her. Diese Technologie wurde nun er-
folgreich mit dem Zellstoff-Nasslegeverfahren verbunden, wo-
durch Vliesstoffe mit bis zu 60 Prozent Recyclinggehalt bei gleich-
zeitiger Reduktion des spezifischen Energiebedarfs hergestellt
werden können. Die LENZING™ Web Technology wird im Markt
für Hygiene- und Wischtuchanwendungen sowie in technischen
Anwendungen eingesetzt.
Know-How-Transfer und Cross-Learning innerhalb der
Lenzing Gruppe sind wesentliche Bestandteile der Tätigkeit der
R&D Labor-und Pilotanlagenteams, die etwa auch bei der Inbe-
Forschung und Entwicklung
124 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
36 Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG
triebnahme der beiden Schlüsselprojekte in Thailand und in Brasi-
lien eine zentrale Rolle spielten. Die In-House-Entwicklung neuer
bzw. genauerer analytischer Methoden, die Entwicklung neuer
Messverfahren und die Weitergabe dieser innerhalb der Produkti-
onsbereiche sind ebenfalls wesentliche Aufgaben der R&D.
Innovationszentren und Kooperationen
Kooperationen sind ein wesentlicher Teil der R&D Aktivitäten, so-
wohl innerhalb als außerhalb der Lenzing Gruppe. Es gibt einen in-
tensiven Austausch mit den Applikations- und Innovationszentren
in Hongkong und Purwakarta. Gemeinsam mit Kunden werden vor
Ort neue Anwendungen für Textilfasern entwickelt. Lenzing inten-
siviert dadurch die globale Zusammenarbeit mit Partnern entlang
der Werschöpfungskette. Im Vliesstoff-Entwicklungszentrum an
der Hochschule Hof (Deutschland) werden neue innovative An-
wendungen für nachhaltig erzeugte Vliesstoff-Fasern entwickelt.
Um Strukturen in der Textil- und Bekleidungsindustrie aufzubauen
und damit eine gesamtheitliche Lösung für die Kreislaufwirtschaft
zu erarbeiten, setzt Lenzing über die Kooperation mit Södra hinaus
noch weitere Aktivitäten. Lenzing ist Partner im Horizon Europe
Projekt CISUTAC (Circular and Sustainable Textile and Clothing) als
auch im österreichischen Projekt EnzATex, die sich beide mit der
Kreislaufführung von Textilien beschäftigen.
Lenzing treibt auch im Bereich Digitalisierung Entwicklungen im
Rahmen von kooperativen Projekten voran. 2022 startete das FFG-
geförderte Projekt REWAI (Reducing Energy and Waste using AI)
mit Pro²Future, Universität Linz und TU Graz als Partnern. Ziel ist
die Entwicklung einer Methode zur Vorhersage der Faserqualität
auf Basis vorhandener Sensordaten (über die gesamte Produktion).
Damit sollen notwendige Prozessänderungen frühzeitig erkannt
und Minderqualitäten vermieden werden.
Neben Kooperationen zu konkreten Fragestellungen setzt Lenzing
auch Aktivitäten, die zu einer vermehrten Bewusstseinsbildung
beitragen sollen und speziell den Themen Nachhaltigkeit und
Kreislaufwirtschaft mehr Sichtbarkeit verschaffen. 2022 wurden
erstmals junge Forscher:innen mit dem Lenzing Young Scientist
Award für exzellente Forschungsarbeiten in den Kategorien Fashion
und Kreislaufwirtschaft, Textilrecycling sowie innovative Nutzung
biobasierter Fasern von der Lenzing Gruppe ausgezeichnet. Ziel
war es, Studierende zu fördern und eine Plattform zur Vernetzung
mit der Textilindustrie zu schaffen. Bachelor- und Masterstudie-
rende konnten sich mit ihren Arbeiten einer Jury aus namhaften
Expert:innen der Industrie stellen. Die drei Gewinnerprojekte
wurden bei der 61. Global Fiber Conference in Dornbirn mit einem
Preisgeld von je EUR 5.000 prämiert.
Die Mitgliedschaft und aktive Mitarbeit in diversen Initiativen und
Netzwerken dient einerseits dazu, Themen, vor allem im Bereich
Nachhaltigkeit, breiter zu platzieren und gemeinsam voranzutrei-
ben, andererseits ergeben sich daraus oft konkrete Projekte wie
EPNOE (European Polysaccharide Network of Excellence) und RCI
(Renewable Carbon Initiative), von denen Lenzing jeweils Grün-
dungsmitglied ist.
125 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
37 Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG
Die Erweiterung der Eigenversorgung mit Faserzellstoff, die Er-
höhung des Spezialitätenanteils und die Umsetzung der Klima-
ziele im Sinne der Unternehmensstrategie stellten 2022 die
Schwerpunkte der Investitionsaktivitäten der Lenzing Gruppe dar.
Die Investitionen in immaterielle Anlagen, Sachanlagen und bio-
logische Vermögenswerte (CAPEX) gingen um 17,2 Prozent auf
EUR 698,9 Mio. zurück. Das weiterhin hohe Niveau des Investiti-
onsvolumens ist primär auf die Fertigstellung des Zellstoffpro-
jekts in Brasilien zurückzuführen.
Mit dem neuen Zellstoffwerk, das über eine Nennkapazität von
500.000 to pro Jahr verfügt, stärkt Lenzing ihre Eigenversorgung
mit Faserzellstoff und damit auch das Spezialfaserwachstum im
Sinne der Unternehmensstrategie. Es zählt darüber hinaus zu den
produktivsten und energieeffizientesten Werken der Welt und
speist überschüssigen Strom als erneuerbare Energie ins öffentli-
che Netz ein. Der Start der Inbetriebnahme erfolgte pünktlich im
ersten Halbjahr. Die Phase des Hochfahrens konnte Ende 2022 ab-
geschlossen und die ersten produzierten Mengen erfolgreich am
Markt platziert werden. Lenzing hält 51 Prozent am Joint-Venture
LD Celulose, das für den Bau des Werks gegründet wurde. Die Bau-
kosten für dieses größte Projekt in der Unternehmensgeschichte
der Lenzing liegen bei USD 1,38 Mrd. Die Finanzierung erfolgte
im Wesentlichen mittels langfristigem Fremdkapital. IFC, ein Mit-
glied der World Bank Group, und IDB Invest, ein Mitglied der IDB
Group, unterstützen das Investitionsprogramm. Die Exportkredit-
agentur Finnvera und sieben Geschäftsbanken beteiligten sich
ebenfalls am Finanzierungspaket in Höhe von USD ca. 1,15 Mrd.
In Thailand wurde im ersten Quartal 2022 die weltweit größte
Lyocell-Produktionsanlage eröffnet. Damit kann Lenzing ihren Spe-
zialitätenanteil deutlich erhöhen und die strukturell wachsende
Nachfrage nach Lyocellfasern der Marke TENCEL™ noch besser
bedienen. Das Projekt konnte trotz der pandemiebedingten Her-
ausforderungen pünktlich und im geplanten Kostenrahmen reali-
siert, die bisher produzierten Mengen erfolgreich am Markt plat-
ziert werden. Die Produktionsanlage ist mit einer Nennkapazität
von 100.000 Tonnen pro Jahr die größte ihrer Art weltweit. Das
Investitionsvolumen lag bei etwa EUR 400 Mio.
In China und Indonesien investiert Lenzing derzeit mehr als
EUR 200 Mio., um bestehende Kapazitäten für herkömmliche
Viscose in Kapazitäten für umweltverträgliche Spezialfasern um-
zuwandeln. In Nanjing arbeitet Lenzing an der Konvertierung einer
Linie auf die Herstellung von Modalfasern. Das Produktportfolio
des chinesischen Standortes wird damit gänzlich aus Spezialfasern
bestehen. In Purwakarta schafft Lenzing zusätzliche Kapazitäten
für Fasern der Marke LENZING™ ECOVERO™. Der indonesische
Standort wird damit 2023 zum reinen Spezialviscose-Anbieter.
Im Zuge dieser Investitionen werden beide Standorte schrittweise
auf erneuerbare Energie umgestellt; im dritten Quartal 2022 er-
folgte in China und in Indonesien die Umstellung auf Grünstrom.
Sowohl das neue Lyocellwerk in Thailand, das CO
2
-neutral betrie-
ben wird, als auch die Investitionen in die bestehenden Standorte
helfen Lenzing bei der Erreichung ihrer ambitionierten Klimaziele.
Lenzing will ihre CO
2
-Emissionen bis 2030 halbieren und bis 2050
eine Netto-Null erreichen.
Um die Unabhängigkeit von den globalen Energiemärkten zu erhö-
hen und die CO
2
-Emissionen weiter zu reduzieren, setzt Lenzing
auch in Österreich noch stärker auf Stromerzeugung aus erneuer-
baren Energien. Im Berichtsjahr hat Lenzing mehrere Photovoltaik-
anlagen am oberösterreichischen Standort in Betrieb genommen
und einen langfristigen Stromliefervertrag zur Finanzierung einer
weiteren Anlage unterzeichnet.
Investitionen
126 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
38 Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG
Die Themen Umweltschutz, nachhaltiges Wirtschaften und Verant-
wortung für Menschen gehören zu den strategischen Kernwerten
der Lenzing Gruppe. Nachhaltigkeit ist daher fest in der Better
Growth Strategie verankert. Aktuelle Informationen zum Nach-
haltigkeitsansatz finden Sie im Nachhaltigkeitsbericht der
Lenzing Gruppe, der gleichzeitig den konsolidierten nichtfinanziel-
len Bericht im Sinne des §
267a Unternehmensgesetzbuch darstellt.
Nichtfinanzielle Erklärung
127 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
39 Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG
Die Lenzing AG war 2022 wie der Großteil der verarbeitenden
Industrie in Europa zunehmend von den extremen Entwicklungen
an den globalen Energie- und Rohstoffmärkten betroffen. Im drit-
ten und vierten Quartal verschlechterte sich das Marktumfeld
deutlich und das sich eintrübende Konsumklima belastete die
Geschäftsentwicklung der Lenzing AG zusätzlich.
Die Umsatzerlöse stiegen im Berichtsjahr um 17,1 Prozent gegen-
über dem Vorjahr auf EUR 1,18 Mrd. Der Rückgang der Faserver-
kaufsmengen konnte durch die gestiegenen Faserpreise mehr
als kompensiert werden. Auch die Erlöse aus den Bioraffinerie-
und Co-Produkten sowie aus Energie mit externen Kunden ha-
ben zum Umsatzanstieg beigetragen.
Die Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnis-
sen auf EUR 73,1 Mio. (nach EUR 12,3 Mio. 2021) resultiert im We-
sentlichen aus gestiegenen Herstellkosten sowie aus der erhöhten
Menge. Die aktivierten Eigenleistungen blieben auf gleichem Ni-
veau und lagen per 31. Dezember 2022 bei EUR 18,6 Mio. (nach
EUR 17,6 Mio. per 31. Dezember 2021). Die sonstigen betrieblichen
Erträge erhöhten sich um 60,8 Prozent auf EUR 44,1 Mio. Dieser
Anstieg ist neben der Auflösung von Abfertigungs- und Pensions-
rückstellungen auf gestiegene Erträge aus CO
2
-Zertifikaten zu-
rückzuführen.
Die Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstel-
lungsleistungen lagen mit EUR 654,7 Mio. um 60,6 Prozent über
dem Vorjahreswert von EUR 407,6 Mio. Der Anstieg ist auf höhere
Preise, vor allem bei Chemikalien, Holz und Energie, zurückzufüh-
ren.
Der Personalaufwand verminderte sich um 5,4 Prozent auf
EUR 275,1 Mio. (nach EUR 290,8 Mio. 2021). Der Rückgang resul-
tiert aus der erfolgsabhängigen Vergütung für Mitarbeiter:innen
der Lenzing AG 2021, die den Personalaufwand um EUR 35 Mio.
erhöht hatte. Ein gegenläufiger Effekt kommt aus der Rückstellung
für Restrukturierungsaufwendungen (Sozialplan), welche im Zuge
des Programms zur Reorganisation und Kostensenkung gebildet
wurde.
Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) sank um
11,9 Prozent auf EUR 165,9 Mio., während sich die EBITDA-Marge
von 18,7 Prozent auf 14,1 Prozent verringerte.
Die Höhe der Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des An-
lagevermögens und Sachanlagen lag mit EUR 74,6 Mio. um 1,8 Pro-
zent unter dem Vorjahreswert von EUR 75,9 Mio. Die sonstigen be-
trieblichen Aufwendungen stiegen um 23,7 Prozent auf EUR 218,9
Mio. im Berichtsjahr. Der Anstieg ist neben höheren Instandhaltungs-,
Vertriebs-, Rechts- und Beratungsaufwendungen auf gestiegene
Konzernleistungen zurückzuführen.
Das Betriebsergebnis (EBIT) ist von EUR 112,3 Mio. auf EUR 91,3
Mio. gesunken und die EBIT-Marge verringerte sich von 11,2 Pro-
zent auf 7,7 Prozent. Die Ergebnisentwicklung spiegelt neben dem
Nachfragerückgang insbesondere die gestiegenen Energie- und
Rohstoffkosten wider, welche nur teilweise durch die höheren
Preise kompensiert werden konnten.
Das Finanzergebnis reduzierte sich auf minus EUR 7,7 Mio. (nach
EUR 67,5 Mio. 2021). Dies resultiert vorwiegend aus den geringe-
ren Dividenden der Tochtergesellschaften.
Die Einkommens- und Ertragssteuern verzeichneten im Berichts-
jahr einen Rückgang von EUR 4,9 Mio. im Vorjahresvergleich.
Das Ergebnis vor Steuern (EBT) verringerte sich von EUR 179,9 Mio.
auf EUR 83,6 Mio. Nach Abzug der Steuer ergibt sich ein Jahres-
überschuss von EUR 65,9 Mio. (nach EUR 157,3 Mio. 2021). Nach
der Zuweisung zu den Gewinnrücklagen beträgt der Bilanzgewinn
der Lenzing AG im Geschäftsjahr 2022 EUR 0 Mio. (nach EUR 115,5
Mio. 2021).
Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Lenzing AG wer-
den im Wesentlichen im Kapitel „Forschung und Entwicklung“ be-
schrieben. Die Investitionen in immaterielle Vermögensgegen-
stände und Sachanlagen (CAPEX) stiegen leicht um 4,1 Prozent auf
EUR 69,9 Mio.
Die Eigenkapitalrentabilität (ROE) lag mit 7,7 Prozent deutlich unter
dem Vorjahreswert von 17,8 Prozent. Die Gesamtkapitalrentabilität
(ROI) sank 2022 von 3,7 Prozent auf 2,9 Prozent. Die Rentabilität
auf das eingesetzte Kapital (ROCE) ist im Berichtsjahr von 10,9 Pro-
zent auf 7,4 Prozent gesunken.
Geschäftsentwicklung der Lenzing AG (Einzelabschluss)
128 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
40 Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG
Das bereinigte Eigenkapital der Lenzing AG
1
zum Bilanzstichtag
31. Dezember 2022 lag mit EUR 1,07 Mrd. um 2,8 Prozent unter
dem Vorjahreswert von EUR 1,1 Mrd. Die bereinigte Eigenkapital-
quote blieb mit 34,4 Prozent auf Vorjahresnivau (34,7 Prozent per
31. Dezember 2021).
Die Nettofinanzverschuldung erhöhte sich im Berichtsjahr um
49,2 Prozent auf EUR 1,5 Mrd. Das Verhältnis von Nettofinanzver-
schuldung zu EBITDA stieg von 5,3 auf 9 per 31. Dezember 2022.
Die Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen reduzierten sich
auf EUR 563,4 Mio. nach einer Tilgung von EUR 55 Mio.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten liegen mit
EUR 569,2 Mio. auf Vorjahresniveau, während die Kassenbestände
und Guthaben bei Kreditinstituten von EUR 405,4 Mio. auf
EUR 184,3 Mio. zurückgingen. Im Berichtsjahr wurden die Wertpa-
piere des Umlaufvermögens verkauft, die zum 31. Dezember 2021
einen Wert von EUR 343,5 Mio. hatten. Für die Cashflow-Berech-
nung nach KFS/BW2 wurden diese im Vorjahr aufgrund der zutref-
fenden Kriterien zum Fondsmittelbestand hinzugerechnet.
Das Net Gearing erhöhte sich von 91,4 Prozent auf 140,3 Prozent
per 31. Dezember 2022. Das Trading Working Capital ist um
13,4 Prozent auf EUR 263,7 Mio. gestiegen, während das Verhältnis
Trading Working Capital zu Umsatzerlösen von 23,1 Prozent auf
22,4 Prozent zurückging.
Der Cashflow aus der Geschäftstätigkeit verminderte sich um 55
Prozent auf EUR 106,1 Mio. Der Cashflow aus der Investitionstätig-
keit lag bei minus EUR 482,7 Mio. (nach minus EUR 280,8 Mio. 2021)
bedingt durch die Kapitalzuschüsse und Ausleihungen an Tochter-
gesellschaften. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit lag mit
minus EUR 188 Mio. deutlich unter dem Vorjahreswert von EUR
55,4 Mio. Diese Veränderung ist vor allem auf die Ausschüttung an
die Gesellschafter in Höhe von EUR 115,5 Mio. zurückzuführen so-
wie auf die Rückzahlung des Schuldscheindarlehens.
Die liquiden Mittel der Lenzing AG lagen zum Bilanzstichtag
31. Dezember 2022 bei EUR 184,3 Mio. Per 31. Dezember 2022
standen darüber hinaus ungenutzte Kreditlinien in Höhe von
EUR 158,9 Mio. zur Verfügung.
1
Die dargestellten Finanzkennzahlen sind weitgehend aus dem Jahresabschluss der
Lenzing AG nach UGB abgeleitet und werden in den folgenden Abschnitten näher
definiert und erläutert.
Bilanzstruktur und Liquidität der Lenzing AG
(Einzelabschluss)
129 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 1
Die dargestellten Finanzkennzahlen sind weitgehend aus dem Jah-
resabschluss der Lenzing AG nach UGB abgeleitet und werden in
den folgenden Abschnitten näher definiert und erläutert.
Kennzahlen
Ergebnis- und Rentabilitätskennzahlen 2022 2021 2020
EUR Mio EUR Mio EUR Mio
Umsatzerlöse 1.178,9 1.006,4 788,0
EBITDA (Betriebsergebnis vor Abschreibungen) 165,9 188,3 83,1
EBITDA-Marge in % 14,1 % 18,7 % 10,5 %
EBIT (Betriebsergebnis) 91,3 112,3 7,3
EBIT-Marge in % 7,7 % 11,2 % 0,9 %
EBT (Ergebnis vor Steuern) 83,6 179,9 51,4
Jahresüberschuss 65,9 157,3 78,3
ROE (Eigenkapitalrentabilität) in % 7,7 % 17,8 % 5,8 %
ROI (Gesamtkapitalrentabilität) in % 2,9 % 3,7 % 0,3 %
ROCE (Ergebnis auf das eingesetzte Kapital) in % 7,4 % 10,9 % 0,8 %
Bilanzkennzahlen 2022 2021 2020
EUR Mio EUR Mio EUR Mio
Bereinigtes Eigenkapital am Bilanzstichtag 1.068,2 1.099,5 923,2
Bereinigte Eigenkapitalquote in % 34,4 % 34,7 % 31,3 %
Nettofinanzverschuldung am Bilanzstichtag 1.498,6 1.004,7 959,6
Nettofinanzverschuldung/EBITDA 9,0 5,3 11,5
Net Gearing in % am Bilanzstichtag 140,3 % 91,4 % 103,9 %
Nettoverschuldung am Bilanzstichtag 1.555,7 1.082,2 1.042,3
Trading Working Capital 263,7 232,5 238,3
Trading Working Capital zu Umsatzerlösen 22,4 % 23,1 % 30,2 %
Cashflow-Kennzahlen 2022 2021 2020
EUR Mio EUR Mio EUR Mio
Cashflow aus der Geschäftstätigkeit 106,1 235,6 213,5
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -482,7 -280,8 -644,3
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -188,0 55,4 838,2
Veränderung der liquiden Mittel -564,6 10,2 407,6
Anfangsbestand liquide Mittel 748,9 738,7 342,9
Endbestand liquide Mittel 184,3 748,9 738,7
Ungenutzte Kreditlinien per 31.12. 158,9 306,3 246,1
CAPEX 69,9 67,2 89,9
Börsenkennzahlen 2022 2021 2020
Grundkapital am Bilanzstichtag in EUR Mio 27,6 27,6 27,6
Anzahl der Aktien am Bilanzstichtag in Stk. 26.550.000 26.550.000 26.550.000
Börsenkapitalisierung in EUR Mio 1.454,9 3.239,1 2.198,3
Aktienkurs am Bilanzstichtag in EUR 54,80 122,00 82,80
Kennzahlen
der Lenzing AG (
Einzelabschluss
)
130 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 2
Definition der Finanzkennzahlen
Definition und Ableitung von im Lagebericht verwendeten Finanz-
kennzahlen, die nicht direkt im Jahresabschluss nach österreichi-
schem Unternehmensgesetzbuch (UGB) dargestellt sind:
Bereinigtes Eigenkapital
Eigenkapital zuzüglich Zuschüsse der öffentlichen Hand abzüglich
anteiliger Ertragsteuern.
Bereinigte Eigenkapitalquote
Prozent-Verhältnis bereinigtes Eigenkapital zur Bilanzsumme.
Bilanzsumme
Summe aus Anlage- und Umlaufvermögen sowie Rechnungsab-
grenzungsposten und Aktive latente Steuern bzw. die Summe aus
Eigenkapital, Zuschüsse der öffentlichen Hand, Rückstellungen
und Verbindlichkeiten sowie Rechnungsabgrenzungsposten. Die
genaue Ableitung ist aus der Bilanz ersichtlich.
Börsenkapitalisierung bzw.
Marktkapitalisierung
Gewichtete durchschnittliche Anzahl der Aktien multipliziert mit
dem Aktienkurs zum Stichtag.
CAPEX
Capital expenditures; entspricht dem Erwerb von immateriellen
Vermögensgegenstände und Sachanlagen. Wird im Cashflow dar-
gestellt.
Capital Employed
Bilanzsumme abzüglich nicht verzinsliches Fremdkapital abzüglich
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten, abzüglich Wertpa-
piere des Umlaufvermögens und abzüglich Finanzanlagen.
Cashflow
Berechnung erfolgt auf Basis des Fachgutachtens der Kammer der
Wirtschaftstreuhänder KFS/BW2 über die Geldflussrechnung als
Ergänzung des Jahresabschlusses und Bestandteil des Konzernab-
schlusses.
EBITDA (Betriebsergebnis vor Abschreibungen)
Earnings before interest, tax, depreciation and amortization; EBIT
(Betriebsergebnis) zuzüglich Abschreibungen auf immaterielle Ge-
genstände und Sachanlagen abzüglich Erträge aus der Zuschrei-
bung zum Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen ab-
züglich Auflösung Investitionszuschüsse der öffentlichen Hand.
EBITDA-Marge
Prozent-Verhältnis EBITDA (Betriebsergebnis vor Abschreibungen)
zu den Umsatzerlösen.
EBIT (Betriebsergebnis)
Earnings before interest and tax; Zwischensumme aus Ziffer 1 bis 8
lt. Gewinn- und Verlustrechnung.
EBIT-Marge
Prozent-Verhältnis EBIT (Betriebsergebnis) zu den Umsatzerlösen.
Finanzergebnis
Zwischensumme aus Ziffer 10 bis 15 lt. Gewinn- und Verlustrech-
nung.
Liquide Mittel
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten.
Nettofinanzverschuldung
Net financial debt; Verzinsliches Fremdkapital abzüglich Kassenbe-
stand, Guthaben bei Kreditinstituten und Wertpapiere des Umlauf-
vermögens.
Nettofinanzverschuldung / EBITDA
Nettofinanzverschuldung im Verhältnis zum EBITDA.
Net Gearing
Prozent-Verhältnis Nettofinanzverschuldung zum bereinigten Ei-
genkapital.
Nettoverschuldung
Net debt; Verzinsliches Fremdkapital abzüglich Kassenbestand, Gut-
haben bei Kreditinstituten und Wertpapiere des Umlaufvermögens.
Nicht verzinsliches Fremdkapital
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zuzüglich Ver-
bindlichkeiten gegenüber Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis
zuzüglich Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
aus Lieferungen und Leistungsverrechnungen zuzüglich sonstiger
Verbindlichkeiten zuzüglich anteiliger latenter Steuern auf Zu-
schüsse der öffentlichen Hand zuzüglich Rückstellungen ohne Sozial-
kapital zuzüglich passiver Rechnungsabgrenzungsposten.
NOPAT
Net operating profit after tax; EBIT (Betriebsergebnis) abzüglich
anteiliger Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (auf das EBIT).
ROCE (Ergebnis auf das eingesetzte Kapital)
Return on capital employed; Prozent-Verhältnis NOPAT zum durch-
schnittlichen Capital Employed (Durchschnitt aus 01.01. und 31.12.).
ROE (Eigenkapitalrentabilität)
Return on equity; Prozent-Verhältnis Ergebnis vor Steuern zum
durchschnittlich bereinigten Eigenkapital (Durchschnitt aus 01.01.
und 31.12.).
ROI (Gesamtkapitalrentabilität)
Return on investment; Prozent-Verhältnis EBIT (Betriebsergebnis)
zur durchschnittlichen Bilanzsumme (Durchschnitt aus 01.01. und
31.12.).
Sozialkapital
Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen.
131 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 3
Trading Working Capital
Vorräte zuzüglich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, For-
derungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsver-
hältnis besteht sowie Forderungen gegenüber verbundenen Unter-
nehmen aus Lieferungen und Leistungsverrechnungen abzüglich
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten
gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis be-
steht sowie Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unterneh-
men aus Lieferungen und Leistungsverrechnungen.
Trading Working Capital zu Umsatzerlösen
Prozent-Verhältnis Trading Working Capital zu den Umsatzerlösen
des Geschäftsjahres.
Verzinsliches Fremdkapital
Anleihen, Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen, Verbindlich-
keiten gegenüber Kreditinstituten, sonstige zinstragende Verbind-
lichkeiten, Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
aus verzinslichen Darlehen und Rückstellungen für Sozialkapital.
Erläuterungen zu den
Finanzkennzahlen
Nachfolgend werden die zentralen Finanzkennzahlen der
Lenzing AG näher erläutert. Sie sind weitgehend aus dem Jahres-
abschluss der Lenzing AG nach UGB abgeleitet.
Der Vorstand ist der Meinung, dass diese Finanzkennzahlen nützli-
che Informationen über die wirtschaftliche Lage der Lenzing AG
vermitteln, da sie unternehmensintern verwendet werden und
meist auch einen hohen Stellenwert bei externen Adressaten auf-
weisen (insbesondere bei Investor:innen, Banken und Analyst:in-
nen).
EBITDA, EBITDA-Marge, EBIT und EBIT-Marge
Das EBITDA und das EBIT werden in der Lenzing AG als Maßstäbe
für die operative Ertragskraft und Profitabilität (Performance) vor
Abschreibungen und nach Abschreibungen verwendet. Aufgrund
ihrer Bedeutung – auch für die externen Adressaten – werden
diese Kennzahlen ermittelt und zum Vergleich der Margen im Ver-
hältnis zu den Umsatzerlösen (als EBITDA-Marge bzw. EBIT-Marge
bezeichnet) dargestellt.
EBITDA (Betriebsergebnis
vor Abschreibungen)
2022 2021 2020
EUR Mio EUR Mio EUR Mio
EBIT (Betriebsergebnis) 91,3 112,3 7,3
+ Abschreibungen auf imma
terielle
Gegenstände des Anlagever-
mögens und Sachanlagen 75,6 76,8 76,6
- Auflösung Investitionszuschüsse
der öffentlichen Hand
-1,0 -0,8 -0,8
EBITDA (Betriebsergebnis vor
Abschreibungen) 165,9 188 ,3 83,1
/ Umsatzerlöse 1.178,9 1.006,4 788,0
EBITDA-Marge in % 14,1% 18,7% 10,5%
EBIT (Betriebsergebnis) 2022 2021 2020
EUR Mio EUR Mio EUR Mio
EBIT (Betriebsergebnis) 91,3 112,3 7,3
/ Umsatzerlöse 1.178,9 1.006,4 788,0
EBIT-Marge in % 7,7% 11,2% 0,9%
CAPEX
Der CAPEX wird in der Lenzing AG als Maßstab für die Höhe von
Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachan-
lagen verwendet. Er wird im Cashflow dargestellt.
Bereinigtes Eigenkapital am Bilanzstichtag und
bereinigte Eigenkapitalquote
Das bereinigte Eigenkapital wird in der Lenzing AG als Maßstab für
die Unabhängigkeit gegenüber Fremdkapitalgebern und die Fähig-
keit neues Kapital aufzunehmen verwendet (Finanzkraft). Es enthält
neben dem Eigenkapital nach UGB auch die Zuschüsse der öffent-
lichen Hand abzüglich anteiliger Ertragsteuern. Es wird zum Ver-
gleich mit dem Eigen- und Fremdkapital in das Verhältnis zur Bi-
lanzsumme gesetzt. Diese Kennzahl (bzw. ähnliche Kennzahlen)
wird (werden) gelegentlich als Financial Covenant(s) mit Fremdka-
pitalgebern vereinbart.
