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Jahres-
finanzbericht
2023
www.hy po.at
Konzernlagebericht
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
4
Gesamtwirtschaftliches Umfeld
und Kapitalmärkt
9
Kreditgeschäft
11
Wertpapiergeschäft
13
Marketing
14
Personalmanagement und
Personalentwicklung
15
Geschäftsentwicklung in den Segmenten
Segment Großkunden
19
Segment Retail und Wohnbau
20
Segment Financial Markets
21
Segment Sonstige
23
Ausblick
24
Konzernabschluss
nach International Financial Reporting Standards (IFRS)
I. Konzernerfolgsrechnung
27
II. Konzernbilanz
28
III. Entwicklung des Konzerneigenkapitals
29
IV. Konzernkapitalflussrechnung
30
V. Anhang (Notes) zum Konzernabschluss
31
VI. Organe der Bank
87
VII. Anteilsbesitz
88
VIII. Erklärung aller gesetzlichen
Vertreter zum Jahresfinanzbericht
89
IX. Bericht des Aufsichtsrates
90
X. Bericht des unabhängigen Abschlussprüfers
91
Jahresabschluss
nach unternehmensrechtlichen Vorschriften
Kennzahlenüberblick
95
Lagebericht
96
Bilanz
110
Gewinn- und Verlustrechnung
112
Anhang
113
Bericht des unabhängigen Abschlussprüfers
127
Konzernlagebericht
3
Konzernjahresüberschuss vor Steuern
42,9
Millionen Euro
Wertberichtigungsquote
0,33
Prozent
NPL-Ratio
1,35
Prozent
Kernkapitalquote
14,1
Prozent
Konzernlagebericht
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
4
Erfolgs- und Wachstumskurs fortgesetzt
Die HYPO Oberösterreich blickt auf ein sehr erfolgrei-
ches Geschäftsjahr 2023 zurück. Der Erfolgs- und
Wachstumskurs der vergangenen Jahre auf dem Funda-
ment der „HYPO Mehr-Wert-Strategie 2025“ wurde
konsequent fortgesetzt.
Der Konzernjahresüberschuss vor Steuern erhöhte sich
um +7,1 Prozent auf +42,9 Millionen Euro (2022: +40,1
Millionen Euro). Die Bilanzsumme konnte 2023 um +8,9
Prozent auf 8.676,7 Millionen Euro (2022: 7.968,8 Millio-
nen Euro) gesteigert werden.
Hauptverantwortlich für die ausgezeichnete Entwicklung
waren ein deutlich gestiegenes Finanzierungsvolumen,
ein starkes Veranlagungsgeschäft, insbesondere bei den
Kundeneinlagen sowie ein sehr gutes Zins- und Provisi-
onsergebnis.
Rekordstand bei Kreditgeschäft
Die HYPO Oberösterreich hat auch 2023 ihre bemer-
kenswerte Stellung als Kreditbank weiter gefestigt.
Das Finanzierungsvolumen überstieg erstmals die
6-Milliarden-Euro-Grenze. Die Forderungen an Kunden
erhöhten sich um +4,6 Prozent auf 6.154,5 Millionen Euro
(2022: 5.882,1 Millionen Euro). Für das Wachstum von
über +270 Millionen Euro war ein Neuvolumen von rund
900 Millionen Euro notwendig. Hauptverantwortlich für
die Ausweitung des Finanzierungsvolumens war das
Kundensegment Großkunden (darin enthalten sind die
Teilsegmente Großwohnbau, Öffentliche Institutionen,
Kommerzkunden und Immobilienprojekte sowie kirchliche
und soziale Organisationen). Dadurch wurde das Seg-
mentvermögen um +10,7 Prozent auf 3.505,8 Millionen
Euro (2022: 3.167,4 Millionen Euro) erhöht.
Die sehr gute Marktpositionierung der HYPO Oberöster-
reich als Finanzierungsbank zeigt sich auch in ihrer Stel-
lung als Wohnbaubank. Trotz der sehr herausfordernden
Rahmenbedingungen – Anstieg der Kreditzinsen, KIM-
Verordnung, Baukostensteigerungen – wurde im privaten,
frei finanzierten Wohnbau ein Neuvolumen von 160,6
Millionen Euro erzielt. Das ist im Vergleich zum Rekord-
wert aus dem Jahr 2022 zwar ein Rückgang von –23,7
Prozent, liegt allerdings deutlich besser als der österrei-
chische Gesamtmarkt. Dieser verzeichnete bei den
Wohnbaufinanzierungen einen Rückgang von mehr als
–50 Prozent.
Ein wichtiges Asset der Bank ist das geringe Risiko im
Kreditgeschäft. Zwar mussten die Risikovorsorgen zum
Bilanzstichtag, bedingt durch die herausfordernde Markt-
lage, insbesondere im Immobiliengeschäft, auf 28,5 Milli-
onen Euro (2022: 17,4 Millionen Euro) angehoben werden,
doch weisen die Kreditrisikokennzahlen der HYPO
Oberösterreich im österreichischen Bankenvergleich
weiterhin sehr gute Werte auf. Die wichtige NPL (Non
performing loans)-Ratio betrug mit Ende 2023 1,35 Pro-
zent (2022: 0,31 Prozent). Die Wertberichtigungsquote
lag 2023 bei 0,33 Prozent (2022: 0,22 Prozent). Beide
Kennzahlen liegen damit jeweils deutlich unter dem öster-
reichischen Bankendurchschnitt.
Rege Emissionstätigkeit
Das Geschäftsjahr 2023 war auch von einer regen Emis-
sionstätigkeit geprägt. Insgesamt wurden Neuemissionen
im Volumen von rund 900 Millionen Euro platziert. Her-
ausragend waren dabei die Platzierungen von zwei hypo-
thekarisch besicherten Pfandbriefen (darunter ein Green
Bond) im Volumen von jeweils 250,0 Millionen Euro am
internationalen Kapitalmarkt. Die Nachfrage nach den
Anleihen war hoch. Beide Emissionen waren innerhalb
kürzester Zeit deutlich überzeichnet.
Stark nachgefragt waren auch die Wohnbau-Wandel-
schuldverschreibungen (Wohnbauanleihen). Hier konnte
im Jahr 2023 ein Rekordvolumen von 209,5 Millionen
Euro (2022: 40,6 Millionen Euro) emittiert werden. Die
HYPO Oberösterreich ist damit in diesem Bereich die
Nummer eins am österreichischen Bankenmarkt. Das
Volumen der verbrieften Verbindlichkeiten erhöhte sich
insgesamt um +12,1 Prozent auf 4.420,6 Millionen Euro
(2022: 3.944,9 Millionen Euro).
Starke Zuwächse bei den Kundeneinlagen
Bemerkenswert waren 2023 die Zuwächse im Bereich
der Kundeneinlagen. Die Verbindlichkeiten gegenüber
Kunden stiegen um +27,4 Prozent auf einen neuen Re-
kordstand von 2.930,2 Millionen Euro (2022: 2.300,6
Millionen Euro). Hauptverantwortlich dafür waren starke
Zuwächse bei den Privatkunden aufgrund von, auch im
österreichweiten Vergleich, attraktiven Sparangeboten
sowie stichtagsbezogen höhere Einlagen von institutio-
nellen Großkunden. Die Kundeneinlagen haben sich damit
innerhalb von zehn Jahren verdoppelt. Zusammen mit
dem Emissionsvolumen steht der Bank damit weiterhin
eine ausgezeichnete Liquiditätsausstattung für die Fort-
setzung des definierten Wachstumskurses zur Verfügung.
Starkes Zins- und Provisionsergebnis
Der Zinsüberschuss erhöhte sich um +27,8 Prozent auf
+98,9 Millionen Euro (2022: +77,3 Millionen Euro). Haupt-
verantwortlich dafür waren die Geschäftsausweitung und
die Verbesserung der Margen. Die Risikovorsorge musste
im Vergleich zu 2022 aufgrund der sich verschlechterten
Rahmenbedingungen, insbesondere in der Immobilien-
branche, deutlich erhöht werden. Sie schlug 2023 mit
–11,8 Millionen Euro zu Buche (2022: –4,1 Millionen Euro).
Damit stieg der Zinsüberschuss nach Risikovorsorge um
+18,8 Prozent auf +87,0 Millionen Euro (2022: +73,2 Milli-
onen Euro). Die At Equity-bewerteten Unternehmen – die
Beteiligungs‐ und Wohnungsanlagen GmbH sowie die
Beteiligungs‐ und Immobilien GmbH – lieferten auch 2023
Konzernlagebericht
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
5
einen positiven Ergebnisbeitrag in Höhe von +6,8 Millio-
nen Euro (2022: +5,9 Millionen Euro).
Zulegen konnte 2023 auch das Provisionsgeschäft der
Bank. Der Provisionsüberschuss erhöhte sich um +3,5
Prozent auf +16,7 Millionen Euro (2022: +16,2 Millionen
Euro) aufgrund gestiegener Erträge aus dem Zahlungs-
verkehr und einem auf hohem Niveau stabilen Ergebnis
aus dem Wertpapiergeschäft.
Das Finanzergebnis belief sich auf –3,4 Millionen Euro
(2022: +4,3 Millionen Euro). Der Rückgang ergibt sich aus
Bewertungseffekten im Hinblick auf gestiegene Refinan-
zierungskosten und Bonitätsverschlechterungen.
Die Verwaltungsaufwendungen erhöhten sich um +10,7
Prozent auf –66,5 Millionen Euro (2022: –60,0 Millionen
Euro). Dafür waren vor allem die kollektivvertraglichen
Steigerungen bei den Gehältern sowie Indexanpassun-
gen bei den übrigen Aufwendungen verantwortlich.
Demgegenüber konnte das sonstige betriebliche Ergeb-
nis auf +2,2 Millionen Euro (2022: +0,5 Millionen Euro)
verbessert werden. Dies deshalb, weil die vorgeschriebe-
nen Beiträge zu den gesetzlichen Abwicklungs- und Ein-
lagensicherungsfonds im Vergleich zu 2022 deutlich
niedriger ausgefallen sind.
Die Cost-Income-Ratio (CIR) der HYPO Oberösterreich
belief sich 2023 auf 54,8 Prozent (2022: 57,6 Prozent).
Diese ergibt sich aus der Division der Verwaltungsauf-
wendungen durch den Gesamtertrag inklusive sonstigem
betrieblichen Ergebnis.
Insgesamt führte das zu einem Konzernjahresüberschuss
vor Steuern von +42,9 Millionen Euro (2022: +40,1 Millio-
nen Euro). Der Konzernjahresüberschuss nach Steuern
erhöhte sich auf +35,6 Millionen Euro (2022: +33,5 Millio-
nen Euro).
Die Eigenkapitalrentabilität (ROE) betrug damit 2023
8,2 Prozent (2022: 8,1 Prozent). Diese ergibt sich aus der
Division des Jahresüberschusses vor Steuern durch das
durchschnittliche Eigenkapital.
In der Gesamtergebnisrechnung wurde das sonstige
Konzernjahresergebnis vor allem durch die Bewertungen
der Beteiligungen an Aktiengesellschaften beeinflusst.
Diese müssen jeweils zum Marktwert (z.B. Aktienkurs) am
Jahresende in der Bilanz bewertet werden. Die HYPO
Oberösterreich ist indirekt mit einem Prozent an der
voestalpine AG und mit 0,5 Prozent an der Austria Metall
AG sowie an der Energie AG Oberösterreich beteiligt.
Dies hat 2023 zu einem positiven Beitrag zum sonstigen
Konzernjahresergebnis in Höhe von +9,8 Millionen Euro
geführt (2022: –15,2 Millionen Euro).
Der Rückgang der Marktzinsen zum Jahresende 2023
führte zu einer Aufwertung von Anleihen im Wertpapier-
eigenbestand in Höhe von +7,7 Millionen Euro (2022:
–31,3 Millionen Euro) und bei den eigenen Emissionen zu
einem Bewertungsgewinn von +11,6 Millionen Euro (2022:
+13,2 Millionen Euro). Das gesamte Konzernjahresergeb-
nis 2023 belief sich damit auf +57,9 Millionen Euro (2022:
+10,1 Millionen Euro).
Eigenmittelausstattung
Konzern (IFRS)
Durch Gewinnthesaurierung wird die Basis geschaffen,
die steigenden Eigenmittelanforderungen durch das
weitere Wachstum auszugleichen. Die regulatorischen
Eigenmittel erhöhten sich auf 581,5 Millionen Euro (2022:
542,1 Millionen Euro). Im Vergleich zum Vorjahr ist die
Kernkapitalquote sogar leicht erhöht.
Der vorgegebene Wachstumskurs im aktivseitigen
Kundengeschäft führte zu einem Anstieg des Gesamt-
risikobetrags auf 3.655,2 Millionen Euro (2022:
3.484,4 Millionen Euro). Per 31. Dezember 2023 ergibt
dies für den Konzern der HYPO Oberösterreich eine
Gesamtkapitalquote von 15,9 Prozent (2022:
15,6 Prozent).
Kreditinstitut (UGB/BWG)
Nach Berücksichtigung der Dividendenausschüttung
wurde der verbleibende Teil den Rücklagen zugeführt.
Dadurch konnten die regulatorischen Eigenmittel auf
508,8 Millionen Euro (2022: 477,8 Millionen Euro) gestei-
gert und die steigenden Eigenmittelanforderungen durch
das weitere Wachstum ausgeglichen werden. Trotz eines
Anstiegs des Gesamtrisikobetrags auf
3.439,8 Millionen Euro (2022: 3.302,6 Millionen Euro)
konnte die Gesamtkapitalquote auf 14,8 Prozent (2022:
14,5 Prozent) gesteigert werden.
Gemäß SREP-Bescheid aus dem Jahr 2022 besteht zum
31. Dezember 2023 ein zusätzliches Eigenmittelerforder-
nis im Konzern von 1,1 Prozent (2022: 1,1 Prozent) und im
Kreditinstitut von 0,2 Prozent (2022: 0,2 Prozent).
Die HYPO Oberösterreich verfügt per 31. Dezember 2023
über ein MREL (Minimum Requirement for Own Funds
and Eligible Liabilities)-Surplus (TREA) von 1.377,4 Millio-
nen Euro (2022: 1.489,3 Millionen Euro) bei einem
MREL-SOLL (TREA) von 610,4 Millionen Euro (2022:
581,9 Millionen Euro) und über ein MREL-Surplus (LRE)
von 1.516,1 Millionen Euro (2022: 1.637,4 Millionen Euro)
bei einem MREL-SOLL (LRE) von 471,6 Millionen Euro
(2022: 433,8 Millionen Euro).
Bezüglich der Angaben zu eigenen Aktien wird auf den
Anhang (Notes) Punkt (45) verwiesen..
Konzernlagebericht
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
6
Die Eigenmittel stellen sich gemäß Capital Requirements Regulation (CRR) zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:
Eigenmittel gemäß CRR
Konzern (IFRS)
Kreditinstitut (UGB/BWG)
in Millionen Euro
31.12.2023
31.12.2022
31.12.2023
31.12.2022
Solvabilitäts-Bemessungsgrundlage (Gesamtrisikobetrag)
3.655,2
3.484,4
3.439,8
3.302,6
Mindesteigenmittelerfordernis (8 %)
292,4
278,7
275,2
264,2
hartes Kernkapital IST =
Kernkapital IST
516,6
478,0
438,8
408,7
harte Kernkapitalquote in % =
Kernkapitalquote in %
14,1
13,7
12,8
12,4
Ergänzende Eigenmittel IST
64,9
64,0
70,0
69,2
Ergänzende Eigenmittel in %
1,8
1,8
2,0
2,1
Gesamtkapital IST (regulatorische Eigenmittel)
581,5
542,1
508,8
477,8
Gesamtkapitalquote in %
15,9
15,6
14,8
14,5
Eigenmittelüberschuss
289,1
263,3
233,6
213,6
Risikomanagement
Die in der HYPO Oberösterreich bestehende Risikostra-
tegie wurde aus den Anforderungen, die sich aus der
Geschäftsstrategie in Verbindung mit der Mittelfristpla-
nung, den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und den
gesetzlichen nationalen und europäischen Rahmenbe-
dingungen ergeben, abgeleitet. Maßgebliche Weiterent-
wicklungen der Risikostrategie erfolgten in den Bereichen
Nachhaltigkeitsrisiko und operationelles Risiko (insbe-
sondere IT-Risiko).
In der HYPO Oberösterreich ist ein Risikomanagement
implementiert, dessen Ziel und Aufgabe es ist, Risiken in
der Bank zu identifizieren, zu messen und zu begrenzen.
Auf Basis der vom Risikomanagement erstellten Grund-
lagen und der zentralen Abwägungen im dafür eingerich-
teten Risikokomitee sowie ergänzend für Markt- und
Liquiditätsrisiken im ALM-Komitee, erfolgen die Be-
schlussfassungen zur Risikosteuerung durch den Vor-
stand. Aufgabe des Risikokomitees ist der Informations-
austausch und die Beratung zur Risikosituation der Bank
anhand der vorhandenen Risikoberichte, die Diskussion
der Risikostrategie und des Limitwesens sowie die Bera-
tung von Vorschlägen zur Risikooptimierung.
Kreditrisiko
Konkrete strategische Vorgaben zur Begrenzung des
Kreditrisikos in den Assetklassen der Forderungen an
Kunden sowie für den Wertpapiereigenbestand der Bank
sind in der Risikostrategie sowie dem Limitwesen verankert.
Durch die intensive und professionelle Einzelfallbeurtei-
lung von Neugeschäften oder Kreditvertragsänderungen
mit individueller Bonitäts- und Sicherheitenbeurteilung
kann die Risikosituation in den Teilportfolien laufend op-
timiert werden. Die im externen Vergleich sehr gute Ad-
ressenausfallrisikosituation konnte fortgesetzt werden,
die NPL-Quoten sind auf Grund der Marktentwicklung
deutlich angestiegen, im Branchenvergleich jedoch wei-
terhin unterdurchschnittlich. Die indirekten Folgen des
Ukraine-Krieges mit den Effekten auf die Inflation und
Zinsentwicklung haben zu einem Anstieg der Kreditaus-
fallquoten und zu höheren Risikovorsorgen geführt. Diese
sind im Branchenvergleich unterdurchschnittlich. Auch
der Konflikt im Nahen Osten hatte insbesondere auf
Grund fehlender Engagements in der Region keine Aus-
wirkung auf das Kreditrisiko.
Marktrisiko
Um die Auswirkungen auf den Marktwert und die Er-
tragssituation der Bank zu beobachten, werden insbe-
sondere das Zinsänderungsrisiko im Bankbuch sowie das
Creditspread-Risiko im Hinblick auf Schuldtitel im Eigen-
besitz gesteuert. Die Einhaltung der vom Vorstand be-
schlossenen Risikostrategie sowie Risikotragfähigkeits-
und Marktrisiko-Limite sowie der aufsichtlichen Limite
werden laufend überwacht.
Klimabezogene Risiken
Ziel ist es, potenzielle Schäden vom Institut abzuwenden,
auch Umwelt- und Klimaereignisse, welche sich negativ
auf die bekannten Risikoarten auswirken können. Grund-
lage für das interne Risikomanagement sind die gesetzli-
chen nationalen und internationalen Vorgaben, eigene
Entwicklungen zur Messung und Begrenzung der Nach-
haltigkeitsrisiken sowie marktübliche Vorgehensweisen,
die laufend implementiert werden.
Das Management von Nachhaltigkeitsrisiken erfolgt ge-
mäß FMA-Leitfaden in den üblichen Kategorisierungen
nach physischen und transitorischen Risiken, welche
jeweils als Bestandteil der bestehenden Risikoarten be-
trachtet werden. Das Nachhaltigkeitsrisiko wurde in den
wesentlichen Risikoarten integriert und ist Teil des
ICAAPs. Es wird dementsprechend mit Risikokapital
unterlegt und unterliegt der Limitierung (Steuerung). Die
Auswirkungen von Klima- und Umweltrisiken werden
derzeit im Kredit-, Credit Spread- und makroökonomi-
Konzernlagebericht
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
7
schen Risiko gemessen, wobei Stresstests und Szenario-
analysen zum Einsatz kommen.
Liquiditätsrisiko
Die Fristenkongruenz hat in der HYPO Oberösterreich
einen hohen Stellenwert. Zur Begrenzung des Risikos aus
Fristeninkongruenzen existieren vom Vorstand festgeleg-
te Limite für das operative und strukturelle Liquiditäts-
risiko sowie für die aufsichtsrelevanten Kennzahlen. Die
Ergebnisse der Stresstests zeigen, dass die HYPO
Oberösterreich in der Lage ist, ihren Verbindlichkeiten
jederzeit nachzukommen.
Operationales Risiko
Die Überwachung von operationellen Risiken erfolgt
neben eigenen Assessments durch die Berücksichtigung
von Revisionsberichten, Risikoberichten (z.B. der IT),
Beschwerden, eingemeldeten Beinaheschäden sowie
durch die Erfassung von tatsächlich eingetretenen Scha-
densfällen mittels Schadensfalldatenbank, welche auch
die Grundlage für ein laufendes Berichtswesen an das
Management darstellt.
Darüber hinaus werden organisatorische Maßnahmen
(z.B. Trennung von Markt und Marktfolge) und EDV-
technische Maßnahmen getroffen, um das operationale
Risiko zu begrenzen. Ein internes Kontrollsystem, Kompe-
tenzregelungen sowie Prüfungen der Internen Revision
gewährleisten einen hohen Sicherheitsstandard. Zur
Minimierung des operationellen Risikos ist ein zentrales
IKS implementiert.
Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem in
Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess
Der Vorstand stellt mit Einrichtung und Ausgestaltung
eines internen Kontroll- und Risikomanagementsystems
sicher, dass unternehmerische Sachverhalte und Ge-
schäftsfälle ordnungsgemäß erfasst, aufbereitet, beurteilt
und in weiterer Folge vollständig, korrekt und periodenge-
recht bilanziert werden. Weiters ist damit sichergestellt,
dass Vermögensgegenstände und Schulden im Jahres-
und Konzernabschluss korrekt angesetzt, ausgewiesen
und bewertet werden.
Alle Aufgaben und Zuständigkeiten des Rechnungs-
legungsprozesses sind chronologisch in einem Prozess-
modellierungssystem erfasst. Die Funktionen im Rech-
nungslegungsprozess sind klar getrennt. Die wesentli-
chen Risiken sowie die entsprechenden internen Kontrol-
len sind nachvollziehbar dokumentiert. Die festgelegten
Kontrollen werden regelmäßig auf ihre Effektivität geprüft
und evaluiert. Einheitliche Bilanzierungs- und Bewer-
tungsmethoden sind vorgegeben. Gesetzliche Neuerun-
gen werden laufend überwacht und in Abstimmung mit
allen betroffenen Bereichen umgesetzt. Die Ablauforga-
nisation für die Erstellung der Abschlüsse folgt einer
koordinierten Vorgehensweise und definierten Schnitt-
stellen. Erst nach Durchführung der Kontrollen auf allen
Stufen erfolgt die Freigabe des Jahres- und Konzernab-
schlusses. Eine integrierte Reporting-Software gewähr-
leistet eine in sich abgestimmte, validierte und automati-
sierte Berichtserstellung sämtlicher rechtlich geforderter
Abschlussinformationen im Vier-Augen-Prinzip.
Für die Einhaltung der IT-Sicherheit in Bezug auf alle
relevanten Rechnungslegungssysteme wurden entspre-
chende Kontrollmaßnahmen implementiert. Zusätzlich
werden IT-Berechtigungen für sensible Tätigkeiten rest-
riktiv vergeben.
Zudem erfolgt eine regelmäßige Überprüfung der Wirk-
samkeit des Internen Kontrollsystems durch die Interne
Revision.
Für weiterführende Informationen zu den Risikomanage-
mentzielen und -methoden sowie zu Aussagen hinsicht-
lich bestehender Risiken wird auf die Ausführungen im
Risikobericht im Anhang (Notes) zum Konzernabschluss
verwiesen. Die Informationen gemäß Teil VIII der CRR in
Verbindung mit der Offenlegungsverordnung werden auf
der Website der HYPO Oberösterreich (www.hypo.at)
veröffentlicht.
Filialen
Die HYPO Oberösterreich betrieb im Jahr 2023 das
ServiceCenter Landstraße in Linz sowie zehn weitere
Filialen. Bis auf eine Filiale in Wien befinden sich alle
Filialen in Oberösterreich. Dabei werden fünf Filialen in
den Bezirkshauptstädten Schärding, Ried, Vöcklabruck,
Wels und Steyr geführt, fünf Filialen in Linz. Es gibt keine
Zweigniederlassungen.
Forschung und Entwicklung
In einer zunehmend digitalisierten Welt gewinnt mobile
Zahlungstechnologie immer mehr an Bedeutung und
verändert die Art und Weise, wie wir bezahlen. Dieser
Entwicklung trug die HYPO Oberösterreich im Jahr 2023
Rechnung, indem das Angebot der mobilen Bezahlmög-
lichkeiten („Mobile Payment“) durch die innovativen
Dienste SwatchPAY! und LAKS PAY erweitert wurde.
„Mobile Payment“ bezieht sich auf den Gebrauch mobiler
Endgeräte wie Smartphones, Smartwatches oder ande-
rer sogenannter Wearables (wie zum Beispiel Ringe oder
Schlüsselanhänger), um Transaktionen durchzuführen.
Einkäufe können damit schnell und einfach abgeschlos-
sen werden, ohne klassische physische Debitkarten oder
Bargeld mit sich führen zu müssen.
SwatchPAY! ermöglicht Kund*innen eine einfache und
kontaktlose Bezahlung mittels ausgewählter Uhren des
Herstellers Swatch. Bezahlt wird mittels NFC-Chip (Near
Field Communication), der unter dem Ziffernblatt liegt.
Die benötigte Energie dazu liefert das Bezahlterminal,
sodass die Uhr im Gegensatz zu einem Smartphone oder
einer Smartwatch auch bei einer leeren Batterie zum
Bezahlen eingesetzt werden kann. Zur Aktivierung von
SwatchPAY! ist lediglich die Registrierung der Debitkarte
in der SwatchPAY!-App erforderlich.
Auch die Produkte des Anbieters LAKS PAY werden seit
2023 von der HYPO Oberösterreich unterstützt. Das
Produktportfolio von LAKS PAY umfasst mehr als 250
Wearables, von Ringen über Schlüsselanhänger bis hin zu
Armbändern. Die Funktionsweise gleicht jener von
Konzernlagebericht
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
8
SwatchPAY!. In sämtlichen Wearables sind NFC-Chips
integriert, die Aktivierung erfolgt über die LAKS PAY-App,
mit der das Wearable mit dem Smartphone verbunden wird.
Launch der ich.app
Die HYPO Oberösterreich ist einer von neun Bankpart-
nern der neuen ich.app – einer Anwendung zur sicheren
und effizienten Online-Identifizierung. Der Launch der
ich.app erfolgte im Oktober 2023. Die ich.app ermöglicht
es Privatpersonen, sich beim Nutzen von Online-Käufen
und -Services zu identifizieren und Geschäfte abzu-
schließen. Als Basis für das Identifikationsverfahren die-
nen jene Daten, die Kund*innen bei der Eröffnung ihres
Bankkontos bei der Bank hinterlegt haben. Durch die
Teilnahme an der ich.app trägt die HYPO Oberösterreich
zu einem verbesserten digitalen Nutzer*innen-Erlebnis bei.
Neuheiten im Online Banking
Auch Mein ELBA, das Online-Banking-Portal der HYPO
Oberösterreich, wurde im Jahr 2023 weiterentwickelt: Die
Umsatzkategorisierung wurde verfeinert und von bisher
acht Haupt- und 55 Unterkategorien auf 20 Haupt- und
220 Unterkategorien erweitert. Kund*innen können ihre
Umsätze dadurch zielgenau einteilen und bekommen
einen noch besseren Überblick über ihre Finanzen. Wei-
ters können Kund*innen nun ihr Mein ELBA-Paket selbst-
ständig up- bzw. downgraden: Es besteht die Möglichkeit
zwischen den Versionen Basis, Premium und Premium
Plus zu wechseln sowie Zusatzfunktionen hinzuzubuchen.
Ein wesentlicher Fokus wird 2024 auf der Einführung von
INFINITY, dem neuen Electronic Banking Portal für Fir-
menkunden, liegen. Diese webbasierte Plattform wird das
bestehende ELBA mbs ablösen. Darüber hinaus sind für
die HYPO Mein ELBA-App und für die HYPO ELBA-pay-
App umfassende Updates geplant, inklusive Überarbei-
tung des Designs.
Auch im Bereich der Wohnbauförderung hielt Online
Banking Einzug: Über das neue Wohnbauförderungs-
Portal können Kund*innen seit Juni 2023 ein Förderdar-
lehen im Rahmen der Eigenheimförderung des Landes
Oberösterreich online beantragen. Alle Schritte bis zur
Auszahlung des Förderdarlehens können einfach und
digital abgewickelt werden.
Ebenfalls weiterentwickelt wurde 2023 die digitale Signa-
tur: Mit dem intuitiven Tool SMART Signatur können Un-
terschriften direkt im Beratungsgespräch oder ortsunab-
hängig von der Kundenbetreuung angestoßen werden. In
beiden Varianten werden den Kund*innen die zu unter-
schreibenden Dokumente am Tablet beziehungsweise am
Smartphone angezeigt und der Unterschriftenprozess mit
einem Klick eingeleitet.
Künstliche Intelligenz
Spätestens mit dem Launch des Chatbots ChatGPT ist
der Themenkomplex der künstlichen Intelligenz (kurz „KI“) in
der breiten öffentlichen Wahrnehmung angekommen. Als
HYPO Oberösterreich werden wir uns dieser Technologie
aktiv widmen und nach Wegen suchen, KI nutzbringend in
unser tägliches Arbeiten einzubeziehen sowie neue
nachhaltige Anwendungsfälle zu identifizieren. So wird im
Jahr 2024 zusätzlich zu den bestehenden Legitimations-
verfahren auch eine Legitimation mittels KI-gestützter
Foto-Erkennung (Foto-Ident-Verfahren) implementiert
werden. Diese automatisierte Legitimationsmethode mit
Hintergrund-Checks durch künstliche Intelligenz ermög-
licht ein einfaches Onboarding von Neukund*innen.
Konzernlagebericht
Gesamtwirtschaftliches Umfeld und Kapitalmärkte
9
Weltwirtschaft wächst nur langsam
Weltpolitisch war das Jahr 2023 nach wie vor stark vom
Krieg Russlands gegen die Ukraine geprägt. Dieser fand
noch immer kein Ende, die Kampfhandlungen entwickeln
sich immer mehr in Richtung eines Abnützungskrieges.
Beide Seiten scheinen nicht in der Lage zu sein, den
Gegner militärisch entscheidend zu bezwingen. Kurzfris-
tige Aufregung verursachte im Juni ein Militärputsch
durch den Anführer der Wagner-Söldner, der mit seinen
Truppen Richtung Moskau marschierte. Der Aufstand
wurde in Verhandlungen unter der Führung des belarus-
sischen Machthabers Alexander Lukaschenko nach ei-
nem Tag friedlich beigelegt, allerdings kam der Wagner-
Anführer nur zwei Monate später bei einem ungeklärten
Flugzeugabsturz ums Leben. Nachdem die Vereinigten
Staaten der Ukraine bis in den Herbst weiter sehr aktiv
mit Waffenlieferungen zur Seite standen, endete diese
Hilfe vorerst gegen Jahresende, weil einige Republikaner
weiteres Budget dafür nur im Gegenzug für ein restrikti-
ves Einwanderungsgesetz freigeben wollen. Da die US-
Rüstungsindustrie stark vom Krieg profitiert, besteht
allerdings ein großes Interesse, zu einer Lösung zu kom-
men. Selbst mit weiteren Waffenlieferungen ist ein Ende
des Kriegs aber auch 2024 nicht abzusehen.
Im Oktober 2023 eröffnete sich ein weiterer Kriegs-
schauplatz, als Kämpfer der radikal-islamischen Hamas
einen Terrorangriff auf Israel starteten. Als Reaktion be-
gann Israel militärisch gegen die Hamas vorzugehen und
im Gazastreifen einzumarschieren. Auch diese Kampf-
handlungen waren mit Jahresende noch am Laufen und
es ist derzeit kein Ende in Sicht. Unterstützer der Hamas
finden sich vor allem im Iran und bei den jemenitischen
Huthis, die durch Attacken auf Schiffe im roten Meer den
Schiffsverkehr durch den Suezkanal behindern. Noch
sind die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft überschau-
bar, westliche Kampfschiffe versuchen den Schiffsver-
kehr durch Abwehr der Angriffe und präzise Militärschlä-
ge gegen Huthi-Einrichtungen weiter zu gewährleisten.
Die Weltwirtschaft leidet immer noch unter den Nachwir-
kungen der hohen Inflationsraten und den damit verbun-
denen Zinserhöhungen vieler Notenbanken. Das restrikti-
ve monetäre Umfeld führt dazu, dass der Internationale
Währungsfonds (IWF) bei seiner Prognose im Januar
2024 für das Gesamtjahr 2023 nur mehr ein Wachstum
von +3,1 Prozent feststellte, was weit unter dem histori-
schen Durchschnitt seit dem Jahr 2000 von +3,8 Prozent
liegt. Für 2024 wird ein konstantes Plus von ebenfalls
+3,1 Prozent vorhergesagt. Entspannung dürfte die weite-
re Entwicklung der Teuerungsraten bringen, nach einem
Anstieg von +6,8 Prozent im Jahr 2023, prognostiziert
der IWF für 2024 einen Rückgang auf 5,8 Prozent. Die
Kerninflation ohne Energiepreise und Nahrungsmittel wird
als hartnäckig beschrieben und voraussichtlich in den
meisten Ländern nicht vor 2025 auf das angestrebte Ziel-
niveau sinken.
Blickt man auf die beiden wichtigsten Weltregionen, so
präsentierte sich Europa im Jahr 2023 mit einem sehr
geringen Wachstum. Vor allem die Schwäche der stärks-
ten EU-Volkswirtschaft Deutschland sorgte in der Euro-
zone für ein Plus von nur +0,5 Prozent. Für das Jahr 2024
wird wieder ein etwas robusteres Wachstum von
+0,9 Prozent erwartet. Wie so oft, konnte sich die Wirt-
schaft in den Vereinigten Staaten besser behaupten als
jene in Europa. Weiterhin niedrige Arbeitslosenraten und
eine stabile Konsumnachfrage haben laut IWF zu einem
Wirtschaftswachstum von +2,5 Prozent geführt. Die USA
könnten die Auswirkungen der restriktiven Geldpolitik mit
etwas Verzögerung im Jahr 2024 zu spüren bekommen,
hierfür wird ein geringeres Plus von +2,1 Prozent voraus-
gesagt. Die Anfang November stattfindenden Wahlen in
den USA könnten allerdings dazu beitragen, dass zusätz-
liche Maßnahmen zur Beflügelung der Konjunktur gesetzt
werden.
Österreich gehört zu den Ausreißern innerhalb der Euro-
päischen Union, sowohl was die Inflation betrifft als auch
das Wirtschaftswachstum. Die Winterprognose des Insti-
tuts für Höhere Studien (IHS) vom vierten Quartal 2023
sieht für das gesamte Jahr 2023 eine um –0,7 Prozent
schrumpfende Wirtschaftsleistung. Gesunkene Realein-
kommen in Folge der Inflationsentwicklung und eine
schwächere Nachfrage nach Industriegütern dürften
auch 2024 dafür sorgen, dass die Erholung nur langsam
von statten geht. Das IHS erwartet ein Plus von +0,8
Prozent, erst 2025 könnte das Wirtschaftswachstum
wieder in Richtung 1,5 Prozent ansteigen.
Inflation fällt deutlich
Das kräftige Einschreiten der Notenbanken, gepaart mit
einer Stabilisierung der Preise für diverse Rohstoffe,
führte dazu, dass sich die Inflation im Jahr 2023 wieder
weit von ihren Höchstständen entfernte. Startete die
Teuerung in der Eurozone das Jahr noch bei 9,2 Prozent,
so lag sie zur Jahresmitte bereits nur mehr bei 5,5 Pro-
zent und Ende November bei 2,4 Prozent. Im Dezember
gab es wieder eine leichte Steigerung auf 2,9 Prozent.
Weniger deutlich reduzierte sich die Inflation in Öster-
reich. Von 10,2 Prozent zu Jahresbeginn ging es nur auf
5,6 Prozent per Ultimo 2023 zurück. Für 2024 wird vom
Institut für Höhere Studien (IHS) ein weiterer Rückgang
auf 3,9 Prozent prognostiziert, im Jahr 2025 sollte dann
eine Teuerungsrate von 3,0 Prozent erreicht werden. Die
USA begannen das Jahr 2023 mit einer niedrigeren Infla-
tionsrate von 6,5 Prozent, bis Ende Juni ging es laufend
abwärts auf 3,0 Prozent. Seither entwickelt sich die Teue-
Konzernlagebericht
Gesamtwirtschaftliches Umfeld und Kapitalmärkte
10
rung seitwärts, zum Jahresende lag ein Wert von
3,1 Prozent vor.
Notenbanken erreichen Zinsgipfel
Im Jahr 2023 ging der Zinsanhebungszyklus der Noten-
banken ins Finale. Bei gleichzeitig im Jahresverlauf wie-
der deutlich sinkenden Inflationszahlen führte das dazu,
dass an den Kapitalmärkten bereits wieder Zinsrückgän-
ge zu beobachten waren. Renditen für zehnjährige öster-
reichische Bundesanleihen fielen von 3,2 Prozent Ende
2022 auf rund 2,6 Prozent zum Jahresende 2023. Auch
für die zehnjährigen deutschen Bundesanleihen gab es
einen ähnlichen Rückgang von knapp –2,6 Prozent auf
fast exakt 2,0 Prozent.
Am Geldmarkt gab es im Jahr 2023 hingegen noch einen
deutlichen Anstieg. Der Einlagensatz der Europäischen
Zentralbank (EZB), zu dem die Geschäftsbanken Geld bei
der Notenbank parken, wurde im Jahresverlauf sechsmal
erhöht, zweimal sogar um jeweils 0,5 Prozent. Von 2,0
Prozent zum Jahresbeginn ging es hoch bis auf 4,0 Pro-
zent im September, ehe die EZB eine Zinspause ausrief.
Der Leitzins wurde ebenso von 2,5 Prozent bis auf 4,5
Prozent erhöht. Sehr ähnlich entwickelte sich auch der
3-Monats-Euribor, wobei hier seit dem Gipfel im Oktober
sogar eine leichte Abwärtstendenz zu verspüren ist. Das
Jahr wurde bei 2,132 Prozent begonnen, der Höchstwert
bei 4,002 Prozent erreicht und zum Jahresende bei
3,909 Prozent beendet. Neben den Zinserhöhungen
wurde dem Markt auch mit dem Auslaufen der gezielten
Liquiditätsspritzen (TLTRO) Liquidität entzogen. Für das
Jahr 2024 werden bereits wieder Zinssenkungen erwar-
tet, nachdem sich die Inflation beruhigt hat und die Wirt-
schaft kaum mehr wächst.
Die US-Notenbank Federal Reserve (FED) hatte bereits
im Jahr 2022 die Zinsen aggressiver angehoben und
benötigte daher 2023 nur mehr vier Zinsschritte um
jeweils 0,25 Prozent, um ihren Zinsgipfel zu erreichen.
Seit der letzten Anhebung im Juli befindet sich der Leit-
zins in einer Bandbreite von 5,25 bis 5,5 Prozent. Wie in
Europa, werden auch in den USA für das Jahr 2024 Leit-
zinssenkungen vorausgesagt. Die Renditen für zehnjähri-
ge US-Treasuries stiegen ähnlich wie der Leitzins von
3,9 Prozent zu Jahresbeginn bis auf fast 5,0 Prozent im
Oktober an. Seit den Märkten aber klar wurde, dass die
Zinsen nicht mehr weiter steigen werden und baldige
Zinssenkungen bevorstehen, fielen die Renditen fast im
Sturzflug und lagen per Jahresende 2023 wieder wie zu
Jahresbeginn bei 3,9 Prozent.
Aktienrallye zum Jahresende
Bis in den Herbst war eine Seitwärtsbewegung an den
Börsen vorherrschend. Den Marktteilnehmern war noch
unklar, wie nachhaltig die Inflation bleiben würde. Zudem
erhöhten viele Notenbanken nach wie vor die Zinsen. Ab
Anfang November schienen die Börsen dann aber wie
verwandelt. Indikationen, dass die Leitzinsen bereits
2024 wieder gesenkt werden könnten, gepaart mit deut-
lich rückläufigen Teuerungsraten, führten an vielen Welt-
börsen zu einem Kursfeuerwerk. Der Dow Jones hatte
das Jahr 2023 bei 33.147 Punkten begonnen und war bis
kurz vor Ende Oktober auf 32.417 Punkte gefallen. Ab
dann ging es stetig nach oben und das Jahr schloss bei
37.689 Punkten mit einem Plus von +13,7 Prozent. Der
deutsche Leitindex DAX zeigte eine ähnliche Entwick-
lung, stieg von 13.923 Punkten zu Jahresbeginn aber
noch deutlicher um +20,3 Prozent auf 16.751 Punkte. Im
österreichischen ATX gab es zwar ebenfalls ein Plus,
dieses fiel mit +9,9 Prozent aber nicht so satt aus und der
Jahresendwert von 3.435 Punkten lag auch unter dem
Höchstwert von 3.557 Punkten, der bereits im März er-
reicht wurde.
Euro konstant zu US-Dollar
Nachdem der Euro 2022 noch etwas schwächer gewor-
den war, konnte sich die europäische Gemeinschafts-
währung im Jahr 2023 stabil behaupten. Die Schwan-
kungsbreite zum US-Dollar war im Jahresverlauf gering,
nach dem Jahresstart bei einem Wechselkurs von rund
1,07 stieg der Euro bis Juli auf etwa 1,12. Im Oktober war
der Euro mit rund 1,05 am schwächsten, zum Jahresende
lag er mit etwa 1,10 wieder über dem Ausgangswert. Da
auf beiden Seiten des Atlantiks im Jahr 2024 Zinssen-
kungen an der Tagesordnung stehen dürften, laufen die
beiden Währungen derzeit relativ im Gleichklang. Stärker
wird hingegen laufend der Schweizer Franken. Die Rolle
als sicherer Hafen und die niedrigen Teuerungsraten in
der Schweiz führten zu einem deutlichen Plus. Das Jahr
begann mit einem Wechselkurs von etwa 0,99 und ende-
te knapp unter 0,93 bei neuen Allzeittiefs aus Sicht des Euro.
Konzernlagebericht
Kreditgeschäft
11
Bei den Forderungen an Kunden kam es im Jahr 2023 zu
einer Ausweitung auf 6.154,5 Millionen Euro (2022:
5.882,1 Millionen Euro).
Großkunden
Das Finanzierungsvolumen im Segment Großkunden
stieg kräftig auf 3.300,3 Millionen Euro (2022: 2.961,6
Millionen Euro).
Großwohnbau und Institutionelle Kunden
Im Teilsegment Großwohnbau kam es zu einem beträcht-
lichen Anstieg auf 1.319,1 Millionen Euro (2022: 1.214,8
Millionen Euro). Der Anteil an den Forderungen an Kun-
den wurde auf 21,4 Prozent gesteigert. Damit konnte die
hervorragende Marktposition als Finanzierungspartner im
Großwohnbau in Oberösterreich verteidigt und auch die
Finanzierungsvolumina in anderen Bundesländern stabil
gehalten werden.
Im Teilsegment Institutionelle Kunden (öffentliche Institu-
tionen und Kirche und Soziales) stieg das Finanzierungs-
volumen ebenfalls deutlich auf 1.225,7 Millionen Euro
(2022: 1.075,8 Millionen Euro) an.
Kommerzkunden und Immobilienprojekte
Trotz anspruchsvoller Marktbedingungen gelang es, im
Teilsegment Kommerzkunden und Immobilienprojekte
das Volumen auf 755,5 Millionen Euro (2022: 671,0 Millio-
nen Euro) zu heben.
Retail und Wohnbau
Das Segment Retail und Wohnbau als Kerngeschäftsfeld
der HYPO Oberösterreich ist durch hohe Kompetenz
sowie umfassende Beratung und Betreuung geprägt. Das
Finanzierungsvolumen liegt mit 2.696,5 Millionen Euro
(2022: 2.778,4 Millionen Euro) immer noch auf einem sehr
guten Niveau. Dem Rückgang liegt neben den deutlich
geänderten Rahmenbedingungen im privaten Wohnbau,
allem voran das gestiegene Zinsniveau und die hohen
Baukosten, ein Rückgang im Bereich der OÖ Wohnbau-
förderung zugrunde. Der Anteil an den gesamten Forde-
rungen an Kunden reduzierte sich auf 43,8 Prozent. Den-
noch konnte 2023 die ausgezeichnete Marktposition für
Ärzte und Freie Berufe sowie die traditionelle Stellung als
Wohnbaubank für Privatkunden trotz des stark umkämpf-
ten Marktes verteidigt werden.
Verteilung der Forderungen an Kunden
nach Segmenten
Gesamtvolumen per 31. Dezember 2023:
6.154,5 Millionen Euro
Retail und Wohnbau
Großwohnbau
Institutionelle Kunden
Kommerzkunden und Immobilienprojekte
Sonstige
21,4 %
43,8 %
12,3 %
19,9 %
2,6 %
Konzernlagebericht
Kreditgeschäft
12
Green Finance Alliance
Die HYPO Oberösterreich steht als Regionalbank in
mehrheitlich öffentlichem Eigentum für ganzheitliche,
langfristige und von gegenseitigem Nutzen geprägte
Kundenbeziehungen. Wir sehen uns darüber hinaus aber
auch einem ethischen und nachhaltigen Handeln im Hin-
blick auf Sozial- und Umweltstandards verpflichtet.
Mit der Mitgliedschaft bei der Green Finance Alliance
bekennt sich die HYPO Oberösterreich öffentlich dazu.
Die Green Finance Alliance erfordert konkrete Maßnah-
men, die ihre Mitglieder dazu verpflichten, ihr Kernge-
schäft bis 2050 klimaneutral zu gestalten. Eine beispiel-
hafte Maßnahme ist die im Dezember 2023 aktualisierte
Engagementstrategie der HYPO Oberösterreich, die
darauf abzielt, die eigenen Nachhaltigkeitsleistungen und
jener unserer Kund*innen, Partner und Lieferanten zu
verbessern. Darin sind unter anderem strenge Aus-
schlusskriterien festgeschrieben, die für den gesamten
Konzern gelten. Diese beinhalten sowohl umwelt- bezie-
hungsweise klimarelevante Kriterien (wie den Ausschluss
neuer Finanzierungen im Zusammenhang mit der Auffin-
dung, Förderung, Raffinierung, Verteilung und Energieer-
zeugung aus fossilen Brennstoffen – außer die betroffe-
nen Unternehmen verfolgen wissenschaftsbasierte Ziele
und einen entsprechenden Transformationsplan) als auch
soziale Faktoren und Themen der verantwortungsbe-
wussten Unternehmensführung.
Eine weitere Maßnahme der Green Finance Alliance ist
der Ausstieg aus bestehenden Finanzierungen im Kohle-
und Erdölsektor bis 2030. Davon ausgenommen sind
Unternehmen, die sich wissenschaftsbasierte Klimaziele
gesetzt haben und die ihr Kerngeschäft im Einklang mit
dem Übereinkommen von Paris dekarbonisieren sowie
Projekte, die im Einklang mit dem Übereinkommen von
Paris sind. Im Kredit- und Leasingportfolio der HYPO
Oberösterreich befinden sich keine nennenswerten
Finanzierungen im Kohlesektor (Finanzierungsvolumen
< 0,2 Millionen Euro). In der Wertschöpfungskette Erdöl
ist das Kreditgeschäft mit 5,4 Millionen Euro sehr gering.
Im Sinne des definierten Engagementansatzes wird die
HYPO Oberösterreich ihre betroffenen Unternehmens-
kund*innen bei der Transformation zu einem nachhaltigen
Geschäftsmodell unterstützen.
Die HYPO Oberösterreich berechnet jährlich die finan-
zierten Emissionen auf Basis des internationalen Stan-
dards der Partnership for Carbon Accounting Financials
(PCAF). Die Ergebnisse werden im Nachhaltigkeitsbericht
veröffentlicht. Um die Qualität der Berechnungen zu
verbessern, werden laufend Maßnahmen gesetzt. 2023
ist die HYPO Oberösterreich dem PCAF-Netzwerk beige-
treten. Zusätzlich wurden wissenschaftsbasierte Klima-
ziele erarbeitet und zur Validierung bei der Science Ba-
sed Targets Initiative eingereicht. Auch im Jahr 2024 sind
erwähnenswerte Maßnahmen im Nachhaltigkeitsbereich
geplant. Die HYPO Oberösterreich wird beispielsweise
Maßnahmen zur Umsetzung der Klimaziele entwickeln
und die Integration von Nachhaltigkeitskriterien im Kredit-
vergabeprozess vertiefen.
Weiterführende Informationen zum Thema Nachhaltigkeit
erhalten Sie im Nachhaltigkeitsbericht auf der Website
der HYPO Oberösterreich (www.hypo.at).
Konzernlagebericht
Wertpapiergeschäft
13
Umfangreiche fiskalische Anreize in den USA und Europa
und die anhaltende Stärke der US-Verbraucher verhin-
derten im Jahr 2023 das Abdriften der Weltwirtschaft in
eine Rezession. Auch die hohen Inflationsraten bildeten
sich im Laufe des Jahres sowohl in den USA als auch in
Europa deutlich zurück, was Fantasien über möglicher-
weise bald bevorstehende Zinssenkungen durch die
Notenbanken beflügelte.
Staats- und Unternehmensanleihen tendierten weite Teile
des Jahres seitwärts, ehe im vierten Quartal die Aussicht
auf ein Ende des Zinserhöhungszyklus durch die Noten-
banken zu kräftigen Kursgewinnen führte. Sie beendeten
das Jahr mit einer positiven Performance in der Höhe von
rund 4 bis 6 Prozent. Der US-Leitindex S&P 500 schloss
das Jahr mit einem kräftigen Plus von rund 24,2 Prozent
in Lokalwährung ab, getrieben vor allem von Technologie-
Aktien infolge positiver Erwartungen in Bezug auf Anla-
gechancen in der künstlichen Intelligenz. Trotz durch-
wachsenerer Konjunkturentwicklung in Europa tendierten
auch die europäischen Aktienmärkte positiv. Der Stoxx
Europe 600 Preisindex stieg rund 12,7 Prozent an, der
österreichische ATX rund 9,9 Prozent.
Das in Wertpapieren veranlagte Kundenvermögen der
HYPO Oberösterreich stieg per Jahresende 2023 ge-
genüber dem Vorjahr um +10,2 Prozent auf 1.479,4 Millio-
nen Euro an. Der Anstieg war insbesondere getragen von
Zuwächsen bei den Privatkund*innen in Höhe von +15,4
Prozent auf 946,4 Millionen Euro. Diese positive Entwick-
lung in den Vermögen der Privatkund*innen war primär
getrieben von starken Zuwächsen bei Anleihen (+23,0
Prozent), aber auch von prozentual zweistelligen Zu-
wächsen bei Aktien (+12,5 Prozent) und Fonds (+11,2
Prozent).
Die Wertpapierprovisionserträge im Vertrieb erhöhten
sich im Vergleich zum Vorjahr um +2,6 Prozent. Gestiege-
ne Lebenshaltungskosten unserer Kund*innen machten
sich bei den Fondssparern bemerkbar. Während ihre
Anzahl um +0,6 Prozent anstieg, reduzierte sich das
abgerechnete Fondsvolumen um rund –16,4 Prozent.
Nach starken Zuwächsen in den Vorjahren ging der volu-
mengewichtete Anteil der ESG-Fondssparer von 51,0
Prozent im Vorjahr auf 43,8 Prozent im Jahresdurch-
schnitt 2023 zurück. Die Anzahl der ESG-Fondssparer
stieg dennoch um +1,1 Prozent an. Die fortschreitende
Digitalisierung des Wertpapiergeschäftes zeigt sich an-
hand des Anstieges der Wertpapierkunden mit ELBA-
Zugang von 77,6 Prozent auf 83,1 Prozent.
Die Zukunftsaussichten für 2024 bleiben durchwachsen.
Relativ schwachen Konjunkturaussichten steht die Erwar-
tung fallender Zinsen gegenüber. Wahlen in zahlreichen
Staaten – wie auch die USA im November – sowie die
Geopolitik könnten zusätzliche Unsicherheiten bringen.
Dennoch erwarten die meisten Experten ein positives
Anlagejahr.
Konzernlagebericht
Marketing
14
Perspektiven schaffen
Stabil, verlässlich, nachhaltig und persönlich – das waren
die wesentlichen Schlagworte der Marketing-Kampagnen
der HYPO Oberösterreich im Jahr 2023. Im Frühjahr
positionierte sich die Bank mittels einer Wertekampagne
als zuverlässiger Finanzpartner, auf den auch in wirt-
schaftlich unsteten Zeiten Verlass ist. Zudem betonte die
Kampagne den hohen Stellenwert der Nachhaltigkeit
sowie der persönlichen und maßgeschneiderten Bera-
tung in der HYPO Oberösterreich.
Im Herbst lag der Schwerpunkt auf einer Produktmarke-
ting-Kampagne rund um das Thema Wohnbau und Sanie-
rung. Hierbei traten Berater*innen der Bank als authenti-
sche Markenbotschafter*innen auf. Die Kampagne ermu-
tigte dazu, sich nicht vom getrübten Stimmungsbild am
Immobilienmarkt verunsichern zu lassen und stattdessen
die eigene Situation im persönlichen Gespräch mit den
Berater*innen genau zu prüfen. Das umfassende Bera-
tungsangebot stand dabei unter dem Titel „Der HYPO
Effekt für Ihr Wohnprojekt“. Mit der Kampagne zeigte die
HYPO Oberösterreich, dass sie sich ihrer Stärke und
Kompetenz im Bereich Wohnbau bewusst ist und das
Thema auch in herausfordernden Zeiten gut besetzen
kann. Die Kampagne wurde über verschiedenste Kanäle
in Szene gesetzt, darunter auf Plakaten, in Anzeigen, am
Point of Sale (POS), in Bewegtbildern, Radiospots und
mittels digitaler Maßnahmen.
Den Schlusspunkt der Marketing-Aktivitäten setzte
schließlich eine Performance-Kampagne mit dem vor-
rangigen Ziel der Gewinnung von Neukund*innen für
das attraktive HYPO Online Sparen. Die Kampagne
wurde über Online- und Social-Media-Kanäle ausgespielt
und leistete einen wesentlichen Beitrag zum Kunden-
wachstum.
Konzernlagebericht
Personalmanagement und Personalentwicklung
15
Die HYPO Oberösterreich hat auch 2023 wieder ihrem
Ruf als ausgezeichneter Arbeitgeber gerecht werden
können. Das renommierte Wirtschaftsmagazin „Trend“
und Österreichs größte Online-Plattform für Arbeitgeber-
bewertungen „Kununu“ haben in einer unabhängigen
Bewertung die HYPO Oberösterreich erneut zu einem
der besten Arbeitgeber Österreichs in der Branche „Ban-
ken und Finanzdienstleistungen“ gekürt. Dies ist bereits
die 7. Auszeichnung in Folge seit 2017. Die HYPO Ober-
österreich lag 2023 unter den TOP 60 der mehr als 1.000
untersuchten Unternehmen. Eine gute Unternehmenskul-
tur wird nicht angeordnet, sondern ist das Ergebnis vieler
einzelner ineinandergreifender Mosaiksteine. Dazu gehö-
ren die großen Initiativen „Beruf & Familie“, „Gesund &
Zufrieden“ und das neu gestartete Diversity & Inclusion-
Projekt gleichermaßen, wie spannende berufliche Entfal-
tungsmöglichkeiten und ein wertschätzender und res-
pektvoller Umgang miteinander.
Erfolgreiches Personalmanagement
In einer bewegten und sich ständig veränderten Umwelt
zeichnet sich erfolgreiche Personalarbeit dadurch aus,
dass sie sicherstellt, dass das Unternehmen ebendiesen
Veränderungen anpassungsfähig und flexibel gegenüber-
steht und so den Unternehmenserfolg sichert.
Dies wird durch das Recruiting vielfältiger und kompeten-
ter Teams, die ständige Steigerung von Effizienz im Ta-
gesgeschäft, etwa durch Digitalisierung und Entbürokra-
tisierung und die Attraktivierung des Unternehmens nach
innen und außen ermöglicht.
Zahlreiche Maßnahmen wurden dahingehend im Jahr
2023 gesetzt. Die Einführung neuer digitaler Werkzeuge
im täglichen Arbeiten, der Start eines Diversity & Inclusion-
Projektes und der Start der „Mitarbeiter*innen werben
Mitarbeiter*innen“-Initiative sowie zahlreiche Schul-
projekte sind nur einige Beispiele.
Die im Jahr 2023 durchgeführte Mitarbeiter*innen-
Befragung führte zu einer erfreulich hohen Teilnah-
mequote von 71,7 Prozent (2021: 66 Prozent), welche weit
über dem üblichen Durchschnitt liegt und von hohem
Engagement der Mitarbeiter*innen zeugt. Gegenüber
2021 hat sich die Rücklaufquote sogar um 7 Prozentpunk-
te verbessert. Die Umfrage samt den Aussagen und Ein-
schätzungen unserer Mitarbeiter*innen stellt ein wesent-
liches Instrument dar, auf dessen Basis wir die Organisa-
tion im Sinne unserer Strategie aber auch im Hinblick auf
die Arbeitszufriedenheit unserer Mitarbeiter*innen weiter-
entwickeln können.
Durchschnittlich 414 Mitarbeiter*innen
1
(2022: 407 Mitar-
beiter*innen) haben mit Engagement und Umsetzungs-
stärke zu einem erfolgreichen Geschäftsergebnis im Jahr
2023 beigetragen. Im Vergleich zum Vorjahr bewegt sich
der Mitarbeiterstand auf gleichem Niveau. Von den 45
Mitarbeiter*innen (2022: 49 Mitarbeiter*innen), die das
Unternehmen im vergangenen Jahr verlassen haben,
traten 12 Personen (2022: 17 Personen) in den Ruhe-
stand. Bereinigt um die Pensionierungen ergibt sich dar-
aus eine Fluktuationsrate von 8,0 Prozent (2022: 7,9
Prozent). Das Durchschnittsalter aller Mitarbeiter*innen
liegt bei 42,3 Jahren (2022: 42,6 Jahren), die durch-
schnittliche Betriebszugehörigkeit bei circa 13,5 Jahren
(2022: 14,2 Jahren). Der Frauenanteil in der HYPO
Oberösterreich mit 57,7 Prozent (2022: 59,8 Prozent) ist
gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken. Ende 2023
arbeiteten durchschnittlich 159 Mitarbeiter*innen (2022:
149 Mitarbeiter*innen) auf Teilzeitbasis in der HYPO
Oberösterreich.
Mitarbeiter*innen
Teilzeit
1
exkl. Karenz und Mutterschutz
Alle Zahlenangaben beziehen sich auf die Anzahl
der Mitarbeiter*innen (= Headcount)
Frauen
Männer
57,7 %
42,3 %
Frauen
Männer
87,6 %
12,4 %
Konzernlagebericht
Personalmanagement und Personalentwicklung
16
Gesundes Miteinander
Das dynamische und schnelllebige Arbeitsumfeld stellt
auch die physische und psychische Gesundheit unserer
Mitarbeiter*innen immer wieder auf die Probe. Hier setzt
unser BGF (Betriebliche Gesundheitsförderung)-Projekt
„Gesund und Zufrieden“ an. Vielfältige Maßnahmen zielen
auf die Erhaltung einer guten und vor allem gesunden
Unternehmenskultur ab.
Hier sind etwa gemeinsame Veranstaltungen – wie bei-
spielsweise diverse Vorträge, Radausflüge, Boulder- oder
Tenniskurse etc. – ebenso zu nennen, wie das Angebot
eines Betriebsarztes und eines Arbeitspsychologen.
Für einen leichteren Wiedereinstieg nach längerer Krank-
heit haben Mitarbeiter*innen die Möglichkeit die bisherige
Arbeitszeit im Rahmen einer Wiedereingliederungsteil-
zeit-Vereinbarung herabzusetzen.
All diese Maßnahmen stärken das Zusammengehörig-
keitsgefühl und die Mitarbeiter*innenbindung ebenso, wie
sie präventiv und gesundheitsfördernd wirken.
Dass sich das Investment in gesundheitsfördernde Maß-
nahmen rechnet, zeigt sich an der traditionell besonders
niedrigen Krankenstandsquote von 6,8 Tagen pro Mitar-
beiter*in für das Jahr 2023 (2022: 6,0 Tagen pro Mitar-
beiter*in).
Vereinbarkeit Beruf & Familie
Die HYPO Oberösterreich hat sich als besonderes Ziel
die Familienfreundlichkeit früh auf die Fahnen geschrie-
ben. Bereits 2007 hat die HYPO Oberösterreich als erste
Bank in Oberösterreich am Zertifizierungsprozess zur
Vereinbarkeit von Familie und Beruf teilgenommen. 2023
fand eine weitere erfolgreiche Re-Auditierung statt und
die HYPO Oberösterreich erhält das fünfte Zertifikat für
weitere drei Jahre. Die Vereinbarkeit von beruflicher Ent-
wicklung und der Gründung einer Familie ist für viele
Mitarbeiter*innen zentral, steigert einerseits die Zufrie-
denheit und ermöglicht andererseits die optimale Aus-
schöpfung von Ressourcen und Fähigkeiten unserer
Mitarbeiter*innen.
Passgenaue Lösungen werden für unser Haus und für
unsere Mitarbeiter*innen erarbeitet. Die HYPO Ober-
österreich bietet ein umfangreiches Angebot an ver-
schiedensten Teilzeitmodellen und individuellen Home-
office-Lösungen. Mitarbeiter*innen in bzw. nach familien-
bedingten Auszeiten werden Karrierechancen und eine
optimale Wiedereingliederung durch karenzbegleitende
geringfügige Beschäftigung, Job-Sharing-Modelle oder
Führung in Teilzeit geboten.
Diversity & Inclusion
Vielfältigkeit und Chancengleichheit sind nicht nur
Schlagworte, die die Unternehmensattraktivität steigern
und neue Mitarbeiter*innen anziehen. Diverse Teams
arbeiten nachweislich erfolgreicher und diverse Unter-
nehmen haben eine signifikant höhere Wahrscheinlichkeit
überdurchschnittlich profitabel zu sein (McKinsey, 2020).
Zusätzlich leistet Diversität einen Beitrag zu einer guten,
nachhaltigen Unternehmenskultur.
Die HYPO Oberösterreich hat daher im Jahr 2023 eine
Diversity & Inclusion-Policy veröffentlicht und ein Projekt
zu der Thematik gestartet. Außerdem wurde ein umfas-
sender Maßnahmenkatalog erarbeitet, dessen Umset-
zung 2024 mit Unterstützung des neu gegründeten
Diversity & Inclusion-Circles startet.
Positiv zu erwähnen ist, dass die Anzahl der Frauen in
Führungspositionen von 9 im Jahr 2022 auf 12 im Jahr
2023 gestiegen ist.
Moderne Personalentwicklung
Auch 2023 hält der Trend Richtung Digitalisierung an und
die HYPO Oberösterreich hat darauf mit einer Vielzahl an
Maßnahmen reagiert.
So ist seit diesem Jahr mit L@RA ein neues, modernes
Lernmanagementsystem im Einsatz, welches Lernen,
Buchen und Reporting in einem System vereint und eine
intuitive Katalogsuche und ein übersichtliches Dashboard
für Mitarbeiter*innen und Führungskräfte bietet.
Zusätzlich wurden erste Initiativen zur Anwendung von KI
in der HYPO Oberösterreich in Form von Vorträgen und
Schulungen gesetzt. Im Vertrieb wurde zudem ein umfas-
sendes Konzept zur Verbesserung der digitalen Kompe-
tenzen unserer Filialmitarbeiter*innen umgesetzt.
Auch weiterhin an erster Stelle steht der hohe Anspruch
an die Qualifikation aller unserer Mitarbeiter*innen, mit
dem wir uns vom Wettbewerb abheben und unseren
Kund*innen exzellente Dienstleistungen gewährleisten.
Diesem Anspruch werden wir durch umfassende Aus-
und Weiterbildung in Form von traditioneller Bankausbil-
dung, hybriden Lernformaten und modernen E-Learning-
Programmen gerecht.
Personal-
entwicklung
in Zahlen
2023
Verän-
derung
in %
2022
Ausgaben für
Ausbildung
in TEUR
490
+1,7
482
Ausgaben pro
Mitarbeiter*in
in EUR
1.183
+4,6
1.131
durchschnittliche
Schulungstage
pro Mitarbeiter*in
4,3
–25,3
5,8
Konzernlagebericht
Personalmanagement und Personalentwicklung
17
Die Aufnahme von Schul- und Hochschulabsolvent*innen
ohne Bankerfahrung sowie der Bedarf an zahlreichen
Spezialausbildungen führten zu einem konstant hohen
Aus- und Weiterbildungsaufwand – auch für das Jahr 2023.
• 21 Mitarbeiter*innen (2022: 27 Mitarbeiter*innen)
haben die HYPO Bankprüfungen HYPO 1 und HYPO 2
erfolgreich absolviert.
• 13 Wertpapier-Expert*innen (2022: 45 Wertpapier-
Expert*innen) bildeten sich im Bereich der Nachhaltig-
keit weiter und absolvierten die Ausbildung zum EFPA
ESG-Advisor.
• 87 Kundenberater*innen (2022: 105 Kunden-
berater*innen) stellten sich dem jährlichen
Re-Zertifizierungsprogramm in den Bereichen
Veranlagung, Finanzierung und Versicherung.
• 4 Mitarbeiter*innen starteten das erste Mal ein berufs-
begleitendes Studium, das von der HYPO in Form von
Beitragszahlungen zu den Studiengebühren sowie Be-
reitstellung von bezahlten Lernzeiten während der Ar-
beitszeiten unterstützt wird.
2023 erhielten wieder 15 Schüler*innen und Stu-
dent*innen (2022: 17 Schüler*innen und Student*innen)
die Möglichkeit, ihre beruflichen Erfahrungen im Rahmen
eines Praktikums zu erweitern. Bei der Beschäftigung der
jungen Leute wird besonders auf abwechslungsreiche
Tätigkeiten und eine Erweiterung des jeweiligen Wissens-
standes geachtet. So hatte auch jede/r Praktikant*in die
Gelegenheit, ausgewählte E-Learning-Bankprogramme
mit Abschlussprüfungen zu absolvieren oder an einem
Bewerbungstraining teilzunehmen.
Konzernlagebericht
Geschäftsentwicklung in den Segmenten
18
Konzernlagebericht
Geschäftsentwicklung in den Segmenten
19
Das Kundensegment Großkunden ist ein traditionell wich-
tiger Geschäftsbereich der HYPO Oberösterreich. Das
Segment setzt sich aus den Teilbereichen Großwohnbau,
Öffentliche Institutionen, kirchliche und soziale Organisa-
tionen sowie Kommerzkunden und Immobilienprojekte
zusammen.
Großwohnbau, Öffentliche Institutionen, kirchliche
und soziale Organisationen
In sämtlichen dieser Teilbereiche konnten die Kundenein-
lagen gesteigert werden, insbesondere durch einen An-
stieg der Termineinlagen. Auch das Finanzierungsvolu-
men konnte vor allem durch Zuwächse im Teilbereich
Öffentliche Institutionen gesteigert werden: Hauptver-
antwortlich waren hierfür ein Wachstum bei den Finanzie-
rungen von Gemeinden sowie der Ausbau der Geschäfts-
tätigkeit in den restlichen Bundesländern außerhalb
Oberösterreichs. Auch im Teilbereich Großwohnbau
konnte trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen
am Markt eine Steigerung des Finanzierungsvolumens
verzeichnet werden.
Der Teilbereich kirchliche und soziale Organisationen
akquirierte im Geschäftsjahr 2023 mehrere große Kun-
den sowohl inner- als auch außerhalb Oberösterreichs
und konnte bestehende Geschäftsverbindungen erfolg-
reich ausweiten. Damit stellte die HYPO Oberösterreich
ihre Führungsrolle als spezialisiertes Bankinstitut für
kirchliche und soziale Organisationen einmal mehr unter
Beweis.
Dank der neuerlich positiven Geschäftsentwicklung im
Großkunden-Segment konnte die HYPO Oberösterreich
ihre führende Marktposition am Heimmarkt für den öf-
fentlichen Großwohnbau bestätigen und ihre Rolle als
Bank des Landes Oberösterreich und ihrer Tochterunter-
nehmen sowie als Bank für Organisationen aus dem
kirchlichen und sozialen Bereich festigen.
Kommerzkunden und Immobilienprojekte
Das junge, erst 2021 etablierte Teilsegment Kommerz-
kunden und Immobilienprojekte konnte im abgelaufenen
Jahr bedeutende Fortschritte und Erfolge verzeichnen
und erwies sich als innovativer und dynamischer Markt-
bereich.
