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Jahres-
finanzbericht
Geschäftsjahr
2021
Die HYPO Oberösterreich
im Überblick
• Gründung 1891
• Österreichs bestbewertete
Universalbank
• Rating A+ von Standard &
Poor’s
• Nachhaltigste Bank Öster-
reichs 2021
• Top-Arbeitgeber 2021
• 403 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter
• Marktführer im Wohnbau, bei
Öffentlichen Institutionen und
bei Ärztinnen und Ärzten in
Oberösterreich
Wesentliche
Mittelfristziele bis Ende
2025
• Cost-Income-Ratio bei
60 Prozent
• Money Under Management bei
11,4 Milliarden Euro
• Verbesserung des Nachhaltig-
keitsratings
• Return on Equity von 6 %
• Kernkapitalquote von 12 %
Jahresfinanzbericht
für das Geschäftsjahr 2021
Oberösterreichische Landesbank
Aktiengesellschaft
FN 157656 y
Allgemeine
Informationen
5 Vorwort Klaus Kumpfmüller,
Generaldirektor
6
Kennzahlen
8 Erfolge 2021:
Fragen an den Vorstand
10 Bericht des Aufsichtsrates
11
Organe der Bank
13
Geschäftsverteilung
14
Filialen
15 Bank des Landes OÖ:
HYPO Oberöster reich mit
Top-Ratings
Eigentumsverhältnisse
Konzernlagebericht
18 Geschäftsverlauf und
wirtschaftliche Lage
22
Gesamtwirtschaftliches Umfeld
und Kapitalmärkte
26
Kreditgeschäft
28
Wertpapiergeschäft
30
Marketing
32 Personalmanagement und
Personalentwicklung
35 Geschäftsentwicklung in den
Segmenten:
36
Segment Großkunden
38
Segment Retail und Wohnbau
40
Segment Financial Markets
42
Segment Sonstige
44
Ausblick
Konzernabschluss
nach International Financial
Reporting Standards (IFRS)
48
I. Konzernerfolgsrechnung
49
II. Konzernbilanz
49
III. Entwicklung des Konzern-
eigenkapitals
50
IV. Konzernkapitalflussrechnung
51
V. Anhang (Notes) zum
Konzernabschluss
87
VI. Organe
88
VII. Anteilsbesitz
89 VIII. Schlussbemerkung des
Vorstandes (Bilanzeid)
90
IX. Bericht des Aufsichtsrates
91
X. Bericht des unabhängigen
Abschlussprüfers
Annual Information
94 Business performance and
financial position
98 Outlook
Jahresabschluss
nach unternehmensrechtlichen
Vorschriften
100 Kennzahlenüberblick
102 Lagebericht
110 Bilanz
112 Gewinn- und Verlustrechnung
113
Anhang zum Jahresabschluss
122 Be
richt des unabhängigen
Abschlussprüfers
4
Geschäftsbericht 2021 Allgemeine Informationen
Unsere Kundinnen und Kunden
haben unterschiedliche
Anforderungen an ihr Geldleben.
Mit individuellen Gesamtkonzepten,
um fassenden Marktkenntnissen
sowie einem breit gefächerten
Leistungs spektrum unterstützen
wir sie und schaffen mehr Wert.
Wir
schaffen
mehr
Wert.
5
Allgemeine Informationen Vorwort
Sehr geehrte Kundinnen, sehr geehrte Kunden,
geschätzte Geschäftspartner!
2021 war für die HYPO Oberösterreich ein in vielerlei Hinsicht bemerkenswert erfolgreiches Geschäfts
-
jahr. Gemeinsam mit Ihnen – geschätzte Kundinnen und Kunden – haben wir den schwierigen Rahmen-
bedingungen durch die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie entgegengewirkt. Als großes, traditionsrei-
ches und regional stark verankertes Institut verstehen wir uns als Ermöglicher und Dienstleister.
Das
hat uns 2021 ein außergewöhnlich gutes Ergebnis beschert. Wir konnten unsere Geschäftstätig keit
auf 8,2 Milliarden Euro ausweiten und unseren Jahresüberschuss vor Steuern mit 32,5 Millionen Euro ver-
dreifachen. Verantwortlich für diese äußerst positive Entwicklung war unter anderen ein deutlich gestie-
genes Finanzierungsvolumen in allen Kundensegmenten sowie ein sehr gutes Wertpapier
geschäft.
Aber der Erfolg lässt sich nicht nur in nackten Zahlen messen. Es geht auch um Werte. Und dies lässt sich
sehr schön an einer Auszeichnung festmachen, die wir im vergangenen Jahr erhalten haben. Wir wurden
zur nachhaltigsten Bank Österreichs gekürt. Zum Jahreswechsel 2020/2021 haben wir die Nachhaltigkeit
zu einem strategischen Schwerpunkt erhoben. Das Thema war in der Bank schon verankert, aber noch
weit entfernt von einer in alle Bereiche des Hauses ausstrahlenden Initiative. Ein knappes Jahr später
bieten wir als einzige österreichische Bank mit unserer hypo_blue Linie eine nachhaltige Produktschiene
quer über alle Bankdienstleistungen an. Wir haben als einzige große heimische Regionalbank ein zertifi
-
ziertes Umweltmanagementsystem, mit dem wir unser Ziel der Klimaneutralität bis 2025 erreichen wollen.
Und
es gibt in allen Bereichen unseres Hauses zahlreiche Maßnahmen und Initiativen, die uns in Sachen
Nachhaltigkeit weiter voranbringen werden.
Im Namen des Vorstandes und aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedanke ich mich für Ihr Vertrauen
in die HYPO Oberösterreich. Es ist ein gutes Gefühl auf eine so große Zahl von treuen Kundinnen und
Kunden aufbauen zu können. Wir werden uns weiter anstrengen, um Ihr Vertrauen in uns zu rechtfertigen.
Klaus Kumpfmüller
Generaldirektor
6
Kennzahlen Allgemeine Informationen
Wert.
Kennzahlen.
Wir schaffen mehr
Bilanzsumme
8.158
Millionen Euro
2020: 7.825 Mio. Euro
Forderungen an
Kunden
5.599
Millionen Euro
2020: 5.460 Mio. Euro
NPL-Ratio (Non
performing loans)
0,35
Prozent
2020: 0,41 Prozent
Verwaltungs-
aufwendungen
57,6
Millionen Euro
2020: 55,3 Mio. Euro
Jahresüberschuss
vor Steuern
32,5
Millionen Euro
2020: 10,8 Mio. Euro
Jahresüberschuss
nach Steuern
27,5
Millionen Euro
2020: 9,3 Mio. Euro
7
Allgemeine Informationen Kennzahlen
Verbriefte
Verbindlichkeiten
4.243
Millionen Euro
2020: 4.157 Mio. Euro
Verbindlichkeiten
gegenüber Kunden
1.945
Millionen Euro
2020: 1.737 Mio. Euro
Provisions ergebnis
17,0
Millionen Euro
2020: 14,6 Mio. Euro
ROE (Return
on Equity)
6,8
Prozent
2020: 2,3 Prozent
CIR (Cost-Income-
Ratio)
61,8
Prozent
2020: 77,1 Prozent
Kernkapitalquote
14,4
Prozent
2020: 14,8 Prozent
8
Fragen an den Vorstand Allgemeine Informationen
Erfolge
2021.
Fragen an den Vorstand
Klaus Kumpfmüller
und Thomas Wolfsgruber.
Die HYPO Oberösterreich
blickt auf ein in vielfacher
Hinsicht bemerkenswert
erfolgreiches Geschäftsjahr
2021 zurück. Neben einer
ausgezeichneten Geschäfts-
entwicklung wurden in der
Umsetzung der HYPO
Mehr-Wert-Strategie weitere
Meilensteine erreicht.
9
Allgemeine Informationen Fragen an den Vorstand
Was waren die Faktoren für den Erfolg 2021?
Die Rahmenbedingungen waren pandemiebedingt gar nicht einfach. Aber wir haben mit ganzer
Kraft dagegengehalten und als Team „HYPO Oberösterreich“ außergewöhnliche Erfolge erzielt. Wir
sind 2021 mit der HYPO Mehr-Wert-Strategie gestartet, die wir uns gemeinsam erarbeitet haben.
Ein Sprichwort sagt: Der Erfolg hat viele Väter und Mütter. Und so ist es auch bei uns. Bei uns sind
es 403 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die quer über alle Bereiche – Markt, Marktfolge, Produkt
-
bereiche und Stabstellen – für diesen Gemeinschaftserfolg verantwortlich sind.
Welchen Stellenwert hat die HYPO Mehr-Wert-Strategie für diese gute
Entwicklung?
Einen sehr hohen, da sie uns leitet und führt. Wir haben mit „Wachstum & Profitabilität“,
„Nachhaltig keit“, „Digitalisierung“, „Kundenorientierung, Verantwortung & Verbindlichkeit“ vier
strategische Schwerpunkte definiert. In allen diesen Bereichen haben wir uns ambitionierte Ziele
vorgenommen, die wir bis 2025 erreichen wollen. Zahlreiche Initiativen und Maßnahmen wurden
abteilungsübergreifend gestartet, vorangetrieben und umgesetzt. Und die ersten Erfolge haben
sich bereits eingestellt.
Woran lässt sich diese gute Entwicklung konkret festmachen?
Als Bank sind es auf den ersten Blick unsere Bilanz- und Geschäftszahlen. Zwar ist eine Bilanz
immer auch von externen nicht beeinflussbaren Faktoren mitbestimmt, doch gibt es Kennzahlen,
die eine gute Sicht auf die Vertriebsstärke und Dynamik bieten. Dazu zählen etwa das Neuvolumen
im Finanzierungsbereich, die Anzahl der Kundinnen und Kunden oder auch das Provisionsergeb-
nis. Und in all diesen Bereich haben wir 2021 herausragend gute Ergebnisse erzielt.
Einer dieser Wachstumstreiber war das neu definierte Geschäftsfeld
Kommerzkunden und Immobilienprojekte. Was sind hier die Ambitionen?
Die erfolgreiche Neuaufstellung unseres Teams Kommerzkunden und Immobilienprojekte hat ge-
zeigt, dass wir in diesem wichtigen Bankbereich am Markt ausgezeichnet reüssieren können. Hier
haben wir das Geschäftsvolumen deutlich gesteigert. Diesen neuen strategischen Schwerpunkt
werden wir in den kommenden Jahren weiter konsequent ausbauen. Als starke Regionalbank
sehen wir ausgezeichnete Chancen mit unserer Kompetenz und unserer Kundenorientierung zu
überzeugen.
Aber auch abseits der „nackten“ Zahlen hat die HYPO Oberösterreich 2021
schöne Erfolge erzielt. Auf welche sind Sie besonders stolz?
Auf jeden Fall über unsere Auszeichnung zur nachhaltigsten Bank Österreichs. Als wir vor rund
zwölf Monaten das Thema Nachhaltigkeit zu einem strategischen Schwerpunkt erhoben haben,
war das zwar im Haus schon durchaus verankert, aber noch weit entfernt von einer in alle Bereiche
ausstrahlenden Initiative. Heute ein Jahr später bieten wir als einzige österreichische Bank mit
unserer hypo_blue Linie eine nachhaltige Produktschiene quer über alle unsere Dienstleistungen
für Privatkund*innen an. Wir haben als einzige große heimische Regionalbank ein zertifiziertes
Umweltmanagementsystem, mit dem wir unser Ziel der Klimaneutralität bis 2025 erreichen wollen.
Wir haben mit unserer erstmaligen Emission eines Green Bonds im Volumen von 250 Millionen
Euro am internationalen Kapitalmarkt groß aufgezeigt. All das wird koordiniert und vorangetrieben
durch unseren Nachhaltigkeits-Circle, der sich aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den
unterschiedlichsten Bereichen zusammensetzt.
Wie sehen Sie die Zukunftsaussichten für die HYPO Oberösterreich?
Die HYPO Oberösterreich baut auf ein in mehrfacher Hinsicht ausgezeichnetes Fundament auf.
Wir haben ausgezeichnete Kundinnen und Kunden, eine sehr gute Eigentümerstruktur und
hervorragende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit unserem zukunftssicheren und krisenfesten
Geschäftsmodell können wir sehr optimistisch auf die kommenden Jahre blicken.
10
Das Jahr 2021 war auf vielen Ebenen ein sehr erfolgreiches Jahr für die
HYPO Oberösterreich.
Mit der vom Vorstand mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erarbei-
teten und vom Aufsichtsrat beschlossenen HYPO Mehr-Wert-Strategie
wur
den die Weichen für die erfolgreiche Entwicklung gestellt. Zahlreiche
Initiativen wurden quer über alle Abteilungen hinweg gestartet und viele
davon auch schon umgesetzt. Die ersten Früchte daraus sehen wir bereits
in einer sehr erfreulichen Geschäftsentwicklung. Dank dieser imponieren
-
den Teamleistung konnten auch die pandemiebedingt schwierigen Rah-
menbedingungen ausgezeichnet gemeistert werden.
D
er Aufsichtsrat der HYPO Oberösterreich hat im Geschäftsjahr 2021 die
ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahrgenommen.
Der Vorstand hat über die Lage und Entwicklung der Bank und des Kon-
zerns regelmäßig und in umfassender Art und Weise berichtet.
D
er Aufsichtsrat hat in der am 25. April 2022 abgehaltenen Sitzung den
Jahresabschluss und den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021, den
Lagebericht sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021
geprüft.
Der vom Vorstand erstellte Jahresabschluss wurde vom Aufsichtsrat
gemäß § 96 Abs. 4 des Aktiengesetzes gebilligt. Dem Vorschlag des Vor
-
standes über die Gewinnverwendung wurde gefolgt.
Ger
ade in einem herausfordernden dynamischen Umfeld ist die geleistete
Arbeit von besonderer Bedeutung. Dank dafür gilt dem Vorstand sowie
allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Linz, im April 2022
Der Vorsitzende des Aufsichtsrates
Othmar Nagl
Bericht des Aufsichtsrates Allgemeine Informationen
Bericht des
Aufsichtsrates
Seit sieben
Jahren ist
Othmar Nagl
Vorsitzender des
Aufsichtsrates
der HYPO
Oberösterreich.
11
Allgemeine Informationen Organe der Bank
Organe
der Bank
Aufsichtsrat
Vorsitzender:
Mag. Othmar Nagl
(Generaldirektor OÖ Versicherung AG)
Stellvertretende Vorsitzende:
Dr. Heinrich Schaller
(Generaldirektor Raiffeisenlandes-
bank OÖ AG)
Mag. Dr. Peter Baier
(Unternehmensberater)
Mitglieder:
Ing. Volkmar Angermeier
(Präsident des Aufsichtsrates
Raiffeisenlandesbank OÖ AG)
Mag.a Jasmine Chansri
bis 26.4.2021
(Geschäftsführung Volkshilfe
Oberösterreich)
Mag.a Dr.
in
Miriam Eder, MBA
ab 26.4.2021
(Leitung STST Controlling, Revision &
Compliance BBRZ-Gruppe)
Mag. Klaus Fürlinger
(Nationalratsabgeordneter,
Rechtsanwalt)
Dr. Michael Glaser
(Vorstandsdirektor Raiffeisenlandes
-
bank OÖ AG)
Mag.
a
Dr.
in
Elisabeth Kölblinger
(Steuerberaterin)
Mag. Reinhard Schwendtbauer
(Vorstandsdirektor Raiffeisenlandes
-
bank OÖ AG)
Mag.
Dr. Michael Tissot
(Steuerberater)
Vom Betriebsrat entsandt:
Kurt Dobersberger
(Betriebsrats-Vorsitzender der HYPO
Oberösterreich)
Andrea Koppe B.A., MBA
(Betriebsrats-Vorsitzender-Stell-
vertreterin der HYPO Oberösterreich)
Sabine Füreder
Mag.
a
Silvia Häusler
Roland Raab
Aufsichtskommissär des Landes
Oberösterreich
Mag. Thomas Stelzer
(Landeshauptmann des Landes
Oberösterreich)
Aufsichtskommissär-Stellvertreterin
des Landes Oberösterreich
Mag.
a
Dr.
in
Christiane Frauscher, LL.B.,
MBA
(Landesfinanzdirektorin des Landes
Oberösterreich)
Staatskommissär:
Hans-Georg Kramer, MBA, CFP
(Bundesministerium für Finanzen)
Staatskommissär-Stellvertreterin:
Mag.
a
Sigrid Part
(Bundesministerium für Finanzen)
Vorstand
Vorsitzender:
Generaldirektor
Mag. Klaus Kumpfmüller
Mitglied des Vorstandes:
Vorstandsdirektor
Mag. Thomas Wolfsgruber
Treuhänder
Treuhänder:
Mag. Wolfgang Claus
(Bundesministerium für Finanzen)
Treuhänder-Stellvertreterin:
Mag.
a
Katharina Lehmayer
(Präsidentin des Oberlandesgerichtes
Wien)
12
Geschäftsverteilung Allgemeine Informationen
Kundenorientierung.
Die ideale Symbiose
aus gelebter Nähe und
digitaler Welt.
Wir schaffen mehr
Wir setzen auf
maß geschneiderte
persönliche
Beratung, kurze
Entscheidungswege,
flexible und nach-
haltige Lösungen
sowie nachhaltige
Partnerschaften.
13
Allgemeine Informationen Geschäftsverteilung
Geschäfts-
verteilung
Vorstandsdirektor
Thomas Wolfsgruber
Der Unternehmens-Compliance-
Officer, der Wertpapier-Compliance-
Officer, der AML-Compliance-
Officer, der Datenschutz-Beauf
-
tragte, der Auslagerungsbeauftragte
und
die Interne Revision sind dem
Gesamtvorstand unterstellt.
Ärzte, Freie Berufe und Private Banking
Prokurist Marcel Kohl-Peterke
Asset- und Liabilitymanagement/
Treasury
Prokurist Mag. Christoph Zoitl
Filialvertrieb
Mag. Dr. Martin Pree bis 31.3.2021
Prokuristin Dr. Marietta Kratochwill ab
12.4.2021
Großkundenbetreuung
Prokurist Mag. Christoph Khinast
Marketing
Prokurist Mag. Georg Haushofer, LL.M.
Personal
Prokurist Mag. Michael Hintenaus
Veranlagung
Mag. Stefan Schulmeister bis 30.6.2021
Stefan Elmer, MBA von 1.7.2021 bis
30.9.2021
Dipl.-Päd. Hans-Jörg Preining, MBA ab
1.10.2021
Vertriebsunterstützung
Tanja Hartl
Controlling
Dipl.-Kfm. Oliver Tölle
Finanzierung
Prokurist Mario Eidinger
Informationstechnologie/
Facilitymanagement
Prokurist Dipl.-Ing. Christian Hofer
Interne Revision
Franz Horner
Rechnungswesen
Prokurist Dipl.-Kfm. Stefan Meier
Recht und Unternehmensentwicklung
Prokuristin Mag.a Serena Denkmair
Risikomanagement
Mag. Georg-Dominik Stangl
Tochtergesellschaften
Dr. Helmut Schrems
Franz Jahn, MBA
Generaldirektor
Klaus Kumpfmüller
14
Filialen Allgemeine Informationen
Linz – ServiceCenter Landstraße
Leiterin: Lydia Kropfreiter
Landstraße 38, 4010 Linz
Tel. 0732 / 76 39-0
landstrasse@hypo-ooe.at
Linz – Bahnhof-LDZ
Leiter: Christian Tucho
Bahnhofplatz 2, 4020 Linz
Tel. 0732 / 65 63 90
bahnhof@hypo-ooe.at
Linz – Bindermichl
Leiter: Dipl. Fw Christian Stuffner
Am Bindermichl 28, 4020 Linz
Tel. 0732 / 34 46 11
bindermichl@hypo-ooe.at
Linz – Eisenhand
Leiter: Franz Minichberger
Eisenhandstraße 28, 4020 Linz
Tel. 0732 / 77 83 91
eisenhand@hypo-ooe.at
Linz – Magdalena
Leiter: Andreas Nigl
Griesmayrstraße 19, 4040 Linz
Tel. 0732 / 25 25 24
magdalena@hypo-ooe.at
Ried i. I.
Leiter: Gerald Lehner, CFP, EFA
Stelzhamerplatz 6, 4910 Ried i. I.
Tel. 07752 / 82 9 22
ried@hypo-ooe.at
Schärding
Leiter: Ludwig Gerstorfer
Karl-Gruber-Straße 1, 4780 Schärding
Tel. 07712 / 79 79
schaerding@hypo-ooe.at
Steyr
Leiter: Michael Oppl-Monschein
Redtenbachergasse 4, 4400 Steyr
Tel. 07252 / 74 0 88
steyr@hypo-ooe.at
Vöcklabruck
Leiterin: Mag.a Brigitte Aigenbauer
Dr.-Anton-Bruckner-Straße 15
4840 Vöcklabruck
Tel. 07672 / 22 4 44
voecklabruck@hypo-ooe.at
Wels
Leiterin: Marina Ilic
Kaiser-Josef-Platz 23, 4600 Wels
Tel. 07242 / 62 8 81
wels@hypo-ooe.at
Wien
Leiterin: Manuela Art
Wipplingerstraße 30/3, 1010 Wien
Tel. 01 / 79 69 820
wien@hypo-ooe.at
Filialen
15
Allgemeine Informationen Bank des Landes OÖ
Bank des
Landes OÖ
Eigentumsverhältnisse
Die HYPO Oberösterreich ist seit mehr
als 130 Jahren die Bank des Landes
Oberösterreich. 50,57 Prozent der
Anteile an der Bank stehen im Eigen
-
tum des wirtschaftlich stärksten Bun-
deslandes Österreichs. Die Anteile des
L
andes Oberösterreich werden über
die OÖ Landesholding GmbH (steht zu
100 Prozent im Eigentum des Landes)
gehalten.
48,59 Prozent der Aktien an der Bank
hält die HYPO Holding GmbH. An
dieser sind die Raiffeisenlandesbank
Oberösterreich Aktiengesellschaft und
die Oberösterreichische Versicherung
Aktiengesellschaft beteiligt.
Durchgerechnet ergeben sich daraus
folgende Beteiligungsanteile an der
HYPO Oberösterreich:
Raiffeisenlandesbank Oberösterreich
Aktiengesellschaft 41,14 Prozent und
Oberösterreichische Versicherung
Aktiengesellschaft 7,45 Prozent. Mit
0,84 Prozent sind die Mitarbeiter*innen
an der Bank beteiligt. Das gezeich
-
nete Grundkapital der Bank beträgt
14.6
63.590 Euro (bzw. 14.564.151 Euro
nach Abzug der eigenen Anteile).
HYPO Oberöster reich mit
Top-Ratings
Die HYPO Oberösterreich hat ihre
Spitzenposition im österreichweiten
Ratingvergleich auch 2021 behauptet.
Die Bank hat von der internationalen
Ratingagentur Standard & Poor’s erneut
die Bestätigung ihres Top-Ratings von
A+ erhalten. Das unterstreicht einmal
mehr die sehr gute Bonität und die hohe
Sicherheit der HYPO Oberösterreich.
Beim Nachhaltigkeitsrating im „Prime-
Status“ durch die führende Nachhaltig
-
keitsratingagentur „ISS ESG“ zählt die
H
YPO Oberösterreich ebenfalls zu den
besten Instituten im gesamten deutsch
-
sprachigen Raum. Darüber hinaus ver-
fügt die Bank mit dem Deckungsstock-
rating mit „AA+ mit stabilem Ausblick“
üb
er eine ausgezeichnete Basis für eine
zukunftssichere Refinanzierungsstruk
-
tur.
Die HYPO Ober-
österreich ist seit
vielen Jahren
Österreichs
Universalbank
mit dem besten
Rating.
Eigentumsverhältnisse in Prozent
Land Oberösterreich 50,57 %
Raiffeisenlandesbank Oberöster-
reich Aktiengesellschaft 41,14 %
Oberösterreichische Versicherung
Aktiengesellschaft 7,45 %
Mitarbeiter*innen 0,84 %
16
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage Konzernlagebericht
Erfolgsbilanzen.
Konzern-
lagebericht.
Wir schaffen mehr
Konzernrating
A+
Standard & Poor’s
Jahresüberschuss
vor Steuern
32,51
Millionen Euro
17
Konzernlagebericht Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
Erfolgsbilanzen.
Konzern-
lagebericht.
Kernkapital-
quote
14,4 %
NPL-Ratio
0,35 %
Nachhaltigste
Bank
Österreichs
2021
ausgezeichnet vom
Börsianer
18
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage Konzernlagebericht
Geschäftsverlauf und
wirtschaftliche Lage
die Grenze beim Finanzierungs-Neuvolu-
men von 200 Millionen Euro überschrit-
ten. Das ist im Vergleich zu 2020 ein Plus
v
on fast 22 Prozent. Das jährliche Neu-
volumen im privaten Wohnbau hat sich
dam
it zwischen 2013 und 2021 mehr als
verdreifacht.
Herausragend ist nach wie vor das im
österreichweiten Vergleich geringe
Risiko im Ausleihungsgeschäft. Der
Stand der Risikovorsorgen beträgt zum
Bilanzstichtag lediglich 14,1 Millionen
Euro (2020: 13,8 Millionen Euro). Die
Wertberichtigungsquote (in Bezug auf
die Forderungen an Kunden) von nur
0,25 Prozent (2020: 0,25 Prozent) stellt
unter den österreichischen Universal
-
banken weiterhin den absoluten Spit-
zenwert dar. Ebenfalls ausgezeichnet ist
der
Wert der wichtigen NPL-Ratio (Non
performing loans). Diese betrug mit Ende
2021 lediglich 0,35 Prozent (2020: 0,41
Prozent).
Das Emissionsvolumen erhöhte sich um
2,1 Prozent auf 4.242,8 Millionen Euro
(2020: 4.157,5 Millionen Euro). Haupt
-
verantwortlich war dafür die erstmalige
Pla
tzierung eines hypothekarisch besi-
cherten Green Bond im Volumen von
250 M
illionen Euro am internationalen
Kapitalmarkt. Die Nachfrage nach der
Anleihe mit siebenjähriger Laufzeit war
hoch. Die Emission war deutlich über
-
zeichnet. Sehr erfreulich verlief auch die
E
missionstätigkeit bei den Wohnbau-
Wandelschuldverschreibungen (Wohn
-
bauanleihen). Hier konnte im Jahr 2021
ein
Volumen von mehr als 40 Millionen
Euro emittiert werden. Die HYPO Ober
-
österreich ist damit in diesem Bereich
die
Nummer eins am österreichischen
Bankenmarkt.
Ausgezeichnetes
Geschäftsjahr 2021
Die HYPO Oberösterreich blickt auf
ein außergewöhnlich erfolgreiches
Geschäftsjahr 2021 zurück. Die konse
-
quente und offensive Ausrichtung auf
die
in der HYPO Mehr-Wert-Strategie
2025 definierten Kernpositionierungen
„Wachs tum & Profitabilität“, „Nachhaltig
-
keit“, „Digi
talisierung“, „Kundenorientie-
rung, Verantwortung & Verbindlichkeit“
hab
en zu einem ausgezeichneten Ergeb-
nis geführt. Der Jahresüberschuss vor
St
euern hat sich binnen eines Jahres ver-
dreifacht und erhöhte sich auf 32,5 Mil-
lionen Euro (2020: 10,8 Millionen Euro).
Die
Bilanzsumme stieg um 4,3 Prozent
auf 8.158,5 Millionen Euro (2020: 7.825,1
Millionen Euro). Hauptverantwortlich für
die ausgezeichnete Entwicklung war ein
deutlich gestiegenes Finanzierungsvolu
-
men in allen Kundensegmenten, ein sehr
gut
es Wertpapiergeschäft, eine weiterhin
ausgezeichnete Risikolage sowie positive
Bewertungseffekte im Handelsergebnis.
Wachstum bei Krediten,
Einlagen und Emissionen
Das Finanzierungsvolumen konnte auf
hohem Niveau weiter gesteigert werden.
Die Forderungen an Kunden erhöhten
sich um 2,5 Prozent auf 5.598,6 Millionen
Euro (2020: 5.459,7 Millionen Euro). Die
HYPO Oberösterreich hat dabei ihre
Position als Wohnbaubank Nummer
eins im Bundesland weiter gefestigt. Im
Kundensegment Großkunden konnte das
Segmentvermögen auf hohem Niveau
um 5,4 Prozent auf 2.908,2 Millionen
Euro (2020: 2.759,0 Millionen Euro)
gesteigert werden. Auch im privaten, frei
finanzierten Wohnbau wurde erstmals
Auch im Bereich der Kundeneinlagen
wurden Zuwächse verzeichnet. Die
Spar- und Giroeinlagen stiegen um zwölf
Prozent auf einen neuen Rekordstand
von 1.945,2 Millionen Euro (2020: 1.737,2
Millionen Euro). Die Bank verfügt damit
weiterhin über eine ausgezeichnete
Liquiditätsausstattung, die für zukünfti
-
ges Wachstum zur Verfügung steht.
Starkes Zins- und
Provisionsergebnis
Der Zinsüberschuss erhöhte sich um
rund acht Prozent auf 61,3 Millionen
Euro (2020: 56,7 Millionen Euro). Rund
ein Drittel der Steigerung ist auf die
Geschäftsausweitung zurückzufüh
-
ren, rund zwei Drittel entfallen auf die
luk
rierte Sonderverzinsung aus dem
TLTRO. Die Kreditrisikovorsorge konnte
im Vergleich zu 2020 deutlich verringert
werden. Sie schlug 2021 mit einem
negativen Ergebnisbeitrag von 3,1 Millio
-
nen Euro zu Buche (2020: –5,6 Millionen
E
uro). Damit stieg der Zinsüberschuss
nach Risikovorsorge um fast 14 Prozent
auf 58,1 Millionen Euro (2020: 51,1 Milli
-
onen Euro).
Die
At Equity-bewerteten Unternehmen
– die Beteiligungs‐ und Wohnungsan-
lagen GmbH sowie die Beteiligungs‐ und
Immobilien GmbH – lieferten auch 2021
einen positiven Ergebnisbeitrag in Höhe
von 6,1 Millionen Euro (2020: 6,2 Millio
-
nen Euro).
Her
ausragend war 2021 das Provisions-
geschäft der Bank, und hier insbeson-
dere das Wertpapiergeschäft. In diesem
Ge
schäftsfeld gab es eine Steigerung
von 32 Prozent im Vergleich zum Jahr
2020.
Bilanzsumme
8.158
Millionen Euro
Breites Portfolio und
Fachwissen
für rund
100.000
Kundinnen und Kunden
19
Konzernlagebericht Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
Eigenmittelausstattung
Nach Berücksichtigung der aufsichts-
rechtlichen Abzugsposten konnten die
r
egulatorischen Eigenmittel auf 542,7
Millionen Euro (2020: 515,4 Millionen
Euro) gesteigert werden. Der Anstieg ist
im Wesentlichen auf das gute operative
Ergebnis zurückzuführen. Nach Abzug
der Ausschüttung wurde der überwie
-
gende Teil den Gewinnrücklagen zur
Stär
kung des Eigenkapitals zugeführt.
Wiederum führte der vorgegebene
Wachstumskurs im aktivseitigen Kunden-
geschäft zu einem Anstieg des Gesamt-
risikobetrags auf 3.348,0 Millionen Euro
(202
0: 3.104,4 Millionen Euro). Trotz
dessen konnte eine Gesamtkapitalquote
von 16,2 Prozent (2020: 16,6 Prozent)
erreicht werden.
Ein ähnliches Bild zeigt sich auf Einzel-
ebene des Instituts. Einerseits konnten
die anrechenbaren Eigenmittel im Zuge
der Gewinnrücklagendotierung auf
440,1 Millionen Euro (2020: 424,7 Milli
-
onen Euro) gesteigert werden. Demge-
genüber führte der Anstieg der regulato-
rischen Aktiva auf 3.096,6 Millionen Euro
(202
0: 2.871,9 Millionen Euro) zu einer
entsprechenden Senkung der Gesamt
-
kapitalquote auf 14,2 Prozent (2020: 14,8
Pr
ozent).
Die HYPO Oberösterreich verfügt per
31. Dezember 2021 über ein MREL
(Minimum Requirement for Own Funds
and Eligible Liabilities)-Surplus (TREA)
von 1.596,5 Millionen Euro (2020: 1.689,2
Millionen Euro) bei einem MREL-SOLL
(TREA) von 560,6 Millionen Euro (2020:
607,6 Millionen Euro).
Bezüglich der Angaben zu eigenen
Aktien wird auf den Anhang (Notes)
Punkt (44) verwiesen.
Das von der Bank für ihre Kund*innen
verwaltete Depotvolumen konnte auf
1.548,6 Millionen Euro (2020: 1.466,8 Mil
-
lionen Euro) gesteigert werden. Das Pro-
visionsergebnis erhöhte sich insgesamt
um f
ast 17 Prozent auf 17,0 Millionen
Euro (2020: 14,6 Millionen Euro).
Aufgrund von positiven Bewertungs-
effekten von Zinsabsicherungsgeschäf
-
ten für Fixzinspositionen sowie eigener
E
missionen stieg das Handelsergebnis
auf 9,9 Millionen Euro (2020: –5,5 Milli
-
onen Euro). Das Finanzanlageergebnis
v
erschlechterte sich geringfügig auf
–0,17 Millionen Euro (2020: 0,16 Millio
-
nen Euro).
Die
Verwaltungsaufwendungen erhöhten
sich um 4,1 Prozent auf 57,6 Millionen
Euro (2020: 55,3 Millionen Euro). Für die
Steigerungen waren der Personal-, der
Sachaufwand sowie erhöhte Abschrei
-
bungen verantwortlich.
Die
sonstigen betrieblichen Aufwendun-
gen erhöhten sich aufgrund deutlich
ge
stiegener Aufwendungen für die
gesetzlich vorgeschriebenen Beiträge
zum Einlagensicherungs- und Abwick
-
lungsfonds auf –7,6 Millionen Euro (2020:
–6,1
Millionen Euro). Zum Teil konnte
dieser Mehraufwand durch gesteigerte
sonstige betriebliche Erträge kompen
-
siert werden.
Die
Cost-Income-Ratio (CIR) der HYPO
Oberösterreich verbesserte sich 2021
deutlich auf 61,8 Prozent (2020: 77,1 Pro-
zent). Diese ergibt sich aus der Division
der
Verwaltungsaufwendungen mit dem
Gesamtertrag inklusive dem sonstigen
betrieblichen Ergebnis.
Insgesamt führte das zu einem Jahres
-
überschuss vor Steuern von 32,5 Millio-
nen Euro (2020: 10,8 Millionen Euro). Der
Jah
resüberschuss nach Steuern erhöhte
sich auf 27,5 Millionen Euro (2020: 9,3
Millionen Euro).
Die Eigenkapitalrentabilität (ROE) ver
-
besserte sich damit 2021 auf 6,8 Prozent
(202
0: 2,3 Prozent). Diese ergibt sich aus
der Division des Jahresüberschusses
vor Steuern und dem durchschnittlichen
Eigenkapital.
In der Gesamtergebnisrechnung wurde
das sonstige Konzernergebnis vor allem
durch die Bewertungen der Beteiligun
-
gen an Aktiengesellschaften beeinflusst.
