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Konzernlagebericht
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
Gesamtwirtschaftliches Umfeld
und Kapitalmärkte
Kreditgeschäft
Wertpapiergeschäft
Marketing
Personalmanagement und
Personalentwicklung
Geschäftsentwicklung in den Segmenten
Segment Großkunden
Segment Retail und Wohnbau
Segment Financial Markets
Segment Sonstige
Ausblick






Konzernabschluss
nach International Financial Reporting Standards (IFRS)
I. Konzernerfolgsrechnung
II. Konzernbilanz
III. Entwicklung des Konzerneigenkapitals
IV. Konzernkapitalflussrechnung
V. Anhang (Notes) zum Konzernabschluss
VI. Organe der Bank
VII. Anteilsbesitz
VIII. Erklärung aller gesetzlichen
Vertreter zum Jahresfinanzbericht
IX. Bericht des Aufsichtsrates
X. Bericht des unabhängigen Abschlussprüfers
Jahresabschluss
nach unternehmensrechtlichen Vorschriften
Kennzahlenüberblick
Lagebericht
Bilanz
Gewinn- und Verlustrechnung
Anhang
Bericht des unabhängigen Abschlussprüfers
Konzernlagebericht
Konzernjahresüberschuss
vor Steuern
30,8
Millionen Euro
NPL-Ratio
2,45
Prozent
Kernkapitalquote
13,2
Prozent
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
Gutes Ergebnis trotz schwierigem Umfeld
Die HYPO Oberösterreich kann auf ein gutes Geschäftsjahr 2024 zurückblicken. Die „HYPO Mehr-Wert-Strategie 2025“ erwies sich auch im letzten Jahr ihres Gültigkeitszeitraums als solides Fundament und wurde weiter konsequent umgesetzt.
Der Konzernjahresüberschuss vor Steuern verringerte sich – im Vergleich zum in vielerlei Hinsicht rekordverdächtigen Geschäftsjahr 2023 – auf +30,8 Millionen Euro (2023: +42,9 Millionen Euro). Die Bilanzsumme konnte 2024 auf 8.747,7 Millionen Euro (2023: 8.676,7 Millionen Euro) gesteigert werden.
Wesentliche Erfolgsfaktoren waren eine erneute Steigerung des Finanzierungsvolumens, ein starkes Veranlagungsgeschäft, insbesondere bei den Kundeneinlagen, sowie ein sehr gutes Zins- und Provisionsergebnis.
Neuer Höchststand bei Kreditgeschäft
Die HYPO Oberösterreich hat ihre bemerkenswerte
Stellung als Kreditbank 2024 in einem anspruchsvollen Marktumfeld weiter ausgebaut. Das Finanzierungsvolumen erhöhte sich um +6,7 Prozent auf 6.569,3 Millionen Euro (2023: 6.154,5 Millionen Euro). Für das Wachstum von rund +415 Millionen Euro war ein Neugeschäftsvolumen von rund 900 Millionen Euro notwendig. Hauptverantwortlich für die Ausweitung des Finanzierungsvolumens war das Kundensegment Großkunden (darin enthalten sind Großwohnbau, Öffentliche Institutionen, Kommerzkunden und Immobilienprojekte sowie kirchliche und soziale Organisationen), in dem sich das Volumen um +13,3 Prozent auf 3.738,8 Millionen Euro (2023: 3.300,3 Millionen Euro) erhöhte.
Die sehr gute Marktpositionierung der HYPO Oberösterreich als Kreditbank zeigt sich auch in ihrer Stellung als Wohnbaubank. Trotz der weiterhin sehr herausfordernden Rahmenbedingungen für die private Wohnimmobilienfinanzierung wurde im privaten, frei finanzierten Wohnbau ein Neuvolumen von rund 185 Millionen Euro und damit eine Steigerung zum Vorjahr um +1,9 Prozent erzielt.
Die Risikovorsorgen zum Bilanzstichtag wurden, bedingt durch die herausfordernde Marktlage, insbesondere im Immobiliengeschäft und der Industrie, auf 46,5 Millionen Euro (2023: 28,5 Millionen Euro) angehoben. Die Kreditrisikokennzahlen der HYPO Oberösterreich weisen jedoch weiterhin gute Werte auf. Die wichtige NPL (Non performing loans)-Ratio betrug mit Ende 2024 2,45 Prozent (2023: 1,35 Prozent) und liegt damit gemäß des Risk Dashboards der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) immer noch klar im Low-Risk-Bereich (unter 3 Prozent).
Weitere Stärkung des Kapitalmarktauftritts
Der Emissionsplan 2024 sah mit 555,0 Millionen Euro die Refinanzierung der Wachstumsstrategie sowie insbesondere der Fälligkeiten der langfristigen Tendergeschäfte der Europäischen Zentralbank (EZB) in Höhe von 200,0 Millionen Euro vor. Mit einem Volumen von 606,7 Millionen Euro konnte der Plan übererfüllt werden.
Kernelement war eine für das zweite Halbjahr anvisierte, hypothekarisch besicherte Pfandbriefemission im Volumen von 250,0 Millionen Euro. Dank intensiver Investorenarbeit im Vorfeld der Platzierung konnte dieser Pfandbrief trotz herausfordernder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen Anfang Oktober mit einer Laufzeit von knapp sechs Jahren zu einem Spread von Mid-Swap +48bp erfolgreich begeben werden. Mit einem Orderbuch von über 500 Millionen Euro und Investoren aus Österreich, Deutschland, Skandinavien, Frankreich und Luxemburg wurde die Position der HYPO Oberösterreich als starker Partner und vertrauenswürdiger Player am Kapitalmarkt bestätigt.
Darüber hinaus konnte mit einem Volumen von 171,1 Millionen Euro an Wohnbau-Wandelschuldverschreibungen (Wohnbauanleihen) die führende Position in diesem Segment eindrucksvoll unter Beweis gestellt werden. Das Volumen der verbrieften Verbindlichkeiten erhöhte sich insgesamt um + 7,7 Prozent auf 4.759,0 Millionen Euro (2023: 4.420,6 Millionen Euro).
Stabile Entwicklung bei den Kundeneinlagen
Bei der Entwicklung der Kundeneinlagen zeigten sich 2024 Unterschiede in den Kundensegmenten. Bei den Privatkunden konnten analog zu 2023 starke Zuwächse verzeichnet werden. Besonders nachgefragt waren gebundene Einlagen. Von institutionellen Großkunden wurde zum Stichtag hingegen geringere Liquidität geparkt.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden fielen auf hohem Niveau geringfügig um –0,2 Prozent auf 2.925,6 Millionen Euro (2023: 2.930,2 Millionen Euro). In Kombination mit dem Emissionsvolumen verfügt die Bank damit weiterhin über eine ausgezeichnete Liquiditätsausstattung, um den definierten Wachstumskurs fortzusetzen.
Stabiles Zins- und Provisionsergebnis
Der Zinsüberschuss erhöhte sich um +3,0 Prozent auf +101,8 Millionen Euro (2023: +98,9 Millionen Euro). Hauptverantwortlich dafür waren die Geschäftsausweitung und die Verbesserung der Margen. Die Zuführungen zu den Risikovorsorgen wurden im Vergleich zu 2023 aufgrund der sich verschlechterten Rahmenbedingungen, insbesondere in der Immobilienbranche, deutlich erhöht. Sie schlugen 2024 mit –31,9 Millionen Euro zu Buche (2023: –11,8 Millionen Euro). Damit sank der Zinsüberschuss nach Risikovorsorge um –19,6 Prozent auf +70,0 Millionen Euro (2023: +87,0 Millionen Euro). Die At Equi
ty-bewerteten Unternehmen – die Beteiligungs‐ und Wohnungsanlagen GmbH sowie die Beteiligungs‐ und Immobilien GmbH – lieferten auch 2024 einen positiven Ergebnisbeitrag in Höhe von +5,8 Millionen Euro (2023: +6,8 Millionen Euro).
Das Provisionsgeschäft der Bank konnte 2024 ausgeweitet werden. Der Provisionsüberschuss erhöhte sich um +8,9 Prozent auf +18,2 Millionen Euro (2023: +16,7 Millionen Euro) – ausschlaggebend waren hierfür gestiegene Erträge aus dem Wertpapiergeschäft und einem auf hohem Niveau stabilen Ergebnis aus dem Kreditgeschäft und dem Zahlungsverkehr.
Das Finanzergebnis belief sich auf +0,6 Millionen Euro (2023: –3,4 Millionen Euro). Dieser Anstieg ergibt sich aus Bewertungseffekten im Hinblick auf leichte Bonitätsverbesserungen. Die Verwaltungsaufwendungen erhöhten sich um +6,2 Prozent auf –70,6 Millionen Euro (2023:
–66,5 Millionen Euro). Hauptursachen dafür waren insbesondere die kollektivvertraglichen Gehaltssteigerungen sowie indexbedingte Anpassungen bei den übrigen Aufwendungen.
Demgegenüber konnte das sonstige betriebliche Ergebnis auf +6,7 Millionen Euro (2023: +2,2 Millionen Euro) verbessert werden. Dies deshalb, weil im Vergleich zu 2023 keine Beiträge zu den gesetzlichen Abwicklungs- und Einlagensicherungsfonds vorgeschrieben wurden, da bei beiden Fonds das gesetzliche Volumen bereits erreicht wurde.
Die Cost-Income-Ratio (CIR) der HYPO Oberösterreich belief sich 2024 auf 53,0 Prozent (2023: 54,8 Prozent). Die Berechnung der Kennzahl wird unter Note (52) Segmentberichterstattung erläutert.
Insgesamt führte das zu einem Konzernjahresüberschuss vor Steuern von +30,8 Millionen Euro (2023: +42,9 Millionen Euro). Der Konzernjahresüberschuss nach Steuern verringerte sich auf +25,9 Millionen Euro (2023: +35,6 Millionen Euro).
Die Eigenkapitalrentabilität (ROE) betrug damit 2024
5,6 Prozent (2023: 8,2 Prozent). Diese ergibt sich aus der Division des Konzernjahresüberschusses vor Steuern durch das durchschnittliche Eigenkapital.
In der Gesamtergebnisrechnung wurde das sonstige Konzernjahresergebnis maßgeblich durch die Bewertungen der Beteiligungen an Aktiengesellschaften beeinflusst, die in der Bilanz am Jahresende jeweils zum Marktwert (z.B. Aktienkurs) bewertet werden müssen. Die HYPO Oberösterreich ist indirekt mit einem Prozent an der voestalpine AG und mit 0,5 Prozent an der Austria Metall AG sowie an der Energie AG Oberösterreich beteiligt. Die Bewertungen haben 2024 zu einem negativen Beitrag zum sonstigen Konzernjahresergebnis in Höhe von –23,4 Millionen Euro (2023: +9,8 Millionen Euro) geführt.
Die durch Zeitablauf entstehende Wertaufholung (Pull to Par-Effekt) vergangener Bewertungsverluste führte 2024 zu einer Aufwertung von Anleihen im Wertpapiereigenbestand in Höhe von +4,4 Millionen Euro (2023: +7,7 Millionen Euro). Bei den eigenen Emissionen führte die Einengung der Spreads zu einem negativen Bewertungsergebnis von –3,0 Millionen Euro (2023: +11,6 Millionen Euro). Das gesamte Konzernjahresergebnis 2024 belief sich damit auf +8,6 Millionen Euro (2023: +57,9 Millionen Euro).
Eigenmittelausstattung
Konzern (IFRS)
Durch Gewinnthesaurierung wird die Basis geschaffen, die durch das Wachstum steigenden Eigenmittelanforderungen auszugleichen. Die regulatorischen Eigenmittel erhöhten sich nur geringfügig auf 583,9 Millionen Euro (2023: 581,5 Millionen Euro) aufgrund negativer Bewertungserfordernisse im sonstigen Konzernjahresergebnis.
Der Wachstumskurs im aktivseitigen Kundengeschäft führte zu einem deutlichen Anstieg des Gesamtrisikobetrags auf 3.931,9 Millionen Euro (2023: 3.655,2 Millionen Euro). Per 31. Dezember 2024 ergibt dies für den Konzern der HYPO Oberösterreich eine Gesamtkapitalquote von 14,9 Prozent (2023: 15,9 Prozent).
Kreditinstitut (UGB/BWG)
Unter Berücksichtigung einer geplanten Dividende wurden 27,6 Millionen Euro den Rücklagen zugeführt. Dadurch konnten die regulatorischen Eigenmittel auf 531,5 Millionen Euro (2023: 508,8 Millionen Euro) gesteigert und die durch das Wachstum steigenden Eigenmittelanforderungen ausgeglichen werden. Durch den Anstieg des Gesamtrisikobetrags auf 3.705,9 Millionen Euro (2023: 3.439,8 Millionen Euro) verringerte sich die Gesamtkapitalquote auf 14,3 Prozent (2023: 14,8 Prozent).
Gemäß SREP-Bescheid aus dem Jahr 2024 besteht
zum 31. Dezember 2024 ein zusätzliches Eigenmittelerfordernis sowohl im Konzern von 0,9 Prozent (2023:
1,1 Prozent) als auch im Kreditinstitut von 0,9 Prozent (2023: 0,2 Prozent).
Bezüglich der Angaben zu eigenen Aktien wird auf den Anhang (Notes) Punkt (45) verwiesen.
Die HYPO Oberösterreich verfügt per 31. Dezember 2024 über ein Minimum Requirement for Own Funds and Eligible Liabilities (MREL) in Höhe von 2.257,4 Millionen Euro (2023: 1.987,8 Millionen Euro).
Total Risk Exposure Amount (TREA)
Bei einem MREL-SOLL von 718,4 Millionen Euro (2023: 610,4 Millionen Euro) ergibt sich daraus ein MREL-Surplus von 1.539,0 Millionen Euro (2023: 1.377,4 Millionen Euro).
Leverage Ratio Exposure (LRE)
Bei einem MREL-SOLL von 477,8 Millionen Euro (2023: 471,6 Millionen Euro) ergibt sich daraus ein MREL-Surplus von 1.779,6 Millionen Euro (2023: 1.516,1 Millionen Euro).
Die Eigenmittel stellen sich gemäß Capital Requirements Regulation (CRR) wie folgt dar:
Eigenmittel gemäß CRR
Konzern (IFRS)
Kreditinstitut (UGB/BWG)
in Millionen Euro
31.12.2024
31.12.2023
31.12.2024
31.12.2023
Solvabilitäts­Bemessungsgrundlage (Gesamtrisikobetrag)
3.931,9
3.655,2
3.705,9
3.439,8
Mindesteigenmittelerfordernis (8 %)
314,5
292,4
296,5
275,2
hartes Kernkapital IST =
Kernkapital IST
517,2
516,6
461,1
438,8
harte Kernkapitalquote =
Kernkapitalquote
13,2 %
14,1 %
12,4 %
12,8 %
Ergänzende Eigenmittel IST
66,7
64,9
70,4
70,0
Ergänzende Eigenmittel
1,7 %
1,8 %
1,9 %
2,0 %
Gesamtkapital IST (regulatorische Eigenmittel)
583,9
581,5
531,5
508,8
Gesamtkapitalquote
14,9 %
15,9 %
14,3 %
14,8 %
Eigenmittelüberschuss
269,4
289,1
235,0
233,6
Risikomanagement
Die in der HYPO Oberösterreich bestehende Risikostrategie wurde aus den Anforderungen, die sich aus der Geschäftsstrategie in Verbindung mit der Mittelfristplanung, den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und den gesetzlichen nationalen und europäischen Rahmenbedingungen ergeben, abgeleitet.
In der HYPO Oberösterreich ist ein Risikomanagement implementiert, dessen Ziel und Aufgabe es ist, Risiken in der Bank zu identifizieren, zu messen und zu begrenzen.
Auf Basis der vom Risikomanagement erstellten Grundlagen und der zentralen Abwägungen im dafür eingerichteten Risikokomitee sowie ergänzend für Markt- und Liquiditätsrisiken im ALM-Komitee, erfolgen die Beschlussfassungen zur Risikosteuerung durch den Vorstand. Aufgabe des Risikokomitees ist der Informationsaustausch und die Beratung zur Risikosituation der Bank anhand der vorhandenen Risikoberichte, die Diskussion der Risikostrategie und des Limitwesens sowie die Beratung von Vorschlägen zur Risikooptimierung.
Kreditrisiko
Konkrete strategische Vorgaben zur Begrenzung des Kreditrisikos in den Assetklassen der Forderungen an Kunden sowie für den Wertpapiereigenbestand der Bank sind in der Risikostrategie sowie dem Limitwesen verankert.
Durch die intensive und professionelle Einzelfallbeurteilung von Neugeschäften oder Kreditvertragsänderungen mit individueller Bonitäts- und Sicherheitenbeurteilung kann die Risikosituation in den Teilportfolien laufend optimiert werden. Die im externen Vergleich sehr gute Adressenausfallrisikosituation konnte fortgesetzt werden, die NPL-Quoten sind auf Grund der Marktentwicklung deutlich angestiegen, im Branchenvergleich jedoch weiterhin unterdurchschnittlich. Die Entwicklungen im gewerblichen Immobiliensektor und der Industrie haben zu einem Anstieg der Kreditausfallquoten und zu höheren Risikovorsorgen geführt. Diese sind im Branchenvergleich unterdurchschnittlich.
Marktrisiko
Um die Auswirkungen auf den Marktwert und die Ertragssituation der Bank zu beobachten, werden insbesondere das Zinsänderungsrisiko im Bankbuch sowie das Creditspread-Risiko im Hinblick auf Schuldtitel im Eigenbesitz gesteuert. Die Einhaltung der vom Vorstand beschlossenen Risikostrategie sowie Risikotragfähigkeits- und Marktrisiko-Limite sowie der aufsichtlichen Limite werden laufend überwacht.
Klimabezogene Risiken bzw. Nachhaltigkeitsrisiko
Ziel ist es, potenzielle Schäden aus Umwelt- und Klimaereignissen, welche sich negativ auf die bekannten Risikoarten auswirken können, möglichst gering zu halten. Grundlage für das interne Risikomanagement sind die gesetzlichen nationalen und internationalen Vorgaben, eigene Entwicklungen zur Messung und Begrenzung der Nachhaltigkeitsrisiken sowie marktübliche Vorgehensweisen, die laufend implementiert werden.
Das Management von Nachhaltigkeitsrisiken erfolgt gemäß FMA-Leitfaden in den üblichen Kategorisierungen nach physischen und transitorischen Risiken, welche jeweils als Bestandteil der bestehenden Risikoarten betrachtet werden. Das Nachhaltigkeitsrisiko wurde in den wesentlichen Risikoarten integriert und ist Teil des
ICAAPs. Es wird dementsprechend mit Risikokapital unterlegt und unterliegt der Limitierung (Steuerung). Die Auswirkungen von Klima- und Umweltrisiken werden derzeit im Kredit-, Credit Spread- und makroökonomischen Risiko gemessen, wobei Stresstests und Szenarioanalysen zum Einsatz kommen.
Liquiditätsrisiko
Die Fristenkongruenz hat in der HYPO Oberösterreich einen hohen Stellenwert. Zur Begrenzung des Risikos aus Fristeninkongruenzen existieren vom Vorstand festgelegte Limite für das operative und strukturelle Liquiditätsrisiko sowie für die aufsichtsrelevanten Kennzahlen. Die Ergebnisse der Stresstests zeigen, dass die HYPO Oberösterreich in der Lage ist, ihren Verbindlichkeiten jederzeit nachzukommen.
Operationelles Risiko
Die Überwachung von operationellen Risiken erfolgt neben eigenen Assessments durch die Berücksichtigung von Revisionsberichten, Risikoberichten (z.B. der IT), Beschwerden, eingemeldeten Beinaheschäden sowie durch die Erfassung von tatsächlich eingetretenen Schadensfällen mittels Schadensfalldatenbank.
Die Schadensfalldatenbank dient als Grundlage für Analysen sowie das laufende Berichtswesen an das Management über operationelle Schäden und Vorfälle.
Darüber hinaus werden organisatorische Maßnahmen (z.B. Trennung von Markt und Marktfolge) und EDVtechnische Maßnahmen getroffen, um das operationelle Risiko zu begrenzen. Ein internes Kontrollsystem, Kompetenzregelungen sowie Prüfungen der Internen Revision gewährleisten einen hohen Sicherheitsstandard. Zur Minimierung des operationellen Risikos ist ein zentrales IKS implementiert.
Zur Bewertung der Cyberrisiken werden von der HYPO Oberösterreich Informationen aus verschiedenen Quellen zusammengeführt. Dabei werden unter anderem die regelmäßigen OpKoord-Lagebilder (OpKoord = Operative Koordinierungsstruktur für Cybersicherheit in Österreich unter der organisatorischen Leitung des Bundesministeriums für Inneres) aktiv auf Relevanz für die HYPO Oberösterreich geprüft und bei Bedarf gemeinsam mit den relevanten IT-Dienstleistern Maßnahmen definiert.
Zu Cyberrisiken bzw. IKT-Risiko wird quartalsweise im Rahmen des internen Risikokomitees an den Vorstand reportet und gegebenenfalls Maßnahmen gesetzt.
Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem in Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess
Der Vorstand stellt mit Einrichtung und Ausgestaltung eines internen Kontroll- und Risikomanagementsystems sicher, dass unternehmerische Sachverhalte und Geschäftsfälle ordnungsgemäß erfasst, aufbereitet, beurteilt und in weiterer Folge vollständig, korrekt und periodengerecht bilanziert werden. Weiters ist damit sichergestellt, dass Vermögensgegenstände und Schulden im Jahres- und Konzernabschluss korrekt angesetzt, ausgewiesen und bewertet werden.
Alle Aufgaben und Zuständigkeiten des Rechnungslegungsprozesses sind chronologisch in einem Prozessmodellierungssystem erfasst. Die Funktionen im Rechnungslegungsprozess sind klar getrennt. Die wesentlichen Risiken sowie die entsprechenden internen Kontrollen sind nachvollziehbar dokumentiert. Die festgelegten Kontrollen werden regelmäßig auf ihre Effektivität geprüft und evaluiert. Einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind vorgegeben. Gesetzliche Neuerungen werden laufend überwacht und in Abstimmung mit allen betroffenen Bereichen umgesetzt. Die Ablauforganisation für die Erstellung der Abschlüsse folgt einer koordinierten Vorgehensweise und definierten Schnittstellen. Erst nach Durchführung der Kontrollen auf allen Stufen erfolgt die Freigabe des Jahres- und Konzernabschlusses. Eine integrierte Reporting-Software gewährleistet eine in sich abgestimmte, validierte und automatisierte Berichtserstellung sämtlicher rechtlich geforderter Abschlussinformationen im Vier-Augen-Prinzip.
Für die Einhaltung der IT-Sicherheit in Bezug auf alle relevanten Rechnungslegungssysteme wurden entsprechende Kontrollmaßnahmen implementiert. Zusätzlich werden IT-Berechtigungen für sensible Tätigkeiten restriktiv vergeben.
Zudem erfolgt eine regelmäßige Überprüfung der Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems durch die Interne Revision.
Für weiterführende Informationen zu den Risikomanagementzielen und -methoden sowie zu Aussagen hinsichtlich bestehender Risiken wird auf die Ausführungen im Risikobericht im Anhang (Notes) zum Konzernabschluss verwiesen. Die Informationen gemäß Teil VIII der CRR in Verbindung mit der Offenlegungsverordnung werden auf der Website der HYPO Oberösterreich (www.hypo.at) veröffentlicht.
Filialen & HYPO DirektPlus
Die HYPO Oberösterreich betrieb im Jahr 2024 das
ServiceCenter Landstraße in Linz sowie zehn weitere
Filialen. Bis auf eine Filiale in Wien befinden sich alle Filialen in Oberösterreich. Dabei werden fünf Filialen in
den Bezirkshauptstädten Schärding, Ried, Vöcklabruck, Wels und Steyr geführt, fünf Filialen in Linz.
Der Standort der Filiale in Wien wurde im August 2024 in den vierten Gemeindebezirk Wien-Wieden verlegt und in der Prinz-Eugen-Straße 8 neu eröffnet. Der Umbau der Filiale Linz-Bindermichl wurde im Oktober 2024 gestartet, die Filiale wurde für den Zeitraum der Bauarbeiten in ein Ausweichquartier in der Stadlerstraße 19 übersiedelt.
HYPO DirektPlus
In Ergänzung zum stationären Filialvertrieb bietet die HYPO Oberösterreich seit September 2024 die digitale Plattform „HYPO DirektPlus“ an. Dieses österreichweit angebotene Online-Betreuungsformat ermöglicht digitalaffinen Neu- und Bestandskund*innen, Online-Banking und persönliche, individuelle Beratung durch speziell ausgebildete Kundenbetreuer*innen kombiniert zu nutzen.
Forschung und Entwicklung
Die Digitalisierung ist längst mehr als ein Trend – inzwischen prägt sie die Wirtschaft in nahezu allen Bereichen. Für die Bankenwelt eröffnen sich dank des rasanten digitalen Fortschritts einerseits neue Möglichkeiten für effizientere Prozesse und personalisierte Dienstleistungen, andererseits verändert sich auch die Erwartungshaltung der Kund*innen an die Interaktion mit ihrer Bank. Ziel der HYPO Oberösterreich ist es in dieser Hinsicht, innovative Lösungen zu entwickeln, die den Bedürfnissen ihrer Kund*innen gerecht werden, und sich als zukunftsfähige Partnerin im digitalen Zeitalter zu positionieren.
HYPO Wallet
2024 wurde mit HYPO Wallet eine neue Mobile Payment-Anwendung der HYPO Oberösterreich eingeführt, sie ersetzt die bisherige HYPO ELBA-pay App. Neben zahlreichen praktischen Funktionen – wie dem kontaktlosen Bezahlen per NFC, dem bequemen Geldtransfer von Person zu Person oder dem Verwalten digitaler Kundenkarten externer Dienstleister, wie etwa Handelsketten – bietet sie eine benutzerfreundlichere Oberfläche und ein optimiertes Nutzungserlebnis. Die HYPO Wallet ist sowohl auf Android- als auch iOS-Geräten verfügbar. Das mobile Bezahlen mit Debit- oder Kreditkarte ist mit Android-Geräten möglich, iOS-Nutzer*innen bezahlen weiterhin ausschließlich mit Apple Pay.
Im Zuge der Einführung von HYPO Wallet wurden auch Prozessänderungen beim Hinzufügen einer Karte zu Apple Pay umgesetzt, um sowohl die Sicherheit als auch das Nutzungserlebnis zu optimieren: Nunmehr ist für die Integration einer neuen Karte in Apple Pay die HYPO Mein ELBA-App am selben Endgerät erforderlich. Die Bestätigung erfolgt nun mittels pushTAN.
HYPO Mein ELBA-App
Auch die HYPO Mein ELBA-App wurde 2024 um neue Funktionen erweitert. Dabei wurde auf die Einarbeitung von Kundenfeedback Wert gelegt. Neu ist etwa die Möglichkeit, das Überweisungslimit anzupassen, die Profilinformationen zu bearbeiten und Fremdbankkonten in die App einzubinden. Die Funktionen zur Kontaktaufnahme mit dem*der persönlichen Berater*in wurden um die Möglichkeit erweitert, einen Beratungstermin direkt in der App zu vereinbaren oder einen Rückruf anzufordern.
Künstliche Intelligenz
Im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) wurden 2024 Wege gesucht, KI nutzbringend in das tägliche Arbeiten einzubeziehen. So steht Kund*innen, die ihr Spar- oder Girokonto eigenhändig online eröffnen möchten, nun auch das sogenannte „Foto-Ident-Verfahren“ zur Verfügung. Dabei wird ein Ausweisdokument fotografiert und die Kundenidentität anschließend mit einem Selfie bestätigt. Dieses Verfahren ist KI-gestützt und gleicht das Foto am Ausweis mit dem Selfie ab. Abgeschlossen wird der Legitimierungsprozess mit einer qualifizierten elektronischen Signatur.
Darüber hinaus wurden im Projekt „KI und die HYPO OOE“ die Anwendungsfälle und Grenzen der künstlichen Intelligenz ausgelotet. Die gewonnenen Erkenntnisse wird die Bank für zukünftige Entwicklungen einsetzen, um das Kundenerlebnis weiter zu verfeinern. Dazu zählen individualisierte Angebote oder KI-unterstützte Bewertungs- und Validierungsprozesse, die einen noch reibungsloseren digitalen Abschluss ermöglichen.

HYPO DirektPlus
Um die Bedürfnisse digitalaffiner Kund*innen noch besser abdecken zu können, bietet die HYPO OÖ seit September 2024 unter der Marke „HYPO DirektPlus“ ein digitales Betreuungsformat an, wodurch sie ihr Wachstum im Privatkundengeschäft fortsetzen kann (siehe Unterpunkt „Filialen & HYPO DirektPlus“).
Für HYPO DirektPlus wurde im vierten Quartal 2024
eine neue e2e-Strecke für Online-Depoteröffnungen konzipiert. Diese ermöglicht Neukund*innen auf hypodirektplus.at ein Wertpapierdepot inklusive Girokonto selbstständig zu eröffnen. Der gesamte Prozess samt Online-Legitimierung erfolgt dabei innerhalb weniger Minuten.
Wohnkreditservice
Eine weitere Neuerung stellte 2024 die Entwicklung
des digitalen Wohnkreditservice samt einer effizienten „Customer Journey“ dar. Kund*innen können mit dem Wohnkreditservice einen Finanzierungsplan zu einer konkreten Immobilie erstellen lassen und in weiterer Folge einen Kredit beantragen – in einer gesicherten Umgebung mit eigenem Login.
Auch im Jahr 2025 möchten wir unsere digitalen Angebote weiter verbessern. So wird ein wesentlicher Fokus auf der Einführung von INFINITY, dem neuen Electronic Banking Portal für Firmenkunden, liegen. Diese webbasierte Plattform wird das bestehende ELBA mbs ablösen.
Gesamtwirtschaftliches Umfeld
und Kapitalmärkte
Wachstum weiter gebremst
Nach wie vor prägten die zwei großen Kriegsschauplätze das Geschehen des Jahres 2024. In der Ukraine führte Russland seinen Angriffskrieg weiter fort. Noch zeichnet sich kein Ende des Konflikts ab, auch wenn der neue US-Präsident Donald Trump eine Lösung innerhalb der ersten Monate nach Amtsantritt versprochen hat.
Auch im Gazastreifen und dem Libanon wurde der dortige Konflikt zwischen Israel, den Hamas-Terroristen und der Hisbollah-Miliz das gesamte Jahr über weiter fortgeführt. Dem israelischen Militär und den Geheimdiensten gelang die Eliminierung mehrerer hochrangiger Anführer der Hamas, was die Lage der Terrororganisation deutlich verschlechterte. Noch unter der Initiative des scheidenden US-Präsidenten Joe Biden kam es rund um das Jahresende zu Verhandlungen über eine Waffenruhe und den Austausch von Geiseln und Gefangenen, die Anfang 2025 erfolgreich abgeschlossen wurden.
Ende November begann nach Jahren der Herrschaft des syrischen Machthabers Bashar Al-Assad eine Offensive von islamistischen Milizen, die das Militärregime völlig überraschte. Innerhalb von knapp zwei Wochen wurden unzählige Städte erobert und es kam zum Sturz des Regimes. Al-Assad floh nach Russland und die Islamisten übernahmen die Kontrolle im Land. Obwohl die neuen Machthaber aus einem Zweig der Terrororganisation Al-Quaida hervorgegangen sind, scheint unter ihrer Führung eine friedlichere Zeit für das gebeutelte Syrien anzubrechen. Gepaart mit den Friedensbemühungen im Gazastreifen könnte 2025 daher ein vorläufiges Ende der Nahostkonflikte mit sich bringen.
Neben diesen Konflikten blickte die Weltöffentlichkeit auch mit Spannung auf die Vereinigten Staaten von Amerika, in denen Anfang November 2024 ein neuer Präsident gewählt wurde. Donald Trump wurde zum 47. Präsident der USA gewählt und kündigte bereits im Wahlkampf radikale Maßnahmen an, die von Massenabschiebungen illegaler Einwanderer über massive Strafzölle für Warenimporte bis zu dem Vorhaben der Einverleibung Grönlands reichen. Diese disruptive Politik stellt die Welt vor große Herausforderungen und wird mit Sicherheit das Jahr 2025 prägen.
Die Weltwirtschaft wächst in diesem Umfeld weiterhin eher verhalten, nachdem auch die monetäre Politik vieler Notenbanken eher restriktiv ausfällt und Zinssenkungen erst in der zweiten Jahreshälfte auf dem Plan standen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostizierte im Januar 2025 für das Gesamtjahr 2024 ein Wachstum von +3,2 Prozent, was weiterhin unter dem historischen Durchschnitt seit dem Jahr 2000 von +3,8 Prozent liegt. Für 2025 und 2026 wird ein leicht höheres Plus von +3,3 Prozent vorhergesagt. Die Teuerungsraten sind weiter rückläufig, sollten laut IWF im Jahr 2024 bei 5,7 Prozent liegen. In den beiden Folgejahren wird eine weitere Abschwächung vorhergesagt, nach 4,2 Prozent im Jahr 2025 sollte die Preissteigerung 2026 nur mehr 3,5 Prozent betragen.
Die wirtschaftliche Lage könnte aber auf den beiden Seiten des Atlantiks nicht unterschiedlicher sein. Europa litt auch im Jahr 2024 unter einem sehr geringen Wachstum. Die Eurozone konnte nur ein Plus von +0,8 Prozent verzeichnen, Deutschland landete 2024 sogar in einer Rezession mit –0,2 Prozent. Auch für 2025 wird nur eine leichte Verbesserung mit einem Zuwachs von +1,0 Prozent für die Eurozone prognostiziert. Wesentlich robuster zeigte sich wieder einmal die Wirtschaft in den Vereinigten Staaten. Enorm niedrige Arbeitslosenraten und der stabile Konsum führten 2024 laut IWF zu einem Wirtschaftswachstum von +2,8 Prozent. Unterstützt durch die wirtschaftsfreundliche Politik von Donald Trump wird auch für 2025 ein Plus von +2,7 Prozent erwartet.
Österreich ist im Sog Deutschlands eines der Schlusslichter der Europäischen Union beim Wirtschaftswachstum und mitten in der Rezession. Die Winterprognose des Instituts für Höhere Studien (IHS) vom vierten Quartal 2024 sieht aufgrund der anhaltenden Krise der Bauwirtschaft und der schwächelnden Automobilzulieferbranche für das Jahr 2024 eine um –0,9 Prozent schrumpfende Wirtschaftsleistung. Unterstützt von sinkenden Zinsen und einer leichten Aufhellung der Konsumstimmung wird für 2025 wieder ein leichtes Plus von +0,7 Prozent erwartet, das sich im Jahr 2026 auf +1,3 Prozent steigern dürfte.
Inflation stabilisiert sich
Das Jahr 2024 war von einer deutlichen Stabilisierung der Inflationsraten geprägt. Durch das Ausbleiben von externen Schocks gab es keine Verwerfungen bei Rohstoffpreisen. Die höheren Zinsniveaus trugen ebenfalls zur weiteren Eindämmung der Teuerungsraten bei. Von 2,9 Prozent per Ende 2023 ging die Inflationsrate in der Eurozone bis auf 1,7 Prozent Ende September zurück. Durch die beginnende geldpolitische Lockerung der
Europäischen Zentralbank (EZB) war damit aber vorerst der Tiefpunkt erreicht. Bis zum Jahresende stieg die Teuerungsrate wieder auf 2,4 Prozent an. Sehr viel deutlicher fiel der Rückgang in Österreich aus, nachdem bei einem hohen Niveau von 5,6 Prozent gestartet wurde. Auch hier lag der Tiefpunkt Ende September bei 1,8 Prozent, das Jahr 2024 wurde dann mit einer Inflationsrate von 2,0 Prozent beendet. In den USA gab es eine sehr ähnliche Entwicklung wie in Europa, von 3,1 Prozent im Januar 2024 ging es bis September abwärts auf 2,4 Prozent. Zum Jahresende kam es wieder zu einem leichten Aufschwung der Inflationsrate bis auf 2,9 Prozent.
Geldmarktzinsen werden gesenkt
Nachdem im Jahr 2023 sowohl von Seiten der EZB wie auch der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (FED) der Zinsgipfel erreicht wurde, stand das Jahr 2024 im Zeichen von Zinssenkungen. Der Rückgang der Inflation und das nur äußerst zaghafte Wachstum bewegten die EZB dazu, den Einlagensatz, zu dem die Geschäftsbanken Geld bei der Notenbank parken, im Juni erstmals seit 2019 zu senken. Von einem Ausgangswert von 4,0 Prozent ging es in 0,25-Prozent-Schritten bis zum Jahresende auf 3,0 Prozent nach unten. Damit begann die EZB auch erstmals in ihrer Geschichte einen Zinssenkungszyklus vor ihrem Gegenstück aus den USA. Jenseits des Atlantiks wurden die Zinsen zum ersten Mal im September gesenkt. Analog zum Einlagensatz gab es auch beim Leitzins vier Zinsschritte nach unten. Bei ihrer Sitzung im September passte die EZB allerdings die Differenz zwischen Einlagensatz und Leitzins an, so dass der Leitzins einmalig um –0,6 Prozent gesenkt wurde, um den neuen Abstand von 0,15 Prozent zu erreichen. Insgesamt ging der Leitzins daher von 4,5 Prozent auf 3,15 Prozent zum Jahresende 2024 zurück. Nach den bereits erfolgten Zinssenkungen im Jänner und März rechnet die HYPO Oberösterreich im ersten Halbjahr 2025 mit zwei weiteren Senkungen um jeweils –0,25 Prozentpunkte, womit der EZB-Leitzins (Hauptrefinanzierungssatz) zur Jahresmitte im Bereich von 2,15 Prozent liegen sollte.
Beim 3-Monats-Euribor gab es eine sehr ähnliche Entwicklung wie beim Einlagensatz. Das Jahr wurde mit einem Wert von 3,905 Prozent gestartet, bis Ende April blieb der Euribor nahezu konstant. In Erwartung von Zinssenkungen begann im Mai ein Rückgang, der sich ab September deutlich verstärkte. Befeuert durch die Aussicht auf weitere Zinssenkungen der EZB beendete der 3-Monats-Euribor das Jahr dann bei einem Wert von 2,714 Prozent. Deutlich stabiler verlief die Entwicklung an den Kapitalmärkten. Renditen für zehnjährige österreichische Bundesanleihen starteten das Jahr bei rund 2,6 Prozent, gingen im Jahresverlauf bis auf knapp 3,2 Prozent nach oben und beendeten das Jahr bei etwa 2,8 Prozent. Sehr ähnlich bewegten sich auch die Renditen von zehnjährigen deutschen Bundesanleihen. Hier gab es ein Plus von rund +2,1 Prozent auf nicht ganz 2,4 Prozent zum Jahresende.
Die US-Notenbank FED wartete aufgrund der starken Wirtschaftsdaten bis September, bevor die Zinsen erstmals wieder gesenkt wurden. Dafür gab es dann gleich einen aggressiven Zinsschritt um –0,5 Prozent nach unten, der die Märkte etwas überraschte. Ausgehend vom Leitzinsband von 5,25 bis 5,5 Prozent wurde durch diese und zwei weitere Zinssenkungen im November und Dezember das Jahresendniveau von 4,25 bis 4,5 Prozent erreicht. Damit könnte aber bereits wieder ein Boden gefunden sein. Für 2025 wird höchstens ein weiterer Zinsschritt erwartet. Die Renditen für zehnjährige US-Treasuries entwickelten sich volatiler als ihre europäischen Gegenstücke. Von einem Jahresstart bei 3,9 Prozent ging es im April auf 4,7 Prozent nach oben, mit den Zinssenkungserwartungen dann bis September auf 3,6 Prozent nach unten. Seit den Märkten klarer wurde, dass es bereits 2025 wieder zu einem Ende der Zinssenkungen kommen könnte, stiegen die Renditen wieder deutlich an und beendeten das Jahr bei etwa 4,6 Prozent.
Deutliche Zuwächse an den Aktienmärkten
Die Aussicht auf Zinssenkungen und im Jahresverlauf dann auch deren Eintreten sorgte an den Börsen für gute Stimmung. Beim Dow Jones ging es mit 37.689 Punkten los und der Index stieg bis Anfang Dezember nahezu stetig auf knapp über 45.000 Punkte. Gewinnmitnahmen zum Jahresende sorgten danach für einen Rückgang auf den Endwert von 42.544 Punkten, was ein sattes Plus von fast +12,9 Prozent bedeutete. Noch besser performte der deutsche Leitindex DAX, der von 16.751 Punkten um +18,8 Prozent auf 19.909 Punkte anstieg. Wieder einmal konnten die österreichischen Aktien nicht mit den internationalen Börsen mithalten. Anleger sorgten sich hierzulande nach Krisen wie der Signa-Pleite, der KTM-Insolvenz und den deutlich eingetrübten Wirtschaftsaussichten um ihre Investments und hielten sich mit der Kauflaune eher zurück. Der ATX stieg nur um +6,6 Prozent im Jahresverlauf, von 3.435 Punkten zu Jahresbeginn auf 3.663 Punkte am Jahresende. Der Höhepunkt wurde aber bereits im Mai bei rund 3.775 Punkten erreicht.
Wirtschaftsausblick schwächt Euro
zum US-Dollar
In der ersten Jahreshälfte, bei konstanten Leitzinsen, gab es noch wenig Bewegung am Devisenmarkt beim Wechselkurs von Euro zu US-Dollar. Die Schwankungsbreite war äußerst eng zwischen rund 1,07 und 1,10. Die abwartende Haltung der FED sorgte sogar für eine Abschwächung des Dollar bis auf fast 1,12 im September. Danach ging es aber nur mehr für den Euro abwärts. Die Aussicht auf die „America First“-Politik in der zweiten Amtszeit von Donald Trump, gepaart mit der schwachen Wirtschaftslage in Europa, führten zu einem Rückgang des Wechselkurses bis auf 1,03 zum Jahresende. Da in den USA weiter höheres Wachstum als in Europa erwartet wird und die Zinsen jenseits des Atlantiks auch höher bleiben dürften, sollte die Stärke des US-Dollar weiter anhalten. In der Schweiz begann die Schweizer Nationalbank ihre Zinssenkungen sogar vor der EZB, daher wertete der Schweizer Franken gegenüber dem Euro anfangs deutlich ab. Bis Mai ging es von einem Wechselkurs von 0,93 bis auf 0,99. Danach positionierte sich der Franken aber wieder als starke Währung, gepaart mit dem schwächeren Ausblick für die Eurozone gab es einen Kursrückgang bis auf 0,94 zum Jahresende.
Kreditgeschäft
Bei den Forderungen an Kunden kam es im Jahr 2024 neuerlich zu einer deutlichen Ausweitung auf 6.569,3 Millionen Euro (2023: 6.154,5 Millionen Euro).
Großkunden
Das Finanzierungsvolumen im Segment Großkunden stieg kräftig auf 3.738,8 Millionen Euro (2023: 3.300,3 Millionen Euro).
Großwohnbau und Institutionelle Kunden
Im Teilsegment Großwohnbau kam es zu einem beträchtlichen Anstieg auf 1.464,7 Millionen Euro (2023: 1.319,1 Millionen Euro). Der Anteil an den Forderungen an Kunden wurde auf 22,3 Prozent gesteigert. Damit konnte die hervorragende Marktposition als verlässlicher Finanzierungspartner im Großwohnbau in Oberösterreich verteidigt sowie die Finanzierungsvolumina in anderen Bundesländern sogar erhöht werden.
Im Teilsegment Institutionelle Kunden (öffentliche Institutionen und Kirche und Soziales) stieg das Finanzierungsvolumen als langjähriger Finanzpartner der öffentlichen Hand ebenfalls deutlich auf 1.423,0 Millionen Euro (2023: 1.225,7 Millionen Euro) an.
Kommerzkunden und Immobilienprojekte
Trotz anhaltend wirtschaftlich anspruchsvoller Marktbedingungen gelang es, im Teilsegment Kommerzkunden und Immobilienprojekte infolge der konsequenten
Fortsetzung der Segmentdiversifikation das Volumen
auf 851,2 Millionen Euro (2023: 755,5 Millionen Euro)
zu heben.
Retail und Wohnbau
Das Segment Retail und Wohnbau als Kerngeschäftsfeld der HYPO Oberösterreich ist durch hohe Kompetenz sowie umfassende Beratung und Betreuung geprägt. Das Finanzierungsvolumen liegt mit 2.646,0 Millionen Euro (2023: 2.696,5 Millionen Euro) trotz anhaltend anspruchsvoller Rahmenbedingungen im privaten Wohnbau (aufgrund der KIM-Verordnung, den hohen Baukosten und des Zinsniveaus) nur knapp unter dem Niveau des Vorjahres. Der deutliche Rückgang im Bereich der OÖ Wohnbauförderung konnte erfreulicherweise aufgrund der guten Neuproduktion im frei finanzierten Wohnbau weitgehend kompensiert werden. Insgesamt konnte damit trotz des stark umkämpften Marktes auch 2024 die traditionell gute Stellung als Wohnbaubank für Privatkunden sowie die ausgezeichnete Marktposition für Ärzte und Freie Berufe weiter verteidigt werden. Der Anteil an den gesamten Forderungen an Kunden reduzierte sich insbesondere aufgrund des starken Wachstums in den anderen Segmenten auf 40,3 Prozent.
Verteilung der Forderungen an Kunden
nach Segmenten
Gesamtvolumen per 31. Dezember 2024:
6.569,3 Millionen Euro
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Nachhaltigkeit im Kreditgeschäft
Die HYPO Oberösterreich steht als Regionalbank in mehrheitlich öffentlichem Eigentum für ganzheitliche, langfristige und von gegenseitigem Nutzen geprägte Kundenbeziehungen. Die HYPO Oberösterreich sieht sich darüber hinaus aber auch einem ethischen und nachhaltigen Handeln im Hinblick auf Umwelt-, Sozial- und Governancestandards verpflichtet. Mit der Mitgliedschaft bei der Green Finance Alliance bekennt sich die HYPO Oberösterreich öffentlich dazu.
Die Green Finance Alliance verpflichtet ihre Mitglieder zu konkreten Maßnahmen, um ihr Kerngeschäft bis 2050 klimaneutral zu gestalten. So wurden die wissenschaftsbasierten Klimaziele der HYPO Oberösterreich von der Science Based Targets initiative (SBTi) im Jahr 2024 abgenommen. SBTi hat damit bestätigt, dass die Klimaziele einen Beitrag zum Ziel des Übereinkommens von Paris leisten, die globale Erderwärmung möglichst mit 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Die Klimaziele der HYPO Oberösterreich entsprechen somit dem höchstem derzeit verfügbaren Ambitionsniveau der SBTi.
Die Ziele beinhalten ausgehend vom Jahr 2022 die
Senkung der finanzierten Treibhausgasemissionen
(THG-Emissionen) bis 2030
● um 55,9 Prozent pro Quadratmeter im gewerblichen
Immobilienportfolio,
● um 53,4 Prozent pro Quadratmeter bei Wohnbau-
hypotheken und
● um 70,9 Prozent pro erzeugter kWh im Bereich
Energieerzeugung.
● Zusätzlich wird darauf abgezielt, dass 35,8 Prozent der anderen finanzierten Unternehmen (ausgenommen KMU) bis 2028 wissenschaftsbasierte Ziele einreichen und validieren lassen.
Weiters schließt die HYPO Oberösterreich Neufinanzierungen im Bereich fossiler Brennstoffe aus und beabsichtigt den Ausstieg aus bestehenden derartigen Finanzierungen bis 2030, sofern sich die betroffenen Unternehmen keine wissenschaftsbasierten Klimaziele im Einklang mit dem Übereinkommen von Paris gesetzt haben. Im Kredit- und Leasingportfolio der HYPO Oberösterreich befinden sich keine nennenswerten Finanzierungen im Kohlesektor (Finanzierungsvolumen < 0,2 Millionen Euro). In der Wertschöpfungskette Erdöl ist das Kreditgeschäft mit 2,3 Millionen Euro sehr gering. Im Sinne des definierten Engagementansatzes wird die HYPO Oberösterreich ihre betroffenen Unternehmenskund*innen bei der Transformation zu einem nachhaltigen Geschäftsmodell unterstützen.

2024 hat die HYPO Oberösterreich die Integration von ökologischen, sozialen und Governance-Faktoren im Kreditvergabeprozess weiterentwickelt. Um diese zu standardisieren, wurde ein eigener Workflow für Unternehmens- und gewerbliche Immobilienfinanzierungen umgesetzt. Dadurch werden physische Umweltrisiken, transitorische Risiken und branchenspezifische Nachhaltigkeitsfaktoren schon vor der Kreditvergabe transparenter. 2025 ist eine Weiterentwicklung des Workflows vorgesehen.
Die HYPO Oberösterreich berechnet jährlich die finanzierten Emissionen auf Basis des internationalen Standards der Partnership for Carbon Accounting Financials (PCAF). Die Ergebnisse werden im Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Um die Qualität der Berechnungen zu verbessern, werden laufend Maßnahmen gesetzt. 2025 ist eine verstärkte Verwendung von Primärdaten bei Unternehmensfinanzierungen und die Weiterentwicklung der hausinternen Berechnung analog zur angekündigten Weiterentwicklung des Standards geplant.
Weiterführende Informationen zum Thema Nachhaltigkeit erhalten Sie im Nachhaltigkeitsbericht auf der Website der HYPO Oberösterreich (www.hypo.at).
Wertpapiergeschäft
Die US-Wirtschaft erwies sich im Jahr 2024 als überraschend robust. Es konnte nicht nur eine Rezession vermieden werden, sondern sogar eine deutliche Abschwächung der Konjunktur blieb aus, angetrieben durch den dominanten Dienstleistungssektor und starke Verbraucherausgaben. Die Inflationsraten diesseits und jenseits des Atlantiks bildeten sich im Lauf des Jahres deutlich zurück, woraufhin die Europäische Zentralbank (EZB) und die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) eine Zinswende hin zu fallenden Zinsen einleiten konnten. Konjunkturell präsentierte sich Europa – allen voran Deutschland und Österreich – als schwierig, ebenso China und zahlreiche Schwellenländer blieben wachstumsschwach. Österreichs Wirtschaft blieb 2024 – wie auch schon im Jahr zuvor – in einer Rezession. Besonders die Industriekonjunktur und der Bausektor blieben schwach, während sich im Konsum erst im Verlauf des kommenden Jahres eine verbesserte Tendenz einstellen könnte.
Trotz teils schwacher Konjunktur und zahlreicher geopolitischer Krisenherde zeigten sich die globalen Aktienmärkte positiv. Der US-Leitindex S&P 500 schloss das Jahr mit einem kräftigen Plus von rund 23,3 Prozent in Lokalwährung ab, getrieben vor allem von Technologie-Aktien infolge positiver Wachstumserwartungen durch künstliche Intelligenz. Der Stoxx Europe 600 Preisindex stieg rund +6,0 Prozent an, der österreichische ATX rund +6,6 Prozent.

Das in Wertpapieren veranlagte Kundenvermögen der HYPO Oberösterreich stieg per Jahresende 2024 gegenüber dem Vorjahr um +4,0 Prozent auf 1.538,7 Millionen Euro an. Der Anstieg war insbesondere getragen von Zuwächsen bei den Retail-Kunden in Höhe von +6,1 Prozent auf 688,3 Millionen Euro und Private-Banking-Kunden in Höhe von +6,7 Prozent auf 317,4 Millionen Euro.
Die Wertpapierprovisionserträge erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um +10,2 Prozent auf 9,1 Millionen Euro. Gestiegene Lebenshaltungskosten der Kund*innen machten sich bei den Fondssparern bemerkbar. Die Anzahl der durchgeführten Fondssparpläne ging im Vergleich zum Vorjahr um –1,5 Prozent zurück. Während sich im Retailbereich der Anleihenabsatz von 90,6 Millionen Euro auf 57,6 Millionen Euro reduzierte, erhöhte sich der Fondsabsatz von 25,3 Millionen Euro auf 42,4 Millionen Euro. Die fortschreitende Digitalisierung des Wertpapiergeschäftes zeigte sich weiterhin positiv anhand des Anstieges des Anteils der Wertpapierkunden mit ELBA-Zugang um +6,7 Prozent im Jahresvergleich auf 88,7 Prozent per 31. Dezember 2024.
Die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen für 2025 bleiben durchwachsen. Relativ schwache Konjunkturaussichten in Europa und weltweite geopolitische Risiken stehen voraussichtlich weiter fallenden Leitzinsen und einer robusten US-Konjunktur gegenüber.
Marketing
Zusammenhalt & Optimismus
Teamgeist und Optimismus – diese Schlagworte prägten 2024 die Marketingaktivitäten der HYPO Oberösterreich. Im Mittelpunkt standen zwei Werbekampagnen im Frühjahr und im Herbst, mit denen die Werte der Bank auf prägnante Weise kommuniziert wurden.
Passend zum Supersportjahr 2024 (mit der Fußball-EM und den Olympischen Spielen) stellte die Frühjahrskampagne die langjährige Partnerschaft mit dem LASK in den Fokus und verband so die Banken- mit der Fußballwelt. LASK-Torhüter Tobias Lawal fungierte dabei auf Sujets und in Werbespots als Markenbotschafter. Die Kampagne griff Werte wie Zusammenhalt, Zielstrebigkeit, Rückhalt und Erfolg auf, die sowohl im Sport als auch für die HYPO Oberösterreich von großer Bedeutung sind.
Im Herbst setzte die HYPO Oberösterreich mit der Kampagne „Lebe los“ auf eine emotionale Ansprache. Sie vermittelte Zuversicht und Optimismus in unsicheren Zeiten und ermutigte dazu, sich nicht vom getrübten Grundtenor im Wohnbaubereich verunsichern zu lassen und stattdessen das Beratungsangebot der HYPO Oberösterreich in Anspruch zu nehmen, um Perspektiven auszuloten. Die Kampagne richtete sich an Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen: An das junge Paar, das von einem eigenen Haus träumt. An Eltern, die für die Zukunft ihrer Kinder vorsorgen. Oder an Menschen im fortgeschrittenen Lebensalter, auf die auch im Ruhestand noch so manches Abenteuer wartet. Flankiert wurde
die Kampagne von den „Lebe los“-Wochen mit einem Beratungsschwerpunkt samt vielfältiger Sonderaktionen wie einem Vorsorgebonus oder Ermäßigungen für Fondsparpläne.
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Marken-Relaunch
Das Jahr 2024 stand zudem im Zeichen einer Neugestaltung des Markenauftritts der HYPO Oberösterreich. Aufbauend auf einem intensiven Prozess wurde die Marke in den Folgemonaten in vielen Facetten neu gedacht – von der Farbwelt über das Logo bis hin zum Claim des Unternehmens. Im Laufe des Jahres 2025 wird der modernisierte Auftritt ausgerollt und so nach und nach in den Filialen der HYPO Oberösterreich und auf allen Kommunikationskanälen sicht- und erlebbar.
Personalmanagement und Personalentwicklung
Die HYPO Oberösterreich konnte sich 2024 zum wiederholten Male als hervorragender Arbeitgeber auszeichnen. Seit 2017 suchen das renommierte Wirtschaftsmagazin „Trend“ und Österreichs größte Online-Plattform für Arbeitgeberbewertungen „Kununu“ in einer unabhängigen Umfrage nach den dreihundert besten Arbeitgebern Österreichs. Seit der Gründung des Siegels konnte sich die HYPO Oberösterreich jedes Jahr unter den besten Arbeitgebern beweisen und liegt im Jahr 2024 im besten Drittel aller Arbeitgeber und auf Rang sieben in der
Branche „Banken und Finanzdienstleistungen“.
Eine gute Unternehmenskultur und ein wertschätzender Umgang miteinander sind in der HYPO Oberösterreich nicht nur leere Worte, sondern haben eine lange Tradition.
Um das zu ermöglichen, müssen viele Rädchen ineinandergreifen. Einen maßgeblichen Beitrag leisten hier nicht zuletzt die Initiativen „Beruf & Familie“, „Gesund & Zufrieden“ und der „Diversity & Inclusion Circle“.
Moderne und nachhaltige Personalarbeit
Im August 2024 wurde in der HYPO Oberösterreich ein neues Zeiterfassungssystem eingeführt, welches einen großen Schritt zur Optimierung der internen Arbeitsabläufe, Erleichterung des Arbeitsalltags der Mitarbeiter*innen und der Umsetzung der Digitalisierungsstrategie bedeutet.
Durch umfassende Schulungen von allen Mitarbeitern*innen wurde darüber hinaus die effiziente Nutzung von M365 im ganzen Haus verbessert. Zusätzlich wird durch die Zurverfügungstellung von Coachings die Nutzungsanwendung in den Abteilungen stetig erweitert.
Im Jahr 2024 haben 426 Mitarbeiter*innen*) (2023: 414 Mitarbeiter*innen) zum Erfolg der HYPO Oberösterreich beigetragen. Von den 46 Mitarbeiter*innen (2023: 45 Mitarbeiter*innen), die das Unternehmen im vergangenen Jahr verlassen haben, traten 7 Personen (2023: 12 Personen) in den Ruhestand. Bereinigt um die Pensionierungen ergibt sich daraus eine Fluktuationsrate von 9,2 Prozent (2023: 8,0 Prozent). Das Durchschnittsalter aller Mitarbeiter*innen liegt bei 43 Jahren (2023: 42,3 Jahren), die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit bei circa 13,4 Jahren (2023: 13,5 Jahren). Der Frauenanteil in der HYPO Oberösterreich mit 58,7 Prozent (2023: 57,7 Prozent) ist gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Ende 2024 arbeiteten durchschnittlich 176 Mitarbeiter*innen (2023: 159 Mitarbeiter*innen) auf Teilzeitbasis in der HYPO Oberösterreich.
Mitarbeiter*innen
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Teilzeit
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Gesund im Job
Die Voraussetzung für Zufriedenheit und langfristige gute Zusammenarbeit ist vor allem ein gesundes Arbeitsleben. Das gilt noch viel mehr, in einer Zeit einer „überalterten Gesellschaft“. Die HYPO Oberösterreich setzt daher schon lange auf die Erhaltung der Gesundheit ihrer Mitarbeiter*innen.
Umgesetzt wird dies in Form unseres BGF (Betriebliche Gesundheitsförderung)-Projektes „Gesund und Zufrieden“, welches laufend gesundheitsfördernde und
-erhaltende Maßnahmen organisiert und anbietet.
2024 wurden etwa ein Ruder- und ein Tenniskurs, verschiedene Vorträge z.B. zu den Themen Ernährung, Frauengesundheit oder Fitness und auch ein Skitourentag sowie ein Bikeausflug angeboten. Weiters wurde das Seminarangebot um Vorträge/Seminare zur
Stärkung der mentalen Gesundheit erweitert.
Treten gesundheitliche oder mentale Themen auf, so haben die Mitarbeiter*innen zusätzlich die Möglichkeit, kostenlos Beratungen durch den Betriebsarzt oder arbeitspsychologische Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
Diese Angebote tragen nicht nur zur Gesundheit der Mitarbeiter*innen bei, sie fördern auch das Miteinander und die fachbereichsübergreifende Arbeit.
Dass sich das Investment in gesundheitsfördernde Maßnahmen lohnt, zeigt sich an der im österreichischen Vergleich sehr niedrigen Krankenstandsquote von 7,2 Tagen pro Mitarbeiter*in für das Jahr 2024 (2023: 6,8 Tagen pro Mitarbeiter*in).
Vereinbarkeit Beruf & Familie
Die HYPO Oberösterreich hat sich als besonderes Ziel die Familienfreundlichkeit früh auf die Fahnen geschrieben. Bereits 2007 hat die HYPO Oberösterreich als erste Bank in Oberösterreich am Zertifizierungsprozess zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf teilgenommen. 2024 erhielt die HYPO Oberösterreich das fünfte Zertifikat für weitere drei Jahre. Die Vereinbarkeit von beruflicher Entwicklung und der Gründung einer Familie ist für viele Mitarbeiter*innen zentral, steigert einerseits die Zufriedenheit und ermöglicht andererseits die optimale Ausschöpfung von Ressourcen und Fähigkeiten unserer Mitarbeiter*innen.
Im Jahr 2024 wurde zur Erleichterung ebendieser Vereinbarkeit eine Kinderbetreuung in den Herbstferien analog zu der bereits jahrelang erfolgreichen und beliebten Sommerbetreuung angeboten.
Diversity & Inclusion
„Vielfalt schafft Mehrwert“ – unter diesem Motto hat im März 2024 der „Diversity & Inclusion – Circle“ seine Arbeit angetreten. Dieser wurde im Haus mittels Videobotschaft vorgestellt und hat im Sinne der neuen „Diversity & Inclusion – Policy“ erste Maßnahmen gesetzt, die einen weiteren Baustein für eine hervorragende Unternehmenskultur beitragen.
So wurden im Intranet Informationen zum Thema „Behinderung im Berufsleben“ zur Verfügung gestellt, die Bekleidungsstandards überarbeitet und im Rahmen von Abteilungsbesprechungen Bewusstsein für den Themenbereich geschaffen.
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'Darüber hinaus wurde der interne Verhaltenskodex im Hinblick auf Diversität überarbeitet und die Möglichkeit geschaffen, dass Mitarbeiter*innen in Blaulichtorganisationen Sonderurlaubstage für Einsätze erhalten können. Außerdem wurden Vorbereitungen für eine kommende Diversitäts-Umfrage getroffen.

Zukunftsorientierte Aus- und Weiterbildung
Gerade im Lichte eines teils schwer umkämpften Arbeitsmarktes ist neben dem Betriebsklima auch die Investition in eine gute Personalentwicklung ein wichtiger Faktor für Erfolg.
Die HYPO Oberösterreich setzt nachhaltig auf das Recruiting und die Ausbildung von Schul- und Universitätsabsolvent*innen und Quereinsteiger*innen ohne Bankerfahrung. Damit sich diese zu kompetenten und zukunftstragenden Mitarbeiter*innen entwickeln können, braucht es eine solide Grundausbildung. Im Jahr 2024 haben 36 Mitarbeiter*innen (2023: 21 Mitarbeiter*innen) die HYPO 1- und HYPO 2-Prüfungen absolviert und damit genau diese Grundausbildung nachweislich erhalten.
2024 wurde außerdem ein weiterer Schwerpunkt zur Ausbildung der zukünftigen Generation in Form eines neuen Lehrlingsprogramms ins Leben gerufen. Vier vielversprechende Kandidatinnen starteten im September in ihre Ausbildung.
Bereits zum dritten Mal in Folge konnten sich Mitarbeiter*innen für das Programm „Berufsbegleitendes Studieren“ bewerben. 2024 wagten drei Kolleg*innen den Schritt und erhielten die Zusage für ein Studium. Mit dieser Maßnahme investiert die HYPO Oberösterreich in den Ausbau der Fachexpertise zu bankrelevanten Themenstellungen und damit auch in die Zukunftsfähigkeit des Hauses.
Über die Ausbildung von Neueinsteiger*innen hinaus, steht auch weiterhin ein hoher Anspruch an die Qualifikation aller Mitarbeiter*innen an erster Stelle. Nur so können die hochqualitative Beratung der Kund*innen und das Angebot an exzellenten Dienstleistungen aufrechterhalten werden.
Personal-
entwicklung
in Zahlen
2024 *)
Verän-
derung
in %
2023
Ausgaben für
Ausbildung
in TEUR
800
+63,3
490
Ausgaben pro
Mitarbeiter*in
in EUR
1.879
+58,8
1.183
durchschnittliche
Schulungstage
pro Mitarbeiter*in
5,8
+33,9
4,3
*) Die Steigerung der Bildungskosten gegenüber 2023 ist unter anderem auf den flächendeckenden Ausbau der digitalen Kompetenzen zu M365, den zahlreichen Spezialkursen wie beispielsweise der Risikomanager-Ausbildung oder den vielen Kursreihen zu aktuellen Entwicklungen im Bankenbereich zurückzuführen.
Geschäftsentwicklung
in den
Segmenten
Geschäftsentwicklung im Segment
Großkunden
Die HYPO Oberösterreich blickt im Kundensegment Großkunden auch heuer wieder auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2024 zurück. Diesem traditionell wichtigen Geschäftsbereich der Bank ist das Finanzierungs-, Einlagen- und Zahlungsverkehrsgeschäft folgender Kundenarten zugeordnet: Öffentliche und öffentlichkeitsnahe Kunden (z.B. Gemeinden und Unternehmen im Einfluss der öffentlichen Hand), Kunden aus dem Bereich des gemeinnützigen Wohnbaus und deren Tochterunternehmen sowie kirchliche und soziale Organisationen. Ein weiterer Bereich ist das Teilsegment Kommerzkunden und Immobilienprojekte.
In der Gesamtbetrachtung erhöhte sich das Segmentvermögen im Segment Großkunden um +12,6 Prozent auf 3.947,5 Millionen Euro (2023: 3.505,8 Millionen Euro). Die Segmentschulden gingen um –4,0 Prozent auf 1.376,5 Millionen Euro (2023: 1.433,9 Millionen Euro) zurück.
Großwohnbau, Öffentliche Institutionen,
kirchliche und soziale Organisationen
Die solide Eigentümerstruktur und die ausgezeichnete Bonität der HYPO Oberösterreich besitzt für Kund*innen im Segment Großkunden einen besonders hohen Stellenwert, wodurch die Geschäftstätigkeit in allen Bereichen weiter ausgebaut werden konnte. Die hohe Beratungsqualität und der Spezialisierungsgrad der Berater*innen für die jeweiligen Kundengruppen wird ebenfalls wertgeschätzt und trug zum Geschäftserfolg bei.
In der Neukundengewinnung konnten, hauptsächlich durch Empfehlungsmarketing, neue Märkte und Kund*innen gewonnen werden.
Im Bereich Großkundenbetreuung konnte, durch Zuwächse in allen Teilbereichen, das Finanzierungsvolumen um +13,5 Prozent auf 2.887,6 Millionen Euro (2023: 2.544,8 Millionen Euro) gesteigert werden. Die Kundeneinlagen verblieben mit 1.266,5 Millionen Euro (2023: 1.275,2 Millionen Euro) auf einem stabil hohen Niveau.