Bereinigtes Eigenkapital 2022 2021 2020
EUR Mio EUR Mio EUR Mio
Eigenkapital 1.012,0 1.061,6 904,3
+ Zuschüsse der öffentlichen Hand 74,9 50,5 25,2
-25 % anteilige Ertragsteuern -18,7 -12,6 -6,3
Bereinigtes Eigenkapital am
Bilanzstichtag 1.068,2 1.099,5 923,2
/ Bilanzsumme 3.104,3 3.166,7 2.952,6
Bereinigte Eigenkapitalquote
in %
34,4% 34,7% 31,3%
132 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 4
Kapitalrentabilität (ROE, ROI und ROCE)
Der ROCE (Ergebnis auf das eingesetzte Kapital) wird in der
Lenzing AG als Maßstab für die Rendite (Verzinsung) auf das im
Geschäftsbetrieb eingesetzte Kapital (das Capital Employed) ver-
wendet. Er ist zudem wichtig für externe Adressaten. Der ROE
(Eigenkapitalrentabilität) und der ROI (Gesamtkapitalrentabilität)
sind Rentabilitätskennzahlen, die die Ertragskraft der Lenzing AG
messen sollen.
ROCE (Ergebnis auf das
eingesetzte Kapital)
2022 2021 2020
EUR Mio EUR Mio EUR Mio
EBIT (Betriebsergebnis) 91,3 112,3 7,3
- Anteiliger laufender Ertrags-
teueraufwand (auf das EBIT) -19,5 -7,8 0,4
NOPAT 71,8 104,6 7,7
/ Durchschnittliches Capital
Employed 976,6 962,8 948,3
ROCE (Ergebnis auf das
eingesetzte Kapital)
7,4 % 10,9 % 0,8 %
Anteiliger laufender
Ertragsteueraufwand
(auf das EBIT)
-19,5 -7,8 0,4
Anteiliger sonstiger laufender
Steueraufwand 1,8 -4,6 2,2
Laufender Ertragsteueraufwand -17,7 -12,4 2,5
Bilanzsumme 3.104,3 3.166,7 2.952,6
- Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen -116,6 -68,3 -42,4
- Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
gegenüber verbundenen
Unternehmen -20,1 -10,2 -6,5
- Sonstige Verbindlichkeiten -37,8 -17,7 -21,7
- Anteilige Ertragsteuern auf
Zuschüsse der öffentlichen Hand
-18,7 -12,6 -6,3
- Rückstellungen -132,7 -174,1 -148,5
+ Rückstellungen für Pensionen
und Abfertigungen (Sozialkapital) 57,1 77,6 82,6
- Passive Rechnungs-
abgrenzungsposten
-0,2 -0,3 -0,2
- Kassenbestand, Guthaben bei
Kreditinstituten -184,3 -405,4 -738,7
- Wertpapiere des
Umlaufvermögens 0,0 -343,5 0,0
- Finanzanlagen -1.658,4 -1.251,6 -1.105,9
Stand 31.12. 992,6 960 ,7 965,0
Stand 01.01. 960,7 965 ,0 931,6
Durchschnittliches Capital
Employed
976,5 962,7 948,2
Durchschnittliches bereinigtes
Eigenkapital
2022 2021 2020
EUR Mio EUR Mio EUR Mio
Bereinigtes Eigenkapital per 31.12. 1.068,2 1.099,5 923,2
Bereinigtes Eigenkapital per 01.01. 1.099,5 923,2 840,2
Durchschnittliches
bereinigtes Eigenkapital 1.083,9 1011,3 881,7
ROE (Eigenkapitalrentabilität) 2022 2021 2020
EUR Mio EUR Mio EUR Mio
EBT (Ergebnis vor Steuern) 83,6 179,9 51,4
/ Durchschnittliches bereinigtes
Eigenkapital 1.083,9 1.011,3 881,7
ROE (Eigenkapitalrentabilität) 7,7% 17,8% 5,8%
Durchschnittliche Bilanzsumme 2022 2021 2020
EUR Mio EUR Mio EUR Mio
Bilanzsumme per 31.12. 3.104,3 3.166,7 2.952,6
Bilanzsumme per 01.01. 3.166,7 2.952,6 1.992,3
Durchschnittliche
Bilanzsumme 3.135,5 3.059,6 2.472,4
ROI (Gesamtkapitalrentabilität) 2022 2021 2020
EUR Mio EUR Mio EUR Mio
EBIT (Betriebsergebnis) 91,3 112,3 7,3
/ Durchschnittliche Bilanzsumme 3.135,5 3.059,6 2.472,4
ROI (Gesamtkapitalrentabilität) 2,9% 3,7% 0,3%
133 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 5
Nettofinanzverschuldung,
Nettofinanzverschuldung/EBITDA,
Net Gearing und Nettoverschuldung
Die Nettofinanzverschuldung wird in der Lenzing AG als Maßstab
für die finanzielle Verschuldung und die Kapitalstruktur verwendet.
Sie ist zudem wichtig für externe Adressaten. Diese Kennzahl wird
in das Verhältnis zum EBITDA gesetzt und gibt dadurch einen An-
haltspunkt, wieviele Perioden das gleiche EBITDA erwirtschaftet
werden müsste, um die Nettofinanzverschuldung abzudecken. Das
Verhältnis zwischen Nettofinanzverschuldung und bereinigtem Ei-
genkapital (Net Gearing) veranschaulicht das Verhältnis von Netto-
Fremdkapital zu bereinigtem Eigenkapital. Diese Kennzahl (bzw.
ähnliche Kennzahlen) wird (werden) gelegentlich als Financial
Covenant(s) mit Fremdkapitalgebern vereinbart. Die Nettover-
schuldung wird in der Lenzing AG als Maßstab für die finanzielle
Verschuldung unter Berücksichtigung von Rückstellungen für Ab-
fertigungen und Pensionen verwendet.
Nettofinanzverschuldung 2022 2021 2020
EUR Mio EUR Mio EUR Mio
Hybridkapital 500,0 500,0 500,0
+ Verbindlichkeiten aus
Schuldscheindarlehen 563,4 616,1 658,1
+ Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten 569,2 569,5 455,5
+ Sonstige zinstragende
Verbindlichkeiten 43,2 44,0 46,8
+ Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
(verzinsliche Darlehen) 7,0 24,0 38,0
- Wertpapiere des Umlaufvermögens 0,0 -343,5 0,0
- Kassenbestand, Guthaben bei
Kreditinstituten
-184,3 -405,4 -738,7
Nettofinanzverschuldung 1.498,6 1.004,7 959,6
/ EBITDA (Betriebsergebnis vor
Abschreibungen) 165,9 188,3 83,1
Nettofinanzverschuldung/EBITDA 9,0 5,3 11,5
Nettofinanzverschuldung 1.498,6 1.004,7 959,6
/ bereinigtes Eigenkapital 1.068,2 1.099,5 923,2
Net Gearing in % am
Bilanzstichtag 140,3% 91,4% 103,9%
Nettoverschuldung 2022 2021 2020
EUR Mio EUR Mio EUR Mio
Nettofinanzverschuldung 1.498,6 1.004,7 959,6
+ Rückstellungen für Abfertigungen 38,9 54,1 57,3
+ Rückstellungen für Pensionen 18,2 23,4 25,3
Nettoverschuldung am
Bilanzstichtag
1.555,7 1.082,2 1.042,3
Trading Working Capital und Trading Working
Capital zu Umsatzerlösen
Das Trading Working Capital wird in der Lenzing AG als Maßstab
für die potenzielle Liquidität und die Kapitaleffizienz verwendet.
Trading Working Capital 2022 2021 2020
EUR Mio EUR Mio EUR Mio
Vorräte 257,7 135,9 125,7
+ Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen gegenüber
65,0 93,5 69,6
+ Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen gegenüber
Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 2,5 3,1 2,1
+ Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen gegenüber
verbundenen Unternehmen
75,2 78,6 89,8
- Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen -116,6 -68,3 -42,4
-
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen gegenüber
verbundenen Unternehmen
-20,1 -10,2 -6,5
Trading Working Capital 263,7 232,6 238,4
/ Umsatzerlöse 1.178,9 1.006,4 788,0
Trading Working Capital zu
Umsatzerlösen
22,4% 23,1% 30,2%
Cashflow
Der Cashflow dient in der Lenzing AG zur Beurteilung der Finanz-
lage, insbesondere der Fähigkeit Zahlungsüberschüsse zu erwirt-
schaften und Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.
Cashflow 2022 2021 2020
EUR Mio EUR Mio EUR Mio
EBT (Ergebnis vor Steuern) 65,9 157,3 78,3
+ Abschreibungen auf immaterielle
Gegenstände des
Anlagevermögens und
Sachanlagen 75,6 76,8 76,6
+/- Sonstige Überleitungen -35,4 1,5 58,6
Cashflow aus der
Geschäftstätigkeit 106,1 235,6 213,5
- CAPEX -69,9 -67,2 -89,9
- Auszahlungen für Finanzanlagen -417,1 -335,1 -648,0
+ Einzahlungen aus dem Abgang
von Anlagevermögen 4,4 121,5 93,6
Cashflow aus der
Investitionstätigkeit
-482,7 -280,8 -644,3
- Dividende -115,5 0,0 0,0
+ Investitionszuschüsse 0,5 0,2 0,0
+/- Einzahlungen/Auszahlungen
von verzinslichem Fremdkapital
(ohne Sozialkapital) -73,1 55,2 838,2
Cashflow aus der
Finanzierungstätigkeit -188,0 55,4 838,2
Veränderung der liquiden Mittel -564,6 10,2 407,6
Anfangsbestand der liquiden
Mittel 748,9 738,7 342,9
Endbestand der liquiden
Mittel
184,3 748,9 738,7
134 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
41 Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG
Aktuelles Risikoumfeld
Der Ausbruch des Krieges in der Ukraine zu Beginn des Jahres
2022 hatte die vermeintliche Rückkehr zu einer „neuen Normali-
tät“ nach der COVID-19-Pandemie abrupt unterbrochen und führte
in weiterer Folge zu einer Reihe neuer globaler Krisen. Der Interna-
tionale Währungsfonds rechnet für 2022 mit einem Wachstum des
weltweiten Bruttoinlandsprodukts von 3,4 Prozent.
Eine beispiellose Verknappung und damit verbundene Verteuerung
insbesondere bei Rohstoffen und Energie, haben das globale Risiko-
umfeld 2022 wesentlich beeinflusst. Die Lenzing Gruppe war
dadurch 2022 unmittelbar von den massiv gestiegenen Energiekos-
ten, vor allem an den europäischen Produktionsstandorten, betroffen.
Der aus den gestiegenen Energiekosten resultierende signifikante
Anstieg an Chemikalien- und Logistikkosten sowie Verknappungen in
diesem Bereich, haben das Geschäftsergebnis der Lenzing Gruppe
im Jahr 2022 zusätzlich belastet.
Die globale Teuerung als auch Chinas Zero-Covid-Politik haben die
weltweite Textil- und Bekleidungsindustrie massiv beeinträchtigt.
Risiken wie Unterbrechungen in der Lieferkette, Cyberangriffe sowie
die Folgen des Klimawandels gewinnen stetig an Bedeutung.
Für eine ausführliche Bestandsaufnahme der Entwicklungen am
Weltfasermarkt im Berichtsjahr und den damit zusammenhängen-
den Risiken für die Lenzing Gruppe siehe Kapitel „Allgemeines
Marktumfeld“.
Lenzing Risikoausblick 2023
Die zunehmende Volatiltät in vielen Bereichen steigert das weltweite
Risiko von Poly-Krisen und beeinflusst die Lenzing Gruppe in unter-
schiedlichem Maße.
Für 2023 prognostiziert der IWF ein Weltwirschaftswachstum von
2,9 Prozent. Die globale Inflation wird laut IWF voraussichtlich von
8,8 Prozent im Jahr 2022 auf 6,6 Prozent im Jahr 2023 und 4,3 Pro-
zent im Jahr 2024 sinken.
Risiken für das operative Ergebnis ergeben sich insbesondere aus
dem Nachfragerückgang am Weltfasermarkt und den damit ver-
bundenen niedrigen Faserpreisen, sowie aus Preisschwankungen
bei wichtigen Rohstoffen und Energie. Die hohe Inflation und die
daraus resultierenden steigenden Zinsen stellen für zukünftige Fi-
nanzierungen ein zusätzliches Risiko dar. Der wachsende Bedarf an
nachhaltigen Lösungen in der Welt erhöht den Druck auf das Seg-
ment der herkömmlichen Viscose zusätzlich.
Das Unternehmen sieht sich daher mit seiner adaptierten Strategie
und dem Fokus auf nachhaltigem Wachstum mit Spezialfasern
weiterhin sehr gut positioniert.
Die Eigenversorgung mit Faserzellstoff ist aufgrund der stetigen
Kapaztiätserweiterungen, insbesondere der erfolgreichen Inbetrieb-
nahme des Zellstoffwerks in Brasilien 2022, und eines ausreichenden
Marktangebotes langfristig gesichert.
Nach historischen Höhepunkten bei Preisen für Energie, Rohstoffe
und Logistik im ersten Halbjahr, zeichnete sich zum Ende des Ge-
schäftsjahres ein leichter Preisrückgang in diesen Segmenten ab.
Aus heutiger Sicht werden diese Märkte auch weiterhin sehr volatil
eingeschätzt.
Auf der Währungsseite schwankte der US-Dollar gegenüber dem
Euro in einer Bandbreite von ca. 15 Prozent, der chinesische Yuan ge-
genüber dem Euro in einer Bandbreite von ca. 7 Prozent. Eine Abwer-
tung der beiden Währungen würde sich negativ auf das offene Wäh-
rungsvolumen der Lenzing auswirken. Das Liquiditätsrisiko wird für
2023 moderat eingeschätzt, wobei sich die steigenden Zinsen jedoch
belastend auf das Ergebnis auswirken können.
Im Berichtsjahr kam es zu keinen wesentlichen Schadensereignissen
aus Betriebs-, Umwelt- oder Produkthaftungsrisiken.
Nicht-operative Risiken wie Cyber- und Compliance-Risiken und
ein damit verbundener potenzieller Reputationsschaden sind für
Lenzing von steigender Relevanz. Risiken aufgrund von „Green
Claims“ als auch Herausforderungen in der nachhaltigen Personal-
beschaffung, nicht zuletzt aufgrund des demografischen Wandels,
spielen in diesem Zusammenhang ebenfalls eine immer größer
werdende Rolle. Lenzing wirkt diesen Risiken mit gruppenweiten
Standards und Trainings sowie einer globalen Organisationsstruk-
tur kontinuierlich entgegen.
Risikomanagement
Der Hauptzweck des Risikomanagements der Lenzing Gruppe
besteht in der Sicherung und Stärkung des Unternehmens durch
eine adäquate, objektive und transparente Einschätzung der finan-
ziellen, operativen und strategischen Risiken einschließlich jener
in Bezug auf den ESG-Themenbereich. Der Vorstand der
Lenzing Gruppe übernimmt dabei gemeinsam mit den leitenden
Personen der ihm jeweils zugeordneten Einheiten umfangreiche
Steuerungs- und Controlling-Aufgaben im Rahmen eines internen,
alle Standorte umfassenden, integrierten Kontrollsystems. Das
rechtzeitige Erkennen, Evaluieren und Reagieren auf strategische
und operative Risiken ist ein wesentlicher Bestandteil der Füh-
rungstätigkeit dieser Einheiten und leistet einen wesentlichen
Wertbeitrag für das Unternehmen. Grundlagen dafür sind ein ein-
heitliches und konzernweites, auf Monatsbasis aufgebautes Be-
richtswesen und eine laufende Überwachung der operativen und
strategischen Pläne.
Lenzing bedient sich eines etablierten, unternehmensweiten Risiko-
managementprozesses, welcher die zentrale Koordination von Ri-
siken und deren Überwachung in einem umfassenden Risikomana-
gementsystem für den gesamten Konzern sicherstellt. Gemeinsam
Risikobericht
135 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
42 Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG
mit den operativen Einheiten werden wesentliche Risiken identifi-
ziert und bewertet und in weiterer Foge dem Vorstand und dem
Management kommuniziert und transparent dargestellt. Eine pro-
aktive Analyse von potenziellen Risiken oder Beinahe-Ereignissen
ist ebenso Ziel des Risikomanagements, wie die Aufgabe, Risiken
aktiv zu steuern und entsprechende Maßnahmen mit den betroffe-
nen Unternehmensbereichen zu evaluieren. Im Zusammenhang mit
dem Klimawandel werden seit 2020 im Risikomanagement auch
klimabezogene Risiken und Chancen sowie deren kurz-, mittel und
langfristige Auswirkungen auf die Lenzing Gruppe identifiziert,
bewertet und entsprechende Mitigationsmaßnahmen abgeleitet.
Damit wird den Anforderungen der TCFD (Task Force on Climate-
related Financial Disclosures) als auch der EU-Taxonomie und den
damit verbundenen zukünftigen Berichtspflichten zu klimabezoge-
nen Chancen und Risiken Rechnung getragen.
Risikomanagement-Strategie
Die Lenzing Gruppe verfolgt bei ihrer Risikomanagement-Strategie
einen mehrstufigen Ansatz:
Risikoanalyse (nach COSO
®1
Framework)
Das zentrale Risikomanagement führt halbjährliche Risikogesprä-
che mit sämtlichen Produktionsstandorten und funktionalen Ein-
heiten mit einem Zeithorizont von fünf Jahren durch. Im Zusam-
menhang mit ESG-Themen werden auch langfristige Chancen und
Risiken analysiert. Die wesentlichen Risiken, und auch immer mehr
Chancen werden gemäß den internationalen COSO
®
-Standards
erfasst und quantitativ bewertet. Es werden sämtliche Risiken
außerhalb der Konzern-Bilanz und der Konzern-GuV dargestellt.
Dabei wird die finanzielle Auswirkung eines möglichen Schadens
auf das Konzern-EBITDA oder auf die liquiden Mittel berücksich-
tigt. Die Risiken werden gegen das geplante EBITDA simuliert und
die Bandbreite der möglichen Abweichungen zum jeweiligen Budget
ermittelt. Lenzing bedient sich dazu einer Simulationssoftware, die
auch weitere KPIs wie den Value at Risk (Wert im Risiko) oder ei-
nen risikoadjustierten ROCE errechnet. Risiken, die nicht monetär
bewertbar sind, werden qualitativ erfasst.
Risikomitigation
Je nach Auswirkung auf das Unternehmen wird versucht, Risiken
durch entsprechende Maßnahmen zu vermeiden, zu minimieren,
zu transferieren oder, in bestimmten Fällen und wenn erforderlich
und sinnvoll, diese auch bewusst einzugehen.
Verantwortlichkeit
Die Zuordnung der Risiken erfolgt aufgrund der bestehenden
Organisationsmatrix. Jedes Risiko ist einem Vorstand als „Risk
owner“ sowie einem Risikobeauftragten zugewiesen.
Risikoüberwachung/-kontrolle
Im Berichtsjahr wurde die Funktionsfähigkeit des Risikomanage-
ment-Systems der Lenzing Gruppe von KPMG Austria GmbH
gemäß Regel 83 ÖCGK im Rahmen einer sonstigen Prüfung mit
begrenzter Sicherheit auditiert und bestätigt.
1
Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission
Berichterstattung
Die Hauptrisiken werden in einem Bericht ausführlich dargestellt
und mit dem Vorstand als auch dem Prüfungsausschuss bespro-
chen. Der Risikobericht wird ebenso dem Aufsichtsrat vorgelegt.
Marktumfeldrisiken
Marktrisiko
Als weltweit agierendes Unternehmen ist die Lenzing Gruppe einer
Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Die Preis- und Mengenentwick-
lung ist bei Fasern für Textilien und in geringerem Maße auch bei
Fasern für Vliesstoffe zyklisch, da sie von globalen und regionalen
Konjunkturlagen abhängig ist. Auf vielen Teilmärkten konkurrieren
Lenzing Fasern mit Baumwolle und synthetischen Fasern. Deren
Preisentwicklung beeinflusst somit auch die Entwicklung der Um-
sätze und Verkaufsmengen von Lenzing Fasern.
Diesem Risiko wirkt die Lenzing Gruppe durch einen ständig stei-
genden Spezialitätenanteil im globalen Produktportfolio sowie
einer konsequenten Nachhaltigkeits- und Innovationsstrategie
entgegen. Ziel ist, zusätzlich zur Erhöhung des Spezialfaseranteils
die Rolle als führendes Unternehmen hinsichtlich Nachhaltigkeit
und Kreislaufwirtschaft im Faserbereich weiter auszubauen. Auch
im Bereich herkömmlicher Fasern bieten Lenzing Fasern mit ihren
hohen Nachhaltigkeits- und Qualitätsstandards in Verbindung mit
kundennahem, lösungsorientiertem technischem Support ein Dif-
ferenzierungsmerkmal.
Die Lenzing Gruppe setzt auf eine starke internationale Marktprä-
senz, speziell in Asien, in Verbindung mit einem erstklassigen, regi-
onalen Betreuungsnetzwerk für die Kunden sowie einer hohen kun-
denorientierten Produktdiversifikation.
Absatzrisiko
Die Lenzing Gruppe erzielt rund 40 Prozent des Faserumsatzes mit
einer mittleren zweistelligen Anzahl an Kunden. Im Zellstoffbereich
ist die Kundenkonzentration vergleichsweise höher als im Faserbe-
reich. Abnahmeausfälle bei dieser Kundengruppe oder der gänz-
liche Verlust eines oder mehrerer Großkunden, ohne zeitgleich Er-
satz zu finden, stellen gewisse Risiken dar, denen das Unternehmen
durch seine globale Präsenz und die laufende Erweiterung des
Kundenspektrums bzw. der Absatzsegmente entgegenwirkt. Der
mögliche Ausfall von Kundenforderungen wird durch ein klares
Forderungsmanagement und den Einsatz einer weltweiten Kredit-
versicherung abgedeckt.
Wettbewerbs- und Innovationsrisiko
Die Lenzing Gruppe ist dem Risiko ausgesetzt, ihre Position auf dem
Fasermarkt durch steigenden Wettbewerb oder neue Technologien
von Mitbewerbern zu verlieren. Der Verlust der Marktposition könnte
insbesondere eintreten, wenn die Lenzing Gruppe nicht in der Lage
wäre, ihre Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen anzubieten,
Produkte nicht den Vorgaben oder Qualitätsstandards der Kun-
den entsprächen oder die Kundenbetreuung hinter den Erwar-
tungen zurückbliebe. Diesem Risiko steuert Lenzing durch eine
für die Branche überdurchschnittliche Forschungs- und Entwick-
lungstätigkeit, eine hohe Produktinnovationsrate sowie durch
ständige Kostenoptimierungen entgegen. Die Lenzing Gruppe
136 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
43 Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG
sieht sich – ebenso wie andere Hersteller – stets mit dem Risiko
konfrontiert, dass annehmbare oder überlegene Alternativpro-
dukte verfügbar werden und zu günstigeren Preisen als holzba-
sierte Cellulosefasern erhältlich werden könnten.
Gesetze und Verordnungen
Die Lenzing Gruppe ist auf den weltweiten Märkten mit unter-
schiedlichen Rechtssystemen und Verordnungen konfrontiert. Eine
Änderung von Gesetzen oder sonstigen Bestimmungen, darunter
fallen auch Importzölle, Produktklassifizierungen, Umweltauflagen
etc., sowie die strengere Auslegung von Verordnungen und Geset-
zen können zu erheblichen Mehrkosten oder Wettbewerbsnach-
teilen führen. Die Lenzing Gruppe unterhält zertifizierte Manage-
mentsysteme für Qualitätsmanagement nach ISO 9001, für Um-
weltmanagement nach ISO 14001 und für Sicherheitsmanagement
nach ISO 45001. Die Rechtskonformität im Zusammenhang mit
diesen Managementsystemen wird regelmäßig intern als auch
extern auditiert.
Die Lenzing Gruppe verfügt mit einer eigenen Rechts- und Com-
pliance-Abteilung über einen Unternehmensbereich der entspre-
chende Beratungsleistungen und Risikoeinschätzungen durchführt.
Aufgrund der weitreichenden Auswirkungen der globalen Klima-
erwärmung auf Gesellschaft und Ökosysteme ist damit zu rechnen,
dass Regierungen oder weitere Stakeholder mit einer Verschärfung
der Gesetze reagieren. So werden u.
a. neben der Reduktion der in
der EU ausgegebenen CO
2
-Zertifikate auch neue Steuern auf CO
2
-
Emissionen eingeführt. Die Umsetzung ähnlicher Vorhaben ist
derzeit auch in anderen Regionen und Ländern geplant. Eine
Implementierung regional unterschiedlicher Maßnahmen kann den
gesellschaftlichen Erfolg der Lenzing Gruppe negativ beeinflussen.
Um die klimabedingten Übergangsrisiken zu mindern und die
Resilienz in diesem Bereich weiter zu erhöhen, setzt die
Lenzing Gruppe eine Vielzahl an Maßnahmen um.
Risiken hinsichtlich geistigen Eigentums
Es besteht das Risiko, dass das geistige Eigentum von Lenzing ver-
letzt wird oder unvollständig geschützt ist. Die Lenzing Gruppe
steuert diesen Risiken mittels einer eigenen Abteilung für den
Schutz von geistigem Eigentum entgegen.
Klimawandel und Verschmutzung der Meere
Durch das zunehmende Bewusstsein für Probleme, die durch den
Klimawandel entstehen, wie dem Anstieg der Meeresspiegel, der
Häufigkeit und Schwere von Naturkatastrophen und einem zuneh-
menden Risiko durch die Verschmutzung der Weltmeere durch
Plastikmüll und Mikroplastik, entstehen große Risiken für die ge-
samte Faserindustrie. Durch die Herstellung biologisch abbaubarer
Fasern sieht Lenzing diese Entwicklung als Chance für ihr Ge-
schäftsmodell.
Die Lenzing Gruppe hat die weitreichenden Auswirkungen des
Klimawandels auf die Gesellschaft und die Ökosysteme erkannt
und bietet mit ihren innovativen und biologisch abbaubaren Pro-
dukten eine nachhaltige Alternative. Lenzing arbeitet ständig an
der Festlegung klarer Nachhaltigkeitsziele und sucht kontinuierlich
nach Möglichkeiten zur Erhöhung ihrer Energieeffizienz sowie
nach Gelegenheiten zur Nutzung von erneuerbaren Energiequellen
oder solchen mit geringeren CO
2
-Emissionen. Bereits 2020 ver-
pflichtete sich Lenzing als erster Faserhersteller zu einer neutralen
CO
2
-Nettobilanz bis 2050.
ESG (Environment, Social and Governance)
Im Rahmen einer Wesentlichkeitsanalyse erhob Lenzing im Jahr
2021 in einem mehrstufigen und holistischen Ansatz die wesent-
lichen Themen in Bezug auf ihr nachhaltig ausgerichtetes Ge-
schäftsmodell. Jedem ESG-Themenbereich sind relevante Chancen
und Risiken zugeordnet, welche im Enterprise Risk Management
System integriert und sukzessive in der langfristigen strategischen
Geschäftsplanung von Lenzing berücksichtigt werden.
Im Bereich der ökologischen Verantwortung (Environment) sind vor
allem die klimabezogenen Themen im Zusammenhang mit der
Klimaerwärmung (CO
2
-Reduktion) sowie die nachhaltige Rohstoff-
beschaffung (Holz, Chemikalien) und die zunehmende Wasser-
knappheit in gewissen Regionen Schwerpunktthemen in der
Risikomatrix. Die zunehmende Regulierung, insbesondere in Bezug
auf die Besteuerung von Treibhausgasen und die Bepreisung von
Kohlenstoff, stellt für Lenzing ein erhebliches Risiko dar. In den
Ländern, in denen Lenzing kohlenstoffintensive Prozesse betreibt,
wurden bereits Vorschriften für Treibhausgasemissionen eingeführt.
Lenzing arbeitet konsequent an der Umsetzung von Energieeffi-
zienzmaßnahmen, sowie an der Reduktion der CO
2
-Emissionen,
um die potenzielle Belastung durch Ökosteuern zu verringern.
Holz ist für Lenzing die wichtigste natürliche Ressource für die Her-
stellung ihrer biologisch abbaubaren Cellulosefasern. Trotz der
nachhaltigen Beschaffungspolitik und der rückwärtsintegrierten
Produktion besteht das inhärente Risiko, dass die Holzpreise auf-
grund des Klimawandels, der weltweit steigenden Nachfrage nach
Biomasse und alternativer Landnutzung weiter steigen.
Die globale Textilindustrie, insbesondere die Modeindustrie, in der
die Produkte von Lenzing häufig verwendet werden, wird wegen
ihres teilweise ressourcenintensiven Rohstoffverbrauchs und ihrer
Produktionsprozesse kritisch betrachtet. Lenzing sieht erhebliche
Geschäftschancen durch den Zugang zu neuen und aufstrebenden
Märkten mit innovativen neuen Produkten und Technologien. Inno-
vation, Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft stehen im Mittel-
punkt der Lenzing Unternehmensstrategie.