Die
se müssen jeweils zum Marktwert
(z.B. Aktienkurs) am Jahresende in der
Bilanz bewertet werden. Die HYPO
Oberösterreich ist indirekt mit einem
Prozent an der voestalpine AG und mit
0,5 Prozent an der Austria Metall AG
sowie an der Energie AG Oberösterreich
beteiligt. Dies hat 2021 zu einem positi
-
ven Beitrag zum sonstigen Konzernjah-
resergebnisses in Höhe von 8,2 Millionen
E
uro geführt (2020: 8,6 Millionen Euro).
Demgegenüber führt der Anstieg der
Zinsen zum Jahresende 2021 zu einer
Abwertung von Anleihen im Wertpapier-
eigenbestand von 6,7 Millionen Euro und
die Verbesserung der eigenen Bonität
in allen Emissionskategorien zu einem
Bewertungsverlust in Höhe von 6,7 Mil
-
lionen Euro. Das gesamte Konzernjah-
resergebnis 2021 belief sich damit auf
25,3
Millionen Euro (2020: 15,3 Millionen
Euro).
Die Eigenmittel stellen sich gemäß Capital Requirements Regulation (CRR) zum 31. Dezember 2021
wie folgt dar:
Eigenmittel gemäß CRR Kreditinstitut Konsolidiert
in Millionen Euro 31.12.2021 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2020
Solvabilitäts-Bemessungsgrundlage 3.096,6 2.871,9 3.348,0 3.104,4
Eigenmittel SOLL (8 %) 247,7 229,8 267,8 248,4
hartes Kernkapital IST =
Kernkapital IST 372,5 357,2 480,5 458,2
harte Kernkapitalquote in % =
Kernkapitalquote in % 12,0 % 12,4 % 14,4 % 14,8 %
Ergänzende Eigenmittel IST 67,5 67,5 62,2 57,3
Ergänzende Eigenmittel in % 2,2 % 2,4 % 1,9 % 1,8 %
Gesamtkapital IST 440,1 424,7 542,7 515,4
Gesamtkapitalquote in % 14,2 % 14,8 % 16,2 % 16,6 %
Freie Eigenmittel 192,3 194,9 274,9 267,0
20
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage Konzernlagebericht
Risikomanagement
Die von der HYPO Oberösterreich im Jahr
2021 weiterhin verfolgte Risikostrategie
wurde aus den Anforderungen, die sich
aus der Geschäftsstrategie in Verbin
-
dung mit der Mittelfristplanung, den
wir
tschaftlichen Rahmenbedingungen
und den gesetzlichen nationalen und
europäischen Rahmenbedingungen
ergeben, abgeleitet.
Um dieser Zielsetzung gerecht zu
werden, ist in der HYPO Oberösterreich
ein Risikomanagement implementiert,
dessen Ziel und Aufgabe es ist, Risiken
in der Bank zu identifizieren, zu messen
und zu begrenzen.
Die zentrale Risikosteuerung erfolgt im
dafür eingerichteten Risikokomitee. Auf
-
gabe des Risikokomitees ist die wech-
selseitige Information und Beratung zur
Risik
osituation der Bank anhand der vor-
handenen Risikoberichte, die Diskussion
der
Risikostrategie und des Limitwesens
sowie die Beratung von Vorschlägen zur
Risikooptimierung.
Kreditrisiko
Konkrete strategische Vorgaben zur
Begrenzung des Kreditrisikos in den
Assetklassen der Kundenforderungen
sowie für die Eigenveranlagung der Bank
sind in der Risikostrategie sowie dem
Limitwesen verankert.
Durch die intensive und durchgängig
systematische Einzelfallbearbeitung
kann die Risikosituation in den Teilport
-
folien laufend optimiert werden. Die im
e
xternen Vergleich sehr gute Adressen-
ausfallsrisikosituation hat sich weiter
gef
estigt, die NPL-Quoten sind weiterhin
äußerst niedrig. Die Corona-Krise hat
bislang keinen messbaren Einfluss auf
diese Quoten.
Nach finaler Veröffentlichung der EBA/
GL/2020/06 wurde eine interne GAP-
Analyse durchgeführt. Die sich dadurch
ergebenden Anpassungen im internen
Regelwerk betrafen jedoch überwiegend
erhöhte interne Dokumentationserforder
-
nisse. Inhaltlich wurde festgestellt, dass
a
ufgrund des bisherigen Regelwerks auf
Basis der FMA-MS-K wenig Anpassungs
-
bedarf bestand.
Säm
tliche Änderungen wurden Anfang
Juni 2021 in einem Antrag an den
Gesamtvorstand zusammengefasst und
beschlossen.
Marktrisiko
Der Steuerung der Marktrisiken, ins
-
besondere des Zinsänderungsrisikos
im B
ankbuch sowie des Risikos, dass
es aufgrund von negativen Marktein
-
schätzungen zu Abwertungen bei
Sch
uldtiteln im Eigenbesitz kommen
könnte (Creditspread-Risiko), wird große
Aufmerksamkeit geschenkt. Die Einhal
-
tung der vom Vorstand beschlossenen
Risik
ostrategie sowie Risikotragfähig-
keits- und Marktrisiko-Limite sowie der
a
ufsichtlichen Limite wird laufend über-
wacht. Auswirkungen auf den Marktwert
s
owie auf die Ertragssituation der Bank
– bedingt durch Veränderungen der
Zinsstruktur sowie durch Creditspread-
Änderungen – werden laufend beobach
-
tet und berichtet. Der Fokus liegt dabei
in d
er Betrachtung der Neugeschäfte im
Fixzins-Bereich. Die daraus entstehen
-
den Zinsrisiken werden nach Ertrags-
s
owie Barwert aktiv ausgesteuert.
Klimabezogene Risiken
Die Forderungen an Kunden sowie
die Positionen des Wertpapier-Nostro-
bestandes (Stand 31. Dezember 2021)
wurden mit einem automatisationsunter
-
stützten externen Tool auf ESG-Risiken
ge
screent. Das Screening umfasste
63.250 Geschäftsfälle mit einem Volu
-
men von 7.556 Millionen Euro.
Dab
ei wird eine Vielzahl an Risikoin-
dikatoren (wie z.B. Waldbrand-, Hoch
-
wasser- und Lawinengefahr) mit den
NACE-Codes und der Region verknüpft
und zu Gesamtscores auf verschiedenen
Aggregationslevels zusammengefasst.
Das Ergebnis des Screenings ergab keine
Position im Portfolio mit einem hohen
Gesamtrisiko. Nur eine geringe Anzahl
an Fällen weist ein leicht erhöhtes Risiko
auf. Diese identifizierten Risikopositionen
werden detailliert geprüft und entspre
-
chende Maßnahmen abgeleitet.
Liqu
iditätsrisiko
Die Fristenkongruenz hat in der HYPO
Oberösterreich einen hohen Stellen-
wert. Zur Begrenzung des Risikos aus
Fris
teninkongruenzen existieren vom
Vorstand festgelegte Limite für das ope
-
rative und strukturelle Liquiditätsrisiko.
Die
Ergebnisse der Stresstests zeigen,
dass die HYPO Oberösterreich in der
Lage ist, ihren Verbindlichkeiten jederzeit
nachzukommen.
Operationales Risiko
Die Identifikation von operationalen
Risiken erfolgt über eine Schadensfall
-
datenbank, welche auch die Grundlage
für
ein laufendes Berichtswesen an das
Management darstellt.
Darüber hinaus werden organisatorische
Maßnahmen (z.B. Trennung von Markt
und Marktfolge) und EDV-technische
Maßnahmen getroffen, um das operati
-
onale Risiko zu begrenzen. Ein internes
K
ontrollsystem, Kompetenzregelungen
sowie Prüfungen der Internen Revision
gewährleisten einen hohen Sicherheits
-
standard. Insbesondere auf die techni-
sche Weiterentwicklung des Internen
K
ontrollsystems hinsichtlich Prozessma-
nagement wurde auch im Jahr 2021 wie
in de
n Vorjahren besonders Wert gelegt
und wird im Jahr 2022 fortgesetzt.
Für Informationen zu den Risikomanage
-
mentzielen und -methoden sowie zu
A
ussagen hinsichtlich bestehender Aus-
falls- und Marktrisiken wird auf die Aus-
führungen im Risikobericht im Anhang
(No
tes) zum Konzernabschluss sowie auf
die Offenlegung gemäß Teil VIII der CRR
auf der Homepage des Kreditinstituts
unter www.hypo.at verwiesen.
Das interne Kontroll- und Risiko-
managementsystem in Hinblick auf
den Rechnungslegungsprozess
Dieses System stellt sicher, dass unter
-
nehmerische Sachverhalte bilanziell
rich
tig erfasst, aufbereitet und gewürdigt
sowie in die Rechnungslegung übernom
-
men werden.
Die
wesentlichen Merkmale des beste-
henden internen Kontrollsystems und
de
s Risikomanagementsystems im
Hinblick auf den Rechnungslegungspro
-
zess in der HYPO Oberösterreich sind
f
olgende:
• Der Vorstand trägt die Verantwortung
für die Einrichtung und Ausgestaltung
eines den Anforderungen entspre
-
chenden internen Kontroll- und Risiko-
managementsystems.
•
Die am Rechnungslegungsprozess
beteiligten Abteilungen sind in quanti
-
tativer wie qualitativer Hinsicht ausrei-
chend ausgestattet.
•
Die Funktionen der am Rechnungs-
legungsprozess beteiligten Bereiche
sind
klar getrennt.
21
Konzernlagebericht Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
• Die Verantwortungsbereiche sind klar
zugeordnet.
• Die eingesetzten Finanzsysteme sind
durch entsprechende Kontrollme
-
chanismen gegen unbefugte Zugriffe
ge
schützt.
• Buchhaltungsdaten werden laufend
stichprobenweise auf Vollständigkeit
und Richtigkeit überprüft.
• Bei allen rechnungslegungsrelevanten
Prozessen wird durchgängig das Vier-
Augen-Prinzip angewendet.
• Kontrollmaßnahmen in Bezug auf die
IT-Sicherheit stellen einen Eckpfeiler
des internen Kontrollsystems dar. So
wird die Trennung von sensiblen Tätig
-
keiten durch eine restriktive Vergabe
v
on IT-Berechtigungen unterstützt.
• Rechnungslegungsrelevante Prozesse
werden in regelmäßigen Intervallen
durch die Interne Revision geprüft.
Mit diesen Maßnahmen wird erreicht,
dass alle Geschäftsfälle ordnungsge
-
mäß erfasst, verarbeitet, dokumentiert
s
owie zeitlich und korrekt buchhalterisch
erfasst werden. Weiters ist damit sicher
-
gestellt, dass Vermögensgegenstände
und
Schulden im Jahres- und Konzernab-
schluss korrekt angesetzt, ausgewiesen
und
bewertet werden.
Filialen
Zu Beginn des Geschäftsjahres 2021
betrieb die HYPO Oberösterreich das
ServiceCenter Landstraße in Linz sowie
11 weitere Filialen. Bis auf eine Filiale in
Wien befinden sich alle Filialen in Ober
-
österreich.
Z
ur Optimierung der Filialstruktur wurde
im Oktober 2021 die Filiale Neues Rat
-
haus in das ServiceCenter Landstraße
in
tegriert und der Standort geschlossen.
Zuletzt waren an diesem Standort nur
noch 2 Mitarbeiterinnen tätig. Beide
wechselten in die Zentrale und betreuen
seither die Kund*innen der Filiale vom
ServiceCenter Landstraße aus.
Der Filialstand reduziert sich daher
neben dem ServiceCenter Landstraße
auf 10 weitere Filialen. Es gibt keine
Zweigniederlassungen.
Forschung und Entwicklung
Der Bereich Forschung und Entwicklung
war im Jahr 2021 von zwei strategischen
Schwerpunkten der Bank – Nachhaltig
-
keit und Digitalisierung – geprägt.
Im Be
reich der Nachhaltigkeit wurde die
umfangreiche, nachhaltige hypo_blue
Produktschiene auf den Markt gebracht.
Basis dafür war die Ausarbeitung des
sogenannten Green Finance Frame
-
works. In diesem Rahmenwerk wird
f
estgelegt, welche Finanzierungen
beziehungsweise Refinanzierungen sich
für den „Green Finance Pool“ der Bank
qualifizieren. Das Framework wurde von
der renommierten Nachhaltigkeitsra
-
tingagentur ISS ESG geprüft. Auf Basis
die
ses Green Finance Frameworks
wurden 2021 schließlich ein Green Bond
im Volumen von 250 Millionen Euro
sowie die österreichweit erste nachhal
-
tige Wohnbauanleihe begeben und ein
mit
dem österreichischen Umweltzei-
chen ausgezeichnetes Giro- und Spar-
konto auf den Markt gebracht. Das Green
Fina
nce Framework definiert auch die
einzuhaltenden ökologischen Vorgaben
für den nachhaltigen hypo_blue Wohn
-
baukredit.
Im Be
reich der Digitalisierung war eine
der größten Änderungen im Jahr 2021
die Ablöse der bisherigen Maestro Ban-
komatkarte durch die neue Debit Master-
card. Diese kombiniert im Wesentlichen
die
Funktionen beziehungsweise Vorteile
einer Bankomatkarte mit jenen einer
Kreditkarte.
Ein wesentlicher Schwerpunkt lag im
Bereich mobile payment – dem Bezahlen
in Geschäften mittels Smartphone oder
Smartwatch. Für Android-Smartphones
stand schon länger die HYPO ELBA-pay
zur Verfügung. Neu bietet die HYPO
Oberösterreich den Kund*innen nun
auch Apple Pay und Bluecode an. Durch
die verschiedenen Bezahllösungen wird
das Smartphone zur mobilen Geldbörse.
Es müssen somit weder Bargeld noch
Karte mitgeführt werden.
Seit November 2021 präsentiert sich
Mein ELBA im neuen Design. Durch
die Neuerungen wird die Bedienung
des Online Banking noch einfacher und
intuitiver. Eine neue Navigation sorgt für
mehr Struktur und einen noch besseren
Überblick über die Finanzen. Die Start
-
seite ist als zentraler Einstiegspunkt für
die
täglichen Bankgeschäfte über einfa-
che Quicklinks nun noch übersichtlicher
und
kann nach individuellen Wünschen
gestaltet werden.
Weiterhin ist ein ungebremster Trend
zur Erledigung von Bankgeschäften über
Smartphone oder Tablet zu erkennen. So
sind die mittels der HYPO Mein ELBA-
App getätigten Überweisungen 2021 im
Vergleich zum Vorjahr um knapp 70 Pro
-
zent gestiegen.
Um d
ie Digitalisierung weiter voranzu-
treiben, ist für 2022 geplant, die Möglich-
keit, Bankprodukte online abzuschließen,
w
eiter auszubauen. Ebenso soll es für
die HYPO Mein ELBA-App als auch für
mobile payment einige Neuerungen und
eine Ausweitung des Produktangebotes
geben. Das Thema Digitalisierung ist
auch in der strategischen Kernpositionie
-
rung der HYPO Oberösterreich verankert.
Änd
erungserfordernisse, die sich etwa
aufgrund der Digitalisierung ergeben,
werden so rasch erkannt und in die Orga
-
nisation transferiert.
Dur
ch die Digitalisierung werden keine
Produkte ersetzt; digitale Produkte erwei
-
tern das gesamte Produktportfolio für die
K
und*innen der HYPO Oberösterreich.
Neukund*innen haben so die Möglich
-
keit – unabhängig von einem Filialstand-
ort – von zu Hause, Produkte bei der
H
YPO Oberösterreich zu eröffnen.
Die Kommunikation mit den Kund*innen
der Bank erfolgt analog und digital in
guter Verschränkung mit den Filialen.
Standard ist die digitale Kommunikation.
Die Kund*innen können jedoch wählen,
wie sie mit der HYPO Oberösterreich
in Verbindung treten. Produkte und
Services können je nach Präferenz und
Verfügbarkeit über alle Kanäle bezogen
werden (Omnikanalstrategie).
Zum Thema Nachhaltigkeit wird auf den
neuen Nachhaltigkeitsbericht auf der Web-
site des Kreditinstitutes (www.hypo.at)
verwiesen.
22
Gesamtwirtschaftliches Umfeld und Kapitalmärkte Konzernlagebericht
Impulse.
Die finanzielle Zukunft
wird auch durch soziale
und ökologische
Aspekte bestimmt.
Wir schaffen mehr
23
Konzernlagebericht Gesamtwirtschaftliches Umfeld und Kapitalmärkte
Gesamtwirtschaftliches Umfeld
und Kapitalmärkte
Das Jahr 2021 war von der Niedrigzinspolitik und den
wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie
geprägt. Während die Renditen der Anleihen darunter
litten, erreichten Aktienbörsen teilweise Rekordstände.
Weltweite Erholung voll in
Fahrt
Die Corona-Krise hatte im Jahr 2020
erstmals seit der Finanzkrise wieder zu
einem negativen Wachstum der Weltwirt
-
schaft geführt, umso stärker fiel im Jahr
2021
allerdings die Erholung aus. Die
letzte Schätzung des Instituts für höhere
Studien (IHS) geht für 2021 von einem
Plus von 5,6 Prozent für das BIP-Wachs
-
tum aus. Im Jahr 2022 dürfte sich dieses
W
achstum aufgrund der anhaltenden
Engpässe in den globalen Lieferketten
und den Auswirkungen der Omikron-
Variante auf die Produktion sowie des
Krieges in der Ukraine abschwächen. Die
aktuelle Schätzung sieht ein Plus von 3,7
Prozent weltweit. In der Eurozone sollte
2021 mit 5,3 Prozent Zuwachs nur knapp
unter dem weltweiten Schnitt liegen und
das Jahr 2022 mit 3,3 Prozent ebenfalls
noch ein deutliches Wachstum aufwei
-
sen. Die USA wuchsen 2021 mit plus 5,7
Pr
ozent stärker als Europa. Das IHS geht
aufgrund der anstehenden Zinserhöhun
-
gen der Notenbank und dem Scheitern
eine
s ambitionierten Sozial- und Klima-
pakets allerdings 2022 von einem etwas
stä
rkeren Dämpfer für die Wirtschaft aus,
so dass das Wachstum in den USA 3,4
Prozent betragen sollte. Österreich hinkte
der Eurozone durch strengere Corona-
Maßnahmen etwas hinterher, auf den
Zuwachs von 4,5 Prozent im Jahr 2021
wird nun lediglich ein Wachstum von 3,6
Prozent im Jahr 2022 erwartet.
Während sich die Weltwirtschaft gut von
den Auswirkungen des ersten Corona-
Jahres erholen konnte, bestimmte das
Virus selbst auch im Jahr 2021 groß
-
teils die Schlagzeilen. Im Frühjahr, fast
z
eitgleich mit der Verteilung der ersten
Impfstoffdosen, schwappte die nächste
größere Welle über Europa, die wieder
zu Einschränkungen führte. Der Sommer
war dann wie im Jahr zuvor ruhig, ehe
der Herbst, trotz voranschreitender Impf
-
kampagne, neuerlich von einer intensi-
ven Welle mit begleitenden Lockdowns
gep
rägt war. Gegen Jahresende kündigte
sich dann mit Omikron eine Variante an,
die zwar weniger gefährlich, dafür aber
deutlich ansteckender sein dürfte und
gegen die Impfungen weniger wirksam
sind als gegen ihre Vorgänger. Somit darf
man auch für 2022 gespannt sein, ob
das Virus sich endgültig zurückschlagen
lässt, oder ob es weiterhin ein Risikofak
-
tor bleibt, der die Welt wieder ins Chaos
stür
zen kann.
Ereignisse abseits des Virus waren für
die Märkte zumeist eher Nebenschau
-
plätze, die rasch überwunden wurden.
D
er überhastete Rückzug der US-Armee
aus Afghanistan mit anschließender
Machtübernahme der Taliban konnte
sich ebenso nicht nachhaltig auswirken,
wie ein Hickhack um die Anhebung der
Schuldenobergrenze in den USA. Poli
-
tisch konnte US-Präsident Biden mit der
V
erabschiedung eines billionenschwe-
ren Infrastrukturpakets einen kleinen
Pun
ktsieg erreichen, das ambitionierte
Sozial- und Klimapaket wurde allerdings
von einem Parteikollegen blockiert. Zum
Jahresende begann ein Säbelrasseln
Russlands an der ukrainischen Grenze,
das im Februar 2022 in einen Einmarsch
russischer Truppen mündete. Unterstützt
durch westliche Waffenlieferungen leis
-
ten die Streitkräfte der Ukraine intensiven
Wider
stand. Der Westen reagierte auch
mit beispiellosen Sanktionen wie einem
Einfrieren der ausländischen Gelder
der russischen Notenbank. Abhängig
vom weiteren Fortgang des Krieges und
einem etwaigen Zudrehen des Gashahns
durch Russland, sind negative Auswir
-
kungen auf das Wirtschaftswachstum in
den
USA und Europa zu befürchten.
24
Gesamtwirtschaftliches Umfeld und Kapitalmärkte Konzernlagebericht
Zinsen bleiben anhaltend
niedrig
Im Jahr 2021 setzte sich die Phase des
billigen Geldes fort. Die Notenbanken flu-
teten die Märkte weiterhin mit Liquidität,
dah
er blieben die Zinsen weiterhin nied-
rig und bei sicheren Assets wie Staatsan-
leihen häufig im negativen Bereich. Die
R
enditen für 10-jährige österreichische
Bundesanleihen starteten mit minus
0,4 Prozent ins Jahr und stiegen bis zur
Jahresmitte gegen Null. Nach einer Rück
-
kehr in den negativen Bereich über den
Somm
er, ging es im Herbst dann knapp
ins Plus bis zum Jahresendwert von
knapp 0,1 Prozent. 10-jährige deutsche
Bundesanleihen verließen wie im Vorjahr
nie den negativen Bereich, verzeichneten
ihren tiefsten Stand allerdings ebenfalls
zu Jahresbeginn mit minus 0,6 Prozent.
Während des Jahresverlaufs gab es
ein Auf und Ab mit Anstiegen auf rund
minus 0,1 Prozent und Tiefpunkten von
bis zu minus 0,5 Prozent. Am Jahresende
betrug die Rendite dann etwa minus 0,2
Prozent mit Ausblick auf einen weiteren
Anstieg.
Der Geldmarkt blieb das gesamte Jahr
über stark negativ, so wie der Einlagen
-
satz der Europäischen Zentralbank (EZB)
v
on durchgehend minus 0,5 Prozent.
Zu diesem Satz können die Geschäfts
-
banken Geld bei der Notenbank parken.
D
er Leitzins blieb über das Jahr 2021
konstant bei 0,0 Prozent. Die Schwan
-
kungsbreite beim 3-Monats-Euribor war
eb
enfalls äußerst gering, zwischen dem
Jahresstart bei minus 0,545 Prozent und
dem Jahresende bei minus 0,572 Prozent
lagen nur wenige Punkte. Aber auch
dazwischen gab es kaum Bewegung,
das Tief wurde bei minus 0,605 Prozent
verzeichnet, das Hoch bei minus 0,529
Prozent. Die EZB versorgte den Markt mit
günstiger Liquidität durch Anleihekäufe
und weitere Sonderrefinanzierungen
(TLTRO). Der Anstieg der Inflation über
den Zielwert von 2 Prozent mehrt die
Vermutungen, dass ein Ende der Ära der
ultralockeren Geldpolitik langsam näher
rückt. Die EZB wird im März 2022 plan
-
mäßig das Krisen-Anleihekaufprogramm
PEPP
einstellen und das Volumen der
Käufe im regulären Kaufprogramm
APP über das Jahr hinweg schrittweise
zurückfahren. Die Euribor-Futures impli
-
zieren darüber hinaus zwei Leitzinser
-
höhungen im Jahr 2022, voraussichtlich
im Herbst und gegen Jahresende.
Die US-Notenbank Federal Reserve
(FED) behielt ihren Leitzins ebenfalls
über das gesamte Jahr 2021 konstant.
Allerdings begann sie gegen Jahresende
damit, die Märkte auf ein Ende dieser
niedrigen Zinsphase vorzubereiten. So
wurden die Anleihekäufe ab Dezember
reduziert, sie sollen in mehreren Schrit
-
ten weiter absinken und im Frühjahr
2022
vollständig auslaufen. Im Anschluss
möchte die FED mit einer Bilanzsum
-
menreduktion beginnen. Auf ihrer Sit-
zung im März hat die Notenbank bereits
eine
erste Zinserhöhung um 25 Basis-
punkte vorgenommen. Mit ihrer Projek-
tion des Zinssatzes zum Jahresende von
1,9 Pr
ozent signalisiert sie zudem weitere
sechs Zinsschritte um je 25 Basispunkte,
wobei auch zwei Schritte zu einer Anhe
-
bung von 50 Basispunkten zusammenge-
zogen werden können. Im Jahr 2023 ist
a
ufgrund der anhaltend hohen Inflations-
zahlen mit einer Fortsetzung des Zinser-
höhungszyklus zu rechnen. Die Renditen
für
10-jährige US-Treasuries spiegeln
diese Entwicklung wider. Sie begannen
das Jahr 2021 bei einem Ausgangswert
von rund 0,9 Prozent und stiegen mit
den Erwartungen steigender Zinsen bis
Jahresende auf über 1,5 Prozent. Der
Anstieg setzte sich Anfang 2022 bis auf
ein Niveau von 2,35 Prozent im März fort.
Aktienmärkte setzen Boom fort
Auch wenn das Corona-Virus trotz der
zur Verfügung stehenden Impfungen
nach wie vor für einschränkende Maß
-
nahmen und Verwerfungen in den
Lief
erketten verantwortlich ist, so zeigte
sich im Jahr 2021 dennoch deutlich ein
fortgesetzter Aufschwung. Die gewalti
-
gen Liquiditätsspritzen der Notenbanken
s
orgten an den Aktienmärkten für einen
Boom. Der Dow-Jones-Index begann
das Jahr bei 30.606 Punkten und mar
-
kierte drei Handelstage vor Jahresende
s
einen Höchststand. Per 31.12. notierte
der Index dann bei 36.338 Punkten, ein
sattes Plus von 18,7 Prozent. Ähnlich
deutlich konnte auch der deutsche
Aktienindex DAX performen, hier stand
ein Plus von 15,8 Prozent zu Buche bis
zum Jahresendwert von 15.885 Punkten.
Wachstumsprognosen
für 2022
Österreichs Wirtschaft
3,6 %
Globale Wirtschaft
3,7 %
25
Konzernlagebericht Gesamtwirtschaftliches Umfeld und Kapitalmärkte
Anders als im Vorjahr, als der österreichi-
sche Aktienindex ATX mit einem Minus
v
on 13,9 Prozent noch deutlich hinter
den anderen Indizes zurücklag, war er
im Jahr 2021 ein klarer Outperformer.
Der Startwert von 2.780 Punkten war der
niedrigste Wert des gesamten Jahres,
bis in den November kletterte der ATX
kontinuierlich auf ein Hoch von 3.928
Punkten. Trotz eines kleinen Rückgangs
danach, verbuchte er am Jahresende
ein deutliches Plus von 38,9 Prozent auf
3.861 Punkte.
Euro verliert etwas an Boden
Nachdem 2020 noch von einer Dollar-
Schwäche geprägt war, konnte der
Greenback gegenüber dem Euro im
Jahr 2021 wieder zulegen. Vor allem die
Erwartung der Marktteilnehmer an einen
früheren Beginn von Zinsanhebungen
durch die US-Notenbank ließ den Dollar
ab Jahresmitte aufwerten. Der Jahres
-
start erfolgte bei einem Wechselkurs
v
on knapp über 1,22. Bis Jahresmitte gab
es nur geringe Schwankungen bis auf
etwas über 1,18, ehe die erwähnte Rally
folgte, die zu einem Dollar-Hoch bei 1,12
Ende November und zum Jahresendkurs
von knapp unter EUR/USD 1,14 führte.
Der Schweizer Franken bestätigte hin
-
gegen wieder einmal seine Funktion
als s
icherer Hafen. Vom Jahresstart bei
EUR/CHF 1,08 ging es vorerst aufgrund
der Entspannung an der Corona-Front
bis auf 1,11. In der zweiten Jahreshälfte
konnte er aber wieder deutlich aufwerten
und beendete das Jahr bei einem Wech
-
selkurs von etwas unter 1,04.
V
or allem die Eskalation zwischen der
Ukraine und Russland sorgte dafür, dass
wieder vermehrt Geld in der Schweiz
geparkt wurde.
Liquidität im Überfluss lässt
Inflation steigen
Sowohl der Leitzins für die Eurozone wie
auch der Einlagensatz, zu dem Banken
ihre Überschussliquidität bei der EZB
veranlagen, blieben das gesamte Jahr
2021 über konstant bei 0,0 Prozent
beziehungsweise minus 0,5 Prozent.
Zudem konnten die Banken weitere
gezielte Langfristtender (TLTRO) auf
-
nehmen und sich so äußerst günstig
Liqu
idität für bis zu drei Jahre sichern.
Bei Erreichung bestimmter Kreditwachs
-
tumsziele können sie zudem von einer
Sond
erverzinsung von minus 1 Prozent
für die Geldaufnahme bei der Notenbank
profitieren.
Nachdem die Teuerungsrate in der Euro
-
zone am Ende des Jahres 2020 noch im
ne
gativen Bereich lag, drehte sie bereits
im Januar 2021 mit 0,9 Prozent ins Plus.
Bis Jahresmitte stiegen die Preise weiter
an, Ende Juli lag der Wert mit 2,2 Prozent
erstmals über dem Zielwert der EZB von
2,0 Prozent. Der dynamische Anstieg
der Verbraucherpreise setzte sich bis
Jahresende fort, per Ultimo 2021 betrug
die Inflationsrate 5,0 Prozent. Ursache
für die deutlichen Preissteigerungen
sind gestiegene Rohstoff- und Energie
-
preise sowie Preiserhöhungen durch
E
ngpässe in den Produktionsketten.
Die EZB erwartet weiterhin, dass sich
diese Effekte langsam auflösen und der
starke Anstieg der Inflation nur vorüber
-
gehender Natur ist. Die Prognose der
EZB
-Ökonomen rechnet im Jahr 2022 mit
einer durchschnittlichen Teuerung von
3,2 Prozent, ehe die Inflationsrate im Jahr
2023 wieder auf 1,8 Prozent absinkt. Der
steigende Preisdruck dürfte es für die
Notenbank erforderlich machen, früher
als noch im vergangenen Jahr vermutet,
an der Zinsschraube zu drehen.
Noch ausgeprägter war die Dynamik des
Inflationsanstiegs in den USA. Lag die
Teuerungsrate zu Jahresbeginn noch bei
1,4 Prozent, so stieg diese schon im Mai
auf 5,0 Prozent an und markierte mit Jah
-
resende ihren Höchststand von 7,0 Pro-
zent im Vorjahresvergleich. In den USA
w
aren ebenfalls gestiegene Rohstoff-
und Energiepreise der Haupttreiber, aber
auch Preisanstiege aufgrund einer Ver
-
knappung auf der Angebotsseite wie bei
Neu-
und Gebrauchtwägen trugen ihren
Teil dazu bei. Am Arbeitsmarkt herrscht
in den USA hingegen nahezu Vollbe
-
schäftigung, die Arbeitslosenrate sank
üb
er das Jahr von 6,4 Prozent bis auf 3,9
Prozent ab. Diese Entwicklungen sind
insgesamt maßgeblich dafür verantwort
-
lich, dass die US-Notenbank FED bereits
früh
er als die EZB mit Zinserhöhungen
und einem Ende der lockeren Geldpolitik
beginnen wird.
Der heimische Aktienindex ATX
war 2021 einer der Highflyer der
internationalen Börsen.
26
Forderungen
an Kunden
5.599
Millionen Euro
Kreditgeschäft Konzernlagebericht
Zufriedenheit.
Durchdachte Lösungen
bringen Wünsche
unter Dach und Fach.
Wir schaffen mehr
27
Konzernlagebericht Kreditgeschäft
Kreditgeschäft
Bei den Forderungen an Kunden kam es
im Jahr 2021 zu einer Ausweitung auf
5.598,6 Millionen Euro (2020: 5.459,7 Milli
-
onen Euro).
Dab
ei stiegen die Ausleihungen im Seg-
ment Großkunden auf 2.833,5 Millionen
E
uro (2020: 2.631,0 Millionen Euro). Diese
Erhöhung resultiert im Wesentlichen aus
der guten Geschäftsentwicklung im Teil
-
segment Öffentliche Institutionen und im
T
eilsegment Kommerzkunden und Immo-
bilienprojekte, welche auf ein Volumen von
891,
9 Millionen Euro (2020: 831,6 Millio-
nen Euro) bzw. 699,8 Millionen Euro (2020:
517,
5 Millionen Euro) gehoben werden
konnten.
Im Teilsegment Großwohnbau kam es zu
einer leichten Konsolidierung auf 1.139,0
Millionen Euro (2020: 1.150,5 Millionen
Euro). Der Anteil an den gesamten Kun
-
denforderungen sank somit auf 20,3
Pr
ozent. Trotzdem konnte die Marktfüh-
rerschaft als Finanzierungspartner im
Gr
oßwohnbau in Oberösterreich gehalten
und die Finanzierungsvolumina in anderen
Bundesländern stabil gehalten werden.
Das Segment Retail und Wohnbau ist in
der HYPO Oberösterreich durch hohe
Kompetenz sowie umfassende Beratung
und Betreuung geprägt und ist Kernge
-
schäftsfeld der HYPO Oberösterreich.
Dad
urch konnte das Finanzierungsvolu-
men mit 2.768,5 Millionen Euro auf einem
s
ehr guten Niveau gehalten werden (2020:
2.828,7 Millionen Euro). Die infolge des
niedrigen Zinsniveaus bedingten außer
-
ordentlichen Tilgungen im Bereich der
W
ohnbauförderung konnten durch hohe
Neuzuzählungen im direkten Retailge
-
schäft annähernd kompensiert werden
(Ans
tieg um 118,7 Millionen Euro). Der
Anteil an den gesamten Kundenforderun
-
gen reduzierte sich leicht auf 49,4 Prozent.
Die
Marktführerschaft für Ärzte und Frei-
berufler sowie die traditionelle Stellung
als W
ohnbaubank für Privatkunden konnte
2021 damit trotz des stark umkämpften
Marktes weiter gefestigt werden.
Das Kreditgeschäft wurde im Geschäfts
-
jahr 2021 von der Covid-19-Pandemie
nich
t mehr weiter relevant beeinflusst.
Egal, ob Schulen,
Mietwohnungen oder
Eigenheime, bei der
Finanzierung wird auf
unser Experten wissen
gebaut.
Verteilung der Kundengruppen
des Segments Großkunden
Großwohnbau
20,4 %
Kirche und
Soziales 1,8 %
Öffentliche Insti-
tutionen 15,9 %
Kommerzkunden
und Immobilien-
projekte 12,5 %
Verteilung der Ausleihungen
nach Segmenten
Gesamtvolumen per 31.12.2021:
5.598,6 Millionen Euro
Großkunden
50,6 %
Retail und
Wohnbau 49,4 %
28
Wertpapiergeschäft Konzernlagebericht
Perspektiven.
Aussichtsreiche
Investitionen
in die Zukunft.