Kommerzkunden und Immobilienprojekte
Im abgelaufenen Jahr 2024 hat das Segment Kommerzkunden und Immobilienprojekte erneut beachtliche Fortschritte und Erfolge erzielt und die Position der HYPO Oberösterreich im Corporate Banking konnte weiter gestärkt werden. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, geprägt von einer herausfordernden konjunkturellen Entwicklung und sinkenden Zinsen, konnte sich der Bereich als innovativer und dynamischer Marktteilnehmer behaupten.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der erfolgreichen Weiterentwicklung im Förderbereich. Dank der intensiven Zusammenarbeit mit der Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mbH (aws), der Förderbank des Bundes, konnten zahlreiche Finanzierungen realisiert werden, wodurch die Volumina erneut über dem Marktniveau lagen: Das Finanzierungsvolumen konnte im Vorjahresvergleich um +12,7 Prozent auf 851,2 Millionen Euro gesteigert werden. Dies verdeutlicht die hohe Attraktivität und Effizienz unserer Lösungen für die Kund*innen.
Im Bereich Zahlungsverkehr wurde im zweiten Halbjahr ein zukunftsweisendes Projekt erarbeitet, das die Basis für innovative Lösungen im Jahr 2025 legt. Die erarbeiteten Ansätze schaffen optimale Voraussetzungen, um in einem hochkompetitiven Markt wettbewerbsfähig zu bleiben und die Kundenbedürfnisse noch besser zu erfüllen.
Im Immobiliensegment war das Umfeld weiterhin von Unsicherheiten geprägt. Die sinkenden Zinsen boten jedoch auch Chancen, die gemeinsam mit den Kund*innen genutzt werden konnten. Dank einer hohen Beratungs- und Abwicklungskompetenz sowie der Anwendung aktueller Finanzierungsstandards konnten stabile und nachhaltige Lösungen geboten werden.
Geschäftsentwicklung im Segment
Retail und Wohnbau
Das Segment Retail und Wohnbau umfasst das Teilsegment Filialvertrieb, das Teilsegment Ärzte, Freie Berufe und Private Banking (ÄFP) sowie den geförderten privaten Wohnbau. Auch in diesem Bereich spiegelt sich die starke Marktposition der HYPO Oberösterreich im Bundesland wider. Ihre führende Stellung als Bank für niedergelassene Ärzt*innen sowie im Bereich der privaten Wohnbaufinanzierung (wo ein deutlich über dem Markttrend liegendes Wachstum erzielt werden konnte) konnte die HYPO Oberösterreich 2024 weiter ausbauen.
Das Segmentvermögen reduzierte sich auf hohem Niveau geringfügig auf 2.646,0 Millionen Euro (2023: 2.696,5 Millionen Euro). Demgegenüber wurden die Segmentschulden ausgebaut. Sie stiegen um +1,5 Prozent auf 1.879,5 Millionen Euro (2023: 1.852,1 Millionen Euro).
Der Zinsüberschuss fiel aufgrund geringerer Margen mit +40,2 Millionen Euro (2023: +43,0 Millionen Euro) etwas niedriger aus als im Vorjahr, wogegen der Provisionsüberschuss abermals auf +14,3 Millionen Euro (2023: +13,3 Millionen Euro) verbessert werden konnte.
Dieses Segment wies auch 2024 eine hervorragende Risikolage auf: So konnte der Aufwand aus der Veränderung der Risikovorsorge auf –0,1 Millionen Euro (2023:
–0,5 Millionen Euro) gesenkt werden.
Die Verwaltungsaufwendungen erhöhten sich insbesondere durch die jährlichen Valorisierungen der Personalaufwendungen auf –34,4 Millionen Euro (2023: –32,7 Millionen Euro). Insgesamt belief sich damit der Konzernjahresüberschuss vor Steuern in diesem Segment auf +19,8 Millionen Euro (2023: +23,3 Millionen Euro).
Filialvertrieb
Im Teilsegment Filialvertrieb konnte das Standing der HYPO Oberösterreich in der Finanzierung des privaten Wohnbaus auch im Jahr 2024 gefestigt werden. Nach dem für die Immobilienbranche schwierigen Jahr 2023 konnte 2024 im frei finanzierten, privaten Wohnbau das Neugeschäft im Filialvertrieb um +11,6 Prozent zum Vorjahr gesteigert werden.
Um ihre starke Marktposition in diesem Bereich derart auszubauen, setzte die HYPO Oberösterreich neben einer professionellen und persönlichen Beratung auch auf Produktinnovationen, wie den 2024 eingeführten Wohnkredit mit Kletterrate: Dieser passt sich dank einer anfänglich reduzierten und jährlich angepassten Rückzahlungsrate dynamisch an die Lebenssituation der Kund*innen an.
Weiters wurden die digitalen Kommunikations- und Serviceleistungen erweitert: Mit dem neuen Wohnkreditservice können Kund*innen ihre Finanzierungsmöglichkeiten und Leistbarkeit präzise simulieren, einen Kredit beantragen und die erforderlichen Unterlagen bequem online einreichen. Ergänzend dazu wurde die digitale Unterfertigung flächendeckend eingeführt, um den Kund*innen eine noch komfortablere Abwicklung zu ermöglichen. Der Ausbau dieses Angebots wird 2025 fortgesetzt.
Im September 2024 wurde mit der HYPO DirektPlus eine moderne Plattform gelauncht, die es digitalaffinen Neu- und Bestandskund*innen österreichweit ermöglicht, Online-Banking mit der persönlichen Beratung durch speziell ausgebildete Kundenbetreuer*innen zu verbinden. Auf www.hypodirektplus.at finden Neukund*innen digitale Bankdienstleistungen, vom Giro-Konto bis zur Depotverwaltung.
Ein besonderer Schwerpunkt lag 2024 mit dem Projekt „Customer Experience“ auf der Optimierung des Kundenerlebnisses. Dabei wurden umfassende Umfragen, Vor-Ort-Analysen in den Filialen sowie detaillierte Überprüfungen der Beratungsprozesse durchgeführt, die in ersten Anpassungen der Beratungs-Standards mündeten. In diesem Rahmen wurde auch die Filiale Wien in den vierten Wiener Gemeindebezirk Wieden verlegt (Prinz-Eugen-Straße 8) und nach modernsten Standards der Kundenzentrierung gestaltet. Dasselbe Konzept wird in der Filiale Bindermichl umgesetzt. Hier wurde im Herbst 2024 mit dem Umbau begonnen.
Aus bilanzieller Sicht lässt sich festhalten, dass das Money under Management im Segment Filialvertrieb um +11,3 Prozent gesteigert werden konnte. Hauptverantwortlich dafür waren Zuwächse bei den Kundeneinlagen durch attraktive Fixzinsangebote sowie die Ausweitung des Wertpapiervolumens. Der Provisionsüberschuss konnte abermals um +8,5 Prozent verbessert werden.
Ärzte, Freie Berufe und Private Banking (ÄFP)
2024 war ein sehr erfolgreiches Jahr im Hinblick auf die Neukundengewinnung in den definierten Zielgruppen (Stiftungen, Steuerberater*innen, Rechtsanwält*innen, Apotheken, Ärzt*innen und Medizinstudent*innen). 296 Neukund*innen konnten im Zielsegment gewonnen werden.
Hier konnten – insbesondere durch neue Veranstaltungs-formate mit diversen Netzwerkpartnern – sehr zielgruppenorientierte Veranstaltungen abgehalten werden (Simulationstrainings, Steuerseminare, Gründerseminare, Digitalisierungsseminare, Finanzbildungsangebote).
Unsere führende Rolle als Bank für niedergelassene Ärzt*innen konnten wir erfolgreich verteidigen. Auch im Bereich der privaten Wohnbaufinanzierung konnten die Volumina im Vorjahresvergleich um +2,0 Prozent auf 132,9 Millionen Euro (2023: 130,3 Millionen Euro) gesteigert werden. Die Finanzierung von Ärztezentren und Primär
versorgungseinheiten (PVE) lief 2024 ebenfalls sehr erfolgreich. In diesem Bereich konnte das Teilsegment ÄFP das Bestandsvolumen weiter ausbauen und die deutliche Marktführerschaft in Oberösterreich behaupten.
Das Jahr 2024 stand auch im Teilsegment ÄFP im Zeichen der Kundenzentrierung: Speziell für Kund*innen aus dem Medizinbereich wurde das Projekt „Beyond Banking“ initiiert. Im Rahmen des Projekts werden Leistungen und Angebote entwickelt (wie z.B. Initiativen zur Finanzbildung), die über das Kerngeschäft einer Bank hinausgehen. Für Kund*innen aus dem Private Banking-Bereich wurde ein neues Betreuungskonzept umgesetzt. Hierfür wurde eine Modernisierung der Räumlichkeiten in der Zentrale vorgenommen. Auch die Beratungsqualität wurde mit verschiedensten Maßnahmen wie etwa neuen Portfolioreports für unsere Kund*innen weiter angehoben.
Wohnbauförderung
Als verlässliche Partnerin des Landes Oberösterreich ist die HYPO Oberösterreich seit vielen Jahren für die Abwicklung von Förderdarlehen im Rahmen der oberösterreichischen Wohnbauförderung verantwortlich. Das Jahr 2024 war von der Einführung einer neuen Förderungsvariante geprägt, die den Oberösterreicher*innen seit 1. Juli 2024 zur Verfügung steht. Dabei handelt es sich um Darlehen mit 35-jähriger Laufzeit und einem 20-jährigen Fixzinssatz von 1,5 Prozent, der durch einen Zinsenzuschuss des Landes Oberösterreich unter Beteiligung des Bundes ermöglicht wird.

In Erwartung der neuen Förderungsvariante zeigten sich Häuslbauer*innen bis einschließlich August 2024 abwartend, was sich in niedrigen Neuvergabe-Zahlen niederschlug. Im Zeitraum September bis Dezember stieg das Zuzählungsvolumen dagegen stark an, sodass in Summe 460 Fälle (Eigenheime, Eigentumswohnungen und Reihenhaus-Mietkäufe) mit einem Neuvolumen von 41,6 Millionen Euro (2023: 52,0 Millionen Euro) vergeben wurden. Das Finanzierungsvolumen im Bereich der Wohnbauförderung reduzierte sich auf 1.354,2 Millionen Euro (2023: 1.488,0 Millionen Euro).
Geschäftsentwicklung im Segment
Financial Markets
Eigenveranlagung
Das Jahr 2024 stand im Zeichen eines leichten Wachstums im Wertpapiereigenbestand, vor allem durch einen weiteren Ausbau des Liquiditätsportfolios. Dieses Vorhaben wurde durch Zugänge von 73,8 Millionen Euro an liquiden Wertpapieren erreicht, dem gegenüber standen Tilgungen von 41,9 Millionen Euro in diesem Segment. Haupttreiber waren dabei Staatsanleihen mit einem
Nettozuwachs von +29,0 Millionen Euro, liquide Pfandbriefe wuchsen ebenfalls leicht. Bei Banken-Anleihen
kam es hingegen zu einer Konsolidierung bei einem
leichten Nettorückgang um –2,8 Millionen Euro.
Dem gesamten Kaufvolumen von 101,6 Millionen Euro standen Fälligkeiten und Kündigungen in Höhe von 84,7 Millionen Euro gegenüber. Das Wachstum wird sich im Jahr 2025 weiter intensivieren, es ist ein Ausbau des Wertpapiereigenbestandes geplant. Bei planmäßigen Tilgungen von etwa 33 Millionen Euro sollen insgesamt 150 Millionen Euro neu investiert werden. Dabei liegt der Fokus mit 100 Millionen Euro neuerlich auf liquiden Wertpapieren.
Leicht rückläufige Zinsen sorgten für einen weiteren Rückgang der Bewertungsverluste im Other Comprehensive Income (OCI) aus den Zinsanstiegen der Vorjahre bei Fremdkapitalinstrumenten. Durch teils attraktive Bonitätsaufschläge bei Staatsanleihen und Pfandbriefen konnten trotz des niedrigeren Zinsniveaus attraktive Renditen erzielt werden. Die Zugänge im Wertpapiereigenbestand konzentrierten sich bei Bankenanleihen und Pfandbriefen auf eine Laufzeit von rund 5 Jahren. Staatsanleihen wurden mit deutlich längeren Laufzeiten von knapp 20 Jahren erworben, das Zinsrisiko dabei größtenteils durch Derivativgeschäfte abgesichert. Für das Jahr 2024 waren ambitionierte Ziele im Bereich der Nachhaltigkeit geplant und diese konnten erfolgreich umgesetzt werden. Es gelang durch die Zukäufe den Anteil an nachhaltigen Wertpapieren (Green, Social und Sustainable Bonds) im Eigenbestand von 15,1 Prozent auf rund 21,4 Prozent auszubauen.
Refinanzierung
Der für das Jahr 2024 maßgebliche Refinanzierungsbedarf war im Wesentlichen geprägt durch die geplante Ausweitung des Kreditgeschäfts auf Grundlage der Wachstumsstrategie sowie der Refinanzierung von Emissionsfälligkeiten. Ebenso im Fokus stand der weitere Ausbau und die Stärkung der nachhaltigen hypo_blue-Produktpalette.

Die Neugeschäftsannahmen der Wachstumsstrategie zuzüglich der bevorstehenden Emissionsfälligkeiten sowie der Fälligkeiten von langfristigen Tendergeschäften der Europäischen Zentralbank (EZB) über 200,0 Millionen Euro führten gemäß Planung für das Kalenderjahr 2024 insgesamt zu einem Emissionsbedarf von 555,0 Millionen Euro. Der geplante Kapitalbedarf für das vorangegangene Jahr 2023 lag mit 815,0 Millionen Euro höher, war jedoch mitunter auf ein deutlich höheres Fälligkeitsexposure zurückzuführen.
Analog dem Vorjahr war auch der Jahresbeginn 2024 geprägt von einer sehr starken Emissionstätigkeit am Kapitalmarkt. Nach der ersten großen Welle im Jänner konnten bereits einige Privatplatzierungen in Form von Senior-Anleihen erfolgreich platziert werden. Der Zeitplan für einen auch in 2024 beabsichtigten Subbenchmark-Covered-Bond über 250,0 Millionen Euro war für die zweite Jahreshälfte vorgesehen und wurde Anfang Oktober 2024 umgesetzt.
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gestalteten sich auch 2024 herausfordernd. Die Europäische Zentralbank passte im Juni 2024 ihre Zinspolitik an und senkte erstmals seit längerer Zeit die Leitzinsen. Am Kapitalmarkt zogen die Spreads unter anderem für Pfandbriefemission in der zweiten Jahreshälfte an. Die geplante Subbenchmark-Hypothekenpfandbrief-Emission über 250,0 Millionen Euro konnte in einer schwierigen Marktphase Anfang Oktober 2024 mit einer Laufzeit von knapp sechs Jahren bei guter Nachfrage zu einem Spread von Mid-Swap +48bp erfolgreich platziert werden. Mit einem Orderbuch von über 500 Millionen Euro und Investoren aus Österreich, Deutschland, Skandinavien, Frankreich und Luxemburg wurde die Position als starker Partner und vertrauenswürdiger Player am Kapitalmarkt wieder bestätigt.
Der Emissionsplan 2024 über 555,0 Millionen Euro konnte inklusive der dargestellten Subbenchmark-Transaktion mit einem gesamten Emissionsvolumen von 606,7 Millionen Euro (2023: 897,1 Millionen Euro) übererfüllt werden. Die gesamten Emissionskosten lagen im Durchschnitt bei Mid-Swap +60 Basispunkten. Mit einem Volumen von 171,1 Millionen Euro und einer durchschnittlichen Laufzeit von zwölf Jahren konnte auch 2024 ein wesentlicher Teil der Refinanzierung durch den Verkauf von Wohnbauanleihen generiert werden. Darüber hinaus wurden weitere 141,6 Millionen an Senior-Anleihen am Markt platziert.

Das Volumen verbriefter Verbindlichkeiten konnte gegenüber dem Vorjahr auf 4.759,0 Millionen Euro (2023: 4.420,6 Millionen Euro) gesteigert werden. Neben der Emissionstätigkeit lag der Fokus im Ausbau der nachhaltigen hypo_blue-Produktschiene. Das Volumen in
hypo_blue-Produkte konnte gegenüber dem Vorjahr um +17,3 Millionen Euro auf 131,3 Millionen Euro erhöht werden. Zudem ergänzen diverse Anleihe- und Kontoprodukte die hypo_blue-Produktpalette.
Das per Ultimo 2023 noch vorhandene Exposure von 200,0 Millionen Euro der von der EZB zur Verfügung gestellten Langfristtender (TLTROs) wurde zur Gänze
im März 2024 abgebaut.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden haben sich auf 2.925,6 Millionen Euro (2023: 2.930,2 Millionen Euro) verringert, wobei das Volumen stabiler Retail-Einlagen um +6,0 Prozent gesteigert werden konnte. Der Fokus der Kunden lag dabei auf Sparprodukten mit Bindungen, wobei vor allem ein- bis zweijährige Online-Sparprodukte nachgefragt wurden.
Die HYPO Oberösterreich verfügt über eine sehr komfortable Liquiditätsausstattung, sämtliche regulatorische Liquiditätsanforderungen werden von Seiten der Bank eingehalten. Zum Ultimo 2024 lag die Liquidity Coverage Ratio (LCR) bei 192,4 Prozent (2023: 200,8 Prozent) und damit knapp unter dem Vorjahreswert. Die Net Stable Funding Ratio (NSFR) lag bei 122,8 Prozent (2023: 127,0 Prozent).
Geschäftsentwicklung im Segment
Sonstige
Die Tochterunternehmen der HYPO Oberösterreich sind die OÖ HYPO Leasinggesellschaft m.b.H. und die Immobiliengesellschaften.
OÖ HYPO Leasinggesellschaft m.b.H.
Die OÖ HYPO Leasinggesellschaft m.b.H. wickelt hauptsächlich Leasingverträge im Bereich Kfz und Mobilien ab, die sowohl von der HYPO Oberösterreich vermittelt als auch direkt akquiriert werden. Die Refinanzierung erfolgt durch die HYPO Oberösterreich und es werden keine Zweigniederlassungen unterhalten.
Zum Bilanzstichtag am 30. September 2024 betrugen die Anschaffungskosten aller Leasing- und Mietobjekte der Gesellschaft 220,9 Millionen Euro, verglichen mit 204,8 Millionen Euro im Vorjahr.
Im Geschäftsjahr 2024 konnte das Neugeschäftsvolumen im Kfz- und Mobilienbereich auf erfreuliche 76,8 Millionen Euro gesteigert werden, wobei 36,6 Millionen Euro auf das Kfz-Leasingneugeschäft und 40,2 Millionen Euro auf das Mobilien-Leasingneugeschäft entfielen. Der Bestand des Leasingvolumens erhöhte sich um +8,24 Prozent von 157,8 Millionen Euro auf 170,8 Millionen Euro.
Die Neuabschlüsse zu Beginn des Geschäftsjahres 2024/25 verlaufen trotz der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen weiterhin erfreulich.
Die Planungen für das kommende Geschäftsjahr beruhen auf einer leicht steigenden Neuproduktion und die Nachfrage nach Leasingfinanzierungen seitens Unternehmen und Privatkunden bleibt konstant hoch. Fortlaufende Bemühungen zur Digitalisierung der Geschäftsprozesse sollen eine noch schnellere Abwicklung ermöglichen.

Immobiliengesellschaften
Das Jahr 2024 war für die Immobiliengesellschaften
der HYPO Oberösterreich ein erfolgreiches Jahr. Zum Bilanzstichtag am 30. September 2024 beliefen sich
die Anschaffungskosten aller Leasing- und Mietobjekte der Immobiliengesellschaften auf 129,2 Millionen Euro (2023: 125,8 Millionen Euro).
OÖ HYPO Immobilien und Beteiligungen GmbH
Die OÖ HYPO Immobilien und Beteiligungen GmbH verwaltet den Immobilienbereich, erstellt Immobilienbewertungen und hält bzw. führt Beteiligungen vor allem im Leasing- und Immobilienbereich.
Hypo Immobilien Anlagen GmbH
Die Hypo Immobilien Anlagen GmbH vermietet Gewerbeimmobilien an renommierte Einzelhandelspartner*innen aus der Textil-, Lebensmittel-, Schuh- und Drogeriebranche. Aufgrund der Expertise und den qualitativ guten Standorten weist die Hypo Immobilien Anlagen GmbH seit Jahren einen sehr hohen Vermietungsgrad auf.
Zum Bilanzstichtag waren in der Hypo Immobilien Anlagen GmbH sämtliche Objekte vollvermietet. Im Sinne der Nachhaltigkeit wurde neben der bestehenden Photovoltaik-Anlage auf unserem Fachmarktzentrum Ebelsberg eine weitere Photovoltaik-Anlage auf unserem Fachmarktzentrum in Marchtrenk errichtet und im November 2024 in Betrieb genommen. Der Strom wird den Mietern zur Verfügung gestellt. Weitere PV-Anlagen und E-Ladestationen sind in Planung.
Ausblick
Die Aussichten für die weltweite Wirtschaftsentwicklung zeigten sich zu Jahresbeginn stabil, waren aber aufgrund politischer Unwägbarkeiten – etwa, ob US-Präsident Donald Trump tatsächlich erhebliche Importzölle einführen würde (was er im März 2025 tat) – nur eingeschränkt aussagekräftig. Der internationale Währungsfonds (IWF) prognostizierte in seinem World Economic Outlook (Jänner 2025) ein weltweites Wachstum von 3,3 Prozent für 2025, was im Vergleich zur Oktober-Prognose einem zarten Plus von +0,1 Prozentpunkten entspricht. Bemerkenswert ist die gegenläufige Entwicklung der Prognosen für die USA und die Eurozone: Die US-Prognose für 2025 hob der IWF im Vergleich zum Herbst um +0,5 Prozentpunkte auf 2,7 Prozent an und begründete dies neben Überhangeffekten aus 2024 mit einer robusten Arbeitsmarktlage und steigenden Investitionen. Für die Eurozone hingegen senkte der IWF die Erwartung und rechnet im Jahr 2025 mit einem Wachstum von 1,0 Prozent – das entspricht einer Korrektur um –0,2 Prozentpunkte. Begründet wird dies mit der schwächelnden Industrie und einer erhöhten wirtschaftspolitischen Unsicherheit.
Für Österreichs Wirtschaft rechnete das Institut für Höhere Studien (IHS) in seiner Winterprognose für 2025 mit einem verhaltenen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,7 Prozent, das sind um –0,1 Prozentpunkte weniger als zuvor angenommen. Nach einem neuerlichen Rezessionsjahr 2024 – die Wirtschaftsleistung dürfte um −0,9 Prozent gesunken sein – und einem schwachen privaten Konsum (trotz deutlich gestiegener Realeinkommen), gibt es nun erste Anzeichen für eine Aufhellung der Konsumstimmung. Diese dürfte gemeinsam mit niedrigeren Zinsen und einer Verbesserung des internationalen Umfelds für das oben prognostizierte Wachstum im Jahr 2025 sorgen. Zu beachten ist dabei, dass auch die Winter-Prognose des IHS unter dem Eindruck wirtschaftspolitischer Ungewissheit stand: Im Nachgang der österreichischen Nationalratswahlen dauerte der Koalitionsbildungsprozess bis 3. März 2025, wodurch die inzwischen bekannten Budgetkonsolidierungsmaßnahmen der neuen Regierung – im laufenden Jahr sollen 6,3 Milliarden Euro eingespart werden, 2026 weitere 8,7 Milliarden Euro – in der Winter-Prognose nicht berücksichtigt werden konnten. Das Sparpaket wird sich aber voraussichtlich dämpfend auf das Wirtschaftswachstum auswirken.
Die am Verbraucherpreisindex gemessene Inflation ist in Österreich 2024 deutlich auf 2,9 Prozent gefallen, im Euroraum fiel die Inflationsrate im September 2024 sogar unter den 2-Prozent-Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB). Für das Jahr 2025 prognostiziert das IHS für Österreich eine Inflationsrate von 2,6 Prozent, wobei das Auslaufen von Maßnahmen wie etwa der Strompreisbremse zu Jahresbeginn zunächst preistreibend wirken wird.
Angesichts der seitens der EZB prognostizierten Euroraum-Inflationsrate von 2,1 Prozent im Jahr 2025 sind weitere Leitzinssenkungen der Zentralbank zu erwarten. Nach den bereits erfolgten Zinsschritten im Jänner und März rechnet die HYPO Oberösterreich im ersten Halbjahr 2025 mit zwei weiteren Senkungen um jeweils –0,25 Prozentpunkte, womit der EZB-Leitzins (Hauptrefinanzierungssatz) zur Jahresmitte im Bereich von 2,15 Prozent liegen sollte.
Im Lichte des nach wie vor angespannten Marktumfelds erwarten wir auch 2025 ein herausforderndes Geschäftsjahr. Der Kostendruck im Bankensektor bleibt aufgrund der Inflation und der gebotenen nachhaltigen Transformation weiter hoch, gleichzeitig lassen niedrigere Zinsmargen, die sich aufgrund sinkender Zinsen einstellen werden, einen niedrigeren Konzernjahresüberschuss als 2024 erwarten. Dank vorausschauender Planung sehen wir uns dennoch gut gewappnet und blicken dem Geschäftsjahr zuversichtlich entgegen. Anlass dafür gibt etwa der bereits 2024 angelaufene Turnaround im Bereich der privaten Wohnbaufinanzierungen, wo die HYPO Oberösterreich ein deutlich über dem Markttrend liegendes Kreditwachstum erzielen konnte. Für 2025 erwarten wir einen Fortgang dieser Entwicklung. So kann das angekündigte Auslaufen der KIM-Verordnung zur Jahresmitte 2025 ein zusätzlicher Wachstumsfaktor im Kredit-geschäft sein, nicht zuletzt aufgrund der positiven Signalwirkung in Richtung Kund*innen. Wir erwarten daher für 2025 ein stabiles Ergebnis und eine Fortsetzung unseres langfristigen Wachstumspfads.
Linz, am 17. März 2025
Der Vorstand
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'
Klaus Kumpfmüller
Vorstandsvorsitzender
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'
Thomas Wolfsgruber
Vorstandsmitglied
Konzernabschluss
nach International Financial Reporting
Standards (IFRS)
I. Konzernerfolgsrechnung
in TEUR
Notes
2024
2023
1.1.
Zinserträge nach der Effektivzinsmethode
19
329.348
288.892
1.2.
Sonstige Zinserträge, zinsähnliche Erträge und laufende Erträge
19
20.889
18.313
2.
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
19
–248.410
–208.346
A.
Zinsüberschuss
19
101.827
98.860
3.
Risikovorsorge
20
–31.863
–11.839
B.
Zinsüberschuss nach Risikovorsorge
69.964
87.021
C.
Ergebnis aus At Equity-bewerteten Unternehmen
33
5.804
6.823
4.
Provisionserträge
21
29.189
27.096
5.
Provisionsaufwendungen
21
–10.968
–10.361
D.
Provisionsüberschuss
21
18.221
16.735
E.
Finanzergebnis
22
636
–3.398
6.
Personalaufwand
23
–39.938
–37.117
7.
Sachaufwand
24
–25.568
–24.131
8.
Abschreibungen auf Finanzimmobilien, immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
25
–5.054
–5.209
F.
Verwaltungsaufwendungen
–70.560
–66.457
9.
Sonstige betriebliche Erträge
26
10.086
9.546
10.
Sonstige betriebliche Aufwendungen
26
–1.554
–5.652
11.
Sonstige Steuern
26
–1.782
–1.675
G.
Sonstiges betriebliches Ergebnis
26
6.750
2.219
H.
Konzernjahresüberschuss vor Steuern
30.814
42.943
12.
Steuern vom Einkommen und Ertrag
27
–4.899
–7.349
I.
Konzernjahresüberschuss nach Steuern
25.915
35.594
Gesamtergebnisrechnung
in TEUR
2024
2023
Konzernjahresüberschuss nach Steuern
25.915
35.594
Posten, die nicht in die Erfolgsrechnung umgegliedert werden können:
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste*)
–588
–152
Bonitätsbedingte Veränderungen der zum Fair Value bewerteten Verbindlichkeiten
–2.971
11.610
Änderungen des Fair Values bei FVOCI-Eigenkapitalinstrumenten
–23.371
9.825
Latente Steuern auf Posten direkt im Konzernkapital verrechnet**)
6.185
–4.880
Posten, die in die Erfolgsrechnung umgegliedert werden können:
Änderungen des Fair Values bei FVOCI-Schuldtiteln***)
4.445
7.691
Latente Steuern auf Posten direkt im Konzernkapital verrechnet
–1.022
–1.769
Sonstiges Konzernjahresergebnis
–17.323
22.325
Gesamtes Konzernjahresergebnis
8.593
57.919
*) hievon von At Equity-bewerteten Unternehmen
–43
–195
**) hievon von At Equity-bewerteten Unternehmen
10
45
***) hievon in die Erfolgsrechnung umgegliederte Beträge (Recycling)
420
28
II. Konzernbilanz
Aktiva in TEUR
Notes
31.12.2024
31.12.2023
1.
Barreserve
28, 36
765.562
1.102.713
2.
Forderungen an Kreditinstitute
29, 36
119.477
148.239
3.
Forderungen an Kunden
30, 36
6.569.291
6.154.521
4.
Positive Marktwerte aus derivativen Geschäften
31
137.727
135.057
5.
Finanzanlagen
32, 36
944.151
944.000
6.
Anteile an At Equity-bewerteten Unternehmen
33
77.470
75.324
7.
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
34
74.899
66.429
8.
Immaterielle Vermögenswerte
34
6.099
982
9.
Sachanlagen
34
17.553
14.822
10.
Sonstige Aktiva
35
35.078
33.557
11.
Steueransprüche
43
393
1.024
SUMME DER AKTIVA
8.747.699
8.676.669
Passiva in TEUR
Notes
31.12.2024
31.12.2023
1.
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
37
299.957
544.834
2.
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
38
2.925.641
2.930.183
3.
Verbriefte Verbindlichkeiten
39
4.759.033
4.420.638
4.
Negative Marktwerte aus derivativen Geschäften
40
68.258
88.750
5.
Rückstellungen
41
15.814
18.689
6.
Sonstige Passiva
42
58.231
47.625
7.
Steuerverbindlichkeiten
43
8.010
13.171
8.
Nachrangkapital
44
66.711
65.476
9.
Eigenkapital
45
546.044
547.302
SUMME DER PASSIVA
8.747.699
8.676.669
III. Entwicklung des Konzerneigenkapitals
in TEUR
Gezeichnetes
Kapital
Kapital-
rücklagen
Gewinn-
rücklagen
OCI-Rücklage
Summe
Eigenkapital
IAS 19-Rücklage
Sonstige OCI-Rücklage*)
Stand 1.1.2024
14.558
30.739
508.321
–1.617
–4.698
547.302
Erwerb/Veräußerung eigener Aktien
–2
–59
–60
Gewinnausschüttung
–9.791
–9.791
Konzernjahresüberschuss
nach Steuern
25.915
25.915
Sonstiges Konzernjahres-
ergebnis
–453
–16.870
–17.323
Gesamtes Konzernjahresergebnis
25.915
–453
–16.870
8.593
Stand 31.12.2024
14.556
30.739
524.386
–2.070
–21.568
546.044
in TEUR
Gezeichnetes
Kapital
Kapital-
rücklagen
Gewinn-
rücklagen
OCI-Rücklage
Summe
Eigenkapital
IAS 19-Rücklage
Sonstige OCI-Rücklage*)
Stand 1.1.2023
14.561
30.739
478.133
–1.500
–27.140
494.793
Erwerb/Veräußerung eigener Aktien
–3
–99
–102
Gewinnausschüttung
–5.308
–5.308
Konzernjahresüberschuss
nach Steuern
35.594
35.594
Sonstiges Konzernjahres-
ergebnis
–117
22.442
22.325
Gesamtes Konzernjahresergebnis
35.594
–117
22.442
57.919
Stand 31.12.2023
14.558
30.739
508.321
–1.617
–4.698
547.302
*) Für weitere Informationen zur Sonstigen OCI-Rücklage siehe Note (45).
IV. Konzernkapitalflussrechnung
in TEUR
2024
2023
Konzernjahresüberschuss nach Steuern
25.915
35.594
Im Konzernjahresüberschuss nach Steuern enthaltene zahlungsunwirksame Posten:
Abschreibungen auf Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und als Finanzinvestition
gehaltene Immobilien
5.054
5.209
Erträge aus At Equity-bewerteten Unternehmen
–5.804
–6.823
Dotierungen/Auflösungen von Rückstellungen und Risikovorsorgen
14.188
7.577
Bewertungsergebnis von erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten
–3.476
14.742
Gebuchte Dividenden
–7.192
–8.861
Gebuchter Zinsertrag
–343.045
–298.280
Gebuchter Zinsaufwand
248.410
208.282
Gebuchter Ertragsteueraufwand
4.899
7.349
Sonstige Veränderungen
2.318
–3.165
Veränderungen des Vermögens und der Verbindlichkeiten nach Korrektur
um zahlungsunwirksame Bestandteile:
Forderungen an Kreditinstitute und Kunden
–401.245
–224.859
Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien,
Sonstige Aktiva, Steueransprüche
–899
–4.554
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden
–245.537
219.159
Verbriefte Verbindlichkeiten
306.021
394.215
Rückstellungen, Sonstige Passiva, Steuerverbindlichkeiten
9.071
–14.890
Erhaltene Dividenden
10.817
12.086
Erhaltene Zinsen
342.594
281.347
Gezahlte Zinsen
–243.494
–177.747
Ertragssteuerzahlungen
–4.907
–9.578
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit
–286.312
436.803
Einzahlungen aus der Veräußerung von
Finanzanlagen
240.374
302.197
Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien
59
201
Auszahlungen für den Erwerb von
Finanzanlagen
–258.669
–295.013
Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien
–21.423
–4.732
Cashflow aus Investitionstätigkeit
–39.659
2.653
Dividendenzahlungen
–9.791
–5.308
Einzahlungen aus Nachrangkapital*)
718
Auszahlungen für die Tilgungsanteile der Leasingverbindlichkeiten**)
–1.328
–1.240
Auszahlungen für den Erwerb von eigenen Anteilen
–98
–104
Einzahlungen aus der Veräußerung von eigenen Anteilen
37
2
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
–11.180
–5.932
Zahlungsmittelbestand zum Ende der Vorperiode
1.102.713
669.189
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit
–286.312
436.803
Cashflow aus Investitionstätigkeit
–39.659
2.653
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
–11.180
–5.932
Zahlungsmittelbestand am Ende der Periode
765.562
1.102.713
*) Überleitungsrechnung siehe Note (44)
**) Überleitungsrechnung siehe Note (49)
V. Anhang (Notes) zum Konzernabschluss
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft (HYPO Oberösterreich) und ihre Tochtergesellschaften bieten ihren Kunden ein umfassendes Leistungsangebot im Finanzbereich an. Zu den Kerngeschäftsfeldern zählen Geschäfte mit Ärzt*innen und freien Berufen, öffentlichen Institutionen (Bund, Land, Gemeinden, Sozialversicherungen, anerkannte Religionsgemeinschaften), gemeinnützigen und gewerblichen Bauträgern, Vertragsversicherungsunternehmen, Firmenkunden sowie geförderte Eigenheimfinanzierungen. Ergänzend werden diverse Dienstleistungen im Bereich Leasing, Versicherungen und Immobilien angeboten.
Kernmarkt des Bankkonzerns ist das Bundesland Oberösterreich. Im Osten Österreichs ist die Bank durch einen Standort in Wien vertreten.
Die Bank ist eine Aktiengesellschaft, hat ihren Sitz in Linz, Österreich, und ist im Firmenbuch Linz, Österreich, (FN 157656y) eingetragen. Die Anschrift der Bank lautet auf Landstraße 38, 4010 Linz.
Grundlagen der Konzernrechnungslegung
Der Bankkonzern der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft gehört zum Konsolidierungskreis der OÖ Landesholding GmbH mit Sitz in Linz.
Dieser Konzernabschluss wurde zum 31. Dezember 2024 nach International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt und erfüllt auch die Voraussetzungen gemäß § 59a BWG (Bankwesengesetz) in Verbindung mit § 245a UGB. Er wurde vom Vorstand am 17. März 2025 zur Veröffentlichung genehmigt.
Neben der Konzernbilanz sowie der Konzerngesamtergebnisrechnung beinhaltet der Konzernabschluss als weitere Komponenten die Entwicklung des Eigenkapitals, die Kapitalflussrechnung und den Anhang (Notes). Die Segmentberichterstattung wird innerhalb des Anhanges unter Punkt (52) dargestellt.
Der Bericht über die Risiken der künftigen Entwicklung (Risikobericht gemäß IFRS 7) ist in den Notes unter den Punkten (63) bis (68) dargestellt.
Alle Beträge sind, sofern nicht gesondert darauf hingewiesen wird, in Tausend Euro (TEUR) dargestellt. Die nachstehend angeführten Tabellen können Rundungsdifferenzen enthalten.
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
(1) Grundsätze
Der Konzernabschluss basiert auf dem Grundsatz der Unternehmensfortführung (Going Concern). Erträge und Aufwendungen werden zeitanteilig abgegrenzt und in der Periode erfolgswirksam erfasst, der sie wirtschaftlich zuzurechnen sind.
Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die bei der Erstellung des vorliegenden Konzernabschlusses angewendet wurden, sind im Folgenden dargestellt. Die beschriebenen Methoden wurden einheitlich und stetig auf die dargestellten Berichtsperioden angewendet, sofern nichts anderes angegeben ist.
Die Rechnungslegung im Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft Konzern erfolgt nach konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.
(2) Angewandte IAS/IFRS- und SIC/IFRIC-Vorschriften
Der vorliegende Konzernabschluss wurde im Einklang mit den am 31. Dezember 2024 gültigen IAS/IFRS­Vorschriften, wie sie in der EU anwendbar sind, aufgestellt. Bei der Bilanzierung und Bewertung wurden grundsätzlich alle gültigen IAS­ bzw. IFRS­Standards sowie Interpretationen des SIC bzw. IFRIC angewendet. Standards und Interpretationen, die erst ab dem 1. Jänner 2025 oder später anzuwenden sind, wurden nicht frühzeitig berücksichtigt.
Nachfolgend werden die im Geschäftsjahr erstmalig angewendeten Standards sowie neue bzw. geänderte Standards und Interpretationen, die zum Bilanzstichtag bereits veröffentlicht waren, jedoch noch nicht in Kraft getreten sind und im vorliegenden Konzernabschluss nicht angewendet wurden, dargestellt:
Standard / Interpretation
Bezeichnung
Anzuwenden für
Geschäftsjahre ab
Von EU bereits
übernommen
Änderungen zu IFRS 16
Lease Liability in a Sale and Leaseback
1.1.2024
ja
Änderungen zu IAS 1
Classification of Liabilities as Current or
Non-current and Classification of Liabilities as
Current or Non-current – Deferral of Effective Date and Non-current Liabilities with Covenants
1.1.2024
ja
Änderungen zu IAS 7 und IFRS 7
Supplier Finance Arrangements
1.1.2024
ja
Änderungen zu IAS 21
Lack of Exchangeability
1.1.2025
ja
Änderungen zu IFRS 9 und IFRS 7
Classification and Measurement of Financial Instruments
1.1.2026
nein
Jährliche Anpassungen
Volume 11
1.1.2026
nein
Änderungen zu IFRS 9 und IFRS7
Contracts Referencing
Nature-dependent Electricity
1.1.2026
nein
IFRS 18
Presentation and Disclosure in Financial Statements
1.1.2027
nein
IFRS 19
Subsidiaries without Public Accountability: Disclosures
1.1.2027
nein
Durch Anwendung der genannten Standards (ausgenommen IFRS 18 „Darstellung und Angaben im
Abschluss“) und Interpretationen ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf künftige Konzernabschlüsse.
Der am 9. April 2024 veröffentlichte Standard IFRS 18 ersetzt IAS 1 und regelt die Darstellung der Abschlussinformationen neu. Die wesentlichen Änderungen ergeben sich durch die Neustrukturierung der Gewinn- und Verlustrechnung, die Offenlegung von Leistungskennzahlen und erweiterte Anforderungen an die Aggregation und Disaggregation von Informationen innerhalb der primären Abschlussbestandteile. Das Ausmaß der notwendigen Anpassungen wird noch evaluiert.
(3) Schätzungen, Ermessensentscheidungen und Beurteilungen des Managements
Zur ordnungsgemäßen vollständigen Erstellung des Konzernabschlusses müssen vom Management Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen getroffen werden, die die Angaben im Anhang und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während der Berichtsperiode beeinflussen. Sie beziehen sich im Wesentlichen auf die Beurteilung der Fair Values von Vermögenswerten inklusive At Equity-Bewertung und Verbindlichkeiten (sofern diese nicht direkt von Börse-kursen abgeleitet werden können), die Werthaltigkeit von Vermögenswerten, die konzerneinheitliche Festlegung der wirtschaftlichen Nutzungsdauer für Sachanlagen und Finanzimmobilien, die Klassifizierung von Leasing-verträgen, die Berechnung von Sensitivitäten sowie die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen.
Den Annahmen liegen Prämissen zugrunde, die auf dem jeweils aktuell verfügbaren Kenntnisstand beruhen (Details siehe unter Punkt (48), Punkt (41), Punkt (20)). Hinsichtlich der zukünftig erwarteten Geschäftsentwicklung wurden die zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses vorliegenden Umstände ebenso wie die als realistisch unterstellte künftige Entwicklung des globalen und branchenbezogenen Umfelds zugrunde gelegt. Durch von den Annahmen abweichende und außerhalb des Einflussbereiches des Managements liegende Entwicklungen dieser Rahmenbedingungen können die einzustellenden Beträge von den ursprünglich erwarteten Schätzwerten abweichen.
Bilanzierungswahlrechte werden unter anderem im Zusammenhang mit kurzfristigen Leasingverhältnissen und Leasingverträgen über geringwertige Vermögenswerte gemäß IFRS 16 (siehe dazu Punkt (14)), betreffend der Bilanzierung von Sicherungsgeschäften gemäß IFRS 9 (siehe dazu Punkt (6b)), bei der Anwendung der Fair Value-Option bei finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten sowie bei der erfolgsneutralen Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten gemäß IFRS 9 (siehe dazu Punkt (6a)) in Anspruch genommen.
Offene Rechtsthematik i. Z. m. USt-Zwischenbankbefreiung
Am 7. Juli 2024 wurde der Beschluss des Bundesfinanzgerichtes über seinen Antrag auf Vorabentscheidung durch den Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) zur Frage veröffentlicht, ob die im § 6 Abs. 1 Z 28 zweiter Satz UStG (Umsatzsteuergesetz 1994 i.d.g.F.) vorgesehene Umsatzsteuerbefreiung eine staatliche Beihilfe gemäß Art. 107 Abs. 1 AEUV (Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union) darstellt. § 6 Abs. 1 Z 28 zweiter Satz UStG befreit sonstige Leistungen von der Umsatzsteuer, die zwischen Unternehmen erbracht werden, die überwiegend Bank-, Versicherungs- oder Pensionskassenumsätze ausführen, soweit diese Leistungen unmittelbar zur Ausführung der genannten steuerfreien Umsätze verwendet werden, und für die Personalgestellung dieser Unternehmer an die im ersten Satz des § 6 Abs. 1 Z 28 UStG genannten Zusammenschlüsse. Im Rahmen des Abgabenänderungsgesetzes 2024 wurde
§ 6 Abs. 1 Z 28 zweiter Satz UStG mit Wirksamkeit ab
1. Jänner 2025 aufgehoben. Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft hat unter Einhaltung der österreichischen umsatzsteuerlichen Regeln gehandelt. Darüber hinaus ist es nach vorliegender Einschätzung zum aktuellen Zeitpunkt noch unklar, wie der Europäische Gerichtshof entscheidet und ob die Europäische Kommission ein Verfahren gegen die Republik einleiten wird. Daneben ist ebenso strittig, wer in den jeweiligen Leis
tungsbeziehungen der wirtschaftliche Begünstigte aus der Befreiungsvorschrift ist und in welcher Höhe der wirtschaftliche Vorteil im Ergebnis eingetreten ist, da in diesem Fall auch ein Vorsteuerabzug beim Leistungsempfänger zustehen würde. Aufgrund der dargestellten Unsicherheiten wurde keine Rückstellung für etwaige Nachzahlungen gebildet. Sollte sich die dargestellte Situation nachteilig entwickeln, dann wird eine mögliche Nachzahlung auf Basis derzeitiger Analysen bis zu einer Höhe von rund TEUR 3.000 geschätzt.
(4) Konsolidierungskreis
Tochterunternehmen werden ab dem Zeitpunkt konsolidiert, an dem der Konzern einen beherrschenden Einfluss erlangt. Die Angemessenheit der getroffenen Konsolidierungsentscheidungen wird regelmäßig überprüft. Für die Überprüfung der Wesentlichkeit der einzelnen Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen wurde die Vermögens- und Ertragslage ins Verhältnis mit den Konzernwerten gestellt.
Im Konzernabschluss sind neben dem Mutterunter-nehmen 4 Tochterunternehmen (2023: 4), an denen die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft direkt oder indirekt 100 % (2023: 100 %) der Stimmrechte hält, einbezogen. Von diesen Unternehmen haben 4 ihren Sitz im Inland (2023: 4) und keine ihren Sitz im Ausland (2023: 0).
2 (2023: 2) wesentliche inländische assoziierte Unternehmen werden nach der At Equity-Methode bewertet. Für weitere Informationen zu den At Equity-bewerteten Unternehmen siehe Punkt (33).
8 Tochterunternehmen und assoziierte Unternehmen (2023: 8) mit untergeordneter Bedeutung für die Gesamtaussage der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns wurden nicht konsolidiert.
Der Bilanzstichtag bei den vollkonsolidierten Tochterunternehmen und bei den At Equity-bewerteten Unternehmen ist der 30.9. Um eine zeitnahe Jahresabschlusserstellung zu gewährleisten, wurden abweichende Stichtage gewählt. Die Abschlüsse werden um die Auswirkungen bedeutender Geschäftsfälle oder Ereignisse zwischen dem Berichtsstichtag der Unternehmen am 30.9. und dem Konzernabschlussstichtag am 31.12. angepasst. Eine vollständige Aufzählung der Tochterunternehmen sowie der assoziierten Unternehmen befindet sich in den Notes unter Punkt VII (Anteilsbesitz). Sämtliche assoziierte Unternehmen und Tochterunternehmen sind nicht börsenotiert. Es wurden im Geschäftsjahr keine Unternehmenszusammenschlüsse gemäß IFRS 3 vorgenommen.
(5) Konsolidierungsgrundsätze
Alle wesentlichen Tochterunternehmen, die von der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft beherrscht werden, sind in den Konzernabschluss einbezogen und werden vollkonsolidiert.
Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode gemäß IFRS 3. Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung, die nach UGB­Grundsätzen mit den Rücklagen verrechnet wurden, wurden im Sinne des IFRS 1.15 in die IFRS­Eröffnungsbilanz übernommen.
Im Rahmen der Konsolidierung werden konzerninterne Aufwendungen und Erträge bzw. Forderungen und Verbindlichkeiten eliminiert. Im Konzern angefallene Zwischenergebnisse werden herausgerechnet, soweit sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind. Auf temporäre Unterschiede aus der Konsolidierung werden die nach IAS 12 erforderlichen Steuerabgrenzungen vorgenommen. Assoziierte Unternehmen werden gemäß IAS 28 nach der Equity­Methode bewertet. Die Beurteilung der Werthaltigkeit erfolgt anlassbezogen. Liegen für derartige Beteiligungen keine beobachtbaren Marktpreise vor, wird für die Ermittlung des Marktwertes auf bankinterne Unternehmensbewertungen zurückgegriffen. Im Falle einer Unterdeckung wird ein Impairment in dieser Höhe vorgenommen.
Anteile an Tochterunternehmen, die wegen untergeordneter Bedeutung nicht konsolidiert wurden, und Beteiligungen sind zum Marktwert (Fair Value) in den Finanzanlagen ausgewiesen.
(6) Finanzinstrumente
Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Forderungen, Einlagen und begebene Schuldverschreibungen werden zum Entstehungszeitpunkt klassifiziert und bilanziert. Alle anderen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden erstmals am Handelstag in der Bilanz erfasst.
„Grüne Finanzprodukte“ enthalten Passiva basierend auf dem „Green Finance Framework“ der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft vom Juni 2021. Sie umfassen Anleihen (Pfandbriefe, Senior oder Wohnbauanleihen), Sicht- und Spareinlagen, welche auch unter dem Marketingnamen hypo_blue verkauft werden. Grundlegendes Merkmal ist die Verwendung der Nettoerlöse der „grünen Finanzprodukte“ zur Finanzierung bzw. Refinanzierung des energieeffizienten Wohnbaus in Österreich. Es wird ein jährlicher Bericht zur Verwendung der Nettoerlöse (Allocation Reporting) sowie ein Impact Reporting auf der Homepage veröffentlicht. Das Merkmal
„grünes Finanzprodukt“ hat keinen Einfluss auf die Kategorisierung und ihre Bewertung.
Die nachstehenden Erläuterungen geben eine Übersicht darüber, wie die Regelungen des IFRS 9 im Konzern der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft umgesetzt wurden:
a) Kategorisierung finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten und ihre Bewertung
IFRS 9 behält das gemischte Bewertungsmodell und führt drei grundsätzliche Bewertungskategorien: fortgeführte Anschaffungskosten (Amortised Cost, „AC“), erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value
through Other Comprehensive Income, „FVOCI“) und erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value through Profit & Loss, „FVPL“). Die Klassifikation basiert auf dem festgelegten Geschäftsmodell und der Gestaltung der vertraglichen Geldflüsse des Finanzinstruments. Im Folgenden werden die einzelnen Bewertungskategorien näher erläutert:
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete
finanzielle Vermögenswerte (Amortised Cost – AC)
Schuldinstrumente werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wenn sie in einem Geschäftsmodell gehalten werden, dessen Zielsetzung die Vereinnahmung der vertraglichen Cashflows ist (Geschäftsmodell
„Halten“), und ihre vertraglichen Zahlungsflüsse zu festgelegten Zeitpunkten zu Cashflows führen, bei denen es sich ausschließlich um Zins- und Tilgungszahlungen
(Solely Payments of Principal and Interest, „SPPI“) auf den ausstehenden Kapitalbetrag handelt.
Unterschiedsbeträge zwischen den Anschaffungskosten und dem Rückzahlungsbetrag werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode über die Laufzeit verteilt erfolgswirksam im Zinsergebnis vereinnahmt. Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte stellen in der Oberösterreichische
Landesbank Aktiengesellschaft die größte Bewertungskategorie dar.
Als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (Fair Value through Profit & Loss – FVPL)
Schuldinstrumente, deren vertragliche Cashflows nicht dem SPPI-Kriterium entsprechen, werden automatisch zum FVPL bewertet. Bei der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft betrifft dies vor allem finanzielle Vermögenswerte, die mit inkongruenten Zinskomponenten ausgestattet sind (siehe Beschreibung im Abschnitt „SPPI-Beurteilung“).
Finanzinstrumente, die im Geschäftsmodell „Verkaufen“ gehalten werden, werden ebenfalls erfolgswirksam zum Fair Value bewertet. Meist wird für diese finanziellen Vermögenswerte erwartet, dass sie vor ihrer Fälligkeit verkauft werden oder die Entwicklung des Portfolios, in dem sie enthalten sind, auf Grundlage des Fair Values beurteilt wird. Dies sind vor allem solche finanziellen Vermögenswerte, die zu Handelszwecken gehalten werden. Hierzu zählen Finanzinstrumente (insbesondere verzinsliche Wertpapiere, Aktien und Investmentzertifikate) und derivative Finanzinstrumente mit positivem Marktwert.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft macht vom Wahlrecht Gebrauch, gewisse Schuldinstrumente bei der erstmaligen Erfassung in die FVPL-Kategorie zu widmen (Fair Value-Option). Diese werden aufgrund einer Sicherungsbeziehung zu einem derivativen Finanzinstrument zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, da ansonsten Inkongruenzen bei der Bewertung und dem Ansatz gegenüber dem Sicherungsgeschäft entstehen würden (accounting mismatch).
In der Bilanz werden gehaltene finanzielle Vermögenswerte, die zum Fair Value bewertet werden, unter Forderungen an Kunden und Finanzanlagen ausgewiesen. Gewinne und Verluste aus der Bewertung werden in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis erfolgswirksam erfasst. Die Zinserträge und Zinsaufwendungen werden im Zinsüberschuss dargestellt.
Als erfolgsneutral zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte (Fair Value through OCI – FVOCI)
Fremdkapitalinstrumente werden erfolgsneutral zum Fair Value (FVOCI) bilanziert, wenn ihre vertraglichen Cashflows SPPI-konform sind und sie innerhalb eines Geschäftsmodells gehalten werden, dessen Zielsetzungen sowohl die Vereinnahmung vertraglicher Cashflows als auch die Veräußerung von Vermögenswerten sind (Geschäftsmodell „Halten und Verkaufen“). In der Bilanz sind sie unter den Finanzanlagen ausgewiesen. Unterschiedsbeträge zwischen den Anschaffungskosten und dem Rückzahlungsbetrag werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode über die Laufzeit verteilt erfolgswirksam im Zinsergebnis vereinnahmt.
Die Differenz zwischen dem Fair Value, zu dem die Vermögenswerte bilanziert werden, und den fortgeführten Anschaffungskosten wird im Eigenkapital im Posten
„OCI-Rücklage“ als kumuliertes sonstiges Ergebnis (Other Comprehensive Income, „OCI“) dargestellt. Die Veränderungen der Berichtsperiode werden in der Gesamtergebnisrechnung im sonstigen Ergebnis erfolgsneutral erfasst. Bei einer Veräußerung des finanziellen Vermögenswertes wird das in der OCI-Rücklage bilanzierte kumulierte Bewertungsergebnis aufgelöst und in die Gewinn- und Verlustrechnung erfolgswirksam einbezogen.
Für alle Investitionen in Eigenkapitalinstrumente macht die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft in Übereinstimmung mit IFRS 9 vom Wahlrecht Gebrauch, diese bei der erstmaligen Anwendung zum FVOCI zu bewerten. Die Eigenkapitalinstrumente stellen Investitionen dar, die der Konzern aus strategischen Gründen langfristig halten will. Dieser im OCI erfasste Betrag wird nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Lediglich Dividendenansprüche sind in der Gewinn- und Verlustrechnung darzustellen.
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (Amortised Cost – AC)
Zu dieser Kategorie zählen Finanzinstrumente unter den Bilanzpositionen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden sowie Verbriefte Verbindlichkeiten. Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Unterschiedsbeträge zwischen den Anschaffungskosten und dem Rückzahlungsbetrag werden über die Laufzeit verteilt erfolgswirksam im Zinsergebnis vereinnahmt.
Als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (Fair Value through Profit & Loss – FVPL)
In den Bilanzpositionen Verbriefte Verbindlichkeiten und Verbindlichkeiten gegenüber Kunden sind auch finanzielle
Verpflichtungen enthalten, die zum Fair Value bewertet werden. Die Erfassung der Veränderung des eigenen Kreditrisikos der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Verbindlichkeiten muss jedoch für die jeweilige Berichtsperiode erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfolgen. Bei der Berechnung des kumulierten OCI-Effektes wird die Differenz zwischen dem Barwert der Verbindlichkeit unter Anwendung des ursprünglichen Kreditrisikos zu Laufzeitbeginn und dem aktuellen Fair Value der Verbindlichkeit ermittelt.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft wendet die Möglichkeit an, gewisse finanzielle Verbindlichkeiten beim erstmaligen Ansatz in die FVPL-Kategorie zu designieren (Fair Value-Option), wenn eine solche Klassifizierung bilanzielle Inkongruenzen (accounting mismatch) beseitigt oder signifikant verringert, die zwischen ansonsten zu Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten und erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten derivativen Finanzinstrumenten, die mit diesen Verbindlichkeiten in Beziehung stehen, entstehen würden. Finanzielle Verbindlichkeiten in der Fair Value-Option werden in der Bilanz in ihrer ursprünglichen Bilanzposition ausgewiesen.
Außerdem werden derivative Finanzinstrumente mit negativem Marktwert zum beizulegenden Zeitwert bewertet, welche somit ebenfalls als FVPL kategorisiert sind. Die Gewinne und Verluste aus der Bewertung werden erfolgswirksam im Finanzergebnis erfasst.
b) Hedge Accounting (HDFV)
Aus fix verzinsten verbrieften Verbindlichkeiten entstehen in der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft Fair Value-Risiken. Risikomanagementziel und
-strategie ist es, dieses Fair Value-Risiko zu begrenzen. Dazu werden gemäß den Risikomanagementvorgaben Zinsswaps mit externen Banken abgeschlossen. Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft designiert Sicherungsbeziehungen zwischen fix verzinsten Verbindlichkeiten als Grundgeschäfte und derivativen Finanzinstrumenten als Sicherungsinstrumente. Die derivativen Finanzinstrumente dienen zur Absicherung von Zins- und Währungsrisiken. Das abzusichernde Risiko ist das durch die fix verzinsten verbrieften Verbindlichkeiten induzierte Fair Value-Risiko. Der Credit Spread ist nicht Teil der Sicherungsbeziehung. Aktuell werden nur sogenannte Micro-Hedges, welche 1:1 gegenläufig sind, dem Hedge Accounting zugeordnet. Es werden Receiver-Zinsswaps und Receiver-Zinswährungsswaps als Sicherungsinstrumente für fix verzinste Verbindlichkeiten eingesetzt.
Zu Beginn der Sicherungsbeziehung zwischen Grundgeschäft und Sicherungsgeschäft wird diese formal festgelegt und dokumentiert. Es wird beabsichtigt, die Sicherungsbeziehung mit den Grundgeschäften ab dem Abschlusszeitpunkt des Derivats zu bilden und diese Absicht bis zum Auslaufen des Derivats durchzuhalten. Die Messung der Effektivität erfolgt prospektiv und somit lediglich nach dem Critical Terms Match, da die wesentlichen Parameter von Grund- und Sicherungsgeschäft übereinstimmen, welches einer Hedge Ratio von 1 entspricht. Somit kann von einer sehr hohen Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung ausgegangen werden.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft betreibt ausschließlich Fair Value-Hedging, welches gemäß IFRS 9 bilanziert wird. Die Fair Value-Änderung von derivativen Finanzinstrumenten wird in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis dargestellt. Die Fair Value-Änderung des Grundgeschäfts, die dem abgesicherten Risiko zugerechnet wird, wird ebenfalls im
Finanzergebnis erfasst. Die derivativen Finanzinstrumente werden in den Bilanzpositionen Positive Marktwerte aus derivativen Geschäften und Negative Marktwerte aus derivativen Geschäften ausgewiesen. Die Grundgeschäfte sind in den Bilanzpositionen Verbindlichkeiten gegenüber Kunden und Verbriefte Verbindlichkeiten enthalten.
c) Ausbuchung von Finanzinstrumenten und
Behandlung vertraglicher Modifikation
Im Rahmen des laufenden Kreditgeschäfts kann es zu Neuverhandlungen oder Änderungen vertraglicher Bedingungen kommen, die sich auf die vertraglichen Zahlungen auswirken. Bei jeder Vertragsänderung wird anhand eines vordefinierten Kriterienkataloges geprüft, ob und um welche Art von Modifikation es sich handelt.
Vertragsanpassungen, die zu einer substanziellen
Änderung der Vertragsbedingungen führen:
Die quantitative Beurteilung, ob eine Vertragsänderung substanziell ist oder nicht, erfolgt auf Basis eines Barwerttestes, indem die Barwerte der ursprünglich vereinbarten Zahlungsströme mit den neu vereinbarten verglichen werden. Die Berechnung des Barwertes erfolgt dabei auf Basis des ursprünglich vereinbarten Effektivzinssatzes. Eine substanzielle Modifikation liegt in der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft ab einer Barwertdifferenz von mehr als 10 % vor.
Zusätzlich führen folgende qualitative Änderungen
der Vertragsbedingungen zur Ausbuchung des ursprünglichen finanziellen Vermögenswertes und zur Einbuchung des neuen Vermögenswertes zum Fair Value:
● Änderung vertraglicher SPPI-Kriterien, die zu einer geänderten Bewertung führen
● Finanzierung wird nachrangig gestellt
● Kreditnehmerwechsel bzw. Entlassung
Der Fair Value entspricht dabei dem offenen Saldo, da die vertraglichen Anpassungen immer zu marktkonformen Konditionen erfolgen. Die Ausbuchung noch nicht amortisierter Transaktionskosten führt zu einem Abgangsergebnis, welches im Zinsüberschuss ausgewiesen wird.
Wird ein Vermögenswert aufgrund von Vertragsanpassungen aus- und eingebucht, erfolgt zu diesem Zeitpunkt eine Neuklassifizierung sowie eine Neubestimmung der Kreditqualität und somit eine Zuordnung in Stage 1. Ist der Vermögenswert zum Zeitpunkt der Ausbuchung jedoch ausgefallen, wird dieser als POCI (Purchased or Originated Credit Impaired, „POCI“) eingestuft. Kann der Vermögenswert allerdings als zur Gänze voll werthaltig
angesehen werden, so wird dieser lediglich dem Stage 3 zugeordnet.
Vertragsanpassungen, die nicht zu einer substanziellen Änderung der Vertragsbedingungen führen:
Bei nicht substanziellen Modifikationen erfolgen eine Anpassung des Bruttobuchwertes und die erfolgswirksame Erfassung eines Modifikationsgewinnes oder
-verlustes im Zinsüberschuss. Der neue Buchwert entspricht dabei dem Barwert der neu verhandelten oder geänderten Cashflows, abgezinst zum ursprünglichen Effektivzinssatz des finanziellen Vermögenswertes. Die Höhe der Buchwertanpassung bzw. des Modifikationsergebnisses ergibt sich aus der Gegenüberstellung des aktuellen Buchwertes mit dem neu berechneten. Angefallene Kosten oder Gebühren führen zu einer Anpassung des Buchwertes des geänderten finanziellen Vermögenswertes und werden über die Restlaufzeit amortisiert.
d) SPPI-Beurteilung
Es wurden nicht-SPPI-schädliche Standardprodukte und Standardverträge bzw. Klauseln definiert. Für Individualverträge bzw. Vereinbarung einer SPPI-schädlichen Zinsvereinbarung ist eine gesonderte Prüfung und eine andere Bewilligungszuständigkeit vorgesehen.
Ein Großteil der Verträge im geförderten Wohnbau enthält vom Landesgesetzgeber Oberösterreich vorgegebene Zinssatzvereinbarungen, die allesamt in der AC-Kategorie fortgeführt werden. Kredite und Darlehen mit modifizierten Zahlungsbedingungen wurden einem qualitativen und quantitativen Benchmarktest unterzogen. Im Ergebnis bleiben in der Regel als nicht-SPPI-konform nur Darlehen und Kredite mit einer Zinssatzvereinbarung auf UDRB-Basis übrig.
e) Beurteilung der Geschäftsmodelle
Die Klassifikation basiert auf den festgelegten Geschäftsmodellen, in deren Rahmen die Vermögenswerte gehalten werden. Ausgehend von der bestehenden Segmentberichterstattung wurden gemäß der strategischen Ausrichtung, der Ertragsverantwortung und -steuerung sowie der Risikoüberwachung und -steuerung die Portfolien definiert und die Geschäftsmodelle festgelegt. 2024 kam es wie in den Vorjahren zu keiner Änderung der Geschäftsmodelle.
Die Segmente „Retail und Wohnbau“ sowie „Großkunden“ bilden im Wesentlichen das Kreditgeschäft der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft ab und verfolgen als Portfolien das Geschäftsmodell „Halten“. Ziel ist, die vertraglichen Zahlungsströme bis zum Ende der Laufzeit zu vereinnahmen (Solely Payments of Principal and Interest, „SPPI“).
Im Segment „Financial Markets“, unter dem im Wesentlichen die Wertpapiereigenbestände sowie Geldmarktgeschäfte subsummiert sind, werden die Portfolien und Geschäftsmodelle gemäß Verwendung und Ziel definiert. Das Portfolio „Treasury Veranlagung“ mit dem Geschäftsmodell „Halten“ hat das Ziel, die vertraglichen Zahlungsströme bis zum Ende der Laufzeit zu vereinnahmen. Das Portfolio „Liquidität Ausgleich“ dient zur Aussteuerung der Liquidität und verfolgt als Geschäftsmodell „Halten und Verkaufen“. Es kam bei keinem Finanzinstrument zu einer Änderung des Geschäftsmodelles.
Ziel des Portfolios „Kleines Handelsbuch“ ist die Erwirtschaftung von Erträgen durch Kauf und Verkauf von Finanzinstrumenten und verfolgt naturgemäß das Geschäftsmodell „Verkaufen“. Dieses Portfolio wird nur
in sehr eingeschränktem Ausmaß genutzt und wird
erfolgswirksam zum FVPL bewertet. Es besteht zum
31. Dezember 2024 ein Volumen in Höhe von TEUR 0 (2023: TEUR 0).
Sowohl in den Kredit- als auch Wertpapierbeständen, welche die Kriterien für eine AC- oder FVOCI-Bewertung erfüllen, wird im Fall ergänzender Derivate zur Vermeidung von Bewertungsinkonsistenzen die sogenannte Fair Value-Option gezogen. Dies führt zu einer erfolgswirksamen FVPL-Bewertung. Verkäufe als Folge einer Erhöhung des Ausfallrisikos nahe des Fälligkeitstermins des Finanzinstruments sowie seltene Verkäufe aufgrund nicht wiederkehrender Ereignisse wie regulatorischer bzw. steuerlicher Änderungen oder Aufgabe eines Teilportfolios, sogenannte unschädliche Verkäufe, werden nicht im Widerspruch mit dem Geschäftsmodell „Halten“ gesehen.
Überblick der Portfolien und Geschäftsmodelle der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
Segment
Portfolio
Geschäftsmodell
Großkunden
Großkunden
Halten
Retail und Wohnbau
Retail und Wohnbau
Halten
Financial
Markets
Treasury Veranlagung
Liquidität Ausgleich
Kleines Handelsbuch
Halten
Halten und Verkaufen
Verkaufen
(7) Eingebettete Derivate
Unter eingebetteten Derivaten sind Derivate zu verstehen, die Bestandteil eines originären Finanzinstrumentes und mit diesem verbunden sind. Die Trennung der originären Finanzinstrumente ist nur auf der Passivseite möglich. Sie werden vom originären Finanzinstrument getrennt und separat wie ein freistehendes Derivat zum Marktwert (Fair Value) bilanziert und bewertet, wenn die Charakteristika und Risiken des eingebetteten Derivates nicht eng mit denen des Trägerkontraktes verbunden sind. Bewertungsänderungen werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Bilanzierung und Bewertung des Trägerkontraktes folgt hingegen den Vorschriften der einschlägigen Kategorie des Finanzinstrumentes. Eine weitere Möglichkeit ist die Bilanzierung des gesamten Vertrages zum Fair Value. Sind die Charakteristika und Risiken des eingebetteten Derivates jedoch eng mit denen des Trägerkontraktes verbunden, wird das eingebettete Derivat nicht abgetrennt und das hybride Finanzinstrument nach den allgemeinen Vorschriften bewertet. In der Oberösterreichische Landesbank Ak-
tiengesellschaft sind die eingebetteten Derivate in der Regel immer eng mit dem Trägerkontrakt verbunden.
(8) Währungsumrechnung
Nicht auf Euro lautende monetäre Vermögenswerte und Schulden werden gemäß IAS 21 zum Bilanzstichtag mit marktgerechten Kassakursen in Euro umgerechnet.
(9) Aufrechnung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten
Eine Aufrechnung erfolgt gemäß IAS 32.42 nur insoweit, als ein durchsetzbares Recht darauf besteht und die Aufrechnung dem tatsächlich erwarteten Ablauf des Geschäftes entspricht.
(10) Risikovorsorgen
Die Regelungen zur Wertminderung werden auf
● zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte,
● als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und
● außerbilanzielle Verpflichtungen wie Kreditzusagen
und Finanzgarantien sowie Leasingforderungen angewendet.
Stufenweiser Ansatz zur Ermittlung der erwarteten Kreditausfälle
Das Wertminderungsmodell, ein Modell der erwarteten Verluste (expected loss model), sieht tendenziell eine frühe Bestimmung und Vorsorge für mögliche Verluste vor. Im Fokus stehen drei Stages, welche die Höhe der zu erfassenden Verluste und die Zinsvereinnahmung künftig bestimmen:
● Stage 1 umfasst dabei alle neuen Finanzinstrumente sowie jene Positionen, für die seit Zugang des Finanzinstrumentes keine signifikante Verschlechterung der Kreditqualität stattgefunden hat. Für diese Positionen muss eine Risikovorsorge in Höhe des erwarteten 12-Monats-Verlustes (Barwert der erwarteten Zahlungsausfälle, die aus möglichen Ausfallereignissen innerhalb der nächsten 12 Monate nach dem Abschlussstichtag resultieren) gebildet werden. Die Zinsvereinnahmung erfolgt auf Basis des Bruttobuchwertes.
● In Stage 2 werden all jene Finanzinstrumente transferiert, für die eine signifikante Verschlechterung der Kreditqualität seit Zugang stattgefunden hat. Für diese Positionen muss eine Risikovorsorge in Höhe des über die gesamte Restlaufzeit des Instruments erwarteten Verlustes (Barwert der erwarteten Zahlungsausfälle infolge aller möglichen Ausfallereignisse über die Restlaufzeit des Finanzinstruments) gebildet werden. Die Zinsvereinnahmung erfolgt ebenfalls auf Basis des Bruttobuchwertes.
● Stage 3 beinhaltet schließlich alle ausgefallenen Finanzinstrumente. Für diese Positionen wird ebenfalls eine Risikovorsorge in Höhe des über die gesamte Restlaufzeit erwarteten Verlustes gebildet. Die Zinsvereinnahmung erfolgt auf Basis des Nettobuchwertes.
● Für finanzielle Vermögenswerte, die bereits bei ihrem erstmaligen Ansatz in der Bilanz wertgemindert sind (Purchased or Originated Credit Impaired, „POCI“), wird das Drei-Stufen-Modell nicht angewendet. Sie werden von Beginn an in Stage 3 erfasst. Im Konzern der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft gab es zum Stichtag keine (2023: keine) POCI-Assets.
Positionen des Wertpapiereigenbestandes bilden nach Maßgabe der Bonität, des impliziten Credit-Spreads oder der Abweichung von Tageskurs zu Einstandskurs den Umfang für den regelmäßigen Frühwarntest. Diese Positionen werden einer internen Analyse unterzogen und im Bedarfsfall als impaired assets behandelt.
Für die Beteiligungen erfolgt eine interne Analyse auf Basis von Unternehmenswertgutachten, Jahresabschlüssen und Börsekursen. Anhand dessen sowie bei objektiven Hinweisen auf Wertminderungen werden die Beteiligungen im Bedarfsfall als impaired assets behandelt.
Die Verlusterfassung des gesamten über die Restlaufzeit erwarteten Verlustes muss für Instrumente vorgenommen werden, deren Ausfallrisiko sich seit Zugang signifikant erhöht hat. Dasselbe gilt unabhängig von einer Erhöhung des Ausfallrisikos für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und aktive Vertragsposten, welche keine signifikante Finanzierungskomponente gemäß IFRS 15 begründen. Außerdem kann ein Unternehmen ein Bilanzierungswahlrecht ausüben, für alle aktiven Vertragsposten und/oder Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, welche ein Finanzierungsverhältnis gemäß IFRS 15 begründen, stets den gesamten über die Restlaufzeit erwarteten Verlust zu erfassen. Dasselbe Wahlrecht besteht auch für Leasingforderungen. Im Konzern der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft wird dieses Wahlrecht nicht ausgeübt. Für alle anderen Finanzinstrumente werden die erwarteten Verluste in Höhe des erwarteten 12-Monats-Verlustes erfasst.
Makroökonomische Parameter und Portfolios
Es werden vier Portfolios verwendet: Retail, Kommerz, Institute, Sovereigns. Für die Schätzung der erwarteten Kreditverluste werden für das Retail-Portfolio im Wesentlichen die OECD-Prognosen für die Arbeitslosigkeit, die Bruttoanlageinvestitionen und die Inflation verwendet. Für das Institute-Portfolio werden Bruttoinlandsprodukt (BIP), Bruttoanlageinvestitionen sowie die Arbeitslosigkeit (jeweils OECD-Prognosen) verwendet. Im Sovereigns-Portfolio fließt die Inflationsrate (OECD-Prognose) ein, in das Kommerz-Portfolio BIP, Inflation sowie die Yield-Structure.
Grundsätzlich fließen für alle Portfolios die Prognosen für die nächsten drei Jahre ein. Für den Zeitraum danach wird Richtung TTC-PD (Through-the-Cycle Probability of Default) konvergiert.
Die Zuordnung zu den Teilportfolien erfolgt im Wesentlichen aufgrund der Forderungsklasse sowie der Kostenstelle.
ESG-Risiken:
Zum einen werden physische Risiken in der Besicherungsnote berücksichtigt, zum anderen fließen transitorische Risiken in die Bonitätsbeurteilung ein. Daher werden
derzeit ESG-Risiken in der Impairment-Berechnung nicht direkt modelliert, um eine doppelte Berücksichtigung zu vermeiden. Der Vorgang wird laufend evaluiert.
Per 31. Dezember 2024 wird auf die aktuellsten OECD-Prognosewerte der verwendeten makroökonomischen Faktoren zurückgegriffen.
Kollektiver Stagetransfer
Gemäß IFRS 9.B5.5.1 kann es erforderlich sein, die Beurteilung signifikanter Erhöhungen des Ausfallrisikos auf kollektiver Basis vorzunehmen und zu diesem Zweck Informationen, die auf signifikante Erhöhungen des Ausfallrisikos einer Gruppe oder Untergruppe von Finanzinstrumenten hindeuten, zu berücksichtigen. IFRS 9.B5.5.5 sieht zu diesem Zweck die Zusammenfassung von
Finanzinstrumenten anhand gemeinsamer Ausfallrisikoeigenschaften vor.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft hat auf dieser Grundlage geprüft, ob Änderungen bei der Gruppierung von Finanzinstrumenten anhand gemeinsamer Ausfallrisikoeigenschaften erforderlich sind.
Im Vorjahr wurde im Hinblick auf die Marktveränderungen im Immobilienprojektgeschäft (Baupreise, Zinsanstieg, Veränderungen im Absatzmarkt) für die betroffenen Immobilienprojekte im Teilsegment Kommerzkunden und Immobilienprojekte ein kollektiver Stagetransfer von Stage 1 in Stage 2 für ein Finanzierungsvolumen von TEUR 230.829 gebildet. Dieser wurde nunmehr zur Gänze aufgelöst, da die zugrundeliegenden Rahmenbedingungen bereits im Einzelfall in der wirtschaftlichen Beurteilung Berücksichtigung finden.
Kriterien für eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos
Mit Ausnahme finanzieller Vermögenswerte, die bereits eine Wertminderung bei Zugang aufweisen, wird die Verlusterfassung für Finanzinstrumente in Höhe des Barwerts des über die Restlaufzeit erwarteten Verlusts vorgenommen, wenn das Ausfallrisiko des Instruments sich seit Zugang signifikant erhöht hat.
Die Beurteilung, ob sich das Ausfallrisiko signifikant erhöht hat, beruht auf einem Anstieg der Ausfallwahrscheinlichkeit seit Zugang. Die Regelungen beinhalten außerdem die widerlegbare Vermutung, dass sich das Ausfallrisiko seit dem Zugang des Instruments signifikant erhöht hat, wenn vertragliche Zahlungen seit mehr als
30 Tagen überfällig sind.
In den Regelungen von IFRS 9 ist vorgesehen, dass eine Rückkehr zum erwarteten 12-Monats-Verlust erfolgt, wenn sich das Ausfallrisiko seit Zugang des Instruments zunächst signifikant erhöht, die Erhöhung sich in späteren Perioden jedoch wieder umkehrt (das heißt, wenn aus kumulativer Sicht das Ausfallrisiko nicht signifikant höher ist als bei Zugang).
Transferkriterien zum Stageübergang
Zur Bestimmung der Verschlechterung der Ausfallwahrscheinlichkeit und dem damit verbundenen Transfer von Stage 1 in Stage 2 werden in der Regel drei Komponenten betrachtet: ein quantitatives Kriterium, ein qualitatives Kriterium und ein Backstop-Kriterium.
Für jedes Finanzinstrument werden die Kriterien nacheinander überprüft. Schlägt ein Kriterium an, erfolgt beim quantitativen Kriterium ein Transfer des Finanzinstruments in Stage 2, beim Backstop-Kriterium erfolgt der Transfer aller Finanzinstrumente des Kunden in Stage 2.
Wesentliche „Rating-Events“ führen zu einer umgehenden Rating-Evaluierung gemäß der internen Rating-
Modelle. Da in der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft die durch IFRS 9 verlangten Kriterien gut durch die Ratingsysteme abgedeckt sind, entfällt die Überprüfung der qualitativen Verschlechterung und die Transferlogik beruht nur auf dem quantitativen Kriterium sowie dem Backstop-Kriterium.
Das quantitative Kriterium gilt als der primäre Indikator, ob eine signifikante Verschlechterung des Kreditrisikos seit Zugang des Finanzinstruments stattgefunden hat. Es umfasst die Bestimmung der Verschlechterung des Kreditrisikos auf Basis einer relativen und einer absoluten Schranke. Es wird die erwartete Ausfallwahrscheinlichkeit zum Zugangszeitpunkt mit der PD (Probability of Default) zum Reporting-Stichtag verglichen. Da IFRS 9 erwartet, dass in den PDs zukunftsorientierte Information enthalten ist, wird der Vergleich auf Basis der kumulierten Lebensdauer-PDs für die restliche Laufzeit der Geschäfte durchgeführt.
Zur Abbildung der Erwartung der kumulierten PD der Restlaufzeit des Finanzinstruments wird die kumulierte Forward-Lebensdauer-PD des Zugangszeitpunktes verwendet. Diese wird dann mit der kumulierten PD zum Reporting-Stichtag verglichen.
Diese PDs bilden die Grundlage für den Vergleich, ob eine signifikante Verschlechterung der Kreditqualität seit Zugang des Finanzinstruments stattgefunden hat, wobei der Vergleich für jedes Finanzinstrument einzeln durchgeführt wird und sowohl die relative als auch die absolute Änderung der Lebensdauer-PD eine Rolle spielt.
Im relativen Kriterium wird das Verhältnis der erwarteten kumulierten PD zum Zugangszeitpunkt mit der aktuellen kumulierten PD verglichen, welche zum Reporting-
Stichtag beobachtet wird. Wenn dieses Verhältnis einen bestimmten Schwellenwert überschreitet, bedeutet das, dass sich die PD dieses Finanzinstruments aufgrund des relativen Vergleichs signifikant seit Zugang erhöht hat. Dieser Schwellenwert für das relative Kriterium wird in der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft mit 200 % angesetzt, was einer Verdoppelung der PD seit Zugang entspricht.
Zusätzlich zum relativen PD-Vergleich wird auch die absolute Änderung der PD kontrolliert. Die Messung basiert auf denselben kumulierten Lebensdauer-PDs wie im relativen Kriterium, wobei für den absoluten Vergleich die Differenz der PDs gemessen wird. Da im absoluten Kriterium die Differenz gemessen wird, werden die kumulier
ten Lebensdauer-PDs durch Division mit der Restlaufzeit auf Jahresebene heruntergebrochen. Diese Anpassung ist notwendig, um den Vergleich unabhängig von der Lebensdauer eines Finanzinstruments durchführen zu können.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft hat sich entschlossen, die „low credit risk exemption“ nicht anzuwenden und stattdessen eine absolute Schranke zu verwenden, durch die es möglich ist, auch im Investment-Grade-Bereich in Stage 2 zu migrieren. Die Schwelle für die absolute Verschlechterung der PD wird in der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft mit 0,5 % von der Ursprungs-PD festgelegt (absolutes Kriterium). Hintergrund des absoluten Kriteriums ist, dass Veränderungen in Höhe von wenigen Basispunkten, die
in den sehr guten Ratingklassen eine Verdoppelung der PD bedeuten können, nicht als signifikante Veränderung gesehen werden. Zur Bestimmung, ob für ein Finanzinstrument eine signifikante Verschlechterung der Kreditqualität seit Zugang laut dem quantitativen Kriterium beobachtet werden konnte, muss eine signifikante Verschlechterung der Kreditqualität sowohl im relativen Kriterium als auch im absoluten Kriterium gemessen werden.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft verwendet die 30-Tage-Überfälligkeits-Schranke (Backstop-Kriterium) als zusätzliche Indikation, dass eine signifikante Verschlechterung des Kreditrisikos seit Zugang des Finanzinstruments stattgefunden hat. Alle Finanzinstrumente eines Kunden, für den eine Forderung mehr als 30 Tage überfällig ist, werden in Stage 2 transferiert. Ebenso werden auch alle Instrumente mit Forbearance-Maßnahmen in Stage 2 transferiert.
Für den Transfer von Stage 2 in Stage 3 wird in der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft auf die allgemein gültige Definition des Ausfalls laut Artikel 178 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 („CRR“) zurückgegriffen, demgemäß folgende Risikopositionen als ausgefallen gelten:
● Alle Risikopositionen, bei denen die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft es als unwahrscheinlich ansieht, dass der Schuldner seine Verbindlichkeiten gegenüber der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft und ihren Tochtergesellschaften ohne Sicherheitenverwertung vollständig begleichen wird und
● alle Risikopositionen gegenüber der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft und ihren Tochtergesellschaften, bei denen eine wesentliche Verbindlichkeit des Schuldners mehr als 90 Tage überfällig ist. Die Wesentlichkeit einer überfälligen Verbindlichkeit wird anhand folgender Schwellenwerte beurteilt, welche sich aus einer absoluten und einer relativen Komponente zusammensetzen. Retail: absolut EUR 100 und relativ 1 %; Non-Retail: absolut EUR 500 und relativ 1 %.
In Stage 3 werden auch finanzielle Vermögenswerte mit beeinträchtigter Bonität ausgewiesen. Es wird zwischen signifikanten und nicht signifikanten Forderungen unterschieden. Jene Kreditnehmer mit einem Obligo größer TEUR 400 gelten als signifikant. Die Höhe der Wertberichtigung wird mittels DCF-Schätzung ermittelt und ergibt sich aus der Differenz zwischen Buchwert und Barwert der erwarteten künftigen Cashflows. Bei nicht signifikanten Forderungen kommt eine standardisierte Methode zum Einsatz.
Abschreibungsgrundsätze
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft schreibt einen finanziellen Vermögenswert in der Regel erst dann ab, sobald feststeht, dass keine Ansprüche auf die jeweiligen Cashflows aus dem Vermögenswert mehr bestehen, das heißt, wenn:
● die Sicherheiten vollständig verwertet wurden bzw. nicht werthaltig sind und/oder
● der unbedingte Verzicht/Teilverzicht auf die Forderungen ausgesprochen wurde und/oder
● mit Geldeingängen auf die Restforderung nach angemessener Einschätzung nicht mehr zu rechnen ist.
Eine Abschreibung erfolgt auch, wenn die Forderung uneinbringlich ist und die Bank zur Entscheidung kommt, keine Maßnahmen mehr zu setzen, da davon auszugehen ist, dass diese keinen die Kosten übersteigenden Erfolg erwarten lassen. Unter Abschreibungen fallen sowohl direkte Abschreibungen als auch der Verbrauch einer Risikovorsorge. Im Zuge der Abschreibung werden der Bruttobuchwert des Vermögenswerts und der zugehörige Stand an Risikovorsorge gleichermaßen reduziert.
Finanzielle Vermögenswerte, die bereits abgeschrieben sind, aber noch einer Vollstreckungsmaßnahme unterliegen, werden in einer Evidenzliste in der Problemkreditbetreuung weitergeführt. Der vertragsrechtlich noch ausstehende Betrag zum Stichtag wird als unwesentlich eingestuft.
Sollte eine abgeschriebene Forderung zu künftigen Eingängen führen, wird dies – im Gegensatz zu einer Verminderung der Risikovorsorge (Wertaufholung) bei wertberichtigten Forderungen – als außerordentlicher Ertrag in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Kann eine außergerichtliche Lösung für eine bestehende Forderung nicht erzielt oder umgesetzt werden, wird in Fällen evidenter Unwirtschaftlichkeit wie folgt differenziert: Kann ein Titel herbeigeführt werden, wird von Exekutionsführung bzw. -fortsetzung abgesehen und es erfolgt eine Übergabe zum Dubioseninkasso. Kann ein Titel nicht wirtschaftlich erlangt werden, wird die Forderung ohne weitere Veranlassung abgeschrieben. Hierbei liegen insbesondere folgende Ursachen vor:
● keine Zustellbarkeit
● Es bestehen vergleichbare kostentreibende Verwertungserschwernisse.
● Es kann aus sonstigen Gründen Kostendeckung nicht angenommen werden, weil keine kostendeckenden Sicherheiten vorliegen bzw. kein kostendeckendes Vermögen oder Einkommen bekannt ist.
● Es ist im Falle exekutiver Gehaltspfandrangvormerkung mit keinen Eingängen zu rechnen.