Die Herstellung von Zellstoff und Fasern ist mit hohem Wasserver-
brauch und mit Emissionen in Luft und Wasser verbunden. Lenzing
betreibt ein sorgfältiges, globales Wassermanagement, das sowohl
die Einhaltung von lokalen Gesetzen als auch weltweiter Standards
gewährleistet. Der zunehmenden Wasserknappheit wirkt Lenzing
durch eine kontinuierliche Verbesserung der Ressourcennutzung
und durch eine optimierte Standortauswahl für die Erweiterung der
Produktionskapazitäten entgegen.
Im Bereich der sozialen Verantwortung (Social) sind die Hauptrisiken
im Bereich der physichen aber auch der mentalen langfristigen
Gesundheit und Sicherheit von Mitarbeiter:innen als auch der
Gesellschaft hervorzuheben, denen Lenzing verstärkt auch im HR
Bereich mit einer eigenen Abteilung für „Social Sustainability“ ent-
gegenwirkt.
Im Bereich der Unternehmensführung (Governance) sind Risiken
wie Cyberangriffe (siehe „IT-Risiken“) sowie eine mangelhafte
Einhaltung der Corporate Governance und daraus resultierende
Risiken wesentlich. Lenzing schärft kontinuierlich ihre internen
Regeln nach und erweitert die Compliance-Organisation entspre-
chend.
137 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
44 Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG
Operative Risiken
Beschaffungsrisiko (inkl. Zellstoffversorgung)
Zur Herstellung von Cellulosefasern muss die Lenzing Gruppe
große Mengen an Rohstoffen (Holz, Zellstoff, Chemikalien) und
Energie zukaufen. Die Faserproduktion und deren Margen sind Ri-
siken der Verfügbarkeit und der Preisentwicklung dieser Rohstoffe
unterworfen, die zum Nachteil der Lenzing Gruppe schwanken
und durch den Klimawandel weiter verstärkt werden können. Die-
sen Risiken wirkt Lenzing durch eine sorgfältige Auswahl der Lie-
feranten nach den Kriterien Preis, Zuverlässigkeit und Qualität,
EcoVadis-basierte Nachhaltigkeitsbewertungen, aber auch durch
langjährig ausgerichtete, stabile Lieferanten-Kunden-Beziehungen
mit teilweise mehrjährigen oder langfristen Abnahmeverträgen
entgegen. Alle Zulieferer sind darüber hinaus verpflichtet, den Glo-
balen Verhaltenskodex der Lenzing für Lieferanten einzuhalten.
Dennoch besteht das Risiko von Verstößen mit negativen Auswir-
kungen auf die Lenzing Gruppe und ihre Stakeholder entlang der
Wertschöpfungskette. Lieferkettenrisiken können sich auch aus
Störungen ergeben, die durch Naturereignisse ausgelöst werden.
Lenzing ist mit ausgewählten Rohstofflieferanten und Dienstleis-
tungspartnern langfristige Vertragsbeziehungen eingegangen. Diese
verpflichten Lenzing dazu, festgesetzte Mengen an Rohstoffen zu
standardisierten Konditionen und mit möglichen Preisanpassungs-
klauseln abzunehmen. Daraus kann für Lenzing resultieren, dass
Preise, Abnahmemengen oder andere Vertragsbedingungen nicht
unmittelbar an die geänderten Marktbedingungen angepasst wer-
den können.
Betriebliche Risiken, Umweltrisiken und Risiken
im Zusammenhang mit dem Klimawandel
Zur Herstellung von holzbasierten Cellulosefasern bedarf es kom-
plexer chemischer und physikalischer Vorgänge, die gewisse Um-
weltrisiken bedingen. Durch proaktives und nachhaltiges Umwelt-
management, geschlossene Produktionskreisläufe und laufendes
Monitoring der Emissionen werden diese Risiken dank heutiger
Produktionstechniken sehr gut beherrscht. Lenzing arbeitet be-
ständig daran, Sicherheits- und Umweltstandards durch freiwillige
Referenzen, wie dem EU Ecolabel, zu erhöhen. Da die
Lenzing Gruppe seit Jahrzehnten Produktionsstätten an mehreren
Orten nutzt, können Risiken für Umweltschäden aus früheren Peri-
oden nicht gänzlich ausgeschlossen werden.
Obwohl die Lenzing Gruppe bei Bau, Betrieb und Erhaltung ihrer
Produktionsstandorte sehr hohe Standards im Bereich Technik und
Sicherheit anlegt, kann das Risiko von Betriebsstörungen und -un-
fällen nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Solche Störungen
können auch von äußeren Faktoren verursacht werden, die sich
dem Einflussbereich von Lenzing entziehen. Gegen Naturgefahren
(Wirbelstürme, Erdbeben, Überflutungen etc.) ist keine unmittel-
bare Absicherung möglich. Zudem besteht das Risiko von Perso-
nen-, Sach- und Umweltschäden sowohl innerhalb als auch außer-
halb der Betriebstätten, welche zusätzlich zu beträchtlichen
Schadenersatzforderungen und strafrechtlicher Verantwortlich-
keit führen können.
Die Lenzing Gruppe hat ihre Produktionstätigkeit auf einige wenige
Betriebsstätten konzentriert. Jegliche Störung in einer dieser Be-
triebsstätten beeinflusst den geschäftlichen Erfolg und die Ziele
der Lenzing Gruppe.
Produkthaftungsrisiko
Die Lenzing Gruppe vertreibt ihre Produkte und Leistungen
weltweit. Dabei kann es zu Schäden beim Kunden oder entlang der
Lieferkette kommen, welche durch die Auslieferung eines mangel-
haften Produktes von Lenzing oder einem Tochterunternehmen
verursacht werden. Zudem kann die Produktsicherheit durch Ver-
schmutzung gefährdet sein, die zu Problemen in der Wertschöp-
fungskette wie zu möglichen gesundheitlichen Folgen für Beschäf-
tigte oder Kunden führen kann. Lenzing unterliegt dabei auch den
geltenden lokalen Gesetzen der jeweiligen Länder, in welche die
Produkte geliefert werden. Speziell in den USA werden die mögli-
chen Implikationen als sehr schwerwiegend eingeschätzt. Lenzing
wirkt diesem Risiko durch eine eigene Abteilung entgegen, die sich
ausschließlich mit Verarbeitungsproblemen unserer Produkte beim
Kunden bzw. Reklamationen beschäftigt. Angemessene Vorsichts-
maßnahmen im Produktionsprozess sowie regelmäßige Qualitäts-
kontrollen sind implementiert. Drittschäden, welche durch Lenzing
verursacht werden, sind in einem globalen Haftpflichtprogramm
versichert.
Finanzrisiken
Für eine detaillierte Risikobeschreibung der Finanzrisiken wird auf
den Konzernanhang, Note 35 bis 38, verwiesen.
Steuerrisiko
Die Produktionsstandorte der Lenzing Gruppe sind in den jeweili-
gen Ländern lokalen Steuergesetzen unterworfen und müssen so-
wohl Ertragsteuern als auch andere Steuern bezahlen. Änderungen
in der Steuergesetzgebung bzw. unterschiedliche Auslegungen der
jeweils geltenden Bestimmungen können zu nachträglichen Steuer-
belastungen führen.
Compliance
Die ständige Verschärfung internationaler Verhaltensrichtlinien und
Gesetze erhöht für Lenzing die Anforderungen zur Einhaltung und
Überwachung dieser Bestimmungen. Unzureichende Kontrollen in
den Geschäftsprozessen oder mangelnde Dokumentation können
zur Verletzung von geltenden Gesetzen oder Regeln führen und die
Reputation sowie den wirtschaftlichen Erfolg erheblich gefährden.
Lenzing begegnet diesem Risiko unter anderem mit der ständigen
Weiterentwicklung ihrer konzernweiten Compliance-Organisation,
einem gruppenweit gültigen Verhaltenskodex, einer „Anti-Beste-
chungs- und Korruptions-Richtlinie“, einer „Anti-Geldwäsche Richt-
linie“ sowie einer „Kartellrechtsdirektive“. Für weitere Informationen
zum Thema Compliance siehe „Corporate Governance Bericht“.
IT-Risiken
Lenzing ist in ihrem täglichen Betrieb von Systemen für hochent-
wickelten Informationstechnologie (IT) abhängig. IT-Systeme sind
anfällig für eine Reihe von Problemen, wie Software- oder Hard-
ware-Fehlfunktionen, böswilliges Hacken oder Cyberangriffe, phy-
sische Schäden an wichtigen IT-Zentren und das Auftreten von
Computerviren. Folglich kann jede größere Beschädigung, Unter-
brechung und/oder Umgehung der bestehenden IT-Systeme den
Geschäftsbetrieb von Lenzing beeinträchtigen.
138 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
45 Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG
Personelle Risiken
Personalrisiken können sich aus der Fluktuation von Mitarbeiter:innen
in Schlüsselpositionen sowie bei der Rekrutierung von neuen Mitar-
beiter:innen an allen weltweiten Standorten ergeben. Die
Lenzing Gruppe hat eine global aufgestellte Personalabteilung, die
sich in Fragen der Personalplanung mit den jeweiligen Standorten
abstimmt sowie sämtliche Personalthemen zentral steuert und
kontrolliert. Dazu gehören unter anderem globale Management-
und Ausbildungsprogramme für potenzielle Führungskräfte, die
von der Personalabteilung organisiert werden.
Mitarbeiter:innen der Lenzing Gruppe sowie Arbeiter:innen und
Angestellte von Fremdfirmen sind in den Produktionsstätten einem
potenziellen Verletzungsrisiko ausgesetzt. Das Lenzing Programm
„Heartbeat for Health & Safety“ berücksichtigt dieses Risiko und
enthält einen strategischen Ansatz für Gefahrenminderung, Vor-
sichtsmaßnahmen und ausgiebige Schulungen. Für mehr Informa-
tionen siehe Nachhaltigkeitsbericht der Lenzing Gruppe.
Risiken im Zusammenhang mit
Großprojekten
Die Lenzing Gruppe erweitert laufend ihre Kapazitäten in zahlrei-
chen Projekten. Großprojekte bergen das inhärente Risiko einer
Kosten- und Zeitüberschreitung, denen Lenzing mit einem stan-
dardisierten Planungsprozess, konsequentem Projektmanagement,
laufenden Kostenkontrollen sowie Versicherungslösungen und Ri-
sikotransfer entgegenwirkt. Bei Projekten entsprechender Größen-
ordnung werden zusätzlich zum laufenden Risikomanagementpro-
zess Monte-Carlo-Simulationen durchgeführt, um die Sensitivität
der wesentlichsten finanzwirtschaftlichen Kennzahlen darzustellen.
Risiken aus externer Sicht und
sonstiger Stakeholder
Als globales Unternehmen ist sich die Lenzing Gruppe ihrer gesell-
schaftlichen Verantwortung bewusst. Die im Risikobericht erwähn-
ten Risiken beziehen sich hauptsächlich auf die Wirkung gegenüber
den Vermögenswerten und Ergebnissen der Lenzing Gruppe. Als
einer der Nachhaltigkeitsführer der Branche strebt die
Lenzing Gruppe ein Gleichgewicht zwischen den Bedürfnissen
von Gesellschaft, Umwelt und Ökonomie an. Diese Verantwortung
übernimmt das Unternehmen insbesondere auch in Bezug auf
mögliche Auswirkungen der Betriebstätigkeit auf Anrainer der Pro-
duktionsstandorte sowie gegenüber der gesamten Gesellschaft.
Aktive Stakeholder-Arbeit zur Minimierung der Risiken (Partner-
schaften für den systemischen Wandel) und zur Schaffung von
Zusatznutzen für Mensch und Umwelt sind klare Ziele der Inno-
vations- und Geschäftstätigkeit der Lenzing Gruppe. Die
Lenzing Gruppe wurde im Berichtsjahr erneut mit dem Platin-Sta-
tus im CSR-Rating von EcoVadis ausgezeichnet. Die Bewertung
deckt die wichtigsten Praktiken im Bereich Corporate Social
Responsibility (CSR) ab. Gemeinsam mit ihren Partnern arbeitet die
Lenzing Gruppe daran, die Risiken für Stakeholder zu verstehen
und Lösungen zur Minimierung der Risiken zu finden. Dies erfolgt
durch offene Kommunikation und Transparenz genauso wie durch
die ständige Verbesserung der Technologien und nachhaltige Prak-
tiken.
139 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
46 Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG
Das Interne Kontrollsystem der Lenzing Gruppe regelt die Sicher-
stellung der Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung, die Ein-
haltung gesetzlicher und unternehmensinterner Richtlinien sowie
die Abbildung von Risiken außerhalb der Konzern-Bilanz und Kon-
zern-GuV. Der Vorstand ist für die Einrichtung und die Umsetzung
des Internen Kontrollsystems der Lenzing Gruppe verantwortlich.
Die Aufbau- und Ablauforganisation der Lenzing Gruppe bilden die
wesentliche Basis für das Kontrollumfeld und das Interne Kontroll-
system im Unternehmen. Im Bereich der Aufbauorganisation be-
stehen eindeutige Kompetenz- und Verantwortungszuweisungen
auf den unterschiedlichen Führungs- und Hierarchieebenen des
Konzerns. Dies umfasst neben den österreichischen Standorten
alle internationalen Tochtergesellschaften. Der globalen Präsenz
der Lenzing Gruppe und damit der dezentralen Gesellschafts- und
Standortstrukturen wird durch die Zentralisierung von wesentli-
chen Unternehmensfunktionen in Corporate-Centern Rechnung
getragen. Die Wahrnehmung und Steuerung der nationalen Ge-
schäftstätigkeiten obliegt dem jeweiligen Management.
Die Ablauforganisation des Unternehmens ist durch ein stark aus-
geprägtes und umfangreiches Regelwerk gekennzeichnet. Dies
stellt eine angemessene Basis für ein starkes Kontrollumfeld und
Kontrollsystem dar. Die wesentlichen Bereiche im Hinblick auf Frei-
gaben und Kompetenzen für den Gesamtkonzern regeln die
„Lenzing Group Mandates“. Die Überwachung der Einhaltung der
Regelungen und Kontrollen liegt in der Verantwortung des jeweils
zuständigen Managements.
Finanzberichterstattung
Für die Finanzberichterstattung, das rechnungslegungsbezogene
interne Kontrollsystem und für die Steuerthemen im Konzern ist
zentral der Bereich „Corporate Accounting & Tax“ zuständig.
Ziel des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems ist
es, die gesetzlichen Normen, die Grundsätze ordnungsgemäßer
Buchführung sowie die Rechnungslegungsvorschriften des öster-
reichischen Unternehmensgesetzbuches (UGB) und für Zwecke
der Konzernrechnungslegung die Rechnungslegungsvorschriften
der Internationalen Financial Reporting Standards (IFRS) sowie die
internen Richtlinien zur Rechnungslegung, insbesondere das kon-
zernweit gültige Bilanzierungshandbuch und den Terminplan, ein-
heitlich umzusetzen. Das rechnungslegungsbezogene interne Kon-
trollsystem ist so konzipiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und
korrekte Erfassung aller geschäftlichen Prozesse und Transaktionen
gewährleistet ist und somit zuverlässige Daten und Berichte über
die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Lenzing Gruppe vor-
liegen. Die in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen
erstellen auf Gesellschaftsebene zeitgerecht Abschlüsse nach lo-
kalem Recht sowie nach IFRS und sind verantwortlich, dass die
zentralen Regeln dezentral umgesetzt werden. Sie werden dabei
von „Corporate Accounting & Tax“ unterstützt und überwacht. Der
Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates ist in das rechnungsle-
gungsbezogene Kontrollsystem eingebunden. Daneben gibt es
auch noch die externe Jahresabschlussprüfung und einen freiwilli-
gen prüferischen Review des Halbjahresberichtes.
Der Bereich „Corporate Treasury“, und insbesondere der Zahlungs-
verkehr, ist aufgrund des direkten Zugriffes auf Vermögenswerte
des Unternehmens, als besonders sensibel einzustufen. Dem er-
höhten Sicherheitsbedürfnis wird durch umfassende Regelungen
und Anweisungen im Bereich der einschlägigen Prozesse entspre-
chend Rechnung getragen. Der gesamte Prozess, von der Beschaf-
fung bis zur Zahlung, unterliegt strengen konzerneinheitlichen
Richtlinien. Die Vorgaben werden weitgehend durch ein gruppen-
weites IT-System unterstützt und sehen unter anderem eine strikte
Funktionstrennung, ein klares Berechtigungskonzept zur Vermei-
dung von Berechtigungskonflikten, ein strenges Vier-Augen-Prin-
zip in der Abwicklung von Transaktionen, insbesondere bei Zahlun-
gen, und laufende Informationen vor.
Die Überwachung der Anwendung und Einhaltung der Kontrollen
im operativen Betrieb obliegt der Abteilung „Internal Audit“.
Einhaltung gesetzlicher und
unternehmensinterner Vorschriften
Das Rechtsmanagement der Lenzing Gruppe wird von der Abtei-
lung „Legal, Intellectual Property & Compliance“ wahrgenommen.
Diese zentrale Funktion ist für bestimmte Rechtsangelegenheiten
der Lenzing Gruppe zuständig: Die Abteilung „Legal, Intellectual
Property & Compliance“ ist für das Compliance Management Sys-
tem (CMS) verantwortlich und regelt mit dem Vorstand gruppen-
weit, wie bestimmte gesetzliche und unternehmensinterne Vor-
schriften einzuhalten sind, einschließlich deren Prävention. Die Ab-
teilung untersteht direkt dem Vorstandsvorsitzenden der
Lenzing Gruppe. Im CMS werden Compliance-relevante Risiken
im engeren Sinn evaluiert, Normabweichungen analysiert und ge-
gebenenfalls Maßnahmen zur Verminderung getroffen (Prevent-
Detect-Respond). Des Weiteren erstellt die Abteilung Compli-
ance-relevante Richtlinien (z.
B. Anti-Bestechungs- und Anti-Kor-
ruptionsdirektive sowie Kartellrechtsdirektive) und organisiert zu
diesen Angelegenheiten weltweite Schulungen von Mitarbeiter:in-
nen. Die Abteilung unterstützt auch Fachabteilungen, die für die
Einhaltung von anderen gesetzlichen und unternehmensinternen
Vorschriften verantwortlich sind. Dem Vorstand und Aufsichtsrat
bzw. dem Prüfungsausschuss wird regelmäßig über Compliance-
Maßnahmen berichtet.
Die Lenzing Gruppe folgt den Vorschriften des österreichischen
Corporate Governance Kodex (ÖCGK) und erstellt im Rahmen des
Geschäftsberichtes einen entsprechenden öffentlichen Corporate
Governance Bericht. Der Corporate Governance Bericht bedarf
der Mitwirkung des Aufsichtsrates, der die Erfüllung der darin
vorgeschriebenen Verpflichtungen an den Prüfungsausschuss
delegiert.
Bericht über wesentliche Merkmale des internen
Kontrollsystems (§
243a Abs. 2 UGB)
140 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
47 Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG
Die Abteilung „Corporate Audit“ ist unabhängig von den Organisa-
tionseinheiten und Geschäftsprozessen, untersteht und berichtet
direkt dem Finanzvorstand. Sie überprüft, ob die eingesetzten Res-
sourcen rechtmäßig, sparsam, wirtschaftlich und zweckmäßig im
Sinne einer nachhaltigen Entwicklung verwendet werden. Dabei
orientiert sich „Corporate Audit“ an den internationalen Standards
IIA (Institute of Internal Auditors). Die einzelnen Prüfungen erfolgen
auf Basis des vom Lenzing Vorstand verabschiedeten Audit-Plans.
Die Revisionsberichte enthalten unter anderem auch Empfehlun-
gen und Maßnahmen, die von der Audit-Abteilung nachverfolgt
werden. Eine regelmäßige Berichterstattung an den Gesamtvor-
stand und den Prüfungsausschuss gewährleisten das Funktionieren
des internen Kontrollsystems.
Abbildung von Risiken außerhalb der
Bilanz und GuV
Die Abteilung „Risikomanagement“ bildet die Risiken außerhalb der
Konzern-Bilanz und Konzern-GuV ab. Es wird halbjährlich ein Risiko-
bericht erstellt. Die wesentlichen Risken des Risikoberichtes sind
auch im Geschäftsbericht erwähnt. Beim Risikobericht wird nach
den international anerkannten Standards von COSO
®
(Committee
of Sponsoring Organisations of the Treadway Commission) vorge-
gangen.
Das Enterprise Risk Management verfolgt dabei einen holistischen
Ansatz. Der Fokus in der Weiterentwicklung des Lenzing Risikoma-
nagements liegt neben in der Mittelfristplanung berücksichtigter
Unternehmens- als auch Projektrisiken zunehmend auf der lang-
fristigen Betrachtung und Bewertung von ESG-Kriterien und den
damit verbundenen Chancen und Risiken für die nachhaltige Ent-
wicklung des Unternehmenserfolges der Lenzing Gruppe.
141 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
48 Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG
Grundkapital und Aktionärsstruktur
Das Grundkapital der Lenzing AG betrug zum Bilanzstichtag
EUR 27.574.071,43 und ist eingeteilt in 26.550.000 Stückaktien. Die
B&C Gruppe ist Mehrheitsaktionär mit einem Anteil der Stimm-
rechte von 52,25 Prozent. Die Goldman Sachs Group, Inc. hält
6,97 Prozent der Aktien. Der Streubesitz (Free Float) liegt bei ca.
41 Prozent. Dieser verteilt sich auf österreichische und internatio-
nale Investoren. Die Lenzing Gruppe hält keine eigenen Aktien.
Stellung der Aktionäre
Jede Stückaktie gewährt dem Aktionär in der Hauptversammlung der
Lenzing AG eine Stimme. Die Beschlüsse der Hauptversammlungen
werden, soweit nicht zwingende Vorschriften des Aktiengesetzes
etwas Abweichendes bestimmen, mit einfacher Mehrheit der ab-
gegebenen Stimmen und in Fällen, in denen Kapitalmehrheit erfor-
derlich ist, mit einfacher Mehrheit des bei der Beschlussfassung
vertretenen Grundkapitals gefasst.
Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Mit Haupt-
versammlungsbeschluss vom 26. April 2022 wurde der Vorstand
für die Dauer von 30 Monaten vom Tag der Beschlussfassung an
gemäß §
65 Abs. 1 Z 4 und 8 und Abs. 1a und 1b AktG ermächtigt,
mit Zustimmung des Aufsichtsrates eigene Aktien der Gesellschaft
zu erwerben. Dabei dürfen die von der Gesellschaft erworbenen
eigenen Aktien zehn Prozent des Grundkapitals der Gesellschaft
nicht überschreiten. Der beim Rückerwerb zu leistende Gegenwert
muss innerhalb einer Bandbreite von plus/minus 25 Prozent zum
gewichteten durchschnittlichen Börsenschlusskurs der letzten
20 Börsetage vor Beginn des entsprechenden Rückkaufpro-
gramms der Lenzing Aktie liegen.
Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, erworbene eigene Aktien
ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss mit Zustimmung des
Aufsichtsrates einzuziehen (samt Ermächtigung des Aufsichtsrates
der Gesellschaft, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ein-
ziehung der Aktien ergeben, zu beschließen) oder wieder zu ver-
äußern und die Veräußerungsbedingungen festzusetzen. Diese Er-
mächtigungen können ganz oder in mehreren Teilbeträgen und in
Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft,
durch ein Tochterunternehmen (§
189a Z 7 UGB) oder für Rechnung
der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden.
Weiters wurde der Vorstand der Gesellschaft für die Dauer von fünf
Jahren vom Tag der Beschlussfassung an ermächtigt, für die Ver-
äußerung eigener Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrates eine
andere gesetzlich zulässige Art der Veräußerung als über die Börse
oder ein öffentliches Angebot, auch unter Ausschluss des Wieder-
kaufsrechts (Bezugsrechts) der Aktionäre, zu beschließen und die
Veräußerungsbedingungen festzusetzen.
Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 12. April 2018 wurde der
Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das
Grundkapital innerhalb von fünf Jahren ab Eintragung der Satzungs-
änderung in das Firmenbuch das Grundkapital der Gesellschaft mit
Zustimmung des Aufsichtsrates, allenfalls in mehreren Tranchen,
gegen Bar- und/oder Sacheinlage um bis zu EUR 13.787.034,68
durch Ausgabe von bis zu 13.274.999 Stück neue auf Inhaber oder
Namen lautende Stückaktien zu erhöhen und den Ausgabekurs
und die weiteren Ausgabebedingungen festzulegen (genehmigtes
Kapital). Dieses genehmigte Kapital wurde im Firmenbuch am
23. Mai 2018 eingetragen.
Das gesetzliche Bezugsrecht kann den Aktionären dabei in der
Weise eingeräumt werden, dass die Kapitalerhöhung von einem
Kreditinstitut oder einem Konsortium von Kreditinstituten mit der
Verpflichtung übernommen wird, sie den Aktionären entsprechend
ihrem Bezugsrecht anzubieten (mittelbares Bezugsrecht).
Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, mit Zustimmung des Auf-
sichtsrates, das Bezugsrecht der Aktionäre bei einer Kapitalerhö-
hung aus dem genehmigten Kapital ganz oder teilweise auszu-
schließen, (i) wenn die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen zum
Zweck des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen, Be-
trieben, Betriebsteilen, Beteiligungen an Unternehmen oder von
sonstigen mit einem Akquisitionsvorhaben im Zusammenhang ste-
henden Vermögensgegenständen erfolgt, (ii) zur Bedienung einer
Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) oder (iii) für den Ausgleich von
Spitzenbeträgen.
Darüber hinaus wurde der Vorstand mit Hauptversammlungsbe-
schluss vom 12. April 2018 ermächtigt, mit Zustimmung des Auf-
sichtsrates auch in mehreren Tranchen Wandelschuldverschrei-
bungen, die das Bezugs- oder Umtauschrecht bzw. eine Bezugs-
oder Umtauschpflicht auf insgesamt bis zu 13.274.999 Aktien der
Gesellschaft gewähren bzw. vorsehen, auszugeben. Die Bedienung
kann über das zu beschließende bedingte Kapital und/oder über
eigene Aktien erfolgen. Ausgabebetrag und Ausgabebedingungen
sind vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates festzuset-
zen, wobei der Ausgabebetrag und das Umtauschverhältnis nach
Maßgabe anerkannter finanzmathematischer Methoden sowie
des Kurses der Aktien der Gesellschaft in einem anerkannten Preis-
findungsverfahren zu ermitteln sind. Diese Ermächtigung gilt bis
zum 12. April 2023.
Das gesetzliche Bezugsrecht kann den Aktionären dabei in der
Weise eingeräumt werden, dass die Wandelschuldverschreibung
von einem Kreditinstitut oder einem Konsortium von Kreditinstituten
mit der Verpflichtung übernommen wird, sie den Aktionären ent-
sprechend ihrem Bezugsrecht anzubieten (mittelbares Bezugs-
recht).
Aktionärsstruktur & Angaben zum Kapital
142 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
49 Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG
Der Krieg in der Ukraine und die restriktivere Geldpolitik vieler
Notenbanken zur Bekämpfung der Inflation werden das weltweite
wirtschaftliche Geschehen weiterhin negativ beeinflussen. Die
Lockerungen der chinesischen Zero-Covid-Politik könnten ein
Katalysator für eine schneller als erwartete Erholung sein. Der
IWF warnt aber davor, dass die Risiken insgesamt hoch bleiben,
und geht für 2023 von einem Wachstum von 2,9 Prozent aus.
Das Wechselkursumfeld bleibt in den für Lenzing wichtigen Regi-
onen voraussichtlich volatil.
Dieses herausfordernde Marktumfeld belastet auch weiterhin das
Konsumklima und die Stimmung in den für Lenzing relevanten In-
dustrien. Zuletzt hellte sich der Ausblick wieder etwas auf und eine
Normalisierung der Lagerbestände entlang der Wertschöpfungs-
kette setzte ein. Die verhaltene Nachfrage bereitet Marktakteuren
jedoch weiterhin Sorgen.
Im richtungsweisenden Markt für Baumwolle gingen die Lager-
mengen zuletzt zurück, blieben aber weiter über dem Vor-Corona-
Niveau. In der laufenden Erntesaison 2022/2023 zeichnet sich ein
Rückgang der Bestände ab.
Die deutlich erhöhten Preise an den Energie- und Rohstoffmärkten
sorgen weiterhin für ein sehr herausforderndes Marktumfeld.
Die Ergebnisvisibilität bleibt insgesamt eingeschränkt.
Strukturell geht Lenzing unverändert von einem steigenden Bedarf
an umweltverträglichen Fasern für die Textil- und Bekleidungsin-
dustrie sowie die Hygiene- und Medizinbranchen aus. Lenzing ist
daher mit ihrer „Better Growth“ Strategie sehr gut positioniert, und
wird sowohl das Spezialitätenwachstum als auch ihre Nachhaltig-
keitsziele einschließlich der Transformation von einem linearen zu
einem Modell der Kreislaufwirtschaft weiter vorantreiben.