Wir schaffen mehr
Nachhaltige
Veranlagungen
starker
Zuwachs
29
Konzernlagebericht Wertpapiergeschäft
Wertpapiergeschäft
Das Wertpapierjahr 2021 zeigte wieder
einmal beide Seiten einer Medaille. Wäh-
rend die Renditen der Anleihen weiterhin
un
ter der Niedrigzinspolitik litten, stürmten
die weltweiten Aktienbörsen teilweise zu
neuen Rekordständen.
Die Technologiebörse Nasdaq legte auf
Jahressicht 28 Prozent zu, der Dow-Jones-
Index stieg um 20 Prozent und der DAX
erhöhte sich immerhin noch um beacht
-
liche 16 Prozent. Aber alle drei großen
Indi
zes stellte der heimische ATX in den
Schatten. Er stieg innerhalb eines Jahres
um fast 40 Prozent und war damit der Spit
-
zenreiter unter den europäischen Börsen.
Das
alles bestimmende Thema war
jedoch rückblickend gesehen die Inflation
und deren deutlicher Anstieg. Ursächlich
dafür waren einerseits das Aufeinander
-
prallen einer starken Konsumnachfrage –
nach
Aufhebung der pandemiebedingten
Einschränkungen und Überwindung der
Lockdowns – und andererseits der Ange
-
botsschock, der sich in Lieferkettenpro-
blemen, stark gestiegenen Energie- und
R
ohstoffpreisen und erhöhten maritimen
Transport- und Logistikkosten manifes
-
tierte.
Un
ter diesen Marktbedingungen konnte
das gesamte in Wertpapieren veranlagte
Kundenvermögen der HYPO Oberöster-
reich gegenüber dem Vorjahr um 5,6 Pro -
zent auf mittlerweile 1.548,6 Millionen
Euro gesteigert werden. Dafür verantwort
-
lich zeichneten vorwiegend die Fonds-
und
Aktieninvestments. Darin spiegelt
sich das vermehrte Bestreben seitens der
Kunden*innen wider, dem Niedrig- und
Negativzinsumfeld durch entsprechend
chancen- und risikoreichere Veranlagun
-
gen entgegenzuwirken. Im Zuge dessen
k
onnten auch die Wertpapierprovisionen
im Vergleich zum Vorjahr um 32 Prozent
auf 8,8 Millionen Euro gesteigert werden.
Vorausblickend wird das Jahr 2022 wohl
von zwei wesentlichen Trends geprägt
sein. Einerseits macht es den Anschein,
dass die globale Zinswende nunmehr
eingeleitet ist, und andererseits erfährt
der Trend Richtung „nachhaltiger Invest
-
ments“ zum wiederholten Male vermehr-
ten Zuspruch bei den Anleger*innen.
Die
s zeigt sich auch an den deutlich zwei-
stelligen Zuwachsraten an Fondsbestän-
den und Fondssparern, die das Gütesiegel
„E
SG“ aufweisen.
Ein weiterer entscheidender Faktor wird
der weitere Verlauf des Russland-Ukraine-
Konflikts sein.
Die HYPO Ober-
österreich hat als
österreichweit
erste Bank eine
nachhaltige
Wohnbauanleihe
begeben.
Wertpapier
-
p
rovisionen
erhöhten sich um
rund
32 %
Kundendepot-
volumen
stieg auf rund
1.549
Millionen Euro
30
Marketing Konzernlagebericht
Zukunftsorientierung.
Bekenntnis zu
„hypo
_
blue“ rechnet
sich auch für Mensch
und Umwelt.
Wir schaffen mehr
2021 gekürt als
„Nachhaltigste
Bank Österreichs“.
Eine schöne
Bestätigung für
unsere konse-
quente nachhaltige
A
usrichtung.
31
Konzernlagebericht Marketing
Marketing
HYPO Oberösterreich –
Mit Nachhaltigkeit zum Erfolg
Nachhaltigkeit zählt schon seit vielen
Jahren zu den Schwerpunkten der HYPO
Oberösterreich. Anfang 2021 wurde
dieses wichtige Zukunftsthema zu einer
der vier Kernpositionierungen der neuen
HYPO Mehr-Wert-Strategie erhoben. Auf
Basis der neuen Strategie, die in vielerlei
Hinsicht für Aufbruch, Weitblick und Vor
-
angehen steht, wurde die HYPO Oberös-
terreich in einer Imagekampagne selbst-
bewusst als nachhaltige Regionalbank in
v
erschiedenen Facetten positioniert. Im
Zuge der Ausarbeitung der Kampagne
wurde auch das Corporate Design einem
sanften Relaunch unterzogen.
Weil unser Blau über Grün
hinausgeht – hypo
_
blue
Im Laufe des Jahres 2021 wurde eine
umfassende nachhaltige Produktlinie ent-
wickelt, die nahezu alle Dienstleistungs-
bereiche der Bank beinhaltet (Konto, Spar-
buch, Wohnbaufinanzierungen, Anleihen).
Das
Verständnis von Nachhaltigkeit fußt in
der HYPO Oberösterreich gleichermaßen
auf den Aspekten Umwelt, Soziales und
Unternehmensführung.
Es umfasst also mehr als ausschließlich
das „grüne“ Thema. Daher war es ein
einfacher Schritt, die neue Marke mit dem
traditionellen HYPO Blau zu verbinden:
das Blau, das über Grün hinausgeht. Im
Herbst 2021 wurde die neue nachhaltige
hypo_blue Produktschiene in einer großen
Kampagne veröffentlicht.
Auszeichnung zur nach-
haltigsten Bank Österreichs
Die HYPO Oberösterreich wurde schließ-
lich Ende 2021 vom Fachmagazin „Börsia-
ner“ zur nachhaltigsten Bank Österreichs
gek
ürt. In der Begründung wurde dabei
insbesondere die nachhaltige hypo_blue
Produktschiene hervorgehoben.
www.hypo.at/hypoblue
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Nachhaltigkeit ist eines der wichtigsten Themen unserer Zeit. Als nachhaltige
Regionalbank unterstützen wir das mit voller Kraft. Mit der Förderung regionaler
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gibt aber noch viel zu tun.
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32
Personalmanagement und Personalentwicklung Konzernlagebericht
Miteinander.
Die perfekte Balance
aus Leistung
und Menschlichkeit.
Wir schaffen mehr
33
Konzernlagebericht Personalmanagement und Personalentwicklung
Personalmanagement und
Personalentwicklung
Nachhaltige Personalarbeit
Nachhaltigkeit als Teil der HYPO Mehr-
Wert-Strategie ist ebenso in der strategi-
schen wie operativen Personalarbeit fix
v
erankert. So liegt uns das berufliche und
auch private Mobilitätsverhalten unserer
Mitarbeiter*innen sehr am Herzen. Mit
einer Vielzahl verschiedener Maßnahmen
haben wir Anreize zu dessen nachhaltig
positiver Veränderung gesetzt. Im Jahr
2021 war die HYPO Oberösterreich wieder
Partner der Aktion „Oberösterreich radelt“.
Mit insgesamt 18.283,6 geradelten Kilo
-
metern und dabei 3.225,23 Kilogramm
eing
espartem CO₂ erbrachten unsere
Mitarbeiter*innen eine beachtliche Leis
-
tung, die wir 2022 mit der Aktion „Jobrad“
no
ch weiter ausbauen wollen.
Weiters haben wir uns dazu entschlos-
sen, unseren Mitarbeiter*innen einen
Mobi
litätszuschuss von 60 Prozent der
Anschaffungskosten einer Jahreskarte
für den öffentlichen Verkehr bzw. für das
neue österreichweit geltende Klimaticket
zu bezahlen. Eine attraktive Förderung des
öffentlichen Verkehrs – auch für die private
Mobilität unserer Mitarbeiter*innen. Bereits
wenige Monate nach dessen Verfügbarkeit
hat mehr als ein Viertel der Belegschaft von
diesem Angebot Gebrauch genommen.
Zusätzlich konnten wir mit der Einführung
einer Homeoffice-Möglichkeit an zwei
Tagen je Woche die Fahrten vom Wohn-
zum Arbeitsplatz spürbar reduzieren und
damit den CO₂-Ausstoß nachhaltig senken.
Mitarbeiter*innen gewinnen dadurch Zeit,
die sie sinnvoll für berufliche oder private
Zwecke nutzen können.
Leistung & Menschlichkeit
Leistung und Menschlichkeit zählen zu
den zentralen kulturellen Werten der HYPO
Oberösterreich. Dies ist etwa in der Suche,
Auswahl und nachhaltigen Anstellung von
neuen Mitarbeiter*innen spürbar. Mit Aus
-
bruch der Covid-19-Pandemie werden zwar
Be
werbungsgespräche zunehmend per
Videokonferenzschaltung geführt, dennoch
ist und bleibt der physische Kontakt uner
-
setzlich. Hier werden zumeist die Weichen
für
ein längerfristiges Dienstverhältnis
gestellt. In den 100-Tage-Gesprächen, zu
dem jede/r neu eingetretene Mitarbeiter*in
eingeladen wird, werden die sehr professi
-
onellen und menschlichen Bewerbungsge-
spräche sowie die Begleitung und Einschu-
lung durch nominierte Pat*innen in den
er
sten Arbeitsmonaten besonders positiv
erwähnt.
Ebenso wertvoll werden unsere nachhaltig
implementierten familienfreundlichen Maß
-
nahmen wie zum Beispiel die HYPO Kinder-
ferientage, Homeoffice, flexible Arbeitszeit-
mo
delle wahrgenommen. Seit 2007 ist die
HYPO Oberösterreich ein auditierter und
zertifizierter familienfreundlicher Arbeitge
-
ber.
Mit
unserem Gesundheitsprogramm
„Gesund & Zufrieden“ tätigen wir ein nach-
haltiges Investment in die Gesundheit und
in das Wohlbefinden unserer Mitarbei-
ter*innen. Den größten gesundheitlichen
Herausforderungen aufgrund der Covid-
19-Pandemie, wie erhöhte psychische
Homeoffice wird
stark genutzt
Unser werte-
orientiertes
Miteinander macht
uns zu einem der
Top-Arbeitgeber
Österreichs
wiederholt ausgezeichnet
von „trend“ und „Kununu“
Gesund & Zufrieden
Zahlreiche präventive
und gesundheitsför-
dernde Maßnahmen
34
Personalmanagement und Personalentwicklung Konzernlagebericht
wurde als Zeichen einer gemeinsamen Ini-
tiative mit dem Betriebsrat eine Betriebsver-
einbarung zum Mitarbeiter*innengespräch
abg
eschlossen.
Durch die anhaltende Covid-19-Pandemie
wurden zahlreiche Bildungsmaßnahmen im
Online-Format angeboten. Damit verstärkte
sich der Trend zu kürzeren, jedoch häufi
-
geren Schulungsterminen, was wiederum
p
ositive Auswertungen auf eine nachhaltige
Verankerung der vermittelten Lerninhalte
zur Folge hat. Ökonomische und ökologi
-
sche Pluspunkte waren zudem die Reduk-
tion der An- und Abfahrtswege zu Schulun-
gen sowie geringere Übernachtungskosten
und
die Bereitstellung von Lernmaterialien
in digitaler Form.
Das Ausbildungssystem der HYPO Ober-
österreich umfasst die jährlich planmäßig
sta
ttfindenden Bankprüfungen für unsere
Berufseinsteiger, zahlreiche bedarfsorien
-
tierte Spezialausbildungen sowie Seminare
zu a
ktuellen Bankthemen.
• 13 Mitarbeiter*innen haben die HYPO
Bankprüfungen 1 und 2 erfolgreich absol
-
viert.
•
15 Fachexpert*innen nahmen an aus-
gewählten Spezialausbildungen, wie
bsp
w. Zertifizierter Risikomanager,
Versicherungskauffrau/-mann, Finanzie
-
rung Spezial, Fachkraft Immobilienbewer-
tung, Bilanzbuchhalter, European Invest-
ment Practitioner, Privatkundenbetreuer
Sp
ezial I, VÖIG/ÖVFA-Lehrgang teil.
• 104 Berater*innen unterzogen sich der
jährlichen Zertifizierung für Anlage-,
Wohnbau- sowie Versicherungsberatung.
• 3 Mitarbeiter*innen absolvieren ihre
Lehre im Rahmen der Dualen Akademie.
Insgesamt nahmen 405 Mitarbeiter*innen
an Ausbildungsmaßnahmen teil, was einer
durchschnittlichen Teilnehmerquote von
95,1 Prozent
1)
entspricht.
1)
unter Berücksichtigung von Mutterschutz, Karen-
zen, Altersteilzeiten und Langzeitkrankenstände
Von den 566 Schulungsangeboten (exkl.
Online-Selbstlernprogramme) im Jahr
2021 wurde der überwiegende Anteil in
einem Online-Format, als sog. „Webinar“
durchgeführt. Die Hauptanwendungsge
-
biete bilden hierbei die Vermittlung von
F
achwissen sowie IT-Know-how. Präsenz-
termine wurden vor allem für Seminare im
P
ersönlichkeitsbereich, zu Führungs- oder
Verkaufsschwerpunkten angeboten.
Belastungen oder mangelnde Bewegung im
Homeoffice, begegneten wir beispielsweise
mit einem Mitmach-Vortrag „Erfolgreich
gesund“ von Buchautor und Physiothera
-
peut Johannes Randolf und durch einen
W
orkshop „Digital Detox“. Unser betriebs-
ärztliches Angebot wurde durch eine per-
sönliche Impfberatung abgerundet.
Dass
sich das Investment in gesundheits-
fördernde Maßnahmen rechnet, zeigt sich
an d
er traditionell besonders niedrigen
Krankenstandsquote von 4,3 Tagen pro
Mitarbeiter*in für das Jahr 2021.
Die durchschnittliche Beschäftigung von
403 Mitarbeiter*innen änderte sich im Ver
-
gleich zum Vorjahr nur geringfügig. Dem
A
ustritt von 34 Personen, von denen wiede-
rum 8 in den Ruhestand traten, stehen 39
Neua
ufnahmen gegenüber. Damit ergibt
sich eine Fluktuationsrate von 6,1 Prozent.
Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit
liegt bei 14,9 Jahren. Das Durchschnittsalter
liegt bei rund 42,5 Jahren. Ende 2021 betrug
der Frauenanteil in der HYPO Oberöster
-
reich 60,2 Prozent, wovon 49,6 Prozent
a
uf Teilzeitbasis beschäftigt waren. Im
Vergleich dazu arbeiteten 10 Prozent aller
männlichen Kollegen auf Teilzeitbasis.
Aus- und Weiterbildung im Fokus
Exzellente Leistungen für unsere
Kund*innen genießen höchste Priorität
in der HYPO Oberösterreich. Die Grund
-
steine dafür sind zum einen unsere top-
a
usgebildeten Mitarbeiter*innen und
zum anderen maßgeschneiderte Füh
-
rungsinstrumente für eine professionelle
Z
usammenarbeit. Für ersteres sorgt eine
fundierte Bankausbildung sowie eine pra
-
xisbezogene Begleitung durch erfahrene
Coac
hes, Trainer*innen sowie hausinterne
Expert*innen. Zweiteres wird durch eine
regelmäßige Weiterentwicklung sicherge
-
stellt. 2021 evaluierte ein zwölfköpfiges
T
eam die bisherigen Führungsgrundsätze
und erarbeitete unter Einbeziehung eines
erweiterten Teilnehmerkreises die vier
neuen Werte zu Führung und Zusammen
-
arbeit „Ergebnis- & Leistungsorientierung“,
„
Wertschätzung & Respekt“, „Zukunfts- &
Lösungsorientierung“ sowie „Verantwor
-
tung & Verbindlichkeit“. Jeder Wert enthält
w
eiterführende Beschreibungen zur aktiven
Umsetzung im beruflichen Alltag für Füh
-
rungskräfte wie Mitarbeiter*innen. Diese
W
erte und die strategischen Kernpositio-
nierungen bildeten wiederum die Basis für
die
Neugestaltung unseres Mitarbeiterge-
sprächs inkl. Gesprächsleitfaden. Zusätzlich
Teilnehmeranzahl Schulungen
Online
5.592
Präsenz
992
Hybrid
63
Personal- 2021 Verän- 2020
entwicklung derung
in Zahlen in %
Ausgaben für
Ausbildung
in TEUR 361 + 7,1 337
Ausgaben pro
Mitarbeiter*in
in EUR 847 + 6,3 797
durchschnittliche
Schulungstage
pro Mitarbeiter*in 5,3 + 43,2 3,7
5,3
Ausbildungstage
je Mitarbeiter*in
Konstant niedrige
Fluktuation
Mitarbeiter*innen nach Geschlecht
Frauen
60,2 %
Männer
39,8 %
35
Konzernlagebericht Geschäftsentwicklung in den Segmenten
Leistung.
Geschäfts-
entwicklung
in den
Segmenten.
Wir schaffen mehr
Die erfolgreiche
strategische Aus-
richtung spiegelt
sich in der Neu-
kundengewinnung
sowie in unseren
Zahlen wider.
Markt-
führer
im Wohnbau sowie
bei den Ärztinnen
und Ärzten in
Oberösterreich.
36
Segment Großkunden Konzernlagebericht
50,6 %
der gesamten
Ausleihungen
werden im Segment
Großkunden
verbucht
Starke
Zuwächse
bei Kommerz-
kunden
Freiraum.
Finanzierungs-Know-how
sorgt für das
optimale Fundament.
Wir schaffen mehr
37
Konzernlagebericht Segment Großkunden
Provisions-
ergebnis
erhöhte sich um
20 %
Großkunden
Für die HYPO Oberösterreich ist das Seg-
ment Großkunden, in dem sich die Teilseg-
mente Großwohnbau, Öffentliche Instituti-
onen, Kommerzkunden und Immobilien-
projekte sowie kirchliche und soziale
Or
ganisationen wiederfinden, ein traditio-
nell bedeutender Geschäftsbereich.
Die
Bank konnte auch im Jahr 2021 ihre
führende Marktstellung in Oberösterreich
als Finanzierungspartner für den öffent-
lichen Wohnbau, als Bank des Landes
Ob
erösterreich und ihrer Unternehmun-
gen sowie für kirchliche und soziale
Or
ganisationen behaupten und ausbauen.
Deutlich ausgeweitet wurde auch das
Finanzierungsvolumen im neu definierten
Kundensegment Kommerzkunden und
Immobilienprojekte. Insgesamt stieg das
Segmentvermögen auf hohem Niveau
um 5,4 Prozent auf 2.908,2 Millionen Euro
(2020: 2.759,0 Millionen Euro).
Die ausgezeichnete Bonität der Bank hat
bei den Kund*innen dieses Segmentes
ebenfalls einen hohen Stellenwert. Das
zeigt die Tatsache, dass sich das Volumen
der Einlagen und der verbrieften Verbind
-
lichkeiten deutlich erhöht hat.
Die
Segmentverbindlichkeiten stiegen
um 16,8 Prozent auf 657,7 Millionen Euro
(2020: 563,3 Millionen Euro).
Dank der Ausweitung des Geschäftsvo
-
lumens konnte der Zinsüberschuss trotz
eine
s herausfordernden Zinsumfeldes
stabil bei 28,1 Millionen Euro (2020: 28,4
Millionen Euro) gehalten werden. Das
Provisionsergebnis stieg um mehr als 20
Prozent auf 3,9 Millionen Euro (2020: 3,2
Millionen Euro).
Die Kreditrisikovorsorgen konnten 2021
deutlich auf –2,2 Millionen Euro (2020:
–4,0 Millionen Euro) reduziert werden.
Diese liegen damit weiterhin auf einem
österreichweit sehr niedrigen Wert. Die
Verwaltungsaufwendungen erhöhten sich
aufgrund des personellen Aufbaus im
Teilsegment Kommerzkunden und Immo
-
bilienprojekte auf 13,0 Millionen Euro
(202
0: 12,0 Millionen Euro). Insgesamt
erhöhte sich der Jahresüberschuss vor
Steuern auf 16,7 Millionen Euro (2020:
15,7 Millionen Euro).
Segmentvermögen
stieg auf
2.908
Millionen Euro
Geschäfts-
entwicklung im
Segment
Großkunden
38
Segment Retail und Wohnbau Konzernlagebericht
Neuvolumen im
frei finanzierten
privaten Wohnbau
erstmals über
200
Millionen Euro
Lichtblicke.
Individuelle
Erfolgsrezepte
bieten das
gewisse Etwas.
Wir schaffen mehr
Der hypo
_
blue
Wohnbaukredit
belohnt mit Bonus
und günstigen
Zinsen das
ökologische und
energieeffizente
Bauen und Sanieren.
39
Konzernlagebericht Segment Retail und Wohnbau
Das Segment Retail und Wohnbau
umfasst die Teilsegmente Ärzte & Freibe-
rufler, Privatkunden sowie den geförderten
priv
aten Wohnbau. Auch aus diesem Seg-
ment ist die herausragende Marktposition
der
HYPO Oberösterreich als Wohnbau-
bank ersichtlich. Hier findet sich unter
and
erem das gesamte Ausleihungsvolu-
men (gefördert und freifinanziert), das die
Ban
k für den privaten Wohnbau in Oberös-
terreich zur Verfügung stellt.
Im f
reifinanzierten privaten Wohnbau
wurde das Neuvolumen bei den Krediten
um mehr als 20 Prozent im Vergleich zum
Jahr 2020 auf 202 Millionen Euro gestei
-
gert. Damit konnten allerdings die Rück-
gänge bei der Wohnbauförderung nicht
v
öllig kompensiert werden.
Die Forderungen an Kunden reduzierten
sich damit geringfügig um rund zwei
Prozent auf 2.781,8 Millionen Euro (2020:
2.841,8 Millionen Euro). Das Volumen der
Einlagen und der verbrieften Verbindlich
-
keiten erhöhte sich auf 1.779,1 Millionen
E
uro (2020: 1.750,3 Millionen Euro).
Der Zinsüberschuss reduzierte sich auf
22,7 Millionen Euro (2020: 26,6 Millionen
Euro). Demgegenüber herausragend ent
-
wickelte sich jedoch das Provisionsergeb-
nis. Getragen durch ein ausgezeichnetes
W
ertpapiergeschäft erhöhte sich das
Provisionsergebnis um fast 14 Prozent auf
13,1 Millionen Euro (2020: 11,5 Millionen
Euro). Die ausgezeichnete Risikolage in
diesem Segment blieb auch 2021 beste
-
hen.
A
ufgrund von Auflösungen von Risiko-
vorsorgen wurde ein positiver Ergebnis-
beitrag von 0,6 Millionen Euro (2020: 0,2
Millio
nen Euro) verbucht. Die Verwal-
tungsaufwendungen erhöhten sich auf-
grund der jährlichen Valorisierungen der
P
ersonalaufwendungen geringfügig auf
29,1 Millionen Euro (2020: 28,5 Millionen
Euro). Damit verringerte sich der Jahres
-
überschuss vor Steuern auf 8,0 Millionen
E
uro (2020: 10,5 Millionen Euro).
Retail und Wohnbau
Geschäfts-
entwicklung im
Segment Retail
und Wohnbau
Spar- und
Giroeinlagen
stiegen auf
1.779
Millionen Euro
Provisions-
ergebnis
erhöhte sich um
fast
14 %
Bei niedergelas-
senen Ärztinnen
und Ärzten in
Oberösterreich
auch 2021
unangefochtene
Nr. 1
40
Segment Financial Markets Konzernlagebericht
Fokussierung.
Konzentration
auf das was
wirklich zählt,
sichert Wett-
bewerbsvorteil.
Wir schaffen mehr
Ausgezeichnete
Liquiditäts-
ausstattung
LCR beträgt rund
197 %
Erster Green Bond
im Volumen von
250
Millionen Euro
41
Konzernlagebericht Segment Financial Markets
Eigenveranlagung
Die Strategie für das Jahr 2021 fokus-
sierte sich neuerlich auf den Ausbau
de
s Liquiditätsportfolios. Vom gesamten
Investitionsvolumen von 97,0 Millionen
Euro flossen rund zwei Drittel (67,1 Millio
-
nen Euro) in liquide Wertpapiere. Zugänge
v
on 14,0 Millionen Euro in Staatsanleihen
und Anleihen von Bundesländern sorg
-
ten für vollständigen Ersatz abreifender
P
apiere in dieser Kategorie. Der Bestand
an liquiden Pfandbriefen konnte durch
Zukäufe von 53,1 Millionen Euro erneut
ausgebaut werden. Im Port folio Treasury-
Veranlagungen mit Anleihen von Banken
gab es bei Zukäufen von 29,9 Millionen
Euro insgesamt einen minimalen Rück
-
gang des Bestands.
Dur
ch Investitionen in Höhe von 97,0 Mil-
lionen Euro bei gleichzeitigen Fälligkeiten
v
on 68,3 Millionen Euro kam es zu einem
Anstieg des Wertpapier-Eigenbestands
von 28,7 Millionen Euro. Die Zuwächse im
Wertpapierbestand in den letzten Jahren
wurden vorausschauend für das Jahr
2022 getätigt. Durch größere Tilgungen
wird sich der Bestand der Eigenveranla
-
gung im kommenden Jahr wieder plange-
mäß reduzieren.
Das
weiterhin niedrige Zinsniveau sorgte
dafür, dass bei kürzeren Laufzeiten Nega-
tivrenditen nicht vollständig vermieden
w
erden konnten. Der Anlagehorizont lag
bei den Papieren im Liquiditätsdepot
größtenteils im Bereich von 10 bis maxi
-
mal 20 Jahren, bei Treasury-Veranlagun-
gen im Schnitt bei etwa 5 Jahren, mit der
läng
sten Laufzeit von 10 Jahren.
Im Zuge des Nachhaltigkeitsschwer-
punktes wurde der gesamte Wertpapier-
Eige
nbestand einer Nachhaltigkeits-
analyse unterzogen. Gemessen an der
Ra
tingeinstufung von ISS ESG (eine der
weltweit führenden Rating-Agenturen im
Bereich der nachhaltigen Geldanlage)
Treasury
entfallen mehr als 75 Prozent des Port-
folios auf führende Unternehmen jeder
Br
anche bzw. Staaten hinsichtlich ihres
ESG-Leistungsgrades, die dafür mit dem
sogenannten Prime Status ausgezeichnet
werden. 7,5 Prozent entfallen bereits auf
Green und Social Bonds.
Refinanzierung
Die 2020 neu definierten strategischen
Kernpositionierungen haben bereits die
Refinanzierungsstrategie 2021 maßgeb
-
lich geprägt. Der Fokus auf Wachstum
im a
ktivseitigen Kundengeschäft war der
wesentlichste Treiber des Refinanzie
-
rungsbedarfs. Geringere Fälligkeiten ver-
briefter Verbindlichkeiten als im Vorjahr in
Höhe
von rund 272 Millionen Euro (2020:
rund 363 Millionen Euro) federten den
Effekt etwas ab.
Mit der ersten „grünen“ 250 Millionen
Euro-Subbenchmark Covered Bond-Emis
-
sion, die unter dem 2021 erstellten Green
Fina
nce Framework der HYPO Oberöster-
reich begeben wurde, konnte die Veran-
kerung des Schwerpunktes Nachhaltig-
keit weiter vorangetrieben werden.
Die
7-jährige Transaktion generierte eine
Nachfrage von über 500 Millionen Euro
und war in mehrerer Hinsicht ein Erfolg.
Es war die erste syndizierte Emission der
Bank seit 3 Jahren und mit einem Spread
von Mid-Swap +4 Basispunkte war es der
engste Spread sowie mit einer Rendite
von –0,132 Prozent die erste negative
Rendite, die von der Bank auf solch eine
Transaktion erreicht wurde.
Darüber hinaus wurden rund 263 Millio
-
nen Euro in Großteil langlaufenden Emis-
sionen mit einer durchschnittlichen Lauf-
zeit von circa 8 Jahren platziert, davon
wur
de mit einem Volumen von circa 118
Millionen Euro auch 2021 ein wichtiger
Bestandteil zur Refinanzierung durch die
eigene Platzierungskraft bei Kunden im
Haus erreicht.
Geschäfts-
entwicklung im
Segment
Financial Markets
Mit der hypo_blue Wohnbauanleihe der
Hypo-Wohnbaubank Aktiengesellschaft,
bei der die HYPO Oberösterreich als
Treugeber und Vertreiber fungiert, konnte
die erste nachhaltige Wohnbauanleihe
Österreichs begeben werden. Diese
wurde zusätzlich mit dem österreichi
-
schen Umweltzeichen für nachhaltige
Fina
nzprodukte zertifiziert. Im Segment
der Wohnbauanleihen zählt die Bank
weiterhin zu den führenden Anbietern in
Österreich.
Im Rahmen der von der Europäischen
Zentralbank zur Verfügung gestellten
günstigen Langfristtender (TLTROs III) zur
Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen
der Corona-Pandemie wurde an den Tran
-
chen 7 und 9 mit jeweils 100 Millionen
E
uro teilgenommen. Der Gesamtbetrag,
der unter den TLTROs III gezogen wurde,
beläuft sich damit auf 600 Millionen Euro
(2020: 400 Millionen Euro).
Das Volumen ausstehender verbriefter
Verbindlichkeiten erhöhte sich daher auf
4.242,8 Millionen Euro (2020: 4.157,5
Millionen Euro). Die Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich
auf 1.235,6 Millionen Euro (2020: 1.194,8
Millionen Euro).
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
haben sich auf 1.945,2 Millionen Euro
(2020: 1.737,2 Millionen Euro) erhöht,
wobei das Volumen stabiler Retail-Einla
-
gen um 11,0 Prozent gesteigert werden
k
onnte. Einlagen von institutionellen bzw.
Firmenkunden wurden trotz der Ver
-
rechnung von Verwahrentgelten um 89,1
Millio
nen Euro auf 747,6 Millionen Euro
ausgebaut.
Die Bank verfügt über eine sehr komfor-
table Liquiditätsausstattung und über
-
erfüllt die regulatorischen Liquiditätsan-
forderungen deutlich. Zum Ultimo 2021
lag
die LCR bei 196,8 Prozent (2020: 165,7
Prozent).
42
Segment Sonstige Konzernlagebericht
e-Motion.
Leidenschaft
ist in jeder
Hinsicht
unser Antrieb.
Wir schaffen mehr
Bestand des
Leasingvolumens
stieg auf
131,9
Millionen Euro
43
Konzernlagebericht Segment Sonstige
Geschäfts-
entwicklung im
Segment Sonstige
Tochterunternehmen
Als Tochterunternehmen der HYPO Ober-
österreich bietet die OÖ Hypo Leasingge-
sellschaft m.b.H. unseren Kundinnen und
K
unden alle Formen des Mobilien- und
Kfz-Leasings an. Die Betreuung erfolgt
dabei durch die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter der Hypo Leasing, der Filialen
und der FinanzService-Teams der HYPO
Oberösterreich.
Das Jahr 2021 war für die Tochtergesell
-
schaften der HYPO Oberösterreich ein
üb
eraus erfolgreiches Jahr. Das Neu-
geschäftsvolumen im Kfz- und Mobilien-
bereich konnte im Jahr 2021 auf 63,4 Mil -
lionen Euro (2020: 49,4 Millionen Euro)
gesteigert werden. Davon entfallen auf das
Kfz-Leasingneugeschäft 38,4 Millionen
Euro und auf das Mobilien-Leasingneuge
-
schäft 24,5 Millionen Euro. Der Bestand
de
s Leasingvolumens erhöhte sich um
11,3 Prozent von 118,6 Millionen Euro auf
131,9 Millionen Euro.
Als Eigentümerin von Gewerbeimmobilien
vermietet die Hypo Immobilien Anlagen
GmbH vorwiegend an renommierte Ein
-
zelhandelspartner aus der Textil-, Lebens-
mittel-, Schuh- und Drogeriebranche.
A
ufgrund der jahrelangen Erfahrung in der
Gewerbeimmobilienvermietung und den
qualitativ guten Standorten weist die Hypo
Immobilien Anlagen GmbH seit Jahren
einen sehr hohen Vermietungsgrad auf..
Zum Bilanzstichtag am 30. September
2021 beliefen sich die Anschaffungskos
-
ten aller Leasing- und Mietobjekte der
eige
nen Tochtergesellschaften auf 293,5
Millionen Euro (2020: 294,5 Millionen
Euro).
Die seitens der österreichischen Bundes
-
regierung geschaffenen Investitionsförde-
rung (Covid-19-Investitionsprämie) wirkte
sich
positiv auf die Finanzierungsnach-
frage aus. Gestützt wurde diese Nach-
frage vor allem von Unternehmen aus der
Ba
u- und Transportbranche. Die Nach-
frage nach Kfz-Finanzierungen seitens
Priv
atkunden stieg ebenso spürbar an.
In der Hypo Immobilien Anlagen GmbH
konnten aufgrund der guten Geschäftsbe
-
ziehung mit den Mietern für die Zeiträume
der
Covid-19 bedingten Geschäftsschlie-
ßungen Vereinbarungen getroffen und die
Mie
tausfälle gering gehalten werden.
Mobilien-Leasingfinanzierungen von Pho-
tovoltaikanlagen erfolgten im Ausmaß von
1,3
Millionen Euro. Das Finanzierungsvo-
lumen betreffend Elektrofahrzeuge und
F
ahrzeugen mit Hybrid-Antrieb beträgt 3,8
Millionen Euro. Die Fahrzeuge wurden vor
allem von Geschäftskunden angeschafft.
Zur künftigen Dokumentation klimarele
-
vanter Auswirkungen der Finanzierungs-
objekte insbesondere von Fahrzeugen
a
uf das Leasingobligo werden Antriebsart
und CO₂-Emissionsdaten je Leasing
-
gut erfasst. Bei der Akquisition neuer
Fina
nzierungen werden klimaschonende
Investitionen gezielt bevorzugt. Durch die
Mitgliedschaft der OÖ Hypo Leasingge
-
sellschaft m.b.H. im CleanTech Cluster des
„bus
iness upper austria“ werden diese
Maßnahmen gezielt gefördert. Durch
Zusammenarbeit mit der Linz AG wird die
Finanzierung von Photovoltaikanlagen for
-
ciert. Durch diese Maßnahmen wird das
L
easingportfolio gezielt klimaschonend
ausgerichtet.
Neugeschäft
im Kfz- und Mobilien-
leasing von rund
63,4
Millionen Euro
Starke Nachfrage
von privaten und
unternehmerischen
Leasing- und
Mietkauf
-
fi
nanzierungen
44
Ausblick Konzernlagebericht
Die Gestaltung
zukunftsorientierter
Produkte und
Dienstleistungen
bestimmt unser
Denken und
Handeln in der
Gegenwart.
Weitblick.
Wir denken heute
schon ans
Übermorgen.
Wir schaffen mehr
45
Konzernlagebericht Ausblick
Ausblick
Der Krieg in Europa, die damit größer ge-
wordenen geopolitischen Spannungen
zwischen den Weltmächten, die explo
-
dierenden Energiepreise, die gestiegene
In
flation und eine noch immer nicht aus-
gestandene Covid-19-Pandemie spre-
chen auch beim weltweiten Wirtschafts-
wachstum für deutlich rückläufige Prog-
nosen.
Die
Europäische Zentralbank (EZB) wird
in ihrer Geldpolitik damit einen Weg
finden müssen, um einerseits die Infla-
tion einzudämmen und gleichzeitig auch
die
Unternehmen und die Mitgliedsstaa-
ten weiterhin mit günstiger Liquidität zu
un
terstützen. Es ist daher davon auszu-
gehen, dass die Zinsen in Europa frühes-
tens Ende 2022 steigen werden.
