
könnten die Zinsen noch leicht angehoben werden. Erste Prognosen sehen
aber bereits wieder Leitzinssenkungen gegen Jahresende 2023 und im Jahr
2024 voraus. Die Renditen für zehnjährige US-Treasuries begannen das Jahr
2022 bei 1,5 Prozent und stiegen so wie der Leitzins deutlich an, lagen zum
Jahresende allerdings bereits unter diesem bei knapp 3,9 Prozent.
Trendumkehr an den Aktienmärkten
Der Kriegsbeginn in der Ukraine und die rasant steigende Inflation sorgten an
den Börsen für Katerstimmung. Vom Ausgangswert von 36.338 Punkten fiel
der Dow Jones kontinuierlich und markierte am Ende des dritten Quartals mit
28.725 Punkten sein Tief. Danach führten erste zarte Signale einer Abschwä
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chung des Inflationsdrucks zu einer Gegenbewegung. Per Jahresende 2022
lag der Index bei 33.147 Punkten, das entspricht einem Minus von 8,8 Prozent.
Noch etwas stärker verlor der deutsche Aktienindex DAX: Hier ging es von
15.885 Punkten um 12,4 Prozent zurück bis auf 13.923 Punkte. Nachdem im
Jahr zuvor der ATX die anderen Indizes noch überflügeln konnte, war er 2022
wieder der schwächste Wert des Trios. Bei 3.861 Punkten ins Jahr gestartet,
ging es bis auf 2.647 Punkte zurück, ehe die Jahresendrallye zu einem Ultimo-
Wert von 3.126 Punkten führte. Umgerechnet bedeutet dies ein Minus von
19,0 Prozent gegenüber dem Startwert.
Euro schwächt sich weiter ab
Der US-Dollar setzte im Jahr 2022 seinen Höhenflug gegenüber dem Euro fort.
Die Aussicht auf höhere Zinsen und ein schnelleres Tempo der Anhebungen
durch die US-Notenbank FED ließen den Dollar von einem Wechselkurs von
rund 1,14 laufend sinken. Im August fiel der Wert des Euro unter die Parität,
gegen Ende September wurde der Tiefstwert bei 0,96 erreicht. Als sich danach
die Inflationsdaten in den USA stabilisierten und wieder zu sinken begannen,
verlor der US-Dollar wieder etwas an Boden und beendete das Jahr bei einem
Wechselkurs von 1,07. Der Schweizer Franken konnte seine Rolle als sicherer
Hafen auch im Jahr 2022 bestätigen. Das Jahr wurde bei rund EUR/CHF 1,04
gestartet, ein Tief auch hier Ende September bei 0,95 erreicht. Gegen Jah
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resende gab es eine leichte Gegenbewegung. Mit 0,99 lag der Wechselkurs
aber immer noch unter der Parität.
3. Kreditgeschäft
Bei den Forderungen an Kunden kam es im Jahr 2022 zu einer Ausweitung
auf 6.051,1 Millionen Euro (2021: 5.732,5 Millionen Euro).
Dabei stieg das Finanzierungsvolumen im Segment Großkunden auf 3.265,0
Millionen Euro (2021: 2.970,1 Millionen Euro). Diese Erhöhung resultiert im
Wesentlichen aus der guten Geschäftsentwicklung im Teilsegment Öffentliche
Institutionen und im Teilsegment Kommerzkunden und Immobilienprojekte,
welche auf ein Volumen von 1.265,7 Millionen Euro (2021: 1.188,2 Millionen
Euro) beziehungsweise 688,5 Millionen Euro (2021: 550,1 Millionen Euro)
gehoben werden konnten.
Auch im Teilsegment Großwohnbau kam es zu einem leichten Anstieg auf
1.192,5 Millionen Euro (2021: 1.130,4 Millionen Euro). Der Anteil an den
gesamten Kundenforderungen konnte konstant auf 19,7 Prozent gehalten
werden. Damit konnte die Marktführerschaft als Finanzierungspartner im
Großwohnbau in Oberösterreich verteidigt und die Finanzierungsvolumina
in anderen Bundesländern stabil gehalten werden.