Ein wesentlicher Meilenstein war die Mitte 2023 erfolgte
Etablierung des HYPO Fördercenters. Diese Einrichtung
ermöglicht eine intensivierte und fachkundige Beratung
unserer Firmenkunden unter Einbeziehung spezialisierter
Mitarbeiter*innen. Dieses neue Angebot sowie das Zu-
sammenspiel zwischen Kund*innen, Förderspezia-
list*innen und Kundenberater*innen wurde sehr gut an-
genommen und hat sich als zukunftsträchtig erwiesen.
Mittels einer neuen Gruppenstruktur innerhalb des
Teilsegments konnte eine effizientere Arbeitsweise er-
reicht werden: Das Teilsegment wurde hierzu in zwei
Gruppen unterteilt (Gruppe Kommerzkunden & Gruppe
Immobilienprojekte).
Die Geschäftsentwicklung im Jahr 2023 war durch ein
kontinuierliches und deutliches Volumens- und Ertrags-
wachstum geprägt. Trotz der herausfordernden Markt-
lage konnten insbesondere in Oberösterreich neue, viel-
versprechende Geschäftsbeziehungen begründet wer-
den. Das Finanzierungsvolumen stieg um +12,5 Prozent
auf 792,3 Millionen Euro. Weiters wurde eine überpropor-
tionale Steigerung der Gesamterträge um mehr als +20
Prozent erreicht. Dieses Ergebnis unterstreicht ein-
drucksvoll die verstärkte Vertriebsdynamik im Teilseg-
ment sowie das qualitativ hochwertige Wachstum des
Geschäftsvolumens.
Bemerkenswert ist auch der Anstieg des Einlagevolu-
mens um rund +160 Prozent auf 158,2 Millionen Euro.
Vorrangiger Treiber war hierbei das höhere Zinsniveau,
wenngleich auch eine Vielzahl neuer Kundenkontakte
zum Anstieg beigetragen haben.
Insbesondere im Bereich Immobilienprojekte sind die
Auswirkungen des aktuellen Zinsumfeldes spürbar, was
sich im abgelaufenen Jahr durch höhere Risikovorsorgen
bemerkbar machte. Bereits zu Beginn des Zinsanstiegs-
zyklus wurde daher seitens der HYPO Oberösterreich
reagiert und mit den betroffenen Kund*innen an individu-
ellen Lösungen gearbeitet.
Für das Jahr 2024 blickt das Teilsegment Kommerzkun-
den und Immobilienprojekte optimistisch in die Zukunft.
Bereits in den ersten Wochen und Monaten konnten
weitere oberösterreichische KMU als Hausbankkunden
begrüßt werden. Mit der für 2024 prognostizierten Zins-
wende wird eine Entspannung im Immobiliensektor und
eine Belebung der Investitionen im Firmenkundenge-
schäft erwartet.
Im Gesamtsegment Großkunden erhöhte sich damit das
Segmentvermögen um +10,7 Prozent auf 3.505,8 Millio-
nen Euro (2022: 3.167,4 Millionen Euro). Die Segment-
schulden stiegen ebenfalls, um +44,4 Prozent auf 1.433,9
Millionen Euro (2022: 993,0 Millionen Euro).
Konzernlagebericht
Geschäftsentwicklung in den Segmenten
20
Das Segment Retail und Wohnbau umfasst die Teilseg-
mente Ärzte, Freie Berufe und Private Banking sowie den
geförderten privaten Wohnbau. Auch aus diesem Seg-
ment ist die ausgezeichnete Marktposition der HYPO
Oberösterreich im Bundesland ersichtlich. Die führende
Rolle als Bank für niedergelassene Ärzt*innen sowie bei
der Finanzierung des privaten Wohnbaus konnte auch
2023 weiter gefestigt werden.
Der frei finanzierte, private Wohnbau war 2023 öster-
reichweit von herausfordernden Rahmenbedingungen
geprägt. Gestiegene Kreditzinsen, Baukostenstei-
gerungen sowie die anhaltende Verunsicherung der
Kund*innen aufgrund der hohen Teuerung ließen die
Wohnbaufinanzierungen in Österreich um mehr als
–50 Prozent einbrechen. Als führende Wohnbaubank im
Bundesland konnte sich die HYPO Oberösterreich die-
sem Trend zu einem guten Teil entgegensetzen.
Im frei finanzierten, privaten Wohnbau wurde 2023 ein
Neuvolumen von immerhin 160,6 Millionen Euro erzielt.
Das ist im Vergleich zum Rekordwert aus dem Jahr 2022
(210,6 Millionen Euro) zwar ein Rückgang von –23,7 Pro-
zent, liegt allerdings deutlich besser als der österreichi-
sche Gesamtmarkt. Weiteres bemerkenswertes Detail:
Der Anteil der Fixzinskredite hat sich 2023 im Neuge-
schäft auf 91,9 Prozent erhöht. Im Jahr zuvor lag dieser
Anteil bei ebenfalls schon sehr hohen 75,3 Prozent.
Das Segmentvermögen reduzierte sich auf hohem Niveau
geringfügig auf 2.696,5 Millionen Euro (2022: 2.799,8
Millionen Euro). Demgegenüber konnten die Segment-
schulden ausgebaut werden. Sie stiegen um +6,0 Prozent
auf 1.852,1 Millionen Euro (2022: 1.746,5 Millionen Euro).
Hauptverantwortlich dafür waren Zuwächse bei den
Kundeneinlagen aufgrund der zeitnahen Weitergabe der
Zinsentwicklung an die Kund*innen in Form von attrakti-
ven Fixzinsangeboten.
Aufgrund der deutlichen Ausweitung der Volumina bei
den Kundeneinlagen sowie von Margenverbesserungen
wurde der Zinsüberschuss auf +43,0 Millionen Euro
(2022: +25,7 Millionen Euro) gesteigert. Der Provisions-
überschuss konnte abermals verbessert werden auf
+13,3 Millionen Euro (2022: +12,9 Millionen Euro).
Die ausgezeichnete Risikolage in diesem Segment blieb
auch 2023 bestehen. Die Risikovorsorge konnte auf –0,5
Millionen Euro (2022: –2,0 Millionen Euro) gesenkt werden.
Die Verwaltungsaufwendungen erhöhten sich insbeson-
dere durch die jährlichen Valorisierungen der Personal-
aufwendungen auf –32,7 Millionen Euro (2022: –30,9
Millionen Euro). Insgesamt erhöhte sich damit der Kon-
zernjahresüberschuss vor Steuern in diesem Segment
auf +23,3 Millionen Euro (2022: +5,6 Millionen Euro).
Konzernlagebericht
Geschäftsentwicklung in den Segmenten
21
Eigenveranlagung
Für das Jahr 2023 war geplant, den Wertpapiereigenbe-
stand konstant zu halten und das Liquiditätsportfolio
weiter auszubauen. Dieses Vorhaben konnte umgesetzt
werden – mit Zugängen von 56,5 Millionen Euro an liqui-
den Wertpapieren wurden die Tilgungen von 36,4 Millio-
nen Euro deutlich übertroffen. Liquide Pfandbriefe mach-
ten mit einem Plus von +26,1 Millionen Euro dabei den
Hauptteil aus, Staatsanleihen schrumpften hingegen
leicht um –6,0 Millionen Euro. Bei Banken-Anleihen gab
es einen Rückgang von –20,4 Millionen Euro, den Tilgun-
gen von 61,7 Millionen Euro standen Zukäufe von 41,3
Millionen Euro gegenüber.
Insgesamt wurden im Wertpapiereigenbestand im ver-
gangenen Jahr 97,8 Millionen Euro investiert, dem ge-
genüber standen Fälligkeiten von 98,1 Millionen Euro. Der
Bestand blieb daher nahezu unverändert. Für das Jahr
2024 wird wieder ein leichter Ausbau des Wertpapierei-
genbestandes angestrebt, Tilgungen von 82,2 Millionen
Euro sollen durch Zukäufe von etwa 100,0 Millionen Euro
ersetzt werden.
Nachdem die Zinsen im Jahresverlauf etwas rückläufig
waren, konnten die zinsbedingten Bewertungsverluste
des Vorjahres wieder etwas kompensiert werden. Gleich-
zeitig wurde bei den Zugängen aber immer noch ein
attraktives Zinsniveau mit Renditen von teilweise über
5 Prozent realisiert. Bei den Zugängen im Wertpapierei-
genbestand waren die Laufzeiten hauptsächlich im Be-
reich von drei bis sieben Jahren, bei Staatspapieren bei
bis zu zehn Jahren. Erneut war das Thema Nachhaltigkeit
im Fokus, der Anteil an Green und Social Bonds im Wert-
papiereigenbestand wurde von rund 10,4 Prozent auf 15,1
Prozent ausgebaut.
Refinanzierung
Der Liquiditätsbedarf für 2023 wurde einerseits vom
geplanten Kreditwachstum sowie der Refinanzierung der
Fälligkeiten bestimmt. Ein Schwerpunkt lag zudem in der
weiteren Stärkung und dem Ausbau der nachhaltigen
hypo_blue-Produktpalette. Das Fälligkeitsprofil 2023 war
vor allem geprägt durch die Tilgung des ersten 2016
begebenen syndizierten Hypothekenpfandbriefs über
300,0 Millionen Euro mit Ende Oktober 2023 sowie Fäl-
ligkeiten von langfristigen Tendergeschäften der EZB
über insgesamt 400,0 Millionen Euro.
Auf Grundlage der geplanten Neugeschäftsannahmen
der zugrundeliegenden Wachstumsstrategie und unter
der Berücksichtigung der bevorstehenden Fälligkeiten
wurde für das Geschäftsjahr 2023 ein Emissionsvolumen
von 815,0 Millionen Euro geplant.
Das Jahr 2023 startete gleich zu Beginn im Jänner mit
einer regen Emissionstätigkeit am Kapitalmarkt. Nach der
ersten Emissionswelle konnte Ende Jänner bereits der
erste syndizierte Hypothekenpfandbrief über 250,0 Milli-
onen Euro mit einer Laufzeit von etwas über viereinhalb
Jahren bei einem Spread von Mid-Swap +27 Basispunk-
ten am Markt platziert werden. Der zweite gemäß der
Planung vorgesehene syndizierte Hypothekenpfandbrief
wurde erst gegen Jahresende im November in einem
deutlich schwierigeren Umfeld umgesetzt. Das hohe
Volumen österreichischer Pfandbriefemittenten im Jahr
2023 und die inverse Zinskurve führten dazu, dass sich
die Emissionsspreads im Jahresverlauf deutlich ausge-
weitet hatten und nach wie vor kürzere Emissionslaufzei-
ten von Investoren präferiert wurden. Für den zweiten
syndizierten Hypothekenpfandbrief wurde das Format
„grüner Pfandbrief“ zur Erhöhung der Nachfrage sowie
zur Festigung unseres Nachhaltigkeitsschwerpunkts
gewählt. Die Emissionskosten für die knapp viereinhalb-
jährige grüne Pfandbriefemission lagen bei Mid-Swap
+50 Basispunkten.
Das gesamte Emissionsvolumen 2023 inklusive der zuvor
angeführten Subbenchmark-Transaktionen hat 897,1
Millionen Euro (2022: 452,7 Millionen Euro) umfasst. Die
im Durchschnitt gewichtete Laufzeit aller Emissionen lag
bei rund sieben Jahren. Mit einem Volumen von 391,3
Millionen Euro konnte ein bedeutender Anteil der Refi-
nanzierung durch Senior-Anleihen generiert werden. Ein
wesentlicher Teil davon wiederum durch Wohnbau-
anleihen, mit einer durchschnittlichen Laufzeit von elfein-
halb Jahren. Durch den Absatz von 209,5 Millionen Euro
an Wohnbauanleihen im Kalenderjahr 2023 konnte in
dieser Kategorie ein historischer Bestwert im Haus erzielt
werden. Das Volumen verbriefter Verbindlichkeiten erhöh-
te sich auf 4.420,6 Millionen Euro (2022: 3.944,9 Millio-
nen Euro).
Neben dem grünen Pfandbrief im Herbst 2023 wurde
auch die nachhaltige hypo_blue Produktschiene weiter
forciert, wobei der Fokus 2023 hier vor allem im Bereich
der Kundeneinlagen lag. Mit einem Volumen von 615,2
Millionen Euro (2022: 349,8 Millionen Euro) konnte das
Volumen an „Grünen Finanzprodukten“, das uns unsere
Kund*innen anvertraut haben um +75,8 Prozent gestei-
gert werden.
Konzernlagebericht
Geschäftsentwicklung in den Segmenten
22
Das Exposure der von der EZB zur Verfügung gestellten
Langfristtender (TLTROs) hat sich gegenüber dem Vor-
jahr von 600,0 Millionen Euro durch Fälligkeiten auf
200,0 Millionen reduziert. Tranche 4 über 200,0 Millionen
Euro mit Fälligkeit im Juni 2023 wurde aus steuerungs-
technischen Gründen bereits vorzeitig im März 2023
gekündigt. Tranche 5 ebenso über 200,0 Millionen Euro
ist mit September 2023 ausgelaufen. Die Fälligkeiten der
verbleibenden EZB-Langfristtender über 200,0 Millionen
Euro setzen sich aus 100,0 Millionen Euro in der Tranche 7
mit Fälligkeit im März 2024 und 100,0 Millionen Euro in der
Tranche 9 mit Fälligkeit im September 2024 zusammen.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden haben sich auf
2.930,2 Millionen Euro (2022: 2.300,6 Millionen Euro)
erhöht, wobei das Volumen stabiler Retail-Einlagen um
+12,7 Prozent gesteigert werden konnte. Der Fokus der
Kund*innen lag dabei auf Sparprodukten mit Bindungen,
wobei vor allem ein- bis zweijährige Online-Sparprodukte
nachgefragt wurden.
Die HYPO Oberösterreich verfügt über eine sehr komfor-
table Liquiditätsausstattung, sämtliche regulatorische
Liquiditätsanforderungen werden von Seiten der Bank
eingehalten. Zum Ultimo 2023 lag die LCR (Liquidity
Coverage Ratio) bei 200,8 Prozent (2022: 165,8 Prozent)
und damit deutlich über dem Vorjahreswert. Die NSFR
(Net Stable Funding Ratio) lag bei 127,0 Prozent (2022:
121,3 Prozent).
Konzernlagebericht
Geschäftsentwicklung in den Segmenten
23
Die Tochterunternehmen der HYPO Oberösterreich sind
die OÖ HYPO Leasinggesellschaft m.b.H. und die
Immobiliengesellschaften.
OÖ HYPO Leasinggesellschaft m.b.H.
Die OÖ HYPO Leasinggesellschaft m.b.H. wickelt haupt-
sächlich Leasingverträge im Bereich KfZ und Mobilien ab,
die sowohl von der HYPO Oberösterreich vermittelt als
auch direkt akquiriert werden. Die Refinanzierung erfolgt
durch die HYPO Oberösterreich und es werden keine
Zweigniederlassungen unterhalten.
Zum Bilanzstichtag am 30. September 2023 betrugen die
Anschaffungskosten aller Leasing- und Mietobjekte der
Gesellschaft 204,8 Millionen Euro, verglichen mit 188,7
Millionen Euro im Vorjahr.
Im Geschäftsjahr 2023 konnte das Neugeschäftsvolumen
im Kfz- und Mobilienbereich auf erfreuliche 69,6 Millionen
Euro gesteigert werden, wobei 33,8 Millionen Euro auf
das Kfz-Leasingneugeschäft und 39,7 Millionen Euro auf
das Mobilien-Leasingneugeschäft entfielen. Der Bestand
des Leasingvolumens erhöhte sich um +1,7 Prozent von
148,1 Millionen Euro auf 150,5 Millionen Euro.
Die Neuabschlüsse zu Beginn des Geschäftsjahres
2023/24 verlaufen trotz der aktuellen wirtschaftlichen
Herausforderungen weiterhin erfreulich. Die dynamische
Inflations- und Zinsentwicklung seit Mitte 2022 lässt die
weitere wirtschaftliche Entwicklung zwar unklar erschei-
nen, jedoch wird davon ausgegangen, dass die Zinsen
ihren Höhepunkt überschritten haben, was zusätzlich die
Nachfrage stützen dürfte.
Die Planungen für das kommende Geschäftsjahr beruhen
auf einer leicht steigenden Neuproduktion und die Nach-
frage nach Leasingfinanzierungen seitens Unternehmen
und Privatkunden bleibt konstant hoch. Fortlaufende
Bemühungen zur Digitalisierung der Geschäftsprozesse
sollen eine noch schnellere Abwicklung ermöglichen.
Immobiliengesellschaften
Das Jahr 2023 war für die Immobiliengesellschaften der
HYPO Oberösterreich ein erfolgreiches Jahr. Zum Bilanz-
stichtag am 30. September 2023 beliefen sich die An-
schaffungskosten aller Leasing- und Mietobjekte der
Immobiliengesellschaften auf 125,8 Millionen Euro (2022:
123,3 Millionen Euro).
OÖ HYPO Immobilien und Beteiligungen GmbH
Die OÖ HYPO Immobilien und Beteiligungen GmbH ver-
waltet den Immobilienbereich, erstellt Immobilienbewer-
tungen und hält bzw. führt Beteiligungen vor allem im
Leasing- und Immobilienbereich.
Im Geschäftsjahr 2023 wurde die I&B Immobilien und
Bewertungs GmbH mit der OÖ HYPO Immobilien und
Beteiligungen GmbH verschmolzen.
Hypo Immobilien Anlagen GmbH
Die Hypo Immobilien Anlagen GmbH ist eine Tochter der
OÖ HYPO Immobilien und Beteiligungen GmbH und ver-
mietet Gewerbeimmobilien an renommierte Einzelhan-
delspartner*innen aus der Textil-, Lebensmittel-, Schuh-
und Drogeriebranche. Aufgrund der Expertise und den
qualitativ guten Standorten weist die Hypo Immobilien
Anlagen GmbH seit Jahren einen sehr hohen Vermie-
tungsgrad auf.
Zum Bilanzstichtag waren in der Hypo Immobilien Anla-
gen GmbH trotz des Ukraine-Krieges sowie des Nahost-
Konfliktes und des ökonomischen Umfeldes sämtliche
Objekte vollvermietet. Im Sinne der Nachhaltigkeit wurde
eine Photovoltaik-Anlage auf unserem Fachmarktzentrum
Ebelsberg errichtet und in Betrieb genommen. Der Strom
wird den Mietern zur Verfügung gestellt. Weitere PV-
Anlagen und E-Ladestationen sind in Planung.
Konzernlagebericht
Ausblick
24
Die Aussichten für die weltweite Wirtschaftsentwicklung
zeigen sich zu Jahresbeginn verbessert. Der Internationa-
le Währungsfonds (IWF) hob seine Prognosen im Ver-
gleich zum Herbst an. So rechnet der IWF im Jahr 2024
nun mit einem globalen Wachstum von 3,1 Prozent. Insbe-
sondere die USA und China erweisen sich demnach als
sehr robust. Für Deutschland und die Eurozone werden
dagegen geringere Wachstumsraten als bislang erwartet.
Für die Eurozone rechnet der IWF mit einem Wachstum
von 0,9 Prozent, was im Vergleich zur Oktober-Prognose
einer Korrektur um –0,3 Prozentpunkte nach unten ent-
spricht. Als hauptsächliche Treiber des Wachstums iden-
tifiziert der IWF sich erholende Konsumausgaben und
eine sinkende Inflation.
Für Österreichs Wirtschaft rechnet das Institut für Höhe-
re Studien (IHS) in seiner Winterprognose für 2024 mit
einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von
0,8 Prozent, das sind um 0,1 Prozentpunkte weniger als
zuvor angenommen. Nichtsdestotrotz dürfte Österreich
nach einem Jahr sinkender Wirtschaftsleistung (2023:
Rückgang um 0,7 Prozent) wieder auf einen Wachstums-
pfad einbiegen.
Auch die Inflationsentwicklung wird sich voraussichtlich
im laufenden Jahr etwas entspannen. Der bereits 2023
eingetretene Inflationsrückgang in Österreich auf hohem
Niveau – von 8,6 auf 7,8 Prozent – wird sich nach
Schätzung des IHS im laufenden Jahr fortsetzen und
dabei an Fahrt gewinnen. Vorausgesagt wird eine
Inflationsrate von 3,9 Prozent in Österreich und gemäß
Schätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) von
2,7 Prozent im Euroraum.
Angesichts der prognostizierten Annäherung der Euro-
raum-Inflationsrate an den Zielwert der EZB (2 Prozent)
ist davon auszugehen, dass die Zentralbank im Laufe des
Jahres ihren Leitzins wieder senken wird. Der seit Sep-
tember 2023 gültige Leitzins von 4,5 Prozent markiert
demnach aller Voraussicht nach den Höhepunkt der
Zinsanhebungen.
Aufgrund des weiterhin angespannten Marktumfelds
blicken wir einem herausfordernden Geschäftsjahr ent-
gegen, dem die HYPO Oberösterreich aufgrund voraus-
schauender Maßnahmen dennoch mit Zuversicht begeg-
nen kann. Die Auswirkungen der Zinspolitik des letzten
Jahres haben für einen Umbruch sowohl im privaten als
auch im institutionellen Wohnbau geführt. Den damit
einhergehenden Risiken ist sich die HYPO Oberöster-
reich bewusst, entsprechend wurde die Risikovorsorge
angepasst. Wir sind zuversichtlich gestimmt im laufenden
Geschäftsjahr erneut ein Wachstum realisieren zu können
und erwarten ein solides Ergebnis. Dieses wird zwar
voraussichtlich nicht an das in vielerlei Hinsicht rekord-
verdächtige Jahr 2023 heranreichen, aber den langfristi-
gen Wachstumstrend der letzten Jahre fortsetzen.
Linz, am 18. März 2024
Der Vorstand
Klaus Kumpfmüller
Vorstandsvorsitzender
Thomas Wolfsgruber
Vorstandsmitglied
Konzernabschluss
25
I. Konzernerfolgsrechnung ........................................................ 27
II. Konzernbilanz............................................................................ 28
III. Entwicklung des Konzerneigenkapitals ............................ 29
IV. Konzernkapitalflussrechnung ............................................. 30
V. Anhang (Notes) zum Konzernabschluss............................. 31
Grundlagen der Konzernrechnungslegung ............................ 31
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden ............................. 31
(1) Grundsätze ........................................................................... 31
(2) Angewandte IAS/IFRS- und SIC/IFRIC-Vorschriften
....................................................................................................... 32
(3) Schätzungen, Ermessensentscheidungen und
Beurteilungen des Managements ...................................... 32
(4) Konsolidierungskreis ....................................................... 32
(5) Konsolidierungsgrundsätze ........................................... 33
(6) Finanzinstrumente ............................................................ 33
(7) Eingebettete Derivate ...................................................... 36
(8) Währungsumrechnung .................................................... 37
(9) Aufrechnung von finanziellen Vermögenswerten und
Verbindlichkeiten ..................................................................... 37
(10) Risikovorsorgen ............................................................... 37
(11) Pensionsgeschäfte (Repo-Geschäfte) und
Wertpapierleihgeschäfte....................................................... 40
(12) Immaterielles Anlagevermögen .................................. 40
(13) Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien und
Sachanlagen ............................................................................. 40
(14) Leasingverhältnisse......................................................... 41
(15) Ertragsteuern .................................................................... 41
(16) Rückstellungen ................................................................ 42
(17) Treuhandgeschäfte......................................................... 42
(18) Eventualverbindlichkeiten – Kreditrisiken................ 43
Erläuterungen zur Konzernerfolgsrechnung ........................ 43
(19) Zinsüberschuss ............................................................... 43
(20) Risikovorsorgen .............................................................. 44
(21) Provisionsüberschuss .................................................... 45
(22) Finanzergebnis ................................................................ 45
(23) Personalaufwand............................................................ 46
(24) Sachaufwand ................................................................... 46
(25) Abschreibungen auf Finanzimmobilien,
immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen ......... 46
(26) Sonstiges betriebliches Ergebnis ............................. 46
(27) Steuern vom Einkommen und Ertrag ...................... 46
Erläuterungen zur Konzernbilanz ............................................. 47
(28) Barreserve ........................................................................ 47
(29) Forderungen an Kreditinstitute .................................. 47
(30) Forderungen an Kunden .............................................. 47
(31) Positive Marktwerte aus derivativen Geschäften 48
(32) Finanzanlagen................................................................. 48
(33) Anteile an At Equity-bewerteten Unternehmen ... 49
(34) Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien,
Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte......... 50
(35) Sonstige Aktiva............................................................... 50
(36) Risikovorsorgen ...............................................................51
Entwicklung der Bruttobuchwerte der wertberichtigten
Finanzinstrumente ...................................................................53
(37) Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten .......56
(38) Verbindlichkeiten gegenüber Kunden ......................56
(39) Verbriefte Verbindlichkeiten ........................................ 57
(40) Negative Marktwerte aus derivativen Geschäften
....................................................................................................... 57
(41) Rückstellungen ................................................................. 57
(42) Sonstige Passiva .............................................................58
(43) Steueransprüche und -verbindlichkeiten ................59
(44) Nachrangkapital ..............................................................59
(45) Eigenkapital ..................................................................... 60
Zusätzliche IFRS-Informationen............................................... 62
(46) Gesamtvolumen noch nicht abgewickelter
derivativer Finanzprodukte ...................................................62
(47) Saldierung von Finanzinstrumenten .........................62
(48) Fair Values.........................................................................63
(49) Leasingverhältnisse ...................................................... 68
(50) Angaben zu nahestehenden Personen und
Unternehmen.............................................................................70
(51) Eigentümer der Oberösterreichische Landesbank
Aktiengesellschaft .................................................................... 71
(52) Segmentberichterstattung .......................................... 72
(53) Als Sicherheit übertragene Vermögenswerte ....... 73
(54) Als Sicherheit erhaltene Vermögenswerte ............ 73
(55) Fremdwährungsvolumina ............................................. 73
(56) Nachrangige Vermögenswerte .................................. 73
(57) Eventualverbindlichkeiten und Kreditrisiken .......... 73
(58) Personal ............................................................................. 74
(59) Dividenden ........................................................................ 74
Konzernabschluss
26
(60) Wertpapiergliederung gemäß BWG ......................... 74
(61) Konsolidierte Eigenmittel und bankaufsichtliches
Eigenmittelerfordernis ........................................................... 75
(62) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag ........................ 75
Risikobericht .................................................................................. 76
(63) Gesamtbankrisikomanagement ................................ 76
(64) Marktrisiko ........................................................................ 77
(65) Derivate und Hedge Accounting ............................... 78
(66) Kreditrisiko ....................................................................... 78
(67) Liquiditätsrisiko ............................................................... 85
(68) Operationelles Risiko .................................................... 85
VI. Organe der Bank...................................................................... 87
VII. Anteilsbesitz ........................................................................... 88
VIII. Erklärung aller gesetzlichen Vertreter zum
Jahresfinanzbericht..................................................................... 89
IX. Bericht des Aufsichtsrates ................................................... 90
X. Bericht des unabhängigen Abschlussprüfers ................... 91
Konzernabschluss
I. Konzernerfolgsrechnung
27
I. Konzernerfolgsrechnung
in TEUR
Notes
2023
2022
*)
1.1.
Zinserträge nach der Effektivzinsmethode
19
288.892
110.452
1.2.
Sonstige Zinserträge, zinsähnliche Erträge und laufende Erträge
19
18.313
16.497
2.
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
19
–208.346
–4 9.625
A.
Zinsüberschuss
19
98.860
77.325
3.
Risikovorsorge
20
–11.839
–4 . 10 2
B.
Zinsüberschuss nach Risikovorsorge
87.021
73.223
C.
Ergebnis aus At Equity-bewerteten Unternehmen
33
6.823
5. 896
4.
Provisionserträge
21
27.096
26.651
5.
Provisionsaufwendungen
21
–10.361
–10.482
D.
Provisionsüberschuss
*)
21
16.735
16.169
E.
Finanzergebnis
*)
22
–3.398
4.341
6.
Personalaufwand
23
–37.117
–32.909
7.
Sachaufwand
24
–24.131
–22.339
8.
Abschreibungen auf Finanzimmobilien, immaterielle Vermögenswerte
und Sachanlagen
25
–5.209
–4 .7 7 8
F.
Verwaltungsaufwendungen
–66.457
–60.026
9.
Sonstige betriebliche Erträge
26
9.546
8.822
10.
Sonstige betriebliche Aufwendungen
26
–5.652
–6.748
11.
Sonstige Steuern
26
–1 .6 7 5
–1.588
G.
Sonstiges betriebliches Ergebnis
*)
26
2.219
487
H.
Konzernjahresüberschuss vor Steuern
42.943
40.089
12.
Steuern vom Einkommen und Ertrag
27
–7 . 3 49
–6.555
I.
Konzernjahresüberschuss nach Steuern
35.594
33.534
*)
Die im Geschäftsjahr 2023 vorgenommenen Änderungen zum Ausweis einzelner Positionen werden unter Note (1) erläutert.
Gesamtergebnisrechnung
in TEUR
2023
2022
Konzernjahresüberschuss nach Steuern
35.594
33.534
Sonstiges Konzernjahresergebnis:
Posten, die nicht in die Erfolgsrechnung umgegliedert werden können:
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste
**)
–1 52
2.690
Bonitätsbedingte Veränderungen der zum Fair Value bewerteten Verbindlichkeiten
11.610
13 . 1 65
Änderungen des Fair Values bei FVOCI-Eigenkapitalinstrumenten
9.825
–15.218
Latente Steuern auf Posten direkt im Konzernkapital verrechnet
***)
–4.880
–107
Posten, die in die Erfolgsrechnung umgegliedert werden können:
Änderungen des Fair Values bei FVOCI-Schuldtiteln
****)
7.691
–31.251
Latente Steuern auf Posten direkt im Konzernkapital verrechnet
–1 . 7 69
7.255
Sonstiges Konzernjahresergebnis
22.325
–23. 466
Gesamtes Konzernjahresergebnis
57.919
10.0 68
**)
hievon von At Equity-bewerteten Unternehmen
–195
365
***)
hievon von At Equity-bewerteten Unternehmen
45
–84
****)
hievon in die Erfolgsrechnung umgegliederte Beträge (Recycling)
28
2
Konzernabschluss
II. Konzernbilanz
28
II. Konzernbilanz
Aktiva in TEUR
Notes
31.12.2023
31.12.2022
*)
1.
Barreserve
28, 36
1.102.713
669.189
2.
Forderungen an Kreditinstitute
29, 36
148.239
185.172
3.
Forderungen an Kunden
30, 36
6.154.521
5.882.085
4.
Positive Marktwerte aus derivativen Geschäften
*)
31
135.057
125.771
5.
Finanzanlagen
*)
32, 36
944.000
921.788
6.
Anteile an At Equity-bewerteten Unternehmen
33
75.324
71.877
7.
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
34
66.429
70.241
8.
Immaterielle Vermögenswerte
34
982
916
9.
Sachanlagen
34
14 .822
11.669
10.
Sonstige Aktiva
35
33 .557
30 . 11 2
11.
Steueransprüche
43
1.0 24
SUMME DER AKTIVA
8.676.669
7.968 .822
Passiva in TEUR
Notes
31.12.2023
31.12.2022
*)
1.
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
37
544.834
930 .9 1 8
2.
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
38
2.930.183
2.300.585
3.
Verbriefte Verbindlichkeiten
39
4.420.638
3.944.946
4.
Negative Marktwerte aus derivativen Geschäften
*)
40
88.750
135.670
5.
Rückstellungen
41
18.689
22 .252
6.
Sonstige Passiva
42
47.625
64.170
7.
Steuerverbindlichkeiten
43
13 . 1 71
11 . 1 41
8.
Nachrangkapital
44
65.476
64.34 5
9.
Eigenkapital
45
547.302
494.793
SUMME DER PASSIVA
8.676.669
7.968 .822
*)
Die im Geschäftsjahr 2023 vorgenommenen Änderungen zum Ausweis einzelner Positionen werden unter Note (1) erläutert.
Konzernabschluss
III. Entwicklung des Konzerneigenkapitals
29
III. Entwicklung des Konzerneigenkapitals
in TEUR
Gezeichnetes
Kapital
Kapital-
rücklagen
Gewinn-
rücklagen
OCI-Rücklage
Summe
Eigenkapital
IAS 19-
Rücklage
Sonstige OCI-
Rücklage
*)
Stand 1.1.2023
14.5 61
30.739
478.133
–1.500
–27.140
494.793
Erwerb/Veräußerung eigener Aktien
–3
–99
–102
Gewinnausschüttung
–5.308
–5.308
Konzernjahresüberschuss
nach Steuern
35.594
35.594
Sonstiges Konzernjahres-
ergebnis
–117
22.442
22.325
Gesamtes Konzernjahresergebnis
35.594
–117
22.44 2
57.919
Stand 31.12.2023
14.558
30.739
508.321
–1.617
–4. 698
547.30 2
in TEUR
Gezeichnetes
Kapital
Kapital-
rücklagen
Gewinn-
rücklagen
OCI-Rücklage
Summe
Eigenkapital
IAS 19-
Rücklage
Sonstige OCI-
Rücklage
*)
Stand 1.1.2022
14.5 64
30.739
451.871
–3.486
–1. 688
492.001
Erwerb/Veräußerung eigener Aktien
–4
–113
–117
Gewinnausschüttung
–7 . 1 59
–7 . 1 59
Konzernjahresüberschuss
nach Steuern
33.534
33.534
Sonstiges Konzernjahres-
ergebnis
1.986
–25.452
–23.466
Gesamtes Konzernjahresergebnis
33.534
1.986
–25.452
10.0 68
Stand 31.12.2022
14.5 61
30.739
478.133
–1.500
–27.140
494.793
*)
Für weitere Informationen zur Sonstigen OCI-Rücklage siehe Note (45).
Konzernabschluss
IV. Konzernkapitalflussrechnung
30
IV. Konzernkapitalflussrechnung
in TEUR
2023
2022
Konzernjahresüberschuss nach Steuern
35.594
33.534
Im Konzernjahresüberschuss nach Steuern enthaltene zahlungsunwirksame Posten:
Abschreibungen auf Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und als Finanzinvestition
gehaltene Immobilien
5.209
5.124
Erträge aus At Equity-bewerteten Unternehmen
–6.823
–5.895
Dotierungen/Auflösungen von Rückstellungen und Risikovorsorgen
7.577
–8.703
Bewertungsergebnis erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten
14 .7 4 2
–45.793
Gebuchte Dividenden
–8.861
–7.420
Gebuchter Zinsertrag
–298.280
–126.961
Gebuchter Zinsaufwand
208.282
57.016
Gebuchter Ertragsteueraufwand
7.349
6.555
Sonstige Veränderungen
–3 . 1 65
–4 .958
Veränderungen des Vermögens und der Verbindlichkeiten nach Korrektur
um zahlungsunwirksame Bestandteile:
Forderungen an Kreditinstitute und Kunden
–224.859
–345.119
Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien,
sonstige Aktiva, Steueransprüche
–4 .554
–25.019
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden
219.1 59
70 .244
Verbriefte Verbindlichkeiten
394.21 5
111.989
Rückstellungen, Sonstige Passiva, Steuerverbindlichkeiten
–14.890
25.934
Erhaltene Dividenden
12.086
7.770
Erhaltene Zinsen
281.347
165.279
Gezahlte Zinsen
–177 . 7 4 7
–62.589
Ertragssteuerzahlungen
–9.578
–5.519
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit
436.803
–1 54 . 531
Einzahlungen aus der Veräußerung von
Finanzanlagen
302.197
321.376
Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
201
36
Auszahlungen für den Erwerb von
Finanzanlagen
–295.013
–261 . 97 4
Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
–4 .7 3 2
–3 .520
Cashflow aus Investitionstätigkeit
2. 6 5 3
55.918
Dividendenzahlungen
–5.308
–7 . 1 59
Einzahlungen aus Nachrangkapital
*)
71 8
4.085
Auszahlungen für die Tilgungsanteile der Leasingverbindlichkeiten
**)
–1.240
–1 . 0 22
Auszahlungen für den Erwerb von eigenen Anteilen
–104
–250
Einzahlungen aus der Veräußerung von eigenen Anteilen
2
133
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
–5.93 2
–4.213
Zahlungsmittelbestand zum Ende der Vorperiode
669.189
772.016
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit
436.803
–154.531
Cashflow aus Investitionstätigkeit
2.653
55.918
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
–5.93 2
–4.213
Zahlungsmittelbestand am Ende der Periode
1.102.713
669.189
*)
Überleitungsrechnung siehe Note (44)
**)
Überleitungsrechnung siehe Note (49)
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
31
V. Anhang (Notes) zum Konzernabschluss
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
und ihre Tochtergesellschaften bieten ihren Kunden ein
umfassendes Leistungsangebot im Finanzbereich an. Zu
den Kerngeschäftsfeldern zählen Geschäfte mit Ärzten
und freien Berufen, öffentlichen Institutionen (Bund, Land,
Gemeinden, Sozialversicherungen, anerkannte Religions-
gemeinschaften), gemeinnützigen und gewerblichen
Bauträgern, Vertragsversicherungsunternehmen, Firmen-
kunden sowie geförderte Eigenheimfinanzierungen. Er-
gänzend werden diverse Dienstleistungen im Bereich
Leasing, Versicherungen und Immobilien angeboten.
Kernmarkt des Bankkonzerns ist das Bundesland Ober-
österreich. Im Osten Österreichs ist die Bank durch einen
Standort in Wien vertreten.
Die Bank ist eine Aktiengesellschaft, hat ihren Sitz in Linz,
Österreich, und ist im Firmenbuch Linz, Österreich, (FN
157656y) eingetragen. Die Anschrift der Bank lautet auf
Landstraße 38, 4010 Linz.
Grundlagen der Konzernrechnungslegung
Der Bankkonzern der Oberösterreichische Landesbank
Aktiengesellschaft gehört zum Konsolidierungskreis der
OÖ Landesholding GmbH mit Sitz in Linz.
Dieser Konzernabschluss wurde zum 31. Dezember 2023
nach International Financial Reporting Standards, wie sie
in der EU anzuwenden sind, erstellt und erfüllt auch die
Voraussetzungen gemäß § 59a BWG (Bankwesengesetz)
in Verbindung mit § 245a UGB. Er wurde vom Vorstand
am 18. März 2024 zur Veröffentlichung genehmigt.
Neben der Konzernbilanz sowie der Konzerngesamt-
ergebnisrechnung beinhaltet der Konzernabschluss als
weitere Komponenten die Entwicklung des Eigenkapitals,
die Kapitalflussrechnung und den Anhang (Notes). Die
Segmentberichterstattung wird innerhalb des Anhanges
unter Punkt (52) dargestellt.
Der Bericht über die Risiken der künftigen Entwicklung
(Risikobericht gemäß IFRS 7) ist in den Notes unter den
Punkten (63) bis (68) dargestellt.
Alle Beträge sind, sofern nicht gesondert darauf hinge-
wiesen wird, in Tausend Euro (TEUR) dargestellt. Die
nachstehend angeführten Tabellen können Rundungs-
differenzen enthalten.
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
(1) Grundsätze
Der Konzernabschluss basiert auf dem Grundsatz der
Unternehmensfortführung (Going Concern). Erträge und
Aufwendungen werden zeitanteilig abgegrenzt und in der
Periode erfolgswirksam erfasst, der sie wirtschaftlich
zuzurechnen sind .
Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmetho-
den, die bei der Erstellung des vorliegenden Konzernab-
schlusses angewendet wurden, sind im Folgenden darge-
stellt. Die beschriebenen Methoden wurden einheitlich
und stetig auf die dargestellten Berichtsperioden ange-
wendet, sofern nichts anderes angegeben ist.
Im Geschäftsjahr 2023 wurden zur Verbesserung der
Lesbarkeit und der Aussagekraft der Bezeichnungen der
Positionen in der Konzernerfolgsrechnung die Positionen
Handelsergebnis und Finanzanlageergebnis in das Fi-
nanzergebnis übergeleitet und das bisher im Finanzanla-
geergebnis enthaltene Ergebnis aus Modifikationen dem
Zinsüberschuss zugeordnet. Außerdem wurden als Zwi-
schensummen zusätzliche Ergebnispositionen eingefügt.
Die Vorjahreswerte wurden entsprechend umgegliedert:
Das Ergebnis aus Modifikationen in Höhe von TEUR –40
ist im Zinsüberschuss, das Handelsergebnis in Höhe von
TEUR 4.425 und das Finanzanlageergebnis (ohne Ergeb-
nis aus Modifikationen) in Höhe von TEUR –84 sind im
Finanzergebnis ausgewiesen.
Weiters wurde im Geschäftsjahr 2023 zur Verbesserung
der Lesbarkeit und der Aussagekraft der Bezeichnungen
der Positionen in der Konzernbilanz die Position Handels-
aktiva in derivative Finanzinstrumente und in zum Fair
Value bilanzierte Wertpapiere aufgeteilt und den Positio-
nen Positive Marktwerte aus derivativen Geschäften und
Finanzanlagen zugeordnet. Die Vorjahreswerte wurden
entsprechend umgegliedert: Die Handelsaktiva zum
31. Dezember 2022 in Höhe von TEUR 328.548 sind
aufgeteilt unter den Positiven Marktwerten aus derivati-
ven Geschäften in Höhe von TEUR 125.771 und die zum
Fair Value bilanzierten Finanzinstrumente in Höhe von
TEUR 202.776 unter den Finanzanlagen ausgewiesen.
Die Position Handelspassiva wurde in Negative Marktwer-
te aus derivativen Geschäften umbenannt.
Die Rechnungslegung im Oberösterreichische Landes-
bank Aktiengesellschaft Konzern erfolgt nach konzern-
einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
32
(2) Angewandte IAS/IFRS- und SIC/IFRIC-Vorschriften
Der vorliegende Konzernabschluss wurde im Einklang mit
den am 31. Dezember 2023 gültigen IAS/IFRS-Vorschrif-
ten, wie sie in der EU anwendbar sind, aufgestellt. Bei der
Bilanzierung und Bewertung wurden grundsätzlich alle
gültigen IAS- bzw. IFRS-Standards sowie Interpretationen
des SIC bzw. IFRIC angewendet. Standards und Interpre-
tationen, die erst ab dem 1. Jänner 2024 oder später
anzuwenden sind, wurden nicht frühzeitig berücksichtigt.
Nachfolgend werden die im Geschäftsjahr erstmalig
angewendeten Standards sowie neue bzw. geänderte
Standards und Interpretationen, die zum Bilanzstichtag
bereits veröffentlicht waren, jedoch noch nicht in Kraft
getreten sind und im vorliegenden Konzernabschluss
nicht angewendet wurden, dargestellt:
Standard / Interpretation
Bezeichnung
Anzuwenden für
Geschäftsjahre ab
Von EU bereits
übernommen
IFRS 17 (einschließlich
Änderungen zu IFRS 17)
Insurance Contracts; including Amendments to
IFRS 17
1.1.2023
ja
Änderungen zu IAS 8
Definition of Accounting Estimates
1.1.2023
ja
Änderungen zu IAS 1
Disclosure of Accounting policies
1.1.2023
ja
Änderungen zu IAS 12
Deferred Tax related to Assets and Liabilities arising
from a Single Transaction
1.1.2023
ja
Änderungen zu IFRS 17
Initial Application of IFRS 17 and IFRS 9 –
Comparative Information
1.1.2023
ja
Änderungen zu IAS 12
International Tax Reform – Pillar Two Model Rules
1.1.2023
ja
Änderungen zu IFRS 16
Lease Liability in a Sale and Leaseback
1.1.2024
ja
Änderungen zu IAS 1
Classification of Liabilities as Current or
Non-current and Classification of Liabilities as
Current or Non-current – Deferral of Effective Date and
Non-current Liabilities with Covenants
1.1.2024
ja
Änderungen zu IAS 7 und IFRS 7
Supplier Finance Arrangements
1.1.2024
nein
Änderungen zu IAS 21
Lack of Exchangeability
1.1.2025
nein
Durch Anwendung der genannten Standards und Inter-
pretationen ergeben sich keine wesentlichen Auswirkun-
gen auf künftige Konzernabschlüsse.
(3) Schätzungen, Ermessensentscheidungen und
Beurteilungen des Managements
Zur ordnungsgemäßen vollständigen Erstellung des
Konzernabschlusses müssen vom Management
Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen
getroffen werden, die die Angaben im Anhang und den
Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während der
Berichtsperiode beeinflussen. Sie beziehen sich im
Wesentlichen auf die Beurteilung der Fair Values von
Vermögenswerten inklusive At Equity-Bewertung und
Verbindlichkeiten (sofern diese nicht direkt von Börse-
kursen abgeleitet werden können), die Werthaltigkeit von
Vermögenswerten, die konzerneinheitliche Festlegung
der wirtschaftlichen Nutzungsdauer für Sachanlagen und
Finanzimmobilien, die Klassifizierung von Leasing-
verträgen, die Berechnung von Sensitivitäten sowie die
Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen.
Den Annahmen liegen Prämissen zugrunde, die auf dem
jeweils aktuell verfügbaren Kenntnisstand beruhen (De-
tails siehe unter Punkt (48), Punkt (41), Punkt (20)). Hin-
sichtlich der zukünftig erwarteten Geschäftsentwicklung
wurden die zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzern-
abschlusses vorliegenden Umstände ebenso wie die als
realistisch unterstellte künftige Entwicklung des globalen
und branchenbezogenen Umfelds zugrunde gelegt. Durch
von den Annahmen abweichende und außerhalb des
Einflussbereiches des Managements liegende Entwick-
lungen dieser Rahmenbedingungen können die einzustel-
lenden Beträge von den ursprünglich erwarteten Schätz-
werten abweichen.
Bilanzierungswahlrechte werden unter anderem im Zu-
sammenhang mit kurzfristigen Leasingverhältnissen und
Leasingverträgen über geringwertige Vermögenswerte
gemäß IFRS 16 (siehe dazu Punkt (14)), betreffend der
Bilanzierung von Sicherungsgeschäften gemäß IFRS 9
(siehe dazu Punkt (6b)), bei der Anwendung der Fair
Value-Option bei finanziellen Vermögenswerten und Ver-
bindlichkeiten sowie bei der erfolgsneutralen Bewertung
von Eigenkapitalinstrumenten gemäß IFRS 9 (siehe dazu
Punkt (6a)) in Anspruch genommen.
(4) Konsolidierungskreis
Um festzustellen, ob ein Unternehmen zu konsolidieren
ist, werden folgende Faktoren gemäß IFRS 10 überprüft:
• Zweck und Gestaltung des Unternehmens
• relevante Tätigkeiten und wie diese bestimmt werden
• ob der Konzern durch seine Rechte die Fähigkeiten hat,
die relevanten Tätigkeiten zu bestimmen
• ob der Konzern die Risikobelastung durch oder
Anrechte auf variable Rückflüsse hat und
• ob der Konzern die Fähigkeiten hat, seine Verfügungs-
gewalt so zu nutzen, dass dadurch die Höhe der Rück-
flüsse beeinflusst wird.
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
33
Sind Stimmrechte maßgeblich, beherrscht der Konzern
ein Unternehmen, wenn er direkt oder indirekt mehr als
die Hälfte der Stimmrechte an dem Unternehmen besitzt,
ausgenommen es gibt Anzeichen, dass ein anderer Inves-
tor über die praktische Fähigkeit verfügt, die relevanten
Tätigkeiten einseitig zu bestimmen. Einer oder mehrere
der folgenden Faktoren deuten auf solche Anzeichen hin:
• Ein anderer Investor besitzt aufgrund einer Vereinba-
rung mit dem Konzern die Beherrschungsmöglichkeit
über mehr als die Hälfte der Stimmrechte.
• Ein anderer Investor besitzt aufgrund gesetzlicher
Regelungen oder einer Vereinbarung die Möglichkeit
zur Beherrschung der Finanzpolitik und der geschäft-
lichen Tätigkeiten der Beteiligung.
• Ein anderer Investor beherrscht die Beteiligung auf-
grund seiner Möglichkeit zur Bestellung und Abberu-
fung der Mehrheit der Vorstandsmitglieder oder eines
gleichwertigen Lenkungsorgans.
• Ein anderer Investor beherrscht das Unternehmen
aufgrund seiner Möglichkeit, über die Mehrheit der ab-
zugebenden Stimmrechte bei einer Sitzung der Vor-
standsmitglieder oder eines gleichwertigen Lenkungs-
organs zu verfügen.
Bei der Beurteilung der Beherrschung werden auch po-
tenzielle Stimmrechte berücksichtigt. Tochterunterneh-
men werden ab dem Zeitpunkt konsolidiert, an dem der
Konzern einen beherrschenden Einfluss erlangt. Die
Angemessenheit der getroffenen Konsolidierungsent-
scheidungen wird regelmäßig überprüft. Für die Überprü-
fung der Wesentlichkeit der einzelnen Tochterunterneh-
men und assoziierten Unternehmen wurde die Vermö-
gens- und Ertragslage ins Verhältnis mit den Konzern-
werten gestellt.
Im Konzernabschluss sind neben dem Mutterunter-
nehmen 4 Tochterunternehmen (2022: 4), an denen die
Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
direkt oder indirekt 100 % (2022: 100 %) der Stimm-
rechte hält, einbezogen. Von diesen Unternehmen haben
4 ihren Sitz im Inland (2022: 4) und keine ihren Sitz im
Ausland (2022: 0).
2 (2022: 2) wesentliche inländische assoziierte Unter-
nehmen werden nach der At Equity-Methode bewertet.
Für weitere Informationen zu den At Equity-bewerteten
Unternehmen siehe Punkt (33).
8 Tochterunternehmen und assoziierte Unternehmen
(2022: 9) mit untergeordneter Bedeutung für die Ge-
samtaussage der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
des Konzerns wurden nicht konsolidiert. Im Geschäftsjahr
2023 wurde die I&B Immobilien und Bewertungs GmbH
mit der OÖ HYPO Immobilien und Beteiligungen GmbH
verschmolzen.
Der Bilanzstichtag bei den vollkonsolidierten Tochterun-
ternehmen und bei den At Equity-bewerteten Unterneh-
men ist der 30.9. Um eine zeitnahe Jahresabschlusser-
stellung zu gewährleisten, wurden abweichende Stichtage
gewählt. Die Abschlüsse werden um die Auswirkungen
bedeutender Geschäftsfälle oder Ereignisse zwischen
dem Berichtsstichtag der Unternehmen am 30.9. und
dem Konzernabschlussstichtag am 31.12. angepasst . Eine
vollständige Aufzählung der Tochterunternehmen sowie
der assoziierten Unternehmen befindet sich in den Notes
unter Punkt VII (Anteilsbesitz). Sämtliche assoziierte
Unternehmen und Tochterunternehmen sind nicht börse-
notiert. Es wurden im Geschäftsjahr keine Unterneh-
menszusammenschlüsse gemäß IFRS 3 vorgenommen.
(5) Konsolidierungsgrundsätze
Alle wesentlichen Tochterunternehmen, die von der
Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
beherrscht werden, sind in den Konzernabschluss ein-
bezogen und werden vollkonsolidiert.
Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbs-
methode gemäß IFRS 3. Unterschiedsbeträge aus der
Kapitalkonsolidierung, die nach UGB-Grundsätzen mit
den Rücklagen verrechnet wurden, wurden im Sinne des
IFRS 1.15 in die IFRS-Eröffnungsbilanz übernommen.
Im Rahmen der Konsolidierung werden konzerninterne
Aufwendungen und Erträge bzw. Forderungen und Ver-
bindlichkeiten eliminiert. Im Konzern angefallene Zwi-
schenergebnisse werden herausgerechnet, soweit sie
nicht von untergeordneter Bedeutung sind. Auf temporä-
re Unterschiede aus der Konsolidierung werden die nach
IAS 12 erforderlichen Steuerabgrenzungen vorgenommen.
Assoziierte Unternehmen werden gemäß IAS 28 nach der
Equity-Methode bewertet. Die Beurteilung der Wert-
haltigkeit erfolgt anlassbezogen. Liegen für derartige
Beteiligungen keine beobachtbaren Marktpreise vor, wird
für die Ermittlung des Marktwertes auf bankinterne Un-
ternehmensbewertungen zurückgegriffen. Im Falle einer
Unterdeckung wird ein Impairment in dieser Höhe vorge-
nommen.
Anteile an Tochterunternehmen, die wegen untergeord-
neter Bedeutung nicht konsolidiert wurden, und Beteili-
gungen sind zum Marktwert (Fair Value) in den Finanz-
anlagen ausgewiesen.
(6) Finanzinstrumente
Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei
dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermö-
genswert und bei dem anderen Unternehmen zu einer
finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapital-
instrument führt. Forderungen, Einlagen und begebene
Schuldverschreibungen werden zum Entstehungszeit-
punkt klassifiziert und bilanziert. Alle anderen finanziellen
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden erstmals
am Handelstag in der Bilanz erfasst.
„Grüne Finanzprodukte“ enthalten Passiva basierend auf
dem „Green Finance Framework“ der Oberösterreichi-
sche Landesbank Aktiengesellschaft vom Juni 2021. Sie
umfassen Anleihen (Pfandbriefe, Senior oder Wohnbau-
anleihen), Sicht- und Spareinlagen welche auch unter
dem Marketingnamen hypo_blue verkauft werden. Grund-
legendes Merkmal ist die Verwendung der Nettoerlöse
der „grünen Finanzprodukte“ zur Finanzierung bzw. Refi-
nanzierung des energieeffizienten Wohnbaus in Öster-
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
34
reich. Es wird ein jährlicher Bericht zur Verwendung der
Nettoerlöse (Allocation Reporting) sowie ein Impact Re-
porting auf der Homepage veröffentlicht. Das Merkmal
„grünes Finanzprodukt“ hat keinen Einfluss auf die Kate-
gorisierung und ihre Bewertung.
Die nachstehenden Erläuterungen geben eine Übersicht
darüber, wie die Regelungen des IFRS 9 im Konzern der
Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
umgesetzt wurden:
a) Kategorisierung finanzieller Vermögenswerte und
Verbindlichkeiten und ihre Bewertung
IFRS 9 behält das gemischte Bewertungsmodell und
führt drei grundsätzliche Bewertungskategorien: fortge-
führte Anschaffungskosten (Amortised Cost, „AC“), er-
folgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value
through Other Comprehensive Income, „FVOCI“) und
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value
through Profit & Loss, „FVPL“). Die Klassifikation basiert
auf dem festgelegten Geschäftsmodell und der Gestal-
tung der vertraglichen Geldflüsse des Finanzinstruments.
Im Folgenden werden die einzelnen Bewertungskatego-
rien näher erläutert:
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete
finanzielle Vermögenswerte (Amortised Cost – AC)
Schuldinstrumente werden zu fortgeführten Anschaf-
fungskosten bewertet, wenn sie in einem Geschäftsmo-
dell gehalten werden, dessen Zielsetzung die Vereinnah-
mung der vertraglichen Cashflows ist (Geschäftsmodell
„Halten“), und ihre vertraglichen Zahlungsflüsse zu fest-
gelegten Zeitpunkten zu Cashflows führen, bei denen es
sich ausschließlich um Zins- und Tilgungszahlungen
(Solely Payments of Principal and Interest, „SPPI“) auf
den ausstehenden Kapitalbetrag handelt.
Unterschiedsbeträge zwischen den Anschaffungskosten
und dem Rückzahlungsbetrag werden unter Anwendung
der Effektivzinsmethode über die Laufzeit verteilt er-
folgswirksam im Zinsergebnis vereinnahmt. Die zu fortge-
führten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen
Vermögenswerte stellen in der Oberösterreichische
Landesbank Aktiengesellschaft die größte Bewertungs-
kategorie dar.
Als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle Vermögenswerte (Fair Value
through Profit & Loss – FVPL)
Schuldinstrumente, deren vertragliche Cashflows nicht
dem SPPI-Kriterium entsprechen, werden automatisch
zum FVPL bewertet. Bei der Oberösterreichische Lan-
desbank Aktiengesellschaft betrifft dies vor allem finan-
zielle Vermögenswerte, die mit inkongruenten Zinskom-
ponenten ausgestattet sind (siehe Beschreibung im Ab-
schnitt „SPPI Beurteilung“).
Finanzinstrumente, die im Geschäftsmodell „Verkaufen“
gehalten werden, werden ebenfalls erfolgswirksam zum
Fair Value bewertet. Meist wird für diese finanziellen
Vermögenswerte erwartet, dass sie vor ihrer Fälligkeit
verkauft werden oder die Entwicklung des Portfolios, in
dem sie enthalten sind, auf Grundlage des Fair Values
beurteilt wird. Dies sind vor allem solche finanziellen
Vermögenswerte, die zu Handelszwecken gehalten wer-
den. Hierzu zählen Finanzinstrumente (insbesondere
verzinsliche Wertpapiere, Aktien und Investmentzertifika-
te) und derivative Finanzinstrumente mit positivem
Marktwert .
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
macht vom Wahlrecht Gebrauch, gewisse Schuld-
instrumente bei der erstmaligen Erfassung in die
FVPL-Kategorie zu widmen (Fair Value-Option). Diese
werden aufgrund einer Sicherungsbeziehung zu einem
derivativen Finanzinstrument zum beizulegenden Zeitwert
bilanziert, da ansonsten Inkongruenzen bei der Bewer-
tung und dem Ansatz gegenüber dem Sicherungs-
geschäft entstehen würden (accounting mismatch) .
In der Bilanz werden gehaltene finanzielle Vermögens-
werte, die zum Fair Value bewertet werden, unter Forde-
rungen an Kunden und Finanzanlagen ausgewiesen.
Gewinne und Verluste aus der Bewertung werden in der
Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis erfolgs-
wirksam erfasst. Die Zinserträge und Zinsaufwendungen
werden im Zinsüberschuss dargestellt.
Als erfolgsneutral zum Fair Value bewertete finanzielle
Vermögenswerte (Fair Value through OCI – FVOCI)
Fremdkapitalinstrumente werden erfolgsneutral zum Fair
Value (FVOCI) bilanziert, wenn ihre vertraglichen Cash-
flows SPPI-konform sind und sie innerhalb eines Ge-
schäftsmodells gehalten werden, dessen Zielsetzungen
sowohl die Vereinnahmung vertraglicher Cashflows als
auch die Veräußerung von Vermögenswerten sind (Ge-
schäftsmodell „Halten und Verkaufen“). In der Bilanz sind
sie unter den Finanzanlagen ausgewiesen. Unterschieds-
beträge zwischen den Anschaffungskosten und dem
Rückzahlungsbetrag werden unter Anwendung der Effek-
tivzinsmethode über die Laufzeit verteilt erfolgswirksam
im Zinsergebnis vereinnahmt.
Die Differenz zwischen dem Fair Value, zu dem die Ver-
mögenswerte bilanziert werden, und den fortgeführten
Anschaffungskosten wird im Eigenkapital im Posten
„OCI Rücklage“ als kumuliertes sonstiges Ergebnis
(Other Comprehensive Income, „OCI“) dargestellt. Die
Veränderungen der Berichtsperiode werden in der Ge-
samtergebnisrechnung im sonstigen Ergebnis erfolgs-
neutral erfasst. Bei einer Veräußerung des finanziellen
Vermögenswertes wird das in der OCI-Rücklage bilan-
zierte kumulierte Bewertungsergebnis aufgelöst und in
die Gewinn- und Verlustrechnung erfolgswirksam ein-
bezogen.
Für alle Investitionen in Eigenkapitalinstrumente macht
die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
in Übereinstimmung mit IFRS 9 vom Wahlrecht Gebrauch,
diese bei der erstmaligen Anwendung zum FVOCI zu
bewerten. Die Eigenkapitalinstrumente stellen Investitio-
nen dar, die der Konzern aus strategischen Gründen
langfristig halten will. Dieser im OCI erfasste Betrag wird
nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
35
Lediglich Dividendenansprüche sind in der Gewinn- und
Verlustrechnung darzustellen.
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete
finanzielle Verbindlichkeiten (Amortised Cost – AC)
Zu dieser Kategorie zählen Finanzinstrumente unter den
Bilanzpositionen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinsti-
tuten und Kunden sowie Verbriefte Verbindlichkeiten. Die
Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten.
Unterschiedsbeträge zwischen den Anschaffungskosten
und dem Rückzahlungsbetrag werden über die Laufzeit
verteilt erfolgswirksam im Zinsergebnis vereinnahmt.
Als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (Fair Value
through Profit & Loss – FVPL)
In den Bilanzpositionen Verbriefte Verbindlichkeiten und
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden sind auch finanzielle
Verpflichtungen enthalten, die zum Fair Value bewertet
werden. Die Erfassung der Veränderung des eigenen
Kreditrisikos der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten
Verbindlichkeiten muss jedoch für die jeweilige Berichts-
periode erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfolgen.
Bei der Berechnung des kumulierten OCI-Effektes wird
die Differenz zwischen dem Barwert der Verbindlichkeit
unter Anwendung des ursprünglichen Kreditrisikos zu
Laufzeitbeginn und dem aktuellen Fair Value der Verbind-
lichkeit ermittelt.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
wendet die Möglichkeit an, gewisse finanzielle Verbind-
lichkeiten beim erstmaligen Ansatz in die FVPL-Kategorie
zu designieren (Fair Value-Option), wenn eine solche
Klassifizierung bilanzielle Inkongruenzen (accounting
mismatch) beseitigt oder signifikant verringert, die zwi-
schen ansonsten zu Anschaffungskosten bewerteten
finanziellen Verbindlichkeiten und erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewerteten derivativen Finanz-
instrumenten, die mit diesen Verbindlichkeiten in Bezie-
hung stehen, entstehen würden. Finanzielle Verbindlich-
keiten in der Fair Value-Option werden in der Bilanz in
ihrer ursprünglichen Bilanzposition ausgewiesen.
Außerdem werden derivative Finanzinstrumente mit nega-
tivem Marktwert zum beizulegenden Zeitwert bewertet,
welche somit ebenfalls als FVPL kategorisiert sind. Die
Gewinne und Verluste aus der Bewertung werden er-
folgswirksam im Finanzergebnis erfasst .
b) Hedge Accounting (HDFV)
Aus fix verzinsten verbrieften Verbindlichkeiten entstehen
in der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesell-
schaft Fair Value-Risiken. Risikomanagementziel und
-strategie ist es, dieses Fair Value-Risiko zu begrenzen.
Dazu werden gemäß den Risikomanagementvorgaben
Zinsswaps mit externen Banken abgeschlossen. Die
Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
designiert Sicherungsbeziehungen zwischen fix verzins-
ten Verbindlichkeiten als Grundgeschäfte und derivativen
Finanzinstrumenten als Sicherungsinstrumente. Die deri-
vativen Finanzinstrumente dienen zur Absicherung von
Zins- und Währungsrisiken. Das abzusichernde Risiko ist
das durch die fix verzinsten verbrieften Verbindlichkeiten
induzierte Fair Value-Risiko. Der Credit Spread ist nicht
Teil der Sicherungsbeziehung. Aktuell werden nur soge-
nannte Micro-Hedges, welche 1:1 gegenläufig sind, dem
Hedge Accounting zugeordnet. Es werden Receiver-
Zinsswaps und Receiver-Zinswährungsswaps als Siche-
rungsinstrumente für fix verzinste Verbindlichkeiten ein-
gesetzt.
Zu Beginn der Sicherungsbeziehung zwischen Grundge-
schäft und Sicherungsgeschäft wird diese formal festge-
legt und dokumentiert. Es wird beabsichtigt, die Siche-
rungsbeziehung mit den Grundgeschäften ab dem Ab-
schlusszeitpunkt des Derivats zu bilden und diese Ab-
sicht bis zum Auslaufen des Derivats durchzuhalten. Die
Messung der Effektivität erfolgt prospektiv und somit
lediglich nach dem Critical Terms Match, da die wesentli-
chen Parameter von Grund- und Sicherungsgeschäft
übereinstimmen, welches einer Hedge Ratio von 1 ent-
spricht. Somit kann von einer sehr hohen Wirksamkeit der
Sicherungsbeziehung ausgegangen werden.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
betreibt ausschließlich Fair Value-Hedging, welches ge-
mäß IFRS 9 bilanziert wird. Die Fair Value-Änderung von
derivativen Finanzinstrumenten wird in der Gewinn- und
Verlustrechnung im Finanzergebnis dargestellt. Die Fair
Value-Änderung des Grundgeschäfts, die dem abgesi-
cherten Risiko zugerechnet wird, wird ebenfalls im Fi-
nanzergebnis erfasst. Die derivativen Finanzinstrumente
werden in den Bilanzpositionen Positive Marktwerte aus
derivativen Geschäften und Negative Marktwerte aus
derivativen Geschäften ausgewiesen. Die Grundgeschäf-
te sind in den Bilanzpositionen Verbindlichkeiten gegen-
über Kunden und Verbriefte Verbindlichkeiten enthalten .
c) Ausbuchung von Finanzinstrumenten und Behand-
lung vertraglicher Modifikation
Im Rahmen des laufenden Kreditgeschäfts kann es zu
Neuverhandlungen oder Änderungen vertraglicher Be-
dingungen kommen, die sich auf die vertraglichen Zah-
lungen auswirken. Bei jeder Vertragsänderung wird an-
hand eines vordefinierten Kriterienkataloges geprüft, ob
und um welche Art von Modifikation es sich handelt.
Vertragsanpassungen, die zu einer substanziellen
Änderung der Vertragsbedingungen führen:
Die quantitative Beurteilung, ob eine Vertragsänderung
substanziell ist oder nicht, erfolgt auf Basis eines Bar-
werttestes, indem die Barwerte der ursprünglich verein-
barten Zahlungsströme mit den neu vereinbarten vergli-
chen werden. Die Berechnung des Barwertes erfolgt
dabei auf Basis des ursprünglich vereinbarten Effektiv-
zinssatzes. Eine substanzielle Modifikation liegt in der
Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft ab
einer Barwertdifferenz von mehr als 10 % vor.
Zusätzlich führen folgende qualitative Änderungen
der Vertragsbedingungen zur Ausbuchung des
ursprünglichen finanziellen Vermögenswertes und zur
Einbuchung des neuen Vermögenswertes zum Fair Value :
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
36
• Änderung vertraglicher SPPI-Kriterien, die zu einer
geänderten Bewertung führen
• Finanzierung wird nachrangig gestellt
• Kreditnehmerwechsel bzw. Entlassung
Der Fair Value entspricht dabei dem offenen Saldo, da die
vertraglichen Anpassungen immer zu marktkonformen
Konditionen erfolgen. Die Ausbuchung noch nicht amorti-
sierter Transaktionskosten führt zu einem Abgangser-
gebnis, welches im Zinsüberschuss ausgewiesen wird.
Wird ein Vermögenswert aufgrund von Vertragsanpas-
sungen aus- und eingebucht, erfolgt zu diesem Zeitpunkt
eine Neuklassifizierung sowie eine Neubestimmung der
Kreditqualität und somit eine Zuordnung in Stage 1. Ist
der Vermögenswert zum Zeitpunkt der Ausbuchung je-
doch ausgefallen, wird dieser als POCI (Purchased or
Originated Credit Impaired, „POCI“) eingestuft. Kann der
Vermögenswert allerdings als zur Gänze voll werthaltig
angesehen werden, so wird dieser lediglich dem Stage 3
zugeordnet.
Vertragsanpassungen, die nicht zu einer substanziellen
Änderung der Vertragsbedingungen führen:
Bei nicht substanziellen Modifikationen erfolgen eine
Anpassung des Bruttobuchwertes und die erfolgswirk-
same Erfassung eines Modifikationsgewinnes oder
-verlustes im Zinsüberschuss. Der neue Buchwert ent-
spricht dabei dem Barwert der neu verhandelten oder
geänderten Cashflows, abgezinst zum ursprünglichen
Effektivzinssatz des finanziellen Vermögenswertes. Die
Höhe der Buchwertanpassung bzw. des Modifikationser-
gebnisses ergibt sich aus der Gegenüberstellung des
aktuellen Buchwertes mit dem neu berechneten. Angefal-
lene Kosten oder Gebühren führen zu einer Anpassung
des Buchwertes des geänderten finanziellen Vermö-
genswertes und werden, wie auch das Modifikationser-
gebnis, über die Restlaufzeit amortisiert.
d) SPPI-Beurteilung
Es wurden nicht-SPPI-schädliche Standardprodukte und
Standardverträge bzw. Klauseln definiert. Für Individual-
verträge bzw. Vereinbarung einer SPPI-schädlichen Zins-
vereinbarung ist eine gesonderte Prüfung und eine ande-
re Bewilligungszuständigkeit vorgesehen.
Ein Großteil der Verträge im geförderten Wohnbau enthält
vom Landesgesetzgeber Oberösterreich vorgegebene
Zinssatzvereinbarungen, die allesamt in der AC-Kategorie
fortgeführt werden. Kredite und Darlehen mit modifizier-
ten Zahlungsbedingungen wurden einem qualitativen und
quantitativen Benchmarktest unterzogen. Im Ergebnis
bleiben in der Regel als nicht-SPPI-konform nur Darlehen
und Kredite mit einer Zinssatzvereinbarung auf
UDRB-Basis übrig.
e) Beurteilung der Geschäftsmodelle
Die Klassifikation basiert auf den festgelegten Geschäfts-
modellen, in deren Rahmen die Vermögenswerte gehalten
werden. Ausgehend von der bestehenden Segment-
berichterstattung wurden gemäß der strategischen Aus-
richtung, der Ertragsverantwortung und -steuerung sowie
der Risikoüberwachung und -steuerung die Portfolien
definiert und die Geschäftsmodelle festgelegt. 2023 kam
es wie in den Vorjahren zu keiner Änderung der Ge-
schäftsmodelle.