Unter Berücksichtigung der genannten Faktoren und unter der Vor-
aussetzung einer erheblichen Markterholung im zweiten Halbjahr
geht die Lenzing Gruppe für 2023 von einem deutlich höheren
EBITDA im Vergleich zum Vorjahr aus.
Lenzing, am 1. März 2023
Lenzing Aktiengesellschaft
Der Vorstand
Ausblick
DI Stephan Sielaff
Chief Executive Officer
Dr. Nico Reiner
Chief Financial Officer
Robert van de Kerkhof, MBA
Chief Commercial Officer Fiber
DI Christian Skilich, MBA, LLM
Chief Pulp Officer
143 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Nachfolgend werden zentrale Finanzkennzahlen der Lenzing Grup-
pe näher erläutert. Sie sind weitgehend aus dem Konzernabschluss
der Lenzing Gruppe nach IFRS abgeleitet. Die Werte dieser Kenn-
zahlen sind insbesondere in den Abschnitten "Ausgewählte Kenn-
zahlen der Lenzing Gruppe" und "Fünf Jahres Übersicht der Lenzing
Gruppe" im Geschäftsbericht ersichtlich. Die Definitionen dieser
Finanzkennzahlen sind im Glossar im Geschäftsbericht zusammen-
gefasst. Der Vorstand ist der Meinung, dass diese Finanzkennzahlen
nützliche Informationen über die wirtschaftliche Lage der Lenzing
Gruppe vermitteln, da sie unternehmensintern verwendet werden
und meist auch einen hohen Stellenwert bei externen Adressaten
aufweisen (insbesondere bei Investor/innen, Banken und Ana-
lyst/innen).
EBITDA, EBITDA-Marge, EBIT und EBIT-Marge
Das EBITDA und das EBIT werden in der Lenzing Gruppe als Maß-
stäbe für die operative Ertragskraft und Profitabilität (Performance)
vor Abschreibungen und nach Abschreibungen verwendet. Auf
Grund ihrer Bedeutung – auch für die externen Adressaten – wird
das EBIT in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sowie das
EBITDA in den Finanzkennzahlen und zum Vergleich der Margen
im Verhältnis zu den Konzern-Umsatzerlösen (als EBITDA-Marge
bzw. EBIT-Marge bezeichnet) dargestellt.
EUR Mio. 2022 2021 2020 2019 2018
Betriebsergebnis (EBIT) 16,5 200,6 33,9
1
165,3
1
238,3
1
+
Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen,
Nutzungsrechte Leasing und biologische Vermögenswerte
227,6 164,3 160,4 167,0 147,2
- Erträge aus der Auflösung von Investitionszuschüssen -2,1 -1,9 -2,0 -2,4 -2,8
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 241,9 362,9 192,3
1
329,9
1
382,7
1
EUR Mio. 2022 2021 2020 2019 2018
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 241,9 362,9 192,3
1
329,9
1
382,7
1
/ Umsatzerlöse 2.565,7 2.194,6 1.632,6 2.105,2 2.176,0
EBITDA-Marge 9,4 % 16,5 % 11,8 %
1
15,7 %
1
17,6 %
1
EUR Mio. 2022 2021 2020 2019 2018
Betriebsergebnis (EBIT) 16,5 200,6 33,9
1
165,3
1
238,3
1
/ Umsatzerlöse 2.565,7 2.194,6 1.632,6 2.105,2 2.176,0
EBIT-Marge 0,6 % 9,1 % 2,1 %
1
7,9 %
1
11,0 %
1
1) Umgliederung von aktivierten Fremdkapitalkosten, Nettozinsen aus leistungsorientierten Plänen und Kreditbereitstellungsprovisionen vom EBIT/EBITDA in das Finanzergebnis
(siehe Note 2 des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2022).
EBT
Das EBT wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die Ertrags-
kraft vor Steuern verwendet. Es ist in der Konzern-Gewinn- und
Verlustrechnung dargestellt.
Brutto-Cashflow
Der Brutto-Cashflow wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für
die Fähigkeit, Gewinne/Verluste aus der operativen Geschäftstä-
tigkeit (vor Veränderung des Working Capital) in Zahlungsmittel
und Zahlungsmitteläquivalente umzuwandeln, verwendet. Er wird
in der Konzern-Kapitalflussrechnung dargestellt.
Free Cashflow
Der Free Cashflow wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für
den zur Bedienung von Fremd- und Eigenkapitalgebern frei ver-
fügbaren, aus der operativen Geschäftstätigkeit erwirtschafteten
Cashflow – nach Abzug von Investitionen – verwendet. Er ist
zudem wichtig für externe Adressaten.
Beilage: Erläuterungen zu Finanzkennzahlen der
Lenzing Gruppe
144 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
EUR Mio. 2022 2021 2020 2019 2018
Cashflow aus der Betriebstätigkeit -43,2 394,0 48,9 244,6 280,0
- Cashflow aus der Investitionstätigkeit -687,4 -841,3 -666,2 -254,7 -261,8
-
Netto-Zufluss aus der Veräußerung und dem Abgang von
Tochterunternehmen und sonstigen Unternehmenseinheiten
0,0 0,0 0,0 0,0 -0,1
+
Erwerb von finanziellen Vermögenswerten und Beteiligungen, die
nach der Equity-Methode bilanziert werden
0,3 7,3 4,1 15,6 8,0
-
Erlöse aus der Veräußerung/Tilgung von finanziellen
Vermögenswerten -10,4 -5,6 -1,5 -4,7 -2,6
Free Cashflow -740,7 -445,5 -614,8 0,8 23,5
CAPEX
Der CAPEX wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die Höhe
von Investitionen in immaterielle Anlagen, Sachanlagen und biolo-
gische Vermögenswerte verwendet. Er wird in der Konzern-
Kapitalflussrechnung dargestellt.
Liquiditätsbestand
Der Liquiditätsbestand wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für
die Fähigkeit, fällige Zahlungsverpflichtungen durch sofort verfüg-
bare Liquidität zu begleichen, verwendet. Er ist auch zur Ermittlung
weiterer Finanzkennzahlen notwendig (Nettofinanzverschuldung
etc.; siehe dazu weiter unten).
EUR Mio. per 31.12. 2022 2021 2020 2019 2018
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 446,9 1.113,3 1.070,0 571,5 243,9
+
Liquide Wechsel (in den Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen)
6,4 10,8 11,1 9,5 10,5
Liquiditätsbestand 453,3 1.124,1 1.081,1 581,0 254,4
Trading Working Capital und Trading Working
Capital zu annualisierten Konzern-
Umsatzerlösen
Das Trading Working Capital wird in der Lenzing Gruppe als Maß-
stab für die potenzielle Liquidität und die Kapitaleffizienz verwen-
det. Es wird zum Vergleich des Kapitalumschlags in Verhältnis zu
den Konzern-Umsatzerlösen gesetzt.
EUR Mio. per 31.12. 2022 2021 2020 2019 2018
Vorräte 712,5 477,0 329,4 395,7 396,5
+ Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 293,6 325,2 249,7 251,4 299,6
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -435,4 -414,8 -195,2 -243,6 -251,7
Trading Working Capital 570,7 387,4 383,8 403,5 444,4
EUR Mio. 2022 2021 2020 2019 2018
Zuletzt im Ist verfügbare Quartals-Konzern-Umsatzerlöse
(= jeweils 4. Quartal)
595,5 606,1 437,7 487,3 539,8
x 4 (= annualisierte Konzern-Umsatzerlöse) 2.382,2 2.424,5 1.750,9 1.949,3 2.159,1
Trading Working Capital zu annualisierten
Konzern-Umsatzerlösen 24,0 % 16,0 % 21,9 % 20,7 % 20,6 %
145 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Bereinigtes Eigenkapital und bereinigte
Eigenkapitalquote
Das bereinigte Eigenkapital wird in der Lenzing Gruppe als Maß-
stab für die Unabhängigkeit gegenüber Fremdkapitalgebern und
die Fähigkeit neues Kapital aufzunehmen verwendet (Finanzkraft).
Es enthält neben dem Eigenkapital nach IFRS auch die Zuschüsse
aus öffentlichen Mitteln abzüglich anteiliger latenter Steuern. Es
wird zum Vergleich mit dem Eigen- und Fremdkapital in das Ver-
hältnis zur Bilanzsumme gesetzt. Diese Kennzahl (bzw. ähnliche
Kennzahlen) wird (werden) gelegentlich als Financial Covenant(s)
mit Fremdkapitalgebern vereinbart.
EUR Mio. per 31.12. 2022 2021 2020 2019 2018
Eigenkapital 2.025,9 2.072,1 1.881,4 1.537,9 1.533,9
+ Langfristige Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln 15,0 13,7 14,2 15,4 16,9
+ Kurzfristige Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln 67,7 44,2 19,9 13,1 8,4
- Anteilige latente Steuern auf Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln -20,0 -14,2 -8,5 -7,1 -6,3
Bereinigtes Eigenkapital 2.088,6 2.115,7 1.907,0 1.559,3 1.553,0
/ Bilanzsumme 5.525,0 5.322,8 4.163,0 3.121,1 2.630,9
Bereinigte Eigenkapitalquote 37,8 % 39,7 % 45,8 % 50,0 % 59,0 %
Nettofinanzverschuldung, Nettofinanz-
verschuldung/EBITDA, Net Gearing und
Nettoverschuldung
Die Nettofinanzverschuldung wird in der Lenzing Gruppe als Maß-
stab für die finanzielle Verschuldung und die Kapitalstruktur ver-
wendet. Sie ist zudem wichtig für externe Adressaten. Diese Kenn-
zahl wird in das Verhältnis zum EBITDA gesetzt und gibt dadurch
einen Anhaltspunkt, wieviele Perioden das gleiche EBITDA erwirt-
schaftet werden müsste, um die Nettofinanzverschuldung abzu-
decken. Das Verhältnis zwischen Nettofinanzverschuldung und
bereinigtem Eigenkapital (Net Gearing) veranschaulicht das Ver-
hältnis von Netto-Fremdkapital zu bereinigtem Eigenkapital. Diese
Kennzahl (bzw. ähnliche Kennzahlen) wird (werden) gelegentlich
als Financial Covenant(s) mit Fremdkapitalgebern vereinbart. Die
Nettoverschuldung wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die
finanzielle Verschuldung unter Berücksichtigung von Rückstellun-
gen für Abfertigungen und Pensionen verwendet.
EUR Mio. per 31.12. 2022 2021 2020 2019 2018
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 250,3 120,1 105,6 129,6 166,2
+ Langfristige Finanzverbindlichkeiten 2.071,9 1.981,0 1.446,9 852,0 307,6
- Liquiditätsbestand -453,3 -1.124,1 -1.081,1 -581,0 -254,4
Nettofinanzverschuldung 1.869,0 977,0 471,4 400,6 219,4
/ Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 241,9 362,9 192,3
1
329,9
1
382,7
1
Nettofinanzverschuldung / EBITDA 7,7 2,7 2,5
1
1,2
1
0,6
1
EUR Mio. per 31.12. 2022 2021 2020 2019 2018
Nettofinanzverschuldung 1.869,0 977,0 471,4 400,6 219,4
/ Bereinigtes Eigenkapital 2.088,6 2.115,7 1.907,0 1.559,3 1.553,0
Net Gearing 89,5 % 46,2 % 24,7 % 25,7 % 14,1 %
EUR Mio. per 31.12. 2022 2021 2020 2019 2018
Nettofinanzverschuldung 1.869,0 977,0 471,4 400,6 219,4
+ Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen 77,6 102,2 103,7 110,8 103,4
Nettoverschuldung 1.946,6 1.079,3 575,0 511,4 322,8
1) Umgliederung von aktivierten Fremdkapitalkosten, Nettozinsen aus leistungsorientierten Plänen und Kreditbereitstellungsprovisionen vom EBIT/EBITDA in das Finanzergebnis
(siehe Note 2 des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2022).
146 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Kapitalrentabilität (ROE, ROI und ROCE)
Der ROCE (Ergebnis auf das eingesetzte Kapital) wird in der
Lenzing Gruppe als Maßstab für die Rendite (Verzinsung) auf das
im Geschäftsbetrieb eingesetzte Kapital (das Capital Employed)
verwendet. Er ist zudem wichtig für externe Adressaten. Der ROE
(Eigenkapitalrentabilität) und der ROI (Gesamtkapitalrentabilität)
sind Rentabilitätskennzahlen, die die Ertragskraft der Lenzing
Gruppe messen sollen.
EUR Mio. 2022 2021 2020 2019 2018
Betriebsergebnis (EBIT) 16,5 200,6 33,9
1
165,3
1
238,3
1
- Anteiliger laufender Ertragsteueraufwand (auf das EBIT) 54,8 -52,0 -45,1
1
-60,7 -57,8
Betriebsergebnis (EBIT) abzüglich anteiligem laufendem
Ertragsteueraufwand (NOPAT)
71,2 148,6 -11,2
1
104,7
1
180,6
1
/ Durchschnittliches Capital Employed 3.541,8 2.766,5 2.216,2 1.922,7 1.750,3
ROCE (Ergebnis auf das eingesetzte Kapital) 2,0 % 5,4 % -0,5 %
1
5,4 %
1
10,3 %
Anteiliger laufender Ertragsteueraufwand (auf das EBIT) 54,8 -52,0 -45,1
1
-60,7 -57,8
Anteiliger sonstiger laufender Steueraufwand -87,6 3,7 23,0
1
0,0 3,5
Laufender Ertragsteueraufwand -32,8 -48,4 -22,1 -60,7 -54,3
EUR Mio. per 31.12. 2022 2021 2020 2019 2018
Bilanzsumme 5.525,0 5.322,8 4.163,0 3.121,1 2.630,9
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -435,4 -414,8 -195,2 -243,6 -251,7
- Langfristige kündbare nicht beherrschende Anteile -266,1 -234,4 -140,3 0,0 0,0
- Langfristige sonstige Verbindlichkeiten -3,6 -6,7 -26,9 -5,5
2
-5,3
2
- Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten -133,0 -180,4 -141,8 -118,8
2
-141,0
2
- Verbindlichkeiten für laufende Steuern -27,9 -38,3 -2,4 -20,7 -10,4
- Steuerabgrenzung (passive latente Steuern) -70,2 -59,8 -42,4 -41,9 -50,4
- Anteilige latente Steuern auf Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln -20,0 -14,2 -8,5 -7,1 -6,3
- Kurzfristige Rückstellungen -66,3 -39,1 -25,7 -14,4
2
-13,8
2
- Langfristige Rückstellungen -91,5 -118,2 -120,4 -128,3
2
-125,4
2
+ Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen 77,6 102,2 103,7 110,8 103,4
- Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -446,9 -1.113,3 -1.070,0 -571,5 -243,9
- Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden -26,5 -24,8 -29,1 -29,2 -13,4
- Finanzanlagen -41,4 -71,1 -40,9 -41,8 -36,7
Stand zum 31.12. 3.973,8 3.109,9 2.423,2 2.009,1 1.836,3
Stand zum 01.01. 3.109,9 2.423,2 2.009,1 1.836,3 1.664,4
Durchschnittliches Capital Employed 3.541,8 2.766,5 2.216,2 1.922,7 1.750,3
1) Umgliederung von aktivierten Fremdkapitalkosten, Nettozinsen aus leistungsorientierten Plänen und Kreditbereitstellungsprovisionen vom EBIT/EBITDA in das Finanzergebnis
(siehe Note 2 des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2022).
2) Umgliederung zwischen sonstigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen gemäß IAS 1 (siehe Note 2 im Konzern-Anhang 2020).
147 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
EUR Mio. per 31.12. 2022 2021 2020 2019 2018
Bereinigtes Eigenkapital 31.12. 2.088,6 2.115,7 1.907,0 1.559,3 1.553,0
Bereinigtes Eigenkapital 01.01. 2.115,7 1.907,0 1.559,3 1.553,0 1.527,7
Durchschnittliches bereinigtes Eigenkapital 2.102,2 2.011,4 1.733,2 1.556,1 1.540,3
EUR Mio. 2022 2021 2020 2019 2018
Ergebnis vor Steuern (EBT) -10,1 182,9 22,3 163,8 199,1
/ Durchschnittliches bereinigtes Eigenkapital 2.102,2 2.011,4 1.733,2 1.556,1 1.540,3
ROE (Eigenkapitalrentabilität) -0,5 % 9,1 % 1,3 % 10,5 % 12,9 %
EUR Mio. per 31.12. 2022 2021 2020 2019 2018
Bilanzsumme 31.12. 5.525,0 5.322,8 4.163,0 3.121,1 2.630,9
Bilanzsumme 01.01. 5.322,8 4.163,0 3.121,1 2.630,9 2.497,3
Durchschnittliche Bilanzsumme 5.423,9 4.742,9 3.642,0 2.876,0 2.564,1
EUR Mio. 2022 2021 2020 2019 2018
Betriebsergebnis (EBIT) 16,5 200,6 33,9
1
165,3
1
238,3
1
/ Durchschnittliche Bilanzsumme 5.423,9 4.742,9 3.642,0 2.876,0 2.564,1
ROI (Gesamtkapitalrentabilität) 0,3 % 4,2 % 0,9 %
1
5,7 %
1
9,3 %
1) Umgliederung von aktivierten Fremdkapitalkosten, Nettozinsen aus leistungsorientierten Plänen und Kreditbereitstellungsprovisionen vom EBIT/EBITDA in das Finanzergebnis
(siehe Note 2 des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2022).
148 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 2
Lenzing AG
Bilanz
zum 31. Dezember 2022
Aktiva 31.12.2022 31.12.2021
A. Anlagevermögen EUR TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Rechte 2.893.329,08 3.405,14
2. Firmenwert 232.035,14 275,38
3.125.364,22 3.680,5
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten,
einschließlich der Bauten auf fremdem Grund
158.467.927,89 161.251,94
2. Technische Anlagen und Maschinen 486.284.255,73 479.913,53
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 25.827.601,94 22.069,54
4. Anlagen in Bau 34.206.242,04 42.348,49
5. Geleistete Anzahlungen 1.651.109,37 2.184,06
706.437.136,97 707.767,6
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 945.723.434,06 830.793,62
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 658.068.316,12 365.109,52
3. Beteiligungen 28.922.634,30 26.925,24
4. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens 16.600.893,34 15.564,34
5. Sonstige Ausleihungen 9.108.010,32 13.160,73
1.658.423.288,14 1.251.553,5
2.367.985.789,33 1.963.001,5
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 104.865.875,08 56.300,43
2. Unfertige Erzeugnisse 13.722.571,98 6.516,78
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 136.757.073,89 70.880,83
4. Noch nicht abrechenbare Leistungen 1.664.226,37 1.633,96
5. Geleistete Anzahlungen 685.397,49 547,52
257.695.144,81 135.879,5
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 65.045.250,58 93.500,73
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,0
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 85.636.707,58 98.034,96
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,0
3. Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen
ein Beteiligungsverhältnis besteht
2.520.836,60 3.123,60
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,0
4. Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 121.102.674,37 106.723,75
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,0
0,00 274.305.469,13 0,0 301.383,0
III. Wertpapiere
1. sonstige Wertpapiere und Anteile 0,00 343.514,8
IV. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 184.260.043,25 405.367,8
716.260.657,19 1.186.145,2
C. Rechnungsabgrenzungsposten 6.977.391,55 4.468,0
D. Aktive latente Steuern 13.083.659,15 13.086,2
3.104.307.497,22 3.166.700,9
149 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 3
Passiva 31.12.2022 31.12.2021
A. Eigenkapital EUR TEUR
I. Eingefordertes, einbezahltes und gezeichnetes Grundkapital 27.574.071,43 27.574,1
II. Kapitalrücklagen
1. Gebundene 138.642.770,74 138.642,8
2. Nicht gebundene 7.000,00 7,0
III. Gewinnrücklagen
Freie Rücklagen 845.822.320,54 779.903,2
IV. Bilanzgewinn, davon Gewinnvortrag EUR 0,00
(31.12.2021: EUR 0,00) 0,00 115.492,5
1.012.046.162,71 1.061.619,6
B. Zuschüsse der öffentlichen Hand 74.862.383,71 50.518,4
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Abfertigungen 38.924.988,38 54.142,8
2. Rückstellungen für Pensionen 18.213.633,89 23.412,9
3. Steuerrückstellungen 663.395,21 378,0
4. Sonstige Rückstellungen 74.929.067,96 96.141,5
132.731.085,44 174.075,2
D. Verbindlichkeiten
1. Hybridkapital 500.000.000,00 500.000,0
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 500.000.000,00 500.000,0
2. Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen 563.441.335,00 616.064,3
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 0,00 54.973,4
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 563.441.335,00 561.090,8
3. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 569.220.614,36 569.512,0
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 119.689.683,36 2.423,7
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 449.530.931,00 567.088,3
4. Sonstige zinstragende Verbindlichkeiten 43.155.976,52 43.958,0
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 3.427.805,52 4.965,0
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 39.728.171,00 38.993,0
5. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 2.597.206,49 1.919,3
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 2.597.206,49 1.919,3
6. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 116.603.433,10 68.256,2
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 116.603.433,10 68.256,2
7. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 51.591.350,81 62.727,0
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 44.591.350,81 55.727,0
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 7.000.000,00 7.000,0
8. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen mit
Beteiligungsverhältnis
23.076,95 112,7
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 23.076,95 112,7
9. Sonstige Verbindlichkeiten 37.845.242,46 17.675,6
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 34.978.297,46 16.506,6
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 2.866.945,00 1.168,9
davon aus Steuern EUR 774.926,88 (31.12.2021:
TEUR 581,6)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit
EUR 5.575.609,19(31.12.2021: TEUR 5.277,7)
1.884.478.235,69 1.880.224,9
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 321.910.853,69 204.883,9
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 1.562.567.382,00 1.675.341,0
E. Rechnungsabgrenzungsposten 189.629,67 262,9
3.104.307.497,22 3.166.700,9
150 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 4
Lenzing AG
Gewinn- und Verlustrechnung
für den Zeitraum 01. Jänner 2022 bis 31. Dezember 2022
2022 2021
EUR TEUR
1. Umsatzerlöse 1.178.947.832,67 1.006.376,7
2. Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 73.082.035,66 12.275,3
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 18.578.839,15 17.561,7
4. Sonstige betriebliche Erträge:
a) Erträge aus dem Abgang vom und der Zuschreibung zum Anlagevermögen mit Ausnahme der
Finanzanlagen 763.621,79 845,0
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 14.528.478,53 5.726,5
c) Übrige 28.795.231,41 20.851,9
44.087.331,73 27.423,4
5. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen
a) Materialaufwand -523.606.374,62 -328.158,6
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -131.126.175,64 -79.415,0
-654.732.550,26 -407.573,6
6. Personalaufwand:
a) Löhne -85.366.681,12 -93.416,1
aa) davon Erträge aus Zuschüssen iZm Kurzarbeitsbeihilfen EUR -486,77 (2021: TEUR 65,7)
b) Gehälter -113.980.490,57 -130.534,3
aa) davon Erträge aus Zuschüssen iZm Kurzarbeitsbeihilfen EUR -870,09 (2021: TEUR 178,6)
c) soziale Aufwendungen -75.772.357,08 -66.870,4
aa) davon Aufwendungen für Altersversorgung EUR -1.895.988,13 (2021: TEUR -1.764,9)
bb) davon Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen
EUR -17.336.940,13 (2021: TEUR -5.496,4)
cc) davon Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige
Abgaben und Pflichtbeiträge EUR -53.174.769,81 (2021: TEUR -56.821,0)
-275.119.528,77 -290.820,8
7. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen
a) Planmäßige Abschreibungen -75.580.978,82 -76.783,5
b) Auflösung Investitionszuschüsse der öffentlichen Hand 987.614,35 847,9
-74.593.364,47 -75.935,7
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Steuern, soweit sie nicht unter Ziffer 18 fallen -217.632,44 -397,3
b) Übrige -218.718.804,35 -176.577,0
-218.936.436,79 -176.974,3
9. Zwischensumme aus Ziffer 1 bis 8 (Übertrag) 91.314.158,92 112.332,9
151 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 5
2022 2021
EUR TEUR
9. Zwischensumme aus Ziffer 1 bis 8 (Übertrag) 91.314.158,92 112.332,9
10. Erträge aus Beteiligungen 10.763.208,28 77.817,0
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 9.922.822,48 (2021: TEUR 76.926,6)
11. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 34.796.761,21 15.927,8
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 32.809.888,57 (2021: TEUR 15.440,7)
12. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.194.972,61 1.076,8
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 1.047.731,05 (2021: TEUR 992,3)
13. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen 3.409.485,96 22.352,1
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 0,00 (2021: TEUR 6.709,0)
14. Aufwendungen aus Finanzanlagen -10.929.313,09 -4.756,2
a) davon Abschreibungen EUR -5.445.636,54 (2021: TEUR -3.756,2)
b) davon Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen EUR -5.679.371,55 (2021: EUR 0,0)
15. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
1
-46.958.588,67 -44.880,1
davon betreffend verbundene Unternehmen EUR -276.898,34 (2021: TEUR -1.283,5)
16. Zwischensumme aus Ziffer 10 bis 15 -7.723.473,70 67.537,5
17. Ergebnis vor Steuern (Zwischensumme aus Ziffer 9 und Ziffer 16) 83.590.685,22 179.870,3
18. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -17.671.584,05 -22.550,2
a) davon laufende Steuern EUR -17.669.034,71 (2021: TEUR -12.389,2)
b) davon latente Steuern EUR -2.549,34 (2021: TEUR -10.161,1)
19. Ergebnis nach Steuern = Jahresüberschuss 65.919.101,17 157.320,1
20. Zuweisung zu Gewinnrücklagen (freie) -65.919.101,17 -41.827,6
21. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 0,00 0,0
22. Bilanzgewinn 0,00 115.492,5
152 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 6
Lenzing AG
Anhang zum Jahresabschluss
für das Geschäftsjahr 2022
Allgemeine Angaben
Der Vorstand der Lenzing Aktiengesellschaft (Lenzing AG) hat den
vorliegenden Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 nach den
Vorschriften des österreichischen Unternehmensgesetzbuches
(UGB) in der aktuellen Fassung aufgestellt. Er umfasst das Ge-
schäftsjahr vom 1. Jänner bis zum 31. Dezember 2022.
Die Lenzing AG ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft österrei-
chischen Rechts. Sie ist im Firmenbuch beim Handels- als Landes-
gericht Wels, Österreich, unter der Nummer FN 96499 k eingetra-
gen. Ihr Sitz ist in 4860 Lenzing, Werkstraße 2, Österreich. Die Ak-
tien der Lenzing AG sind im Prime Market (seit 18. April 2011) und
im Leitindex ATX (seit 19. September 2011) der Wiener Börse in
Wien, Österreich, gelistet.
Das Kerngeschäft der Lenzing AG liegt in der Erzeugung und Ver-
marktung von holzbasierten Cellulosefasern. Der zur Erzeugung
notwendige Zellstoff wird zu einem großen Teil im eigenen Zell-
stoffwerk hergestellt und teilweise zugekauft. Der wichtigste Roh-
stoff zur Zellstofferzeugung ist Holz, das zugekauft wird.
Bei der Gesellschaft handelt es sich um eine große Kapitalgesell-
schaft.
Die Form der Darstellung wurde bei der Erstellung des vorliegen-
den Jahresabschlusses im Vergleich zum Vorjahr beibehalten.
Die Lenzing AG ist das Mutterunternehmen der Lenzing Gruppe
und erstellt einen Konzernabschluss. Der Konzernabschluss der
Lenzing AG ist beim Firmenbuch Wels hinterlegt, am Sitz der
Gesellschaft in Lenzing erhältlich und auf der Homepage
http://www.lenzing.com abrufbar. Die B&C Gruppe ist zum 31. De-
zember 2022 Mehrheitsaktionärin der Lenzing AG mit einem direk-
ten und indirekten Anteil am Grundkapital von rund 52,25 Prozent
(31. Dezember 2021: 50 Prozent plus zwei Aktien). Die unmittelbare
Mehrheitsgesellschafterin der Lenzing AG ist die B&C KB Holding
GmbH, Wien. Die mittelbare Mehrheitsgesellschafterin der
Lenzing AG, die einen Konzernabschluss aufstellt und veröffent-
licht, in den die Lenzing Gruppe einbezogen ist, ist die B&C Holding
Österreich GmbH, Wien. Das oberste Mutterunternehmen der
B&C Gruppe, und somit auch der Lenzing AG, ist die B&C Privat-
stiftung, Wien.
Die Zahlenangaben im vorliegenden Jahresabschluss und in den
Erläuterungen werden auf die nächsten Tausend gerundet angege-
ben („TEUR“), sofern keine abweichende Angabe erfolgt. Bei Sum-
mierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können
durch Verwendung automatisierter Rechnungshilfen rundungsbe-
dingte Rechendifferenzen auftreten.
Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden
Allgemeine Grundlagen
Die Aufstellung des Jahresabschlusses erfolgte unter Beachtung
der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie der General-
norm des § 222 Abs. 2 UGB, ein möglichst getreues Bild der Ver-
mögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln.
Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der
Vollständigkeit eingehalten. Bei den Vermögensgegenständen und
Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung angewandt.
Das Unternehmen hat dem Vorsichtsgrundsatz Rechnung getragen,
indem insbesondere nur die am Abschlussstichtag verwirklichten
Gewinne ausgewiesen werden. Alle erkennbaren Risiken und dro-
henden Verluste, die bis zum Bilanzstichtag entstanden sind, wur-
den berücksichtigt.
Schätzungen beruhen auf einer umsichtigen Beurteilung. Soweit
statistisch ermittelbare Erfahrungen aus gleich gelagerten Sachver-
halten vorhanden sind, werden diese bei Schätzungen berücksich-
tigt.
Die im Vorjahr angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsme-
thoden wurden im Geschäftsjahr 2022 beibehalten.
Das Geschäftsjahr 2022 war geprägt von extremen Entwicklungen
an den globalen Energie- und Rohstoffmärkten. Bei der Erstellung
des Jahresabschlusses hat der Vorstand die Auswirkungen berück-
sichtigt, insbesondere bei Schätzungsunsicherheiten und Ermes-
sensentscheidungen (etwa im Rahmen der Unternehmensplanung).
Aufgrund einer gesicherten Liquiditätssituation, gestärkt durch ein
Programm zur Reorganisation und Kostensenkung, hat das Ma-
nagement die Einschätzung getroffen, dass die Lenzing AG zum
Zeitpunkt seiner Genehmigung über ausreichende Ressourcen ver-
fügt, um in absehbarer Zukunft operativ weiter bestehen zu können.
Daher wurde der Jahresabschluss unter Zugrundelegung der An-
nahme der Unternehmensfortführung aufgestellt.
153 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 7
Anlagevermögen
Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände und Sachan-
lagen werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten,
vermindert um die planmäßige, nach der linearen Methode vorge-
nommenen Abschreibung angesetzt. Selbst erstellte immaterielle
Vermögensgegenstände werden als Aufwand erfasst.
Die Herstellungskosten von selbsterstellten Sachanlagen umfassen
die Einzelkosten, angemessene Teile der Material- und Fertigungs-
gemeinkosten, sowie Aufwendungen für freiwillige soziale Leistun-
gen, für betriebliche Altersversorgung und für Abfertigungen. Vom
Wahlrecht der Aktivierung von Fremdkapitalzinsen wird nicht Ge-
brauch gemacht. Der Rahmen der Nutzungsdauer beträgt für die
einzelnen Anlagegruppen:
Nutzungsdauer in Jahren von bis
Immaterielle Vermögensgegenstände
a) Lizenzen, Know-how und Mietrechte 7 13
b) Software 4 7
c) Firmenwert 15 15
Sachanlagen
a) Gebäude
Wohngebäude 50 50
Geschäfts- und Fabriksgebäude 20 50
b) Technische Anlagen und Maschinen 5 25
c) Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
4 20
Außerplanmäßige Abschreibungen auf einen zum Abschlussstich-
tag niedrigeren beizulegenden Wert erfolgen, wenn die Wertmin-
derung voraussichtlich von Dauer ist.
Für Firmenwerte, die vor dem 1. Jänner 2016 zugegangen sind,
wurde die bisherige Nutzungsdauer von 15 Jahren beibehalten.
Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen wer-
den mit den Anschaffungskosten oder, bei voraussichtlich dauern-
der Wertminderung, mit dem niedrigeren beizulegenden Wert zum
Bilanzstichtag angesetzt.
Zur Beurteilung der Werthaltigkeit von Beteiligungen wird bei Vor-
liegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung grundsätzlich
das Discounted Cash-Flow-Verfahren gemäß dem Fachgutachten
zur Unternehmensbewertung KFS/BW 1 der Kammer der Wirt-
schaftstreuhänder herangezogen. Der beizulegende Wert bzw. der
Unternehmenswert wird aus den mit den gewichteten Kapitalkos-
ten diskontierten geschätzten künftigen Cashflows abgeleitet.
Die Cashflows werden aus den Planungen bzw. Prognosen abge-
leitet und beruhen auf zukunftsbezogenen Annahmen, im Unter-
nehmensbereich Division Fiber insbesondere auf Preis- und Men-
genentwicklungen beim Absatz, den Produktionsmengen sowie
den dazu notwendigen Kosten speziell für Rohstoffe, Energie, Per-
sonal und Steuern. Diese Daten basieren auf internen Annahmen
unter Berücksichtigung des erwarteten Marktumfeldes und der
Marktpositionierung, sowie auf externen Marktannahmen aus
Marktstudien oder Konjunkturaussichten. Nach dem Detailpla-
nungszeitraum wird basierend auf den Annahmen des letzten Plan-
jahres mit einer ewigen Rente unter Berücksichtigung einer nach-
haltigen langfristigen Wachstumsrate gerechnet.
Als Abzinsungssatz wird ein individuell nach dem Capital Asset Pri-
cing Model ermittelter Mischsatz aus der Fremdkapitalverzinsung
und der Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals herangezogen
(WACC). Dieser Abzinsungssatz spiegelt die gegenwärtigen
Markteinschätzungen und die speziellen Risiken der betroffenen
Beteiligungen wider.
Ausleihungen werden mit dem Nominalwert, bei Unverzinslichkeit
mit dem Barwert bzw. bei voraussichtlich dauernder Wertminde-
rung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert zum Bilanzstichtag
angesetzt.
Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens und des Um-
laufvermögens werden mit den Anschaffungskosten oder dem
niedrigeren Kurswert zum Bilanzstichtag bewertet.
In den Wertpapieren (Wertrechten) des Anlagevermögens sind
auch Ansprüche aus einer Rückdeckungsversicherung für Pensions-
verpflichtungen enthalten, die in Höhe des Deckungskapitals akti-
viert werden. Die Erträge aus dieser Rückdeckungsversicherung
werden in den Aufwendungen für Altersversorgung erfasst.
Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Anlagevermö-
gens werden vorgenommen, wenn die Gründe für die außerplanmä-
ßige Abschreibung nicht mehr bestehen. Die Zuschreibung erfolgt
auf maximal den Nettobuchwert, der sich unter Berücksichtigung der
Normalabschreibungen, die inzwischen vorzunehmen gewesen wä-
ren, ergibt. Beim Firmenwert unterbleibt gemäß § 208 Abs. 2 UGB
die Zuschreibung.
Umlaufvermögen
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden mit den Anschaffungskos-
ten nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren oder dem
niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag bewertet.
Unfertige Erzeugnisse und fertige Erzeugnisse sind zu Herstel-
lungskosten (im Sinne des § 206 UGB), jedoch höchstens zum
voraussichtlichen Verkaufserlös – abzüglich der bis zum Verkauf
noch anfallenden Kosten – angesetzt. Die Herstellungskosten um-
fassen neben den Einzelkosten auch anteilige Material- und Ferti-
gungsgemeinkosten auf Basis einer Normalauslastung sowie Auf-
wendungen für freiwillige soziale Leistungen, für betriebliche Alters-
versorgung und für Abfertigungen. Aufwendungen für Fremdkapi-
talzinsen sowie allgemeine Verwaltungs- und Vertriebskosten wer-
den nicht aktiviert. Wirtschaftliche und technische Risiken werden
durch Abschläge angemessen berücksichtigt.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden ge-
mäß dem strengen Niederstwertprinzip angesetzt. Forderungen
werden einzeln bewertet. Falls Risiken hinsichtlich der Einbringlich-
keit bestehen, werden Einzelwertberichtigungen gebildet. Bei der
Ermittlung der Höhe der Einzelwertberichtigung werden erhaltene
Sicherheiten, wie Bankgarantien und Kreditversicherungen, ange-
messen berücksichtigt. Ist eine Forderung gänzlich uneinbringlich,
wird die Forderung mit 100 Prozent wertberichtigt (auf Basis des
Nettobetrages).
Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Umlaufvermö-
gens werden vorgenommen, wenn die Gründe für die Abschrei-
bung nicht mehr bestehen.
154 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 8
Betreffend die Bewertung von Forderungen in Fremdwährungen
verweisen wir auf den Punkt Fremdwährungsumrechnung.
Die gemäß Emissionszertifikategesetz unentgeltlich zugeteilten
Emissionszertifikate werden in der Bilanz entsprechend der
AFRAC-Stellungnahme „Bilanzierung von CO2-Emissionszertifika-
ten gemäß UGB“ vom Dezember 2015 dargestellt. Emissionszerti-
fikate werden mit dem Marktwert zum Zeitpunkt der Zuteilung in
den sonstigen Forderungen und Vermögensgegenständen aktiviert.
Die Differenz zwischen dem Zeitwert und dem von der Gesell-
schaft für die Anschaffung aufgewendeten Betrag wird in den Zu-
schüssen der öffentlichen Hand eingestellt. Die aus dem aktuellen
Geschäftsjahr und dem Vorjahr nicht verbrauchten Emissionszerti-
fikate belaufen sich auf insgesamt 1.303.850 Stück (31. Dezember
2021: 1.412.116 Stück).
Betreffend die Bewertung von Guthaben bei Kreditinstituten in
Fremdwährungen wird auf die unter dem Punkt Fremdwährungs-
umrechnung beschriebene Vorgehensweise verwiesen.
Latente Steuern werden gemäß § 198 Abs. 9 und 10 UGB nach
dem bilanzorientierten Konzept und ohne Abzinsung je nach Zeit-
punkt der Realisierung mit 24 Prozent oder 23 Prozent gebildet.
Das Wahlrecht zum Ansatz von aktiven latenten Steuern auf Ver-
lustvorträge wird ab dem Geschäftsjahr 2020 ausgeübt.
Rückstellungen
Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläums-
gelder werden im Einklang mit der AFRAC-Stellungnahme „Rück-
stellungen für Pensions-, Abfertigungs-, Jubiläumsgeld- und ver-
gleichbare langfristig fällige Verpflichtungen nach den Vorschriften
des Unternehmensgesetzbuches“ nach versicherungsmathemati-
schen Grundsätzen entsprechend den Vorschriften des IAS 19
„Leistungen an Arbeitnehmer“, wie dieser in der EU anzuwenden ist,
unter Anwendung der Projected-Unit-Credit-Method (laufendes
Einmalprämienverfahren) berechnet. Dabei werden die erwarteten
Versorgungsleistungen auf den gesamten Zeitraum der Beschäfti-
gung verteilt. Zukünftige Gehalts- und Pensionssteigerungen sowie
Fluktuationsabschläge werden berücksichtigt. Versicherungsma-
thematische Gewinne und Verluste werden zur Gänze im Perioden-
aufwand in der Periode erfasst, in der sie anfallen. Die in der Bilanz
erfasste leistungsorientierte Verpflichtung aus einem Versorgungs-
plan stellt den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung dar.
Änderungen der oben genannten Personalrückstellungen werden
in der Gewinn- und Verlustrechnung im Personalaufwand ausge-
wiesen, mit Ausnahme der Aufwendungen aus der Aufzinsung die-
ser Rückstellungen, welche im Finanzergebnis dargestellt werden.
Übersteigen in einem Geschäftsjahr die Verminderungen insge-
samt die Zuweisungen an die jeweiligen Personalrückstellungen,
wird der positive Saldo im Posten Erträge aus der Auflösung von
Rückstellungen ausgewiesen. Zahlungen für beitragsorientierte
Verpflichtungen werden im Personalaufwand erfasst.
In den sonstigen Rückstellungen werden unter Beachtung des
Vorsichtsprinzips alle zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung erkennba-
ren Risiken und der Höhe sowie dem Grunde nach ungewisse Ver-
bindlichkeiten mit den Beträgen berücksichtigt, die nach vernünfti-
ger unternehmerischer Beurteilung erforderlich sind. Bei der Be-
wertung werden Rückgriffsansprüche auf andere Parteien ange-
messen berücksichtigt. Langfristige Rückstellungen werden mit ei-
nem marktüblichen und laufzeitadäquaten Zinssatz abgezinst.
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.
Die Bewertung von Verbindlichkeiten in Fremdwährungen wird un-
ter dem Punkt „Fremdwährungsumrechnung“ erläutert.
Fremdwährungsumrechnung
Bestehen Sicherungsgeschäfte in Bezug auf eine Währung, so wer-
den auf diese Währung lautende monetäre Posten bis zum Nomi-
nale der Sicherungsgeschäfte mit einem Kurs umgerechnet, der
dem gewogenen Durchschnitt aus den Terminkursen der Siche-
rungsgeschäfte entspricht.
Soweit das Nominale der monetären Posten über das Nominale der
Sicherungsgeschäfte hinausgeht und sofern keine Sicherungsge-
schäfte bestehen, so werden auf diese Währung lautende mone-
täre Posten entsprechend dem imparitätischen Realisationsprinzip
mit dem Kurs zum Zeitpunkt der Ersterfassung, im Fall eines Kurs-
verlustes aber mit dem Stichtagskurs umgerechnet.
Folgende wesentliche Kurse wurden für die Währungsumrechnung
in Euro herangezogen:
Fremdwährungskurse
Forderungen 31.12.2022 31.12.2021
Stichtagskurs EUR/USD 1,0666 1,1334
Durchschnittlicher Sicherungskurs EUR/USD 1,1292 -
Stichtagskurs EUR/CNY 7,3582 7,223
Durchschnittlicher Sicherungskurs EUR/CNY 7,2878 8,2162
Verbindlichkeiten 31.12.2022 31.12.2021
Stichtagskurs EUR/USD 1,0666 1,1334
155 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 9
Aktiva
Anlagevermögen
Die Aufgliederung des Anlagevermögens und seine Entwicklung
im Berichtsjahr sind im Anlagenspiegel angeführt.
Immaterielle Vermögensgegenstände und
Sachanlagen
Der Posten Rechte beinhaltet zum Großteil ein Mitbenützungs-
recht an der Abwasserreinigungsanlage des Wasserreinhaltungs-
verbandes Lenzing – Lenzing AG sowie das Recht auf Energiebe-
zug von der RVL Reststoffverwertung Lenzing GmbH, einer von der
Gesellschaft gemeinsam mit der Energie AG Oberösterreich Um-
welt Service GmbH betriebenen Reststoffverwertungsanlage.
In den immateriellen Vermögensgegenständen sind solche imma-
teriellen Vermögensgegenstände, die von einem verbundenen
Unternehmen erworben wurden, mit einem Buchwert von
TEUR 245,4 (31. Dezember 2021: TEUR 327,7
) enthalten. In den
Geschäftsjahren 2022 und 2021 gab es keine Zugänge von imma-
teriellen Vermögensgegenständen von verbundenen Unternehmen.
Der Firmenwert wird planmäßig, nach der linearen Methode über
die Nutzungsdauer von 15 Jahren abgeschrieben. Die gewählte
Nutzungsdauer orientiert sich an der durchschnittlichen Restlauf-
zeit der im Zuge der Übernahme übernommenen Verpflichtungen.
Nach Unternehmensbereichen ergibt sich folgende Aufgliederung
der Zugänge zu den immateriellen Vermögensgegenständen
und Sachanlagen:
Unternehmensbereich 2022 2021
TEUR TEUR
Division Fiber 38.314,0 36.411,4
Division Pulp 6.680,2 15.786,5
Others 29.496,0 18.611,3
Gesamt 74.490,3 70.809,1
Die Abgänge von immateriellen Vermögensgegenständen und von
Sachanlagen hatten Anschaffungs- und Herstellungskosten von
TEUR 31.738,5 (2021: TEUR 3.208,7) und einen Buchwert von
TEUR 794,9 (2021: TEUR 286,9).
Finanzanlagen
Die Auflistung der Anteile an verbundenen Unternehmen der
Lenzing AG kann im Abschnitt „Direkte Beteiligungen zum 31.12.
2022“ dieses Anhangs entnommen werden.
Die Zugänge bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen
betreffen im Wesentlichen eine Kapitalerhöhung der LD Celulose
S.A. in Höhe von TEUR 61.145,8 (2021 TEUR 17.185,7) und der
Lenzing (Thailand) Co., Ltd. in Höhe von TEUR 37.186,5 (2021:
TEUR 29.713,8) sowie der PT. South Pacific Viscose in Höhe von
TEUR 627,4 (2021: TEUR 98.985,4). Weiters erfolgte ein Zuschuss
für die Kapitalerhöhung der indirekten Tochtergesellschafft Lenzing
(Nanjing) Fibers Co., Ltd. in Höhe von TEUR 15.970,2 (2021:
TEUR 7.613,3).
Bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen gab es im Ge-
schäftsjahr 2022 keine Abgänge. Aufgrund der Liquidation im Ge-
schäftsjahr 2021 entfielen TEUR 72.491,2 auf die Avit Investments
Limited sowie TEUR 22.158,0 auf die Penique S.A.
Aufgrund eines Anhaltspunktes für Wertminderung wurde der bei-
zulegende Wert der PT. South Pacific Viscose ermittelt, dieser
ergab eine ausreichende Deckung des Buchwertes.
Bei den Beteiligungen erfolgte eine Zuschreibung der Lenzing Pa-
pier GmbH, nachdem die statischen Tests eine Deckung des Buch-
wertes durch das anteilige Eigenkapital ergaben. Im Vorjahr gab es
einen Abgang in Höhe von TEUR 1.669,6 welcher den Verkauf der
Hygiene Austria GmbH betrifft.
Die Ausleihungen setzen sich wie folgt zusammen:
Ausleihungen Bilanzwert
mit einer
Restlaufzeit
bis zu 1 Jahr
mit einer
Restlaufzeit
über 1 Jahr
TEUR TEUR TEUR
Ausleihungen an verbundene
Unternehmen
658.068,3 38.581,9 619.486,4
Vorjahr 365.109,5 129,1 364.980,4
Sonstige Ausleihungen 9.108,0 175,5 8.932,5
Vorjahr 13.160,7 767,8 12.392,9
Gesamt 667.176,3 38.757,4 628.418,9
Vorjahr 378.270,3 897,0 377.373,3
Bei den Ausleihungen gegenüber verbundenen Unternehmen
waren die wesentlichen Zugänge gegenüber der PT. South Pacific
Viscose in Höhe von TEUR 110.383,3, der Lenzing (Nanjing) Fibers
Co. Ltd. in Höhe von TEUR 65.784,6, der Lenzing Fibers GmbH in
Höhe von TEUR 40.000,0, der Pulp Trading GmbH in Höhe von
TEUR 39.692,9 sowie der Lenzing (Thailand) Co., Ltd. in Höhe von
TEUR 36.862,9 (2021: TEUR 168.809,0). Im Geschäftsjahr 2022 er-
Erläuterungen zur Bilanz
156 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 10
folgten keine Abgänge. Im Geschäftsjahr 2021 gab es Abgänge ge-
genüber der Pulp Trading GmbH in Höhe von TEUR 59.493,8, der
Lenzing Fibers Inc. in Höhe von TEUR 20.488,3 und der PT. South
Pacific Viscose in Höhe von TEUR 20.478,0.
In den Sonstigen Ausleihungen sind ausstehende Kaufpreisforde-
rungen bzw. langfristige Darlehen aus der teilweisen Veräußerung
der EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH im Jahr 2016 ge-
genüber dem Käufer (einschließlich dessen Tochterunternehmen)
in Höhe von TEUR 7.563.9 (31. Dezember 2021: TEUR 10.678,2)
enthalten. Sie sind bankmäßig verzinst. Die Einbringlichkeit wurde
insbesondere auf Basis der wirtschaftlichen Lage beurteilt und im
Geschäftsjahr 2022 wurde eine Abschreibung in Höhe von
TEUR 3.114,2 (2021: TEUR 0,0) erfasst.
Die Lenzing AG besitzt ein Pfandrecht an den übrigen Anteilen der
EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH. Darüber hinaus wurde
dem Käufer ein Kreditrahmen in Höhe von bis zu TEUR 3.091,0
(2021: TEUR 5.379,0) eingeräumt, der im Fall von vordefinierten
nachteiligen Veränderungen der Rahmenbedingungen der EQUI-
Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH am Absatzmarkt bis längstens
31. Dezember 2025 in Anspruch genommen werden kann. Dieser
Rahmen war per 31. Dezember 2022 sowie im Vorjahr per 31. De-
zember 2021 nicht ausgenützt.
Die Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens umfassen
im Wesentlichen den Raiffeisen Nachhaltigkeit Diversified Fonds in
Höhe von TEUR 6.197,5, der zur Deckung der Pensionsrückstellung
dient. Der Raiffeisen Nachhaltigkeit Diversified Fonds veranlagt
nach den Vorschriften des Pensionskassengesetzes und im We-
sentlichen in Euro-Anleihen per Jahresende.
Bei den Zugängen der Wertpapieren (Wertrechte) des Anlagever-
mögens in Höhe von TEUR 1.475,8 handelt es sich um die Zufüh-
rung zur Kapitalrücklage der White Rock Insurance (Europe) Pro-
tected Cell Company Limited, La Valletta, Malta. Die Lenzing AG
hat im Jänner 2021 100 Prozent der Anteile an der Versicherungs-
zelle erworben. Diese Gesellschaft verfügt über eine Versiche-
rungskonzession und ermöglicht der Lenzing AG, ihre betrieblich
notwendigen Versicherungen effektiver zu administrieren.
Bei den Abgängen von Wertpapieren (Wertrechte) des Anlagever-
mögens handelt es sich um eine teilweise Veräußerung der Aktien
an der Gesellschaft Spinnova OY, Jyväskylä, Finnland, in Höhe von
TEUR 25,3. Die Abgänge im Geschäftsjahr 2021 betreffen im We-
sentlichen den Großanlegerfonds GF82 in Höhe von TEUR 5.971,8.
Ebenfalls beinhaltet dieser Posten Ansprüche aus Rückdeckungs-
versicherungen von TEUR 2.469,2 (31. Dezember 2021:
TEUR 2.598,0) betreffend Pensionsverpflichtungen und sonstige
Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens von
TEUR 6.458,4 (31. Dezember 2021: TEUR 6.483,7).
Umlaufvermögen
Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe beinhalten im Wesentlichen
Holz und Zellstoff für die Faserproduktion, Chemikalien für sämtli-
che Geschäftsbereiche sowie diverse Kleinmaterialien und Ersatz-
teile.
Die Bestände an unfertigen und fertigen Erzeugnissen betreffen
im Wesentlichen Fasern und Faserzellstoff.
Von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind in-
klusive der im Rahmen von Factoring-Programmen verkauften For-
derungen TEUR 65.446,3 (31. Dezember 2021: TEUR 58.022,4)
nach Abzug von Selbstbehalten versichert und in Höhe von
TEUR 1.983,0 (31. Dezember 2021: TEUR 5.685,0) durch Garantien
sowie durch Akkreditive in Höhe von TEUR 17.293,4 (31. Dezember
2021: 29.638,7) besichert. Wechselmäßige Verbriefungen liegen
weder zum 31. Dezember 2022 noch zum 31. Dezember 2021 vor.
Es wurde zum Bilanzstichtag eine pauschale Wertberichtigung in
Höhe von TEUR 84,7 (31. Dezember 2021: TEUR 393,9) gebildet.
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen resultie-
ren aus Lieferungen und Leistungsverrechnungen in Höhe von
TEUR 75.212,4 (31. Dezember 2021: TEUR 78.556,3) sowie sonsti-
gen Verrechnungen von TEUR 1.908,6 (31. Dezember 2021:
TEUR 6.335,5) und Forderungen aus Steuerumlagen in Höhe von
TEUR 4.438,7 (31. Dezember 2021: TEUR 6.743,1) sowie Forderun-
gen aus Dividenden in Höhe von TEUR 4.077,08 (31. Dezember
2021: TEUR 6.400,00).
Soweit Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen verbundenen
Unternehmen in wirtschaftlicher Betrachtungsweise einander auf-
rechenbar gegenüberstehen, werden diese bei gleichem Gläubiger
und Schuldner gegeneinander aufgerechnet.
Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteili-
gungsverhältnis b
b
e
e
s
s
t
t
e
e
h
h
t
t
, resultieren im Wesentlichen aus der
Leistungsverrechnung an die Lenzing Papier GmbH.
Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände bein-
halten:
Sonstige Forderungen und
Vermögensgegenstände
31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
Guthaben aus der Verrechnung mit dem
Finanzamt
31.459,8 50.437,0
Emissionszertifikate 72.751,5 45.570,7
Factoring 5.538,5 0,0
Abgrenzung von Kostenersätzen 2.174,9 973,7
An- und Vorauszahlungen 1.450,3 1.741,5
Übrige 7.727,8 8.000,9
Gesamt 121.102,7 106.723,8
In den sonstigen Forderungen und Vermögensgegenständen sind
Erträge in Höhe von TEUR 19.132,37 (31. Dezember 2021:
TEUR 32.157,68) enthalten, die erst nach dem Bilanzstichtag zah-
lungswirksam werden.
Es wurde zum 31. Dezember 2022 unter dem Posten sonstige For-
derungen die „COVID-19-Investitionsprämie“ in Höhe von
TEUR 2.293,02 (31. Dezember 2021 TEUR 628,49) aktiviert. Diese
wird mittels der Bruttomethode bilanziert und unter den Zuschüs-
sen öffentlicher Hand entsprechend der Nutzungsdauer der geför-
derten Anlagen aufgelöst und wird offen mit den Abschreibungen
saldiert.
157 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 11
Im Posten Wertpapiere des Umlaufvermögens sind im Ge-
schäftsjahr 2022 EUR-Geldmarktfonds in Höhe von
TEUR 343.514,8 abgegangen. Es handelt sich hierbei um Wertpa-
piere, die hochliquide sind und nur einem unwesentlichen Wert-
schwankungsrisiko unterliegen.
Aktive latente Steuern
Die latenten Steuern zum Bilanzstichtag wurden für temporäre Dif-
ferenzen zwischen dem steuerlichen und unternehmensrechtli-
chen Wertansatz für folgende Posten gebildet:
Stand der temporären Differenzen 31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
Sachanlagen und immaterielle
Vermögensgegenstände -17.750,6 -4.148,6
Finanzanlagen 11.089,7 14.843,3
Forderungen 401,6 25,8
Unversteuerte Rücklagen und Zuschüsse der
öfffentlichen Hand
27,2 -4.531,8
Rückstellungen 37.585,8 41.354,7
Finanzverbindlichkeiten 3.587,8 4.801,5
Verbindlichkeiten 0,0 0,0
Betrag Gesamtdifferenzen 34.941,6 52.344,8
Daraus resultierende aktive latente
Steuern per 31.12.
8.457,3 13.086,2
Verlustvortrag 4.626,4 0,0
Gesamte aktive Steuerlatenz 13.083,7 13.086,2
Im Posten Rückstellungen sind im Wesentlichen zeitliche Unter-
schiede zwischen dem unternehmensrechtlichen und dem steuer-
rechtlichen Wertansatz bei Rückstellungen für Sozialkapital (Pensi-
onen und Abfertigungen) und Jubiläumsgelder sowie Unterschiede
bei den Wertansätzen von sonstigen Rückstellungen einbezogen.
Temporäre Unterschiede aufgrund von steuerlichen Siebentelab-
schreibungen (§ 12 Abs. 3 Z 2 KStG) sind mit TEUR 11.089,7 (31. De-
zember 2021: TEUR 14.844,9) im Posten Finanzanlagen enthalten.
Weitere temporäre Standunterschiede ergeben sich aufgrund der
Inanspruchnahme der steuerlichen degressiven Abschreibung.
Diese betragen zum 31. Dezember 2022 TEUR 36.291,7 (31. De-
zember 2021: TEUR 21.532,1).
Die unversteuerten Rücklagen sind entsprechend RÄG 2014 in den
Gewinnrücklagen enthalten (Umgliederung per 31. Dezember
2015). Temporäre Unterschiede zum steuerrechtlichen Wertansatz
führen zu passiven latenten Steuern (vor Saldierung).
Entwicklung der latenten Steuern 31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
Stand am 01.01. (aktive latente Steuern) 13.086,2 23.247,3
Zugang aus Umgründung 0,0 0,0
Erfolgswirksame Veränderung -4.628,9 -6.905,1
Verlustvortrag 4.626,4 -3.255,9
Stand am 31.12. (aktive latente Steuern) 13.083,7 13.086,2
Passiva
Eigenkapital
Das Grundkapital der Lenzing AG zum 31. Dezember 2022 be-
trägt EUR 27.574.071,43 (31. Dezember 2021: EUR 27.574.071,43)
und ist in 26.550.000 Stückaktien (31. Dezember 2021: 26.550.000)
eingeteilt. Der auf eine Stückaktie entfallende Anteil am Grundka-
pital beträgt etwa EUR 1,04. Jede Stammaktie ist am Kapital im
gleichen Ausmaß beteiligt und vermittelt die gleichen Rechte und
Pflichten, insbesondere das Recht auf eine beschlossene Divi-
dende und das Stimmrecht in der Hauptversammlung. Der Ausga-
bebetrag der Aktien ist voll einbezahlt. Andere Klassen von Antei-
len sind nicht ausgegeben worden.
Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 12. April 2018 – unter
gleichzeitiger Aufhebung der diesbezüglichen Hauptversamm-
lungsbeschlüsse vom 22. April 2015 – wurde der Vorstand neuer-
lich ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundka-
pital innerhalb von fünf Jahren ab Eintragung in das Firmenbuch –
allenfalls in Tranchen – gegen Bar- und/oder Sacheinlage um bis zu
EUR 13.787.034,68 durch Ausgabe von bis zu 13.274.999 Stückak-
tien zu erhöhen („genehmigtes Kapital“). Dieses genehmigte Kapi-
tal wurde im Firmenbuch am 23. Mai 2018 eingetragen.
Darüber hinaus wurde der Vorstand mit Hauptversammlungsbe-
schluss vom 12. April 2018 – unter gleichzeitiger Aufhebung der
diesbezüglichen Hauptversammlungsbeschlüsse vom 22. April
2015 – ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis spätes-
tens 12. April 2023 auch in mehreren Tranchen Wandelschuldver-
schreibungen auszugeben, die ein Bezugs- oder Umtauschrecht bzw.
eine Bezugs- oder Umtauschpflicht auf bis zu 13.274.999 Aktien ge-
währen bzw. vorsehen („bedingtes Kapital“). Die Bedienung kann
über das bedingte Kapital und/oder über eigene Aktien erfolgen.
Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 26. April 2022 – unter
gleichzeitiger Aufhebung der diesbezüglichen Hauptversamm-
lungsbeschlüsse vom 18. Juni 2020 – wurde der Vorstand für die
Dauer von 30 Monaten vom Tag der Beschlussfassung an ermäch-
tigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates eigene Aktien der Gesell-
schaft zu erwerben. Dabei dürfen die von der Gesellschaft erwor-
benen eigenen Aktien 10 Prozent des Grundkapitals der Gesell-
schaft nicht überschreiten. Der beim Rückerwerb zu leistende Ge-
genwert muss innerhalb einer Bandbreite von +/-25 Prozent zum
gewichteten durchschnittlichen Börsenschlusskurs der letzten 20
Börsentage vor Beginn des entsprechenden Rückkaufprogramms
der Lenzing Aktie liegen. Der Vorstand wurde zudem ermächtigt,
erworbene eigene Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbe-
schluss mit Zustimmung des Aufsichtsrates einzuziehen (samt Er-
mächtigung des Aufsichtsrates, Änderungen der Satzung, die sich
durch die Einziehung der Aktien ergeben, zu beschließen) oder
158 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 12
wieder zu veräußern und die Veräußerungsbedingungen festzuset-
zen. Diese Ermächtigung kann ganz oder teilweise und in Verfol-
gung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft, durch
ein Tochterunternehmen (§ 189a Z7 UGB) oder für Rechnung der
Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden. Weiters wurde der
Vorstand für die Dauer von fünf Jahren vom Tag der Beschlussfas-
sung an ermächtigt, für die Veräußerung eigener Aktien mit Zustim-
mung des Aufsichtsrates eine andere gesetzlich zulässige Art der
Veräußerung als über die Börse oder ein öffentliches Angebot, auch
unter Ausschluss des Wiederkaufrechts (Bezugsrechts) der Aktio-
näre, zu beschließen und die Veräußerungsbedingungen festzuset-
zen.
Der Vorstand hat von den am bzw. bis 31. Dezember 2022 beste-
henden Ermächtigungen zur Erhöhung des Grundkapitals, zur Aus-
gabe von Wandelschuldverschreibungen und zum Rückkauf eige-
ner Aktien in der Berichtsperiode keinen Gebrauch gemacht.
Die gebundenen Kapitalrücklagen dürfen nur zum Ausgleich ei-
nes Bilanzverlustes verwendet werden. Sie wurden durch Zufuhr
von Mitteln gebildet, welche von den Aktionären über das Grund-
kapital hinaus zugeflossen sind.
Die freien Gewinnrücklagen können jederzeit aufgelöst und als
Teil des Bilanzgewinnes an die Aktionäre ausgeschüttet werden.
Zuschüsse der öffentlichen Hand
Die Investitionszuschüsse der öffentlichen Hand einschließlich
der Emissionszertifikate sowie Investitionsprämien werden als
gesonderter Hauptposten zwischen Eigenkapital und Fremdkapital
ausgewiesen. Die Aufgliederung ist aus der Übersicht über die Ent-
wicklung der Zuschüsse der öffentlichen Hand ersichtlich.
Die Auflösung der Investitionszuschüsse der öffentlichen Hand so-
wie Investitionsprämien erfolgt entsprechend der Nutzungsdauer
der geförderten Anlagen und wird offen mit den Abschreibungen
saldiert. Der Zuschuss aus Emissionszertifikaten wurde dem Ver-
brauch entsprechend aufgelöst.
Rückstellungen
Die Entwicklung der Rückstellung für Pensionen, Abfertigungen
und Jubiläumsgelder stellt sich wie folgt dar:
2022 Rückstellungen für Pensionen
Abferti-
gungen
Jubiläums-
gelder
TEUR TEUR TEUR
In der Bilanz erfasste Werte:
Rückstellung zum 31.12.2021 23.412,9 54.142,8 17.552,3
Periodenaufwand -2.955,5 -3.597,0 -2.189,9
Auszahlungen -2.243,8 -5.888,9 -1.342,2
Umgliederung zu Sozialplan 0,0 -5.731,9 0,0
Rückstellung zum 31.12.2022 18.213,6 38.925,0 14.020,3
Wert nach § 14 EStG 9.962,7 30.806,0 9.962,7
Aufwand im Geschäftsjahr:
Laufender Dienstzeitaufwand 7,0 1.777,6 1.137,5
Zinsaufwand 201,4 474,2 188,4
Realisierung
versicherungsmathematischer
Verlust (+) / Gewinn (-)
-3.164,0 -5.848,8 -3.515,7
Periodenaufwand -2.955,5 -3.597,0 -2.189,9
Annahmen zur Berechnung der erwarteten
leistungsorientierten Ansprüche zum 31.12.2022:
Diskontierungszinssatz 4,10 % 4,10 % 4,20 %
Pensionssteigerung
bis zu
3,00 %
- -
Gehaltssteigerung 3,00 % 3,00 % 3,00 %
Pensionseintrittsalter
Frauen/Männer/Schwerarbeiter
60/63/57
Jahre
60/63/57
Jahre
60/63/57
Jahre
Fluktuationsabschlag - -
0,00 % -
7,25 %
159 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 13
2021 Rückstellungen für Pensionen
Abferti-
gungen
Jubiläums-
gelder
TEUR TEUR TEUR
In der Bilanz erfasste Werte:
Rückstellung zum 31.12.2020 25.336,0 57.309,2 16.361,6
Periodenaufwand 306,1 3.297,5 2.516,2
Auszahlungen -2.229,2 -6.463,9 -1.325,5
Rückstellung zum 31.12.2021 23.412,9 54.142,8 17.552,3
Wert nach § 14 EStG 13.939,0 31.828,9 9.427,6
Aufwand im Geschäftsjahr:
Laufender Dienstzeitaufwand 8,4 1.699,1 1.074,9
Zinsaufwand 169,8 389,6 159,2
Realisierung
versicherungsmathematischer
Verlust (+) / Gewinn (-)
127,9 1.208,9 1.282,1
Periodenaufwand 306,1 3.297,5 2.516,2
Annahmen zur Berechnung der erwarteten
leistungsorientierten Ansprüche zum 31.12.2021:
Diskontierungszinssatz 0,90 % 0,90 % 1,10 %
Pensionssteigerung
bis zu
3,00 % - -
Gehaltssteigerung 2,50 % 2,50 % 2,50 %
Pensionseintrittsalter
Frauen/Männer/Schwerarbeiter
60/63/57
Jahre
60/63/57
Jahre
60/63/57
Jahre
Fluktuationsabschlag - - 0,56-6,75 %
Für die Berechnung der Pension-, Abfertigungs- und Jubiläums-
geldrückstellung wurde ein Abzinsungssatz verwendet, der aus
erstrangigen festverzinslichen Industrieanleihen mit AA-Rating
nach dem Standard eines international tätigen Versicherungsma-
thematikers abgeleitet wurde. Anleihen, die im Vergleich zu den
anderen Anleihen in ihrer Risikoeinstufung deutlich höhere oder
niedrigere Zinsen aufweisen („statistische Ausreißer“), wurden da-
bei nicht berücksichtigt. Die Währung und die Laufzeiten der zu
Grunde gelegten Anleihen orientieren sich an der Währung und den
voraussichtlichen Laufzeiten der zu erfüllenden Verpflichtungen.
Die geschätzten Gehalts- und Pensionssteigerungen, die auch für
die Zukunft als realistisch angesehen werden, wurden aus einer
Durchschnittsbetrachtung der vergangenen Jahre abgeleitet.
Das für die Berechnung herangezogene Pensionsantrittsalter rich-
tet sich nach den jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen. Für die
Berechnung der leistungsorientierten Pensionspläne werden im
Geschäftsjahr die biometrischen Rechnungsgrundlagen
AVÖ 2018 P-Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung
Angestellte verwendet.
Die Berechnung der Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellung
erfolgt unter Berücksichtigung der unternehmensspezifischen
Fluktuationsraten. Diese werden nach Dienstjahren gestaffelt er-
mittelt und beruht auf den durchschnittlichen Austrittszahlen der
letzten fünf Jahre. Bei der Berechnung der Rückstellungen für die
leistungsorientierten Abfertigungspläne werden dabei nur Austritte
mit Abfertigungsanspruch berücksichtigt.
Teile der rückgestellten leistungsorientierten Abfertigungen wur-
den im Geschäftsjahr 2022 in die sonstigen Rückstellungen für
Restrukturierungsmaßnahmen umgegliedert (siehe Abschnitt
„Sonstige Rückstellungen“).
In der Lenzing AG gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorien-
tierte Pensionsvorsorgepläne. Bei beitragsorientierten Pensionszu-
sagen treffen die Gesellschaft nach Zahlung der vereinbarten Prä-
mien keine Verpflichtungen mehr. Eine Rückstellung wird daher
nicht angesetzt.
Den leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen wird durch die
Bildung von Pensionsrückstellungen Rechnung getragen. Das Ri-
siko im Zusammenhang mit diesen leistungsorientierten Pensions-
plänen verbleibt bei der Lenzing AG. Die Berechnung erfolgt nach
versicherungsmathematischen Grundsätzen entsprechend den
Vorschriften des IAS 19 „Leistungen an Arbeitnehmer“.
Mitarbeiter:innen, deren Dienstverhältnisse österreichischem
Recht unterliegen und nach dem 31. Dezember 2002 begonnen ha-
ben, erwerben keine Abfertigungsansprüche. Für sie sind Beiträge
in Höhe von 1,53 Prozent des Lohnes bzw. Gehaltes an eine Mitar-
beitervorsorgekasse zu zahlen.
Aufgrund kollektivvertraglicher Regelungen ist die Lenzing AG ver-
pflichtet, Jubiläumsgeldzahlungen zu leisten, sofern ein Arbeitneh-
mer für eine bestimmte Dauer im Unternehmen beschäftigt war.
Diese Zahlungen basieren auf der Höhe des Bezuges zum Zeit-
punkt des betreffenden Dienstnehmerjubiläums. Die bei den be-
treffenden Jubiläen voraussichtlich zu zahlenden Beträge werden
auf die Dienstzeit bis zu den Jubiläen verteilt. Der Barwert des auf
die Dienstzeit bis zum Bilanzstichtag entfallenden Betrages wird
rückgestellt. In der Lenzing AG besteht eine Umwandlungsoption
für die Mitarbeiter:innen, dass Dienstjubiläum in Zeitguthaben um-
wandeln zu können.
Die Verpflichtungen gegenüber ehemaligen Mitarbeiter:innen des
verkauften Geschäftsbereiches Kunststoffmaschinen (nunmehr
SML Maschinengesellschaft mbH) und Folie (nunmehr Lenzing
Plastics GmbH & Co KG) sowie Bildungszentrum (nunmehr BZL-
Bildungszentrum Lenzing GmbH) werden bis zur Höhe der fiktiven
Ansprüche zum Zeitpunkt des Verkaufs bzw. der Ausgliederung
weiterhin von der Gesellschaft getragen. Der Barwert zum Bilanz-
stichtag wird in Bezug auf diese Verpflichtungen rückgestellt, wo-
bei für die Barwertermittlung angenommen wird, dass die Abferti-
gungen mit dem Übertritt der betreffenden Dienstnehmer in den
Ruhestand fällig werden.
160 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 14
Die sonstigen Rückstellungen entwickeln sich wie folgt:
2022 Rückstellungen für Stand 31.12.2021 Verbrauch Auflösung Zuführung Umgliederung Stand 31.12.2022
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Drohende Verluste 11.924,9 -1.414,0 -10.510,9 1.630,6 0,0 1.630,6
Schadensfälle 0,0 0,0 0,0 3.940,2 0,0 3.940,2
Noch nicht abgerechnete Lieferungen/Leistungen 5.233,4 -5.052,6 -165,6 7.786,5 0,0 7.801,7
Jubiläumsgelder 17.552,3 -1.342,2 -2.189,9 0,0 0,0 14.020,3
Sonderzahlungen 35.027,7 -34.355,8 -671,9 0,0 0,0 0,0
Resturlaube 9.626,6 -9.626,6 0,0 8.240,8 0,0 8.240,8
Sozialplan 0,0 0,0 0,0 15.393,5 5.731,9 21.125,4
Sonstige Personalaufwendungen 9.767,1 -7.759,5 -926,9 4.663,7 0,0 5.744,5
Übrige 7.009,5 -4.879,6 -915,6 11.211,3 0,0 12.425,6
Gesamt 96.141,5 -64.430,3 -15.380,7 52.866,6 5.731,9 74.929,1
2021 Rückstellungen für
Stand
31.12.2020
Verbrauch Auflösung Zuführung Umgliederung Stand 31.12.2021
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Drohende Verluste 17.391,8 -8.253,5 -3.419,6 6.206,1 0,0 11.924,9
Schadensfälle 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Noch nicht abgerechnete Lieferungen/Leistungen 6.300,6 -3.806,8 -2.116,0 4.879,1 -13,7 5.243,2
Jubiläumsgelder 16.361,6 -1.325,5 0,0 2.516,2 0,0 17.552,3
Sonderzahlungen 2.867,0 -654,0 -2.213,0 35.092,6 -64,9 35.027,7
Resturlaube 9.777,2 -9.697,1 0,0 9.646,2 -99,7 9.626,6
Sonstige Personalaufwendungen 5.649,4 -4.287,6 -539,9 8.945,2 0,0 9.767,1
Übrige 5.581,8 -4.465,7 -615,2 6.498,7 0,0 6.999,6
Gesamt 63.929,5 -32.490,1 -8.903,6 73.784,0 -178,3 96.141,5
Die Rückstellungen für drohende Verluste betreffen im Wesent-
lichen Vorsorgen für nachteilige Verträge und Verpflichtungen aus
zu erbringenden Infrastrukturleistungen.
Die Rückstellungen für Schadensfälle betreffen Verpflichtungen
für Rechtsstreitigkeiten und umfassen insbesondere die Vorsorge
für Rechtsverteidigungskosten in Zusammenhang mit einem Verfah-
ren, bei dem unter anderen die Lenzing AG auf Schadenersatz ge-
klagt wird.
Die Rückstellungen für Sozialplan betreffen insbesondere Vor-
sorgen aufgrund des Personalabbaus im Rahmen eines Programms
zur Reorganisation und Kostensenkung. Vom Personalabbau sind
voraussichtlich 214 Mitarbeiter:innen am Standort Lenzing betrof-
fen. Die Rückstellungen wurden insbesondere für daraus resultie-
rende Abfindungen und Abfertigungen gebildet. Dabei wurden be-
reits zuvor rückgestellte Vorsorgen (insbesondere aus der regulären
Abfertigungsrückstellung; siehe Abschnitt „leistungsorientierte
Pläne“) in Höhe von TEUR 5.731,9 (2021: TEUR 0,0) verwendet und
sind nun in den Rückstellungen für Sozialplan ausgewiesen. Der
Restbetrag der notwendigen Vorsorgen in Höhe von TEUR 15.393,5
wurde über den Personalaufwand bzw. die sonstigen betrieblichen
Aufwendungen dotiert. Die gesamten Rückstellungen in Höhe von
TEUR 21.125,4 sollen erwartungsgemäß innerhalb der nächsten 12
Monate vollständig verbraucht werden.
Die übrigen Rückstellungen betreffen vor allem verbrauchte
Emissionszertifikate, Prüfungs- und Beratungskosten sowie Nach-
lässe, Rabatte und Provisionen.
161 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 15
Verbindlichkeiten
In den Verbindlichkeiten sind folgende Verbindlichkeiten mit ei-
ner Restlaufzeit über 5 Jahren enthalten:
Verbindlichkeiten 31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
Hybridkapital 500.000,0 500.000,0
Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen 27.000,0 26.885,5
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 11.600,0 86.450,0
Sonstige zinstragende Verbindlichkeiten 14.050,0 19.670,0
Gesamt 552.650,0 844.584,0
Das Hybridkapital beträgt zum 31. Dezember 2022
TEUR 500.000,0 (31. Dezember 2021: TEUR 500.000,0). Es ist
keine vertragliche Restlaufzeit vorgesehen.
Im Dezember 2020 wurde eine nachrangige unbefristete Anleihe
mit einem Nominalvolumen von TEUR 500.000,0 und einer Verzin-
sung von 5,75
% p.a. emittiert. Die Anleihe hat eine unendliche
(ewige) Laufzeit und kann erstmals am 7. Dezember 2025 durch die
Lenzing AG gekündigt und getilgt werden. Die Investoren haben
kein Kündigungsrecht. Falls die Anleihe nicht gekündigt wird, wird
die Anleihe ab dem 8. Dezember 2025 mit einem veränderten-
Zinssatz verzinst (dann geltender 5-Jahres Swapsatz plus Marge
von 11,208
%).
Die Zinsen sind nachträglich am 7. Dezember eines jeden Jahres
zur Zahlung fällig, sofern sich die Lenzing AG nicht entscheidet, die
betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgescho-
bene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt
werden, insbesondere wenn die Hauptversammlung der
Lenzing AG beschließt, eine Dividende zu leisten.
Die Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen stellen sich
wie folgt dar:
Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen per 31.12.2022
Fälligkeit
Ursprungs-
laufzeit
Buchwert Verzinsung
bis Jahre TEUR
2024/12 5 120.000,0 fix
2024/12 5 115.941,3 variabel
2025/05 10 13.500,0 fix
2025/11 5 48.000,0 fix
2026/12 7 72.500,0 fix
2026/12 7 159.500,0 variabel
2026/12 7 7.000,0 fix
2029/12 10 4.500,0 variabel
2029/12 10 9.500,0 fix
2034/12 15 13.000,0 fix
563.441,3
Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen per 31.12.2021
Fälligkeit
Ursprungs-
laufzeit
Buchwert Verzinsung
bis Jahre TEUR
2022/05 7 20.000,0 fix
2022/11 10 35.000,0 fix
Restlaufzeit von bis zu 1 Jahr 55.000,0
2024/12 5 120.000,0 fix
2024/12 5 113.564,3 variabel
2025/05 10 13.500,0 fix
2025/11 5 48.000,0 fix
2026/12 7 72.500,0 fix
2026/12 7 159.500,0 variabel
2026/12 7 7.000,0 fix
2029/12 10 4.500,0 variabel
2029/12 10 9.500,0 fix
2034/12 15 13.000,0 fix
Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 561.064,3
616.064,3
Im Geschäftsjahr 2022 hat die Lenzing Gruppe keine weiteren
Schuldscheindarlehen begeben.
Von den bestehenden Schuldscheinen hat die Lenzing AG im Ge-
schäftsjahr 2022 TEUR 55.000 (2021: TEUR 42.000) planmäßig zu-
rückgezahlt.
Die sonstigen zinstragenden Verbindlichkeiten enthalten ERP-
Kredite, Forschungsförderungskredite und Verbindlichkeiten aus
Finanzierungsleasing.
Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und
sonstigen zinstragenden Verbindlichkeiten von TEUR 612.376,6
(31. Dezember 2021: TEUR 613.470,0) sind wie im Vorjahr keine
durch Grundpfandrechte und sonstige dingliche Sicherheiten be-
sichert.
Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
betreffen TEUR 20.122,7 (31. Dezember 2021: TEUR 10.190,2) Liefe-
rungen und Leistungsverrechnungen, TEUR 246,6 (31. Dezember
2021: TEUR 493,0) sonstige Verrechnungen, sowie TEUR 24.222,0
(31. Dezember 2021: TEUR 28.043,8) Verbindlichkeiten aus Steu-
erumlagen. Weiters bestehen Verbindlichkeiten aus Darlehen in
Höhe von TEUR 7.000,0 (31. Dezember 2021: TEUR 24.000,0) ge-
genüber der Lenzing Global Finance GmbH aus der Weiterver-
rechnung der vereinnahmten finanziellen Mittel aus den von der
Lenzing Global Finance GmbH im Geschäftsjahr 2015 und 2012
begebenen Schuldscheinen.
In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Aufwendungen in Höhe
von TEUR 16.171,7 (31. Dezember 2021: TEUR 15.178,5) enthalten,
die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden. Davon
betreffen TEUR 1.890,4 (31. Dezember 2021: TEUR 1.890,4) noch
nicht bezahlte Zinsen für die unbefristete Anleihe und TEUR 3.562,4
(31. Dezember 2021: TEUR 3.809,4) Verbindlichkeiten für das
Altersteilzeitmodell gem. § 27 ALVG.
162 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 16
Rechnungsabgrenzungsposten
Die passive Rechnungsabgrenzung beinhaltet im Wesentlichen
transitorisch abgegrenzte Zinsenzuschüsse des Umwelt- und des
Forschungsförderungsfonds.
Haftungsverhältnisse
Haftungsverhältnisse liegen in folgendem Umfang vor:
Haftungsverhältnisse 31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
Bürgschafts- und Garantieerklärungen für den
Wasserreinhaltungsverband Lenzing – Lenzing AG
für den Bau der zweiten und dritten Ausbaustufe
der Abwasserreinigungsanlage
308,7 308,7
Haftungsübernahmen für verbundene Unternehmen 40.548,3 59.452,2
Haftungsübernahmen gegenüber Dritten 16.177,4 16.166,9
Gesamt 57.034,4 75.927,8
Es bestehen Factoring-Vereinbarungen, welche im Punkt „Anga-
ben zu sonstigen finanziellen Verpflichtungen und außerbilanziel-
len Geschäften“ erläutert werden. Für den theoretischen kreditrisi-
kobedingten Verlust für die Übernahme der Ausfallshaftung durch
die Lenzing AG in Höhe von TEUR 5.514,1 (31. Dezember 2021:
TEUR 0,0) wird eine Haftungsübernahme gegenüber Dritten aus-
gewiesen.
Die Lenzing AG hat harte Patronatserklärungen, die in ihrer Höhe
unbestimmt sind, abgegeben. Die Lenzing AG verpflichtet sich da-
rin, die Lenzing Fibers (Grimsby) Limited sowie die Lenzing Fibers
Inc. mit ausreichenden Mitteln auszustatten, damit sie ihre finanzi-
ellen Verpflichtungen aus abgeschlossenen Energielieferverträgen
erfüllen können. Die Patronatserklärungen können von Seiten der
Lenzing AG gekündigt werden.
Des Weiteren besteht eine Garantieerklärung der Lenzing AG, die
in ihrer Höhe unbestimmt ist, in der sie garantiert, dass die Pulp
Trading GmbH ihre finanziellen Verpflichtungen aus einem abge-
schlossenen Liefervertrag erfüllt.
Darüber hinaus bestehen Garantieerklärungen der Lenzing AG, in
der sie garantiert, dass die Lenzing (Thailand) Co., Ltd. ihre Bank-
verpflichtungen bis maximal TUSD 6.000,0 – d.s. TEUR 5.625,0
(31. Dezember 2021: bis maximal TUSD 6.000,0 – d.s. TEUR 5.293,8)
und bis maximal TEUR 6.000,0 (2021: TEUR 6.000,0) erfüllt.
Des Weiteren bestehen Garantieerklärungen der Lenzing AG, in
der sie garantiert, dass die LD Celulose S.A. ihre Bankverpflichtun-
gen bis maximal TUSD 114.200,0 – d.s. TEUR 101.287,4 (31. Dezem-
ber 2021: bis maximal TUSD 114.200,0 – d.s. TEUR 100.758,8) und bis
maximal TEUR 25.000,0 (31. Dezember 2021: TEUR 25.000,0) erfüllt.
Die Lenzing AG ist zu Kapitaleinschüssen in die Versicherungszelle
White Rock Insurance (Europe) Protected Cell Company Limited
verpflichtet, falls die finanziellen Mittel in der Zelle durch Scha-
denszahlungen an die Lenzing Töchter nicht ausreichen. Die maxi-
male Einschusspflicht pro Jahr sind TEUR 16.000,0.
163 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 17
Umsatzerlöse
Der Umsatz setzt sich wie folgt zusammen:
Umsatzerlöse nach Märkten 2022 2021
TEUR TEUR
Österreich 184.590,4 138.250,2
Europa inkl. Türkei ohne Österreich 553.046,1 420.397,9
Asien 358.593,1 389.687,9
Amerika 72.327,8 50.734,7
Sonstige 10.390,4 7.306,0
Gesamt 1.178.947,8 1.006.376,7
Umsatzerlöse nach Bereichen 2022 2021
TEUR TEUR
Division Fiber 944.487,3 834.671,3
Division Pulp 212.209,3 150.480,9
Others 22.251,3 21.224,5
Gesamt 1.178.947,8 1.006.376,7
Sonstige betriebliche Erträge
Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten:
Übrige sonstige betriebliche Erträge 2022 2021
TEUR TEUR
Forschungs- Lehrlings- und Bildungsprämien 5.414,8 5.462,8
Beiträge des österreichischen
Forschungsförderungsfonds
3.888,6 3.307,4
Auflösung von Wertberichtigungen 105,1 216,2
Erträge aus Emissionszertifikaten 6.145,4 868,6
Fremdwährungsdifferenzen 10.782,0 10.318,8
Energiekostenzuschuss 2.000,0 0,0
Übrige 459,3 678,0
Gesamt 28.795,2 20.851,9
Personalaufwand
Die Aufwendungen für Altersversorgung (inkl. Rückstellungs-
dotierungen und -auflösungen sowie Erträgen aus der Rückde-
ckungsversicherung) setzen sich wie folgt zusammen:
Aufwendungen für 2022 2021
TEUR TEUR
Beitragsorientierte Pläne
(Pensionskassenbeiträge)
2.070,9 1.780,8
Leistungsorientierte Pläne -174,9 -15,9
Gesamt 1.896,0 1.764,9
Die Aufwendungen für Altersversorgung (inkl. Rückstellungsdotie-
rungen und -auflösungen sowie Erträgen aus der Rückdeckungs-
versicherung) verteilen sich wie folgt:
Aufwendungen für 2022 2021
TEUR TEUR
Mitglieder des Vorstandes
Aktive Mitglieder 150,2 213,5
Ehemalige Mitglieder und deren
Hinterbliebene -881,9 -60,4
Leitende Arbeitnehmer:innen 87,8 87,0
Andere Arbeitnehmer:innen 2.539,9 1.524,9
Gesamt 1.896,0 1.764,9
Die Lenzing AG hat eine Rückdeckungsversicherung für Pensions-
ansprüche abgeschlossen. Der Aufwand aus diesen Pensionszusa-
gen (exkl. Rückstellungsdotierungen und -auflösungen) in Höhe
von TEUR 730,7 (2021: TEUR 701,8) sowie der Ertrag aus der Rück-
deckungsversicherung von TEUR 174,9 (2021: TEUR 151,9) sind im
Posten Aufwendungen für Altersversorgung enthalten.
Die Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an be-
triebliche Mitarbeitervorsorgekassen (inkl. Rückstellungsdotie-
rungen und -auflösungen der Rückstellung für Abfertigungen) set-
zen sich wie folgt zusammen:
Aufwendungen für 2022 2021
TEUR TEUR
Abfertigungen (inkl. freiwilligen Abfertigungen) 14.675,3 3.367,7
Leistungen an betriebliche
Mitarbeitervorsorgekassen
2.661,6 2.128,7
Gesamt 17.336,9 5.496,4
Die Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebli-
che Mitarbeitervorsorgekassen (inkl. Rückstellungsdotierungen
und -auflösungen) verteilen sich wie folgt:
Aufwendungen für 2022 2021
TEUR TEUR
Mitglieder des Vorstandes
Aktive Mitglieder 56,2 71,0
Leitende Arbeitnehmer:innen 59,0 47,3
Andere Arbeitnehmer:innen 2.728,2 5378,1
Sozialplan 14.493,5 0,0
Gesamt 17.336,9 5.496,4
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
164 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 18
Die Aufwendungen für Jubiläumsgelder (inkl. Rückstellungs-
dotierungen und -auflösungen) verteilen sich wie folgt:
Aufwendungen für 2022 2021
TEUR TEUR
Löhne -872,1 399,4
Gehälter -331,9 1075,1
Soziale Aufwendungen -985,9 882,5
Gesamt -2.189,9 2.357,0
Abschreibungen
Die Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anla-
gevermögens und Sachanlagen beinhalten die planmäßigen Ab-
schreibungen in Höhe von TEUR 75.581,0 (2021: TEUR 76.783,6).
