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Lagebericht Jahresabschluss
der Notenbank und dem Scheitern eines ambitionierten Sozial- und Klimapa-
kets allerdings 2022 von einem etwas stärkeren Dämpfer für die Wirtschaft
a
us, so dass das Wachstum in den USA 3,4 Prozent betragen sollte. Österreich
hinkte der Eurozone durch strengere Corona-Maßnahmen etwas hinterher, auf
den Zuwachs von 4,5 Prozent im Jahr 2021 wird nun lediglich ein Wachstum
von 3,6 Prozent im Jahr 2022 erwartet.
Während sich die Weltwirtschaft gut von den Auswirkungen des ersten Corona-
Jahres erholen konnte, bestimmte das Virus selbst auch im Jahr 2021 großteils
die Schlagzeilen. Im Frühjahr, fast zeitgleich mit der Verteilung der ersten
Impfstoffdosen, schwappte die nächste größere Welle über Europa, die wieder
zu Einschränkungen führte. Der Sommer war dann wie im Jahr zuvor ruhig,
ehe der Herbst, trotz voranschreitender Impfkampagne, neuerlich von einer
intensiven Welle mit begleitenden Lockdowns geprägt war. Gegen Jahresende
kündigte sich dann mit Omikron eine Variante an, die zwar weniger gefährlich,
dafür aber deutlich ansteckender sein dürfte und gegen die Impfungen we
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niger wirksam sind als gegen ihre Vorgänger. Somit darf man auch für 2022
ge
spannt sein, ob das Virus sich endgültig zurückschlagen lässt, oder ob es
weiterhin ein Risikofaktor bleibt, der die Welt wieder ins Chaos stürzen kann.
Ereignisse abseits des Virus waren für die Märkte zumeist eher Nebenschau
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plätze, die rasch überwunden wurden. Der überhastete Rückzug der US-Armee
a
us Afghanistan mit anschließender Machtübernahme der Taliban konnte
sich ebenso nicht nachhaltig auswirken, wie ein Hickhack um die Anhebung
der Schuldenobergrenze in den USA. Politisch konnte US-Präsident Biden
mit der Verabschiedung eines billionenschweren Infrastrukturpakets einen
kleinen Punktsieg erreichen, das ambitionierte Sozial- und Klimapaket wurde
allerdings von einem Parteikollegen blockiert. Zum Jahresende begann ein
Säbelrasseln Russlands an der ukrainischen Grenze, das im Februar 2022 in
einen Einmarsch russischer Truppen mündete. Unterstützt durch westliche
Waffenlieferungen leisten die Streitkräfte der Ukraine intensiven Widerstand.
Der Westen reagierte auch mit beispiellosen Sanktionen wie einem Einfrieren
der ausländischen Gelder der russischen Notenbank. Abhängig vom weiteren
Fortgang des Krieges und einem etwaigen Zudrehen des Gashahns durch
Russland, sind negative Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum in den
USA und Europa zu befürchten.
Zinsen bleiben anhaltend niedrig
Im Jahr 2021 setzte sich die Phase des billigen Geldes fort. Die Notenbanken
fluteten die Märkte weiterhin mit Liquidität, daher blieben die Zinsen weiterhin
niedrig und bei sicheren Assets wie Staatsanleihen häufig im negativen Be-
reich. Die Renditen für 10-jährige österreichische Bundesanleihen starteten mit
min
us 0,4 Prozent ins Jahr und stiegen bis zur Jahresmitte gegen Null. Nach
einer Rückkehr in den negativen Bereich über den Sommer, ging es im Herbst
dann knapp ins Plus bis zum Jahresendwert von knapp 0,1 Prozent. 10-jährige
deutsche Bundesanleihen verließen wie im Vorjahr nie den negativen Bereich,
verzeichneten ihren tiefsten Stand allerdings ebenfalls zu Jahresbeginn mit
minus 0,6 Prozent. Während des Jahresverlaufs gab es ein Auf und Ab mit
Anstiegen auf rund minus 0,1 Prozent und Tiefpunkten von bis zu minus 0,5
Prozent. Am Jahresende betrug die Rendite dann etwa minus 0,2 Prozent mit
Ausblick auf einen weiteren Anstieg.