Die Segmente „Retail und Wohnbau“ sowie „Großkunden“
bilden im Wesentlichen das Kreditgeschäft der Ober-
österreichische Landesbank Aktiengesellschaft ab und
verfolgen als Portfolien das Geschäftsmodell „Halten“.
Ziel ist, die vertraglichen Zahlungsströme bis zum Ende
der Laufzeit zu vereinnahmen (Solely Payments of Princi-
pal and Interest, „SPPI“).
Im Segment „Financial Markets“, unter dem im Wesentli-
chen die Wertpapiereigenbestände sowie Geldmarkt-
geschäfte subsummiert sind, werden die Portfolien und
Geschäftsmodelle gemäß Verwendung und Ziel definiert.
Das Portfolio „Treasury Veranlagung“ mit dem Geschäfts-
modell „Halten“ hat das Ziel, die vertraglichen Zahlungs-
ströme bis zum Ende der Laufzeit zu vereinnahmen. Das
Portfolio „Liquidität Ausgleich“ dient zur Aussteuerung
der Liquidität und verfolgt als Geschäftsmodell „Halten
und Verkaufen“. Es kam bei keinem Finanzinstrument zu
einer Änderung des Geschäftsmodelles.
Ziel des Portfolios „Kleines Handelsbuch“ ist die Erwirt-
schaftung von Erträgen durch Kauf und Verkauf von
Finanzinstrumenten und verfolgt naturgemäß das Ge-
schäftsmodell „Verkaufen“. Dieses Portfolio wird nur in
sehr eingeschränktem Ausmaß genutzt und wird erfolgs-
wirksam zum FVPL bewertet. Es besteht zum 31. Dezem-
ber 2023 ein Volumen in Höhe von TEUR 0 (2022:
TEUR 0).
Sowohl in den Kredit- als auch Wertpapierbeständen,
welche die Kriterien für eine AC- oder FVOCI-Bewertung
erfüllen, wird im Fall ergänzender Derivate zur Vermei-
dung von Bewertungsinkonsistenzen die sogenannte Fair
Value-Option gezogen. Dies führt zu einer erfolgswirksa-
men FVPL-Bewertung. Verkäufe als Folge einer Erhöhung
des Ausfallrisikos, nahe des Fälligkeitstermins des Fi-
nanzinstruments sowie seltene Verkäufe aufgrund nicht
wiederkehrender Ereignisse wie regulatorischer bzw.
steuerlicher Änderungen oder Aufgabe eines Teilportfo-
lios, sogenannte unschädliche Verkäufe, werden nicht im
Widerspruch mit dem Geschäftsmodell „Halten“ gesehen.
Überblick der Portfolien und Geschäftsmodelle der
Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
Segment
Portfolio
Geschäftsmodell
Großkunden
Großkunden
Halten
Retail und
Wohnbau
Retail und Wohnbau
Halten
Financial
Markets
Treasury Veranlagung
Liquidität Ausgleich
Kleines Handelsbuch
Halten
Halten und Verkaufen
Verkaufen
(7) Eingebettete Derivate
Unter eingebetteten Derivaten sind Derivate zu verste-
hen, die Bestandteil eines originären Finanzinstrumentes
und mit diesem verbunden sind. Die Trennung der originä -
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
37
ren Finanzinstrumente ist nur auf der Passivseite möglich.
Sie werden vom originären Finanzinstrument getrennt
und separat wie ein freistehendes Derivat zum Marktwert
(Fair Value) bilanziert und bewertet, wenn die Charakte-
ristika und Risiken des eingebetteten Derivates nicht eng
mit denen des Trägerkontraktes verbunden sind. Bewer-
tungsänderungen werden erfolgswirksam in der Gewinn-
und Verlustrechnung erfasst. Die Bilanzierung und Be-
wertung des Trägerkontraktes folgt hingegen den Vor-
schriften der einschlägigen Kategorie des Finanzinstru-
mentes. Eine weitere Möglichkeit ist die Bilanzierung des
gesamten Vertrages zum Fair Value. Sind die Charakteris-
tika und Risiken des eingebetteten Derivates jedoch eng
mit denen des Trägerkontraktes verbunden, wird das
eingebettete Derivat nicht abgetrennt und das hybride
Finanzinstrument nach den allgemeinen Vorschriften
bewertet. In der Oberösterreichische Landesbank Akti-
engesellschaft sind die eingebetteten Derivate in der
Regel immer eng mit dem Trägerkontrakt verbunden.
(8) Währungsumrechnung
Nicht auf Euro lautende monetäre Vermögenswerte und
Schulden werden gemäß IAS 21 zum Bilanzstichtag mit
marktgerechten Kassakursen in Euro umgerechnet.
(9) Aufrechnung von finanziellen Vermögenswerten
und Verbindlichkeiten
Eine Aufrechnung erfolgt gemäß IAS 32.42 nur insoweit,
als ein durchsetzbares Recht darauf besteht und die
Aufrechnung dem tatsächlich erwarteten Ablauf des
Geschäftes entspricht.
(10) Risikovorsorgen
Die Regelungen zur Wertminderung werden auf
• zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete
finanzielle Vermögenswerte,
• als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle Vermögenswerte und
• außerbilanzielle Verpflichtungen wie Kreditzusagen und
Finanzgarantien sowie Leasingforderungen
angewendet.
Stufenweiser Ansatz zur Ermittlung der erwarteten
Kreditausfälle
Das Wertminderungsmodell, ein Modell der erwarteten
Verluste (expected loss model), sieht tendenziell eine
frühe Bestimmung und Vorsorge für mögliche Verluste
vor. Im Fokus stehen drei Stages, welche die Höhe der zu
erfassenden Verluste und die Zinsvereinnahmung künftig
bestimmen:
• Stage 1 umfasst dabei alle neuen Finanzinstrumente
sowie jene Positionen, für die seit Zugang des Finanz-
instrumentes keine signifikante Verschlechterung der
Kreditqualität stattgefunden hat. Für diese Positionen
muss eine Risikovorsorge in Höhe des erwarteten
12-Monats-Verlustes (Barwert der erwarteten Zah-
lungsausfälle, die aus möglichen Ausfallereignissen in-
nerhalb der nächsten 12 Monate nach dem Abschluss-
stichtag resultieren) gebildet werden. Die Zinsverein-
nahmung erfolgt auf Basis des Bruttobuchwertes.
• In Stage 2 werden all jene Finanzinstrumente transfe-
riert, für die eine signifikante Verschlechterung der
Kreditqualität seit Zugang stattgefunden hat. Für diese
Positionen muss eine Risikovorsorge in Höhe des über
die gesamte Restlaufzeit des Instruments erwarteten
Verlustes (Barwert der erwarteten Zahlungsausfälle in-
folge aller möglichen Ausfallereignisse über die Rest-
laufzeit des Finanzinstruments) gebildet werden. Die
Zinsvereinnahmung erfolgt ebenfalls auf Basis des
Bruttobuchwertes.
• Stage 3 beinhaltet schließlich alle ausgefallenen Finanz-
instrumente. Für diese Positionen wird ebenfalls eine
Risikovorsorge in Höhe des über die gesamte Restlauf-
zeit erwarteten Verlustes gebildet. Die Zinsvereinnah-
mung erfolgt auf Basis des Nettobuchwertes (Unwinding).
• Für finanzielle Vermögenswerte, die bereits bei ihrem
erstmaligen Ansatz in der Bilanz wertgemindert sind
(Purchased or Originated Credit Impaired, „POCI“), wird
das Drei-Stufen-Modell nicht angewendet. Sie werden
von Beginn an in Stage 3 erfasst. Im Konzern der
Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
gab es zum Stichtag keine (2022: keine) POCI-Assets.
Positionen des Wertpapiereigenbestandes bilden nach
Maßgabe der Bonität, des impliziten Credit-Spreads oder
der Abweichung von Tageskurs zu Einstandskurs den
Umfang für den regelmäßigen Frühwarntest. Diese Positi-
onen werden einer internen Analyse unterzogen und im
Bedarfsfall als impaired assets behandelt.
Für die Beteiligungen erfolgt eine interne Analyse auf
Basis von Unternehmenswertgutachten, Jahresabschlüs-
sen und Börsekursen. Anhand dessen sowie bei objekti-
ven Hinweisen auf Wertminderungen werden die Beteili-
gungen im Bedarfsfall als impaired assets behandelt.
Die Verlusterfassung des gesamten über die Restlaufzeit
erwarteten Verlustes muss für Instrumente vorgenommen
werden, deren Ausfallrisiko sich seit Zugang signifikant
erhöht hat. Dasselbe gilt unabhängig von einer Erhöhung
des Ausfallrisikos für Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen und aktive Vertragsposten, welche keine
signifikante Finanzierungskomponente gemäß IFRS 15
begründen. Außerdem kann ein Unternehmen ein Bilan-
zierungswahlrecht ausüben, für alle aktiven Vertragspos-
ten und/oder Forderungen aus Lieferungen und Leistun-
gen, welche ein Finanzierungsverhältnis gemäß IFRS 15
begründen, stets den gesamten über die Restlaufzeit
erwarteten Verlust zu erfassen. Dasselbe Wahlrecht
besteht auch für Leasingforderungen. Im Konzern der
Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft wird
dieses Wahlrecht nicht ausgeübt. Für alle anderen Fi-
nanzinstrumente werden die erwarteten Verluste in Höhe
des erwarteten 12-Monats-Verlustes erfasst.
Makroökonomische Parameter und Portfolien
Es werden vier Portfolien verwendet: Retail, Kommerz,
Institute, Sovereigns. Für die Schätzung der erwarteten
Kreditverluste werden für das Retail-Portfolio im Wesent-
lichen die Arbeitslosigkeit (OECD-Prognose), die Brutto-
anlageinvestitionen und die Inflation verwendet. Für das
Institute-Portfolio werden BIP, Bruttoanlageinvestitionen
sowie die Arbeitslosigkeit (jeweils OECD-Prognosen)
verwendet. Im Sovereigns-Portfolio fließt die Inflations-
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
38
rate (OECD-Prognose) ein, in das Kommerz-Portfolio
Bruttoinlandsprodukt, Inflation sowie die Yield-Structure.
Grundsätzlich fließen für alle Portfolien die Prognosen für
die nächsten drei Jahre ein. Für den Zeitraum danach
wird Richtung TTC-PD (Through-the-Cycle Probability of
Default) konvergiert.
Die Zuordnung zu den Teilportfolien erfolgt im Wesentli-
chen aufgrund der Forderungsklasse sowie der Kosten-
stelle.
Per 31. Dezember 2023 wird auf die aktuellsten OECD-
Prognosewerte der verwendeten makroökonomischen
Faktoren zurückgegriffen.
Kollektiver Stagetransfer
Gemäß IFRS 9.B5.5.1 kann es erforderlich sein, die Beur-
teilung signifikanter Erhöhungen des Ausfallrisikos auf
kollektiver Basis vorzunehmen und zu diesem Zweck
Informationen, die auf signifikante Erhöhungen des Aus-
fallrisikos einer Gruppe oder Untergruppe von Finanzin-
strumenten hindeuten, zu berücksichtigen. IFRS 9.B5.5.5
sieht zu diesem Zweck die Zusammenfassung von Fi-
nanzinstrumenten anhand gemeinsamer Ausfallrisiko-
eigenschaften vor.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
hat auf dieser Grundlage geprüft, ob Änderungen bei der
Gruppierung von Finanzinstrumenten anhand gemeinsa-
mer Ausfallrisikoeigenschaften erforderlich sind.
Der im Vorjahr im Hinblick auf die wirtschaftlichen Rah-
menbedingungen (Energiepreise infolge des Ukraine-
Konflikts, Inflation, Baupreise aber auch bezüglich Mate-
rialverfügbarkeiten infolge von Lieferkettenproblemen)
gebildete kollektive Stagetransfer wurde 2023 zu einem
Großteil aufgelöst, zumal die meisten aktuellen Unter-
nehmensbilanzen diesbezüglich wieder eine unverfälsch-
te wirtschaftliche Situation zeigen.
Im Gegenzug wurden die wirtschaftlichen Rahmenbedin-
gungen im Hinblick auf die Marktveränderungen im Im-
mobilienprojektgeschäft (Baupreise, Zinsanstieg, Verän-
derungen im Absatzmarkt) analysiert und auf Grundlage
dieser besonderen Rahmenbedingungen beschlossen,
wiederum einen kollektiven Stagetransfer für die be-
troffenen Immobilienprojekte im Teilsegment Kommerz-
kunden und Immobilienprojekte durchzuführen.
Das Volumen aus dem kollektiven Stagetransfer von
Stage 1 in Stage 2 beläuft sich zum 31. Dezember 2023
auf TEUR 230.829 (2022: TEUR 387.849).
Kriterien für eine signifikante Erhöhung des
Ausfallrisikos
Mit Ausnahme finanzieller Vermögenswerte, die bereits
eine Wertminderung bei Zugang aufweisen, wird die
Verlusterfassung für Finanzinstrumente in Höhe des
Barwerts des über die Restlaufzeit erwarteten Verlusts
vorgenommen, wenn das Ausfallrisiko des Instruments
sich seit Zugang signifikant erhöht hat.
Die Beurteilung, ob sich das Ausfallrisiko signifikant er-
höht hat, beruht auf einem Anstieg der Ausfallwahr-
scheinlichkeit seit Zugang. Die Regelungen beinhalten
außerdem die widerlegbare Vermutung, dass sich das
Ausfallrisiko seit dem Zugang des Instruments signifikant
erhöht hat, wenn vertragliche Zahlungen seit mehr als
30 Tagen überfällig sind.
In den Regelungen von IFRS 9 ist vorgesehen, dass eine
Rückkehr zum erwarteten 12-Monats-Verlust erfolgt,
wenn sich das Ausfallrisiko seit Zugang des Instruments
zunächst signifikant erhöht, die Erhöhung sich in späte-
ren Perioden jedoch wieder umkehrt (das heißt, wenn aus
kumulativer Sicht das Ausfallrisiko nicht signifikant höher
ist als bei Zugang).
Transferkriterien zum Stageübergang
Zur Bestimmung der Verschlechterung der Ausfallwahr-
scheinlichkeit und dem damit verbundenen Transfer von
Stage 1 in Stage 2 werden in der Regel drei Komponenten
betrachtet: ein quantitatives Kriterium, ein qualitatives
Kriterium und ein Backstop-Kriterium.
Für jedes Finanzinstrument werden die Kriterien nach-
einander überprüft. Schlägt ein Kriterium an, erfolgt beim
quantitativen Kriterium ein Transfer des Finanzinstru-
ments in Stage 2, beim Backstop-Kriterium erfolgt der
Transfer aller Finanzinstrumente des Kunden in Stage 2.
Wesentliche „Rating Events“ führen zu einer umgehen-
den Rating-Evaluierung gemäß der internen Rating-
Modelle. Da in der Oberösterreichische Landesbank
Aktiengesellschaft die durch IFRS 9 verlangten Kriterien
gut durch die Ratingsysteme abgedeckt sind, entfällt die
Überprüfung der qualitativen Verschlechterung und die
Transferlogik beruht nur auf dem quantitativen Kriterium
sowie dem Backstop-Kriterium.
Das quantitative Kriterium gilt als der primäre Indikator,
ob eine signifikante Verschlechterung des Kreditrisikos
seit Zugang des Finanzinstruments stattgefunden hat. Es
umfasst die Bestimmung der Verschlechterung des Kre-
ditrisikos auf Basis einer relativen und einer absoluten
Schranke. Es wird die erwartete Ausfallwahrscheinlichkeit
zum Zugangszeitpunkt mit der PD (Probability of Default)
zum Reporting-Stichtag verglichen. Da IFRS 9 erwartet,
dass in den PDs zukunftsorientierte Information enthalten
ist, wird der Vergleich auf Basis der kumulierten Lebens-
dauer-PDs für die restliche Laufzeit der Geschäfte
durchgeführt.
Zur Abbildung der Erwartung der kumulierten PD der
Restlaufzeit des Finanzinstruments wird die kumulierte
Forward-Lebensdauer-PD des Zugangszeitpunktes
verwendet. Diese wird dann mit der kumulierten PD zum
Reporting-Stichtag verglichen.
Diese PDs bilden die Grundlage für den Vergleich, ob eine
signifikante Verschlechterung der Kreditqualität seit
Zugang des Finanzinstruments stattgefunden hat, wobei
der Vergleich für jedes Finanzinstrument einzeln
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
39
durchgeführt wird und sowohl die relative als auch die
absolute Änderung der Lebensdauer-PD eine Rolle spielt.
Im relativen Kriterium wird das Verhältnis der erwarteten
kumulierten PD zum Zugangszeitpunkt mit der aktuellen
kumulierten PD verglichen, welche zum Reporting-
Stichtag beobachtet wird. Wenn dieses Verhältnis einen
bestimmten Schwellenwert überschreitet, bedeutet das,
dass sich die PD dieses Finanzinstruments aufgrund des
relativen Vergleichs signifikant seit Zugang erhöht hat.
Dieser Schwellenwert für das relative Kriterium wird in
der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
mit 200 % angesetzt, was einer Verdoppelung der PD
seit Zugang entspricht.
Zusätzlich zum relativen PD-Vergleich wird auch die ab-
solute Änderung der PD kontrolliert. Die Messung basiert
auf denselben kumulierten Lebensdauer-PDs wie im
relativen Kriterium, wobei für den absoluten Vergleich die
Differenz der PDs gemessen wird. Da im absoluten Krite-
rium die Differenz gemessen wird, werden die kumulier-
ten Lebensdauer-PDs durch Division mit der Restlaufzeit
auf Jahresebene heruntergebrochen. Diese Anpassung
ist notwendig, um den Vergleich unabhängig von der
Lebensdauer eines Finanzinstruments durchführen zu
können.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
hat sich entschlossen, die „low credit risk exemption“
nicht anzuwenden und stattdessen eine absolute
Schranke zu verwenden, durch die es möglich ist, auch im
Investment-Grade-Bereich in Stage 2 zu migrieren. Die
Schwelle für die absolute Verschlechterung der PD wird
in der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesell-
schaft mit 0,5 % von der Ursprungs-PD festgelegt (abso-
lutes Kriterium). Hintergrund des absoluten Kriteriums ist,
dass Veränderungen in Höhe von wenigen Basispunkten,
die in den sehr guten Ratingklassen eine Verdoppelung
der PD bedeuten können, nicht als signifikante Verände-
rung gesehen werden. Zur Bestimmung, ob für ein
Finanzinstrument eine signifikante Verschlechterung der
Kreditqualität seit Zugang laut dem quantitativen Kriteri-
um beobachtet werden konnte, muss eine signifikante
Verschlechterung der Kreditqualität sowohl im relativen
Kriterium als auch im absoluten Kriterium gemessen
werden.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
verwendet die 30-Tage-Überfälligkeits-Schranke (Back-
stop-Kriterium) als zusätzliche Indikation, dass eine signi-
fikante Verschlechterung des Kreditrisikos seit Zugang
des Finanzinstruments stattgefunden hat. Alle Finanzin-
strumente eines Kunden, für den eine Forderung mehr als
30 Tage überfällig ist, werden in Stage 2 transferiert.
Ebenso werden auch alle Instrumente mit Forbearance-
Maßnahmen in Stage 2 transferiert.
Für den Transfer von Stage 2 in Stage 3 wird in der
Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft auf
die allgemein gültige Definition des Ausfalls laut Artikel
178 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 („CRR“) zurück-
gegriffen, demgemäß folgende Risikopositionen als
ausgefallen gelten:
• Alle Risikopositionen, bei denen die Oberösterreichi-
sche Landesbank Aktiengesellschaft es als unwahr-
scheinlich ansieht, dass der Schuldner seine Verbind-
lichkeiten gegenüber der Oberösterreichische Landes-
bank Aktiengesellschaft und ihren Tochtergesellschaf-
ten ohne Sicherheitenverwertung vollständig beglei-
chen wird und
• alle Risikopositionen gegenüber der Oberösterreichi-
sche Landesbank Aktiengesellschaft und ihren Toch-
tergesellschaften, bei denen eine wesentliche Verbind-
lichkeit des Schuldners mehr als 90 Tage überfällig ist.
Die Wesentlichkeit einer überfälligen Verbindlichkeit
wird anhand folgender Schwellenwerte beurteilt, wel-
che sich aus einer absoluten und einer relativen Kom-
ponente zusammensetzen. Retail: absolut EUR 100 und
relativ 1 %; Non-Retail: absolut EUR 500 und relativ 1 %.
In Stage 3 werden auch finanzielle Vermögenswerte mit
beeinträchtigter Bonität ausgewiesen. Es wird zwischen
signifikanten und nicht signifikanten Forderungen unter-
schieden. Jene Kreditnehmer mit einem Obligo größer
TEUR 400 gelten als signifikant. Die Höhe der Wertbe-
richtigung wird mittels DCF-Schätzung ermittelt und
ergibt sich aus der Differenz zwischen Buchwert und
Barwert der erwarteten künftigen Cashflows. Bei nicht
signifikanten Forderungen kommt eine standardisierte
Methode zum Einsatz.
Abschreibungsgrundsätze
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
schreibt einen finanziellen Vermögenswert in der Regel
erst dann ab, sobald feststeht, dass keine Ansprüche auf
die jeweiligen Cashflows aus dem Vermögenswert mehr
bestehen, das heißt, wenn:
• die Sicherheiten vollständig verwertet wurden bzw.
nicht werthaltig sind und/oder
• der unbedingte Verzicht/Teilverzicht auf die
Forderungen ausgesprochen wurde und/oder
• mit Geldeingängen auf die Restforderung nach ange-
messener Einschätzung nicht mehr zu rechnen ist.
Eine Abschreibung erfolgt auch, wenn die Forderung
uneinbringlich ist und die Bank zur Entscheidung kommt,
keine Maßnahmen mehr zu setzen, da davon auszugehen
ist, dass diese keinen die Kosten übersteigenden Erfolg
erwarten lassen. Unter Abschreibungen fallen sowohl
direkte Abschreibungen als auch der Verbrauch einer
Risikovorsorge. Im Zuge der Abschreibung werden der
Bruttobuchwert des Vermögenswerts und der zugehörige
Stand an Risikovorsorge gleichermaßen reduziert.
Finanzielle Vermögenswerte, die bereits abgeschrieben
sind, aber noch einer Vollstreckungsmaßnahme unter-
liegen, werden in einer Evidenzliste in der Problemkredit-
betreuung weitergeführt. Der vertragsrechtlich noch
ausstehende Betrag zum Stichtag wird als unwesentlich
eingestuft.
Sollte eine abgeschriebene Forderung zu künftigen Ein-
gängen führen, wird dies – im Gegensatz zu einer Ver-
minderung der Risikovorsorge (Wertaufholung) bei wert-
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
40
berichtigten Forderungen – als außerordentlicher Ertrag
in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Kann eine außergerichtliche Lösung für eine bestehende
Forderung nicht erzielt oder umgesetzt werden, wird in
Fällen evidenter Unwirtschaftlichkeit wie folgt differen-
ziert: Kann ein Titel herbeigeführt werden, wird von Exe-
kutionsführung bzw. -fortsetzung abgesehen und es
erfolgt eine Übergabe zum Dubioseninkasso. Kann ein
Titel nicht wirtschaftlich erlangt werden, wird die Forde-
rung ohne weitere Veranlassung abgeschrieben. Hierbei
liegen insbesondere folgende Ursachen vor:
• keine Zustellbarkeit
• Es bestehen vergleichbare kostentreibende
Verwertungserschwernisse.
• Es kann aus sonstigen Gründen Kostendeckung nicht
angenommen werden, weil keine kostendeckenden
Sicherheiten vorliegen bzw. kein kostendeckendes
Vermögen oder Einkommen bekannt ist.
• Es ist im Falle exekutiver Gehaltspfandrangvormerkung
mit keinen Eingängen zu rechnen.
(11) Pensionsgeschäfte (Repo-Geschäfte) und
Wertpapierleihgeschäfte
Im Rahmen echter Pensionsgeschäfte (Repo-Geschäfte)
verkauft der Konzern Vermögenswerte an einen Vertrags-
partner und vereinbart gleichzeitig, diese zu einem
bestimmten Termin und einem vereinbarten Kurs
zurückzukaufen. Die Vermögenswerte werden aus der
Bilanz nicht ausgebucht, sondern nach den Regeln der
jeweiligen Bilanzposition bewertet, da alle wesentlichen
Chancen und Risiken beim Pensionsgeber verbleiben. In
Höhe der erhaltenen Liquidität wird eine Verbindlichkeit
gebucht.
Wertpapierleihgeschäfte werden gemäß dem Ausweis
von Wertpapieren aus echten Pensionsgeschäften
bilanziert. Dabei verbleiben verliehene Wertpapiere
weiterhin im Wertpapierbestand und werden nach den
Regeln des IFRS 9 bewertet. Entliehene Wertpapiere
werden nicht bilanziert und auch nicht bewertet.
Bei unechten Pensionsgeschäften besteht für den
Pensionsgeber zwar die Verpflichtung, die Vermögens-
werte zurückzunehmen, nicht jedoch das Recht, diese
zurückzufordern. Der Pensionsnehmer allein entscheidet
über die Rückübertragung. Bei einem Reverse-Repo-
Geschäft werden Vermögenswerte mit der gleichzeitigen
Verpflichtung eines zukünftigen Verkaufs erworben. Die
dabei entstehenden Liquiditätsabflüsse werden als
Forderungen bilanziert und entsprechend bewertet.
Zinsaufwendungen aus Repo-Geschäften und Zins-
erträge aus Reverse-Repo-Geschäften werden linear
über die Laufzeit abgegrenzt und im Zinsüberschuss
ausgewiesen.
(12) Immaterielles Anlagevermögen
Der Posten Immaterielles Anlagevermögen umfasst aus-
schließlich erworbene Software und Lizenzrechte. Die
Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten redu-
ziert um die planmäßigen Abschreibungen bewertet. Die
planmäßige Abschreibung erfolgt linear auf Basis der
geschätzten Nutzungsdauer (zwischen vier und zehn
Jahren). Die Nutzungsdauer beträgt für Standardsoft-
ware vier Jahre. Sofern der erzielbare Betrag unter dem
Buchwert liegt, erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung.
(13) Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien und
Sachanlagen
Unter „Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (Finanz-
immobilien)“ werden solche Immobilien ausgewiesen, die
zur Vermietung und Verpachtung oder zum Zweck der
Wertsteigerung gehalten werden, sowie die aktivierten
Nutzungsrechte gemäß IFRS 16 aus Finanzimmobilien.
Falls die Immobilie teilweise selbst genutzt wird, werden
die Teile getrennt bilanziert, wenn diese gesondert ver-
kauft werden können. In Bau befindliche Liegenschaften
mit demselben erwarteten Zweck wie Finanzimmobilien
werden wie diese behandelt.
Finanzimmobilien und Sachanlagen werden zu Anschaf-
fungs- bzw. Herstellungskosten vermindert um planmäßi-
ge Abschreibungen bewertet. Die planmäßige Abschrei-
bung erfolgt linear auf Basis der geschätzten Nutzungs-
dauer des Vermögenswertes.
Die Nutzungsdauer stellt sich wie folgt dar:
Nutzungsdauer
Jahre
Gebäude
20 – 50
Betriebs- und Geschäftsausstattung
4 – 20
Baumaßnahmen in angemieteten
Geschäftslokalen
10
EDV-Hardware
3
Bei Wertminderungen wird gemäß IAS 36 auf den höhe-
ren der beiden Vergleichswerte (Fair Value abzüglich
Veräußerungskosten sowie Nutzungswert) abgeschrie-
ben. Bei Wegfall der Gründe für die Wertminderung er-
folgt die Zuschreibung bis zu den fortgeschriebenen
Anschaffungskosten.
Für die in Level 3 eingestuften Finanzimmobilien werden
branchenübliche Wertgutachten bzw. Barwertberech-
nungen erstellt. Der Marktwert wird je nach Verwendung
der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie mittels
Ertragswert-, Sachwert- bzw. Vergleichswertverfahren
ermittelt. Die wesentlichen Inputfaktoren stellen je nach
zweckmäßig erachteter Bewertungsmethode die dem
Objekt zurechenbaren Erträge und Aufwendungen, Zu-
stand und Lage des Objektes, vergleichbare Vermögens-
werte sowie Zinssätze dar.
Zuwendungen der öffentlichen Hand für Vermögenswerte
sind in der Bilanz entweder als passivischer Abgren-
zungsposten darzustellen (Bruttomethode) oder bei
Feststellung des Buchwertes des Vermögenswertes
abzusetzen (Nettomethode). Als Rechnungslegungsme-
thode wurde die Nettomethode gewählt.
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
41
(14) Leasingverhältnisse
Leasingnehmer
Beim Leasingnehmer sind gemäß IFRS 16 sämtliche
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Leasing-
vereinbarungen in der Bilanz zu erfassen. Die einzige
Ausnahme bildet das Wahlrecht, kurzfristige Leasing-
verhältnisse und Leasingverträge über geringwertige
Vermögenswerte weiterhin in Höhe der laufenden
Entgelte ergebniswirksam zu bilanzieren.
Der Ausweis der aktivierten Nutzungsrechte erfolgt in der
Bilanz als Sachanlagen bzw. als Finanzinvestition gehal-
tene Immobilien. Die Leasingverbindlichkeiten werden in
den sonstigen Verbindlichkeiten dargestellt.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
verzichtet gemäß den Erleichterungsbestimmungen des
IFRS 16 bei Leasingverhältnissen mit einer Restlaufzeit
von weniger als zwölf Monaten und bei Leasingverträgen,
denen ein Vermögenswert von geringem Wert (Neuwert
< TEUR 5) zugrunde liegt, auf einen Ansatz. Für diese
Leasingverhältnisse werden weiterhin die laufenden Ent-
geltzahlungen im Rahmen der Verwaltungsaufwendungen
dargestellt.
Leasinggeber
Der Leasinggeber unterscheidet für Bilanzierungszwecke
zwischen Finanzierungs- und Operating-Leasing-
vereinbarungen. Dabei werden Leasingverhältnisse nach
der Verteilung der wirtschaftlichen Risiken und Chancen
aus dem Leasinggegenstand zwischen Leasinggeber und
Leasingnehmer beurteilt.
Finanzierungs-Leasing:
Leasinggegenstände werden beim Leasinggeber unter
den Forderungen mit dem Nettoinvestitionswert (Bar-
wert) ausgewiesen. Zinserträge werden auf Basis einer
gleichbleibenden, periodischen Rendite, deren Berech-
nung der noch ausstehende Nettoinvestitionswert zu-
grunde gelegt ist, vereinnahmt.
Operating-Leasing:
Leasinggegenstände werden beim Leasinggeber unter
Sachanlagen bzw. Finanzimmobilien ausgewiesen und
nach den dort beschriebenen Grundsätzen bewertet. Die
Leasingerlöse werden linear über die Vertragslaufzeit
erfasst.
(15) Ertragsteuern
Laufende Ertragsteueransprüche und -verpflichtungen
werden mit den aktuell gültigen Steuersätzen berechnet,
in deren Höhe die Erstattung sowie die Zahlung gegen-
über den jeweiligen Finanzbehörden geleistet werden.
Der Ansatz und die Bewertung von latenten Steuern
erfolgt nach der bilanzorientierten Verbindlichkeitenme-
thode. Die Ermittlung erfolgt bei jedem Steuersubjekt zu
jenen Steuersätzen, die nach geltenden Gesetzen in dem
voraussichtlich anfallenden Besteuerungszeitraum ange-
wendet werden. Die ökosoziale Steuerreform enthält eine
stufenweise Senkung des Körperschaftsteuersatzes von
25 % auf 23 % ab 2024 (2023: 24 %). Herangezogen
wurde nun jener Steuersatz, der wahrscheinlich bei der
jeweiligen Realisierung (Umkehr) der zugrunde liegenden
temporären Differenz zur Anwendung kommt. Die bilan-
zierten Steueransprüche und -verbindlichkeiten berech-
nen sich aus unterschiedlichen Wertansätzen eines Ver-
mögenswertes oder einer Verpflichtung und dem jeweili-
gen steuerlichen Wertansatz. Hieraus resultieren in der
Zukunft voraussichtlich Ertragsteuerbelastungs- oder
-entlastungseffekte (temporäre Differenzen). Es handelt
sich hierbei um eine vorläufige Berechnung der Steuer-
ansprüche und -verbindlichkeiten .
Aktive latente Steuern werden nur dann angesetzt, wenn
ausreichend passive latente Steuern in der gleichen
Steuereinheit bestehen oder es hinreichend wahrschein-
lich ist, dass in der Zukunft zu versteuernde Gewinne in
der gleichen Steuereinheit anfallen. Dies gilt auch für den
Ansatz aktiver latenter Steuern auf steuerliche Verlust-
vorträge. Latente Steuern werden nicht abgezinst .
Ergebnisabhängige tatsächliche Steueraufwendungen
sind in der Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns im
Posten Steuern vom Einkommen und Ertrag ausgewie-
sen. Die Effekte aus der Bildung oder Auflösung latenter
Steuern sind ebenfalls in diesem Posten enthalten, es sei
denn, sie beziehen sich auf ergebnisneutral bewertete
Posten. In diesem Fall erfolgt deren Bildung bzw. Auflö-
sung ergebnisneutral im Sonstigen Konzernergebnis.
Am 14. Dezember 2023 wurde das Mindestbesteuerungs-
reformgesetz im österreichischen Nationalrat beschlos-
sen. Damit wurden die sogenannten „Säule-2-Regeln“ zur
Gewährleistung einer globalen Mindestbesteuerung in
nationales Recht transformiert. Eine Überprüfung der
Auswirkungen hat ergeben, dass die Oberösterreichische
Landesbank AG weder direkt noch indirekt durch die OÖ
Landesholding GmbH als Mutterunternehmen in den
Anwendungsbereich des Mindestbesteuerungsgesetzes
fällt, weshalb keine weiteren Informationen angegeben
werden müssen.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
ist Gruppenmitglied der Gruppenträger-Beteiligungs-
gemeinschaft gemäß § 9 KStG zwischen der OÖ Landes-
holding GmbH und der Hypo Holding GmbH. Das steuer-
liche Ergebnis eines jeden Gruppenmitgliedes wird ent-
sprechend den gesetzlichen Bestimmungen nach Maß-
gabe des § 9 KStG von Stufe zu Stufe an das jeweils
unmittelbar bzw. maßgeblich übergeordnete Gruppenmit-
glied – ist dies der Gruppenträger, dann an den Gruppen-
träger – bis zum Gruppenträger weitergeleitet. Der kon-
solidierte Betrag des tatsächlichen und latenten Steuer-
aufwandes wird mittels Belastungsmethode („stand-
alone“-Methode) auf die Gruppenmitglieder aufgeteilt.
Das Steuerumlagen-Verrechnungskonto gegenüber der
Beteiligungsgemeinschaft weist zum 31. Dezember 2023
eine Forderung mit einem Saldo von TEUR 1.047 (2022:
eine Verbindlichkeit mit einem Saldo von TEUR 3.179) aus.
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
42
(16) Rückstellungen
Die Rückstellungen für das Sozialkapital beinhalten die
Rückstellungen für Abfertigungen, Jubiläumsgelder, Pen-
sionen inklusive Zuschüsse zu Krankenzusatzversiche-
rungsbeiträgen und Berufs- und Dienstunfähigkeitsrisiko.
Die Rückstellungen für leistungsorientierte Zusagen
werden nach dem Anwartschaftsansammlungsverfahren
gebildet.
In der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesell-
schaft haben 2 (2022: 3) aktive Dienstnehmer und 16
(2022: 16) Pensionisten und Hinterbliebene Anspruch auf
eine leistungsorientierte Bankpension. Für alle übrigen
aktiven Dienstnehmer, mit Ausnahme einiger Mitarbeiter
mit Sonder- oder Geschäftsführervertrag, wurde ein bei-
tragsorientierter Pensionskassenvertrag abgeschlossen.
Nach Verstreichen des Abfertigungszeitraums nach er-
folgter Pensionierung erhalten die Begünstigten einen
Versicherungszuschuss in Höhe von 50 % der Versiche-
rungsprämie zur privaten Gruppenkrankenversicherung.
Das österreichische Arbeitsrecht sieht bei Beendigung
des Dienstverhältnisses unter bestimmten Voraussetzun-
gen eine Entschädigungszahlung an Dienstnehmer vor.
Dazu zählt auch die Beendigung des Dienstverhältnisses
infolge des Pensionsantritts. Dieser Abfertigungsanspruch
gilt für alle Mitarbeiter, die vor dem 31. Dezember 2002 in
das Unternehmen eingetreten sind. Die Höhe des Abfer-
tigungsanspruchs beträgt in Abhängigkeit der Dauer der
Dienstzugehörigkeit maximal ein Jahresgehalt. Für diese
Ansprüche hat der Bankkonzern eine Abfertigungsrück-
stellung gemäß IAS 19 gebildet. Für alle Beschäftigten,
die nach dem 31. Dezember 2002 in das Unternehmen
eingetreten sind, ist diese Regelung nicht maßgeblich. Für
diese Mitarbeiter werden monatliche Beiträge in eine
Abfertigungskasse einbezahlt. Darüber hinaus bestehen
keine weiteren Ansprüche der Angestellten.
Jedem Dienstnehmer stehen nach 25-jähriger bzw.
35-jähriger Dienstzugehörigkeit 1,5 bzw. 2,5 Monats-
gehälter an Jubiläumsgeld zu.
Dem Sozialkapital steht kein besonderes Vermögen oder
Funding gegenüber. Die Ergebnisse aus Dotation bzw.
Auflösung der Rückstellungen werden direkt im Verwal-
tungsaufwand dargestellt.
Die leistungsorientierten Versorgungspläne sollen die
versicherungsmathematischen Risiken wie Zinsrisiken,
Kostentrends oder demografische Risiken wie Sterbe-
wahrscheinlichkeit und Arbeitnehmerfluktuation sowie
Anlage- und Marktrisiken abdecken. Die Berechnung der
Barwerte des Sozialkapitals erfolgte unter versicherungs-
mathematischen Annahmen:
• Rechnungszinsfuß 3,5 % (2022: 4,25 %)
• Jährliche Steigerungen der maßgeblichen Bemes-
sungsgrundlagen in der Anwartschaftsphase bei den
Rückstellungen für Pensionen 4,5 % (2022: 4,5 %), bei
den Zuschüssen zu Krankenzusatzversicherungsbei-
trägen 2,5 % (2022: 2,5%) und bei den Rückstellungen
für Abfertigungen und Jubiläumsgelder 4,5 % (2022: im
1. Jahr 8,0 % und in den Folgejahren 4,5 %)
• Jährliche Valorisierungen der laufenden Pensionszah-
lungen im 1. Jahr 4,5 % und in den Folgejahren 2,5 %
(2022: im 1. Jahr 5,8 % und in den Folgejahren 2,5 %)
bzw. der laufenden Leistungen zu den Zuschüssen zu
Krankenzusatzversicherungsbeiträgen 2,5 % (2022:
2,5 %) bei der Rückstellung für Pensionen
• Bei allen aktiven Dienstnehmern wurde das frühest-
mögliche Pensionsantrittsalter unter Berücksichtigung
aller gesetzlichen Bestimmungen und Übergangs-
regelungen herangezogen.
• Sterbetafeln für Angestellte: Pensionstafeln „AVÖ
2018-P: Rechnungsgrundlagen für die Pensions-
versicherung“
Die Festlegung des Rechnungszinsfußes erfolgte auf
Basis der Zinsbandbreite für eine Laufzeit von 10 Jahren.
IAS 19 verlangt die Anwendung von stichtagsaktuellen
Zinssätzen, die aus laufzeitadäquaten, erstrangigen Un-
ternehmensanleihen abgeleitet werden. Als erstrangig
werden Anleihen angesehen, die bei Standard and Poor‘s
mit AA bzw. bei Moody‘s mit Aa2 oder besser bewertet
werden. Da in der Eurozone kein liquider Markt für erst-
rangige Anleihen mit sehr langen Laufzeiten vorliegt,
werden die Zinssätze für lange Laufzeiten durch Extra-
polation der aktuellen Marktzinssätze entlang der Zins-
strukturkurve geschätzt.
Neben den Invalidisierungsraten, Sterberaten und der
Beendigung des Dienstverhältnisses mit dem Erreichen
des Pensionsalters wurden jährliche dienstzeitabhängige
Raten für vorzeitige Beendigungen des Dienstverhältnis-
ses basierend auf internen Statistiken zu dienstzeit-
abhängigen Fluktuationsraten angesetzt.
Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste
aus der Anpassung versicherungsmathematischer An-
nahmen werden im Sonstigen Konzernergebnis in der
Periode erfasst, in der sie anfallen.
Die für beitragsorientierte Pläne vereinbarten Zahlungen
an eine Pensionskasse werden laufend als Aufwand er-
fasst – darüber hinausgehende Verpflichtungen bestehen
nicht.
Sonstige Rückstellungen werden für gegenwärtige Ver-
pflichtungen gegenüber Dritten gebildet, die bezüglich
ihrer Fälligkeit oder ihrer Höhe ungewiss sind. Bei we-
sentlichen Zinseffekten werden die Rückstellungen ab-
gezinst und mit ihrem Barwert angesetzt.
(17) Treuhandgeschäfte
Treuhandgeschäfte, die eine Verwaltung oder Platzierung
von Vermögenswerten für fremde Rechnung zur Basis
haben, werden in der Bilanz nicht ausgewiesen. Provisi-
onszahlungen aus diesen Geschäften sind in der Gewinn-
und Verlustrechnung im Provisionsergebnis enthalten. Die
Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
beabsichtigt, in ihrer Funktion als Treuhänder für den
ERP-Fonds – gegründet aus den Mitteln der US-Marshall-
plan-Hilfe und mit der Austria Wirtschaftsservice Gesell-
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
43
schaft mbH (aws) in Personalunion verbunden – soge-
nannte aws erp-Kredite an Unternehmen zu vergeben. Es
handelt sich hierbei um zinsgünstige Investitionskredite
mit langer Laufzeit mit dem Ziel, die Investitionstätigkeit
österreichischer Unternehmen zu fördern. Im abgelaufe-
nen Geschäftsjahr 2023 wurden jedoch noch keine der-
artigen Geschäfte abgewickelt.
(18) Eventualverbindlichkeiten – Kreditrisiken
Eventualverbindlichkeiten sind Verträge, bei denen der
Garantiegeber verpflichtet ist, an den Garantienehmer auf
dessen Aufforderung bestimmte Zahlungen zu leisten.
Eventualverbindlichkeiten werden erfasst, sobald der
Garantiegeber Vertragspartei wird, das heißt zum Zeit-
punkt der Ausstellung der Garantie.
Bei Kreditrisiken handelt es sich um rechtlich bindende
Verpflichtungen seitens des Kreditgebers, an den Kredit-
nehmer einen Kredit zur Verfügung zu stellen. Dazu zäh-
len Promessen, aber auch noch nicht in Anspruch ge-
nommene Kreditrahmen.
Erläuternde Angaben diesbezüglich sind unter Note (57)
angeführt.
Erläuterungen zur Konzernerfolgsrechnung
(19) Zinsüberschuss
Die Zinserträge werden periodengerecht abgegrenzt und
erfasst. Dabei werden Erträge, die überwiegend ein Ent-
gelt für die Kapitalnutzung darstellen (meist zinsähnliche
Berechnung nach Zeitablauf oder Höhe der Forderung),
den zinsähnlichen Erträgen zugerechnet. Ergänzend
werden Erträge aus Beteiligungen in den laufenden Er-
trägen berücksichtigt. Der Ausweis der Zinsaufwendun-
gen erfolgt analog zu den Zinserträgen. In den Zinserträ-
gen aus Kredit- und Geldmarktgeschäften wurden Erträ-
ge aus der Auflösung von drohenden Verlusten bezüglich
negativem Euribor (Negativzinsen) in Höhe von
TEUR 3.026 (2022: TEUR 6.286) berücksichtigt. Für die
daraus resultierende Rückstellung siehe Note (41).
in TEUR
2023
2022
Zinserträge aus
Kredit- und Geldmarktgeschäften
mit Kreditinstituten
37.673
4.118
Kredit- und Geldmarktgeschäften
mit Kunden
244.732
95.615
Finanzanlagen
11.482
6.214
designierten Wertpapieren
3.682
5.728
Verbindlichkeiten
274
7.525
Laufende Erträge aus
Aktien und anderen nicht
festverzinslichen Wertpapieren
3.842
3.181
sonstigen Beteiligungen
3.385
2.560
SPPI-schädlichen Wertpapieren
1.682
1.679
Gewinne aus Modifikationen
415
299
Sonstige zinsähnliche Erträge
39
31
Zinsen und ähnliche Erträge gesamt
307.206
126.950
hievon AC
280.750
100.047
hievon FVOCI
8.143
10.406
hievon FVPL zwingend
7.620
3.950
hievon FVPL designiert
10.240
12.217
Zinsaufwendungen für
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
–44.655
–6.766
Verbindlichkeiten gegenüber
Kunden
–44.999
–7.188
Verbriefte Verbindlichkeiten
–99.428
–74.244
Nachrangkapital
–2.307
–744
derivative Finanzinstrumente
*)
–15.836
50.062
Vermögenswerte
–89
–10.011
Verluste aus Modifikationen
–268
–340
Sonstige zinsähnliche
Aufwendungen
–764
–394
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
gesamt
–208.346
–49.625
hievon AC
–152.825
–31.514
hievon FVOCI
–48
–3.548
hievon FVPL zwingend
–4
–4
hievon FVPL designiert
–54.437
–13.826
Zinsüberschuss
98.860
77.325
*)
stammen aus folgenden
Positionen zur Zinsenabsicherung:
für Zinsaufwendungen
–19.123
58.449
für Zinserträge
3.295
–8.292
für offene Zinsbänder
–8
–95
Für finanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten,
die nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewertet werden,
beläuft sich der gesamte Zinsertrag auf TEUR 288.931
(2022: TEUR 110.484) und der gesamte Zinsaufwand auf
TEUR –152.873 (2022: TEUR –35.062). Die Zinsaufwen-
dungen nach der Effektivzinsmethode betragen
TEUR –152.873 (2022: TEUR –35.062).
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
44
(20) Risikovorsorgen
Unter diesem Posten werden Zuweisungen zu Risiko-
vorsorgen bzw. Erträge aus der Auflösung von Risikovor-
sorgen sowie direkte Abschreibungen und nachträgliche
Eingänge abgeschriebener Forderungen im Zusammen-
hang mit dem Kreditgeschäft dargestellt.
in TEUR
2023
2022
Erfolgswirksame Änderungen
der Risikovorsorge
–11.779
–3.973
Direktabschreibungen
–127
–206
Eingänge aus abgeschriebenen
Forderungen
68
78
Gesamt
–11.839
–4.102
Hinsichtlich weiterer Details zur Risikovorsorge wird auf
die Angaben unter Note (36) verwiesen.
Sensitivitätsanalysen
Die quantitative Komponente bei der Stageermittlung
besteht aus einem relativen und einem absoluten Schwel-
lenwert. Die gewählten Schranken für eine Verschlechte-
rung der PD betragen in der Oberösterreichische Lan-
desbank Aktiengesellschaft absolut 0,5 % und relativ
200 % von der Ursprungs-PD.
Bei gewählten Schranken von 0,4 % bzw. 150 % würde
sich der Impairmentbedarf in Stage 2 um ca. TEUR 180
(2022: TEUR 330) erhöhen, bei Schranken von 0,25 %
bzw. 100 % um ca. TEUR 970 (2022: TEUR 760). Umge-
kehrt würde sich der Impairmentbedarf in Stage 2 bei
gewählten Schranken von 0,6 % bzw. 250 % um ca.
TEUR 100 (2022: TEUR 280) reduzieren, bei Schranken
von 0,75 % und 300 % um ca. TEUR 190 (2022: TEUR 380).
Bei einer generellen Erhöhung der LGD-Werte im Le-
bendbereich um 10 % würde sich der Impairmentbedarf
um ca. TEUR 850 (2022: TEUR 900) erhöhen, bei einer
Erhöhung um 20 % um ca. TEUR 1.700 (2022: TEUR
1.800). Bei einer generellen Erhöhung der PD-Werte im
Lebendbereich um 50 % würde sich unter Berücksichti-
gung von zusätzlichen Transfers von Stage 1 nach Stage
2 der Impairmentbedarf in Stage 1 um ca. TEUR 750
(2022: TEUR 1.190) erhöhen, jener in Stage 2 um TEUR
3.800 (2022: TEUR 4.390).
Szenarien
Es werden drei makroökonomische Szenarien verwendet:
Ein optimistisches, ein pessimistisches und ein Basissze-
nario. Das optimistische und pessimistische Szenario wird
mit jeweils 20 %, das Basisszenario mit 60 % gewichtet
(2022: pessimistisches Szenario: 50 %, Basisszenario:
50 %, optimistisches Szenario: 0 %). Aufgrund der Tatsa-
che, dass das Risiko eines Abwärtsszenarios wieder
geringer ist und die Prognosen stabiler sind, wird das
optimistische Szenario wieder verwendet.
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
45
(21) Provisionsüberschuss
Unter dem Provisionsüberschuss sind die Erträge aus dem Dienstleistungsgeschäft und diesem zuzuordnende
Aufwendungen gegenüber Dritten ausgewiesen.
in TEUR 2023
Großkunden
Retail und
Wohnbau
Financial
Markets
Sonstige
Gesamt
Provisionserträge
3.826
13.580
7.451
2.239
27.096
aus dem Zahlungsverkehr
1.968
4.275
0
*)
157
6.399
aus dem Kreditgeschäft
1.125
1.396
5
1.988
4.514
aus dem Wertpapiergeschäft
677
7.273
7.446
3
15.399
aus dem Devisen-/Valutengeschäft
37
56
89
182
aus den Sonstigen Dienstleistungen
19
580
2
601
Provisionsaufwendungen
–88
–283
–7.073
–2.918
–10.361
aus dem Zahlungsverkehr
–0
*)
–31
–45
–230
–307
aus dem Kreditgeschäft
–72
–2.103
–2.175
aus dem Wertpapiergeschäft
–5
–252
–7.027
–91
–7.374
aus dem Devisen-/Valutengeschäft
–0
*)
–0
*)
aus den Sonstigen Dienstleistungen
–10
–0
*)
–494
–504
Gesamt
3.739
13.297
378
–678
16.735
*)
Werte < TEUR 1
in TEUR 2022
Großkunden
Retail und
Wohnbau
Financial
Markets
Sonstige
Gesamt
Provisionserträge
3.905
13.013
7.805
1.927
26.651
aus dem Zahlungsverkehr
1.788
3.780
0
*)
185
5.753
aus dem Kreditgeschäft
1.327
1.126
2
1.641
4.096
aus dem Wertpapiergeschäft
726
7.397
7.803
3
15.929
aus dem Devisen-/Valutengeschäft
36
48
91
175
aus den Sonstigen Dienstleistungen
29
662
6
698
Provisionsaufwendungen
–0
*)
–136
–7.733
–2.613
–10.482
aus dem Zahlungsverkehr
–0
*)
–29
–52
–188
–268
aus dem Kreditgeschäft
–75
–1.879
–1.954
aus dem Wertpapiergeschäft
75
–108
–7.681
–83
–7.797
aus dem Devisen-/Valutengeschäft
–1
–1
aus den Sonstigen Dienstleistungen
–462
–462
Gesamt
3.905
12.877
73
–686
16.169
*)
Werte < TEUR 1
(22) Finanzergebnis
In der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesell-
schaft wird aktuell kein aktiver Handelsbestand geführt.
in TEUR
2023
2022
Ergebnis aus
währungsbezogenen Geschäften
4.686
5.376
erfolgswirksam zum Fair Value
bewerteten Finanzinstrumenten
5.142
–1.453
zum Fair Value designierten
Finanzinstrumenten
–50.590
191.926
derivativen Finanzinstrumenten
*)
37.834
–186.222
derivativen Finanzinstrumenten
in Sicherungsbeziehungen
(Hedge Accounting)
–3.037
–5.615
übrigen Finanzinstrumenten
2.567
330
Gesamt
–3.398
4.341
*)
Die derivativen Finanzinstrumente wurden ausschließlich zu
Sicherungszwecken abgeschlossen.
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
46
Bei der Designation eigener Verbindlichkeiten und Forde-
rungen zum Fair Value ergeben sich aus der Änderung
der Bonität folgende Gewinne oder Verluste:
Bei den eigenen Verbindlichkeiten wurde im Jahr 2023
bei der Ermittlung des Fair Values das eigene Bonitäts-
risiko erfolgsneutral in Höhe von TEUR 11.610 (2022:
TEUR 13.165) berücksichtigt, kumuliert TEUR 23.416
(2022: TEUR 11.823). Um auch den Restlaufzeiteneffekt in
der periodenreinen bonitätsinduzierten Änderung des
beizulegenden Zeitwertes zu berücksichtigen, wird diese
Änderung aus der Differenz des Anfang- und Endstandes
der kumulierten Fair Value-Änderung ermittelt. Die kumu-
lierten Änderungen des beizulegenden Zeitwertes, wel-
che unter anderem auch dem Ausfallrisiko zuzuordnen
sind, werden auf Basis von nicht direkt beobachtbaren
Marktparametern bestimmt.
Beim Wertpapiereigenbestand und den Forderungen
ergibt sich bei jenen Positionen, die zum Fair Value desig-
niert wurden, eine bonitätsinduzierte Änderung des bei-
zulegenden Zeitwertes von TEUR –6.761 (2022: TEUR
–22.271), kumuliert TEUR –7.313 (2022: TEUR –552).
Änderungen des beizulegenden Zeitwertes, welche unter
anderem auch dem Ausfallrisiko zuzuordnen sind, werden
auf Basis von nicht direkt beobachtbaren Marktparame-
tern bestimmt.
Ergebnis aus übrigen Finanzinstrumenten
in TEUR
2023
2022
Realisiertes Ergebnis aus zu
fortgeführten Anschaffungskosten
bewerteten Finanzinstrumenten
2.414
–80
Realisiertes Ergebnis aus
erfolgsneutral zum Fair Value
bewerteten Finanzinstrumenten
–4
Sonstiges
153
414
Gesamt
2.567
330
Das realisierte Ergebnis stammt im Wesentlichen aus
dem Rückkauf finanzieller Verbindlichkeiten.
(23) Personalaufwand
in TEUR
2023
2022
Löhne und Gehälter
–27.620
–24.280
Soziale Abgaben
–7.013
–6.578
Freiwilliger Personalaufwand
–882
–835
Aufwendungen für Abfertigungen
–789
–574
hievon Beiträge an
Mitarbeitervorsorgekassen
–290
–244
Aufwendungen für Pensionen
–813
–642
hievon Beiträge an
Pensionskassen
–578
–549
Gesamt
–37.117
–32.909
(24) Sachaufwand
in TEUR
2023
2022
EDV-Aufwand
–11.487
–11.176
Mietaufwand
–173
–235
Raumaufwand
–2.291
–1.680
Aufwand Bürobetrieb
–141
–104
Werbung/Marketing
–2.863
–2.824
Rechts- und Beratungskosten
–3.382
–2.450
Sonstiger Sachaufwand
–3.795
–3.870
Gesamt
–24.131
–22.339
Im Geschäftsjahr 2023 fielen Aufwendungen für die
Jahreskonzernabschlussprüfung (inkl. USt und Tochter-
unternehmen) in Höhe von TEUR –309 (2022: TEUR
–274) und für Beratungsleistungen in Höhe von TEUR
–40 (2022: TEUR –21) an die Prüfungsgesellschaft an.
(25) Abschreibungen auf Finanzimmobilien,
immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
in TEUR
2023
2022
Als Finanzinvestition gehaltene Im-
mobilien
–3.219
–3.048
Software und immaterielles Anlage-
vermögen
–256
–192
Vom Konzern genutzte Immobilien
–1.009
–940
Betriebs- und Geschäftsausstattung
und sonstige Sachanlagen
–726
–598
Gesamt
–5.209
–4.778
(26) Sonstiges betriebliches Ergebnis
Die sonstigen betrieblichen Erträge umfassen im Wesent-
lichen Mieteinnahmen aus als Finanzinvestition ge-
haltenen Immobilien in Höhe von TEUR 8.144 (2022:
TEUR 7.388).In den sonstigen betrieblichen Aufwendun-
gen ist die Dotierung des Abwicklungs- und Einlagensi-
cherungsfonds in Höhe von TEUR –4.201 (2022: TEUR
–5.614) enthalten. Zudem werden Mietaufwendungen und
Aufwendungen aus zur Weiterverrechnung bestehender
Lieferungen und Leistungen ausgewiesen. In den sonsti-
gen Steuern ist die Stabilitätsabgabe für das Geschäfts-
jahr 2023 in Höhe von TEUR –1.497 (2022: TEUR –1.429)
enthalten.
(27) Steuern vom Einkommen und Ertrag
in TEUR
2023
2022
Laufende Steuern vom Einkommen
und Ertrag
–9.578
–5.519
Latente Steuern
2.229
–1.037
Gesamt
–7.349
–6.555
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
47
Unter Punkt (43) wird die Zusammensetzung der latenten
Steuerforderungen und der latenten Steuerverpflichtun-
gen näher dargestellt.
Die nachstehende Überleitungsrechnung stellt den Zu-
sammenhang zwischen den rechnerischen und ausge-
wiesenen Steuern vom Einkommen und Ertrag wie folgt dar:
in TEUR
2023
2022
Konzernjahresüberschuss
vor Steuern
42.943
40.089
Rechnerischer Ertragsteueraufwand
im Geschäftsjahr zum inländischen
Ertragsteuersatz in Höhe von 24 %
(2022: 25 %)
–10.306
–10.023
Steuereffekte
Steuersatzdifferenz zwischen
laufenden und latenten Steuern
(Auswirkung Steuerreform)
–89
1.101
Steuerersparnis aus steuerfreien
Beteiligungserträgen
1.967
525
Veränderungen aufgrund von At
Equity-bilanzierten Unternehmen
863
1.386
Steuerersparnis aus steuerfreien
Zinsen
4
Steuer aus nicht abzugsfähigen
Erträgen und Aufwendungen
–63
339
Verlustabzug
111
73
Steuer aus sonstigen
Anpassungen
165
29
Steuergutschrift/-belastung
aus Vorjahren
3
11
Ausgewiesener Steueraufwand (-)
/-ertrag (+)
–7.349
–6.555
Effektiver Steuersatz
17,11 %
16,35 %
Erläuterungen zur Konzernbilanz
(28) Barreserve
Der in der Kapitalflussrechnung ausgewiesene Zahlungs-
mittelbestand ist in der Bilanzposition Barreserve enthal-
ten, die sich aus Kassenbestand und Guthaben bei Zent-
ralnotenbanken zusammensetzt. Nicht einbezogen wer-
den täglich fällige Forderungen an Kreditinstitute sowie
Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refi-
nanzierung bei Zentralnotenbanken zugelassen sind.
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Kassenbestand
8.262
7.639
Guthaben bei Zentralnotenbanken
1.094.450
661.550
Gesamt
1.102.713
669.189
(29) Forderungen an Kreditinstitute
Die Forderungen an Kreditinstitute werden zu fortgeführ-
ten Anschaffungskosten bilanziert.
Forderungen an Kreditinstitute nach Geschäftsarten
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Giro- und Clearinggeschäfte
18.626
3.208
Geld- und Termineinlagen
128.914
181.112
Kredite an Banken
699
852
Gesamt
148.239
185.172
Forderungen an Kreditinstitute nach Fristen
(Restlaufzeit)
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Täglich fällig
84.450
106.493
bis 3 Monate
14
28
über 3 Monate bis 1 Jahr
586
11.091
über 1 Jahr bis 5 Jahre
3.538
452
über 5 Jahre
59.651
67.108
Gesamt
148.239
185.172
(30) Forderungen an Kunden
Die Forderungen an Kunden werden überwiegend zu
fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Für
Forderungen an Kunden in Höhe von TEUR 214.382
(2022: TEUR 169.410), deren Zinsrisiken mittels Zinsswap
abgesichert wurden, wurde die Fair Value-Option in An-
spruch genommen. Weiters werden Forderungen an
Kunden, die nicht die SPPI-Kriterien erfüllen und daher
zum Fair Value bilanziert werden, in Höhe von
TEUR 128.187 (2022: TEUR 119.267) zum Bilanzstichtag
ausgewiesen. Außerdem werden nicht an einem aktiven
Markt gehandelte verbriefte Forderungen, im Wesentli-
chen Schuldscheindarlehen, die nicht dem Handelsbe-
stand angehören, in den Forderungen an Kunden aus-
gewiesen.
Forderungen an Kunden nach Geschäftsarten
(Produkte)
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Kontokorrentkredite
340.551
311.677
Barvorlagen
73.495
158.104
Darlehen und Einmalkredite
5.582.829
5.270.247
Leasingforderungen
157.647
142.057
Gesamt
6.154.521
5.882.085
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
48
Forderungen an Kunden nach Fristen (Restlaufzeit)
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Täglich fällig
220.574
124.948
bis 3 Monate
182.755
271.913
über 3 Monate bis 1 Jahr
455.938
445.595
über 1 Jahr bis 5 Jahre
1.594.668
1.662.942
über 5 Jahre
3.700.586
3.376.687
Gesamt
6.154.521
5.882.085
Forderungen an Kunden nach Geschäftsfeldern
(Segmente)
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Großkunden
3.300.348
2.961.586
Retail und Wohnbau
2.696.526
2.778.443
Sonstige
157.647
142.057
Gesamt
6.154.521
5.882.085
(31) Positive Marktwerte aus derivativen Geschäften
Positive Marktwerte aus derivativen Geschäften nach
Geschäftsarten
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Zinssatzgeschäfte
135.053
125.435
hievon Hedge Accounting
1.041
147
Wechselkursgeschäfte
4
336
Gesamt
135.057
125.771
Positive Marktwerte aus derivativen Geschäften nach
Fristen (Restlaufzeit)
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
bis 3 Monate
804
430
über 3 Monate bis 1 Jahr
2.533
1.353
über 1 Jahr bis 5 Jahre
10.729
11.179
über 5 Jahre
120.991
112.809
Gesamt
135.057
125.771
(32) Finanzanlagen
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Aktien und andere nicht
festverzinsliche Wertpapiere
57.473
52.328
Börsenotiert
784
793
Nicht börsenotiert
56.688
51.535
Erfolgswirksam zum Fair Value
bewertet
57.473
52.328
Schuldverschreibungen und andere
festverzinsliche Wertpapiere
141.247
150.448
Börsenotiert
99.838
108.296
Nicht börsenotiert
41.409
42.152
Zum Fair Value designiert
141.247
150.448
Schuldverschreibungen und andere
festverzinsliche Wertpapiere
172.861
188.525
Börsenotiert
172.861
188.525
Aktien und andere nicht
festverzinsliche Wertpapiere
88.281
79.560
Nicht börsenotiert
88.281
79.560
Anteile an verbundenen
Unternehmen
18
90
Sonstige Beteiligungen
39.433
38.431
Kreditinstitute
2.447
2.447
Nicht-Kreditinstitute
36.986
35.984
Erfolgsneutral zum Fair Value
bewertet
300.593
306.606
Schuldverschreibungen und andere
festverzinsliche Wertpapiere
444.687
412.406
Börsenotiert
321.451
281.276
Nicht börsenotiert
123.236
131.129
Zu fortgeführten Anschaffungs-
kosten bewertet
444.687
412.406
Gesamt
944.000
921.788
Finanzanlagen nach Fristen (Restlaufzeit)
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Täglich fällig
9.135
15.603
bis 3 Monate
21.450
20.596
über 3 Monate bis 1 Jahr
67.721
79.440
über 1 Jahr bis 5 Jahre
315.299
278.274
über 5 Jahre
345.190
357.465
Gesamt
758.796
751.379
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere,
Anteile an verbundenen Unternehmen und sonstige Be-
teiligungen wurden nicht nach Restlaufzeiten aufgeglie-
dert, da keine Fristigkeiten bestehen.
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
49
(33) Anteile an At Equity-bewerteten Unternehmen
Finanzinformationen zu At Equity-bewerteten Unternehmen
in TEUR
Beteiligungs- und
Wohnungsanlagen GmbH
Beteiligungs- und
Immobilien GmbH
Gesamt
30.9.2023
30.9.2022
30.9.2023
30.9.2022
2023
2022
Zusammengefasste Bilanz
Vermögenswerte
994.573
955.104
176.285
171.236
1.170.858
1.126.340
Schulden
723.752
697.329
145.809
141.503
869.561
838.832
Zusammengefasste Erfolgsrechnung
Erlöse
152.293
141.001
26.450
25.809
178.743
166.811
Gewinn/Verlust aus fortgeführten
Geschäftsbereichen
24.514
20.970
2.777
2.612
27.291
23.582
Sonstiges Ergebnis
–468
832
–134
291
–602
1.123
Gesamtergebnis
24.046
21.803
2.643
2.903
26.689
24.705
Überleitungsrechnung At Equity-Buchwert
in TEUR
Beteiligungs- und
Wohnungsanlagen GmbH
Beteiligungs- und
Immobilien GmbH
Gesamt
2023
2022
2023
2022
2023
2022
Eigentumsanteil in %
25
25
25
25
Buchwert 1.1.
64.444
58.993
7.433
7.058
71.877
66.051
Ausschüttung
–2.750
–475
–350
–3.225
–350
anteiliges Gesamtergebnis
6.011
5.451
661
726
6.672
6.176
Buchwert 31.12.
67.705
64.444
7.619
7.433
75.324
71.877
Die zusammengefassten Finanzinformationen entspre-
chen den Beträgen der in Übereinstimmung mit den ge-
mäß IFRS aufgestellten Abschlüssen und Packages der
assoziierten Unternehmen.
Die Beteiligungen an den At Equity-bewerteten Unter-
nehmen wurden eingegangen, um das geografische
Geschäftsumfeld zu festigen und das Geschäftssegment
Retail und Wohnbau zu intensivieren. Weiters soll der
oberösterreichische Wirtschaftsstandort durch diese
Beteiligungen gestärkt werden .
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
50
(34) Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien, Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
Anlagespiegel
in TEUR
Anschaf-
fungswerte
1.1.2023
Zu-
gänge
Um-
buchungen
Ab-
gänge
Anschaf-
fungswerte
31.12.2023
Kumul. Ab-/
Zuschrei-
bungen
Buchwert
31.12.2023
Laufende
Ab-/
Zuschrei-
bungen
Als Finanzinvestition
gehaltene Immobilien
101.525
1.721
1.720
104.966
–38.537
66.429
–3.219
Immaterielle Vermögens-
werte
14.647
322
–75
14.894
–13.912
982
–256
Grundstücke und
Gebäude
28.015
701
–1.720
26.996
–16.789
10.207
–469
Nutzungsrechte Grund-
stücke und Gebäude
2.997
705
3.702
–2.002
1.700
–541
Sonstige Sachanlagen
11.483
998
–357
12.124
–9.574
2.550
–637
Leasinggegenstände aus
Operating-Leasing
580
285
–408
457
–92
365
–87
Gesamt
159.247
4.732
0
–840
163.139
–80.906
82.233
–5.209
in TEUR
Anschaf-
fungswerte
1.1.2022
Zu-
gänge
Um-
buchungen
Ab-
gänge
Anschaf-
fungswerte
31.12.2022
Kumul. Ab-/
Zuschrei-
bungen
Buchwert
31.12.2022
Laufende
Ab-/
Zuschrei-
bungen
Als Finanzinvestition
gehaltene Immobilien
100.747
1.659
–881
101.525
–31.284
70.241
–3.048
Immaterielle Vermögens-
werte
14.556
124
–33
14.647
–13.731
916
–192
Grundstücke und
Gebäude
27.109
25
881
28.015
–20.355
7.660
–557
Nutzungsrechte Grund-
stücke und Gebäude
2.173
824
2.997
–1.461
1.536
–384
Sonstige Sachanlagen
10.950
781
–248
11.483
–9.279
2.204
–500
Leasinggegenstände aus
Operating-Leasing
565
108
–93
580
–311
269
–97
Gesamt
156.100
3.521
0
–374
159.247
–76.421
82.826
–4.778
Der Fair Value von den als Finanzinvestition gehaltenen
Immobilien (ohne Nutzungsrechte) beträgt TEUR 75.450
(2022: TEUR 75.578). Die Gutachten werden von der
OÖ Hypo Immobilien und Beteiligungen GmbH, Linz,
sowie durch die allgemein beeideten gerichtlich zertifi-
zierten Sachverständigen Mag. Stephan Hirsch, Mag.
Christian Haidinger-Wiesinger und Ing. Erhard Leimer
erstellt. Die Mieteinnahmen aus Finanzimmobilien betra-
gen im Geschäftsjahr 2023 TEUR 8.144 (2022:
TEUR 7.388) und werden unter den sonstigen betriebli-
chen Erträgen ausgewiesen. Die damit direkt in Zusam-
menhang stehenden betrieblichen Aufwendungen bein-
halten die laufende Abschreibung und Instandhaltungs-
kosten und belaufen sich auf TEUR –3.223 (2022:
TEUR –3.105). Diese Aufwendungen sind in den Ab-
schreibungen bzw. dem Sachaufwand enthalten.
Es bestehen zum Bilanzstichtag keine vertraglichen Ver-
pflichtungen (2022: keine) für als Finanzinvestition gehal-
tene Immobilien.