Die
HYPO Oberösterreich sieht dem
Geschäftsjahr 2022 trotz aller vorab
beschriebenen Risiken grundsätzlich
positiv entgegen, zumal direkte geschäft
-
liche Verbindungen zum russischen
Mark
t beziehungsweise zu russischen
Unternehmen nicht bestehen. Auch
sogenannte „Zweitrundeneffekte“
werden als eher überschaubar einge
-
schätzt.
Als
Bank des Landes Oberösterreich
sind wir eng mit der Wirtschaft und den
Menschen in unserem Bundesland
verbunden. Die starke Konzentration
auf unseren Heimmartkt und die kon
-
sequente Umsetzung der HYPO Mehr-
W
ert-Strategie sind die Basis für eine
erfolgreiche Geschäftsentwicklung.
Die konjunkturellen Aussichten für das
Jahr 2022 wären sowohl weltweit als
auch national durchaus positiv gewesen.
Der russische Angriffskrieg gegen die
Ukraine ist nicht nur eine humanitäre
Katastrophe, sondern hat auch die welt
-
weite wirtschaftliche Gesamtsituation
dr
amatisch verändert.
Die verhängten weitreichenden Wirt-
schaftssanktionen gegen Russland tref-
fen zwar in erster Linie den Aggressor
hab
en aber auch generelle konjunkturelle
Auswirkungen, denen sich auch der Wirt
-
schaftsraum Österreich nicht entziehen
k
ann. Hinzu kommt, dass durch diese
Krise die Inflation weiter ansteigt. Getrie
-
ben vor allem durch die galoppierenden
E
nergiepreise.
Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo)
und das Institut für höhere Studien (IHS)
haben daher in ihrer aktuellen Prognose
mit Ende März 2022 die Wirtschafts
-
aussichten für Österreich deutlich nach
un
ten revidiert. Nunmehr wird für heuer
lediglich mit einem Wirtschaftswachstum
von 3,9 Prozent (Wifo) beziehungsweise
3,6 Prozent (IHS) gerechnet. Zu Beginn
2022 lag die Prognose noch bei knapp
über fünf Prozent. Sowohl das Wifo wie
auch das IHS betonten, dass das Jahres
-
wachstum 2022 noch auf die ausgezeich-
nete Entwicklung im 1. Quartal zurückzu-
führen sei. Für das restliche Jahr rechnen
die
Institute jedoch mit deutlichen Rück-
gängen, im Industriesektor möglicher-
weise sogar mit einer Rezession.
Uns
eren strategischen Schwerpunkt
Nachhaltigkeit verstehen wir nicht nur
aus einer gesellschaftlichen Verantwor
-
tung heraus, sondern sehen darin auch
gr
oße Geschäftspotentiale. Der Ausbau
unserer nachhaltigen hypo_blue Pro
-
duktschiene wird auch im heurigen Jahr
k
onsequent fortgesetzt werden.
Diesen Weg des gegenseitigen Vertrau-
ens werden wir weiterhin bestreiten. Ziel
ist
, dass wir unsere Marktführerschaft
beziehungsweise unsere gute Markt-
position in den definierten Zielgruppen
– im Wohnbau, bei den Institutionellen
Kund*innen, bei den KMU, den Ärzt*innen,
den Freiberufler*innen sowie bei den
Privatkund*innen – weiter ausbauen.
Wir sind überzeugt, dass die HYPO Ober
-
österreich als starke Regionalbank gut
p
ositioniert ist und damit ihre erfolgrei-
che Entwicklung mit einer Geschäftsaus-
weitung trotz aller vorhandenen Heraus-
forderungen weiter fortsetzen wird.
Linz
, am 5. April 2022
Vorstand der HYPO Oberösterreich
Klaus Kumpfmüller
Thomas Wolfsgruber
Mit individuellen Gesamtkonzepten und
einem breit gefächerten Leistungsspektrum
begleiten wir unsere Kundinnen und Kunden
bei ihren finanziellen Glanzleistungen.
46
Konzernabschluss
Konzern-
abschluss
I. Konzernerfolgsrechnung 48
II. Konzernbilanz 49
III. Entwicklung des Konzerneigenkapitals 49
IV. Konzernkapitalflussrechnung 50
V. Anhang (Notes) zum Konzernabschluss 51
Grundlagen der Konzernrechnungslegung 51
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 51
(1) Grundsätze 51
(2) Angewandte IAS/IFRS- und SIC/IFRIC-Vorschriften 51
(3) Schätzungen, Ermessensentscheidungen und
Beurteilungen des Managements 52
(4) Konsolidierungskreis 52
(5) Konsolidierungsgrundsätze 52
(6) Finanzinstrumente 52
a) Kategorisierung finanzieller Vermögenswerte
und Verbindlichkeiten und ihre Bewertung 52
b) Hedge Accounting (HDFV) 53
c) Ausbuchung von Finanzinstrumenten und
Behandlung vertraglicher Modifikation 54
d) SPPI-Beurteilung 54
e) Beurteilung des Geschäftsmodells 54
(7) Eingebettete Derivate 54
(8) Währungsumrechnung 54
nach International Financial
Reporting Standards (IFRS)
(9) Aufrechnung von finanziellen Vermögenswerten
und Verbindlichkeiten 54
(10) Risikovorsorgen 55
(11) Pensionsgeschäfte (Repo-Geschäfte) und
Wertpapierleihgeschäfte 56
(12) Handelsaktiva 56
(13) Immaterielles Anlagevermögen 56
(14) Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
und Sachanlagen 57
(15) Leasingverhältnisse 57
(16) Ertragsteuern 57
(17) Rückstellungen 57
(18) Treuhandgeschäfte 58
(19) Garantien – Eventualschulden 58
Erläuterungen zur Konzernerfolgsrechnung 58
(20) Zinsüberschuss 58
(21) Risikovorsorgen 59
(22) Provisionsergebnis 59
(23) Handelsergebnis 60
(24) Finanzanlageergebnis 60
(25) Verwaltungsaufwand 60
(26) Sonstiges betriebliches Ergebnis 61
(27) Steuern vom Einkommen und Ertrag 61
Erläuterungen zur Konzernbilanz 61
(28) Barreserve 61
(29) Forderungen an Kreditinstitute 61
(30) Forderungen an Kunden 61
(31) Handelsaktiva 62
47
Konzernabschluss
Konzern-
abschluss
(53) Als Sicherheit übertragene Vermögenswerte
78
(54) Als Sicherheit erhaltene Vermögenswerte
78
(55) Fremdwährungsvolumina 78
(56) Nachrangige Vermögenswerte 78
(57) Eventualverbindlichkeiten und Kreditrisiken 78
(58) Personal 78
(59) Dividenden 78
(60) Wertpapiergliederung gemäß BWG 79
(61) Konsolidierte Eigenmittel und bankaufsichtliches
Eigenmittelerfordernis 79
(62) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 79
Risikobericht 80
(63) Gesamtbankrisikomanagement 80
(64) Marktrisiko 81
(65) Derivate und Hedge Accounting 82
(66) Kreditrisiko 82
(67) Liquiditätsrisiko 86
(68) Operationelles Risiko 86
VI. Organe 87
VII. Anteilsbesitz 88
VIII. Schlussbemerkung des Vorstandes (Bilanzeid)
(Verantwortlichkeitserklärung gemäß § 124 Abs. 1 Z 3 BörseG) 89
IX. Bericht des Aufsichtsrates 90
X. Bericht des unabhängigen Abschlussprüfers 91
(32) Finanzanlagen und Anteile an At Equity-bewerteten
Unternehmen 62
(33) Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien,
Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 63
(34) Sonstige Aktiva 64
(35) Risikovorsorgen 64
(36) Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 66
(37) Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 66
(38) Verbriefte Verbindlichkeiten 67
(39) Handelspassiva 67
(40) Rückstellungen 67
(41) Sonstige Passiva und Steuerverbindlichkeiten 68
(42) Latente Ertragsteuerforderungen und
-verbindlichkeiten 68
(43) Nachrangkapital 68
(44) Eigenkapital 69
(45) Sonstige Other Comprehensive Income
(OCI)-Rücklage 69
Zusätzliche IFRS-Informationen 70
(46) Gesamtvolumen noch nicht abgewickelter
derivativer Finanzprodukte 70
(47) Saldierung von Finanzinstrumenten 70
(48) Fair Values 71
(49) Leasingverhältnisse 75
(50) Angaben zu nahestehenden Personen und
Unter nehmen 76
(51) Eigentümer der Oberösterreichische Landesbank
Aktien gesellschaft 76
(52) Segmentberichterstattung 77
48
I. Konzernerfolgsrechnung Konzernabschluss
I. Konzernerfolgsrechnung
in TEUR Notes 2021 2020
Ia. Zinserträge nach der Effektivzinsmethode 75. 578 6 7. 10 9
Ib. Sonstige Zinserträge, zinsähnliche Erträge und laufende Erträge 2 0 .18 0 1 6.985
II. Zinsen und ähnliche Aufwendungen –34.464 –2 7. 3 9 7
A. Zinsüberschuss 20 61. 2 9 4 56.69 7
III. Kreditrisikovorsorge 21 –3. 1 45 –5. 575
B. Zinsüberschuss nach Risikovorsorge 5 8 .1 4 9 51 .12 2
IV. Ergebnis aus At Equity-bilanzierten Unternehmen 6 .1 0 5 6. 233
V. Provisionserträge 22 2 6 . 3 11 22.26 4
VI. Provisionsaufwendungen 22 –9 . 3 18 –7. 6 8 6
VII.-VIII. Handelsergebnis 23 9.86 5 –5.460
IX. Finanzanlageergebnis 24 –16 6 15 6
X. Verwaltungsaufwendungen 25 –5 7. 6 0 7 –55.334
XIa. Sonstige betriebliche Erträge 26 8. 288 7. 2 6 0
XIb. Sonstige betriebliche Aufwendungen 26 –7. 6 41 –6.088
XIc. Sonstige Steuern 26 –1. 4 8 0 –1. 618
C. Jahresüberschuss vor Steuern 32.505 10 . 8 4 8
XII. Steuern vom Einkommen und Ertrag 27 –5.020 –1. 513
D. Konzernjahresüberschuss 2 7. 4 8 6 9.33 5
Gesamtergebnisrechnung
in TEUR 2021 2020
Konzernjahresüberschuss 2 7. 4 8 6 9.33 5
Sonstiges Konzernjahresergebnis:
Posten, die nicht in die Erfolgsrechnung umgegliedert werden können:
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste
*)
1 .640 –3 85
Bonitätsbedingte Veränderungen der zum Fair Value bewerteten Verbindlichkeiten –6 .7 37 –3 .20 4
Änderungen des Fair Values bei FVOCI-Eigenkapitalinstrumenten 8 .18 9 8 .56 8
Latente Steuern auf Posten direkt im Konzernkapital verrechnet
**)
–74 –1. 4 0 5
Posten, die in die Erfolgsrechnung umgegliedert werden können:
Änderungen des Fair Values bei FVOCI-Schuldtiteln
***)
–6 .7 23 2 .96 5
Latente Steuern auf Posten direkt im Konzernkapital verrechnet 1. 4 8 3 –555
Sonstiges Konzernjahresergebnis –2.222 5. 985
Gesamtes Konzernjahresergebnis 25. 26 4 15.320
*)
hievon von At Equity-bewerteten Unternehmen 35 –15 8
**)
hievon von At Equity-bewerteten Unternehmen –9 39
***)
Dabei gab es keine (2020: keine) in die Erfolgsrechnung umgegliederten Beträge (Recycling).
49
Konzernabschluss II. Konzernbilanz, III. Entwicklung des Konzerneigenkapitals
II. Konzernbilanz
Aktiva in TEUR Notes 31.12.2021 31.12.2020
1. Barreserve 28, 35 7 7 2 . 0 16 4 51. 5 2 8
2. Forderungen an Kreditinstitute 29, 35 1 66.926 176 . 8 5 9
3. Forderungen an Kunden 30, 35 5.598 .64 4 5.459.7 46
4. Handelsaktiva 31 74 0 . 5 2 4 886.28 1
5. Finanzanlagen 32, 35 725.0 4 9 706 . 39 6
6. Anteile an At Equity-bewerteten Unternehmen 32 6 6 . 0 51 54.0 42
7. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 33 72 .3 94 7 3 . 710
8. Immaterielle Vermögensgegenstände 33 984 568
9. Sachanlagen 33 10 .7 70 1 2.422
10. Sonstige Aktiva 34 5 .13 0 3 .554
SUMME DER AKTIVA 8. 1 58.488 7. 8 2 5 .1 0 6
Passiva in TEUR Notes 31.12.2021 31.12.2020
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 36 1.235.602 1 . 1 94.777
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 37 1 .945.245 1. 7 3 7. 2 3 2
3. Verbriefte Verbindlichkeiten 38 4.242.843 4 . 1 57 .459
4. Handelspassiva 39 8 0 . 7 14 111 . 5 9 7
5. Rückstellungen 40 3 6 .670 37 .386
6. Sonstige Passiva 41 4 5 .19 4 4 2 . 0 11
7.1. Laufende Steuerverbindlichkeiten 41 2.9 57 1. 2 4 9
7.2. Latente Steuerverbindlichkeiten 42 14.902 16 . 4 7 7
8. Nachrangkapital 43 6 2. 3 61 5 7. 24 3
9. Eigenkapital 44 492.001 46 9. 675
SUMME DER PASSIVA 8. 1 58.488 7. 8 2 5 .1 0 6
III. Entwicklung des Konzerneigenkapitals
in TEUR Gezeichnetes
Kapital
Kapital-
rücklagen
Gewinn-
rücklagen
OCI-Rücklage Summe
Eigenkapital
IAS 19-
Rücklage
Sonstige OCI-
Rücklage
**)
Stand 1.1.2021 14 . 5 6 4 3 0 .73 9 4 2 7. 3 2 5 –4 .7 16 1.7 6 4 46 9. 675
Erwerb/Veräußerung eigener Aktien 0
*)
16 16
Gewinnausschüttung –2.955 –2.955
Konzernjahresüberschuss 2 7. 4 8 6 2 7. 4 8 6
Sonstiges Konzernjahresergebnis 1. 2 3 0 –3.452 –2. 2 21
Gesamtes Konzernjahresergebnis 2 7. 4 8 6 1. 2 3 0 –3 .4 52 25 .26 4
Stand 31.12.2021 14 . 5 6 4 3 0 .73 9 4 51. 8 7 1 –3 .486 –1. 6 8 8 4 92 .0 01
in TEUR Gezeichnetes
Kapital
Kapital-
rücklagen
Gewinn-
rücklagen
OCI-Rücklage Summe
Eigenkapital
IAS 19-
Rücklage
Sonstige OCI-
Rücklage
**)
Stand 1.1.2020 14 . 5 6 6 3 0 .7 3 9 418 . 0 6 9 –4. 428 –4 . 5 15 454.432
Erwerb/Veräußerung eigener Aktien –2 –74 –76
Konzernjahresüberschuss 9.33 5 9. 335
Sonstiges Konzernjahresergebnis –5 –289 6 . 279 5.985
Gesamtes Konzernjahresergebnis 9.3 30 –28 9 6 .279 15 . 3 2 0
Stand 31.12.2020 14 . 5 6 4 3 0 .73 9 4 2 7. 3 2 5 –4 .7 16 1.7 6 4 46 9. 675
*)
Wert < TEUR 1
**)
Für weitere Informationen zur Sonstigen OCI-Rücklage siehe Note (45).
50
IV. Konzernkapitalflussrechnung Konzernabschluss
IV. Konzernkapitalflussrechnung
in TEUR 2021 2020
Konzernjahresüberschuss 2 7. 4 8 6 9.33 5
Im Konzernjahresüberschuss enthaltene zahlungsunwirksame Posten:
Abschreibungen/Zuschreibungen auf Sachanlagen, Finanzimmobilien und Finanzanlagen 5.83 4 5 .073
Erträge aus At Equity-bewerteten Unternehmen –6 .10 5 –6. 233
Dotierungen/Auflösungen von Rückstellungen und Risikovorsorgen 1.559 5.9 66
Bewertungsergebnis FVPL –15 . 7 6 0 6 .15 8
Gebuchte Dividenden –6. 232 –5. 299
Gebuchter Zinsertrag –8 9. 876 –78.795
Veränderung abgegrenzte Zinsen Aktiva –432 –12 1
Gebuchter Zinsaufwand 3 4 . 8 14 2 7. 3 9 7
Gebuchter Ertragsteueraufwand 5.020 1 . 513
Sonstige Veränderungen 5 .3 31 4 .522
Veränderungen des Vermögens und der Verbindlichkeiten nach Korrektur um zahlungsunwirksame
Bestandteile:
Forderungen an Kreditinstitute und Kunden –1 36.901 4.90 9
Handelsaktiva –2. 973 5 .378
Anteile an At Equity-bewerteten Unternehmen –8 .698
Finanzimmobilien, Immaterielle Vermögensgegenstände, Sachanlagen, Sonstige Aktiva –894 25 . 293
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden 258 .3 22 18 1. 7 0 0
Verbriefte Verbindlichkeiten 215 . 2 3 7 –16 0 . 5 7 8
Rückstellungen, Sonstige Passiva, Steuerverbindlichkeiten, Handelspassiva 2.466 3
Erhaltene Dividenden 9.0 52 7. 5 4 9
Erhaltene Zinsen 90.894 8 4.425
Gezahlte Zinsen –3 8. 2 07 –29. 554
Ertragsteuerzahlungen –5. 1 77 –1. 5 8 6
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit 344.7 60 8 7. 0 5 5
Einzahlungen aus der Veräußerung von
Finanzanlagen 16 3 . 6 7 7 1 88 .444
Sachanlagen, Finanzimmobilien und Immateriellen Vermögensgegenständen 49
Auszahlungen für den Erwerb von
Finanzanlagen –184.029 –20 3 .79 6
Sachanlagen, Finanzimmobilien und Immateriellen Vermögensgegenständen –2.998 –8 62
Cashflow aus Investitionstätigkeit –2 3.30 1 –16 . 2 14
Dividendenzahlungen –2.955
Nachrangkapital
*)
3 . 0 47 –10.500
Auszahlungen für die Tilgungsanteile der Leasingverbindlichkeiten
**)
–1. 0 6 3 –1. 0 13
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit –971 –11 . 5 1 3
Zahlungsmittelbestand zum Ende der Vorperiode 4 51. 5 2 8 3 92. 20 0
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit 3 4 4 .76 0 8 7. 0 5 5
Cashflow aus Investitionstätigkeit –2 3 .3 01 –16 . 2 14
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit –971 –11 . 51 3
Zahlungsmittelbestand am Ende der Periode 7 7 2 . 016 4 51. 5 2 8
*)
Überleitungsrechnung siehe Note (43)
**)
Überleitungsrechnung siehe Note (49)
51
Konzernabschluss V. Anhang (Notes)
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft und ihre Tochter-
gesellschaften bieten ihren Kunden ein umfassendes Leistungsangebot im
Fina
nzbereich an. Zu den Kerngeschäftsfeldern zählen Geschäfte mit Ärzten
und Freien Berufen, öffentlichen Institutionen (Bund, Land, Gemeinden, Sozi-
alversicherungen, anerkannte Religionsgemeinschaften), gemeinnützigen und
ge
werblichen Bauträgern, Vertragsversicherungsunternehmen, Firmenkunden
sowie geförderte Eigenheimfinanzierungen. Ergänzend werden diverse Dienst-
leistungen im Bereich Leasing, Versicherungen und Immobilien angeboten.
K
ernmarkt des Bankkonzerns ist das Bundesland Oberösterreich. Im Osten
Österreichs ist die Bank durch einen Standort in Wien vertreten.
Die Bank ist eine Aktiengesellschaft, hat ihren Sitz in Linz, Österreich, und ist
im Firmenbuch Linz, Österreich (FN 157656y) eingetragen. Die Anschrift der
Bank lautet auf Landstraße 38, 4010 Linz.
Grundlagen der Konzernrechnungslegung
Der Bankkonzern der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
gehört zum Konsolidierungskreis der OÖ Landesholding GmbH mit Sitz in Linz.
Dieser Konzernabschluss wurde nach International Financial Reporting
Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt und erfüllt auch die
Voraussetzungen gemäß § 59a BWG (Bankwesengesetz) in Verbindung mit
§ 245a UGB. Er wurde vom Vorstand am 5. April 2022 zur Veröffentlichung
genehmigt.
Neben der Konzernbilanz sowie der Konzerngesamtergebnisrechnung bein
-
haltet der Konzernabschluss als weitere Komponenten die Entwicklung des
Eigenk
apitals, die Kapitalflussrechnung und den Anhang (Notes). Die Segment-
berichterstattung wird innerhalb des Anhanges unter Punkt (52) dargestellt.
D
er Bericht über die Risiken der künftigen Entwicklung (Risikobericht gemäß
IFRS 7) ist in den Notes unter den Punkten (63) bis (68) dargestellt.
Alle Beträge sind, sofern nicht gesondert darauf hingewiesen wird, in Tausend
Euro (TEUR) dargestellt. Die nachstehend angeführten Tabellen können Run
-
dungsdifferenzen enthalten.
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
(1) Grundsätze
Der Konzernabschluss basiert auf dem Grundsatz der Unternehmensfort-
führung (Going Concern). Erträge und Aufwendungen werden zeitanteilig
abg
egrenzt und in der Periode erfolgswirksam erfasst, der sie wirtschaftlich
zuzurechnen sind.
Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die bei der
Erstellung des vorliegenden Konzernabschlusses angewendet wurden, sind
im Folgenden dargestellt. Die beschriebenen Methoden wurden einheitlich
und stetig auf die dargestellten Berichtsperioden angewendet, sofern nichts
anderes angegeben ist.
Die Rechnungslegung im Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
Konzern erfolgt nach konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungs
-
methoden.
V. Anhang (Notes) zum Konzernabschluss
(2) Angewandte IAS/IFRS- und SIC/IFRIC-Vorschriften
Der vorliegende Konzernabschluss wurde im Einklang mit den am 31. De-
zember 2021 gültigen IAS/IFRS-Vorschriften, wie sie in der EU anwendbar
sind
, aufgestellt. Bei der Bilanzierung und Bewertung wurden grundsätzlich
alle gültigen IAS- bzw. IFRS-Standards sowie Interpretationen des SIC bzw.
IFRIC angewendet. Standards und Interpretationen, die erst ab dem 1. Jänner
2022 oder später anzuwenden sind, wurden nicht frühzeitig berücksichtigt.
Nachfolgend werden die im Geschäftsjahr erstmalig angewendeten Standards
sowie neue bzw. geänderte Standards und Interpretationen, die zum Bilanz
-
stichtag bereits veröffentlicht waren, jedoch noch nicht in Kraft getreten sind
und im v
orliegenden Konzernabschluss nicht angewendet wurden, dargestellt:
Standard/
Interpretation
Bezeichnung Anzuwenden
für Geschäfts-
jahre ab
Von EU
bereits über-
nommen
Änderungen zu
IFRS 4
Insurance Contracts –
deferral of IFRS 9
1.1.2021 ja
Änderungen zu
IFRS 9, IAS 39,
IFRS 7, IFRS 4
und IFRS 16
Interest Rate Benchmark
Reform – Phase 2
1.1.2021 ja
geplante
Änderung zu
IFRS 16
Covid 19-Related Rent
Concessions beyond 30
June 2021
1.4.2021 ja
Änderungen
zu IFRS 3, IAS
16, IAS 37
und jährliche
Anpassungen
2018-2020
Business Combinations,
Property, Plant and
Equipment, Provisions,
Contingent Liabilities,
Contingent Assets, Annual
Improvements
2018-2020
1.1.2022 ja
IFRS 17
(einschließlich
Änderungen zu
IFRS 17)
Insurance Contracts;
including Amendments to
IFRS 17
1.1.2023 ja
Änderungen zu
IAS 8
Definition of Accounting
Estimates
1.1.2023 ja
Änderungen zu
IAS 1
Disclosure of Accounting
policies
1.1.2023 ja
Änderungen zu
IAS 1
Classification of Liabilities
as Current or Non-current
an Classification of
Liabilities as Current or
Non-current - Deferral of
Effective Date
1.1.2023 nein
Änderungen zu
IAS 12
Deferred Tax related to
Assets and Liabilities
arising from a Single
Transaction
1.1.2023 nein
Änderungen zu
IFRS 17
Initial Application of
IFRS 17 and IFRS 9 –
Comparative Information
1.1.2023 nein
Durch Anwendung der genannten Standards und Interpretationen werden
keine wesentlichen Auswirkungen auf künftige Konzernabschlüsse erwartet.
Die Auswirkung der IBOR-Reform ist unter Punkt (23) erläutert.
52
V. Anhang (Notes) Konzernabschluss
(3) Schätzungen, Ermessensentscheidungen und Beurtei-
lungen des Managements
Zur ordnungsgemäßen vollständigen Erstellung des Konzernabschlusses
müssen vom Management Ermessensentscheidungen, Schätzungen und
Annahmen getroffen werden, die die Angaben im Anhang und den Ausweis
von Erträgen und Aufwendungen während der Berichtsperiode beeinflus
-
sen. Sie beziehen sich im Wesentlichen auf die Beurteilung der Fair Values
v
on Vermögenswerten inklusive At Equity-Bewertung und Verbindlichkeiten
(sofern diese nicht direkt von Börsekursen abgeleitet werden können), die
Werthaltigkeit von Vermögenswerten, die konzerneinheitliche Festlegung
der wirtschaftlichen Nutzungsdauer für Sachanlagen und Finanzimmobilien,
Klassifizierung von Leasingverträgen, die Berechnung von Sensitivitäten sowie
die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen. Die aktuellen Schätzun
-
gen zur Risikovorsorge sind aufgrund der Covid-19-Pandemie zusätzlich mit
Unsi
cherheiten behaftet.
Den Annahmen liegen Prämissen zugrunde, die auf dem jeweils aktuellen
verfügbaren Kenntnisstand beruhen (Details siehe unter Punkt (48), Punkt
(40), Punkt (21)). Hinsichtlich der zukünftig erwarteten Geschäftsentwicklung
wurden die zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses vorliegen
-
den Umstände ebenso wie die als realistisch unterstellte künftige Entwicklung
de
s globalen und branchenbezogenen Umfelds zugrunde gelegt. Durch
von den Annahmen abweichende und außerhalb des Einflussbereiches des
Managements liegende Entwicklungen dieser Rahmenbedingungen können
die einzustellenden Beträge von den ursprünglich erwarteten Schätzwerten
abweichen.
Bilanzierungswahlrechte werden unter anderem im Zusammenhang mit
kurzfristigen Leasingverhältnissen und Leasingverträgen über geringwertige
Vermögenswerte gemäß IFRS 16 (siehe dazu Punkt (15)), betreffend der Bilan
-
zierung von Sicherungsgeschäften gemäß IFRS 9 (siehe dazu Punkt (6b)), bei
der An
wendung der Fair Value-Option bei finanziellen Vermögenswerten und
Verbindlichkeiten sowie bei der erfolgsneutralen Bewertung von Eigenkapital-
instrumenten gemäß IFRS 9 (siehe dazu Punkt (6a)) in Anspruch genommen.
(4) Konsolidierungskreis
Um festzustellen, ob ein Unternehmen zu konsolidieren ist, werden folgende
Faktoren gemäß IFRS 10 überprüft:
• Zweck und Gestaltung des Unternehmens
• relevante Tätigkeiten und wie diese bestimmt werden
• ob der Konzern durch seine Rechte die Fähigkeiten hat, die relevanten
Tätigkeiten zu bestimmen
• ob der Konzern die Risikobelastung durch oder Anrechte auf variable
Rückflüsse hat und
• ob der Konzern die Fähigkeiten hat, seine Verfügungsgewalt so zu nutzen,
dass dadurch die Höhe der Rückflüsse beeinflusst wird.
Sind Stimmrechte maßgeblich, beherrscht der Konzern ein Unternehmen,
wenn er direkt oder indirekt mehr als die Hälfte der Stimmrechte an dem
Unternehmen besitzt, ausgenommen es gibt Anzeichen, dass ein anderer
Investor über die praktische Fähigkeit verfügt, die relevanten Tätigkeiten
einseitig zu bestimmen. Einer oder mehrere der folgenden Faktoren deuten
auf solche Anzeichen hin:
• Ein anderer Investor besitzt aufgrund einer Vereinbarung mit dem Konzern
die Beherrschungsmöglichkeit über mehr als die Hälfte der Stimmrechte.
• Ein anderer Investor besitzt aufgrund gesetzlicher Regelungen oder einer
Vereinbarung die Möglichkeit zur Beherrschung der Finanzpolitik und der
geschäftlichen Tätigkeiten der Beteiligung.
• Ein anderer Investor beherrscht die Beteiligung aufgrund seiner Möglichkeit
zur Bestellung und Abberufung der Mehrheit der Vorstandsmitglieder oder
eines gleichwertigen Lenkungsorgans.
• Ein anderer Investor beherrscht das Unternehmen aufgrund seiner Möglich
-
keit, über die Mehrheit der abzugebenden Stimmrechte bei einer Sitzung
der V
orstandsmitglieder oder eines gleichwertigen Lenkungsorgans zu
verfügen.
Bei der Beurteilung der Beherrschung werden auch potenzielle Stimmrechte
berücksichtigt. Tochterunternehmen werden ab dem Zeitpunkt konsolidiert, an
dem der Konzern einen beherrschenden Einfluss erlangt. Die Angemessenheit
der getroffenen Konsolidierungsentscheidungen wird regelmäßig überprüft.
Für die Überprüfung der Wesentlichkeit der einzelnen Tochterunternehmen
und assoziierten Unternehmen wurde die Vermögens- und Ertragslage ins
Verhältnis mit den Konzernwerten gestellt.
Im Konzernabschluss sind neben dem Mutterunternehmen 3 Tochterunter
-
nehmen (2020: 3), an denen die Oberösterreichische Landesbank Aktien-
gesellschaft direkt oder indirekt 100 % (2020: 100 %) der Stimmrechte hält,
einb
ezogen. Von diesen Unternehmen haben 3 ihren Sitz im Inland (2020: 3)
und keine ihren Sitz im Ausland (2020: 0). 2 (2020: 2) wesentliche inländische
assoziierte Unternehmen werden nach der At Equity-Methode bewertet.
Für weitere Informationen zu den At Equity-bewerteten Unternehmen siehe
Punkt (32).
10 Tochterunternehmen und assoziierte Unternehmen (2020: 10) mit unter
-
geordneter Bedeutung für die Gesamtaussage der Vermögens-, Finanz- und
E
rtragslage des Konzerns wurden nicht konsolidiert.
Der Bilanzstichtag bei den vollkonsolidierten Tochterunternehmen ist der
30.9. Der Bilanzstichtag bei den assoziierten Unternehmen ist bei der Be
-
teiligungs- und Wohnungsanlagen GmbH und bei der Beteiligungs- und
Immobilien GmbH der 30.9. Um eine z
eitnahe Jahresabschlusserstellung
zu gewährleisten, wurden abweichende Stichtage gewählt. Die Abschlüsse
werden um die Auswirkungen bedeutender Geschäftsfälle oder Ereignisse
zwischen dem Berichtsstichtag der Unternehmen am 30.9. und dem Konzern
-
abschlussstichtag am 31.12. angepasst.
Eine
vollständige Aufzählung der Tochterunternehmen sowie der assoziier-
ten Unternehmen befindet sich in den Notes unter Punkt VII (Anteilsbesitz).
Säm
tliche assoziierte Unternehmen und Tochterunternehmen sind nicht
börsenotiert.
Es wurden im Geschäftsjahr keine Unternehmenszusammenschlüsse gemäß
IFRS 3 vorgenommen.
(5) Konsolidierungsgrundsätze
Alle wesentlichen Tochterunternehmen, die von der Oberösterreichische
Landesbank Aktiengesellschaft beherrscht werden, sind in den Konzernab-
schluss einbezogen und werden vollkonsolidiert.
D
ie Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode gemäß IFRS 3. Un-
terschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung, die nach UGB-Grundsätzen
mit den R
ücklagen verrechnet wurden, wurden im Sinne des IFRS 1.15 in die
IFRS-Eröffnungsbilanz übernommen.
Im Rahmen der Konsolidierung werden konzerninterne Aufwendungen und
Erträge bzw. Forderungen und Verbindlichkeiten eliminiert. Im Konzern an
-
gefallene Zwischenergebnisse werden herausgerechnet – soweit sie nicht
v
on untergeordneter Bedeutung sind. Auf temporäre Unterschiede aus der
Konsolidierung werden die nach IAS 12 erforderlichen Steuerabgrenzungen
vorgenommen.
Assoziierte Unternehmen werden gemäß IAS 28 nach der Equity-Methode
bewertet. Die Beurteilung der Werthaltigkeit erfolgt anlassbezogen. Liegen
für derartige Beteiligungen keine beobachtbaren Marktpreise vor, wird für
die Ermittlung des Marktwertes auf bankinterne Unternehmensbewertungen
zurückgegriffen. Im Falle einer Unterdeckung wird ein Impairment in dieser
Höhe vorgenommen.
Anteile an Tochterunternehmen, die wegen untergeordneter Bedeutung nicht
konsolidiert wurden, und Beteiligungen sind zum Marktwert (Fair Value) in
den Finanzanlagen ausgewiesen.
(6) Finanzinstrumente
Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei dem einen Unterneh-
men zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen Unternehmen
zu einer finanziellen V
erbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt.
Forderungen, Einlagen und begebene Schuldverschreibungen werden zum
Entstehungszeitpunkt klassifiziert und bilanziert. Alle anderen finanziellen
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden erstmals am Handelstag in
der Bilanz erfasst.
Die nachstehenden Erläuterungen geben eine Übersicht darüber, wie die
Regelungen des IFRS 9 in unserem Konzern umgesetzt wurden:
a) Kategorisierung finanzieller Vermögenswerte und
Verbindlichkeiten und ihre Bewertung
IFRS 9 behält das gemischte Bewertungsmodell und führt drei grundsätzliche
Bewertungskategorien: fortgeführte Anschaffungskosten (Amortised Cost,
„AC“), erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value through Other
Comprehensive Income, „FVOCI“) und erfolgswirksam zum beizulegenden
Zeitwert (Fair Value through Profit & Loss, „FVPL“). Die Klassifikation basiert
auf dem festgelegten Geschäftsmodell und der Gestaltung der vertraglichen
Geldflüsse des Finanzinstruments. Im Folgenden werden die einzelnen Be
-
wertungskategorien näher erläutert:
53
Konzernabschluss V. Anhang (Notes)
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögens-
werte (Amortised Cost – AC)
Sch
uldinstrumente werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet,
wenn sie in einem Geschäftsmodell gehalten werden, dessen Zielsetzung die
Vereinnahmung der vertraglichen Cashflows ist (Geschäftsmodell „Halten“),
und ihre vertraglichen Zahlungsflüsse zu festgelegten Zeitpunkten zu Cash
-
flows führen, bei denen es sich ausschließlich um Zins- und Tilgungszahlungen
(Solely P
ayments of Principal and Interest, „SPPI“) auf den ausstehenden
Kapitalbetrag handelt.