(11) Pensionsgeschäfte (Repo-Geschäfte) und
Wertpapierleihgeschäfte
Im Rahmen echter Pensionsgeschäfte (Repo-Geschäfte) verkauft der Konzern Vermögenswerte an einen Vertragspartner und vereinbart gleichzeitig, diese zu einem bestimmten Termin und einem vereinbarten Kurs zurückzukaufen. Die Vermögenswerte werden aus der Bilanz nicht ausgebucht, sondern nach den Regeln der jeweiligen Bilanzposition bewertet, da alle wesentlichen Chancen und Risiken beim Pensionsgeber verbleiben. In Höhe der erhaltenen Liquidität wird eine Verbindlichkeit gebucht.
Wertpapierleihgeschäfte werden gemäß dem Ausweis von Wertpapieren aus echten Pensionsgeschäften bilanziert. Dabei verbleiben verliehene Wertpapiere weiterhin im Wertpapierbestand und werden nach den Regeln des IFRS 9 bewertet. Entliehene Wertpapiere werden nicht bilanziert und auch nicht bewertet.
Bei unechten Pensionsgeschäften besteht für den Pensionsgeber zwar die Verpflichtung, die Vermögenswerte zurückzunehmen, nicht jedoch das Recht, diese zurückzufordern. Der Pensionsnehmer allein entscheidet über die Rückübertragung. Bei einem Reverse-Repo-
Geschäft werden Vermögenswerte mit der gleichzeitigen Verpflichtung eines zukünftigen Verkaufs erworben. Die dabei entstehenden Liquiditätsabflüsse werden als Forderungen bilanziert und entsprechend bewertet.
Zinsaufwendungen aus Repo-Geschäften und Zinserträge aus Reverse-Repo-Geschäften werden linear über die Laufzeit abgegrenzt und im Zinsüberschuss ausgewiesen.
(12) Immaterielles Anlagevermögen
Der Posten Immaterielles Anlagevermögen umfasst ausschließlich erworbene Software und Lizenzrechte. Die Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten reduziert um die planmäßigen Abschreibungen bewertet. Die planmäßige Abschreibung erfolgt linear auf Basis der geschätzten Nutzungsdauer (zwischen ein und zehn Jahren). Die Nutzungsdauer beträgt für Standardsoftware vier Jahre. Sofern der erzielbare Betrag unter dem Buchwert liegt, erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung.
(13) Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien und Sachanlagen
Unter „Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (Finanz-
immobilien)“ werden solche Immobilien ausgewiesen, die zur Vermietung und Verpachtung oder zum Zweck der Wertsteigerung gehalten werden, sowie die aktivierten Nutzungsrechte gemäß IFRS 16 aus Finanzimmobilien. Falls die Immobilie teilweise selbst genutzt wird, werden die Teile getrennt bilanziert, wenn diese gesondert verkauft werden können. In Bau befindliche Liegenschaften mit demselben erwarteten Zweck wie Finanzimmobilien werden wie diese behandelt.
Finanzimmobilien und Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten vermindert um planmäßige Abschreibungen bewertet. Die planmäßige Abschrei
bung erfolgt linear auf Basis der geschätzten Nutzungsdauer des Vermögenswertes.
Die Nutzungsdauer stellt sich wie folgt dar:
Nutzungsdauer
Jahre
Gebäude
33
Betriebs- und Geschäftsausstattung
3 – 33
Baumaßnahmen in angemieteten
Geschäftslokalen
4 – 10
EDV-Hardware
3
Bei Wertminderungen wird gemäß IAS 36 auf den höheren der beiden Vergleichswerte (Fair Value abzüglich Veräußerungskosten sowie Nutzungswert) abgeschrieben. Bei Wegfall der Gründe für die Wertminderung erfolgt die Zuschreibung bis zu den fortgeschriebenen Anschaffungskosten.
Für die in Level 3 eingestuften Finanzimmobilien werden branchenübliche Wertgutachten bzw. Barwertberechnungen erstellt. Die Gutachten werden von unabhängigen Gutachtern sowie durch allgemein beeidete gerichtlich zertifizierte Sachverständige erstellt. Der Marktwert wird je nach Verwendung der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie mittels Ertragswert-, Sachwert- bzw. Vergleichswertverfahren ermittelt. Die wesentlichen Inputfaktoren stellen je nach zweckmäßig erachteter Bewertungsmethode die dem Objekt zurechenbaren Erträge und Aufwendungen, Zustand und Lage des Objektes, vergleichbare Vermögenswerte sowie Zinssätze dar.
Zuwendungen der öffentlichen Hand für Vermögenswerte sind in der Bilanz entweder als passivischer Abgrenzungsposten darzustellen (Bruttomethode) oder bei Feststellung des Buchwertes des Vermögenswertes abzusetzen (Nettomethode). Als Rechnungslegungsmethode wurde die Nettomethode gewählt.
(14) Leasingverhältnisse
Leasingnehmer
Beim Leasingnehmer sind gemäß IFRS 16 sämtliche Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Leasingvereinbarungen in der Bilanz zu erfassen. Die einzige Ausnahme bildet das Wahlrecht, kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverträge über geringwertige Vermögenswerte weiterhin in Höhe der laufenden Entgelte ergebniswirksam zu bilanzieren.
Der Ausweis der aktivierten Nutzungsrechte erfolgt in der Bilanz als Sachanlagen bzw. als Finanzinvestition gehaltene Immobilien. Die Leasingverbindlichkeiten werden in den sonstigen Verbindlichkeiten dargestellt.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft verzichtet gemäß den Erleichterungsbestimmungen des IFRS 16 bei Leasingverhältnissen mit einer Restlaufzeit von weniger als zwölf Monaten und bei Leasingverträgen, denen ein Vermögenswert von geringem Wert (Neuwert < TEUR 5) zugrunde liegt, auf einen Ansatz. Für diese Leasingverhältnisse werden weiterhin die laufenden Entgeltzahlungen im Rahmen der Verwaltungsaufwendungen dargestellt.
Leasinggeber
Der Leasinggeber unterscheidet für Bilanzierungszwecke zwischen Finanzierungs­ und Operating­Leasingvereinbarungen. Dabei werden Leasingverhältnisse nach der Verteilung der wirtschaftlichen Risiken und Chancen aus dem Leasinggegenstand zwischen Leasinggeber und Leasingnehmer beurteilt.
Finanzierungs-Leasing:
Leasinggegenstände werden beim Leasinggeber unter den Forderungen an Kunden mit dem Nettoinvestitionswert (Barwert) ausgewiesen und entsprechende Risikovorsorgen dazu gebildet. Zinserträge werden auf Basis einer gleichbleibenden, periodischen Rendite, deren Berechnung der noch ausstehende Nettoinvestitionswert zugrunde gelegt ist, vereinnahmt.
Operating-Leasing:
Leasinggegenstände werden beim Leasinggeber unter Sachanlagen bzw. als Finanzinvestition gehaltene Immobilien ausgewiesen und nach den dort beschriebenen Grundsätzen bewertet. Die Leasingerlöse werden linear über die Vertragslaufzeit erfasst.
(15) Ertragsteuern
Laufende Ertragsteueransprüche und -verpflichtungen werden mit den aktuell gültigen Steuersätzen berechnet, in deren Höhe die Erstattung sowie die Zahlung gegenüber den jeweiligen Finanzbehörden geleistet werden. Der Ansatz und die Bewertung von latenten Steuern erfolgt nach der bilanzorientierten Verbindlichkeitenmethode. Die Ermittlung erfolgt bei jedem Steuersubjekt zu jenen Steuersätzen, die nach geltenden Gesetzen in dem voraussichtlich anfallenden Besteuerungszeitraum angewendet werden. Die bilanzierten Steueransprüche und
-verbindlichkeiten berechnen sich aus unterschiedlichen Wertansätzen eines Vermögenswertes oder einer Verpflichtung und dem jeweiligen steuerlichen Wertansatz. Hieraus resultieren in der Zukunft voraussichtlich Ertragsteuerbelastungs- oder -entlastungseffekte (temporäre Differenzen). Es handelt sich hierbei um eine vorläufige Berechnung der Steueransprüche und -verbindlichkeiten.
Aktive latente Steuern werden nur dann angesetzt, wenn ausreichend passive latente Steuern in der gleichen Steuereinheit bestehen oder es hinreichend wahrscheinlich ist, dass in der Zukunft zu versteuernde Gewinne in der gleichen Steuereinheit anfallen. Dies gilt auch für den Ansatz aktiver latenter Steuern auf steuerliche Verlustvorträge. Latente Steuern werden nicht abgezinst.
Ergebnisabhängige tatsächliche Steueraufwendungen sind in der Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns im Posten Steuern vom Einkommen und Ertrag ausgewiesen. Die Effekte aus der Bildung oder Auflösung latenter Steuern sind ebenfalls in diesem Posten enthalten, es sei denn, sie beziehen sich auf ergebnisneutral bewertete Posten. In diesem Fall erfolgt deren Bildung bzw. Auflösung ergebnisneutral im Sonstigen Konzernergebnis.
Eine Überprüfung der Auswirkungen der sogenannten „Säule-2-Regeln“ zur Gewährleistung einer globalen Mindestbesteuerung hat ergeben, dass die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft weder direkt noch indirekt durch die OÖ Landesholding GmbH als Mutterunternehmen in den Anwendungsbereich des Mindestbesteuerungsgesetzes fällt, weshalb keine weiteren Informationen angegeben werden müssen.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft ist Gruppenmitglied der Gruppenträger-Beteiligungsgemeinschaft gemäß § 9 KStG zwischen der OÖ Landesholding GmbH und der Hypo Holding GmbH. Das steuerliche Ergebnis eines jeden Gruppenmitgliedes wird entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen nach Maßgabe des § 9 KStG von Stufe zu Stufe an das jeweils unmittelbar bzw. maßgeblich übergeordnete Gruppenmitglied – ist dies der Gruppenträger, dann an den Gruppenträger – bis zum Gruppenträger weitergeleitet. Der konsolidierte Betrag des tatsächlichen und latenten Steueraufwandes wird mittels Belastungsmethode („standalone“-Methode) auf die Gruppenmitglieder aufgeteilt. Das Steuerumlagen-Verrechnungskonto gegenüber der Beteiligungsgemeinschaft weist zum 31. Dezember 2024 eine Forderung mit einem Saldo von TEUR 943 (2023: TEUR 1.047) aus.
(16) Rückstellungen
Die Rückstellungen für das Sozialkapital beinhalten die Rückstellungen für Abfertigungen, Jubiläumsgelder, Pensionen inklusive Zuschüsse zu Krankenzusatzversicherungsbeiträgen und Berufs­ und Dienstunfähigkeitsrisiko. Die Rückstellungen für leistungsorientierte Zusagen werden nach dem Anwartschaftsansammlungsverfahren gebildet.
In der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft haben 2 (2023: 2) aktive Dienstnehmer und 16 (2023: 16) Pensionisten und Hinterbliebene Anspruch auf eine leistungsorientierte Bankpension. Für alle übrigen aktiven Dienstnehmer, mit Ausnahme einiger Mitarbeiter mit Sonder- oder Geschäftsführervertrag, wurde ein beitragsorientierter Pensionskassenvertrag bzw. eine betriebliche Kollektivversicherung abgeschlossen.
Nach Verstreichen des Abfertigungszeitraums nach erfolgter Pensionierung erhalten die Begünstigten einen Versicherungszuschuss in Höhe von 50 % der Versicherungsprämie zur privaten Gruppenkrankenversicherung.
Das österreichische Arbeitsrecht sieht bei Beendigung des Dienstverhältnisses unter bestimmten Voraussetzungen eine Entschädigungszahlung an Dienstnehmer vor. Dazu zählt auch die Beendigung des Dienstverhältnisses infolge des Pensionsantritts. Dieser Abfertigungsanspruch gilt für alle Mitarbeiter, die vor dem 31. Dezember 2002 in das Unternehmen eingetreten sind. Die Höhe des Abfertigungsanspruchs beträgt in Abhängigkeit der Dauer der Dienstzugehörigkeit maximal ein Jahresgehalt. Für diese Ansprüche hat der Bankkonzern eine Abfertigungsrückstellung gemäß IAS 19 gebildet. Für alle Beschäftigten, die nach dem 31. Dezember 2002 in das Unternehmen eingetreten sind, ist diese Regelung nicht maßgeblich. Für diese Mitarbeiter werden monatliche Beiträge in eine Abfertigungskasse einbezahlt. Darüber hinaus bestehen keine weiteren Ansprüche der Angestellten.
Jenen Dienstnehmern, für die der Paragraph 12 (1) der Betriebsvereinbarung 2, bzw. Paragraph 15 (1) der Betriebsvereinbarung 1 gilt, steht nach 25­jähriger bzw. 35­jähriger Dienstzugehörigkeit 1,5 bzw. 2,5 Monatsgehälter an Jubiläumsgeld zu.
Dem Sozialkapital steht kein besonderes Vermögen oder Funding gegenüber. Die Ergebnisse aus Dotation bzw. Auflösung der Rückstellungen werden direkt im Verwaltungsaufwand dargestellt.
Die leistungsorientierten Versorgungspläne sollen die versicherungsmathematischen Risiken wie Zinsrisiken, Kostentrends oder demografische Risiken wie Sterbewahrscheinlichkeit und Arbeitnehmerfluktuation sowie Anlage­ und Marktrisiken abdecken. Die Berechnung der Barwerte des Sozialkapitals erfolgte unter versicherungsmathematischen Annahmen:
● Rechnungszinsfuß 3,5 % (2023: 3,5 %)
● Jährliche Steigerungen der maßgeblichen Bemessungsgrundlagen in der Anwartschaftsphase bei den Rückstellungen für Pensionen 4,0 % (2023: 4,5 %) bei den Zuschüssen zu Krankenzusatzversicherungsbeiträgen 15,0 % (2023: 2,5 %) im 1. Jahr und im Folgejahr 2,5 % (2023: 2,5 %) und bei den Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläumsgelder 4,0 % (2023: 4,5 %)
● Jährliche Valorisierungen der laufenden Pensionszahlungen 2,5 % (2023: im 1. Jahr 4,5 % und in den Folgejahren 2,5 %) bzw. der laufenden Leistungen zu den Zuschüssen zu Krankenzusatzversicherungsbeiträgen 15,0 % (2023: 2,5 %) im 1. Jahr und im Folgejahr 2,5 % (2023: 2,5 %) bei der Rückstellung für Pensionen
● Bei allen aktiven Dienstnehmern wurde das frühestmögliche Pensionsantrittsalter unter Berücksichtigung aller gesetzlichen Bestimmungen und Übergangsregelungen herangezogen.
● Sterbetafeln für Angestellte: Pensionstafeln „AVÖ 2018­P: Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung“
Die Festlegung des Rechnungszinsfußes erfolgte auf Basis der Zinsbandbreite für eine Laufzeit von 10 Jahren. IAS 19 verlangt die Anwendung von stichtagsaktuellen Zinssätzen, die aus laufzeitadäquaten, erstrangigen Unternehmensanleihen abgeleitet werden. Als erstrangig werden Anleihen angesehen, die bei S&P Global Ratings mit AA bzw. bei Moody‘s mit Aa2 oder besser bewertet werden. Da in der Eurozone kein liquider Markt für erstrangige Anleihen mit sehr langen Laufzeiten vorliegt, werden die Zinssätze für lange Laufzeiten durch Extrapolation der aktuellen Marktzinssätze entlang der Zinsstrukturkurve geschätzt.
Neben den Invalidisierungsraten, Sterberaten und der Beendigung des Dienstverhältnisses mit dem Erreichen des Pensionsalters wurden jährliche dienstzeitabhängige Raten für vorzeitige Beendigungen des Dienstverhältnis
ses basierend auf internen Statistiken zu dienstzeitabhängigen Fluktuationsraten angesetzt.
Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus der Anpassung versicherungsmathematischer Annahmen werden im Sonstigen Konzernergebnis in der Periode erfasst, in der sie anfallen.
Die für beitragsorientierte Pläne vereinbarten Zahlungen an eine Pensionskasse bzw. an eine betriebliche Kollektivversicherung werden laufend als Aufwand erfasst – darüber hinausgehende Verpflichtungen bestehen nicht.
Sonstige Rückstellungen werden für gegenwärtige Verpflichtungen gegenüber Dritten gebildet, die bezüglich ihrer Fälligkeit oder ihrer Höhe ungewiss sind. Bei wesentlichen Zinseffekten werden die Rückstellungen abgezinst und mit ihrem Barwert angesetzt.
(17) Treuhandgeschäfte
Treuhandgeschäfte, die eine Verwaltung oder Platzierung von Vermögenswerten für fremde Rechnung zur Basis haben, werden in der Bilanz nicht ausgewiesen. Provisionszahlungen aus diesen Geschäften sind in der Gewinn- und Verlustrechnung im Provisionsergebnis enthalten. Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft vergibt in ihrer Funktion als Treuhänderin für den ERP-Fonds – gegründet aus den Mitteln der US-Marshallplan-Hilfe und mit der Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mbH (aws) in einer Personalunion verbunden – sogenannte aws erp-Kredite an Unternehmen. Es handelt sich hierbei um zinsgünstige Investitionskredite mit langer Laufzeit mit dem Ziel, die Investitionstätigkeit österreichischer Unternehmen zu fördern.
(18) Eventualverbindlichkeiten – Kreditrisiken
Eventualverbindlichkeiten sind Verträge, bei denen der Garantiegeber verpflichtet ist, an den Garantienehmer auf dessen Aufforderung bestimmte Zahlungen zu leisten. Eventualverbindlichkeiten werden erfasst, sobald der Garantiegeber Vertragspartei wird, das heißt zum Zeitpunkt der Ausstellung der Garantie.
Bei Kreditrisiken handelt es sich um rechtlich bindende Verpflichtungen seitens des Kreditgebers, an den Kreditnehmer einen Kredit zur Verfügung zu stellen. Dazu zählen Promessen, aber auch noch nicht in Anspruch genommene Kreditrahmen.
Erläuterungen zur Konzernerfolgsrechnung
(19) Zinsüberschuss
Die Zinserträge werden periodengerecht abgegrenzt und erfasst. Dabei werden Erträge, die überwiegend ein Entgelt für die Kapitalnutzung darstellen (meist zinsähnliche Berechnung nach Zeitablauf oder Höhe der Forderung), den zinsähnlichen Erträgen zugerechnet. Ergänzend werden Erträge aus Beteiligungen in den laufenden Erträgen berücksichtigt. Der Ausweis der Zinsaufwendungen erfolgt analog zu den Zinserträgen. In den Zinserträgen aus Kredit- und Geldmarktgeschäften wurden Erträge aus der Auflösung von drohenden Verlusten bezüglich negativem Euribor (Negativzinsen) in Höhe von TEUR 3.194 (2023: TEUR 3.026) berücksichtigt. Für die daraus resultierende Rückstellung siehe Note (41).
in TEUR
2024
2023
Zinserträge aus
Kredit- und Geldmarktgeschäften
mit Kreditinstituten
37.781
37.673
Kredit- und Geldmarktgeschäften
mit Kunden
287.675
244.732
Finanzanlagen
13.593
11.482
designierten Wertpapieren
3.504
3.682
Verbindlichkeiten
256
274
Laufende Erträge aus
Aktien und anderen nicht
festverzinslichen Wertpapieren
2.212
3.842
sonstigen Beteiligungen
3.204
3.385
SPPI-schädlichen Wertpapieren
1.776
1.682
Gewinne aus Modifikationen
52
415
Sonstige zinsähnliche Erträge
185
39
Zinsen und ähnliche Erträge gesamt
350.237
307.206
hievon AC
323.166
280.750
hievon FVOCI
6.182
8.143
hievon FVPL zwingend
8.246
7.620
hievon FVPL designiert
12.405
10.240
Zinsaufwendungen für
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
–36.205
–44.655
Verbindlichkeiten gegenüber
Kunden
–67.232
–44.999
Verbriefte Verbindlichkeiten
–120.162
–99.428
Nachrangkapital
–2.447
–2.307
derivative Finanzinstrumente*)
–20.189
–15.836
Vermögenswerte
–62
–89
Verluste aus Modifikationen
–1.324
–268
Sonstige zinsähnliche
Aufwendungen
–788
–764
Zinsen und ähnliche Aufwendungen gesamt
–248.410
–208.346
hievon AC
–179.683
–152.825
hievon FVOCI
–47
–48
hievon FVPL zwingend
–4
–4
hievon FVPL designiert
–66.565
–54.437
Zinsüberschuss
101.827
98.860
*) stammen aus folgenden
Positionen zur wirtschaftlichen
Zinsenabsicherung:
für Zinsaufwendungen
–24.958
–19.123
für Zinserträge
4.769
3.295
für offene Zinsbänder
–8

Für finanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewertet werden, beläuft sich der gesamte Zinsertrag auf TEUR 329.533 (2023: TEUR 288.931) und der gesamte Zinsaufwand auf TEUR –180.517 (2023: TEUR –153.637). Die Zinsaufwendungen nach der Effektivzinsmethode betragen
TEUR –179.729 (2023: TEUR –152.873).
(20) Risikovorsorgen
in TEUR
2024
2023
Erfolgswirksame Änderungen
der Risikovorsorge
–31.780
–11.779
Direktabschreibungen
–162
–127
Eingänge aus abgeschriebenen
Forderungen
79
68
Gesamt
–31.863
–11.839
Hinsichtlich weiterer Details zur Risikovorsorge wird auf die Angaben unter Note (36) verwiesen.
Sensitivitätsanalysen
Die quantitative Komponente bei der Stageermittlung besteht aus einem relativen und einem absoluten Schwellenwert. Die gewählten Schranken für eine Verschlechterung der PD betragen in der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft absolut 0,5 % und relativ
200 % von der Ursprungs-PD.
Bei gewählten Schranken von 0,4 % bzw. 150 % würde sich der Impairmentbedarf in Stage 2 um ca. TEUR 180 (2023: TEUR 180) erhöhen, bei Schranken von 0,25 % bzw. 100 % um ca. TEUR 730 (2023: TEUR 970). Umgekehrt würde sich der Impairmentbedarf in Stage 2 bei gewählten Schranken von 0,6 % bzw. 250 % um ca.
TEUR 130 (2023: TEUR 100) reduzieren, bei Schranken von 0,75 % und 300 % um ca. TEUR 590 (2023: TEUR 190).
Bei einer generellen Erhöhung der LGD-Werte im Lebendbereich um 10 % würde sich der Impairmentbedarf um ca. TEUR 650 (2023: TEUR 850) erhöhen, bei einer Erhöhung um 20 % um ca. TEUR 1.300 (2023: TEUR 1.700). Bei einer generellen Erhöhung der PD-Werte im Lebendbereich um 50 % würde sich unter Berücksichtigung von zusätzlichen Transfers von Stage 1 nach Stage 2
der Impairmentbedarf in Stage 1 um ca. TEUR 500 (2023: TEUR 750) erhöhen, jener in Stage 2 um TEUR 3.000 (2023: TEUR 3.800).
Szenarien
Es werden drei makroökonomische Szenarien verwendet: ein optimistisches, ein pessimistisches und ein Basisszenario. Das optimistische und pessimistische Szenario wird mit jeweils 20 %, das Basisszenario mit 60 %
gewichtet (2023: pessimistisches Szenario: 20 %,
Basisszenario: 60 %, optimistisches Szenario: 20 %). Aufgrund der Tatsache, dass das Risiko eines deutlicheren Abwärtsszenarios gering ist und die Prognosen stabil sind, werden das optimistische und pessimistische Szenario gleich gewichtet.
(21) Provisionsüberschuss
Unter dem Provisionsüberschuss sind die Erträge aus dem Dienstleistungsgeschäft und diesem zuzuordnende Aufwendungen gegenüber Dritten ausgewiesen.
in TEUR 2024
Großkunden
Retail und
Wohnbau
Financial
Markets
Sonstige
Gesamt
Provisionserträge
4.097
14.577
7.784
2.730
29.189
aus dem Zahlungsverkehr
2.054
4.663
0*)
265
6.982
aus dem Kreditgeschäft
1.215
978
2.362
4.555
aus dem Wertpapiergeschäft
757
8.118
7.784
4
16.662
aus dem Devisen-/Valutengeschäft
43
59
93
195
aus den Sonstigen Dienstleistungen
28
759
6
794
Provisionsaufwendungen
–123
–311
–7.297
–3.237
–10.968
aus dem Zahlungsverkehr
–1
–38
–47
–254
–340
aus dem Kreditgeschäft
–119
–2.324
–2.443
aus dem Wertpapiergeschäft
–3
–272
–7.250
–71
–7.596
aus dem Devisen-/Valutengeschäft
–0*)
–0*)
aus den Sonstigen Dienstleistungen
–0*)
–588
–588
Gesamt
3.975
14.267
487
–507
18.221
in TEUR 2023
Großkunden
Retail und
Wohnbau
Financial
Markets
Sonstige
Gesamt
Provisionserträge
3.826
13.580
7.451
2.239
27.096
aus dem Zahlungsverkehr
1.968
4.275
0*)
157
6.399
aus dem Kreditgeschäft
1.125
1.396
5
1.988
4.514
aus dem Wertpapiergeschäft
677
7.273
7.446
3
15.399
aus dem Devisen-/Valutengeschäft
37
56
89
182
aus den Sonstigen Dienstleistungen
19
580
2
601
Provisionsaufwendungen
–88
–283
–7.073
–2.918
–10.361
aus dem Zahlungsverkehr
–0*)
–31
–45
–230
–307
aus dem Kreditgeschäft
–72
–2.103
–2.175
aus dem Wertpapiergeschäft
–5
–252
–7.027
–91
–7.374
aus dem Devisen-/Valutengeschäft
–0*)
–0*)
aus den Sonstigen Dienstleistungen
–10
–0*)
–494
–504
Gesamt
3.739
13.297
378
–678
16.735
*) Werte < TEUR 1
(22) Finanzergebnis
In der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft wird aktuell kein aktiver Handelsbestand geführt.
in TEUR
2024
2023
Ergebnis aus
währungsbezogenen Geschäften
1.867
4.686
erfolgswirksam zum Fair Value
bewerteten Finanzinstrumenten
–967
2.847
zum Fair Value designierten
Finanzinstrumenten
–6.491
–48.295
derivativen Finanzinstrumenten*)
7.060
37.834
derivativen Finanzinstrumenten
in Sicherungsbeziehungen
(Hedge Accounting)
–2.371
–3.037
übrigen Finanzinstrumenten
1.537
2.567
Gesamt
636
–3.398

*) Die derivativen Finanzinstrumente wurden ausschließlich zu
Sicherungszwecken abgeschlossen.
Bei der Designation eigener Verbindlichkeiten und Forderungen zum Fair Value ergeben sich aus der Änderung der Bonität folgende Gewinne oder Verluste:
Bei den eigenen Verbindlichkeiten wurde im Jahr 2024 bei der Ermittlung des Fair Values das eigene Bonitätsrisiko erfolgsneutral in Höhe von TEUR –2.971 (2023: TEUR 11.610) berücksichtigt, kumuliert TEUR 20.462 (2023: TEUR 23.433). Um auch den Restlaufzeiteneffekt in der periodenreinen bonitätsinduzierten Änderung des beizulegenden Zeitwertes zu berücksichtigen, wird diese Änderung aus der Differenz des Anfang­ und Endstandes der kumulierten Fair Value­Änderung ermittelt. Die kumulierten Änderungen des beizulegenden Zeitwertes, welche unter anderem auch dem Ausfallrisiko zuzuordnen sind, werden auf Basis von nicht direkt beobachtbaren Marktparametern bestimmt.
Beim Wertpapiereigenbestand und den Forderungen ergibt sich bei jenen Positionen, die zum Fair Value designiert wurden, eine bonitätsinduzierte Änderung des beizulegenden Zeitwertes von TEUR –110 (2023: TEUR
–6.761), kumuliert TEUR –7.422 (2023: TEUR –7.313). Änderungen des beizulegenden Zeitwertes, welche unter anderem auch dem Ausfallrisiko zuzuordnen sind, werden auf Basis von nicht direkt beobachtbaren Marktparametern bestimmt.
Ergebnis aus übrigen Finanzinstrumenten
in TEUR
2024
2023
Realisiertes Ergebnis aus zu
fortgeführten Anschaffungskosten
bewerteten Finanzinstrumenten
1.064
2.414
Realisiertes Ergebnis aus
erfolgsneutral zum Fair Value
bewerteten Finanzinstrumenten
71
Sonstiges
402
153
Gesamt
1.537
2.567
Das realisierte Ergebnis stammt im Wesentlichen aus dem Rückkauf finanzieller Verbindlichkeiten.
(23) Personalaufwand
in TEUR
2024
2023
Löhne und Gehälter
–29.717
–27.620
Soziale Abgaben
–7.636
–7.013
Freiwilliger Personalaufwand
–1.022
–882
Aufwendungen für Abfertigungen
–760
–789
hievon Beiträge an
Mitarbeitervorsorgekassen
–330
–290
Aufwendungen für Pensionen
–804
–813
hievon Beiträge an
Pensionskassen
–628
–578
Gesamt
–39.938
–37.117

(24) Sachaufwand
in TEUR
2024
2023
EDV­Aufwand
–12.017
–11.487
Mietaufwand
–91
–173
Raumaufwand
–1.442
–2.291
Aufwand Bürobetrieb
–112
–141
Werbung/Marketing
–3.400
–2.863
Rechts­ und Beratungskosten
–3.382
–3.382
Sonstiger Sachaufwand
–5.124
–3.795
Gesamt
–25.568
–24.131
Im Geschäftsjahr 2024 fielen Aufwendungen für die Konzernabschlussprüfung (inklusive USt und Tochterunternehmen) in Höhe von TEUR –317 (2023: TEUR –309)
und für Sonderprüfungen in Höhe von TEUR –13 (2023: TEUR –40) an die Prüfungsgesellschaft an.
(25) Abschreibungen auf Finanzimmobilien, immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
in TEUR
2024
2023
Als Finanzinvestition
gehaltene Immobilien
–3.117
–3.219
Software und immaterielles
Anlagevermögen
–354
–256
Vom Konzern genutzte Immobilien
–943
–1.009
Betriebs­ und Geschäftsausstattung und sonstige Sachanlagen
–640
–726
Gesamt
–5.054
–5.209
(26) Sonstiges betriebliches Ergebnis
Die sonstigen betrieblichen Erträge umfassen im Wesentlichen Mieteinnahmen aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien in Höhe von TEUR 8.473 (2023: TEUR 8.144). In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist keine Dotierung (2023: eine Dotierung in Höhe von TEUR –4.201) des Abwicklungs- und Einlagensicherungsfonds mehr enthalten, da bei beiden Fonds das gesetzlich vorgeschriebene Volumen erreicht wurde. Zudem werden Mietaufwendungen und Aufwendungen aus zur Weiterverrechnung bestehender Lieferungen und Leistungen ausgewiesen. In den sonstigen Steuern ist die Stabilitätsabgabe für das Geschäftsjahr 2024 in Höhe von TEUR –1.572 (2023: TEUR –1.497) enthalten.
(27) Steuern vom Einkommen und Ertrag
in TEUR
2024
2023
Laufende Steuern vom Einkommen und Ertrag
–4.907
–9.578
Latente Steuern
8
2.229
Gesamt
–4.899
–7.349
Unter Punkt (43) wird die Zusammensetzung der latenten Steuerforderungen und der latenten Steuerverpflichtungen näher dargestellt.
Die nachstehende Überleitungsrechnung stellt den Zusammenhang zwischen den rechnerischen und ausgewiesenen Steuern vom Einkommen und Ertrag wie folgt dar:
in TEUR
2024
2023
Konzernjahresüberschuss
vor Steuern
30.814
42.943
Rechnerischer Ertragsteueraufwand im Geschäftsjahr zum inländischen Ertragsteuersatz in Höhe von 23 % (2023: 24 %)
–7.089
–10.306
Steuereffekte
Steuersatzdifferenz zwischen
laufenden und latenten Steuern
(Auswirkung Steuerreform)
–89
Steuerersparnis aus steuerfreien Beteiligungserträgen
1.822
1.967
Veränderungen aufgrund von At Equity­bilanzierten Unternehmen
501
863
Steuer aus nicht abzugsfähigen
Erträgen und Aufwendungen
–350
–63
Verlustabzug
215
111
Steuer aus sonstigen
Anpassungen
–10
165
Steuergutschrift (+) /­belastung (–)
aus Vorjahren
12
3
Ausgewiesener Steueraufwand (–)
/-ertrag (+)
–4.899
–7.349
Effektiver Steuersatz
15,90 %
17,11 %
Erläuterungen zur Konzernbilanz
(28) Barreserve
Der in der Kapitalflussrechnung ausgewiesene Zahlungsmittelbestand ist in der Bilanzposition Barreserve enthalten, die sich aus Kassenbestand und Guthaben bei Zentralnotenbanken zusammensetzt. Nicht einbezogen werden täglich fällige Forderungen an Kreditinstitute sowie Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei Zentralnotenbanken zugelassen sind.
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Kassenbestand
7.299
8.262
Guthaben bei Zentralnotenbanken
758.263
1.094.450
Gesamt
765.562
1.102.713

(29) Forderungen an Kreditinstitute
Die Forderungen an Kreditinstitute werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.
Forderungen an Kreditinstitute nach Geschäftsarten
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Giro­ und Clearinggeschäfte
5.510
18.626
Geld­ und Termineinlagen
113.438
128.914
Kredite an Banken
528
699
Gesamt
119.477
148.239
Forderungen an Kreditinstitute nach Fristen
(Restlaufzeit)
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Täglich fällig
57.775
84.450
bis 3 Monate
14
14
über 3 Monate bis 1 Jahr
152
586
über 1 Jahr bis 5 Jahre
3.365
3.538
über 5 Jahre
58.171
59.651
Gesamt
119.477
148.239
(30) Forderungen an Kunden
Die Forderungen an Kunden werden überwiegend zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Für
Forderungen an Kunden in Höhe von TEUR 221.639 (2023: TEUR 214.382), deren Zinsrisiken mittels Zinsswap abgesichert wurden, wurde die Fair Value-Option in Anspruch genommen.
Weiters werden Forderungen
an Kunden, die nicht die SPPI-Kriterien erfüllen und
daher zum Fair Value bilanziert werden, in Höhe von TEUR 127.099 (2023: TEUR 128.187) zum Bilanzstichtag ausgewiesen.
Außerdem werden nicht an einem aktiven Markt gehandelte verbriefte Forderungen, im Wesentlichen Schuldscheindarlehen, die nicht dem Handelsbestand angehören, in den Forderungen an Kunden
ausgewiesen.
Forderungen an Kunden nach Geschäftsarten
(Produkte)
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Kontokorrentkredite
360.059
340.551
Barvorlagen
182.854
73.495
Darlehen und Einmalkredite
5.854.764
5.582.829
Leasingforderungen
171.613
157.647
Gesamt
6.569.291
6.154.521
Forderungen an Kunden nach Fristen (Restlaufzeit)
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Täglich fällig
212.674
220.574
bis 3 Monate
299.197
182.755
über 3 Monate bis 1 Jahr
501.389
455.938
über 1 Jahr bis 5 Jahre
1.852.110
1.594.668
über 5 Jahre
3.703.920
3.700.586
Gesamt
6.569.291
6.154.521
Forderungen an Kunden nach Geschäftsfeldern
(Segmente)
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Großkunden
3.738.809
3.300.348
Retail und Wohnbau
2.645.983
2.696.526
Sonstige
184.499
157.647
Gesamt
6.569.291
6.154.521
(31) Positive Marktwerte aus derivativen Geschäften
Positive Marktwerte aus derivativen Geschäften nach Geschäftsarten
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Zinssatzgeschäfte
137.695
135.053
hievon Hedge Accounting
2.441
1.041
Wechselkursgeschäfte
32
4
Gesamt
137.727
135.057
Positive Marktwerte aus derivativen Geschäften nach Fristen (Restlaufzeit)
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
bis 3 Monate
513
804
über 3 Monate bis 1 Jahr
370
2.533
über 1 Jahr bis 5 Jahre
16.192
10.729
über 5 Jahre
120.652
120.991
Gesamt
137.727
135.057
(32) Finanzanlagen
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Aktien und andere nicht
festverzinsliche Wertpapiere
59.095
57.473
Börsenotiert
812
784
Nicht börsenotiert
58.283
56.688
Erfolgswirksam zum Fair Value
bewertet
59.095
57.473
Schuldverschreibungen und andere
festverzinsliche Wertpapiere
155.139
141.247
Börsenotiert
112.606
99.838
Nicht börsenotiert
42.534
41.409
Zum Fair Value designiert
155.139
141.247
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
143.769
172.861
Börsenotiert
143.769
172.861
Aktien und andere nicht
festverzinsliche Wertpapiere
68.150
88.281
Nicht börsenotiert
68.150
88.281
Anteile an verbundenen
Unternehmen
18
18
Sonstige Beteiligungen
36.350
39.433
Börsenotiert
4.236
4.713
Nicht börsenotiert
32.114
34.721
Kreditinstitute
2.447
2.447
Nicht­Kreditinstitute
33.903
36.986
Erfolgsneutral zum Fair Value
bewertet
248.286
300.593
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
481.630
444.687
Börsenotiert
367.200
321.451
Nicht börsenotiert
114.430
123.236
Zu fortgeführten Anschaffungs-
kosten bewertet
481.630
444.687
Gesamt
944.151
944.000
Finanzanlagen nach Fristen (Restlaufzeit)
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Täglich fällig
10.400
9.135
bis 3 Monate
23.896
21.450
über 3 Monate bis 1 Jahr
21.410
67.721
über 1 Jahr bis 5 Jahre
368.762
315.299
über 5 Jahre
356.071
345.190
Gesamt
780.539
758.796
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere, Anteile an verbundenen Unternehmen und sonstige Beteiligungen wurden nicht nach Restlaufzeiten aufgegliedert, da keine Fristigkeiten bestehen.
(33) Anteile an At Equity-bewerteten Unternehmen
Finanzinformationen zu At Equity-bewerteten Unternehmen
in TEUR
Beteiligungs- und
Wohnungsanlagen GmbH
Beteiligungs- und
Immobilien GmbH
Gesamt
30.9.2024
30.9.2023
30.9.2024
30.9.2023
2024
2023
Zusammengefasste Bilanz
Vermögenswerte
1.073.906
994.573
178.780
176.285
1.252.686
1.170.858
Schulden
795.647
723.752
147.157
145.809
942.804
869.561
Zusammengefasste Erfolgsrechnung
Erlöse
157.986
152.293
24.701
26.450
182.687
178.743
Gewinn/Verlust aus fortgeführten
Geschäftsbereichen
20.508
24.514
2.708
2.777
23.216
27.291
Sonstiges Ergebnis
–69
–468
–62
–134
–131
–602
Gesamtergebnis
20.439
24.046
2.646
2.643
23.085
26.689
Überleitungsrechnung At Equity-Buchwert
in TEUR
Beteiligungs- und
Wohnungsanlagen GmbH
Beteiligungs- und
Immobilien GmbH
Gesamt
2024
2023
2024
2023
2024
2023
Eigentumsanteil in %
25
25
25
25
Buchwert 1.1.
67.705
64.444
7.619
7.433
75.324
71.877
Ausschüttung
–3.250
–2.750
–375
–475
–3.625
–3.225
anteiliger Gewinn aus
fortgeführten Aktivitäten
5.127
6.128
677
695
5.804
6.823
anteiliges sonstiges Ergebnis
–17
–117
–16
–34
–33
–151
Buchwert 31.12.
69.565
67.705
7.905
7.619
77.470
75.324
Die zusammengefassten Finanzinformationen entsprechen den Beträgen der in Übereinstimmung mit den gemäß IFRS aufgestellten Abschlüssen und Packages der assoziierten Unternehmen.
Die Beteiligungen an den At Equity-bewerteten Unternehmen wurden eingegangen, um das geografische Geschäftsumfeld zu festigen und das Geschäftssegment Retail und Wohnbau zu intensivieren. Weiters soll der oberösterreichische Wirtschaftsstandort durch diese Beteiligungen gestärkt werden.