Der Geldmarkt blieb das gesamte Jahr über stark negativ, so wie der Einla
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gensatz der Europäischen Zentralbank (EZB) von durchgehend minus 0,5
Pr
ozent. Zu diesem Satz können die Geschäftsbanken Geld bei der Notenbank
parken. Der Leitzins blieb über das Jahr 2021 konstant bei 0,0 Prozent. Die
Schwankungsbreite beim 3-Monats-Euribor war ebenfalls äußerst gering,
zwischen dem Jahresstart bei minus 0,545 Prozent und dem Jahresende bei
minus 0,572 Prozent lagen nur wenige Punkte. Aber auch dazwischen gab
es kaum Bewegung, das Tief wurde bei minus 0,605 Prozent verzeichnet, das
Hoch bei minus 0,529 Prozent. Die EZB versorgte den Markt mit günstiger
Liquidität durch Anleihekäufe und weitere Sonderrefinanzierungen (TLTRO).
Der Anstieg der Inflation über den Zielwert von 2 Prozent mehrt die Vermutun
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gen, dass ein Ende der Ära der ultralockeren Geldpolitik langsam näher rückt.
Die EZB wir
d im März 2022 planmäßig das Krisen-Anleihekaufprogramm PEPP
einstellen und das Volumen der Käufe im regulären Kaufprogramm APP über
das Jahr hinweg schrittweise zurückfahren. Die Euribor-Futures implizieren
darüber hinaus zwei Leitzinserhöhungen im Jahr 2022, voraussichtlich im
Herbst und gegen Jahresende.
Die US-Notenbank Federal Reserve (FED) behielt ihren Leitzins ebenfalls über
das gesamte Jahr 2021 konstant. Allerdings begann sie gegen Jahresende
damit, die Märkte auf ein Ende dieser niedrigen Zinsphase vorzubereiten.
So wurden die Anleihekäufe ab Dezember reduziert, sie sollen in mehreren
Schritten weiter absinken und im Frühjahr 2022 vollständig auslaufen. Im
Anschluss möchte die FED mit einer Bilanzsummenreduktion beginnen. Auf
ihrer Sitzung im März hat die Notenbank bereits eine erste Zinserhöhung
um 25 Basispunkte vorgenommen. Mit ihrer Projektion des Zinssatzes zum
Jahresende von 1,9 Prozent signalisiert sie zudem weitere sechs Zinsschritte
um je 25 Basispunkte, wobei auch zwei Schritte zu einer Anhebung von 50
Basispunkten zusammengezogen werden können. Im Jahr 2023 ist aufgrund
der anhaltend hohen Inflationszahlen mit einer Fortsetzung des Zinserhö
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hungszyklus zu rechnen. Die Renditen für 10-jährige US-Treasuries spiegeln
die
se Entwicklung wider. Sie begannen das Jahr 2021 bei einem Ausgangswert
von rund 0,9 Prozent und stiegen mit den Erwartungen steigender Zinsen bis
Jahresende auf über 1,5 Prozent. Der Anstieg setzte sich Anfang 2022 bis auf
ein Niveau von 2,35 Prozent im März fort.
Aktienmärkte setzen Boom fort
Auch wenn das Corona-Virus trotz der zur Verfügung stehenden Impfungen
nach wie vor für einschränkende Maßnahmen und Verwerfungen in den
Lieferketten verantwortlich ist, so zeigte sich im Jahr 2021 dennoch deutlich
ein fortgesetzter Aufschwung. Die gewaltigen Liquiditätsspritzen der Noten
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banken sorgten an den Aktienmärkten für einen Boom. Der Dow-Jones-Index
b
egann das Jahr bei 30.606 Punkten und markierte drei Handelstage vor
Jahresende seinen Höchststand. Per 31.12. notierte der Index dann bei 36.338
Punkten, ein sattes Plus von 18,7 Prozent. Ähnlich deutlich konnte auch der
deutsche Aktienindex DAX performen, hier stand ein Plus von 15,8 Prozent zu
Buche bis zum Jahresendwert von 15.885 Punkten. Anders als im Vorjahr, als
der österreichische Aktienindex ATX mit einem Minus von 13,9 Prozent noch
deutlich hinter den anderen Indizes zurücklag, war er im Jahr 2021 ein klarer
Outperformer. Der Startwert von 2.780 Punkten war der niedrigste Wert des
gesamten Jahres, bis in den November kletterte der ATX kontinuierlich auf ein
Hoch von 3.928 Punkten. Trotz eines kleinen Rückgangs danach, verbuchte
er am Jahresende ein deutliches Plus von 38,9 Prozent auf 3.861 Punkte.