Unterschiedsbeträge zwischen den Anschaffungskosten und dem Rück
-
zahlungsbetrag werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode über
die L
aufzeit verteilt erfolgswirksam im Zinsergebnis vereinnahmt. Die zu
fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte
stellen in der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft die größte
Bewertungskategorie dar.
Als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle
Vermögenswerte (Fair Value through Profit & Loss – FVPL)
Schuldinstrumente, deren vertragliche Cashflows nicht dem SPPI-Kriterium
entsprechen, werden automatisch zum FVPL bewertet. Bei der Oberöster
-
reichische Landesbank Aktiengesellschaft betrifft dies vor allem finanzielle
V
ermögenswerte, die mit inkongruenten Zinskomponenten ausgestattet sind
(siehe Beschreibung im Abschnitt „SPPI-Beurteilung“).
Finanzinstrumente, die im Geschäftsmodell „Verkaufen“ gehalten werden,
werden ebenfalls erfolgswirksam zum Fair Value bewertet. Meist wird für diese
finanziellen Vermögenswerte erwartet, dass sie vor ihrer Fälligkeit verkauft
werden, oder die Entwicklung des Portfolios, in dem sie enthalten sind, wird
auf Grundlage des Fair Values beurteilt. Dies sind vor allem solche finanziellen
Vermögenswerte, die zu Handelszwecken gehalten werden. Hierzu zählen
Finanzinstrumente (insbesondere verzinsliche Wertpapiere, Aktien und Invest
-
mentzertifikate) und derivative Finanzinstrumente mit positivem Marktwert.
Die Ob
erösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft macht von dem
Wahlrecht Gebrauch, gewisse Schuldinstrumente bei der erstmaligen Er
-
fassung in die FVPL-Kategorie zu widmen (Fair Value-Option). Diese werden
a
ufgrund einer Sicherungsbeziehung zu einem derivativen Finanzinstrument
zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, da es ansonsten zu Inkongruenzen
bei der Bewertung und dem Ansatz gegenüber dem Sicherungsgeschäft
kommen würde (accounting mismatch).
In der Bilanz werden gehaltene finanzielle Vermögenswerte, die zum Fair Value
bewertet werden, als „Handelsaktiva“ ausgewiesen. Gewinne und Verluste aus
der Bewertung werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgswirksam
erfasst und im Handelsergebnis ausgewiesen. Die Zinserträge und Zinsauf
-
wendungen werden im Zinsüberschuss dargestellt.
Als er
folgsneutral zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte
(Fair Value through OCI – FVOCI)
Fremdkapitalinstrumente werden erfolgsneutral zum Fair Value (FVOCI) bilan
-
ziert, wenn ihre vertraglichen Cashflows SPPI-konform sind und sie innerhalb
eine
s Geschäftsmodells gehalten werden, dessen Zielsetzungen sowohl die
Vereinnahmung vertraglicher Cashflows als auch die Veräußerung von Ver-
mögenswerten sind (Geschäftsmodell „Halten und Verkaufen“). Unterschieds-
beträge zwischen den Anschaffungskosten und dem Rückzahlungsbetrag
w
erden unter Anwendung der Effektivzinsmethode über die Laufzeit verteilt
erfolgswirksam im Zinsergebnis vereinnahmt.
Die Differenz zwischen dem Fair Value, zu dem die Vermögenswerte in der
Bilanz ausgewiesen werden, und den fortgeführten Anschaffungskosten wird
im Eigenkapital im Posten „OCI-Rücklage“ als kumuliertes sonstiges Ergebnis
(Other Comprehensive Income, „OCI“) ausgewiesen. Die Veränderungen der
Berichtsperiode werden in der Gesamtergebnisrechnung im sonstigen Ergeb
-
nis ausgewiesen. Bei einer Veräußerung des finanziellen Vermögenswertes
wir
d das in der OCI-Rücklage bilanzierte kumulierte Bewertungsergebnis
aufgelöst und in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Für alle Investitionen in Eigenkapitalinstrumente macht die Oberösterreichi
-
sche Landesbank Aktiengesellschaft von dem Wahlrecht Gebrauch, diese zum
FV
OCI zu bewerten. Dieser im OCI erfasste Betrag wird nicht in die Gewinn-
oder Verlustrechnung umgegliedert. Lediglich Dividendenansprüche sind in
der Gewinn- und Verlustrechnung darzustellen.
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlich-
keiten (Amortised Cost – AC)
Z
u dieser Kategorie zählen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
und Kunden sowie Verbriefte Verbindlichkeiten. Die Bewertung erfolgt zu
fortgeführten Anschaffungskosten. Unterschiedsbeträge zwischen den An
-
schaffungskosten und dem Rückzahlungsbetrag werden über die Laufzeit
v
erteilt erfolgswirksam im Zinsergebnis vereinnahmt. In den Posten „Verbriefte
Verbindlichkeiten“ und „Kundenverbindlichkeiten“ sind jedoch auch finanzielle
Verpflichtungen enthalten, die zum Fair Value bewertet wurden.
Als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle
Verbindlichkeiten (Fair Value through Profit & Loss – FVPL)
Die Erfassung der Veränderung des eigenen Kreditrisikos für die jeweilige
Berichtsperiode der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Verbindlich
-
keiten muss jedoch im Sonstigen Ergebnis erfolgen. Bei der Berechnung des
k
umulierten OCI-Effektes wird die Differenz zwischen dem Barwert der Verbind-
lichkeit unter Anwendung des ursprünglichen Kreditrisikos zu Laufzeitbeginn
und
dem aktuellen Fair Value der Verbindlichkeit berechnet.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft wendet die Mög
-
lichkeit an, gewisse finanzielle Verbindlichkeiten beim erstmaligen Ansatz
in d
ie FVPL-Kategorie zu designieren (Fair Value-Option), wenn eine solche
Klassifizierung bilanzielle Inkongruenzen (accounting mismatch) beseitigt
oder signifikant verringert, die zwischen ansonsten zu Anschaffungskosten
bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten und erfolgswirksam zum beizule
-
genden Zeitwert bewerteten derivativen Finanzinstrumenten, die mit diesen
V
erbindlichkeiten in Beziehung stehen, entstehen würden. Finanzielle Verbind-
lichkeiten in der Fair Value-Option werden in der Bilanz in ihrer ursprünglichen
Bila
nzposition ausgewiesen.
Außerdem werden derivative Finanzinstrumente mit negativem Marktwert zum
beizulegenden Zeitwert bewertet, welche somit ebenfalls als FVPL kategori
-
siert sind. Diese werden in der Bilanz unter „Handelspassiva“ ausgewiesen
und die Ge
winne und Verluste aus der Bewertung werden erfolgswirksam im
Handelsergebnis erfasst.
b) Hedge Accounting (HDFV)
Aus fix verzinsten verbrieften Verbindlichkeiten entstehen in der Oberöster-
reichische Landesbank Aktiengesellschaft Fair Value-Risiken. Risikomanage-
mentziel und -strategie ist es, dieses Fair Value-Risiko zu begrenzen. Dazu
w
erden gemäß den Risikomanagementvorgaben Zinsswaps mit externen Ban-
ken abgeschlossen. Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
de
signiert Sicherungsbeziehungen zwischen fix verzinsten Verbindlichkeiten
als Grundgeschäfte und derivativen Finanzinstrumenten als Sicherungsin-
strumente. Die derivativen Finanzinstrumente dienen zur Absicherung von
Zins-
und Währungsrisiken. Das abzusichernde Risiko ist, das durch die fix
verzinsten verbrieften Verbindlichkeiten induzierte Fair Value-Risiko. Der Credit
Spread ist nicht Teil der Sicherungsbeziehung. Aktuell werden nur sogenannte
Micro-Hedges, welche 1:1 gegenläufig sind, dem Hedge Accounting zuge
-
ordnet. Es werden Receiver-Zinsswaps und Receiver-Zinswährungsswaps als
Siche
rungsinstrumente für fix verzinste Verbindlichkeiten eingesetzt.
Zu Beginn der Sicherungsbeziehung zwischen Grundgeschäft und Siche
-
rungsgeschäft wird diese formal festgelegt und dokumentiert. Es wird be-
absichtigt, die Sicherungsbeziehung mit den Grundgeschäften ab dem Ab-
schlusszeitpunkt des Derivats zu bilden und diese Absicht bis zum Auslaufen
de
s Derivats durchzuhalten. Die Messung der Effektivität erfolgt prospektiv
und somit lediglich nach dem Critical Terms Match, da die wesentlichen Pa-
rameter von Grund- und Sicherungsgeschäft übereinstimmen, welches einer
He
dge Ratio von 1 entspricht. Somit kann von einer sehr hohen Wirksamkeit
der Sicherungsbeziehung ausgegangen werden.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft betreibt ausschließ
-
lich Fair Value Hedging, welches gemäß IFRS 9 bilanziert wird. Die Fair
V
alue-Änderung von derivativen Finanzinstrumenten wird in der Gewinn- und
Verlustrechnung im Handelsergebnis dargestellt. Die Fair Value-Änderung des
Grundgeschäfts, die dem abgesicherten Risiko zugerechnet wird, wird eben
-
falls im Handelsergebnis erfasst. Die derivativen Finanzinstrumente werden in
d
en Bilanzpositionen „Handelsaktiva“ und „Handelspassiva“ ausgewiesen. Die
Grundgeschäfte sind in den Bilanzpositionen „Verbindlichkeiten gegenüber
Kunden“ und „Verbriefte Verbindlichkeiten“ enthalten.
54
V. Anhang (Notes) Konzernabschluss
Die Segmente „Retail und Wohnbau“ sowie „Großkunden“ bilden im Wesent-
lichen das Kreditgeschäft der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesell-
schaft ab und verfolgen als Portfolien das Geschäftsmodell „Halten“. Ziel ist,
d
ie vertraglichen Zahlungsströme bis zum Ende der Laufzeit zu vereinnahmen
(Solely Payments of Principal and Interest, „SPPI“).
Im Segment „Financial Markets“, unter das im Wesentlichen die Wertpapier-
Eigenbestände sowie Geldmarktgeschäfte subsummiert sind, wurden die
Portfolien und Geschäftsmodelle gemäß Verwendung und Ziel definiert. Im
Portfolio „Treasury Veranlagung“ sowie „Liquidität Grundstock“ wird das Ge
-
schäftsmodell „Halten“ verfolgt. Ziel ist, die vertraglichen Zahlungsströme bis
zum E
nde der Laufzeit zu vereinnahmen. Das Portfolio „Liquidität Ausgleich“
dient zur Aussteuerung der Liquidität und verfolgt als Geschäftsmodell „Halten
und Verkaufen“.
Ziel des Portfolios „Kleines Handelsbuch“ ist die Erwirtschaftung von Erträgen
durch Kauf und Verkauf von Finanzinstrumenten und verfolgt naturgemäß das
Geschäftsmodell „Verkaufen“. Dieses Portfolio wird nur in sehr eingeschränk
-
tem Ausmaß genutzt und wird erfolgswirksam zum FVPL bewertet. Es besteht
zum 3
1. Dezember 2021 ein Volumen in Höhe von TEUR 0 (2020: TEUR 0).
Sowohl in den Kredit- als auch Wertpapierbeständen, welche die Kriterien für
eine AC- oder FVOCI-Bewertung erfüllen, wird im Fall ergänzender Derivate zur
Vermeidung von Bewertungsinkonsistenzen die sogenannte Fair Value-Option
gezogen. Dies führt zu einer erfolgswirksamen FVPL-Bewertung. Verkäufe
als Folge einer Erhöhung des Ausfallrisikos, nahe des Fälligkeitstermins des
Finanzinstruments sowie seltene Verkäufe aufgrund nicht wiederkehrender
Ereignisse wie regulatorischer, steuerlicher Änderungen oder Aufgabe eines
Teilportfolios, sogenannte unschädliche Verkäufe, werden nicht im Wider
-
spruch mit dem Geschäftsmodell „Halten“ gesehen.
Üb
erblick der Portfolien und Geschäftsmodelle der Oberösterreichische
Landesbank Aktiengesellschaft
Segment Portfolio Geschäftsmodell
Großkunden Großkunden Halten
Retail und Wohnbau Retail und Wohnbau Halten
Financial Markets Treasury Veranlagung Halten
Liquidität Grundstock Halten
Liquidität Ausgleich Halten und Verkaufen
Kleines Handelsbuch Verkaufen
(7) Eingebettete Derivate
Unter eingebetteten Derivaten sind Derivate zu verstehen, die Bestandteil
eines originären Finanzinstrumentes und mit diesem verbunden sind. Die
Trennung der originären Finanzinstrumente ist nur auf der Passivseite mög-
lich. Sie werden vom originären Finanzinstrument getrennt und separat wie
ein fr
eistehendes Derivat zum Marktwert (Fair Value) bilanziert und bewertet,
wenn die Charakteristika und Risiken des eingebetteten Derivates nicht eng mit
denen des Trägerkontraktes verbunden sind. Bewertungsänderungen werden
erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Bilanzierung
und Bewertung des Trägerkontraktes folgt hingegen den Vorschriften der ein
-
schlägigen Kategorie des Finanzinstrumentes. Eine weitere Möglichkeit ist die
Bilanzierung de
s gesamten Vertrages zum Fair Value. Sind die Charakteristika
und Risiken des eingebetteten Derivates jedoch eng mit denen des Träger-
kontraktes verbunden, wird das eingebettete Derivat nicht abgetrennt und das
h
ybride Finanzinstrument nach den allgemeinen Vorschriften bewertet. In der
Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft sind die eingebetteten
Derivate in der Regel immer eng mit dem Trägerkontrakt verbunden.
(8) Währungsumrechnung
Nicht auf Euro lautende monetäre Vermögenswerte und Schulden werden
gemäß IAS 21 zum Bilanzstichtag mit marktgerechten Kassakursen in Euro
umgerechnet.
(9) Aufrechnung von finanziellen Vermögenswerten und
Verbindlichkeiten
Eine Aufrechnung erfolgt gemäß IAS 32.42 nur insoweit, als ein durchsetzbares
Recht darauf besteht und die Aufrechnung dem tatsächlich erwarteten Ablauf
des Geschäftes entspricht.
c) Ausbuchung von Finanzinstrumenten und Behandlung
vertraglicher Modifikation
Im Rahmen des laufenden Kreditgeschäfts kann es zu Neuverhandlungen
oder Änderungen vertraglicher Bedingungen kommen, die sich auf die ver-
traglichen Zahlungen auswirken. Bei jeder Vertragsänderung wird anhand
eine
s vordefinierten Kriterienkataloges geprüft, ob und um welche Art von
Modifikation es sich handelt.
Vertragsanpassungen, die zu einer substanziellen Änderung der Ver
-
tragsbedingungen führen:
Die quan
titative Beurteilung, ob eine Vertragsänderung substanziell ist oder
nicht, erfolgt auf Basis eines Barwerttestes, indem die Barwerte der ursprüng-
lich vereinbarten Zahlungsströme mit den neu vereinbarten verglichen werden.
Die Ber
echnung des Barwerts erfolgt dabei auf Basis des ursprünglich verein-
barten Effektivzinssatzes. Eine substanzielle Modifikation liegt im Konzern der
Ob
erösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft ab einer Barwertdifferenz
von mehr als 10 % vor.
Zusätzlich führen folgende qualitative Änderungen der Vertragsbedingungen
zur Ausbuchung des ursprünglichen finanziellen Vermögenswertes und zur
Einbuchung des neuen Vermögenswertes zum Fair Value:
• Änderung vertraglicher SPPI-Kriterien, die zu einer geänderten Bewertung
führen
• Finanzierung wird nachrangig gestellt
• Kreditnehmerwechsel bzw. Entlassung
Der Fair Value entspricht dabei dem offenen Saldo, da die vertraglichen An
-
passungen immer zu marktkonformen Konditionen erfolgen. Die Ausbuchung
no
ch nicht amortisierter Transaktionskosten führt zu einem Abgangsergebnis,
welches im Finanzanlageergebnis ausgewiesen wird.
Wird ein Vermögenswert aufgrund von Vertragsanpassungen aus- und ein
-
gebucht, erfolgt zu diesem Zeitpunkt eine Neuklassifizierung sowie eine
Neub
estimmung der Kreditqualität und somit eine Zuordnung in der Stage 1.
Ist der Vermögenswert zum Zeitpunkt der Ausbuchung jedoch ausgefallen, ist
dieser als POCI (Purchased or Originated Credit Impaired, „POCI“) einzustufen.
Ist der Vermögenswert allerdings als zur Gänze voll werthaltig anzusehen, so
wird dieser lediglich der Stage 3 zugeordnet.
Vertragsanpassungen, die nicht zu einer substanziellen Änderung der
Vertragsbedingungen führen:
Bei nicht substanziellen Modifikationen erfolgen eine Anpassung des Brutto
-
buchwertes und die erfolgswirksame Erfassung eines Modifikationsgewinnes
o
der -verlustes im Finanzanlageergebnis. Der neue Buchwert entspricht dabei
dem Barwert der neu verhandelten oder geänderten Cashflows, abgezinst zum
ursprünglichen Effektivzinssatz des finanziellen Vermögenswertes. Die Höhe
der Buchwertanpassung bzw. des Modifikationsergebnisses ergibt sich aus
der Gegenüberstellung des aktuellen Buchwertes mit dem neu berechneten.
Angefallene Kosten oder Gebühren führen zu einer Anpassung des Buchwer
-
tes des geänderten finanziellen Vermögenswertes und werden, wie auch das
Mo
difikationsergebnis, über die Restlaufzeit amortisiert.
d) SPPI-Beurteilung
Es wurden nicht-SPPI-schädliche Standardprodukte und Standardverträge
bzw. Klauseln definiert. Für Individualverträge bzw. Vereinbarung einer SPPI-
schädlichen Zinsvereinbarung ist eine gesonderte Prüfung und eine andere
Bewilligungszuständigkeit vorgesehen.
Ein Großteil der Verträge im geförderten Wohnbau enthält vom Landesgesetz
-
geber Oberösterreich vorgegebene Zinssatzvereinbarungen, die allesamt in
der A
C-Kategorie fortgeführt werden. Kredite und Darlehen mit modifizierten
Zahlungsbedingungen wurden einem qualitativen und quantitativen Bench-
marktest unterzogen. Im Ergebnis bleiben in der Regel als nicht-SPPI-konform
n
ur Darlehen und Kredite mit einer Zinssatzvereinbarung auf UDRB-Basis
übrig.
e) Beurteilung des Geschäftsmodells
Die Klassifikation basiert auf den festgelegten Geschäftsmodellen, in deren
Rahmen die Vermögenswerte gehalten werden. Ausgehend von der bestehen-
den Segmentberichterstattung wurden gemäß der strategischen Ausrichtung,
der E
rtragsverantwortung und -steuerung sowie der Risikoüberwachung
und -steuerung die Portfolien definiert und die Geschäftsmodelle festgelegt.
2021 kam es wie in den Vorjahren zu keiner Änderung des Geschäftsmodells.
55
Konzernabschluss V. Anhang (Notes)
(10) Risikovorsorgen
Die Regelungen zur Wertminderung werden auf
• zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte
• als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Ver-
mögenswerte und auf
•
außerbilanzielle Verpflichtungen wie Kreditzusagen und Finanzgarantien
sowie Leasingforderungen angewendet.
Stufenweiser Ansatz zur Ermittlung der erwarteten Kreditausfälle
Das Wertminderungsmodell, ein Modell der erwarteten Verluste (expected loss
model), sieht tendenziell eine frühe Bestimmung und Vorsorge für mögliche
Verluste vor. Im Fokus stehen drei Stages, welche die Höhe der zu erfassenden
Verluste und die Zinsvereinnahmung künftig bestimmen:
• Stage 1 umfasst dabei alle neuen Finanzinstrumente sowie jene Positionen,
für die seit Zugang des Finanzinstrumentes keine signifikante Verschlech
-
terung der Kreditqualität stattgefunden hat.
Für diese Positionen muss eine Risikovorsorge in Höhe des erwarteten
12-Monats-Verlustes (Barwert der erwarteten Zahlungsausfälle, die aus
möglichen Ausfallereignissen innerhalb der nächsten 12 Monate nach dem
Abschlussstichtag resultieren) gebildet werden. Die Zinsvereinnahmung
erfolgt auf Basis des Bruttobuchwertes.
• In Stage 2 werden all jene Finanzinstrumente transferiert, für die eine si
-
gnifikante Verschlechterung der Kreditqualität seit Zugang stattgefunden
ha
t. Für diese Positionen muss eine Risikovorsorge in Höhe des über die
gesamte Restlaufzeit des Instruments erwarteten Verlustes (Barwert der
erwarteten Zahlungsausfälle infolge aller möglichen Ausfallereignisse über
die Restlaufzeit des Finanzinstruments) gebildet werden. Die Zinsverein
-
nahmung erfolgt ebenfalls auf Basis des Bruttobuchwertes.
•
Stage 3 beinhaltet schließlich alle ausgefallenen Finanzinstrumente. Für
diese Positionen wird ebenfalls eine Risikovorsorge in Höhe des über die
gesamte Restlaufzeit erwarteten Verlustes gebildet. Die Zinsvereinnahmung
erfolgt auf Basis des Nettobuchwertes (Unwinding).
• Für finanzielle Vermögenswerte, die bereits bei ihrem erstmaligen Ansatz
in der Bilanz wertgemindert sind (Purchased or Originated Credit Impaired,
„POCI“), wird das Drei-Stufen-Modell nicht angewendet. Sie werden von
Beginn an in Stage 3 erfasst. Im Konzern der Oberösterreichische Landes
-
bank Aktiengesellschaft gab es zum Stichtag keine POCI-Assets.
P
ositionen des Wertpapiereigenbestandes bilden nach Maßgabe der Bo-
nität, des impliziten Credit Spreads oder der Abweichung von Tageskurs
zu Einstandsk
urs den Umfang für den regelmäßigen Frühwarntest. Diese
Positionen werden einer internen Analyse unterzogen und im Bedarfsfall als
impaired assets behandelt.
Für die Beteiligungen erfolgt eine interne Analyse auf Basis von Unternehmens
-
wertgutachten, Jahresabschlüssen und Börsekursen. Anhand dessen sowie
b
ei objektiven Hinweisen auf Wertminderungen, werden die Beteiligungen
im Bedarfsfall als impaired assets behandelt.
Die Verlusterfassung des gesamten über die Restlaufzeit erwarteten Verlusts
muss für Instrumente vorgenommen werden, deren Ausfallrisiko sich seit
Zugang signifikant erhöht hat. Dasselbe gilt unabhängig von einer Erhöhung
des Ausfallrisikos für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und aktive
Vertragsposten, welche keine signifikante Finanzierungskomponente gemäß
IFRS 15 begründen. Außerdem kann ein Unternehmen ein Bilanzierungswahl
-
recht ausüben, für alle aktiven Vertragsposten und/oder Forderungen aus
Lief
erungen und Leistungen, welche ein Finanzierungsverhältnis gemäß IFRS
15 begründen, stets den gesamten über die Restlaufzeit erwarteten Verlust
zu erfassen. Dasselbe Wahlrecht besteht auch für Leasingforderungen. Im
Konzern der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft wird die
-
ses Wahlrecht nicht ausgeübt. Für alle anderen Finanzinstrumente werden
die
erwarteten Verluste in Höhe des erwarteten 12-Monats-Verlusts erfasst.
Szenarien
Es werden drei makroökonomische Szenarien verwendet. Ein optimistisches,
ein pessimistisches und ein Basisszenario. Das Basisszenario wird mit 60 %
gewichtet, die beiden anderen Szenarien jeweils mit 20 %. Es erfolgte aus
Konsistenzgründen keine Anpassung in der Gewichtung im Zuge von Covid-19.
Makroökonomische Parameter und Portfolien
Es werden vier Portfolien verwendet: Retail, Kommerz, Institute, Sovereigns.
Per 31. Dezember 2021 wurde das Kommerzportfolio aufgrund des geplanten
starken Wachstums in diesem Segment neu eingeführt. Für die Schätzung der
erwarteten Kreditverluste werden für das Retailportfolio im Wesentlichen die
Arbeitslosigkeit (OeNB-Prognose) und der kurzfristige Zinssatz (hausinterne
Prognose) verwendet. Für das Institute-Portfolio werden BIP, Bruttoanlagein
-
vestitionen sowie die Arbeitslosigkeit (jeweils OECD-Prognosen) verwendet.
Im So
vereigns-Portfolio fließt die Inflationsrate (OECD-Prognose) ein, in das
Kommerzportfolio BIP, Arbeitslosigkeit und Bruttoanlageinvestitionen. Es hat
keine Anpassung aufgrund von Covid-19 gegeben.
Grundsätzlich fließen für alle Portfolien die Prognosen für die nächsten drei
Jahre ein, für den Zeitraum danach wird Richtung TTC-PD konvergiert. Es gab
keine Änderungen aufgrund Covid-19 hinsichtlich Zeithorizont.
Die Zuordnung zu den Teilportfolien erfolgt im Wesentlichen aufgrund der
Forderungsklasse sowie der Kostenstelle. Es gab keine Änderung der Seg
-
mentierung aufgrund von Covid-19.
P
er 31. Dezember 2021 wird auf die aktuellsten Prognosewerte der verwen-
deten makroökonomischen Faktoren zurückgegriffen.
Die PiT (P
oint in Time)-Anpassung bei Sovereigns und Instituten wird per 31.12.
aufgrund der makroökonomischen Lage und den damit verbundenen hohen
Sensitivitäten ausgesetzt. Aufgrund der sehr guten makroökonomischen Pro
-
gnosen sind die PiT-PDs für Retail und Kommerz für 2022 deutlich geringer
als in
den Vorjahren. Da jedoch erwartet wird, dass die „nicht eingetretenen“
Ausfälle aus 2020 und 2021 in den Jahren 2022 und 2023 folgen werden, wird
die PiT-Anpassung bei Kommerz und Retail nach oben geshiftet.
Kriterien für eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos
Mit Ausnahme finanzieller Vermögenswerte, die bereits eine Wertminderung
bei Zugang aufweisen, wird die Verlusterfassung für Finanzinstrumente in
Höhe des Barwerts des über die Restlaufzeit erwarteten Verlusts vorgenom
-
men, wenn das Ausfallrisiko des Instruments sich seit Zugang signifikant
erhö
ht hat.
Die Beurteilung, ob sich das Ausfallrisiko signifikant erhöht hat, beruht auf
einem Anstieg der Ausfallwahrscheinlichkeit seit Zugang. Die Regelungen
beinhalten außerdem die widerlegbare Vermutung, dass sich das Ausfallrisiko
seit dem Zugang des Instruments signifikant erhöht hat, wenn vertragliche
Zahlungen seit mehr als 30 Tagen überfällig sind.
In den Regelungen von IFRS 9 ist vorgesehen, dass eine Rückkehr zum er
-
warteten 12-Monats-Verlust erfolgt, wenn sich das Ausfallrisiko seit Zugang
de
s Instruments zunächst signifikant erhöht, die Erhöhung sich in späteren
Perioden jedoch wieder umkehrt (das heißt, wenn aus kumulativer Sicht das
Ausfallrisiko nicht signifikant höher ist als bei Zugang).
Transferkriterien zum Stageübergang
Zur Bestimmung der Verschlechterung der Ausfallwahrscheinlichkeit und dem
damit verbundenen Transfer von Stage 1 in Stage 2 werden in der Regel drei
Komponenten betrachtet: ein quantitatives Kriterium, ein qualitatives Kriterium
und ein Backstop-Kriterium.
Für jedes Finanzinstrument werden die Kriterien nacheinander überprüft.
Schlägt ein Kriterium an, erfolgt beim quantitativen Kriterium ein Transfer des
Finanzinstruments in Stage 2, beim Backstop-Kriterium erfolgt der Transfer
aller Finanzinstrumente des Kunden in Stage 2.
Wesentliche „Rating-Events“ führen zu einer umgehenden Rating-Evaluierung
gemäß der internen Rating-Modelle. Da in der Oberösterreichische Landes
-
bank Aktiengesellschaft die durch IFRS 9 verlangten Kriterien gut durch die
Ra
tingsysteme abgedeckt sind, entfällt die Überprüfung der qualitativen
Verschlechterung und die Transferlogik beruht nur auf dem quantitativen
Kriterium sowie dem Backstop-Kriterium.
Das quantitative Kriterium gilt als der primäre Indikator, ob eine signifikan
-
te Verschlechterung des Kreditrisikos seit Zugang des Finanzinstruments
sta
ttgefunden hat. Es umfasst die Bestimmung der Verschlechterung des
Kreditrisikos auf Basis einer relativen und einer absoluten Schranke. Es wird
die erwartete Ausfallwahrscheinlichkeit zum Zugangszeitpunkt mit der PD
(Probability of Default) zum Reporting-Stichtag verglichen. Da IFRS 9 erwartet,
dass in den PDs zukunftsorientierte Information enthalten ist, wird der Ver
-
gleich auf Basis der kumulierten Lebensdauer-PDs für die restliche Laufzeit
der
Geschäfte durchgeführt.
Zur Abbildung der Erwartung der kumulierten PD der Restlaufzeit des Finan-
zinstruments wird die kumulierte Forward-Lebensdauer-PD des Zugangszeit-
punktes verwendet. Diese wird dann mit der kumulierten PD zum Reporting-
Stich
tag verglichen.
Diese PDs bilden die Grundlage für den Vergleich, ob eine signifikante
Verschlechterung der Kreditqualität seit Zugang des Finanzinstruments
stattgefunden hat, wobei der Vergleich für jedes Finanzinstrument einzeln
durchgeführt wird und sowohl die relative als auch die absolute Änderung
der Lebensdauer-PD eine Rolle spielt.
Im relativen Kriterium wird das Verhältnis der erwarteten kumulierten PD
zum Zugangszeitpunkt mit der aktuellen kumulierten PD verglichen, welche
zum Reporting-Zeitpunkt beobachtet wird. Wenn dieses Verhältnis einen
bestimmten Schwellenwert überschreitet, bedeutet das, dass sich die PD
dieses Finanzinstruments aufgrund des relativen Vergleichs signifikant seit
56
V. Anhang (Notes) Konzernabschluss
Zugang erhöht hat. Dieser Schwellwert für das relative Kriterium wird in der
Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft mit 200 % angesetzt,
was einer Verdoppelung der PD seit Zugang entspricht.
Zusätzlich zum relativen PD-Vergleich wird auch die absolute Änderung der PD
kontrolliert. Die Messung basiert auf denselben kumulierten Lebensdauer-PDs
wie im relativen Kriterium, wobei für den absoluten Vergleich die Differenz der
PDs gemessen wird. Da im absoluten Kriterium die Differenz gemessen wird,
werden die kumulierten Lebensdauer-PDs durch Division mit der Restlaufzeit
auf Jahresebene heruntergebrochen. Diese Anpassung ist notwendig, um
den Vergleich unabhängig von der Lebensdauer eines Finanzinstruments
durchführen zu können.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft hat sich entschlos
-
sen, die „low credit risk exemption“ nicht anzuwenden und stattdessen eine
abs
olute Schranke zu verwenden, durch die es möglich ist, auch im Invest-
ment Grade-Bereich in Stage 2 zu migrieren. Die Schwelle für die absolute
V
erschlechterung der PD wird in der Oberösterreichische Landesbank Aktien-
gesellschaft mit 0,5 % von der Ursprungs-PD festgelegt (absolutes Kriterium).
Hin
tergrund des absoluten Kriteriums ist, dass Veränderungen in Höhe von
wenigen Basispunkten, die in den sehr guten Ratingklassen eine Verdoppelung
der PD bedeuten können, nicht als signifikante Veränderung gesehen werden.
Zur Bestimmung, ob für ein Finanzinstrument eine signifikante Verschlechte
-
rung der Kreditqualität seit Zugang laut dem quantitativen Kriterium beobachtet
w
erden konnte, muss eine signifikante Verschlechterung der Kreditqualität so-
wohl im relativen Kriterium als auch im absoluten Kriterium gemessen werden.
Die Ob
erösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft verwendet die
30-Tage-Überfälligkeit-Schranke (Backstop-Kriterium) als zusätzliche Indika-
tion, dass eine signifikante Verschlechterung des Kreditrisikos seit Zugang
de
s Finanzinstruments stattgefunden hat und alle Finanzinstrumente eines
Kunden, für den eine Forderung mehr als 30 Tage überfällig ist, werden in
Stage 2 transferiert.
Für den Transfer von Stage 2 in Stage 3 wird in der Oberösterreichische Lan
-
desbank Aktiengesellschaft auf die allgemein gültige Definition des Ausfalls
la
ut Artikel 178 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 („CRR“) zurückgegriffen,
demgemäß folgende Risikopositionen als ausgefallen gelten:
• Alle Risikopositionen, bei denen die Oberösterreichische Landesbank
Aktiengesellschaft es als unwahrscheinlich ansieht, dass der Schuldner
seine Verbindlichkeiten gegenüber der Oberösterreichische Landesbank
Aktiengesellschaft und seinen Tochtergesellschaften ohne Sicherheiten
-
verwertung vollständig begleichen wird und
•
alle Risikopositionen gegenüber der Oberösterreichische Landesbank
Aktiengesellschaft und seinen Tochtergesellschaften, bei denen eine we-
sentliche Verbindlichkeit des Schuldners mehr als 90 Tage überfällig ist.
Die W
esentlichkeit einer überfälligen Verbindlichkeit wird anhand folgender
Schwellwerte beurteilt, welche sich aus einer absoluten und einer relativen
Komponente zusammensetzen. Retail: absolut EUR 100 und relativ 1 %;
Non-Retail: absolut EUR 500 und relativ 1 %.
In Stage 3 werden auch finanzielle Vermögenswerte mit beeinträchtigter
Bonität ausgewiesen. Es wird zwischen signifikanten und nicht signifikanten
Forderungen unterschieden. Jene Kreditnehmer mit einem Obligo größer
TEUR 400 gelten als signifikant. Die Höhe der Wertberichtigung wird mittels
DCF-Schätzung ermittelt und ergibt sich aus der Differenz zwischen Buch
-
wert und Barwert der erwarteten künftigen Cashflows. Bei nicht signifikanten
F
orderungen kommt eine standardisierte Methode zum Einsatz.
Abschreibungsgrundsätze
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft schreibt einen fi
-
nanziellen Vermögenswert in der Regel erst dann ab, sobald feststeht, dass
k
eine Ansprüche auf die jeweiligen Cashflows aus dem Vermögenswert mehr
bestehen, das heißt, wenn:
• die Sicherheiten vollständig verwertet wurden bzw. nicht werthaltig sind
und/oder
• der unbedingte Verzicht/Teilverzicht auf die Forderungen ausgesprochen
wurde und/oder
• mit Geldeingängen auf die Restforderung nach angemessener Einschät
-
zung nicht mehr zu rechnen ist.
Eine
Abschreibung erfolgt auch, wenn die Forderung uneinbringlich ist und
die Bank zur Entscheidung kommt, keine Maßnahmen mehr zu setzen, da
davon auszugehen ist, dass diese keinen die Kosten übersteigenden Erfolg
erwarten lassen. Unter Abschreibungen fallen sowohl direkte Abschreibun
-
gen als auch der Verbrauch einer Risikovorsorge. Im Zuge der Abschreibung
w
erden der Bruttobuchwert des Vermögenswerts und der zugehörige Stand
an Risikovorsorge gleichermaßen reduziert.