(34) Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien, Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
Anlagespiegel
in TEUR
Anschaf-
fungswerte
1.1.2024
Zu-
gänge
Um-
buchungen
Ab-
gänge
Anschaf-
fungswerte
31.12.2024
Kumul. Ab-/
Zuschrei-
bungen
Buchwert
31.12.2024
Laufende Ab-/
Zuschrei-
bungen
Als Finanzinvestition
gehaltene Immobilien
104.967
11.587
116.554
–41.655
74.899
–3.117
Immaterielle Vermögenswerte
14.891
5.471
–152
20.210
–14.111
6.099
–354
Grundstücke und
Gebäude
27.003
810
27.813
–17.144
10.669
–347
Nutzungsrechte Grundstücke und Gebäude
3.703
1.937
–424
5.216
–2.175
3.041
–596
Sonstige Sachanlagen
12.118
1.448
–1.326
12.240
–8.821
3.419
–559
Leasinggegenstände aus Operating­Leasing
457
170
–93
535
–112
423
–80
Gesamt
163.139
21.423
0
–1.993
182.568
–84.018
98.551
–5.054
in TEUR
Anschaf-
fungswerte
1.1.2023
Zu-
gänge
Um-
buchungen
Ab-
gänge
Anschaf-
fungswerte
31.12.2023
Kumul. Ab-/
Zuschrei-
bungen
Buchwert
31.12.2023
Laufende Ab-/
Zuschrei-
bungen
Als Finanzinvestition
gehaltene Immobilien
101.526
1.721
1.720
104.967
–38.537
66.429
–3.219
Immaterielle Vermögenswerte
14.644
322
–75
14.891
–13.908
982
–256
Grundstücke und
Gebäude
28.022
701
–1.720
27.003
–16.797
10.206
–469
Nutzungsrechte Grundstücke und Gebäude
2.998
705
3.703
–2.002
1.700
–541
Sonstige Sachanlagen
11.477
998
–357
12.118
–9.567
2.550
–637
Leasinggegenstände aus Operating­Leasing
580
285
–408
457
–92
365
–87
Gesamt
159.247
4.732
0
–840
163.139
–80.905
82.234
–5.209
Der Fair Value von den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien (ohne Nutzungsrechte) beträgt TEUR 74.538 (2023: TEUR 75.450). Die Mieteinnahmen aus Finanzimmobilien betragen im Geschäftsjahr 2024 TEUR 8.473 (2023: TEUR 8.144) und werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Die damit direkt in Zusammenhang stehenden betrieblichen Aufwendungen beinhalten die laufende Abschreibung und Instandhaltungskosten und belaufen sich auf TEUR –3.426 (2023: TEUR –3.223). Diese Aufwendungen sind in den Abschreibungen bzw. dem Sachaufwand enthalten.
Es bestehen zum Bilanzstichtag keine vertraglichen Verpflichtungen (2023: keine) für als Finanzinvestition gehaltene Immobilien.
Im Abschluss 2024 wurden nicht rückzahlbare Investitionszuschüsse (Covid-19-Investitionsprämien) in Höhe von TEUR 6 (2023: TEUR 8) berücksichtigt.

(35) Sonstige Aktiva
Im Bilanzposten Sonstige Aktiva sind im Wesentlichen Verrechnungskonten in Höhe von TEUR 27.248 (2023: TEUR 25.742), Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von TEUR 3.091 (2023: TEUR 2.421), Forderungen gegenüber dem Finanzamt in Höhe von TEUR 2.237 (2023: TEUR 966) und Verrechnungen mit Beteiligungen gegenüber Personengesellschaften in Höhe von TEUR 984 (2023: TEUR 2.311) enthalten.
(36) Risikovorsorgen
Risikovorsorge für Guthaben bei Zentralnotenbanken
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2024
0
0
0
0
Umbuchungen
nach Stage 1
0
nach Stage 2
0
nach Stage 3
0
Zwischensumme
0
0
0
0
Nettoveränderung
0
Abgang
0
Verbräuche
0
Zugang
0
Zum 31.12.2024
0
0
0
0
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2023
1
0
0
1
Umbuchungen
nach Stage 1
0
nach Stage 2
0
nach Stage 3
0
Zwischensumme
1
0
0
1
Nettoveränderung
–1
–1
Abgang
0
Verbräuche
0
Zugang
0
Zum 31.12.2023
0
0
0
0
Risikovorsorge für Forderungen an Kreditinstitute
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2024
71
0
0
71
Umbuchungen
nach Stage 1
0
nach Stage 2
0
nach Stage 3
0
Zwischensumme
71
0
0
71
Nettoveränderung
7
7
Abgang
0*)
0*)
Verbräuche
0
Zugang
0*)
0*)
Zum 31.12.2024
78
0
0
78
*) Werte < TEUR 1
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2023
235
0
0
235
Umbuchungen
nach Stage 1
0
nach Stage 2
0
nach Stage 3
0
Zwischensumme
235
0
0
235
Nettoveränderung
–164
–164
Abgang
–1
–1
Verbräuche
0
Zugang
0*)
0*)
Zum 31.12.2023
71
0
0
71
Risikovorsorge für Forderungen an Kunden
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2024
2.407
3.518
21.110
27.035
Umbuchungen
nach Stage 1
1.516
–1.516
0
nach Stage 2
–130
1.768
–1.638
0
nach Stage 3
–32
–417
449
0
Zwischensumme
3.761
3.353
19.921
27.035
Nettoveränderung
–2.866
238
31.733
29.106
Abgang
–251
–528
–186
–966
Verbräuche
–11.242
–11.242
Zugang
251
134
250
635
Zum 31.12.2024
895
3.197
40.476
44.568
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2023
2.010
5.670
7.877
15.556
Umbuchungen
nach Stage 1
2.859
–2.857
–3
0
nach Stage 2
–139
194
–55
0
nach Stage 3
–20
–718
738
0
Zwischensumme
4.710
2.290
8.558
15.556
Nettoveränderung
–2.618
1.250
13.127
11.759
Abgang
–179
–299
–341
–819
Verbräuche
–381
–381
Zugang
494
278
148
920
Zum 31.12.2023
2.407
3.518
21.110
27.035
Nettoveränderung: Veränderung den Bestand betreffend
Abgang: Auflösung aufgrund Ausbuchung eines Finanzinstruments
Zugang: Zuweisung aufgrund Einbuchung eines Finanzinstruments
Risikovorsorge für Finanzanlagen AC
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2024
169
0
0
169
Umbuchungen
nach Stage 1
0
nach Stage 2
0
nach Stage 3
0
Zwischensumme
169
0
0
169
Nettoveränderung
32
32
Abgang
–16
–16
Verbräuche
0
Zugang
52
52
Zum 31.12.2024
236
0
0
236
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2023
387
0
0
387
Umbuchungen
nach Stage 1
0
nach Stage 2
0
nach Stage 3
0
Zwischensumme
387
0
0
387
Nettoveränderung
–208
–208
Abgang
–58
–58
Verbräuche
0
Zugang
47
47
Zum 31.12.2023
169
0
0
169
Risikovorsorge für Finanzanlagen OCI
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2024
85
0
0
85
Umbuchungen
nach Stage 1
0
nach Stage 2
0
nach Stage 3
0
Zwischensumme
85
0
0
85
Nettoveränderung
21
21
Abgang
–6
–6
Verbräuche
0
Zugang
0
Zum 31.12.2024
101
0
0
101
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2023
285
0
0
285
Umbuchungen
nach Stage 1
0
nach Stage 2
0
nach Stage 3
0
Zwischensumme
285
0
0
285
Nettoveränderung
–193
–193
Abgang
–7
–7
Verbräuche
0
Zugang
0
Zum 31.12.2023
85
0
0
85
Rückstellungen für Kreditrisiken und Eventualverbindlichkeiten
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2024
304
157
659
1.120
Umbuchungen
nach Stage 1
91
–91
0
nach Stage 2
–12
12
0
nach Stage 3
–1
–41
42
0
Zwischensumme
382
38
701
1.120
Nettoveränderung
–238
–5
445
202
Abgang
–93
–11
–1
–105
Verbräuche
0
Zugang
127
180
308
Zum 31.12.2024
178
201
1.145
1.524
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2023
415
475
80
969
Umbuchungen
nach Stage 1
232
–232
0
nach Stage 2
–26
26
0
nach Stage 3
–1
–48
49
0
Zwischensumme
620
220
129
969
Nettoveränderung
–343
73
600
330
Abgang
–139
–177
–70
–385
Verbräuche
0
Zugang
165
40
206
Zum 31.12.2023
304
157
659
1.120
Risikovorsorge gesamt
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2024
3.036
3.675
21.769
28.480
Umbuchungen
nach Stage 1
1.607
–1.607
0
nach Stage 2
–143
1.781
–1.638
0
nach Stage 3
–33
–457
490
0
Zwischensumme
4.467
3.391
20.622
28.480
Nettoveränderung
–3.043
233
32.178
29.368
Abgang
–367
–540
–187
–1.093
Verbräuche
–11.242
–11.242
Zugang
430
314
250
994
Zum 31.12.2024
1.488
3.398
41.621
46.507
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2023
3.333
6.145
7.957
17.434
Umbuchungen
nach Stage 1
3.091
–3.089
–3
0
nach Stage 2
–165
220
–55
0
nach Stage 3
–20
–766
787
0
Zwischensumme
6.238
2.509
8.686
17.434
Nettoveränderung
–3.526
1.323
13.727
11.524
Abgang
–383
–475
–411
–1.269
Verbräuche
–381
–381
Zugang
707
318
148
1.173
Zum 31.12.2023
3.036
3.675
21.769
28.480
Angaben zur Modification
In der Abschlussperiode wurden in der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft primär vertragliche Modifizierungen bei finanziellen Vermögenswerten im Zusammenhang mit marktinduzierten Zinssatzänderungen vorgenommen, die nicht zu einer Ausbuchung geführt haben. Das sich daraus ergebende Modifikationsergebnis wird in Bezug auf den Gesamtzinsüberschuss als nicht signifikant beurteilt. Auch die Auswirkung auf die Änderung des Bruttobuchwertes wird als unwesentlich eingestuft.
Die fortlaufende Überwachung modifizierter Vermögenswerte erfolgt im Rahmen der standardisierten Kreditüberwachungsprozesse bzw. im Rahmen der vierteljährlichen Berechnung der Risikovorsorge. Die Zuordnung zu einem Stage erfolgt auch bei modifizierten Finanzinstrumenten anhand der in Punkt (10) beschriebenen Transferkriterien.
Entwicklung der Bruttobuchwerte der wertberichtigten Finanzinstrumente
Bruttobuchwerte von Guthaben
bei Zentralnotenbanken
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2024
1.094.450
0
0
1.094.450
nach Stage 1
0
nach Stage 2
0
nach Stage 3
0
Zugang / Abgang / Nettoveränderung
–336.188
–336.188
Verbrauch
0
Direktabschreibung
0
Zum 31.12.2024
758.263
0
0
758.263
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2023
661.551
0
0
661.551
nach Stage 1
0
nach Stage 2
0
nach Stage 3
0
Zugang / Abgang / Nettoveränderung
432.900
432.900
Verbrauch
0
Direktabschreibung
0
Zum 31.12.2023
1.094.450
0
0
1.094.450
Bruttobuchwerte von Forderungen an Kreditinstitute
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2024
148.310
0
0
148.310
nach Stage 1
0
nach Stage 2
0
nach Stage 3
0
Zugang / Abgang / Nettoveränderung
–28.755
–28.755
Verbrauch
0
Direktabschreibung
0
Zum 31.12.2024
119.555
0
0
119.555
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2023
185.407
0
0
185.407
nach Stage 1
0
nach Stage 2
0
nach Stage 3
0
Zugang / Abgang / Nettoveränderung
–37.097
–37.097
Verbrauch
0
Direktabschreibung
0
Zum 31.12.2023
148.310
0
0
148.310
Bruttobuchwerte von Forderungen an Kunden
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2024
5.479.300
270.603
89.084
5.838.987
nach Stage 1
166.783
–166.783
0*)
0
nach Stage 2
–71.002
77.259
–6.257
0
nach Stage 3
–44.963
–40.812
85.776
0
Zugang / Abgang / Nettoveränderung
469.042
–29.815
–1.690
437.537
Verbrauch
–11.242
–11.242
Direktabschreibung
–162
–162
Zum 31.12.2024
5.999.159
110.452
155.509
6.265.120
*) Wert < TEUR 1
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2023
5.164.221
424.623
20.122
5.608.965
nach Stage 1
216.740
–216.687
–53
0
nach Stage 2
–162.240
163.086
–846
0
nach Stage 3
–31.073
–39.910
70.983
0
Zugang / Abgang / Nettoveränderung
291.652
–60.508
–612
230.531
Verbrauch
–382
–382
Direktabschreibung
–127
–127
Zum 31.12.2023
5.479.300
270.603
89.084
5.838.987
Bruttobuchwerte von Finanzanlagen – AC
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2024
444.856
0
0
444.856
nach Stage 1
0
nach Stage 2
0
nach Stage 3
0
Zugang / Abgang / Nettoveränderung
37.010
37.010
Verbrauch
0
Direktabschreibung
0
Zum 31.12.2024
481.866
0
0
481.866
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2023
412.793
0
0
412.793
nach Stage 1
0
nach Stage 2
0
nach Stage 3
0
Zugang / Abgang / Nettoveränderung
32.063
32.063
Verbrauch
0
Direktabschreibung
0
Zum 31.12.2023
444.856
0
0
444.856
Bruttobuchwerte von Finanzanlagen – OCI
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2024
172.947
0
0
172.947
nach Stage 1
0
nach Stage 2
0
nach Stage 3
0
Zugang / Abgang / Nettoveränderung
–29.077
–29.077
Verbrauch
0
Direktabschreibung
0
Zum 31.12.2024
143.870
0
0
143.870
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2023
188.811
0
0
188.811
nach Stage 1
0
nach Stage 2
0
nach Stage 3
0
Zugang / Abgang / Nettoveränderung
–15.864
–15.864
Verbrauch
0
Direktabschreibung
0
Zum 31.12.2023
172.947
0
0
172.947
Bruttobuchwerte von Kreditrisiken und Eventualverbindlichkeiten
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2024
762.433
54.187
7.855
824.476
nach Stage 1
38.091
–38.091
0
nach Stage 2
–805
805
0
nach Stage 3
–2
0*)
2
0
Zugang / Abgang / Nettoveränderung
–5.105
–12.147
–3.638
–20.890
Verbrauch
0
Direktabschreibung
0
Zum 31.12.2024
794.612
4.754
4.220
803.586
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2023
774.162
139.529
497
914.188
nach Stage 1
46.488
–46.488
0
nach Stage 2
–13.646
13.646
0
nach Stage 3
–552
–8.994
9.546
0
Zugang / Abgang / Nettoveränderung
–44.019
–43.506
–2.188
–89.712
Verbrauch
0
Direktabschreibung
0
Zum 31.12.2023
762.433
54.187
7.855
824.476
*) Wert < TEUR 1
Bruttobuchwerte gesamt
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2024
8.102.296
324.790
96.939
8.524.026
nach Stage 1
204.874
–204.874
0
nach Stage 2
–71.807
78.064
–6.257
0
nach Stage 3
–44.965
–40.813
85.778
0
Zugang / Abgang / Nettoveränderung
106.927
–41.962
–5.327
59.638
Verbrauch
–11.242
–11.242
Direktabschreibung
–162
–162
Zum 31.12.2024
8.297.325
115.206
159.729
8.572.260
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2023
7.386.944
564.152
20.619
7.971.715
nach Stage 1
263.229
–263.176
–53
0
nach Stage 2
–175.886
176.732
–846
0
nach Stage 3
–31.625
–48.903
80.529
0
Zugang / Abgang / Nettoveränderung
659.635
–104.014
–2.801
552.820
Verbrauch
–382
–382
Direktabschreibung
–127
–127
Zum 31.12.2023
8.102.296
324.790
96.939
8.524.026

(37) Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten nach Geschäftsarten
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Giro­ und Clearinggeschäfte
12.680
14.147
Geldmarktgeschäfte
287.277
530.687
Gesamt
299.957
544.834
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten nach Fristen (Restlaufzeit)
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Täglich fällig
111.617
127.318
bis 3 Monate
116.400
über 3 Monate bis 1 Jahr
1.500
100.000
über 1 Jahr bis 5 Jahre
13.000
3.000
über 5 Jahre
173.841
198.116
Gesamt
299.957
544.834
Zum 31. Dezember 2024 beträgt das im Posten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthaltene Volumen an längerfristigen Finanzierungsgeschäften
aus dem TLTRO III-Programm der Europäischen Zentralbank (EZB) TEUR 0 (2023: TEUR 200.000). 2024 wurde die Tranche 9 über TEUR 100.000 mit Fälligkeit im September 2024 vorzeitig im März 2024 gekündigt. Die Tranche 7 über ebenso TEUR 100.000 ist im März 2024 ausgelaufen.
Auf Basis einer Analyse der für die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft als Kreditinstitut am Markt für vergleichbar besicherte Refinanzierungsquellen erzielbaren Konditionen ergibt sich die Auffassung, dass die Konditionen des TLTRO III-Programmes keinen wesentlichen Vorteil im Vergleich zum Markt bieten. Für die laufende Verzinsung wurde immer der aktuell gültige Zinssatz verwendet. Die im Oktober 2022 seitens der EZB veröffentlichten Änderungen am TLTRO III-Programm (Änderung der Verzinsungsmodalitäten und Einfügen weiterer Rückzahlungsoptionen) stellen nach Auffassung der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft keine wesentliche Vertragsanpassung dar, weshalb diese Änderungen ebenfalls lediglich zu einer Zinssatzänderung führten. Schätzungsänderungen oder Buchwertanpassungen waren in diesem Zusammenhang nicht notwendig.
Das benötigte Kreditwachstum für die erste Sonderverzinsungsperiode (Beobachtungsperiode: 1. März 2020 bis zum 31. März 2021) sowie für die zweite Sonderverzinsungsperiode (Beobachtungsperiode: 1. Oktober 2021 bis zum 31. Dezember 2021) wurde erfüllt. Die Verzinsung wurde somit mit –1,0 % festgesetzt. Nach dem Ende der zweiten Sonderverzinsungsperiode am 23. Juni 2022
wurde bis zum 23. November 2022 die Verzinsung basierend auf dem durchschnittlichen EZB­Zinssatz der Einlagenfazilität seit Start der Geschäfte ermittelt. Ab dem 23. November 2022 bis zur Fälligkeit der jeweiligen Tranche wurden die TLTRO­Verbindlichkeiten basierend auf dem jeweils aktuell gültigen EZB­Zinssatz der Einlagenfazilität verzinst. Im laufenden Geschäftsjahr 2024 betrug der Zinsaufwand aus dem TLTRO III­Programm insgesamt TEUR –1.933 (2023: TEUR –12.375).
(38) Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden werden überwiegend zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Für Verbindlichkeiten gegenüber Kunden in Höhe von TEUR 28.203 (2023: TEUR 37.658), deren Zinsrisiken mittels Zinsswap abgesichert wurden, wurde die Fair Value-Option in Anspruch genommen, da es ansonsten zu Inkongruenzen bei der Bewertung und dem Ansatz gegenüber dem Sicherungsgeschäft kommen würde (accounting mismatch). Für Verbindlichkeiten gegenüber Kunden in Höhe von TEUR 17.725 (2023: TEUR 34.326) wird Hedge Accounting angewendet.
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden nach Geschäftsarten (Produkte)
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Sichteinlagen
1.218.715
1.140.428
Termineinlagen
1.303.534
1.379.079
Spareinlagen
403.392
410.676
Gesamt
2.925.641
2.930.183
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden nach Fristen (Restlaufzeit)
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Täglich fällig
1.459.631
1.319.226
bis 3 Monate
928.159
764.540
über 3 Monate bis 1 Jahr
325.786
456.041
über 1 Jahr bis 5 Jahre
155.531
318.351
über 5 Jahre
56.535
72.025
Gesamt
2.925.641
2.930.183
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden nach Geschäftsfeldern (Segmente)
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Großkunden
1.359.033
1.425.463
Retail und Wohnbau
1.520.656
1.432.712
Financial Markets
45.927
71.984
Sonstige
25
23
Gesamt
2.925.641
2.930.183
(39) Verbriefte Verbindlichkeiten
Für Verbriefte Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 1.998.972 (2023: TEUR 1.750.659), deren Zinsrisiken mittels Zinsswap abgesichert wurden, wurde
die Fair Value-Option in Anspruch genommen, da es ansonsten zu Inkongruenzen bei der Bewertung und dem Ansatz gegenüber dem Sicherungsgeschäft kommen würde (accounting mismatch).
Für Verbriefte Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 591.148 (2023: TEUR 638.539) wird Hedge Accounting angewendet. Die restlichen Verbrieften Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.
Verbriefte Verbindlichkeiten nach Geschäftsarten (Produkte)
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Hypothekenpfandbriefe
2.593.339
2.444.274
Kommunalpfandbriefe
429.911
438.748
Wohnbauanleihen*)
830.206
718.041
Anleihen
905.577
819.576
Gesamt
4.759.033
4.420.638

*) Die Emissionen der Hypo-Wohnbaubank Aktiengesellschaft wurden treuhändig für die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft (Treugeber) begeben.
Verbriefte Verbindlichkeiten nach Fristen (Restlaufzeit)
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Täglich fällig*)
60.585
48.787
bis 3 Monate
171.060
81.750
über 3 Monate bis 1 Jahr
386.326
159.502
über 1 Jahr bis 5 Jahre
1.862.560
1.922.161
über 5 Jahre
2.278.501
2.208.439
Gesamt
4.759.033
4.420.638

*) Im Wesentlichen handelt es sich um Zinsabgrenzungen.

(40) Negative Marktwerte aus derivativen Geschäften
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Zinssatzgeschäfte
51.897
72.750
hievon Hedge Accounting
14.885
27.621
Wechselkursgeschäfte
16.361
16.000
hievon Hedge Accounting
16.361
15.320
Gesamt
68.258
88.750
(41) Rückstellungen
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Rückstellungen für Sozialkapital
13.131
12.896
Sonstige Rückstellungen
2.683
5.793
Gesamt
15.814
18.689
Entwicklung des Sozialkapitals (DBO)
in TEUR
Pen-
sionsrück-
stellungen
Abferti-gungsrück-stellungen
Jubi-
läums-geldrück-stellungen
Rück-
stellun-
gen Sozialkapital
Stand 1.1.2024
5.000
6.416
1.480
12.896
Laufender
Dienstzeitaufwand
4
210
88
302
Zinsaufwand
168
220
51
439
Versicherungsmath. Gewinne/Verluste
420
125
2
547
aus demografischen Annahmen
–21
–13
–34
aus finanziellen
Annahmen
207
–239
–55
–86
aus erfahrungsbedingter Berichtigung
214
384
69
667
Zahlungen
–386
–526
–141
–1.053
Stand 31.12.2024
5.206
6.445
1.480
13.131
in TEUR
Pen-
sions-rück-
stellungen
Abferti-gungsrück-stellungen
Jubi-
läums-geldrück-stellungen
Rück-
stellun-
gen Sozialkapital
Stand 1.1.2023
5.502
6.650
1.273
13.425
Laufender
Dienstzeitaufwand
6
219
76
301
Zinsaufwand
224
275
55
553
Gewinn/Verlust aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses
–257
–257
Versicherungsmath. Gewinne/Verluste
–311
268
132
89
aus demografischen Annahmen
–1
–150
–13
–164
aus finanziellen
Annahmen
394
354
88
836
aus erfahrungsbedingter Berichtigung
–704
64
57
–583
Zahlungen
–422
–738
–56
–1.216
Stand 31.12.2023
5.000
6.416
1.480
12.896
Am 31. Dezember 2024 lag die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtungen für Abfertigungen bei 7,53 Jahre (2023: 7,92 Jahre), für Jubiläumsgelder bei 8,32 Jahre (2023: 8,76 Jahre) und für Pensionen bei 10,13 Jahre (2023: 10,37 Jahre).
Sensitivitätsanalyse der Defined Benefit
Obligation (DBO)
Zum Bilanzstichtag wurden Sensitivitätsanalysen durchgeführt, indem die jeweiligen Annahmen zu den wichtigsten Bewertungsparametern unter vernünftiger Betrachtungsweise variieren und die Barwerte der leistungsorientierten Verpflichtungen für Pensionen und Abfertigungen neu berechnet wurden:
Para-
meter
Verän-
derung
der An-
nahme
Veränderungen DBO
Pensionen
Abfertigungen
31.12.
2024
31.12.
2023
31.12.
2024
31.12.
2023
Rechnungs-
zins
+0,5 %
–4,59 %
–4,69 %
–3,56 %
–3,74 %
–0,5 %
4,99 %
5,11 %
3,78 %
3,98 %
Pensionen/
Bezüge
+0,5 %
5,01 %
5,14 %
3,70 %
3,88 %
–0,5 %
–4,64 %
–4,75 %
–3,52 %
–3,68 %
Entwicklung Sonstige Rückstellungen
in TEUR
Stand
1.1.
2024
Zufüh-
rungen
Ver-
brauch
Auf-
lösungen
Stand 31.12.
2024
Risiken
aus dem
Kredit-
geschäft
1.120
510
–105
1.524
Verpflich-
tungen
für Negativ­
zinsen
3.274
–80
–3.194
0
Übrige
sonstige
Rück-
stellungen
1.398
1.013
–1.201
–51
1.159
Gesamt
5.793
1.523
–1.281
–3.351
2.683
Derzeit sind, soweit bekannt, keinerlei Gerichtsverfahren anhängig, die eine Klärung der offenen Rechtsfragen im Zusammenhang mit Negativverzinsungen bei Nicht-Verbraucherfinanzierungen erwarten lassen. Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft wurde in keinem einzigen Fall in diesem Zusammenhang geklagt. Mit einer Inanspruchnahme wird derzeit nicht gerechnet. Aufgrund der geringen Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme wurden die Vorsorgen aufgelöst.
Für weitere Informationen zur Entwicklung der Vorsorgen für Risiken aus dem Kreditgeschäft wird auf Punkt (36) verwiesen.
(42) Sonstige Passiva
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Rechnungsabgrenzungsposten
557
443
Leasingverbindlichkeiten
gemäß IFRS 16
22.674
21.558
Übrige Passiva
35.000
25.624
Gesamt
58.231
47.625
Der Posten Übrige Passiva umfasst im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Personalverrechnung in Höhe von TEUR 3.745 (2023: TEUR 3.627), Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt in Höhe von TEUR 4.502 (2023: TEUR 3.289) und Verrechnungskonten aus der Abwicklung von Wohnbaudarlehen in Höhe von TEUR 6.572 (2023: TEUR 4.215). Außerdem sind notwendige Anpassungen aus der Stichtagsverschiebung in Bezug auf die Ergebnisverrechnung mit vollkonsolidierten Tochterunternehmen im 4. Quartal in Höhe von TEUR 15.905 (2023: TEUR 11.918) enthalten.

(43) Steueransprüche und -verbindlichkeiten
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Laufende Steueransprüche
393
1.024
Gesamt
393
1.024
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Latente Steuerverbindlichkeiten
8.010
13.171
Gesamt
8.010
13.171
in TEUR
Latente
Steuer-
ansprüche 31.12.2024
Latente
Steuer-
schulden 31.12.2024
erfolgs-
wirksam
2024
Forderungen an Kunden
755
–1.578
Positive Marktwerte aus derivativen Geschäften
25.117
636
Finanzanlagen und
Anteile an At Equity-
bewerteten Unternehmen
1.214
–2.674
Verbindlichkeiten
gegenüber Kunden
180
412
Verbriefte
Verbindlichkeiten
1.544
7.293
Negative Marktwerte aus derivativen Geschäften
14.818
–4.670
Nachrangkapital
849
310
Rückstellungen
2.415
474
Andere Posten
703
885
–195
Saldierung Steuerlatenz
–20.235
–20.235
Latente
Steuerverbindlichkeiten
0
8.010
8
in TEUR
Latente
Steuer-
ansprüche 31.12.2023
Latente
Steuer-
schulden 31.12.2023
erfolgs-
wirksam
2023
Forderungen an Kunden
2.334
–1.907
Positive Marktwerte aus derivativen Geschäften
25.753
–3.462
Finanzanlagen und
Anteile an At Equity-
bewerteten Unternehmen
2.883
4.150
Verbindlichkeiten
gegenüber Kunden
854
17.415
Verbriefte
Verbindlichkeiten
5.836
970
Negative Marktwerte aus derivativen Geschäften
19.154
–14.227
Nachrangkapital
1.159
24
Rückstellungen
1.815
–742
Andere Posten
764
753
8
Saldierung Steuerlatenz
–24.067
–24.067
Latente
Steuerverbindlichkeiten
0
13.171
2.229
Aus der erfolgsneutralen Bewertung der Finanzinstrumente, die als OCI-Bestand klassifiziert worden sind, sowie für das direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnis aus der Bewertung des Sozialkapitals wurden auch die latenten Steuern direkt im Eigenkapital und somit erfolgsneutral gebildet. Im Jahr 2024 betrug der erfolgsneutral erfasste latente Steuerertrag TEUR 5.153 (2023: Steueraufwand TEUR –6.694).
Auf temporäre Differenzen aus Anteilen an Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen, die von Konzerngesellschaften gehalten werden, in Höhe von TEUR 56.999 (2023: TEUR 54.852) wurden in Übereinstimmung mit IAS 12.39 keine passiven latenten Steuern angesetzt, da sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit erwartungsgemäß nicht umkehren werden. Bei den temporären Differenzen handelt es sich um thesaurierte Gewinnanteile, deren Ausschüttung nicht beabsichtigt ist bzw. auf absehbare Zeit steuerfrei bleiben wird. Zum
31. Dezember 2024 wurde daher – ohne Berücksichtigung der steuerfreien Gewinnausschüttungen von Tochterunternehmen – eine hypothetische Steuerschuld von TEUR 13.110 (2023: TEUR 12.616) nicht angesetzt.
(44) Nachrangkapital
Dieser Posten enthält Ergänzungskapital im Sinne des Artikel 62 ff. CRR. Weiters erfolgt in diesem Posten der Ausweis von Hybridkapital.
Für Nachrangkapital in Höhe von TEUR 21.587 (2023: TEUR 20.321), dessen Zinsrisiken mittels Zinsswap abgesichert wurden, wurde die Fair Value-Option in Anspruch genommen, da es ansonsten zu Inkongruenzen bei der Bewertung und dem Ansatz gegenüber dem Sicherungsgeschäft kommen würde (accounting mismatch). Das restliche Nachrangkapital wird zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.
Nachrangkapital nach Geschäftsarten
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Nachrangige Verbindlichkeiten
49.732
48.513
Ergänzungskapital
16.979
16.963
Gesamt
66.711
65.476
Nachrangkapital nach Fristen (Restlaufzeit)
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Täglich fällig
424
536
über 5 Jahre
66.287
64.940
Gesamt
66.711
65.476
Der Gesamtbetrag der Zinsaufwendungen für nachrangige Verbindlichkeiten betrug im Geschäftsjahr 2024 TEUR –2.447 (2023: TEUR –2.307).
Überleitungsrechnung betreffend der Angabe zum Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit
in TEUR
2024
2023
Nachrangkapital 1.1.
65.476
64.345
Zahlungswirksame Veränderungen
Einzahlungen
718
Zahlungsunwirksame Veränderungen
Fair Value
1.331
258
Zinsabgrenzungen
–96
155
Nachrangkapital 31.12.
66.711
65.476
(45) Eigenkapital
Das Eigenkapital setzt sich aus dem der Bank zur Verfügung gestellten Kapital (Gezeichnetes Kapital zuzüglich Kapitalrücklagen) und aus erwirtschaftetem Kapital (Gewinnrücklagen sowie erfolgsneutral gebildete Rücklagen und dem Konzernjahresergebnis) zusammen. Erfolgsneutrale Bewertungsänderungen aus At Equity-bewerteten Unternehmen werden ebenfalls unter den Gewinnrücklagen geführt. Unter der OCI-Rücklage werden die nicht ergebniswirksam erfassten Bewertungsänderungen des FVOCI-Bestandes sowie die bonitätsbedingten Veränderungen der zum Fair Value bewerteten Verbindlichkeiten zusammengefasst. Die IAS 19-Rücklage stellt die kumulierten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus den Personalrückstellungen dar.
Gezeichnetes Kapital
Das gezeichnete Kapital besteht aus dem Grundkapital
in der Höhe von TEUR 14.664 (2023: TEUR 14.664). Am 31. Dezember 2024 waren 2.017.000 (2023: 2.017.000) Aktien mit einem Nominale von EUR 7,27 je Aktie im Umlauf.
Von den ausgegebenen Aktien hat das Mutterunternehmen zum 31. Dezember 2024 14.815 Anteile (2023: 14.578) im eigenen Besitz. Die Veränderung stammt aus Rückkäufen der Stammaktien von ausgeschiedenen Mitarbeitern oder aus Ankäufen von Mitarbeitern.
Bei den 17.000 Stück Mitarbeiteraktien der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft handelt es sich um für ein Mitarbeiterbeteiligungsmodell im Zuge der Privatisierung 1997 ausgegebene Aktien. Diese wurden zum damaligen Zeitpunkt einmalig unentgeltlich an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstandes der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft ausgegeben. Die Übernehmer dieser Aktien sind verpflichtet die Aktien in definierten Aufgriffsfällen in nachstehender Reihenfolge dem Betriebsratsfonds, dem vom Betriebsrat nominierten Mitarbeiter, der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft, der Landesholding GmbH oder der Hypo Holding GmbH zur Übernahme anzubieten. Einen Aufgriffsfall stellen beispielsweise das Ausscheiden, die Pensionierung oder das Ableben eines Mitarbeiters dar.
Der Kurs der Mitarbeiteraktien wird im Rahmen der genehmigten IFRS-Konzernbilanz einmal jährlich festgelegt. Die Aktien können vom Mitarbeiter zu diesem Kurs erworben werden, ein begünstigter Verkauf liegt nicht vor. Der Kauf und Verkauf von Mitarbeiteraktien ist ausschließlich im Monat nach der Hauptversammlung und nur für aktive Mitarbeiter in unbefristeten und ungekündigten Dienstverhältnissen möglich, wobei pro Mitarbeiter insgesamt maximal 50 Stück erworben werden können. Im Jahr 2024 wurden von der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft 375 Aktien (2023: 425 Aktien) zum Gesamtwert von TEUR 98 (2023: TEUR 104) erworben und 138 Aktien (2023: 8 Aktien) von den Mitarbeitern zum Gesamtwert von TEUR 37 (2023: TEUR 2) rückerworben. Die Ergebnisse daraus werden direkt im Eigenkapital berücksichtigt.
Gewinnrücklagen
Die Gewinnrücklagen bestehen aus den gesetzlichen Rücklagen, anderen Gewinnrücklagen und der Haftrücklage.
Die Gesamtkapitalrentabilität beträgt zum 31. Dezember 2024 0,30 % (2023: 0,41 %) und ermittelt sich aus dem Konzernjahresüberschuss nach Steuern geteilt durch das Gesamtkapital (Bilanzsumme).
Other Comprehensive Income (OCI)-Rücklage
Erfolgsneutral und somit ebenfalls direkt im Eigenkapital werden die Bewegungen in der OCI-Rücklage erfasst. Diese Bewegungen umfassen insbesondere die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus der Bewertung des Sozialkapitals (IAS 19-Rücklage), bonitätsbedingte Veränderungen der zum Fair Value bewerteten Verbindlichkeiten und Fair Value-Änderungen bei FVOCI-Finanzinstrumenten (Sonstige OCI-Rücklage). Im Jahr 2024 entsprechen diese Bewegungen einem sonstigen Ergebnis von TEUR –17.323 (2023: TEUR 22.325). Bei der Bewertung des OCI-Bestandes sowie bei der Erfassung der IAS 19-Rücklage wurden die latenten Steuern unmittelbar im Eigenkapital in Abzug gebracht. Aufgrund von Abgängen von OCI-Beständen wurde im Berichtsjahr die Rücklage in Höhe von TEUR 420 (2023: TEUR 28) erfolgswirksam aufgelöst.
Die Sonstige OCI-Rücklage setzt sich wie folgt
zusammen:
in TEUR
1.1.2024
Verände- rungen
31.12.2024
Bonitätsbedingte
Veränderungen der zum
Fair Value bewerteten
Verbindlichkeiten
18.044
–2.288
15.756
Änderungen des
Fair Values bei FVOCI­Eigenkapital-
instrumenten
–7.191
–18.005
–25.196
Änderungen des
Fair Values bei FVOCI­Schuldtiteln
–15.550
3.422
–12.128
Gesamt
–4.698
–16.870
–21.568
in TEUR
1.1.2023
Verände- rungen
31.12.2023
Bonitätsbedingte
Veränderungen der zum
Fair Value bewerteten
Verbindlichkeiten
9.104
8.940
18.044
Änderungen des
Fair Values bei FVOCI­Eigenkapital-
instrumenten
–14.772
7.580
–7.191
Änderungen des
Fair Values bei FVOCI­Schuldtiteln
–21.472
5.922
–15.550
Gesamt
–27.140
22.442
–4.698
Die Risikovorsorgen von finanziellen Vermögenswerten, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, betragen vor Steuerlatenz zum Bilanzstichtag TEUR 101 (2023: EUR 85).
Zusätzliche IFRS-Informationen
(46) Gesamtvolumen noch nicht abgewickelter derivativer Finanzprodukte
31.12.2024
Nominalbeträge nach Restlaufzeit
Marktwerte clean
in TEUR
bis 1 Jahr
1 bis 5 Jahre
über 5 Jahre
Gesamt
positiv
negativ
Zinssatzverträge
299.542
736.662
1.873.343
2.909.547
109.471
55.271
Wechselkursverträge
59.929
41.917
101.846
6.780
16.159
Zinsoptionen
10
26.468
26.478
242
240
Devisentermingeschäfte
12.679
12.679
32
Gesamt
312.231
796.591
1.941.728
3.050.550
116.525
71.670
31.12.2023
Nominalbeträge nach Restlaufzeit
Marktwerte clean
in TEUR
bis 1 Jahr
1 bis 5 Jahre
über 5 Jahre
Gesamt
positiv
negativ
Zinssatzverträge
176.636
710.386
1.871.030
2.758.052
113.116
75.339
Wechselkursverträge
59.929
41.917
101.846
6.714
14.998
Zinsoptionen
45
23
28.287
28.355
386
382
Devisentermingeschäfte
19.556
19.556
4
694
Gesamt
196.237
770.338
1.941.234
2.907.809
120.220
91.413
(47) Saldierung von Finanzinstrumenten
Vermögenswerte
31.12.2024
in TEUR
Finanzielle
Vermögens-
werte (brutto)
Aufgerechnete
bilanzierte
Beträge
(brutto)
Bilanzierte
finanzielle Ver-
mögenswerte
(netto)
Effekt von
Aufrechnungs-
Rahmenverein-
barungen
Sicherheiten
in Form
von Finanz-
instrumenten
Nettobetrag
Derivative Finanzinstrumente mit Kreditinstituten
105.507
105.507
–21.121
–79.487
4.898
Derivative Finanzinstrumente mit zentralen Gegenparteien
32.220
32.220
–8.875
–23.030
315
Forderungen gegenüber Kreditinstituten
119.477
119.477
–61.183
58.294
Verbindlichkeiten
31.12.2024
in TEUR
Finanzielle
Verbindlich-
keiten (brutto)
Aufgerechnete
bilanzierte
Beträge
(brutto)
Bilanzierte
finanzielle Ver-
bindlichkeiten
(netto)
Effekt von
Aufrechnungs-
Rahmenverein-
barungen
Sicherheiten
in Form
von Finanz-
instrumenten
Nettobetrag
Derivative Finanzinstrumente mit Kreditinstituten
56.132
56.132
–21.121
–34.103
908
Derivative Finanzinstrumente mit zentralen Gegenparteien
12.126
12.126
–8.875
–3.091
160
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
299.957
299.957
–61.183
238.774
Vermögenswerte
31.12.2023
in TEUR
Finanzielle
Vermögens-
werte (brutto)
Aufgerechnete
bilanzierte
Beträge
(brutto)
Bilanzierte
finanzielle Ver-
mögenswerte
(netto)
Effekt von
Aufrechnungs-
Rahmenverein-
barungen
Sicherheiten
in Form
von Finanz-
instrumenten
Nettobetrag
Derivative Finanzinstrumente mit Kreditinstituten
105.202
105.202
–28.704
–72.885
3.612
Derivative Finanzinstrumente mit zentralen Gegenparteien
29.855
29.855
–4.096
–24.937
822
Forderungen gegenüber Kreditinstituten
148.239
148.239
–62.741
85.498
Verbindlichkeiten
31.12.2023
in TEUR
Finanzielle
Verbindlich-
keiten (brutto)
Aufgerechnete
bilanzierte
Beträge
(brutto)
Bilanzierte
finanzielle Ver-
bindlichkeiten
(netto)
Effekt von
Aufrechnungs-
Rahmenverein-
barungen
Sicherheiten
in Form
von Finanz-
instrumenten
Nettobetrag
Derivative Finanzinstrumente mit Kreditinstituten
74.035
74.035
–28.704
–41.994
3.336
Derivative Finanzinstrumente mit zentralen Gegenparteien
14.715
14.715
–4.096
–10.494
125
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
544.834
544.834
–62.741
482.093
Bei den Verträgen zu derivativen Finanzinstrumenten handelt es sich um Deutsche und Österreichische Rahmenverträge für Finanztermingeschäfte sowie den zugehörigen Sicherheitenvereinbarungen, welche die Kriterien für eine Saldierung gemäß IAS 32.42 der umfassten Finanzinstrumente nicht erfüllen. Das im Vertrag enthaltene Aufrechnungsrecht von Marktwerten und Sicherheiten entsteht für die Vertragsparteien nur bei Ausfall, Insolvenz, Konkurs und Kündigung. Die Vertragsparteien beabsichtigen auch keine Erfüllung der Geschäfte auf Nettobasis. Als Sicherheiten dienen gemäß zugehöriger Sicherheitenvereinbarungen Cash-Collaterals. An zentrale Gegenparteien wurden Ersteinschusszahlungen in Höhe von TEUR 14.434 (2023: TEUR 12.475) geleistet.
Bei den aufgerechneten Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten handelt es sich um eine individuelle Nettingvereinbarung mit einem Vertragspartner zur Minderung des Kreditrisikos gemäß CRR. Weiters existieren seit 2016 für Forderungen und Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten vertragliche Nettingvereinbarungen für die Anerkennung von risikomindernden Effekten.
(48) Fair Values
31.12.2024
in TEUR
Buchwert
Fair Value
Level 1
Fair Value
Level 2
Fair Value
Level 3
Fair Value
gesamt
AKTIVA
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle
Vermögenswerte
Barreserve*)
765.562
Forderungen an Kreditinstitute
119.477
115.567
115.567
Forderungen an Kunden
6.220.552
6.802.289
6.802.289
Finanzanlagen
481.630
325.116
11.193
139.869
476.178
Sonstige Aktiva (Finanzinstrumente)*)
984
Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte
Forderungen an Kunden
127.099
127.099
127.099
Finanzanlagen
59.095
812
58.283
59.095
Positive Marktwerte aus derivativen Geschäften
135.286
135.286
135.286
Zum Fair Value designierte finanzielle Vermögenswerte
Forderungen an Kunden
221.639
221.639
221.639
Finanzanlagen
155.139
112.606
42.534
155.139
Erfolgsneutral zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte
Finanzanlagen
248.286
184.665
63.621
248.286
Hedge Accounting
Positive Marktwerte aus derivativen Geschäften
2.441
2.441
2.441
*) Der Fair Value entspricht dem Buchwert, weil es sich überwiegend um kurzfristige Aktiva handelt.
31.12.2024
in TEUR
Buchwert
Fair Value
Level 1
Fair Value
Level 2
Fair Value
Level 3
Fair Value
gesamt
PASSIVA
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
299.957
299.469
299.469
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
2.879.714
2.877.677
2.877.677
Verbriefte Verbindlichkeiten
2.168.913
2.101.907
2.101.907
Nachrangkapital
45.124
33.608
33.608
Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
Negative Marktwerte aus derivativen Geschäften
37.012
37.012
37.012
Zum Fair Value designierte finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
28.203
28.203
28.203
Verbriefte Verbindlichkeiten
1.998.972
1.998.972
1.998.972
Nachrangkapital
21.587
21.587
21.587
Hedge Accounting
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
17.725
17.725
17.725
Verbriefte Verbindlichkeiten
591.148
591.148
591.148
Negative Marktwerte aus derivativen Geschäften
31.246
31.246
31.246
31.12.2023
in TEUR
Buchwert
Fair Value
Level 1
Fair Value
Level 2
Fair Value
Level 3
Fair Value
gesamt
AKTIVA
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle
Vermögenswerte
Barreserve*)
1.102.713
Forderungen an Kreditinstitute
148.239
152.375
152.375
Forderungen an Kunden
5.811.952
6.459.555
6.459.555
Finanzanlagen
444.687
268.748
6.559
158.602
433.908
Sonstige Aktiva (Finanzinstrumente)*)
1.151
Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte
Forderungen an Kunden
128.187
128.187
128.187
Finanzanlagen
57.473
784
56.688
57.473
Positive Marktwerte aus derivativen Geschäften
134.016
134.016
134.016
Zum Fair Value designierte finanzielle Vermögenswerte
Forderungen an Kunden
214.382
214.382
214.382
Finanzanlagen
141.247
99.838
41.409
141.247
Erfolgsneutral zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte
Finanzanlagen
300.593
234.454
66.139
300.593
Hedge Accounting
Positive Marktwerte aus derivativen Geschäften
1.041
1.041
1.041
*) Der Fair Value entspricht dem Buchwert, weil es sich überwiegend um kurzfristige Aktiva handelt.
31.12.2023
in TEUR
Buchwert
Fair Value
Level 1
Fair Value
Level 2
Fair Value
Level 3
Fair Value
gesamt
PASSIVA
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
544.834
544.189
544.189
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
2.858.198
2.856.931
2.856.931
Verbriefte Verbindlichkeiten
2.031.440
1.922.428
1.922.428
Nachrangkapital
45.155
31.207
31.207
Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
Negative Marktwerte aus derivativen Geschäften
45.810
45.810
45.810
Zum Fair Value designierte finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
37.658
37.658
37.658
Verbriefte Verbindlichkeiten
1.750.659
1.750.659
1.750.659
Nachrangkapital
20.321
20.321
20.321
Hedge Accounting
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
34.326
34.326
34.326
Verbriefte Verbindlichkeiten
638.539
638.539
638.539
Negative Marktwerte aus derivativen Geschäften
42.940
42.940
42.940
Das maximale Ausfallrisiko in Bezug auf die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert designierten Vermögenswerte beträgt zum 31. Dezember 2024 TEUR 376.779 (2023: TEUR 355.629).
Der Buchwert der als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert eingestuften Verbindlichkeiten ist um TEUR 34.913 höher (2023: um TEUR 26.594 höher) als der vertragsgemäß bei Fälligkeit an die Gläubiger zu zahlende Betrag. Dem stehen jedoch in Summe Marktwerte aus Sicherungsgeschäften in Höhe von TEUR 62.180 (2023: TEUR 13.541) gegenüber.
Umwidmungen
Umwidmungen zwischen den Level-Kategorien finden aufgrund der intern festgelegten Level-Policy statt. Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft berücksichtigt Umgliederungen in der Fair Value-Hierarchie am Ende der Berichtsperiode, in der die Änderung eingetreten ist.
Am Berichtsstichtag fand keine (2023: eine) Umwidmung von Level 1 in Level 2 bei einem Finanzinstrument (2023: mit einem Buchwert von TEUR 1.726) statt. Am Berichtsstichtag fand keine (2023: keine) Umwidmung von Level 1 in Level 3 bei Finanzinstrumenten statt. Am Berichtsstichtag fand keine (2023: keine) Umwidmung von Level 2 in Level 1 bei Finanzinstrumenten statt. Am Berichtsstichtag fanden keine (2023: zwei) Umwidmungen von Level 2 in Level 3 bei Finanzinstrumenten (2023: mit einem Buchwert von TEUR 9.252) statt. Am Berichtsstichtag fand keine (2023: keine) Umwidmung von Level 3 in Level 1 bei Finanzinstrumenten statt. Am Berichtsstichtag fand eine (2023: keine) Umwidmung von Level 3 in Level 2 bei einem Finanzinstrument mit einem Buchwert von TEUR 4.995 statt.
Auswirkungen der Reklassifizierungen zum Bilanzstichtag
Im Geschäftsjahr 2024 wurden die Geschäftsmodelle unverändert beibehalten und demnach keine Reklassifizierungen aufgrund von Geschäftsmodelländerungen vorgenommen.
Spezielle Angaben für Level 3
IFRS-Kategorie
in TEUR
1.1.2024
Zugänge
Abgänge
Reali-
siertes
Ergebnis
Bewer-
tungs-
ergebnis
Tilgungen
Amorti-
sation
OCI-
Rücklage
1.1.2024
Verän-
derung
Rücklage
OCI-
Rücklage 31.12.2024
vor Steuer-
latenz
Zinsab-
grenzung
Bilanzwert 31.12.2024
Fremdkapital
Kredite FVPL
designiert
214.382
14.428
4.737
–11.661
–246
221.639
Kredite FVPL
128.187
17.960
–519
–18.527
–3
127.099
Wertpapiere
FVPL designiert
41.409
1.121
4
42.534
Eigenkapital
Wertpapiere
FVPL
56.688
2.071
–476
58.283
Wertpapiere
FVOCI
31.401
–4.555
89
–4.467
31.490
Beteiligungen
FVOCI
34.738
156
11.772
–2.763
9.009
32.131
Gesamt Aktiva
506.805
34.615
0
0
4.863
–30.188
0
7.217
–2.674
4.542
–245
513.176
At Fair Value
1.808.639
365.771
–22.727
586
–9.669
–121.278
23.433
–2.971
20.462
6.303
2.048.761
Gesamt Passiva
1.808.639
365.771
–22.727
586
–9.669
–121.278
0
23.433
–2.971
20.462
6.303
2.048.761
IFRS-Kategorie
in TEUR
1.1.2023
Zugänge
Abgänge
Reali-
siertes
Ergebnis
Bewer-
tungs-
ergebnis
Tilgungen
Amorti-
sation
OCI-
Rücklage
1.1.2023
Verän-
derung
Rücklage
OCI-
Rücklage 31.12.2023
vor Steuer-
latenz
Zinsab-
grenzung
Bilanzwert 31.12.2023
Fremdkapital
Kredite FVPL
designiert
169.410
63.981
10.482
–29.417
–74
214.382
Kredite FVPL
119.267
19.346
–2.295
–8.142
11
128.187
Wertpapiere
FVPL designiert
42.152
–747
4
41.409
Eigenkapital
Wertpapiere
FVPL
51.535
22.531
–22.531
5.153
56.688
Wertpapiere
FVOCI
30.000
–5.956
1.401
–4.555
31.401
Beteiligungen
FVOCI
32.396
–73
9.357
2.415
11.772
34.738
Gesamt Aktiva
444.760
105.858
–22.604
0
12.593
–37.559
0
3.401
3.816
7.217
–59
506.805
At Fair Value
1.674.380
146.095
18.035
245
–56.980
–76.295
11.823
11.610
23.433
1.298
1.808.639
Gesamt Passiva
1.674.380
146.095
18.035
245
–56.980
–76.295
0
11.823
11.610
23.433
1.298
1.808.639
Das realisierte Ergebnis und das Bewertungsergebnis aus der Kategorie Fair Value through Profit & Loss (FVPL) sowie das realisierte Ergebnis und Impairments aus der Kategorie Fair Value through OCI (FVOCI) werden im Finanzergebnis und das Bewertungsergebnis aus der Kategorie FVOCI im Sonstigen Ergebnis ausgewiesen. Für Level 3-Finanzinstrumente werden Preisbildungsinformationen Dritter ohne weitere Berichtigungen herangezogen.
Verwendete Methoden und Bewertungstechniken im Rahmen der Fair Value-Ermittlung
Bei zum Fair Value bilanzierten Finanzinstrumenten wird der Fair Value grundsätzlich anhand von Börsekursen ermittelt. Sofern keine Börsekurse vorliegen, erfolgt eine Bewertung unter Anwendung marktüblicher Verfahren unter Zugrundelegung instrumentenspezifischer Marktparameter. Die Fair Value-Ermittlung erfolgt prinzipiell über die Barwertmethode bzw. bei komplexeren Finanzinstrumenten über entsprechende Optionspreismodelle, wobei marktübliche Bonitäts- bzw. Liquiditätsspreads bei der barwertigen Ermittlung berücksichtigt werden.
Für derivative Finanzinstrumente, wie zum Beispiel Swaps und Zinsoptionen, werden die Marktwerte ebenso mit Barwert- bzw. Optionspreismodellen ermittelt. Kreditrisiken werden bei der Modellbewertung von Derivaten als Credit Value Adjustment (CVA) und als Debt Value Adjustment (DVA) auf Basis von Einflussgrößen wie Adressenausfallrisiko, Sicherheiten, saldierten Marktwerten und Restlaufzeit berücksichtigt. Die Höhe des CVA/DVA beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 44 (2023: TEUR 110).
Als Eingangsparameter für die Fair Value-Ermittlung werden die am Bilanzstichtag selbst beobachteten relevanten Marktpreise und Zinssätze von anerkannten externen Quellen verwendet.
Für Kredite und Einlagen, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, gibt es keinen liquiden Markt. Für kurzfristige Kredite und täglich fällige Einlagen wird angenommen, dass der Marktwert dem Buchwert entspricht. Für alle anderen Kredite und Einlagen wird der Marktwert durch Diskontierung der zukünftig erwarteten Cashflows ermittelt. Hierbei werden für Kredite Zinssätze verwendet, zu denen Kredite mit entsprechender Risikostruktur, Ursprungswährung und Laufzeit neu abgeschlossen werden würden. Für Einlagen werden die von anerkannten externen Quellen veröffentlichten Swapzinssätze – ergänzt um die laufzeitkonformen Liquiditätsspreads – verwendet.
Bei der Bewertung von Forderungen stellt die Risikoprämie (Credit Spread) einen wesentlichen, nicht beobachtbaren Inputfaktor dar. Dieser wird von der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft aus internen Ausfallwahrscheinlichkeiten und Verlustquoten (LGDs) abgeleitet. In diesen internen Ausfallwahrscheinlichkeiten und Verlustquoten sind alle wesentlichen Informationen, unter anderem auch Auswirkungen klimabezogener Belange, enthalten. Zum 31. Dezember 2024 wurde in der Bewertung der Forderungen des Level 3 ein Credit Spread in einer Bandbreite von 0,2 % bis 28,2 % (2023: von 0,1 % bis 11,1 %) berücksichtigt. Eine Erhöhung bzw. Verminderung des Credit Spreads würde zu einem niedrigeren bzw. höheren Fair Value der Forderungen führen. Eine Veränderung des Credit Spreads in der Höhe von 0,5 % bzw. –0,5 % (2023: 0,2 % bzw. –0,2 %) würde zu einer Verminderung bzw. Erhöhung des Ergebnisses vor Steuern um TEUR –8.723 bzw. TEUR 8.723 (2023: TEUR –4.905 bzw. TEUR 4.905) führen. Um die Auswirkung zu bestimmen, nimmt die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft eine Neubewertung mittels Present Value of a Basis Point (PVBP) vor.
Die Fair Value-Ermittlung für Eigenkapitalinstrumente erfolgt nach marktüblichen Verfahren (DCF-Bewertung, Verkehrswertgutachten, Heranziehung des Börsekurses).
Bei den zum Fair Value bilanzierten Beteiligungen im Level 3 stellt der Diskontfaktor im Rahmen des verwendeten DCF-Verfahrens einen wesentlichen, nicht beobachtbaren Inputfaktor dar. Eine Erhöhung bzw. eine Verminderung des Diskontfaktors würde zu einer Verminderung bzw. zu einer Erhöhung des Fair Values führen. Eine Veränderung des Diskontfaktors in der Höhe von 0,25 % bzw. –0,25 % würde zu einer Verminderung bzw. Erhöhung des Ergebnisses vor Steuern um TEUR –2.168 bzw. TEUR 2.531 (2023: TEUR –2.054 bzw. TEUR 2.150) führen.
Die Fair Value-Ermittlung für finanzielle Verbindlichkeiten der Bank, welche in die Bewertungskategorie Fair Value through Profit & Loss gewidmet wurden, beinhaltet alle instrumentenspezifischen Marktfaktoren, einschließlich das mit diesen finanziellen Verbindlichkeiten in Verbindung stehende marktübliche Bonitäts- bzw. Liquiditätsrisiko des Emittenten.
Die Prämie für das Nichterfüllungsrisiko stellt einen wesentlichen, nicht beobachtbaren Inputfaktor bei der Bewertung von Verbindlichkeiten dar. Diese wird unter Anwendung der Risikokurven der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft in Bezug auf nachrangige und nicht nachrangige Instrumente ermittelt. Diese Prämie für das Nichterfüllungsrisiko bzw. die Risikokurve der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft wird von vergleichbaren Instituten und Emissionen, für die am Markt verlässliche Informationen erhältlich sind, ermittelt. In dieser Prämie sind somit alle wesentlichen Informationen, unter anderem auch Auswirkungen klimabezogener Belange, enthalten. Zum 31. Dezember 2024 wurde in der Bewertung der Verbindlichkeiten des Level 3 eine Risikoprämie in einer Bandbreite von 0,0 % bis 4,3 % (2023: von 0,0 % bis 4,6 %) berücksichtigt. Eine Erhöhung bzw. Verminderung der Risikoprämie würde zu einem niedrigeren bzw. höheren Fair Value der Verbindlichkeiten führen. Eine Veränderung der Risikoprämie von 0,5 % bzw.
–0,5 % (2023: 0,2 % bzw. –0,2 %) würde zu einer Erhöhung bzw. Verminderung des Ergebnisses vor Steuern um TEUR 52.456 bzw. TEUR –52.456 (2023: TEUR 19.277 bzw. TEUR –19.277) führen. Die Ermittlung dieser Auswirkung erfolgt durch Neubewertung der Verbindlichkeiten mittels Present Value of a Basis Point (PVBP).
Für die Verbindlichkeiten der Bank, die bis 2. April 2003 begründet wurden, haftet das Land Oberösterreich gemäß § 1356 ABGB.
Die zur Bestimmung der Fair Values eingesetzten Preismodelle sowie verwendeten Inputfaktoren werden regelmäßig getestet und validiert. Die Bewertungsergebnisse der zum Fair Value bilanzierten Instrumente werden regelmäßig dem Vorstand berichtet.
Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente, die erfolgsneutral zum Fair Value bewertet werden
Im Berichtszeitraum fand keine (2023: keine) Veräußerung dieser Finanzinstrumente statt. Die für solche am Abschlussstichtag gehaltenen Finanzinvestitionen im Berichtszeitraum erfassten Dividenden betragen TEUR 5.108 (2023: TEUR 7.179).
Die beizulegenden Zeitwerte für solche Finanzinvestitionen stellen sich wie folgt dar:
Finanzinvestitionen FVOCI in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Hypo­Banken­Holding Gesellschaft m.b.H.
6
6
Hypo­Wohnbaubank Aktiengesellschaft
663
663
Oberösterreichische Kreditgarantiegesellschaft m.b.H.
509
509
KEPLER­FONDS Kapitalanlagegesellschaft m.b.H.
1.276
1.276
GEMDAT OÖ GmbH
8
8
GEMDAT OÖ GmbH & Co KG
51
51
Oberösterreichische Unternehmensbeteiligungsgesellschaft m.b.H.
236
236
Energie AG Oberösterreich
26.866
29.590
OÖ HightechFonds GmbH
2
2
AMAG Austria Metall AG
4.236
4.713
Einlagensicherung AUSTRIA Ges.m.b.H.
1
1
Hypo­Bildung GmbH
9
9
Betriebsliegenschaft Eferding 4070 GmbH
18
18
O.Ö. Kommunalgebäude­Leasing Gesellschaft m.b.H.
4
4
O.Ö. Kommunal­Immobilienleasing GmbH
4
4
Raiffeisen OÖ Invest GmbH
8
8
HYPO­IMPULS Immobilien GmbH
1.426
1.426
Techno­Z Ried Technologiezentrum GmbH
28
28
ELAG Immobilien AG
821
664
OÖ HightechFonds GmbH (Stille Beteiligung)
186
225
R­IMPULS­Projekt Gmundnerberg GmbH
12
12
Genussrecht OÖ. Thermen­Immobilien­GmbH
31.490
31.401
Genussrecht Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Invest GmbH & Co OG *)
36.660
56.880
*) indirekte Beteiligung an der voestalpine AG
(49) Leasingverhältnisse
Leasingverhältnisse als Leasingnehmer
Die Leasingverhältnisse der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft bestehen vorwiegend aus der Anmietung von Standorten (Büroflächen, Filialen und Parkplätzen) sowie von Baurechten und Grundstücken für Immobilienleasingprojekte. Diese Baurechte und Grundstücksmieten werden als Unterleasingverhältnisse weiterverleast.
Die aktivierten Nutzungsrechte im Zuge des IFRS 16 werden in der Bilanz als Sachanlagen bzw. als Finanzinvestition gehaltene Immobilien ausgewiesen. Die Darstellung der Buchwertentwicklung der Nutzungsrechte erfolgt im Anlagespiegel unter Note (34).
Der Aufwand für kurzfristige Leasingverhältnisse beläuft sich im Geschäftsjahr 2024 auf TEUR –5 (2023: TEUR
–7) und wird in der Konzernerfolgsrechnung unter den Verwaltungsaufwendungen ausgewiesen. Zudem sind in dieser Position die Aufwendungen für Leasingvereinbarungen über Vermögenswerte von geringem Wert in Höhe von TEUR 0 (2023: TEUR 0) enthalten.
Der Ertrag aus dem Unterleasing von Nutzungsrechten beläuft sich im Geschäftsjahr 2024 auf TEUR 985 (2023: TEUR 951).
In nachfolgender Tabelle wird die Fälligkeitsanalyse der Leasingverbindlichkeiten dargestellt:
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
bis 1 Jahr
1.355
1.300
über 1 Jahr bis 5 Jahre
4.844
4.095
über 5 Jahre
16.474
16.162
Gesamt
22.674
21.558
Die gesamten Leasingverbindlichkeiten sind in den Sonstigen Passiva enthalten. Der Zinsaufwand für die Leasingverbindlichkeiten beträgt im aktuellen Geschäftsjahr TEUR –305 (2023: TEUR –292).
In der Konzernkapitalflussrechnung sind insgesamt Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse als Leasingnehmer in Höhe von TEUR –1.633 (2023: TEUR –1.532) enthalten. Im Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit sind die Zahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und für Leasingverhältnisse mit geringem Vermögenswert in Höhe von TEUR –5 (2023: TEUR –7) sowie Zinszahlungen im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen
in Höhe von TEUR –305 (2023: TEUR –292) enthalten.
Überleitungsrechnung betreffend der Angabe zum Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit
in TEUR
2024
2023
Leasingverbindlichkeiten 1.1.
21.558
20.735
Zahlungswirksame Veränderungen
Tilgungszahlungen
–1.328
–1.240
Zinszahlungen
–305
–292
Zahlungsunwirksame Veränderungen
Reassessment
1.862
1.577
Neugeschäft
582
486
Gebuchter Zinsaufwand
305
292
Leasingverbindlichkeiten 31.12.
22.674
21.558
Leasingverhältnisse als Leasinggeber
Die Leasingverhältnisse der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft als Leasinggeber bestehen aus Kfz-, Mobilien- und Immobilienleasing.
Finanzierungsleasing
Die folgende Tabelle stellt eine Fälligkeitsanalyse der Leasingforderungen dar und zeigt die nach dem Bilanzstichtag zu erhaltenden, nicht diskontierten Leasingzahlungen.
31.12.2024
in TEUR
Brutto-
investitions-
werte
Noch nicht
realisierte
Finanzerträge
Netto-
investitions-
werte
bis 1 Jahr
53.362
6.459
46.903
über 1 bis 2 Jahre
44.065
4.637
39.428
über 2 bis 3 Jahre
32.983
2.995
29.988
über 3 bis 4 Jahre
23.679
1.777
21.901
über 4 bis 5 Jahre
15.077
943
14.133
über 5 Jahre
19.512
1.534
17.978
Gesamt
188.678
18.344
170.335
31.12.2023
in TEUR
Brutto-
investitions-
werte
Noch nicht
realisierte
Finanzerträge
Netto-
investitions-
werte
bis 1 Jahr
48.646
5.020
43.626
über 1 bis 2 Jahre
41.395
3.637
37.758
über 2 bis 3 Jahre
31.733
2.427
29.306
über 3 bis 4 Jahre
20.593
1.376
19.216
über 4 bis 5 Jahre
12.012
725
11.286
über 5 Jahre
17.338
855
16.483
Gesamt
171.716
14.040
157.676
Die Risikovorsorge für Leasingforderungen ist unter der Risikovorsorge für Forderungen an Kunden (siehe in Note (36)) enthalten.
Die nicht garantierten Restwerte betragen TEUR 19 (2023: TEUR 19). 2024 wurden Finanzerträge auf Nettoinvestitionen in Finanzierungsleasingverhältnisse in Höhe von TEUR 7.869 (2023: TEUR 5.020) erfasst. Sowohl in diesem als auch im vorangegangenen Geschäftsjahr gab es keine Veräußerungsgewinne oder -verluste bzw. keine nicht in die Bewertung der Nettoinvestition in das Leasingverhältnis einbezogene Erträge aus variablen Leasingzahlungen bei Finanzierungsleasingverhältnissen.
Im Geschäftsjahr 2024 bestehen noch gestundete Forderungen aus Leasingverträgen im Zuge der Covid-19-Pandemie in Höhe von TEUR 722 (2023: TEUR 1.108). Die Rückzahlung der gestundeten Beträge erfolgt mittels erhöhter laufender Leasingzahlungen oder über eine verlängerte Vertragslaufzeit.
Operating-Leasingverhältnisse
Die folgende Tabelle stellt eine Fälligkeitsanalyse der Leasingforderungen nach IFRS 16 dar und zeigt die nach dem Bilanzstichtag zu erhaltenden, nicht diskontierten Leasingzahlungen.
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
bis 1 Jahr
7.572
7.451
über 1 bis 2 Jahre
5.149
4.871
über 2 bis 3 Jahre
4.431
4.036
über 3 bis 4 Jahre
3.595
3.366
über 4 bis 5 Jahre
2.812
2.641
über 5 Jahre
9.176
10.030
Gesamt
32.734
32.394
Im Jahr 2024 wurden Leasingerträge aus Operating- Leasingverhältnissen in Höhe von TEUR 8.474 (2023: TEUR 8.173) erfasst.