Das Segment Retail und Wohnbau ist in der HYPO Oberösterreich durch hohe
Kompetenz sowie umfassende Beratung und Betreuung geprägt und ist neben
der Marktführerschaft für Ärzte und Freie Berufe das Kerngeschäftsfeld der
HYPO Oberösterreich. Dadurch konnte das Finanzierungsvolumen mit 2.785,5
Millionen Euro auf einem sehr guten Niveau gehalten werden (2021: 2.762,4
Millionen Euro). Außerordentliche Tilgungen im Bereich der Wohnbauför
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derung konnten durch hohe Neuzuzählungen im direkten Retailgeschäft
kompensiert werden. Der Anteil an den Forderungen an Kunden reduzierte
sich leicht auf 46,0 Prozent. Die Marktführerschaft für Ärzte und Freie Berufe
sowie die traditionelle Stellung als Wohnbaubank für Privatkunden konnte
2022 damit trotz des stark umkämpften Marktes weiter gefestigt werden.
Insgesamt zeigte sich die Weltwirtschaft trotz der steigenden Inflationsraten
im vergangenen Jahr noch überraschend robust, so prognostiziert der Inter
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nationale Währungsfonds (IWF) für das Gesamtjahr 2022 im Oktober ein Plus
von 3,4 Prozent. Das kommende Jahr dürfte aber deutlich herausfordernder
werden. Schwache Wirtschaftsdaten und die Covid-19-Pandemie in China,
Lieferkettenprobleme und Lebensmittelunsicherheit durch den Ukraine-
Krieg und nicht zuletzt die Straffung der Geldpolitik durch die Notenbanken
dürften zu einem eher geringen globalen Wachstum von 2,9 Prozent im Jahr
2023 führen. Während sich die Eurozone mit einem Plus von 3,5 Prozent im
Jahr 2022 nahezu im weltweiten Schnitt gehalten haben sollte, wird im kom
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menden Jahr nur mehr ein minimales Wachstum von 0,7 Prozent erwartet.
Österreich dürfte laut der aktuellen Prognose des Instituts für Höhere Studien
(IHS) im vergangenen Jahr mit 4,8 Prozent deutlich stärker gewachsen sein
als der Schnitt Europas. Das Jahr 2023 wird mit 0,4 Prozent knapp unter dem
Mittelwert der Eurozone prognostiziert. Die USA verzeichneten bereits 2022
einen deutlichen Rückgang des Wirtschaftswachstums auf voraussichtlich
2,1 Prozent, dafür sollte 2023 mit 1,4 Prozent wieder etwas besser verlaufen
als in Europa.
Inflation steigt rasant und erreicht Gipfel
Obwohl schon im Vorfeld für das Jahr 2022 mit einem weiteren Anstieg der
Inflation gerechnet wurde, überraschte das Ausmaß der Teuerung in der
Eurozone. Der Kriegsbeginn in der Ukraine sorgte für deutliche Anstiege der
Preise für Erdöl, Erdgas und Elektrizität. Aber auch in anderen Branchen und
bei Grundnahrungsmitteln wurden Preise zum Teil deutlich angehoben. Von
5,0 Prozent am Jahresende 2021 ging die Teuerungsrate steil nach oben,
Ende Oktober wurde der Gipfel bei 10,6 Prozent erreicht. Die starken Zinsan
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hebungen der EZB dämpften dann den Preisanstieg ebenso, wie eine leichte
Entspannung bei den Rohstoffpreisen. Zum Jahresende sank die Inflation
zwei Monate in Folge und firmierte bei 9,2 Prozent. Eine Fortsetzung dieser
Dynamik wird auch im Jahr 2023 erwartet, die Prognose der EZB-Ökonomen
sieht einen Rückgang der Teuerungsrate auf 6,3 Prozent, für 2024 dann eine
weitere Abschwächung auf 3,4 Prozent. In Österreich fiel der Inflationsanstieg
sogar noch etwas intensiver aus, von 4,2 Prozent Ende 2021 ging es bis auf 11,1
Prozent im Oktober nach oben, ehe zum Jahresende eine leichte Entspannung
auf 10,2 Prozent stattfand. Für 2023 erwartet das IHS einen Rückgang auf 6,7
Prozent, auch 2024 dürfte die Teuerung mit 3,5 Prozent über dem Durchschnitt
der Eurozone liegen.