Euro verliert etwas an Boden
Nachdem 2020 noch von einer Dollar-Schwäche geprägt war, konnte der
Greenback gegenüber dem Euro im Jahr 2021 wieder zulegen. Vor allem
die Erwartung der Marktteilnehmer an einen früheren Beginn von Zinsanhe-
bungen durch die US-Notenbank ließ den Dollar ab Jahresmitte aufwerten.
D
er Jahresstart erfolgte bei einem Wechselkurs von knapp über 1,22. Bis
Jahresmitte gab es nur geringe Schwankungen bis auf etwas über 1,18 ehe
die erwähnte Rally folgte, die zu einem Dollar-Hoch bei 1,12 Ende November
und zum Jahresendkurs von knapp unter EUR/USD 1,14 führte. Der Schweizer
Franken bestätigte hingegen wieder einmal seine Funktion als sicherer Hafen.
Vom Jahresstart bei EUR/CHF 1,08 ging es vorerst aufgrund der Entspannung
an der Corona-Front bis auf 1,11. In der zweiten Jahreshälfte konnte er aber
wieder deutlich aufwerten und beendete das Jahr bei einem Wechselkurs von
etwas unter 1,04. Vor allem die Eskalation zwischen der Ukraine und Russland
sorgte dafür, dass wieder vermehrt Geld in der Schweiz geparkt wurde.
Liquidität im Überfluss lässt Inflation steigen
Sowohl der Leitzins für die Eurozone wie auch der Einlagensatz, zu dem
Banken ihre Überschussliquidität bei der EZB veranlagen, blieben das ge-
samte Jahr 2021 über konstant bei 0,0 Prozent beziehungsweise minus 0,5
Pr
ozent. Zudem konnten die Banken weitere gezielte Langfristtender (TLTRO)
aufnehmen und sich so äußerst günstig Liquidität für bis zu drei Jahre sichern.
Bei Erreichung bestimmter Kreditwachstumsziele können sie zudem von
einer Sonderverzinsung von minus 1 Prozent für die Geldaufnahme bei der
Notenbank profitieren.
Nachdem die Teuerungsrate in der Eurozone am Ende des Jahres 2020 noch
im negativen Bereich lag, drehte sie bereits im Januar 2021 mit 0,9 Prozent
ins Plus. Bis Jahresmitte stiegen die Preise weiter an, Ende Juli lag der Wert
mit 2,2 Prozent erstmals über dem Zielwert der EZB von 2,0 Prozent. Der
dynamische Anstieg der Verbraucherpreise setzte sich bis Jahresende fort,
per Ultimo 2021 betrug die Inflationsrate 5,0 Prozent. Ursache für die deutli
-
chen Preissteigerungen sind gestiegene Rohstoff- und Energiepreise sowie
Pr
eiserhöhungen durch Engpässe in den Produktionsketten.
Die EZB erwartet weiterhin, dass sich diese Effekte langsam auflösen und der
starke Anstieg der Inflation nur vorübergehender Natur ist. Die Prognose der
EZB-Ökonomen rechnet im Jahr 2022 mit einer durchschnittlichen Teuerung
von 3,2 Prozent, ehe die Inflationsrate im Jahr 2023 wieder auf 1,8 Prozent
absinkt. Der steigende Preisdruck dürfte es für die Notenbank erforderlich
machen, früher als noch im vergangenen Jahr vermutet, an der Zinsschraube
zu drehen.
Noch ausgeprägter war die Dynamik des Inflationsanstiegs in den USA. Lag
die Teuerungsrate zu Jahresbeginn noch bei 1,4 Prozent, so stieg diese schon
im Mai auf 5,0 Prozent an und markierte mit Jahresende ihren Höchststand von
7,0 Prozent im Vorjahresvergleich. In den USA waren ebenfalls gestiegene Roh
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stoff- und Energiepreise der Haupttreiber, aber auch Preisanstiege aufgrund
einer V
erknappung auf der Angebotsseite wie bei Neu- und Gebrauchtwägen
trugen ihren Teil dazu bei. Am Arbeitsmarkt herrscht in den USA hingegen