Im Abschluss 2023 wurden nicht rückzahlbare Investiti-
onszuschüsse (Covid-19-Investitionsprämien) in Höhe von
TEUR 8 (2022: TEUR 14) berücksichtigt.
(35) Sonstige Aktiva
Im Bilanzposten Sonstige Aktiva werden Forderungen, die
nicht aus dem Bankgeschäft stammen (im Wesentlichen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie
abgegrenzte Erträge aus Beteiligungen) und Rechnungs-
abgrenzungsposten ausgewiesen.
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Rechnungsabgrenzungsposten
2.421
1.889
Forderungen Land Oberösterreich
243
547
Forderungen aus bankfremden
Tätigkeiten
209
380
Übrige Aktiva
30.685
27.296
Gesamt
33.557
30.112
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
51
Im Posten Übrige Aktiva sind im Wesentlichen interne
Verrechnungskonten und Verrechnungen mit Beteiligun-
gen gegenüber Personengesellschaften enthalten.
(36) Risikovorsorgen
Risikovorsorge für Guthaben bei Zentralnotenbanken
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2023
1
0
0
1
Umbuchungen
nach Stage 1
0
nach Stage 2
0
nach Stage 3
0
Zwischensumme
1
0
0
1
Nettoveränderung
–1
–1
Abgang
0
Verbräuche
0
Zugang
0
Zum 31.12.2023
0
0
0
0
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2022
103
0
0
103
Umbuchungen
nach Stage 1
0
nach Stage 2
0
nach Stage 3
0
Zwischensumme
103
0
0
103
Nettoveränderung
–102
–102
Abgang
0
Verbräuche
0
Zugang
0
Zum 31.12.2022
1
0
0
1
Risikovorsorge für Forderungen an Kreditinstitute
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2023
235
0
0
235
Umbuchungen
nach Stage 1
0
nach Stage 2
0
nach Stage 3
0
Zwischensumme
235
0
0
235
Nettoveränderung
–164
–164
Abgang
–1
–1
Verbräuche
0
Zugang
0
*)
0
*)
Zum 31.12.2023
71
0
0
71
*)
Werte < TEUR 1
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2022
42
0
0
42
Umbuchungen
nach Stage 1
0
nach Stage 2
0
nach Stage 3
0
Zwischensumme
42
0
0
42
Nettoveränderung
25
25
Abgang
–24
–24
Verbräuche
0
Zugang
192
192
Zum 31.12.2022
235
0
0
235
Risikovorsorge für Forderungen an Kunden
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2023
2.010
5.670
7.877
15.556
Umbuchungen
nach Stage 1
2.859
–2.857
–3
0
nach Stage 2
–139
194
–55
0
nach Stage 3
–20
–718
738
0
Zwischensumme
4.710
2.289
8.557
15.556
Nettoveränderung
–2.618
1.250
13.127
11.759
Abgang
–179
–299
–341
–819
Verbräuche
–381
–381
Zugang
494
278
148
920
Zum 31.12.2023
2.407
3.517
21.110
27.035
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2022
929
3.645
8.094
12.668
Umbuchungen
nach Stage 1
437
–378
–60
0
nach Stage 2
–232
986
–754
0
nach Stage 3
–3
–88
91
0
Zwischensumme
1.132
4.166
7.372
12.668
Nettoveränderung
147
774
1.048
1.969
Abgang
–167
–197
–400
–764
Verbräuche
–514
–514
Zugang
898
927
372
2.197
Zum 31.12.2022
2.010
5.670
7.877
15.556
Nettoveränderung: Veränderung den Bestand
betreffend
Abgang: Auflösung aufgrund Ausbuchung eines
Finanzinstruments
Zugang: Zuweisung aufgrund Einbuchung eines
Finanzinstruments
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
52
Risikovorsorge für Finanzanlagen AC
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2023
387
0
0
387
Umbuchungen
nach Stage 1
0
nach Stage 2
0
nach Stage 3
0
Zwischensumme
387
0
0
387
Nettoveränderung
–208
–208
Abgang
–58
–58
Verbräuche
0
Zugang
47
47
Zum 31.12.2023
169
0
0
169
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2022
77
0
0
77
Umbuchungen
nach Stage 1
0
nach Stage 2
0
nach Stage 3
0
Zwischensumme
77
0
0
77
Nettoveränderung
199
199
Abgang
–10
–10
Verbräuche
0
Zugang
121
121
Zum 31.12.2022
387
0
0
387
Risikovorsorge für Finanzanlagen OCI
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2023
285
0
0
285
Umbuchungen
nach Stage 1
0
nach Stage 2
0
nach Stage 3
0
Zwischensumme
285
0
0
285
Nettoveränderung
–193
–193
Abgang
–7
–7
Verbräuche
0
Zugang
0
Zum 31.12.2023
85
0
0
85
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2022
70
0
0
70
Umbuchungen
nach Stage 1
0
nach Stage 2
0
nach Stage 3
0
Zwischensumme
70
0
0
70
Nettoveränderung
211
211
Abgang
–1
–1
Verbräuche
0
Zugang
5
5
Zum 31.12.2022
285
0
0
285
Rückstellungen für Kreditrisken und
Eventualverbindlichkeiten
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2023
415
475
80
969
Umbuchungen
nach Stage 1
232
–232
0
nach Stage 2
–26
26
0
nach Stage 3
–1
–48
49
0
Zwischensumme
620
220
129
969
Nettoveränderung
–343
73
600
330
Abgang
–139
–177
–70
–385
Verbräuche
0
Zugang
165
40
206
Zum 31.12.2023
304
157
659
1.120
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2022
284
29
835
1.148
Umbuchungen
nach Stage 1
8
–8
0
nach Stage 2
–168
168
0
nach Stage 3
0
*)
0
*)
0
*)
0
Zwischensumme
123
189
835
1.148
Nettoveränderung
–19
42
–754
–731
Abgang
–33
–46
–1
–79
Verbräuche
0
Zugang
343
290
633
Zum 31.12.2022
415
475
80
969
*)
Werte < TEUR 1
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
53
Risikovorsorge gesamt
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2023
3.333
6.145
7.957
17.434
Umbuchungen
nach Stage 1
3.091
–3.089
–3
0
nach Stage 2
–165
220
–55
0
nach Stage 3
–20
–766
787
0
Zwischensumme
6.239
2.509
8.686
17.434
Nettoveränderung
–3.526
1.323
13.727
11.524
Abgang
–383
–475
–411
–1.269
Verbräuche
–381
–381
Zugang
707
318
148
1.173
Zum 31.12.2023
3.036
3.675
21.769
28.480
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum 1.1.2022
1.506
3.674
8.929
14.108
Umbuchungen
nach Stage 1
446
–386
–60
0
nach Stage 2
–401
1.155
–754
0
nach Stage 3
–3
–88
92
0
Zwischensumme
1.547
4.355
8.207
14.108
Nettoveränderung
461
816
293
1.571
Abgang
–235
–243
–401
–879
Verbräuche
–514
–514
Zugang
1.559
1.217
372
3.148
Zum 31.12.2022
3.333
6.144
7.957
17.434
Angaben zur Modification
In der Abschlussperiode wurden in der Oberösterreichi-
sche Landesbank Aktiengesellschaft primär vertragliche
Modifizierungen bei finanziellen Vermögenswerten im
Zusammenhang mit marktinduzierten Zinssatzänderungen
vorgenommen, die nicht zu einer Ausbuchung geführt
haben. Das sich daraus ergebende Modifikationsergebnis
wird in Bezug auf den Gesamtzinsüberschuss als nicht
signifikant beurteilt. Auch die Auswirkung auf die Änderung
des Bruttobuchwertes wird als unwesentlich eingestuft.
Den Modifizierungen lagen keine finanziellen Schwierig-
keiten der Kreditnehmer (bonitätsbedingte Zugeständ-
nisse) zu Grunde (keine Wanderungen in höhere Stages),
somit wird die Auswirkung auf das Ausfallrisiko und die
Risikovorsorge als unwesentlich angesehen.
Die fortlaufende Überwachung modifizierter Vermögens-
werte erfolgt im Rahmen der standardisierten Kredit-
überwachungsprozesse bzw. im Rahmen der viertel-
jährlichen Berechnung der Risikovorsorge. Die Zuordnung
zu einem Stage erfolgt auch bei modifizierten Finanz-
instrumenten anhand der in Punkt (10) beschriebenen
Transferkriterien.
Entwicklung der Bruttobuchwerte der wertberichtigten
Finanzinstrumente
Guthaben bei Zentralnotenbanken
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum
1.1.2023
661.551
0
0
661.551
nach
Stage 1
0
nach
Stage 2
0
nach
Stage 3
0
Zugang /
Abgang /
Nettover-
änderung
432.900
432.900
Verbrauch
0
Direktab-
schreibung
0
Zum
31.12.2023
1.094.450
0
0
1.094.450
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum
1.1.2022
760.138
0
0
760.138
nach
Stage 1
0
nach
Stage 2
0
nach
Stage 3
0
Zugang /
Abgang /
Nettover-
änderung
–98.587
–98.587
Verbrauch
0
Direktab-
schreibung
0
Zum
31.12.2022
661.551
0
0
661.551
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
54
Forderungen an Kreditinstitute
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum
1.1.2023
185.407
0
0
185.407
nach
Stage 1
0
nach
Stage 2
0
nach
Stage 3
0
Zugang /
Abgang /
Nettover-
änderung
–37.097
–37.097
Verbrauch
0
Direktab-
schreibung
0
Zum
31.12.2023
148.310
0
0
148.310
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum
1.1.2022
166.968
0
0
166.968
nach
Stage 1
0
nach
Stage 2
0
nach
Stage 3
0
Zugang /
Abgang /
Nettover-
änderung
18.439
18.439
Verbrauch
0
Direktab-
schreibung
0
Zum
31.12.2022
185.407
0
0
185.407
Forderungen an Kunden
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum
1.1.2023
5.164.221
424.623
20.122
5.608.965
nach
Stage 1
216.740
–216.687
–53
0
nach
Stage 2
–162.240
163.086
–846
0
nach
Stage 3
–31.073
–39.910
70.983
0
Zugang /
Abgang /
Nettover-
änderung
291.652
–60.508
–612
230.531
Verbrauch
–382
–382
Direktab-
schreibung
–127
–127
Zum
31.12.2023
5.479.300
270.603
89.084
5.838.987
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum
1.1.2022
5.030.105
281.719
22.099
5.333.923
nach
Stage 1
103.326
–103.264
–62
0
nach
Stage 2
–224.560
227.557
–2.997
0
nach
Stage 3
–2.214
–3.624
5.838
0
Zugang /
Abgang /
Nettover-
änderung
257.564
22.235
–4.036
275.763
Verbrauch
–514
–514
Direktab-
schreibung
–206
–206
Zum
31.12.2022
5.164.221
424.623
20.122
5.608.965
Finanzanlagen – AC
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum
1.1.2023
412.793
0
0
412.793
nach
Stage 1
0
nach
Stage 2
0
nach
Stage 3
0
Zugang /
Abgang /
Nettover-
änderung
32.063
32.063
Verbrauch
0
Direktab-
schreibung
0
Zum
31.12.2023
444.856
0
0
444.856
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum
1.1.2022
417.692
0
0
417.692
nach
Stage 1
0
nach
Stage 2
0
nach
Stage 3
0
Zugang /
Abgang /
Nettover-
änderung
–4.900
–4.900
Verbrauch
0
Direktab-
schreibung
0
Zum
31.12.2022
412.792
0
0
412.792
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
55
Finanzanlagen – OCI
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum
1.1.2023
188.811
0
0
188.811
nach
Stage 1
0
nach
Stage 2
0
nach
Stage 3
0
Zugang /
Abgang /
Nettover-
änderung
–15.864
–15.864
Verbrauch
0
Direktab-
schreibung
0
Zum
31.12.2023
172.947
0
0
172.947
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum
1.1.2022
285.298
0
0
285.298
nach
Stage 1
0
nach
Stage 2
0
nach
Stage 3
0
Zugang /
Abgang /
Nettover-
änderung
–96.487
–96.487
Verbrauch
0
Direktab-
schreibung
0
Zum
31.12.2022
188.811
0
0
188.811
Kreditrisiken und Eventualverbindlichkeiten
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum
1.1.2023
774.162
139.529
497
914.188
nach
Stage 1
46.488
–46.488
0
nach
Stage 2
–13.646
13.646
0
nach
Stage 3
–552
–8.994
9.546
0
Zugang /
Abgang /
Nettover-
änderung
–44.019
–43.506
–2.188
–89.712
Verbrauch
0
Direktab-
schreibung
0
Zum
31.12.2023
762.433
54.187
7.855
824.476
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum
1.1.2022
837.532
29.990
3.056
870.578
nach
Stage 1
7.434
–7.434
0
nach
Stage 2
–128.882
128.882
0
nach
Stage 3
–2.457
–24
2.481
0
Zugang /
Abgang /
Nettover-
änderung
60.534
–11.885
–5.040
43.610
Verbrauch
0
Direktab-
schreibung
0
Zum
31.12.2022
774.162
139.529
497
914.188
Gesamt
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum
1.1.2023
7.386.944
564.152
20.619
7.971.715
nach
Stage 1
263.229
–263.176
–53
0
nach
Stage 2
–175.886
176.732
–846
0
nach
Stage 3
–31.625
–48.903
80.529
0
Zugang /
Abgang /
Nettover-
änderung
659.635
–104.014
–2.801
552.820
Verbrauch
–382
–382
Direktab-
schreibung
–127
–127
Zum
31.12.2023
8.102.296
324.790
96.939
8.524.026
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Zum
1.1.2022
7.497.734
311.710
25.154
7.834.598
nach
Stage 1
110.760
–110.698
–62
0
nach
Stage 2
–353.442
356.439
–2.997
0
nach
Stage 3
–4.671
–3.649
8.319
0
Zugang /
Abgang /
Nettover-
änderung
136.563
10.350
–9.076
137.837
Verbrauch
–514
–514
Direktab-
schreibung
–206
–206
Zum
31.12.2022
7.386.944
564.152
20.619
7.971.715
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
56
(37) Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden
zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten nach
Geschäftsarten
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Giro- und Clearinggeschäfte
14.147
8.244
Geldmarktgeschäfte
530.687
922.674
Gesamt
544.834
930.918
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten nach
Fristen (Restlaufzeit)
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Täglich fällig
127.318
76.972
bis 3 Monate
116.400
5.000
über 3 Monate bis 1 Jahr
100.000
400.000
über 1 Jahr bis 5 Jahre
3.000
203.400
über 5 Jahre
198.116
245.547
Gesamt
544.834
930.918
Zum 31. Dezember 2023 beträgt das im Posten Verbind-
lichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthaltene Volumen
an längerfristigen Finanzierungsgeschäften aus dem
TLTRO III-Programm der Europäischen Zentralbank
(EZB) TEUR 200.000 (2022: TEUR 600.000). 2023
wurde die Tranche 4 über TEUR 200.000 mit Fälligkeit im
Juni 2023 vorzeitig im März 2023 gekündigt. Die Tranche
5 über ebenso TEUR 200.000 ist im September 2023
ausgelaufen. Auf Basis einer Analyse der für die Oberös-
terreichische Landesbank Aktiengesellschaft als Kredit-
institut am Markt für vergleichbar besicherte Refinanzie-
rungsquellen erzielbaren Konditionen ergibt sich die
Auffassung, dass die Konditionen des TLTRO III-
Programmes keinen wesentlichen Vorteil im Vergleich
zum Markt bieten. Die Finanzierungsverbindlichkeit wird
als Finanzinstrument mit einem Bilanzwert in Höhe von
TEUR 200.000 (2022: TEUR 600.000) ausgewiesen, für
die laufende Verzinsung wird immer der aktuell gültige
Zinssatz verwendet. Die im Oktober 2022 seitens der
EZB veröffentlichten Änderungen am TLTRO III-
Programm (Änderung der Verzinsungsmodalitäten und
Einfügen weiterer Rückzahlungsoptionen) stellen nach
Auffassung der Oberösterreichische Landesbank Aktien-
gesellschaft keine wesentliche Vertragsanpassung dar,
weshalb diese Änderungen ebenfalls lediglich zu einer
Zinssatzänderung führten. Schätzungsänderungen oder
Buchwertanpassungen waren in diesem Zusammenhang
nicht notwendig.
Das benötigte Kreditwachstum für die erste Sonderver-
zinsungsperiode (Beobachtungsperiode: 1. März 2020 bis
zum 31. März 2021) sowie für die zweite Sonderverzin-
sungsperiode (Beobachtungsperiode: 1. Oktober 2021 bis
zum 31. Dezember 2021) wurde erfüllt. Die Verzinsung
wurde somit mit –1,0 % festgesetzt. Nach dem Ende der
zweiten Sonderverzinsungsperiode am 23. Juni 2022
wurde bis zum 23. November 2022 die Verzinsung basie-
rend auf dem durchschnittlichen EZB-Zinssatz der Einla-
genfazilität seit Start der Geschäfte ermittelt. Ab dem 23.
November 2022 bis zur Fälligkeit der jeweiligen Tranche
werden die TLTRO-Verbindlichkeiten basierend auf dem
jeweils aktuell gültigen EZB-Zinssatz der Einlagenfazilität
verzinst. Dieser beläuft sich zum 31. Dezember 2023 auf
4,0 %. Im laufenden Geschäftsjahr 2023 betrug der
(2022: negative) Zinsaufwand aus dem TLTRO
III-Programm insgesamt TEUR –12.375 (2022: TEUR
2.635).
(38) Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden werden über-
wiegend zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.
Für Verbindlichkeiten gegenüber Kunden in Höhe von
TEUR 37.658 (2022: TEUR 36.363), deren Zinsrisiken
mittels Zinsswap abgesichert wurden, wurde die Fair
Value-Option in Anspruch genommen, da es ansonsten
zu Inkongruenzen bei der Bewertung und dem Ansatz
gegenüber dem Sicherungsgeschäft kommen würde
(accounting mismatch). Für Verbindlichkeiten gegenüber
Kunden in Höhe von TEUR 34.326 (2022: TEUR 32.125)
wird Hedge Accounting angewendet.
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden nach
Geschäftsarten (Produkte)
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Sichteinlagen
1.140.428
1.279.899
Termineinlagen
1.379.079
574.600
Spareinlagen
410.676
446.087
Gesamt
2.930.183
2.300.585
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden nach Fristen
(Restlaufzeit)
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Täglich fällig
1.319.226
1.649.855
bis 3 Monate
764.540
386.951
über 3 Monate bis 1 Jahr
456.041
101.533
über 1 Jahr bis 5 Jahre
318.351
115.345
über 5 Jahre
72.025
46.901
Gesamt
2.930.183
2.300.585
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
57
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden nach
Geschäftsfeldern (Segmente)
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Großkunden
1.425.463
982.088
Retail und Wohnbau
1.432.712
1.249.990
Financial Markets
71.984
68.487
Sonstige
23
21
Gesamt
2.930.183
2.300.585
(39) Verbriefte Verbindlichkeiten
Für Verbriefte Verbindlichkeiten in Höhe von
TEUR 1.750.659 (2022: TEUR 1.617.966), deren Zinsrisi-
ken mittels Zinsswap abgesichert wurden, wurde die Fair
Value-Option in Anspruch genommen, da es ansonsten
zu Inkongruenzen bei der Bewertung und dem Ansatz
gegenüber dem Sicherungsgeschäft kommen würde
(accounting mismatch). Für Verbriefte Verbindlichkeiten in
Höhe von TEUR 638.539 (2022: TEUR 815.696) wird
Hedge Accounting angewendet. Die restlichen Verbrief-
ten Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaf-
fungskosten bilanziert.
Verbriefte Verbindlichkeiten nach Geschäftsarten
(Produkte)
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Pfandbriefe
2.444.274
2.260.010
Kommunalbriefe
438.748
434.112
Wohnbauanleihen
*)
718.041
536.878
Anleihen
819.576
713.946
Gesamt
4.420.638
3.944.946
*)
Die Emissionen der Hypo-Wohnbaubank Aktiengesell-
schaft wurden treuhändig für die Oberösterreichische
Landesbank Aktiengesellschaft (Treugeber) begeben.
Verbriefte Verbindlichkeiten nach Fristen (Restlaufzeit)
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Täglich fällig
*)
48.787
40.151
bis 3 Monate
81.750
55.586
über 3 Monate bis 1 Jahr
159.502
352.237
über 1 Jahr bis 5 Jahre
1.922.161
1.267.193
über 5 Jahre
2.208.439
2.229.779
Gesamt
4.420.638
3.944.946
*)
Im Wesentlichen handelt es sich um Zinsabgrenzungen.
(40) Negative Marktwerte aus derivativen Geschäften
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Zinssatzgeschäfte
72.750
122.782
hievon Hedge Accounting
27.621
54.763
Wechselkursgeschäfte
16.000
12.888
hievon Hedge Accounting
15.320
12.867
Gesamt
88.750
135.670
(41) Rückstellungen
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Rückstellungen für Sozialkapital
12.896
13.425
Sonstige Rückstellungen
5.793
8.827
Gesamt
18.689
22.252
Entwicklung des Sozialkapitals (DB0)
in TEUR
Pen-
sions-
rück-
stellun-
gen
Abferti-
gungs-
rück-
stellun-
gen
Jubi-
läums-
geld-
rück-
stellun-
gen
Rück-
stellun-
gen
Sozial-
kapital
Stand 1.1.2023
5.502
6.650
1.273
13.425
Laufender
Dienstzeitaufwand
6
219
76
301
Zinsaufwand
224
275
55
553
Gewinn/Verlust aus
Anlass der Beendi-
gung des Arbeitsver-
hältnisses
–257
–257
Versicherungsmath.
Gewinne/Verluste
–311
268
132
89
aus demografischen
Annahmen
–1
–150
–13
–164
aus finanziellen
Annahmen
394
354
88
836
aus erfahrungsbe-
dingter Berichtigung
–704
64
57
–583
Zahlungen
–422
–738
–56
–1.216
Stand 31.12.2023
5.000
6.416
1.480
12.896
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
58
in TEUR
Pen-
sions-
rück-
stellun-
gen
Abferti-
gungs-
rück-
stellun-
gen
Jubi-
läums-
geld-
rück-
stellun-
gen
Rück-
stellun-
gen
Sozial-
kapital
Stand 1.1.2022
7.411
8.489
1.388
17.289
Laufender
Dienstzeitaufwand
17
278
91
387
Zinsaufwand
72
81
14
167
Gewinn/Verlust aus
Anlass der Beendi-
gung des Arbeitsver-
hältnisses
–310
–310
Versicherungsmath.
Gewinne/Verluste
–1.568
–757
–178
–2.503
aus demografischen
Annahmen
–104
–31
–135
aus finanziellen
Annahmen
–1.379
–774
–193
–2.346
aus erfahrungsbe-
dingter Berichtigung
–189
121
46
–22
Zahlungen
–430
–1.132
–42
–1.603
Stand 31.12.2022
5.502
6.650
1.273
13.425
Am 31. Dezember 2023 lag die gewichtete durchschnittli-
che Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtungen für
Abfertigungen bei 7,92 Jahre (2022: 7,78 Jahre), für Jubi-
läumsgelder bei 8,76 Jahre (2022: 8,99 Jahre) und für
Pensionen bei 10,37 Jahre (2022: 9,96 Jahre).
Sensitivitätsanalyse der Defined Benefit
Obligation (DBO)
Zum Bilanzstichtag wurden Sensitivitätsanalysen durch-
geführt, indem die jeweiligen Annahmen zu den wichtigs-
ten Bewertungsparametern unter vernünftiger Betrach-
tungsweise variieren und die Barwerte der leistungsorien-
tierten Verpflichtungen für Pensionen und Abfertigungen
neu berechnet wurden:
Para-
meter
Verän-
derung
der An-
nahme
Veränderungen DBO
Pensionen
Abfertigungen
31.12.
2023
31.12.
2022
31.12.
2023
31.12.
2022
Rechnungs-
zins
+0,5 %
–4,69 %
–4,32 %
–3,74 %
–3,64 %
–0,5 %
5,11 %
4,69 %
3,98 %
3,88 %
Bezüge
+0,5 %
0,00 %
0,21 %
3,88 %
3,80 %
–0,5 %
0,00 %
–0,15 %
–3,68 %
–3,60 %
Pensionen
+0,5 %
5,14 %
4,73 %
–0,5 %
–4,75 %
–4,40 %
Entwicklung Sonstige Rückstellungen
in TEUR
Stand
1.1.
2023
Zufüh-
rungen
Ver-
brauch
Auf-
lösungen
Stand
31.12.
2023
Risiken
aus dem
Kredit-
geschäft
969
362
–211
1.120
Verpflich-
tungen
für Negativ-
zinsen
6.301
–3.026
3.274
Übrige
sonstige
Rück-
stellungen
1.557
1.382
–1.261
–279
1.398
Gesamt
8.827
1.744
–1.261
–3.517
5.793
Bei den Verpflichtungen künftiger Zahlungen betreffend
Negativzinsen wurde der aktuellen höchstgerichtlichen
Judikatur im Zusammenhang mit der Zulässigkeit der
Vereinbarung eines Mindestzinssatzes Rechnung getra-
gen. Da nach den Gerichtsurteilen des Obersten Ge-
richtshofs (OGH) die endgültig rechtliche Beurteilung für
Nichtverbraucher nach wie vor in Klärung ist, wurden
entsprechende Vorsorgen getroffen. Die Schätzunsicher-
heit bezieht sich hier auf das Eintrittsereignis. Die Auflö-
sung ist darauf zurückzuführen, dass die Wahrscheinlich-
keit der Inanspruchnahme gegenüber dem Vorjahr niedri-
ger eingeschätzt wurde.
Für weitere Informationen zur Entwicklung der Vorsorgen
für Risiken aus dem Kreditgeschäft wird auf Punkt (36)
verwiesen.
(42) Sonstige Passiva
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Rechnungsabgrenzungsposten
443
453
Leasingverbindlichkeiten
gemäß IFRS 16
21.558
20.735
Übrige Passiva
25.624
42.981
Gesamt
47.625
64.170
Der Posten Übrige Passiva umfasst Verbindlichkeiten aus
Personalverrechnung in Höhe von TEUR 3.627 (2022:
TEUR 3.754), Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanz-
amt in Höhe von TEUR 3.289 (2022: TEUR 1.821), Ver-
rechnungskonten aus der Abwicklung von Wohnbau-
darlehen in Höhe von TEUR 4.215 (2022: TEUR 4.041)
sowie Verbindlichkeiten aus bankfremden Tätigkeiten in
Höhe von TEUR 1.312 (2022: TEUR 1.568). Außerdem sind
notwendige Anpassungen aus der Stichtagsverschiebung
in Bezug auf die Ergebnisverrechnung mit vollkonsolidier-
ten Tochterunternehmen im 4. Quartal in Höhe von
TEUR 11.918 (2022: TEUR 25.158) enthalten.
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
59
(43) Steueransprüche und -verbindlichkeiten
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Laufende Steueransprüche
1.024
Gesamt
1.024
0
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Laufende Steuerverbindlichkeiten
2.435
Latente Steuerverbindlichkeiten
13.171
8.706
Gesamt
13.171
11.141
in TEUR
Latente
Steuer-
ansprüche
31.12.2023
Latente
Steuer-
schulden
31.12.2023
erfolgs-
wirksam
2023
Forderungen an Kunden
2.334
–1.907
Positive Marktwerte aus
derivativen Geschäften
25.753
–3.462
Finanzanlagen und
Anteile an At Equity-
bewerteten Unternehmen
2.883
4.150
Verbindlichkeiten
gegenüber Kunden
854
17.415
Verbriefte
Verbindlichkeiten
5.836
970
Negative Marktwerte aus
derivativen Geschäften
19.154
–14.227
Nachrangkapital
1.159
24
Rückstellungen
1.815
–742
Andere Posten
764
753
8
Saldierung Steuerlatenz
–24.067
–24.067
Latente
Steuerverbindlichkeiten
0
13.171
2.229
in TEUR
Latente
Steuer-
ansprüche
31.12.2022
Latente
Steuer-
schulden
31.12.2022
erfolgs-
wirksam
2022
Forderungen an Kunden
4.240
10.384
Positive Marktwerte aus
derivativen Geschäften
22.291
64.047
Finanzanlagen und
Anteile an At Equity-
bewerteten Unternehmen
1.607
4.627
14.173
Verbindlichkeiten
gegenüber Kunden
1.659
–3.424
Verbriefte
Verbindlichkeiten
20.807
–97.238
Negative Marktwerte aus
derivativen Geschäften
33.442
11.713
Nachrangkapital
1.183
–257
Rückstellungen
2.567
–438
Andere Posten
4
2
Saldierung Steuerlatenz
–41.861
–41.861
Latente
Steuerverbindlichkeiten
0
8.706
–1.037
Aus der erfolgsneutralen Bewertung der Finanzinstru-
mente, die als OCI-Bestand klassifiziert worden sind,
sowie für das direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnis
aus der Bewertung des Sozialkapitals wurden auch die
latenten Steuern direkt im Eigenkapital und somit er-
folgsneutral gebildet. Im Jahr 2023 betrug der erfolgs-
neutral erfasste latente Steueraufwand TEUR –6.694
(2022: Steuerertrag TEUR 7.232).
Auf temporäre Differenzen aus Anteilen an Tochterunter-
nehmen und assoziierten Unternehmen, die von Konzern-
gesellschaften gehalten werden, in Höhe von TEUR
54.852 (2022: TEUR 51.478) wurden in Übereinstimmung
mit IAS 12.39 keine passiven latenten Steuern angesetzt,
da sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit
erwartungsgemäß nicht umkehren werden. Bei den tem-
porären Differenzen handelt es sich um thesaurierte
Gewinnanteile, deren Ausschüttung nicht beabsichtigt ist
bzw. auf absehbare Zeit steuerfrei bleiben wird. Zum
31. Dezember 2023 wurde daher – ohne Berücksichti-
gung der steuerfreien Gewinnausschüttungen von Toch-
terunternehmen – eine hypothetische Steuerschuld von
TEUR 12.616 (2022: TEUR 11.841) nicht angesetzt.
(44) Nachrangkapital
Dieser Posten enthält Ergänzungskapital im Sinne des
Artikel 62 ff. CRR. Weiters erfolgt in diesem Posten der
Ausweis von Hybridkapital.
Für Nachrangkapital in Höhe von TEUR 20.321 (2022:
TEUR 20.051), dessen Zinsrisiken mittels Zinsswap
abgesichert wurden, wurde die Fair Value-Option in
Anspruch genommen, da es ansonsten zu Inkongruenzen
bei der Bewertung und dem Ansatz gegenüber dem
Sicherungsgeschäft kommen würde (accounting
mismatch). Das restliche Nachrangkapital wird zu
fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
60
Nachrangkapital nach Geschäftsarten
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Nachrangige Verbindlichkeiten
48.513
48.120
Ergänzungskapital
16.963
16.225
Gesamt
65.476
64.345
Nachrangkapital nach Fristen (Restlaufzeit)
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Täglich fällig
536
394
über 5 Jahre
64.940
63.952
Gesamt
65.476
64.345
Der Gesamtbetrag der Zinsaufwendungen für nachrangi-
ge Verbindlichkeiten betrug im Geschäftsjahr 2023
TEUR –2.307 (2022: TEUR –744).
Überleitungsrechnung betreffend der Angabe zum
Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit
in TEUR
2023
2022
Nachrangkapital 1.1.
64.345
62.361
Zahlungswirksame Veränderungen
Einzahlungen
718
4.085
Zahlungsunwirksame Veränderungen
Veränderung Fair Value
258
–2.412
Veränderung Zinsabgrenzung
155
311
Nachrangkapital 31.12.
65.476
64.345
(45) Eigenkapital
Das Eigenkapital setzt sich aus dem der Bank zur Verfü-
gung gestellten Kapital (Gezeichnetes Kapital zuzüglich
Kapitalrücklagen) und aus erwirtschaftetem Kapital (Ge-
winnrücklagen sowie erfolgsneutral gebildete Rücklagen
und das Konzernjahresergebnis) zusammen. Erfolgsneut-
rale Bewertungsänderungen aus At Equity-bewerteten
Unternehmen werden ebenfalls unter den Gewinnrückla-
gen geführt. Unter der OCI-Rücklage werden die nicht
ergebniswirksam erfassten Bewertungsänderungen des
FVOCI-Bestandes sowie die bonitätsbedingten Verände-
rungen der zum Fair Value bewerteten Verbindlichkeiten
zusammengefasst. Die IAS 19-Rücklage stellt die kumu-
lierten versicherungsmathematischen Gewinne und Ver-
luste aus den Personalrückstellungen dar.
Gezeichnetes Kapital
Das gezeichnete Kapital besteht aus dem Grundkapital
in der Höhe von TEUR 14.664 (2022: TEUR 14.664).Am
31. Dezember 2023 waren 2.017.000 (2022: 2.017.000)
Aktien mit einem Nominale von EUR 7,27 je Aktie im Um-
lauf. Von den ausgegebenen Aktien hat das Mutterunter-
nehmen zum 31. Dezember 2023 14.578 Anteile (2022:
14.161) im eigenen Besitz. Die Veränderung stammt aus
Rückkäufen der Stammaktien – vormals Vorzugsaktien –
von ausgeschiedenen Mitarbeitern oder aus Ankäufen
von Mitarbeitern.
Bei den 17.000 Stück Mitarbeiteraktien der Oberösterrei-
chische Landesbank Aktiengesellschaft handelt es sich
um für ein Mitarbeiterbeteiligungsmodell im Zuge der
Privatisierung 1997 ausgegebene Aktien. Diese wurden
zum damaligen Zeitpunkt einmalig unentgeltlich an Ar-
beitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vor-
standes der Oberösterreichische Landesbank Aktienge-
sellschaft ausgegeben. Die Übernehmer dieser Aktien
sind verpflichtet die Aktien in definierten Aufgriffsfällen in
nachstehender Reihenfolge dem Betriebsratsfonds, dem
vom Betriebsrat nominierten Mitarbeiter, der Oberöster-
reichische Landesbank Aktiengesellschaft, der Landes-
holding GmbH oder der Hypo Holding GmbH zur Über-
nahme anzubieten. Einen Aufgriffsfall stellen beispiels-
weise das Ausscheiden, die Pensionierung oder das
Ableben eines Mitarbeiters dar.
Der Kurs der Mitarbeiteraktien wird im Rahmen der ge-
nehmigten IFRS-Konzernbilanz einmal jährlich festgelegt.
Die Aktien können vom Mitarbeiter zu diesem Kurs er-
worben werden, ein begünstigter Verkauf liegt nicht vor.
Der Kauf und Verkauf von Mitarbeiteraktien ist aus-
schließlich im Monat nach der Hauptversammlung und
nur für aktive Mitarbeiter in unbefristeten und ungekün-
digten Dienstverhältnissen möglich, wobei pro Mitarbeiter
insgesamt maximal 50 Stück erworben werden können.
Im Jahr 2023 wurden von der Oberösterreichische Lan-
desbank Aktiengesellschaft 425 Aktien (2022: 603 Ak-
tien) zum Gesamtwert von TEUR 104 (2022: TEUR 146)
erworben und 8 Aktien (2022: 120 Aktien) von den Mitar-
beitern zum Gesamtwert von TEUR 2 (2022: TEUR 29)
rückerworben. Die Ergebnisse daraus werden direkt im
Eigenkapital berücksichtigt.
Gewinnrücklagen
Die Gewinnrücklagen bestehen aus den gesetzlichen
Rücklagen, anderen Gewinnrücklagen und der Haftrück-
lage. Die Dotierung der Haftrücklage unterliegt den Be-
stimmungen des § 57 Abs. 5 BWG. 2023 war eine Dotie-
rung in Höhe von TEUR –1.221 (2022: TEUR –1.907) er-
forderlich.
Die Gesamtkapitalrentabilität beträgt zum 31. Dezember
2023 0,41 % (2022: 0,42 %) und ermittelt sich aus dem
Konzernjahresüberschuss nach Steuern geteilt durch das
Gesamtkapital (Bilanzsumme).
Other Comprehensive Income (OCI)-Rücklage
Erfolgsneutral und somit ebenfalls direkt im Eigenkapital
werden die Bewegungen in der OCI-Rücklage erfasst.
Diese Bewegungen umfassen insbesondere die versiche-
rungsmathematischen Gewinne und Verluste aus der
Bewertung des Sozialkapitals (IAS 19-Rücklage), boni-
tätsbedingte Veränderungen der zum Fair Value bewerte-
ten Verbindlichkeiten und Fair Value-Änderungen bei
FVOCI-Finanzinstrumenten (Sonstige OCI-Rücklage). Im
Jahr 2023 entsprechen diese Bewegungen einem sons-
tigen Ergebnis von TEUR 22.325 (2022: TEUR –23.466).
Bei der Bewertung des OCI-Bestandes sowie bei der
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
61
Erfassung der IAS 19-Rücklage wurden die latenten
Steuern unmittelbar im Eigenkapital in Abzug gebracht.
Aufgrund von Abgängen von OCI-Beständen wurde im
Berichtsjahr die Rücklage in Höhe von TEUR 28 (2022:
TEUR 2) erfolgswirksam aufgelöst.
Die Sonstige OCI-Rücklage setzt sich wie folgt
zusammen:
in TEUR
1.1.2023
Verände-
rungen
31.12.2023
Bonitätsbedingte
Veränderungen der zum
Fair Value bewerteten
Verbindlichkeiten
9.104
8.940
18.044
Änderungen des
Fair Values bei
FVOCI-Eigenkapital-
instrumenten
–14.772
7.580
–7.191
Änderungen des
Fair Values bei
FVOCI-Schuldtiteln
–21.472
5.922
–15.550
Gesamt
–27.140
22.442
–4.698
in TEUR
1.1.2022
Verände-
rungen
31.12.2022
Bonitätsbedingte
Veränderungen der zum
Fair Value bewerteten
Verbindlichkeiten
–1.006
10.110
9.104
Änderungen des
Fair Values bei
FVOCI-Eigenkapital-
instrumenten
–3.205
–11.566
–14.772
Änderungen des
Fair Values bei
FVOCI-Schuldtiteln
2.524
–23.996
–21.472
Gesamt
–1.688
–25.452
–27.140
Die Risikovorsorgen von finanziellen Vermögenswerten,
die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet
werden, betragen vor Steuerlatenz zum Bilanzstichtag
TEUR 85 (2022: TEUR 286).
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
62
Zusätzliche IFRS-Informationen
(46) Gesamtvolumen noch nicht abgewickelter derivativer Finanzprodukte
31.12.2023
Nominalbeträge nach Restlaufzeit
Marktwerte clean
in TEUR
bis 1 Jahr
1 bis 5 Jahre
über 5 Jahre
Gesamt
positiv
negativ
Zinssatzverträge
176.636
710.386
1.871.030
2.758.052
113.116
75.339
Wechselkursverträge
59.929
41.917
101.846
6.714
14.998
Zinsoptionen
45
23
28.287
28.355
386
382
Devisentermingeschäfte
19.556
19.556
4
694
Gesamt
196.237
770.338
1.941.234
2.907.809
120.220
91.413
31.12.2022
Nominalbeträge nach Restlaufzeit
Marktwerte clean
in TEUR
bis 1 Jahr
1 bis 5 Jahre
über 5 Jahre
Gesamt
positiv
negativ
Zinssatzverträge
335.841
739.124
1.866.263
2.941.228
99.431
131.459
Wechselkursverträge
56.068
45.778
101.846
8.940
12.785
Zinsoptionen
124
30.115
30.239
638
630
Devisentermingeschäfte
22.590
22.590
336
21
Gesamt
358.431
795.316
1.942.156
3.095.903
109.345
144.895
(47) Saldierung von Finanzinstrumenten
Vermögenswerte
31.12.2023
in TEUR
Finanzielle
Vermögens-
werte (brutto)
Aufgerechnete
bilanzierte
Beträge
(brutto)
Bilanzierte
finanzielle Ver-
mögenswerte
(netto)
Effekt von
Aufrechnungs-
Rahmenverein-
barungen
Sicherheiten
in Form
von Finanz-
instrumenten
Nettobetrag
Derivative Finanzinstrumente
mit Kreditinstituten
105.202
105.202
–28.704
–72.885
3.612
Derivative Finanzinstrumente
mit zentralen Gegenparteien
29.855
29.855
–4.096
–24.937
822
Forderungen gegenüber
Kreditinstituten
148.239
148.239
–62.741
85.498
Verbindlichkeiten
31.12.2023
in TEUR
Finanzielle
Verbindlich-
keiten (brutto)
Aufgerechnete
bilanzierte
Beträge
(brutto)
Bilanzierte
finanzielle Ver-
bindlichkeiten
(netto)
Effekt von
Aufrechnungs-
Rahmenverein-
barungen
Sicherheiten
in Form
von Finanz-
instrumenten
Nettobetrag
Derivative Finanzinstrumente
mit Kreditinstituten
74.035
74.035
–28.704
–41.994
3.336
Derivative Finanzinstrumente
mit zentralen Gegenparteien
14.715
14.715
–4.096
–10.494
125
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
544.834
544.834
–62.741
482.093
Vermögenswerte
31.12.2022
in TEUR
Finanzielle
Vermögens-
werte (brutto)
Aufgerechnete
bilanzierte
Beträge
(brutto)
Bilanzierte
finanzielle Ver-
mögenswerte
(netto)
Effekt von
Aufrechnungs-
Rahmenverein-
barungen
Sicherheiten
in Form
von Finanz-
instrumenten
Nettobetrag
Derivative Finanzinstrumente
mit Kreditinstituten
92.713
92.713
–43.896
–44.141
4.676
Derivative Finanzinstrumente
mit zentralen Gegenparteien
33.058
33.058
–3.216
–29.357
485
Forderungen gegenüber
Kreditinstituten
185.172
185.172
–77.889
107.283
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
63
Verbindlichkeiten
31.12.2022
in TEUR
Finanzielle
Verbindlich-
keiten (brutto)
Aufgerechnete
bilanzierte
Beträge
(brutto)
Bilanzierte
finanzielle Ver-
bindlichkeiten
(netto)
Effekt von
Aufrechnungs-
Rahmenverein-
barungen
Sicherheiten
in Form
von Finanz-
instrumenten
Nettobetrag
Derivative Finanzinstrumente
mit Kreditinstituten
114.246
114.246
–43.896
–66.347
4.003
Derivative Finanzinstrumente
mit zentralen Gegenparteien
21.423
21.423
–3.216
–17.955
253
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
930.918
930.918
–77.889
853.030
Bei den Verträgen zu derivativen Finanzinstrumenten
handelt es sich um Deutsche und Österreichische Rah-
menverträge für Finanztermingeschäfte sowie den zuge-
hörigen Sicherheitenvereinbarungen, welche die Kriterien
für eine Saldierung gemäß IAS 32.42 der umfassten Fi-
nanzinstrumente nicht erfüllen. Das im Vertrag enthaltene
Aufrechnungsrecht von Marktwerten und Sicherheiten
entsteht für die Vertragsparteien nur bei Ausfall, Insol-
venz, Konkurs und Kündigung. Die Vertragsparteien be-
absichtigen auch keine Erfüllung der Geschäfte auf Netto-
basis. Als Sicherheiten dienen gemäß zugehöriger Sicher-
heitenvereinbarungen Cash-Collaterals. An zentrale Ge-
genparteien wurden Ersteinschusszahlungen in Höhe von
TEUR 12.475 (2022: TEUR 17.683) geleistet.
Bei den aufgerechneten Forderungen und Verbindlichkei-
ten gegenüber Kreditinstituten handelt es sich um eine
individuelle Nettingvereinbarung mit einem Vertrags-
partner zur Minderung des Kreditrisikos gemäß CRR.
Weiters existieren seit 2016 für Forderungen und Ver-
bindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten ver-
tragliche Nettingvereinbarungen für die Anerkennung von
risikomindernden Effekten.
(48) Fair Values
31.12.2023
in TEUR
Buchwert
Fair Value
Level 1
Fair Value
Level 2
Fair Value
Level 3
Fair Value
gesamt
AKTIVA
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle
Vermögenswerte
Barreserve
*)
1.102.713
Forderungen an Kreditinstitute
148.239
152.375
152.375
Forderungen an Kunden
5.811.952
6.459.555
6.459.555
Finanzanlagen
444.687
268.748
6.559
158.602
433.908
Sonstige Aktiva (Finanzinstrumente)
*)
1.151
Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte
Forderungen an Kunden
128.187
128.187
128.187
Finanzanlagen
57.473
784
56.688
57.473
Positive Marktwerte aus derivativen Geschäften
134.016
134.016
134.016
Zum Fair Value designierte finanzielle Vermögenswerte
Forderungen an Kunden
214.382
214.382
214.382
Finanzanlagen
141.247
99.838
41.409
141.247
Erfolgsneutral zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte
Finanzanlagen
300.593
234.454
66.139
300.593
Hedge Accounting
Positive Marktwerte aus derivativen Geschäften
1.041
1.041
1.041
*)
Der Fair Value entspricht dem Buchwert, weil es sich überwiegend um kurzfristige Aktiva handelt.
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
64
31.12.2023
in TEUR
Buchwert
Fair Value
Level 1
Fair Value
Level 2
Fair Value
Level 3
Fair Value
gesamt
PASSIVA
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
544.834
544.189
544.189
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
2.858.198
2.856.931
2.856.931
Verbriefte Verbindlichkeiten
2.031.440
1.922.428
1.922.428
Nachrangkapital
45.155
31.207
31.207
Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
Negative Marktwerte aus derivativen Geschäften
45.810
45.810
45.810
Zum Fair Value designierte finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
37.658
37.658
37.658
Verbriefte Verbindlichkeiten
1.750.659
1.750.659
1.750.659
Nachrangkapital
20.321
20.321
20.321
Hedge Accounting
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
34.326
34.326
34.326
Verbriefte Verbindlichkeiten
638.539
638.539
638.539
Negative Marktwerte aus derivativen Geschäften
42.940
42.940
42.940
31.12.2022
in TEUR
Buchwert
Fair Value
Level 1
Fair Value
Level 2
Fair Value
Level 3
Fair Value
gesamt
AKTIVA
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle
Vermögenswerte
Barreserve
*)
669.189
Forderungen an Kreditinstitute
185.172
181.994
181.994
Forderungen an Kunden
5.593.409
5.449.273
5.449.273
Finanzanlagen
412.406
205.261
29.483
155.171
389.915
Sonstige Aktiva (Finanzinstrumente)
*)
1.961
Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte
Forderungen an Kunden
119.267
119.267
119.267
Finanzanlagen
52.328
793
51.535
52.327
Positive Marktwerte aus derivativen Geschäften
125.624
125.624
125.624
Zum Fair Value designierte finanzielle Vermögenswerte
Forderungen an Kunden
169.410
169.410
169.410
Finanzanlagen
150.448
108.296
42.152
150.448
Erfolgsneutral zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte
Finanzanlagen
306.606
244.210
62.396
306.606
Hedge Accounting
Positive Marktwerte aus derivativen Geschäften
147
147
147
*)
Der Fair Value entspricht dem Buchwert, weil es sich überwiegend um kurzfristige Aktiva handelt.
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
65
31.12.2022
in TEUR
Buchwert
Fair Value
Level 1
Fair Value
Level 2
Fair Value
Level 3
Fair Value
gesamt
PASSIVA
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
930.918
930.224
930.224
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
2.232.098
2.232.202
2.232.202
Verbriefte Verbindlichkeiten
1.511.285
1.335.836
1.335.836
Nachrangkapital
44.294
31.409
31.409
Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
Negative Marktwerte aus derivativen Geschäften
68.039
68.039
68.039
Zum Fair Value designierte finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
36.363
36.363
36.363
Verbriefte Verbindlichkeiten
1.617.966
1.617.966
1.617.966
Nachrangkapital
20.051
20.051
20.051
Hedge Accounting
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
32.125
32.125
32.125
Verbriefte Verbindlichkeiten
815.696
815.696
815.696
Negative Marktwerte aus derivativen Geschäften
67.631
67.631
67.631
Das maximale Ausfallrisiko in Bezug auf die erfolgs-
wirksam zum beizulegenden Zeitwert designierten Ver-
mögenswerte beträgt zum 31. Dezember 2023
TEUR 355.629 (2022: TEUR 319.858).
Der Buchwert der als erfolgswirksam zum beizulegenden
Zeitwert eingestuften Verbindlichkeiten ist um TEUR
26.594 höher (2022: um TEUR 23.897 niedriger) als der
vertragsgemäß bei Fälligkeit an die Gläubiger zu zahlende
Betrag. Dem stehen jedoch in Summe Marktwerte aus
Sicherungsgeschäften in Höhe von TEUR 13.541 (2022:
TEUR –35.684) gegenüber.
Umwidmungen
Umwidmungen zwischen den Level-Kategorien finden
aufgrund der intern festgelegten Level-Policy statt. Die
Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
berücksichtigt Umgliederungen in der Fair Value-
Hierarchie am Ende der Berichtsperiode, in der die Ände-
rung eingetreten ist.
Am Berichtsstichtag fand eine (2022: keine) Umwidmung
von Level 1 in Level 2 bei einem Finanzinstrument mit
einem Buchwert von TEUR 1.726 (2022: TEUR 0) statt.
Am Berichtsstichtag fand keine (2022: keine) Umwid-
mung von Level 1 in Level 3 bei Finanzinstrumenten statt.
Am Berichtsstichtag fand keine (2022: keine) Umwid-
mung von Level 2 in Level 1 bei Finanzinstrumenten statt.
Am Berichtsstichtag fanden zwei (2022: keine) Umwid-
mungen von Level 2 in Level 3 bei Finanzinstrumenten mit
einem Buchwert von TEUR 9.252 (2022: TEUR 0) statt.
Am Berichtsstichtag fand keine (2022: keine) Umwid-
mung von Level 3 in Level 1 bei Finanzinstrumenten statt.
Am Berichtsstichtag fand keine (2022: keine) Umwid-
mung von Level 3 in Level 2 bei Finanzinstrumenten statt.
Auswirkungen der Reklassifizierungen zum Bilanz-
stichtag
Im Geschäftsjahr 2023 wurden die Geschäftsmodelle
unverändert beibehalten und demnach keine Reklassifi-
zierungen aufgrund von Geschäftsmodelländerungen
vorgenommen.
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
66
Spezielle Angaben für Level 3
IFRS-Kategorie
in TEUR
1.1.2023
Zugänge
Abgänge
Reali-
siertes
Ergebnis
Bewer-
tungs-
ergebnis
Tilgun-
gen
Amorti-
sation
OCI-
Rücklage
1.1.2023
Verän-
derung
Rücklage
OCI-
Rücklage
31.12.2023
vor Steuer-
latenz
Zinsab-
gren-
zung
Bilanzwert
31.12.2023
Fremdkapital
Kredite FVPL
designiert
169.410
63.981
10.482
–29.417
–74
214.382
Kredite FVPL
119.267
19.346
–2.295
–8.142
11
128.187
Wertpapiere
FVPL designiert
42.152
–747
4
41.409
Eigenkapital
Wertpapiere
FVPL
51.535
22.531
–22.531
5.153
56.688
Wertpapiere
FVOCI
30.000
–5.956
1.401
–4.555
31.401
Beteiligungen
FVOCI
32.396
–73
9.357
2.415
11.772
34.738
Gesamt Aktiva
444.760
105.858
–22.604
0
12.593
–37.559
0
3.401
3.816
7.217
–59
506.805
At Fair Value
1.674.380
146.095
18.035
245
–56.980
–76.295
11.823
11.610
23.433
1.298
1.808.638
Gesamt Passiva
1.674.380
146.095
18.035
245
–56.980
–76.295
0
11.823
11.610
23.433
1.298
1.808.638
IFRS-Kategorie
in TEUR
1.1.2022
Zugänge
Abgänge
Reali-
siertes
Ergebnis
Bewer-
tungs-
ergebnis
Tilgun-
gen
Amorti-
sation
OCI-
Rücklage
1.1.2022
Verän-
derung
Rücklage
OCI-
Rücklage
31.12.2022
vor Steuer-
latenz
Zinsab-
gren-
zung
Bilanzwert
31.12.2022
Fremdkapital
Kredite FVPL
designiert
185.230
23.458
–39.197
–81
169.410
Kredite FVPL
92.160
30.201
–3.098
4
119.267
Wertpapiere
FVPL designiert
60.561
–18.413
4
42.152
Eigenkapital
Wertpapiere
FVPL
52.938
4.998
–5.004
–1.396
51.535
Wertpapiere
FVOCI
35.835
–121
–5.835
–5.956
30.000
Beteiligungen
FVOCI
26.248
–21
3.188
6.169
9.357
32.396
Gesamt Aktiva
452.972
35.199
18.433
0
–62.104
0
0
3.067
334
3.401
–73
444.760
At Fair Value
1.867.597
269.978
2.222
293.052
–155.541
–902
–1.342
13.165
11.823
–117
1.674.380
Gesamt Passiva
1.867.597
269.978
0
2.222
293.052
–155.541
–902
–1.342
13.165
11.823
–117
1.674.380
Das realisierte Ergebnis und das Bewertungsergebnis
aus der Kategorie Fair Value through Profit & Loss sowie
das realisierte Ergebnis und Impairments aus der Katego-
rie Fair Value through OCI werden im Finanzergebnis und
das Bewertungsergebnis im Sonstigen Ergebnis ausge-
wiesen. Für Level 3-Finanzinstrumente werden Preisbil-
dungsinformationen Dritter ohne weitere Berichtigungen
herangezogen.
Verwendete Methoden und Bewertungstechniken im
Rahmen der Fair Value-Ermittlung
Bei zum Fair Value bilanzierten Finanzinstrumenten wird
der Fair Value grundsätzlich anhand von Börsekursen
ermittelt. Sofern keine Börsekurse vorliegen, erfolgt eine
Bewertung unter Anwendung marktüblicher Verfahren
unter Zugrundelegung instrumentenspezifischer Markt-
parameter. Die Fair Value-Ermittlung erfolgt prinzipiell
über die Barwertmethode bzw. bei komplexeren Finan-
zinstrumenten über entsprechende Optionspreismodelle,
wobei marktübliche Bonitäts- bzw. Liquiditätsspreads bei
der barwertigen Ermittlung berücksichtigt werden.
Für derivative Finanzinstrumente, wie zum Beispiel Swaps
und Zinsoptionen, werden die Marktwerte ebenso mit
Barwert- bzw. Optionspreismodellen ermittelt. Kreditrisi-
ken werden bei der Modellbewertung von Derivaten als
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
67
Credit Value Adjustment (CVA) und als Debt Value Ad-
justment (DVA) auf Basis von Einflussgrößen wie Adres-
senausfallrisiko, Sicherheiten, saldierten Marktwerten
und Restlaufzeit berücksichtigt. Die Höhe des CVA/DVA
beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 110 (2022: TEUR 26).
Als Eingangsparameter für die Fair Value-Ermittlung
werden die am Bilanzstichtag selbst beobachteten rele-
vanten Marktpreise und Zinssätze von anerkannten ex-
ternen Quellen verwendet.
Für Kredite und Einlagen, die zu fortgeführten Anschaf-
fungskosten bewertet werden, gibt es keinen liquiden
Markt. Für kurzfristige Kredite und täglich fällige Einlagen
wird angenommen, dass der Marktwert dem Buchwert
entspricht. Für alle anderen Kredite und Einlagen wird der
Marktwert durch Diskontierung der zukünftig erwarteten
Cashflows ermittelt. Hierbei werden für Kredite Zinssätze
verwendet, zu denen Kredite mit entsprechender Risi-
kostruktur, Ursprungswährung und Laufzeit neu abge-
schlossen werden würden. Für Einlagen werden die von
anerkannten externen Quellen veröffentlichten
Swapzinssätze – ergänzt um die laufzeitkonformen Liqui-
ditätsspreads – verwendet.
Bei der Bewertung von Forderungen stellt die Risikoprä-
mie (Credit Spread) einen wesentlichen, nicht beobacht-
baren Inputfaktor dar. Dieser wird von der Oberösterrei-
chische Landesbank Aktiengesellschaft aus internen
Ausfallwahrscheinlichkeiten und Verlustquoten (LGDs)
abgeleitet. In diesen internen Ausfallwahrscheinlichkeiten
und Verlustquoten sind alle wesentlichen Informationen,
u.a. auch Auswirkungen klimabezogener Belange, enthal-
ten. Zum 31. Dezember 2023 wurde in der Bewertung der
Forderungen des Level 3 ein Credit Spread in einer
Bandbreite von 0,1 % bis 11,1 % (2022: von 0,0 % bis
1,7 %) berücksichtigt. Eine Erhöhung bzw. Verminderung
des Credit Spreads würde zu einem niedrigeren bzw.
höheren Fair Value der Forderungen führen. Eine Verän-
derung des Credit Spreads in der Höhe von 0,2 % bzw.
–0,2 % würde zu einer Verminderung bzw. Erhöhung des
Ergebnisses vor Steuern um TEUR –4.905 bzw. TEUR
4.905 (2022: TEUR –3.597 bzw. TEUR 3.597) führen. Um
die Auswirkung zu bestimmen, nimmt die Oberösterrei-
chische Landesbank Aktiengesellschaft eine Neubewer-
tung mittels Present Value of a Basis Point (PVBP) vor.
Die Fair Value-Ermittlung für Eigenkapitalinstrumente
erfolgt nach marktüblichen Verfahren (DCF-Bewertung,
Verkehrswertgutachten, Heranziehung des Börsekurses).
Bei den zum Fair Value bilanzierten Beteiligungen im
Level 3 stellt der Diskontfaktor im Rahmen des verwen-
deten DCF-Verfahrens einen wesentlichen, nicht be-
obachtbaren Inputfaktor dar. Eine Erhöhung bzw. eine
Verminderung des Diskontfaktors würde zu einer Vermin-
derung bzw. zu einer Erhöhung des Fair Values führen.
Eine Veränderung des Diskontfaktors in der Höhe von
0,25 % bzw. –0,25 % würde zu einer Verminderung bzw.
Erhöhung des Ergebnisses vor Steuern um TEUR –2.054
bzw. TEUR 2.150 (2022: TEUR –1.767 bzw. TEUR 1.888)
führen.
Die Fair Value-Ermittlung für finanzielle Verbindlichkeiten
der Bank, welche in die Bewertungskategorie Fair Value
through Profit & Loss gewidmet wurden, beinhaltet alle
instrumentenspezifischen Marktfaktoren, einschließlich
das mit diesen finanziellen Verbindlichkeiten in Verbin-
dung stehende marktübliche Bonitäts- bzw. Liquiditätsri-
siko des Emittenten.
Die Prämie für das Nichterfüllungsrisiko stellt einen we-
sentlichen, nicht beobachtbaren Inputfaktor bei der Be-
wertung von Verbindlichkeiten dar. Diese wird unter An-
wendung der Risikokurven der Oberösterreichische Lan-
desbank Aktiengesellschaft in Bezug auf nachrangige
und nicht nachrangige Instrumente ermittelt. Diese Prä-
mie für das Nichterfüllungsrisiko bzw. die Risikokurve der
Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft wird
von vergleichbaren Instituten und Emissionen, für die am
Markt verlässliche Informationen erhältlich sind, ermittelt.
In dieser Prämie sind somit alle wesentlichen Informatio-
nen, u.a. auch Auswirkungen klimabezogener Belange,
enthalten. Zum 31. Dezember 2023 wurde in der Bewer-
tung der Verbindlichkeiten des Level 3 eine Risikoprämie
in einer Bandbreite von 0,0 % bis 4,6 % (2022: von 0,0 %
bis 4,3 %) berücksichtigt. Eine Erhöhung bzw. Verminde-
rung der Risikoprämie würde zu einem niedrigeren bzw.
höheren Fair Value der Verbindlichkeiten führen. Eine
Veränderung der Risikoprämie von 0,2 % bzw. –0,2 %
würde zu einer Erhöhung bzw. Verminderung des Ergeb-
nisses vor Steuern um TEUR 19.277 bzw. TEUR –19.277
(2022: TEUR 17.347 bzw. TEUR –17.347) führen. Die Er-
mittlung dieser Auswirkung erfolgt durch Neubewertung
der Verbindlichkeiten mittels Present Value of a Basis
Point (PVBP).
Für die Verbindlichkeiten der Bank, die bis 2. April 2003
begründet wurden, haftet das Land Oberösterreich ge-
mäß § 1356 ABGB.
Die zur Bestimmung der Fair Values eingesetzten Preis-
modelle sowie verwendeten Inputfaktoren werden regel-
mäßig getestet und validiert. Die Bewertungsergebnisse
der zum Fair Value bilanzierten Instrumente werden re-
gelmäßig dem Vorstand berichtet.
Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente, die
erfolgsneutral zum Fair Value bewertet werden
Im Berichtszeitraum fand keine (2022: keine) Veräuße-
rung dieser Finanzinstrumente statt. Die für solche am
Abschlussstichtag gehaltenen Finanzinvestitionen im
Berichtszeitraum erfassten Dividenden betragen
TEUR 7.179 (2022: TEUR 5.741).
Die beizulegenden Zeitwerte für solche Finanzinvestitio-
nen stellen sich wie folgt dar:
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
68
Finanzinvestitionen FVOCI in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Hypo-Banken-Holding Gesellschaft m.b.H.
6
6
Hypo-Wohnbaubank Aktiengesellschaft
663
663
Oberösterreichische Kreditgarantiegesellschaft m.b.H.
509
509
KEPLER-FONDS Kapitalanlagegesellschaft m.b.H.
1.276
1.276
GEMDAT OÖ GmbH
8
8
GEMDAT OÖ GmbH & Co KG
51
51
Oberösterreichische Unternehmensbeteiligungsgesellschaft m.b.H.
236
236
Energie AG Oberösterreich
29.590
27.138
OÖ HightechFonds GmbH
2
2
AMAG Austria Metall AG
4.713
6.125
Einlagensicherung AUSTRIA Ges.m.b.H.
1
1
Hypo-Bildung GmbH
9
9
I&B Immobilien und Bewertungs GmbH
*)
73
Betriebsliegenschaft Eferding 4070 GmbH
18
18
O.Ö. Kommunalgebäude-Leasing Gesellschaft m.b.H.
4
4
O.Ö. Kommunal-Immobilienleasing GmbH
4
4
Raiffeisen OÖ Invest GmbH
8
8
HYPO-IMPULS Immobilien GmbH
1.426
1.426
Techno-Z Ried Technologiezentrum GmbH
28
28
ELAG Immobilien AG
664
664
OÖ HightechFonds GmbH (Stille Beteiligung)
225
262
R-IMPULS-Projekt Gmundnerberg GmbH
12
12
Genussrecht OÖ. Thermen-Immobilien-GmbH
31.401
30.000
Genussrecht Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Invest GmbH & Co OG
**)
56.880
49.560
*)
Die I&B Immobilien und Bewertungs GmbH wurde im Geschäftsjahr 2023 mit der OÖ HYPO Immobilien und Beteiligungen GmbH verschmolzen.
**)
indirekte Beteiligung an der voestalpine AG
(49) Leasingverhältnisse
Leasingverhältnisse als Leasingnehmer
Die Leasingverhältnisse der Oberösterreichische Landes-
bank Aktiengesellschaft bestehen vorwiegend aus der
Anmietung von Standorten (Büroflächen, Filialen und
Parkplätzen) sowie von Baurechten und Grundstücken
für Immobilienleasingprojekte. Diese Baurechte und
Grundstücksmieten werden als Unterleasingverhältnisse
weiterverleast.
Die aktivierten Nutzungsrechte im Zuge des IFRS 16
werden in der Bilanz als Sachanlagen bzw. als Finanzin-
vestition gehaltene Immobilien ausgewiesen. Die Darstel-
lung der Buchwertentwicklung der Nutzungsrechte er-
folgt im Anlagespiegel unter Punkt (34).
In der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesell-
schaft wurde die Anwendungserleichterung in Anspruch
genommen, wonach auf den Ansatz von kurzfristigen
Leasingverhältnissen und Leasingverhältnissen von ge-
ringem Wert verzichtet wurde. Der Aufwand für kurzfristi-
ge Leasingverhältnisse beläuft sich im Geschäftsjahr
2023 auf TEUR –7 (2022: TEUR –8) und wird in der Kon-
zernerfolgsrechnung unter den Verwaltungsaufwendun-
gen ausgewiesen. Zudem sind in dieser Position die Auf-
wendungen für Leasingvereinbarungen über Vermö-
genswerte von geringem Wert in Höhe von TEUR 0
(2022: TEUR 0) enthalten.
Der Ertrag aus dem Unterleasing von Nutzungsrechten
beläuft sich im Geschäftsjahr 2023 auf TEUR 951 (2022:
TEUR 866).
In nachfolgender Tabelle wird die Fälligkeitsanalyse der
Leasingverbindlichkeiten dargestellt:
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
bis 1 Jahr
1.300
1.083
über 1 Jahr bis 5 Jahre
4.095
3.855
über 5 Jahre
16.162
15.796
Gesamt
21.558
20.735
Die gesamte Leasingverbindlichkeit zum 31. Dezember
2023 in Höhe von TEUR 21.558 (2022: TEUR 20.735) ist
in den Sonstigen Passiva enthalten. Der Zinsaufwand für
die Leasingverbindlichkeiten beträgt im aktuellen Ge-
schäftsjahr TEUR –292 (2022: TEUR –235) .
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
69
In der Konzernkapitalflussrechnung sind insgesamt Zah-
lungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse als Leasing-
nehmer in Höhe von TEUR –1.532 (2022: TEUR –1.257)
enthalten. Im Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit
sind die Zahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse
und für Leasingverhältnisse mit geringem Vermögens-
wert in Höhe von TEUR –7 (2022: TEUR –8) sowie Zins-
zahlungen im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen
in Höhe von TEUR –292 (2022: TEUR –235) enthalten.
Im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betreffen
TEUR –1.240 (2022: TEUR –1.022) Tilgungszahlungen
aus Leasingverhältnissen.
Überleitungsrechnung betreffend der Angabe zum
Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit
in TEUR
2023
2022
Leasingverbindlichkeiten 1.1.
20.735
19.533
Zahlungswirksame Veränderungen
Tilgungszahlungen
–1.240
–1.022
Zinszahlungen
–292
–235
Zahlungsunwirksame Veränderungen
Reassessment
1.577
2.061
Neugeschäft
486
164
Gebuchter Zinsaufwand
292
235
Leasingverbindlichkeiten 31.12.
21.558
20.735
Leasingverhältnisse als Leasinggeber
Die Leasingverhältnisse der Oberösterreichische Landes-
bank Aktiengesellschaft als Leasinggeber bestehen aus
KFZ-, Mobilien- und Immobilienleasing.
Finanzierungsleasing
Die folgende Tabelle stellt eine Fälligkeitsanalyse der
Leasingforderungen dar und zeigt die nach dem Bilanz-
stichtag zu erhaltenden, nicht diskontierten Leasingzah-
lungen.
31.12.2023
in TEUR
Brutto-
investitions-
werte
Noch nicht
realisierte
Finanzer-
träge
Netto-
investitions-
werte
bis 1 Jahr
48.646
5.020
43.626
über 1 bis 2 Jahre
41.395
3.637
37.758
über 2 bis 3 Jahre
31.733
2.427
29.306
über 3 bis 4 Jahre
20.593
1.376
19.216
über 4 bis 5 Jahre
12.012
725
11.286
über 5 Jahre
17.338
855
16.483
Gesamt
171.716
14.040
157.676
31.12.2022
in TEUR
Brutto-
investitions-
werte
Noch nicht
realisierte
Finanzer-
träge
Netto-
investitions-
werte
bis 1 Jahr
43.080
2.458
40.622
über 1 bis 2 Jahre
35.937
1.655
34.281
über 2 bis 3 Jahre
29.222
1.025
28.197
über 3 bis 4 Jahre
19.153
560
18.593
über 4 bis 5 Jahre
9.323
283
9.040
über 5 Jahre
12.702
524
12.178
Gesamt
149.416
6.505
142.911
Die nicht garantierten Restwerte betragen TEUR 19
(2022: TEUR 285). In 2023 wurden Finanzerträge auf
Nettoinvestitionen in Finanzierungsleasingverhältnisse in
Höhe von TEUR 5.020 (2022: TEUR 2.991) erfasst. So-
wohl in diesem als auch im vorangegangenen Geschäfts-
jahr gab es keine Veräußerungsgewinne oder -verluste
bzw. keine nicht in die Bewertung der Nettoinvestition in
das Leasingverhältnis einbezogene Erträge aus variablen
Leasingzahlungen bei Finanzierungsleasingverhältnissen.
Im Geschäftsjahr 2023 wurden im Zuge der Covid-19-
Pandemie Forderungen aus Leasingverträgen in Höhe
von TEUR 1.108 (2022: TEUR 1.443) gestundet. Die Rück-
zahlung der gestundeten Beträge erfolgt mittels erhöhter
laufender Leasingzahlungen oder über eine verlängerte
Vertragslaufzeit.
Operating-Leasingverhältnisse
Die folgende Tabelle stellt eine Fälligkeitsanalyse der
Leasingforderungen nach IFRS 16 dar und zeigt die nach
dem Bilanzstichtag zu erhaltenden, nicht diskontierten
Leasingzahlungen.
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
bis 1 Jahr
7.451
6.933
über 1 bis 2 Jahre
4.871
4.427
über 2 bis 3 Jahre
4.036
3.490
über 3 bis 4 Jahre
3.366
2.810
über 4 bis 5 Jahre
2.641
2.232
über 5 Jahre
10.030
10.431
Gesamt
32.394
30.321
Im Jahr 2023 wurden Leasingerträge aus Operating-
Leasingverhältnissen in Höhe von TEUR 8.173 (2022:
TEUR 7.443) erfasst.