(50) Angaben zu nahestehenden Personen und Unternehmen
Zum Kreis der nahestehenden Personen und Unternehmen zählen die folgenden Personenkreise und Unternehmen:
● Mutterunternehmen (Land Oberösterreich bzw. OÖ Landesholding GmbH) sowie Unternehmen, unter deren maßgeblichem Einfluss die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft steht (Hypo Holding GmbH und Raiffeisenlandesbank Oberösterreich
Aktiengesellschaft), wie unter Punkt (51) angegeben
● Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen wie Vorstand und Aufsichtsrat der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft und des Mutterunternehmens OÖ Landesholding GmbH sowie deren nächste Familienangehörige
● Tochterunternehmen und assoziierte Unternehmen
● sonstige nahestehende Unternehmen und Personen
Die gegenseitigen Salden mit nahestehenden Personen und Unternehmen stellen sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:
in TEUR
Mutter-
unternehmen
Unternehmen
mit maßgeblichem
Einfluss
Tochter-
unternehmen
Assoziierte
Unternehmen
Schlüssel-
positionen im
Unternehmen
oder Mutter-
unternehmen
Sonstige
nahestehende
Unternehmen und
Personen
2024
2023
2024
2023
2024
2023
2024
2023
2024
2023
2024
2023
Forderungen
an Kredit-
institute
73.200
75.715
Forderungen
an Kunden
327.974
330.060
805
19.705
6.749
7.104
186.442
174.365
777
806
32.417
2.535
Finanzanlagen
42.534
41.409
36.660
56.880
18
18
37.313
35.550
Sonstige
Aktiva
540
243
984
908
Vermögens-
werte
371.048
371.712
110.665
152.300
6.767
7.121
224.739
210.823
777
806
32.417
2.535
Verbindlich-
keiten gegen-
über Kredit-
instituten
180.808
215.747
Verbindlich-
keiten gegen-
über Kunden
134.399
364.968
47
209
9.861
13.936
1.942
2.611
13.405
12.078
Verbriefte
Verbindlich-
keiten
230.677
249.793
Negative Marktwerte
aus derivativen
Geschäften
6.807
7.373
Sonstige
Passiva
2.597
2.397
48
102
311
17
15
89
24
Verbindlich-
keiten
136.996
367.365
418.291
472.961
47
209
9.963
14.246
1.959
2.627
13.494
12.102
Zinserträge
37.177
33.419
1.565
2.478
340
307
6.679
5.538
29
35
1.544
128
Zins­
aufwendungen
10.942
10.823
21.926
22.305
0*)
0*)
223
220
64
68
177
57
Dividenden­
erträge
2.271
2.716
Provisions­
erträge
99
135
2
8
0*)
0*)
89
83
3
3
49
30
erhaltene
Garantien
693.383
693.573
gewährte
Garantien
12
10
2.100
1.231
111
111
895
18
*) Werte < TEUR 1
Unternehmen, die unter maßgeblichem Einfluss des
Landes Oberösterreich stehen, sind dagegen nicht
signifikant und fallen daher unter die Befreiung gemäß IAS 24.25.
Sämtliche Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen werden zu marktüblichen Konditionen unterhalten.
Die Vorstandsmitglieder der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft und Geschäftsführer der Tochterunternehmen haben zum Jahresultimo von der Bank Vorschüsse, Kredite und Haftungen in Höhe von TEUR 65 (2023: TEUR 73) zu den wie für Bankmitarbeiter geltenden üblichen Konditionen und Bedingungen erhalten. Die Aufsichtsräte der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft haben für sich und für Unternehmen, für die sie persönlich haften, zum Jahresultimo von der Bank Vorschüsse, Kredite und Haftungen in Höhe von TEUR 354 (2023: TEUR 274) mit banküblichen bzw. zu wie für Bankmitarbeiter geltenden üblichen Konditionen und Bedingungen erhalten. Rückzahlungen werden vereinbarungsgemäß geleistet.
Die jährliche Vergütung der Vorstandsmitglieder besteht aus einem Fixbetrag. Für Geschäftsführer wurden teilweise variable Vergütungen vereinbart, die vom Vorstand individuell festgelegt werden. Aktienbasierte Entlohnungsschemata sind nicht vorhanden. Die Bezüge an aktive Mitglieder des Vorstandes und der Geschäftsführer beliefen sich auf TEUR 1.079 (2023: TEUR 1.033). Die Aufsichtsratsmitglieder erhielten für ihre Tätigkeit eine Vergütung von insgesamt TEUR 59 (2023: TEUR 59). An Vorsorgen für Abfertigungen und Pensionen hat der Konzern im Jahr 2024 für Vorstandsmitglieder und Geschäftsführer TEUR 77 (2023: TEUR 73) aufgewendet.

(51) Eigentümer der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
OÖ Landesholding GmbH
50,57 %
50,57 %
Land Oberösterreich
50,57 %
50,57 %
Hypo Holding GmbH
48,59 %
48,59 %
Raiffeisenlandesbank
Oberösterreich Aktiengesellschaft
41,14 %
41,14 %
Oberösterreichische
Versicherung Aktiengesellschaft
7,45 %
7,45 %
Mitarbeiter
0,84 %
0,84 %
Gesamt
100,00 %
100,00 %
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft ist vom Land Oberösterreich aufgrund ihrer Kompetenz als Wohnbaubank mit der Verwaltung der geförderten Wohnbaudarlehen beauftragt worden. Der Bankkonzern steht mit der Hypo Holding GmbH in keiner dauernden Geschäftsbeziehung. Mit dem Konzern der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft bestehen intensive Geschäftsbeziehungen, die sich vorwiegend auf gemeinsame Konsortialfinanzierungen, Mittelveranlagungen, EDV-Kooperationen und Zusammenarbeit bei der Entwicklung gemeinsamer Projekte (Meldewesen, IFRS) erstrecken. Mit der Oberösterreichische Versicherung Aktiengesellschaft besteht eine Kooperation im Versicherungsgeschäft. Mit verbundenen und assoziierten Unternehmen unterhält die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft Geschäftsbeziehungen in Form von Transaktionen im Rahmen der Refinanzierung und sonstiger üblicher Bankgeschäfte.
(52) Segmentberichterstattung
Die Segmentberichterstattung basiert auf dem so genannten „Management Approach“. Dieser verlangt, die Segmentberichterstattung auf Basis der internen Berichterstattung so darzustellen, wie sie regelmäßig zur Entscheidung über die Zuteilung von Ressourcen zu den Segmenten und zur Beurteilung ihrer Performance herangezogen werden. Die steuerungsrelevanten Kennzahlen sind dabei die Eigenkapitalrentabilität (RoE) und die Cost-Income-Ratio (CIR).
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft hat bedingt durch ihren Regionalbank-Charakter ein begrenztes geografisches Einzugsgebiet und verzichtet daher auf die Darstellung nach geografischen Merkmalen aufgrund der untergeordneten Bedeutung.
Berichterstattung nach Geschäftsbereichen – Gewinn- und Verlustrechnung
in TEUR
Großkunden
Retail und Wohnbau
Financial Markets
Sonstige
Konzern
2024
2023
2024
2023
2024
2023
2024
2023
2024
2023
Zinsüberschuss
51.770
44.042
40.177
43.014
5.085
2.658
4.795
9.146
101.827
98.860
Ergebnis aus
At Equity­
Bewertung
5.804
6.823
5.804
6.823
Provisions-
überschuss
3.975
3.739
14.267
13.297
487
378
–507
–678
18.221
16.735
Finanzergebnis
–371
–3.650
248
360
566
–108
193
636
–3.398
Gesamtertrag
55.373
44.131
54.692
56.671
6.138
2.928
10.285
15.290
126.488
119.020
Risikovorsorge
–31.842
–12.284
–128
–497
–108
591
216
352
–31.863
–11.839
Verwaltungs-
aufwand*)
–17.234
–15.699
–34.362
–32.691
–12.150
–11.209
–6.815
–6.858
–70.560
–66.457
Sonstiges
betriebliches
Ergebnis
17
58
–427
–221
5
58
7.155
2.325
6.750
2.219
Konzern-
jahresüberschuss
vor Steuern
6.314
16.205
19.775
23.262
–6.116
–7.632
10.841
11.109
30.814
42.943
CIR**)
31,1 %
35,5 %
63,3 %
57,9 %
197,8 %
> 200 %
39,1 %
38,9 %
53,0 %
54,8 %
RoE***)
2,1 %
5,8 %
11,2 %
12,8 %
n/a
n/a
22,0 %
24,0 %
5,6 %
8,2 %
Ø zugeordnetes Eigenkapital****)
306.481
278.410
176.168
181.646
14.844
14.755
49.180
46.237
546.673
521.048
Segment-
vermögen
3.947.450
3.505.766
2.645.983
2.696.526
1.646.459
1.988.597
507.806
485.779
8.747.699
8.676.669
Segment-
schulden
1.376.498
1.433.946
1.879.510
1.852.057
4.865.011
4.764.814
80.636
78.550
8.201.655
8.129.366
*)hievon planmäßige Abschreibungen: Segment Großkunden TEUR –153 (2023: TEUR –141), Segment Retail und Wohnbau TEUR –624
(2023: TEUR –602), Segment Financial Markets TEUR –119 (2023: TEUR –105), Segment Sonstige TEUR –4.157 (2023: TEUR –4.361)
**)Berechnung CIR: Verwaltungsaufwendungen geteilt durch Gesamtertrag inkl. sonstigem betrieblichen Ergebnis
***)Berechnung RoE: Konzernjahresüberschuss vor Steuern geteilt durch durchschnittlich zugeordnetes Eigenkapital
****) Die Zuordnung des durchschnittlichen Eigenkapitals (Durchschnitt von Eigenkapital Anfangsbestand und Eigenkapital Endbestand der jeweiligen
Betrachtungsperiode nach IFRS) auf die Segmente erfolgt auf Basis der risikogewichteten Aktiva.
Die Segmente des Konzerns der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft gliedern sich nach folgenden Kriterien:
Großkunden:
Diesem Segment sind die Ertrags- und Aufwandspositionen aus Geschäften mit institutionellen Kunden (Bund, Land, Gemeinden, Sozialversicherungen, anerkannte Religionsgemeinschaften) aus dem In- und Ausland sowie deren verbundenen Unternehmen zugeordnet. Des Weiteren sind in diesem Segment auch Geschäfte mit gemeinnützigen und gewerblichen Bauträgern, Vertragsversicherungsunternehmen sowie Kommerz- und Immobilienprojekte enthalten.
Retail und Wohnbau:
In diesem Segment werden alle Geschäfte mit unselbstständig Erwerbstätigen (Private Haushalte) sowie auch selbstständig Erwerbstätigen, vor allem Freiberufler und kleinere Unternehmen, die dezentral in den Filialen betreut werden, abgebildet. Weiters sind die Ergebnisbeiträge aus den geförderten Eigenheimfinanzierungen enthalten.
Financial Markets:
In diesem Segment werden die Finanzanlagen (ohne Eigenkapitalinstrumente), die derivativen Finanzinstrumente, das Emissionsgeschäft, die Ergebnisse aus dem Interbankengeschäft sowie der aus dem Bilanzstrukturmanagement erwirtschaftete Fristentransformationsbeitrag abgebildet. Weiters sind die Auswirkungen für Negativzinsen enthalten, welche den Zinsüberschuss des Segments mit TEUR 3.194 begünstigen (2023: TEUR 3.026). Bei keinem (2023: keinem) Finanzinstrument wurde ein Impairment vorgenommen.
Sonstige:
Dieses Segment enthält die Ergebnisse aus den vollkonsolidierten Tochterunternehmen, die im Leasing- und Immobiliengeschäft tätig sind, das Ergebnis aus At Equity-bewerteten Unternehmen und Beiträge aus Beteiligungen (Eigenkapitalinstrumente) sowie sämtliche Erträge und Aufwendungen, die nicht den anderen Segmenten zuzuordnen sind. Im Zinsüberschuss sind das Zinsergebnis vollkonsolidierter Tochtergesellschaften, der Refinanzierungsaufwand At Equity-bewerteter Beteiligungen sowie die Ausschüttungen abzüglich Refinanzierungskosten aus den Beteiligungen enthalten. Im Geschäftsjahr 2024
wurde bei keinem Finanzinstrument (2023: keinem) eine Zuschreibung bzw. ein Impairment vorgenommen.
Im sonstigen betrieblichen Ergebnis ist die Stabilitätsabgabe mit TEUR –1.572 (2023: TEUR –1.497) enthalten sowie die Beiträge für den Abwicklungsfonds in Höhe von TEUR 0 (2023: TEUR –3.960) und die Beiträge für den Einlagensicherungsfonds mit TEUR 0 (2023: TEUR –241). Demgegenüber stehen im Wesentlichen Mieterträge aus den vollkonsolidierten Tochtergesellschaften.
(53) Als Sicherheit übertragene Vermögenswerte
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Deckungsstock für
Hypothekenpfandbriefe
2.830.513
2.789.552
Deckungsstock für
Kommunalpfandbriefe
644.974
623.387
Deckungsstock für
Mündelgeldspareinlagen
9.526
8.035
Cash­Sicherheiten im Rahmen der Collateral­Vereinbarungen
51.915
65.349
Sicherheiten für Tenderfazilitäten
200.000
Gesamt
3.536.928
3.686.323
Bei den angeführten Sicherheiten handelt es sich um bankübliche Standardvereinbarungen.
Die Deckungsstöcke für Hypotheken- und Kommunalpfandbriefe sind 2024 gewachsen. Zum Berichtsstichtag betrug die Überdeckung im Deckungsstock für Hypothekenpfandbriefe TEUR 299.013 (2023: TEUR 398.052) und für Kommunalpfandbriefe TEUR 218.224 (2023: TEUR 132.887). Der Rückgang der Überdeckung für Hypothekenpfandbriefe ist auf die Emissionstätigkeit und der Zuwachs bei Kommunalpfandbriefen auf Tilgungen der Emissionen zurückzuführen. Per 31. Dezember 2024 waren Anleihen in Höhe von TEUR 10.000 (2023: TEUR 5.000) als Substitutionswerte (Ersatzdeckungswerte) gewidmet und gesperrt.
Die Höhe der Mündelgeldspareinlagen per 31. Dezember 2024 beläuft sich auf TEUR 7.627 (2023: TEUR 6.726).
Die als Sicherheiten für Tenderfazilitäten übertragenen Vermögenswerte umfassen sowohl notenbankfähige Wertpapiere als auch Credit Claims. 2024 wurden ausschließlich die TLTRO III-Programme der EZB in Anspruch genommen. Per 31. Dezember 2024 beträgt das unter den TLTROs gezogene Volumen TEUR 0 (2023: TEUR 200.000).

(54) Als Sicherheit erhaltene Vermögenswerte
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Cash­Sicherheiten im Rahmen der Collateral­Vereinbarungen
103.937
104.073
Gesamt
103.937
104.073
Bei den angeführten Sicherheiten handelt es sich um bankübliche Standardvereinbarungen.
(55) Fremdwährungsvolumina
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Gesamtbetrag der Aktiva
in fremder Währung
62.196
70.216
Gesamtbetrag der Passiva
in fremder Währung
96.201
98.624
Der Unterschied zwischen Aktiva und Passiva in den einzelnen Währungen stellt nicht die offene Fremdwährungsposition des Bankkonzerns gemäß CRR dar. Die Absicherung von offenen Fremdwährungspositionen erfolgt anhand derivativer Finanzinstrumente wie Währungsswaps oder Cross­Currency-Swaps. Diese Absicherungen sind in der IFRS­Bilanz jedoch nicht mit dem Nominalwert, sondern mit dem Marktwert angesetzt. Die Summe aller offenen Fremdwährungspositionen gemäß CRR betrug per 31. Dezember 2024 TEUR 503 (2023: TEUR 395).
(56) Nachrangige Vermögenswerte
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Nachrangige Vermögenswerte
1.216
1.180
Gesamt
1.216
1.180
(57) Eventualverbindlichkeiten und Kreditrisiken
Eventualverbindlichkeiten
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Verbindlichkeiten aus Haftungen
94.517
66.593
rückgestellt
44
71
Eventualverbindlichkeiten stellen zugesagte Haftungsübernahmen für Kunden zu Gunsten eines Dritten dar. Sofern der Kunde seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt, kann der Begünstigte die Haftung der Bank in Anspruch nehmen. Die Eventualverbindlichkeiten werden mit ihrem Nominalwert angesetzt. Eventuelle finanzielle Auswirkungen einer Inanspruchnahme sind durch eine Rückstellung berücksichtigt.
Kreditrisiken nach § 51 Abs. 14 BWG
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Rahmen und Promessen
707.545
756.763
rückgestellt
1.480
1.049
Zu diesen Kreditrisiken zählen zugesagte, aber von Kunden noch nicht in Anspruch genommene Finanzierungen. Darunter sind vor allem Promessen im Darlehensgeschäft, aber auch nicht ausgenützte Kreditrahmen zu verstehen. Die Kreditrisiken wurden dabei jeweils mit ihrem Nominalwert angesetzt. Vorsorgen für Auswirkungen einer Inanspruchnahme sind durch eine Rückstellung berücksichtigt.
(58) Personal
Mitarbeiterkapazität (nach Köpfen)
Mitarbeiteranzahl im
Jahresdurchschnitt
2024
2023
Vollzeitbeschäftigte Angestellte
249
255
Teilzeitbeschäftigte Angestellte
176
159
Lehrlinge
1
Gesamt
426
414
(59) Dividenden
Da die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft Dividenden auf Basis der österreichischen Rechtslage ausschüttet, ist die Dividende auf den im Einzeljahresabschluss nach BWG bzw. UGB ausgewiesenen Bilanzgewinn in Höhe von TEUR 5.849 (2023: TEUR 9.863) beschränkt. Der erwirtschaftete Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2024 betrug TEUR 33.330 (2023: TEUR 39.433). Nach Rücklagendotation von TEUR 27.553 (2023: TEUR 29.608) und nach Zurechnung des Gewinnvortrages von TEUR 72 (2023: TEUR 38) ergibt sich ein verwendungsfähiger Bilanzgewinn von TEUR 5.849 (2023: TEUR 9.863). Vorstand und Aufsichtsrat werden in der Hauptversammlung am 31. März 2025 vorschlagen, eine Dividende in Höhe von TEUR 5.849 (2023: TEUR 9.863) an die Stammaktionäre im Verhältnis ihrer Anteile am Grundkapital auszuschütten. Das entspricht einer Dividende von EUR 2,90 (2023: EUR 4,89) je Aktie.
Im Geschäftsjahr 2024 wurde auf Grundlage des Bilanzgewinnes zum 31. Dezember 2023 eine Dividende in Höhe von EUR 4,89 (2023: EUR 2,65) je Aktie, in Summe TEUR 9.791 (2023: TEUR 5.308) an die Aktionäre ausgeschüttet.
(60) Wertpapiergliederung gemäß BWG
Nachstehende Tabelle gliedert die Wertpapiere (mit anteiligen Zinsen) gemäß § 64 Abs. 1 Z 10 und Z 11 BWG auf:
in TEUR
Nicht börsenotiert
Börsenotiert
Gesamt
31.12.2024
31.12.2023
31.12.2024
31.12.2023
31.12.2024
31.12.2023
Schuldtitel öffentlicher Stellen
160.920
129.823
160.920
129.823
Forderungen an Kreditinstitute
21.894
24.886
21.894
24.886
Forderungen an Kunden
131.349
137.197
131.349
137.197
Festverzinsliche Wertpapiere
122
509.329
496.615
509.451
496.615
Nicht festverzinsliche Wertpapiere
106.605
104.534
823
824
107.428
105.358
Gesamt
259.969
266.618
671.073
627.262
931.042
893.880
Von den zum Börsenhandel zugelassenen Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren können TEUR 474.695 (2023: TEUR 449.096) dem Anlagevermögen zugeordnet werden. Von den zum Börsenhandel zugelassenen Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren können TEUR 823 (2023: TEUR 824) dem Anlagevermögen zugeordnet werden.
Die Gesellschaft führt ein Wertpapier-Handelsbuch von geringem Umfang gemäß Artikel 102 ff. CRR in Verbindung mit Artikel 94 CRR. Das zu Marktpreisen berechnete Volumen des Wertpapier-Handelsbuches beträgt per 31. Dezember 2024 insgesamt TEUR 0 (2023: TEUR 0).
Das Ergänzungs- und Nachrangkapital im Eigenbestand beträgt TEUR 823 (2023: TEUR 824).
Für das kommende Jahr werden zum Nominalwert von TEUR 559.790 (2023: TEUR 240.512) an Verbrieften Verbindlichkeiten aufgrund des Laufzeitendes zur Tilgung fällig.
(61) Konsolidierte Eigenmittel und bankaufsichtliches Eigenmittelerfordernis
Die konsolidierten Eigenmittel sowie das Eigenmittelerfordernis stellen sich zum 31. Dezember 2024 gemäß Capital Requirements Regulation (CRR) wie folgt dar:
Konsolidierte Eigenmittel gemäß CRR
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Gezeichnetes Kapital
14.664
14.664
Rücklagen
544.470
524.456
Eigene Instrumente
–108
–106
Kumuliertes sonstiges Ergebnis
–18.760
–1.437
Durch Veränderungen bei der
eigenen Bonität bedingte Gewinne
und Verluste des Instituts aus zeit-
wertbilanzierten Verbindlichkeiten
–15.756
–18.044
Betrag zusätzlicher Wert-
anpassungen auf zum
Fair Value bewertete
Vermögenswerte
–1.395
–1.440
Immaterielle
Vermögenswerte
–5.252
–982
Unzureichende Deckung
notleidender Risikopositionen
–644
–554
CET 1 / Tier 1-Kapital
517.219
516.556
Anrechenbare nachrangige
Verbindlichkeiten
66.711
64.940
Tier 2-Kapital
66.711
64.940
Gesamte anrechenbare Eigenmittel
583.930
581.496
Gesamtforderungsbetrag
3.931.861
3.655.185
Erforderliche Eigenmittel (8 %)
314.549
292.415
Eigenmittelüberschuss
269.381
289.081
Kernkapitalquote
13,2 %
14,1 %
Eigenmittelquote
14,9 %
15,9 %
Eigenmittelerfordernis gemäß CRR
31.12.2024
in TEUR
ungewichtete Risiko-
position
Gesamt-
risiko-
betrag
Eigen-
mittel-erfordernis
Aktiva
8.582.444
3.468.057
277.445
Außerbilanz-
mäßige Geschäfte
802.352
223.296
17.864
Derivate
9.000
720
Credit Value
Adjustment
36.807
2.945
Operationelles Risiko
194.702
15.576
Gesamt
9.384.795
3.931.861
314.549
31.12.2023
in TEUR
ungewichtete Risiko-
position
Gesamt-
risiko-
betrag
Eigen-
mittel-erfordernis
Aktiva
8.461.389
3.225.639
258.051
Außerbilanz-
mäßige Geschäfte
811.077
219.761
17.581
Derivate
10.769
862
Credit Value
Adjustment
30.536
2.443
Operationelles Risiko
168.479
13.478
Gesamt
9.272.466
3.655.185
292.415
Gemäß § 22 BWG in Verbindung mit § 103q Z 11 BWG ist seit 1. Jänner 2016 ein Kapitalerhaltungspuffer in Form von hartem Kernkapital zu halten. Dieser beträgt für das Jahr 2024 2,5 % (2023: 2,5 %). Zusätzlich zum Kapitalerhaltungspuffer ist gemäß § 6 KP-V in Verbindung mit
§ 7 Abs. 1 KP-V ebenfalls ein Systemrisikopuffer in Form von hartem Kernkapital zu halten. Seit dem Jahr 2016 ist auf konsolidierter Ebene ein Puffer in Höhe von 0,5 % (2023: 0,5 %) des Gesamtrisikobetrags zu halten.
Der antizyklische Kapitalpuffer wird gemäß § 140 der CRD IV als gewichteter Durchschnitt der veröffentlichten antizyklischen Quoten jener Rechtsräume berechnet, in denen wesentliche Kreditrisikopositionen bestehen. Zum 31. Dezember 2024 beträgt der antizyklische Kapitalpuffer 0,0 % (2023: 0,0 %).
Die Informationen gemäß Teil VIII der CRR in Verbindung mit der Offenlegungsverordnung werden auf der Website der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft (www.hypo.at) veröffentlicht.
(62) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Im Zeitraum zwischen dem Ende des Geschäftsjahres und der Erstellung des Konzernabschlusses fanden keine wesentlichen Ereignisse statt.
Risikobericht
(63) Gesamtbankrisikomanagement
Risikoübernahmen zur Ergebniserzielung stellen für den Konzern der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft eine Kernfunktion der unternehmerischen Tätigkeit dar. Risikostrategie des Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft Konzerns ist es daher, bankübliche Risiken in einem definierten Rahmen einzugehen und die sich daraus ergebenden Ertragsmöglichkeiten zu nutzen. In diesem Sinne existiert im Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft Konzern ein Risikomanagementprozess, der die Grundlage für eine risiko- und ertragsorientierte Gesamtbanksteuerung bildet.
Der Vorstand ist verantwortlich für die Organisation des Risikomanagements. In Zusammenarbeit mit den hierfür eingerichteten Komitees, dem Risikokomitee und dem ALM-Komitee, legt der Vorstand die Risikostrategien für die Aktivitäten in den Geschäftsfeldern sowie für die zentralen Strukturrisiken des Konzerns fest.
Das Risikomanagement ist so organisiert, dass Interessenkonflikte sowohl auf persönlicher Ebene als auch auf Ebene von Organisationseinheiten vermieden werden. Das heißt, es existiert eine bis zur Vorstandsebene durchgängige Trennung von Markt- und Marktfolgeeinheiten.
Die Gesamtbankrisikostrategie ist konsistent mit dem Geschäftsmodell und berücksichtigt alle wesentlichen Geschäftsfelder und Risikoarten. Art und Umfang der Risikoübernahme leiten sich aus den einzelnen Geschäftsfeldern ab, deren Aktivitäten im Rahmen der Geschäftsstrategieplanung jährlich festgelegt werden, z.B. für die Bereiche Großkunden, Retail und Wohnbau sowie Financial Markets. Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft richtet ihr Engagement grundsätzlich nur auf Geschäftsfelder, in denen sie über eine entsprechende Expertise zur Beurteilung der spezifischen Risiken verfügt. Der Aufnahme neuer Geschäftsfelder oder Produkte geht grundsätzlich eine adäquate Analyse der geschäftsspezifischen Risiken im Rahmen eines standardisierten Produkteinführungsprozesses voraus.
Aufgrund des breit diversifizierten Kundenportfolios sind die Konzentrationsrisiken im Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft Konzern tendenziell gering. Zur Kreditrisikoüberwachung sind Prozesse und Berichtswege festgelegt, mit denen z.B. die Kontrahenten- bzw. Emittentenrisiken überwacht und berichtet werden. Die Großkreditobergrenze wird in der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft laufend überwacht. Zu einer Überschreitung kam es im Jahr 2024, wie in den Vorjahren, nicht. Der Herfindahl-Hirschmann-Index beträgt auf das Gesamtportfolio gerechnet per 31. Dezember 2024 0,0146 (2023: 0,022), ohne Berücksichtigung des CRR-Wahlrechtes nach Art 4 Abs. 1 Z 39 CRR. Damit weist die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft insgesamt eine niedrige Konzentration aus.
Die Verantwortung für das operative Risikomanagement ist im Konzern auf mehrere Einheiten aufgeteilt. Die Organisationseinheit Risikomanagement ist verantwortlich für die konzernweite Risikomessung, -überwachung und Risikoberichterstattung gemäß ICAAP an den Vorstand und die Inhaber von Risikokapitallimiten. In der Risikotragfähigkeitsrechnung werden sämtliche quantifizierbare Risiken (Adressenausfallrisiko inklusive Beteiligungsrisiko, Marktrisiko, Refinanzierungsrisiko, Risiko aus Fremdwährungskrediten, makroökonomisches Risiko, Nachhaltigkeitsrisiko, sonstige nicht quantifizierbare Risiken und operationelles Risiko) zusammengeführt und monatlich an den Vorstand berichtet. Über Risikosteuerungsmaßnahmen wird im ALM-Komitee bzw. im Risikokomitee beraten. Die Entscheidung zu Steuerungsmaßnahmen trifft der Vorstand. Risikodispositionen werden entsprechend der festgelegten Zuständigkeiten entweder von den Marktbereichen oder zentral vom Treasury vorgenommen. Die Kontrolle der Wirksamkeit von getroffenen Maßnahmen erfolgt durch regelmäßige Analysen im Rahmen der Berichtserstellung sowie in den Komitees. Im Risikoausschuss sowie im Aufsichtsrat wird über die Risikolage regelmäßig berichtet, über das Interne Kontrollsystem im Prüfungsausschuss.
Die Interne Revision prüft regelmäßig die internen Kontroll- und Risikomanagementprozesse sowohl der Tochtergesellschaften als auch der Zentralbereiche auf Ordnungsmäßigkeit, Wirtschaftlichkeit, Effizienz und Sicherheit. Als unabhängige Instanz berichtet sie direkt an den Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats.
Gemäß § 8 Abs. 1 ESAEG gehört die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft als einlagenentgegennehmendes Institut (CRR-Institut) mit Sitz in Österreich der einheitlichen Sicherungseinrichtung nach § 1 Abs. 1 Z 1 ESAEG an. Dabei handelt es sich um die Einlagensicherung Austria Ges.m.b.H. (ESA). Jede Sicherungseinrichtung hat einen aus verfügbaren Finanzmitteln bestehenden Einlagensicherungsfonds in Höhe von zumindest 0,8 vH der Summe der gedeckten Einlagen der Mitgliedsinstitute als Zielausstattung bis 3. Juli 2024 einzurichten und ab diesem Zeitpunkt jährlich an das Einlagenwachstum der Mitgliedsinstitute anzupassen.
Der gesetzlichen Frist, den Fondsaufbau bis 3. Juli 2024 abzuschließen und die Zielausstattung bis 31. Dezember dieses Jahres zu halten sind die ESA und deren einzahlende Mitgliedsinstitute zeitgerecht und in voller Höhe nachgekommen. Demzufolge hatte die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024 keinen Fondsbeitrag zu entrichten (2023: –241 TEUR).
Ergänzend sei anzumerken, dass der European American Investment Bank (EURAM) mit 16. Oktober 2024 die Fortführung des Geschäftsbetriebs aufgrund finanzieller Schwierigkeiten wie auch aufsichtsrechtlicher Mängel untersagt wurde. Gemäß § 9 ESAEG ist an besagtem Tag daher der Sicherungsfall eingetreten. Etwaige Mittelabflüsse konnten aufgrund einer derzeit vorliegenden Überdotierung des Fonds kompensiert werden. Der genannte Entschädigungsfall hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024 daher zu keiner Beitragsnachforderung geführt.
Betreffend der noch laufenden Entschädigungsverfahren der Anglo Austrian AAB, Commerzialbank Mattersburg wie auch der AutoBank konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024 weitere Mittel aus der Masse dem Fonds zugeführt werden. Für die Folgejahre ist nach aktuellem Kenntnisstand mit weiteren Rückflüssen aus den genannten Sicherungsfällen zu rechnen.
(64) Marktrisiko
Marktrisiken entstehen durch mögliche Veränderungen von Marktpreisindikatoren wie Zinssätze, Währungs- und Aktienkurse sowie aus der Veränderung von Credit Spreads. Da die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft nur ein kleines Handelsbuch im Sinne des Artikel 94 CRR führt, resultiert das Marktrisiko im Wesentlichen aus dem Zinsänderungsrisiko im Bankbuch, in geringem Ausmaß auch aus Währungsrisiken aus offenen Devisenpositionen sowie aus dem Credit-Spread-Risiko im Wertpapiereigenbesitz-Portfolio.
Die Identifikation und Messung der Marktrisiken erfolgt durch die Organisationseinheiten Risikomanagement und Finanzierung.
Die Risikoanalysen der Bank im Marktrisikobereich stützen sich auf den Value at Risk (VaR). Die Bank verwendet dabei die Methode „Historische Simulation“ mit folgenden Parametern:
Parameter
Zins-
änderungs-
risiko
Credit Spread-
Risiko
Fremd-
währungs-
risiko
Beobachtungszeitraum
10 Jahre
10 Jahre
10 Jahre
Haltedauer
1 Jahr
1 Jahr
1 Jahr
Konfidenzniveau
99,9 %
99,9 %
99,9 %
Für die Berücksichtigung von Risiken bei extremen Marktbewegungen werden zusätzlich Stresstests durchgeführt. Diese beinhalten die Simulation von großen Schwankungen der Marktpreisindikatoren und dienen zum Aufzeigen von Verlustpotenzialen, die nicht vom Value at Risk abgedeckt werden. Die Stressszenarien umfassen sowohl standardisierte Zinsschockszenarien als auch Zinsszenarien, die aufgrund der Zinspositionierung in Verbindung mit der aktuellen Bilanzstruktur nachteilig auf den Strukturbeitrag der Bank wirken könnten. Alle Marktrisikoaktivitäten sind mit Risikolimits versehen, die in ihrer Gesamtheit in eine Risikotragfähigkeitsrechnung einfließen.
Risikobegrenzend werden folgende Maßnahmen laufend umgesetzt:
● Bei der Einführung von neuen Produkten wird das Zinsrisiko, mit dem Ziel dieses möglichst gering und jedenfalls berechenbar zu halten, mitbetrachtet.
● Genaue Beobachtung der UDRB- und Fixzins-Risiken
● Auf Grund der Wesentlichkeit ist das Risiko zumindest wöchentlich zu überwachen.
● Im Risikomanagement der Bank wird neben der aktuellen und historischen Risikobetrachtung auf eine zukunftsorientierte Risikoeinschätzung geachtet.
Laut dem „ITS on Supervisory Reporting regarding IRRBB“ (DfV [EU] 2021/451) Art. 20a) ist im Zinsrisiko sowohl die ertragsseitige, als auch die barwertige Sicht quartalsweise an die Aufsicht zu melden.
● Im Barwert (EVE – Economic Value of Equity) wird dabei die Veränderung des Buchwertes des Bankbuches nach einem Zinsschock in Höhe von 200bps dem Kernkapital Tier 1 der Bank gegenübergestellt. Würde dieser Zinsschock mehr als 15 % des Kernkapitals Tier 1 betragen, könnte die Bankenaufsicht risikoreduzierende Maßnahmen einfordern. Zum 31. Dezember 2024 betrug der absolute Risikowert TEUR 41.603 (2023: TEUR 3.690). Dies entspricht einer Auslastung von 64 % (2023: 6 %).
● Im Ertrag (NII – Net Interest Income) wird unter der Annahme einer konstanten Bilanz die Auswirkung eines 200bps-Schocks auf den Nettozinsertrag gemeldet. Hier darf die aus dem Szenario resultierende Veränderung (Delta aus Schock und Basisszenario) 5 % des Kernkapitals Tier 1 nicht überschreiten. Zum 31. Dezember 2024 ergibt sich ein absoluter Risikowert von TEUR 4.708 (2023: TEUR 18.408). Dies entspricht einer Auslastung von 1,09 % (2023: 3,56 %) des anrechenbaren Kernkapitals Tier 1. Damit liegt die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft unter der Outlier-Grenze von 5 %.
Eine zentrale Modellannahme ist die Einschätzung der Non Maturing Deposits (BAW-Einlagen) hinsichtlich ihrer Zinsbindung. Aufsichtsrechtlich ist hier ein maximaler, volumensgewichteter durchschnittlicher Repricing-Zeitpunkt für Retail-Einlagen von 5 Jahren vorgegeben. Für Wholesale gilt eine Obergrenze von 4 Jahren, wobei die Einlagen von Financials als täglich fällig einzustufen sind. Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft kalibriert das Modell mindestens jährlich und setzt hier konservative Werte ein. Retail-Einlagen werden in die Unterkategorien transactional (Sichteinlagen) sowie non-transactional (Spar- und Termineinlagen) eingeteilt und mit einer durchschnittlichen Zinsbindung von rund 2,1 Jahren bzw. 2,3 Jahren modelliert. Non-Financial Wholesale-Einlagen werden kurzfristig dargestellt und erhalten eine Zinsbindung von 0,6 Jahren. Die Modellierung folgt dabei der Elastizitätenmethode, bei der die Einlagen in einen stabilen (core) und einen instabilen (non-core) Anteil aufgeteilt werden.
Das Fremdwährungsrisiko ist vergleichsweise gering. Das Erwirtschaften von Erträgen aus offenen Devisenpositionen ist keine Zielsetzung. Daher wird eine sich aus Kundengeschäften ergebende Fremdwährungsposition grundsätzlich abgesichert. Offene Fremdwährungspositionen ergeben sich lediglich aus dem Valutengeschäft, welche wiederum durch eine knappe Disposition beschränkt werden. Zum 31. Dezember 2024 war die Bagatellschwelle von 2 % der Gesamteigenmittel gemäß Artikel 351 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 nicht über
schritten. Das regulatorische Eigenmittelerfordernis aufgrund der offenen Devisenposition in der Bank und im Konzern betrug daher TEUR 0 (2023: TEUR 0).
Der Value at Risk auf der Basis der angegebenen Parameter stellt sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:
in TEUR
Value at Risk
31.12.2024
31.12.2023
Credit Spread­Risiko
11.418
9.247
Zinsrisiko – Bankbuch
46.716
20.466
Fremdwährungsrisiko
55
95
Der größte Anteil am Marktrisiko der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft per 31. Dezember 2024 entfällt auf das Zinsänderungsrisiko.
Im Jahr 2024 ist die Zinskurve aufgrund verschiedener Leitzinssenkungen deutlich zurückgegangen. Dies führt automatisch zu einer Reduktion der Diskontierungsfaktoren, einem damit verbundenen Anstieg des Barwertes, sowie einem Anstieg der Sensitivitäten. Zusätzlich führt Fixzins-Neugeschäft bei einer, hinsichtlich Zinsbindung, nahezu unveränderten Passivseite zu einem weiteren Anstieg des Zinsrisikos. Dies spiegelt sich im Value at Risk im Bankbuch und im 200bps-EVE-Schock wider.
Die Berichte zum Marktrisiko gemäß obiger Beschreibung werden grundsätzlich monatlich dem Vorstand zur Kenntnis gebracht. Zusätzlich werden für das Zinsrisiko im Bankbuch wöchentlich auch eine GAP-Analyse, Stresstests und Ertragssimulationen erstellt sowie Marktwertänderungen im Wertpapiereigenbesitz-Portfolio täglich verfolgt und berichtet.
Die vollkonsolidierten Tochtergesellschaften refinanzieren sich fristen- und währungskonform bei der Bank, sodass Zinsänderungs- und Währungsrisiken vermieden und in der Bank zentral gesteuert werden können.
(65) Derivate und Hedge Accounting
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft verwendet Derivate ausschließlich zur Absicherung von Marktrisiken. In der Regel steht jedem Derivat ein abzusicherndes Grundgeschäft gegenüber. In wenigen Ausnahmefällen werden Derivate ohne Grundgeschäft, sogenannte Makrohedges, zur Bilanzstruktursteuerung abgeschlossen. Diese sichern die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft gegen extreme Zinsbewegungen ab. Der Einsatz von Derivaten ohne Grundgeschäft wird regelmäßig im Rahmen des ALM-Komitees der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft besprochen. Alle Hedging-Initiativen werden vom Vorstand beschlossen.

Die Marktwerte der abgeschlossenen Derivate werden regelmäßig mit den Marktwerten der Gegenpartei überprüft. Für jeden Geschäftspartner, mit dem ein Derivatgeschäft abgeschlossen wird, muss eine entsprechende Kreditlinie vorhanden sein, die die Bonität des Kreditnehmers und die angestrebten Geschäfte berücksichtigt. Im Interbankenbereich wurden Collateral-Vereinbarungen mit allen wichtigen Geschäftspartnern abgeschlossen, um das Ausfallrisiko zu minimieren.
(66) Kreditrisiko
Das Kreditrisiko beinhaltet die Gefahr der Nichterfüllung von vertraglichen Zahlungsverpflichtungen durch Schuldner. Das heißt, dass Schuldner ihre Zahlungen zur korrekten Erfüllung ihrer gänzlichen oder teilweisen Zins- oder Tilgungsverpflichtung nicht bzw. nicht zeitgerecht leisten. Im Rahmen der monatlichen Risikoberichterstattung an den Vorstand werden alle Elemente der Kreditrisikoforderungen wie z.B. Ausfallrisiken einzelner Debitoren, Länder und Branchen berücksichtigt. Das Kreditrisiko umfasst neben dem Kontrahenten- bzw. Ausfallrisiko auch das Länderrisiko.
Das Kontrahenten- bzw. Ausfallrisiko resultiert hauptsächlich aus den Forderungen an Kunden und Kreditinstitute sowie aus dem Wertpapiereigenbestand. Die Risikostrategie zielt darauf ab, existenzgefährdende Schäden zu vermeiden. Dies erfolgt einerseits durch die begrenzte Allokation vorhandener Risikodeckungsmassen auf die in der Geschäftsstrategie festgelegten Geschäftsfelder. Andererseits wird auch auf eine ausreichende Diversifizierung des Portfolios geachtet. Der unerwartete Verlust aus Kreditrisiken wird in der Säule 1 der Basler Eigenkapitalbestimmungen nach dem Standardansatz unterlegt. Im Rahmen des Kapitaladäquanzverfahrens nach Säule 2 wird der unerwartete Verlust aus Kreditrisiken mit der im IRB-Ansatz vorgegebenen VaR-Formel für Unternehmen, Staaten und Banken ermittelt. In den einzelnen Segmenten wird neben der angestrebten marktüblichen Rendite auch explizit auf die Einhaltung der vorgegebenen Risikolimits geachtet. Über die Entwicklung des Kreditrisikos wird dem Vorstand monatlich berichtet.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft beurteilt die Risiko- und Besicherungssituation der einzelnen Finanzierungen entsprechend der Rating- und Sicherheitenrichtlinie sowie initiiert und überwacht die Umsetzung der Maßnahmen zur Risikobegrenzung. Die fachgerechte Weiterentwicklung der Ratingsysteme und
-verfahren, die zur Beurteilung von Finanzierungen eingesetzt werden, ist gewährleistet.
Die interne Ratingskala umfasst zehn Ratingstufen von 0,5 bis 5 und ist nach dem Schulnotensystem mit Halbnoten aufgebaut. Diese sind um weitere Subklassen in einigen Stufen durch die Zusätze „+“ bzw. „–“ verfeinert. Die Ausfallklassen teilen sich in 5, 5,1 und 5,2 (somit 17 Bonitätsklassen). Das Ratingsystem wird als Expertensystem geführt. Im Mengengeschäft werden automatisierte Scoringmodelle eingesetzt, um den Verwaltungsaufwand zu reduzieren. Als Bonitätskriterien werden sowohl Hard Facts als auch Soft Facts herangezogen. Entsprechend
segmentspezifischer Unterschiede sind verschiedene Ratingtools im Einsatz. Alle Ratingtools verfolgen das Ziel, konkrete Aussagen über die Ausfallwahrscheinlichkeit der einzelnen Kreditnehmer zu erhalten. Die Ratingsysteme sind nach den Segmenten Corporates, Retail, Projekt- und Objektfinanzierungen, Staaten sowie Financials und andere Wertpapieremittenten differenziert. Die Systeme zur Bonitätsbeurteilung werden laufend validiert und weiterentwickelt.
Für das interne Rating sind in der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft folgende Ratingklassen in Verwendung:
S&P/
Fitch
Rating
Moody’s
Rating
Oberösterreichische
Landesbank Aktiengesellschaft
10er-Skala
Verfeinerung
Beschreibung
AAA
Aaa
0,5
0,5
risikolos
Investmentgrade
AA+
Aa1
1
1
aus-
gezeichnete
Bonität
AA
Aa2
AA–
Aa3
1,5
1,5
sehr gute Bonität
A+
A1
2
2+ (1,8)
gute
Bonität
A
A2
A–
A3
BBB+
Baa1
2
2,5
2– (2,2)
durch-
schnittliche
Bonität
BBB
Baa2
2,5
BBB–
Baa3
3
3+ (2,8)
BB+
Ba1
3
akzeptable Bonität
Non­Invest­
mentgrade
BB
Ba2
BB–
Ba3
3,5
3– (3,2)
mäßige
Bonität
B+, B
B1, B2
3,5
schwache Bonität
B–
B3
4
4+ (3,8)
sehr
schwache
Bonität
Highly
Speculative
4
CCC+
Caa1
4,5
4,5
ausfall-
gefährdet
CCC
Caa2
CCC–
Caa3
CC
Ca
5
5
Ausfallmerkmale
erreicht
Default
C
5,1
DDD / D
C
5,2
Die Definition und Abgrenzung der einzelnen Ratingklassen orientiert sich an statistischen Ausfallwahrscheinlichkeiten. Die verbalen Bezeichnungen dienen nur der Veranschaulichung. Die Überleitung zu externen Ratings erfolgt auf Basis von Ausfallwahrscheinlichkeiten. Subklassen mit Zusätzen (+/–) stellen keine Ratinghauptklassen dar, sie dienen lediglich der Verfeinerung. Die Klassen 5 sowie 5,1 und 5,2 dienen zur Unterscheidung von Ausfallkategorien (und entsprechen der Einstufung Ca und C von Moody’s bzw. CC, C und D von S&P Global Ratings).

Sicherheiten
Folgende Sicherheiten liegen vor:
● Persönliche Sicherheiten
Bürgschaften, Garantien und Patronatserklärungen
● Dingliche Sicherheiten
Grundbücherliche Sicherheiten
Einlagen und Wertpapiere
Eigentumsvorbehalte, Leasing und Zession von Forderungen
Versicherungen
Die Sicherheitenkategorien und deren Werte werden systemisch in einer Sicherheitendatenbank erfasst und überwacht. Die Sicherheitenwerte werden entsprechend der Vertragssituation mit den einzelnen Finanzierungen verknüpft und nach einem vordefinierten Verfahren
zugeteilt.
Die Besicherungsnote ergibt sich aufgrund folgender Notenskala:
Note
Blankoanteil
b 1,0
Risiko
kleiner 5 %
b 1,5
Risiko
5 % bis kleiner 15 %
b 2,0
Risiko
15 % bis kleiner 30 %
b 2,5
Risiko
30 % bis kleiner 45 %
b 3,0
Risiko
45 % bis kleiner 55 %
b 3,5
Risiko
55 % bis kleiner 70 %
b 4,0
Risiko
70 % bis kleiner 85 %
b 4,5
Risiko
85 % bis kleiner 95 %
b 5,0
Risiko
95 % bis 100 %
Für alle Aktiva mit Adressenausfallrisiko wird monatlich der Credit Value at Risk ermittelt. Der Credit Value at Risk ist jener maximale Verlust, der statistisch betrachtet innerhalb eines Jahres eintreten kann und mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird. In der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft wird der Credit Value at Risk (= Unexpected Loss) mit den Wahrscheinlichkeiten 95 % für den Going Concern-Ansatz und 99,9 % für den Liquidationsfall ermittelt. Die Berechnung erfolgt mit der IRB-Formel für Unternehmen, Staaten und Banken.
Struktur des Ausleihungsportfolios
Die folgende Tabelle zeigt die Verteilung des Ausleihungsvolumens nach Wirtschaftszweigen und somit das maximale Ausfallrisiko:
Wirtschaftszweig
in TEUR
31.12.2024
Guthaben bei
Zentralnoten-
banken /
Forderungen
an Kredit-
institute
Forderungen
an Kunden
Positive Marktwerte aus
derivativen
Geschäften
Finanz-
anlagen
Bürgschaften/
Garantien
Nicht aus-
genutzte
Rahmen
Summe
Zentralbanken
758.263
758.263
Staatssektor
990.483
300.679
100
153.721
1.444.984
Kreditinstitute
112.638
112.430
458.434
7.541
691.042
Sonstige finanzielle
Unternehmen
6.839
116.051
25.297
69.872
11.087
15.283
244.430
Nicht finanzielle
Unternehmen
2.981.137
115.165
66.220
399.139
3.561.660
Haushalte
2.481.619
9.569
139.401
2.630.590
Gesamt
Maximales
Ausfallrisiko
877.740
6.569.291
137.727
944.151
94.517
707.545
9.330.969
Wirtschaftszweig
in TEUR
31.12.2023
Guthaben bei
Zentralnoten-
banken /
Forderungen
an Kredit-
institute
Forderungen
an Kunden
Positive Marktwerte aus
derivativen
Geschäften
Finanz-
anlagen
Bürgschaften/
Garantien
Nicht aus-
genutzte
Rahmen
Summe
Zentralbanken
1.094.450
1.094.450
Staatssektor
884.445
278.975
196
175.605
1.339.221
Kreditinstitute
141.752
19
105.153
441.487
7.339
695.751
Sonstige finanzielle
Unternehmen
6.487
84.272
29.904
91.717
70
17.072
229.522
Nicht finanzielle
Unternehmen
2.721.547
131.820
51.412
437.170
3.341.950
Haushalte
2.464.238
7.576
126.916
2.598.730
Gesamt
Maximales
Ausfallrisiko
1.242.690
6.154.521
135.057
944.000
66.593
756.763
9.299.623

Analyse der finanziellen Vermögenswerte
31.12.2024
nicht überfällig
bis 30 Tage
31 bis 60 Tage
61 bis 90 Tage
über 90 Tage
Gesamt
in TEUR
Buch-
wert
Sicher-
heiten
Buch-
wert
Sicher-
heiten
Buch-
wert
Sicher-
heiten
Buch-
wert
Sicher-
heiten
Buch-
wert
Sicher-
heiten
Buch-
wert
Sicher-
heiten
Forderungen an
Kreditinstitute
119.477
61.164
119.477
61.164
hievon AC
119.477
61.164
119.477
61.164
hievon Stage 1
119.477
61.164
119.477
61.164
Forderungen an
Kunden
6.482.688
4.377.904
19.989
6.664
19.514
15.530
118
102
46.983
41.097
6.569.291
4.441.296
hievon AC
6.143.290
4.182.894
19.989
6.664
19.514
15.530
118
102
37.642
33.795
6.220.552
4.238.984
hievon Stage 1
5.982.482
4.058.281
14.872
1.980
801
780
0*)
109
97
5.998.264
4.061.137
hievon Stage 2
101.549
77.368
1.078
756
2.664
2.451
43
42
1.921
1.644
107.255
82.261
hievon Stage 3
59.259
47.244
4.038
3.929
16.048
12.299
75
60
35.612
32.054
115.033
95.586
hievon FVPL
designiert
221.639
101.567
221.639
101.567
hievon FVPL
117.758
93.443
9.341
7.302
127.099
100.745
Gesamt
6.602.164
4.439.068
19.989
6.664
19.514
15.530
118
102
46.983
41.097
6.688.768
4.502.461
31.12.2023
nicht überfällig
bis 30 Tage
31 bis 60 Tage
61 bis 90 Tage
über 90 Tage
Gesamt
in TEUR
Buch-
wert
Sicher-
heiten
Buch-
wert
Sicher-
heiten
Buch-
wert
Sicher-
heiten
Buch-
wert
Sicher-
heiten
Buch-
wert
Sicher-
heiten
Buch-
wert
Sicher-
heiten
Forderungen an
Kreditinstitute
148.239
62.724
148.239
62.724
hievon AC
148.239
62.724
148.239
62.724
hievon Stage 1
148.239
62.724
148.239
62.724
Forderungen an
Kunden
6.101.729
4.264.662
10.165
1.938
14.950
13.618
4.087
3.769
23.590
20.264
6.154.521
4.304.252
hievon AC
5.763.174
4.083.938
10.165
1.938
14.950
13.618
4.087
3.769
19.576
16.693
5.811.952
4.119.958
hievon Stage 1
5.463.754
3.880.803
8.750
784
2.747
2.101
340
332
1.300
933
5.476.892
3.884.952
hievon Stage 2
261.668
179.577
1.292
1.033
1.103
994
1.013
706
2.009
1.867
267.086
184.178
hievon Stage 3
37.751
23.558
123
122
11.100
10.524
2.733
2.730
16.267
13.893
67.974
50.828
hievon FVPL
designiert
214.382
89.785
214.382
89.785
hievon FVPL
124.173
90.939
4.014
3.571
128.187
94.509
Gesamt
6.249.968
4.327.385
10.165
1.938
14.950
13.618
4.087
3.769
23.590
20.264
6.302.760
4.366.976
*) Wert < TEUR 1
Wertberichtigungen
Wertberichtigungen dienen der bilanziellen Vorsorge für zukünftige Kreditausfälle. Für weitere Informationen zur Bildung der Wertberichtigung wird auf Punkt (10) Risikovorsorgen verwiesen.
Auslöser für die Bildung einer Risikovorsorge in Stage 3 stellen vor allem wirtschaftliche bzw. finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners, Ausfall von Zins- und Tilgungsverpflichtungen sowie weitere Ausfallgründe gemäß aufsichtsrechtlichen Bestimmungen dar. Diese Auslöser werden im Rahmen des laufenden Finanzierungscontrollings gemäß den internen Risikomanagementrichtlinien festgestellt und überwacht.
Die Ausfalldefinition umfasst Insolvenzen, ähnliche Verfahren oder Klage, drohende Zahlungsunfähigkeit, 90-Tage-Basel-Überfälligkeit, Zinsfreistellung, krisenbedingte Restrukturierung, Fälligstellungen, Direktabschreibungen, Abschreibungen wertberichtigter Forderungen, Forderungsverzicht bei Restrukturierung, Lizenzentzug und Zahlungsmoratorium.
In der Ausfall- und Verwertungsdatenbank werden die Ausfallereignisse, die Kapitalstände zum Ausfallzeitpunkt, die Verwertungskosten sowie Rückflüsse aus der Sicherheitenverwertung aufgezeichnet. Diese Aufzeichnungen werden für die jährliche Validierung der Ausfallwahrscheinlichkeiten herangezogen.
Non-performing loans (NPLs) werden organisatorisch in der Problemkreditbetreuung geführt. Dabei wird die aktivseitige Kundenverantwortung an die Problemkredit
betreuung und damit in die Marktfolge übertragen. Im Jahr 2024 betrug die NPL-Ratio 2,45 % (2023: 1,35 %).
Wertberichtigungsstufen nach Ratingklassen
Die Bruttobuchwerte von Guthaben bei Zentralnotenbanken, Forderungen an Kreditinstitute, Forderungen an Kunden, Finanzanlagen, Eventualverbindlichkeiten und Kreditrisiken, die zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) oder erfolgsneutral zum beizulegenden Wert (FVOCI) bewertet werden, gliedern sich nach den Ratingklassen wie folgt:
Ratingklasse
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
0,5
85.550
85.550
1,0
930.229
930.229
1,5
2.016.495
2.016.495
1,8
998.808
998.808
2,0
1.048.046
1.048.046
2,2
574.739
1.020
575.759
2,5
1.905.788
707
1.906.494
2,8
302.681
302.681
3,0
219.623
3.641
223.264
3,2
76.896
3.380
80.277
3,5
133.256
24.552
157.808
3,8
768
37.422
38.190
4,0
470
11.901
12.370
4,5
3.976
32.584
721
37.281
5,0
4.643
4.643
5,1
121.672
121.672
5,2
32.692
32.692
Bruttobuch-
werte
8.297.325
115.206
159.729
0
8.572.260
Risikovorsorgen
–1.488
–3.398
–41.621
–46.507
Buchwerte
31.12.2024
8.295.837
111.808
118.108
0
8.525.753
Ratingklasse
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
0,5
102.192
102.192
1,0
1.259.140
1.259.140
1,5
2.153.540
19.490
2.173.030
1,8
931.276
7.918
939.193
2,0
855.821
32.008
887.829
2,2
300.173
37.085
337.258
2,5
1.921.771
55.192
1.976.963
2,8
292.221
24.900
317.120
3,0
177.345
36.658
214.003
3,2
56.398
41.671
98.069
3,5
51.579
38.654
90.234
3,8
279
7.660
7.939
4,0
360
7.759
8.119
4,5
201
15.797
15.998
5,0
1.442
1.442
5,1
86.829
86.829
5,2
8.669
8.669
Bruttobuch-
werte
8.102.296
324.790
96.939
0
8.524.026
Risikovorsorgen
–3.036
–3.675
–21.769
–28.480
Buchwerte
31.12.2023
8.099.260
321.116
75.170
0
8.495.546
Kreditrisikosituation
Die Kreditrisikosituation im Gesamtportfolio ist trotz der anspruchsvollen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im externen Vergleich zufriedenstellend. Dies fußt auf einer Fülle von einzelnen Qualitätsmaßnahmen, die sich im gesamten Portfolio auswirken.
Die wichtigsten sind:
● Konsequente Umsetzung der Kreditrichtlinien und
-prozesse in der Kreditentscheidungsaufbereitung bei der Kreditvergabe.
● Durch stetig intensivierte Risikoüberwachung von Teilportfolien und damit verbundenen Maßnahmen im Einzelfall wird eine laufende Verbesserung im Bestand erreicht.
● Durch konsequente Umsetzung des internen Ratingsystems sowohl in der Anwendung, der Aktualisierung der Ratingparameter sowie auch in der Systemvalidierung wird eine aussagekräftige Bonitätsbeurteilung sichergestellt.

Geänderte Marktbedingungen, insbesondere im Immobilienprojektgeschäft, führen aber dennoch in diesem Teilportfolio zu einem Anstieg der Non-Performing Exposures sowie der Risikovorsorgen.
Das Finanzierungsvolumen ist zur Gänze bonitäts- und besicherungsmäßig eingestuft. Bonitätsmäßige Veränderungen werden sehr rasch erkannt und bei Verschlechterungen werden unmittelbar das Risiko korrigierende Maßnahmen umgesetzt. Hinsichtlich des Ausfallrisikos bei den designierten Forderungen wird auf Punkt (48) verwiesen.
Forbearance
Unter „Forbearance“ werden Maßnahmen verstanden, die dadurch gekennzeichnet sind, dass Bedingungen des Kreditvertrages zu Gunsten des Kreditnehmers verändert (z.B. Stundungen) oder Kredite neu finanziert werden, weil der Kreditnehmer die bestehenden Bedingungen aufgrund finanzieller Schwierigkeiten nicht mehr erfüllen kann. Die finanziellen Schwierigkeiten des Kreditnehmers und die Veränderungen des Kreditvertrages bringen dabei nicht in jedem Fall Verluste für das Kreditinstitut mit sich. Änderungen von Kreditverträgen, die aus anderen Gründen als finanziellen Schwierigkeiten des Kreditnehmers erfolgen, gelten nicht als Forbearance-Maßnahmen.
Per 31. Dezember 2024 liegen Forbearance-Maßnahmen in Höhe von TEUR 140.700 (2023: TEUR 27.431) vor.
Die Forbearance-Ratio betrug 1,85 % (2023: 0,36 %). Dabei werden die Bruttobuchwerte aller Konten mit Forbearance-Maßnahmen dem Bruttobuchwert aller Kredite und Darlehen (gemäß EBA Risk-Dashboard) gegenübergestellt. Sämtliche Forbearance-Maßnahmen betreffen Kreditnehmer im Inland. Die Zugänge belaufen sich auf TEUR 116.649 (2023: TEUR 18.708). Demgegenüber stehen Abgänge in der Höhe von TEUR 3.380 (2023: TEUR 2.485).
Aufteilung nach Stundungsarten
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Restrukturierung
nicht Default-relevant
60.414
4.102
davon in Problemkreditbetreuung
Restrukturierung Default-relevant
80.285
23.329
davon in Problemkreditbetreuung
80.285
23.329
Gesamt
140.700
27.431
davon in Spezialbetreuung
138.762
27.180
Performing/Non-Performing Exposures
bei Forbearance-Maßnahmen
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Performing Exposures
60.378
4.092
davon sonstige
Finanzunternehmen
389
davon nichtfinanzielle
Unternehmen
54.840
2.208
davon Haushalte
5.149
1.884
Non-Performing Exposures
80.322
23.338
davon sonstige
Finanzunternehmen
davon nichtfinanzielle
Unternehmen
79.331
22.280
davon Haushalte
990
1.058
Gesamt
140.700
27.431
davon Forderungen an Kunden
138.227
26.521
davon Eventualverbindlichkeiten und Kreditrisiken
2.472
909
Darstellung der Zu- und Abgänge
der Forbearance-Maßnahmen
in TEUR
1.1.2024
Zugang
Abgang
31.12.2024
Betrag
Forbearance­
Maßnahmen
27.431
116.649
3.380
140.700
davon Non­Performing
Exposures
23.339
64.308
7.325
80.322
Aufteilung der Forbearance-Maßnahmen
nach Segmenten
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Großkunden
129.051
23.937
Retail und Wohnbau
6.530
3.300
Sonstige
5.119
193
Gesamt
140.700
27.431
Aufteilung der Forbearance-Maßnahmen nach IFRS 7
in TEUR
31.12.2024
Sicher-
heiten
31.12.2023
Sicher-
heiten
nicht überfällig
111.218
89.908
19.018
15.138
überfällig
29.482
23.827
8.412
6.195
Gesamt
140.700
113.735
27.431
21.334

(67) Liquiditätsrisiko
Das Ziel der Liquiditätssteuerung ist die jederzeitige Sicherung der Zahlungsbereitschaft der Bank unter der Nebenbedingung, die Kosten für die Liquiditätshaltung möglichst niedrig zu halten. Auf Basis von Liquiditätsablaufbilanzen stellt die Organisationseinheit Risikomanagement den Liquiditätsstatus des Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft Konzerns fest. Die Steuerung der Liquidität erfolgt auf Basis dieser Liquiditätsablaufbilanzen. Die Maßnahmen zur Steuerung sind vor allem darauf ausgerichtet, die jederzeitige Zahlungsfähigkeit – auch in Stresssituationen – sicherzustellen.
Für den laufenden Liquiditätsausgleich stehen ein Liquiditätspuffer sowie ein hohes Sicherheitenpotenzial für Tendergeschäfte mit der EZB in Form von Wertpapieren und Credit Claims zur Verfügung. Die Liquiditätssituation des Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft Konzerns ist, insbesondere aufgrund der vorhandenen Liquiditätsreserven sowie der stabilen Kundeneinlagen, komfortabel. Die im Bankwesengesetz (BWG) vorgesehenen Liquiditätsbestimmungen wurden bei der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft zur
Gänze eingehalten.
Restlaufzeitenanalyse
31.12.2024
in TEUR
tägl. fällig
bis 1 Monat
über 1 Monat
bis 3 Monate
über 3 Monate
bis 1 Jahr
über 1 Jahr
bis 5 Jahre
über 5 Jahre
Summe
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten*)
151.435
4.068
18.395
89.985
113.021
376.904
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
460.906
237.950
377.705
850.606
1.423.143
3.350.310
Verbriefte Verbindlichkeiten
97.337
115.168
556.646
2.319.387
2.437.682
5.526.220
Negative Marktwerte aus derivativen Geschäften
5.177
19.591
52.384
222.431
238.429
538.012
Gesamt
714.855
376.777
1.005.130
3.482.409
4.212.275
9.791.446
Eventualverbindlichkeiten
94.517
Kreditrisiken
707.545
31.12.2023
in TEUR
tägl. fällig
bis 1 Monat
über 1 Monat
bis 3 Monate
über 3 Monate
bis 1 Jahr
über 1 Jahr
bis 5 Jahre
über 5 Jahre
Summe
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten*)
174.092
120.889
120.544
90.667
129.907
636.099
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
581.461
177.722
480.277
785.692
1.339.920
3.365.072
Verbriefte Verbindlichkeiten
62.804
49.368
287.202
2.474.258
2.340.716
5.214.348
Negative Marktwerte aus derivativen Geschäften
7.554
16.636
60.682
199.917
241.566
526.355
Gesamt
825.911
364.615
948.705
3.550.534
4.052.109
9.741.874
Eventualverbindlichkeiten
66.593
Kreditrisiken
756.763
*) Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind Cash-Collateraleinlagen für Derivate in Höhe von TEUR 143.389 (2023: TEUR 156.820) im Laufzeitband „tägl. fällig bis 1 Monat“ enthalten. Die Rückzahlung dieser Verbindlichkeiten ist jedoch abhängig von Marktzinsänderungen.
Die Tabelle zeigt die Fälligkeitsanalyse der nicht abgezinsten Cashflows für finanzielle Verbindlichkeiten und Derivate inklusive Zinszahlungen sowie die frühestmögliche Inanspruchnahme von Bürgschaften und Kreditzusagen. Kündigungsmöglichkeiten sind nach mathematischer Ausnutzungswahrscheinlichkeit enthalten. Zusätzlich zur Liquiditätsablaufbilanz wird auch die Liquidity-Coverage-
Ratio als Indikator für die Überwachung der kurzfristigen Liquiditätssituation eingesetzt. Per 31. Dezember 2024 beträgt diese auf konsolidierter Ebene 192,39 % (2023: 200,83 %) und ist damit deutlich höher als die für 2024 gesetzlich vorgegebene Mindestquote von 100 %.