Finanzielle Vermögenswerte, die bereits abgeschrieben sind, aber noch einer
Vollstreckungsmaßnahme unterliegen, werden in einer Evidenzliste in der Pro
-
blemkreditbetreuung weitergeführt. Der vertragsrechtlich noch ausstehende
Be
trag zum Stichtag wird als unwesentlich eingestuft.
Sollte eine abgeschriebene Forderung zu künftigen Eingängen führen, wird
dies – im Gegensatz zu einer Verminderung der Risikovorsorge (Wertauf-
holung) bei wertberichtigten Forderungen – als außerordentlicher Ertrag in
der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Kann eine außergerichtliche Lösung für eine bestehende Forderung nicht
erzielt oder umgesetzt werden, wird in Fällen evidenter Unwirtschaftlichkeit
wie folgt differenziert: Kann ein Titel herbeigeführt werden, wird dann von
Exekutionsführung bzw. -fortsetzung abgesehen und es erfolgt eine Übergabe
zum Dubioseninkasso. Kann schon ein Titel nicht wirtschaftlich erlangt wer
-
den, wird die Forderung ohne weitere Veranlassung abgeschrieben. Hierbei
lie
gen insbesondere folgende Ursachen vor:
• keine Zustellbarkeit
• es bestehen vergleichbare kostentreibende Verwertungserschwernisse
oder
• es kann aus sonstigen Gründen Kostendeckung nicht angenommen werden,
weil keine kostendeckenden Sicherheiten vorliegen bzw. kein kostende
-
ckendes Vermögen oder Einkommen bekannt ist oder
•
es ist im Falle exekutiver Gehaltspfandrangvormerkung mit keinen Eingän-
gen zu rechnen.
A
ufgrund der Covid-19-Pandemie wurden die bestehenden Bewertungsme-
thoden der Vorsorgebildung evaluiert und adaptiert. Nähere Erläuterungen
w
erden unter Punkt (35) dargelegt.
(11) Pensionsgeschäfte (Repo-Geschäfte) und
Wertpapierleihgeschäfte
Im Rahmen echter Pensionsgeschäfte (Repo-Geschäfte) verkauft der Konzern
Vermögenswerte an einen Vertragspartner und vereinbart gleichzeitig, diese zu
einem bestimmten Termin und einem vereinbarten Kurs zurückzukaufen. Die
Vermögenswerte werden aus der Bilanz nicht ausgebucht, sondern nach den
Regeln der jeweiligen Bilanzposition bewertet, da alle wesentlichen Chancen
und Risiken beim Pensionsgeber verbleiben. In Höhe der erhaltenen Liquidität
wird eine Verbindlichkeit gebucht.
Wertpapierleihgeschäfte werden gemäß dem Ausweis von Wertpapieren aus
echten Pensionsgeschäften bilanziert. Dabei verbleiben verliehene Wert
-
papiere weiterhin im Wertpapierbestand und werden nach den Regeln des
IFRS 9 b
ewertet. Entliehene Wertpapiere werden nicht bilanziert und auch
nicht bewertet.
Bei unechten Pensionsgeschäften besteht für den Pensionsgeber zwar die
Verpflichtung, die Vermögenswerte zurückzunehmen, nicht jedoch das Recht,
diese zurückzufordern. Der Pensionsnehmer allein entscheidet über die Rück
-
übertragung. Bei einem Reverse-Repo-Geschäft werden Vermögenswerte mit
der gleichz
eitigen Verpflichtung eines zukünftigen Verkaufs erworben. Die
dabei entstehenden Liquiditätsabflüsse werden als Forderungen bilanziert
und entsprechend bewertet.
Zinsaufwendungen aus Repo-Geschäften und Zinserträge aus Reverse-Repo-
Geschäften werden linear über die Laufzeit abgegrenzt und im Zinsüberschuss
ausgewiesen.
(12) Handelsaktiva
Unter Handelsaktiva werden Wertpapiere des Handelsbestandes sowie
derivative Finanzinstrumente mit positivem Marktwert ausgewiesen und zu
deren beizulegendem Zeitwert bewertet. Für die Ermittlung des Fair Value
werden neben Börsenkursen auch Kurse von Bloomberg herangezogen. Sind
derartige Kurse nicht vorhanden, so werden Werte auf Basis von Barwertbe
-
rechnungen oder Optionspreismodellen verwendet. Marktübliche Kauf- und
V
erkaufsgeschäfte von finanziellen Vermögenswerten werden zum Handelstag
angesetzt bzw. ausgebucht. Darüber hinaus erfolgt in diesem Posten der
Ausweis der Nostro-Wertpapiere, die als erfolgswirksam zum beizulegenden
Zeitwert – sowohl zwingend als auch designiert – eingestuft wurden. Weiters
wird auf die in Punkt (48) beschriebenen Bewertungstechniken verwiesen.
(13) Immaterielles Anlagevermögen
Der Posten Immaterielles Anlagevermögen umfasst ausschließlich erworbene
Software und Lizenzrechte. Die Vermögenswerte werden zu Anschaffungskos-
ten reduziert um die planmäßigen Abschreibungen bewertet. Die planmäßige
Abs
chreibung erfolgt linear auf Basis der geschätzten Nutzungsdauer (zwi-
schen vier und zehn Jahren). Die Nutzungsdauer beträgt für Standardsoftware
vier Jahr
e. Sofern der erzielbare Betrag unter dem Buchwert liegt, erfolgt eine
außerplanmäßige Abschreibung.
57
Konzernabschluss V. Anhang (Notes)
(14) Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien und
Sachanlagen
Unter „Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (Finanzimmobilien)“ wer-
den solche Immobilien ausgewiesen, die zur Vermietung und Verpachtung
o
der zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten werden sowie die aktivierten
Nutzungsrechte gemäß IFRS 16 aus Finanzimmobilien. Falls die Immobilie
teilweise selbst genutzt wird, werden die Teile getrennt bilanziert, wenn
diese gesondert verkauft werden können. In Bau befindliche Liegenschaften
mit dem gleichen erwarteten Zweck wie bei Finanzimmobilien werden wie
Finanzimmobilien behandelt.
Finanzimmobilien und Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstel
-
lungskosten vermindert um planmäßige Abschreibungen bewertet. Die plan-
mäßige Abschreibung erfolgt linear auf Basis der geschätzten Nutzungsdauer
de
s Vermögenswertes.
Die Nutzungsdauer stellt sich wie folgt dar:
Nutzungsdauer Jahre
Gebäude 20 – 50
Betriebs- und Geschäftsausstattung 4 – 20
Baumaßnahmen in angemieteten Geschäftslokalen 10
EDV-Hardware 3
Bei Wertminderungen wird gemäß IAS 36 auf den höheren der beiden Ver-
gleichswerte (Fair Value abzüglich Veräußerungskosten sowie Nutzungswert)
a
bgeschrieben. Bei Wegfall der Gründe für die Wertminderung erfolgt die
Zuschreibung bis zu den fortgeschriebenen Anschaffungskosten.
Für die in Level 3 eingestuften Finanzimmobilien werden branchenübliche
Wertgutachten bzw. Barwertberechnungen erstellt. Der Marktwert wird je
nach Verwendung der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie mittels Er
-
tragswert-, Sachwert- bzw. Vergleichswertverfahren ermittelt. Die wesentlichen
Inputf
aktoren stellen je nach zweckmäßig erachteter Bewertungsmethode die
dem Objekt zurechenbaren Erträge und Aufwendungen, Zustand und Lage
des Objektes, vergleichbare Vermögenswerte sowie Zinssätze dar.
(15) Leasingverhältnisse
Leasingnehmer
Beim Leasingnehmer sind gemäß IFRS 16 sämtliche Vermögenswerte und
Verbindlichkeiten aus Leasingvereinbarungen in der Bilanz zu erfassen. Die
einzige Ausnahme bildet das Wahlrecht kurzfristige Leasingverhältnisse und
Leasingverträge über geringwertige Vermögenswerte weiterhin in Höhe der
laufenden Entgelte ergebniswirksam zu bilanzieren.
Der Ausweis der aktivierten Nutzungsrechte erfolgt in der Bilanz als Sachan
-
lagen bzw. als Finanzinvestition gehaltene Immobilien. Die Leasingverbind-
lichkeiten werden in den sonstigen Verbindlichkeiten dargestellt.
Die Ob
erösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft verzichtet gemäß den
Erleichterungsbestimmungen des IFRS 16 bei Leasingverhältnissen mit einer
Restlaufzeit von weniger als zwölf Monaten und bei Leasingverträgen, denen
ein Vermögenswert von geringem Wert (Neuwert < TEUR 5) zugrunde liegt auf
einen Ansatz. Für diese Leasingverhältnisse werden weiterhin die laufenden
Entgeltzahlungen im Rahmen der Verwaltungsaufwendungen dargestellt.
Leasinggeber
Der Leasinggeber unterscheidet für Bilanzierungszwecke zwischen Finanzie
-
rungs- und Operating-Leasingvereinbarungen. Dabei werden Leasingverhält-
nisse nach der Verteilung der wirtschaftlichen Risiken und Chancen aus dem
L
easinggegenstand zwischen Leasinggeber und Leasingnehmer beurteilt.
Finanzierungs-Leasing: Leasinggegenstände, werden beim Leasinggeber
unter den Forderungen mit dem Nettoinvestitionswert (Barwert) ausgewiesen.
Zinserträge werden auf Basis einer gleichbleibenden, periodischen Rendite,
deren Berechnung der noch ausstehende Nettoinvestitionswert zugrunde
gelegt ist, vereinnahmt.
Operating-Leasing: Leasinggegenstände, werden beim Leasinggeber unter
Sachanlagen bzw. Finanzimmobilien ausgewiesen und nach den dort be
-
schriebenen Grundsätzen bewertet. Die Leasingerlöse werden linear über
die
Vertragslaufzeit erfasst.
(16) Ertragsteuern
Laufende Ertragsteueransprüche und -verpflichtungen werden mit den ak-
tuell gültigen Steuersätzen berechnet, in deren Höhe die Erstattung sowie
di
e Zahlung gegenüber den jeweiligen Finanzbehörden geleistet werden.
Der Ansatz und die Bewertung von latenten Steuern erfolgt nach der bilan-
zorientierten Verbindlichkeitenmethode. Die Ermittlung erfolgt bei jedem
St
euersubjekt zu jenen Steuersätzen, die nach geltenden Gesetzen in dem
Besteuerungszeitraum angewendet werden. Die bilanzierten Steueransprüche
und -verbindlichkeiten berechnen sich aus unterschiedlichen Wertansät
-
zen eines Vermögenswertes oder einer Verpflichtung und dem jeweiligen
st
euerlichen Wertansatz. Hieraus resultieren in der Zukunft voraussichtlich
Ertragsteuerbelastungs- oder -entlastungseffekte (temporäre Differenzen).
Es handelt sich hierbei um eine vorläufige Berechnung der Steueransprüche
und -verbindlichkeiten.
Aktive latente Steuern werden nur dann angesetzt, wenn ausreichend passive
latente Steuern in der gleichen Steuereinheit bestehen oder es hinreichend
wahrscheinlich ist, dass in der Zukunft zu versteuernde Gewinne in der glei
-
chen Steuereinheit anfallen. Dies gilt auch für den Ansatz aktiver latenter Steu-
ern auf steuerliche Verlustvorträge. Latente Steuern werden nicht abgezinst.
E
rgebnisabhängige tatsächliche Steueraufwendungen sind in der Gewinn- und
Verlustrechnung des Konzerns im Posten Steuern vom Einkommen und Ertrag
ausgewiesen. Die Effekte aus der Bildung oder Auflösung latenter Steuern
sind ebenfalls in diesem Posten enthalten, es sei denn, sie beziehen sich auf
ergebnisneutral bewertete Posten. In diesem Fall erfolgt deren Bildung bzw.
Auflösung ergebnisneutral im Sonstigen Konzernergebnis.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft ist Gruppenmitglied
der Gruppenträger-Beteiligungsgemeinschaft gemäß § 9 KStG zwischen der
OÖ Landesholding GmbH und der Hypo Holding GmbH. Das steuerliche
Ergebnis eines jeden Gruppenmitgliedes wird entsprechend den gesetzli
-
chen Bestimmungen nach Maßgabe des § 9 KStG von Stufe zu Stufe an das
je
weils unmittelbar bzw. maßgeblich übergeordnete Gruppenmitglied – ist
dies der Gruppenträger, dann an den Gruppenträger – bis zum Gruppenträ-
ger weitergeleitet. Der konsolidierte Betrag des tatsächlichen und latenten
St
eueraufwandes wird mittels Belastungsmethode („stand-alone“-Methode)
auf die Gruppenmitglieder aufgeteilt. Das Steuerumlagen-Verrechnungskonto
gegenüber der Beteiligungsgemeinschaft weist zum 31. Dezember 2021
eine Verbindlichkeit mit einem Saldo von TEUR 1.974 (2020: eine Forderung
in Höhe von TEUR 95) aus.
(17) Rückstellungen
Die Rückstellungen für das Sozialkapital beinhalten die Rückstellungen für
Abfertigungen, Jubiläumsgelder, Pensionen inklusive Zuschüsse zu Kranken-
zusatzversicherungsbeiträgen und Berufs- und Dienstunfähigkeitsrisiko. Die
R
ückstellungen für leistungsorientierte Zusagen werden nach dem Anwart-
schaftsansammlungsverfahren gebildet.
In der Ob
erösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft haben 3 (2020:
6) aktive Dienstnehmer und 16 (2020: 12) Pensionisten und Hinterbliebene
Anspruch auf eine leistungsorientierte Bankpension. Für alle übrigen akti
-
ven Dienstnehmer wurde ein beitragsorientierter Pensionskassenvertrag
abg
eschlossen.
Nach Verstreichen des Abfertigungszeitraums nach erfolgter Pensionierung
erhalten die Begünstigten einen Versicherungszuschuss in Höhe von 50 %
der Versicherungsprämie zur privaten Gruppenkrankenversicherung.
Das österreichische Arbeitsrecht sieht bei Beendigung des Dienstverhält
-
nisses unter bestimmten Voraussetzungen eine Entschädigungszahlung an
Dien
stnehmer vor. Dazu zählt auch die Beendigung des Dienstverhältnisses
infolge des Pensionsantritts. Dieser Abfertigungsanspruch gilt für alle Mit-
arbeiter, die vor dem 31. Dezember 2002 in das Unternehmen eingetreten
sind
. Die Höhe des Abfertigungsanspruchs beträgt in Abhängigkeit der Dauer
der Dienstzugehörigkeit maximal ein Jahresgehalt. Für diese Ansprüche hat
der Bankkonzern eine Abfertigungsrückstellung gemäß IAS 19 gebildet. Für
alle Beschäftigten, die nach dem 31. Dezember 2002 in das Unternehmen
eingetreten sind, ist diese Regelung nicht maßgeblich. Für diese Mitarbeiter
werden monatliche Beiträge in eine Abfertigungskasse einbezahlt. Darüber
hinaus bestehen keine weiteren Ansprüche der Angestellten.
Jedem Dienstnehmer stehen nach 25-jähriger bzw. 35-jähriger Dienstzuge
-
hörigkeit 1,5 bzw. 2,5 Monatsgehälter an Jubiläumsgeld zu.
D
em Sozialkapital steht kein besonderes Vermögen oder Funding gegenüber.
Die Ergebnisse aus Dotation bzw. Auflösung der Rückstellungen werden direkt
im Verwaltungsaufwand dargestellt.
58
V. Anhang (Notes) Konzernabschluss
Diese leistungsorientierten Versorgungspläne sollen die versicherungsmathe-
matischen Risiken wie Zinsrisiken, Kostentrends oder demografische Risiken
wi
e Sterbewahrscheinlichkeit und Arbeitnehmerfluktuation sowie Anlage- und
Marktrisiken abdecken. Die Berechnung der Barwerte des Sozialkapitals
erfolgte unter versicherungsmathematischen Annahmen:
• Rechnungszinsfuß 1,0 % (2020: 0,75 %)
• Jährliche Valorisierungen, kollektivvertragliche und karrieremäßige Gehalts
-
erhöhungen 3,0 % (2020: 3,0 %) bei den Rückstellungen für Abfertigungen,
Jubi
läumsgelder, Pensionen sowie Berufs- und Dienstunfähigkeitsrisiko
• Jährliche Valorisierungen der laufenden Pensionszahlungen 1,5 % (2020:
1,5 %) bzw. der laufenden Leistungen zu den Zuschüssen zu Krankenzu
-
satzversicherungsbeiträgen 2,0 % (2020: 1,0 %) bei der Rückstellung für
P
ensionen
• Bei allen aktiven Dienstnehmern wurde das frühestmögliche Pensionsan-
trittsalter unter Berücksichtigung aller gesetzlichen Bestimmungen und
Üb
ergangsregelungen herangezogen.
• Sterbetafeln für Angestellte: Pensionstafeln „AVÖ 2018-P: Rechnungsgrund-
lagen für die Pensionsversicherung“
Die F
estlegung des Rechnungszinsfußes erfolgte auf Basis der Zinsband-
breite für eine Laufzeit von 10 Jahren. IAS 19 verlangt die Anwendung von
stich
tagsaktuellen Zinssätzen, die aus laufzeitadäquaten, erstrangigen Un-
ternehmensanleihen abgeleitet werden. Als erstrangig werden Anleihen
ange
sehen, die bei Standard and Poor’s mit AA bzw. bei Moody’s mit Aa2
oder besser bewertet werden. Da in der Eurozone kein liquider Markt für
erstrangige Anleihen mit sehr langen Laufzeiten vorliegt, werden die Zinssätze
für lange Laufzeiten durch Extrapolation der aktuellen Marktzinssätze entlang
der Zinsstrukturkurve geschätzt.
Neben den Invalidisierungsraten, Sterberaten und der Beendigung des Dienst
-
verhältnisses mit dem Erreichen des Pensionsalters wurden jährliche dienst-
zeitabhängige Raten für vorzeitige Beendigungen des Dienstverhältnisses
basier
end auf internen Statistiken zu dienstzeitabhängigen Fluktuationsraten
angesetzt.
Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus der Anpassung
versicherungsmathematischer Annahmen werden im Sonstigen Konzerner
-
gebnis in der Periode erfasst, in der sie anfallen.
Die
für beitragsorientierte Pläne vereinbarten Zahlungen an eine Pensi-
onskasse werden laufend als Aufwand erfasst – darüber hinausgehende
V
erpflichtungen bestehen nicht.
Sonstige Rückstellungen werden für gegenwärtige Verpflichtungen gegenüber
Dritten gebildet, die bezüglich ihrer Fälligkeit oder ihrer Höhe ungewiss sind.
Bei wesentlichen Zinseffekten werden die Rückstellungen abgezinst und mit
ihrem Barwert angesetzt.
(18) Treuhandgeschäfte
Treuhandgeschäfte, die eine Verwaltung oder Platzierung von Vermögens-
werten für fremde Rechnung zur Basis haben, werden in der Bilanz nicht
a
usgewiesen. Provisionszahlungen aus diesen Geschäften sind in der Ge-
winn- und Verlustrechnung im Provisionsergebnis enthalten. Aktuell werden
k
eine derartigen Geschäfte abgewickelt.
(19) Garantien – Eventualschulden
Eine Finanzgarantie ist ein Vertrag, bei dem der Garantiegeber zur Leistung
bestimmter Zahlungen verpflichtet ist, die den Garantienehmer für einen
Verlust entschädigen, der ihm entsteht, weil ein bestimmter Schuldner seinen
Zahlungsverpflichtungen gemäß den ursprünglichen oder geänderten Bedin
-
gungen eines Schuldinstruments nicht fristgemäß nachkommt.
Die V
erpflichtung aus einer Finanzgarantie wird erfasst, sobald der Garan-
tiegeber Vertragspartei wird, das heißt zum Zeitpunkt der Annahme des
Gar
antieangebots. Die Erstbewertung erfolgt mit dem Fair Value zum Er-
fassungszeitpunkt. Die Folgebewertung der Verpflichtung der Bank erfolgt
zum h
öheren Wert aus der Erstbewertung abzüglich lineare Auflösung, mit
der die Garantieprovision auf die Laufzeit der Finanzgarantie verteilt und im
Periodenergebnis vereinnahmt wird, und einer Risikovorsorge aus der mög
-
lichen Inanspruchnahme.
E
ventualschulden sind Verpflichtungen, deren Bestand noch von Bedingungen
abhängt oder deren Höhe oder Fälligkeit so ungewiss ist, dass die Erfassung
einer Rückstellung unterbleibt. Erläuternde Angaben diesbezüglich sind unter
Punkt (57) angeführt.
Erläuterungen zur Konzernerfolgsrechnung
(20) Zinsüberschuss
Die Zinserträge werden periodengerecht abgegrenzt und erfasst. Dabei
werden Erträge, die überwiegend ein Entgelt für die Kapitalnutzung darstellen
(meist zinsähnliche Berechnung nach Zeitablauf oder Höhe der Forderung),
den zinsähnlichen Erträgen zugerechnet. Ergänzend werden Erträge aus
Beteiligungen in den laufenden Erträgen berücksichtigt. Der Ausweis der
Zinsaufwendungen erfolgt analog zu den Zinserträgen. In den Zinserträgen
wurden drohende Verluste bezüglich negativem Euribor (Negativzinsen)
in Höhe von TEUR –1.410 (2020: TEUR 415) berücksichtigt. Für die daraus
resultierende Rückstellung siehe Punkt (40).
in TEUR 2021 2020
Zinserträge aus
Kredit- und Geldmarktgeschäften mit
Kreditinstituten
547 741
Kredit- und Geldmarktgeschäften mit Kunden 65.285 60.079
Finanzanlagen 4.011 5.009
designierten Wertpapieren 6.994 7.568
SPPI-schädlichen Wertpapieren 11 118
Verbindlichkeiten 12.646 5.143
Laufende Erträge aus
Aktien und anderen nicht festverzinslichen
Wertpapieren
1.781 1.181
sonstigen Beteiligungen 2.485 2.151
SPPI-schädlichen Wertpapieren 1.965 1.966
Sonstige zinsähnliche Erträge 33 138
Zinsen und ähnliche Erträge gesamt 95.758 84.094
hievon AC 68.310 57.362
hievon FVOCI 7.268 9.747
hievon FVPL zwingend 3.027 2.654
hievon FVPL designiert 17.120 14.193
Zinsaufwendungen für
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten –4.843 –4.523
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden –4.931 –3.081
Verbriefte Verbindlichkeiten –73.068 –76.772
Nachrangkapital –393 –496
derivative Finanzinstrumente
*)
60.245 60.714
Vermögenswerte –11.190 –2.893
Sonstige zinsähnliche Aufwendungen –284 –346
Zinsen und ähnliche Aufwendungen gesamt –34.464 –27.397
hievon AC –21.200 –15.478
hievon FVOCI –121 –10
hievon FVPL zwingend –5
hievon FVPL designiert –12.854 –11. 56 3
Zinsüberschuss 61.294 56.697
*)
stammen aus folgenden Positionen zur
Zinsenabsicherung:
für Zinsaufwendungen 71.972 72.209
für Zinserträge –11.615 –11.284
für offene Zinsbänder –112 –211
Für finanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirk-
sam zum Fair Value bewertet werden, beläuft sich der gesamte Zinsertrag auf
T
EUR 75.611 (2020: TEUR 67.247) und der gesamte Zinsaufwand auf TEUR
–21.605 (2020: TEUR –15.834).
Die Zinsaufwendungen nach der Effektivzinsmethode betragen TEUR 21.321
(2020: TEUR 15.488).
59
Konzernabschluss V. Anhang (Notes)
(21) Risikovorsorgen
Unter diesem Posten werden Zuweisungen zu Risikovorsorgen bzw. Erträge
aus der Auflösung von Risikovorsorgen sowie direkte Abschreibungen und
nachträgliche Eingänge abgeschriebener Forderungen im Zusammenhang
mit dem Kreditgeschäft dargestellt.
in TEUR 2021 2020
Erfolgswirksame Änderungen der Risikovorsorge –2.623 –5.905
Direktabschreibungen –632 –36
Eingänge aus abgeschriebenen Forderungen 109 366
Gesamt –3.145 –5.575
Hinsichtlich weiterer Details zur Risikovorsorge wird auf die Angaben unter
Note (35) verwiesen.
Sensitivitätsanalysen
Die quantitative Komponente bei der Stageermittlung besteht aus einem
relativen und einem absoluten Schwellwert.
Die gewählten Schranken für eine Verschlechterung der PD betragen in der
Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft absolut 0,5 % und relativ
200 % von der Ursprungs-PD.
Bei gewählten Schranken von 0,4 % bzw. 150 % würde sich der Impairment
-
bedarf in Stage 2 um ca. TEUR 170 (2020: TEUR 55) erhöhen, bei Schranken
v
on 0,25 % bzw. 100 % um ca. TEUR 2.500 (2020: TEUR 150).
Umgekehrt würde sich der Impairmentbedarf in Stage 2 bei gewählten Schran-
ken von 0,6 % bzw. 250 % um ca. TEUR 1.500 (2020: TEUR 35) reduzieren,
b
ei Schranken von 0,75 % und 300 % um ca. TEUR 1.600 (2020: TEUR 50).
Bei einer generellen Erhöhung der LGD-Werte im Lebendbereich um 10 %
würde sich der Impairmentbedarf um ca. TEUR 500 (2020: TEUR 380) erhöhen,
bei einer Erhöhung um 20 % um ca. TEUR 1.000 (2020: TEUR 760).
Bei einer generellen Erhöhung der PD-Werte im Lebendbereich um 50 %
würde sich unter Berücksichtigung von zusätzlichen Transfers von Stage 1
nach Stage 2 der Impairmentbedarf in Stage 1 um ca. TEUR 480 (2020: TEUR
980) erhöhen, jener in Stage 2 um TEUR 7.200 (2020: TEUR 1.150).
Der Anstieg der Sensitivitäten ist nicht auf Covid-19 zurückzuführen, sondern
vor allem aufgrund des neu eingeführten Kommerzmodells (siehe auch Note
(10)), welches zu volatileren Impairmentwerten führt.
(22) Provisionsergebnis
Unter dem Provisionsergebnis sind die Erträge aus dem Dienstleistungsgeschäft und diesem zuzuordnende Aufwendungen gegenüber Dritten ausgewiesen.
in TEUR 2021 Großkunden Retail und Wohnbau Financial Markets Sonstige Gesamt
Provisionserträge 3.845 13.231 7.049 2.185 26.310
aus dem Zahlungsverkehr 1.772 3.509 1 214 5.495
aus dem Kreditgeschäft 1.205 1.527 1.912 4.645
aus dem Wertpapiergeschäft 800 7.538 7.048 –25 15.362
aus dem Devisen-/Valutengeschäft 40 37 0
*)
74 152
aus den Sonstigen Dienstleistungen 28 619 9 656
Provisionsaufwendungen 98 –154 –6.542 –2.719 –9.318
aus dem Zahlungsverkehr 0
*)
–26 –38 –231 –295
aus dem Kreditgeschäft –81 –2.004 –2.086
aus dem Wertpapiergeschäft 179 –128 –6.504 –138 –6.591
aus dem Devisen-/Valutengeschäft 0
*)
0
*)
0
*)
aus den Sonstigen Dienstleistungen –346 –346
Gesamt 3.943 13.077 507 –534 16.993
*)
Werte < TEUR 1
in TEUR 2020 Großkunden Retail und Wohnbau Financial Markets Sonstige Gesamt
Provisionserträge 3.259 11.66 8 5.530 1.807 22.264
aus dem Zahlungsverkehr 1.513 3.325 1 243 5.082
aus dem Kreditgeschäft 851 1.690 0
*)
1.684 4.225
aus dem Wertpapiergeschäft 838 5.969 5.529 –206 12.130
aus dem Devisen-/Valutengeschäft 22 23 0
*)
80 125
aus den Sonstigen Dienstleistungen 35 661 0
*)
6 702
Provisionsaufwendungen –18 –183 – 5.311 –2.175 –7.687
aus dem Zahlungsverkehr 0
*)
–26 –18 –178 –222
aus dem Kreditgeschäft –96 –1 0
*)
–1.533 –1.630
aus dem Wertpapiergeschäft 78 –156 –5.293 –117 –5.488
aus dem Devisen-/Valutengeschäft 0
*)
0
*)
0
*)
0
*)
0
*)
aus den Sonstigen Dienstleistungen –347 –347
Gesamt 3.241 11.485 219 –368 14.577
*)
Werte < TEUR 1
60
V. Anhang (Notes) Konzernabschluss
(24) Finanzanlageergebnis
in TEUR 2021 2020
Realisierte Aufwendungen aus
Veräußerungen von AC-Wertpapieren
–2 –1
Realisierte Erträge aus Veräußerung
von AC-Wertpapieren
30 61
Realisierte Aufwendungen aus
Veräußerungen von FVOCI-Wertpapieren
–227 –176
Realisierte Erträge aus Veräußerungen
von FVOCI-Wertpapieren
226 179
Aufwendungen aus Verlustabdeckung
FVOCI-Eigenkapitalinstrumente
–56
Modification-Bewertungsergebnis –193 149
Gesamt –166 156
(25) Verwaltungsaufwand
Personalaufwand
in TEUR 2021 2020
Löhne und Gehälter 22.625 21.818
Soziale Abgaben 6.320 6.091
Freiwilliger Personalaufwand 720 741
Aufwendungen für Abfertigungen 655 688
hievon Beiträge an Mitarbeitervorsorgekassen 218 200
Aufwendungen für Pensionen 663 723
hievon Beiträge an Pensionskassen 529 544
Gesamt 30.983 30.061
Sachaufwand
in TEUR 2021 2020
EDV-Aufwand 11.232 11.204
Mietaufwand 222 212
Raumaufwand 1.463 1.633
Aufwand Bürobetrieb 105 120
Werbung/Marketing 2.422 2.280
Rechts- und Beratungskosten 2.243 1.741
Sonstiger Sachaufwand 3.736 3.418
Gesamt 21.423 20.608
Im Geschäftsjahr 2021 fielen Aufwendungen für die Jahresabschlussprüfung
(inkl. USt und Tochterunternehmen) in Höhe von TEUR 267 (2020: TEUR 233)
und für Beratungsleistungen in Höhe von TEUR 44 (2020: TEUR 14) an die
Prüfungsgesellschaft an.
Abschreibungen auf Finanzimmobilien, Sachanlagen und immaterielle
Vermögenswerte
in TEUR 2021 2020
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 3.016 2.581
Software und immaterielles Anlagevermögen 608 550
Vom Konzern genutzte Immobilien 996 998
Betriebs- und Geschäftsausstattung und sonstige
Sachanlagen
581 537
Gesamt 5.201 4.666
(23) Handelsergebnis
Alle Finanzinstrumente des Handelsbestandes werden mit dem Marktwert
(Fair Value) bewertet. Zur Bewertung börsenotierter Produkte wurden Börsen-
kurse, für nicht börsegehandelte Handelsgeschäfte wurden zur Bestimmung
de
s Zeitwertes interne Preismodelle verwendet. Im Handelsergebnis wurden
nur die aus Handelsaktivitäten entstandenen realisierten und unrealisierten
Ergebnisse gezeigt. Nicht im Handelsergebnis enthalten sind die Zins- und
Dividendenerträge sowie die Refinanzierungskosten, die im Zinsüberschuss
abgebildet wurden.
in TEUR 2021 2020
Ergebnis aus
münz- und währungsbezogenen Geschäften 682 187
zwingend zum Fair Value bewerteten
Finanzinstrumenten
–1.287 –178
zum Fair Value designierten Finanzinstrumenten 10.126 –8.971
Hedge Accounting 343 3.503
Gesamt 9.865 –5.460
Bei der Designation eigener Verbindlichkeiten und Forderungen zum Fair Value
ergeben sich aus der Änderung der Bonität folgende Gewinne oder Verluste:
Bei den eigenen Verbindlichkeiten wurde im Jahr 2021 bei der Ermittlung des
Fair Value das eigene Bonitätsrisiko ergebnisneutral in Höhe von TEUR –6.759
(2020: TEUR –3.204) berücksichtigt, kumuliert TEUR –1.179 (2020: TEUR 5.395).
Um auch den Restlaufzeiteneffekt in der periodenreinen bonitätsinduzierten
Änderung des beizulegenden Zeitwertes zu berücksichtigen, wird diese Än
-
derung aus der Differenz des Anfang- und Endstandes der kumulierten Fair
V
alue-Änderung ermittelt. Die kumulierten Änderungen des beizulegenden
Zeitwerts, welche unter anderem auch dem Ausfallrisiko zuzuordnen sind,
werden auf Basis von nicht direkt beobachtbaren Marktparametern bestimmt.
Beim Wertpapiereigenbestand und den Forderungen ergibt sich bei jenen
Positionen, die zum Fair Value designiert wurden, eine bonitätsinduzierte
Änderung des beizulegenden Zeitwertes von TEUR 2.839 (2020: TEUR –209),
kumuliert TEUR 21.719 (2020: TEUR 19.337). Änderungen des beizulegenden
Zeitwerts, welche unter anderem auch dem Ausfallrisiko zuzuordnen sind,
werden auf Basis von nicht direkt beobachtbaren Marktparametern bestimmt.
Gemäß der aktuellen gültigen EU-Benchmark-Verordnung sollen alle kriti
-
schen Referenzzinssätze entweder durch einen neuen Referenzzinssatz
abg
elöst oder hinsichtlich ihrer Ermittlungslogik modifiziert werden. Bei den
EUR-Geldmarktsätzen ist der EONIA (Euro OverNight Index Average) von der
Einstellung betroffen.
Bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Derivaten wird üblicher
-
weise der Diskontierungssatz für die Verzinsung der Barsicherheit verwendet.
Die dem D
erivat zu Grunde liegenden Zahlungsströme ändern sich durch die
Diskontierungsumstellung nicht. Allerdings ergeben sich infolge der Diskon-
tierungsumstellung Auswirkungen auf den beizulegenden Wert des Derivats.
Als Nach
folgereferenz für den EONIA ist die ESTR (Euro ShortTerm Rate) von
der EUR-Arbeitsgruppe gewählt worden. Nachdem die beiden Referenzzins
-
sätze nicht gleichlaufen bzw. der EONIA mit 8,5 Basispunkten über der ESTR
lie
gt, kam es im Zuge der Umstellung zu einer Marktwerterhöhung bei den
Derivatepositionen in der Höhe von TEUR 884. Die exakte Auswirkung je
Derivatepartner hängt vom Portfolio und vom genauen Umstellungszeitpunkt
ab. Die Umstellung ist mit jedem Partner bilateral vereinbart worden und
sukzessive im zweiten Halbjahr 2021 vollzogen worden.
61
Konzernabschluss V. Anhang (Notes)
Erläuterungen zur Konzernbilanz
(28) Barreserve
Der in der Kapitalflussrechnung ausgewiesene Zahlungsmittelbestand ist
in der Bilanzposition Barreserve enthalten, die sich aus Kassenbestand und
Guthaben bei Zentralnotenbanken zusammensetzt. Nicht einbezogen werden
täglich fällige Forderungen an Kreditinstitute sowie Schuldtitel öffentlicher
Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei Zentralnotenbanken zuge
-
lassen sind.