Die Erträge aus der Auflösung der Investitionszuschüsse der öf-
fentlichen Hand vermindern die Abschreibungen in Höhe von
TEUR 987,6 (2021: TEUR 847,9).
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen umfassen:
Übrige sonstige betriebliche
Aufwendungen
2022 2021
TEUR TEUR
Vertriebsaufwendungen
(inkl. Werbeaufwendungen)
60.561,2 49.648,4
Instandhaltungen und Fremdleistungen 49.391,8 35.759,8
Konzernleistungen 40.260,9 32.230,9
Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen 18.227,1 16.977,6
Versicherungsaufwendungen 11.265,1 8.641,0
Miet- und Leasingaufwendungen 8.640,1 7.844,4
Gebühren, Spesen und sonstige Beiträge 5.527,7 5.478,2
Schulung der Belegschaft 5.741,9 4.452,8
Abfallentsorgung 3.588,5 2.987,4
Reise- und Fahrtkosten 4.412,4 1.631,4
Sonstige Aufwendungen 11.102,3 10.925,2
Gesamt 218.718,8 176.577,0
In den sonstigen Aufwendungen sind vor allem Aufwendungen für
Patente und Lizenzen, allgemeine Verwaltungskosten, Wertberich-
tigungen, Aufwendungen für den Verbrauch von Büromaterial, Auf-
wendungen des Aufsichtsrates, Aufwendungen für Schutzartikel
und Schutzkleidung sowie der Verbrauch von Lebensmitteln der
werkseigenen Küche enthalten.
Finanzergebnis
Die Erträge aus Beteiligungen betreffen im Wesentlichen Divi-
denden der Lenzing Fibers (Shanghai) Co. Ltd. in Höhe von
TEUR 8.234,7 (2021: TEUR 0,0), der Lenzing Fibers (Hongkong) Ltd.
in Höhe von TEUR 1.238,1 (2021: TEUR 0,0), des BZL – Bildungs-
zentrum Lenzing GmbH in Höhe von TEUR 450,0 (2021:
TEUR 525,0) und der Lenzing Papier GmbH in Höhe von
TEUR 800,0 (2021: TEUR 600,0). Die Erträge aus Beteiligungen im
Geschäftsjahr 2021 betrafen im Wesentlichen die Dividende der
Pulp Trading GmbH in Höhe von TEUR 62.000,0 und der Lenzing
Fibers Holding GmbH in Höhe von TEUR 14.400,0.
In den Erträgen aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen
des Finanzanlagevermögens sind Erträge aus Zinsforderungen
an verbundene Unternehmen von TEUR 32.809,9 (2021:
TEUR 15.440,7) erfasst.
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge resultieren im Wesent-
lichen aus der Aufzinsung von Ausleihungen in Höhe von
TEUR 1.031,6 (2021: TEUR 985,5) und aus Guthaben bei Kreditin-
stituten von TEUR 146,9 (2021: TEUR 61,0).
Die Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu
Finanzanlagen enthalten im Wesentlichen die Zuschreibung von
Beteiligungen und Ausleihungen in Höhe von TEUR 2.597,4 (2021:
TEUR 600,0) und die Gewinne aus Aktienverkäufen in der Höhe
von TEUR 812,1 (2021: TEUR 0,0).
Die Aufwendungen aus Finanzanlagen beinhalten Fremdwäh-
rungsverluste bzw. Fremdwährungseffekte auf Ausleihungen in
Höhe von TEUR 5.679,4 (2021: Erträge in Höhe von TEUR 15.085,4),
sowie die Abschreibungen von Ausleihungen und zugehörigen
Zinsforderungen in Höhe von TEUR 4.013,9 (2021: TEUR 2.086,5)
und Abschreibungen von Wertpapieren des Umlaufvermögens in
Höhe von TEUR 1.236,0 (2021: TEUR 1.000,0).
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Die laufenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag setzen
sich wie folgt zusammen:
Laufende Steuern vom Einkommen und
vom Ertrag 2022 2021
TEUR TEUR
Körperschaftsteuer aus der Gruppenbesteuerung 4.554,1 18.015,0
Steuergutschrift vom Gruppenträger -2.660,0 -747,1
Steuerumlagen der Gruppenmitglieder 5.754,6 63,6
Steuerumlagen an Gruppenmitglieder -4.438,7 -6.747,1
Sonstige Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 5.206,2 1.804,8
Gesamt 8.416,3 12.389,2
In der Position Steuergutschrift vom Gruppenträger sind auch Be-
träge aus Vorperioden enthalten; dies führt im Geschäftsjahr 2022
zu einem Steuerertrag in Höhe von TEUR 2.660,0 (2021:
TEUR 747,1).
Im Geschäftsjahr 2022 wurde ein latenter Steuerertrag für Verlust-
vorträge in Höhe von TEUR 4.626,4 (31. Dezember 2021: TEUR 0,0)
und ein latenter Steueraufwand für die Verminderung der aktiven
latenten Steuern in Höhe von TEUR 4.629,0 (2021: TEUR 6.905,1)
erfasst.
Die sonstigen Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten
wie im Vorjahr im Wesentlichen Körperschaftsteuern aus Vorperi-
oden und ausländische Quellensteuern.
165 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 19
Angaben zu sonstigen finanziellen
Verpflichtungen und
außerbilanziellen Geschäften
Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewie-
senen Sachanlagen liegen aufgrund von Leasing-, Pacht- und
Mietverträgen in folgendem Umfang vor:
Nutzungsverpflichtungen 31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
Im Folgejahr 7.125,4 4.315,3
In den folgenden fünf Jahren 15.191,7 10.870,1
Verpflichtungen aus offenen Bestellungen für die Lieferung von
Sachanlagen liegen in folgender Höhe vor:
Bestellobligo 31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
Bestellobligo für Investitionsvorhaben 23.971,5 17.948,9
Davon gegenüber verbundenen Unternehmen 98,4 10,0
Es gibt rechtlich unverbindliche Erklärungen der Lenzing AG, Toch-
tergesellschaften mit ausreichend finanziellen Mitteln auszustatten
(„weiche Patronatserklärungen“), die sich nicht an bestimmte Per-
sonen richten.
Die Bankgarantien für Verbindlichkeiten aus laufenden Geschäfts-
beziehungen betragen zum 31. Dezember 2022 TEUR 2.266,2
(31. Dezember 2021: TEUR 1.937,0).
Die Bankgarantien für die Eigenkapitaleinschüsse der Lenzing AG
in die LD Celulose S.A. sind im Jahr 2022 ausgelaufen. Im Ge-
schäftsjahr 2021 bestanden Bankgarantien in Höhe von
TEUR 55.143,5. Diese Bankgarantien wurden nicht gezogen.
Im Geschäftsjahr 2021 wurde vor einem US-Gericht eine Klage auf
nicht bezifferte Schadenersatzansprüche in Zusammenhang mit
einer ehemaligen Beteiligung gegen die Lenzing AG eingebracht.
Die Lenzing AG hat diese Ansprüche zurückgewiesen. Eine Leis-
tung von Schadenersatzzahlungen wurde vom Management per
31. Dezember 2022 sowie per 31. Dezember 2021 als nicht wahr-
scheinlich eingeschätzt. Details zur Vorsorge für Rechtsverteidi-
gungskosten werden im Abschnitt „Rückstellungen“ erläutert.
Verkauf von Forderungen / Factoring
Es bestehen Factoring-Vereinbarungen, aufgrund derer Banken
zum Ankauf bestimmter Forderungen aus Lieferungen und Leis-
tungen der Lenzing Gruppe über ein monatlich revolvierendes
Nominalvolumen verpflichtet sind. Die Lenzing Gruppe ist zum
Verkauf dieser Forderungen berechtigt. Die Vereinbarungen haben
eine unbestimmte Laufzeit; jede Partei hat das Recht, die Verein-
barungen mit einer Frist aufzukündigen und dann auslaufen zu las-
sen. Die verkauften Forderungen sind kurzfristig und innerhalb ei-
nes Jahres fällig. Die Factoring-Vereinbarungen haben per 31. De-
zember 2022 ein maximal ausnutzbares Nominalvolumen von ins-
gesamt TEUR 50.000,0 (31. Dezember 2021: TEUR 50.000,0).
Diese wurden 2022 wieder aufgenommen.
Die für die Risikobeurteilung relevanten Risiken der verkauften For-
derungen sind das Kreditausfallsrisiko (Delkredererisiko), im Fall
von Forderungen in Fremdwährung das Fremdwährungsrisiko und
das Risiko verspäteter Zahlungen. Die kreditrisikobedingten Aus-
fälle und im Fall von Forderungen in Fremdwährung die Schwan-
kungen der Wechselkurse stellen die wesentlichen mit diesen For-
derungen verbundenen Chancen und Risiken dar. Das Risiko ver-
späteter Zahlungen wird bei allen Factoring-Vereinbarungen von
der Lenzing AG getragen und als geringfügig eingeschätzt.
Die Lenzing AG übernimmt eine Ausfallshaftung von 10 Prozent
pro Zahlungsausfall. Dieser nicht von einer anderen Partei erstatt-
bare Betrag wird von der Bank nicht bevorschusst. Das verblei-
bende Kreditausfallsrisiko (90 Prozent pro Zahlungsausfall) und –
im Fall von Forderungen, die nicht auf die Berichtswährung lauten
– auch das Fremdwährungsrisiko übernimmt die Bank. Damit wur-
den die wesentlichen Chancen und Risiken zwischen der
Lenzing AG und der Bank aufgeteilt; die Verfügungsmacht über die
Forderungen ging allerdings auf die Bank über. Die Lenzing AG hat
sich verpflichtet, Kreditversicherungen für die verkauften Forde-
rungen abzuschließen und das Debitorenmanagement zu über-
nehmen. Die beteiligten Banken haben das Recht, überfällige For-
derungen aus verfahrensrechtlichen Gründen im Fall eines Rechts-
streits an die Lenzing AG zurück zu übertragen. Dadurch wird je-
doch das Kreditausfallsrisiko nicht an die Lenzing AG rückübertra-
gen und es ergeben sich auch keine Auswirkungen auf die Liquidi-
tät der Lenzing AG.
Zum 31. Dezember 2022 waren aufgrund der Factoring-Vereinba-
rungen Forderungen in Höhe von insgesamt TEUR 55.473,4
(31. Dezember 2021: TEUR 0,0) verkauft und aus der Bilanz der
Lenzing AG ausgebucht. Der nicht bevorschusste Betrag wird per
31. Dezember 2022 als sonstige Forderung in Höhe von
TEUR 5.547,3 (31. Dezember 2021: TEUR 0,0; vor Fremdwährungs-
bewertung) ausgewiesen. Die beizulegenden Zeitwerte entspre-
chen den angegebenen Buchwerten, da insbesondere auch die
Restlaufzeiten der betroffenen Forderungen kurzfristig sind. Die
wesentlichen Vorschüsse aus den Factoring-Vereinbarungen sind
mit Transaktionsbeginn im März 2022 an die Lenzing AG geflossen;
das Volumen unterliegt seither keinen wesentlichen Schwankungen.
Sonstige Angaben
166 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 20
Der oben angeführte nicht bevorschusste Betrag entspricht aus
Sicht der Lenzing AG dem theoretischen kreditrisikobedingten
Maximalverlust für die Übernahme der Ausfallshaftung. In Höhe
des beizulegenden Zeitwertes dieser Ausfallshaftung per 31. De-
zember 2022 von TEUR 33,3 (31. Dezember 2021: 0,0 TEUR) wurde
eine sonstige Rückstellung erfasst, der verbleibende Differenzbe-
trag in Höhe von TEUR 5.514,1 (31. Dezember 2021: TEUR 0,0) ist als
Haftung gegenüber Dritten ausgewiesen.
Die von Kunden im Zeitraum zwischen der letzten Bevorschussung
und dem Bilanzstichtag erhaltenen Zahlungen werden in den sons-
tigen Verbindlichkeiten abgegrenzt.
Verwendung von derivativen
Finanzinstrumenten
Die Lenzing AG setzt Devisentermingeschäfte sowie Zinswäh-
rungsderivate als Sicherungsgeschäfte ein, um Zins- und Wäh-
rungsrisiken aus dem operativen Geschäft zu vermindern. Die De-
visentermingeschäfte werden jährlich im Vorhinein auf Basis der
voraussichtlichen Umsatzerlöse bzw. Materialaufwendungen in
der betreffenden Fremdwährung festgelegt. Die Zinswährungsde-
rivate dienen zur Absicherung des Zins- und Währungsrisikos eines
Schuldscheindarlehens in USD mit variabler Verzinsung.
Zum Bilanzstichtag bestanden folgende Devisentermingeschäfte
und Zinswährungsderivate:
31.12.2022
Beizulegender Wert
2
Art der derivativen
Finanzinstrumente
Nominale
1
Sicherungs-
zeitraum
positiv negativ Buchwert Bilanzposten
FW 1.000 bis TEUR TEUR TEUR
Devisentermingeschäfte
CNY/CNH-Verkauf / EUR-Kauf CNY/CNH 734.800 12/2023 1.710,0 -380,5 0,0
USD-Kauf / EUR-Verkauf USD 11.400 01/2023 0,0 -552,7 0,0 -
Summe 1.710,0 -933,2 0,0
Zinswährungsderivate
USD-Kauf / EUR-Verkauf USD 65.000 12/2024 5.723,7 0,0 0,0 -
Nettoposition 6.500,5
1) Der Nominalwert wird als Bruttovolumen ausgewiesen
2) beizulegender Wert: + = Forderung / - = Verbindlichkeit aus Sicht der Lenzing
AG
31.12.2021
Beizulegender Wert
2
Art der derivativen
Finanzinstrumente
Nominale
1
Sicherungs-
zeitraum
positiv negativ Buchwert Bilanzposten
FW 1.000 bis TEUR TEUR TEUR
Devisentermingeschäfte
CNY/CNH-Verkauf / EUR-Kauf CNY/CNH 790.800 12/2022 28,7 -5.124,3 0,0
BRL-Verkauf / EUR-Kauf BRL 155.000 06/2022 0,0 -6.134,3 -6.134,3
übrige
Rückstellungen
CZK-Verkauf / EUR-Kauf CZK 97.000 12/2022 265,8 0,0 0,0 -
Summe 294,5 -11.258,6 -6.134,3
Zinswährungsderivate
USD-Kauf / EUR-Verkauf USD 65.000 12/2024 0,0 -1.441,8 0,0 -
Nettoposition -12.405,8
1) Der Nominalwert wird als Bruttovolumen ausgewiesen.
2) beizulegender Wert: + = Forderung / - = Verbindlichkeit aus Sicht der Lenzing AG
Die in den obigen Tabellen angegebenen beizulegenden Werte der
derivativen Finanzinstrumente entsprechen den Marktwerten zum
Bilanzstichtag. Sie wurden unter Anwendung anerkannter finanz-
mathematischer und gegebenenfalls statistischer Bewertungsmo-
delle und aktueller Marktparameter zum Bilanzstichtag durch Ban-
ken, andere externe Partner bzw. intern ermittelt.
Bei den beizulegenden Werten der Sicherungsgeschäfte handelt
es sich um unrealisierte Gewinne bzw. Verluste, die sich mit den
gegenläufigen Verlusten bzw. Gewinnen aus den dazugehörigen
Grundgeschäften ausgleichen.
167 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 21
In Anwendung der AFRAC-Stellungnahme „Die unternehmens-
rechtliche Bilanzierung von Derivaten und Sicherungsinstrumen-
ten“ vom Dezember 2020 werden zum Bilanzstichtag dokumen-
tierte Sicherungsbeziehungen (Bewertungseinheiten) zwischen
Devisentermingeschäften bzw. Zinswährungsderivaten, die als Si-
cherungsinstrumente dienen, und Grundgeschäften zur Absiche-
rung von Fremdwährungs- bzw. Zinsrisiken, gebildet. Liegt eine
derartige Bewertungseinheit vor, ist ein Derivat am Bilanzstichtag
nicht gesondert zu bewerten. Bewertungsobjekt ist vielmehr das
bereits bilanzierte abgesicherte Grundgeschäft (Fremdwährungs-
forderung bzw. -verbindlichkeit, bzw. die variabel verzinste Ver-
bindlichkeit) zusammen mit dem Sicherungsgeschäft (Devisenter-
mingeschäft bzw. Zinswährungsswap).
Zur Absicherung gegen Zins- und Währungsrisiken aus der Auf-
nahme von Schuldscheindarlehen in Fremdwährung werden in der
Lenzing AG Zinswährungsswaps eingesetzt. Diese derivativen Fi-
nanzinstrumente dienen dazu, die Variabilität zwischen den Zins-
und Tilgungszahlungen der erhaltenen Schuldscheindarlehen in
USD auszugleichen. Die Sicherungsgeschäfte werden zur Absiche-
rung des Fremdwährungsänderungsrisikos aus der Aufnahme der
Schuldscheindarlehen in USD und den Rück- und Zinszahlungen in
Fremdwährung sowie des Zinsrisikos, welches aus den variablen
Zinszahlungen des gesicherten Grundgeschäfts resultiert, festge-
legt. Die ineffektiven Anteile der Derivate werden, sofern negativ,
als Drohverlust rückgestellt (per 31. Dezember 2022: TEUR 0,0 und
per 31. Dezember 2021: TEUR 0,0). Die Bestimmung der Ineffekti-
vität erfolgt unter Anwendung der Dollar-Offset-Methode unter
Rückgriff auf ein hypothetisches Derivat.
Bei Devisentermingeschäften werden bei der Bemessung einer all-
fälligen Drohverlustrückstellung mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit eintretende gegenläufige, erfolgswirksame
Zahlungsströme berücksichtigt (zukünftige Zahlungseingänge aus
geplanten Umsatzerlösen bzw. Zahlungsausgänge aus geplanten
Materialaufwendungen in Fremdwährung). Im Jahresabschluss
2022 wurde keine Rückstellung für drohende Verluste für negative
Marktwerte von Derivaten mit einer ursprünglichen Laufzeit von
mehr als 12 Monaten gebildet (31. Dezember 2021: TEUR 6.134,3).
Zum 31. Dezember 2022 wurde auf eine Drohverlustrückstellung
aus kurzfristigen Sicherungsbeziehungen zukünftiger Zahlungs-
ströme in Höhe von TEUR 933,2 (31. Dezember 2021: TEUR 5.124,3)
verzichtet, da sich diese unrealisierten Verluste mit hoher Eintritts-
wahrscheinlichkeit mit den gegenläufigen unrealisierten Gewinnen
aus den zukünftigen Zahlungseingängen bzw. Zahlungsausgängen
in Fremdwährung ausgleichen werden.
Der wirksame Ausgleich zwischen unrealisierten Verlusten und
Gewinnen wird durch Effektivitätstests nachgewiesen. Bei Fremd-
währungsabsicherungen werden die Grundgeschäfte und die Si-
cherungsinstrumente für die Effektivitätsmessung je Währung in zu-
mindest quartalsweisen Laufzeitbändern zusammengefasst. Die
prospektive Sicherungswirkung der Sicherungsbeziehungen wird
durch einen Vergleich der wesentlichsten Konditionen nachgewiesen.
Dabei werden die geplanten Grundgeschäfte den abgeschlossenen
Sicherungsinstrumenten gegenübergestellt. Die retrospektive Siche-
rungswirkung der Bewertungseinheiten wird durch Vergleich der
seit Sicherungsbeginn tatsächlich erfolgten Zahlungsströme der
Grundgeschäfte mit den tatsächlichen Zahlungsströmen der Siche-
rungsinstrumente nach der Kompensierungsmethode beurteilt.
Aufgrund der identen, aber gegenläufigen Parameter kann von einer
hoch wirksamen Sicherungsbeziehung ausgegangen werden.
An der Bonität der Kontrahenten, die an einer Bewertungseinheit
beteiligt sind, bestehen zum Bilanzstichtag keinerlei Zweifel.
Organe und Arbeitnehmer:innen
Durchschnittliche Zahl der
Mitarbeiter:innen (Köpfe)
2022 2021
Angestellte 1.472 1.381
Arbeiter:innen 1.705 1.685
Gesamt 3.177 3.066
168 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 22
Beziehungen zu den Mitgliedern des
Vorstandes und den Mitgliedern des
Aufsichtsrates der Lenzing AG
Die aufgewendeten Vergütungen für das Management in Schlüs-
selpositionen im Rahmen ihrer Funktion, das sich aus den aktiven
Mitgliedern des Vorstandes und des Aufsichtsrates der Lenzing AG
zusammensetzt, stellen sich zusammengefasst wie folgt dar (inklu-
sive Rückstellungsveränderungen):
Vergütung des Managements in
Schlüsselpositionen (aufgewendet)
TEUR
2022 2021
Vergütung des Vorstandes
Grundgehalt 1.933,7 2.540,8
Sachbezüge und andere Vorteile (insb. zur
Nutzung überlassene Geschäftsfahrzeuge)
45,9 59,8
Kurzfristiger variabler Leistungsbonus
(Short-Term Incentive; STI)
75,0 2.035,2
Außerordentliche Vergütungsleistungen
(Sonderboni)
200,0 1.880,0
Kurzfristig fällige Leistungen 2.254,6 6.515,8
Langfristiger variabler Leistungsbonus
(Long-Term Incentive; LTI) -322,9 138,6
Außerordentliche Vergütungsleistungen
(Sonderboni) 0,0 0,0
Andere langfristig fällige Leistungen -322,9 138,6
Beiträge zur überbetrieblichen Pensionskasse 208,0 284,5
Leistungen nach Beendigung des
Arbeitsverhältnisses 208,0 284,5
Einmalige Abfindung 200,0 2.280,0
Leistungen aus Anlass der Beendigung des
Arbeitsverhältnisses 200,0 2.280,0
Vergütung des Vorstandes 2.339,7 9.218,9
Vergütung des Aufsichtsrates
Kurzfristig fällige Leistungen 745,1 907,5
Summe 3.084,9 10.126,4
Die Zielgröße für den langfristigen Bonusanteil (Long-Term Incen-
tive / LTI) der Vorstände setzt sich aus ausgewählten Kennzahlen
der Lenzing Gruppe zusammen, jeweils über einen dreijährigen Be-
rechnungszeitraum. Zusätzlich wird in diesen Berechnungszeiträu-
men die Kapitalmarktperformance der Gesellschaft im Vergleich zu
einer ausgewählten Gruppe börsennotierter Unternehmen bewer-
tet.
Den vom Betriebsrat delegierten Arbeitnehmervertretern im Auf-
sichtsrat steht neben der Vergütung für Ihre Tätigkeit im Aufsichts-
rat (insbesondere Sitzungsgelder) eine reguläre Entlohnung (Lohn
oder Gehalt und Abfertigungs- sowie Jubiläumsgeldzahlungen) im
Rahmen ihres Dienstvertrages zu. Die Entlohnung entspricht einer
angemessenen Vergütung für die ausgeübte Funktion bzw. Tätig-
keit im Unternehmen.
In markt- und konzernüblicher Weise gewährt die Lenzing AG den
Mitgliedern des Vorstandes, wie auch teilweise ihren leitenden An-
gestellten und dem Aufsichtsrat, weitere Leistungen, die als geld-
werte Vorteile angesehen werden. So besteht Versicherungsschutz
(D&O, Unfall- und Rechtsschutzversicherung etc.), dessen Kosten
von der Lenzing Gruppe getragen wird. Es erfolgen Gesamtprä-
mienzahlungen an die Versicherer, sodass eine spezifische Zuord-
nung an den Vorstand und Aufsichtsrat nicht stattfindet. Außerdem
werden den Mitgliedern des Vorstandes und teilweise den leiten-
den Angestellten Geschäftsfahrzeuge zur Nutzung überlassen. Da-
neben erhalten die Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichts-
rates Aufwandersatz für angefallene Kosten, insbesondere für Rei-
sespesen. Die Grundsätze des Vergütungssystems für Vorstand
und Aufsichtsrat sind im Vergütungsbericht laut Konzernnotes
2022 der Lenzing Gruppe detailliert ausgeführt und veröffentlicht.
Mitgliedern des Vorstandes und des Aufsichtsrates wurden keine
Vorschüsse, Kredite oder Haftungen gewährt. Die Lenzing Gruppe
ist keine Haftungsverhältnisse zu Gunsten des Vorstandes und des
Aufsichtsrates eingegangen.
Für die ehemaligen Mitglieder des Vorstandes der Lenzing AG
oder deren Hinterbliebene wurden Leistungen nach Beendigung
des Arbeitsverhältnisses in Form von Erträgen in der Gewinn- und
Verlustrechnung in Höhe von TEUR 881,9 (2021: Erträge in Höhe
von TEUR 12,1) erfasst. Der Barwert der dafür gebildeten Pensions-
rückstellung nach Abzug des beizulegenden Zeitwerts des Plan-
vermögens (Nettoschuld) beträgt zum 31. Dezember 2022
TEUR 4.922,9 (31. Dezember 2021: TEUR 6.511,5).
Honorare des Abschlussprüfers
Die aufgewendeten Honorare für Leistungen der KPMG Austria
GmbH, Linz setzten sich wie folgt zusammen:
Aufgewendete Honorare des
Abschlussprüfers
2022 2021
TEUR TEUR
Prüfung des Jahresabschlusses
(inkl. Konzernabschluss)
385,1 310,2
Andere Bestätigungsleistungen 199,1 151,6
Sonstige Leistungen 162,5 173,5
Gesamt 746,6 635,4
169 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 23
Angaben zur Gruppenbesteuerung
Die Lenzing AG und die im Gruppenvertrag einbezogenen Toch-
tergesellschaften sind Gruppenmitglieder in der zwischen der B&C
Holding Österreich GmbH als Gruppenträger und der Lenzing AG
sowie weiteren Tochtergesellschaften der Lenzing AG als Grup-
penmitglieder am 27. Juli 2017 abgeschlossenen steuerlichen Un-
ternehmensgruppe gemäß § 9 öKStG (österreichisches Körper-
schaftsteuergesetz). Der Steuerausgleichsvertrag wurde mit Wir-
kung ab dem Wirtschaftsjahr 2021 der Lenzing Aktiengesellschaft
sowie der (un)mittelbaren Tochtergesellschaften, die ebenfalls
Gruppenmitglieder sind, am 04. November 2021 neu gefasst, in
dem auch die Neuregelungen betreffend Zinsschranke (§ 12a KStG)
berücksichtigt sind.
Im Zuge der Gruppenbesteuerung kommt es zwischen den einbe-
zogenen Gruppenmitgliedern zu einer Aufrechnung von steuerli-
chen Gewinnen und Verlusten. Zukünftige Steuerverpflichtungen
aus der Anrechnung von Verlusten ausländischer Tochtergesell-
schaften werden ohne Abzinsung im Jahresabschluss erfasst. Der
Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag verpflichtet die
Lenzing AG, eine Steuerumlage in Höhe der auf den steuerpflichti-
gen Gewinn der Gesellschaft und der in die Gruppe einbezogenen
Tochtergesellschaften entfallenden Körperschaftsteuer zu entrich-
ten. Allfällige beim Gruppenträger auf das gesamte Gruppener-
gebnis effektiv anrechenbare in- und ausländische Quellensteuern
sowie weitergeleitete Mindestkörperschaftsteuern kürzen die von
der Lenzing AG zu zahlende Steuerumlage.
Sofern im Veranlagungsjahr laufende Verluste bzw. Verlustvorträge,
die vom Gruppenträger selbst verursacht wurden, gegen positive
Ergebnisse der Steuergruppe der Lenzing AG verrechnet werden
können, kommt es zu einer Reduktion der von der Lenzing AG zu
leistenden Steuerumlage. Die Reduktion der Steuerumlage beträgt
25 Prozent des geltenden Körperschaftsteuersatzes von 25 Pro-
zent (somit 6,25 Prozent) der in einem Veranlagungsjahr des Grup-
penträgers mit positiven Ergebnissen verrechneten gruppenträger-
eigenen laufenden Verluste bzw. Verlustvorträge.
Aus der steuerlichen Unternehmensgruppe hat die Lenzing AG im
Geschäftsjahr 2022 (inklusive Beträge aus Vorperioden) eine Steu-
ergutschrift in Höhe von TEUR 2.660,0 (2021: TEUR 747,1) ergeb-
niswirksam verbucht. Im Geschäftsjahr 2022 erfolgten gemäß der
vertraglichen Verpflichtung und aufgrund des steuerlichen Ge-
winns im Vorjahr die Zahlung der Steuerumlage 2021 und die Vo-
rauszahlungen der Steuerumlage 2022 an den Gruppenträger in
Summe von TEUR 20.679,1 (2021: Rückzahlung der Vorauszahlung
der Steuerumlage 2020 und Aufrollung der Vorjahre vom Grup-
penträger in Summe von TEUR 15.285,0).