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
70
(50) Angaben zu nahestehenden Personen und
Unternehmen
Zum Kreis der nahestehenden Personen und Unterneh-
men zählen die folgenden Personenkreise und Unter-
nehmen:
• Mutterunternehmen (Land Oberösterreich bzw. OÖ
Landesholding GmbH) sowie Unternehmen, unter de-
ren maßgeblichem Einfluss die Oberösterreichische
Landesbank Aktiengesellschaft steht (Hypo Holding
GmbH und Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Akti-
engesellschaft), wie unter Punkt (51) angegeben
• Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen
wie Vorstand und Aufsichtsrat der Oberösterreichische
Landesbank Aktiengesellschaft und des Mutterunter-
nehmens OÖ Landesholding GmbH sowie deren
nächste Familienangehörige
• Tochterunternehmen und assoziierte Unternehmen
• sonstige nahestehende Unternehmen und Personen
Die gegenseitigen Salden mit nahestehenden Personen
und Unternehmen stellen sich zum Bilanzstichtag wie
folgt dar:
in TEUR
Mutter-
unternehmen
Unternehmen
mit maßgeblichem
Einfluss
Tochter-
unternehmen
Assoziierte
Unternehmen
Schlüssel-
positionen im
Unternehmen
oder Mutter-
unternehmen
Sonstige
nahestehende
Unternehmen und
Personen
2023
2022
2023
2022
2023
2022
2023
2022
2023
2022
2023
2022
Forderungen
an Kredit-
institute
75.715
86.070
Forderungen
an Kunden
330.060
328.805
19.705
21.544
7.104
7.205
174.365
156.616
806
1.023
2.535
1.056
Finanzanlagen
41.409
42.152
56.880
53.088
18
90
35.550
31.781
Sonstige
Aktiva
243
547
908
1.414
Vermögens-
werte
371.712
371.504
152.300
160.702
7.121
7.295
210.823
189.811
806
1.023
2.535
1.056
Verbindlich-
keiten gegen-
über Kredit-
instituten
215.747
256.509
Verbindlich-
keiten gegen-
über Kunden
364.968
178.473
209
207
13.936
11.529
2.611
2.197
12.078
23.281
Verbriefte
Verbindlich-
keiten
249.793
264.579
Negative
Marktwerte
aus derivativen
Geschäften
7.373
5.011
Sonstige
Passiva
2.397
33
48
42
311
928
15
1
24
18
Verbindlich-
keiten
367.365
178.506
472.961
526.141
209
207
14.246
12.457
2.627
2.199
12.102
23.299
Zinserträge
33.419
6.013
2.478
539
307
103
5.538
2.831
35
15
128
27
Zins-
aufwendungen
10.823
1.404
22.305
4.853
0
*)
220
3
68
5
57
1
Dividenden-
erträge
2.716
1.784
Provisions-
erträge
135
60
8
10
0
*)
0
*)
83
92
3
3
30
25
erhaltene
Garantien
693.573
803.653
gewährte
Garantien
10
10
1.231
1.329
111
111
18
33
*)
Werte < TEUR 1
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
71
Unternehmen, die unter maßgeblichem Einfluss des Lan-
des Oberösterreich stehen, sind dagegen nicht signifikant
und fallen daher unter die Befreiung gemäß IAS 24.25.
Sämtliche Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden
Personen und Unternehmen werden zu marktüblichen
Konditionen unterhalten.
Die Vorstandsmitglieder der Oberösterreichische Lan-
desbank Aktiengesellschaft und Geschäftsführer der
Tochterunternehmen haben zum Jahresultimo von der
Bank Vorschüsse, Kredite und Haftungen in Höhe von
TEUR 73 (2022: TEUR 87) zu den wie für Bankmitarbeiter
geltenden üblichen Konditionen und Bedingungen erhal-
ten. Die Aufsichtsräte der Oberösterreichische Landes-
bank Aktiengesellschaft haben für sich und für Unter-
nehmen, für die sie persönlich haften, zum Jahresultimo
von der Bank Vorschüsse, Kredite und Haftungen in Höhe
von TEUR 274 (2022: TEUR 405) mit banküblichen bzw.
zu wie für Bankmitarbeiter geltenden üblichen Konditio-
nen und Bedingungen erhalten. Rückzahlungen werden
vereinbarungsgemäß geleistet.
Die jährliche Vergütung der Vorstandsmitglieder besteht
aus einem Fixbetrag. Für Geschäftsführer wurden teil-
weise variable Vergütungen vereinbart, die vom Vorstand
individuell festgelegt werden. Aktienbasierte Entloh-
nungsschemata sind nicht vorhanden. Die Bezüge an
aktive Mitglieder des Vorstandes und der Geschäftsfüh-
rer beliefen sich auf TEUR 1.173 (2022: TEUR 1.009). Die
Aufsichtsratsmitglieder erhielten für ihre Tätigkeit eine
Vergütung von insgesamt TEUR 59 (2022: TEUR 59). An
Vorsorgen für Abfertigungen und Pensionen hat der Kon-
zern im Jahr 2023 für Vorstandsmitglieder und Ge-
schäftsführer TEUR 72 (2022: TEUR 63) aufgewendet.
(51) Eigentümer der Oberösterreichische Landesbank
Aktiengesellschaft
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
OÖ Landesholding GmbH
50,57 %
50,57 %
Land Oberösterreich
50,57 %
50,57 %
Hypo Holding GmbH
48,59 %
48,59 %
Raiffeisenlandesbank
Oberösterreich Aktiengesellschaft
41,14 %
41,14 %
Oberösterreichische
Versicherung Aktiengesellschaft
7,45 %
7,45 %
Mitarbeiter
0,84 %
0,84 %
Gesamt
100,00 %
100,00 %
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
ist vom Land Oberösterreich aufgrund ihrer Kompetenz
als Wohnbaubank mit der Verwaltung der geförderten
Wohnbaudarlehen beauftragt worden. Der Bankkonzern
steht mit der Hypo Holding GmbH in keiner dauernden
Geschäftsbeziehung. Mit dem Konzern der Raiffeisen-
landesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft bestehen
intensive Geschäftsbeziehungen, die sich vorwiegend auf
gemeinsame Konsortialfinanzierungen, Mittelveranlagun-
gen, EDV-Kooperationen und Zusammenarbeit bei der
Entwicklung gemeinsamer Projekte (Meldewesen, IFRS)
erstrecken. Mit der Oberösterreichische Versicherung
Aktiengesellschaft besteht eine Kooperation im Versiche-
rungsgeschäft. Mit verbundenen und assoziierten Unter-
nehmen unterhält die Oberösterreichische Landesbank
Aktiengesellschaft Geschäftsbeziehungen in Form von
Transaktionen im Rahmen der Refinanzierung und sons-
tiger üblicher Bankgeschäfte.
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
72
(52) Segmentberichterstattung
Die Segmentberichterstattung basiert auf dem so ge-
nannten „Management Approach“. Dieser verlangt, die
Segmentberichterstattung auf Basis der internen Be-
richterstattung so darzustellen, wie sie regelmäßig zur
Entscheidung über die Zuteilung von Ressourcen zu den
Segmenten und zur Beurteilung ihrer Performance her-
angezogen werden.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
hat bedingt durch ihren Regionalbank-Charakter ein
begrenztes geografisches Einzugsgebiet und verzichtet
daher auf die Darstellung nach geografischen Merkmalen
aufgrund der untergeordneten Bedeutung.
Berichterstattung nach Geschäftsbereichen – Gewinn- und Verlustrechnung
in TEUR
Großkunden
Retail und Wohnbau
Financial Markets
Sonstige
Konzern
2023
2022
2023
2022
2023
2022
2023
2022
2023
2022
Zinsüberschuss
44.042
33.761
43.014
25.657
2.658
11.283
9.146
6.624
98.860
77.325
Ergebnis aus
At Equity-
Bewertung
6.823
5.896
6.823
5.896
Provisions-
überschuss
3.739
3.905
13.297
12.877
378
73
–678
–686
16.735
16.169
Finanzergebnis
–3.650
–78
360
214
–108
4.205
–3.398
4.341
Gesamtertrag
44.131
37.588
56.671
38.747
2.928
15.561
15.290
11.834
119.020
103.730
Risikovorsorge
–12.284
–2.206
–497
–1.951
591
–610
352
665
–11.839
–4.102
Verwaltungs-
aufwand
*)
–15.699
–13.868
–32.691
–30.949
–11.209
–9.946
–6.858
–5.262
–66.457
–60.026
Sonstiges
betriebliches
Ergebnis
58
25
–221
–220
58
41
2.325
641
2.219
487
Konzern-
jahresüber-
schuss
vor Steuern
16.205
21.539
23.262
5.627
–7.632
5.045
11.109
7.878
42.943
40.089
CIR
**)
35,5 %
36,9 %
57,9 %
80,3 %
> 200 %
63,8 %
38,9 %
42,2 %
54,8 %
57,6 %
RoE
***)
5,8 %
8,8 %
12,8 %
3,1 %
n/a
31,6 %
24,0 %
15,1 %
8,2 %
8,1 %
Ø zugeordnetes
Eigenkapital
****)
278.410
245.049
181.646
180.037
14.755
15.982
46.237
52.329
521.048
493.397
Segment-
vermögen
3.505.766
3.167.374
2.696.526
2.799.841
1.988.597
1.569.800
485.779
431.806
8.676.669
7.968.822
Segment-
schulden
1.433.946
992.958
1.852.057
1.746.549
4.764.814
4.637.698
78.550
96.823
8.129.366
7.474.028
*)
hievon planmäßige Abschreibungen: Segment Großkunden TEUR –141 (2022: TEUR –138), Segment Retail und Wohnbau TEUR –602
(2022: TEUR –461), Segment Financial Markets TEUR –105 (2022: TEUR –108), Segment Sonstige TEUR –4.361 (2022: TEUR –4.071)
**)
Berechnung CIR: Verwaltungsaufwendungen geteilt durch Gesamtertrag inkl. sonstigem betrieblichen Ergebnis
***)
Berechnung RoE: Jahresüberschuss vor Steuern geteilt durch durchschnittlich zugeordnetes Eigenkapital
****)
Die Zuordnung des durchschnittlichen Eigenkapitals (Durchschnitt von Eigenkapital Anfangsbestand und Eigenkapital Endbestand der jeweiligen
Betrachtungsperiode nach IFRS) auf die Segmente erfolgt auf Basis der risikogewichteten Aktiva.
Die Segmente des Konzerns der Oberösterreichische
Landesbank Aktiengesellschaft gliedern sich nach fol-
genden Kriterien:
Großkunden:
Diesem Segment sind die Ertrags- und Aufwandspositio-
nen aus Geschäften mit institutionellen Kunden (Bund,
Land, Gemeinden, Sozialversicherungen, anerkannte
Religionsgemeinschaften) aus dem In- und Ausland sowie
deren verbundenen Unternehmen zugeordnet. Des Wei-
teren sind in diesem Segment auch Geschäfte mit ge-
meinnützigen und gewerblichen Bauträgern, Vertrags-
versicherungsunternehmen sowie Kommerz- und Immo-
bilienprojekte enthalten. Zudem sind die Auswirkungen
für Negativzinsen enthalten, welche den Zinsüberschuss
des Segments mit TEUR 0 (2022: TEUR 1.398 belasten)
begünstigen.
Retail und Wohnbau:
In diesem Segment werden alle Geschäfte mit unselbst-
ständig Erwerbstätigen (Private Haushalte) sowie auch
selbstständig Erwerbstätigen, vor allem Freiberufler und
kleinere Unternehmen, die dezentral in den Filialen be-
treut werden, abgebildet. Weiters sind die Ergebnisbei-
träge aus den geförderten Eigenheimfinanzierungen
enthalten.
Financial Markets:
In diesem Segment werden die Finanzanlagen (ohne
Eigenkapitalinstrumente), die derivativen Finanzinstru-
mente, das Emissionsgeschäft, die Ergebnisse aus dem
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
73
Interbankengeschäft sowie der aus dem Bilanzstruk-
turmanagement erwirtschaftete Fristentransformations-
beitrag abgebildet. Weiters sind die Auswirkungen für
Negativzinsen enthalten, welche den Zinsüberschuss des
Segments mit TEUR 3.026 begünstigen (2022: TEUR
4.888). Bei keinem (2022: keinem) Finanzinstrument
wurde ein Impairment vorgenommen.
Sonstige:
Dieses Segment enthält die Ergebnisse aus den vollkon-
solidierten Tochterunternehmen, die im Leasing- und
Immobiliengeschäft tätig sind, das Ergebnis aus At Equi-
ty-bewerteten Unternehmen und Beiträge aus Beteiligun-
gen (Eigenkapitalinstrumente) sowie sämtliche Erträge
und Aufwendungen, die nicht den anderen Segmenten
zuzuordnen sind. Im Zinsüberschuss sind das Zinsergeb-
nis vollkonsolidierter Tochtergesellschaften, der Refinan-
zierungsaufwand At Equity-bewerteter Beteiligungen
sowie die Ausschüttungen abzüglich Refinanzierungs-
kosten aus den Beteiligungen enthalten. Im Geschäftsjahr
2023 wurde bei keinem Finanzinstrument (2022: keinem)
eine Zuschreibung bzw. ein Impairment vorgenommen.
Im sonstigen betrieblichen Ergebnis ist die Stabilitäts-
abgabe mit TEUR –1.497 (2022: TEUR –1.429) enthalten
sowie die Beiträge für den Abwicklungsfonds in Höhe von
TEUR –3.960 (2022: TEUR –4.942) und die Beiträge für
den Einlagensicherungsfonds mit TEUR –241 (2022:
TEUR –672). Demgegenüber stehen im Wesentlichen
Mieterträge aus den vollkonsolidierten Tochtergesell-
schaften.
(53) Als Sicherheit übertragene Vermögenswerte
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Deckungsstock für
Hypothekenpfandbriefe
2.789.552
2.717.119
Deckungsstock für
Kommunalpfandbriefe
623.387
594.295
Deckungsstock für
Mündelgeldspareinlagen
8.035
8.034
Cash-Sicherheiten im Rahmen der
Collateral-Vereinbarungen
65.349
103.209
Sicherheiten für Tenderfazilitäten
200.000
600.000
Gesamt
3.686.323
4.022.657
Bei den angeführten Sicherheiten handelt es sich um
bankübliche Standardvereinbarungen.
Der Deckungsstock für Hypothekenpfandbriefe ist 2023
gewachsen. Zum Berichtsstichtag betrug die Über-
deckung im Deckungsstock für Hypothekenpfandbriefe
TEUR 349.222 (2022: TEUR 363.119) und für Kommunal-
pfandbriefe TEUR 122.077 (2022: TEUR 148.795). Der
Rückgang der Überdeckung in beiden Deckungsstöcken
ist auf die Emissionstätigkeit zurückzuführen. Per 31. De-
zember 2023 waren Anleihen in Höhe von TEUR 5.000
(2022: TEUR 0) als Substitutionswerte (Ersatzdeckungs-
werte) gewidmet und gesperrt.
Die Höhe der Mündelgeldspareinlagen per 31. Dezember
2023 beläuft sich auf TEUR 6.726 (2022: TEUR 6.646).
Die als Sicherheiten für Tenderfazilitäten übertragenen
Vermögenswerte umfassen sowohl notenbankfähige
Wertpapiere als auch Credit Claims. 2023 wurden aus-
schließlich die TLTRO III-Programme der EZB in An-
spruch genommen. Per 31. Dezember 2023 beträgt das
unter den TLTROs gezogene Volumen TEUR 200.000
(2022: TEUR 600.000).
(54) Als Sicherheit erhaltene Vermögenswerte
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Cash-Sicherheiten im Rahmen der
Collateral-Vereinbarungen
104.073
75.147
Gesamt
104.073
75.147
Bei den angeführten Sicherheiten handelt es sich um
bankübliche Standardvereinbarungen.
(55) Fremdwährungsvolumina
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Gesamtbetrag der Aktiva
in fremder Währung
70.216
78.963
Gesamtbetrag der Passiva
in fremder Währung
98.624
104.799
Der Unterschied zwischen Aktiva und Passiva in den
einzelnen Währungen stellt nicht die offene Fremdwäh-
rungsposition des Bankkonzerns gemäß CRR dar. Die
Absicherung von offenen Fremdwährungspositionen
erfolgt anhand derivativer Finanzinstrumente wie Wäh-
rungsswaps oder Cross-Currency-Swaps. Diese Absiche-
rungen sind in der IFRS-Bilanz jedoch nicht mit dem No-
minalwert, sondern mit dem Marktwert angesetzt. Die
Summe aller offenen Fremdwährungspositionen gemäß
CRR betrug per 31. Dezember 2023 TEUR 395 (2022:
TEUR 879).
(56) Nachrangige Vermögenswerte
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Nachrangige Vermögenswerte
1.180
1.172
Gesamt
1.180
1.172
(57) Eventualverbindlichkeiten und Kreditrisiken
Eventualverbindlichkeiten
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Verbindlichkeiten aus Haftungen
66.593
69.770
rückgestellt
71
139
Eventualverbindlichkeiten stellen zugesagte Haftungs-
übernahmen für Kunden zu Gunsten eines Dritten dar.
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
74
Sofern der Kunde seinen vertraglichen Verpflichtungen
nicht nachkommt, kann der Begünstigte die Haftung der
Bank in Anspruch nehmen. Die Eventualverbindlichkeiten
werden mit ihrem Nominalwert angesetzt. Eventuelle
finanzielle Auswirkungen einer Inanspruchnahme sind
durch eine Rückstellung berücksichtigt.
Kreditrisiken nach § 51 Abs. 14 BWG
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Rahmen und Promessen
756.763
843.448
rückgestellt
1.049
830
Zu diesen Kreditrisiken zählen zugesagte, aber von Kun-
den noch nicht in Anspruch genommene Finanzierungen.
Darunter sind vor allem Promessen im Darlehensge-
schäft, aber auch nicht ausgenützte Kreditrahmen zu
verstehen. Die Kreditrisiken wurden dabei jeweils mit
ihrem Nominalwert angesetzt. Vorsorgen für Auswirkun-
gen einer Inanspruchnahme sind durch eine Rückstellung
berücksichtigt.
(58) Personal
Mitarbeiterkapazität (nach Köpfen)
Mitarbeiteranzahl im
Jahresdurchschnitt
2023
2022
Vollzeitbeschäftigte Angestellte
255
258
Teilzeitbeschäftigte Angestellte
159
149
Gesamt
414
407
(59) Dividenden
Da die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesell-
schaft Dividenden auf Basis der österreichischen Rechts-
lage ausschüttet, ist die Dividende auf den im Einzeljah-
resabschluss nach BWG bzw. UGB ausgewiesenen Bi-
lanzgewinn in Höhe von TEUR 9.863 (2022: TEUR 5.346)
beschränkt. Der erwirtschaftete Jahresüberschuss des
Geschäftsjahres 2023 betrug TEUR 39.433 (2022:
TEUR 41.382). Nach Rücklagendotation von
TEUR 29.608 (2022: TEUR 36.086) und nach Zurech-
nung des Gewinnvortrages von TEUR 38 (2022:
TEUR 49) ergibt sich ein verwendungsfähiger Bilanzge-
winn von TEUR 9.863 (2022: TEUR 5.346). Vorstand und
Aufsichtsrat werden in der Hauptversammlung am
18. April 2024 vorschlagen, eine Dividende in Höhe von
TEUR 9.863 (2022: TEUR 5.346) an die Stammaktionäre
im Verhältnis ihrer Anteile am Grundkapital auszuschütten.
Das entspricht einer Dividende von EUR 4,89 je Aktie.
Im Geschäftsjahr 2023 wurde auf Grundlage des Bilanz-
gewinnes zum 31. Dezember 2022 eine Dividende in
Höhe von EUR 2, 65 (2022: EUR 3,57) je Aktie, in Summe
TEUR 5.308 (2022: TEUR 7.159) an die Aktionäre aus-
geschüttet.
(60) Wertpapiergliederung gemäß BWG
Nachstehende Tabelle gliedert die Wertpapiere (mit anteiligen Zinsen) gemäß § 64 Abs. 1 Z 10 und Z 11 BWG auf:
in TEUR
Nicht börsenotiert
Börsenotiert
Gesamt
31.12.2023
31.12.2022
31.12.2023
31.12.2022
31.12.2023
31.12.2022
Schuldtitel öffentlicher Stellen
129.823
136.178
129.823
136.178
Forderungen an Kreditinstitute
24.886
52.404
24.886
52.404
Forderungen an Kunden
137.197
141.761
137.197
141.761
Festverzinsliche Wertpapiere
496.615
526.409
496.615
526.409
Nicht festverzinsliche Wertpapiere
104.534
104.534
824
821
105.358
105.355
Gesamt
266.618
298.699
627.262
663.408
893.880
962.107
Sämtliche in den Aktivposten (gemäß BWG) Schuldver-
schreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere,
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere,
Beteiligungen sowie Anteile an verbundenen Unterneh-
men enthaltenen, zum Börsenhandel zugelassenen Wert-
papiere sind auch börsenotiert.
Von den zum Börsenhandel zugelassenen Schuldver-
schreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapie-
ren können TEUR 449.096 (2022: TEUR 417.087) dem
Anlagevermögen zugeordnet werden. Von den zum Bör-
senhandel zugelassenen Aktien und anderen nicht fest-
verzinslichen Wertpapieren können TEUR 824 (2022:
TEUR 821) dem Anlagevermögen zugeordnet werden.
Die Gesellschaft führt ein Wertpapier-Handelsbuch von
geringem Umfang gemäß Artikel 102 ff. CRR in Verbin-
dung mit Artikel 94 CRR. Das zu Marktpreisen berechne-
te Volumen des Wertpapier-Handelsbuches beträgt per
31. Dezember 2023 insgesamt TEUR 0 (2022: TEUR 0).
Das Ergänzungs- und Nachrangkapital im Eigenbestand
beträgt TEUR 824 (2022: TEUR 821).
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
75
Für das kommende Jahr werden zum Nominalwert von
TEUR 240.512 (2022: TEUR 413.054) an Verbrieften
Verbindlichkeiten aufgrund des Laufzeitendes zur Tilgung
fällig.
(61) Konsolidierte Eigenmittel und bankaufsichtliches
Eigenmittelerfordernis
Die konsolidierten Eigenmittel sowie das Eigenmittel-
erfordernis stellen sich zum 31. Dezember 2023 gemäß
Capital Requirements Regulation (CRR) wie folgt dar:
Konsolidierte Eigenmittel gemäß CRR
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Gezeichnetes Kapital
14.664
14.664
Rücklagen
524.456
498.699
Eigene Instrumente
–106
–103
Kumuliertes sonstiges Ergebnis
–1.437
–23.762
Durch Veränderungen bei der
eigenen Bonität bedingte Gewinne
und Verluste des Instituts aus zeit-
wertbilanzierten Verbindlichkeiten
–18.044
–9.104
Betrag zusätzlicher Wert-
anpassungen auf zum
Fair Value bewertete
Vermögenswerte
–1.440
–1.443
Immaterielle
Vermögenswerte
–982
–916
Unzureichende Deckung
notleidender Risikopositionen
–554
CET 1 / Tier 1-Kapital
516.556
478.034
Anrechenbare nachrangige
Verbindlichkeiten
64.940
64.045
Tier 2-Kapital
64.940
64.045
Gesamte anrechenbare Eigenmittel
581.496
542.079
Gesamtforderungsbetrag
3.655.185
3.484.364
Erforderliche Eigenmittel (8 %)
292.415
278.749
Eigenmittelüberschuss
289.081
263.330
Kernkapitalquote
14,1 %
13,7 %
Eigenmittelquote
15,9 %
15,6 %
Eigenmittelerfordernis gemäß CRR
31.12.2023
in TEUR
ungewich-
tete Risiko-
position
Gesamt-
risiko-
betrag
Eigen-
mittel-
erfordernis
Aktiva
8.461.389
3.225.639
258.051
Außerbilanz-
mäßige Geschäfte
811.077
219.761
17.581
Derivate
10.769
862
Credit Value
Adjustment
30.536
2.443
Operationelles Risiko
168.479
13.478
Gesamt
9.272.466
3.655.185
292.415
31.12.2022
in TEUR
ungewich-
tete Risiko-
position
Gesamt-
risiko-
betrag
Eigen-
mittel-
erfordernis
Aktiva
7.755.599
3.051.134
244.091
Außerbilanz-
mäßige Geschäfte
904.491
220.683
17.655
Derivate
9.023
722
Credit Value
Adjustment
46.575
3.726
Operationelles Risiko
156.948
12.556
Gesamt
8.660.089
3.484.364
278.749
Gemäß § 23 BWG in Verbindung mit § 103q Z 11 BWG ist
seit 1. Jänner 2016 ein Kapitalerhaltungspuffer in Form
von hartem Kernkapital zu halten. Dieser beträgt für das
Jahr 2023 2,5 % (2022: 2,5 %). Zusätzlich zum Kapital-
erhaltungspuffer ist gemäß § 6 KP-V in Verbindung mit
§ 7 Abs. 1 KP-V ebenfalls ein Systemrisikopuffer in Form
von hartem Kernkapital zu halten. Seit dem Jahr 2016 ist
auf konsolidierter Ebene ein Puffer in Höhe von 0,5 %
(2022: 0,5 %) des Gesamtrisikobetrag zu halten.
Der antizyklische Kapitalpuffer wird gemäß § 140 der
CRD IV als gewichteter Durchschnitt der veröffentlichten
antizyklischen Quoten jener Rechtsräume berechnet, in
denen wesentliche Kreditrisikopositionen bestehen. Zum
31. Dezember 2023 beträgt der antizyklische Kapitalpuf-
fer 0,0 % (2022: 0,0 %).
Die Informationen gemäß Teil VIII der CRR in Verbindung
mit der Offenlegungsverordnung werden auf der Website
der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
(www.hypo.at) veröffentlicht.
(62) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Im Zeitraum zwischen dem Ende des Geschäftsjahres
und der Erstellung des Konzernabschlusses fanden keine
wesentlichen Ereignisse statt.
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
76
Risikobericht
(63) Gesamtbankrisikomanagement
Risikoübernahmen zur Ergebniserzielung stellen für den
Konzern der Oberösterreichische Landesbank Aktienge-
sellschaft eine Kernfunktion der unternehmerischen
Tätigkeit dar. Risikostrategie des Oberösterreichische
Landesbank Aktiengesellschaft Konzerns ist es daher,
bankübliche Risiken in einem definierten Rahmen einzu-
gehen und die sich daraus ergebenden Ertragsmöglich-
keiten zu nutzen. In diesem Sinne existiert im Oberöster-
reichische Landesbank Aktiengesellschaft Konzern ein
Risikomanagementprozess, der die Grundlage für eine
risiko- und ertragsorientierte Gesamtbanksteuerung
bildet.
Der Vorstand ist verantwortlich für die Organisation des
Risikomanagements. In Zusammenarbeit mit den hierfür
eingerichteten Komitees, dem Risikokomitee und dem
ALM-Komitee, legt der Vorstand die Risikostrategien für
die Aktivitäten in den Geschäftsfeldern sowie für die
zentralen Strukturrisiken des Konzerns fest.
Das Risikomanagement ist so organisiert, dass Interes-
senskonflikte sowohl auf persönlicher Ebene als auch auf
Ebene von Organisationseinheiten vermieden werden.
Das heißt, es existiert eine bis zur Vorstandsebene durch-
gängige Trennung von Markt- und Marktfolgeeinheiten.
Die Gesamtbankrisikostrategie ist konsistent mit dem
Geschäftsmodell und berücksichtigt alle wesentlichen
Geschäftsfelder und Risikoarten. Art und Umfang der
Risikoübernahme leiten sich aus den einzelnen Ge-
schäftsfeldern ab, deren Aktivitäten im Rahmen der Ge-
schäftsstrategieplanung jährlich festgelegt werden, z.B.
für die Bereiche Großkunden, Retail und Wohnbau sowie
Financial Markets. Die Oberösterreichische Landesbank
Aktiengesellschaft richtet ihr Engagement grundsätzlich
nur auf Geschäftsfelder, in denen sie über eine entspre-
chende Expertise zur Beurteilung der spezifischen Risi-
ken verfügt. Der Aufnahme neuer Geschäftsfelder oder
Produkte geht grundsätzlich eine adäquate Analyse der
geschäftsspezifischen Risiken im Rahmen eines standar-
disierten Produkteinführungsprozesses voraus.
Aufgrund des breit diversifizierten Kundenportfolios sind
die Konzentrationsrisiken im Oberösterreichische Lan-
desbank Aktiengesellschaft Konzern tendenziell gering.
Zur Kreditrisikoüberwachung sind Prozesse und Be-
richtswege festgelegt, mit denen z.B. die Kontrahenten-
bzw. Emittentenrisiken überwacht und berichtet werden.
Die Großkreditobergrenze wird in der Oberösterreichi-
sche Landesbank Aktiengesellschaft laufend überwacht.
Zu einer Überschreitung kam es im Jahr 2023, wie in den
Vorjahren, nicht. Der Herfindahl-Hirschmann-Index be-
trägt auf das Gesamtportfolio gerechnet per 31. Dezem-
ber 2023 0,022 (2022: 0,016), ohne Berücksichtigung
des CRR Wahlrechtes nach Art 4 Abs. 1 Z 39 CRR. Damit
weist die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesell-
schaft insgesamt eine niedrige Konzentration aus.
Die Verantwortung für das operative Risikomanagement
ist im Konzern auf mehrere Einheiten aufgeteilt. Die Or-
ganisationseinheit Risikomanagement ist verantwortlich
für die konzernweite Risikomessung, -überwachung und
Risikoberichterstattung gemäß ICAAP an den Vorstand
und die Inhaber von Risikokapitallimiten. In der Risikotrag-
fähigkeitsrechnung werden sämtliche quantifizierbare
Risiken (Adressenausfallrisiko inklusive Beteiligungsrisiko,
Marktrisiko, Refinanzierungsrisiko, Risiko aus Fremdwäh-
rungskrediten, makroökonomisches Risiko, Nachhaltig-
keitsrisiko, sonstige nicht quantifizierbare Risiken und
operationelles Risiko) zusammengeführt und monatlich
an den Vorstand berichtet. Über Risikosteuerungsmaß-
nahmen wird im ALM-Komitee bzw. im Risikokomitee
beraten. Die Entscheidung zu Steuerungsmaßnahmen
trifft der Vorstand. Risikodispositionen werden entspre-
chend der festgelegten Zuständigkeiten entweder von
den Marktbereichen oder zentral vom Treasury vorge-
nommen. Die Kontrolle der Wirksamkeit von getroffenen
Maßnahmen erfolgt durch regelmäßige Analysen im
Rahmen der Berichtserstellung sowie in den Komitees. Im
Risikoausschuss sowie im Aufsichtsrat wird über die
Risikolage regelmäßig berichtet, über das Interne Kon-
trollsystem im Prüfungsausschuss.
Die Interne Revision prüft regelmäßig die internen Kon-
troll- und Risikomanagementprozesse sowohl der Toch-
tergesellschaften als auch der Zentralbereiche auf Ord-
nungsmäßigkeit, Wirtschaftlichkeit, Effizienz und Sicher-
heit. Als unabhängige Instanz berichtet sie direkt an den
Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats.
Gemäß § 8 Abs. 1 ESAEG gehört die Oberösterreichische
Landesbank Aktiengesellschaft als einlagenentgegen-
nehmendes Institut (CRR-Institut) mit Sitz in Österreich
der einheitlichen Sicherungseinrichtung nach § 1 Abs. 1 Z
1 ESAEG an. Dabei handelt es sich um die Einlagensiche-
rung Austria Ges.m.b.H. (ESA). Jede Sicherungseinrich-
tung hat einen aus verfügbaren Finanzmitteln bestehen-
den Einlagensicherungsfonds in Höhe von zumindest 0,8
vH der Summe der gedeckten Einlagen der Mitgliedsinsti-
tute als Zielausstattung bis 3. Juli 2024 einzurichten. Die
Beitragsverpflichtung richtet sich nach der Höhe der
gedeckten Einlagen unter Zugrundlegung von vorher
bestimmten Risikofaktoren (sogenannte risikobasierte
Beitragsberechnung). Für die Oberösterreichische Lan-
desbank Aktiengesellschaft errechnete sich 2023 ein
Beitragsanteil in Höhe von TEUR –241 (2022: TEUR
–672). Beitragsmindernd wirken weitere Rückflüsse aus
der Insolvenzmasse des Sicherungsfalles der Autobank.
Im Folgejahr 2024 ist zudem mit weiteren Rückflüssen
der verbleibenden Sicherungsfälle der Anglo Austrian
AAB und der Commerzialbank Mattersburg zu rechnen.
Ebenso beitragsreduzierend wirkt der Umstand, dass im
Zuge der Zinswende die Mittel des Fonds bei der Österrei-
chischen Bundesfinanzagentur (OeBFA) veranlagt wurden.
Daraus lukrierte Zinserträge flossen dem Einlagensiche-
rungsfonds im abgeschlossenen Geschäftsjahr zu.
Außerdem wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr be-
schlossen, dass die verbleibenden zwei Vorschreibungen
ungleichmäßig verteilt werden. Für das Geschäftsjahr
2023 hatte das Institut einen Anteil von 40 % der Rest-
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
77
forderung zu leisten. Nach aktuellen Informationen sind
die verbleibenden 60 % der Restforderung im Folgejahr
2024 zu entrichten.
Konflikte
Hinsichtlich des Krieges in der Ukraine ist festzuhalten,
dass die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesell-
schaft über keine Engagements in Russland, Belarus
beziehungsweise der Ukraine verfügt. Auch die indirekten
Kreditrisiken hinsichtlich des Ukraine-Kriegs werden
weiterhin als gering eingeschätzt. Auf die Einhaltung aller
Sanktionsbestimmungen wird penibel geachtet und diese
verstärkt gemonitort.
Des Weiteren verfügt die Oberösterreichische Landes-
bank Aktiengesellschaft über keine Engagements im
Nahen Osten. Die Möglichkeit einer direkten Auswirkung
aus der Region auf die Oberösterreichische Landesbank
Aktiengesellschaft wird daher als gering eingeschätzt.
Das Monitoring hinsichtlich Terrorismusfinanzierung (insb.
der Hamas wurde verstärkt).
Daher sind zusammenfassend die wesentlichen Auswir-
kungen auf die Risikolage der Bank hinsichtlich der ge-
nannten Krisen jene des geänderten makroökonomi-
schen Umfelds.
(64) Marktrisiko
Marktrisiken entstehen durch mögliche Veränderungen
von Marktpreisindikatoren wie Zinssätze, Währungs- und
Aktienkurse sowie aus der Veränderung von Credit
Spreads. Da die Oberösterreichische Landesbank Akti-
engesellschaft nur ein kleines Handelsbuch im Sinne des
Artikel 94 CRR führt, resultiert das Marktrisiko im We-
sentlichen aus dem Zinsänderungsrisiko im Bankbuch, in
geringem Ausmaß auch aus Währungsrisiken aus offenen
Devisenpositionen sowie aus dem Credit-Spread-Risiko
im Wertpapier-Eigenbesitzportfolio.
Die Identifikation und Messung der Marktrisiken erfolgt
durch die Organisationseinheiten Risikomanagement und
Finanzierung.
Die Risikoanalysen der Bank im Marktrisikobereich stüt-
zen sich auf den Value at Risk (VaR). Die Bank verwendet
dabei die Methode „Historische Simulation“ mit folgenden
Parametern:
Parameter
Zins-
ände-
rungs-
risiko
Credit
Spread-
Risiko
Fremd-
währungs-
risiko
Beobachtungszeitraum
10 Jahre
10 Jahre
10 Jahre
Haltedauer
1 Jahr
1 Jahr
1 Jahr
Konfidenzniveau
99,9 %
99,9 %
99,9 %
Um die Prognosegüte des Value at Risk für Zinsände-
rungsrisiken zu prüfen, werden Backtests durchgeführt.
Dabei werden die infolge tatsächlicher Marktwertverän-
derungen bei unverändertem Bestand eingetretenen
Gewinne und Verluste mit den durch das VaR-Modell
prognostizierten Werten verglichen. Die Ergebnisse der
Backtests bestätigten auch im Jahr 2023 die Validität der
angewendeten statistischen Methoden. Für die Berück-
sichtigung von Risiken bei extremen Marktbewegungen
werden zusätzlich Stresstests durchgeführt. Diese bein-
halten die Simulation von großen Schwankungen der
Marktpreisindikatoren und dienen zum Aufzeigen von
Verlustpotenzialen, die nicht vom Value at Risk abgedeckt
werden. Die Stressszenarien umfassen sowohl standardi-
sierte Zinsschockszenarien als auch Zinsszenarien, die
aufgrund der Zinspositionierung in Verbindung mit der
aktuellen Bilanzstruktur nachteilig auf den Strukturbeitrag
der Bank wirken könnten. Alle Marktrisikoaktivitäten sind
mit Risikolimits versehen, die in ihrer Gesamtheit in eine
Risikotragfähigkeitsrechnung einfließen.
Das Zinsrisiko wird strategisch mit den seit 30.06.2023
neuen aufsichtlichen Vorgaben begrenzt, wobei es keine
weiteren risikostrategischen Einschränkungen gibt:
• Harte Schwelle 15 % des Kernkapitals Tier 1
Im Vorjahr lag das Limit noch bei 20 % der Eigenmittel.
Risikobegrenzend werden folgende Maßnahmen laufend
umgesetzt:
• Bei der Einführung von neuen Produkten wird das Zins-
risiko, mit dem Ziel dieses möglichst gering und jeden-
falls berechenbar zu halten, mitbetrachtet.
• Genaue Beobachtung der UDRB- und Fixzins-Risiken
• Auf Grund der Wesentlichkeit ist das Risiko zumindest
wöchentlich zu überwachen.
• Im Risikomanagement der Bank wird neben der aktuel-
len und historischen Risikobetrachtung auf eine zu-
kunftsorientierte Risikoeinschätzung geachtet.
Die Ausweisrichtlinie zur Zinsrisikostatistik schreibt über-
dies die Messung des „Zinsänderungsrisikos im Bank-
buch“ im Verhältnis zum Haftkapital der Bank vor, indem
eine Veränderung des Marktwertes des Bankbuchs nach
einem Zinsschock um 200 Basispunkte dem Kernkapital
Tier 1 der Bank gegenübergestellt wird. Würde dieser
Zinsschock mehr als 15 % des Kernkapitals Tier 1 betra-
gen, könnte die Bankenaufsicht risikoreduzierende Maß-
nahmen einfordern.
Das Fristentransformationsrisiko ist weiterhin auf niedri-
gem Niveau (Gründe hierfür sind Tendergeschäfte und
Emissionstätigkeit). Das Standardverfahren liegt derzeit
bei einem absoluten Risikowert in Höhe von TEUR 714
(2022: TEUR 20.500). Dies entspricht einer Auslastung
von 0,14 % (2022: 3,78 %) des Kernkapitals Tier 1.
Damit liegt die Auslastung deutlich unter der Outlier-
Grenze von 15 %.
Seit dem 30. Juni 2023 ist zudem die Auswirkung eines
200 Basispunkteschocks auf den Nettozinsertrag zu
melden. Hier darf die aus dem Szenario resultierende
Veränderung (Delta aus Schock und Basisszenario) 5 %
des Kernkapitals Tier 1 nicht überschreiten. Zum 31. De-
zember 2023 ergibt sich ein absoluter Risikowert von
TEUR 18.408. Dies entspricht einer Auslastung von
3,56 % des anrechenbaren Kernkapitals Tier 1. Damit liegt
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
78
die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
knapp unter der Outlier-Grenze von 5 %.
Eine zentrale Modellannahme ist die Einschätzung der
Non Maturing Deposits (BAW-Einlagen) hinsichtlich ihrer
Zinsbindung. Aufsichtsrechtlich ist hier eine maximale
Zinsbindungsdauer von 5 Jahren erlaubt. Die Oberöster-
reichische Landesbank Aktiengesellschaft kalibriert das
Modell mindestens jährlich und setzt hier konservative
Werte ein. Es erfolgt eine Unterscheidung in Retail-
Einlagen und Wholesale-Einlagen. Die Retail-Einlagen
werden in weitere Unterkategorien eingeteilt und mit
einer durchschnittlichen Zinsbindung von rund 1,25 Jah-
ren modelliert – mittels der Elastizitätenmethode wird ein
stabiler (5Y-rollierend) und ein nicht stabiler Anteil
(3M-rollierend) ermittelt. Wholesale-Einlagen werden
kurzfristig dargestellt.
Das Fremdwährungsrisiko ist vergleichsweise gering. Das
Erwirtschaften von Erträgen aus offenen Devisenpositio-
nen ist keine Zielsetzung. Daher wird eine sich aus Kun-
dengeschäften ergebende Fremdwährungsposition
grundsätzlich abgesichert. Offene Fremdwährungspositi-
onen ergeben sich lediglich aus dem Valutengeschäft,
welche wiederum durch eine knappe Disposition be-
schränkt werden. Zum 31. Dezember 2023 war die Baga-
tellschwelle von 2 % der Gesamteigenmittel gemäß Arti-
kel 351 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 nicht über-
schritten. Das regulatorische Eigenmittelerfordernis auf-
grund der offenen Devisenposition in der Bank und im
Konzern betrug daher TEUR 0 (2022: TEUR 0).
Der Value at Risk auf der Basis der angegebenen Para-
meter stellt sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:
in TEUR
Value at Risk
31.12.2023
31.12.2022
Credit Spread-Risiko
9.247
10.381
Zinsrisiko – Bankbuch
20.466
53.846
Fremdwährungsrisiko
95
240
Der größte Anteil am Marktrisiko der Oberösterreichische
Landesbank Aktiengesellschaft per 31. Dezember 2023
entfällt auf das Zinsänderungsrisiko.
Der Value at Risk des Zinsrisikos im Bankbuch ist im Jahr
2023 aufgrund der Veränderungen der Zinskurve sowie
der beiden Subbenchmark-Emissionen deutlich gesunken.
Die Berichte zum Marktrisiko gemäß obiger Beschreibung
werden grundsätzlich monatlich dem Vorstand zur
Kenntnis gebracht. Zusätzlich werden für das Zinsrisiko
im Bankbuch wöchentlich auch eine GAP-Analyse,
Stresstests und Ertragssimulationen erstellt sowie
Marktwertänderungen im Wertpapier-Eigenbesitz-
portfolio täglich verfolgt und berichtet.
Die vollkonsolidierten Tochtergesellschaften refinanzie-
ren sich fristen- und währungskonform bei der Bank,
sodass Zinsänderungs- und Währungsrisiken vermieden
und in der Bank zentral gesteuert werden können.
(65) Derivate und Hedge Accounting
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
verwendet Derivate ausschließlich zur Absicherung von
Marktrisiken. In der Regel steht jedem Derivat ein abzusi-
cherndes Grundgeschäft gegenüber. In wenigen Aus-
nahmefällen werden Derivate ohne Grundgeschäft, soge-
nannte Makrohedges, zur Bilanzstruktursteuerung abge-
schlossen. Diese sichern die Oberösterreichische Lan-
desbank Aktiengesellschaft gegen extreme Zinsbewe-
gungen ab. Der Einsatz von Derivaten ohne Grundge-
schäft wird regelmäßig im Rahmen des ALM-Komitees
der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
besprochen. Alle Hedging-Initiativen werden vom Vor-
stand beschlossen.
Die Marktwerte der abgeschlossenen Derivate werden
regelmäßig mit den Marktwerten der Gegenpartei über-
prüft. Für jeden Geschäftspartner, mit dem ein Derivatge-
schäft abgeschlossen wird, muss eine entsprechende
Kreditlinie vorhanden sein, die die Bonität des Kredit-
nehmers und die angestrebten Geschäfte berücksichtigt.
Im Interbankenbereich wurden Collateral Vereinbarungen
mit allen wichtigen Geschäftspartnern abgeschlossen,
um das Ausfallrisiko zu minimieren.
(66) Kreditrisiko
Das Kreditrisiko beinhaltet die Gefahr der Nichterfüllung
von vertraglichen Zahlungsverpflichtungen durch Schuld-
ner. Das heißt, dass Schuldner ihre Zahlungen zur korrek-
ten Erfüllung ihrer gänzlichen oder teilweisen Zins- oder
Tilgungsverpflichtung nicht bzw. nicht zeitgerecht leisten.
Im Rahmen der quartalsweisen Risikoberichterstattung
an den Vorstand werden alle Elemente der Kreditrisiko-
forderungen wie z.B. Ausfallrisiken einzelner Debitoren,
Länder und Branchen berücksichtigt. Das Kreditrisiko
umfasst neben dem Kontrahenten- bzw. Ausfallrisiko
auch das Länderrisiko.
Das Kontrahenten- bzw. Ausfallrisiko resultiert haupt-
sächlich aus den Forderungen an Kunden und Kreditinsti-
tute und aus dem Wertpapiereigenbestand. Die Risi-
kostrategie zielt darauf ab, existenzgefährdende Schäden
zu vermeiden. Dies erfolgt einerseits durch die begrenzte
Allokation vorhandener Risikodeckungsmassen auf die in
der Geschäftsstrategie festgelegten Geschäftsfelder.
Andererseits wird auch auf eine ausreichende Diversifi-
zierung des Portfolios geachtet. Der unerwartete Verlust
aus Kreditrisiken wird in der Säule 1 der Basler Eigenkapi-
talbestimmungen nach dem Standardansatz unterlegt. Im
Rahmen des Kapitaladäquanzverfahrens nach Säule 2
wird der unerwartete Verlust aus Kreditrisiken mit der im
IRB-Ansatz vorgegebenen VaR-Formel für Unternehmen,
Staaten und Banken ermittelt. In den einzelnen Segmen-
ten wird neben der angestrebten marktüblichen Rendite
auch explizit auf die Einhaltung der vorgegebenen Risiko-
limits geachtet. Über die Entwicklung des Kreditrisikos
wird dem Vorstand monatlich berichtet.
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
79
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
beurteilt die Risiko- und Besicherungssituation der ein-
zelnen Finanzierungen entsprechend der Rating- und
Sicherheitenrichtlinie sowie initiiert und überwacht die
Umsetzung der Maßnahmen zur Risikobegrenzung. Die
fachgerechte Weiterentwicklung der Ratingsysteme und
-verfahren, die zur Beurteilung von Finanzierungen einge-
setzt werden, ist gewährleistet.
Die interne Ratingskala umfasst zehn Ratingstufen von
0,5 bis 5 und ist nach dem Schulnotensystem mit Halbno-
ten aufgebaut. Diese sind um weitere Subklassen in eini-
gen Stufen durch die Zusätze „+“ bzw. „–“ verfeinert. Die
Ausfallklassen teilen sich in 5, 5,1 und 5,2 (somit 17 Boni-
tätsklassen). Das Ratingsystem wird als Expertensystem
geführt. Im Mengengeschäft werden zunehmend automa-
tisierte Scoringmodelle eingesetzt, um den Verwaltungs-
aufwand zu reduzieren. Als Bonitätskriterien werden
sowohl Hard Facts als auch Soft Facts herangezogen.
Entsprechend segmentspezifischer Unterschiede sind
verschiedene Ratingtools im Einsatz. Alle Ratingtools
verfolgen das Ziel, konkrete Aussagen über die Ausfall-
wahrscheinlichkeit der einzelnen Kreditnehmer zu erhal-
ten. Die Ratingsysteme sind nach den Segmenten Corpo-
rates, Retail, Projekt- und Objektfinanzierungen, Staaten
sowie Financials und andere Wertpapieremittenten diffe-
renziert. Die Systeme zur Bonitätsbeurteilung werden
laufend validiert und weiterentwickelt.
Für das interne Rating sind in der Oberösterreichische
Landesbank Aktiengesellschaft folgende Ratingklassen
in Verwendung:
S&P/
Fitch
Rating
Moody’s
Rating
Oberösterreichische
Landesbank Aktiengesellschaft
10er-
Skala
Verfeine-
rung
Beschrei-
bung
AAA
Aaa
0,5
0,5
risikolos
Investmentgrade
AA+
Aa1
1
1
aus-
gezeichnete
Bonität
AA
Aa2
AA–
Aa3
1,5
1,5
sehr gute
Bonität
A+
A1
2
2+ (1,8)
gute
Bonität
A
A2
A-
A3
2
+
Baa1
2,5
2– (2,2)
durch-
schnittliche
Bonität
BBB
Baa2
2,5
BBB–
Baa3
3
3+ (2,8)
BB+
Ba1
3
akzeptable
Bonität
Non-Invest-
mentgrade
BB
Ba2
BB–
Ba3
3,5
3– (3,2)
mäßige
Bonität
B+, B
B1, B2
3,5
schwache
Bonität
B-
B3
4
4+ (3,8)
sehr
schwache
Bonität
Highly
Speculative
4
CCC+
Caa1
4,5
4,5
ausfall-
gefährdet
CCC
Caa2
CCC–
Caa3
CC
Ca
5
5
Ausfall-
merkmale
erreicht
Default
C
5,1
DDD / D
C
5,2
Die Definition und Abgrenzung der einzelnen Ratingklas-
sen orientiert sich an statistischen Ausfallwahrscheinlich-
keiten. Die verbalen Bezeichnungen dienen nur der Ver-
anschaulichung. Die Überleitung zu externen Ratings
erfolgt auf Basis von Ausfallwahrscheinlichkeiten. Sub-
klassen mit Zusätzen (+/–) stellen keine Ratinghauptklas-
sen dar, sie dienen lediglich der Verfeinerung. Die Klas-
sen 5 sowie 5,1 und 5,2 dienen zur Unterscheidung von
Ausfallkategorien (und entsprechen der Einstufung Ca
und C von Moody’s bzw. CC, C und D von Standard &
Poor’s).
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
80
Sicherheiten
Folgende Sicherheiten liegen vor:
• Persönliche Sicherheiten
− Bürgschaften, Garantien und Patronatserklärungen
• Dingliche Sicherheiten
− Grundbücherliche Sicherheiten
− Einlagen und Wertpapiere
− Eigentumsvorbehalte, Leasing und Zession von
Forderungen
− Versicherungen
Die Sicherheitenkategorien und deren Werte werden in
einer Sicherheitendatenbank erfasst und überwacht. Die
Sicherheitenwerte werden entsprechend der Vertragssi-
tuation mit den einzelnen Finanzierungen verknüpft und
nach einem vordefinierten Verfahren zugeteilt.
Die Besicherungsnote ergibt sich aufgrund folgender
Notenskala:
Note
Blankoanteil
b 1,0
Risiko
kleiner 5 %
b 1,5
Risiko
5 % bis kleiner 15 %
b 2,0
Risiko
15 % bis kleiner 30 %
b 2,5
Risiko
30 % bis kleiner 45 %
b 3,0
Risiko
45 % bis kleiner 55 %
b 3,5
Risiko
55 % bis kleiner 70 %
b 4,0
Risiko
70 % bis kleiner 85 %
b 4,5
Risiko
85 % bis kleiner 95 %
b 5,0
Risiko
95 % bis 100 %
Für alle Aktiva mit Adressenausfallrisiko wird monatlich
der Credit Value at Risk ermittelt. Der Credit Value at Risk
ist jener maximale Verlust, der statistisch betrachtet
innerhalb eines Jahres eintreten kann und mit einer be-
stimmten Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird. In
der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
wird der Credit Value at Risk (= Unexpected Loss) mit
den Wahrscheinlichkeiten 95 % für den Going Con-
cern-Ansatz und 99,9 % für den Liquidationsfall ermittelt.
Die Berechnung erfolgt mit der IRB-Formel für Unter-
nehmen, Staaten und Banken.
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
81
Struktur des Ausleihungsportfolios
Die folgende Tabelle zeigt die Verteilung des Ausleihungsvolumens nach Wirtschaftszweigen und somit das maximale
Ausfallrisiko:
Wirtschaftszweig
in TEUR
31.12.2023
Guthaben bei
Zentralnoten-
banken /
Forderungen
an Kredit-
institute
Forderungen
an Kunden
Positive
Marktwerte
aus
derivativen
Geschäften
Finanz-
anlagen
Bürgschaften/
Garantien
Nicht aus-
genutzte
Rahmen
Summe
Zentralbanken
1.094.450
1.094.450
Staatssektor
884.445
278.975
196
175.605
1.339.221
Kreditinstitute
141.752
19
105.153
441.487
7.339
695.751
Sonstige finanzielle
Unternehmen
6.487
84.272
29.904
91.717
70
17.072
229.522
Nicht finanzielle
Unternehmen
2.721.547
131.820
51.412
437.170
3.341.950
Haushalte
2.464.238
7.576
126.916
2.598.730
Gesamt
Maximales
Ausfallrisiko
1.242.690
6.154.521
135.057
944.000
66.593
756.763
9.299.623
Wirtschaftszweig
in TEUR
31.12.2022
Guthaben bei
Zentralnoten-
banken /
Forderungen
an Kredit-
institute
Forderungen
an Kunden
Positive
Marktwerte
aus
derivativen
Geschäften
Finanz-
anlagen
Bürgschaften/
Garantien
Nicht aus-
genutzte
Rahmen
Summe
Zentralbanken
661.550
661.550
Staatssektor
838.741
285.471
96
186.004
1.310.312
Kreditinstitute
177.325
38
90.903
413.560
7.205
689.031
Sonstige finanzielle
Unternehmen
7.847
70.941
34.868
100.546
79
14.212
228.493
Nicht finanzielle
Unternehmen
2.404.889
122.211
38.543
488.947
3.054.590
Haushalte
2.567.476
23.847
154.285
2.745.609
Gesamt
Maximales
Ausfallrisiko
846.722
5.882.085
125.771
921.788
69.770
843.448
8.689.585
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
82
Analyse der finanziellen Vermögenswerte
31.12.2023
nicht überfällig
bis 30 Tage
31 bis 60 Tage
61 bis 90 Tage
über 90 Tage
Gesamt
in TEUR
Buch-
wert
Sicher-
heiten
Buch-
wert
Sicher-
heiten
Buch-
wert
Sicher-
heiten
Buch-
wert
Sicher-
heiten
Buch-
wert
Sicher-
heiten
Buch-
wert
Sicher-
heiten
Forderungen an
Kreditinstitute
148.239
62.724
148.239
62.724
hievon AC
148.239
62.724
148.239
62.724
hievon Stage 1
148.239
62.724
148.239
62.724
Forderungen an
Kunden
6.101.729
4.264.662
10.165
1.938
14.950
13.618
4.087
3.769
23.590
20.264
6.154.521
4.304.252
hievon AC
5.763.174
4.083.938
10.165
1.938
14.950
13.618
4.087
3.769
19.576
16.693
5.811.952
4.119.958
hievon Stage 1
5.463.754
3.880.803
8.750
784
2.747
2.101
340
332
1.300
933
5.476.892
3.884.952
hievon Stage 2
261.668
179.577
1.292
1.033
1.103
994
1.013
706
2.009
1.867
267.086
184.178
hievon Stage 3
37.751
23.558
123
122
11.100
10.524
2.733
2.730
16.267
13.893
67.974
50.828
hievon FVPL
designiert
214.382
89.785
214.382
89.785
hievon FVPL
124.173
90.939
4.014
3.571
128.187
94.509
Gesamt
6.249.968
4.327.386
10.165
1.938
14.950
13.618
4.087
3.769
23.590
20.264
6.302.760
4.366.976
31.12.2022
nicht überfällig
bis 30 Tage
31 bis 60 Tage
61 bis 90 Tage
über 90 Tage
Gesamt
in TEUR
Buch-
wert
Sicher-
heiten
Buch-
wert
Sicher-
heiten
Buch-
wert
Sicher-
heiten
Buch-
wert
Sicher-
heiten
Buch-
wert
Sicher-
heiten
Buch-
wert
Sicher-
heiten
Forderungen an
Kreditinstitute
185.172
83.578
185.172
83.578
hievon AC
185.172
83.578
185.172
83.578
hievon Stage 1
185.172
83.578
185.172
83.578
Forderungen an
Kunden
5.812.028
4.149.687
57.827
7.314
1.360
1.080
2.439
1.955
8.432
7.799
5.882.085
4.167.834
hievon AC
5.523.352
4.017.453
57.827
7.314
1.360
1.080
2.439
1.955
8.432
7.799
5.593.409
4.035.600
hievon Stage 1
5.116.605
3.777.037
44.142
1.932
453
361
507
506
513
506
5.162.220
3.780.342
hievon Stage 2
400.779
235.777
13.615
5.337
648
536
1.698
1.215
2.214
2.213
418.954
245.078
hievon Stage 3
5.968
4.639
70
44
258
183
234
234
5.705
5.080
12.235
10.180
hievon FVPL
designiert
169.410
43.011
169.410
43.011
hievon FVPL
119.267
89.223
119.267
89.223
Gesamt
5.997.200
4.233.265
57.827
7.314
1.360
1.080
2.439
1.955
8.432
7.799
6.067.257
4.251.412
Wertberichtigungen
Wertberichtigungen dienen der bilanziellen Vorsorge für
zukünftige Kreditausfälle. Für weitere Informationen zur
Bildung der Wertberichtigung wird auf Punkt (10) Risiko-
vorsorgen verwiesen.
Auslöser für die Bildung einer Risikovorsorge in Stage 3
stellen vor allem wirtschaftliche bzw. finanzielle Schwie-
rigkeiten des Schuldners, Ausfall von Zins- und Tilgungs-
verpflichtungen sowie weitere Ausfallgründe gemäß auf-
sichtsrechtlichen Bestimmungen dar. Diese Auslöser
werden im Rahmen des laufenden Finanzierungscontrol-
lings gemäß den internen Risikomanagementrichtlinien
festgestellt und überwacht.
Die Ausfalldefinition umfasst Insolvenzen, ähnliche Ver-
fahren oder Klage, drohende Zahlungsunfähigkeit,
90-Tage-Basel-Überfälligkeit, Zinsfreistellung, krisenbe-
dingte Restrukturierung, Fälligstellungen, Direktabschrei-
bungen, Abschreibungen wertberichtigter Forderungen,
Forderungsverzicht bei Restrukturierung, Lizenzentzug
und Zahlungsmoratorium.
In der Ausfall- und Verwertungsdatenbank werden die
Ausfallereignisse, die Kapitalstände zum Ausfallzeitpunkt,
die Verwertungskosten sowie Rückflüsse aus der Sicher-
heitenverwertung aufgezeichnet. Diese Aufzeichnungen
werden für die jährliche Validierung der Ausfallwahr-
scheinlichkeiten herangezogen.
Non-performing loans (NPLs) werden organisatorisch in
der Problemkreditbetreuung geführt. Dabei wird die aktiv-
seitige Kundenverantwortung an die Problemkredit-
betreuung und damit in die Marktfolge übertragen. Im
Jahr 2023 betrug die NPL-Ratio 1,35 % (2022: 0,31 %).
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
83
Wertberichtigungsstufen nach Ratingklassen
Die Bruttobuchwerte von Guthaben bei Zentralnotenban-
ken, Forderungen an Kreditinstitute, Forderungen an
Kunden, Finanzanlagen, Eventualverbindlichkeiten und
Kreditrisiken, die zu fortgeführten Anschaffungskosten
(AC) oder erfolgsneutral zum beizulegenden Wert
(FVOCI) bewertet werden, gliedern sich nach den Rating-
klassen wie folgt:
Rating-
klasse
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
0,5
102.192
102.192
1,0
1.259.140
1.259.140
1,5
2.153.540
19.490
2.173.030
1,8
931.276
7.918
939.193
2,0
855.821
32.008
887.829
2,2
300.173
37.085
337.258
2,5
1.921.771
55.192
1.976.963
2,8
292.221
24.900
317.120
3,0
177.345
36.658
214.003
3,2
56.398
41.671
98.069
3,5
51.579
38.654
90.234
3,8
279
7.660
7.939
4,0
360
7.759
8.119
4,5
201
15.797
15.998
5,0
1.442
1.442
5,1
86.829
86.829
5,2
8.669
8.669
Brutto-
buch-
werte
8.102.296
324.790
96.939
0
8.524.026
Risikovor-
sorgen
–3.036
–3.675
–21.769
–28.480
Buchwerte
31.12.2023
8.099.260
321.116
75.170
0
8.495.546
Rating-
klasse
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
0,5
108.436
108.436
1,0
820.680
820.680
1,5
2.172.127
59.226
2.231.353
1,8
552.175
71.511
623.686
2,0
1.005.796
77.251
1.083.048
2,2
555.988
35.406
591.395
2,5
1.850.046
84.950
1.934.996
2,8
191.403
71.959
263.361
3,0
89.292
76.730
166.022
3,2
29.916
40.169
70.084
3,5
10.145
27.212
37.357
3,8
348
2.303
2.651
4,0
99
6.756
6.855
4,5
494
10.678
11.173
5,0
2.391
2.391
5,1
13.942
13.942
5,2
4.286
4.286
Brutto-
buch-
werte
7.386.944
564.152
20.619
0
7.971.715
Risikovor-
sorgen
–3.333
–6.144
–7.957
–17.434
Buchwerte
31.12.2022
7.383.611
558.008
12.663
0
7.954.281
Kreditrisikosituation
Die Kreditrisikosituation im Gesamtportfolio ist im exter-
nen Vergleich unverändert gut. Dies fußt auf einer Fülle
von einzelnen Qualitätsmaßnahmen, die sich im gesamten
Portfolio auswirken.
Die wichtigsten sind:
• Konsequente Umsetzung der Kreditrichtlinien und
-prozesse in der Kreditentscheidungsaufbereitung bei
der Kreditvergabe.
• Durch stetig intensivierte Risikoüberwachung von
Teilportfolien und damit verbundenen Maßnahmen im
Einzelfall wird eine laufende Verbesserung im Bestand
erreicht.
• Durch konsequente Umsetzung des internen
Ratingsystems sowohl in der Anwendung, der
Aktualisierung der Ratingparameter sowie auch in der
Systemvalidierung wird eine aussagekräftige
Bonitätsbeurteilung sichergestellt.
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
84
Geänderte Marktbedingungen, insbesondere im Immobi-
lienprojektgeschäft, allen voran aufgrund gestiegener
Baukosten und Zinsen, führen aber dennoch in diesem
Teilportfolio zu einem Anstieg der Non-Performing Expo-
sures sowie der Risikovorsorgen.
Das Finanzierungsvolumen ist zur Gänze bonitäts- und
besicherungsmäßig eingestuft. Bonitätsmäßige Verände-
rungen werden sehr rasch erkannt und bei Verschlechte-
rungen werden unmittelbar das Risiko korrigierende
Maßnahmen umgesetzt. Hinsichtlich des Ausfallrisikos bei
den designierten Forderungen verweisen wir auf Punkt (48).
Forbearance
Unter „Forbearance“ werden Maßnahmen verstanden, die
dadurch gekennzeichnet sind, dass Bedingungen des
Kreditvertrages zu Gunsten des Kreditnehmers verändert
(z.B. Stundungen) oder Kredite neu finanziert werden,
weil der Kreditnehmer die bestehenden Bedingungen
aufgrund finanzieller Schwierigkeiten nicht mehr erfüllen
kann. Die finanziellen Schwierigkeiten des Kreditnehmers
und die Veränderungen des Kreditvertrages bringen
dabei nicht in jedem Fall Verluste für das Kreditinstitut mit
sich. Änderungen von Kreditverträgen, die aus anderen
Gründen als finanziellen Schwierigkeiten des Kreditneh-
mers erfolgen, gelten nicht als Forbearance-Maßnahmen.
Per 31. Dezember 2023 liegen Forbearance-Maßnahmen
in Höhe von TEUR 27.431 (2022: TEUR 11.208) vor. Die
Forbearance-Ratio betrug 0,36 % (2022: 0,16 %). Dabei
werden die Bruttobuchwerte aller Konten mit For-
bearance-Maßnahmen dem Bruttobuchwert aller Kredite
und Darlehen (gemäß EBA Risk-Dashboard) gegenüber-
gestellt. Sämtliche Forbearance-Maßnahmen betreffen
Kreditnehmer im Inland. Die Zugänge belaufen sich auf
TEUR 18.708 (2022: TEUR 2.177). Demgegenüber stehen
Abgänge in der Höhe von TEUR 2.485 (2022: TEUR 2.160).
Aufteilung nach Stundungsarten
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Restrukturierung
nicht Default-relevant
4.102
3.772
davon in Problemkreditbetreuung
Restrukturierung Default-relevant
23.329
7.436
davon in Problemkreditbetreuung
23.329
7.436
Gesamt
27.431
11.208
davon in Spezialbetreuung
27.180
10.659
Performing/Non-Performing Exposures
bei Forbearance-Maßnahmen
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Performing Exposures
4.092
3.772
davon sonstige
Finanzunternehmen
4
davon nichtfinanzielle
Unternehmen
2.208
1.830
davon Haushalte
1.884
1.938
Non-Performing Exposures
23.338
7.436
davon sonstige
Finanzunternehmen
865
davon nichtfinanzielle
Unternehmen
22.280
5.777
davon Haushalte
1.058
794
Gesamt
27.431
11.208
davon Forderungen an Kunden
26.521
11.110
davon Eventualverbindlichkeiten
und Kreditrisiken
909
98
Darstellung der Zu- und Abgänge
der Forbearance-Maßnahmen
in TEUR
1.1.2023
Zugang
Abgang
31.12.2023
Betrag
Forbearance-
Maßnahmen
11.208
18.708
2.485
27.431
davon
Non-Performing
Exposures
7.436
16.470
568
23.339
Aufteilung der Forbearance-Maßnahmen
nach Segmenten
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Großkunden
23.937
7.676
Retail und Wohnbau
3.300
3.200
Sonstige
193
331
Gesamt
27.431
11.208
Aufteilung der Forbearance-Maßnahmen nach IFRS 7
in TEUR
31.12.2023
Sicher-
heiten
31.12.2022
Sicher-
heiten
nicht überfällig
19.018
15.138
9.018
5.902
überfällig
8.412
6.195
2.190
1.003
Gesamt
27.431
21.334
11.208
6.905
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
85
(67) Liquiditätsrisiko
Das Ziel der Liquiditätssteuerung ist die jederzeitige
Sicherung der Zahlungsbereitschaft der Bank unter der
Nebenbedingung, die Kosten für die Liquiditätshaltung
möglichst niedrig zu halten. Auf Basis von Liquiditätsab-
laufbilanzen stellt die Organisationseinheit Risikoma-
nagement den Liquiditätsstatus des Oberösterreichische
Landesbank Aktiengesellschaft Konzerns fest. Die Steue-
rung der Liquidität erfolgt auf Basis dieser Liquiditätsab-
laufbilanzen. Die Maßnahmen zur Steuerung sind vor
allem darauf ausgerichtet, die jederzeitige Zahlungsfähig-
keit – auch in Stresssituationen – sicherzustellen.
Für den laufenden Liquiditätsausgleich stehen ein Liquidi-
tätspuffer sowie ein hohes Sicherheitenpotenzial für
Tendergeschäfte mit der EZB in Form von Wertpapieren
und Credit Claims zur Verfügung. Die Liquiditätssituation
des Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
Konzerns ist, insbesondere aufgrund der vorhandenen
Liquiditätsreserven sowie der stabilen Kundeneinlagen,
komfortabel. Die im Bankwesengesetz (BWG) vorgese-
henen Liquiditätsbestimmungen wurden bei der Oberös-
terreichische Landesbank Aktiengesellschaft zur Gänze
eingehalten.
Restlaufzeitenanalyse
31.12.2023
in TEUR
tägl. fällig
bis 1 Monat
über 1 Monat
bis 3 Monate
über 3 Monate
bis 1 Jahr
über 1 Jahr
bis 5 Jahre
über 5 Jahre
Summe
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
*)
174.092
120.889
120.544
90.667
129.907
636.099
Verbindlichkeiten gegenüber
Kunden
581.461
177.722
480.277
785.692
1.339.920
3.365.072
Verbriefte Verbindlichkeiten
62.804
49.368
287.202
2.474.258
2.340.716
5.214.348
Negative Marktwerte aus
derivativen Geschäften
7.554
16.636
60.682
199.917
241.566
526.355
Gesamt
825.911
364.615
948.705
3.550.534
4.052.109
9.741.874
Eventualverbindlichkeiten
66.593
Kreditrisiken
756.763
31.12.2022
in TEUR
tägl. fällig
bis 1 Monat
über 1 Monat
bis 3 Monate
über 3 Monate
bis 1 Jahr
über 1 Jahr
bis 5 Jahre
über 5 Jahre
Summe
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
*)
105.554
7.089
433.236
321.674
159.849
1.027.402
Verbindlichkeiten gegenüber
Kunden
229.219
197.240
288.652
802.150
923.638
2.440.899
Verbriefte Verbindlichkeiten
16.659
55.785
430.743
1.754.663
2.480.361
4.738.211
Negative Marktwerte aus
derivativen Geschäften
4.744
10.233
89.149
323.807
293.703
721.635
Gesamt
356.176
270.347
1.241.780
3.202.293
3.857.551
8.928.147
Eventualverbindlichkeiten
69.770
Kreditrisiken
843.448
*)
Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind Cash-Collateraleinlagen für Derivate in Höhe von TEUR 156.820 (2022: TEUR 93.769) im
Laufzeitband „tägl. fällig bis 1 Monat“ enthalten. Die Rückzahlung dieser Verbindlichkeiten ist jedoch abhängig von Marktzinsänderungen .