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Kassenbestand 11. 98 0 12.456
Guthaben bei Zentralnotenbanken 760.036 439.071
Gesamt 772.016 451.528
(29) Forderungen an Kreditinstitute
Die Forderungen an Kreditinstitute werden zu fortgeführten Anschaffungs-
kosten bilanziert.
F
orderungen an Kreditinstitute nach Geschäftsarten
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Giro- und Clearinggeschäfte 23.518 21.301
Geld- und Termineinlagen 142.381 154.094
Kredite an Banken 1.026 1.464
Gesamt 166.926 176.859
Forderungen an Kreditinstitute nach Fristen (Restlaufzeit)
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Täglich fällig 70.348 79.202
bis 3 Monate 14 14
über 3 Monate bis 1 Jahr 15.530 222
über 1 Jahr bis 5 Jahre 10.523 25.304
über 5 Jahre 70.511 72.117
Gesamt 166.926 176.859
(30) Forderungen an Kunden
Die Forderungen an Kunden werden überwiegend zu fortgeführten Anschaf-
fungskosten bilanziert. Für Forderungen an Kunden in Höhe von TEUR 185.230
(2020: T
EUR 186.008), deren Zinsrisiken mittels Zinsswap abgesichert wurden,
wurde die Fair Value-Option in Anspruch genommen. Weiters werden Forde-
rungen an Kunden, die nicht die SPPI-Kriterien erfüllen, in Höhe von TEUR
92.160 (2020: T
EUR 41.216) zum Bilanzstichtag ausgewiesen. Außerdem
werden nicht an einem aktiven Markt gehandelte verbriefte Forderungen, im
Wesentlichen Schuldscheindarlehen, die nicht dem Handelsbestand ange
-
hören, in den Forderungen an Kunden ausgewiesen.
F
orderungen an Kunden nach Geschäftsarten
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Kontokorrentkredite 300.437 318.249
Barvorlagen 152.398 180.915
Abstattungskredite 1.803.798 1.436.534
Pfandbriefdeckungsdarlehen 2.188.578 2.352.901
Kommunaldeckungsdarlehen 553.231 548.704
Sonstige Darlehen 475.347 505.913
Leasingforderungen 124.855 116.530
Gesamt 5.598.644 5.459.746
(26) Sonstiges betriebliches Ergebnis
in TEUR 2021 2020
Sonstige betriebliche Erträge 8.288 7.260
Sonstige betriebliche Aufwendungen –7.641 –6.088
Sonstige Steuern –1.480 –1.618
Gesamt –833 –446
Die sonstigen betrieblichen Erträge umfassen im Wesentlichen Mietein-
nahmen aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien in Höhe von TEUR
6.78
0 (2020: TEUR 5.977). In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist
die Dotierung des Abwicklungs- und Einlagensicherungsfonds in Höhe von
TEUR 6.636 (2020: TEUR 5.294) enthalten. Zudem werden Mietaufwendungen
und Aufwendungen aus zur Weiterverrechnung bestehender Lieferungen und
Leistungen ausgewiesen. In den sonstigen Steuern ist die Stabilitätsabgabe für
das Geschäftsjahr 2021 in Höhe von TEUR 1.367 (2020: TEUR 1.509) enthalten.
(27) Steuern vom Einkommen und Ertrag
in TEUR 2021 2020
Laufende Steuern vom Einkommen und Ertrag –5.177 –1.586
Latente Steuern 157 72
Gesamt –5.020 –1.513
Unter Punkt (42) wird die Zusammensetzung der latenten Steuerforderungen
und der latenten Steuerverpflichtungen näher dargestellt.
Die nachstehende Überleitungsrechnung stellt den Zusammenhang zwischen
den rechnerischen und ausgewiesenen Steuern vom Einkommen und Ertrag
wie folgt dar:
in TEUR 2021 2020
Jahresüberschuss vor Steuern 32.505 10.848
Rechnerischer Ertragsteueraufwand im Geschäfts-
jahr zum inländischen Ertragsteuersatz (25 %)
–8.126 –2.712
Steuereffekte
Steuerersparnis aus steuerfreien
Beteiligungserträgen
1.086 539
Veränderungen aufgrund von At Equity-
bilanzierten Unternehmen
821 1.135
Steuerersparnis aus steuerfreien Zinsen 4 4
Steuer aus nicht abzugsfähigen Erträgen und
Aufwendungen
–312 –244
Steuer aus sonstigen Anpassungen 1.562 41
Steuergutschrift/-belastung aus Vorjahren –55 –276
Ausgewiesener Steueraufwand (–) /-ertrag (+) –5.020 –1.513
Effektiver Steuersatz 15,44 % 13,95 %
In den sonstigen Anpassungen sind im Wesentlichen die Effekte aus dem
Ansatz aktiver latenter Steuern in Verbindung mit Personengesellschaften in
Höhe von TEUR 1.750 (2020: TEUR 0) enthalten.
62
V. Anhang (Notes) Konzernabschluss
Forderungen an Kunden nach Fristen (Restlaufzeit)
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Täglich fällig 78.087 110.158
bis 3 Monate 233.704 280.723
über 3 Monate bis 1 Jahr 439.604 446.194
über 1 Jahr bis 5 Jahre 1.713.295 1.550.651
über 5 Jahre 3.133.955 3.072.020
Gesamt 5.598.644 5.459.746
Forderungen an Kunden nach Geschäftsfeldern
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Großkunden 2.700.859 2.510.949
Retail und Wohnbau 2.768.477 2.828.715
Sonstige 129.309 120.082
Gesamt 5.598.644 5.459.746
(31) Handelsaktiva
Handelsaktiva nach Geschäftsarten
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Zinssatzgeschäfte 372.865 498.839
hievon Hedge Accounting 55.924 87.723
Wechselkursgeschäfte 3.946 4.581
Positive Marktwerte aus derivativen Geschäften 376. 811 503.420
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche
Wertpapiere
5.022 4.981
Börsenotiert 5.022 4.981
Aktien und andere nicht festverzinsliche
Wertpapiere
53.787 50.107
Börsenotiert 849 830
Nicht börsenotiert 52.938 49.277
Zwingend erfolgswirksam zum Fair Value bewertet 58.809 55.088
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche
Wertpapiere
304.903 327.773
Börsenotiert 244.342 260.932
Nicht börsenotiert 60.561 66.841
Zum Fair Value designiert 304.903 327.773
Gesamt 740.523 886.281
Handelsaktiva nach Fristen (Restlaufzeit)
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Täglich fällig 71.938 67.746
bis 3 Monate 2.042 6.260
über 3 Monate bis 1 Jahr 105.840 8.848
über 1 Jahr bis 5 Jahre 122.290 202.475
über 5 Jahre 438.414 600.952
Gesamt 740.524 886.281
(32) Finanzanlagen und Anteile an At Equity-bewerteten
Unternehmen
Unter dem Posten Finanzanlagen werden Finanzinstrumente ausgewiesen, die
den Bewertungskategorien zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete
und als erfolgsneutral zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte
zuzuordnen sind und die nicht zu Handelszwecken bzw. unter dem Ge
-
schäftsmodell „Verkaufen“ gehalten werden. Dazu zählen die Wertpapiere
im Eigen
bestand, Beteiligungen und Anteile an nicht konsolidierten Tochter-
unternehmen.
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche
Wertpapiere
367.105 387.552
Börsenotiert 230.437 245.046
Nicht börsenotiert 136.668 142.506
Finanzanlagen (AC) 367.105 387.552
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche
Wertpapiere
224.625 193.941
Börsenotiert 224.625 193.941
Aktien und andere nicht festverzinsliche
Wertpapiere
99.835 96.400
Nicht börsenotiert 99.835 96.400
Anteile an verbundenen Unternehmen 90 90
Sonstige Beteiligungen 33.394 28.413
Kreditinstitute 2.447 2.447
Nicht-Kreditinstitute 30.947 25.966
Finanzanlagen (FVOCI) 357.944 318.844
Finanzanlagen (Gesamt) 725.049 706.396
Nicht-Kreditinstitute 66.051 54.042
Anteile an At Equity-bewerteten Unternehmen 66.051 54.042
Finanzanlagen nach Fristen (Restlaufzeit)
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Täglich fällig 66.431 61.143
bis 3 Monate 21.503 26.625
über 3 Monate bis 1 Jahr 48.346 41.520
über 1 Jahr bis 5 Jahre 260.956 262.721
über 5 Jahre 194.494 189.484
Gesamt 591.730 581.493
Die Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere, Anteile an ver-
bundenen Unternehmen, sonstige Beteiligungen und Anteile an At Equity-
b
ewerteten Unternehmen wurden nicht nach Restlaufzeiten aufgegliedert,
da keine Fristigkeiten bestehen.
63
Konzernabschluss V. Anhang (Notes)
Finanzinformationen zu At Equity-bewerteten Unternehmen
in TEUR Beteiligungs- und
Wohnungsanlagen GmbH
Beteiligungs- und
Immobilien GmbH
Gesamt
30.9.2021 30.9.2020 30.9.2021 30.9.2020 2021 2020
Zusammengefasste Bilanz
Vermögenswerte 934.935 873.985 160.506 164.482 1.095.441 1.038.467
Schulden 689.082 641.013 130.875 136.612 819.957 777.626
Zusammengefasste Erfolgsrechnung
Erlöse 143.027 141.551 22.721 25.577 165.747 167.128
Gewinn/Verlust aus fortgeführten
Geschäftsbereichen
21.574 19.365 2.914 6.561 24.488 25.926
Sonstiges Ergebnis 128 –284 –22 – 189 106 –473
Gesamtergebnis 21.702 19.081 2.892 6.371 24.594 25.453
Überleitungsrechnung At Equity-Buchwert
in TEUR Beteiligungs- und
Wohnungsanlagen GmbH
Beteiligungs- und
Immobilien GmbH
Gesamt
2021 2020 2021 2020 2021 2020
Erhaltene Dividenden 2.470 2.000 350 250 2.820 2.250
Eigenkapital 245.853 232.972 29.631 27.869 275.484 260.841
At Equity-Buchwert 58.993 47.325 7.058 6.717 66.051 54.042
Die zusammengefassten Finanzinformationen entsprechen den Beträgen
der in Übereinstimmung mit den gemäß IFRS aufgestellten Abschlüssen und
Packages der assoziierten Unternehmen.
Bei der Ermittlung des At Equity-Buchwerts der Beteiligungs- und Wohnungs
-
anlagen GmbH wurde das anteilige Eigenkapital gegebenenfalls um das nicht
zur
echenbare Genussrechtskapital bereinigt. Die Beteiligungen an den At
Equity-bewerteten Unternehmen wurden eingegangen, um das geografische
Geschäftsumfeld zu festigen und zu erweitern und das Geschäftssegment
Retail und Wohnbau zu intensivieren. Weiters soll der oberösterreichische
Wirtschaftsstandort durch diese Beteiligungen gestärkt werden.
(33) Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien, Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
Anlagespiegel
in TEUR Anschaffungs-
werte
1.1.2021
Zugänge
(+)
Abgänge
(–)
Anschaffungs-
werte
31.12.2021
Kumul.
Ab-/Zuschrei-
bungen
Buchwert
31.12.2021
Laufende
Ab-/Zuschrei-
bungen
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 99.048 1.726 –27 100.747 –28.353 72.394 –3.016
Immaterielle Vermögensgegenstände 31.435 1.024 –17.903 14.556 –13.572 984 –608
Grundstücke und Gebäude 27.109 27.109 –19.682 7.427 –547
Nutzungsrechte Grundstücke und Gebäude 2.718 15 –560 2.173 –1.076 1.097 –449
Sonstige Sachanlagen 13.644 211 –2.905 10.950 –9.003 1.947 –491
Leasinggegenstände aus Operating-Leasing 577 37 –49 565 –266 299 –90
Gesamt 174.531 3.013 –21.444 156.100 –71.952 84.148 –5.201
in TEUR Anschaffungs-
werte
1.1.2020
Zugänge
(+)
Abgänge
(–)
Anschaffungs-
werte
31.12.2020
Kumul.
Ab-/Zuschrei-
bungen
Buchwert
31.12.2020
Laufende
Ab-/Zuschrei-
bungen
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 83.559 15.768 –279 99.048 –25.338 73.710 –2.581
Immaterielle Vermögensgegenstände 31.394 128 –87 31.435 –30.867 568 –550
Grundstücke und Gebäude 27.109 27.109 –19.136 7.973 –545
Nutzungsrechte Grundstücke und Gebäude 2.687 31 2.718 –899 1.819 –453
Sonstige Sachanlagen 15.207 576 –2.139 13.644 –11.4 05 2.239 –453
Leasinggegenstände aus Operating-Leasing 503 158 –84 577 –186 391 –84
Gesamt 160.459 16.661 –2.589 174.531 –87.831 86.700 –4.666
Der Fair Value von den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien (ohne
Nutzungsrechte) beträgt TEUR 71.025 (2020: TEUR 66.955). Die Gutachten
werden von I&B Immobilien und Bewertungs GmbH, Linz, sowie durch die
allgemein beeideten gerichtlich zertifizierten Sachverständigen Mag. Stephan
Hirsch, Mag. Christian Haidinger-Wiesinger und Ing. Erhard Leimer erstellt.
Die Mieteinnahmen aus Finanzimmobilien betragen im Geschäftsjahr 2021
TEUR 6.799 (2020: TEUR 5.977) und werden unter den sonstigen betriebli
-
chen Erträgen ausgewiesen. Die damit direkt in Zusammenhang stehenden
b
etrieblichen Aufwendungen beinhalten die laufende Abschreibung und
Instandhaltungskosten und belaufen sich auf TEUR 3.024 (2020: TEUR 2.588).
Diese Aufwendungen sind in den Abschreibungen bzw. dem Sachaufwand
enthalten.
64
V. Anhang (Notes) Konzernabschluss
Es bestehen zum Bilanzstichtag keine vertraglichen Verpflichtungen (2020:
keine) für als Finanzinvestition gehaltene Immobilien.
Im Abschluss 2021 wurden nicht rückzahlbare Investitionszuschüsse
(Covid-19-Investitionsprämien) in Höhe von TEUR 31 (2020: TEUR 0) erfasst.
Als Rechnungslegungsmethode wurde die Nettomethode gewählt.
(34) Sonstige Aktiva
Im Bilanzposten Sonstige Aktiva werden Forderungen, die nicht aus dem
Bankgeschäft stammen (im Wesentlichen Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen sowie abgegrenzte Erträge aus Beteiligungen) und Rechnungs-
abgrenzungsposten ausgewiesen.
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Rechnungsabgrenzungsposten 1.760 1.328
Forderungen Land Oberösterreich 503 195
Übrige Aktiva 2.867 2.031
Gesamt 5.130 3.554
Im Posten Übrige Aktiva sind im Wesentlichen interne Verrechnungskonten
und Verrechnungen mit Beteiligungen gegenüber Personengesellschaften
enthalten.
(35) Risikovorsorgen
Risikovorsorge für Guthaben bei Zentralnotenbanken
in TEUR Stage 1 Stage 2 Stage 3 POCI Summe
Zum 1.1.2021 41 0 0 0 41
Umbuchungen
nach Stage 1 0
nach Stage 2 0
nach Stage 3 0
Zwischensumme 41 0 0 0 41
Nettoveränderung 62 62
Abgang 0
Verbräuche 0
Zugang 0
Zum 31.12.2021 103 0 0 0 103
in TEUR Stage 1 Stage 2 Stage 3 POCI Summe
Zum 1.1.2020 30 0 0 0 30
Umbuchungen
nach Stage 1 0
nach Stage 2 0
nach Stage 3 0
Zwischensumme 30 0 0 0 30
Nettoveränderung 11 11
Abgang 0
Verbräuche 0
Zugang 0
Zum 31.12.2020 41 0 0 0 41
Nettoveränderung: Veränderung den Bestand betreffend
Abgang: Auflösung aufgrund Ausbuchung eines Finanzinstruments
Zugang: Zuweisung aufgrund Einbuchung eines Finanzinstruments
Risikovorsorge für Forderungen an Kreditinstitute
in TEUR Stage 1 Stage 2 Stage 3 POCI Summe
Zum 1.1.2021 507 0 0 0 507
Umbuchungen
nach Stage 1 0
nach Stage 2 0
nach Stage 3 0
Zwischensumme 507 0 0 0 507
Nettoveränderung –464 –464
Abgang –1 –1
Verbräuche 0
Zugang 0
*)
0
*)
Zum 31.12.2021 42 0 0 0 42
*)
Werte < TEUR 1
in TEUR Stage 1 Stage 2 Stage 3 POCI Summe
Zum 1.1.2020 33 0 0 0 33
Umbuchungen
nach Stage 1 0
nach Stage 2 0
nach Stage 3 0
Zwischensumme 33 0 0 0 33
Nettoveränderung 468 468
Abgang –2 –2
Verbräuche 0
Zugang 8 8
Zum 31.12.2020 507 0 0 0 507
Risikovorsorge für Forderungen an Kunden
in TEUR Stage 1 Stage 2 Stage 3 POCI Summe
Zum 1.1.2021 664 1.740 8.722 0 11.125
Umbuchungen
nach Stage 1 208 –174 –35 0
nach Stage 2 –46 400 –354 0
nach Stage 3 –2 –75 77 0
Zwischensumme 825 1.891 8.410 0 11.125
Nettoveränderung –247 1.791 1.820 3.364
Abgang –98 –225 –2.891 –3.214
Verbräuche –2.195 –2.195
Zugang 450 188 2.951 3.589
Zum 31.12.2021 929 3.645 8.094 0 12.668
in TEUR Stage 1 Stage 2 Stage 3 POCI Summe
Zum 1.1.2020 752 1.695 5.367 0 7.814
Umbuchungen
nach Stage 1 228 –226 –2 0
nach Stage 2 –118 121 –3 0
nach Stage 3 –9 –181 190 0
Zwischensumme 853 1.409 5.552 0 7.814
Nettoveränderung –278 331 1.962 2.015
Abgang –101 –145 –1.419 –1.665
Verbräuche –392 –392
Zugang 190 145 3.019 3.354
Zum 31.12.2020 664 1.740 8.722 0 11.125
65
Konzernabschluss V. Anhang (Notes)
Rückstellungen für Kreditrisken und Eventualverbindlichkeiten
in TEUR Stage 1 Stage 2 Stage 3 POCI Summe
Zum 1.1.2021 113 21 1.126 0 1.260
Umbuchungen
nach Stage 1 5 –5 0
nach Stage 2 –2 2 0
nach Stage 3 0
*)
0
*)
0
*)
Zwischensumme 117 17 1.126 0 1.260
Nettoveränderung –16 2 –8 –22
Abgang –36 –5 –1.126 –1.167
Verbräuche 0
Zugang 219 14 843 1.076
Zum 31.12.2021 284 29 835 0 1.148
*)
Werte < TEUR 1
in TEUR Stage 1 Stage 2 Stage 3 POCI Summe
Zum 1.1.2020 119 8 402 0 528
Umbuchungen
nach Stage 1 2 –2 0
nach Stage 2 –6 6 0
nach Stage 3 0
*)
–1 1 0
*)
Zwischensumme 114 12 402 0 528
Nettoveränderung –33 9 –407 –431
Abgang –35 –2 –12 –49
Verbräuche 0
Zugang 67 2 1.143 1.212
Zum 31.12.2020 113 21 1.126 0 1.260
*)
Werte < TEUR 1
Risikovorsorge gesamt
in TEUR Stage 1 Stage 2 Stage 3 POCI Summe
Zum 1.1.2021 2.205 1.760 9.848 0 13.814
Umbuchungen
nach Stage 1 214 –179 –35 0
nach Stage 2 –48 402 –354 0
nach Stage 3 –2 –75 77 0
Zwischensumme 2.369 1.908 9.536 0 13.814
Nettoveränderung –1.421 1.793 1.812 2.184
Abgang –135 –229 –4.017 –4.381
Verbräuche –2.195 –2.195
Zugang 692 202 3.794 4.688
Zum 31.12.2021 1.506 3.674 8.929 0 14.108
in TEUR Stage 1 Stage 2 Stage 3 POCI Summe
Zum 1.1.2020 994 1.703 5.769 0 8.466
Umbuchungen
nach Stage 1 230 –228 –2 0
nach Stage 2 –124 127 –3 0
nach Stage 3 –9 –182 191 0
Zwischensumme 1.090 1.421 5.954 0 8.466
Nettoveränderung 698 340 1.555 2.594
Abgang –137 –147 –1.431 –1.716
Verbräuche –392 –392
Zugang 554 147 4.162 4.862
Zum 31.12.2020 2.205 1.761 9.848 0 13.814
Risikovorsorge für Finanzanlagen AC
in TEUR Stage 1 Stage 2 Stage 3 POCI Summe
Zum 1.1.2021 485 0 0 0 485
Umbuchungen
nach Stage 1 0
nach Stage 2 0
nach Stage 3 0
Zwischensumme 485 0 0 0 485
Nettoveränderung –416 – 416
Abgang 0
Verbräuche 0
Zugang 8 8
Zum 31.12.2021 77 0 0 0 77
in TEUR Stage 1 Stage 2 Stage 3 POCI Summe
Zum 1.1.2020 40 0 0 0 40
Umbuchungen
nach Stage 1 0
nach Stage 2 0
nach Stage 3 0
Zwischensumme 40 0 0 0 40
Nettoveränderung 329 329
Abgang 0
Verbräuche 0
Zugang 116 116
Zum 31.12.2020 485 0 0 0 485
Risikovorsorge für Finanzanlagen OCI
in TEUR Stage 1 Stage 2 Stage 3 POCI Summe
Zum 1.1.2021 395 0 0 0 395
Umbuchungen
nach Stage 1 0
nach Stage 2 0
nach Stage 3 0
Zwischensumme 395 0 0 0 395
Nettoveränderung –340 –340
Abgang 0
Verbräuche 0
Zugang 15 15
Zum 31.12.2021 70 0 0 0 70
in TEUR Stage 1 Stage 2 Stage 3 POCI Summe
Zum 1.1.2020 21 0 0 0 21
Umbuchungen
nach Stage 1 0
nach Stage 2 0
nach Stage 3 0
Zwischensumme 21 0 0 0 21
Nettoveränderung 201 201
Abgang 0
Verbräuche 0
Zugang 172 172
Zum 31.12.2020 395 0 0 0 395
66
V. Anhang (Notes) Konzernabschluss
Die Zuordnung zu einem Stage erfolgt auch bei modifizierten Finanzinst-
rumenten anhand der in Punkt (10) beschriebenen Transferkriterien. Ein
R
ücktransfer von Finanzinstrumenten, für welche die Wertminderung in der
vorangegangenen Berichtsperiode in Höhe der über die Restlaufzeit erwarte-
ten Kreditverluste bemessen wurde (Stage 2), in Stage 1 und somit Bemessung
der W
ertminderung auf Basis der erwarteten 12-Monats-Kreditverluste, erfolgt
erst dann, wenn sich das Kreditausfallrisiko so vermindert hat, dass es im
Vergleich zum erstmaligen Ansatz nicht mehr signifikant erhöht ist.
(36) Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden zu fortgeführten
Anschaffungskosten bilanziert.
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten nach Geschäftsarten
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Giro- und Clearinggeschäfte 4.026 3.774
Geldmarktgeschäfte 1.231.576 1.191.003
Gesamt 1.235.602 1.194.777
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten nach Fristen (Restlaufzeit)
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Täglich fällig 327.060 428.916
über 3 Monate bis 1 Jahr 1
über 1 Jahr bis 5 Jahre 608.400 405.401
über 5 Jahre 300.142 360.459
Gesamt 1.235.602 1.194.777
Zum 31. Dezember 2021 beträgt das im Posten Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten enthaltene Volumen an längerfristigen Finanzierungsgeschäf-
ten aus dem TLTRO III-Programm der Europäischen Zentralbank (EZB) TEUR
600.
000 (2020: TEUR 400.000).
Auf Basis einer Analyse der für die Oberösterreichische Landesbank Aktien
-
gesellschaft als Kreditinstitut am Markt für vergleichbar besicherte Refinan-
zierungsquellen erlangbaren Konditionen sind wir zur Auffassung gelangt,
dass
die Konditionen des TLTRO III-Programmes keinen wesentlichen Vorteil
im Vergleich zum Markt bieten. Die Finanzierungsverbindlichkeit wird daher
als Finanzinstrument gemäß IFRS 9 bilanziert. Das benötigte Kreditwachs
-
tum für die erste Sonderverzinsungsperiode (Beobachtungsperiode: 1. März
2020 bis zum 31. März 2021) s
owie für die 2. Sonderverzinsungsperiode
(Beobachtungsperiode: 1. Oktober 2021 bis zum 31. Dezember 2021) wurde
grundsätzlich erfüllt. Die Verzinsung wurde somit mit –1,0 % festgesetzt,
wobei die finale Bestätigung durch die OeNB noch ausständig ist. Im laufen
-
den Geschäftsjahr 2021 betrug der (negative) Zinsaufwand aus dem TLTRO
III-P
rogramm TEUR 5.881 (2020: TEUR 979).
(37) Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden werden überwiegend zu fortgeführ-
ten Anschaffungskosten bilanziert. Für Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
i
n Höhe von TEUR 50.705 (2020: TEUR 53.078), deren Zinsrisiken mittels
Zinsswap abgesichert wurden, wurde die Fair Value-Option in Anspruch
genommen, da es ansonsten zu Inkongruenzen bei der Bewertung und dem
Ansatz gegenüber dem Sicherungsgeschäft kommen würde (accounting
mismatch). Für Verbindlichkeiten gegenüber Kunden in Höhe von TEUR 40.857
(2020: TEUR 42.130) wird Hedge Accounting angewendet.
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden nach Geschäftsarten
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Sichteinlagen 1.357.333 1.127.471
Termineinlagen 111.10 4 126.599
Spareinlagen 476.808 483.162
Gesamt 1.945.245 1.737.232
Covid-19-Krise
Gemäß IFRS 9.B5.5.1 kann es erforderlich sein, die Beurteilung signifikanter
Erhöhungen des Ausfallrisikos auf kollektiver Basis vorzunehmen und zu
diesem Zweck Informationen, die auf signifikante Erhöhungen des Ausfallri
-
sikos einer Gruppe oder Untergruppe von Finanzinstrumenten hindeuten, zu
b
erücksichtigen. IFRS 9.B5.5.5 sieht zu diesem Zweck die Zusammenfassung
von Finanzinstrumenten anhand gemeinsamer Ausfallrisikoeigenschaften vor.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft hat auf dieser Grund
-
lage geprüft, ob Änderungen bei der Gruppierung von Finanzinstrumenten
a
nhand gemeinsamer Ausfallrisikoeigenschaften erforderlich sind und hat
sich aufgrund der Schwierigkeiten infolge staatlicher Maßnahmen im Zu-
sammenhang mit der Covid-19-Krise (Ausgangsbeschränkungen, Betriebs-
schließungen etc.) für klar definierte Branchen entschlossen, einen kollektiven
Stag
etransfer durchzuführen.
Die OeNB hat am 8. April 2020 ihre Einschätzung für die am schwersten
betroffenen Branchen veröffentlicht. Auf dieser Grundlage hat die Oberöster
-
reichische Landesbank Aktiengesellschaft die 20 am schwersten betroffenen
Br
anchen für den kollektiven Stagetransfer ausgewählt, die sich über weite
Strecken auch mit der Einschätzung der kritischen Branchen decken, die von
der Ratingagentur Standard & Poor’s mitgeteilt wurden.
Die ausgewählten Sektoren waren damit:
• Erdöl & Erdgas
• Freizeitaktivitäten
• Information & Kommunikation
• Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen
• Hotel & Tourismus
• Transport
• Verarbeitendes Gewerbe mit potenziellen grenzüberschreitenden Liefer
-
ketten
–
Elektronik/Elektro
– KFZ
– Konsumgüter
– Kunststoffe/chemische Produkte
– Maschinen- und Anlagenbau
– Metallerzeugung und -bearbeitung
– Möbelerzeugung und -handel
– Papier und Pappe
– Pharmaindustrie und Medizintechnologie und
• Commercial Real Estate
Das Volumen dieser ausgewählten Branchen beläuft sich zum 31. Dezember
2021 auf TEUR 276.246 (2020: TEUR 296.790). Aufgrund der grundsätzlich
risikoaversen Geschäftsstrategie und infolge dessen sehr guter Portfolioqua
-
lität der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft belief sich die
A
uswirkung aus dem kollektiven Stagetransfer auf die Risikovorsorge auf rund
TEUR 700 zum 31. Dezember 2021 (2020: rund TEUR 600).
Die Throuth-the-Cycle (TTC)-PDs werden einmal jährlich im Zuge der tourli
-
chen Validierung angepasst. Die Anpassung der Point-in-Time (PiT)-Kompo-
nente erfolgt vierteljährlich, d.h. es werden immer die aktuellsten Prognosen
v
erwendet. Eine krisenbedingte Anpassung der TTC-PDs bzw. der makroöko-
nomischen Modelle erfolgte nicht.
Angab
en zur Modification
In der Abschlussperiode wurden im Konzern nur sehr wenige vertragliche
Modifizierungen bei finanziellen Vermögenswerten vorgenommen, die nicht
zu einer Ausbuchung geführt haben. Der sich daraus ergebende geringe
Modifikationsgewinn wird in Bezug auf das Gesamtzinsergebnis als nicht
signifikant beurteilt. Auch die Auswirkung auf die Änderungen des Brutto
-
buchwertes wird als unwesentlich eingestuft.
D
en Modifizierungen lagen keine finanziellen Schwierigkeiten der Kredit-
nehmer (bonitätsbedingte Zugeständnisse) zu Grunde (keine Wanderungen
in höher
e Stages), somit wird die Auswirkung auf das Ausfallrisiko und die
Risikovorsorge als unwesentlich angesehen.
Die fortlaufende Überwachung modifizierter Vermögenswerte erfolgt im Rah
-
men der standardisierten Kreditüberwachungsprozesse bzw. im Rahmen der
vier
teljährlichen Berechnung der Risikovorsorge. Signifikante Veränderungen
in der Stagezuordnung und der damit verbundenen Risikovorsorge werden im
Expertengremium im Rahmen der vierteljährlichen Berechnung thematisiert
und entsprechend berichtet.
67
Konzernabschluss V. Anhang (Notes)
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden nach Fristen (Restlaufzeit)
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Täglich fällig 1.770.453 1.525.594
bis 3 Monate 18.645 35.383
über 3 Monate bis 1 Jahr 24.394 51.959
über 1 Jahr bis 5 Jahre 34.606 37.862
über 5 Jahre 97.147 86.434
Gesamt 1.945.245 1.737.232
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden nach Geschäftsfeldern
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Großkunden 657.697 563.277
Retail und Wohnbau 1.195.967 1.078.709
Financial Markets 91.562 95.219
Sonstige 19 27
Gesamt 1.945.245 1.737.232
(38) Verbriefte Verbindlichkeiten
Für Verbriefte Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 1.795.615 (2020: TEUR
2.003.056), deren Zinsrisiken mittels Zinsswap abgesichert wurden, wurde die
Fair Value-Option in Anspruch genommen, da es ansonsten zu Inkongruenzen
bei der Bewertung und dem Ansatz gegenüber dem Sicherungsgeschäft
kommen würde (accounting mismatch). Für Verbriefte Verbindlichkeiten in
Höhe von TEUR 921.104 (2020: TEUR 957.323) wird Hedge Accounting ange
-
wendet. Die restlichen Verbrieften Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten
Ans
chaffungskosten bilanziert.
Verbriefte Verbindlichkeiten nach Geschäftsarten
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Pfandbriefe 2.331.580 2.196.356
Kommunalbriefe 479.942 484.207
Anleihen 1.431.321 1.476.896
Gesamt 4.242.843 4.157.459
Verbriefte Verbindlichkeiten nach Fristen (Restlaufzeit)
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Täglich fällig
*)
40.045 40.296
bis 3 Monate 91.108 128.735
über 3 Monate bis 1 Jahr 123.396 146 .115
über 1 Jahr bis 5 Jahre 1.585.537 1.416.805
über 5 Jahre 2.402.757 2.425.508
Gesamt 4.242.843 4.157.459
*)
Im Wesentlichen handelt es sich um Zinsabgrenzungen.
(39) Handelspassiva
Negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Zinssatzgeschäfte 72.892 104.421
hievon Hedge Accounting
Wechselkursgeschäfte 7.822 7.176
hievon Hedge Accounting 7.822 7.176
Gesamt 80.714 111. 597
(40) Rückstellungen
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Rückstellungen für Sozialkapital 17.289 19.644
Sonstige Rückstellungen 19.381 17.741
Gesamt 36.670 37.385
Entwicklung des Sozialkapitals
in TEUR Pensions-
rück-
stellungen
Abferti-
gungsrück-
stellungen
Jubiläums-
geldrück-
stellungen
Rückstel-
lungen So-
zialkapital
Rückstellungen (= DBO)
1.1.2021
9.245 9.022 1.378 19.644
Laufender
Dienstzeitaufwand
59 309 94 462
Zinsaufwand 68 67 11 145
Gewinn/Verlust aus
Anlass der Beendigung
des Arbeitsverhältnisses
–217 –217
Gewinn/Verlust wegen
Abgeltung
4
Versicherungsmath.
Gewinne/Verluste
–1.427 –178 –71 –1.676
aus demografischen
Annahmen
–4 –8 –12
aus finanziellen
Annahmen
125 –176 –36 –88
aus erfahrungsbe-
dingter Berichtigung
–1.551 2 –27 –1.576
Zahlungen –414 –512 –24 –950
Abgeltungszahlungen –123 –123
Sozialkapital (= DBO)
31.12.2021
7.411 8.489 1.388 17.289
in TEUR Pensions-
rück-
stellungen
Abferti-
gungsrück-
stellungen
Jubiläums-
geldrück-
stellungen
Rückstel-
lungen So-
zialkapital
Rückstellungen (= DBO)
1.1.2020
9.149 9.543 1.315 20.007
Laufender
Dienstzeitaufwand
63 332 89 484
Zinsaufwand 112 117 17 245
Gewinn/Verlust aus
Anlass der Beendigung
des Arbeitsverhältnisses
–42 –42
Versicherungsmath.
Gewinne/Verluste
336 –109 9 236
aus demografischen
Annahmen
–52 –14 –66
aus finanziellen
Annahmen
489 12 13 514
aus erfahrungsbe-
dingter Berichtigung
–154 –69 10 –212
Zahlungen –415 –819 –52 –1.286
Sozialkapital (= DBO)
31.12.2020
9.245 9.022 1.378 19.644
Am 31. Dezember 2021 lag die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leis-
tungsorientierten Verpflichtungen für Abfertigungen bei 8,15 Jahre (2020: 8,68
Jahr
e), für Jubiläumsgelder bei 10,4 Jahre (2020: 11,1 Jahre) und für Pensionen
bei 12,25 Jahre (2020: 13,4 Jahre).