(68) Operationelles Risiko
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft definiert operationelle Risiken als die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren und Systemen, Menschen oder infolge externer Ereignisse eintreten können. Diese Definition schließt auch das Rechtsrisiko ein.
Zur Ermittlung der Unterlegungskosten für operationelle Risiken in Säule 1 und auch Säule 2 verwendet die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft den Basisindikatoransatz.

Zur Identifikation von operationellen Risiken wird intern eine Schadensfalldatenbank in der Organisationseinheit Risikomanagement geführt, in der Schadensfälle aufgezeichnet werden. Zudem erfolgt die Risikoüberwachung neben eigenen Assessments durch die Berücksichtigung von Revisionsberichten, Risikoberichten (z.B. der IT), Beschwerden sowie durch eingemeldete Beinaheschäden. Vierteljährlich wird über die Schadensfälle an den Vorstand berichtet. Werden dabei Häufungen von bestimmten Schadensfällen festgestellt, wird unter Berücksichtigung von organisatorischen Zuständigkeiten ein Prozess gestartet, um aufgetretene Risiken zu reduzieren. Darüber hinaus verfügt die Bank über Notfallkonzepte, um in Krisenfällen verschiedenster Art den Betrieb der Bank aufrechterhalten zu können.
Transaktionen und Entscheidungen erfolgen ausschließlich unter Anwendung des Vier-Augen-Prinzips. Die Bank legt großen Wert auf gut geschulte, verantwortungsbewusste Mitarbeiter. Ein Internes Kontrollsystem, das mit Hilfe von Prozessmanagement-Software, Abfrage-Software, Risiko-Kontroll-Matrizen und Assessments Schadensfälle verhindern soll, ist eingerichtet.
Das Rechtsrisiko wird durch sorgfältige Vertragsgestaltung bzw. -prüfung in der hausinternen Rechtsabteilung sowie durch Einholung von Expertisen von spezialisierten Anwälten oder sonstigen Gutachten minimiert. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist die Anzahl der Schadensfälle als auch die Schadenshöhe auf niedrigem Niveau konstant geblieben.
Zur Bewertung der Cyberrisiken werden von der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft Informationen aus verschiedenen Quellen zusammengeführt. Dabei werden unter anderem die regelmäßigen OpKoord-Lagebilder (OpKoord = Operative Koordinierungsstruktur für Cybersicherheit in Österreich unter der organisatorischen Leitung des Bundesministeriums für Inneres) aktiv auf Relevanz für die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft geprüft und bei Bedarf gemeinsam mit den relevanten IT-Dienstleistern Maßnahmen definiert.
VI. Organe der Bank

Aufsichtsrat
Vorsitzender:
Mag. Othmar Nagl
(Generaldirektor OÖ Versicherung AG)
Stellvertretende Vorsitzende:
Dr. Heinrich Schaller
(Generaldirektor Raiffeisenlandesbank OÖ AG)
Mag. Dr. Michael Tissot
(Steuerberater)
Mitglieder:
Ing. Volkmar Angermeier
(Präsident des Aufsichtsrates
Raiffeisenlandesbank OÖ AG)
Dr.in Miriam Eder, MBA
(Leitung Controlling, Revision &
Compliance BBRZ-Gruppe)
Mag. Klaus Fürlinger
(Nationalratsabgeordneter, Rechtsanwalt)
Dr. Michael Glaser
(Vorstandsdirektor Raiffeisenlandesbank OÖ AG)
Mag. Horst Haudum
(Geschäftsführer OÖ Landesholding GmbH)
Mag.a Dr.in Elisabeth Kölblinger
(Steuerberaterin)
Mag. Reinhard Schwendtbauer
(Vorstandsdirektor Raiffeisenlandesbank OÖ AG)
Vom Betriebsrat entsandt:
Kurt Dobersberger
(Betriebsrats-Vorsitzender der Oberösterreichische
Landesbank Aktiengesellschaft)
Andrea Koppe BA, MBA
(Betriebsrats-Vorsitzender-Stellvertreterin der
Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft)
Claudia Kastenhofer
Mag.a Silvia Häusler
Roland Raab


Aufsichtskommissär des
Landes Oberösterreich:
Mag. Thomas Stelzer
(Landeshauptmann des Landes Oberösterreich)
Aufsichtskommissär-Stellvertreterin
des Landes Oberösterreich:
Mag.a Dr.in Christiane Frauscher, LL.B., MBA
(Geschäftsführerin OÖ Landesholding GmbH,
Landesfinanzdirektorin des Landes Oberösterreich)
Staatskommissär:
Hans-Georg Kramer, MBA, CFP
(Bundesministerium für Finanzen)
Staatskommissär-Stellvertreterin:
Mag.a Sigrid Part bis 31.12.2024
(Bundesministerium für Finanzen)
Mag.a Elena Guggenberger ab 1.2.2025
(Bundesministerium für Finanzen)
Vorstand
Vorstandsvorsitzender:
Mag. Klaus Kumpfmüller
Vorstandsmitglied:
Mag. Thomas Wolfsgruber
Deckungsstocktreuhänder
Deckungsstocktreuhänder:
Saxinger, Chalupsky & Partner Rechtsanwälte GmbH
VII. Anteilsbesitz
a) Vollkonsolidierte Unternehmen
Gesellschaft
Eigener Anteil*)
Bilanzstichtag
2024
2023
Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft, Linz
Konzernmutter
31.12.
OÖ HYPO Immobilien und Beteiligungen GmbH, Linz
100,0 %
100,0 %
30.9.
OÖ Hypo Leasinggesellschaft m.b.H., Linz
100,0 %
100,0 %
30.9.
OÖ Hypo Facility Management GmbH, Linz
100,0 %
100,0 %
30.9.
Hypo Immobilien Anlagen GmbH, Linz
100,0 %
100,0 %
30.9.
*) Stimmrechtsanteil = Kapitalanteil
b) Unternehmen, die nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen wurden
Gesellschaft
Eigener Anteil*)
Bilanzstichtag
2024
2023
Beteiligungs­ und Immobilien GmbH, Linz
25,0 %
25,0 %
30.9.
Beteiligungs­ und Wohnungsanlagen GmbH, Linz
25,0 %
25,0 %
30.9.
*) Stimmrechtsanteil = Kapitalanteil
c) Unternehmen mit einem Anteilsbesitz von mindestens 20 %, die nicht in den Konzernabschluss einbezogen wurden
Gesellschaft
Eigener Anteil*)
Vermö-
gens-
werte
Schulden
Erlöse
Jahres-
ergebnis
Bilanz
Bilanz-
stichtag
in TEUR
2024
2023
Betriebsliegenschaft Eferding 4070 GmbH, Linz
100,0 %
100,0 %
10.289
9.974
717
50
2024
30.9.
HYPO­IMPULS Immobilien GmbH, Linz
49,0 %
49,0 %
24.378
19.370
3.438
515
2023
31.12.
GEMDAT OÖ GmbH & Co KG, Linz
33,3 %
33,3 %
22.238
7.810
23.007
4.096
2023
31.12.
GEMDAT OÖ GmbH, Linz
30,0 %
30,0 %
817
441
836
38
2023
31.12.
Raiffeisen OÖ Invest GmbH, Linz
24,0 %
24,0 %
47
3
16
10
2024
30.9.
KEPLER­FONDS Kapitalanlage-
gesellschaft m.b.H., Linz
26,0 %
26,0 %
26.834
14.995
27.135
3.611
2023
31.12.
O.Ö. Kommunalgebäude­Leasing
Gesellschaft m.b.H., Linz
20,0 %
20,0 %
17.652
17.782
1.323
–4
2023
31.12.
O.Ö. Kommunal­Immobilienleasing GmbH, Linz
20,0 %
20,0 %
7.823
7.862
4.203
65
2023
31.12.
*) Stimmrechtsanteil = Kapitalanteil
VIII. Erklärung aller gesetzlichen
Vertreter zum Jahresfinanzbericht
(gemäß § 124 Abs. 1 Z 3 BörseG)
Der Vorstand der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft bestätigt nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.
Der Vorstand der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft bestätigt nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.
Linz, am 17. März 2025
Der Vorstand
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Mag. Klaus Kumpfmüller
Vorstandsvorsitzender
(Ärzte, Freie Berufe und Private Banking; Asset- und Liabilitymanagement/Treasury; Filialvertrieb; Großkundenbetreuung;
Kommerzkunden und Immobilienprojekte; Marketing; Nachhaltigkeit & Wertpapiere; OÖ Hypo Leasinggesellschaft m.b.H.; Personal;
Vertriebsunterstützung; Vorstandsbüro)
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Mag. Thomas Wolfsgruber
Vorstandsmitglied
(Controlling; Finanzierung; Immobiliengesellschaften; Informationstechnologie; Interne Revision; Rechnungswesen; Recht und Unternehmensentwicklung; Risikomanagement; Umwelt-, Sicherheits-, Infrastrukturmanagement)
IX. Bericht des Aufsichtsrates
Das ereignisreiche Jahr 2024 war geprägt von globalen Krisen, einer anhaltend schwächelnden Konjunktur sowie politischer Unsicherheit und geopolitischen Risiken. Die damit einhergehenden Herausforderungen konnte die HYPO Oberösterreich dank vorausschauender Planung und einer sehr guten Teamleistung meistern. Die HYPO Mehr-Wert-Strategie erwies sich dabei einmal mehr als verlässliche Orientierungshilfe und wurde im Rahmen der laufenden Evaluierung für die nächsten fünf Jahre bis 2030 neu definiert. Mit ihrem übergeordneten Ziel „Wachstum & Profitabilität“ legt sie die Basis für den kunden- und wachstumsorientierten Weg, den die HYPO Oberösterreich auch künftig beschreiten will.
Der Aufsichtsrat der HYPO Oberösterreich hat im Geschäftsjahr 2024 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Der Vorstand hat über die Lage und Entwicklung der Bank und des Konzerns regelmäßig und in umfassender Art und Weise berichtet.
Die Buchführung, der Jahresabschluss nach den Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuches (UGB) / Bankwesengesetzes (BWG), der Konzernabschluss nach den Bestimmungen der International Financial Reporting Standards (IFRS) zum 31. Dezember 2024, der Lagebericht sowie der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 sind von der KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft geprüft worden.
Die Prüfungen haben zu keinerlei Beanstandungen geführt und den gesetzlichen Vorschriften wurde voll entsprochen. Die uneingeschränkten Bestätigungsvermerke wurden damit erteilt.
Der Aufsichtsrat hat in der am 31. März 2025 abgehaltenen Sitzung den Jahresabschluss und den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024, den Lagebericht sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 geprüft. Der vom Vorstand erstellte Jahresabschluss wurde vom Aufsichtsrat gemäß § 96 Abs. 4 des Aktiengesetzes gebilligt. Dem Vorschlag des Vorstandes über die Gewinnverwendung wurde gefolgt.
Gerade in einem herausfordernden, dynamischen Umfeld ist die geleistete Arbeit von besonderer Bedeutung. Dank dafür gilt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Linz, im März 2025
Der Vorsitzende des Aufsichtsrates
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Othmar Nagl
X. Bericht des unabhängigen Abschlussprüfers
Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Konzernabschluss der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft, Linz, und ihrer Tochtergesellschaften („der Konzern“), bestehend aus der Konzernerfolgsrechnung, der Konzernbilanz zum
31. Dezember 2024, der Entwicklung des Konzerneigenkapitals und der Konzernkapitalflussrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2024 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB sowie § 59a BWG.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 (im Folgenden
AP-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens-, bank- und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum dieses Bestätigungsvermerkes ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Werthaltigkeit von Forderungen an Kunden, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden
Das Risiko für den Abschluss
Die Forderungen an Kunden, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert sind, umfassen in der Bilanz einen Betrag in Höhe von 6.221 Mio. EUR. Für diese Forderungen wurde eine Risikovorsorge in Höhe von 44,6 Mio. EUR gebildet.
Der Vorstand der Oberösterreichische Landesbank
Aktiengesellschaft erläutert die Vorgehensweise bei der Ermittlung der Risikovorsorgen in den Notes zum Konzernabschluss im Abschnitt Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden (siehe Unterabschnitt „Schätzungen, Ermessensentscheidungen und Beurteilung des Managements“ und „Risikovorsorgen“).
Einzelvorsorgen werden für Kunden gebildet, bei denen ein Ausfallereignis identifiziert wurde (Stufe 3 – Risikovorsorge). Die individuell durchgeführte Ermittlung der Höhe der Einzelvorsorgen für signifikante Kunden mit Ausfallereignis unterliegen wesentlichen Annahmen und Schätzungen. Diese ergeben sich durch die wirtschaftliche Lage und Entwicklung des Kunden sowie durch die Bewertung von Kreditsicherheiten, da diese Auswirkungen auf die Höhe und den Zeitpunkt der erwarteten zukünftigen Cashflows mit sich bringen. Pauschale Einzelvorsorgen, die für nicht signifikante ausgefallene Kunden gebildet werden, basieren auf Modellen und statistischen Parametern.
Nicht ausgefallene Kunden sind der Stufe 1 – Bildung einer Portfoliowertberichtigung in Höhe des erwarteten 12-Monats-Kreditverlustes – oder bei einer signifikanten Erhöhung des Kreditrisikos der Stufe 2 – Bildung einer Portfoliowertberichtigung in Höhe des über die (gesamte) Laufzeit erwarteten Kreditverlustes – zuzuordnen. Diese nach statistischen Methoden gebildeten Vorsorgen basieren auf Modellen und statistischen Parametern und beinhalten daher Ermessensentscheidungen und Schätzunsicherheiten.
Das Risiko für den Abschluss liegt darin, dass der
Ermittlung der Risikovorsorge unter Berücksichtigung der aktuell schwierigen Entwicklungen – insbesondere im Bereich der Immobilienprojektfinanzierungen – in bedeutendem Ausmaß Schätzungen und Annahmen zugrunde liegen, aus denen sich Ermessensspielräume und Schätzunsicherheiten in Bezug auf die Höhe der Risikovorsorgen ergeben.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Bei der Prüfung der Werthaltigkeit von Forderungen an Kunden haben wir folgende wesentliche Prüfungshandlungen durchgeführt:
● Wir haben die Prozesse im Kreditrisikomanagement erhoben und beurteilt, ob diese geeignet sind,
Kreditausfälle rechtzeitig zu identifizieren und Vorsorgen in angemessener Höhe zu bilden. Wir haben ausgewählte Schlüsselkontrollen auf ihre Ausgestaltung und Umsetzung sowie in Stichproben auf ihre Wirksamkeit hin getestet.
● Wir haben anhand einer Stichprobe an Krediten überprüft, ob Indikatoren für Ausfälle bestehen bzw. ob Ausfallereignisse zeitgerecht erkannt wurden. Die Auswahl dieser Stichprobe erfolgte hierbei risikobasiert unter besonderer Gewichtung der Ratingstufen, Ratingveränderungen und Branchen mit höherem Ausfallrisiko. Ein Fokus wurde hierbei auf den Bereich der
Finanzierung des Segments Commercial Real Estate gelegt. Bei festgestellten Ausfällen wurden die getroffenen Einschätzungen des Managements hinsichtlich der zukünftigen Zahlungsströme und Annahmen – unter Berücksichtigung der Nachweise zur wirtschaftlichen Lage und Entwicklung des Kunden sowie der
Bewertung der Kreditsicherheiten – auf ihre Angemessenheit hin geprüft.
● Wir haben auf Basis von Testfällen die Bewertung von Immobiliensicherheiten unter der Einbindung von Bewertungsspezialisten beurteilt.
● Wir haben im Bereich der pauschalen Einzelvorsorgen für nicht bedeutsame ausgefallene Forderungen die angewendeten Berechnungsmodelle unter Einsatz von internen Financial Risk Management Spezialisten dahingehend beurteilt, ob diese geeignet sind, den
Risikovorsorgebedarf in angemessener Art und Weise zu ermitteln.
● Bei den Portfoliovorsorgen haben wir die angewendeten Berechnungsmodelle einschließlich der verwendeten Inputparameter und Stufenzuordnungen sowie makroökonomischen Prognosen dahingehend beurteilt, ob diese geeignet sind, den Risikovorsorgebedarf in angemessener Art und Weise zu ermitteln. Weiters wurde die Auswahl und die Bemessung von zukunftsgerichteten Schätzungen und Szenarien analysiert und deren Berücksichtigung in der Parameterschätzung nachvollzogen. Es wurden vereinzelt automatische Kontrollen, welche dem Berechnungsmodell zugrunde liegen, auf ihre Wirksamkeit hin beurteilt. Hierfür haben wir unsere Financial Risk Management Spezialisten einbezogen.
● Die rechnerische Richtigkeit der statistischen Vorsorgen haben wir, auf Basis einer Stichprobe, durch eine Nachberechnung der entsprechenden Vorsorgen nachvollzogen.
Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle
Verbindlichkeiten (Level 3)
Das Risiko für den Abschluss
Der Konzern bilanziert erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Verbindlichkeiten mit einem Betrag von 2.086 Mio. EUR (davon Level 3 2.049 Mio. EUR).
Der Vorstand der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft beschreibt die Vorgehensweise bei der Kategorisierung von Finanzinstrumenten und bei der Ermittlung von beizulegenden Zeitwerten von Finanzinstrumenten in den Notes zum Konzernabschluss in Abschnitt Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
(siehe Unterabschnitt „Finanzinstrumente“).
Das Risiko für den Abschluss besteht darin, dass die Bewertung von zum Fair Value bilanzierten Verbindlichkeiten anhand von am Markt nicht beobachtbaren Bewertungsparametern (Level 3-Kategorie) auf Grund der starken Abhängigkeit von Bewertungsmodellen und Parameterschätzungen (z.B.: Credit Spread) in einem hohen Ausmaß ermessensbehaftet ist.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Bei der Prüfung der erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten (Level 3) haben wir folgende wesentliche Prüfungshandlungen durchgeführt:
● Wir haben den diesbezüglichen Prozess in der Abteilung Treasuryservice erhoben und beurteilt, ob dieser geeignet ist, den beizulegenden Zeitwert bei diesen
Instrumenten korrekt zu ermitteln. Die Schlüsselkontrollen haben wir hinsichtlich ihrer Ausgestaltung und Umsetzung und in Stichproben auf ihre Wirksamkeit hin getestet.
● Wir haben in Testfällen überprüft, ob die Kategorisierung (Level-Zuordnung) der finanziellen Verbindlichkeiten angemessen vorgenommen wurde.
● Als Teil des Prüfungsteams haben wir bei der Prüfung der zum Fair Value bewerteten und bilanzierten Verbindlichkeiten (Level 3) Finanzmathematiker eingesetzt, welche die Bewertungsmodelle und die von der Bank getroffenen Annahmen sowie die wesentlichen Parameter hinsichtlich Marktkonformität und Angemessenheit beurteilt haben. Zudem wurden die Fair Values in Testfällen nachgerechnet.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir geben keine Art der Zusicherung darauf.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum des Bestätigungsvermerks des Abschlussprüfers erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbei
ten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für
die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür,
dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie
in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB sowie § 59a BWG ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die
Überwachung des Rechnungslegungsprozesses
des Konzerns.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
● Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
● Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
● Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
● Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
● Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
● Wir planen die Konzernabschlussprüfung und führen sie durch, um ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftsbereiche innerhalb des Konzerns zu erlangen als Grundlage für die Bildung eines Prüfungsurteils zum Konzernabschluss. Wir sind verantwortlich für die An
leitung, Beaufsichtigung und Durchsicht der für Zwecke der Konzernabschlussprüfung durchgeführten Prüfungstätigkeiten. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.
● Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
● Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben und uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte austauschen, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
● Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche
Anforderungen
Bericht zum Konzernlagebericht
Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach § 243a UGB zutreffenden Angaben, und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.

Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld haben wir keine wesentlichen fehlerhaften Angaben im Konzernlagebericht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 AP-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 26. April 2023 als Abschlussprüfer gewählt und am 26. April 2023 vom Aufsichtsrat mit der Abschlussprüfung der Gesellschaft für das am 31. Dezember 2024 endende Geschäftsjahr beauftragt.
Wir sind ohne Unterbrechung seit dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 1997 Abschlussprüfer der Gesellschaft.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt
„Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der
AP-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der AP-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Christian Grinschgl.
Linz
19. März 2025
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
qualifiziert elektronisch signiert:
Mag. Christian Grinschgl
Wirtschaftsprüfer
Jahresabschluss
nach unternehmensrechtlichen Vorschriften
Kennzahlenüberblick
Bilanzsumme
8.612
Millionen Euro
2023: 8.550 Mio. Euro
Forderungen an Kunden
6.710
Millionen Euro
2023: 6.305 Mio. Euro
Verbriefte Verbindlichkeiten
4.764
Millionen Euro
2023: 4.473 Mio. Euro
EGT
39,5
Millionen Euro
2023: 50,3 Mio. Euro
Betriebsergebnis
68,7
Millionen Euro
2023: 59,2 Mio. Euro

ROE (Return on Equity)
8,4
Prozent
2023: 11,2 Prozent
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
2.941
Millionen Euro
2023: 2.949 Mio. Euro
Provisionsergebnis
20,2
Millionen Euro
2023: 18,5 Mio. Euro
Kernkapitalquote
12,4
Prozent
2023: 12,8 Prozent
Lagebericht
1. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
Gutes Ergebnis trotz schwierigem Umfeld
Die HYPO Oberösterreich kann auf ein gutes Geschäftsjahr 2024 zurückblicken. Die „HYPO Mehr-Wert-Strategie 2025“ erwies sich auch im letzten Jahr ihres Gültigkeitszeitraums als solides Fundament und wurde weiter konsequent umgesetzt.
Die Bilanzsumme konnte auf 8.611,7 Millionen Euro (2023: 8.549,5 Millionen Euro) erhöht werden. Die Betriebserträge konnten – insbesondere durch hohe Beteiligungs- und Nettozinserträge – auf +135,4 Millionen Euro (2023: +125,1 Millionen Euro) gesteigert werden. Die Betriebsaufwendungen sind auf –66,7 Millionen Euro (2023: –65,9 Millionen Euro) gestiegen. Somit ist das Betriebsergebnis im Vergleich zum Vorjahr deutlich auf +68,7 Millionen Euro (2023: +59,2 Millionen Euro) gewachsen. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sank auf +39,5 Millionen Euro (2023: +50,3 Millionen Euro). Der Rückgang lag vor allem an der Erhöhung der Kreditrisikovorsorge.
Wesentliche Erfolgsfaktoren waren eine erneute Steigerung des Finanzierungsvolumens, ein starkes Veranlagungsgeschäft, insbesondere bei den Kundeneinlagen, sowie ein sehr gutes Zins- und Provisionsergebnis.
Neuer Höchststand bei Kreditgeschäft
Die HYPO Oberösterreich hat ihre bemerkenswerte
Stellung als Kreditbank 2024 in einem anspruchsvollen Marktumfeld weiter ausgebaut. Das Finanzierungsvolumen erhöhte sich um +6,4 Prozent auf 6.710,5 Millionen Euro (2023: 6.304,9 Millionen Euro). Das Wachstum im Finanzierungsvolumen erhöhte sich im Ausmaß von +405,6 Millionen Euro. Hauptverantwortlich für die Ausweitung des Finanzierungsvolumens war das Kundensegment Großkunden (darin enthalten sind Großwohnbau, Öffentliche Institutionen, Kommerzkunden und Immobilienprojekte sowie kirchliche und soziale Organisationen), in dem sich das Volumen um +12,3 Prozent auf 4.065,1 Millionen Euro (2023: 3.618,6 Millionen Euro) erhöhte.
Die sehr gute Marktpositionierung der HYPO Oberösterreich als Kreditbank zeigt sich auch in ihrer Stellung als Wohnbaubank. Trotz der weiterhin sehr herausfordernden Rahmenbedingungen für die private Wohnimmobilienfinanzierung wurde im privaten, frei finanzierten Wohnbau ein Neuvolumen von 185,0 Millionen Euro und damit eine Steigerung zum Vorjahr um +1,9 Prozent erzielt.
Die Risikovorsorgen zum Bilanzstichtag wurden, bedingt durch die herausfordernde Marktlage, insbesondere im Immobiliengeschäft und der Industrie, auf 48,6 Millionen Euro (2023: 31,2 Millionen Euro) angehoben. Die Kreditrisikokennzahlen der HYPO Oberösterreich weisen weiterhin gute Werte auf. Die wichtige NPL (Non performing loans)-Ratio betrug mit Ende 2024 2,41 Prozent (2023: 1,28 Prozent) und liegt damit gemäß des Risk Dashboards der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) immer noch klar im Low-Risk-Bereich (unter 3 Prozent).
Weitere Stärkung des Kapitalmarktauftritts
Der Emissionsplan 2024 sah mit 555,0 Millionen Euro die Refinanzierung der Wachstumsstrategie sowie insbesondere der Fälligkeiten der langfristigen Tendergeschäfte der Europäischen Zentralbank (EZB) in Höhe von 200,0 Millionen Euro vor. Mit einem Volumen von 606,7 Millionen Euro konnte der Plan übererfüllt werden.
Kernelement war eine für das zweite Halbjahr anvisierte, hypothekarisch besicherte Pfandbriefemission im Volumen von 250,0 Millionen Euro. Dank intensiver Investorenarbeit im Vorfeld der Platzierung konnte dieser Pfandbrief trotz herausfordernder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen Anfang Oktober mit einer Laufzeit von knapp sechs Jahren zu einem Spread von Mid-Swap +48bp erfolgreich begeben werden. Mit einem Orderbuch von über 500 Millionen Euro und Investoren aus Österreich, Deutschland, Skandinavien, Frankreich und Luxemburg wurde die Position der HYPO Oberösterreich als starker Partner und vertrauenswürdiger Player am Kapitalmarkt bestätigt.
Darüber hinaus konnte mit einem Volumen von 171,1 Millionen Euro an Wohnbau-Wandelschuldverschreibungen (Wohnbauanleihen) die führende Position in diesem Segment eindrucksvoll unter Beweis gestellt werden. Das Volumen der verbrieften Verbindlichkeiten erhöhte sich insgesamt um +6,5 Prozent auf 4.763,7 Millionen Euro (2023: 4.472,7 Millionen Euro).
Stabile Entwicklung bei den Kundeneinlagen
Bei der Entwicklung der Kundeneinlagen zeigten sich 2024 Unterschiede in den Kundensegmenten. Bei den Privatkunden konnten analog zu 2023 starke Zuwächse verzeichnet werden. Besonders nachgefragt waren gebundene Einlagen. Von institutionellen Großkunden wurde zum Stichtag hingegen geringere Liquidität geparkt.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden fielen auf hohem Niveau geringfügig um –0,3 Prozent auf 2.940,6 Millionen Euro (2023: 2.948,9 Millionen Euro). In Kombination mit dem Emissionsvolumen verfügt die Bank damit weiterhin über eine ausgezeichnete Liquiditätsausstattung, um den definierten Wachstumskurs fortzusetzen.
Stabiles Zins- und Provisionsergebnis
Der Nettozinsertrag erhöhte sich um +3,7 Prozent auf +90,8 Millionen Euro (2023: +87,6 Millionen Euro). Hauptverantwortlich dafür waren die Geschäftsausweitung und die Verbesserung der Margen. Die Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen stiegen auf +23,2 Millionen Euro (2023: +15,0 Millionen Euro). Hauptverantwort
lich für die Erhöhung war die Hebung stiller Reserven bei einer Tochtergesellschaft in Höhe von 10,0 Millionen Euro.
Das Provisionsgeschäft der Bank konnte um +9,2 Prozent ausgebaut werden und betrug im Jahr 2024 +20,2 Millionen Euro (2023: +18,5 Millionen Euro).
Das Ergebnis aus Finanzgeschäften belief sich auf +0,9 Millionen Euro (2023: +3,7 Millionen Euro). Die sonstigen betrieblichen Erträge blieben konstant bei +0,3 Millionen Euro (2023: +0,3 Millionen Euro). Die Betriebserträge verzeichneten einen Anstieg um +8,3 Prozent auf +135,4 Millionen Euro (2023: +125,1 Millionen Euro).
Die Betriebsaufwendungen wuchsen um +1,2 Prozent
auf –66,7 Millionen Euro (2023: –65,9 Millionen Euro). Hauptursachen dafür waren insbesondere die kollektivvertraglichen Gehaltssteigerungen sowie indexbedingte Anpassungen bei den übrigen Aufwendungen. Insgesamt führte das zu einem um +16,1 Prozent höheren Betriebsergebnis in Höhe von +68,7 Millionen Euro (2023: +59,2 Millionen Euro).
Die Zuführungen zu den Risikovorsorgen wurden im Vergleich zu 2023 aufgrund der sich verschlechterten Rahmenbedingungen insbesondere in der Immobilienbranche deutlich erhöht. Sie schlugen 2024 mit –30,6 Millionen Euro zu Buche (2023: –14,5 Millionen Euro). Demgegenüber führten die Realisierung und Bewertung von Wertpapieren auch 2024 zu einem positiven Beitrag von +1,6 Millionen Euro (2023: +4,2 Millionen Euro). Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sank damit auf +39,5 Millionen Euro (2023: +50,3 Millionen Euro). Der Jahresüberschuss sank auf +33,3 Millionen Euro (2023: +39,4 Millionen Euro).
Die Eigenkapitalrentabilität (ROE) betrug damit 2024
8,4 Prozent (2023: 11,2 Prozent). Diese berechnet sich aus dem Quotienten aus dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und dem Eigenkapital zum Stichtag.
Eigenmittelausstattung
Die Eigenmittel stellten sich gemäß Capital Requirements Regulation (CRR) wie folgt dar:
in Millionen Euro
31.12.2024
31.12.2023
Solvabilitäts­Bemessungsgrundlage
(Gesamtrisikobetrag)
3.705,9
3.439,8
Mindesteigenmittelerfordernis (8 %)
296,5
275,2
hartes Kernkapital IST =
Kernkapital IST
461,1
438,8
harte Kernkapitalquote =
Kernkapitalquote
12,4 %
12,8 %
Ergänzende Eigenmittel IST
70,4
70,0
Ergänzende Eigenmittel
1,9 %
2,0 %
Gesamtkapital IST
(regulatorische Eigenmittel)
531,5
508,8
Gesamtkapitalquote
14,3 %
14,8 %
Eigenmittelüberschuss
235,0
233,6
Unter Berücksichtigung einer geplanten Dividende wurden 27,6 Millionen Euro den Rücklagen zugeführt. Dadurch konnten die regulatorischen Eigenmittel auf 531,5 Millionen Euro (2023: 508,8 Millionen Euro)
gesteigert und die durch das Wachstum steigenden Eigenmittelanforderungen ausgeglichen werden. Wegen eines Anstiegs des Gesamtrisikobetrags auf 3.705,9 Millionen Euro (2023: 3.439,8 Millionen Euro), verringerte sich die Gesamtkapitalquote auf 14,3 Prozent (2023: 14,8 Prozent).
Gemäß SREP-Bescheid aus dem Jahr 2022 besteht zum 31. Dezember 2024 ein zusätzliches Eigenmittelerfordernis von 0,9 Prozent (2023: 0,2 Prozent).
Zu den Angaben zu eigenen Aktien gemäß § 243 Abs. 3
Z 3 UGB wird auf den Anhang verwiesen.
Die HYPO Oberösterreich verfügt per 31. Dezember 2024 über ein Minimum Requirement for Own Funds and Eligible Liabilities (MREL) in Höhe von 2.257,4 Millionen Euro (2023: 1.987,8 Millionen Euro).
Total Risk Exposure Amount (TREA)
Bei einem MREL-SOLL von 718,4 Millionen Euro (2023: 610,4 Millionen Euro) ergibt sich daraus ein MREL-Surplus von 1.539,0 Millionen Euro (2023: 1.377,4 Millionen Euro).
Leverage Ratio Exposure (LRE)
Bei einem MREL-SOLL von 477,8 Millionen Euro (2023: 471,6 Millionen Euro) ergibt sich daraus ein MREL-Surplus von 1.779,6 Millionen Euro (2023: 1.516,1 Millionen Euro).

Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem
in Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess
Der Vorstand stellt mit Einrichtung und Ausgestaltung eines internen Kontroll- und Risikomanagementsystems sicher, dass unternehmerische Sachverhalte und Geschäftsfälle ordnungsgemäß erfasst, aufbereitet, beurteilt und in weiterer Folge vollständig, korrekt und periodengerecht bilanziert werden. Weiters ist damit sichergestellt, dass Vermögensgegenstände und Schulden im Jahresabschluss korrekt angesetzt, ausgewiesen und bewertet werden.
Alle Aufgaben und Zuständigkeiten des Rechnungslegungsprozesses sind chronologisch in einem Prozessmodellierungssystem erfasst. Die Funktionen im Rechnungslegungsprozess sind klar getrennt. Die wesentlichen Risiken sowie die entsprechenden internen Kontrollen sind nachvollziehbar dokumentiert. Die festgelegten Kontrollen werden regelmäßig auf ihre Effektivität geprüft und evaluiert. Einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind vorgegeben. Gesetzliche Neuerungen werden laufend überwacht und in Abstimmung mit allen betroffenen Bereichen umgesetzt. Die Ablauforganisation für die Erstellung der Abschlüsse folgt einer koordinierten Vorgehensweise und definierten Schnittstellen. Erst nach Durchführung der Kontrollen auf allen Stufen erfolgt die Freigabe des Jahresabschlusses. Eine integrierte Reporting-Software gewährleistet eine in sich abgestimmte, validierte und automatisierte Berichtserstellung sämtlicher rechtlich geforderter Abschlussinformationen im Vier-Augen-Prinzip.
Für die Einhaltung der IT-Sicherheit in Bezug auf alle relevanten Rechnungslegungssysteme wurden entsprechende Kontrollmaßnahmen implementiert. Zusätzlich werden IT-Berechtigungen für sensible Tätigkeiten restriktiv vergeben.
Zudem erfolgt eine regelmäßige Überprüfung der Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems durch die Interne Revision.
Filialen & HYPO DirektPlus
Die HYPO Oberösterreich betrieb im Jahr 2024 das ServiceCenter Landstraße in Linz sowie zehn weitere Filialen. Bis auf eine Filiale in Wien befinden sich alle Filialen in Oberösterreich. Dabei werden fünf Filialen in den Bezirkshauptstädten Schärding, Ried, Vöcklabruck, Wels und Steyr geführt, fünf Filialen in Linz.
Der Standort der Filiale in Wien wurde im August 2024 in den vierten Gemeindebezirk Wien-Wieden verlegt und in der Prinz-Eugen-Straße 8 neu eröffnet. Der Umbau der Filiale Linz-Bindermichl wurde im Oktober 2024 gestartet, die Filiale wurde für den Zeitraum der Bauarbeiten in ein Ausweichquartier in der Stadlerstraße 19 übersiedelt.
HYPO DirektPlus
In Ergänzung zum stationären Filialvertrieb bietet die HYPO Oberösterreich seit September 2024 die digitale Plattform „HYPO DirektPlus“ an. Dieses österreichweit angebotene Online-Betreuungsformat ermöglicht digitalaffinen Neu- und Bestandskund*innen, Online-Banking und persönliche, individuelle Beratung durch speziell ausgebildete Kundenbetreuer*innen kombiniert zu nutzen.
Forschung und Entwicklung
Die Digitalisierung ist längst mehr als ein Trend – inzwischen prägt sie die Wirtschaft in nahezu allen Bereichen. Für die Bankenwelt eröffnen sich dank des rasanten digitalen Fortschritts einerseits neue Möglichkeiten für effizientere Prozesse und personalisierte Dienstleistungen, andererseits verändert sich auch die Erwartungshaltung der Kund*innen an die Interaktion mit ihrer Bank. Ziel der HYPO Oberösterreich ist es in dieser Hinsicht, innovative Lösungen zu entwickeln, die den Bedürfnissen ihrer Kund*innen gerecht werden, und sich als zukunftsfähige Partnerin im digitalen Zeitalter zu positionieren.
HYPO Wallet
2024 wurde mit HYPO Wallet eine neue Mobile Payment-Anwendung der HYPO Oberösterreich eingeführt, sie ersetzt die bisherige HYPO ELBA-pay App. Neben zahlreichen praktischen Funktionen – wie dem kontaktlosen Bezahlen per NFC, dem bequemen Geldtransfer von Person zu Person oder dem Verwalten digitaler Kundenkarten externer Dienstleister, wie etwa Handelsketten – bietet sie eine benutzerfreundlichere Oberfläche und ein optimiertes Nutzungserlebnis. Die HYPO Wallet ist sowohl auf Android- als auch iOS-Geräten verfügbar. Das mobile Bezahlen mit Debit- oder Kreditkarte ist mit Android-Geräten möglich, iOS-Nutzer*innen bezahlen weiterhin ausschließlich mit Apple Pay.
Im Zuge der Einführung von HYPO Wallet wurden auch Prozessänderungen beim Hinzufügen einer Karte zu Apple Pay umgesetzt, um sowohl die Sicherheit als auch das Nutzungserlebnis zu optimieren: Nunmehr ist für die Integration einer neuen Karte in Apple Pay die HYPO Mein ELBA-App am selben Endgerät erforderlich. Die Bestätigung erfolgt nun mittels pushTAN.
HYPO Mein ELBA-App
Auch die HYPO Mein ELBA-App wurde 2024 um neue Funktionen erweitert. Dabei wurde auf die Einarbeitung von Kundenfeedback Wert gelegt. Neu ist etwa die Möglichkeit, das Überweisungslimit anzupassen, die Profilinformationen zu bearbeiten und Fremdbankkonten in die App einzubinden. Die Funktionen zur Kontaktaufnahme mit dem*der persönlichen Berater*in wurden um die Möglichkeit erweitert, einen Beratungstermin direkt in der App zu vereinbaren oder einen Rückruf anzufordern.
Künstliche Intelligenz
Im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) wurden 2024 Wege gesucht, KI nutzbringend in das tägliche Arbeiten einzubeziehen. So steht Kund*innen, die ihr Spar- oder Girokonto eigenhändig online eröffnen möchten, nun auch das sogenannte „Foto-Ident-Verfahren“ zur Verfügung. Dabei wird ein Ausweisdokument fotografiert und die Kundenidentität anschließend mit einem Selfie bestätigt. Dieses Verfahren ist KI-gestützt und gleicht das Foto am Ausweis mit dem Selfie ab. Abgeschlossen wird der
Legitimierungsprozess mit einer qualifizierten elektronischen Signatur.
Darüber hinaus wurden im Projekt „KI und die HYPO OOE“ die Anwendungsfälle und Grenzen der künstlichen Intelligenz ausgelotet. Die gewonnenen Erkenntnisse wird die Bank für zukünftige Entwicklungen einsetzen, um das Kundenerlebnis weiter zu verfeinern. Dazu zählen individualisierte Angebote oder KI-unterstützte Bewertungs- und Validierungsprozesse, die einen noch reibungsloseren digitalen Abschluss ermöglichen.
HYPO DirektPlus
Um die Bedürfnisse digitalaffiner Kund*innen noch besser abdecken zu können, bietet die HYPO OÖ seit September 2024 unter der Marke „HYPO DirektPlus“ ein digitales Betreuungsformat an, wodurch sie ihr Wachstum im Privatkundengeschäft fortsetzen kann (siehe Unterpunkt „Filialen & HYPO DirektPlus“).
Für HYPO DirektPlus wurde im vierten Quartal 2024 eine neue e2e-Strecke für Online-Depoteröffnungen konzipiert. Diese ermöglicht Neukund*innen auf hypodirektplus.at ein Wertpapierdepot inklusive Girokonto selbstständig zu eröffnen. Der gesamte Prozess samt Online-Legitimierung erfolgt dabei innerhalb weniger Minuten.
Wohnkreditservice
Eine weitere Neuerung stellte 2024 die Entwicklung des digitalen Wohnkreditservice samt einer effizienten „Customer Journey“ dar. Kund*innen können mit dem Wohnkreditservice einen Finanzierungsplan zu einer konkreten Immobilie erstellen lassen und in weiterer Folge einen Kredit beantragen – in einer gesicherten Umgebung mit eigenem Login.
Auch im Jahr 2025 möchten wir unsere digitalen Angebote weiter verbessern. So wird ein wesentlicher Fokus auf der Einführung von INFINITY, dem neuen Electronic Banking Portal für Firmenkunden, liegen. Diese webbasierte Plattform wird das bestehende ELBA mbs ablösen.
2. Gesamtwirtschaftliches Umfeld
und Kapitalmärkte
Wachstum weiter gebremst
Nach wie vor prägten die zwei großen Kriegsschauplätze das Geschehen des Jahres 2024. In der Ukraine führte Russland seinen Angriffskrieg weiter fort. Noch zeichnet sich kein Ende des Konflikts ab, auch wenn der neue US-Präsident Donald Trump eine Lösung innerhalb der ersten Monate nach Amtsantritt versprochen hat.
Auch im Gazastreifen und dem Libanon wurde der dortige Konflikt zwischen Israel, den Hamas-Terroristen und der Hisbollah-Miliz das gesamte Jahr über weiter fortgeführt. Dem israelischen Militär und den Geheimdiensten gelang die Eliminierung mehrerer hochrangiger Anführer der Hamas, was die Lage der Terrororganisation deutlich verschlechterte. Noch unter der Initiative des scheidenden US-Präsidenten Joe Biden kam es rund um das Jahresende zu Verhandlungen über eine Waffenruhe und den Austausch von Geiseln und Gefangenen, die Anfang 2025 erfolgreich abgeschlossen wurden.
Ende November begann nach Jahren der Herrschaft des syrischen Machthabers Bashar Al-Assad eine Offensive von islamistischen Milizen, die das Militärregime völlig überraschte. Innerhalb von knapp zwei Wochen wurden unzählige Städte erobert und es kam zum Sturz des Regimes. Al-Assad floh nach Russland und die Islamisten übernahmen die Kontrolle im Land. Obwohl die neuen Machthaber aus einem Zweig der Terrororganisation Al-Quaida hervorgegangen sind, scheint unter ihrer Führung eine friedlichere Zeit für das gebeutelte Syrien anzubrechen. Gepaart mit den Friedensbemühungen im Gazastreifen könnte 2025 daher ein vorläufiges Ende der Nahostkonflikte mit sich bringen.
Neben diesen Konflikten blickte die Weltöffentlichkeit auch mit Spannung auf die Vereinigten Staaten von Amerika, in denen Anfang November 2024 ein neuer Präsident gewählt wurde. Donald Trump wurde zum 47. Präsident der USA gewählt und kündigte bereits im Wahlkampf radikale Maßnahmen an, die von Massenabschiebungen illegaler Einwanderer über massive Strafzölle für Warenimporte bis zu dem Vorhaben der Einverleibung Grönlands reichen. Diese disruptive Politik stellt die Welt vor große Herausforderungen und wird mit Sicherheit das Jahr 2025 prägen.
Die Weltwirtschaft wächst in diesem Umfeld weiterhin eher verhalten, nachdem auch die monetäre Politik vieler Notenbanken eher restriktiv ausfällt und Zinssenkungen erst in der zweiten Jahreshälfte auf dem Plan standen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostizierte im Januar 2025 für das Gesamtjahr 2024 ein Wachstum von +3,2 Prozent, was weiterhin unter dem historischen Durchschnitt seit dem Jahr 2000 von +3,8 Prozent liegt. Für 2025 und 2026 wird ein leicht höheres Plus von +3,3 Prozent vorhergesagt. Die Teuerungsraten sind weiter rückläufig, sollten laut IWF im Jahr 2024 bei 5,7 Prozent liegen. In den beiden Folgejahren wird eine weitere Abschwächung vorhergesagt, nach 4,2 Prozent im Jahr 2025 sollte die Preissteigerung 2026 nur mehr 3,5 Prozent betragen.
Die wirtschaftliche Lage könnte aber auf den beiden Seiten des Atlantiks nicht unterschiedlicher sein. Europa litt auch im Jahr 2024 unter einem sehr geringen Wachstum. Die Eurozone konnte nur ein Plus von +0,8 Prozent verzeichnen, Deutschland landete 2024 sogar in einer Rezession mit –0,2 Prozent. Auch für 2025 wird nur eine leichte Verbesserung mit einem Zuwachs von +1,0 Prozent für die Eurozone prognostiziert. Wesentlich robuster zeigte sich wieder einmal die Wirtschaft in den Vereinigten Staaten. Enorm niedrige Arbeitslosenraten und der stabile Konsum führten 2024 laut IWF zu einem Wirtschaftswachstum von +2,8 Prozent. Unterstützt durch die wirtschaftsfreundliche Politik von Donald Trump wird auch für 2025 ein Plus von +2,7 Prozent erwartet.
Österreich ist im Sog Deutschlands eines der Schlusslichter der Europäischen Union beim Wirtschaftswachstum und mitten in der Rezession. Die Winterprognose des Instituts für Höhere Studien (IHS) vom vierten Quartal 2024 sieht aufgrund der anhaltenden Krise der Bauwirt
schaft und der schwächelnden Automobilzulieferbranche für das Jahr 2024 eine um –0,9 Prozent schrumpfende Wirtschaftsleistung. Unterstützt von sinkenden Zinsen und einer leichten Aufhellung der Konsumstimmung wird für 2025 wieder ein leichtes Plus von +0,7 Prozent erwartet, das sich im Jahr 2026 auf +1,3 Prozent steigern dürfte.
Inflation stabilisiert sich
Das Jahr 2024 war von einer deutlichen Stabilisierung der Inflationsraten geprägt. Durch das Ausbleiben von externen Schocks gab es keine Verwerfungen bei Rohstoffpreisen. Die höheren Zinsniveaus trugen ebenfalls zur weiteren Eindämmung der Teuerungsraten bei. Von 2,9 Prozent per Ende 2023 ging die Inflationsrate in der Eurozone bis auf 1,7 Prozent Ende September zurück. Durch die beginnende geldpolitische Lockerung der
Europäischen Zentralbank (EZB) war damit aber vorerst der Tiefpunkt erreicht. Bis zum Jahresende stieg die Teuerungsrate wieder auf 2,4 Prozent an. Sehr viel deutlicher fiel der Rückgang in Österreich aus, nachdem bei einem hohen Niveau von 5,6 Prozent gestartet wurde. Auch hier lag der Tiefpunkt Ende September bei 1,8 Prozent, das Jahr 2024 wurde dann mit einer Inflationsrate von 2,0 Prozent beendet. In den USA gab es eine sehr ähnliche Entwicklung wie in Europa, von 3,1 Prozent im Januar 2024 ging es bis September abwärts auf 2,4 Prozent. Zum Jahresende kam es wieder zu einem leichten Aufschwung der Inflationsrate bis auf 2,9 Prozent.
Geldmarktzinsen werden gesenkt
Nachdem im Jahr 2023 sowohl von Seiten der EZB wie auch der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (FED) der Zinsgipfel erreicht wurde, stand das Jahr 2024 im Zeichen von Zinssenkungen. Der Rückgang der Inflation und das nur äußerst zaghafte Wachstum bewegten die EZB dazu, den Einlagensatz, zu dem die Geschäftsbanken Geld bei der Notenbank parken, im Juni erstmals seit 2019 zu senken. Von einem Ausgangswert von 4,0 Prozent ging es in 0,25-Prozent-Schritten bis zum Jahresende auf 3,0 Prozent nach unten. Damit begann die EZB auch erstmals in ihrer Geschichte einen Zinssenkungszyklus vor ihrem Gegenstück aus den USA. Jenseits des Atlantiks wurden die Zinsen zum ersten Mal im September gesenkt. Analog zum Einlagensatz gab es auch beim Leitzins vier Zinsschritte nach unten. Bei ihrer Sitzung im September passte die EZB allerdings die Differenz zwischen Einlagensatz und Leitzins an, so dass der Leitzins einmalig um –0,6 Prozent gesenkt wurde, um den neuen Abstand von 0,15 Prozent zu erreichen. Insgesamt ging der Leitzins daher von 4,5 Prozent auf 3,15 Prozent zum Jahresende 2024 zurück. Nach den bereits erfolgten Zinssenkungen im Jänner und März rechnet die HYPO Oberösterreich im ersten Halbjahr 2025 mit zwei weiteren Senkungen um jeweils –0,25 Prozentpunkte, womit der EZB-Leitzins (Hauptrefinanzierungssatz) zur Jahresmitte im Bereich von 2,15 Prozent liegen sollte.
Beim 3-Monats-Euribor gab es eine sehr ähnliche Entwicklung wie beim Einlagensatz. Das Jahr wurde mit einem Wert von 3,905 Prozent gestartet, bis Ende April blieb der Euribor nahezu konstant. In Erwartung von Zinssenkungen begann im Mai ein Rückgang, der sich ab September deutlich verstärkte. Befeuert durch die Aussicht auf weitere Zinssenkungen der EZB beendete der 3-Monats-Euribor das Jahr dann bei einem Wert von 2,714 Prozent. Deutlich stabiler verlief die Entwicklung an den Kapitalmärkten. Renditen für zehnjährige österreichische Bundesanleihen starteten das Jahr bei rund 2,6 Prozent, gingen im Jahresverlauf bis auf knapp 3,2 Prozent nach oben und beendeten das Jahr bei etwa 2,8 Prozent. Sehr ähnlich bewegten sich auch die Renditen von zehnjährigen deutschen Bundesanleihen. Hier gab es ein Plus von rund +2,1 Prozent auf nicht ganz 2,4 Prozent zum Jahresende.
Die US-Notenbank FED wartete aufgrund der starken Wirtschaftsdaten bis September, bevor die Zinsen erstmals wieder gesenkt wurden. Dafür gab es dann gleich einen aggressiven Zinsschritt um –0,5 Prozent nach unten, der die Märkte etwas überraschte. Ausgehend vom Leitzinsband von 5,25 bis 5,5 Prozent wurde durch diese und zwei weitere Zinssenkungen im November und Dezember das Jahresendniveau von 4,25 bis 4,5 Prozent erreicht. Damit könnte aber bereits wieder ein Boden gefunden sein. Für 2025 wird höchstens ein weiterer Zinsschritt erwartet. Die Renditen für zehnjährige USTreasuries entwickelten sich volatiler als ihre europäischen Gegenstücke. Von einem Jahresstart bei 3,9 Prozent ging es im April auf 4,7 Prozent nach oben, mit den Zinssenkungserwartungen dann bis September auf 3,6 Prozent nach unten. Seit den Märkten klarer wurde, dass es bereits 2025 wieder zu einem Ende der Zinssenkungen kommen könnte, stiegen die Renditen wieder deutlich an und beendeten das Jahr bei etwa 4,6 Prozent.
Deutliche Zuwächse an den Aktienmärkten
Die Aussicht auf Zinssenkungen und im Jahresverlauf dann auch deren Eintreten sorgte an den Börsen für gute Stimmung. Beim Dow Jones ging es mit 37.689 Punkten los und der Index stieg bis Anfang Dezember nahezu stetig auf knapp über 45.000 Punkte. Gewinnmitnahmen zum Jahresende sorgten danach für einen Rückgang auf den Endwert von 42.544 Punkten, was ein sattes Plus von fast +12,9 Prozent bedeutete. Noch besser performte der deutsche Leitindex DAX, der von 16.751 Punkten um +18,8 Prozent auf 19.909 Punkte anstieg. Wieder einmal konnten die österreichischen Aktien nicht mit den internationalen Börsen mithalten. Anleger sorgten sich hierzulande nach Krisen wie der Signa-Pleite, der KTM-Insolvenz und den deutlich eingetrübten Wirtschaftsaussichten um ihre Investments und hielten sich mit der Kauflaune eher zurück. Der ATX stieg nur um +6,6 Prozent im Jahresverlauf, von 3.435 Punkten zu Jahresbeginn auf 3.663 Punkte am Jahresende. Der Höhepunkt wurde aber bereits im Mai bei rund 3.775 Punkten erreicht.
Wirtschaftsausblick schwächt Euro zum US-Dollar
In der ersten Jahreshälfte, bei konstanten Leitzinsen, gab es noch wenig Bewegung am Devisenmarkt beim Wechselkurs von Euro zu US-Dollar. Die Schwankungsbreite war äußerst eng zwischen rund 1,07 und 1,10. Die abwartende Haltung der FED sorgte sogar für eine Abschwä
chung des Dollar bis auf fast 1,12 im September. Danach ging es aber nur mehr für den Euro abwärts. Die Aussicht auf die „America First“-Politik in der zweiten Amtszeit von Donald Trump, gepaart mit der schwachen Wirtschaftslage in Europa, führten zu einem Rückgang des Wechselkurses bis auf 1,03 zum Jahresende. Da in den USA weiter höheres Wachstum als in Europa erwartet wird und die Zinsen jenseits des Atlantiks auch höher bleiben dürften, sollte die Stärke des US-Dollar weiter anhalten. In der Schweiz begann die Schweizer Nationalbank ihre Zinssenkungen sogar vor der EZB, daher wertete der Schweizer Franken gegenüber dem Euro anfangs deutlich ab. Bis Mai ging es von einem Wechselkurs von 0,93 bis auf 0,99. Danach positionierte sich der Franken aber wieder als starke Währung. Gepaart mit dem schwächeren Ausblick für die Eurozone gab es einen Kursrückgang bis auf 0,94 zum Jahresende.
3. Kreditgeschäft
Bei den Forderungen an Kunden kam es im Jahr 2024 neuerlich zu einer deutlichen Ausweitung auf 6.710,5 Millionen Euro (2023: 6.304,9 Millionen Euro).
Großkunden
Das Finanzierungsvolumen im Segment Großkunden stieg kräftig auf 4.065,1 Millionen Euro (2023: 3.618,6 Millionen Euro).
Großwohnbau und Institutionelle Kunden
Im Teilsegment Großwohnbau kam es zu einem beträchtlichen Anstieg auf 1.451,3 Millionen Euro (2023: 1.305,5 Millionen Euro). Der Anteil an den Forderungen an Kunden wurde auf 21,6 Prozent gesteigert. Damit konnte die hervorragende Marktposition als verlässlicher Finanzierungspartner im Großwohnbau in Oberösterreich verteidigt sowie die Finanzierungsvolumina in anderen Bundesländern sogar erhöht werden.
Im Teilsegment Institutionelle Kunden (öffentliche Institutionen und Kirche und Soziales) stieg das Finanzierungsvolumen als langjähriger Finanzpartner der öffentlichen Hand ebenfalls deutlich auf 1.763,7 Millionen Euro (2023: 1.557,0 Millionen Euro) an.
Kommerzkunden und Immobilienprojekte
Trotz anhaltend wirtschaftlich anspruchsvoller Marktbedingungen gelang es, im Teilsegment Kommerzkunden und Immobilienprojekte infolge der konsequenten Fortsetzung der Segmentdiversifikation das Volumen auf 850,1 Millionen Euro (2023: 756,1 Millionen Euro) zu heben.
Retail und Wohnbau
Das Segment Retail und Wohnbau als Kerngeschäftsfeld der HYPO Oberösterreich ist durch hohe Kompetenz sowie umfassende Beratung und Betreuung geprägt. Das Finanzierungsvolumen liegt mit 2.645,4 Millionen Euro (2023: 2.686,3 Millionen Euro) trotz anhaltend anspruchsvoller Rahmenbedingungen im privaten Wohnbau (aufgrund der KIM-Verordnung, den hohen Baukosten und des Zinsniveaus) nur knapp unter dem Niveau des Vorjahres. Der deutliche Rückgang im Bereich der OÖ Wohnbauförderung konnte erfreulicherweise aufgrund der guten Neuproduktion im frei finanzierten Wohnbau weitgehend kompensiert werden. Insgesamt konnte damit trotz des stark umkämpften Marktes auch 2024 die traditionell gute Stellung als Wohnbaubank für Privatkunden sowie die ausgezeichnete Marktposition für Ärzte und Freie Berufe weiter verteidigt werden. Der Anteil an den gesamten Forderungen an Kunden reduzierte sich insbesondere aufgrund des starken Wachstums in den anderen Segmenten auf 39,4 Prozent.
Verteilung der Forderungen an Kunden
nach Segmenten
Gesamtvolumen per 31. Dezember 2024:
6.710,5 Millionen Euro
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Nachhaltigkeit im Kreditgeschäft
Die HYPO Oberösterreich steht als Regionalbank in mehrheitlich öffentlichem Eigentum für ganzheitliche, langfristige und von gegenseitigem Nutzen geprägte Kundenbeziehungen. Die HYPO Oberösterreich sieht sich darüber hinaus aber auch einem ethischen und nachhaltigen Handeln im Hinblick auf Umwelt-, Sozial- und Governancestandards verpflichtet. Mit der Mitgliedschaft bei der Green Finance Alliance bekennt sich die HYPO Oberösterreich öffentlich dazu.
Die Green Finance Alliance verpflichtet ihre Mitglieder zu konkreten Maßnahmen, um ihr Kerngeschäft bis 2050 klimaneutral zu gestalten. So wurden die wissenschaftsbasierten Klimaziele der HYPO Oberösterreich von der Science Based Targets initiative (SBTi) im Jahr 2024 abgenommen. SBTi hat damit bestätigt, dass die Klimaziele einen Beitrag zum Ziel des Übereinkommens von Paris leisten, die globale Erderwärmung möglichst mit 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Die Klimaziele der HYPO
Oberösterreich entsprechen somit dem höchstem derzeit verfügbaren Ambitionsniveau der SBTi.
Die Ziele beinhalten ausgehend vom Jahr 2022 die Senkung der finanzierten Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) bis 2030
● um 55,9 Prozent pro Quadratmeter im gewerblichen Immobilienportfolio,
● um 53,4 Prozent pro Quadratmeter bei Wohnbauhypotheken und
● um 70,9 Prozent pro erzeugter kWh im Bereich
Energieerzeugung.
● Zusätzlich wird darauf abgezielt, dass 35,8 Prozent der anderen finanzierten Unternehmen (ausgenommen KMU) bis 2028 wissenschaftsbasierte Ziele einreichen und validieren lassen.
Weiters schließt die HYPO Oberösterreich Neufinanzierungen im Bereich fossiler Brennstoffe aus und beabsichtigt den Ausstieg aus bestehenden derartigen Finanzierungen bis 2030, sofern sich die betroffenen Unternehmen keine wissenschaftsbasierten Klimaziele im Einklang mit dem Übereinkommen von Paris gesetzt haben. Im Kreditportfolio der HYPO Oberösterreich befinden sich keine Finanzierungen im Kohlesektor. In der Wertschöpfungskette Erdöl ist das Kreditgeschäft mit 2,3 Millionen Euro sehr gering. Im Sinne des definierten Engagementansatzes wird die HYPO Oberösterreich ihre betroffenen Unternehmenskund*innen bei der Transformation zu einem nachhaltigen Geschäftsmodell unterstützen.
2024 hat die HYPO Oberösterreich die Integration von ökologischen, sozialen und Governance-Faktoren im Kreditvergabeprozess weiterentwickelt. Um diese zu standardisieren, wurde ein eigener Workflow für Unternehmens- und gewerbliche Immobilienfinanzierungen umgesetzt. Dadurch werden physische Umweltrisiken, transitorische Risiken und branchenspezifische Nachhaltigkeitsfaktoren schon vor der Kreditvergabe transparenter. 2025 ist eine Weiterentwicklung des Workflows vorgesehen.
Die HYPO Oberösterreich berechnet jährlich die finanzierten Emissionen auf Basis des internationalen Standards der Partnership for Carbon Accounting Financials (PCAF). Die Ergebnisse werden im Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Um die Qualität der Berechnungen zu verbessern, werden laufend Maßnahmen gesetzt. 2025 ist eine verstärkte Verwendung von Primärdaten bei Unternehmensfinanzierungen und die Weiterentwicklung der hausinternen Berechnung analog zur angekündigten Weiterentwicklung des Standards geplant.
Weiterführende Informationen zum Thema Nachhaltigkeit erhalten Sie im Nachhaltigkeitsbericht auf der Website der HYPO Oberösterreich (www.hypo.at).
4. Wertpapiergeschäft
Die US-Wirtschaft erwies sich im Jahr 2024 als überraschend robust. Es konnte nicht nur eine Rezession vermieden werden, sondern sogar eine deutliche Abschwächung der Konjunktur blieb aus, angetrieben durch den dominanten Dienstleistungssektor und starke Verbraucherausgaben. Die Inflationsraten diesseits und jenseits des Atlantiks bildeten sich im Lauf des Jahres deutlich zurück, woraufhin die Europäische Zentralbank (EZB) und die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) eine Zinswende hin zu fallenden Zinsen einleiten konnten. Konjunkturell präsentierte sich Europa – allen voran Deutschland und Österreich – als schwierig, ebenso China und zahlreiche Schwellenländer blieben wachstumsschwach. Österreichs Wirtschaft blieb 2024 – wie auch schon im Jahr zuvor – in einer Rezession. Besonders die Industriekonjunktur und der Bausektor blieben schwach, während sich im Konsum erst im Verlauf des kommenden Jahres eine verbesserte Tendenz einstellen könnte.
Trotz teils schwacher Konjunktur und zahlreicher geopolitischer Krisenherde zeigten sich die globalen Aktienmärkte positiv. Der US-Leitindex S&P 500 schloss das Jahr mit einem kräftigen Plus von rund 23,3 Prozent in Lokalwährung ab, getrieben vor allem von Technologie-Aktien infolge positiver Wachstumserwartungen durch künstliche Intelligenz. Der Stoxx Europe 600 Preisindex stieg rund +6,0 Prozent an, der österreichische ATX rund +6,6 Prozent.
Das in Wertpapieren veranlagte Kundenvermögen der HYPO Oberösterreich stieg per Jahresende 2024 gegenüber dem Vorjahr um +4,0 Prozent auf 1.538,7 Millionen Euro an. Der Anstieg war insbesondere getragen von Zuwächsen bei den Retail-Kunden in Höhe von +6,1 Prozent auf 688,3 Millionen Euro und Private-Banking-Kunden in Höhe von +6,7 Prozent auf 317,4 Millionen Euro.
Die Wertpapierprovisionserträge erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um +10,2 Prozent auf 9,1 Millionen Euro. Gestiegene Lebenshaltungskosten der Kund*innen machten sich bei den Fondssparern bemerkbar. Die Anzahl der durchgeführten Fondssparpläne ging im Vergleich zum Vorjahr um –1,5 Prozent zurück. Während sich im Retailbereich der Anleihenabsatz von 90,6 Millionen Euro auf 57,6 Millionen Euro reduzierte, erhöhte sich der Fondsabsatz von 25,3 Millionen Euro auf 42,4 Millionen Euro. Die fortschreitende Digitalisierung des Wertpapiergeschäftes zeigte sich weiterhin positiv anhand des Anstieges des Anteils der Wertpapierkunden mit ELBA-Zugang um +6,7 Prozent im Jahresvergleich auf 88,7 Prozent per 31. Dezember 2024.
Die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen für 2025 bleiben durchwachsen. Relativ schwache Konjunkturaussichten in Europa und weltweite geopolitische Risiken stehen voraussichtlich weiter fallenden Leitzinsen und einer robusten US-Konjunktur gegenüber.
5. Risikomanagement
Die in der HYPO Oberösterreich bestehende Risikostrategie wurde aus den Anforderungen, die sich aus
der Geschäftsstrategie in Verbindung mit der Mittelfristplanung, den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und den gesetzlichen nationalen und europäischen Rahmenbedingungen ergeben, abgeleitet.
In der HYPO Oberösterreich ist ein Risikomanagement implementiert, dessen Ziel und Aufgabe es ist, Risiken in der Bank zu identifizieren, zu messen und zu begrenzen Auf Basis der vom Risikomanagement erstellten Grundlagen und der zentralen Abwägungen im dafür eingerichteten Risikokomitee sowie ergänzend für Markt- und Liquiditätsrisiken im ALM-Komitee, erfolgen die Beschlussfassungen zur Risikosteuerung durch den Vorstand. Aufgabe des Risikokomitees ist der Informationsaustausch und die Beratung zur Risikosituation der Bank anhand der vorhandenen Risikoberichte, die Diskussion der Risikostrategie und des Limitwesens sowie die Beratung von Vorschlägen zur Risikooptimierung.
Kreditrisiko
Die Definition für das Kreditrisiko orientiert sich an der Begriffsbestimmung des Bankwesengesetzes (BWG) sowie der Finanzmarktaufsicht und umfasst grundsätzlich alle Adressenausfallrisiken.
Risikokategorisierung, Bonitätsermittlung
Die Risikokategorisierung für die wirtschaftliche Beurteilung erfolgt grundsätzlich in einem Expertensystem, das nach einer Schulnotenskala mit Halbnoten ausgelegt ist und mit Subklassen in insgesamt 17 Bonitätsklassen eingeteilt ist. Die Bonitätsermittlung erfolgt auf Basis ausreichender und aussagekräftiger Unterlagen und Kundeninformationen. Die Bonitätsfestlegung erfolgt ausschließlich durch die Marktfolge.
Ratingtools
Für das Kreditportfolio gibt es in Abhängigkeit zu den Kundensegmenten, strategischen Geschäftsfeldern beziehungsweise den unterschiedlichen Geschäftsarten verschiedene Ratingtools. Grundsätzlich werden Ratingtools zur individuellen Bonitätsbeurteilung verwendet. Im Förderdarlehensbereich wird ein Antragsscoring eingesetzt. Bei unselbstständigen Kund*innen wird im risikoarmen Geschäft die Ermittlung der Bonitätsnote mittels automatischem Scoringverfahren monatlich aus den IT-mäßig verarbeiteten Kundendaten unterstützt. Die Ratingtools, insbesondere die IT-Verarbeitung werden laufend weiterentwickelt.
Aus der jährlichen Validierung der intern gerateten Kund*innen liegen entsprechende Ausfallwahrscheinlichkeiten in ansprechender, statistisch valider Güte vor.
Sicherheitendokumentation
Die Sicherheiten werden in einer eigenen Kreditsicherheiten-Datei IT-mäßig dokumentiert und die Sicherheitenwerte in Bezug auf die einzelnen Engagements laufend berechnet. Dabei wird eine Unterscheidung in
Basel III-taugliche Sicherheiten und sonstige Sicherheiten vorgenommen.
Risikoanalyse/Einzelwertberichtigungs-Bildung
In der Risikobetrachtung wird zur Beurteilung der Risikosituation unter anderem die Obligoverteilung in den einzelnen Risikoklassen und der Besicherungssituation herangezogen. Es werden die Verteilungen in der Gesamtbank, in den einzelnen strategischen Geschäftsfeldern, in den einzelnen Marktstellen, im Fremdwährungs- und Tilgungsträgerkreditbestand und bei den Konsortialfinanzierungen betrachtet.
Risikovorsorgen werden analog den Fachkonzepten nach IFRS 9-Impairment gebildet. Bei signifikanten Kreditengagements im Ausfall erfolgt eine Einzelfallbetrachtung, bei nicht signifikanten Kreditengagements kommt ein statistischer Ansatz zur Anwendung.
Die Berechnung einer Portfoliowertberichtigung für das Lebendgeschäft erfolgt auf Basis von statistischen Ausfallwahrscheinlichkeiten je Ratingklasse. Uneinbringliche Forderungen werden direkt abgeschrieben. Eingänge auf abgeschriebene Forderungen werden erfolgswirksam erfasst.
Ausfalldatenbank
Die Ausfallereignisse laut der Definition nach Basel III-IRB-
Ansatz beziehungsweise Artikel 178 CRR werden in der Ausfalldatenbank historisiert. Diese bildet die Basis für die periodische Validierung der Ausfallwahrscheinlichkeit.
Kreditstrategie
Konkrete strategische Vorgaben zur Begrenzung des Kreditrisikos in den strategischen Geschäftsfeldern
sowie für den Wertpapiereigenbestand der Bank sind in der Risikostrategie sowie dem Limitwesen verankert.
Diese wird jährlich sowie im Anlassfall aktualisiert.
Operatives Finanzierungscontrolling
Im gesamten Kreditgeschäft ist das Vier-Augen-Prinzip umgesetzt. Ab bestimmten Pouvoirstufen, Ratingklassen und bei spezifischen Geschäften wird zu der Stellungnahme des jeweiligen Kundenbetreuers eine zusätzliche Controllingstellungnahme mit spezieller Risikobeurteilung als Entscheidungsgrundlage erstellt.
Risikoentwicklung
Durch die intensive und professionelle Einzelfallbeurteilung von Neugeschäften oder Kreditvertragsänderungen mit individueller Bonitäts- und Sicherheitenbeurteilung kann die Risikosituation in den Teilportfolien laufend optimiert werden. Die im externen Vergleich gute Adressenausfallrisikosituation konnte fortgesetzt werden, die NPL-Quoten sind auf Grund der Marktentwicklung deutlich angestiegen, im Branchenvergleich jedoch weiterhin unterdurchschnittlich.
Marktrisiko
Um die Auswirkungen auf den Marktwert und die Ertragssituation der Bank zu beobachten, werden insbesondere das Zinsänderungsrisiko im Bankbuch sowie das Credit Spread-Risiko im Hinblick auf Schuldtitel im Eigenbesitz gesteuert. Die Einhaltung der vom Vorstand beschlossenen Risikostrategie sowie Risikotragfähigkeits- und Marktrisiko-Limite sowie der aufsichtlichen Limite werden laufend überwacht.
Klimabezogene Risiken bzw. Nachhaltigkeitsrisiko
Ziel ist es, potenzielle Schäden aus Umwelt- und Klimaereignissen, welche sich negativ auf die bekannten Risikoarten auswirken können, möglichst gering zu halten.
Grundlage für das interne Risikomanagement sind die gesetzlichen nationalen und internationalen Vorgaben, eigene Entwicklungen zur Messung und Begrenzung der Nachhaltigkeitsrisiken sowie marktübliche Vorgehensweisen, die laufend implementiert werden.
Das Management von Nachhaltigkeitsrisiken erfolgt gemäß FMA-Leitfaden in den üblichen Kategorisierungen nach physischen und transitorischen Risiken, welche jeweils als Bestandteil der bestehenden Risikoarten betrachtet werden. Das Nachhaltigkeitsrisiko wurde in den wesentlichen Risikoarten integriert und ist Teil des
ICAAPs. Es wird dementsprechend mit Risikokapital unterlegt und unterliegt der Limitierung (Steuerung). Die Auswirkungen von Klima- und Umweltrisiken werden derzeit im Kredit-, Credit Spread- und makroökonomischen Risiko gemessen, wobei Stresstests und Szenarioanalysen zum Einsatz kommen.
Liquiditätsrisiko
Die Fristenkongruenz hat in der HYPO Oberösterreich einen hohen Stellenwert. Neben den formellen Berechnungen zum Liquiditätsrisiko im Sinne des BWG wird daher das Liquiditätsrisiko auch mittels einer Liquiditätsablaufbilanz als analytische Grundlage der Liquiditätspolitik zumindest wöchentlich berichtet. Zur Begrenzung des Risikos aus Fristeninkongruenzen existieren vom Vorstand festgelegte Limite für das operative und strukturelle Liquiditätsrisiko. Darüber hinaus werden Stresstests auf der Grundlage der Kreditinstitute-Risikomanagement-verordnung sowie auf Basis von weiteren Erkenntnissen und institutsspezifischen Eigenheiten durchgeführt.
Die Ergebnisse der Stresstests zeigen, dass die HYPO Oberösterreich in der Lage ist, ihren Verbindlichkeiten jederzeit nachkommen zu können. Intraday-Liquiditätspuffer sind festgelegt. Weiters wird auch die Liquidity Coverage Ratio (LCR) sowie die Net Stable Funding Ratio (NSFR) laufend beobachtet, beziehungsweise aktiv gesteuert, um die Einhaltung sicherzustellen.
Operationelles Risiko
Die HYPO Oberösterreich definiert operationelle Risiken als die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren und Systemen, Menschen oder infolge externer Ereignisse eintreten können. Diese Definition schließt auch das Rechtsrisiko ein.
Zur Ermittlung der Unterlegungskosten für operationelle Risiken in Säule 1 und auch Säule 2 verwendet die HYPO Oberösterreich den Basisindikatoransatz.
Zur Identifikation von operationellen Risiken wird intern eine Schadensfalldatenbank in der Organisationseinheit Risikomanagement geführt, in der Schadensfälle aufgezeichnet werden. Zudem erfolgt die Risikoüberwachung neben eigenen Assessments durch die Berücksichtigung von Revisionsberichten, Risikoberichten wie jenen der IT, Beschwerden sowie durch eingemeldete Beinaheschäden. Vierteljährlich wird über die Schadensfälle an den Vorstand berichtet. Werden dabei Häufungen von bestimmten Schadensfällen festgestellt, wird unter Berücksichtigung von organisatorischen Zuständigkeiten ein Prozess gestartet, um aufgetretene Risiken zu reduzieren. Darüber hinaus verfügt die Bank über Notfallkonzepte, um in Krisenfällen verschiedenster Art den Betrieb der Bank aufrechterhalten zu können.
Transaktionen und Entscheidungen erfolgen ausschließlich unter Anwendung des Vier-Augen-Prinzips. Die Bank legt großen Wert auf gut geschulte, verantwortungsbewusste Mitarbeiter. Ein Internes Kontrollsystem, das mit Hilfe von Prozessmanagement-Software, Abfrage-Software, Risiko-Kontroll-Matrizen und Assessments Schadensfälle verhindern soll, ist eingerichtet.
Das Rechtsrisiko wird durch sorgfältige Vertragsgestaltung bzw. -prüfung in der hausinternen Rechtsabteilung sowie durch Einholung von Expertisen von spezialisierten Anwälten oder sonstigen Gutachten minimiert. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist die Anzahl der Schadensfälle als auch die Schadenshöhe auf niedrigem Niveau konstant geblieben.
Zur Bewertung der Cyberrisiken werden von der HYPO Oberösterreich Informationen aus verschiedenen Quellen zusammengeführt. Dabei werden unter anderem die regelmäßigen OpKoord-Lagebilder (OpKoord = Operative Koordinierungsstruktur für Cybersicherheit in Österreich unter der organisatorischen Leitung des Bundesministeriums für Inneres) aktiv auf Relevanz für die HYPO Oberösterreich geprüft und bei Bedarf gemeinsam mit den relevanten IT-Dienstleistern Maßnahmen definiert.
6. Marketing
Zusammenhalt & Optimismus
Teamgeist und Optimismus – diese Schlagworte prägten 2024 die Marketingaktivitäten der HYPO Oberösterreich. Im Mittelpunkt standen zwei Werbekampagnen im Frühjahr und im Herbst, mit denen die Werte der Bank auf prägnante Weise kommuniziert wurden.
Passend zum Supersportjahr 2024 (mit der Fußball-EM und den Olympischen Spielen) stellte die Frühjahrskampagne die langjährige Partnerschaft mit dem LASK in den Fokus und verband so die Banken- mit der Fußballwelt. LASK-Torhüter Tobias Lawal fungierte dabei auf Sujets und in Werbespots als Markenbotschafter. Die Kampagne griff Werte wie Zusammenhalt, Zielstrebigkeit, Rückhalt und Erfolg auf, die sowohl im Sport als auch für die HYPO Oberösterreich von großer Bedeutung sind.
Im Herbst setzte die HYPO Oberösterreich mit der Kampagne „Lebe los“ auf eine emotionale Ansprache. Sie vermittelte Zuversicht und Optimismus in unsicheren Zeiten und ermutigte dazu, sich nicht vom getrübten Grundtenor im Wohnbaubereich verunsichern zu lassen und stattdessen das Beratungsangebot der HYPO Oberösterreich in Anspruch zu nehmen, um Perspektiven auszuloten. Die Kampagne richtete sich an Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen: An das junge Paar, das von einem eigenen Haus träumt. An Eltern, die für die Zukunft ihrer Kinder vorsorgen. Oder an Menschen im
fortgeschrittenen Lebensalter, auf die auch im Ruhestand noch so manches Abenteuer wartet. Flankiert wurde die Kampagne von den „Lebe los“-Wochen mit einem Beratungsschwerpunkt samt vielfältiger Sonderaktionen wie einem Vorsorgebonus oder Ermäßigungen für Fondsparpläne.
Marken-Relaunch
Das Jahr 2024 stand zudem im Zeichen einer Neugestaltung des Markenauftritts der HYPO Oberösterreich. Auf-bauend auf einem intensiven Prozess wurde die Marke in den Folgemonaten in vielen Facetten neu gedacht – von der Farbwelt über das Logo bis hin zum Claim des Unternehmens. Im Laufe des Jahres 2025 wird der modernisierte Auftritt ausgerollt und so nach und nach in den Filialen der HYPO Oberösterreich und auf allen Kommunikationskanälen sicht- und erlebbar.
7. Personalmanagement und
Personalentwicklung
Die HYPO Oberösterreich konnte sich 2024 zum wiederholten Male als hervorragender Arbeitgeber auszeichnen. Seit 2017 suchen das renommierte Wirtschaftsmagazin „Trend“ und Österreichs größte Online-Plattform für
Arbeitgeberbewertungen „Kununu“ in einer unabhängigen Umfrage nach den dreihundert besten Arbeitgebern Österreichs. Seit der Gründung des Siegels konnte sich die HYPO Oberösterreich jedes Jahr unter den besten Arbeitgebern beweisen und liegt im Jahr 2024 im besten Drittel aller Arbeitgeber und auf Rang sieben in der
Branche „Banken und Finanzdienstleistungen“.
Eine gute Unternehmenskultur und ein wertschätzender Umgang miteinander sind in der HYPO Oberösterreich nicht nur leere Worte, sondern haben eine lange Tradition.
Um das zu ermöglichen, müssen viele Rädchen ineinandergreifen. Einen maßgeblichen Beitrag leisten hier nicht zuletzt die Initiativen „Beruf & Familie“, „Gesund & Zufrieden“ und der „Diversity & Inclusion Circle“.
Moderne und nachhaltige Personalarbeit
Im August 2024 wurde in der HYPO Oberösterreich ein neues Zeiterfassungssystem eingeführt, welches einen großen Schritt zur Optimierung der internen Arbeitsabläufe, Erleichterung des Arbeitsalltags der Mitarbeiter*innen und der Umsetzung der Digitalisierungsstrategie bedeutet.
Durch umfassende Schulungen von allen Mitarbeitern*innen wurde darüber hinaus die effiziente Nutzung von M365 im ganzen Haus verbessert. Zusätzlich wird durch die Zurverfügungstellung von Coachings die Nutzungsanwendung in den Abteilungen stetig erweitert.
Im Jahr 2024 haben Mitarbeiter*innen*) 409 (2023: 398 Mitarbeiter*innen) zum Erfolg der HYPO Oberösterreich beigetragen. Von den 44 Mitarbeiter*innen (2023: 44 Mitarbeiter*innen), die das Unternehmen im vergangenen Jahr verlassen haben, traten 7 Personen (2023: 12 Personen) in den Ruhestand. Bereinigt um die Pensionierungen ergibt sich daraus eine Fluktuationsrate von 9,1 Prozent (2023: 8,0 Prozent). Das Durchschnittsalter aller Mitarbeiter*innen liegt bei 43 Jahren (2023: 42,3 Jahren), die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit bei circa 13,7 Jahren (2023: 13,7 Jahren). Der Frauenanteil in der HYPO Oberösterreich mit 59,1 Prozent (2023: 58,2 Prozent) ist gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Ende 2024 arbeiteten durchschnittlich 172 Mitarbeiter*innen (2023: 155 Mitarbeiter*innen) auf Teilzeitbasis in der HYPO Oberösterreich.
*) exkl. Karenz (13 MA) und Mutterschutz (3 MA). Alle Zahlenangaben beziehen sich auf die Anzahl der Mitarbeiter*innen (= Headcount, Jahresdurchschnitt auf ganze Zahlen gerundet)
Mitarbeiter*innen
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Teilzeit
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Gesund im Job
Die Voraussetzung für Zufriedenheit und langfristige gute Zusammenarbeit ist vor allem ein gesundes Arbeitsleben. Das gilt noch viel mehr, in einer Zeit einer „überalterten Gesellschaft“. Die HYPO Oberösterreich setzt daher schon lange auf die Erhaltung der Gesundheit ihrer Mitarbeiter*innen.
Umgesetzt wird dies in Form unseres BGF (Betriebliche Gesundheitsförderung)-Projektes „Gesund und Zufrieden“, welches laufend gesundheitsfördernde und
-erhaltende Maßnahmen organisiert und anbietet.
2024 wurden etwa ein Ruder- und ein Tenniskurs, verschiedene Vorträge z.B. zu den Themen Ernährung, Frauengesundheit oder Fitness und auch ein Skitourentag sowie ein Bikeausflug angeboten. Weiters wurde das
Seminarangebot um Vorträge/Seminare zur Stärkung der mentalen Gesundheit erweitert.
Treten gesundheitliche oder mentale Themen auf, so haben die Mitarbeiter*innen zusätzlich die Möglichkeit, kostenlos Beratungen durch den Betriebsarzt oder
arbeitspsychologische Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
Diese Angebote tragen nicht nur zur Gesundheit der Mitarbeiter*innen bei, sie fördern auch das Miteinander und die fachbereichsübergreifende Arbeit.
Dass sich das Investment in gesundheitsfördernde Maßnahmen lohnt, zeigt sich an der im österreichischen Vergleich sehr niedrigen Krankenstandsquote von 6,9 Tagen pro Mitarbeiter*in für das Jahr 2024 (2023: 6,7 Tagen pro Mitarbeiter*in).
Vereinbarkeit Beruf & Familie
Die HYPO Oberösterreich hat sich als besonderes Ziel die Familienfreundlichkeit früh auf die Fahnen geschrieben. Bereits 2007 hat die HYPO Oberösterreich als erste Bank in Oberösterreich am Zertifizierungsprozess zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf teilgenommen. 2024 erhielt die HYPO Oberösterreich das fünfte Zertifikat für weitere drei Jahre. Die Vereinbarkeit von beruflicher Entwicklung und der Gründung einer Familie ist für viele Mitarbeiter*innen zentral, steigert einerseits die Zufriedenheit und ermöglicht andererseits die optimale Ausschöpfung von Ressourcen und Fähigkeiten unserer Mitarbeiter*innen.
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'Im Jahr 2024 wurde zur Erleichterung ebendieser Vereinbarkeit eine Kinderbetreuung in den Herbstferien analog zu der bereits jahrelang erfolgreichen und beliebten Sommerbetreuung angeboten.
Diversity & Inclusion
„Vielfalt schafft Mehrwert“ – unter diesem Motto hat im März 2024 der „Diversity & Inclusion – Circle“ seine Arbeit angetreten. Dieser wurde im Haus mittels Videobotschaft vorgestellt und hat im Sinne der neuen „Diversity & Inclusion – Policy“ erste Maßnahmen gesetzt, die einen weiteren Baustein für eine hervorragende Unternehmenskultur beitragen.
So wurden im Intranet Informationen zum Thema „Behinderung im Berufsleben“ zur Verfügung gestellt, die Bekleidungsstandards überarbeitet und im Rahmen von Abteilungsbesprechungen Bewusstsein für den Themenbereich geschaffen.
Darüber hinaus wurde der interne Verhaltenskodex im Hinblick auf Diversität überarbeitet und die Möglichkeit geschaffen, dass Mitarbeiter*innen in Blaulichtorganisationen Sonderurlaubstage für Einsätze erhalten können. Außerdem wurden Vorbereitungen für eine kommende Diversitäts-Umfrage getroffen.
Zukunftsorientierte Aus- und Weiterbildung
Gerade im Lichte eines teils schwer umkämpften Arbeitsmarktes ist neben dem Betriebsklima auch die Investition in eine gute Personalentwicklung ein wichtiger Faktor
für Erfolg.
Die HYPO Oberösterreich setzt nachhaltig auf das Recruiting und die Ausbildung von Schul- und Universitätsabsolvent*innen und Quereinsteiger*innen ohne Bankerfahrung. Damit sich diese zu kompetenten und zukunftstragenden Mitarbeiter*innen entwickeln können, braucht es eine solide Grundausbildung. Im Jahr 2024 haben 34 Mitarbeiter*innen (2023: 21 Mitarbeiter*innen) die HYPO 1- und HYPO 2-Prüfungen absolviert und damit genau diese Grundausbildung nachweislich erhalten.
2024 wurde außerdem ein weiterer Schwerpunkt zur Ausbildung der zukünftigen Generation in Form eines neuen Lehrlingsprogramms ins Leben gerufen. Drei vielversprechende Kandidatinnen starteten im September in ihre Ausbildung.
Bereits zum dritten Mal in Folge konnten sich Mitarbeiter*innen für das Programm „Berufsbegleitendes Studieren“ bewerben. 2024 wagten drei Kolleg*innen den Schritt und erhielten die Zusage für ein Studium. Mit dieser Maßnahme investiert die HYPO Oberösterreich in den Ausbau der Fachexpertise zu bankrelevanten Themenstellungen und damit auch in die Zukunftsfähigkeit des Hauses.
Über die Ausbildung von Neueinsteiger*innen hinaus, steht auch weiterhin ein hoher Anspruch an die Qualifikation aller Mitarbeiter*innen an erster Stelle. Nur so können die hochqualitative Beratung der Kund*innen und das Angebot an exzellenten Dienstleistungen aufrechterhalten werden.
Personal-
entwicklung
in Zahlen
2024 *)
Verän-
derung
in %
2023
Ausgaben für
Ausbildung
in TEUR
792
+62,6
487
Ausgaben pro
Mitarbeiter*in
in EUR
1.938
+58,3
1.224
durchschnittliche
Schulungstage
pro Mitarbeiter*in
5,9
+32,9
4,4
*) Die Steigerung der Bildungskosten gegenüber 2023 ist unter anderem auf den flächendeckenden Ausbau der digitalen Kompetenzen zu M365, den zahlreichen Spezialkursen wie beispielsweise der Risikomanager-Ausbildung oder den vielen Kursreihen zu aktuellen Entwicklungen im Bankenbereich zurückzuführen.
8. Geschäftsentwicklung in den Segmenten
Bei den angegebenen Zahlen in den Segmenten Großkunden sowie Retail und Wohnbau handelt es sich um Werte nach International Financial Reporting Standards
(IFRS), da die Segmentberichterstattung an den Vorstand ausschließlich aus Konzernsicht erfolgt.
a. Großkunden
Die HYPO Oberösterreich blickt im Kundensegment Großkunden auch heuer wieder auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2024 zurück. Diesem traditionell wichtigen Geschäftsbereich der Bank ist das Finanzierungs-, Einlagen- und Zahlungsverkehrsgeschäft folgender Kundenarten zugeordnet: Öffentliche und öffentlichkeitsnahe Kunden (z.B. Gemeinden und Unternehmen im Einfluss der öffentlichen Hand), Kunden aus dem Bereich des gemeinnützigen Wohnbaus und deren Tochterunternehmen sowie kirchliche und soziale Organisationen. Ein weiterer Bereich ist das Teilsegment Kommerzkunden und Immobilienprojekte.
In der Gesamtbetrachtung erhöhte sich das Segmentvermögen im Segment Großkunden um +12,6 Prozent auf 3.947,5 Millionen Euro (2023: 3.505,8 Millionen Euro). Die Segmentschulden gingen um –4,0 Prozent auf 1.376,5 Millionen Euro (2023: 1.433,9 Millionen Euro) zurück.
Großwohnbau, Öffentliche Institutionen, kirchliche und soziale Organisationen
Die solide Eigentümerstruktur und die ausgezeichnete Bonität der HYPO Oberösterreich besitzt für Kund*innen im Segment Großkunden einen besonders hohen Stellenwert, wodurch die Geschäftstätigkeit in allen Bereichen weiter ausgebaut werden konnte. Die hohe Beratungsqualität und der Spezialisierungsgrad der Berater*innen für die jeweiligen Kundengruppen wird ebenfalls wertgeschätzt und trug zum Geschäftserfolg bei.
In der Neukundengewinnung konnten, hauptsächlich durch Empfehlungsmarketing, neue Märkte und Kund*innen gewonnen werden.
Im Bereich Großkundenbetreuung konnte, durch Zuwächse in allen Teilbereichen, das Finanzierungsvolumen um +13,5 Prozent auf 2.887,6 Millionen Euro (2023: 2.544,8 Millionen Euro) gesteigert werden. Die Kundeneinlagen verblieben mit 1.266,5 Millionen Euro (2023: 1.275,2 Millionen Euro) auf einem stabil hohen Niveau.
Kommerzkunden und Immobilienprojekte
Im abgelaufenen Jahr 2024 hat das Segment Kommerzkunden und Immobilienprojekte erneut beachtliche Fortschritte und Erfolge erzielt und die Position der HYPO Oberösterreich im Corporate Banking konnte weiter gestärkt werden. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, geprägt von einer herausfordernden konjunkturellen Entwicklung und sinkenden Zinsen, konnte sich der Bereich als innovativer und dynamischer Marktteilnehmer behaupten.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der erfolgreichen Weiterentwicklung im Förderbereich. Dank der intensiven Zusammenarbeit mit der Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mbH (aws), der Förderbank des Bundes, konnten zahlreiche Finanzierungen realisiert werden, wodurch die Volumina erneut über dem Marktniveau lagen: Das Finanzierungsvolumen konnte im Vorjahresvergleich um +12,7 Prozent auf 851,2 Millionen Euro gesteigert werden. Dies verdeutlicht die hohe Attraktivität und Effizienz unserer Lösungen für die Kund*innen.
Im Bereich Zahlungsverkehr wurde im zweiten Halbjahr ein zukunftsweisendes Projekt erarbeitet, das die Basis für innovative Lösungen im Jahr 2025 legt. Die erarbeiteten Ansätze schaffen optimale Voraussetzungen, um in einem hochkompetitiven Markt wettbewerbsfähig zu bleiben und die Kundenbedürfnisse noch besser zu erfüllen.
Im Immobiliensegment war das Umfeld weiterhin von Unsicherheiten geprägt. Die sinkenden Zinsen boten jedoch auch Chancen, die gemeinsam mit den Kund*innen genutzt werden konnten. Dank einer hohen Beratungs- und Abwicklungskompetenz sowie der Anwendung aktueller Finanzierungsstandards konnten stabile und nachhaltige Lösungen geboten werden.
b. Retail und Wohnbau
Das Segment Retail und Wohnbau umfasst das Teilsegment Filialvertrieb, das Teilsegment Ärzte, Freie Berufe und Private Banking (ÄFP) sowie den geförderten privaten Wohnbau. Auch in diesem Bereich spiegelt sich die starke Marktposition der HYPO Oberösterreich im Bundesland wider. Ihre führende Stellung als Bank für niedergelassene Ärzt*innen sowie im Bereich der privaten Wohnbaufinanzierung (wo ein deutlich über dem Markttrend liegendes Wachstum erzielt werden konnte) konnte die HYPO Oberösterreich 2024 weiter ausbauen.
Das Segmentvermögen reduzierte sich auf hohem Niveau geringfügig auf 2.646,0 Millionen Euro (2023: 2.696,5 Millionen Euro). Demgegenüber wurden die Segment-schulden ausgebaut. Sie stiegen um +1,5 Prozent auf 1.879,5 Millionen Euro (2023: 1.852,1 Millionen Euro).
Der Zinsüberschuss fiel aufgrund geringerer Margen mit +40,2 Millionen Euro (2023: +43,0 Millionen Euro) etwas niedriger aus als im Vorjahr, wogegen der Provisionsüberschuss abermals auf +14,3 Millionen Euro (2023: +13,3 Millionen Euro) verbessert werden konnte.
Dieses Segment wies auch 2024 eine hervorragende Risikolage auf: So konnte der Aufwand aus der Veränderung der Risikovorsorge auf –0,1 Millionen Euro (2023:
–0,5 Millionen Euro) gesenkt werden.
Die Verwaltungsaufwendungen erhöhten sich insbesondere durch die jährlichen Valorisierungen der Personalaufwendungen auf –34,4 Millionen Euro (2023: –32,7 Millionen Euro). Insgesamt belief sich damit der Konzernjahresüberschuss vor Steuern in diesem Segment auf +19,8 Millionen Euro (2023: +23,3 Millionen Euro).
Filialvertrieb
Im Teilsegment Filialvertrieb konnte das Standing der HYPO Oberösterreich in der Finanzierung des privaten Wohnbaus auch im Jahr 2024 gefestigt werden. Nach dem für die Immobilienbranche schwierigen Jahr 2023 konnte 2024 im frei finanzierten, privaten Wohnbau das Neugeschäft im Filialvertrieb um +11,6 Prozent zum Vorjahr gesteigert werden.
Um ihre starke Marktposition in diesem Bereich derart auszubauen, setzte die HYPO Oberösterreich neben einer professionellen und persönlichen Beratung auch auf Produktinnovationen, wie den 2024 eingeführten Wohnkredit mit Kletterrate: Dieser passt sich dank einer anfänglich reduzierten und jährlich angepassten Rückzahlungsrate dynamisch an die Lebenssituation der Kund*innen an.
Weiters wurden die digitalen Kommunikations- und Serviceleistungen erweitert: Mit dem neuen Wohnkreditservice können Kund*innen ihre Finanzierungsmöglichkeiten und Leistbarkeit präzise simulieren, einen Kredit beantragen und die erforderlichen Unterlagen bequem online einreichen. Ergänzend dazu wurde die digitale Unterfertigung flächendeckend eingeführt, um den Kund*innen eine noch komfortablere Abwicklung zu ermöglichen. Der Ausbau dieses Angebots wird 2025 fortgesetzt.
Im September 2024 wurde mit der HYPO DirektPlus eine moderne Plattform gelauncht, die es digitalaffinen Neu- und Bestandskund*innen österreichweit ermöglicht, Online-Banking mit der persönlichen Beratung durch speziell ausgebildete Kundenbetreuer*innen zu verbinden. Auf www.hypodirektplus.at finden Neukund*innen digitale Bankdienstleistungen, vom Giro-Konto bis zur Depotverwaltung.
Ein besonderer Schwerpunkt lag 2024 mit dem Projekt „Customer Experience“ auf der Optimierung des Kundenerlebnisses. Dabei wurden umfassende Umfragen, Vor-Ort-Analysen in den Filialen sowie detaillierte Überprüfungen der Beratungsprozesse durchgeführt, die in ersten Anpassungen der Beratungs-Standards mündeten. In diesem Rahmen wurde auch die Filiale Wien in den vierten Wiener Gemeindebezirk Wieden verlegt (Prinz-Eugen-Straße 8) und nach modernsten Standards der Kundenzentrierung gestaltet. Dasselbe Konzept wird in der Filiale Bindermichl umgesetzt. Hier wurde im Herbst 2024 mit dem Umbau begonnen.
Aus bilanzieller Sicht lässt sich festhalten, dass das Money under Management im Segment Filialvertrieb um +11,3 Prozent gesteigert werden konnte. Hauptverantwortlich dafür waren Zuwächse bei den Kundeneinlagen durch attraktive Fixzinsangebote sowie die Ausweitung des Wertpapiervolumens. Der Provisionsüberschuss konnte abermals um +8,5 Prozent verbessert werden.
Ärzte, Freie Berufe und Private Banking (ÄFP)
2024 war ein sehr erfolgreiches Jahr im Hinblick auf die Neukundengewinnung in den definierten Zielgruppen (Stiftungen, Steuerberater, Rechtsanwält*innen, Apotheken, Ärzt*innen und Medizinstudent*innen). 296 Neukund*innen konnten im Zielsegment gewonnen werden.
Hier konnten – insbesondere durch neue Veranstaltungs-formate mit diversen Netzwerkpartnern – sehr zielgruppenorientierte Veranstaltungen abgehalten werden (Simulationstrainings, Steuerseminare, Gründerseminare, Digitalisierungsseminare, Finanzbildungsangebote).
Unsere führende Rolle als Bank für niedergelassene Ärzt*innen konnten wir erfolgreich verteidigen. Auch im Bereich der privaten Wohnbaufinanzierung konnten die Volumina im Vorjahresvergleich um +2,0 Prozent auf 132,9 Millionen Euro (2023: 130,3 Millionen Euro) gesteigert werden. Die Finanzierung von Ärztezentren und Primärversorgungseinheiten (PVE) lief 2024 ebenfalls sehr erfolgreich. In diesem Bereich konnte das Teilsegment ÄFP das Bestandsvolumen weiter ausbauen und die deutliche Marktführerschaft in Oberösterreich behaupten.
Das Jahr 2024 stand auch im Teilsegment ÄFP im Zeichen der Kundenzentrierung: Speziell für Kund*innen aus dem Medizinbereich wurde das Projekt „Beyond Banking“ initiiert. Im Rahmen des Projekts werden Leistungen und Angebote entwickelt (wie z.B. Initiativen zur Finanzbildung), die über das Kerngeschäft einer Bank hinausgehen. Für Kund*innen aus dem Private Banking-Bereich wurde ein neues Betreuungskonzept umgesetzt. Hierfür wurde eine Modernisierung der Räumlichkeiten in der Zentrale vorgenommen. Auch die Beratungsqualität
wurde mit verschiedensten Maßnahmen wie etwa
neuen Portfolioreports für unsere Kund*innen weiter angehoben.
Wohnbauförderung
Als verlässliche Partnerin des Landes Oberösterreich ist die HYPO Oberösterreich seit vielen Jahren für die Abwicklung von Förderdarlehen im Rahmen der oberösterreichischen Wohnbauförderung verantwortlich. Das Jahr 2024 war von der Einführung einer neuen Förderungsvariante geprägt, die den Oberösterreicher*innen seit 1. Juli 2024 zur Verfügung steht. Dabei handelt es sich um Darlehen mit 35-jähriger Laufzeit und einem 20-jährigen Fixzinssatz von 1,5 Prozent, der durch einen Zinsenzuschuss des Landes Oberösterreich unter Beteiligung des Bundes ermöglicht wird.
In Erwartung der neuen Förderungsvariante zeigten sich Häuslbauer*innen bis einschließlich August 2024 abwartend, was sich in niedrigen Neuvergabe-Zahlen niederschlug. Im Zeitraum September bis Dezember stieg das Zuzählungsvolumen dagegen stark an, sodass in Summe 460 Fälle (Eigenheime, Eigentumswohnungen und Reihenhaus-Mietkäufe) mit einem Neuvolumen von 41,6 Millionen Euro (2023: 52,0 Millionen Euro) vergeben wurden. Das Finanzierungsvolumen im Bereich der Wohnbauförderung reduzierte sich auf 1.354,2 Millionen Euro (2023: 1.488,0 Millionen Euro).
c. Financial Markets
Eigenveranlagung
Das Jahr 2024 stand im Zeichen eines leichten Wachstums im Wertpapiereigenbestand, vor allem durch einen weiteren Ausbau des Liquiditätsportfolios. Dieses Vorhaben wurde durch Zugänge von 73,8 Millionen Euro an liquiden Wertpapieren erreicht, dem gegenüber standen Tilgungen von 41,9 Millionen Euro in diesem Segment. Haupttreiber waren dabei Staatsanleihen mit einem Nettozuwachs von +29,0 Millionen Euro, liquide Pfandbriefe wuchsen ebenfalls leicht. Bei Banken-Anleihen kam es
hingegen zu einer Konsolidierung bei einem leichten Nettorückgang um –2,8 Millionen Euro.
Dem gesamten Kaufvolumen von 101,6 Millionen Euro standen Fälligkeiten und Kündigungen in Höhe von 84,7 Millionen Euro gegenüber. Das Wachstum wird sich im Jahr 2025 weiter intensivieren, es ist ein Ausbau des Wertpapiereigenbestandes geplant. Bei planmäßigen Tilgungen von etwa 33 Millionen Euro sollen insgesamt 150 Millionen Euro neu investiert werden. Dabei liegt der Fokus mit 100 Millionen Euro neuerlich auf liquiden Wertpapieren.
Durch teils attraktive Bonitätsaufschläge bei Staatsanleihen und Pfandbriefen konnten trotz des niedrigeren Zinsniveaus attraktive Renditen erzielt werden. Die Zugänge im Wertpapiereigenbestand konzentrierten sich bei Bankenanleihen und Pfandbriefen auf eine Laufzeit von rund 5 Jahren. Staatsanleihen wurden mit deutlich längeren Laufzeiten von knapp 20 Jahren erworben, das Zinsrisiko dabei größtenteils durch Derivativgeschäfte abgesichert. Für das Jahr 2024 waren ambitionierte Ziele im Bereich der Nachhaltigkeit geplant und diese konnten erfolgreich umgesetzt werden. Es gelang durch die Zukäufe den Anteil an nachhaltigen Wertpapieren (Green, Social und Sustainable Bonds) im Eigenbestand von 15,1 Prozent auf rund 21,4 Prozent auszubauen.
Refinanzierung
Der für das Jahr 2024 maßgebliche Refinanzierungsbedarf war im Wesentlichen geprägt durch die geplante Ausweitung des Kreditgeschäfts auf Grundlage der Wachstumsstrategie sowie der Refinanzierung von Emissionsfälligkeiten. Ebenso im Fokus stand der weitere Ausbau und die Stärkung der nachhaltigen hypo_blue- Produktpalette.
Die Neugeschäftsannahmen der Wachstumsstrategie zuzüglich der bevorstehenden Emissionsfälligkeiten sowie der Fälligkeiten von langfristigen Tendergeschäften der Europäischen Zentralbank (EZB) über 200,0 Millionen Euro führten gemäß Planung für das Kalenderjahr 2024 insgesamt zu einem Emissionsbedarf von 555,0 Millionen Euro. Der geplante Kapitalbedarf für das vorangegangene Jahr 2023 lag mit 815,0 Millionen Euro höher, war jedoch mitunter auf ein deutlich höheres Fälligkeitsexposure zurückzuführen.
Analog dem Vorjahr war auch der Jahresbeginn 2024 geprägt von einer sehr starken Emissionstätigkeit am Kapitalmarkt. Nach der ersten großen Welle im Jänner konnten bereits einige Privatplatzierungen in Form von Senior-Anleihen erfolgreich platziert werden. Der Zeitplan für einen auch in 2024 beabsichtigten Subbenchmark-Covered-Bond über 250,0 Millionen Euro war für die zweite Jahreshälfte vorgesehen und wurde Anfang Oktober 2024 umgesetzt.
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gestalteten sich auch 2024 herausfordernd. Die Europäische Zentralbank passte im Juni 2024 ihre Zinspolitik an und senkte erstmals seit längerer Zeit die Leitzinsen. Am Kapitalmarkt zogen die Spreads unter anderem für Pfandbriefemission in der zweiten Jahreshälfte an. Die geplante Subbenchmark-Hypothekenpfandbrief-Emission über 250,0 Millionen Euro konnte in einer schwierigen Marktphase Anfang Oktober 2024 mit einer Laufzeit von knapp sechs Jahren bei guter Nachfrage zu einem Spread von Mid-Swap +48bp erfolgreich platziert werden. Mit einem Orderbuch von über 500 Millionen Euro und Investoren aus Österreich, Deutschland, Skandinavien, Frankreich und Luxemburg wurde die Position als starker Partner und vertrauenswürdiger Player am Kapitalmarkt wieder bestätigt.
Der Emissionsplan 2024 über 555,0 Millionen Euro konnte inklusive der dargestellten Subbenchmark-Transaktion mit einem gesamten Emissionsvolumen von 606,7 Millionen Euro (2023: 897,1 Millionen Euro) übererfüllt werden. Die gesamten Emissionskosten lagen im Durchschnitt bei Mid-Swap +60 Basispunkten. Mit einem Volumen von 171,1 Millionen Euro und einer durchschnittlichen Laufzeit von zwölf Jahren konnte auch 2024 ein wesentlicher Teil der Refinanzierung durch den Verkauf von Wohnbauanleihen generiert werden. Darüber hinaus wurden weitere 141,6 Millionen an Senior-Anleihen am Markt platziert.
Das Volumen verbriefter Verbindlichkeiten konnte gegenüber dem Vorjahr auf 4.763,7 Millionen Euro (2023: 4.472,7 Millionen Euro) gesteigert werden. Neben der Emissionstätigkeit lag der Fokus im Ausbau der nachhaltigen hypo_blue-Produktschiene. Das Volumen in
hypo_blue-Sparprodukte konnte gegenüber dem Vorjahr um +17,3 Millionen Euro auf 131,3 Millionen Euro erhöht werden. Zudem ergänzen diverse Anleihe- und Kontoprodukte die hypo_blue-Produktpalette.
Das per Ultimo 2023 noch vorhandene Exposure von 200,0 Millionen Euro der von der EZB zur Verfügung gestellten Langfristtender (TLTROs) wurde zur Gänze im März 2024 abgebaut.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden haben sich auf 2.940,6 Millionen Euro (2023: 2.948,9 Millionen Euro) verringert, wobei das Volumen stabiler Retail-Einlagen um +6,0 Prozent gesteigert werden konnte. Der Fokus der Kunden lag dabei auf Sparprodukten mit Bindungen, wobei vor allem ein- bis zweijährige Online-Sparprodukte nachgefragt wurden.
Die HYPO Oberösterreich verfügt über eine sehr komfortable Liquiditätsausstattung, sämtliche regulatorische Liquiditätsanforderungen werden von Seiten der Bank eingehalten. Zum Ultimo 2024 lag die Liquidity Coverage Ratio (LCR) bei 189,1 Prozent (2023: 199,0 Prozent) und damit knapp unter dem Vorjahreswert. Die Net Stable Funding Ratio (NSFR) lag bei 121,0 Prozent (2023: 126,2 Prozent).
9. Ausblick
Die Aussichten für die weltweite Wirtschaftsentwicklung zeigten sich zu Jahresbeginn stabil, waren aber aufgrund politischer Unwägbarkeiten – etwa, ob US-Präsident
Donald Trump tatsächlich erhebliche Importzölle einführen würde (was er im März 2025 tat) – nur eingeschränkt aussagekräftig. Der internationale Währungsfonds (IWF) prognostizierte in seinem World Economic Outlook (Jänner 2025) ein weltweites Wachstum von 3,3 Prozent für 2025, was im Vergleich zur Oktober-Prognose einem zarten Plus von +0,1 Prozentpunkten entspricht. Bemerkenswert ist die gegenläufige Entwicklung der Prognosen für die USA und die Eurozone: Die US-Prognose für 2025 hob der IWF im Vergleich zum Herbst um +0,5 Prozentpunkte auf 2,7 Prozent an und begründete dies neben Überhangeffekten aus 2024 mit einer robusten Arbeitsmarktlage und steigenden Investitionen. Für die Eurozone hingegen senkte der IWF die Erwartung und rechnet im Jahr 2025 mit einem Wachstum von 1,0 Prozent – das entspricht einer Korrektur um –0,2 Prozentpunkte. Begründet wird dies mit der schwächelnden Industrie und einer erhöhten wirtschaftspolitischen Unsicherheit.
Für Österreichs Wirtschaft rechnete das Institut für Höhere Studien (IHS) in seiner Winterprognose für 2025 mit einem verhaltenen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,7 Prozent, das sind um –0,1 Prozentpunkte weniger als zuvor angenommen. Nach einem neuerlichen Rezessionsjahr 2024 – die Wirtschaftsleistung dürfte um −0,9 Prozent gesunken sein – und einem schwachen privaten Konsum (trotz deutlich gestiegener Realeinkommen), gibt es nun erste Anzeichen für eine Aufhellung der Konsumstimmung. Diese dürfte gemeinsam mit niedrigeren Zinsen und einer Verbesserung des internationalen Umfelds für das oben prognostizierte Wachstum im Jahr 2025 sorgen. Zu beachten ist dabei, dass auch die Winter-Prognose des IHS unter dem Eindruck wirtschaftspolitischer Ungewissheit stand: Im Nachgang der österreichischen Nationalratswahlen dauerte der Koalitionsbildungsprozess bis 3. März 2025, wodurch die inzwischen bekannten Budgetkonsolidierungsmaßnahmen der neuen Regierung – im laufenden Jahr sollen 6,3 Milliarden Euro eingespart werden, 2026 weitere 8,7 Milliarden Euro – in der Winter-Prognose nicht berücksichtigt werden konnten. Das Sparpaket wird sich aber voraussichtlich dämpfend auf das Wirtschaftswachstum auswirken.
Die am Verbraucherpreisindex gemessene Inflation ist in Österreich 2024 deutlich auf 2,9 Prozent gefallen, im Euroraum fiel die Inflationsrate im September 2024 sogar unter den 2-Prozent-Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB). Für das Jahr 2025 prognostiziert das IHS für Österreich eine Inflationsrate von 2,6 Prozent, wobei das Auslaufen von Maßnahmen wie etwa der Strompreisbremse zu Jahresbeginn zunächst preistreibend wirken wird.