Die Tabelle zeigt die Fälligkeitsanalyse der nicht abge-
zinsten Cashflows für finanzielle Verbindlichkeiten und
Derivate inklusive Zinszahlungen sowie die frühestmögli-
che Inanspruchnahme von Bürgschaften und Kreditzusa-
gen. Kündigungsmöglichkeiten sind nach mathematischer
Ausnutzungswahrscheinlichkeit enthalten. Zusätzlich zur
Liquiditätsablaufbilanz wird auch die Liquidity-Coverage-
Ratio als Indikator für die Überwachung der kurzfristigen
Liquiditätssituation eingesetzt. Per 31. Dezember 2023
beträgt diese auf konsolidierter Ebene 200,83 % (2022:
165,8 %) und ist damit deutlich höher als die für 2023
gesetzlich vorgegebene Mindestquote von 100 %.
(68) Operationelles Risiko
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
definiert operationelle Risiken als die Gefahr von Verlus-
ten, die infolge der Unangemessenheit oder des Versa-
gens von internen Verfahren und Systemen, Menschen
oder infolge externer Ereignisse eintreten können. Diese
Definition schließt auch das Rechtsrisiko ein.
Zur Ermittlung der Unterlegungskosten für operationelle
Risiken in Säule 1 und auch Säule 2 verwendet die Ober-
österreichische Landesbank Aktiengesellschaft den
Basisindikatoransatz.
Konzernabschluss
V. Anhang (Notes)
86
Zur Identifikation von operationellen Risiken wird intern
eine Schadensfalldatenbank in der Organisationseinheit
Risikomanagement geführt, in der Schadensfälle aufge-
zeichnet werden. Zudem erfolgt die Risikoüberwachung
neben eigenen Assessments durch die Berücksichtigung
von Revisionsberichten, Risikoberichten (z.B. der IT),
Beschwerden sowie durch eingemeldete Beinaheschä-
den. Vierteljährlich wird über die Schadensfälle an den
Vorstand berichtet. Werden dabei Häufungen von be-
stimmten Schadensfällen festgestellt, wird unter Berück-
sichtigung von organisatorischen Zuständigkeiten ein
Prozess gestartet, um aufgetretene Risiken zu reduzieren.
Darüber hinaus verfügt die Bank über Notfallkonzepte,
um in Krisenfällen verschiedenster Art den Betrieb der
Bank aufrechterhalten zu können.
Transaktionen und Entscheidungen erfolgen ausschließ-
lich unter Anwendung des Vier-Augen-Prinzips. Die Bank
legt großen Wert auf gut geschulte, verantwortungsbe-
wusste Mitarbeiter. Ein Internes Kontrollsystem, das mit
Hilfe von Prozessmanagement-Software, Abfrage-
Software, Risiko-Kontroll-Matrizen und Assessments
Schadensfälle verhindern soll, ist eingerichtet.
Das Rechtsrisiko wird durch sorgfältige Vertragsgestal-
tung bzw. -prüfung in der hausinternen Rechtsabteilung
sowie durch Einholung von Expertisen von spezialisierten
Anwälten oder sonstigen Gutachten minimiert. Im abge-
laufenen Geschäftsjahr ist die Anzahl der Schadensfälle
als auch die Schadenshöhe auf niedrigem Niveau kon-
stant geblieben.
Zur Bewertung der Cyberrisiken werden von der Oberös-
terreichische Landesbank Aktiengesellschaft Informatio-
nen aus verschiedenen Quellen zusammengeführt. Dabei
werden unter anderem die regelmäßigen OpKoord-
Lagebilder (OpKoord = Operative Koordinierungsstruktur
für Cybersicherheit in Österreich unter der organisatori-
schen Leitung des Bundesministeriums für Inneres) aktiv
auf Relevanz für die Oberösterreichische Landesbank
Aktiengesellschaft geprüft und bei Bedarf gemeinsam mit
den relevanten IT-Dienstleistern Maßnahmen definiert.
Konzernabschluss
VI. Organe der Bank
87
VI. Organe der Bank
Aufsichtsrat
Vorsitzender:
Mag. Othmar Nagl
(Generaldirektor OÖ Versicherung AG)
Stellvertretende Vorsitzende:
Dr. Heinrich Schaller
(Generaldirektor Raiffeisenlandesbank OÖ AG)
Mag. Dr. Michael Tissot
(Steuerberater)
Mitglieder:
Ing. Volkmar Angermeier
(Präsident des Aufsichtsrates
Raiffeisenlandesbank OÖ AG)
Dr.
in
Miriam Eder, MBA
(Leitung Controlling, Revision &
Compliance BBRZ-Gruppe)
Mag. Klaus Fürlinger
(Nationalratsabgeordneter, Rechtsanwalt)
Dr. Michael Glaser
(Vorstandsdirektor Raiffeisenlandesbank OÖ AG)
Mag. Horst Haudum
(Geschäftsführer OÖ Landesholding GmbH)
Mag.
a
Dr.
in
Elisabeth Kölblinger
(Steuerberaterin)
Mag. Reinhard Schwendtbauer
(Vorstandsdirektor Raiffeisenlandesbank OÖ AG)
Vom Betriebsrat entsandt:
Kurt Dobersberger
(Betriebsrats-Vorsitzender der Oberösterreichische
Landesbank Aktiengesellschaft)
Andrea Koppe BA, MBA
(Betriebsrats-Vorsitzender-Stellvertreterin der
Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft)
Sabine Füreder, bis 31.12.2023
Claudia Kastenhofer, ab 1.1.2024
Mag.
a
Silvia Häusler
Roland Raab
Aufsichtskommissär des
Landes Oberösterreich:
Mag. Thomas Stelzer
(Landeshauptmann des Landes Oberösterreich)
Aufsichtskommissär-Stellvertreterin
des Landes Oberösterreich:
Mag.
a
Dr.
in
Christiane Frauscher, LL.B., MBA
(Geschäftsführerin OÖ Landesholding GmbH,
Landesfinanzdirektorin des Landes Oberösterreich)
Staatskommissär:
Hans-Georg Kramer, MBA, CFP
(Bundesministerium für Finanzen)
Staatskommissär-Stellvertreterin:
Mag.
a
Sigrid Part
(Bundesministerium für Finanzen)
Vorstand
Vorstandsvorsitzender:
Mag. Klaus Kumpfmüller
Vorstandsmitglied:
Mag. Thomas Wolfsgruber
Deckungsstocktreuhänder
Deckungsstocktreuhänder:
Mag. Wolfgang Claus
(Bundesministerium für Finanzen),
bis 30.6.2023
Deckungsstocktreuhänder-Stellvertreterin:
Mag.
a
Katharina Lehmayer
(Präsidentin des Oberlandesgerichtes Wien),
bis 30.6.2023
Deckungsstocktreuhänder:
Saxinger, Chalupsky & Partner Rechtsanwälte GmbH,
Bestellung per 15.5.2023,
Übernahme der Funktion per 1.7.2023
Konzernabschluss
VII. Anteilsbesitz
88
VII. Anteilsbesitz
a) Vollkonsolidierte Unternehmen
Gesellschaft
Eigener Anteil
*)
Bilanzstichtag
2023
2022
Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft, Linz
Konzernmutter
31.12.
OÖ HYPO Immobilien und Beteiligungen GmbH, Linz
100,0 %
100,0 %
30.9.
OÖ Hypo Leasinggesellschaft m.b.H., Linz
100,0 %
100,0 %
30.9.
OÖ Hypo Facility Management GmbH, Linz
100,0 %
100,0 %
30.9.
Hypo Immobilien Anlagen GmbH, Linz
100,0 %
100,0 %
30.9.
*)
Stimmrechtsanteil = Kapitalanteil
b) Unternehmen, die nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen wurden
Gesellschaft
Eigener Anteil
*)
Bilanzstichtag
2023
2022
Beteiligungs- und Immobilien GmbH, Linz
25,0 %
25,0 %
30.9.
Beteiligungs- und Wohnungsanlagen GmbH, Linz
25,0 %
25,0 %
30.9.
*)
Stimmrechtsanteil = Kapitalanteil
c) Unternehmen mit einem Anteilsbesitz von mindestens 20 %, die nicht in den Konzernabschluss einbezogen wurden
Gesellschaft
Eigener Anteil
*)
Vermö-
gens-
werte
Schulden
Erlöse
Jahres-
ergebnis
Bilanz
Bilanz-
stichtag
in TEUR
2023
2022
I&B Immobilien und Bewertungs GmbH, Linz
**)
100,0 %
Betriebsliegenschaft Eferding 4070 GmbH, Linz
100,0 %
100,0 %
10.678
10.413
618
51
2023
30.9.
HYPO-IMPULS Immobilien GmbH, Linz
49,0 %
49,0 %
25.623
20.529
3.190
791
2022
31.12.
GEMDAT OÖ GmbH & Co KG, Linz
33,3 %
33,3 %
22.301
9.322
21.440
3.564
2022
31.12.
GEMDAT OÖ GmbH, Linz
30,0 %
30,0 %
740
722
746
33
2022
31.12.
Raiffeisen OÖ Invest GmbH, Linz
24,0 %
24,0 %
46
3
12
8
2023
30.9.
KEPLER-FONDS Kapitalanlage-
gesellschaftm.b.H., Linz
26,0 %
26,0 %
27.451
14.096
28.776
6.048
2022
31.12.
O.Ö. Kommunalgebäude-Leasing
Gesellschaft m.b.H., Linz
20,0 %
20,0 %
19.105
19.231
486
–70
2022
31.12.
O.Ö. Kommunal-Immobilienleasing GmbH, Linz
20,0 %
20,0 %
11.483
11.586
2.604
36
2022
31.12.
*)
Stimmrechtsanteil = Kapitalanteil
**)
Die I&B Immobilien und Bewertungs GmbH wurde im Geschäftsjahr 2023 mit der OÖ Hypo Immobilien und Beteiligungen GmbH verschmolzen.
Konzernabschluss
VIII. Erklärung aller gesetzlichen Vertreter zum Jahresfinanzbericht
89
VIII. Erklärung aller gesetzlichen
Vertreter zum Jahresfinanzbericht
(gemäß § 124 Abs. 1 Z 3 BörseG)
Der Vorstand der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft bestätigt nach bestem Wissen, dass der im Ein-
klang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das
Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten be-
schreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.
Der Vorstand der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft bestätigt nach bestem Wissen, dass der im Ein-
klang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein
möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den
Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild
der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten
beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.
Linz, am 18. März 2024
Der Vorstand
Mag. Klaus Kumpfmüller
Vorstandsvorsitzender
(Ärzte, Freie Berufe und Private Banking; Asset- und Liability-
management/Treasury; Filialvertrieb; Großkundenbetreuung;
Kommerzkunden und Immobilienprojekte; Marketing; Nachhaltigkeit &
Wertpapiere; OÖ Hypo Leasinggesellschaft m.b.H.; Personal;
Vertriebsunterstützung; Vorstandsbüro)
Mag. Thomas Wolfsgruber
Vorstandsmitglied
(Controlling; Finanzierung; Immobiliengesellschaften; Informations-
technologie; Interne Revision; Rechnungswesen; Recht und Unter-
nehmensentwicklung; Risikomanagement; Umwelt-, Sicherheits-,
Infrastrukturmanagement)
Konzernabschluss
IX. Bericht des Aufsichtsrates
90
IX. Bericht des Aufsichtsrates
Das Jahr 2023 war ein wirtschaftlich und geopolitisch turbulentes Jahr mit einer hohen Inflation, steigenden Zinsen und
einer schwächelnden Wirtschaftsleistung. Die besonderen und herausfordernden Rahmenbedingungen konnten dank
einer ausgezeichneten Teamleistung gemeistert werden. Die äußeren Einflüsse und die schneller als geplant erreichten
Ziele führen dazu, die eigene Strategie laufend auf den Prüfstand stellen zu müssen – es wurden zu den vier strategischen
Eckpfeilern laufend Anpassungen, Ergänzungen und Klarstellungen getroffen. Die HYPO Mehr-Wert-Strategie hat sich als
wertvoller und wirksamer Wegweiser erwiesen.
Der Aufsichtsrat der HYPO Oberösterreich hat im Geschäftsjahr 2023 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden
Aufgaben wahrgenommen. Der Vorstand hat über die Lage und Entwicklung der Bank und des Konzerns regelmäßig und in
umfassender Art und Weise berichtet.
Die Buchführung, der Jahresabschluss nach den Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuches (UGB)/Bankwesen-
gesetzes (BWG), der Konzernabschluss nach den Bestimmungen der International Financial Reporting Standards (IFRS)
zum 31. Dezember 2023, der Lagebericht sowie der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2023 sind von der KPMG
Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft geprüft worden. Die Prüfungen haben zu keinerlei
Beanstandungen geführt und den gesetzlichen Vorschriften wurde voll entsprochen. Die uneingeschränkten Bestätigungs-
vermerke wurden damit erteilt.
Der Aufsichtsrat hat in der am 18. April 2024 abgehaltenen Sitzung den Jahresabschluss und den Konzernabschluss zum
31. Dezember 2023, den Lagebericht sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2023 geprüft. Der vom Vor-
stand erstellte Jahresabschluss wurde vom Aufsichtsrat gemäß § 96 Abs. 4 des Aktiengesetzes gebilligt. Dem Vorschlag
des Vorstandes über die Gewinnverwendung wurde gefolgt.
Gerade in einem herausfordernden, dynamischen Umfeld ist die geleistete Arbeit von besonderer Bedeutung. Dank dafür
gilt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Linz, im April 2024
Der Vorsitzende des Aufsichtsrates
Othmar Nagl
Konzernabschluss
VI. Organe der Bank
91
X. Bericht des unabhängigen Abschlussprüfers
Bestätigungsvermerk
Bericht zum Konzernabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Konzernabschluss der Oberösterreichi-
sche Landesbank Aktiengesellschaft, Linz, und ihrer
Tochtergesellschaften („der Konzern“), bestehend aus
der Konzernerfolgsrechnung, der Konzernbilanz zum
31. Dezember 2023, der Entwicklung des Konzerneigen-
kapitals und der Konzernkapitalflussrechnung für das an
diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Kon-
zernanhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Konzernabschluss
den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein mög-
lichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des
Konzerns zum 31. Dezember 2023 sowie der Ertragslage
und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem
Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit
den International Financial Reporting Standards (IFRS).
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung
mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden
AP-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ord-
nungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese
Grundsätze erfordern die Anwendung der International
Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten
nach diesen Vorschriften und Standards sind im Ab-
schnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für
die Prüfung des Konzernabschlusses“ unseres Bestäti-
gungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom
Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den öster-
reichischen unternehmens-, bank- und berufsrechtlichen
Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen
Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen
erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlang-
ten Prüfungsnachweise bis zum Datum dieses Bestäti-
gungsvermerkes ausreichend und geeignet sind, um als
Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu
dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche
Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermes-
sen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzern-
abschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachver-
halte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des
Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung
unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir
geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sach-
verhalten ab.
Werthaltigkeit von Forderungen an Kunden, die zu
fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden
Das Risiko für den Abschluss
Die Forderungen an Kunden, die zu fortgeführten An-
schaffungskosten bilanziert sind, umfassen in der Bilanz
einen Betrag in Höhe von 5.812 Mio EUR. Für diese For-
derungen wurde eine Risikovorsorge in Höhe von 27,0
Mio EUR gebildet.
Der Vorstand der Oberösterreichische Landesbank
Aktiengesellschaft erläutert die Vorgehensweise bei der
Ermittlung der Risikovorsorgen in den Notes zum Kon-
zernabschluss im Abschnitt Bilanzierungs- und Bewer-
tungsmethoden (siehe Unterabschnitt „Schätzungen,
Ermessensentscheidungen und Beurteilung des Mana-
gements“ und „Risikovorsorgen“).
Einzelvorsorgen werden für Kunden gebildet, bei denen
ein Ausfallsereignis identifiziert wurde (Stufe 3 – Risiko-
vorsorge). Die individuell durchgeführte Ermittlung der
Höhe der Einzelvorsorgen für signifikante Kunden mit
Ausfallsereignis unterliegen wesentlichen Annahmen und
Schätzungen. Diese ergeben sich durch die wirtschaftli-
che Lage und Entwicklung des Kunden sowie durch die
Bewertung von Kreditsicherheiten, da diese Auswirkun-
gen auf die Höhe und den Zeitpunkt der erwarteten zu-
künftigen Cashflows mit sich bringen. Pauschale Einzel-
vorsorgen, die für nicht signifikante ausgefallene Kunden
gebildet werden, basieren auf Modellen und statistischen
Parametern.
Nicht ausgefallene Kunden sind der Stufe 1 – Bildung
einer Portfoliowertberichtigung in Höhe des erwarteten
12-Monats-Kreditverlustes – oder bei einer signifikanten
Erhöhung des Kreditrisikos der Stufe 2 – Bildung einer
Portfoliowertberichtigung in Höhe des über die (gesamte)
Laufzeit erwarteten Kreditverlustes – zuzuordnen. Diese
nach statistischen Methoden gebildeten Vorsorgen ba-
sieren auf Modellen und statistischen Parametern und
beinhalten daher Ermessensentscheidungen und Schätz-
unsicherheiten, die auch die aktuellen wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen durch Post Model Adjustments
(Collective Staging) berücksichtigen.
Das Risiko für den Abschluss liegt darin, dass der Ermitt-
lung der Risikovorsorge unter Berücksichtigung der aktu-
ell schwierigen Entwicklungen – insbesondere im Bereich
der Immobilienprojektfinanzierungen – in bedeutendem
Ausmaß Schätzungen und Annahmen zugrunde liegen,
aus denen sich Ermessensspielräume und Schätzunsi-
cherheiten in Bezug auf die Höhe der Risikovorsorgen
ergeben.
Konzernabschluss
VI. Organe der Bank
92
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Bei der Prüfung der Werthaltigkeit von Forderungen an
Kunden haben wir folgende wesentliche Prüfungshand-
lungen durchgeführt:
• Wir haben die Prozesse im Kreditrisikomanagement
erhoben und beurteilt, ob diese geeignet sind,
Kreditausfälle rechtzeitig zu identifizieren und Vor-
sorgen in angemessener Höhe zu bilden. Wir haben
ausgewählte Schlüsselkontrollen auf ihre Ausgestal-
tung und Umsetzung sowie in Stichproben auf ihre
Wirksamkeit hin getestet.
• Wir haben anhand einer Stichprobe an Krediten über-
prüft, ob Indikatoren für Ausfälle bestehen bzw ob Aus-
fallsereignisse zeitgerecht erkannt wurden. Die Aus-
wahl dieser Stichprobe erfolgte hierbei risikobasiert un-
ter besonderer Gewichtung der Ratingstufen und
Branchen. Bei festgestellten Ausfällen wurden die ge-
troffenen Einschätzungen des Managements hinsicht-
lich der zukünftigen Zahlungsströme und Annahmen –
unter Berücksichtigung der Nachweise zur wirtschaftli-
chen Lage und Entwicklung des Kunden sowie der Be-
wertung der Kreditsicherheiten – auf ihre Angemes-
senheit hin geprüft.
• Wir haben auf Basis von Testfällen die Bewertung von
Immobiliensicherheiten unter der Einbindung von Be-
wertungsspezialisten beurteilt.
• Wir haben im Bereich der pauschalen Einzelvorsorgen
für nicht bedeutsame ausgefallene Forderungen die
angewendeten Berechnungsmodelle unter Einsatz von
internen Financial Risk Management Spezialisten da-
hingehend beurteilt, ob diese geeignet sind, den
Risikovorsorgebedarf in angemessener Art und Weise
zu ermitteln.
• Bei den Portfoliovorsorgen haben wir die angewende-
ten Berechnungsmodelle einschließlich der verwende-
ten Inputparameter und Stufenzuordnungen sowie
makroökonomischen Prognosen dahingehend beurteilt,
ob diese geeignet sind, den Risikovorsorgebedarf in
angemessener Art und Weise zu ermitteln. Weiters
wurde die Auswahl und die Bemessung von zukunfts-
gerichteten Schätzungen und Szenarien analysiert und
deren Berücksichtigung in der Parameterschätzung
nachvollzogen. Es wurden vereinzelt automatische
Kontrollen, welche dem Berechnungsmodell zugrunde
liegen, auf ihre Wirksamkeit hin beurteilt. Hierfür wur-
den interne IT-Spezialisten einbezogen. Die Herleitung
und Begründung des Post Model Adjustments sowie
die zugrundeliegenden Annahmen in Hinblick auf deren
Angemessenheit wurden beurteilt. Für diese Prüfungs-
handlungen haben wir unsere Financial Risk Manage-
ment Spezialisten einbezogen.
• Die rechnerische Richtigkeit der statistischen Vor-
sorgen haben wir, auf Basis einer Stichprobe, durch ei-
ne Nachberechnung der entsprechenden Vorsorgen
nachvollzogen.
Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle
Verbindlichkeiten (Level 3)
Das Risiko für den Abschluss
Der Konzern bilanziert erfolgswirksam zum Fair Value
bewertete finanzielle Verbindlichkeiten mit einem Betrag
von 1.854 Mio EUR (davon Level 3 1.809 Mio EUR).
Der Vorstand der Oberösterreichische Landesbank Akti-
engesellschaft beschreibt die Vorgehensweise bei der
Kategorisierung von Finanzinstrumenten und bei der
Ermittlung von beizulegenden Zeitwerten von Finanz-
instrumenten in den Notes zum Konzernabschluss in
Abschnitt Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
(siehe Unterabschnitt „Finanzinstrumente“).
Das Risiko für den Abschluss besteht darin, dass die Be-
wertung von zum Fair Value bilanzierten Verbindlichkeiten
anhand von am Markt nicht beobachtbaren Bewertungs-
parametern (Level 3-Kategorie) auf Grund der starken Ab-
hängigkeit von Bewertungsmodellen und Parameterschät-
zungen (zB.: Credit Spread) in einem hohen Ausmaß
ermessensbehaftet ist.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Bei der Prüfung der erfolgswirksam zum Fair Value be-
werteten finanziellen Verbindlichkeiten (Level 3) haben
wir folgende wesentliche Prüfungshandlungen durch-
geführt:
• Wir haben den diesbezüglichen Prozess in der Abtei-
lung Treasuryservice erhoben und beurteilt, ob dieser
geeignet ist, den beizulegenden Zeitwert bei diesen
Instrumenten korrekt zu ermitteln. Die Schlüssel-
kontrollen haben wir hinsichtlich ihrer Ausgestaltung
und Umsetzung und in Stichproben auf ihre Wirksam-
keit hin getestet.
• Wir haben in Testfällen überprüft, ob die Kategorisie-
rung (Level-Zuordnung) der finanziellen Verbindlich-
keiten angemessen vorgenommen wurde.
• Als Teil des Prüfungsteams haben wir bei der Prüfung
der zum Fair Value bewerteten und bilanzierten Ver-
bindlichkeiten (Level 3) Finanzmathematiker eingesetzt,
welche die Bewertungsmodelle und die von der Bank
getroffenen Annahmen sowie die wesentlichen Para-
meter hinsichtlich Marktkonformität und Angemessen-
heit beurteilt haben. Zudem wurden die Fair Values in
Testfällen nachgerechnet.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informa-
tionen verantwortlich. Die sonstigen Informationen um-
fassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausge-
nommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht
und den Bestätigungsvermerk.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt
sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir ge-
ben keine Art der Zusicherung darauf.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernab-
schlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonsti-
gen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die
sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten
Konzernabschluss
VI. Organe der Bank
93
zum Konzernabschluss oder unseren bei der Abschluss-
prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderwei-
tig falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem
Datum des Bestätigungsvermerks des Abschlussprüfers
erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbei-
ten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche
Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind
wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir
haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und
des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die
Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass
dieser in Übereinstimmung mit den IFRS ein möglichst
getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen
Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die
sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines
Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesent-
lichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen
Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die
gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit
des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit
zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern ein-
schlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungsle-
gungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätig-
keit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter
beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder
die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine
realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Über-
wachung des Rechnungslegungsprozesses des Kon-
zerns.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die
Prüfung des Konzernabschlusses
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu
erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von
wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolo-
sen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestäti-
gungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil bein-
haltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Über-
einstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen
Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die
die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Ab-
schlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls
eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellun-
gen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern re-
sultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn
von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise er-
wartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage
dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen
Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit
der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen
ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung
der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Ab-
schlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und be-
wahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
• Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentli-
cher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen
Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prü-
fungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen
sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausrei-
chend und geeignet sind, um als Grundlage für unser
Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen
Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstel-
lungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus
Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusi-
ves Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Un-
vollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das
Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
• Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Ab-
schlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um
Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebe-
nen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit
dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des inter-
nen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
• Wir beurteilen die Angemessenheit der von den ge-
setzlichen Vertretern angewandten Rechnungsle-
gungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den
gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten
Werte in der Rechnungslegung und damit zusammen-
hängende Angaben.
• Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessen-
heit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsat-
zes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch
die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der
erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Un-
sicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Ge-
gebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fä-
higkeit des Konzerns zur Fortführung der Unterneh-
menstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schluss-
folgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit
besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungs-
vermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzern-
abschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese An-
gaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu
modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf
der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestäti-
gungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünf-
tige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die
Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unter-
nehmenstätigkeit zur Folge haben.
• Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und
den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der
Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde
liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer
Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild er-
reicht wird.
• Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnach-
weise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder
Konzernabschluss
VI. Organe der Bank
94
Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein
Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir
sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und
Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tra-
gen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.
• Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter
anderem über den geplanten Umfang und die geplante
zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über
bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich et-
waiger bedeutsamer Mängel im internen Kontroll-
system, die wir während unserer Abschlussprüfung er-
kennen, aus.
• Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklä-
rung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhal-
tensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten
haben und uns mit ihm über alle Beziehungen und
sonstigen Sachverhalte austauschen, von denen ver-
nünftigerweise angenommen werden kann, dass sie
sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern ein-
schlägig – damit zusammenhängende Schutz-
maßnahmen auswirken.
• Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns
mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, die-
jenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die
Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres
waren und daher die besonders wichtigen Prüfungs-
sachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte
in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze
oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentli-
che Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen
in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in
unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte,
weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negati-
ven Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für
das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche
Anforderungen
Bericht zum Konzernlagebericht
Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen
unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen,
ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob
er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufge-
stellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die
Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung
mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vor-
schriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den
Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts
durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht
nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufge-
stellt worden, enthält die nach § 243a UGB zutreffenden
Angaben, und steht in Einklang mit dem Konzernab-
schluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses
gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Ver-
ständnisses über den Konzern und sein Umfeld haben wir
keine wesentlichen fehlerhaften Angaben im Konzern-
lagebericht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 AP-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 25. April
2022 als Abschlussprüfer gewählt und am 25. April 2022
vom Aufsichtsrat mit der Abschlussprüfung der Gesell-
schaft für das am 31. Dezember 2023 endende Ge-
schäftsjahr beauftragt.
Am 26. April 2023 wurden wir für das am 31. Dezember
2024 endende Geschäftsjahr gewählt und am 26. April
2023 vom Aufsichtsrat mit der Abschlussprüfung beauf-
tragt.
Wir sind ohne Unterbrechung seit dem Konzernabschluss
zum 31. Dezember 1997 Abschlussprüfer der Gesellschaft.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt
„Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem zusätzlichen
Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der
AP-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungs-
leistungen (Artikel 5 Abs 1 der AP-VO) erbracht haben
und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung
unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft
gewahrt haben.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche
Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Christian Grinschgl.
Linz
20. März 2024
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
qualifiziert elektronisch signiert:
Mag. Christian Grinschgl
Wirtschaftsprüfer
Jahresabschluss
Kennzahlenüberblick
95
Kennzahlenüberblick
Bilanzsumme
8.550
Millionen Euro
2022: 7.925 Mio. Euro
Forderungen an Kunden
6.305
Millionen Euro
2022: 6.051 Mio. Euro
Verbriefte Verbindlichkeiten
4.473
Millionen Euro
2022: 4.102 Mio. Euro
EGT
50,3
Millionen Euro
2022: 48,2 Mio. Euro
Betriebsergebnis
59,2
Millionen Euro
2022: 62,2 Mio. Euro
ROE (Return on Equity)
8,2
Prozent
2022: 8,1 Prozent
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
2.949
Millionen Euro
2022: 2.344 Mio. Euro
Provisionsergebnis
18,5
Millionen Euro
2022: 18,6 Mio. Euro
CIR (Cost-Income-Ratio)
54,8
Prozent
2022: 57,6 Prozent
Kernkapitalquote
12,8
Prozent
2022: 12,4 Prozent
Jahresabschluss
Lagebericht
96
1. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
Erfolgs- und Wachstumskurs fortgesetzt
Die HYPO Oberösterreich blickt auf ein sehr erfolgrei-
ches Geschäftsjahr 2023 zurück. Der Erfolgs- und
Wachstumskurs der vergangenen Jahre auf dem Funda-
ment der „HYPO Mehr-Wert-Strategie 2025“ wurde
konsequent fortgesetzt. Die Bilanzsumme konnte um +7,9
Prozent auf 8.549,5 Millionen Euro (2022: 7.925,0 Millio-
nen Euro) ausgeweitet werden. Die Betriebserträge konn-
ten – insbesondere durch hohe Nettozinserträge – auf
+125,1 Millionen Euro (2022: +121,0 Millionen Euro) ge-
steigert werden. Gleichzeitig stiegen auch die Betriebs-
aufwendungen – vor allem durch einen höheren Perso-
nalaufwand – auf –65,9 Millionen Euro (2022: –58,9 Milli-
onen Euro). Somit ist das Betriebsergebnis im Vergleich
zum Vorjahr geringfügig um –4,8 Prozent auf +59,2 Millio-
nen Euro (2022: +62,2 Millionen Euro) gesunken. Das
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stieg um
+4,3 Prozent auf +50,3 Millionen Euro (2022: +48,2 Milli-
onen Euro). Hauptverantwortlich für die ausgezeichnete
Entwicklung waren ein deutlich gestiegenes Finanzie-
rungsvolumen, ein starkes Veranlagungsgeschäft insbe-
sondere bei den Kundeneinlagen sowie ein sehr gutes
Zins- und Provisionsergebnis.
Rekordstand bei Kreditgeschäft
Die HYPO Oberösterreich hat auch 2023 ihre bemer-
kenswerte Stellung als Kreditbank weiter gefestigt. Die
Forderungen an Kunden erhöhten sich um +4,2 Prozent
auf 6.304,9 Millionen Euro (2022: 6.051,1 Millionen Euro).
Das Wachstum im Finanzierungsvolumen erhöhte sich im
Ausmaß von +180,1 Millionen Euro. Hauptverantwortlich
für die Ausweitung des Finanzierungsvolumens war das
Kundensegment Großkunden (darin enthalten sind die
Teilsegmente Großwohnbau, Öffentliche Institutionen,
Kommerzkunden und Immobilienprojekte sowie kirchliche
und soziale Organisationen). Dort erhöhte sich das Volu-
men der Einmalkredite um +14,6 Prozent auf 3.112,4 Milli-
onen Euro (2022: 2.714,7 Millionen Euro).
Die sehr gute Marktpositionierung der HYPO Oberöster-
reich als Finanzierungsbank zeigt sich auch in ihrer Stel-
lung als Wohnbaubank. Trotz der sehr herausfordernden
Rahmenbedingungen – Anstieg der Kreditzinsen, KIM-
Verordnung, Baukostensteigerungen – wurde im privaten,
frei finanzierten Wohnbau ein Neuvolumen von 160,6
Millionen Euro erzielt. Das ist im Vergleich zum Rekord-
wert aus dem Jahr 2022 zwar ein Rückgang von –23,7
Prozent, liegt allerdings deutlich besser als der österrei-
chische Gesamtmarkt. Dieser verzeichnete bei den
Wohnbaufinanzierungen einen Rückgang von mehr als
–50 Prozent.
Ein wichtiges Asset der Bank ist das geringe Risiko im
Kreditgeschäft. Zwar mussten die Risikovorsorgen zum
Bilanzstichtag bedingt durch die herausfordernde Markt-
lage insbesondere im Immobiliengeschäft auf 31,2 Millio-
nen Euro (2022: 17,3 Millionen Euro) angehoben werden.
Doch weisen die Kreditrisikokennzahlen der HYPO
Oberösterreich im österreichischen Bankenvergleich
weiterhin sehr gute Werte auf. Die Wertberichtigungsquo-
te lag 2023 bei 0,38 Prozent (2022: 0,29 Prozent) und
damit deutlich unter dem österreichischen Bankendurch-
schnitt.
Rege Emissionstätigkeit
Das Geschäftsjahr 2023 war auch von einer regen Emis-
sionstätigkeit geprägt. Insgesamt wurden Neuemissionen
im Volumen von 897,1 Millionen Euro platziert. Herausra-
gend waren dabei die Platzierungen von zwei hypotheka-
risch besicherten Pfandbriefen (darunter ein Green Bond)
im Volumen von jeweils 250,0 Millionen Euro am interna-
tionalen Kapitalmarkt. Die Nachfrage nach den Anleihen
war hoch. Beide Emissionen waren innerhalb kürzester
Zeit deutlich überzeichnet.
Stark nachgefragt waren auch die Wohnbau-Wandel-
schuldverschreibungen (Wohnbauanleihen). Hier konnte
im Jahr 2023 ein Rekordvolumen von 209,5 Millionen
Euro (2022: 40,6 Millionen Euro) emittiert werden. Die
HYPO Oberösterreich ist damit in diesem Bereich die
Nummer eins am österreichischen Bankenmarkt. Das
Volumen der verbrieften Verbindlichkeiten erhöhte sich
insgesamt um +9,0 Prozent auf 4.472,7 Millionen Euro
(2022: 4.102,1 Millionen Euro).
Starke Zuwächse bei den Kundeneinlagen
Bemerkenswert waren 2023 die Zuwächse im Bereich
der Kundeneinlagen. Die Verbindlichkeiten gegenüber
Kunden stiegen um +25,8 Prozent auf einen neuen Re-
kordstand von 2.948,9 Millionen Euro (2022: 2.344,0
Millionen Euro). Hauptverantwortlich dafür waren starke
Zuwächse bei den Privatkunden aufgrund von auch im
österreichweiten Vergleich attraktiven Sparangeboten
sowie stichtagsbezogen höheren Einlagen von institutio-
nellen Großkunden. Die Kundeneinlagen haben sich damit
innerhalb von zehn Jahren verdoppelt. Zusammen mit
dem Emissionsvolumen steht der Bank damit weiterhin
eine ausgezeichnete Liquiditätsausstattung für die Fort-
setzung des definierten Wachstumskurses zur Verfügung.
Starkes Zins- und Provisionsergebnis
Der Nettozinsertrag erhöhte sich um +31,4 Prozent auf
+87,6 Millionen Euro (2022: +66,6 Millionen Euro). Haupt-
verantwortlich dafür waren die Geschäftsausweitung und
die Verbesserung der Margen. Die Erträge aus Wertpa-
pieren und Beteiligungen verringerten sich auf +15,0
Millionen Euro (2022: +32,6 Millionen Euro). Hauptver-
antwortlich für den hohen Betrag im Vorjahr war die He-
bung stiller Reserven bei einer Tochtergesellschaft in
Höhe von 20,0 Millionen Euro.
Jahresabschluss
Lagebericht
97
Das Provisionsgeschäft der Bank blieb im Jahr 2023
konstant bei +18,5 Millionen Euro (2022: +18,6 Millionen
Euro).
Das Ergebnis aus Finanzgeschäften belief sich auf +3,7
Millionen Euro (2022: +3,0 Millionen Euro). Die sonstigen
betrieblichen Erträge stiegen auf +0,3 Millionen Euro
(2022: +0,2 Millionen Euro). Die Betriebserträge erhöhten
sich damit um +3,4 Prozent auf +125,1 Millionen Euro
(2022: +121,0 Millionen Euro).
Die Betriebsaufwendungen erhöhten sich um +11,9 Pro-
zent auf –65,9 Millionen Euro (2022: –58,9 Millionen Eu-
ro). Dafür waren vor allem die kollektivvertraglichen Stei-
gerungen bei den Gehältern sowie Indexanpassungen bei
den sonstigen Aufwendungen verantwortlich. Insgesamt
führte das zu einem um –4,8 Prozent geringeren Be-
triebsergebnis in Höhe von +59,2 Millionen Euro (2022:
+62,2 Millionen Euro).
Die Zuführungen zu den Risikovorsorgen mussten im
Vergleich zu 2022 aufgrund der sich verschlechterten
Rahmenbedingungen insbesondere in der Immobilien-
branche deutlich erhöht werden. Sie schlugen 2023 mit
–14,5 Millionen Euro zu Buche (2022: –3,8 Millionen Euro).
Demgegenüber führten die Realisierung und Bewertung
von Wertpapieren zu einem positiven Beitrag von +4,2
Millionen Euro (2022: –8,6 Millionen Euro). Das Ergebnis
der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stieg damit auf
+50,3 Millionen Euro (2022: +48,2 Millionen Euro). Der
Jahresüberschuss sank auf +39,4 Millionen Euro (2022:
+41,4 Millionen Euro). Im Vorjahr war die Hebung stiller
Reserven bei einer Tochtergesellschaft in Höhe von 20,0
Millionen Euro enthalten.
Die Eigenkapitalrentabilität (ROE) betrug damit 2023 11,2
Prozent (2022: 11,6 Prozent). Diese berechnet sich aus
dem Quotienten aus dem Ergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit und dem Eigenkapital zum Stichtag.
Eigenmittelausstattung
Die Eigenmittel stellten sich gemäß Capital Requirements
Regulation (CRR) zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:
in Millionen Euro
31.12.2023
31.12.2022
Solvabilitäts-Bemessungsgrundlage
(Gesamtrisikobetrag)
3.439,8
3.302,6
Mindesteigenmittelerfordernis (8 %)
275,2
264,2
hartes Kernkapital IST =
Kernkapital IST
438,8
408,7
harte Kernkapitalquote in % =
Kernkapitalquote in %
12,8
12,4
Ergänzende Eigenmittel IST
70,0
69,2
Ergänzende Eigenmittel in %
2,0
2,1
Gesamtkapital IST
(regulatorische Eigenmittel)
508,8
477,8
Gesamtkapitalquote in %
14,8
14,5
Eigenmittelüberschuss
233,6
213,6
Nach Berücksichtigung der Dividendenausschüttung
wurde der verbleibende Teil den Rücklagen zugeführt.
Dadurch konnten die regulatorischen Eigenmittel auf
508,8 Millionen Euro (2022: 477,8 Millionen Euro) gestei-
gert werden. Trotz eines Anstiegs des Gesamtrisikobe-
trags auf 3.439,8 Millionen Euro (2022:
3.302,6 Millionen Euro), konnte die Gesamtkapitalquote
auf 14,8 Prozent (2022: 14,5 Prozent) gesteigert werden.
Gemäß SREP-Bescheid aus dem Jahr 2022 besteht zum
31. Dezember 2023 ein zusätzliches Eigenmittelerfordernis
von 0,2 Prozent (2022: 0,2 Prozent).
Die HYPO Oberösterreich verfügt per 31. Dezember 2023
über ein MREL (Minimum Requirement for Own Funds
and Eligible Liabilities)-Surplus (TREA) von 1.377,4 Millio-
nen Euro (2022: 1.489,3 Millionen Euro) bei einem MREL-
SOLL (TREA) von 610,4 Millionen Euro (2022: 581,9 Milli-
onen Euro) und über ein MREL-Surplus (LRE) von 1.516,1
Millionen Euro (2022: 1.637,4 Millionen Euro) bei einem
MREL-SOLL (LRE) von 471,6 Millionen Euro (2022: 433,8
Millionen Euro).
Zu den Angaben zu eigenen Aktien gemäß § 243 Abs. 3
Z 3 UGB wird auf den Anhang verwiesen.
Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem in
Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess
Der Vorstand stellt mit Einrichtung und Ausgestaltung
eines internen Kontroll- und Risikomanagementsystems
sicher, dass unternehmerische Sachverhalte und Ge-
schäftsfälle ordnungsgemäß erfasst, aufbereitet, beurteilt
und in weiterer Folge vollständig, korrekt und periodenge-
recht bilanziert werden. Weiters ist damit sichergestellt,
dass Vermögensgegenstände und Schulden im Jahres-
abschluss korrekt angesetzt, ausgewiesen und bewertet
werden.
Alle Aufgaben und Zuständigkeiten des Rechnungsle-
gungsprozesses sind chronologisch in einem Prozess-
modellierungssystem erfasst. Die Funktionen im Rech-
nungslegungsprozess sind klar getrennt. Die wesentli-
chen Risiken sowie die entsprechenden internen Kontrol-
len sind nachvollziehbar dokumentiert. Die festgelegten
Kontrollen werden regelmäßig auf ihre Effektivität geprüft
und evaluiert. Einheitliche Bilanzierungs- und Bewer-
tungsmethoden sind vorgegeben. Gesetzliche Neuerun-
gen werden laufend überwacht und in Abstimmung mit
allen betroffenen Bereichen umgesetzt. Die Ablauforga-
nisation für die Erstellung der Abschlüsse folgt einer
koordinierten Vorgehensweise und definierten Schnitt-
stellen. Erst nach Durchführung der Kontrollen auf allen
Stufen erfolgt die Freigabe des Jahresabschlusses. Eine
integrierte Reporting-Software gewährleistet eine in sich
abgestimmte, validierte und automatisierte Berichtser-
stellung sämtlicher rechtlich geforderter Abschlussinfor-
mationen im Vier-Augen-Prinzip.
Für die Einhaltung der IT-Sicherheit in Bezug auf alle
relevanten Rechnungslegungssysteme wurden entspre-
chende Kontrollmaßnahmen implementiert. Zusätzlich
Jahresabschluss
Lagebericht
98
werden IT-Berechtigungen für sensible Tätigkeiten rest-
riktiv vergeben.
Zudem erfolgt eine regelmäßige Überprüfung der Wirk-
samkeit des Internen Kontrollsystems durch die Interne
Revision.
Filialen
Die HYPO Oberösterreich betrieb im Jahr 2023 das
ServiceCenter Landstraße in Linz sowie zehn weitere
Filialen. Bis auf eine Filiale in Wien befinden sich alle
Filialen in Oberösterreich. Dabei werden fünf Filialen in
den Bezirkshauptstädten Schärding, Ried, Vöcklabruck,
Wels und Steyr geführt, fünf Filialen in Linz. Es gibt keine
Zweigniederlassungen.
Forschung und Entwicklung
In einer zunehmend digitalisierten Welt gewinnt mobile
Zahlungstechnologie immer mehr an Bedeutung und
verändert die Art und Weise, wie wir bezahlen. Dieser
Entwicklung trug die HYPO Oberösterreich im Jahr 2023
Rechnung, indem das Angebot der mobilen Bezahlmög-
lichkeiten („Mobile Payment“) durch die innovativen
Dienste SwatchPAY! und LAKS PAY erweitert wurde.
„Mobile Payment“ bezieht sich auf den Gebrauch mobiler
Endgeräte wie Smartphones, Smartwatches oder ande-
rer sogenannter Wearables (wie zum Beispiel Ringe oder
Schlüsselanhänger), um Transaktionen durchzuführen.
Einkäufe können damit schnell und einfach abgeschlos-
sen werden, ohne klassische physische Debitkarten oder
Bargeld mit sich führen zu müssen.
SwatchPAY! ermöglicht Kund*innen eine einfache und
kontaktlose Bezahlung mittels ausgewählter Uhren des
Herstellers Swatch. Bezahlt wird mittels NFC-Chip (Near
Field Communication), der unter dem Ziffernblatt liegt.
Die benötigte Energie dazu liefert das Bezahlterminal,
sodass die Uhr im Gegensatz zu einem Smartphone oder
einer Smartwatch auch bei einer leeren Batterie zum
Bezahlen eingesetzt werden kann. Zur Aktivierung von
SwatchPAY! ist lediglich die Registrierung der Debitkarte
in der SwatchPAY!-App erforderlich.
Auch die Produkte des Anbieters LAKS PAY werden seit
2023 von der HYPO Oberösterreich unterstützt. Das
Produktportfolio von LAKS PAY umfasst mehr als 250
Wearables, von Ringen über Schlüsselanhänger bis hin zu
Armbändern. Die Funktionsweise gleicht jener von
SwatchPAY!. In sämtlichen Wearables sind NFC-Chips
integriert, die Aktivierung erfolgt über die LAKS PAY-App,
mit der das Wearable mit dem Smartphone verbunden wird.
Launch der ich.app
Die HYPO Oberösterreich ist einer von neun Bankpart-
nern der neuen ich.app – einer Anwendung zur sicheren
und effizienten Online-Identifizierung. Der Launch der
ich.app erfolgte im Oktober 2023. Die ich.app ermöglicht
es Privatpersonen, sich beim Nutzen von Online-Käufen
und -Services zu identifizieren und Geschäfte abzu-
schließen. Als Basis für das Identifikationsverfahren die-
nen jene Daten, die Kund*innen bei der Eröffnung ihres
Bankkontos bei der Bank hinterlegt haben. Durch die
Teilnahme an der ich.app trägt die HYPO Oberösterreich
zu einem verbesserten digitalen Nutzer*innen-Erlebnis bei.
Neuheiten im Online Banking
Auch Mein ELBA, das Online-Banking-Portal der HYPO
Oberösterreich, wurde im Jahr 2023 weiterentwickelt: Die
Umsatzkategorisierung wurde verfeinert und von bisher
acht Haupt- und 55 Unterkategorien auf 20 Haupt- und
220 Unterkategorien erweitert. Kund*innen können ihre
Umsätze dadurch zielgenau einteilen und bekommen
einen noch besseren Überblick über ihre Finanzen. Wei-
ters können Kund*innen nun ihr Mein ELBA-Paket selbst-
ständig up- bzw. downgraden: Es besteht die Möglichkeit
zwischen den Versionen Basis, Premium und Premium
Plus zu wechseln sowie Zusatzfunktionen hinzuzubuchen.
Ein wesentlicher Fokus wird 2024 auf der Einführung von
INFINITY, dem neuen Electronic Banking Portal für Fir-
menkunden, liegen. Diese webbasierte Plattform wird das
bestehende ELBA mbs ablösen. Darüber hinaus sind für
die HYPO Mein ELBA-App und für die HYPO ELBA-pay-
App umfassende Updates geplant, inklusive Überarbei-
tung des Designs.
Auch im Bereich der Wohnbauförderung hielt Online
Banking Einzug: Über das neue Wohnbauförderungs-
Portal können Kund*innen seit Juni 2023 ein Förderdar-
lehen im Rahmen der Eigenheimförderung des Landes
Oberösterreich online beantragen. Alle Schritte bis zur
Auszahlung des Förderdarlehens können einfach und
digital abgewickelt werden.
Ebenfalls weiterentwickelt wurde 2023 die digitale Signa-
tur: Mit dem intuitiven Tool SMART Signatur können Un-
terschriften direkt im Beratungsgespräch oder ortsunab-
hängig von der Kundenbetreuung angestoßen werden. In
beiden Varianten werden den Kund*innen die zu unter-
schreibenden Dokumente am Tablet beziehungsweise am
Smartphone angezeigt und der Unterschriftenprozess mit
einem Klick eingeleitet.
Künstliche Intelligenz
Spätestens mit dem Launch des Chatbots ChatGPT ist
der Themenkomplex der künstlichen Intelligenz (kurz „KI“) in
der breiten öffentlichen Wahrnehmung angekommen. Als
HYPO Oberösterreich werden wir uns dieser Technologie
aktiv widmen und nach Wegen suchen, KI nutzbringend in
unser tägliches Arbeiten einzubeziehen sowie neue
nachhaltige Anwendungsfälle zu identifizieren. So wird im
Jahr 2024 zusätzlich zu den bestehenden Legitimations-
verfahren auch eine Legitimation mittels KI-gestützter
Foto-Erkennung (Foto-Ident-Verfahren) implementiert
werden. Diese automatisierte Legitimationsmethode mit
Hintergrund-Checks durch künstliche Intelligenz ermög-
licht ein einfaches Onboarding von Neukund*innen.
2. Gesamtwirtschaftliches Umfeld
und Kapitalmärkte
Weltwirtschaft wächst nur langsam
Weltpolitisch war das Jahr 2023 nach wie vor stark vom
Krieg Russlands gegen die Ukraine geprägt. Dieser fand
Jahresabschluss
Lagebericht
99
noch immer kein Ende, die Kampfhandlungen entwickeln
sich immer mehr in Richtung eines Abnützungskrieges.
Beide Seiten scheinen nicht in der Lage zu sein, den
Gegner militärisch entscheidend zu bezwingen. Kurzfris-
tige Aufregung verursachte im Juni ein Militärputsch
durch den Anführer der Wagner-Söldner, der mit seinen
Truppen Richtung Moskau marschierte. Der Aufstand
wurde in Verhandlungen unter der Führung des belarus-
sischen Machthabers Alexander Lukaschenko nach ei-
nem Tag friedlich beigelegt, allerdings kam der Wagner-
Anführer nur zwei Monate später bei einem ungeklärten
Flugzeugabsturz ums Leben. Nachdem die Vereinigten
Staaten der Ukraine bis in den Herbst weiter sehr aktiv
mit Waffenlieferungen zur Seite standen, endete diese
Hilfe vorerst gegen Jahresende, weil einige Republikaner
weiteres Budget dafür nur im Gegenzug für ein restrikti-
ves Einwanderungsgesetz freigeben wollen. Da die US-
Rüstungsindustrie stark vom Krieg profitiert, besteht
allerdings ein großes Interesse, zu einer Lösung zu kom-
men. Selbst mit weiteren Waffenlieferungen ist ein Ende
des Kriegs aber auch 2024 nicht abzusehen.
Im Oktober 2023 eröffnete sich ein weiterer Kriegs-
schauplatz, als Kämpfer der radikal-islamischen Hamas
einen Terrorangriff auf Israel starteten. Als Reaktion be-
gann Israel militärisch gegen die Hamas vorzugehen und
im Gazastreifen einzumarschieren. Auch diese Kampf-
handlungen waren mit Jahresende noch am Laufen und
es ist derzeit kein Ende in Sicht. Unterstützer der Hamas
finden sich vor allem im Iran und bei den jemenitischen
Huthis, die durch Attacken auf Schiffe im roten Meer den
Schiffsverkehr durch den Suezkanal behindern. Noch
sind die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft überschau-
bar, westliche Kampfschiffe versuchen den Schiffsver-
kehr durch Abwehr der Angriffe und präzise Militärschlä-
ge gegen Huthi-Einrichtungen weiter zu gewährleisten.
Die Weltwirtschaft leidet immer noch unter den Nachwir-
kungen der hohen Inflationsraten und den damit verbun-
denen Zinserhöhungen vieler Notenbanken. Das restrikti-
ve monetäre Umfeld führt dazu, dass der Internationale
Währungsfonds (IWF) bei seiner Prognose im Januar
2024 für das Gesamtjahr 2023 nur mehr ein Wachstum
von +3,1 Prozent feststellte, was weit unter dem histori-
schen Durchschnitt seit dem Jahr 2000 von +3,8 Prozent
liegt. Für 2024 wird ein konstantes Plus von ebenfalls
+3,1 Prozent vorhergesagt. Entspannung dürfte die weite-
re Entwicklung der Teuerungsraten bringen, nach einem
Anstieg von +6,8 Prozent im Jahr 2023, prognostiziert
der IWF für 2024 einen Rückgang auf 5,8 Prozent. Die
Kerninflation ohne Energiepreise und Nahrungsmittel wird
als hartnäckig beschrieben und voraussichtlich in den
meisten Ländern nicht vor 2025 auf das angestrebte
Zielniveau sinken.
Blickt man auf die beiden wichtigsten Weltregionen, so
präsentierte sich Europa im Jahr 2023 mit einem sehr
geringen Wachstum. Vor allem die Schwäche der stärks-
ten EU-Volkswirtschaft Deutschland sorgte in der Euro-
zone für ein Plus von nur +0,5 Prozent. Für das Jahr 2024
wird wieder ein etwas robusteres Wachstum von +0,9
Prozent erwartet. Wie so oft, konnte sich die Wirtschaft in
den Vereinigten Staaten besser behaupten als jene in
Europa. Weiterhin niedrige Arbeitslosenraten und eine
stabile Konsumnachfrage haben laut IWF zu einem Wirt-
schaftswachstum von +2,5 Prozent geführt. Die USA
könnten die Auswirkungen der restriktiven Geldpolitik mit
etwas Verzögerung im Jahr 2024 zu spüren bekommen,
hierfür wird ein geringeres Plus von +2,1 Prozent voraus-
gesagt. Die Anfang November stattfindenden Wahlen in
den USA könnten allerdings dazu beitragen, dass zusätz-
liche Maßnahmen zur Beflügelung der Konjunktur gesetzt
werden.
Österreich gehört zu den Ausreißern innerhalb der Euro-
päischen Union, sowohl was die Inflation betrifft als auch
das Wirtschaftswachstum. Die Winterprognose des Insti-
tuts für Höhere Studien (IHS) vom vierten Quartal 2023
sieht für das gesamte Jahr 2023 eine um –0,7 Prozent
schrumpfende Wirtschaftsleistung. Gesunkene Realein-
kommen in Folge der Inflationsentwicklung und eine
schwächere Nachfrage nach Industriegütern dürften
auch 2024 dafür sorgen, dass die Erholung nur langsam
von statten geht. Das IHS erwartet ein Plus von +0,8
Prozent, erst 2025 könnte das Wirtschaftswachstum
wieder in Richtung 1,5 Prozent ansteigen.
Inflation fällt deutlich
Das kräftige Einschreiten der Notenbanken, gepaart mit
einer Stabilisierung der Preise für diverse Rohstoffe,
führte dazu, dass sich die Inflation im Jahr 2023 wieder
weit von ihren Höchstständen entfernte. Startete die
Teuerung in der Eurozone das Jahr noch bei 9,2 Prozent,
so lag sie zur Jahresmitte bereits nur mehr bei 5,5 Pro-
zent und Ende November bei 2,4 Prozent. Im Dezember
gab es wieder eine leichte Steigerung auf 2,9 Prozent.
Weniger deutlich reduzierte sich die Inflation in Öster-
reich. Von 10,2 Prozent zu Jahresbeginn ging es nur auf
5,6 Prozent per Ultimo 2023 zurück. Für 2024 wird vom
Institut für Höhere Studien (IHS) ein weiterer Rückgang
auf 3,9 Prozent prognostiziert, im Jahr 2025 sollte dann
eine Teuerungsrate von 3,0 Prozent erreicht werden. Die
USA begannen das Jahr 2023 mit einer niedrigeren Infla-
tionsrate von 6,5 Prozent, bis Ende Juni ging es laufend
abwärts auf 3,0 Prozent. Seither entwickelt sich die Teue-
rung seitwärts, zum Jahresende lag ein Wert von 3,1
Prozent vor.
Notenbanken erreichen Zinsgipfel
Im Jahr 2023 ging der Zinsanhebungszyklus der Noten-
banken ins Finale. Bei gleichzeitig im Jahresverlauf wie-
der deutlich sinkenden Inflationszahlen führte das dazu,
dass an den Kapitalmärkten bereits wieder Zinsrück-
gänge zu beobachten waren. Renditen für zehnjährige
österreichische Bundesanleihen fielen von 3,2 Prozent
Ende 2022 auf rund 2,6 Prozent zum Jahresende 2023.
Auch für die zehnjährigen deutschen Bundesanleihen gab
es einen ähnlichen Rückgang von knapp –2,6 Prozent auf
fast exakt 2,0 Prozent.
Am Geldmarkt gab es im Jahr 2023 hingegen noch einen
deutlichen Anstieg. Der Einlagensatz der Europäischen
Zentralbank (EZB), zu dem die Geschäftsbanken Geld bei
Jahresabschluss
Lagebericht
100
der Notenbank parken, wurde im Jahresverlauf sechsmal
erhöht, zweimal sogar um jeweils 0,5 Prozent. Von 2,0
Prozent zum Jahresbeginn ging es hoch bis auf 4,0 Pro-
zent im September, ehe die EZB eine Zinspause ausrief.
Der Leitzins wurde ebenso von 2,5 Prozent bis auf 4,5
Prozent erhöht. Sehr ähnlich entwickelte sich auch der
3-Monats-Euribor, wobei hier seit dem Gipfel im Oktober
sogar eine leichte Abwärtstendenz zu verspüren ist. Das
Jahr wurde bei 2,132 Prozent begonnen, der Höchstwert
bei 4,002 Prozent erreicht und zum Jahresende bei
3,909 Prozent beendet. Neben den Zinserhöhungen
wurde dem Markt auch mit dem Auslaufen der gezielten
Liquiditätsspritzen (TLTRO) Liquidität entzogen. Für das
Jahr 2024 werden bereits wieder Zinssenkungen erwar-
tet, nachdem sich die Inflation beruhigt hat und die Wirt-
schaft kaum mehr wächst.
Die US-Notenbank Federal Reserve (FED) hatte bereits
im Jahr 2022 die Zinsen aggressiver angehoben und
benötigte daher 2023 nur mehr vier Zinsschritte um
jeweils 0,25 Prozent, um ihren Zinsgipfel zu erreichen.
Seit der letzten Anhebung im Juli befindet sich der Leit-
zins in einer Bandbreite von 5,25 bis 5,5 Prozent. Wie in
Europa, werden auch in den USA für das Jahr 2024 Leit-
zinssenkungen vorausgesagt. Die Renditen für zehnjähri-
ge US-Treasuries stiegen ähnlich wie der Leitzins von
3,9 Prozent zu Jahresbeginn bis auf fast 5,0 Prozent im
Oktober an. Seit den Märkten aber klar wurde, dass die
Zinsen nicht mehr weiter steigen werden und baldige
Zinssenkungen bevorstehen, fielen die Renditen fast im
Sturzflug und lagen per Jahresende 2023 wieder wie zu
Jahresbeginn bei 3,9 Prozent.
Aktienrallye zum Jahresende
Bis in den Herbst war eine Seitwärtsbewegung an den
Börsen vorherrschend. Den Marktteilnehmern war noch
unklar, wie nachhaltig die Inflation bleiben würde. Zudem
erhöhten viele Notenbanken nach wie vor die Zinsen. Ab
Anfang November schienen die Börsen dann aber wie
verwandelt. Indikationen, dass die Leitzinsen bereits
2024 wieder gesenkt werden könnten, gepaart mit deut-
lich rückläufigen Teuerungsraten, führten an vielen Welt-
börsen zu einem Kursfeuerwerk. Der Dow Jones hatte
das Jahr 2023 bei 33.147 Punkten begonnen und war bis
kurz vor Ende Oktober auf 32.417 Punkte gefallen. Ab
dann ging es stetig nach oben und das Jahr schloss bei
37.689 Punkten mit einem Plus von +13,7 Prozent. Der
deutsche Leitindex DAX zeigte eine ähnliche Entwick-
lung, stieg von 13.923 Punkten zu Jahresbeginn aber
noch deutlicher um +20,3 Prozent auf 16.751 Punkte. Im
österreichischen ATX gab es zwar ebenfalls ein Plus,
dieses fiel mit +9,9 Prozent aber nicht so satt aus und der
Jahresendwert von 3.435 Punkten lag auch unter dem
Höchstwert von 3.557 Punkten, der bereits im März er-
reicht wurde.
Euro konstant zu US-Dollar
Nachdem der Euro 2022 noch etwas schwächer gewor-
den war, konnte sich die europäische Gemeinschafts-
währung im Jahr 2023 stabil behaupten. Die Schwan-
kungsbreite zum US-Dollar war im Jahresverlauf gering,
nach dem Jahresstart bei einem Wechselkurs von rund
1,07 stieg der Euro bis Juli auf etwa 1,12. Im Oktober war
der Euro mit rund 1,05 am schwächsten, zum Jahresende
lag er mit etwa 1,10 wieder über dem Ausgangswert. Da
auf beiden Seiten des Atlantiks im Jahr 2024 Zinssen-
kungen an der Tagesordnung stehen dürften, laufen die
beiden Währungen derzeit relativ im Gleichklang. Stärker
wird hingegen laufend der Schweizer Franken. Die Rolle
als sicherer Hafen und die niedrigen Teuerungsraten in
der Schweiz führten zu einem deutlichen Plus. Das Jahr
begann mit einem Wechselkurs von etwa 0,99 und ende-
te knapp unter 0,93 bei neuen Allzeittiefs aus Sicht des Euro.
3. Kreditgeschäft
Bei den Forderungen an Kunden kam es im Jahr 2023 zu
einer Ausweitung auf 6.304,9 Millionen Euro (2022:
6.051,1 Millionen Euro).
Großkunden
Das Finanzierungsvolumen im Segment Großkunden
stieg kräftig auf 3.618,6 Millionen Euro (2022: 3.265,0
Millionen Euro).
Großwohnbau und Institutionelle Kunden
Im Teilsegment Großwohnbau kam es zu einem beträcht-
lichen Anstieg auf 1.305,5 Millionen Euro (2022: 1.192,5
Millionen Euro). Der Anteil an den Forderungen an Kun-
den wurde auf 20,7 Prozent gesteigert. Damit konnte die
hervorragende Marktposition als Finanzierungspartner im
Großwohnbau in Oberösterreich verteidigt und auch die
Finanzierungsvolumina in anderen Bundesländern stabil
gehalten werden.
Im Teilsegment Institutionelle Kunden (öffentliche Institu-
tionen und Kirche und Soziales) stieg das Finanzierungs-
volumen ebenfalls deutlich auf 1.557,0 Millionen Euro
(2022: 1.384,0 Millionen Euro) an.
Kommerzkunden und Immobilienprojekte
Trotz anspruchsvoller Marktbedingungen gelang es, im
Teilsegment Kommerzkunden und Immobilienprojekte
das Volumen auf 756,1 Millionen Euro (2022: 688,5 Millio-
nen Euro) zu heben.
Retail und Wohnbau
Das Segment Retail und Wohnbau als Kerngeschäftsfeld
der HYPO Oberösterreich ist durch hohe Kompetenz
sowie umfassende Beratung und Betreuung geprägt.
Das Finanzierungsvolumen liegt mit 2.686,3 Millionen
Euro (2022: 2.785,5 Millionen Euro) immer noch auf ei-
nem sehr guten Niveau. Dem Rückgang liegt neben den
deutlich geänderten Rahmenbedingungen im privaten
Wohnbau, allem voran das gestiegene Zinsniveau und die
hohen Baukosten, ein Rückgang im Bereich der OÖ
Wohnbauförderung zugrunde. Der Anteil an den gesam-
ten Forderungen an Kunden reduzierte sich auf 42,6
Prozent. Dennoch konnte 2023 die ausgezeichnete
Marktposition für Ärzte und Freie Berufe sowie die tradi-
tionelle Stellung als Wohnbaubank für Privatkunden trotz
des stark umkämpften Marktes verteidigt werden.
Jahresabschluss
Lagebericht
101
Verteilung der Forderungen an Kunden nach
Segmenten
Gesamtvolumen per 31. Dezember 2023:
6.304,9 Millionen Euro
Green Finance Alliance
Die HYPO Oberösterreich steht als Regionalbank in
mehrheitlich öffentlichem Eigentum für ganzheitliche,
langfristige und von gegenseitigem Nutzen geprägte
Kundenbeziehungen. Wir sehen uns darüber hinaus aber
auch einem ethischen und nachhaltigen Handeln im Hin-
blick auf Sozial- und Umweltstandards verpflichtet. Mit
der Mitgliedschaft bei der Green Finance Alliance be-
kennt sich die HYPO Oberösterreich öffentlich dazu.
Die Green Finance Alliance erfordert konkrete Maßnah-
men, die ihre Mitglieder dazu verpflichten, ihr Kernge-
schäft bis 2050 klimaneutral zu gestalten. Eine beispiel-
hafte Maßnahme ist die im Dezember 2023 aktualisierte
Engagementstrategie der HYPO Oberösterreich, die
darauf abzielt, die eigenen Nachhaltigkeitsleistungen und
jener unserer Kund*innen, Partner und Lieferanten zu
verbessern. Darin sind unter anderem strenge Aus-
schlusskriterien festgeschrieben, die für den gesamten
Konzern gelten. Diese beinhalten sowohl umwelt- bezie-
hungsweise klimarelevante Kriterien (wie den Ausschluss
neuer Finanzierungen im Zusammenhang mit der Auffin-
dung, Förderung, Raffinierung, Verteilung und Energieer-
zeugung aus fossilen Brennstoffen – außer die betroffe-
nen Unternehmen verfolgen wissenschaftsbasierte Ziele
und einen entsprechenden Transformationsplan) als auch
soziale Faktoren und Themen der verantwortungsbe-
wussten Unternehmensführung.
Eine weitere Maßnahme der Green Finance Alliance ist
der Ausstieg aus bestehenden Finanzierungen im Kohle-
und Erdölsektor bis 2030. Davon ausgenommen sind
Unternehmen, die sich wissenschaftsbasierte Klimaziele
gesetzt haben und die ihr Kerngeschäft im Einklang mit
dem Übereinkommen von Paris dekarbonisieren sowie
Projekte, die im Einklang mit dem Übereinkommen von
Paris sind. Im Kredit- und Leasingportfolio der HYPO
Oberösterreich befinden sich keine Finanzierungen im
Kohlesektor. In der Wertschöpfungskette Erdöl ist das
Kreditgeschäft mit 5,4 Millionen Euro sehr gering. Im
Sinne des definierten Engagementansatzes wird die
HYPO Oberösterreich ihre betroffenen Unternehmens-
kund*innen bei der Transformation zu einem nachhaltigen
Geschäftsmodell unterstützen.
Die HYPO Oberösterreich berechnet jährlich die finan-
zierten Emissionen auf Basis des internationalen Stan-
dards der Partnership for Carbon Accounting Financials
(PCAF). Die Ergebnisse werden im Nachhaltigkeitsbericht
veröffentlicht. Um die Qualität der Berechnungen zu
verbessern, werden laufend Maßnahmen gesetzt. 2023
ist die HYPO Oberösterreich dem PCAF-Netzwerk beige-
treten. Zusätzlich wurden wissenschaftsbasierte Klima-
ziele erarbeitet und zur Validierung bei der Science Ba-
sed Targets Initiative eingereicht. Auch im Jahr 2024 sind
erwähnenswerte Maßnahmen im Nachhaltigkeitsbereich
geplant. Die HYPO Oberösterreich wird beispielsweise
Maßnahmen zur Umsetzung der Klimaziele entwickeln
und die Integration von Nachhaltigkeitskriterien im Kredit-
vergabeprozess vertiefen.
Weiterführende Informationen zum Thema Nachhaltigkeit
erhalten Sie im Nachhaltigkeitsbericht auf der Website
der HYPO Oberösterreich (www.hypo.at).
4. Wertpapiergeschäft
Umfangreiche fiskalische Anreize in den USA und Europa
und die anhaltende Stärke der US-Verbraucher verhin-
derten im Jahr 2023 das Abdriften der Weltwirtschaft in
eine Rezession. Auch die hohen Inflationsraten bildeten
sich im Laufe des Jahres sowohl in den USA als auch in
Europa deutlich zurück, was Fantasien über möglicher-
weise bald bevorstehende Zinssenkungen durch die
Notenbanken beflügelte.
Staats- und Unternehmensanleihen tendierten weite Teile
des Jahres seitwärts, ehe im vierten Quartal die Aussicht
auf ein Ende des Zinserhöhungszyklus durch die Noten-
banken zu kräftigen Kursgewinnen führte. Sie beendeten
das Jahr mit einer positiven Performance in der Höhe von
rund 4 bis 6 Prozent. Der US-Leitindex S&P 500 schloss
das Jahr mit einem kräftigen Plus von rund 24,2 Prozent
in Lokalwährung ab, getrieben vor allem von Technologie-
Aktien infolge positiver Erwartungen in Bezug auf Anla-
gechancen in der künstlichen Intelligenz. Trotz durch-
wachsenerer Konjunkturentwicklung in Europa tendierten
auch die europäischen Aktienmärkte positiv. Der Stoxx
Europe 600 Preisindex stieg rund 12,7 Prozent an, der
österreichische ATX rund 9,9 Prozent.
Das in Wertpapieren veranlagte Kundenvermögen der
HYPO Oberösterreich stieg per Jahresende 2023 ge-
genüber dem Vorjahr um +10,2 Prozent auf 1.479,4 Millio-
nen Euro an. Der Anstieg war insbesondere getragen von
Zuwächsen bei den Privatkund*innen in Höhe von +15,4
Prozent auf 946,4 Millionen Euro. Diese positive Entwick-
Retail und Wohnbau
Großwohnbau
Institutionelle Kunden
Kommerzkunden und Immobilienprojekte
42,6 %
20,7 %
24,7 %
12,0 %
Jahresabschluss
Lagebericht
102
lung in den Vermögen der Privatkund*innen war primär
getrieben von starken Zuwächsen bei Anleihen (+23,0
Prozent), aber auch von prozentual zweistelligen Zu-
wächsen bei Aktien (+12,5 Prozent) und Fonds (+11,2
Prozent).
Die Wertpapierprovisionserträge im Vertrieb erhöhten
sich im Vergleich zum Vorjahr um +2,6 Prozent. Gestiege-
ne Lebenshaltungskosten unserer Kund*innen machten
sich bei den Fondssparern bemerkbar. Während ihre
Anzahl um +0,6 Prozent anstieg, reduzierte sich das
abgerechnete Fondsvolumen um rund –16,4 Prozent.