Zum 31. Dezember 2022 bilanziert die Lenzing AG aus der Steu-
erumlage eine Forderung in Höhe von TEUR 10.437,8 (31. Dezem-
ber 2021: eine Verbindlichkeit in Höhe von TEUR 12.644,2) gegen-
über dem Gruppenträger. Die Steuerlatenz auf den steuerlichen
Verlust in Höhe von TEUR 4.626,4 (31. Dezember 2021: TEUR 0,0)
wird in den aktiven latenten Steuern erfasst. Im Jahr 2022 wird aus
der Steuerumlage ein Ertragsteuer-Ertrag in Höhe von
TEUR 2.402,9 (2021: ein Ertragsteuer-Aufwand in Höhe von
TEUR 11.900,2) gegenüber dem Gruppenträger ausgewiesen.
Ein steuerlicher Verlust der Lenzing AG inklusive der beteiligten
Tochtergesellschaften wird evident gehalten und mit künftigen
steuerlichen Gewinnen verrechnet. Für bei Beendigung des Ver-
trages nicht verrechnete Verluste ist eine Ausgleichszahlung ver-
einbart.
Mit den einbezogenen Tochtergesellschaften wurde ein Ergän-
zungsvertrag abgeschlossen, welcher ebenfalls mit Wirkung ab
dem Wirtschaftsjahr 2021 neu gefasst wurde. Dieser Vertrag ver-
pflichtet das jeweilige österreichische Gruppenmitglied, eine Steu-
erumlage in Höhe der auf seinen steuerpflichtigen Gewinn entfal-
lenden Körperschaftsteuer an die Lenzing AG zu entrichten. Die
Lenzing AG ist verpflichtet, der jeweiligen Gesellschaft im Fall ei-
nes Verlustes eine Steuergutschrift in der Höhe der durch den Ver-
lust bewirkten Steuerentlastung zu erteilen. Steuerliche Verluste
von ausländischen Gruppenmitgliedern, welche in die Gruppenbe-
steuerung einbezogen werden, kürzen die geschuldete Steuerum-
lage des betreffenden Gruppenmitglieds maximal auf Null. Die
darüberhinausgehenden ausländischen Verluste werden in einem
internen Verlustvortrag evident gehalten und mit künftigen auslän-
dischen Gewinnen, die nachversteuert werden müssen, gegenver-
rechnet.
170 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 24
Direkte Beteiligungen zum 31.12.2022
Beteiligung Währung Nennkapital
Anteil in
Prozent
Eigenkapital
31.12.2022
Jahresüberschuss/-
fehlbetrag 2022
TEUR TEUR
Beech Investment s.r.o., Zlaté Moravce, Slowakei EUR 6.639 100,00 174,7
4
1,9
4
BZL-Bildungszentrum Lenzing GmbH, Lenzing EUR 43.604 75,00 1.696,9 1.022,6
EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH, Kelheim, Deutschland EUR 2.000.000 20,00 1.676,5
3
-33,4
3
Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft m.b.H. für den Bezirk
Vöcklabruck, Lenzing EUR
1.155.336 99,90 54.607,2
1
3.366,9
1
LD Celulose S.A., Sao Paulo, Brasilien BRL 2.913.721.980 51,00 560.676,0
4
30.334,1
4
LD Florestal S.A., Sao Paulo, Brasilien BRL 177.452.357 50,00 26.157,4
4
8.172,7
4
Lenzing (Thailand) Co., Ltd., Bangkok, Thailand THB 5.368.463.500 100,00 67.196,9
4
-47.663,3
4
Lenzing Fibers (Hongkong) Ltd., Hong Kong, China HKD 30.300.000 100,00 5.996,4
4
-700,8
4
Lenzing Fibers (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China USD 200.000 100,00 21.335,7
4
396,9
4
Lenzing Fibers Holding GmbH, Lenzing EUR 35.000 100,00 228.040,3 9,2
Lenzing Fibers India Private Ltd., Coimbatore, Indien INR 1.000 25.464 100,00 1.518,8
4
969,4
4
Lenzing Global Finance GmbH, München, Deutschland EUR 25.000 100,00 183,2
3
11,7
3
Lenzing Land Holding LLC., Dover, USA USD 10.000 100,00 1.237,6
4
168,4
4
Lenzing Modi Fibers India Private Limited, Mumbai, Indien INR 1.000 1.187.241 96,52 5900,8 -153,0
Lenzing Papier GmbH, Lenzing EUR 35.000 40,00 21.041,9
5
12.914,5
5
Lenzing Singapore Pte. Ltd., Singapur, Republik Singapur EUR 1.000.000 100,00 2.501,7
4
705,6
4
PT. Pura Golden Lion, Jakarta, Indonesien IDR 1.000 2.500.000 40,00 4.657,8
6
57,6
6
PT. South Pacific Viscose, Purwakarta, Indonesien IDR 1.000 106.614.724 95,12 127.165,6
4
-100.349,6
4
Pulp Trading GmbH, Lenzing EUR 40.000 100,00 205.303,9 74.647,0
RVL Reststoffverwertung Lenzing GmbH, Lenzing EUR 36.336 50,00 84,3 1,3
1) 2021
2) Der direkt von der Lenzing AG gehaltene Anteil beträgt 91,87 Prozent, inkl. der indirekt gehaltenen Anteile beträgt der durchgerechnete Anteil 95,12 Prozent.
3) Eigenkapital und Ergebnis wurden nach lokalem Recht ermittelt.
4) Eigenkapital und Ergebnis wurden aus den zur Erstellung des Konzernabschlusses herangezogenen Abschlüssen, welche entsprechend IFRS aufgestellt wurden, entnommen.
5) Vorläufig
6) Eigenkapital und Ergebnis 2021 nach lokalem Recht
171 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 25
Direkte Beteiligungen zum 31.12.2021
Beteiligung Währung Nennkapital
Anteil in
Prozent
Eigenkapital
31.12.2021
Jahresüberschuss/-
fehlbetrag 2021
TEUR TEUR
Beech Investment s.r.o., Zlaté Moravce, Slowakei EUR 6.639 100,00 172,7
4
6,2
4
BZL-Bildungszentrum Lenzing GmbH, Lenzing EUR 43.604 75,00 1.274,3 589,1
EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH, Kelheim, Deutschland EUR 2.000.000 20,00 1.709,9
3
-30,9
3
Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft m.b.H. für den Bezirk
Vöcklabruck, Lenzing
EUR 1.155.336 99,90 51.280,7
1
3.821,3
1
LD Celulose S.A., Sao Paulo, Brasilien BRL 2.278.921.980 51,00 356.569,7
4
-20.564,2
4
LD Florestal S.A., Sao Paulo, Brasilien BRL 177.452.357 50,00 30.192,1
4
-81,8
4
Lenzing (Thailand) Co., Ltd., Bangkok, Thailand THB 4.000.000.000 100,00 73.376,5
4
-26.582,7
4
Lenzing Fibers (Hongkong) Ltd., Hong Kong, China HKD 30.300.000 100,00 7.460,7
4
718,7
4
Lenzing Fibers (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China USD 200.000 100,00 29.683,7
4
5.259,5
4
Lenzing Fibers Holding GmbH, Lenzing EUR 35.000 100,00 212.079,4 7.978,2
Lenzing Fibers India Private Ltd., Coimbatore, Indien INR 1.000 25.464 100,00 638,0
4
343,2
4
Lenzing Global Finance GmbH, München, Deutschland EUR 25.000 100,00 171,5
3
15,3
3
Lenzing Land Holding LLC., Dover, USA USD 10.000 100,00 1.008,4
4
153,0
4
Lenzing Modi Fibers India Private Limited, Mumbai, Indien INR 1.000 1.187.241 96,52 6.325,2
4
-135,8
4
Lenzing Papier GmbH, Lenzing EUR 35.000 40,00 10.127,4
6
1.966,6
6
Lenzing Singapore Pte. Ltd., Singapur, Republik Singapur EUR 1.000.000 100,00 1.798,8
4
818,8
4
PT. Pura Golden Lion, Jakarta, Indonesien IDR 1.000 2.500.000 40,00 4.657,8
3
57,6
3
PT. South Pacific Viscose, Purwakarta, Indonesien IDR 1.000 106.275.869 91,87
2
211.951,6
6
-25.827,1
6
Pulp Trading GmbH, Lenzing EUR 40.000 100,00 130.656,9 52.199,6
RVL Reststoffverwertung Lenzing GmbH, Lenzing EUR 36.336 50,00 83,1 1,1
1) 2020
2) Der direkt von der Lenzing AG gehaltene Anteil beträgt 88,08 Prozent, inkl. der indirekt gehaltenen Anteile beträgt der durchgerechnete Anteil 92,85 Prozent.
3) Eigenkapital und Ergebnis wurden nach lokalem Recht ermittelt.
4) Eigenkapital und Ergebnis wurden aus den zur Erstellung des Konzernabschlusses herangezogenen Abschlüssen, welche entsprechend IFRS aufgestellt wurden, entnommen.
5) Vorläufig
6) Änderung Vorjahreswert
Verwendung des Ergebnisses 2022
Der Jahresgewinn nach UGB des Geschäftsjahres 2022 der
Lenzing AG wird wie folgt verwendet:
EUR
Das Geschäftsjahr 2022 endet mit einem
Jahresüberschuss von 65.919.101,17
nach Zuweisung zu (freien) Gewinnrücklagen von -65.919.101,17
verbleibt ein Bilanzgewinn von 0,00
172 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 26
Organe der Gesellschaft
Mitglieder des Aufsichtsrates
●
Cord Prinzhorn, MBA
Vorsitzender (seit 26. April 2022)
●
Dr. Stefan Fida
Stellvertretender Vorsitzender (seit 14. April 2021)
●
Mag. Helmut Bernkopf
●
Dr. Christian Bruch
●
Dr. Markus Fürst, MBA (seit 14. April 2021)
●
KR Dr. Franz Gasselsberger, MBA
●
Melody Harris-Jensbach
●
Mag. Patrick Prügger
●
Dr. Astrid Skala-Kuhmann
●
Dipl.-Bw. Peter Edelmann
Vorsitzender (bis 26. April 2022)
●
Dr. Veit Sorger
Stellvertretender Vorsitzender (bis 14. April 2021)
Vom Betriebsrat delegiert
●
Johann Schernberger
Vorsitzender des Konzernbetriebsrates
Vorsitzender des Betriebsausschusses (bis 18. Jänner 2021)
Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates
●
Helmut Kirchmair
Vorsitzender des Betriebsausschusses (seit 18. Jänner 2021)
Stellvertretender Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates
●
Georg Liftinger
Stellvertretender Vorsitzender des Betriebsausschusses
Vorsitzender des Angestelltenbetriebsrates
Stellvertretender Vorsitzender des Konzernbetriebsrates
●
Herbert Brauneis
Stellvertretender Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates
●
Ing. Daniela Födinger
Stellvertretende Vorsitzende des Angestelltenbetriebsrates
Mitglieder des Vorstandes
●
DI Stephan Sielaff
Chief Executive Officer (seit 1. April 2022)
●
Dr. Nico Reiner
Chief Financial Officer (seit 1. Jänner 2023)
●
Robert van de Kerkhof, MBA
Chief Commercial Officer
●
DI Christian Skilich, MBA, LLM
Chief Pulp Officer
●
Cord Prinzhorn, MBA
Chief Executive Officer (4. November 2021 bis 31. März 2022)
●
Mag. Thomas Obendrauf, MBA
Chief Financial Officer (bis 31. Mai 2022)
●
Dr. Stefan Doboczky, MBA
Chief Executive Officer (bis 30. September 2021)
173 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 27
Wesentliche Ereignisse nach dem
Bilanzstichtag
Nach dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 sind keine Vorgänge
von wesentlicher Bedeutung für die Lenzing AG bekannt gewor-
den, die zu einer anderen Darstellung der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage geführt hätten.
Lenzing, am 1. März 2023
Lenzing Aktiengesellschaft
Der Vorstand
DI Stephan Sielaff Dr. Nico Reiner
Chief Executive Officer Chief Financial Officer
Robert van de Kerkhof, MBA DI Christian Skilich, MBA, LLM
Chief Commercial Officer Chief Pulp Officer
174 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 28
Lenzing AG
Entwicklung des Anlagevermögens
für den Zeitraum 01. Jänner 2022 bis 31. Dezember 2022
Anschaffungskosten
Anschaffungs- bzw.
Herstellungskosten
Zugänge Umbuchungen Abgänge
Anschaffungs- bzw.
Herstellungskosten
01.01.2022 2022 2022 2022 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände EUR EUR EUR EUR EUR
1. Rechte 64.799.773,14 839.972,68 172.221,06 -862.935,44 64.949.031,44
2. Firmenwert 650.240,60 0,00 0,00 0,00 650.240,60
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 65.450.013,74 839.972,68 172.221,06 -862.935,44 65.599.272,04
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten,
einschließlich der Bauten auf fremdem Grund
a) Wohngebäude
Grundwert 3.308.394,68 0,00 0,00 -21.300,69 3.287.093,99
Gebäudewert 3.039.049,55 0,00 0,00 -488.114,35 2.550.935,20
b) Geschäfts- und Fabriksgebäude und andere
Baulichkeiten
Grundwert 1.683.122,57 0,00 0,00 0,00 1.683.122,57
Gebäudewert 313.837.034,02 2.972.059,83 2.947.809,64 -373.848,73 319.383.054,76
c) Unbebaute Grundstücke 2.631.751,85 40.793,03 0,00 0,00 2.672.544,88
324.499.352,67 3.012.852,86 2.947.809,64 -883.263,77 329.576.751,40
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.689.023.866,03 35.881.252,76 27.636.556,46 -20.173.982,63 1.732.367.692,62
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 103.559.750,61 12.001.679,40 673.123,52 -9.818.293,88 106.416.259,65
4. Anlagen in Bau 42.348.490,82 21.103.401,94 -29.245.650,72 0,00 34.206.242,04
5. Geleistete Anzahlungen 2.184.059,96 1.651.109,37 -2.184.059,96 0,00 1.651.109,37
Summe Sachanlagen 2.161.615.520,09 73.650.296,33 -172.221,06 -30.875.540,28 2.204.218.055,08
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 841.646.182,59 114.929.811,15 0,00 0,00 956.575.993,74
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 367.254.116,32 293.953.568,03 6.400.000,00 -360.017,88 667.247.666,47
3. Beteiligungen 28.922.634,30 0,00 0,00 0,00 28.922.634,30
4. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens 15.564.342,02 1.475.766,00 0,00 -154.067,45 16.886.040,57
5. Sonstige Ausleihungen 18.407.874,16 1.372.125,14 0,00 -2.888.329,89 16.891.669,41
Summe Finanzanlagen 1.271.795.149,39 411.731.270,32 6.400.000,00 -3.402.415,22 1.686.524.004,49
3.498.860.683,22 486.221.539,33 6.400.000,00 -35.140.890,94 3.956.341.331,61
1) inklusive geringwertige Vermögensgegenstände in Höhe von EUR 1.127.668,93
175 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 29
Abschreibungen kumuliert Buchwert
Abschreibungen
kumuliert
Abschreibungen Zuschreibungen Umbuchungen Abgänge
Abschreibungen
kumuliert
Buchwert Buchwert
01.01.2022 2022 2022 2022 2022 31.12.2022 31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR
61.394.633,26 1.522.095,09 0,00 0,00 -861.025,99 62.055.702,36 2.893.329,08 3.405.139,88
374.856,09 43.349,37 0,00 0,00 0,00 418.205,46 232.035,14 275.384,51
61.769.489,35 1.565.444,46 0,00 0,00 -861.025,99 62.473.907,82 3.125.364,22 3.680.524,39
0,04 0,00 0,00 0,00 0,00 0,04 3.287.093,95 3.308.394,64
1.078.333,79 50.056,19 0,00 0,00 -456.354,12 672.035,86 1.878.899,34 1.960.715,76
0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 1.683.122,57 1.683.122,57
162.169.078,41 8.620.985,99 0,00 0,00 -353.276,79 170.436.787,61 148.946.267,15 151.667.955,61
0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 2.672.544,88 2.631.751,85
163.247.412,24 8.671.042,18 0,00 0,00 -809.630,91 171.108.823,51 158.467.927,89 161.251.940,43
1.209.110.337,13 56.461.886,87 0,00 0,00 -19.488.787,11 1.246.083.436,89 486.284.255,73 479.913.528,90
81.490.213,07 8.882.605,31 0,00 0,00 -9.784.160,67
1
80.588.657,71 25.827.601,94 22.069.537,54
0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 34.206.242,04 42.348.490,82
0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 1.651.109,37 2.184.059,96
1.453.847.962,44 74.015.534,36 0,00 0,00 -30.082.578,69 1.497.780.918,11 706.437.136,97 707.767.557,65
10.852.559,68 0,00 0,00 0,00 0,00 10.852.559,68 945.723.434,06 830.793.622,91
2.144.592,10 7.034.758,25 0,00 0,00 0,00 9.179.350,35 658.068.316,13 365.109.524,22
1.997.395,95 0,00 -1.997.395,95 0,00 0,00 0,00 28.922.634,30 26.925.238,35
0,00 285.147,23 0,00 0,00 0,00 285.147,23 16.600.893,34 15.564.342,02
5.247.139,78 3.136.519,31 -600.000,00 0,00 0,00 7.783.659,09 9.108.010,32 13.160.734,38
20.241.687,51 10.456.424,79 -2.597.395,95 0,00 0,00 28.100.716,35 1.658.423.288,15 1.251.553.461,88
1.535.859.139,30 86.037.403,61 -2.597.395,95 0,00 -30.943.604,68 1.588.355.542,28 2.367.985.789,34 1.963.001.543,92
176 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 30
Lenzing AG
Entwicklung der Zuschüsse der öffentlichen Hand
für den Zeitraum 01. Jänner 2022 bis 31. Dezember 2022
Zuschüsse der öffentlichen Hand
Stand am
01.01.2022
Zugang Abgang Auflösung Umbuchung
Stand am
31.12.2022
A. Investitionszuschüsse EUR EUR EUR EUR EUR EUR
I. Investitionszuschüsse der
öffentlichen Hand
1. Grundstücke, grundstücksgleiche
Rechte und Bauten, einschließlich der
Bauten auf fremdem Grund
857.652,11 1.560,00 0,00 -112.064,76 0,00 747.147,35
2. Technische Anlagen und Maschinen 5.435.742,33 670.079,00 -2.073,30 -638.736,99 0,00 5.465.011,04
3. Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
323.768,16 8.445,00 0,00 -27.306,64 0,00 304.906,52
6.617.162,60 680.084,00 -2.073,30 -778.108,39 0,00 6.517.064,91
II. Emissionszertifikate 43.327.663,98 29.498.906,58 -2.967.461,41 -3.544.410,42 0,00 66.314.698,73
III. Investitionsprämien 573.524,24 1.664.528,49 0,00 -207.432,66 0,00 2.030.620,07
50.518.350,82 31.843.519,07 -2.969.534,71 -4.529.951,47 0,00 74.862.383,71
177 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 31
Bericht zum Jahresabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Jahresabschluss der
Lenzing Aktiengesellschaft,
Lenzing,
bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022, der Gewinn-
und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Ge-
schäftsjahr und dem Anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Jahresabschluss den ge-
setzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild
der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2022 sowie der
Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende
Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unter-
nehmensrechtlichen Vorschriften.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der
EU-Verordnung Nr 537/2014 (im Folgenden AP-VO) und mit den
österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprü-
fung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung
der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwort-
lichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Ab-
schnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung
des Jahresabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weiterge-
hend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in
Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens- und
berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen be-
ruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen
erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prü-
fungsnachweise bis zum Datum dieses Bestätigungsvermerkes
ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prü-
fungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachver-
halte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeut-
samsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäfts-
jahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit
unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bil-
dung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben
kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen
Siehe Anhang Seite 9.
Das Risiko für den Abschluss
Die Anteile an verbundenen Unternehmen mit einem Buchwert in
Höhe von EUR 946 Mio. stellen rund 30
% des ausgewiesenen Ver-
mögens im Jahresabschluss der Lenzing Aktiengesellschaft dar.
Für sämtliche bedeutsamen Anteile an verbundenen Unternehmen
beurteilt Lenzing Aktiengesellschaft, ob Anhaltspunkte für einen
wesentlich gesunkenen beizulegenden Wert vorliegen. Liegen sol-
che Anhaltspunkte vor, wird für das betroffene verbundene Unter-
nehmen eine Unternehmensbewertung durchgeführt und der
Buchwert der Anteile gegebenenfalls auf den niedrigeren beizule-
genden Wert abgeschrieben. Zum 31. Dezember 2022 hat Lenzing
Aktiengesellschaft Anhaltspunkte für einen wesentlich gesunkenen
beizulegenden Wert von Anteilen an verbundenen Unternehmen
identifiziert. Die in Folge ermittelten beizulegenden Werte ergaben
eine ausreichende Deckung der Buchwerte der Anteile.
Die Bewertung des beizulegenden Wertes von Anteilen an verbun-
denen Unternehmen erfordert Annahmen und Schätzungen, wie
beispielsweise die Schätzung der künftigen Einzahlungsüber-
schüsse sowie die Festlegung des anzuwendenden Diskontie-
rungszinssatzes. Für den Jahresabschluss besteht damit das Risiko,
dass nicht angemessene Annahmen und Schätzungen eine we-
sentliche Auswirkung auf den beizulegenden Wert und damit den
Wertansatz der Anteile an verbundenen Unternehmen in der Bilanz
und das Finanzergebnis in der Gewinn- und Verlustrechnung ha-
ben können.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Wir haben die Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unter-
nehmen wie folgt beurteilt:
●
Wir haben die vom Unternehmen durchgeführte Analyse der
Anhaltspunkte für einen wesentlich gesunkenen beizulegen-
den Wert (einschließlich der Deckung des Beteiligungsansat-
zes durch das anteilige Eigenkapital) der Anteile an verbunde-
nen Unternehmen nachvollzogen.
●
Zur Beurteilung der Angemessenheit der zugrunde gelegten
internen Planungen haben wir uns ein Verständnis über den
Planungsprozess verschafft, die Annahmen über Wachstums-
raten und operative Ergebnisse in Gesprächen mit den zustän-
digen leitenden Personen im Unternehmen erörtert und die der
Bewertung zugrunde gelegten Planungsdaten mit den aktuel-
len vom Aufsichtsrat genehmigten Budgetzahlen sowie der
vom Vorstand freigegebenen Mittelfristplanung abgeglichen.
●
Die Planungstreue haben wir durch Vergleich der in den Vor-
jahren erfolgten Planungen mit den tatsächlich eingetretenen
Werten beurteilt.
●
Unsere Bewertungsspezialisten haben die Methodik der
durchgeführten Wertminderungstests nachvollzogen und be-
urteilt, ob diese angemessen ist. Die zur Festlegung der Kapi-
talkostensätze herangezogenen Annahmen haben unsere Be-
wertungsspezialisten mit markt- und branchenspezifischen
Richtwerten abgeglichen und die rechnerische Richtigkeit des
Berechnungsschemas überprüft.
Bestätigungsvermerk
178 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 32
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen
Vertreter und des Prüfungsausschusses für den
Jahresabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung
des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung
mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften
ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertrags-
lage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Ver-
treter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwen-
dig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu er-
möglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen auf-
grund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen
Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur
Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachver-
halte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstä-
tigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rech-
nungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätig-
keit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsich-
tigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unterneh-
menstätigkeit einzustellen oder haben keine realistische Alterna-
tive dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des
Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für
die Prüfung des Jahresabschlusses
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob
der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen
Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist
und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsur-
teil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Si-
cherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung
mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ord-
nungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA er-
fordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche
Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Dar-
stellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resul-
tieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen ein-
zeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte,
dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffe-
nen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der AP-
VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer
Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir
während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermes-
sen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
●
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher fal-
scher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder
Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reak-
tion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungs-
nachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grund-
lage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus
dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Dar-
stellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtü-
mern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusam-
menwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten,
irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner
Kontrollen beinhalten können.
●
Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprü-
fung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlun-
gen zu planen, die unter den gegebenen Umständen ange-
messen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur
Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft
abzugeben.
●
Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen
Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie
die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern darge-
stellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit
zusammenhängende Angaben.
●
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der
Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortfüh-
rung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertre-
ter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise,
ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Er-
eignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel
an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unter-
nehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfol-
gerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht,
sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die
dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu
machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser
Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfol-
gerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Be-
stätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige
Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der
Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit
zur Folge haben.
●
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den In-
halt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie
ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvor-
fälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein mög-
lichst getreues Bild erreicht wird.
●
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem
über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Eintei-
lung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungs-
feststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel
im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Ab-
schlussprüfung erkennen, aus.
●
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab,
dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen
zur Unabhängigkeit eingehalten haben und uns mit ihm über
alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte austauschen,
von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass
sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig –
damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
●
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit
dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen
Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jah-
resabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die be-
sonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschrei-
ben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es
sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen
die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestim-
men in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in
unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil
vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen ei-
ner solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Inte-
resse übersteigen würden.
179 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 33
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche
Anforderungen
Bericht zum Lagebericht
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmens-
rechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresab-
schluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen
Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung
des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen
unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufs-
grundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden
rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach
§ 243a UGB zutreffenden Angaben, und steht in Einklang mit dem
Jahresabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonne-
nen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die
Gesellschaft und ihr Umfeld haben wir keine wesentlichen fehler-
haften Angaben im Lagebericht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 AP-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 26. April 2022 als Ab-
schlussprüfer gewählt und am 26. April 2022 vom Aufsichtsrat mit
der Abschlussprüfung der Gesellschaft für das am 31. Dezember
2022 endende Geschäftsjahr beauftragt.
Wir sind ohne Unterbrechung seit dem Jahresabschluss zum
31. Dezember 2017 Abschlussprüfer der Gesellschaft.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum
Jahresabschluss" mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungs-
ausschuss nach Artikel 11 der AP-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen
(Artikel 5 Abs 1 der AP-VO) erbracht haben und dass wir bei der
Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von
der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
Auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüferin
Die für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschafts-
prüferin ist Frau Mag. Gabriele Lehner.
Linz, am 3. März 2023
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
qualifiziert elektronisch signiert:
Mag. Gabriele Lehner
Wirtschaftsprüferin
Dieses Dokument wurde qualifiziert elektronisch signiert und ist nur in dieser Fassung
gültig. Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Be-
stätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestä-
tigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständi-
gen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vor-
schriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.
180 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Geschäftsbericht 2022 Lenzing AG 34
Erklärung des Vorstandes gemäß
§ 124 (1) Z 3 Börsegesetz
Wir erklären nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den
maßgebenden Rechnungslegungsstandards gemäß UGB aufge-
stellte Jahresabschluss der Lenzing AG zum 31. Dezember 2022
ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertrags-
lage der Lenzing AG vermittelt.
Ebenso erklären wir nach bestem Wissen, dass der Lagebericht
den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage der
Lenzing AG so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild deren
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lage-
bericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt,
denen die Lenzing AG ausgesetzt ist.
Lenzing, am 1. März 2023
Lenzing Aktiengesellschaft
Der Vorstand
DI Stephan Sielaff Dr. Nico Reiner
Chief Executive Officer Chief Financial Officer
Robert van de Kerkhof, MBA DI Christian Skilich, MBA, LLM
Chief Commercial Officer Chief Pulp Officer
Erklärung des Vorstandes
181 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe
Eigentümer & Herausgeber
Lenzing Aktiengesellschaft
4860 Lenzing, Österreich
www.lenzing.com
Konzeption, Redaktion
GW+Co (www.gilmarwendt.com),
Lenzing Gruppe
Layout und Gestaltung
nexxar GmbH (www.nexxar.com)
Textseiten 3–29, 31–114, 116–181
Inhouse produziert mit FIRE.sys
Impressum
Dieser Geschäftsbericht enthält auch zukunftsbezogene Aussagen, die auf gegenwärtigen, nach bestem Wissen vorgenommenen Einschätzungen und Annahmen der
Lenzing Gruppe beruhen. Angaben unter Verwendung der Worte „sollen“, „dürfen“, „werden“, „erwartet“, „angestrebt“, „geht davon aus“, „nimmt an“, „schätzt“, „plant“,
„beabsichtigt“, „ist der Ansicht“, „nach Kenntnis“, „nach Einschätzung“ oder ähnliche Formulierungen deuten auf solche zukunftsbezogene Aussagen hin. Die Prognosen,
die sich auf die zukünftige Entwicklung der Lenzing Gruppe beziehen, stellen Einschätzungen dar, die auf Basis der zum Zeitpunkt der Drucklegung des Geschäftsberichts
vorhandenen Informationen gemacht wurden. Sollten die den Prognosen zugrundeliegenden Annahmen nicht eintreffen oder Risiken in nicht kalkulierter Höhe eintreten,
so können die tatsächlichen Ergebnisse von den Prognosen abweichen. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können Rundungsdifferenzen
auftreten. Der Geschäftsbericht wurde mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt, um die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben in allen Teilen sicherzustellen. Rundungs-,
Satz- und Druckfehler können dennoch nicht ganz ausgeschlossen werden.
Hinweise
182 Jahresfinanzbericht 2022 Lenzing Gruppe