Angesichts der seitens der EZB prognostizierten Euroraum-Inflationsrate von 2,1 Prozent im Jahr 2025 sind weitere Leitzinssenkungen der Zentralbank zu erwarten. Nach den bereits erfolgten Zinssenkungen im Jänner und März rechnet die HYPO Oberösterreich im ersten Halbjahr 2025 mit zwei weiteren Senkungen um jeweils –0,25 Prozentpunkte, womit der EZB-Leitzins (Hauptrefinanzierungssatz) zur Jahresmitte im Bereich von 2,15 Prozent liegen sollte.
Im Lichte des nach wie vor angespannten Marktumfelds erwarten wir auch 2025 ein herausforderndes Geschäftsjahr. Der Kostendruck im Bankensektor bleibt aufgrund der Inflation und der gebotenen nachhaltigen Transformation weiter hoch, gleichzeitig lassen niedrigere Zinsmargen, die sich aufgrund sinkender Zinsen einstellen werden, einen niedrigeren Konzernjahresüberschuss als 2024 erwarten. Dank vorausschauender Planung sehen wir uns dennoch gut gewappnet und blicken dem Geschäftsjahr zuversichtlich entgegen. Anlass dafür gibt etwa der bereits 2024 angelaufene Turnaround im Bereich der privaten Wohnbaufinanzierungen, wo die HYPO Oberösterreich ein deutlich über dem Markttrend liegendes Kreditwachstum erzielen konnte. Für 2025 erwarten wir einen Fortgang dieser Entwicklung. So kann das angekündigte Auslaufen der KIM-Verordnung zur Jahresmitte 2025 ein zusätzlicher Wachstumsfaktor im Kredit-geschäft sein, nicht zuletzt aufgrund der positiven Signalwirkung in Richtung Kund*innen. Wir erwarten daher für 2025 ein stabiles Ergebnis und eine Fortsetzung unseres langfristigen Wachstumspfads.
Linz, am 17. März 2025
Der Vorstand
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Klaus Kumpfmüller
Vorstandsvorsitzender
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Thomas Wolfsgruber
Vorstandsmitglied
Bilanz
AKTIVA in EUR
31.12.2024
31.12.2023
1.
Kassenbestand, Guthaben bei Zentralnotenbanken und Postgiroämtern
765.561.624,18
1.102.712.031,88
2.
Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei der
Zentralnotenbank zugelassen sind:
Schuldtitel öffentlicher Stellen und ähnliche Wertpapiere
160.920.432,36
129.984.590,29
3.
Forderungen an Kreditinstitute
a)
täglich fällig
86.674.611,58
107.786.134,98
b)
sonstige Forderungen
83.184.671,68
88.421.306,46
169.859.283,26
196.207.441,44
4.
Forderungen an Kunden
6.710.497.046,95
6.304.885.671,33
5.
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
von anderen Emittenten
509.450.712,56
537.691.058,26
darunter: eigene Schuldverschreibungen
16.894.828,67
41.075.986,30
6.
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
107.427.768,96
105.357.623,99
7.
Beteiligungen
27.985.392,68
27.985.392,68
darunter: an Kreditinstituten
2.447.282,33
2.447.282,33
8.
Anteile an verbundenen Unternehmen
87.358.838,47
77.358.838,47
8a.
Beteiligungen an assoziierten Unternehmen
8.750,00
8.750,00
9.
Immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens
6.077.911,31
982.476,18
10.
Sachanlagen
3.479.371,33
2.813.097,28
darunter: Grundstücke und Bauten, die vom Kreditinstitut im Rahmen seiner
eigenen Tätigkeit genutzt werden
537.593,97
563.658,35
11.
Sonstige Vermögensgegenstände
41.158.798,61
40.952.459,48
12.
Rechnungsabgrenzungsposten
15.863.413,26
16.021.037,78
13.
Aktive latente Steuern
6.061.967,22
6.544.580,74
SUMME DER AKTIVA
8.611.711.311,15
8.549.505.049,80
Posten unter der Bilanz
31.12.2024
31.12.2023
1.
Auslandsaktiva
476.523.725,92
469.052.350,21
PASSIVA in EUR
31.12.2024
31.12.2023
1.
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a)
täglich fällig
115.448.302,07
125.668.383,67
b)
mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist
188.340.824,29
424.637.267,05
303.789.126,36
550.305.650,72
2.
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a)
Spareinlagen
403.403.530,51
410.687.672,29
darunter:
aa)
täglich fällig
194.615.217,98
194.087.587,39
bb)
mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist
208.788.312,53
216.600.084,90
b)
sonstige Verbindlichkeiten
2.537.228.243,12
2.538.184.090,64
aa)
täglich fällig
1.239.243.760,55
1.163.218.773,23
bb)
mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist
1.297.984.482,57
1.374.965.317,41
2.940.631.773,63
2.948.871.762,93
3.
Verbriefte Verbindlichkeiten
begebene Schuldverschreibungen
4.763.677.913,20
4.472.684.600,15
4.
Sonstige Verbindlichkeiten
20.871.441,60
15.627.969,27
5.
Rechnungsabgrenzungsposten
21.377.912,48
18.347.208,53
6.
Rückstellungen
a)
Rückstellungen für Abfertigungen
6.445.077,05
6.416.375,95
b)
Rückstellungen für Pensionen
5.205.852,11
4.999.917,95
c)
sonstige
6.858.333,42
12.765.013,02
18.509.262,58
24.181.306,92
7.
Ergänzungskapital gemäß Teil 2 Titel I Kapitel 4 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
70.403.839,69
70.515.401,04
8.
Gezeichnetes Kapital
14.555.884,95
14.557.607,94
9.
Kapitalrücklagen
a)
gebundene
30.548.897,59
30.548.897,59
b)
nicht gebundene
190.433,44
190.433,44
30.739.331,03
30.739.331,03
10.
Gewinnrücklagen
andere Rücklagen
358.085.067,63
334.140.623,27
11.
Haftrücklage gemäß § 57 Abs. 5 BWG
63.220.458,00
59.670.458,00
12.
Bilanzgewinn
5.849.300,00
9.863.130,00
SUMME DER PASSIVA
8.611.711.311,15
8.549.505.049,80
Posten unter der Bilanz
31.12.2024
31.12.2023
1.
Eventualverbindlichkeiten
94.183.541,58
85.534.032,13
darunter:
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten
94.183.541,58
85.534.032,13
2.
Kreditrisiken
697.685.537,63
747.728.570,36
3.
Verbindlichkeiten aus Treuhandgeschäften
455.000,00
4.
Anrechenbare Eigenmittel gemäß Teil 2 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
531.482.708,26
508.781.342,21
darunter: Ergänzungskapital gemäß Teil 2 Titel I Kapitel 4 der Verordnung (EU)
Nr. 575/2013
70.403.839,69
69.979.700,00
5.
Eigenmittelanforderungen gemäß Art. 92 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
3.705.936.276,42
3.439.811.560,08
darunter: Eigenmittelanforderungen gemäß Art. 92 Abs. 1 lit. a bis c der Verordnung (EU)
Nr. 575/2013
lit. a)
Harte Kernkapitalquote (in %)
12,44
12,76
lit. b)
Kernkapitalquote (in %)
12,44
12,76
lit. c)
Gesamtkapitalquote (in %)
14,34
14,79
6.
Auslandspassiva
1.273.780.979,40
1.067.907.959,20
Gewinn- und Verlustrechnung
in EUR
2024
2023
1.
Zinsen und ähnliche Erträge
337.413.181,36
295.445.842,37
darunter: aus festverzinslichen Wertpapieren
17.384.158,11
16.119.204,46
2.
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
–246.615.247,77
–207.854.690,35
I.
NETTOZINSERTRAG
90.797.933,59
87.591.152,02
3.
Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen
a)
Erträge aus Aktien, anderen Anteilsrechten und nicht festverzinslichen
Wertpapieren
3.980.894,43
5.476.035,27
b)
Erträge aus Beteiligungen
3.276.539,57
3.558.051,44
c)
Erträge aus Anteilen an verbundenen Unternehmen
15.905.000,00
5.959.000,00
23.162.434,00
14.993.086,71
4.
Provisionserträge
30.571.130,44
28.360.473,35
5.
Provisionsaufwendungen
–10.372.793,44
–9.859.833,30
6.
Erträge/Aufwendungen aus Finanzgeschäften
920.133,87
3.708.511,13
7.
Sonstige betriebliche Erträge
342.861,45
281.547,46
II.
BETRIEBSERTRÄGE
135.421.699,91
125.074.937,37
8.
Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a)
Personalaufwand
–38.619.595,77
–35.547.147,56
darunter:
aa)
Löhne und Gehälter
–28.233.512,56
–26.392.719,93
bb)
Aufwand für gesetzlich vorgeschriebene soziale Abgaben und vom
Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge
–7.318.953,60
–6.753.159,62
cc)
sonstiger Sozialaufwand
–992.874,00
–858.986,92
dd)
Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung
–1.004.262,92
–1.004.405,27
ee)
Dotierung/Auflösung der Pensionsrückstellung
–205.934,16
502.263,47
ff)
Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche
Mitarbeitervorsorgekassen
–864.058,53
–1.040.139,29
b)
sonstige Verwaltungsaufwendungen (Sachaufwand)
–26.621.019,71
–24.884.124,66
–65.240.615,48
–60.431.272,22
9.
Wertberichtigungen auf die in den Aktivposten 9 und 10 enthaltenen Vermögens-
gegenstände
–924.372,28
–908.847,20
10.
Sonstige betriebliche Aufwendungen
–542.647,62
–4.547.892,37
III.
BETRIEBSAUFWENDUNGEN
–66.707.635,38
–65.888.011,79
IV.
BETRIEBSERGEBNIS
68.714.064,53
59.186.925,58
11./12.
Ertrags-/Aufwandssaldo aus der Veräußerung und der Bewertung von Forderun-
gen, Eventualverbindlichkeiten und Wertpapieren
–29.127.045,09
–8.896.903,39
13./14.
Ertrags-/Aufwandssaldo aus der Veräußerung und der Bewertung von Wert-
papieren, die wie Finanzanlagen bewertet sind, sowie von Beteiligungen und
Anteilen an verbundenen Unternehmen
–55.460,56
V.
ERGEBNIS DER GEWÖHNLICHEN GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
39.531.558,88
50.290.022,19
15.
Steuern vom Einkommen und Ertrag
–4.419.555,57
–9.183.637,19
16.
Sonstige Steuern, soweit nicht in Posten 15 auszuweisen
–1.781.598,78
–1.673.315,85
VI.
JAHRESÜBERSCHUSS
33.330.404,53
39.433.069,15
17.
Rücklagenbewegung
–27.553.124,45
–29.607.735,07
darunter: Dotierung der Haftrücklage
–3.550.000,00
–1.221.000,00
VII.
JAHRESGEWINN
5.777.280,08
9.825.334,08
18.
Gewinnvortrag
72.019,92
37.795,92
VIII.
BILANZGEWINN
5.849.300,00
9.863.130,00
Anhang
A. Allgemeines
Der Jahresabschluss der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft (HYPO Oberösterreich) wurde zum 31. Dezember 2024 nach den Vorschriften des Bankwesengesetzes (BWG) in der geltenden Fassung sowie auch – soweit anwendbar – nach den Vorschriften des Unternehmensgesetzbuches (UGB) erstellt. Die Gliederung der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgte entsprechend den in der Anlage 2 zu § 43 BWG enthaltenen Formblättern in Euro. Alle Beträge im Anhang sind, sofern nicht gesondert darauf hingewiesen wird, in Tausend Euro (TEUR) angegeben. Die nachstehend angeführten Tabellen können Rundungsdifferenzen enthalten.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft ist gemäß § 245a UGB in Verbindung mit § 59a BWG verpflichtet, einen Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, aufzustellen. Das Mutterunternehmen, das den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen aufgestellt hat, ist die OÖ Landesholding GmbH. Dieser Konzernabschluss ist sowohl beim Landes- als auch beim Handelsgericht Linz hinterlegt.
Kernmarkt ist als Regionalbank das Bundesland Oberösterreich. Im Osten Österreichs ist das Kreditinstitut durch einen Standort in Wien vertreten.
B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Der Jahresabschluss der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft wurde nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung und Bilanzierung unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln, aufgestellt.
Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt. Bei den Vermögensgegenständen und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung angewandt. Dem Vorsichtsgrundsatz wurde Rechnung getragen, indem insbesondere nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen werden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste, die im Geschäftsjahr 2024 oder in einem früheren Geschäftsjahr entstanden sind, wurden berücksichtigt. Die bisher angewandten Bewertungsmethoden wurden im Wesentlichen beibehalten.
Zur ordnungsgemäßen und vollständigen Erstellung des Einzelabschlusses müssen vom Management Schätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen werden, die die Angaben im Anhang und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während der Berichtsperiode beeinflussen. Sie beziehen sich im Wesentlichen auf die Werthaltigkeit von Vermögenswerten, der Festlegung der wirtschaftlichen Nutzungsdauer für Sachanlagen und Finanzimmobilien, Klassifizierung von Leasingverträgen sowie der Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen. Den Annahmen liegen Prämissen zugrunde, die auf dem jeweils aktuellen verfügbaren Kenntnisstand beruhen. Hinsichtlich der zukünftig erwarteten Geschäftsentwicklung wurden die zum Zeitpunkt der Aufstellung des Einzelabschlusses vorliegenden Umstände zugrunde gelegt.
Soweit es zur Vermittlung eines möglichst getreuen
Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erforderlich ist, wurden im Anhang zusätzliche Angaben gemacht.
Offene Rechtsthematik i. Z. m. USt-Zwischenbankbefreiung
Am 7. Juli 2024 wurde der Beschluss des Bundesfinanzgerichtes über seinen Antrag auf Vorabentscheidung durch den Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) zur Frage veröffentlicht, ob die im § 6 Abs. 1 Z 28 zweiter Satz UStG (Umsatzsteuergesetz 1994 i.d.g.F.) vorgesehene Umsatzsteuerbefreiung eine staatliche Beihilfe gemäß Art. 107 Abs. 1 AEUV (Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union) darstellt. § 6 Abs. 1 Z 28 zweiter Satz UStG befreit sonstige Leistungen von der Umsatzsteuer, die zwischen Unternehmen erbracht werden, die überwiegend Bank-, Versicherungs- oder Pensionskassenumsätze ausführen, soweit diese Leistungen unmittelbar zur Ausführung der genannten steuerfreien Umsätze verwendet werden, und für die Personalgestellung dieser Unternehmer an die im ersten Satz des § 6 Abs. 1 Z 28 UStG genannten Zusammenschlüsse. Im Rahmen des Abgabenänderungsgesetzes 2024 wurde
§ 6 Abs. 1 Z 28 zweiter Satz UStG mit Wirksamkeit ab
1. Jänner 2025 aufgehoben. Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft hat unter Einhaltung der österreichischen umsatzsteuerlichen Regeln gehandelt. Darüber hinaus ist es nach vorliegender Einschätzung zum aktuellen Zeitpunkt noch unklar, wie der Europäische Gerichtshof entscheidet und ob die Europäische Kommission ein Verfahren gegen die Republik einleiten wird. Daneben ist ebenso strittig, wer in den jeweiligen Leistungsbeziehungen der wirtschaftliche Begünstigte aus der Befreiungsvorschrift ist und in welcher Höhe der wirtschaftliche Vorteil im Ergebnis eingetreten ist, da in diesem Fall auch ein Vorsteuerabzug beim Leistungsempfänger zustehen würde. Aufgrund der dargestellten Unsicherheiten wurde keine Rückstellung für etwaige Nachzahlungen gebildet. Sollte sich die dargestellte Situation nachteilig entwickeln, dann wird eine mögliche Nachzahlung auf Basis derzeitiger Analysen bis zu einer Höhe von rund TEUR 3.000 geschätzt.
Wertpapiere
Die Wertpapiere werden, soweit sie nicht durch ausdrücklichen Beschluss dem Anlagevermögen gewidmet sind, nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet.
Die Wertpapiere des Anlagevermögens unterliegen dem gemilderten Niederstwertprinzip. Wenn die Gründe für eine Abschreibung nicht mehr bestehen, wird eine Zuschreibung gemäß § 208 Abs. 1 UGB vorgenommen.
Forderungen an Kreditinstitute und Kunden
Die Forderungen sind grundsätzlich zu Nennwerten bewertet. Das gemäß IFRS 9 übernommene Wert-minderungsmodell sieht tendenziell eine frühere Bestimmung und Vorsorge für mögliche Verluste vor.
Im Fokus stehen 3 Stufen, welche die Höhe der zu erfassenden Verluste und die Zinsvereinnahmung
künftig bestimmen:
● Stufe 1 umfasst dabei alle neuen Finanzinstrumente sowie jene Positionen, für die seit Zugang des Finanzinstrumentes keine signifikante Verschlechterung der Kreditqualität stattgefunden hat. Für diese Positionen muss eine Risikovorsorge in Höhe des erwarteten 12-Monats-Verlustes (Barwert der erwarteten Zahlungsausfälle, die aus möglichen Ausfallereignissen innerhalb der nächsten 12 Monate nach dem Abschlussstichtag resultieren) gebildet werden. Die Zinsvereinnahmung erfolgt auf Basis des Bruttobuchwertes.
● In Stufe 2 werden all jene Finanzinstrumente transferiert, für die eine signifikante Verschlechterung der Kreditqualität seit Zugang stattgefunden hat. Für diese Positionen muss eine Risikovorsorge in Höhe des über die gesamte Restlaufzeit des Instruments erwarteten Verlustes (Barwert der erwarteten Zahlungsausfälle infolge aller möglichen Ausfallereignisse über die Restlaufzeit des Finanzinstruments) gebildet werden. Die Zinsvereinnahmung erfolgt ebenfalls auf Basis des Bruttobuchwertes.
● Stufe 3 beinhaltet schließlich alle ausgefallenen Finanzinstrumente. Für diese Positionen wird ebenfalls eine Risikovorsorge in Höhe des über die gesamte Restlaufzeit erwarteten Verlustes gebildet.
Die Prüfung zur Bestimmung der Zugehörigkeit einer Forderung zu einer bestimmten Stufe erfolgt anhand von Transferkriterien.
Zur Bestimmung der Verschlechterung der Ausfallwahrscheinlichkeit und dem damit verbundenen Transfer von Stufe 1 in Stufe 2 werden in der Regel drei Komponenten betrachtet: ein quantitatives Kriterium, ein qualitatives Kriterium und ein Backstop-Kriterium.
Für jedes Finanzinstrument werden die Kriterien nacheinander überprüft. Schlägt ein Kriterium an, erfolgt beim quantitativen Kriterium ein Transfer des Finanzinstruments in Stufe 2, beim Backstop-Kriterium erfolgt der Transfer aller Finanzinstrumente des Kunden in Stufe 2.
Wesentliche „Rating-Events“ führen zu einer umgehenden Rating-Evaluierung gemäß der internen Rating-Modelle, womit die qualitativen Kriterien gut durch die Ratingsysteme abgedeckt sind. Die Transferlogik beruht somit auf dem quantitativen Kriterium sowie dem Backstop-Kriterium.
Das quantitative Kriterium gilt als der primäre Indikator, ob eine signifikante Verschlechterung des Kreditrisikos seit Zugang des Finanzinstruments stattgefunden hat.
Es umfasst die Bestimmung der Verschlechterung des Kreditrisikos auf Basis einer relativen und einer absoluten Schranke. Es wird die erwartete Ausfallwahrscheinlichkeit (PD – Probability of Default) zum Zugangszeitpunkt mit der PD zum Reporting-Stichtag verglichen. Da IFRS 9 erwartet, dass in den PDs zukunftsorientierte Informati-on enthalten ist, wird der Vergleich auf Basis der kumulierten Lebensdauer-PDs für die restliche Laufzeit der Geschäfte durchgeführt.
Zur Abbildung der Erwartung der kumulierten PD der Restlaufzeit des Finanzinstruments wird die kumulierte Forward-Lebensdauer-PD des Zugangszeitpunktes verwendet. Diese wird dann mit der kumulierten PD zum Reporting-Stichtag verglichen.
Diese PDs bilden die Grundlage für den Vergleich, ob eine signifikante Verschlechterung der Kreditqualität seit Zugang des Finanzinstruments stattgefunden hat, wobei der Vergleich für jedes Finanzinstrument einzeln durchgeführt wird und sowohl die relative als auch die absolute Änderung der Lebensdauer-PD eine Rolle spielt.
Im relativen Kriterium wird das Verhältnis der erwarteten kumulierten PD zum Zugangszeitpunkt mit der aktuellen kumulierten PD verglichen, welche zum Reporting-Stichtag beobachtet wird. Wenn dieses Verhältnis einen bestimmten Schwellenwert überschreitet, bedeutet das, dass sich die PD dieses Finanzinstruments aufgrund des relativen Vergleichs signifikant seit Zugang erhöht hat. Dieser Schwellwert für das relative Kriterium wird in der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft mit 200 % angesetzt, was einer Verdoppelung der PD seit Zugang entspricht.
Zusätzlich zum relativen PD-Vergleich wird auch die absolute Änderung der PD kontrolliert. Die Messung basiert auf denselben kumulierten Lebensdauer-PDs wie im relativen Kriterium, wobei für den absoluten Vergleich die Differenz der PDs gemessen wird. Da im absoluten Kriterium die Differenz gemessen wird, werden die kumulierten Lebensdauer-PDs durch Division mit der Restlaufzeit auf Jahresebene heruntergebrochen. Diese Anpassung ist notwendig, um den Vergleich unabhängig von der Lebensdauer eines Finanzinstruments durchführen zu können.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft hat sich entschlossen, die „low credit risk exemption“ nicht anzuwenden und stattdessen eine absolute Schranke zu verwenden, durch die es möglich ist, auch im Investment Grade-Bereich in Stufe 2 zu migrieren. Die Schwelle für die absolute Verschlechterung der PD wird in der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft mit 0,5 % von der Ursprungs-PD festgelegt (absolutes Kriterium). Hintergrund des absoluten Kriteriums ist, dass Veränderungen in Höhe von wenigen Basispunkten, die in den sehr guten Ratingklassen eine Verdoppelung
der PD bedeuten können, nicht als signifikante Veränderung gesehen werden.
Zur Bestimmung, ob für ein Finanzinstrument eine signifikante Verschlechterung der Kreditqualität seit Zugang laut dem quantitativen Kriterium beobachtet werden konnte, muss eine signifikante Verschlechterung der Kreditqualität sowohl im relativen Kriterium als auch im absoluten Kriterium gemessen werden.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft verwendet die 30-Tage-Überfälligkeit-Schranke (Backstop-Kriterium) als zusätzliche Indikation, dass eine signifikante Verschlechterung des Kreditrisikos seit Zugang des Finanzinstruments stattgefunden hat und alle Finanzinstrumente eines Kunden, für den eine Forderung mehr als 30 Tage überfällig ist, werden in Stufe 2 transferiert. Ebenso werden auch alle Instrumente mit Forbearance-Maßnahmen in Stage 2 transferiert.
Für den Transfer von Stufe 2 in Stufe 3 wird in der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft auf die allgemeingültige Definition des Ausfalls laut Artikel 178 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 („CRR“) zurückgegriffen, demgemäß folgende Risikopositionen als ausgefallen gelten:
● Alle Risikopositionen, bei denen die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft es als unwahrscheinlich ansieht, dass der Schuldner seine Verbindlichkeiten gegenüber der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft und seinen Tochtergesellschaften ohne Sicherheitenverwertung vollständig
begleichen wird und
● alle Risikopositionen gegenüber der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft und seinen Tochtergesellschaften, bei denen eine wesentliche Verbindlichkeit des Schuldners mehr als 90 Tage überfällig ist. Die Wesentlichkeit einer überfälligen Verbindlichkeit wird anhand folgender Schwellwerte beurteilt, welche sich aus einer absoluten und einer relativen Komponente zusammensetzen. Retail: absolut EUR 100 und relativ
1 %; Non-Retail: absolut EUR 500 und relativ 1 %.
In Stufe 3 werden auch finanzielle Vermögenswerte mit beeinträchtigter Bonität ausgewiesen. Es wird zwischen signifikanten und nicht signifikanten Forderungen unterschieden. Jene Kreditnehmer mit einem Obligo größer TEUR 400 gelten als signifikant. Die Höhe der Wertberichtigung wird mittels DCF-Schätzung ermittelt und ergibt sich aus der Differenz zwischen Buchwert und Barwert der erwarteten künftigen Cashflows. Bei nicht signifikanten Forderungen kommt eine standardisierte Methode zum Einsatz.
Szenarien
Es werden drei makroökonomische Szenarien verwendet: ein optimistisches, ein pessimistisches und ein Basisszenario. Das optimistische und pessimistische Szenario wird mit jeweils 20 %, das Basisszenario mit 60 % gewichtet (2023: pessimistisches Szenario: 20 %, Basisszenario:
60 %, optimistisches Szenario: 20 %). Aufgrund der
Tatsache, dass das Risiko eines deutlicheren Abwärtsszenarios gering ist und die Prognosen stabil sind,
werden das optimistische und pessimistische Szenario gleich gewichtet.
Makroökonomische Parameter und Portfolios
Es werden vier Portfolios verwendet: Retail, Kommerz, Institute, Sovereigns. Für die Schätzung der erwarteten Kreditverluste werden für das Retail-Portfolio im Wesentlichen die OECD-Prognosen für die Arbeitslosigkeit, die Bruttoanlageinvestitionen und die Inflation verwendet. Für das Institute-Portfolio werden Bruttoinlandsprodukt (BIP), Bruttoanlageinvestitionen sowie die Arbeitslosigkeit (jeweils OECD-Prognosen) verwendet. Im Sovereigns-Portfolio fließt die Inflationsrate (OECD-Prognose) ein, in das Kommerz-Portfolio BIP, Inflation sowie die Yield-Structure.
Grundsätzlich fließen für alle Portfolios die Prognosen für die nächsten drei Jahre ein. Für den Zeitraum danach wird Richtung TTC-PD (Through-the-Cycle Probability of Default) konvergiert.
Die Zuordnung zu den Teilportfolien erfolgt im Wesentlichen aufgrund der Forderungsklasse sowie der Kostenstelle.
Per 31. Dezember 2024 wird auf die aktuellsten OECD-Prognosewerte der verwendeten makroökonomischen Faktoren zurückgegriffen.
Kollektiver Stagetransfer
Gemäß IFRS 9.B5.5.1 kann es erforderlich sein, die Beurteilung signifikanter Erhöhungen des Ausfallrisikos auf kollektiver Basis vorzunehmen und zu diesem Zweck Informationen, die auf signifikante Erhöhungen des Ausfallrisikos einer Gruppe oder Untergruppe von Finanzinstrumenten hindeuten, zu berücksichtigen. IFRS 9.B5.5.5 sieht zu diesem Zweck die Zusammenfassung von
Finanzinstrumenten anhand gemeinsamer Ausfallrisikoeigenschaften vor. Diese Vorgangsweise wird auch im UGB-Jahresabschluss angewendet.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft hat auf dieser Grundlage geprüft, ob Änderungen bei der Gruppierung von Finanzinstrumenten anhand gemeinsamer Ausfallrisikoeigenschaften erforderlich sind.
Im Vorjahr wurde im Hinblick auf die Marktveränderungen im Immobilienprojektgeschäft (Baupreise, Zinsanstieg, Veränderungen im Absatzmarkt) für die betroffenen Immobilienprojekte im Teilsegment Kommerzkunden und Immobilienprojekte ein kollektiver Stagetransfer von Stage 1 in Stage 2 für ein Finanzierungsvolumen von TEUR 230.829 gebildet. Dieser wurde nunmehr zur Gänze aufgelöst, zumal die zugrundeliegenden Rahmenbedingungen bereits im Einzelfall in der wirtschaftlichen Beurteilung Berücksichtigung finden.
Beteiligungen
Die Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten bewertet, sofern nicht durch anhaltende Verluste dauernde Wertminderungen eingetreten sind, die eine Abwertung erforderlich machen. Wenn die Gründe für eine Abschrei
bung nicht mehr bestehen, wird eine Zuschreibung gemäß § 208 Abs. 1 UGB vorgenommen.
Immaterielle Vermögensgegenstände sowie Sachanlagen
Der Posten Immaterielles Anlagevermögen umfasst ausschließlich erworbene Software und Lizenzrechte. Die Nutzungsdauer beträgt für Standardsoftware vier Jahre.
Die Vermögenswerte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten reduziert um die planmäßigen Abschreibungen bewertet. Die planmäßige Abschreibung erfolgt linear auf Basis der geschätzten Nutzungsdauer. Sofern der erzielbare Betrag unter dem Buchwert liegt, erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung. Geringwertige Wirtschaftsgüter werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben.
Die Nutzungsdauer stellt sich wie folgt dar:
Nutzungsdauer
Jahre
Immaterielle Vermögensgegenstände
1 – 10
Unbewegliche Sachanlagen
33
Bewegliche Sachanlagen
3 – 33
Verbindlichkeiten
Die verbrieften und unverbrieften Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag unter Bedachtnahme auf den Grundsatz der Vorsicht angesetzt. Agio und Disagio aus der Begebung von eigenen Emissionen werden gemäß der Effektivzinsmethode erfolgswirksam über die Restlaufzeit verteilt.
Rückstellungen
Die Höhe der Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläumsgelder sowie Pensionen inklusive Zuschüsse zu Krankenzusatzversicherungsbeiträgen und Berufs- und Dienstunfähigkeitsrisiken wird nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Zugrundelegung der nach IAS 19 vorgeschriebenen versicherungsmathematischen Bewertungsmethode der laufenden Einmalprämien („Projected Unit Credit Method“) ermittelt, wobei ein stichtagsbezogener Rechnungszinssatz von 3,5 % (2023: 3,5 %) zur Anwendung kommt. Die Festlegung des Rechnungszinsfußes erfolgte auf Basis der Zinsbandbreite für eine Laufzeit von 10 Jahren (2023: Laufzeit von 10 Jahren). IAS 19 verlangt die Anwendung von stichtagsaktuellen Zinssätzen, die aus laufzeitadäquaten, erstrangigen Unternehmensanleihen abgeleitet werden. Als erstrangig werden Anleihen angesehen, die bei S&P Global Ratings mit AA bzw. bei Moody‘s mit Aa2 oder besser bewertet werden. Da in der Eurozone kein liquider Markt für erstrangige Anleihen mit sehr langen Laufzeiten vorliegt, werden die Zinssätze für lange Laufzeiten durch Extrapolation der aktuellen Marktzinssätze entlang der Zinsstrukturkurve geschätzt.
Jährliche Valorisierungen, kollektivvertragliche und karrieremäßige Gehaltserhöhungen wurden in Höhe von 4,0 % (2023: 4,5 %) bei den Rückstellungen für Abfertigungen, Jubiläumsgelder, Pensionen sowie Berufs- und Dienstunfähigkeitsrisiko berücksichtigt. Für jährliche Valorisierungen der laufenden Pensionszahlungen wurde eine Veränderung in Höhe von 2,5 % (2023: im 1. Jahr 4,5 % und im Folgejahr 2,5 %) bzw. der laufenden Leistungen zu den Zuschüssen zu Krankenzusatzversicherungsbeiträgen eine Höhe von 15,0 % (2023: 2,5 %) im 1. Jahr und im Folgejahr 2,5 % (2023: 2,5 %) bei der Rückstellung für Pensionen herangezogen. Bei allen aktiven Dienstnehmern wurde das frühestmögliche Pensionsantrittsalter unter Berücksichtigung aller gesetzlichen Bestimmungen und Übergangsregelungen herangezogen. Neben den Invalidisierungsraten, Sterberaten – welche anhand der veröffentlichten Pensionstafeln AVÖ 2018-P ermittelt werden – und der Beendigung des Dienstverhältnisses mit dem Erreichen des Pensionsalters wurden jährliche dienstzeitabhängige Raten für vorzeitige Beendigungen des Dienstverhältnisses basierend auf internen Statistiken zu dienstzeitabhängigen Fluktuationsraten angesetzt.
Sonstige Rückstellungen werden für gegenwärtige Verpflichtungen gegenüber Dritten gebildet, die bezüglich ihrer Fälligkeit oder ihrer Höhe ungewiss sind.
Bei der Ermittlung der Rückstellungen werden entsprechend den gesetzlichen Erfordernissen alle erkennbaren Risken und drohende Verluste berücksichtigt. Die Bewertung erfolgt zum bestmöglichen Schätzwert des notwendigen Erfüllungsbetrages. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit einem marktüblichen Zinssatz von 3,5 % (2023: 3,5 %) abgezinst.
Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten
Nationale Währungen jener Staaten, die nicht an der Europäischen Währungsunion teilnehmen, werden gemäß § 58 Abs. 1 BWG zu den von der EZB veröffentlichten Devisenmittelkursen des Bilanzstichtages in Euro umgerechnet.
Latente Steuern
Die Ermittlung erfolgt zu jenen Steuersätzen, die nach geltenden Gesetzen in dem voraussichtlich anfallenden Besteuerungszeitraum angewendet werden.
C. Erläuterungen zum Jahresabschluss
Wertpapiere
Von der Bilanzposition Schuldverschreibungen und
andere festverzinsliche Wertpapiere werden Nominale TEUR 1.432 (2023: TEUR 30.677) in dem auf den
Bilanzstichtag folgenden Jahr fällig.
Es errechnete sich ein Unterschiedsbetrag zwischen niedrigerem Marktwert und Bilanzwert von Wertpapieren, die zu den Finanzanlagen gehören, in Höhe von TEUR 44.825 (2023: TEUR 53.140). Eine außerplanmäßige Abschreibung gemäß § 204 Abs. 2 UGB ist unterblieben, da die zinsbedingte Kursentwicklung dieser Wertpapiere nicht zu einer dauernden Wertminderung führt und von einer Wertaufholung ausgegangen werden kann.
In den Forderungen an Kreditinstituten sind nicht zum Börsehandel zugelassene eigene verbriefte Verbindlichkeiten mit Nominale TEUR 0 (2023: TEUR 0) enthalten.
Im Anlagevermögen der Bank befanden sich zum 31. Dezember 2024 Wertpapiere mit einem Bilanzwert von TEUR 876.059 (2023: TEUR 826.411). Hievon waren Nominale TEUR 764.609 (2023: TEUR 715.409) mit einem Bilanzwert von TEUR 769.455 (2023: TEUR 721.877) an festverzinslichen Wertpapieren, 2.117.050 Stück (2023: 2.117.050 Stück) aktienähnliche Genussrechte mit einem Bilanzwert von TEUR 106.605 (2023: TEUR 104.534), Nominale TEUR 800 (2023: TEUR 800) mit einem Bilanzwert von TEUR 796 (2023: TEUR 796) als Ergänzungskapital gewidmet:
● davon in A2 Schuldtitel öffentlicher Stellen Nominale TEUR 143.500 (2023: TEUR 110.200) enthalten
● davon in A3 Forderungen an Kreditinstitute Nominale TEUR 20.600 (2023: TEUR 23.500) enthalten
● davon in A4 Forderungen an Kunden Nominale TEUR 128.559 (2023: TEUR 134.159) enthalten
● davon in A5 Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere Nominale TEUR 471.150 (2023: TEUR 446.750) enthalten
● davon in A6 nachrangiges Kapital Nominale TEUR 800 (2023: TEUR 800), aktienähnliche Genussrechte 2.117.050 Stück (2023: 2.117.050 Stück) enthalten.
Im Anlagevermögen sind börsenotierte Wertpapiere mit einem Bilanzwert von TEUR 619.493 (2023: TEUR 563.201) enthalten, die nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bewertet werden.
Von den Aktivposten Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere, Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere, Beteiligungen sowie Anteile an verbundenen Unternehmen enthaltenen zum Börsehandel zugelassenen Wertpapiere sind TEUR 509.329 (2023: TEUR 496.615) börsenotiert und TEUR 122 (2023: TEUR 0) nicht börsenotiert.
Aufgliederung zum Börsehandel zugelassener Wertpapiere gemäß § 64 Abs. 1 Z 11 BWG:
Wie Anlagevermögen bewertet
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Schuldverschreibungen und andere
festverzinsliche Wertpapiere
474.695
449.096
Aktien und andere nicht
festverzinsliche Wertpapiere
823
824
Wie Umlaufvermögen bewertet
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Schuldverschreibungen und andere
festverzinsliche Wertpapiere
34.756
88.085
Im Aktivposten Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere sind nicht zum Börsehandel zugelassene Wertpapiere in Höhe von TEUR 106.605 (2023: TEUR 104.534) enthalten.
Die Gesellschaft führt ein Handelsbuch von geringem Umfang im Sinn des Artikel 102 ff. CRR in Verbindung mit Artikel 94 CRR. Das zu Marktpreisen berechnete Volumen des Wertpapier-Handelsbuches beträgt per 31.
Dezember 2024 insgesamt TEUR 0 (2023: TEUR 0).
Fristigkeiten der Forderungen und Verbindlichkeiten
Gliederung der nicht täglich fälligen Forderungen/
Verbindlichkeiten an/gegen Kreditinstitute und Kunden:
in TEUR
Forderungen
Verbindlichkeiten
31.12.2024
31.12.2023
31.12.2024
31.12.2023
bis
3 Monate
331.641
222.627
968.194
857.248
über
3 Monate
bis 1 Jahr
430.472
389.983
327.282
556.027
über
1 Jahr
bis 5 Jahre
1.898.690
1.609.525
168.512
329.123
über
5 Jahre
3.843.770
3.880.902
231.126
273.805
Gesamt
6.504.572
6.103.037
1.695.114
2.016.203
Die als Sicherheiten für Tenderfazilitäten übertragenen Vermögenswerte umfassen sowohl notenbankfähige Wertpapiere als auch Credit Claims. 2024 wurden ausschließlich die TLTRO III-Programme der EZB in Anspruch genommen.
Zum 31. Dezember 2024 beträgt das im Posten Ver-
bindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthaltene Volumen an längerfristigen Finanzierungsgeschäften
aus dem TLTRO III-Programm der Europäischen Zentralbank (EZB) TEUR 0 (2023: TEUR 200.000). 2024 wurde die Tranche 9 über TEUR 100.000 mit Fälligkeit im September 2024 vorzeitig im März 2024 gekündigt. Die Tranche 7 über ebenso TEUR 100.000 ist im März 2024 ausgelaufen.
Auf Basis einer Analyse der für die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft als Kreditinstitut am Markt für vergleichbar besicherte Refinanzierungsquellen erzielbaren Konditionen ergibt sich die Auffassung, dass die Konditionen des TLTRO III-Programmes keinen wesentlichen Vorteil im Vergleich zum Markt bieten. Für die laufende Verzinsung wurde immer der aktuell gültige Zinssatz verwendet. Die im Oktober 2022 seitens der EZB veröffentlichten Änderungen am TLTRO III-Programm (Änderung der Verzinsungsmodalitäten und Einfügen weiterer Rückzahlungsoptionen) stellen nach Auffassung der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft keine wesentliche Vertragsanpassung dar, weshalb diese Änderungen ebenfalls lediglich zu einer Zinssatzänderung führten. Schätzungsänderungen oder Buchwertanpassungen waren in diesem Zusammenhang nicht notwendig.

Das benötigte Kreditwachstum für die erste Sonderverzinsungsperiode (Beobachtungsperiode: 1. März 2020 bis zum 31. März 2021) sowie für die zweite Sonderverzinsungsperiode (Beobachtungsperiode: 1. Oktober 2021 bis zum 31. Dezember 2021) wurde erfüllt. Die Verzinsung wurde somit mit –1,0 % festgesetzt. Nach dem Ende der zweiten Sonderverzinsungsperiode am 23. Juni 2022 wurde bis zum 23. November 2022 die Verzinsung basierend auf dem durchschnittlichen EZB­Zinssatz der Einlagenfazilität seit Start der Geschäfte ermittelt. Ab dem 23. November 2022 bis zur Fälligkeit der jeweiligen Tranche wurden die TLTRO­Verbindlichkeiten basierend auf dem jeweils aktuell gültigen EZB­Zinssatz der Einlagenfazilität verzinst. Im laufenden Geschäftsjahr 2024 betrug der Zinsaufwand aus dem TLTRO III­Programm insgesamt TEUR –1.933 (2023: TEUR –12.375).
Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen
Die Bank hält per 31. Dezember 2024 bei folgenden Unternehmen mindestens 20 % Anteilsbesitz:
Beteiligungsaufstellung
Eigener
Anteil
Direkt/
Indirekt
Eigenkapital
in TEUR
Jahresergebnis
in TEUR
Bilanz
OÖ Hypo Leasinggesellschaft m.b.H., Linz
100,0 %
D
5.961
217
2024
OÖ Hypo Immobilien und Beteiligungen GmbH, Linz
100,0 %
D
51.021
4.188
2024
OÖ Hypo Facility Management GmbH, Linz
100,0 %
D
10.998
983
2024
Hypo Immobilien Anlagen GmbH, Linz
100,0 %
D/I
14.289
2.085
2024
Betriebsliegenschaft Eferding 4070 GmbH, Linz
100,0 %
I
315
50
2024
HYPO-IMPULS Immobilien GmbH, Linz
49,0 %
I
5.009
515
2023
GEMDAT OÖ GmbH & Co KG, Linz
33,3 %
D
13.609
4.096
2023
GEMDAT OÖ GmbH, Linz
30,0 %
D
376
38
2023
Raiffeisen OÖ Invest GmbH, Linz
24,0 %
I
45
10
2024
KEPLER-FONDS Kapitalanlagegesellschaft m.b.H., Linz
26,0 %
D
11.840
3.611
2023
Beteiligungs- und Immobilien GmbH, Linz
25,0 %
D
21.613
1.998
2024
Beteiligungs- und Wohnungsanlagen GmbH, Linz
25,0 %
I
167.539
19.448
2024
O.Ö. Kommunalgebäude-Leasing Gesellschaft m.b.H., Linz
20,0 %
I
–130
–4
2023
O.Ö. Kommunal-Immobilienleasing GmbH, Linz
20,0 %
I
–39
65
2023
Die verbrieften und unverbrieften Forderungen beziehungsweise Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, stellen sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:
Forderungen/Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
A4: Forderungen an Kunden
219.045
200.352
P2: Verbindlichkeiten
gegenüber Kunden
14.218
13.246
Forderungen/Verbindlichkeiten an Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
A4: Forderungen an Kunden
152.149
145.428
P2: Verbindlichkeiten
gegenüber Kunden
2.995
1.442
Es bestehen keine Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen, die unter marktunüblichen Bedingungen abgeschlossen wurden.
Anlagevermögen
Die Aufgliederung des Anlagevermögens und seine Entwicklung im Berichtsjahr sind im Anlagespiegel gemäß
§ 226 Abs. 1 UGB angeführt (siehe Anlage 1 zum Anhang). Der Grundwert der bebauten Grundstücke beträgt zum 31. Dezember 2024 TEUR 205 (2023: TEUR 205). Im laufenden Geschäftsjahr wurden keine Fremdkapitalzinsen (§ 203 Abs. 4 UGB) aktiviert.
Sonstige Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten
Die sonstigen Vermögensgegenstände umfassen im Wesentlichen interne Verrechnungskonten, Kautionen für Immobilien-Leasingverträge mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr sowie Forderungen aus der Verrechnung mit der steuerlichen Gruppe.
In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt,Verrechnungskonten aus der Abwicklung von Wohnbaudarlehen, interne Verrechnungskonten und Verrechnungen mit Tochterunternehmen enthalten.
Latente Steuern
Auf die nachfolgenden Differenzen zwischen der Unternehmensbilanz und der Steuerbilanz wurden latente Steuern angesetzt:
Bilanzposition
in TEUR
Unterschiedsbetrag
Unternehmens-/ Steuerbilanz
31.12.2023
31.12.2024
Verän-
derung
Rückstellungen
10.982
10.704
–278
Forderungen an Kunden
21.954
22.037
83
Beteiligungen
1.441
659
–782
Aktien und andere
nicht festverzinsliche
Wertpapiere
–5.922
–6.187
–265
Gesamt
28.455
27.213
–1.242
Verbriefte Verbindlichkeiten
Bei den verbrieften Verbindlichkeiten werden im Jahr 2025 TEUR 559.790 (2023: im Jahr 2024 TEUR 240.512) fällig.
Das Deckungsverhältnis stellt sich zum 31. Dezember 2024 wie folgt dar:
Hypothekenbank-
geschäfte
in TEUR
Deckungs-
darlehen
Verbriefte
Verbind-
lichkeiten
+ Über-/
– Unter-
deckung
Eigene Pfandbriefe
2.830.513
2.531.500
299.013
Eigene Kommunalbriefe
644.974
426.750
218.224
GESAMT
3.475.487
2.958.250
517.237
Per 31. Dezember 2024 waren Anleihen in Höhe von TEUR 10.000 (2023: TEUR 5.000) als Substitutionswerte (Ersatzdeckungswerte) gewidmet und gesperrt.
Gemäß Bundesgesetz über steuerliche Sondermaßnahmen zur Förderung des Wohnbaus wurden per 31. Dezember 2024 folgende Wohnbaubankgeschäfte getätigt:
Wohnbaubank-
geschäfte
in TEUR
Geeignete Darlehen*)
80 % der
emittierten
Wohnbau-
anleihen
+ Über-/
– Unter-
deckung
Wohnbaubank-Anleihen
1.534.115
344.582
1.189.533
*) Geeignete Darlehen gemäß § 1 Abs. 2 Z 2 des Bundesgesetzes für Steuerliche Sondermaßnahmen zur Förderung des Wohnbaus
Nachrangige Verbindlichkeiten
Die nachrangigen Verbindlichkeiten – diese werden unter der Bilanzposition „Ergänzungskapital gemäß Teil 2 Titel I Kapitel 4 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013“ ausgewiesen – setzen sich per 31. Dezember 2024 wie folgt zusammen:
Zinssatz
Ergän-
zungs-
kapital
Nomi-
nale
in TEUR
Zinsauf-
wand
in TEUR
Laufzeit
2,125 %
Hypo-Wohn Wandel
3.010
63
11.6.2021
11.6.2036
2,000 %
OBLA Anleihe
6.000
119
24.11.2021
24.11.2031
variabel
Kapital
Obliga-
tion
2.970
123
6.11.2000
6.11.2030
variabel
Subor-
dinated
FRN
25.000
1.018
8.5.2002
25.4.2042
4,125 %
Nach-
rangige
Anleihe
3.000
125
9.12.2015
9.12.2030
variabel
CMS linked Notes
25.000
769
1.10.2002
1.10.2032
4,250 %
OBLA Anleihe
5.000
230
7.10.2022
7.10.2032
Der Gesamtbetrag der Zinsaufwendungen für nachrangige Verbindlichkeiten betrug im Geschäftsjahr 2024 TEUR 2.447 (2023: TEUR 2.307).
Rückstellungen
Die in der Bilanz ausgewiesene Pensionsrückstellung inklusive Zuschüsse zu Krankenzusatzversicherungsbeiträgen (entspricht dem versicherungsmathematischen Barwert) beträgt zum 31. Dezember 2024 TEUR 5.206 (2023: TEUR 5.000). Die in der Bilanz ausgewiesene Abfertigungsrückstellung (entspricht dem versicherungsmathematischen Barwert) beträgt zum 31. Dezember 2024 TEUR 6.445 (2023: TEUR 6.416).
In den sonstigen Rückstellungen sind die Drohverlustrückstellung für Derivate in Höhe von TEUR 44 (2023: TEUR 806) und offene Eingangsrechnungen in Höhe von TEUR 992 (2023: TEUR 1.233) enthalten.
Derzeit sind, soweit bekannt, keinerlei Gerichtsverfahren anhängig, die eine Klärung der offenen Rechtsfragen im Zusammenhang mit Negativverzinsungen bei Nicht-Verbraucherfinanzierungen erwarten lassen. Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft wurde in keinem einzigen Fall in diesem Zusammenhang geklagt. Mit einer Inanspruchnahme wird derzeit nicht gerechnet. Aufgrund der geringen Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme wurden die Vorsorgen aufgelöst.
Abschließend werden unter dem sonstigen Posten Rückstellungen für Jubiläumsgelder, Urlaub und Zeitausgleich sowie Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten ausgewiesen.

Eigenkapital
Gemäß § 5 der Satzung der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft beträgt das Grundkapital der Gesellschaft TEUR 14.664 (2023: TEUR 14.664) und ist in 2.017.000 Stückaktien in Form von Stammaktien zerlegt. Der Nennbetrag je Anteil für die Stammaktien beträgt EUR 7,27.
Rücklagen
in TEUR
31.12.
2023
Zu-
führung
Auf-
lösung
31.12.
2024
Gebundene
Kapitalrücklage
30.549
30.549
Nicht gebundene Kapitalrücklage
190
190
1. Kapital-
rücklagen
30.739
30.739
2. Gewinn-
rücklagen
334.141
23.944
358.085
hievon Rücklage gemäß § 229
Abs. 1a 2. Satz UGB
für eigene Aktien
–1.732
–59
–1.791
3. Haft-
rücklage
59.670
3.550
63.220
Gesamt
424.550
27.494
0
452.045
Die Gesamtkapitalrentabilität beträgt zum 31. Dezember 2024 0,39 % (2023: 0,46 %).
Die nachfolgende Tabelle zeigt eine detaillierte Aufgliederung der Eigenmittel gemäß § 64 Abs. 1 Z 16 und Z 17 BWG:
31.12.2024
in TEUR
unkonsolidiert
konsolidiert
Gezeichnetes Kapital
14.664
14.664
Aktienagio
30.549
30.549
Eigene Instrumente des
harten Kernkapitals
–108
–108
Rücklagen
421.496
513.921
Kumuliertes sonstiges Ergebnis
–18.760
Abzugsposten
–5.522
–23.047
Tier 1-Kapital
461.079
517.219
Ergänzungskapital
70.404
66.711
Tier 2-Kapital
70.404
66.711
Anrechenbare Eigenmittel
531.483
583.930
Gesamtrisikobetrag
3.705.936
3.931.861
Erforderliche Eigenmittel (8 %)
296.475
314.549
Kernkapitalquote
12,4 %
13,2 %
Gesamtkapitalquote
14,3 %
14,9 %
Gemäß § 22 BWG beträgt der Kapitalerhaltungspuffer für das Jahr 2024 2,5 % (2023: 2,5 %). Zusätzlich zum Kapitalerhaltungspuffer ist gemäß § 6 Kapitalpufferverordnung (KP-V) in Verbindung mit § 7 Abs. 1 KP-V ebenfalls ein Systemrisikopuffer in Form von hartem Kernkapital zu halten. Dieser ist seit 1. Jänner 2024 auf Basis der unkonsolidierten Lage darzustellen und beträgt derzeit 0,5 % (2023: 0,25 %) vom Gesamtrisikobetrag, auf konsolidierter Lage liegt dieser bei 0,5 % (2023: 0,5 %).
Der antizyklische Kapitalpuffer wird gemäß § 140 der CRD IV als gewichteter Durchschnitt der veröffentlichten antizyklischen Quoten jener Rechtsräume berechnet, in denen wesentliche Kreditrisikopositionen bestehen. Zum 31. Dezember 2024 beträgt der antizyklische Kapitalpuffer 0,0 % (2023: 0,0 %).
Eigene Aktien
In der am 12. November 1997 abgehaltenen außerordentlichen Hauptversammlung der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft wurde eine Kapitalerhöhung (Mitarbeiterbeteiligung) beschlossen. Aus der Kapitalerhöhung durch 17.000 Stück Vorzugsaktien wurden im Geschäftsjahr 1997 dem Grundkapital TEUR 124 und den gebundenen Kapitalrücklagen TEUR 426 zugeführt.
Mit der außerordentlichen Hauptversammlung und der gesonderten Versammlung der Vorzugsaktionäre der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft wurde am 29. September 2021 die Umwandlung von 17.000 Stück Vorzugsaktien in Stammaktien beschlossen. Diese 17.000 Stück Stammaktien stehen weiterhin als Mitarbeiterbeteiligung zur Verfügung.
Von den 17.000 Stück Stammaktien (mit einem ursprünglichen Ausgabekurs von EUR 32,34) sind zum Bilanzstichtag 2.185 Stück (2023: 2.422 Stück) im Bestand der Mitarbeiter.
Der Kurs der Mitarbeiteraktien wird im Rahmen der genehmigten IFRS-Konzernbilanz einmal jährlich festgelegt. Die Aktien können vom Mitarbeiter zu diesem Kurs erworben werden, ein begünstigter Verkauf liegt nicht vor. Der Kauf und Verkauf von Mitarbeiteraktien ist ausschließlich im Monat nach der Hauptversammlung und nur für aktive Mitarbeiter in unbefristeten und ungekündigten Dienstverhältnissen möglich, wobei pro Mitarbeiter insgesamt maximal 50 Stück erworben werden können. Im Jahr 2024 wurden von der Oberösterreichische
Landesbank Aktiengesellschaft 375 Aktien (2023: 425 Aktien) zum Gesamtwert von TEUR 98 (2023: TEUR 104) erworben und 138 Aktien (2023: 8 Aktien) von den Mitarbeitern zum Gesamtwert von TEUR 37 (2023: TEUR 2) rückerworben.
Zum Bilanzstichtag hält die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft 14.815 Stück mit einem Nominale von TEUR 108 (2023: 14.578 Stück mit einem Nominale von TEUR 106) Mitarbeiteraktien, welche vom gezeichneten Kapital abgezogen werden. Gemäß § 229 Abs. 1a UGB ist in die gebundenen Rücklagen ein Betrag einzustellen, der dem Nennbetrag der erworbenen eigenen Anteile entspricht. Die gebundene Gewinnrücklage beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 108 (2023: TEUR 106). Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nominale dieser Anteile und ihren Anschaffungskosten ist mit den freien Gewinnrücklagen zu verrechnen.
Eventualverbindlichkeiten und Kreditrisiken
in TEUR
Eventual-
verbindlichkeiten
Kreditrisiken
31.12.2024
31.12.2023
31.12.2024
31.12.2023
Verbindlichkeiten aus Haftungen
94.184
85.534
Rahmen und Promessen
697.686
747.729
Gesamt
94.184
85.534
697.686
747.729
Haftungsverhältnisse
Bei den Eventualverbindlichkeiten aus Haftungen sind Akkreditive in Höhe von TEUR 0 (2023: TEUR 0) und sonstige Haftungen in Höhe von TEUR 94.184 (2023: TEUR 85.534) enthalten. Es bestehen im aktuellen Geschäftsjahr keine Haftungen (2023: TEUR 14.134) gegenüber verbundenen Unternehmen.
Gemäß § 8 Abs. 1 ESAEG gehört die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft als einlagenentgegennehmendes Institut (CRR-Institut) mit Sitz in Österreich der einheitlichen Sicherungseinrichtung nach § 1 Abs. 1 Z 1
ESAEG an. Dabei handelt es sich um die Einlagensicherung Austria Ges.m.b.H. (ESA). Jede Sicherungseinrichtung hat einen aus verfügbaren Finanzmitteln bestehenden Einlagensicherungsfonds in Höhe von zumindest 0,8 vH der Summe der gedeckten Einlagen der Mitgliedsinstitute als Zielausstattung bis 3. Juli 2024 einzurichten und ab diesem Zeitpunkt jährlich an das Einlagenwachstum der Mitgliedsinstitute anzupassen.
Der gesetzlichen Frist, den Fondsaufbau bis 3. Juli 2024 abzuschließen und die Zielausstattung bis 31. Dezember dieses Jahres zu halten, sind die ESA und deren einzahlende Mitgliedsinstitute zeitgerecht und in voller Höhe nachgekommen. Demzufolge hatte die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024 keinen Fondsbeitrag zu entrichten (2023: –241 TEUR).
Ergänzend sei anzumerken, dass der European American Investment Bank (EURAM) mit 16. Oktober 2024 die Fortführung des Geschäftsbetriebs aufgrund finanzieller Schwierigkeiten wie auch aufsichtsrechtlicher Mängel untersagt wurde. Gemäß § 9 ESAEG ist an besagtem Tag daher der Sicherungsfall eingetreten. Etwaige Mittelabflüsse konnten aufgrund einer derzeit vorliegenden Überdotierung des Fonds kompensiert werden. Der genannte Entschädigungsfall hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024 daher zu keiner Beitragsnachforderung geführt.
Betreffend der noch laufenden Entschädigungsverfahren der Anglo Austrian AAB, Commerzialbank Mattersburg wie auch der AutoBank konnten im abgelaufenen
Geschäftsjahr 2024 weitere Mittel aus der Masse dem Fonds zugeführt werden. Für die Folgejahre ist nach aktuellem Kenntnisstand mit weiteren Rückflüssen aus den genannten Sicherungsfällen zu rechnen.
Treuhandgeschäfte
Treuhandgeschäfte, die eine Verwaltung oder Platzierung von Vermögenswerten für fremde Rechnung zur Basis haben, werden in der Bilanz nicht ausgewiesen. Provisionszahlungen aus diesen Geschäften sind in der Gewinn- und Verlustrechnung im Provisionsergebnis enthalten. Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft vergibt in ihrer Funktion als Treuhänderin für den ERP-Fonds – gegründet aus den Mitteln der US-Marshallplan-Hilfe und mit der Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mbH (aws) in einer Personalunion verbunden – sogenannte aws erp-Kredite an Unternehmen. Es handelt sich hierbei um zinsgünstige Investitionskredite mit langer Laufzeit mit dem Ziel, die Investitionstätigkeit österreichischer Unternehmen zu fördern.
Gewinn- und Verlustrechnung
Aus dem Bankgeschäft wurde ein Zinssaldo von TEUR 90.798 (2023: TEUR 87.591) erzielt. In den Zinserträgen sind negative Zinserträge in Höhe von TEUR –62 (2023: TEUR –89) und in den Zinsaufwendungen sind negative Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 256 (2023: TEUR 274) enthalten.
Betriebserträge
In dem Posten Erträge aus Anteilen an verbundenen Unternehmen sind Ausschüttungen in Höhe von TEUR 15.905 (2023: TEUR 5.959) enthalten.
Die Dienstleistungserträge wurden in den folgenden Tätigkeitsbereichen vereinnahmt: Zahlungsverkehr TEUR 7.010 (2023: TEUR 6.423), Kreditgeschäft TEUR 5.910 (2023: TEUR 5.861), Wertpapiergeschäft TEUR 16.662 (2023: TEUR 15.293) und sonstigem Dienstleistungsgeschäft TEUR 989 (2023: TEUR 783). Die Betriebserträge belaufen sich auf TEUR 135.422 (2023: TEUR 125.075).
Betriebsaufwendungen
In der Position Aufwendungen für Abfertigungen und für betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen sind Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen in Höhe von TEUR –309 (2023: TEUR –273) enthalten. Im Geschäftsjahr 2024 wurden für beitragsorientierte Zusagen TEUR –614 (2023: TEUR –578) an die private Pensionskasse einbezahlt.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich im Wesentlichen aus Bonifikationen an Kunden und Aufwendungen aus bereits realisierten Verlusten zusammen. Im Geschäftsjahr 2024 sind keine Dotierungen des Abwicklungs- und Einlagensicherungsfonds in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten (2023: TEUR –4.201).
Unter den Wertberichtigungen auf Forderungen und Zuführungen zu Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten und Kreditrisiken ist die Dotierung der § 57 Abs. 1
BWG Vorsorge in Höhe von TEUR –82 (2023: Auflösung TEUR 1.418) ausgewiesen.
Steuern vom Einkommen und sonstige Steuern
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft ist mit Gruppenvertrag vom 26. September 2005 Gruppenmitglied der Steuerungsgruppe gemäß § 9 KstG der OÖ Landesholding GmbH. Bei einem positiven steuerlichen Ergebnis ist eine Steuerumlage in der Höhe des jeweils gültigen Körperschaftsteuersatzes an den Gruppenträger zu leisten. Bei einem negativen steuerlichen Ergebnis wird dieses am Steuerausgleichsevidenzkonto verbucht und zukünftig zur Verrechnung mit positiven Einkommen herangezogen. Bei jenen Gruppenmitgliedern an denen überwiegend die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft direkt oder indirekt beteiligt ist, erfolgt eine Verrechnung der Steuerumlagen direkt mit der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft.
Die latenten Steuern belaufen sich auf TEUR –285 (2023: TEUR –406) und wurden für Unterschiedsbeträge zwischen Steuer- und Unternehmensrecht gebildet. Im Wesentlichen handelt es sich um Unterschiedsbeträge bei den Personalrückstellungen, Beteiligungen und der Rücklage gemäß § 57 Abs. 1 BWG. Die laufende Steuerumlage für das Geschäftsjahr 2024 an den Gruppenträger beträgt TEUR –3.842 (2023: TEUR –8.043), die erhaltene positive Steuerumlage von anderen Gruppenmitgliedern beträgt TEUR 649 (2023: TEUR 637). In den sonstigen Steuern ist die Stabilitätsabgabe für 2024 in Höhe von TEUR –1.572 (2023: TEUR –1.497) enthalten.
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ist durch Ertragsteuern in Höhe von TEUR –4.146 (2023: TEUR –8.780) belastet.
Bilanzgewinn
Vorstand und Aufsichtsrat werden in der Hauptversammlung am 31. März 2025 vorschlagen, eine Dividende in Höhe von TEUR 5.849 an die Stammaktionäre im Verhältnis ihrer Anteile am Grundkapital auszuschütten. Das entspricht einer Dividende von EUR 2,90 je Aktie.

D. Weitere Pflichtangaben (gemäß § 64 BWG)
Die Bank hat sich im Leasinggeschäft mit Beträgen in Höhe von TEUR 0 (2023: TEUR 0) beteiligt.
Gliederung des Gesamtbetrages der Bilanzposten in Fremdwährung:
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Gesamtbetrag der Aktiva
in fremder Währung
54.310
62.536
Gesamtbetrag der Passiva
in fremder Währung
98.302
99.250
Der Unterschied zwischen Aktiva und Passiva in den einzelnen Währungen stellt nicht die offene Fremdwährungsposition des Einzelinstituts gemäß CRR dar. Die Absicherung von offenen Fremdwährungspositionen erfolgt anhand derivativer Finanzinstrumente wie Währungsswaps oder Cross-Currency-Swaps. Die Summe aller offenen Fremdwährungspositionen gemäß CRR beläuft sich per 31. Dezember 2024 auf TEUR 503 (2023: TEUR 395).
Die Mündelgeldspareinlagen betragen zum 31. Dezember 2024 TEUR 7.627 (2023: TEUR 6.726), als Sicherheiten wurden TEUR 9.526 (2023: TEUR 8.035) als Deckungsstock verwendet.
Derivate
Zur Absicherung gegen Zinsänderungsrisiken werden Asset-Swaps und Liability-Swaps eingesetzt. In der Regel steht jedem Derivat ein abzusicherndes Grundgeschäft gegenüber. Diese abzusichernden Grundgeschäfte sind aktivseitig Wertpapiere des Eigenbestandes und passivseitig eigene Pfandbriefe, Wohnbaubank-Anleihen, Ergänzungskapitalanleihen, Anleihen, Schuldscheindarlehen sowie Anleihen der Pfandbriefstelle.
Weiters wurden Makroswaps unter Berücksichtigung
der risikokompensierenden Wirkung bestehender Geschäfte abgeschlossen und damit das Marktrisiko abgesichert, welches sich aus der Gesamtposition der Bank ergibt. Die Nominale dieser Makroswaps beträgt TEUR 41.000 (2023: TEUR 41.000). Der Marktwert der Makroswaps beträgt per 31. Dezember 2024 TEUR 8.232 (2023: TEUR 8.317).

Darüber hinaus werden auch Währungsswaps zur Absicherung von Wechselkursrisiken verwendet, wobei offene Positionen in bestimmten Währungen und Laufzeiten geschlossen werden. Forward Rate Agreements werden zur Absicherung gegen künftige Zinsrisiken eingesetzt.
Im Rahmen der Widmung bzw. Bildung von Bewertungseinheiten zwischen Grundgeschäft und Sicherungsgeschäft wird ein prospektiver Effektivitätstest durchgeführt. Sind die wesentlichen Parameter des Grundgeschäfts und des Absicherungsgeschäfts identisch, verhalten sich aber gegenläufig, so wird dies als vollständig effektive Sicherungsbeziehung angesehen (Critical Terms Match).
Die retrospektive Effektivität wird durch Critical Terms Match bzw. durch Vergleich der Wertänderungen der Grundgeschäfte mit den Wertänderungen der Sicherungsinstrumente nach der Kompensierungsmethode (Dollar-Offset-Methode) beurteilt. Die ineffektiven Anteile der Derivate werden, sofern negativ, als Drohverlust rückgestellt. Im Jahr 2024 weist die Drohverlustrückstellung einen Wert von TEUR 44 (2023: TEUR 806) auf.
Die Marktwerte der abgeschlossenen Derivate werden monatlich kontrolliert. Für jeden Geschäftspartner, mit welchem ein Derivatgeschäft abgeschlossen wird, muss eine entsprechende Kreditlinie vorhanden sein, die die Bonität des Kreditnehmers und die angestrebten Geschäfte berücksichtigt. Im Interbankenbereich wurden Collateral-Vereinbarungen in Form von Cash-Sicherheiten mit allen wichtigen Geschäftspartnern abgeschlossen, um das Ausfallrisiko zu minimieren.
Zum Bilanzstichtag noch nicht abgewickelte Termingeschäfte:
in TEUR
Absicherungszeitraum*)
(Ursprungslaufzeit)
Gesamt-
summe
positive
Marktwerte
negative
Marktwerte
Buchwerte
Bilanz-
posten
31.12.2024
bis 5 Jahre
5 – 10 Jahre
> 10 Jahre
Zinsswaps
100.000
708.000
2.002.046
2.810.046
109.434
–54.958
Droh-
verlust-
rück-
stellung
Basisswaps
63.743
63.743
6.818
–314
Zinsoptionen
24.768
24.768
242
–240
Währungsswaps
42.237
42.237
–16.159
Devisentermingeschäfte
12.594
12.594
32
*) längstens bis zum Jahr 2063
in TEUR
Absicherungszeitraum*)
(Ursprungslaufzeit)
Gesamt-
summe
positive
Marktwerte
negative
Marktwerte
Buchwerte
Bilanz-
posten
31.12.2023
bis 5 Jahre
5 – 10 Jahre
> 10 Jahre
Zinsswaps
100.000
594.000
1.976.175
2.670.175
108.603
–74.465
–112
Droh-
verlust-
rück-
stellung
Basisswaps
145.241
145.241
11.227
–874
Zinsoptionen
28.355
28.355
386
–382
Währungsswaps
44.482
44.482
–14.998
Devisentermingeschäfte
19.556
19.556
4
–694
–694
*) längstens bis zum Jahr 2063
Bei den Zinsen-, Basis- und Währungsswaps erfolgte die Bewertung zur Ermittlung der Marktwerte mittels geglätteter Forwardberechnung und Bootstrapping-Methode; die Zinsoptionen wurden mittels des Black-Scholes-Modells bewertet. Den Marktwerten aus den Derivaten stehen gegenläufige Marktwerte aus den Grundgeschäften gegenüber. Aus den außerbilanziellen Geschäften gemäß § 238 Abs. 1 Z 10 UGB resultieren im Geschäftsjahr 2024 keine finanziellen Auswirkungen.
E. Ergänzende Angaben
Während des Geschäftsjahres 2024 waren durchschnittlich 409 (2023: 398) Angestellte und keine Arbeiter beschäftigt. Die Organe der Bank sind in einer gesonderten Aufstellung enthalten (Anlage 2).
Der Aufwand für Abfertigungen und Pensionen inklusive der Rückstellungsdotation beträgt für aktive Mitglieder des Vorstandes und für leitende Angestellte TEUR 178 (2023: TEUR 225) und der Aufwand für andere Arbeitnehmer und Pensionisten beträgt TEUR 1.804 (2023: TEUR 1.439). Die Bezüge an aktive Mitglieder des Vorstandes beliefen sich auf TEUR 684 (2023: TEUR 655). Der Aufwand für Pensionen an ehemalige Mitglieder des Vorstandes betrug TEUR 92 (2023: Auflösung von TEUR –122). Für Mitglieder des Aufsichtsrates wurden TEUR 59 (2023: TEUR 59) vergütet.
Der aushaftende Stand an Vorschüssen, Krediten, Darlehen und Haftungen für Vorstände und Aufsichtsräte beträgt zum 31. Dezember 2024 TEUR 419 (2023: TEUR 340). Die Ausleihungen wurden zu marktüblichen Bedingungen gewährt. Rückzahlungen werden vereinbarungsgemäß geleistet.
Die Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen betragen 2024 TEUR 1.991 (2023: TEUR 1.844) und in den Jahren 2025 bis 2029 insgesamt TEUR 9.956 (Vorjahr: 2024 bis 2028 TEUR 9.219).
Bezüglich der Angaben gemäß § 238 Abs. 1 Z 18 UGB über Aufwendungen für die Abschlussprüfung wird auf die Angaben im Konzernanhang (Notes) verwiesen.
Seit dem Geschäftsjahr 2013 ist die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft Gruppenmitglied der Beteiligungsgemeinschaft gemäß § 9 KStG zwischen der OÖ Landesholding GmbH und der Hypo Holding GmbH. Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft ist seit dem Geschäftsjahr 2005 Gruppenträger einer Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG.

Die Informationen gemäß Teil VIII der CRR in Verbindung mit der Offenlegungsverordnung werden auf der Website unseres Institutes (www.hypo.at) veröffentlicht.
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Im Zeitraum zwischen dem Ende des Geschäftsjahres und der Erstellung des Jahresabschlusses fanden keine wesentlichen Ereignisse statt.
F. Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
Der Vorstand der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft bestätigt nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ent-steht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.
Linz, am 17. März 2025
Der Vorstand
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Mag. Klaus Kumpfmüller
Mag. Thomas Wolfsgruber
Vorstandsvorsitzender
Vorstandsmitglied
Anlage 1 zum Anhang:
Anlagenspiegel
Bilanzposten
in TEUR
Anschaf-
fungskosten*)
Zugänge
Abgänge
Anschaf-
fungskosten
1.1.2024
2024
2024
31.12.2024
Schuldtitel öffentlicher Stellen
und ähnliche Wertpapiere
120.398
36.810
–5.000
152.207
Forderungen an Kreditinstitute
26.009
5.079
–7.789
23.299
Forderungen an Kunden
134.159
–5.600
128.559
Schuldverschreibungen und
andere festverzinsliche
Wertpapiere
445.671
66.534
–42.159
470.045
Aktien und andere nicht
festverzinsliche Wertpapiere
105.330
2.071
107.400
Wertpapiere
831.566
110.494
–60.549
881.511
Beteiligungen
28.058
28.058
Anteile an verbundenen
Unternehmen
77.578
10.000
87.578
Beteiligungen an assoziierten
Unternehmen
9
9
Beteiligungen
105.645
10.000
115.645
Immaterielle Vermögensgegen-
stände
14.829
5.471
–152
20.148
Sachanlagen
12.820
1.234
–1.307
12.747
Immaterielle Vermögensgegen-
stände und Sachanlagen
27.649
6.705
–1.459
32.895
Gesamt
964.860
127.199
–62.008
1.030.051
*) keine aktivierten Zinsen enthalten
Bilanzposten
in TEUR
Anschaf-
fungskosten
Kumulierte
Abschreibungen
Zugänge
Zuschrei-
bungen
Abgänge
Kumulierte
Abschreibungen
Buchwert
Buchwert
31.12.2024
1.1.2024
2024
2024
2024
31.12.2024
31.12.2024
31.12.2023
Schuldtitel öffentlicher Stellen
und ähnliche Wertpapiere
152.207
2.629
404
–174
2.859
149.348
117.768
Forderungen an Kreditinstitute
23.299
1.493
324
–131
211
1.896
21.403
24.516
Forderungen an Kunden
128.559
128.559
134.159
Schuldverschreibungen und
andere festverzinsliche
Wertpapiere
470.045
1.034
121
–599
140
697
469.349
444.637
Aktien und andere nicht
festverzinsliche Wertpapiere
107.400
0**)
0**)
107.400
105.330
Wertpapiere
881.511
5.156
850
–904
351
5.452
876.059
826.411
Beteiligungen
28.058
72
72
27.985
27.985
Anteile an verbundenen
Unternehmen
87.578
220
220
87.359
77.359
Beteiligungen an assoziierten
Unternehmen
9
9
9
Beteiligungen
115.645
292
292
115.353
105.353
Immaterielle Vermögensgegen-
stände
20.148
13.846
375
–152
14.070
6.078
982
Sachanlagen
12.747
10.007
549
–1.289
9.267
3.479
2.813
Immaterielle Vermögensgegen-
stände und Sachanlagen
32.895
23.853
924
–1.440
23.337
9.557
3.796
Gesamt
1.030.051
29.301
1.774
–904
–1.089
29.081
1.000.970
935.559
**) Werte < TEUR 1

Anlage 2 zum Anhang:
Organe der Bank
Aufsichtsrat
Vorsitzender:
Mag. Othmar Nagl
(Generaldirektor OÖ Versicherung AG)
Stellvertretende Vorsitzende:
Dr. Heinrich Schaller
(Generaldirektor Raiffeisenlandesbank OÖ AG)
Mag. Dr. Michael Tissot
(Steuerberater)
Mitglieder:
Ing. Volkmar Angermeier
(Präsident des Aufsichtsrates
Raiffeisenlandesbank OÖ AG)
Dr.in Miriam Eder, MBA
(Leitung Controlling, Revision &
Compliance BBRZ-Gruppe)
Mag. Klaus Fürlinger
(Nationalratsabgeordneter, Rechtsanwalt)
Dr. Michael Glaser
(Vorstandsdirektor Raiffeisenlandesbank OÖ AG)
Mag. Horst Haudum
(Geschäftsführer OÖ Landesholding GmbH)
Mag.a Dr.in Elisabeth Kölblinger
(Steuerberaterin)
Mag. Reinhard Schwendtbauer
(Vorstandsdirektor Raiffeisenlandesbank OÖ AG)
Vom Betriebsrat entsandt:
Kurt Dobersberger
(Betriebsrats-Vorsitzender der Oberösterreichische
Landesbank Aktiengesellschaft)
Andrea Koppe BA, MBA
(Betriebsrats-Vorsitzender-Stellvertreterin
der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft)
Claudia Kastenhofer
Mag.a Silvia Häusler
Roland Raab

Aufsichtskommissär des
Landes Oberösterreich
Mag. Thomas Stelzer
(Landeshauptmann des Landes Oberösterreich)
Aufsichtskommissär-Stellvertreterin
des Landes Oberösterreich
Mag.a Dr.in Christiane Frauscher, LL.B., MBA
(Geschäftsführerin OÖ Landesholding GmbH,
Landesfinanzdirektorin des Landes Oberösterreich)
Staatskommissär:
Hans-Georg Kramer, MBA, CFP
(Bundesministerium für Finanzen)
Staatskommissär-Stellvertreterin:
Mag.a Sigrid Part bis 31.12.2024
(Bundesministerium für Finanzen)
Mag.a Elena Guggenberger ab 1.2.2025
(Bundesministerium für Finanzen)
Vorstand
Vorstandsvorsitzender:
Mag. Klaus Kumpfmüller
Vorstandsmitglied:
Mag. Thomas Wolfsgruber
Deckungsstocktreuhänder
Deckungsstocktreuhänder:
Saxinger, Chalupsky & Partner Rechtsanwälte GmbH
Bericht des unabhängigen Abschlussprüfers
Bestätigungsvermerk
Bericht zum Jahresabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Jahresabschluss der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft, Linz, bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2024, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2024 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens- und bankrechtlichen Vorschriften.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr 537/2014 (im Folgenden
AP-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens-, bank- und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum dieses Bestätigungsvermerkes ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Werthaltigkeit von Forderungen an Kunden
Das Risiko für den Abschluss
Die Forderungen an Kunden, saldiert mit den entsprechenden Wertberichtigungen, umfassen in der Bilanz einen Betrag in Höhe von 6.710 Mio. EUR.
Der Vorstand der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft erläutert die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zur Vorsorgebildung im Anhang (Abschnitt Forderungen an Kreditinstitute und Kunden in Kapitel B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden).
Die Bank wendet das dreistufige Wertminderungsmodell nach IFRS 9 auch im Jahresabschluss an.
Einzelvorsorgen werden für Kunden gebildet, bei denen ein Ausfallereignis identifiziert wurde (Stufe 3 – Risikovorsorge). Die individuell durchgeführte Ermittlung der Höhe der Einzelvorsorgen für signifikante Kunden mit Ausfallereignis unterliegt wesentlichen Annahmen und Schätzungen. Diese ergeben sich durch die wirtschaftliche Lage und Entwicklung des Kunden sowie durch die Bewertung von Kreditsicherheiten, da diese Auswirkungen auf die Höhe und den Zeitpunkt der erwarteten zukünftigen Cashflows mit sich bringen. Pauschale Einzelvorsorgen, die für nicht signifikante ausgefallene Kunden gebildet werden, basieren auf Modellen und statistischen Parametern.
Nicht ausgefallene Kunden sind der Stufe 1 – Bildung einer Risikovorsorge in Höhe des erwarteten 12-Monats-Kreditverlustes – oder bei einer signifikanten Erhöhung des Kreditrisikos der Stufe 2 – Bildung einer Risikovorsorge in Höhe des über die (gesamte) Laufzeit erwarteten Kreditverlustes – zuzuordnen. Diese nach statistischen Methoden gebildeten Vorsorgen basieren auf Modellen und statistischen Parametern und beinhalten daher Ermessensentscheidungen und Schätzunsicherheiten.
Das Risiko für den Abschluss liegt darin, dass der Ermittlung der Risikovorsorge unter Berücksichtigung der aktuell schwierigen Entwicklungen – insbesondere im Bereich der Immobilienprojektfinanzierungen – in bedeutendem Ausmaß Schätzungen und Annahmen zugrunde liegen, aus denen sich Ermessenspielräume und Schätzunsicherheiten in Bezug auf die Höhe der Risikovorsorgen ergeben.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Bei der Prüfung der Werthaltigkeit von Forderungen an Kunden haben wir folgende wesentliche Prüfungshandlungen durchgeführt:
● Wir haben die Prozesse im Kreditrisikomanagement erhoben und beurteilt, ob diese geeignet sind, Kreditausfälle rechtzeitig zu identifizieren und Vorsorgen in angemessener Höhe zu bilden. Wir haben ausgewählte Schlüsselkontrollen auf ihre Ausgestaltung und Umsetzung sowie in Stichproben auf ihre Wirksamkeit hin getestet.
● Wir haben anhand einer Stichprobe an Krediten überprüft, ob Indikatoren für Ausfälle bestehen bzw. ob Ausfallereignisse zeitgerecht erkannt wurden. Die Auswahl dieser Stichprobe erfolgte hierbei risikobasiert unter besonderer Gewichtung der Ratingstufen, Ratingveränderungen und Branchen mit höherem Ausfallrisiko. Ein Fokus wurde hierbei auf den Bereich der Finanzierung des Segments Commercial Real Estate gelegt. Bei festgestellten Ausfällen wurden die getroffenen Einschätzungen des Managements hinsichtlich der zukünftigen Zahlungsströme und Annahmen – unter Berücksichtigung der Nachweise zur wirtschaftlichen Lage und Entwicklung des Kunden sowie der Bewertung der Kreditsicherheiten – auf ihre Angemessenheit hin geprüft.
● Wir haben auf Basis von Testfällen die Bewertung von Immobiliensicherheiten unter der Einbindung von Bewertungsspezialisten beurteilt.
● Wir haben im Bereich der pauschalen Einzelvorsorgen für nicht bedeutsame ausgefallene Forderungen die angewendeten Berechnungsmodelle unter Einsatz von internen Financial Risk Management Spezialisten dahingehend beurteilt, ob diese geeignet sind, den Risikovorsorgebedarf in angemessener Art und Weise zu ermitteln.
● Bei den Portfoliovorsorgen haben wir die angewendeten Berechnungsmodelle einschließlich der verwendeten Inputparameter und Stufenzuordnungen sowie makroökonomischen Prognosen dahingehend beurteilt, ob diese geeignet sind, den Risikovorsorgebedarf in angemessener Art und Weise zu ermitteln. Weiters wurde die Auswahl und die Bemessung von zukunftsgerichteten Schätzungen und Szenarien analysiert und deren Berücksichtigung in der Parameterschätzung nachvollzogen. Es wurden vereinzelt automatische Kontrollen, welche dem Berechnungsmodell zugrunde liegen, auf ihre Wirksamkeit hin beurteilt. Hierfür haben wir unsere Financial Risk Management Spezialisten einbezogen.
● Die rechnerische Richtigkeit der statistischen Vorsorgen haben wir, auf Basis einer Stichprobe, durch eine Nachberechnung der entsprechenden Vorsorgen nachvollzogen.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Bestätigungsvermerk.
Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir geben keine Art der Zusicherung darauf.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss oder unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum des Bestätigungsvermerks des Abschlussprüfers erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens- und bankrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
● Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
● Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
● Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
● Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
● Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
● Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
● Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben und uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte austauschen, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
● Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche
Anforderungen
Bericht zum Lagebericht
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach § 243a UGB zutreffenden Angaben, und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld haben wir keine wesentlichen fehlerhaften Angaben im Lagebericht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 AP-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 26. April 2023 als Abschlussprüfer gewählt und am 26. April 2023 vom Aufsichtsrat mit der Abschlussprüfung der Gesellschaft für das am 31. Dezember 2024 endende Geschäftsjahr beauftragt.
Wir sind ohne Unterbrechung seit dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 1997 Abschlussprüfer der Gesellschaft.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt
„Bericht zum Jahresabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der AP-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der AP-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Christian Grinschgl.
Linz
19. März 2025
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
qualifiziert elektronisch signiert:
Mag. Christian Grinschgl
Wirtschaftsprüfer
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'Impressum:
Jahresfinanzbericht
Oberösterreichische Landesbank
Aktiengesellschaft
Herausgeber:
Oberösterreichische Landesbank
Aktiengesellschaft
Eigentümer:
Oberösterreichische Landesbank
Aktiengesellschaft, FN 157656y
4010 Linz, Landstraße 38
Gestaltung:
HYPO Oberösterreich, Marketing
Fotografie:
Helge Kirchberger Photography,
Robert Maybach, Gettyimages
Lektorat:
Helmut Maresch

*) exkl. Karenz (14 MA) und Mutterschutz (4 MA)
Alle Zahlenangaben beziehen sich auf die Anzahl der
Mitarbeiter*innen (= Headcount, Jahresdurchschnitt auf
ganze Zahlen gerundet)