Nach starken Zuwächsen in den Vorjahren ging der volu-
mengewichtete Anteil der ESG-Fondssparer von 51,0
Prozent im Vorjahr auf 43,8 Prozent im Jahresdurch-
schnitt 2023 zurück. Die Anzahl der ESG-Fondssparer
stieg dennoch um +1,1 Prozent an. Die fortschreitende
Digitalisierung des Wertpapiergeschäftes zeigt sich an-
hand des Anstieges der Wertpapierkunden mit ELBA-
Zugang von 77,6 Prozent auf 83,1 Prozent.
Die Zukunftsaussichten für 2024 bleiben durchwachsen.
Relativ schwachen Konjunkturaussichten steht die Erwar-
tung fallender Zinsen gegenüber. Wahlen in zahlreichen
Staaten – wie auch die USA im November – sowie die
Geopolitik könnten zusätzliche Unsicherheiten bringen.
Dennoch erwarten die meisten Experten ein positives
Anlagejahr.
5. Risikomanagement
Die in der HYPO Oberösterreich bestehende Risikostra-
tegie wurde aus den Anforderungen, die sich aus der
Geschäftsstrategie in Verbindung mit der Mittelfristpla-
nung, den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und den
gesetzlichen nationalen und europäischen Rahmenbe-
dingungen ergeben, abgeleitet. Maßgebliche Weiterent-
wicklungen der Risikostrategie erfolgten in den Bereichen
Nachhaltigkeitsrisiko und operationelles Risiko (insbe-
sondere IT-Risiko).
In der HYPO Oberösterreich ist ein Risikomanagement
implementiert, dessen Ziel und Aufgabe es ist, Risiken in
der Bank zu identifizieren, zu messen und zu begrenzen.
Auf Basis der vom Risikomanagement erstellten Grundla-
gen und der zentralen Abwägungen im dafür eingerichte-
ten Risikokomitee sowie ergänzend für Markt- und Liqui-
ditätsrisiken im ALM-Komitee, erfolgen die Beschlussfas-
sungen zur Risikosteuerung durch den Vorstand. Aufgabe
des Risikokomitees ist der Informationsaustausch und die
Beratung zur Risikosituation der Bank anhand der vor-
handenen Risikoberichte, die Diskussion der Risikostra-
tegie und des Limitwesens sowie die Beratung von Vor-
schlägen zur Risikooptimierung.
Kreditrisiko
Die Definition für das Kreditrisiko orientiert sich an der
Begriffsbestimmung des Bankwesengesetzes (BWG), der
Finanzmarktaufsicht und umfasst grundsätzlich alle Ad-
ressenausfallrisiken.
Risikokategorisierung, Bonitätsermittlung
Die Risikokategorisierung für die wirtschaftliche Beurtei-
lung erfolgt grundsätzlich in einem Expertensystem, das
nach einer Schulnotenskala mit Halbnoten ausgelegt ist
und mit Subklassen in insgesamt 17 Bonitätsklassen
eingeteilt ist. Die Bonitätsermittlung erfolgt auf Basis
ausreichender und aussagekräftiger Unterlagen und
Kundeninformationen. Die Bonitätsfestlegung erfolgt
ausschließlich durch die Marktfolge.
Ratingtools
Für das Kreditportfolio gibt es in Abhängigkeit zu den
Kundensegmenten, strategischen Geschäftsfeldern
beziehungsweise den unterschiedlichen Geschäftsarten
verschiedene Ratingtools. Grundsätzlich werden Rating-
tools zur individuellen Bonitätsbeurteilung verwendet. Im
Förderdarlehensbereich wird ein Antragsscoring ein-
gesetzt. Bei unselbstständigen Kund*innen wird im risiko-
armen Geschäft die Ermittlung der Bonitätsnote mittels
automatischem Scoringverfahren monatlich aus den IT-
mäßig verarbeiteten Kundendaten unterstützt. Die Rating-
tools, insbesondere die IT-Verarbeitung werden laufend
weiterentwickelt.
Aus der jährlichen Validierung der intern gerateten
Kund*innen liegen entsprechende Ausfallwahrscheinlich-
keiten in ansprechender, statistisch valider Güte vor.
Sicherheitendokumentation
Die Sicherheiten werden in einer eigenen Kreditsicher-
heiten-Datei IT-mäßig dokumentiert und die Sicherhei-
tenwerte in Bezug auf die einzelnen Engagements lau-
fend berechnet. Dabei wird eine Unterscheidung in Ba-
sel III-taugliche Sicherheiten und sonstige Sicherheiten
vorgenommen.
Risikoanalyse/Einzelwertberichtigungs-Bildung
In der Risikobetrachtung wird zur Beurteilung der Risiko-
situation unter anderem die Obligoverteilung in den ein-
zelnen Risikoklassen und der Besicherungssituation
herangezogen. Es werden die Verteilungen in der Ge-
samtbank, in den einzelnen strategischen Geschäftsfel-
dern, in den einzelnen Marktstellen, im Fremdwährungs-
und Tilgungsträgerkreditbestand und bei den Konsortial-
finanzierungen betrachtet.
Risikovorsorgen werden analog den Fachkonzepten nach
IFRS 9-Impairment gebildet. Bei signifikanten Krediten-
gagements im Ausfall erfolgt eine Einzelfallbetrachtung,
bei nicht signifikanten Kreditengagements kommt ein
statistischer Ansatz zur Anwendung.
Die Berechnung einer Portfoliowertberichtigung für das
Lebendgeschäft erfolgt auf Basis von statistischen Aus-
fallwahrscheinlichkeiten je Ratingklasse. Uneinbringliche
Forderungen werden direkt abgeschrieben. Eingänge auf
abgeschriebene Forderungen werden erfolgswirksam
erfasst.
Ausfalldatenbank
Die Ausfallereignisse laut der Definition nach Basel III-IRB-
Ansatz beziehungsweise Artikel 178 CRR werden in der
Jahresabschluss
Lagebericht
103
Ausfalldatenbank historisiert. Diese bildet die Basis für
die periodische Validierung der Ausfallwahrscheinlichkeit.
Kreditstrategie
Konkrete strategische Vorgaben zur Begrenzung des
Kreditrisikos in den strategischen Geschäftsfeldern so-
wie für den Wertpapiereigenbestand der Bank sind in der
Risikostrategie sowie dem Limitwesen verankert.
Diese wird jährlich sowie im Anlassfall aktualisiert.
Operatives Finanzierungscontrolling
Im gesamten Kreditgeschäft ist das Vier-Augen-Prinzip
umgesetzt. Ab bestimmten Pouvoirstufen, Ratingklassen
und bei spezifischen Geschäften wird zu der Stellung-
nahme des jeweiligen Kundenbetreuers eine zusätzliche
Controllingstellungnahme mit spezieller Risikobeurteilung
als Entscheidungsgrundlage erstellt.
Risikoentwicklung
Durch die intensive und professionelle Einzelfallbeurtei-
lung von Neugeschäften oder Kreditvertragsänderungen
mit individueller Bonitäts- und Sicherheitenbeurteilung
kann die Risikosituation in den Teilportfolien laufend op-
timiert werden. Die im externen Vergleich sehr gute Ad-
ressenausfallrisikosituation konnte fortgesetzt werden,
die NPL-Quoten sind auf Grund der Marktentwicklung
deutlich angestiegen, im Branchenvergleich jedoch wei-
terhin unterdurchschnittlich.
Konflikte
Hinsichtlich des Krieges in der Ukraine ist festzuhalten,
dass die HYPO Oberösterreich über keine Engagements
in Russland, Belarus beziehungsweise der Ukraine ver-
fügt. Auch die indirekten Kreditrisiken hinsichtlich des
Ukraine-Krieges werden weiterhin als gering einge-
schätzt. Auf die Einhaltung aller Sanktionsbestimmungen
wird penibel geachtet und diese verstärkt gemonitort.
Des Weiteren verfügt die HYPO Oberösterreich über
keine Engagements im Nahen Osten. Die Möglichkeit
einer direkten Auswirkung aus der Region auf die HYPO
Oberösterreich wird daher als gering eingeschätzt. Das
Monitoring hinsichtlich Terrorismusfinanzierung (insbe-
sondere der Hamas) wurde verstärkt.
Daher sind zusammenfassend die wesentlichen Auswir-
kungen auf die Risikolage der Bank hinsichtlich der ge-
nannten Krisen jene des geänderten makroökonomi-
schen Umfelds.
Marktrisiko
Um die Auswirkungen auf den Marktwert und die Er-
tragssituation der Bank zu beobachten, werden insbe-
sondere das Zinsänderungsrisiko im Bankbuch sowie das
Credit Spread-Risiko im Hinblick auf Schuldtitel im Eigen-
besitz gesteuert. Die Einhaltung der vom Vorstand be-
schlossenen Risikostrategie sowie Risikotragfähigkeits-
und Marktrisiko-Limite sowie der aufsichtlichen Limite
werden laufend überwacht.
Klimabezogene Risiken
Ziel ist es, potenzielle Schäden vom Institut abzuwenden,
auch Umwelt- und Klimaereignisse, welche sich negativ
auf die bekannten Risikoarten auswirken können. Grund-
lage für das interne Risikomanagement sind die gesetzli-
chen nationalen und internationalen Vorgaben, eigene
Entwicklungen zur Messung und Begrenzung der Nach-
haltigkeitsrisiken sowie marktübliche Vorgehensweisen,
die laufend implementiert werden.
Das Management von Nachhaltigkeitsrisiken erfolgt ge-
mäß FMA-Leitfaden in den üblichen Kategorisierungen
nach physischen und transitorischen Risiken, welche
jeweils als Bestandteil der bestehenden Risikoarten be-
trachtet werden. Das Nachhaltigkeitsrisiko wurde in den
wesentlichen Risikoarten integriert und ist Teil des
ICAAPs. Es wird dementsprechend mit Risikokapital
unterlegt und unterliegt der Limitierung (Steuerung). Die
Auswirkungen von Klima- und Umweltrisiken werden
derzeit im Kredit-, Credit Spread- und makroökonomi-
schen Risiko gemessen, wobei Stresstests und Szenario-
analysen zum Einsatz kommen.
Liquiditätsrisiko
Die Fristenkongruenz hat in der HYPO Oberösterreich
einen hohen Stellenwert. Neben den formellen Berech-
nungen zum Liquiditätsrisiko im Sinne des BWG wird
daher das Liquiditätsrisiko auch mittels einer Liquiditäts-
ablaufbilanz als analytische Grundlage der Liquiditätspoli-
tik zumindest wöchentlich berichtet. Zur Begrenzung des
Risikos aus Fristeninkongruenzen existieren vom Vor-
stand festgelegte Limite für das operative und strukturel-
le Liquiditätsrisiko. Darüber hinaus werden Stresstests
auf der Grundlage der Kreditinstitute-Risikomanagement-
verordnung sowie auf Basis von weiteren Erkenntnissen
und institutsspezifischen Eigenheiten durchgeführt.
Die Ergebnisse der Stresstests zeigen, dass die HYPO
Oberösterreich in der Lage ist, ihren Verbindlichkeiten
jederzeit nachkommen zu können. Intraday-Liquiditäts-
puffer sind festgelegt. Weiters wird auch die LCR (Liquidi-
ty Coverage Ratio) sowie die NSFR (Net Stable Funding
Ratio) laufend beobachtet, beziehungsweise aktiv ge-
steuert, um die Einhaltung sicherzustellen.
Operationales Risiko
Die HYPO Oberösterreich definiert operationelle Risiken
als die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unangemes-
senheit oder des Versagens von internen Verfahren und
Systemen, Menschen oder infolge externer Ereignisse
eintreten können. Diese Definition schließt auch das
Rechtsrisiko ein.
Zur Ermittlung der Unterlegungskosten für operationelle
Risiken in Säule 1 und auch Säule 2 verwendet die HYPO
Oberösterreich den Basisindikatoransatz.
Zur Identifikation von operationellen Risiken wird intern
eine Schadensfalldatenbank in der Organisationseinheit
Risikomanagement geführt, in der Schadensfälle aufge-
zeichnet werden. Zudem erfolgt die Risikoüberwachung
neben eigenen Assessments durch die Berücksichtigung
Jahresabschluss
Lagebericht
104
von Revisionsberichten, Risikoberichten wie jenen der IT,
Beschwerden sowie durch eingemeldete Beinaheschä-
den. Vierteljährlich wird über die Schadensfälle an den
Vorstand berichtet. Werden dabei Häufungen von be-
stimmten Schadensfällen festgestellt, wird unter Berück-
sichtigung von organisatorischen Zuständigkeiten ein
Prozess gestartet, um aufgetretene Risiken zu reduzieren.
Darüber hinaus verfügt die Bank über Notfallkonzepte,
um in Krisenfällen verschiedenster Art den Betrieb der
Bank aufrechterhalten zu können.
Transaktionen und Entscheidungen erfolgen ausschließ-
lich unter Anwendung des Vier-Augen-Prinzips. Die Bank
legt großen Wert auf gut geschulte, verantwortungsbe-
wusste Mitarbeiter. Ein Internes Kontrollsystem, das mit
Hilfe von Prozessmanagement-Software, Abfrage-
Software, Risiko-Kontroll-Matrizen und Assessments
Schadensfälle verhindern soll, ist eingerichtet.
Das Rechtsrisiko wird durch sorgfältige Vertragsgestal-
tung bzw. -prüfung in der hausinternen Rechtsabteilung
sowie durch Einholung von Expertisen von spezialisierten
Anwälten oder sonstigen Gutachten minimiert. Im abge-
laufenen Geschäftsjahr ist die Anzahl der Schadensfälle
als auch die Schadenshöhe auf niedrigem Niveau kon-
stant geblieben.
Zur Bewertung der Cyberrisiken werden von der HYPO
Oberösterreich Informationen aus verschiedenen Quellen
zusammengeführt. Dabei werden unter anderem die
regelmäßigen OpKoord-Lagebilder (OpKoord = Operative
Koordinierungsstruktur für Cybersicherheit in Österreich
unter der organisatorischen Leitung des Bundesministe-
riums für Inneres) aktiv auf Relevanz für die HYPO
Oberösterreich geprüft und bei Bedarf gemeinsam mit
den relevanten IT-Dienstleistern Maßnahmen definiert.
6. Marketing
Perspektiven schaffen
Stabil, verlässlich, nachhaltig und persönlich – das waren
die wesentlichen Schlagworte der Marketing-Kampagnen
der HYPO Oberösterreich im Jahr 2023. Im Frühjahr
positionierte sich die Bank mittels einer Wertekampagne
als zuverlässiger Finanzpartner, auf den auch in wirt-
schaftlich unsteten Zeiten Verlass ist. Zudem betonte die
Kampagne den hohen Stellenwert der Nachhaltigkeit
sowie der persönlichen und maßgeschneiderten Bera-
tung in der HYPO Oberösterreich.
Im Herbst lag der Schwerpunkt auf einer Produktmarke-
ting-Kampagne rund um das Thema Wohnbau und Sanie-
rung. Hierbei traten Berater*innen der Bank als authenti-
sche Markenbotschafter*innen auf. Die Kampagne ermu-
tigte dazu, sich nicht vom getrübten Stimmungsbild am
Immobilienmarkt verunsichern zu lassen und stattdessen
die eigene Situation im persönlichen Gespräch mit den
Berater*innen genau zu prüfen. Das umfassende Bera-
tungsangebot stand dabei unter dem Titel „Der HYPO
Effekt für Ihr Wohnprojekt“. Mit der Kampagne zeigte die
HYPO Oberösterreich, dass sie sich ihrer Stärke und
Kompetenz im Bereich Wohnbau bewusst ist und das
Thema auch in herausfordernden Zeiten gut besetzen
kann. Die Kampagne wurde über verschiedenste Kanäle
in Szene gesetzt, darunter auf Plakaten, in Anzeigen, am
Point of Sale (POS), in Bewegtbildern, Radiospots und
mittels digitaler Maßnahmen.
Den Schlusspunkt der Marketing-Aktivitäten setzte
schließlich eine Performance-Kampagne mit dem vor-
rangigen Ziel der Gewinnung von Neukund*innen für
das attraktive HYPO Online Sparen. Die Kampagne
wurde über Online- und Social-Media-Kanäle ausgespielt
und leistete einen wesentlichen Beitrag zum Kunden-
wachstum.
7. Personalmanagement und
Personalentwicklung
Die HYPO Oberösterreich hat auch 2023 wieder ihrem
Ruf als ausgezeichneter Arbeitgeber gerecht werden
können. Das renommierte Wirtschaftsmagazin „Trend“
und Österreichs größte Online-Plattform für Arbeitgeber-
bewertungen „Kununu“ haben in einer unabhängigen
Bewertung die HYPO Oberösterreich erneut zu einem
der besten Arbeitgeber Österreichs in der Branche „Ban-
ken und Finanzdienstleistungen“ gekürt. Dies ist bereits
die 7. Auszeichnung in Folge seit 2017. Die HYPO Ober-
österreich lag 2023 unter den TOP 60 der mehr als 1.000
untersuchten Unternehmen. Eine gute Unternehmens-
kultur wird nicht angeordnet, sondern ist das Ergebnis
vieler einzelner ineinandergreifender Mosaiksteine. Dazu
gehören die großen Initiativen „Beruf & Familie“, „Gesund
& Zufrieden“ und das neu gestartete Diversity & Inclusi-
on-Projekt gleichermaßen, wie spannende berufliche
Entfaltungsmöglichkeiten und ein wertschätzender und
respektvoller Umgang miteinander.
Erfolgreiches Personalmanagement
In einer bewegten und sich ständig veränderten Umwelt
zeichnet sich erfolgreiche Personalarbeit dadurch aus,
dass sie sicherstellt, dass das Unternehmen ebendiesen
Veränderungen anpassungsfähig und flexibel gegenüber-
steht und so den Unternehmenserfolg sichert.
Dies wird durch das Recruiting vielfältiger und kompe-
tenter Teams, die ständige Steigerung von Effizienz im
Tagesgeschäft, etwa durch Digitalisierung und Entbüro-
kratisierung und die Attraktivierung des Unternehmens
nach innen und außen ermöglicht.
Zahlreiche Maßnahmen wurden dahingehend im Jahr
2023 gesetzt. Die Einführung neuer digitaler Werkzeuge
im täglichen Arbeiten, der Start eines Diversity & Inclusi-
on-Projektes und der Start der „Mitarbeiter*innen werben
Mitarbeiter*innen“-Initiative sowie zahlreiche Schul-
projekte sind nur einige Beispiele.
Die im Jahr 2023 durchgeführte Mitarbeiter*innen-
Befragung führte zu einer erfreulich hohen Teilnah-
mequote von 71,7 Prozent (2021: 66 Prozent), welche weit
über dem üblichen Durchschnitt liegt und von hohem
Engagement der Mitarbeiter*innen zeugt. Gegenüber
2021 hat sich die Rücklaufquote sogar um 7 Prozentpunk-
te verbessert. Die Umfrage samt den Aussagen und Ein-
schätzungen unserer Mitarbeiter*innen stellt ein wesent-
Jahresabschluss
Lagebericht
105
liches Instrument dar, auf dessen Basis wir die Organisa-
tion im Sinne unserer Strategie aber auch im Hinblick auf
die Arbeitszufriedenheit unserer Mitarbeiter*innen weiter-
entwickeln können.
Durchschnittlich 398 Mitarbeiter*innen
2)
(2022: 395 Mit-
arbeiter*innen) haben mit Engagement und Umsetzungs-
stärke zu einem erfolgreichen Geschäftsergebnis im Jahr
2023 beigetragen. Im Vergleich zum Vorjahr bewegt sich
der Mitarbeiterstand auf gleichem Niveau. Von den 44
Mitarbeiter*innen (2022: 47 Mitarbeiter*innen), die das
Unternehmen im vergangenen Jahr verlassen haben,
traten 12 Personen (2022: 17 Personen) in den Ruhe-
stand. Bereinigt um die Pensionierungen ergibt sich dar-
aus eine Fluktuationsrate von 8,0 Prozent (2022: 7,6
Prozent). Das Durchschnittsalter aller Mitarbeiter*innen
liegt bei 42,3 Jahren (2022: 42,5 Jahren), die durch-
schnittliche Betriebszugehörigkeit bei circa 13,7 Jahren
(2022: 14,4 Jahren). Der Frauenanteil in der HYPO
Oberösterreich mit 58,2 Prozent ist gegenüber dem
Vorjahr leicht gesunken. Ende 2023 arbeiteten durch-
schnittlich 155 Mitarbeiter*innen (2022: 147 Mitarbei-
ter*innen) auf Teilzeitbasis in der HYPO Oberösterreich.
Mitarbeiter*innen
Teilzeit
2)
exkl. Karenz und Mutterschutz
Alle Zahlenangaben beziehen sich auf die Anzahl der Mitarbei-
ter*innen (= Headcount)
Gesundes Miteinander
Das dynamische und schnelllebige Arbeitsumfeld stellt
auch die physische und psychische Gesundheit unserer
Mitarbeiter*innen immer wieder auf die Probe. Hier setzt
unser BGF (Betriebliche Gesundheitsförderung)-Projekt
„Gesund und Zufrieden“ an. Vielfältige Maßnahmen zielen
auf die Erhaltung einer guten und vor allem gesunden
Unternehmenskultur ab.
Hier sind etwa gemeinsame Veranstaltungen – wie bei-
spielsweise diverse Vorträge, Radausflüge, Boulder- oder
Tenniskurse etc. – ebenso zu nennen, wie das Angebot
eines Betriebsarztes und eines Arbeitspsychologen.
Für einen leichteren Wiedereinstieg nach längerer Krank-
heit haben Mitarbeiter*innen die Möglichkeit die bisherige
Arbeitszeit im Rahmen einer Wiedereingliederungsteil-
zeit-Vereinbarung herabzusetzen.
All diese Maßnahmen stärken das Zusammengehörig-
keitsgefühl und die Mitarbeiter*innenbindung ebenso, wie
sie präventiv und gesundheitsfördernd wirken.
Dass sich das Investment in gesundheitsfördernde Maß-
nahmen rechnet, zeigt sich an der traditionell besonders
niedrigen Krankenstandsquote von 6,7 Tagen pro Mitar-
beiter*in für das Jahr 2023 (2022: 6,0 Tagen pro Mitar-
beiter*in).
Vereinbarkeit Beruf & Familie
Die HYPO Oberösterreich hat sich als besonderes Ziel
die Familienfreundlichkeit früh auf die Fahnen geschrie-
ben. Bereits 2007 hat die HYPO Oberösterreich als erste
Bank in Oberösterreich am Zertifizierungsprozess zur
Vereinbarkeit von Familie und Beruf teilgenommen. 2023
fand eine weitere erfolgreiche Re-Auditierung statt und
die HYPO Oberösterreich erhält das fünfte Zertifikat für
weitere drei Jahre. Die Vereinbarkeit von beruflicher Ent-
wicklung und der Gründung einer Familie ist für viele
Mitarbeiter*innen zentral, steigert einerseits die Zufrie-
denheit und ermöglicht andererseits die optimale Aus-
schöpfung von Ressourcen und Fähigkeiten unserer
Mitarbeiter*innen.
Passgenaue Lösungen werden für unser Haus und für
unsere Mitarbeiter*innen erarbeitet. Die HYPO Oberös-
terreich bietet ein umfangreiches Angebot an ver-
schiedensten Teilzeitmodellen und individuellen Home-
office-Lösungen. Mitarbeiter*innen in bzw. nach familien-
bedingten Auszeiten werden Karrierechancen und eine
optimale Wiedereingliederung durch karenzbegleitende
geringfügige Beschäftigung, Job-Sharing-Modelle oder
Führung in Teilzeit geboten.
Frauen
Männer
58,2 %
41,8 %
Frauen
Männer
88,2 %
11,8 %
Jahresabschluss
Lagebericht
106
Diversity & Inclusion
Vielfältigkeit und Chancengleichheit sind nicht nur
Schlagworte, die die Unternehmensattraktivität steigern
und neue Mitarbeiter*innen anziehen. Diverse Teams
arbeiten nachweislich erfolgreicher und diverse Unter-
nehmen haben eine signifikant höhere Wahrscheinlichkeit
überdurchschnittlich profitabel zu sein (McKinsey, 2020).
Zusätzlich leistet Diversität einen Beitrag zu einer guten,
nachhaltigen Unternehmenskultur.
Die HYPO Oberösterreich hat daher im Jahr 2023 eine
Diversity & Inclusion-Policy veröffentlicht und ein Projekt
zu der Thematik gestartet. Außerdem wurde ein umfas-
sender Maßnahmenkatalog erarbeitet, dessen Umset-
zung 2024 mit Unterstützung des neu gegründeten
Diversity & Inclusion-Circles startet.
Positiv zu erwähnen ist, dass die Anzahl der Frauen in
Führungspositionen von 9 im Jahr 2022 auf 12 im Jahr
2023 gestiegen ist.
Moderne Personalentwicklung
Auch 2023 hält der Trend Richtung Digitalisierung an und
die HYPO Oberösterreich hat darauf mit einer Vielzahl an
Maßnahmen reagiert.
So ist seit diesem Jahr mit L@RA ein neues, modernes
Lernmanagementsystem im Einsatz, welches Lernen,
Buchen und Reporting in einem System vereint und eine
intuitive Katalogsuche und ein übersichtliches Dashboard
für Mitarbeiter*innen und Führungskräfte bietet.
Zusätzlich wurden erste Initiativen zur Anwendung von KI
in der HYPO Oberösterreich in Form von Vorträgen und
Schulungen gesetzt. Im Vertrieb wurde zudem ein umfas-
sendes Konzept zur Verbesserung der digitalen Kompe-
tenzen unserer Filialmitarbeiter*innen umgesetzt.
Auch weiterhin an erster Stelle steht der hohe Anspruch
an die Qualifikation aller unserer Mitarbeiter*innen, mit
dem wir uns vom Wettbewerb abheben und unseren
Kund*innen exzellente Dienstleistungen gewährleisten.
Diesem Anspruch werden wir durch umfassende Aus-
und Weiterbildung in Form von traditioneller Bankausbil-
dung, hybriden Lernformaten und modernen E-Learning-
Programmen gerecht.
Personal-
entwicklung
in Zahlen
2023
Verän-
derung
in %
2022
Ausgaben für
Ausbildung
in TEUR
487
+1,9
478
Ausgaben pro
Mitarbeiter*in
in EUR
1.224
+6,1
1.154
durchschnittliche
Schulungstage
pro Mitarbeiter*in
4,4
–24,7
5,9
Die Aufnahme von Schul- und Hochschulabsolvent*innen
ohne Bankerfahrung sowie der Bedarf an zahlreichen
Spezialausbildungen führten zu einem konstant hohen
Aus- und Weiterbildungsaufwand – auch für das Jahr 2023.
• 21 Mitarbeiter*innen (2022: 27 Mitarbeiter*innen)
haben die HYPO Bankprüfungen HYPO 1 und HYPO 2
erfolgreich absolviert.
• 13 Wertpapier-Expert*innen (2022: 45 Wertpapier-
Expert*innen) bildeten sich im Bereich der Nachhaltig-
keit weiter und absolvierten die Ausbildung zum EFPA
ESG-Advisor.
• 87 Kundenberater*innen (2022: 105 Kunden-
berater*innen) stellten sich dem jährlichen Re-
Zertifizierungsprogramm in den Bereichen Ver-
anlagung, Finanzierung und Versicherung.
• 4 Mitarbeiter*innen starteten das erste Mal ein berufs-
begleitendes Studium, das von der HYPO in Form von
Beitragszahlungen zu den Studiengebühren sowie
Bereitstellung von bezahlten Lernzeiten während der
Arbeitszeiten unterstützt wird.
2023 erhielten wieder 15 Schüler*innen und Stu-
dent*innen (2022: 17 Schüler*innen und Student*innen)
die Möglichkeit, ihre beruflichen Erfahrungen im Rahmen
eines Praktikums zu erweitern. Bei der Beschäftigung der
jungen Leute wird besonders auf abwechslungsreiche
Tätigkeiten und eine Erweiterung des jeweiligen Wissens-
standes geachtet. So hatte auch jede/r Praktikant*in die
Gelegenheit, ausgewählte E-Learning-Bankprogramme
mit Abschlussprüfungen zu absolvieren oder an einem
Bewerbungstraining teilzunehmen.
8. Geschäftsentwicklung in den Segmenten
Bei den angegebenen Zahlen in den Segmenten Groß-
kunden sowie Retail und Wohnbau handelt es sich um
Werte nach International Financial Reporting Standards
(IFRS), da die Segmentberichterstattung an den Vorstand
ausschließlich aus Konzernsicht erfolgt.
a. Großkunden
Das Kundensegment Großkunden ist ein traditionell wich-
tiger Geschäftsbereich der HYPO Oberösterreich. Das
Segment setzt sich aus den Teilbereichen Großwohnbau,
Öffentliche Institutionen, kirchliche und soziale Organisa-
tionen sowie Kommerzkunden und Immobilienprojekte
zusammen.
Großwohnbau, Öffentliche Institutionen, kirchliche und
soziale Organisationen
In sämtlichen dieser Teilbereiche konnten die Kundenein-
lagen gesteigert werden, insbesondere durch einen An-
stieg der Termineinlagen. Auch das Finanzierungsvolu-
men konnte vor allem durch Zuwächse im Teilbereich
Öffentliche Institutionen gesteigert werden: Hauptver-
antwortlich waren hierfür ein Wachstum bei den Finanzie-
rungen von Gemeinden sowie der Ausbau der Geschäfts-
tätigkeit in den restlichen Bundesländern außerhalb
Oberösterreichs. Auch im Teilbereich Großwohnbau
konnte trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen
am Markt eine Steigerung des Finanzierungsvolumens
verzeichnet werden.
Jahresabschluss
Lagebericht
107
Der Teilbereich kirchliche und soziale Organisationen
akquirierte im Geschäftsjahr 2023 mehrere große Kun-
den sowohl inner- als auch außerhalb Oberösterreichs
und konnte bestehende Geschäftsverbindungen erfolg-
reich ausweiten. Damit stellte die HYPO Oberösterreich
ihre Führungsrolle als spezialisiertes Bankinstitut für
kirchliche und soziale Organisationen einmal mehr unter
Beweis.
Dank der neuerlich positiven Geschäftsentwicklung im
Großkunden-Segment konnte die HYPO Oberösterreich
ihre führende Marktposition am Heimmarkt für den öf-
fentlichen Großwohnbau bestätigen und ihre Rolle als
Bank des Landes Oberösterreich und ihrer Tochterunter-
nehmen sowie als Bank für Organisationen aus dem
kirchlichen und sozialen Bereich festigen.
Kommerzkunden und Immobilienprojekte
Das junge, erst 2021 etablierte Teilsegment Kommerz-
kunden und Immobilienprojekte konnte im abgelaufenen
Jahr bedeutende Fortschritte und Erfolge verzeichnen
und erwies sich als innovativer und dynamischer Markt-
bereich.
Ein wesentlicher Meilenstein war die Mitte 2023 erfolgte
Etablierung des HYPO Fördercenters. Diese Einrichtung
ermöglicht eine intensivierte und fachkundige Beratung
unserer Firmenkunden unter Einbeziehung spezialisierter
Mitarbeiter*innen. Dieses neue Angebot sowie das Zu-
sammenspiel zwischen Kund*innen, Förderspezia-
list*innen und Kundenberater*innen wurde sehr gut an-
genommen und hat sich als zukunftsträchtig erwiesen.
Mittels einer neuen Gruppenstruktur innerhalb des
Teilsegments konnte eine effizientere Arbeitsweise er-
reicht werden: Das Teilsegment wurde hierzu in zwei
Gruppen unterteilt (Gruppe Kommerzkunden & Gruppe
Immobilienprojekte).
Die Geschäftsentwicklung im Jahr 2023 war durch ein
kontinuierliches und deutliches Volumens- und Ertrags-
wachstum geprägt. Trotz der herausfordernden Marktla-
ge konnten insbesondere in Oberösterreich neue, vielver-
sprechende Geschäftsbeziehungen begründet werden.
Das Finanzierungsvolumen stieg um +12,5 Prozent auf
792,3 Millionen Euro. Weiters wurde eine überproportio-
nale Steigerung der Gesamterträge um mehr als +20
Prozent erreicht. Dieses Ergebnis unterstreicht ein-
drucksvoll die verstärkte Vertriebsdynamik im Teilseg-
ment sowie das qualitativ hochwertige Wachstum des
Geschäftsvolumens.
Bemerkenswert ist auch der Anstieg des Einlagevolu-
mens um rund +160 Prozent auf 158,2 Millionen Euro.
Vorrangiger Treiber war hierbei das höhere Zinsniveau,
wenngleich auch eine Vielzahl neuer Kundenkontakte
zum Anstieg beigetragen haben.
Insbesondere im Bereich Immobilienprojekte sind die
Auswirkungen des aktuellen Zinsumfeldes spürbar, was
sich im abgelaufenen Jahr durch höhere Risikovorsorgen
bemerkbar machte. Bereits zu Beginn des Zinsanstiegs-
zyklus wurde daher seitens der HYPO Oberösterreich
reagiert und mit den betroffenen Kund*innen an individu-
ellen Lösungen gearbeitet.
Für das Jahr 2024 blickt das Teilsegment Kommerzkun-
den und Immobilienprojekte optimistisch in die Zukunft.
Bereits in den ersten Wochen und Monaten konnten
weitere oberösterreichische KMU als Hausbankkunden
begrüßt werden. Mit der für 2024 prognostizierten Zins-
wende wird eine Entspannung im Immobiliensektor und
eine Belebung der Investitionen im Firmenkundenge-
schäft erwartet.
Im Gesamtsegment Großkunden erhöhte sich damit das
Segmentvermögen um +10,7 Prozent auf 3.505,8 Millio-
nen Euro (2022: 3.167,4 Millionen Euro). Die Segment-
schulden stiegen ebenfalls, um +44,4 Prozent auf 1.433,9
Millionen Euro (2022: 993,0 Millionen Euro).
b. Retail und Wohnbau
Das Segment Retail und Wohnbau umfasst die Teilseg-
mente Ärzte, Freie Berufe und Private Banking sowie den
geförderten privaten Wohnbau. Auch aus diesem Seg-
ment ist die ausgezeichnete Marktposition der HYPO
Oberösterreich im Bundesland ersichtlich. Die führende
Rolle als Bank für niedergelassene Ärzt*innen sowie bei
der Finanzierung des privaten Wohnbaus konnte auch
2023 weiter gefestigt werden.
Der frei finanzierte, private Wohnbau war 2023 öster-
reichweit von herausfordernden Rahmenbedingungen
geprägt. Gestiegene Kreditzinsen, Baukostensteigerun-
gen sowie die anhaltende Verunsicherung der Kund*in-
nen aufgrund der hohen Teuerung ließen die Wohnbaufi-
nanzierungen in Österreich um mehr als –50 Prozent
einbrechen. Als führende Wohnbaubank im Bundesland
konnte sich die HYPO Oberösterreich diesem Trend zu
einem guten Teil entgegensetzen.
Im frei finanzierten, privaten Wohnbau wurde 2023 ein
Neuvolumen von immerhin 160,6 Millionen Euro erzielt.
Das ist im Vergleich zum Rekordwert aus dem Jahr 2022
(210,6 Millionen Euro) zwar ein Rückgang von –23,7 Pro-
zent, liegt allerdings deutlich besser als der österreichi-
sche Gesamtmarkt. Weiteres bemerkenswertes Detail:
Der Anteil der Fixzinskredite hat sich 2023 im Neuge-
schäft auf 91,9 Prozent erhöht. Im Jahr zuvor lag dieser
Anteil bei ebenfalls schon sehr hohen 75,3 Prozent.
Das Segmentvermögen reduzierte sich auf hohem Niveau
geringfügig auf 2.696,5 Millionen Euro (2022: 2.799,8
Millionen Euro). Demgegenüber konnten die Segment-
schulden ausgebaut werden. Sie stiegen um +6,0 Prozent
auf 1.852,1 Millionen Euro (2022: 1.746,5 Millionen Euro).
Hauptverantwortlich dafür waren Zuwächse bei den
Kundeneinlagen aufgrund der zeitnahen Weitergabe der
Zinsentwicklung an die Kund*innen in Form von attrakti-
ven Fixzinsangeboten.
Aufgrund der deutlichen Ausweitung der Volumina bei
den Kundeneinlagen sowie von Margenverbesserungen
wurde der Zinsüberschuss auf +43,0 Millionen Euro
(2022: +25,7 Millionen Euro) gesteigert. Der Provisions-
Jahresabschluss
Lagebericht
108
überschuss konnte abermals verbessert werden, auf
+13,3 Millionen Euro (2022: +12,9 Millionen Euro).
Die ausgezeichnete Risikolage in diesem Segment blieb
auch 2023 bestehen. Die Risikovorsorge konnte auf –0,5
Millionen Euro (2022: –2,0 Millionen Euro) gesenkt wer-
den.
Die Verwaltungsaufwendungen erhöhten sich insbeson-
dere durch die jährlichen Valorisierungen der Personal-
aufwendungen auf –32,7 Millionen Euro (2022: –30,9
Millionen Euro). Insgesamt erhöhte sich damit der Kon-
zernjahresüberschuss vor Steuern in diesem Segment
auf +23,3 Millionen Euro (2022: +5,6 Millionen Euro).
c. Financial Markets
Eigenveranlagung
Für das Jahr 2023 war geplant, den Wertpapiereigenbe-
stand konstant zu halten und das Liquiditätsportfolio
weiter auszubauen. Dieses Vorhaben konnte umgesetzt
werden – mit Zugängen von 56,5 Millionen Euro an liqui-
den Wertpapieren wurden die Tilgungen von 36,4 Millio-
nen Euro deutlich übertroffen. Liquide Pfandbriefe mach-
ten mit einem Plus von +26,1 Millionen Euro dabei den
Hauptteil aus, Staatsanleihen schrumpften hingegen
leicht um –6,0 Millionen Euro. Bei Banken-Anleihen gab
es einen Rückgang von –20,4 Millionen Euro, den Tilgun-
gen von 61,7 Millionen Euro standen Zukäufe von 41,3
Millionen Euro gegenüber.
Insgesamt wurden im Wertpapiereigenbestand im ver-
gangenen Jahr 97,8 Millionen Euro investiert, dem ge-
genüber standen Fälligkeiten von 98,1 Millionen Euro. Der
Bestand blieb daher nahezu unverändert. Für das Jahr
2024 wird wieder ein leichter Ausbau des Wertpapierei-
genbestandes angestrebt, Tilgungen von 82,2 Millionen
Euro sollen durch Zukäufe von etwa 100,0 Millionen Euro
ersetzt werden.
Nachdem die Zinsen im Jahresverlauf etwas rückläufig
waren, konnten die zinsbedingten Bewertungsverluste
des Vorjahres wieder etwas kompensiert werden. Gleich-
zeitig wurde bei den Zugängen aber immer noch ein
attraktives Zinsniveau mit Renditen von teilweise über 5
Prozent realisiert. Bei den Zugängen im Wertpapiereigen-
stand bewegten sich die Laufzeiten hauptsächlich im
Bereich von drei bis sieben Jahren, bei Staatspapieren
bei bis zu zehn Jahren. Erneut war das Thema Nachhal-
tigkeit im Fokus, der Anteil an Green und Social Bonds im
Wertpapiereigenbestand wurde von rund 10,4 Prozent auf
15,1 Prozent ausgebaut.
Refinanzierung
Der Liquiditätsbedarf für 2023 wurde einerseits vom
geplanten Kreditwachstum sowie der Refinanzierung der
Fälligkeiten bestimmt. Ein Schwerpunkt lag zudem in der
weiteren Stärkung und dem Ausbau der nachhaltigen
hypo_blue-Produktpalette. Das Fälligkeitsprofil 2023 war
vor allem geprägt durch die Tilgung des ersten 2016
begebenen syndizierten Hypothekenpfandbriefs über
300,0 Millionen Euro mit Ende Oktober 2023 sowie Fäl-
ligkeiten von langfristigen Tendergeschäften der EZB
über insgesamt 400,0 Millionen Euro.
Auf Grundlage der geplanten Neugeschäftsannahmen
der zugrundeliegenden Wachstumsstrategie und unter
der Berücksichtigung der bevorstehenden Fälligkeiten
wurde für das Geschäftsjahr 2023 ein Emissionsvolumen
von 815,0 Millionen Euro geplant.
Das Jahr 2023 startete gleich zu Beginn im Jänner mit
einer regen Emissionstätigkeit am Kapitalmarkt. Nach der
ersten Emissionswelle konnte Ende Jänner bereits der
erste syndizierte Hypothekenpfandbrief über 250,0 Milli-
onen Euro mit einer Laufzeit von etwas über viereinhalb
Jahren bei einem Spread von Mid-Swap +27 Basispunk-
ten am Markt platziert werden. Der zweite gemäß der
Planung vorgesehene syndizierte Hypothekenpfandbrief
wurde erst gegen Jahresende im November in einem
deutlich schwierigeren Umfeld umgesetzt. Das hohe
Volumen österreichischer Pfandbriefemittenten im Jahr
2023 und die inverse Zinskurve führten dazu, dass sich
die Emissionsspreads im Jahresverlauf deutlich ausge-
weitet hatten und nach wie vor kürzere Emissionslaufzei-
ten von Investoren präferiert wurden. Für den zweiten
syndizierten Hypothekenpfandbrief wurde das Format
„grüner Pfandbrief“ zur Erhöhung der Nachfrage sowie
zur Festigung unseres Nachhaltigkeitsschwerpunkts
gewählt. Die Emissionskosten für die knapp viereinhalb-
jährige grüne Pfandbriefemission lagen bei Mid-Swap
+50 Basispunkten.
Das gesamte Emissionsvolumen 2023 inklusive der zuvor
angeführten Subbenchmark-Transaktionen hat 897,1
Millionen Euro (2022: 452,7 Millionen Euro) umfasst. Die
im Durchschnitt gewichtete Laufzeit aller Emissionen lag
bei rund sieben Jahren. Mit einem Volumen von 391,3
Millionen Euro konnte ein bedeutender Anteil der Refi-
nanzierung durch Senior-Anleihen generiert werden. Ein
wesentlicher Teil davon wiederum durch Wohnbauanlei-
hen, mit einer durchschnittlichen Laufzeit von elfeinhalb
Jahren. Durch den Absatz von 209,5 Millionen Euro an
Wohnbauanleihen im Kalenderjahr 2023 konnte in dieser
Kategorie ein historischer Bestwert im Haus erzielt wer-
den. Das Volumen verbriefter Verbindlichkeiten erhöhte
sich auf 4.472,7 Millionen Euro (2022: 4.102,1 Millionen Euro).
Neben dem grünen Pfandbrief im Herbst 2023 wurde
auch die nachhaltige hypo_blue Produktschiene weiter
forciert, wobei der Fokus 2023 hier vor allem im Bereich
der Kundeneinlagen lag. Mit einem Volumen von 615,2
Millionen Euro (2022: 349,8 Millionen Euro) konnte das
Volumen an „Grünen Finanzprodukten“, das uns unsere
Kund*innen anvertraut haben um +75,8 Prozent gestei-
gert werden.
Das Exposure der von der EZB zur Verfügung gestellten
Langfristtender (TLTROs) hat sich gegenüber dem Vor-
jahr von 600,0 Millionen Euro durch Fälligkeiten auf
200,0 Millionen reduziert. Tranche 4 über 200,0 Millionen
Euro mit Fälligkeit im Juni 2023 wurde aus steuerungs-
technischen Gründen bereits vorzeitig im März 2023
Jahresabschluss
Lagebericht
109
gekündigt. Tranche 5 ebenso über 200,0 Millionen Euro
ist mit September 2023 ausgelaufen. Die Fälligkeiten der
verbleibenden EZB-Langfristtender über 200,0 Millionen
Euro setzen sich aus 100,0 Millionen Euro in der Tranche
7 mit Fälligkeit im März 2024 und 100,0 Millionen Euro in
der Tranche 9 mit Fälligkeit im September 2024 zusammen.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden haben sich auf
2.948,9 Millionen Euro (2022: 2.344,0 Millionen Euro)
erhöht, wobei das Volumen stabiler Retail-Einlagen um
+12,7 Prozent gesteigert werden konnte. Der Fokus der
Kund*innen lag dabei auf Sparprodukten mit Bindungen,
wobei vor allem ein- bis zweijährige Online-Sparprodukte
nachgefragt wurden.
Die HYPO Oberösterreich verfügt über eine sehr komfor-
table Liquiditätsausstattung, sämtliche regulatorische
Liquiditätsanforderungen werden von Seiten der Bank
eingehalten. Zum Ultimo 2023 lag die LCR (Liquidity
Coverage Ratio) bei 199,0 Prozent (2022: 165,2 Prozent)
und damit deutlich über dem Vorjahreswert. Die NSFR
(Net Stable Funding Ratio) lag bei 126,2 Prozent (2022:
122,4 Prozent).
9. Ausblick
Die Aussichten für die weltweite Wirtschaftsentwicklung
zeigen sich zu Jahresbeginn verbessert. Der Internationa-
le Währungsfonds (IWF) hob seine Prognosen im Ver-
gleich zum Herbst an. So rechnet der IWF im Jahr 2024
nun mit einem globalen Wachstum von 3,1 Prozent. Insbe-
sondere die USA und China erweisen sich demnach als
sehr robust. Für Deutschland und die Eurozone werden
dagegen geringere Wachstumsraten als bislang erwartet.
Für die Eurozone rechnet der IWF mit einem Wachstum
von 0,9 Prozent, was im Vergleich zur Oktober-Prognose
einer Korrektur um –0,3 Prozentpunkte nach unten ent-
spricht. Als hauptsächliche Treiber des Wachstums iden-
tifiziert der IWF sich erholende Konsumausgaben und
eine sinkende Inflation.
Für Österreichs Wirtschaft rechnet das Institut für Höhe-
re Studien (IHS) in seiner Winterprognose für 2024 mit
einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von
0,8 Prozent, das sind um 0,1 Prozentpunkte weniger als
zuvor angenommen. Nichtsdestotrotz dürfte Österreich
nach einem Jahr sinkender Wirtschaftsleistung (2023:
Rückgang um 0,7 Prozent) wieder auf einen Wachstums-
pfad einbiegen.
Auch die Inflationsentwicklung wird sich voraussichtlich
im laufenden Jahr etwas entspannen. Der bereits 2023
eingetretene Inflationsrückgang in Österreich auf hohem
Niveau – von 8,6 auf 7,8 Prozent – wird sich nach Schät-
zung des IHS im laufenden Jahr fortsetzen und dabei an
Fahrt gewinnen. Vorausgesagt wird eine Inflationsrate von
3,9 Prozent in Österreich und gemäß Schätzung der Europä-
ischen Zentralbank (EZB) von 2,7 Prozent im Euroraum.
Angesichts der prognostizierten Annäherung der Euro-
raum-Inflationsrate an den Zielwert der EZB (2 Prozent)
ist davon auszugehen, dass die Zentralbank im Laufe des
Jahres ihren Leitzins wieder senken wird. Der seit Sep-
tember 2023 gültige Leitzins von 4,5 Prozent markiert
demnach aller Voraussicht nach den Höhepunkt der
Zinsanhebungen.
Aufgrund des weiterhin angespannten Marktumfelds bli-
cken wir einem herausfordernden Geschäftsjahr entge-
gen, dem die HYPO Oberösterreich aufgrund voraus-
schauender Maßnahmen dennoch mit Zuversicht begeg-
nen kann. Die Auswirkungen der Zinspolitik des letzten
Jahres haben für einen Umbruch sowohl im privaten als
auch im institutionellen Wohnbau geführt. Den damit
einhergehenden Risiken ist sich die HYPO Oberöster-
reich bewusst, entsprechend wurde die Risikovorsorge
angepasst. Wir sind zuversichtlich gestimmt, im laufenden
Geschäftsjahr erneut ein Wachstum realisieren zu können
und erwarten ein solides Ergebnis. Dieses wird zwar
voraussichtlich nicht an das in vielerlei Hinsicht rekord-
verdächtige Jahr 2023 heranreichen, aber den langfristi-
gen Wachstumstrend der letzten Jahre fortsetzen.
Linz, am 18. März 2024
Der Vorstand
Klaus Kumpfmüller
Vorstandsvorsitzender
Thomas Wolfsgruber
Vorstandsmitglied
Jahresabschluss
Bilanz
110
AKTIVA in EUR
31.12.2023
31.12.2022
1.
Kassenbestand, Guthaben bei Zentralnotenbanken und Postgiroämtern
1.102.712.031,88
669.190.103,55
2.
Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei der
Zentralnotenbank zugelassen sind:
Schuldtitel öffentlicher Stellen und ähnliche Wertpapiere
129.984.590,29
136.177.960,24
3.
Forderungen an Kreditinstitute
a)
täglich fällig
107.786.134,98
138.170.241,90
b)
sonstige Forderungen
88.421.306,46
130.710.584,49
196.207.441,44
268.880.826,39
4.
Forderungen an Kunden
6.304.885.671,33
6.051.102.760,79
5.
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
von anderen Emittenten
537.691.058,26
526.408.722,39
darunter: eigene Schuldverschreibungen
41.075.986,30
41.668.646,29
6.
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
105.357.623,99
105.355.342,27
7.
Beteiligungen
27.985.392,68
27.985.392,68
darunter: an Kreditinstituten
2.447.282,33
2.447.282,33
8.
Anteile an verbundenen Unternehmen
77.358.838,47
77.358.838,47
8a.
Beteiligungen an assoziierten Unternehmen
8.750,00
8.750,00
9.
Immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens
982.476,18
915.960,12
10.
Sachanlagen
2.813.097,28
2.745.051,85
darunter: Grundstücke und Bauten, die vom Kreditinstitut im Rahmen seiner
eigenen Tätigkeit genutzt werden
563.658,35
589.565,63
11.
Sonstige Vermögensgegenstände
40.952.459,48
37.508.332,92
12.
Rechnungsabgrenzungsposten
16.021.037,78
14.395.595,07
13.
Aktive latente Steuern
6.544.580,74
6.950.809,34
SUMME DER AKTIVA
8.549.505.049,80
7.924.984.446,08
Posten unter der Bilanz
31.12.2023
31.12.2022
1.
Auslandsaktiva
469.052.350,21
472.180.449,16
Jahresabschluss
Bilanz
111
PASSIVA in EUR
31.12.2023
31.12.2022
1.
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a)
täglich fällig
125.668.383,67
73.041.870,28
b)
mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist
424.637.267,05
863.504.621,83
550.305.650,72
936.546.492,11
2.
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a)
Spareinlagen
410.687.672,29
446.098.088,36
darunter:
aa)
täglich fällig
194.087.587,39
343.111.850,72
bb)
mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist
216.600.084,90
102.986.237,64
b)
sonstige Verbindlichkeiten
2.538.184.090,64
1.897.862.754,64
aa)
täglich fällig
1.163.218.773,23
1.317.597.781,49
bb)
mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist
1.374.965.317,41
580.264.973,15
2.948.871.762,93
2.343.960.843,00
3.
Verbriefte Verbindlichkeiten
begebene Schuldverschreibungen
4.472.684.600,15
4.102.073.393,56
4.
Sonstige Verbindlichkeiten
15.627.969,27
17.266.005,93
5.
Rechnungsabgrenzungsposten
18.347.208,53
12.721.442,10
6.
Rückstellungen
a)
Rückstellungen für Abfertigungen
6.416.375,95
6.649.554,81
b)
Rückstellungen für Pensionen
4.999.917,95
5.502.181,42
c)
sonstige
12.765.013,02
15.686.016,97
24.181.306,92
27.837.753,20
7.
Ergänzungskapital gemäß Teil 2 Titel I Kapitel 4 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
70.515.401,04
69.630.487,29
8.
Gezeichnetes Kapital
14.557.607,94
14.560.639,53
9.
Kapitalrücklagen
a)
gebundene
30.548.897,59
30.548.897,59
b)
nicht gebundene
190.433,44
190.433,44
30.739.331,03
30.739.331,03
10.
Gewinnrücklagen
andere Rücklagen
334.140.623,27
305.853.012,88
11.
Haftrücklage gemäß § 57 Abs. 5 BWG
59.670.458,00
58.449.458,00
12.
Bilanzgewinn
9.863.130,00
5.345.587,45
SUMME DER PASSIVA
8.549.505.049,80
7.924.984.446,08
Posten unter der Bilanz
31.12.2023
31.12.2022
1.
Eventualverbindlichkeiten
85.534.032,13
86.876.673,86
darunter:
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten
85.534.032,13
86.876.673,86
2.
Kreditrisiken
747.728.570,36
857.250.761,13
3.
Anrechenbare Eigenmittel gemäß Teil 2 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
508.781.342,21
477.842.902,87
darunter: Ergänzungskapital gemäß Teil 2 Titel I Kapitel 4 der Verordnung (EU)
Nr. 575/2013
69.979.700,00
69.156.501,97
4.
Eigenmittelanforderungen gemäß Art. 92 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
3.439.811.560,08
3.302.648.260,49
darunter: Eigenmittelanforderungen gemäß Art. 92 Abs. 1 lit. a bis c der Verordnung (EU)
Nr. 575/2013
lit. a)
Harte Kernkapitalquote (in %)
12,76
12,37
lit. b)
Kernkapitalquote (in %)
12,76
12,37
lit. c)
Gesamtkapitalquote (in %)
14,79
14,47
5.
Auslandspassiva
1.067.907.959,20
1.034.745.085,98
Jahresabschluss
Gewinn- und Verlustrechnung
112
in EUR
2023
2022
1.
Zinsen und ähnliche Erträge
295.445.842,37
99.057.896,60
darunter: aus festverzinslichen Wertpapieren
16.119.204,46
13.130.125,97
2.
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
–207.854.690,35
–32.417.584,59
I.
NETTOZINSERTRAG
87.591.152,02
66.640.312,01
3.
Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen
a)
Erträge aus Aktien, anderen Anteilsrechten und nicht festverzinslichen
Wertpapieren
5.476.035,27
4.859.911,12
b)
Erträge aus Beteiligungen
3.558.051,44
2.599.387,30
c)
Erträge aus Anteilen an verbundenen Unternehmen
5.959.000,00
25.158.000,00
14.993.086,71
32.617.298,42
4.
Provisionserträge
28.360.473,35
28.585.212,42
5.
Provisionsaufwendungen
–9.859.833,30
–10.012.988,36
6.
Erträge/Aufwendungen aus Finanzgeschäften
3.708.511,13
2.973.296,00
7.
Sonstige betriebliche Erträge
281.547,46
211.340,87
II.
BETRIEBSERTRÄGE
125.074.937,37
121.014.471,36
8.
Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a)
Personalaufwand
–35.547.147,56
–29.537.595,42
darunter:
aa)
Löhne und Gehälter
–26.392.719,93
–23.441.831,45
bb)
Aufwand für gesetzlich vorgeschriebene soziale Abgaben und vom
Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge
–6.753.159,62
–6.397.117,98
cc)
sonstiger Sozialaufwand
–858.986,92
–818.194,13
dd)
Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung
–1.004.405,27
–983.636,10
ee)
Auflösung der Pensionsrückstellung
502.263,47
1.909.251,66
ff)
Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche
Mitarbeitervorsorgekassen
–1.040.139,29
193.932,58
b)
sonstige Verwaltungsaufwendungen (Sachaufwand)
–24.884.124,66
–22.695.240,72
–60.431.272,22
–52.232.836,14
9.
Wertberichtigungen auf die in den Aktivposten 9 und 10 enthaltenen Vermögens-
gegenstände
–908.847,20
–715.641,98
10.
Sonstige betriebliche Aufwendungen
–4.547.892,37
–5.912.029,59
III.
BETRIEBSAUFWENDUNGEN
–65.888.011,79
–58.860.507,71
IV.
BETRIEBSERGEBNIS
59.186.925,58
62.153.963,65
11./12.
Ertrags-/Aufwandssaldo aus der Veräußerung und der Bewertung von Forderun-
gen, Eventualverbindlichkeiten und Wertpapieren
–8.896.903,39
–14.849.181,70
13./14.
Ertrags-/Aufwandssaldo aus der Veräußerung und der Bewertung von Wertpa-
pieren, die wie Finanzanlagen bewertet sind, sowie von Beteiligungen und An-
teilen an verbundenen Unternehmen
908.000,00
V.
ERGEBNIS DER GEWÖHNLICHEN GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
50.290.022,19
48.212.781,95
15.
Steuern vom Einkommen und Ertrag
–9.183.637,19
–5.246.047,83
16.
Sonstige Steuern, soweit nicht in Posten 15 auszuweisen
–1.673.315,85
–1.584.384,33
VI.
JAHRESÜBERSCHUSS
39.433.069,15
41.382.349,79
17.
Rücklagenbewegung
–29.607.735,07
–36.086.053,82
darunter: Dotierung der Haftrücklage
–1.221.000,00
–1.907.458,00
VII.
JAHRESGEWINN
9.825.334,08
5.296.295,97
18.
Gewinnvortrag
37.795,92
49.291,48
VIII.
BILANZGEWINN
9.863.130,00
5.345.587,45
Jahresabschluss
Anhang
113
A. Allgemeines
Der Jahresabschluss der Oberösterreichische Landes-
bank Aktiengesellschaft ist nach den Vorschriften des
Bankwesengesetzes (BWG) in der geltenden Fassung
sowie auch – soweit anwendbar – nach den Vorschriften
des Unternehmensgesetzbuches (UGB) aufgestellt wor-
den. Die Gliederung der Bilanz sowie der Gewinn- und
Verlustrechnung erfolgte entsprechend den in der Anlage
2 zu § 43 BWG enthaltenen Formblättern in Euro. Alle
Beträge im Anhang sind, sofern nicht gesondert darauf
hingewiesen wird, in Tausend Euro (TEUR) angegeben.
Die nachstehend angeführten Tabellen können Run-
dungsdifferenzen enthalten.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
ist gemäß § 245a UGB in Verbindung mit § 59a BWG
verpflichtet, einen Konzernabschluss nach den Internati-
onal Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der
EU anzuwenden sind, aufzustellen. Das Mutterunterneh-
men, das den Konzernabschluss für den größten Kreis
von Unternehmen aufgestellt hat, ist die OÖ Landeshol-
ding GmbH. Dieser Konzernabschluss ist sowohl beim
Landes- als auch beim Handelsgericht Linz hinterlegt.
Kernmarkt ist als Regionalbank das Bundesland Oberös-
terreich. Im Osten Österreichs ist das Kreditinstitut durch
einen Standort in Wien vertreten.
B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Der Jahresabschluss der Oberösterreichische Landes-
bank Aktiengesellschaft wurde nach den Grundsätzen
ordnungsmäßiger Buchführung und Bilanzierung unter
Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild
der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln,
aufgestellt.
Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der
Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten und eine Fort-
führung des Unternehmens unterstellt. Bei den Vermö-
gensgegenständen und Schulden wurde der Grundsatz
der Einzelbewertung angewandt. Dem Vorsichtsgrund-
satz wurde Rechnung getragen, indem insbesondere nur
die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne aus-
gewiesen werden. Alle erkennbaren Risiken und drohen-
den Verluste, die im Geschäftsjahr 2023 oder in einem
früheren Geschäftsjahr entstanden sind, wurden berück-
sichtigt. Die bisher angewandten Bewertungsmethoden
wurden im Wesentlichen beibehalten.
Zur ordnungsgemäßen und vollständigen Erstellung des
Einzelabschlusses müssen vom Management Schätzun-
gen vorgenommen und Annahmen getroffen werden, die
die Angaben im Anhang und den Ausweis von Erträgen
und Aufwendungen während der Berichtsperiode beein-
flussen. Sie beziehen sich im Wesentlichen auf die Wert-
haltigkeit von Vermögenswerten, der Festlegung der
wirtschaftlichen Nutzungsdauer für Sachanlagen und
Finanzimmobilien, Klassifizierung von Leasingverträgen
sowie der Bilanzierung und Bewertung von Rückstellun-
gen. Den Annahmen liegen Prämissen zugrunde, die auf
dem jeweils aktuellen verfügbaren Kenntnisstand beru-
hen. Hinsichtlich der zukünftig erwarteten Geschäftsent-
wicklung wurden die zum Zeitpunkt der Aufstellung des
Einzelabschlusses vorliegenden Umstände zugrunde gelegt.
Soweit es zur Vermittlung eines möglichst getreuen Bil-
des der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erforderlich
ist, wurden im Anhang zusätzliche Angaben gemacht.
Wertpapiere
Die Wertpapiere werden, soweit sie nicht durch aus-
drücklichen Beschluss dem Anlagevermögen gewidmet
sind, nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet.
Die Wertpapiere des Anlagevermögens unterliegen dem
gemilderten Niederstwertprinzip. Wenn die Gründe für
eine Abschreibung nicht mehr bestehen, wird eine Zu-
schreibung gemäß § 208 Abs. 1 UGB vorgenommen.
Forderungen an Kreditinstitute und Kunden
Die Forderungen sind grundsätzlich zu Nennwerten
bewertet. Das gemäß IFRS 9 übernommene Wert-
minderungsmodell sieht tendenziell eine frühere
Bestimmung und Vorsorge für mögliche Verluste vor.
Im Fokus stehen 3 Stufen, welche die Höhe der zu
erfassenden Verluste und die Zinsvereinnahmung
künftig bestimmen:
• Stufe 1 umfasst dabei alle neuen Finanzinstrumente
sowie jene Positionen, für die seit Zugang des Finanz-
instrumentes keine signifikante Verschlechterung der
Kreditqualität stattgefunden hat. Für diese Positionen
muss eine Risikovorsorge in Höhe des erwarteten 12-
Monats-Verlustes (Barwert der erwarteten Zahlungs-
ausfälle, die aus möglichen Ausfallereignissen innerhalb
der nächsten 12 Monate nach dem Abschlussstichtag
resultieren) gebildet werden. Die Zinsvereinnahmung
erfolgt auf Basis des Bruttobuchwertes.
• In Stufe 2 werden all jene Finanzinstrumente trans-
feriert, für die eine signifikante Verschlechterung der
Kreditqualität seit Zugang stattgefunden hat. Für diese
Positionen muss eine Risikovorsorge in Höhe des über
die gesamte Restlaufzeit des Instruments erwarteten
Verlustes (Barwert der erwarteten Zahlungsausfälle in-
folge aller möglichen Ausfallereignisse über die Rest-
laufzeit des Finanzinstruments) gebildet werden. Die
Zinsvereinnahmung erfolgt ebenfalls auf Basis des
Bruttobuchwertes.
• Stufe 3 beinhaltet schließlich alle ausgefallenen Finanz-
instrumente. Für diese Positionen wird ebenfalls eine
Risikovorsorge in Höhe des über die gesamte Restlauf-
zeit erwarteten Verlustes gebildet.
Die Prüfung zur Bestimmung der Zugehörigkeit einer
Forderung zu einer bestimmten Stufe erfolgt anhand von
Transferkriterien.
Jahresabschluss
Anhang
114
Zur Bestimmung der Verschlechterung der Ausfallwahr-
scheinlichkeit und dem damit verbundenen Transfer von
Stufe 1 in Stufe 2 werden in der Regel drei Komponenten
betrachtet: ein quantitatives Kriterium, ein qualitatives
Kriterium und ein Backstop-Kriterium.
Für jedes Finanzinstrument werden die Kriterien nach-
einander überprüft. Schlägt ein Kriterium an, erfolgt beim
quantitativen Kriterium ein Transfer des Finanzinstru-
ments in Stufe 2, beim Backstop-Kriterium erfolgt der
Transfer aller Finanzinstrumente des Kunden in Stufe 2.
Wesentliche „Rating-Events“ führen zu einer umgehen-
den Rating-Evaluierung gemäß der internen Rating-
Modelle. Da in der Oberösterreichische Landesbank
Aktiengesellschaft die durch IFRS 9 verlangten Kriterien
gut durch die Ratingsysteme abgedeckt sind, entfällt die
Überprüfung der qualitativen Verschlechterung und die
Transferlogik beruht nur auf dem quantitativen Kriterium
sowie dem Backstop-Kriterium.
Das quantitative Kriterium gilt als der primäre Indikator,
ob eine signifikante Verschlechterung des Kreditrisikos
seit Zugang des Finanzinstruments stattgefunden hat.
Es umfasst die Bestimmung der Verschlechterung des
Kreditrisikos auf Basis einer relativen und einer absoluten
Schranke. Es wird die erwartete Ausfallwahrscheinlichkeit
(PD – Probability of Default) zum Zugangszeitpunkt mit
der PD zum Reporting-Stichtag verglichen. Da IFRS 9
erwartet, dass in den PDs zukunftsorientierte Informati-
on enthalten ist, wird der Vergleich auf Basis der kumu-
lierten Lebensdauer-PDs für die restliche Laufzeit der
Geschäfte durchgeführt.
Zur Abbildung der Erwartung der kumulierten PD der
Restlaufzeit des Finanzinstruments wird die kumulierte
Forward-Lebensdauer-PD des Zugangszeitpunktes ver-
wendet. Diese wird dann mit der kumulierten PD zum
Reporting-Stichtag verglichen.
Diese PDs bilden die Grundlage für den Vergleich, ob eine
signifikante Verschlechterung der Kreditqualität seit
Zugang des Finanzinstruments stattgefunden hat, wobei
der Vergleich für jedes Finanzinstrument einzeln durchge-
führt wird und sowohl die relative als auch die absolute
Änderung der Lebensdauer-PD eine Rolle spielt.
Im relativen Kriterium wird das Verhältnis der erwarteten
kumulierten PD zum Zugangszeitpunkt mit der aktuellen
kumulierten PD verglichen, welche zum Reporting-
Stichtag beobachtet wird. Wenn dieses Verhältnis einen
bestimmten Schwellenwert überschreitet, bedeutet das,
dass sich die PD dieses Finanzinstruments aufgrund des
relativen Vergleichs signifikant seit Zugang erhöht hat.
Dieser Schwellwert für das relative Kriterium wird in der
Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft mit
200 % angesetzt, was einer Verdoppelung der PD seit
Zugang entspricht.
Zusätzlich zum relativen PD-Vergleich wird auch die ab-
solute Änderung der PD kontrolliert. Die Messung basiert
auf denselben kumulierten Lebensdauer-PDs wie im
relativen Kriterium, wobei für den absoluten Vergleich die
Differenz der PDs gemessen wird. Da im absoluten Krite-
rium die Differenz gemessen wird, werden die kumulier-
ten Lebensdauer-PDs durch Division mit der Restlaufzeit
auf Jahresebene heruntergebrochen. Diese Anpassung
ist notwendig, um den Vergleich unabhängig von der
Lebensdauer eines Finanzinstruments durchführen zu
können.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
hat sich entschlossen, die „low credit risk exemption“
nicht anzuwenden und stattdessen eine absolute
Schranke zu verwenden, durch die es möglich ist, auch im
Investment Grade-Bereich in Stufe 2 zu migrieren. Die
Schwelle für die absolute Verschlechterung der PD wird
in der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesell-
schaft mit 0,5 % von der Ursprungs-PD festgelegt (abso-
lutes Kriterium). Hintergrund des absoluten Kriteriums ist,
dass Veränderungen in Höhe von wenigen Basispunkten,
die in den sehr guten Ratingklassen eine Verdoppelung
der PD bedeuten können, nicht als signifikante Verände-
rung gesehen werden.
Zur Bestimmung, ob für ein Finanzinstrument eine signifi-
kante Verschlechterung der Kreditqualität seit Zugang
laut dem quantitativen Kriterium beobachtet werden
konnte, muss eine signifikante Verschlechterung der
Kreditqualität sowohl im relativen Kriterium als auch im
absoluten Kriterium gemessen werden.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
verwendet die 30-Tage-Überfälligkeit-Schranke (Back-
stop-Kriterium) als zusätzliche Indikation, dass eine signi-
fikante Verschlechterung des Kreditrisikos seit Zugang
des Finanzinstruments stattgefunden hat und alle Finanz-
instrumente eines Kunden, für den eine Forderung mehr
als 30 Tage überfällig ist, werden in Stufe 2 transferiert.
Ebenso werden auch alle Instrumente mit Forbearance-
Maßnahmen in Stage 2 transferiert.
Für den Transfer von Stufe 2 in Stufe 3 wird in der
Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft auf
die allgemeingültige Definition des Ausfalls laut Artikel
178 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 („CRR“) zurück-
gegriffen, demgemäß folgende Risikopositionen als
ausgefallen gelten:
• Alle Risikopositionen, bei denen die Oberösterreichi-
sche Landesbank Aktiengesellschaft es als unwahr-
scheinlich ansieht, dass der Schuldner seine Verbind-
lichkeiten gegenüber der Oberösterreichische Landes-
bank Aktiengesellschaft und seinen Tochtergesell-
schaften ohne Sicherheitenverwertung vollständig
begleichen wird und
• alle Risikopositionen gegenüber der Oberösterreichi-
sche Landesbank Aktiengesellschaft und seinen Toch-
tergesellschaften, bei denen eine wesentliche Verbind-
lichkeit des Schuldners mehr als 90 Tage überfällig ist.
Die Wesentlichkeit einer überfälligen Verbindlichkeit
wird anhand folgender Schwellwerte beurteilt, welche
sich aus einer absoluten und einer relativen Komponente
zusammensetzen. Retail: absolut EUR 100 und relativ
1 %; Non-Retail: absolut EUR 500 und relativ 1 %.