Jenseits des Atlantiks sah es grundsätzlich ähnlich aus, wie so oft waren die
USA aber etwas voraus. Die Teuerungsrate kletterte von 7,0 Prozent bis auf 9,1
Prozent zur Jahresmitte, begann dann aber bereits wieder rückläufig zu werden
und beendete das Jahr bei 6,5 Prozent. Am Arbeitsmarkt herrscht weiterhin
Vollbeschäftigung mit Arbeitslosenraten von rund 3,5 Prozent.
Zinswende der Notenbanken
Nach Jahren des billigen Geldes kam es im Jahr 2022 zu einer Trendwende.
Stark steigende Inflationszahlen zwangen die Notenbanken dazu, den Märkten
Liquidität zu entziehen und die Zinsen deutlich zu erhöhen. Die Renditen für
zehnjährige österreichische Bundesanleihen stiegen in diesem Umfeld von
knapp 0,1 Prozent zu Jahresbeginn stetig über das gesamte Jahr bis auf 3,2
Prozent zum Jahresultimo. Bei zehnjährigen deutschen Bundesanleihen war
das Bild ähnlich, von –0,2 Prozent ging es bis auf knapp 2,6 Prozent nach oben.
Der Geldmarkt verzeichnete ebenfalls deutliche Anstiege im Jahr 2022. Der
Einlagensatz der Europäischen Zentralbank (EZB), zu dem die Geschäftsban
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ken Geld bei der Notenbank parken, wurde in insgesamt vier Schritten vom
Ausgangswert von –0,5 Prozent auf einen Wert von 2,0 Prozent angehoben.
Der Leitzins wurde ebenso von 0,0 Prozent bis auf 2,5 Prozent erhöht, zwei der
Zinserhöhungen waren mit 0,75 Prozent die bisher höchsten in der Geschichte
der Zentralbank. Diese Zinsbewegung spiegelte sich auch in der Entwicklung
des 3-Monats-Euribors wider: Vom Jahresstartwert von –0,572 Prozent ging
es kontinuierlich aufwärts bis auf 2,132 Prozent zum Jahresende. Neben den
vier Zinsschritten stoppte die EZB im Juli auch eine Netto-Ausweitung im
Rahmen ihres Anleihekaufprogramms APP. Im Dezember folgte die Ankün
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digung beginnend im Jahr 2023 den Bestand an Anleihen monatlich um 15
Milliarden Euro zu reduzieren. Die günstigen Konditionen für die gezielten
Liquiditätsspritzen (TLTRO) wurden im Herbst 2022 ebenfalls abgeschafft.
Noch dürfte das Ende der Zinsanhebungen nicht erreicht sein.
Wie so oft reagierte die US-Notenbank Federal Reserve (FED) aggressiver auf
das veränderte Umfeld als die EZB. Bereits im März wurde der Leitzins von der
Ausgangsbandbreite von 0,0 bis 0,25 Prozent erstmals angehoben, es folgten
noch sechs weitere Zinsschritte von bis zu 0,75 Prozent. Per Jahresende 2022
lag der Leitzins in der Bandbreite von 4,25 bis 4,5 Prozent. Auch im Jahr 2023
Lagebericht Jahresabschluss