Jahresabschluss
Anhang
115
In Stufe 3 werden auch finanzielle Vermögenswerte mit
beeinträchtigter Bonität ausgewiesen. Es wird zwischen
signifikanten und nicht signifikanten Forderungen unter-
schieden. Jene Kreditnehmer mit einem Obligo größer
TEUR 400 gelten als signifikant. Die Höhe der Wertbe-
richtigung wird mittels DCF-Schätzung ermittelt und
ergibt sich aus der Differenz zwischen Buchwert und
Barwert der erwarteten künftigen Cashflows. Bei nicht
signifikanten Forderungen kommt eine standardisierte
Methode zum Einsatz.
Szenarien
Es werden drei makroökonomische Szenarien verwendet.
Ein optimistisches, ein pessimistisches und ein Basissze-
nario. Das optimistische und pessimistische Szenario wird
mit jeweils 20 %, das Basisszenario mit 60 % gewichtet
(2022: pessimistisches Szenario: 50 %, Basisszenario:
50 %, optimistisches Szenario: 0 %). Aufgrund der Tatsa-
che, dass das Risiko eines Abwärtsszenarios wieder
geringer ist und die Prognosen stabiler sind, wird das
optimistische Szenario wieder verwendet.
Makroökonomische Parameter und Portfolien
Es werden vier Portfolien verwendet: Retail, Kommerz,
Institute, Sovereigns. Für die Schätzung der erwarteten
Kreditverluste werden für das Retail-Portfolio im Wesent-
lichen die Arbeitslosigkeit (OECD-Prognose), die Brutto-
anlageinvestitionen und die Inflation verwendet. Für das
Institute-Portfolio werden Bruttoinlandsprodukt, Brutto-
anlageinvestitionen sowie die Arbeitslosigkeit (jeweils
OECD-Prognosen) verwendet. Im Sovereigns-Portfolio
fließt die Inflationsrate (OECD-Prognose) ein, in das
Kommerz-Portfolio BIP, Inflation sowie die Yield-
Structure.
Grundsätzlich fließen für alle Portfolien die Prognosen für
die nächsten drei Jahre ein. Für den Zeitraum danach
wird Richtung TTC-PD (Throuth-the-Cycle Probability of
Default) konvergiert.
Die Zuordnung zu den Teilportfolien erfolgt im Wesentli-
chen aufgrund der Forderungsklasse sowie der Kosten-
stelle.
Per 31. Dezember 2023 wird auf die aktuellsten Progno-
sewerte der verwendeten makroökonomischen Faktoren
zurückgegriffen.
Kollektiver Stagetransfer
Gemäß IFRS 9.B5.5.1 kann es erforderlich sein, die Beur-
teilung signifikanter Erhöhungen des Ausfallrisikos auf
kollektiver Basis vorzunehmen und zu diesem Zweck
Informationen, die auf signifikante Erhöhungen des Aus-
fallrisikos einer Gruppe oder Untergruppe von Finanzin-
strumenten hindeuten, zu berücksichtigen. IFRS 9.B5.5.5
sieht zu diesem Zweck die Zusammenfassung von
Finanzinstrumenten anhand gemeinsamer Ausfallrisiko-
eigenschaften vor. Diese Vorgangsweise wird auch im
UGB-Jahresabschluss angewendet.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
hat auf dieser Grundlage geprüft, ob Änderungen bei der
Gruppierung von Finanzinstrumenten anhand gemeinsa-
mer Ausfallrisikoeigenschaften erforderlich sind.
Der im Vorjahr im Hinblick auf die wirtschaftlichen Rah-
menbedingungen (Energiepreise infolge des Ukraine-
Konflikts, Inflation, Baupreise aber auch bezüglich Mate-
rialverfügbarkeiten infolge von Lieferkettenproblemen)
gebildete kollektive Stagetransfer wurde 2023 zu einem
Großteil aufgelöst, zumal die meisten aktuellen Unter-
nehmensbilanzen diesbezüglich wieder eine unverfälsch-
te wirtschaftliche Situation zeigen.
Im Gegenzug wurden die wirtschaftlichen Rahmenbedin-
gungen im Hinblick auf die Marktveränderungen im Im-
mobilienprojektgeschäft (Baupreise, Zinsanstieg, Verän-
derungen im Absatzmarkt) analysiert und auf Grundlage
dieser besonderen Rahmenbedingungen beschlossen,
wiederum einen kollektiven Stagetransfer für die be-
troffenen Immobilienprojekte im Teilsegment Kommerz-
kunden und Immobilienprojekte durchzuführen.
Das Volumen aus dem kollektiven Stagetransfer von
Stage 1 in Stage 2 beläuft sich zum 31. Dezember 2023
auf TEUR 230.829 (2022: TEUR 387.849).
Beteiligungen
Die Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten bewer-
tet, sofern nicht durch anhaltende Verluste dauernde
Wertminderungen eingetreten sind, die eine Abwertung
erforderlich machen. Wenn die Gründe für eine Abschrei-
bung nicht mehr bestehen, wird eine Zuschreibung ge-
mäß § 208 Abs. 1 UGB vorgenommen.
Immaterielle Vermögensgegenstände sowie
Sachanlagen
Der Posten Immaterielles Anlagevermögen umfasst aus-
schließlich erworbene Software und Lizenzrechte. Die
Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten, redu-
ziert um die planmäßigen Abschreibungen, bewertet. Die
planmäßige Abschreibung erfolgt linear auf Basis der
geschätzten Nutzungsdauer (zwischen vier und zehn
Jahren). Die Nutzungsdauer beträgt für Standardsoft-
ware vier Jahre. Sofern der erzielbare Betrag unter dem
Buchwert liegt, erfolgt eine außerplanmäßige Abschrei-
bung. Für Sachanlagen betragen die Abschreibungssätze
bei unbeweglichen Anlagen 2,5 % bis 3 %, bei bewegli-
chen Anlagen 5 % bis 33 %. Geringwertige Wirtschafts-
güter werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben.
Verbindlichkeiten
Die verbrieften und unverbrieften Verbindlichkeiten wer-
den mit ihrem Erfüllungsbetrag unter Bedachtnahme auf
den Grundsatz der Vorsicht angesetzt. Agio und Disagio
aus der Begebung von eigenen Emissionen werden ge-
mäß der Effektivzinsmethode erfolgswirksam über die
Restlaufzeit verteilt.
Rückstellungen
Die Höhe der Rückstellungen für Abfertigungen und
Jubiläumsgelder sowie Pensionen inklusive Zuschüsse zu
Krankenzusatzversicherungsbeiträgen und Berufs- und
Dienstunfähigkeitsrisiken wird nach versicherungsma-
thematischen Grundsätzen unter Zugrundelegung der
Jahresabschluss
Anhang
116
nach IAS 19 vorgeschriebenen versicherungsmathemati-
schen Bewertungsmethode der laufenden Einmalprämien
(„Projected Unit Credit Method“) ermittelt, wobei ein
stichtagsbezogener Rechnungszinssatz von 3,5 % (2022:
4,25 %) zur Anwendung kommt. Die Festlegung des
Rechnungszinsfußes erfolgte auf Basis der Zinsbandbrei-
te für eine Laufzeit von 10 Jahren (2022: Laufzeit von 10
Jahren). IAS 19 verlangt die Anwendung von stichtagsak-
tuellen Zinssätzen, die aus laufzeitadäquaten, erstrangi-
gen Unternehmensanleihen abgeleitet werden. Als erst-
rangig werden Anleihen angesehen, die bei Standard and
Poor‘s mit AA bzw. bei Moody‘s mit Aa2 oder besser
bewertet werden. Da in der Eurozone kein liquider Markt
für erstrangige Anleihen mit sehr langen Laufzeiten vor-
liegt, werden die Zinssätze für lange Laufzeiten durch
Extrapolation der aktuellen Marktzinssätze entlang der
Zinsstrukturkurve geschätzt.
Jährliche Valorisierungen, kollektivvertragliche und karrie-
remäßige Gehaltserhöhungen wurden in Höhe von 4,5 %
(2022: 8 % im 1. Jahr und im Folgejahr 4,5 %) bei den
Rückstellungen für Abfertigungen, Jubiläumsgelder, Pen-
sionen sowie Berufs- und Dienstunfähigkeitsrisiko be-
rücksichtigt. Für jährliche Valorisierungen der laufenden
Pensionszahlungen wurde eine Veränderung in Höhe von
4,5 % im 1. Jahr und im Folgejahr von 2,5 % (2022: im 1.
Jahr 5,8 % und im Folgejahr 2,5 %) bzw. der laufenden
Leistungen zu den Zuschüssen zu Krankenzusatzversi-
cherungsbeiträgen eine Höhe von 2,5 % (2022: 2,5 %) bei
der Rückstellung für Pensionen herangezogen. Bei allen
aktiven Dienstnehmern wurde das frühestmögliche Pen-
sionsantrittsalter unter Berücksichtigung aller gesetzli-
chen Bestimmungen und Übergangsregelungen herange-
zogen. Neben den Invalidisierungsraten, Sterberaten –
welche anhand der veröffentlichten Pensionstafeln AVÖ
2018-P ermittelt werden – und der Beendigung des
Dienstverhältnisses mit dem Erreichen des Pensionsal-
ters wurden jährliche dienstzeitabhängige Raten für vor-
zeitige Beendigungen des Dienstverhältnisses basierend
auf internen Statistiken zu dienstzeitabhängigen Fluktua-
tionsraten angesetzt.
Sonstige Rückstellungen werden für gegenwärtige Ver-
pflichtungen gegenüber Dritten gebildet, die bezüglich
ihrer Fälligkeit oder ihrer Höhe ungewiss sind.
Bei der Ermittlung der Rückstellungen werden entspre-
chend den gesetzlichen Erfordernissen alle erkennbaren
Risken und drohende Verluste berücksichtigt. Die Bewer-
tung erfolgt zum bestmöglichen Schätzwert des notwen-
digen Erfüllungsbetrages. Rückstellungen mit einer Rest-
laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit einem markt-
üblichen Zinssatz von 3,5 % (2022: 4,25 %) abgezinst.
Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten
Nationale Währungen jener Staaten, die nicht an der
Europäischen Währungsunion teilnehmen, werden gemäß
§ 58 Abs. 1 BWG zu den von der EZB veröffentlichten
Devisenmittelkursen des Bilanzstichtages in Euro umge-
rechnet.
Latente Steuern
Die Ermittlung erfolgt zu jenen Steuersätzen, die nach
geltenden Gesetzen in dem voraussichtlich anfallenden
Besteuerungszeitraum angewendet werden. Die ökosozi-
ale Steuerreform enthält eine stufenweise Senkung des
Körperschaftsteuersatzes von 25 % auf 23 % ab 2024
(2023: 24 %). Herangezogen wurde nun jener Steuersatz,
der wahrscheinlich bei der jeweiligen Realisierung (Um-
kehr) der zugrundeliegenden temporären Differenz zur
Anwendung kommt.
C. Erläuterungen zum Jahresabschluss
Wertpapiere
Von der Bilanzposition Schuldverschreibungen und
andere festverzinsliche Wertpapiere werden Nominale
TEUR 30.677 (2022: TEUR 73.928) in dem auf den
Bilanzstichtag folgenden Jahr fällig.
Es errechnete sich ein Unterschiedsbetrag zwischen
niedrigerem Marktwert und Bilanzwert von Wertpapieren,
die zu den Finanzanlagen gehören, in Höhe von TEUR
53.140 (2022: TEUR 72.814). Es wurde keine außerplan-
mäßige Abschreibung vorgenommen.
In den Forderungen an Kreditinstituten sind nicht zum Bör-
sehandel zugelassene eigene verbriefte Verbindlichkeiten
mit Nominale TEUR 0 (2022: TEUR 26.103) enthalten.
Im Anlagevermögen der Bank befanden sich zum 31.
Dezember 2023 Wertpapiere mit einem Bilanzwert von
TEUR 826.411 (2022: TEUR 812.046). Hievon waren No-
minale TEUR 715.409 (2022: TEUR 699.679) mit einem
Bilanzwert von TEUR 721.877 (2022: TEUR 707.512) an
festverzinslichen Wertpapieren, 2.117.050 Stück (2022:
2.117.050 Stück) aktienähnliche Genussrechte mit einem
Bilanzwert von TEUR 104.534 (2022: TEUR 104.534),
Nominale TEUR 800 (2022: TEUR 800) mit einem Bi-
lanzwert von TEUR 796 (2022: TEUR 796) als Ergän-
zungskapital gewidmet:
• davon in A2 Schuldtitel öffentlicher Stellen Nominale
TEUR 110.200 (2022: TEUR 116.200) enthalten
• davon in A3 Forderungen an Kreditinstitute Nominale
TEUR 23.500 (2022: TEUR 26.500) enthalten
• davon in A4 Forderungen an Kunden Nominale TEUR
134.159 (2022: TEUR 139.759) enthalten
• davon in A5 Schuldverschreibungen und andere fest-
verzinsliche Wertpapiere Nominale TEUR 446.750
(2022: TEUR 416.420) enthalten
• davon in A6 nachrangiges Kapital Nominale TEUR 800
(2022: TEUR 800), aktienähnliche Genussrechte
2.117.050 Stück (2022: 2.117.050 Stück) enthalten.
Im Anlagevermögen sind börsenotierte Wertpapiere mit
einem Bilanzwert von TEUR 563.201 (2022: TEUR
539.793) enthalten, die nach dem gemilderten Niederst-
wertprinzip bewertet werden.
Sämtliche in den Aktivposten Schuldverschreibungen und
andere festverzinsliche Wertpapiere, Aktien und andere
nicht festverzinsliche Wertpapiere, Beteiligungen sowie
Anteile an verbundenen Unternehmen enthaltenen zum
Jahresabschluss
Anhang
117
Börsehandel zugelassenen Wertpapiere sind auch börse-
notiert.
Aufgliederung zum Börsehandel zugelassener Wertpa-
piere gemäß § 64 Abs.1 Z 11 BWG:
Wie Anlagevermögen bewertet
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Schuldverschreibungen und andere
festverzinsliche Wertpapiere
449.096
414.739
Aktien und andere nicht
festverzinsliche Wertpapiere
824
796
Wie Umlaufvermögen bewertet
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Schuldverschreibungen und andere
festverzinsliche Wertpapiere
88.085
108.758
Im Aktivposten Aktien und andere nicht festverzinsliche
Wertpapiere sind nicht zum Börsehandel zugelassene
Wertpapiere in Höhe von TEUR 104.534 (2022: TEUR
104.534) enthalten.
Die Gesellschaft führt ein Handelsbuch von geringem
Umfang im Sinn des Artikel 102 ff. CRR in Verbindung mit
Artikel 94 CRR. Das zu Marktpreisen berechnete Volu-
men des Wertpapier-Handelsbuches beträgt per 31.
Dezember 2023 insgesamt TEUR 0 (2022: TEUR 0).
Fristigkeiten der Forderungen und Verbindlichkeiten
Gliederung der nicht täglich fälligen Forderungen/
Verbindlichkeiten an/gegen Kreditinstitute und Kunden:
in TEUR
Forderungen
Verbindlichkeiten
31.12.2023
31.12.2022
31.12.2023
31.12.2022
bis
3 Monate
222.627
278.042
857.248
390.655
über
3 Monate
bis 1 Jahr
389.983
380.736
556.027
501.533
über
1 Jahr
bis 5 Jahre
1.609.525
1.674.378
329.123
318.949
über
5 Jahre
3.880.902
3.585.341
273.805
335.619
Gesamt
6.103.037
5.918.497
2.016.203
1.546.756
Die als Sicherheiten für Tenderfazilitäten übertragenen
Vermögenswerte umfassen sowohl notenbankfähige
Wertpapiere als auch Credit Claims. 2023 wurden aus-
schließlich die TLTRO III-Programme der EZB in An-
spruch genommen.
Zum 31. Dezember 2023 beträgt das im Posten Verbind-
lichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthaltene Volumen
an längerfristigen Finanzierungsgeschäften aus dem
TLTRO III-Programm der Europäischen Zentralbank
(EZB) TEUR 200.000 (2022: TEUR 600.000). 2023
wurde die Tranche 4 über TEUR 200.000 mit Fälligkeit im
Juni 2023 vorzeitig im März 2023 gekündigt. Die Tranche
5 über ebenso TEUR 200.000 ist im September 2023
ausgelaufen. Auf Basis einer Analyse der für die Oberös-
terreichische Landesbank Aktiengesellschaft als Kredit-
institut am Markt für vergleichbar besicherte Refinanzie-
rungsquellen erzielbaren Konditionen ergibt sich die
Auffassung, dass die Konditionen des TLTRO III-
Programmes keinen wesentlichen Vorteil im Vergleich
zum Markt bieten. Die Finanzierungsverbindlichkeit wird
als Finanzinstrument mit einem Bilanzwert in Höhe von
TEUR 200.000 (2022: TEUR 600.000) ausgewiesen, für
die laufende Verzinsung wird immer der aktuell gültige
Zinssatz verwendet. Die im Oktober 2022 seitens der
EZB veröffentlichten Änderungen am TLTRO III-
Programm (Änderung der Verzinsungsmodalitäten und
Einfügen weiterer Rückzahlungsoptionen) stellen nach
Auffassung der Oberösterreichische Landesbank Aktien-
gesellschaft keine wesentliche Vertragsanpassung dar,
weshalb diese Änderungen ebenfalls lediglich zu einer
Zinssatzänderung führten. Schätzungsänderungen oder
Buchwertanpassungen waren in diesem Zusammenhang
nicht notwendig.
Das benötigte Kreditwachstum für die erste Sonderver-
zinsungsperiode (Beobachtungsperiode: 1. März 2020 bis
zum 31. März 2021) sowie für die zweite Sonderverzin-
sungsperiode (Beobachtungsperiode: 1. Oktober 2021 bis
zum 31. Dezember 2021) wurde erfüllt. Die Verzinsung
wurde somit mit –1,0 % festgesetzt. Nach dem Ende der
zweiten Sonderverzinsungsperiode am 23. Juni 2022
wurde bis zum 23. November 2022 die Verzinsung basie-
rend auf dem durchschnittlichen EZB-Zinssatz der Einla-
genfazilität seit Start der Geschäfte ermittelt. Ab dem
23. November 2022 bis zur Fälligkeit der jeweiligen Tran-
che werden die TLTRO-Verbindlichkeiten basierend auf
dem jeweils aktuell gültigen EZB-Zinssatz der Einlagen-
fazilität verzinst. Dieser beläuft sich zum 31. Dezember
2023 auf 4,0 %. Im laufenden Geschäftsjahr 2023 betrug
der (2022: negative) Zinsaufwand aus dem TLTRO III-
Programm TEUR –12.375 (2022: TEUR 2.635).
Jahresabschluss
Anhang
118
Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen
Die Bank hält per 31. Dezember 2023 bei folgenden Unternehmen mindestens 20 % Anteilsbesitz:
Beteiligungsaufstellung
Eigener
Anteil
Direkt/
Indirekt
Eigenkapital
in TEUR
Jahresergebnis
in TEUR
Bilanz
OÖ Hypo Leasinggesellschaft m.b.H., Linz
100,0 %
D
6.143
502
2023
OÖ Hypo Immobilien und Beteiligungen GmbH, Linz
100,0 %
D
41.009
3.778
2023
OÖ Hypo Facility Management GmbH, Linz
100,0 %
D
10.015
460
2023
Hypo Immobilien Anlagen GmbH, Linz
100,0 %
D/I
14.090
1.986
2023
Betriebsliegenschaft Eferding 4070 GmbH, Linz
100,0 %
I
265
51
2023
HYPO-IMPULS Immobilien GmbH, Linz
49,0 %
I
5.094
791
2022
GEMDAT OÖ GmbH & Co KG, Linz
33,3 %
D
12.979
3.564
2022
GEMDAT OÖ GmbH, Linz
30,0 %
D
338
33
2022
Raiffeisen OÖ Invest GmbH, Linz
24,0 %
I
43
8
2023
KEPLER-FONDS Kapitalanlagegesellschaft m.b.H., Linz
26,0 %
D
13.355
6.048
2022
Beteiligungs- und Immobilien GmbH, Linz
25,0 %
D
21.515
2.510
2023
Beteiligungs- und Wohnungsanlagen GmbH, Linz
25,0 %
I
245.881
19.104
2023
O.Ö. Kommunalgebäude Leasing Gesellschaft m.b.H., Linz
20,0 %
I
–126
–70
2022
O.Ö. Kommunal-Immobilienleasing GmbH, Linz
20,0 %
I
–104
37
2022
Die verbrieften und unverbrieften Forderungen bezie-
hungsweise Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteili-
gungsverhältnis besteht, stellen sich zum Bilanzstichtag
wie folgt dar.
Forderungen/Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen:
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
A4: Forderungen an Kunden
200.352
185.305
P2: Verbindlichkeiten
gegenüber Kunden
13.246
13.658
Forderungen/Verbindlichkeiten an Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht:
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
A4: Forderungen an Kunden
145.428
134.111
P2: Verbindlichkeiten
gegenüber Kunden
1.442
2.996
Es bestehen keine Geschäfte mit nahestehenden Unter-
nehmen und Personen, die unter marktunüblichen Bedin-
gungen abgeschlossen wurden.
Anlagevermögen
Die Aufgliederung des Anlagevermögens und seine Ent-
wicklung im Berichtsjahr sind im Anlagespiegel gemäß
§ 226 Abs. 1 UGB angeführt (vergleiche Anlage 1 zum
Anhang). Der Grundwert der bebauten Grundstücke
beträgt zum 31. Dezember 2023 TEUR 205 (2022: TEUR
205). Im laufenden Geschäftsjahr wurden keine Fremd-
kapitalzinsen (§ 203 Abs. 4 UGB) aktiviert.
Sonstige Vermögensgegenstände und
Verbindlichkeiten
In den sonstigen Vermögensgegenständen sind Kautio-
nen für Immobilien-Leasingverträge in Höhe von TEUR
8.387 (2022: TEUR 8.387) mit einer Restlaufzeit von über
einem Jahr, Forderungen gegenüber dem Land Oberös-
terreich in Höhe von TEUR 243 (2022: TEUR 547) sowie
Forderungen aus der Verrechnung mit der steuerlichen
Gruppe in Höhe von TEUR 1.047 (2022: TEUR 692) ent-
halten. Die übrigen sonstigen Vermögensgegenstände
umfassen im Wesentlichen interne Verrechnungskonten
und Verrechnungen mit Beteiligungen gegenüber Perso-
nengesellschaften.
In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten
aus der Verrechnung mit der steuerlichen Gruppe in
Höhe von TEUR 771 (2022: TEUR 882), Verbindlichkeiten
gegenüber dem Finanzamt in Höhe von TEUR 3.195
(2022: TEUR 1.730) sowie Verbindlichkeiten für Altersteil-
zeit in Höhe von TEUR 108 (2022: TEUR 112) und aus der
sonstigen Personalverrechnung in Höhe von TEUR 819
(2022: TEUR 1.088) enthalten. Darüber hinaus sind Ver-
rechnungskonten aus der Abwicklung von Wohnbaudar-
lehen in Höhe von TEUR 4.215 (2022: TEUR 4.041) aus-
gewiesen. Sonstige Verbindlichkeiten mit einer Restlauf-
zeit von über einem Jahr sind in Höhe von TEUR 153
(2022: TEUR 258) enthalten. Die übrigen sonstigen Ver-
bindlichkeiten umfassen im Wesentlichen interne Ver-
rechnungskonten und Verrechnungen mit Tochterunter-
nehmen.
Latente Steuern
Auf die nachfolgenden Differenzen zwischen der Unter-
nehmensbilanz und der Steuerbilanz wurden latente
Steuern angesetzt:
Jahresabschluss
Anhang
119
Bilanzposition
in TEUR
Unterschiedsbetrag
Unternehmens-/ Steuerbilanz
31.12.2022
31.12.2023
Verän-
derung
Rückstellungen
11.160
10.982
–178
Forderungen an Kunden
23.373
21.954
–1.419
Beteiligungen
2.222
1.441
–781
Aktien und andere
nicht festverzinsliche
Wertpapiere
–6.534
–5.922
612
Gesamt
30.221
28.455
–1.766
Verbriefte Verbindlichkeiten
Bei den verbrieften Verbindlichkeiten werden im Jahr
2024 TEUR 240.512 (2022: im Jahr 2023 TEUR 413.054)
fällig.
Das Deckungsverhältnis stellt sich zum 31. Dezember
2023 wie folgt dar:
Hypothekenbank-
geschäfte
in TEUR
Deckungs-
darlehen
Verbriefte
Verbind-
lichkeiten
+ Über-/
– Unter-
deckung
Eigene Pfandbriefe
2.789.552
2.391.500
398.052
Eigene Kommunalbriefe
623.387
490.500
132.887
GESAMT
3.412.939
2.882.000
530.939
Per 31. Dezember 2023 waren Anleihen in Höhe von
TEUR 5.000 (2022: TEUR 0) als Substitutionswerte
(Ersatzdeckungswerte) gewidmet und gesperrt.
Gemäß Bundesgesetz über steuerliche Sondermaßnah-
men zur Förderung des Wohnbaus wurden per 31. De-
zember 2023 folgende Wohnbaubankgeschäfte getätigt:
Wohnbaubank-
geschäfte
in TEUR
Geeignete
Darlehen
*)
80 % der
emittierten
Wohnbau-
anleihen
+ Über-/
– Unter-
deckung
Wohnbaubank-Anleihen
1.606.802
405.019
1.201.783
*)
Geeignete Darlehen gemäß § 1 Abs. 2 Z 2 des Bundesgesetzes für
Steuerliche Sondermaßnahmen zur Förderung des Wohnbaus
Die nachrangigen Verbindlichkeiten – diese werden unter
der Bilanzposition „Ergänzungskapital gemäß Teil 2 Titel I
Kapitel 4 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013“ ausgewie-
sen – setzen sich per 31. Dezember 2023 wie folgt zu-
sammen:
Zinssatz
Ergän-
zungs-
kapital
Nomi-
nale
in TEUR
Zinsauf-
wand
in TEUR
Laufzeit
2,125 %
Hypo-
Wohn
Wandel
3.010
63
11.6.2021
11.6.2036
2,000 %
OBLA
Anleihe
6.000
119
24.11.2021
24.11.2031
variabel
Kapital
Obliga-
tion
2.970
106
6.11.2000
6.11.2030
variabel
Subor-
dinated
FRN
25.000
885
8.5.2002
25.4.2042
4,125 %
Nach-
rangige
Anleihe
3.000
124
9.12.2015
9.12.2030
variabel
CMS
linked
Notes
25.000
797
1.10.2002
1.10.2032
4,250 %
OBLA
Anleihe
5.000
213
7.10.2022
7.10.2032
Der Gesamtbetrag der Zinsaufwendungen für nachrangi-
ge Verbindlichkeiten betrug im Geschäftsjahr 2023 TEUR
2.307 (2022: TEUR 432).
Rückstellungen
Die in der Bilanz ausgewiesene Pensionsrückstellung
inklusive Zuschüsse zu Krankenzusatzversicherungsbei-
trägen (entspricht dem versicherungsmathematischen
Barwert) beträgt zum 31. Dezember 2023 TEUR 5.000
(2022: TEUR 5.502). Die in der Bilanz ausgewiesene
Abfertigungsrückstellung (entspricht dem versiche-
rungsmathematischen Barwert) beträgt zum 31. Dezem-
ber 2023 TEUR 6.416 (2022: TEUR 6.650).
In den sonstigen Rückstellungen sind die Drohverlust-
rückstellung für Derivate in Höhe von TEUR 806 (2022:
TEUR 80), offene Eingangsrechnungen in Höhe von
TEUR 1.233 (2022: TEUR 1.242) sowie die Rückstellung
für drohende Verluste betreffend Negativzinsen in Höhe
von TEUR 3.274 (2022: TEUR 6.301) enthalten.
Bei den Verpflichtungen künftiger Zahlungen betreffend
Negativzinsen wurde der aktuellen höchstgerichtlichen
Judikatur im Zusammenhang mit der Zulässigkeit der
Vereinbarung eines Mindestzinssatzes Rechnung getra-
gen. Da nach den Gerichtsurteilen des Obersten Ge-
richtshofs (OGH) die endgültig rechtliche Beurteilung für
Nichtverbraucher nach wie vor in Klärung ist, wurden
entsprechende Vorsorgen getroffen. Die Schätzunsicher-
heit bezieht sich hier auf das Eintrittsereignis. Die Auflö-
sung ist darauf zurückzuführen, dass die Wahrscheinlich-
keit der Inanspruchnahme gegenüber dem Vorjahr niedri-
ger eingeschätzt wurde.
Abschließend werden unter dem sonstigen Posten Rück-
stellungen für Jubiläumsgelder, Urlaub und Zeitausgleich
sowie Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten aus-
gewiesen.
Jahresabschluss
Anhang
120
Eigenkapital
Gemäß § 5 der Satzung der Oberösterreichische Landes-
bank Aktiengesellschaft beträgt das Grundkapital der
Gesellschaft TEUR 14.664 (2022: TEUR 14.664) und ist in
2.017.000 Stückaktien in Form von Stammaktien zerlegt.
Der Nennbetrag je Anteil für die Stammaktien beträgt
EUR 7,27.
Rücklagen
in TEUR
31.12.
2022
Zu-
führung
Auf-
lösung
31.12.
2023
Gebundene
Kapitalrücklage
30.549
30.549
Nicht gebundene
Kapitalrücklage
190
190
1. Kapital-
rücklagen
30.739
30.739
2. Gewinn-
rücklagen
305.853
28.387
–99
334.141
hievon Rücklage
gemäß § 229
Abs. 1a 2. Satz UGB
für eigene Aktien
–1.633
–99
–1.732
3. Haft-
rücklage
58.449
1.221
59.670
Gesamt
395.042
29.608
–99
424.550
Die Gesamtkapitalrentabilität beträgt zum 31. Dezember
2023 0,46 % (2022: 0,52 %).
Die nachfolgende Tabelle zeigt eine detaillierte Aufgliede-
rung der Eigenmittel gemäß § 64 Abs. 1 Z 16 und Z 17 BWG:
31.12.2023
in Mio
unkonsoli-
diert
konsoli-
diert
Gezeichnetes Kapital
15
15
Aktienagio
31
31
Eigene Instrumente des
harten Kernkapitals
–0
*)
–0
*)
Rücklagen
395
494
Kumuliertes sonstiges Ergebnis
–1
Abzugsposten
–1
–21
Tier 1-Kapital
439
517
Ergänzungskapital
70
65
Tier 2-Kapital
70
65
Anrechenbare Eigenmittel
509
581
Gesamtrisikobetrag
3.440
3.655
Erforderliche Eigenmittel (8 %)
275
292
Kernkapitalquote
12,8 %
14,1 %
Gesamtkapitalquote
14,8 %
15,9 %
*)
Werte < TEUR 1
Gemäß § 22 BWG beträgt der Kapitalerhaltungspuffer für
das Jahr 2023 2,5 % (2022: 2,5 %). Zusätzlich zum Kapi-
talerhaltungspuffer ist gemäß § 6 Kapitalpufferverord-
nung (KP-V) in Verbindung mit § 7 Abs. 1 KP-V ebenfalls
ein Systemrisikopuffer in Form von hartem Kernkapital zu
halten. Dieser ist seit 1. Jänner 2023 auf Basis der unkon-
solidierten Lage darzustellen und beträgt derzeit 0,25 %
(2022: 0,0 %) vom Gesamtrisikobetrag, auf konsolidierter
Lage liegt dieser bei 0,5 % (2022: 0,5 %).
Der antizyklische Kapitalpuffer wird gemäß § 140 der
CRD IV als gewichteter Durchschnitt der veröffentlichten
antizyklischen Quoten jener Rechtsräume berechnet, in
denen wesentliche Kreditrisikopositionen bestehen. Zum
31. Dezember 2023 beträgt der antizyklische Kapitalpuf-
fer 0,0 % (2022: 0,0 %).
Eigene Aktien
In der am 12. November 1997 abgehaltenen außeror-
dentlichen Hauptversammlung der Oberösterreichische
Landesbank Aktiengesellschaft wurde eine Kapitalerhö-
hung (Mitarbeiterbeteiligung) beschlossen. Aus der Kapi-
talerhöhung durch 17.000 Stück Vorzugsaktien wurden
im Geschäftsjahr 1997 dem Grundkapital TEUR 124 und
den gebundenen Kapitalrücklagen TEUR 426 zugeführt.
Mit der außerordentlichen Hauptversammlung und der
gesonderten Versammlung der Vorzugsaktionäre der
Oberösterreichischen Landesbank Aktiengesellschaft
wurde am 29. September 2021 die Umwandlung von
17.000 Stück Vorzugsaktien in Stammaktien beschlos-
sen. Diese 17.000 Stück Stammaktien stehen weiterhin
als Mitarbeiterbeteiligung zur Verfügung.
Von den 17.000 Stück Stammaktien – vormals Vorzugs-
aktien (mit einem ursprünglichen Ausgabekurs von EUR
32,34) – sind zum Bilanzstichtag 2.422 Stück (2022:
2.839 Stück) im Bestand der Mitarbeiter.
Der Kurs der Mitarbeiteraktien wird im Rahmen der ge-
nehmigten IFRS-Konzernbilanz einmal jährlich festgelegt.
Die Aktien können vom Mitarbeiter zu diesem Kurs er-
worben werden, ein begünstigter Verkauf liegt nicht vor.
Der Kauf und Verkauf von Mitarbeiteraktien ist aus-
schließlich im Monat nach der Hauptversammlung und
nur für aktive Mitarbeiter in unbefristeten und ungekün-
digten Dienstverhältnissen möglich, wobei pro Mitarbeiter
insgesamt maximal 50 Stück erworben werden können.
Im Jahr 2023 wurden von der Oberösterreichische Lan-
desbank Aktiengesellschaft 425 Aktien (2022: 603 Ak-
tien) zum Gesamtwert von TEUR 104 (2022: TEUR 146)
erworben und 8 Aktien (2022: 120 Aktien) von den Mitar-
beitern zum Gesamtwert von TEUR 2 (2022: TEUR 29)
rückerworben.
Zum Bilanzstichtag hält die Oberösterreichische Landes-
bank Aktiengesellschaft 14.578 Stück mit einem Nomina-
le von TEUR 106 (2022: 14.161 Stück mit einem Nominale
von TEUR 103) Mitarbeiteraktien, welche vom gezeichne-
ten Kapital abgezogen werden. Gemäß § 229 Abs. 1a
UGB ist in die gebundenen Rücklagen ein Betrag einzu-
stellen, der dem Nennbetrag der erworbenen eigenen
Anteile entspricht. Die gebundene Gewinnrücklage be-
trägt zum Bilanzstichtag TEUR 106 (2022: TEUR 103).
Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nominale dieser
Anteile und ihren Anschaffungskosten ist mit den freien
Gewinnrücklagen zu verrechnen.
Jahresabschluss
Anhang
121
Eventualverbindlichkeiten und Kreditrisiken
in TEUR
Eventual-
verbindlichkeiten
Kreditrisken
31.12.2023
31.12.2022
31.12.2023
31.12.2022
Verbind-
lichkeiten
aus Haf-
tungen
85.534
86.877
Rahmen
und Pro-
messen
747.729
857.251
Gesamt
85.534
86.877
747.729
857.251
Haftungsverhältnisse
Bei den Eventualverbindlichkeiten aus Haftungen sind
Akkreditive in Höhe von TEUR 0 (2022: TEUR 0) und
sonstige Haftungen in Höhe von TEUR 85.534 (2022:
TEUR 86.877) enthalten. In den Haftungen sind Haftun-
gen in Höhe von TEUR 14.134 (2022: TEUR 14.508) ge-
genüber verbundenen Unternehmen enthalten.
Gemäß § 8 Abs. 1 ESAEG gehört die Oberösterreichische
Landesbank Aktiengesellschaft als einlagenentgegen-
nehmendes Institut (CRR-Institut) mit Sitz in Österreich
der einheitlichen Sicherungseinrichtung nach § 1 Abs. 1
Z 1 ESAEG an. Dabei handelt es sich um die Einlagensi-
cherung Austria Ges.m.b.H. (ESA). Jede Sicherungsein-
richtung hat einen aus verfügbaren Finanzmitteln beste-
henden Einlagensicherungsfonds in Höhe von zumindest
0,8 vH der Summe der gedeckten Einlagen der Mitglieds-
institute als Zielausstattung bis 3. Juli 2024 einzurichten.
Die Beitragsverpflichtung richtet sich nach der Höhe der
gedeckten Einlagen unter Zugrundlegung von vorher
bestimmten Risikofaktoren (sogenannte risikobasierte
Beitragsberechnung). Für die Oberösterreichische Lan-
desbank Aktiengesellschaft errechnete sich 2023 ein
Beitragsanteil in Höhe von TEUR –241 (2022: TEUR
–672). Beitragsmindernd wirken weitere Rückflüsse aus
der Insolvenzmasse des Sicherungsfalles der Autobank.
Im Folgejahr 2024 ist zudem mit weiteren Rückflüssen
der verbleibenden Sicherungsfälle der Anglo Austrian
AAB und der Commerzialbank Mattersburg zu rechnen.
Ebenso beitragsreduzierend wirkt der Umstand, dass im
Zuge der Zinswende die Mittel des Fonds bei der Öster-
reichischen Bundesfinanzagentur (OeBFA) veranlagt
wurden. Daraus lukrierte Zinserträge flossen dem Ein-
lagensicherungsfonds im abgeschlossenen Geschäfts-
jahr zu.
Außerdem wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr be-
schlossen, dass die verbleibenden zwei Vorschreibungen
ungleichmäßig verteilt werden. Für das Geschäftsjahr
2023 hatte das Institut einen Anteil von 40 % der Rest-
forderung zu leisten. Nach aktuellen Informationen sind
die verbleibenden 60 % der Restforderung im Folgejahr
2024 zu entrichten.
Gewinn- und Verlustrechnung
Aus dem Bankgeschäft wurde ein Zinssaldo von TEUR
87.591 (2022: TEUR 66.640) erzielt. In den Zinserträgen
sind negative Zinserträge in Höhe von TEUR –89 (2022:
TEUR –15.255) und in den Zinsaufwendungen sind nega-
tive Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 274 (2022:
TEUR 10.012) enthalten.
In dem Posten Erträge aus Anteilen an verbundenen
Unternehmen sind Ausschüttungen in Höhe von TEUR
5.959 (2022: TEUR 25.158) enthalten.
Die Dienstleistungserträge wurden in den folgenden
Tätigkeitsbereichen vereinnahmt: Zahlungsverkehr TEUR
6.423 (2022: TEUR 5.772), Kreditgeschäft TEUR 5.861
(2022: TEUR 6.054), Wertpapiergeschäft TEUR 15.293
(2022: TEUR 15.887) und sonstigem Dienstleistungs-
geschäft TEUR 783 (2022: TEUR 872). Die Betriebs-
erträge belaufen sich auf TEUR 125.075 (2022: TEUR
121.014).
In den Betriebsaufwendungen in Höhe von TEUR
–65.888 (2022: TEUR –58.861) sind Verwaltungsaufwen-
dungen über TEUR –60.431 (2022: TEUR –52.234) ent-
halten.
In der Position Aufwendungen für Abfertigungen und für
betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen sind Leistungen
an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen in Höhe von
TEUR –273 (2022: TEUR –234) enthalten. Im Geschäfts-
jahr 2023 wurden für beitragsorientierte Zusagen TEUR
–578 (2022: TEUR –549) an die private Pensionskasse
einbezahlt.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich
im Wesentlichen aus Dotierungen des Abwicklungs- und
Einlagensicherungsfonds in Höhe von TEUR –4.201
(2022: TEUR –5.614) und Aufwendungen aus bereits
realisierten Verlusten zusammen. Das Ergebnis der ge-
wöhnlichen Geschäftstätigkeit beträgt TEUR 50.290
(2022: TEUR 48.212).
Unter den Erträgen aus der Auflösung von Wertberichti-
gungen auf Forderungen und aus Rückstellungen für
Eventualverbindlichkeiten und Kreditrisiken ist die Auflö-
sung der § 57 Abs. 1 BWG Vorsorge in Höhe von TEUR
1.418 (2022: Dotierung TEUR –2.525) ausgewiesen.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
ist mit Gruppenvertrag vom 26. September 2005 Grup-
penmitglied der Steuerungsgruppe gemäß § 9 KstG der
OÖ Landesholding GmbH. Bei einem positiven steuerli-
chen Ergebnis ist eine Steuerumlage in der Höhe des
jeweils gültigen Körperschaftsteuersatzes an den Grup-
penträger zu leisten. Bei einem negativen steuerlichen
Ergebnis wird dieses am Steuerausgleichsevidenzkonto
verbucht und zukünftig zur Verrechnung mit positiven
Einkommen herangezogen. Bei jenen Gruppenmitgliedern
an denen überwiegend die Oberösterreichische Landes-
bank Aktiengesellschaft direkt oder indirekt beteiligt ist,
erfolgt eine Verrechnung der Steuerumlagen direkt mit
der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft.
Die latenten Steuern belaufen sich auf TEUR –406 (2022:
TEUR –671) und wurden für Unterschiedsbeträge zwi-
schen Steuer- und Unternehmensrecht gebildet. Im We-
sentlichen handelt es sich um Unterschiedsbeträge bei
Jahresabschluss
Anhang
122
den Personalrückstellungen, Beteiligungen und der Rück-
lage gemäß § 57 Abs. 1 BWG. Die laufende Steuerumlage
für das Geschäftsjahr 2023 an den Gruppenträger be-
trägt TEUR –8.043 (2022: TEUR –4.106), die erhaltene
positive Steuerumlage von anderen Gruppenmitgliedern
beträgt TEUR 637 (2022: TEUR 692). In den sonstigen
Steuern ist die Stabilitätsabgabe für 2023 in Höhe von
TEUR –1.497 (2022: TEUR –1.429) enthalten.
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ist
durch Ertragsteuern in Höhe von TEUR –8.780 (2022:
TEUR –4.586) belastet.
Vorstand und Aufsichtsrat werden in der Hauptversamm-
lung am 18. April 2024 vorschlagen, eine Dividende in
Höhe von TEUR 9.863 an die Stammaktionäre im Ver-
hältnis ihrer Anteile am Grundkapital auszuschütten. Das
entspricht einer Dividende von EUR 4,89 je Aktie.
D. Weitere Pflichtangaben (gemäß § 64 BWG)
Die Bank hat sich im Leasinggeschäft mit Beträgen in
Höhe von TEUR 0 (2022: TEUR 0) beteiligt.
Gliederung des Gesamtbetrages der Bilanzposten in
Fremdwährung:
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Gesamtbetrag der Aktiva
in fremder Währung
62.536
69.137
Gesamtbetrag der Passiva
in fremder Währung
99.250
102.977
Der Unterschied zwischen Aktiva und Passiva in den
einzelnen Währungen stellt nicht die offene Fremdwäh-
rungsposition des Einzelinstituts gemäß CRR dar. Die
Absicherung von offenen Fremdwährungspositionen
erfolgt anhand derivativer Finanzinstrumente wie Wäh-
rungsswaps oder Cross-Currency-Swaps. Die Summe
aller offenen Fremdwährungspositionen gemäß CRR
beläuft sich per 31. Dezember 2023 auf TEUR 395 (2022:
TEUR 879).
Die Mündelgeldspareinlagen betragen zum 31. Dezember
2023 TEUR 6.726 (2022: TEUR 6.646), als Sicherheiten
wurden TEUR 8.035 (2022: TEUR 8.034) als Deckungs-
stock verwendet.
Derivate
Zur Absicherung gegen Zinsänderungsrisiken werden
Asset-Swaps und Liability-Swaps eingesetzt. In der Regel
steht jedem Derivat ein abzusicherndes Grundgeschäft
gegenüber. Diese abzusichernden Grundgeschäfte sind
aktivseitig Wertpapiere des Eigenbestandes und passiv-
seitig eigene Pfandbriefe, Wohnbaubank-Anleihen, Er-
gänzungskapitalanleihen, Anleihen, Schuldscheindarle-
hen sowie Anleihen der Pfandbriefstelle.
Weiters wurden Makroswaps unter Berücksichtigung der
risikokompensierenden Wirkung bestehender Geschäfte
abgeschlossen und damit das Marktrisiko abgesichert,
welches sich aus der Gesamtposition der Bank ergibt. Die
Nominale dieser Makroswaps beträgt TEUR 41.000
(2022: TEUR 101.000). Der Marktwert der Makroswaps
beträgt per 31. Dezember 2023 TEUR 8.317 (2022: TEUR
10.180).
Darüber hinaus werden auch Währungsswaps zur Absi-
cherung von Wechselkursrisken verwendet, wobei offene
Positionen in bestimmten Währungen und Laufzeiten
geschlossen werden. Forward Rate Agreements werden
zur Absicherung gegen künftige Zinsrisiken eingesetzt.
Im Rahmen der Widmung bzw. Bildung von Bewertungs-
einheiten zwischen Grundgeschäft und Sicherungsge-
schäft wird ein prospektiver Effektivitätstest durchge-
führt. Sind die wesentlichen Parameter des Grundge-
schäfts und des Absicherungsgeschäfts identisch, ver-
halten sich aber gegenläufig, so wird dies als vollständig
effektive Sicherungsbeziehung angesehen (Critical Terms
Match).
Die retrospektive Effektivität wird durch Critical Terms
Match bzw. durch Vergleich der Wertänderungen der
Grundgeschäfte mit den Wertänderungen der Siche-
rungsinstrumente nach der Kompensierungsmethode
(Dollar-Offset-Methode) beurteilt. Die ineffektiven Anteile
der Derivate werden, sofern negativ, als Drohverlust
rückgestellt. Im Jahr 2023 weist die Drohverlustrückstel-
lung einen Wert von TEUR 806 (2022: TEUR 54) auf.
Die Marktwerte der abgeschlossenen Derivate werden
monatlich kontrolliert. Für jeden Geschäftspartner, mit
welchem ein Derivatgeschäft abgeschlossen wird, muss
eine entsprechende Kreditlinie vorhanden sein, die die
Bonität des Kreditnehmers und die angestrebten Ge-
schäfte berücksichtigt. Im Interbankenbereich wurden
Collateral-Vereinbarungen in Form von Cash-Sicherheiten
mit allen wichtigen Geschäftspartnern abgeschlossen,
um das Ausfallrisiko zu minimieren.
Jahresabschluss
Anhang
123
Zum Bilanzstichtag noch nicht abgewickelte Termingeschäfte:
in TEUR
Absicherungszeitraum
*)
(Ursprungslaufzeit)
Gesamt-
summe
positive
Marktwerte
negative
Marktwerte
Buchwerte
Bilanz-
posten
31.12.2023
bis 5 Jahre
5 – 10 Jahre
> 10 Jahre
Zinsswaps
100.000
594.000
1.976.175
2.670.175
108.603
–74.465
–112
Droh-
verlust-
rück-
stellung
Basisswaps
145.241
145.241
11.227
–874
Zinsoptionen
28.355
28.355
386
–382
Währungsswaps
44.482
44.482
–14.998
Devisentermingeschäfte
19.556
19.556
4
–694
–694
*)
längstens bis zum Jahr 2063
in TEUR
Absicherungszeitraum
*)
(Ursprungslaufzeit)
Gesamt-
summe
positive
Marktwerte
negative
Marktwerte
Buchwerte
Bilanz-
posten
31.12.2022
bis 5 Jahre
5 – 10 Jahre
> 10 Jahre
Zinsswaps
732.300
1.993.048
2.725.348
86.151
–129.024
–54
Droh-
verlust-
rück-
stellung
Basisswaps
156.945
156.945
12.040
–2.434
Zinsoptionen
29.405
29.405
638
–630
Währungsswaps
47.557
47.557
–12.785
Devisentermingeschäfte
22.459
22.459
336
–21
*)
längstens bis zum Jahr 2063
Bei den Zinsen-, Basis- und Währungsswaps erfolgte die
Bewertung zur Ermittlung der Marktwerte mittels geglät-
teter Forwardberechnung und Bootstrapping-Methode;
die Zinsoptionen wurden mittels des Black-Scholes-
Modells bewertet. Den Marktwerten aus den Derivaten
stehen gegenläufige Marktwerte aus den Grundgeschäf-
ten gegenüber. Aus den außerbilanziellen Geschäften
gemäß § 238 Abs. 1 Z 10 UGB resultieren im Geschäfts-
jahr 2023 keine finanziellen Auswirkungen.
Jahresabschluss
Anhang
124
E. Ergänzende Angaben
Während des Geschäftsjahres 2023 waren durchschnitt-
lich 398 (2022: 395) Angestellte und keine Arbeiter be-
schäftigt. Die Organe der Bank sind in einer gesonderten
Aufstellung enthalten (Anlage 2).
Der Aufwand für Abfertigungen und Pensionen inklusive
der Rückstellungsdotation beträgt für aktive Mitglieder
des Vorstandes TEUR 67 (2022: TEUR 60) und der Auf-
wand für andere Arbeitnehmer und Pensionisten beträgt
TEUR 1.597 (2022: Auflösung in Höhe von TEUR 1.201).
Die Bezüge an aktive Mitglieder des Vorstandes beliefen
sich auf TEUR 735 (2022: TEUR 668). Der Aufwand für
Pensionen an ehemalige Mitglieder des Vorstandes be-
trug TEUR –122 (2022: TEUR –129). Für Mitglieder des
Aufsichtsrates wurden TEUR –59 (2022: TEUR –59)
vergütet.
Der aushaftende Stand an Vorschüssen, Krediten, Darle-
hen und Haftungen für Vorstände und Aufsichtsräte be-
trägt zum 31. Dezember 2023 TEUR 340 (2022: TEUR
474). Die Ausleihungen wurden zu marktüblichen Bedin-
gungen gewährt. Rückzahlungen werden vereinbarungs-
gemäß geleistet.
Die Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz
nicht ausgewiesenen Sachanlagen betragen 2023 TEUR
1.844 (2022: TEUR 1.561) und in den Jahren 2024 bis
2028 insgesamt TEUR 9.219 (Vorjahr: 2023 bis 2027
TEUR 7.807).
Bezüglich der Angaben gemäß § 238 Abs. 1 Z 18 UGB
über Aufwendungen für die Abschlussprüfung wird auf
die Angaben im Konzernanhang (Notes) verwiesen.
Seit dem Geschäftsjahr 2013 ist die Oberösterreichische
Landesbank Aktiengesellschaft Gruppenmitglied der
Beteiligungsgemeinschaft gemäß § 9 KStG zwischen der
OÖ Landesholding GmbH und der Hypo Holding GmbH.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
ist seit dem Geschäftsjahr 2005 Gruppenträger einer
Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG.
Die Informationen gemäß Teil VIII der CRR in Verbindung
mit der Offenlegungsverordnung werden auf der Website
unseres Institutes (www.hypo.at) veröffentlicht.
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Im Zeitraum zwischen dem Ende des Geschäftsjahres
und der Erstellung des Jahresabschlusses fanden keine
wesentlichen Ereignisse statt.
F. Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
Der Vorstand der Oberösterreichische Landesbank Akti-
engesellschaft bestätigt nach bestem Wissen, dass der
im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungs-
standards aufgestellte Jahresabschluss ein möglichst
getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den
Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage
des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst ge-
treues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ent-
steht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken
und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen
ausgesetzt ist.
Linz, am 18. März 2024
Der Vorstand
Mag. Klaus Kumpfmüller
Mag. Thomas Wolfsgruber
Vorstandsvorsitzender
Vorstandsmitglied
Jahresabschluss
Anhang
125
Anlage 1 zum Anhang:
Anlagenspiegel
Bilanzposten
in TEUR
Anschaf-
fungskosten
*)
Zugänge
Abgänge
Anschaf-
fungskosten
1.1.2023
2023
2023
31.12.2023
Schuldtitel öffentlicher Stellen
und ähnliche Wertpapiere
126.590
6.761
–12.954
120.398
Forderungen an Kreditinstitute
29.187
8.304
–11.482
26.009
Forderungen an Kunden
139.759
–5.600
134.159
Schuldverschreibungen und
andere festverzinsliche
Wertpapiere
415.981
81.531
–51.841
445.671
Aktien und andere nicht
festverzinsliche Wertpapiere
105.330
105.330
Wertpapiere
816.847
96.596
–81.877
831.566
Beteiligungen
28.058
28.058
Anteile an verbundenen
Unternehmen
77.578
77.578
Beteiligungen an assoziierten
Unternehmen
9
9
Beteiligungen
105.645
105.645
Immaterielle Vermögensgegen-
stände
14.582
322
–75
14.829
Sachanlagen
12.373
733
–286
12.820
Immaterielle Vermögensgegen-
stände und Sachanlagen
26.955
1.055
–361
27.649
Gesamt
949.447
97.651
–82.238
964.860
*)
keine aktivierten Zinsen enthalten
Bilanzposten
in TEUR
Anschaf-
fungskosten
Kumulierte
Abschrei-
bungen
Zugänge
Zu-
schrei-
bungen
Abgänge
Kumulierte
Abschrei-
bungen
Buchwert
Buchwert
31.12.2023
1.1.2023
2023
2023
2023
31.12.2023
31.12.2023
31.12.2022
Schuldtitel öffentlicher Stellen
und ähnliche Wertpapiere
120.398
2.333
399
–148
46
2.629
117.768
124.258
Forderungen an Kreditinstitute
26.009
1.227
318
–71
18
1.493
24.516
27.960
Forderungen an Kunden
134.159
134.159
139.759
Schuldverschreibungen und
andere festverzinsliche
Wertpapiere
445.671
1.241
123
–460
129
1.034
444.637
414.739
Aktien und andere nicht
festverzinsliche Wertpapiere
105.330
0
**)
1
105.330
105.330
Wertpapiere
831.566
4.801
840
–679
193
5.156
826.411
812.046
Beteiligungen
28.058
72
72
27.985
27.985
Anteile an verbundenen
Unternehmen
77.578
220
220
77.359
77.359
Beteiligungen an assoziierten
Unternehmen
9
9
9
Beteiligungen
105.645
292
292
105.353
105.353
Immaterielle Vermögensgegen-
stände
14.829
13.666
256
–75
13.846
982
916
Sachanlagen
12.820
9.628
653
–275
10.007
2.813
2.745
Immaterielle Vermögensgegen-
stände und Sachanlagen
27.649
23.294
909
–350
23.853
3.796
3.661
Gesamt
964.860
28.387
1.749
–679
–156
29.301
935.559
921.060
**)
Werte < TEUR 1
Jahresabschluss
Anhang
126
Anlage 2 zum Anhang:
Organe der Bank
Aufsichtsrat
Vorsitzender:
Mag. Othmar Nagl
(Generaldirektor OÖ Versicherung AG)
Stellvertretende Vorsitzende:
Dr. Heinrich Schaller
(Generaldirektor Raiffeisenlandesbank OÖ AG)
Mag. Dr. Michael Tissot
(Steuerberater)
Mitglieder:
Ing. Volkmar Angermeier
(Präsident des Aufsichtsrates
Raiffeisenlandesbank OÖ AG)
Dr.
in
Miriam Eder, MBA
(Leitung Controlling, Revision &
Compliance BBRZ-Gruppe)
Mag. Klaus Fürlinger
(Nationalratsabgeordneter, Rechtsanwalt)
Dr. Michael Glaser
(Vorstandsdirektor Raiffeisenlandesbank OÖ AG)
Mag. Horst Haudum
(Geschäftsführer OÖ Landesholding GmbH)
Mag.
a
Dr.
in
Elisabeth Kölblinger
(Steuerberaterin)
Mag. Reinhard Schwendtbauer
(Vorstandsdirektor Raiffeisenlandesbank OÖ AG)
Vom Betriebsrat entsandt:
Kurt Dobersberger
(Betriebsrats-Vorsitzender der Oberösterreichische Lan-
desbank Aktiengesellschaft)
Andrea Koppe BA, MBA
(Betriebsrats-Vorsitzender-Stellvertreterin
der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft)
Sabine Füreder, bis 31.12.2023
Claudia Kastenhofer, ab 1.1.2024
Mag.
a
Silvia Häusler
Roland Raab
Aufsichtskommissär des
Landes Oberösterreich
Mag. Thomas Stelzer
(Landeshauptmann des Landes Oberösterreich)
Aufsichtskommissär-Stellvertreterin
des Landes Oberösterreich
Mag.
a
Dr.
in
Christiane Frauscher, LL.B., MBA
(Geschäftsführerin OÖ Landesholding GmbH,
Landesfinanzdirektorin des Landes Oberösterreich)
Staatskommissär:
Hans-Georg Kramer, MBA, CFP
(Bundesministerium für Finanzen)
Staatskommissär-Stellvertreterin:
Mag.
a
Sigrid Part
(Bundesministerium für Finanzen)
Vorstand
Vorstandsvorsitzender:
Mag. Klaus Kumpfmüller
Vorstandsmitglied:
Mag. Thomas Wolfsgruber
Deckungsstocktreuhänder
Deckungsstocktreuhänder:
Mag. Wolfgang Claus
(Bundesministerium für Finanzen),
bis 30.6.2023
Deckungsstocktreuhänder-Stellvertreterin:
Mag.
a
Katharina Lehmayer
(Präsidentin des Oberlandesgerichtes Wien),
bis 30.6.2023
Deckungsstocktreuhänder:
Saxinger, Chalupsky & Partner Rechtsanwälte GmbH,
Bestellung per 15.5.2023,
Übernahme der Funktion per 1.7.2023
Jahresabschluss
Bestätigungsvermerk
127
Bestätigungsvermerk
Bericht zum Jahresabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Jahresabschluss der Oberösterreichische
Landesbank Aktiengesellschaft, Linz, bestehend aus der
Bilanz zum 31. Dezember 2023, der Gewinn- und Verlust-
rechnung für das an diesem Stichtag endende Ge-
schäftsjahr und dem Anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Jahresabschluss
den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein mög-
lichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum
31. Dezember 2023 sowie der Ertragslage der Gesell-
schaft für das an diesem Stichtag endende Geschäfts-
jahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unter-
nehmens- und bankrechtlichen Vorschriften.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung
mit der EU-Verordnung Nr 537/2014 (im Folgenden
AP-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ord-
nungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese
Grundsätze erfordern die Anwendung der International
Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten
nach diesen Vorschriften und Standards sind im Ab-
schnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für
die Prüfung des Jahresabschlusses" unseres Bestäti-
gungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von
der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den
österreichischen unternehmens-, bank- und berufsrecht-
lichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen be-
ruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anfor-
derungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von
uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum dieses
Bestätigungsvermerkes ausreichend und geeignet sind,
um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem
Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche
Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen
am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlus-
ses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden
im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresab-
schlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prü-
fungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben kein geson-
dertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Werthaltigkeit von Forderungen an Kunden und Bewer-
tung der Rückstellung für Eventualverbindlichkeiten
Das Risiko für den Abschluss
Die Forderungen an Kunden, saldiert mit den entspre-
chenden Wertberichtigungen, umfassen in der Bilanz
einen Betrag in Höhe von 6.305 Mio EUR. Für Eventual-
verbindlichkeiten bildet die Bank Rückstellungen.
Der Vorstand der Oberösterreichische Landesbank Akti-
engesellschaft erläutert die Bilanzierungs- und Bewer-
tungsmethoden zur Vorsorgebildung im Anhang (Ab-
schnitt Forderungen an Kreditinstitute und Kunden in
Kapitel B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden).
Die Bank wendet das dreistufige Wertminderungsmodell
nach IFRS 9 auch im Jahresabschluss an.
Einzelvorsorgen werden für Kunden gebildet, bei denen
ein Ausfallsereignis identifiziert wurde (Stufe 3 – Risiko-
vorsorge). Die individuell durchgeführte Ermittlung der
Höhe der Einzelvorsorgen für signifikante Kunden mit
Ausfallsereignis unterliegt wesentlichen Annahmen und
Schätzungen. Diese ergeben sich durch die wirtschaft-
liche Lage und Entwicklung des Kunden sowie durch die
Bewertung von Kreditsicherheiten, da diese Auswirkun-
gen auf die Höhe und den Zeitpunkt der erwarteten zu-
künftigen Cashflows mit sich bringen. Pauschale Einzel-
vorsorgen, die für nicht signifikante ausgefallene Kunden
gebildet werden, basieren auf Modellen und statistischen
Parametern.
Nicht ausgefallene Kunden sind der Stufe 1 – Bildung
einer Risikovorsorge in Höhe des erwarteten 12-Monats-
Kreditverlustes – oder bei einer signifikanten Erhöhung
des Kreditrisikos der Stufe 2 – Bildung einer Risikovor-
sorge in Höhe des über die (gesamte) Laufzeit erwarte-
ten Kreditverlustes – zuzuordnen. Diese nach statisti-
schen Methoden gebildeten Vorsorgen basieren auf
Modellen und statistischen Parametern und beinhalten
daher Ermessensentscheidungen und Schätzunsicher-
heiten, die auch die aktuellen wirtschaftlichen Rahmen-
bedingungen durch Post Model Adjustments (Collective
Staging) berücksichtigen.
Das Risiko für den Abschluss liegt darin, dass der Ermitt-
lung der Risikovorsorge unter Berücksichtigung der ak-
tuell schwierigen Entwicklungen – insbesondere im Be-
reich der Immobilienprojektfinanzierungen – in bedeuten-
dem Ausmaß Schätzungen und Annahmen zugrunde
liegen, aus denen sich Ermessenspielräume und Schätz-
unsicherheiten in Bezug auf die Höhe der Risikovorsor-
gen ergeben.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Bei der Prüfung der Werthaltigkeit von Forderungen an
Kunden und der Bewertung der Rückstellung für Even-
tualverbindlichkeiten haben wir folgende wesentliche
Prüfungshandlungen durchgeführt:
• Wir haben die Prozesse im Kreditrisikomanagement
erhoben und beurteilt, ob diese geeignet sind, Kredit-
ausfälle rechtzeitig zu identifizieren und Vorsorgen in
angemessener Höhe zu bilden. Wir haben ausgewählte
Schlüsselkontrollen auf ihre Ausgestaltung und Um-
setzung sowie in Stichproben auf ihre Wirksamkeit hin
getestet.
Jahresabschluss
Bestätigungsvermerk
128
• Wir haben anhand einer Stichprobe an Krediten
überprüft, ob Indikatoren für Ausfälle bestehen bzw ob
Ausfallsereignisse zeitgerecht erkannt wurden. Die
Auswahl dieser Stichprobe erfolgte hierbei risikobasiert
unter besonderer Gewichtung der Ratingstufen und
Branchen mit höherem Ausfallsrisiko. Bei festgestellten
Ausfällen wurden die getroffenen Einschätzungen des
Managements hinsichtlich der zukünftigen
Zahlungsströme und Annahmen – unter
Berücksichtigung der Nachweise zur wirtschaftlichen
Lage und Entwicklung des Kunden sowie der Bewer-
tung der Kreditsicherheiten – auf ihre Angemessenheit
hin geprüft.
• Wir haben auf Basis von Testfällen die Bewertung von
Immobiliensicherheiten unter der Einbindung von Be-
wertungsspezialisten beurteilt.
• Wir haben im Bereich der pauschalen Einzelvorsorgen
für nicht bedeutsame ausgefallene Forderungen die
angewendeten Berechnungsmodelle unter Einsatz von
internen Financial Risk Management Spezialisten
dahingehend beurteilt, ob diese geeignet sind, den
Risikovorsorgebedarf in angemessener Art und Weise
zu ermitteln.
• Bei den Portfoliovorsorgen haben wir die angewende-
ten Berechnungsmodelle einschließlich der verwende-
ten Inputparameter und Stufenzuordnungen sowie
makroökonomischen Prognosen dahingehend beurteilt,
ob diese geeignet sind, den Risikovorsorgebedarf in
angemessener Art und Weise zu ermitteln. Weiters
wurde die Auswahl und die Bemessung von zukunfts-
gerichteten Schätzungen und Szenarien analysiert und
deren Berücksichtigung in der Parameterschätzung
nachvollzogen. Es wurden vereinzelt automatische
Kontrollen, welche dem Berechnungsmodell zugrunde
liegen, auf ihre Wirksamkeit hin beurteilt. Hierfür
wurden interne IT-Spezialisten einbezogen. Die
Herleitung und Begründung des Post Model
Adjustments sowie die zugrundeliegenden Annahmen
in Hinblick auf deren Angemessenheit wurden beurteilt.
Für diese Prüfungshandlungen haben wir unsere
Financial Risk Management Spezialisten einbezogen.
• Die rechnerische Richtigkeit der statistischen Vorsor-
gen haben wir, auf Basis einer Stichprobe, durch eine
Nachberechnung der entsprechenden Vorsorgen
nachvollzogen.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informa-
tionen verantwortlich. Die sonstigen Informationen um-
fassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausge-
nommen den Jahresabschluss, den Lagebericht und den
Bestätigungsvermerk.
Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss erstreckt sich
nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir geben
keine Art der Zusicherung darauf.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresab-
schlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonsti-
gen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die
sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten
zum Jahresabschluss oder unseren bei der Abschluss-
prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderwei-
tig falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem
Datum des Bestätigungsvermerks des Abschlussprüfers
erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbei-
ten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche
Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind
wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir
haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und
des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die
Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass die-
ser in Übereinstimmung mit den österreichischen unter-
nehmens- und bankrechtlichen Vorschriften ein möglichst
getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen
Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die
sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines
Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentli-
chen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Hand-
lungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die ge-
setzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit
der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätig-
keit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit
der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern
einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungsle-
gungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätig-
keit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter
beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren
oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben
keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Über-
wachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesell-
schaft.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die
Prüfung des Jahresabschlusses
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu
erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von
wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolo-
sen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestäti-
gungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil bein-
haltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Über-
einstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen
Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die
die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Ab-
schlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls
eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellun-
gen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern
resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn
von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise
erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage
dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen
Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Jahresabschluss
Bestätigungsvermerk
129
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit
der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen
ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung
der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Ab-
schlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und be-
wahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
• Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentli-
cher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen
Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prü-
fungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen
sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausrei-
chend und geeignet sind, um als Grundlage für unser
Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen
Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstel-
lungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus
Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusi-
ves Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Un-
vollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das
Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten kön-
nen.
• Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Ab-
schlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um
Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebe-
nen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit
dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des inter-
nen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
• Wir beurteilen die Angemessenheit der von den ge-
setzlichen Vertretern angewandten Rechnungsle-
gungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den
gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten
Werte in der Rechnungslegung und damit zusammen-
hängende Angaben.
• Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessen-
heit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsat-
zes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch
die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der
erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Un-
sicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Ge-
gebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fä-
higkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unterneh-
menstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schluss-
folgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit
besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungs-
vermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresab-
schluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Anga-
ben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modi-
fizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der
Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungs-
vermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Er-
eignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Ab-
kehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unter-
nehmenstätigkeit zur Folge haben.
• Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und
den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der
Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde
liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer
Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild er-
reicht wird.
• Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter
anderem über den geplanten Umfang und die geplante
zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über
bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich et-
waiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsys-
tem, die wir während unserer Abschlussprüfung erken-
nen, aus.
• Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklä-
rung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhal-
tensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten
haben und uns mit ihm über alle Beziehungen und
sonstigen Sachverhalte austauschen, von denen ver-
nünftigerweise angenommen werden kann, dass sie
sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlä-
gig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen
auswirken.
• Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns
mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, die-
jenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die
Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres
waren und daher die besonders wichtigen Prüfungs-
sachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte
in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze
oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentli-
che Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen
in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in
unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte,
weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negati-
ven Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für
das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche
Anforderungen
Bericht zum Lagebericht
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unter-
nehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er
mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er
nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufge-
stellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die
Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den
österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den
Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durch-
geführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den
geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden,
enthält die nach § 243a UGB zutreffenden Angaben, und
steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses
gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Ver-
ständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld haben
wir keine wesentlichen fehlerhaften Angaben im Lagebe-
richt festgestellt.
Jahresabschluss
Bestätigungsvermerk
130
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 AP-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 25. April
2022 als Abschlussprüfer gewählt und am 25. April 2022
vom Aufsichtsrat mit der Abschlussprüfung der Gesell-
schaft für das am 31. Dezember 2023 endende Ge-
schäftsjahr beauftragt.
Am 26. April 2023 wurden wir für das am 31. Dezember
2024 endende Geschäftsjahr gewählt und am 26. April
2023 vom Aufsichtsrat mit der Abschlussprüfung beauf-
tragt.
Wir sind ohne Unterbrechung seit dem Jahresabschluss
zum 31. Dezember 1997 Abschlussprüfer der Gesell-
schaft.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt
„Bericht zum Jahresabschluss“ mit dem zusätzlichen
Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der
AP-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungs-
leistungen (Artikel 5 Abs 1 der AP-VO) erbracht haben
und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung
unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft
gewahrt haben.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche
Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Christian Grinschgl.
Linz
20. März 2024
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
qualifiziert elektronisch signiert:
Mag. Christian Grinschgl
Wirtschaftsprüfer
Impressum:
Jahresfinanzbericht
Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
Herausgeber:
Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
Eigentümer:
Oberösterreichische Landesbank
Aktiengesellschaft, FN 157656y
4010 Linz, Landstraße 38
Konzept und Gestaltung:
HYPO Oberösterreich, Marketing
Fotografie:
Archiv der HYPO Oberösterreich
Lektorat:
Helmut Maresch,
4101 Feldkirchen/Donau
www.hypo.at