68
V. Anhang (Notes) Konzernabschluss
(42) Latente Ertragsteuerforderungen und -verbindlichkeiten
in TEUR Latente
Steuer-
ansprüche
31.12.2021
Latente
Steuer-
schulden
31.12.2021
erfolgs-
wirksam
2021
Forderungen an Kunden 1.518 7.662 1.882
Handelsaktiva 87.590 30.038
Finanzanlagen und Anteile an
At Equity-bewerteten Unternehmen
1.942 28.789 7.037
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 2.700 –1.233
Verbriefte Verbindlichkeiten 78.306 –32.751
Handelspassiva 21.729 –4.687
Nachrangkapital 683 –18
Rückstellungen 3.624 –115
Andere Posten 2 5
Saldierung Steuerlatenz –109.822 –109.822
Latente Steuerverbindlichkeiten 0 14.902 157
in TEUR Latente
Steuer-
ansprüche
31.12.2020
Latente
Steuer-
schulden
31.12.2020
erfolgs-
wirksam
2020
Forderungen an Kunden 1.463 9.453 552
Handelsaktiva 117.629 –349
Finanzanlagen und Anteile an
At Equity-bewerteten Unternehmen
2.198 36.251 –2.473
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 3.610 264
Verbriefte Verbindlichkeiten 110.247 2.276
Handelspassiva 26.416
Nachrangkapital 1.216 –49
Rückstellungen 4.141 –150
Andere Posten 3 1
Saldierung Steuerlatenz –148.075 –148.075
Latente Steuerverbindlichkeiten 0 16.477 72
Aus der erfolgsneutralen Bewertung der Finanzinstrumente, die als OCI-
Bestand klassifiziert worden sind, sowie für das direkt im Eigenkapital erfasste
Ergebnis aus der Bewertung des Sozialkapitals wurden auch die latenten
Steuern direkt im Eigenkapital und somit erfolgsneutral gebildet. Im Jahr
2021 betrug der erfolgsneutral erfasste latente Steuerertrag TEUR 1.418
(2020: TEUR –1.999).
Auf temporäre Differenzen aus Anteilen an Tochterunternehmen und asso
-
ziierten Unternehmen, die von Konzerngesellschaften gehalten werden, in
Höhe v
on TEUR 45.652 (2020: TEUR 42.268) wurden in Übereinstimmung mit
IAS 12.39 keine passiven latenten Steuern angesetzt, da sich die temporären
Differenzen in absehbarer Zeit erwartungsgemäß nicht umkehren werden. Bei
den temporären Differenzen handelt es sich um thesaurierte Gewinnanteile,
deren Ausschüttung nicht beabsichtigt ist bzw. auf absehbare Zeit steuerfrei
bleiben wird. Zum 31. Dezember 2021 wurde daher – ohne Berücksichtigung
der steuerfreien Gewinnausschüttungen von Tochterunternehmen – eine hypo
-
thetische Steuerschuld von TEUR 11.413 (2020: TEUR 10.567) nicht angesetzt.
(43) Nachrangkapital
Dieser Posten enthält Ergänzungskapital im Sinne des Artikel 62 ff. CRR.
Weiters erfolgt in diesem Posten der Ausweis von Hybridkapital.
Für Nachrangkapital in Höhe von TEUR 22.277 (2020: TEUR 26.254), dessen
Zinsrisiken mittels Zinsswap abgesichert wurden, wurde die Fair Value-Option
in Anspruch genommen, da es ansonsten zu Inkongruenzen bei der Bewer
-
tung und dem Ansatz gegenüber dem Sicherungsgeschäft kommen würde
(ac
counting mismatch). Das restliche Nachrangkapital wird zu fortgeführten
Anschaffungskosten bilanziert.
Sensitivitätsanalyse der Defined Benefit Obligation (DBO)
Zum Bilanzstichtag wurden Sensitivitätsanalysen durchgeführt, indem die
jeweiligen Annahmen zu den wichtigsten Bewertungsparametern unter ver-
nünftiger Betrachtungsweise variiert und die Barwerte der leistungsorientier-
ten Verpflichtungen für Pensionen und Abfertigungen neu berechnet wurden:
Parameter Verände-
rung der
Annahme
Veränderungen DBO
Pensionen Abfertigungen
31.12.2021 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2020
Rechnungszins +0,5 % –5,62 % –6,60 % –3,93 % –4,16 %
–0,5 % 6,21 % 7,40 % 4,22 % 4,47 %
Bezüge +0,5 % 0,07 % 0,58 % 4,07 % 4,31 %
–0,5 % –0,07 % –0,56 % –3,84 % –4,05 %
Pensionen +0,5 % 6,08 % 6,79 %
–0,5 % –5,57 % –6,16 %
Entwicklung Sonstige Rückstellungen
in TEUR Stand
1.1.2021
Zufüh-
rungen
Ver-
brauch
Auf-
lösungen
Stand
31.12.2021
Risiken
aus dem
Kreditgeschäft
1.260 1.076 –1.189 1.148
Verpflichtungen
für Negativ-
zinsen
12.716 2.545 –526 –1.135 13.601
Übrige sonstige
Rückstellungen
3.764 7.524 –6.487 –168 4.633
Gesamt 17.741 11.14 5 –7.013 –2.492 19.381
Die Übrigen sonstigen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen Rückstel-
lungen für IT-Projekte in Höhe von TEUR 2.901 (2020: TEUR 1.379).
Bei den V
erpflichtungen künftiger Zahlungen betreffend Negativzinsen wur-
de der neuesten höchstgerichtlichen Judikatur im Zusammenhang mit der
Z
ulässigkeit der Vereinbarung eines Mindestzinssatzes Rechnung getragen.
Da nach den Gerichtsurteilen des Obersten Gerichtshofs (OGH) die endgül-
tig rechtliche Beurteilung für Nichtverbraucher noch in Klärung ist, wurden
en
tsprechende Vorsorgen getroffen. Die Schätzunsicherheit bezieht sich hier
auf das Eintrittsereignis.
Für weitere Informationen zur Entwicklung der Vorsorgen für Risiken aus dem
Kreditgeschäft wird auf Punkt (35) verwiesen.
(41) Sonstige Passiva und Steuerverbindlichkeiten
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Rechnungsabgrenzungsposten 833 191
Übrige Passiva 44.361 41.820
Gesamt Sonstige Passiva 45.194 42.011
Laufende Steuerverbindlichkeiten 2.957 1.249
Latente Steuerverbindlichkeiten 14.902 16.477
Gesamt Steuerverbindlichkeiten 17.859 17.726
Der Posten Übrige Passiva umfasst Verbindlichkeiten aus Personalverrech-
nung in Höhe von TEUR 3.976 (2020: TEUR 4.715), Verbindlichkeiten gegen-
über dem Finanzamt in Höhe von TEUR 2.245 (2020: TEUR 1.605), Verrech-
nungskonten aus der Abwicklung von Wohnbauförderungsdarlehen in Höhe
v
on TEUR 11.385 (2020: TEUR 6.948) sowie Leasingverbindlichkeiten gemäß
IFRS 16 in Höhe von TEUR 19.533 (2020: TEUR 20.430).
69
Konzernabschluss V. Anhang (Notes)
Nachrangkapital nach Geschäftsarten
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Nachrangige Verbindlichkeiten 50.263 47.989
Ergänzungskapital 12.098 9.254
Gesamt 62.361 57.243
Nachrangkapital nach Fristen (Restlaufzeit)
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Täglich fällig 81 143
über 1 Jahr bis 5 Jahre 6.131
über 5 Jahre 62.280 50.969
Gesamt 62.361 57.243
Der Gesamtbetrag der Zinsaufwendungen für nachrangige Verbindlichkeiten
betrug im Geschäftsjahr 2021 TEUR 393 (2020: TEUR 496).
Überleitungsrechnung betreffend der Angabe zum Geldfluss aus Finan
-
zierungstätigkeit
in TEUR 2021 2020
Nachrangkapital 1.1. 57.243 68.903
Zahlungswirksame Veränderungen
Auszahlungen –6.000 –10.500
Einzahlungen 9.047
Zahlungsunwirksame Veränderungen
Veränderung Fair Value 2.133 –807
Veränderung Zinsabgrenzung –62 –353
Nachrangkapital 31.12. 62.361 57.243
(44) Eigenkapital
Das Eigenkapital setzt sich aus dem der Bank zur Verfügung gestellten Kapital
(Gezeichnetes Kapital zuzüglich Kapitalrücklagen) und aus erwirtschaftetem
Kapital (Gewinnrücklagen sowie erfolgsneutral gebildete Rücklagen und dem
Konzernjahresergebnis) zusammen. Erfolgsneutrale Bewertungsänderungen
aus At Equity-bewerteten Unternehmen sind ebenfalls unter den Gewinnrück
-
lagen geführt. Unter der OCI-Rücklage werden die nicht ergebniswirksam
er
fassten Bewertungsänderungen des FVOCI-Bestandes sowie die bonitäts-
bedingten Veränderungen der zum Fair Value bewerteten Verbindlichkeiten
z
usammengefasst. Die IAS 19-Rücklage stellt die kumulierten versicherungs-
mathematischen Gewinne und Verluste aus den Personalrückstellungen dar.
Das ge
zeichnete Kapital besteht aus dem Grundkapital in der Höhe von TEUR
14.664 (2020: TEUR 14.664). Am 31. Dezember 2021 waren 2.017.000 (2020:
2.017.000) Aktien mit einem Nominale von EUR 7,27 je Aktie im Umlauf. Von
den ausgegebenen Aktien hat das Mutterunternehmen zum 31. Dezember
2021 13.678 Anteile (2020: 13.746) im eigenen Besitz. Die Veränderung stammt
aus Rückkäufen von ausgeschiedenen Mitarbeitern oder aus Ankäufen von
Mitarbeitern. Im Geschäftsjahr 2021 fand eine Umwandlung von 17.000 Stück
Vorzugsaktien in Stammaktien statt.
Bei den Mitarbeiteraktien der Oberösterreichische Landesbank Aktienge
-
sellschaft handelt es sich um für ein Mitarbeiterbeteiligungsmodell im Zuge
der
Privatisierung 1997 ausgegebene Aktien. Diese wurden zum damaligen
Zeitpunkt einmalig unentgeltlich an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und
Mitglieder des Vorstandes der Oberösterreichische Landesbank Aktien
-
gesellschaft ausgegeben. Die Übernehmer dieser Aktien sind verpflichtet,
die
Aktien in definierten Aufgriffsfällen, in nachstehender Reihenfolge dem
Betriebsratsfonds, dem vom Betriebsrat nominierten Mitarbeiter, der Ober-
österreichische Landesbank Aktiengesellschaft, der Landesholding GmbH
o
der der Hypo Holding GmbH zur Übernahme anzubieten. Einen Aufgriffsfall
stellen beispielsweise das Ausscheiden, die Pensionierung oder das Ableben
eines Mitarbeiters dar.
Der Kurs der Mitarbeiteraktien wird im Rahmen der genehmigten IFRS-
Konzernbilanz einmal jährlich festgelegt. Die Aktien können vom Mitarbeiter
zu diesem Kurs erworben werden, ein begünstigter Verkauf liegt nicht vor.
Der Kauf und Verkauf von Mitarbeiteraktien ist ausschließlich im Monat nach
der Hauptversammlung und nur für aktive Mitarbeiter in unbefristeten und
ungekündigten Dienstverhältnissen möglich, wobei pro Mitarbeiter insgesamt
maximal 50 Stück erworben werden können. Im Jahr 2021 wurden von der
Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft 217 Aktien (2020: 370
Aktien) zum Gesamtwert von TEUR 50 (2020: TEUR 83) erworben und 285
Aktien (2020: 30 Aktien) von den Mitarbeitern zum Gesamtwert von TEUR
66 (2020: TEUR 7) rückerworben. Die Ergebnisse daraus werden direkt im
Eigenkapital berücksichtigt.
Erfolgsneutral und somit ebenfalls direkt im Eigenkapital wurden die Bewe
-
gungen in der OCI-Rücklage – insbesondere bonitätsbedingte Veränderungen
der zum F
air Value bewerteten Verbindlichkeiten, Änderungen des Fair Va-
lues bei FVOCI-Finanzinstrumenten und die versicherungsmathematischen
Ge
winne/Verluste aus der Bewertung des Sozialkapitals (IAS 19-Rücklage)
– erfasst. Im Jahr 2021 entspricht dies einem Betrag von TEUR 2.221 (2020:
TEUR 5.985). Bei der Bewertung des OCI-Bestandes sowie bei der Erfassung
der IAS 19-Rücklage wurden die latenten Steuern unmittelbar im Eigenkapital
in Abzug gebracht. Aufgrund von Abgängen von OCI-Beständen wurde im
Berichtsjahr die Rücklage in Höhe von TEUR 226 (2020: TEUR 178) erfolgs
-
wirksam aufgelöst.
Die
Gewinnrücklagen bestehen aus den gesetzlichen Rücklagen, anderen
Gewinnrücklagen und der Haftrücklage. Die Dotierung der Haftrücklage
unterliegt den Bestimmungen des § 57 Abs. 5 BWG. 2021 war eine Dotierung
in Höhe von TEUR 171 (2020: TEUR 0) erforderlich.
Die Gesamtkapitalrentabilität beträgt zum 31. Dezember 2021 0,34 % (2020:
0,12 %) und ermittelt sich aus dem Jahresüberschuss nach Steuern ins Ver
-
hältnis gesetzt zum Gesamtkapital (Bilanzsumme).
(45) Sonstige Other Comprehensive Income (OCI)-Rücklage
Die Sonstige OCI-Rücklage setzt sich wie folgt zusammen:
in TEUR 1.1.2021 Verände-
rungen
31.12.2021
Bonitätsbedingte Veränderungen
der zum Fair Value bewerteten
Verbindlichkeiten
4.046 –5.052 –1.006
Änderungen des Fair Values bei
FVOCI-Eigenkapitalinstrumenten
–10.046 6.840 –3.205
Änderungen des Fair Values bei
FVOCI-Schuldtiteln
7.763 –5.239 2.524
Gesamt 1.764 –3.452 –1.688
in TEUR 1.1.2020 Verände-
rungen
31.12.2020
Bonitätsbedingte Veränderungen
der zum Fair Value bewerteten
Verbindlichkeiten
6.446 –2.400 4.046
Änderungen des Fair Values bei
FVOCI-Eigenkapitalinstrumenten
–16.312 6.266 –10.046
Änderungen des Fair Values bei
FVOCI-Schuldtiteln
5.351 2.412 7.763
Gesamt –4.515 6.279 1.764
Die Risikovorsorgen von finanziellen Vermögenswerten, die erfolgsneutral
zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, betragen vor Steuerlatenz
zum Bilanzstichtag TEUR 70 (2020: TEUR 395).
70
V. Anhang (Notes) Konzernabschluss
Zusätzliche IFRS-Informationen
(46) Gesamtvolumen noch nicht abgewickelter derivativer Finanzprodukte
31.12.2021
in TEUR
Nominalbeträge nach Restlaufzeit Marktwerte clean
bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre Gesamt positiv negativ
Zinssatzverträge 146.400 1.064.317 1.648.982 2.859.699 333.160 66.419
Wechselkursverträge 16.563 56.068 72.631 3.825 7.102
Zinsoptionen 164 30.197 30.361 45 45
Devisentermingeschäfte 24.815 24.815 946
Gesamt 187.778 1.120.549 1.679.179 2.987.506 337.030 74.512
31.12.2020
in TEUR
Nominalbeträge nach Restlaufzeit Marktwerte clean
bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre Gesamt positiv negativ
Zinssatzverträge 51.500 989.247 1.910.958 2.951.705 458.725 98.272
Wechselkursverträge 15.638 56.068 71.706 4.087 7.385
Zinsoptionen 16.000 213 32.039 48.252 7 7
Devisentermingeschäfte 32.189 32.189 385
Gesamt 99.689 1.005.098 1.999.065 3.103.852 463.204 105.664
(47) Saldierung von Finanzinstrumenten
Vermögenswerte in TEUR
31.12.2021
Finanzielle
Vermögens-
werte (brutto)
Aufgerechnete
bilanzierte
Beträge (brutto)
Bilanzierte
finanzielle Ver-
mögenswerte
(netto)
Effekt von
Aufrechnungs-
Rahmenverein-
barungen
Sicherheiten
in Form
von Finanz-
instrumenten
Nettobetrag
Derivative Finanzinstrumente mit Kreditinstituten 330.408 330.408 –33.124 –290.295 6.989
Derivative Finanzinstrumente mit zentralen
Gegenparteien
6.671 6.671 –6.671
Ersteinschusszahlungen an zentrale
Gegenparteien
8.261 8.261 8.261
Forderungen gegenüber Kreditinstituten 166.926 166.926 –95.629 71.296
Verbindlichkeiten in TEUR
31.12.2021
Finanzielle
Verbindlich-
keiten (brutto)
Aufgerechnete
bilanzierte
Beträge (brutto)
Bilanzierte
finanzielle Ver-
bindlichkeiten
(netto)
Effekt von
Aufrechnungs-
Rahmenverein-
barungen
Sicherheiten
in Form
von Finanz-
instrumenten
Nettobetrag
Derivative Finanzinstrumente mit Kreditinstituten 74.512 74.512 –33.124 –36.858 4.530
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.235.602 1.235.602 –95.629 1.139.973
Vermögenswerte in TEUR
31.12.2020
Finanzielle
Vermögens-
werte (brutto)
Aufgerechnete
bilanzierte
Beträge (brutto)
Bilanzierte
finanzielle Ver-
mögenswerte
(netto)
Effekt von
Aufrechnungs-
Rahmenverein-
barungen
Sicherheiten
in Form
von Finanz-
instrumenten
Nettobetrag
Derivative Finanzinstrumente mit Kreditinstituten 462.887 462.887 –58.645 –395.012 9.231
Derivative Finanzinstrumente mit zentralen
Gegenparteien
36 36 –36
Ersteinschusszahlungen an zentrale
Gegenparteien
9.622 9.622 9.622
Forderungen gegenüber Kreditinstituten 176.859 176.859 –96.269 80.590
Verbindlichkeiten in TEUR
31.12.2020
Finanzielle
Verbindlich-
keiten (brutto)
Aufgerechnete
bilanzierte
Beträge (brutto)
Bilanzierte
finanzielle Ver-
bindlichkeiten
(netto)
Effekt von
Aufrechnungs-
Rahmenverein-
barungen
Sicherheiten
in Form
von Finanz-
instrumenten
Nettobetrag
Derivative Finanzinstrumente mit Kreditinstituten 103.078 103.078 –58.645 – 41.116 3.318
Derivative Finanzinstrumente mit zentralen
Gegenparteien
2.585 2.585 –36 –2.549
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.194.777 1.194.777 –96.269 1.098.509
71
Konzernabschluss V. Anhang (Notes)
(48) Fair Values
31.12.2021
in TEUR
Buchwert Fair Value
Level 1
Fair Value
Level 2
Fair Value
Level 3
Fair Value
gesamt
AKTIVA
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte
Barreserve
*)
772.016
Forderungen an Kreditinstitute 166.926 161.656 161.656
Forderungen an Kunden 5.321.255 5.574.563 5.574.563
Finanzanlagen 367.106 174.290 31.223 170.535 376.048
Sonstige Aktiva (Finanzinstrumente)
*)
1.569
Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte
Forderungen an Kunden 92.160 92.160 92.160
Handelsaktiva 58.809 5.871 52.938 58.809
Handelsaktiva (Derivate) 320.887 320.887 320.887
Zum Fair Value designierte finanzielle Vermögenswerte
Forderungen an Kunden 185.230 185.230 185.230
Handelsaktiva 304.903 244.342 60.561 304.903
Erfolgsneutral zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte
Finanzanlagen 357.944 295.861 62.083 357.94 4
Hedge Accounting
Handelsaktiva (Derivate) 55.924 55.924 55.924
31.12.2021
in TEUR
Buchwert Fair Value
Level 1
Fair Value
Level 2
Fair Value
Level 3
Fair Value
gesamt
PASSIVA
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.235.602 1.247.185 1.247.185
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 1.853.683 1.854.639 1.854.639
Verbriefte Verbindlichkeiten 1.527.124 1.567.950 1.567.950
Nachrangkapital 40.084 34.130 34.130
Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 50.705 50.705 50.705
Verbriefte Verbindlichkeiten 1.794.615 1.794.615 1.794.615
Handelspassiva (Derivate) 73.838 73.838 73.838
Nachrangkapital 22.277 22.277 22.277
Hedge Accounting
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 40.857 40.857 40.857
Verbriefte Verbindlichkeiten 921.104 921.104 921.104
Handelspassiva 6.876 6.876 6.876
*)
Der Fair Value entspricht dem Buchwert, weil es sich überwiegend um kurzfristige Aktiva handelt.
Bei den Verträgen zu derivativen Finanzinstrumenten handelt es sich um
Deutsche Rahmenverträge für Finanztermingeschäfte, Österreichische
Rahmenverträge für Finanztermingeschäfte und ISDA Master Agreements
sowie den zugehörigen Sicherheitenvereinbarungen, welche die Kriterien
für eine Saldierung gemäß IAS 32.42 der umfassten Finanzinstrumente nicht
erfüllen.
Das im V
ertrag enthaltene Aufrechnungsrecht von Marktwerten und Sicher-
heiten entsteht für die Vertragsparteien nur bei Ausfall, Insolvenz, Konkurs
und K
ündigung. Die Vertragsparteien beabsichtigen auch keine Erfüllung
der Geschäfte auf Nettobasis. Als Sicherheiten dienen gemäß zugehöriger
Sicherheitenvereinbarungen Cash-Collaterals.
Bei den aufgerechneten Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber
Kredit instituten handelt es sich um eine individuelle Nettingvereinbarung mit
einem Vertragspartner zur Minderung des Kreditrisikos gemäß CRR. Weiters
existieren seit 2016 für Forderungen und Verbindlichkeiten aus derivativen
Finanzinstrumenten vertragliche Nettingvereinbarungen für die Anerkennung
von risikomindernden Effekten.
72
V. Anhang (Notes) Konzernabschluss
31.12.2020
in TEUR
Buchwert Fair Value
Level 1
Fair Value
Level 2
Fair Value
Level 3
Fair Value
gesamt
AKTIVA
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte
Barreserve
*)
451.528
Forderungen an Kreditinstitute 176.859 168.234 168.234
Forderungen an Kunden 5.232.522 5.522.910 5.522.910
Finanzanlagen 387.552 200.006 34.495 166.187 400.688
Sonstige Aktiva (Finanzinstrumente)
*)
922
Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte
Forderungen an Kunden 41.216 41.216 41.216
Handelsaktiva 55.088 5. 811 49.277 55.088
Handelsaktiva (Derivate) 415.698 415.698 415.698
Zum Fair Value designierte finanzielle Vermögenswerte
Forderungen an Kunden 186.008 186.008 186.008
Handelsaktiva 327.773 260.931 66.841 327.773
Erfolgsneutral zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte
Finanzanlagen 318.845 257.819 61.026 318.845
Hedge Accounting
Handelsaktiva (Derivate) 87.723 87.723 87.723
31.12.2020
in TEUR
Buchwert Fair Value
Level 1
Fair Value
Level 2
Fair Value
Level 3
Fair Value
gesamt
PASSIVA
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.194.777 1.205.644 1.205.644
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 1.642.024 1.643.216 1.643.216
Verbriefte Verbindlichkeiten 1.262.938 1.335.436 1.335.436
Nachrangkapital 30.989 22.130 22.130
Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 53.078 53.078 53.078
Verbriefte Verbindlichkeiten 1.937.199 1.937.199 1.937.199
Handelspassiva (Derivate) 104.421 104.421 104.421
Nachrangkapital 26.254 26.254 26.254
Hedge Accounting
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 42.130 42.130 42.130
Verbriefte Verbindlichkeiten 957.323 957.323 957.323
Handelspassiva 7.176 7.176 7.176
*)
Der Fair Value entspricht dem Buchwert, weil es sich überwiegend um kurzfristige Aktiva handelt.
Der Buchwert der als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert eingestuf-
ten Verbindlichkeiten ist um TEUR 286.979 (2020: TEUR 384.829) höher als
der v
ertragsgemäß bei Fälligkeit an die Gläubiger zu zahlende Betrag. Dem
stehen jedoch in Summe positive Marktwerte aus Sicherungsgeschäften in
Höhe von TEUR 283.951 (2020: TEUR 382.862) gegenüber.
Das maximale Ausfallrisiko in Bezug auf die erfolgswirksam zum beizulegen
-
den Zeitwert designierten Vermögenswerte beträgt zum 31. Dezember 2021
T
EUR 490.133 (2020: TEUR 513.781).
Umwidmungen
Umwidmungen zwischen den Level-Kategorien finden aufgrund der intern
festgelegten Level-Policy statt. Die Oberösterreichische Landesbank Aktien-
gesellschaft berücksichtigt Umgliederungen in der Fair Value-Hierarchie am
E
nde der Berichtsperiode, in der die Änderung eingetreten ist.
Am Berichtsstichtag fand keine Umwidmung (2020: eine bei Finanzinstru-
menten mit einem Buchwert von TEUR 4.154) von Level 1 in Level 2 statt. Am
Beri
chtsstichtag fand keine (2020: keine) Umwidmung von Level 1 in Level 3
statt. Am Berichtsstichtag fand keine (2020: keine) Umwidmung von Level 2
in Level 1 statt. Am Berichtsstichtag fanden zwei (2020: fünf) Umwidmungen
von Level 2 in Level 3 bei Finanzinstrumenten mit einem Buchwert von TEUR
11.491 (2020: TEUR 23.672) statt. Am Berichtsstichtag fand keine (2020: keine)
Umwidmung von Level 3 in Level 1 statt. Am Berichtsstichtag fand eine (2020:
keine) Umwidmung von Level 3 in Level 2 bei Finanzinstrumenten mit einem
Buchwert von TEUR 4.988 statt.
Auswirkungen der Reklassifizierungen zum Bilanzstichtag
Im Geschäftsjahr 2021 wurden die Geschäftsmodelle unverändert beibehalten
und demnach keine Reklassifizierungen aufgrund von Geschäftsmodellände
-
rungen vorgenommen.
73
Konzernabschluss V. Anhang (Notes)
Spezielle Angaben für Level 3
IFRS-Kategorie 1.1.2021 Zugänge Abgänge Reali-
siertes
Ergebnis
Bewer-
tungs-
ergebnis
Tilgungen Amorti-
sation
OCI-
Rücklage
1.1.2021
Verän-
derung
Rücklage
OCI-
Rücklage
31.12.2021
vor Steuer-
latenz
Zinsab-
grenzung
Bilanzwert
31.12.2021
Fremdkapital
Kredite FVPL
designiert
186.008 7.304 – 8 .011 –71 185.230
Kredite FVPL
zwingend
41.216 50.100 844 92.160
Wertpapiere
FVPL designiert
66.841 –6.269 –11 60.561
Eigenkapital
Wertpapiere
FVPL zwingend
49.277 5.004 –1.343 52.938
Wertpapiere
FVOCI
37.800 1.844 –1.965 –121 35.835
Beteiligungen
FVOCI
23.226 227 –20 373 2.815 3.188 26.248
Gesamt Aktiva 404.368 62.635 –20 0 –14.779 0 0 2.217 850 3.067 –82 452.972
At Fair Value 2.016.532 2.000 745 101.715 –55.759 –925 5.395 –6.737 –1.342 –378 1.867.597
Gesamt Passiva 2.016.532 2.000 0 745 101.715 –55.759 –925 5.395 –6.737 –1.342 –378 1.867.597
IFRS-Kategorie 1.1.2020 Zugänge Abgänge Reali-
siertes
Ergebnis
Bewer-
tungs-
ergebnis
Tilgungen Amorti-
sation
OCI-
Rücklage
1.1.2020
Verän-
derung
Rücklage
OCI-
Rücklage
31.12.2020
vor Steuer-
latenz
Zinsab-
grenzung
Bilanzwert
31.12.2020
Fremdkapital
Kredite FVPL
designiert
175.646 12.606 –1.990 –254 186.008
Kredite FVPL
zwingend
27.098 12.677 1.443 –2 41.216
Wertpapiere
FVPL designiert
61.448 5.390 3 66.841
Eigenkapital
Wertpapiere
FVPL zwingend
49.419 –142 49.277
Wertpapiere
FVOCI
37.365 1.409 435 1.844 37.800
Beteiligungen
FVOCI
23.846 6 –85 914 –541 373 23.226
Gesamt Aktiva 374.822 25.289 –85 0 4.701 0 0 2.323 –106 2.217 –253 404.368
At Fair Value 2.204.606 –213 3.564 –3.904 –188.684 –853 8.599 –3.204 5.395 –3.574 2.016.532
Gesamt Passiva 2.204.606 0 –213 3.564 –3.904 –188.684 –853 8.599 –3.204 5.395 –3.574 2.016.532
Das realisierte Ergebnis und das Bewertungsergebnis aus der Kategorie Fair
Value through Profit & Loss wird im Handelsergebnis ausgewiesen. Das reali-
sierte Ergebnis sowie Impairments aus der Kategorie Fair Value through OCI
w
erden im Finanzanlageergebnis und das Bewertungsergebnis im Sonstigen
Ergebnis ausgewiesen. Für Level 3-Finanzinstrumente werden Preisbildungs-
informationen Dritter ohne weitere Berichtigungen herangezogen.
V
erwendete Methoden und Bewertungstechniken im Rahmen der Fair
Value-Ermittlung
Bei zum Fair Value zu bilanzierenden Finanzinstrumenten wird der Fair Value
grundsätzlich anhand von Börsekursen ermittelt. Sofern keine Börsekurse
vorliegen, erfolgt eine Bewertung unter Anwendung marktüblicher Verfah
-
ren unter Zugrundelegung instrumentenspezifischer Marktparameter. Die
F
air Value-Ermittlung erfolgt prinzipiell über die Barwertmethode bzw. bei
komplexeren Finanzinstrumenten über entsprechende Optionspreismodelle,
wobei marktübliche Bonitäts- bzw. Liquiditätsspreads bei der barwertigen
Ermittlung berücksichtigt werden.
Für derivative Finanzinstrumente, wie zum Beispiel Swaps und Zinsoptionen,
werden die Marktwerte ebenso mit Barwert- bzw. Optionspreismodellen ermit
-
telt. Als Basis für das Kontrahentenausfallsrisiko (CVA) dienen die saldierten
Mark
twerte der Derivate, wobei Barsicherheiten berücksichtigt werden. Die
Höhe des CVA wird mittels interner Ausfallswahrscheinlichkeiten ermittelt
und beträgt zum Berichtsstichtag TEUR 49 (2020: TEUR 104).
Als Eingangsparameter für die Fair Value-Ermittlung werden die am Be
-
richtsstichtag selbst beobachteten relevanten Marktpreise und Zinssätze von
aner
kannten externen Quellen verwendet.
Für Kredite und Einlagen, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
werden, gibt es keinen liquiden Markt. Für kurzfristige Kredite und täglich fällige
Einlagen wird angenommen, dass der Marktwert dem Buchwert entspricht. Für
alle anderen Kredite und Einlagen wird der Marktwert durch Diskontierung der
zukünftig erwarteten Cashflows ermittelt. Hierbei werden für Kredite Zinssätze
verwendet, zu denen Kredite mit entsprechender Risikostruktur, Ursprungs
-
währung und Laufzeit neu abgeschlossen würden. Für Einlagen werden die
v
on anerkannten externen Quellen veröffentlichten Swapzinssätze – ergänzt
um die laufzeitkonformen Liquiditätsspreads – verwendet.
74
V. Anhang (Notes) Konzernabschluss
Bei der Bewertung von Forderungen stellt die Risikoprämie (Credit Spread)
einen wesentlichen nicht beobachtbaren Inputfaktor dar. Dieser wird von der
Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft aus internen Ausfalls-
wahrscheinlichkeiten und Verlustquoten (LGDs) abgeleitet.
Z
um 31. Dezember 2021 wurde in der Bewertung der Forderungen des Level
3 ein Credit Spread in einer Bandbreite von 0,0 % bis 1,3 % (2020: von 0,0 % bis
1,7 %) berücksichtigt. Eine Erhöhung bzw. Verminderung des Credit Spreads
würde zu einem niedrigeren bzw. höheren Fair Value der Forderungen führen.
Eine Veränderung des Credit Spreads in der Höhe von 0,2 % bzw. –0,2 %
würde zu einer Verminderung bzw. Erhöhung des Ergebnisses vor Steuern
um TEUR –4.568 bzw. TEUR +4.568 (2020: TEUR –5.133 bzw. TEUR +5.133)
führen. Um die Auswirkung zu bestimmen, nimmt die Oberösterreichische
Landesbank Aktiengesellschaft eine Neubewertung mittels Present Value
of a Basis Point (PVBP) vor.
Die Fair Value-Ermittlung für Anteile an verbundenen Unternehmen bzw.
Beteiligungen erfolgt nach marktüblichen Verfahren (DCF-Bewertung, Ver
-
kehrswertgutachten, Heranziehung des Börsekurses).
Bei den zum F
air Value bilanzierten Beteiligungen im Level 3 stellt der Diskont-
faktor im Rahmen des verwendeten DCF-Verfahrens einen wesentlichen nicht
b
eobachtbaren Inputfaktor dar. Eine Erhöhung bzw. eine Verminderung des
Diskontfaktors würde zu einer Verminderung bzw. zu einer Erhöhung des Fair
Values führen. Eine Veränderung des Diskontfaktors in der Höhe von 0,25 %
bzw. –0,25 % würde zu einer Verminderung bzw. Erhöhung des Ergebnisses
vor Steuern um TEUR –2.174 bzw. TEUR +2.462 (2020: TEUR –2.204 bzw.
TEUR +2.491) führen.
Die Fair Value-Ermittlung für finanzielle Verbindlichkeiten der Bank, welche in
die Bewertungskategorie Fair Value through Profit & Loss gewidmet wurden,
beinhaltet alle instrumentenspezifischen Marktfaktoren, einschließlich das mit
diesen finanziellen Verbindlichkeiten in Verbindung stehende marktübliche
Bonitäts- bzw. Liquiditätsrisiko des Emittenten.
Die Prämie für das Nichterfüllungsrisiko stellt einen wesentlichen, nicht be
-
obachtbaren Inputfaktor bei der Bewertung von Verbindlichkeiten dar. Diese
wir
d unter Anwendung der Risikokurven der Oberösterreichische Landes-
bank Aktiengesellschaft in Bezug auf nachrangige und nicht nachrangige
Inst
rumente ermittelt. Zum 31. Dezember 2021 wurde in der Bewertung der
Verbindlichkeiten des Level 3 eine Risikoprämie in einer Bandbreite von 0,0 %
bis 3,4 % (2020: von 0,0 % bis 4,3 %) berücksichtigt. Eine Erhöhung bzw.
Verminderung der Risikoprämie würde zu einem niedrigeren bzw. höheren
Fair Value der Verbindlichkeiten führen. Eine Veränderung der Risikoprämie
von 0,2 % bzw. –0,2 % würde zu einer Erhöhung bzw. Verminderung des
Ergebnisses vor Steuern um TEUR +17.468 bzw. TEUR –17.776 (2020: TEUR
+22.161 bzw. TEUR –23.317) führen. Die Ermittlung dieser Auswirkung er
-
folgt durch Neubewertung der Verbindlichkeiten unter Berücksichtigung der
alt
ernativen Parameter.
Für die Verbindlichkeiten der Bank, die bis 2. April 2003 begründet wurden,
haftet das Land Oberösterreich gemäß § 1356 ABGB.
Die zur Bestimmung der Fair Values eingesetzten Preismodelle sowie ver
-
wendeten Inputfaktoren werden regelmäßig getestet und validiert. Die Be-
wertungsergebnisse der zum Fair Value bilanzierten Instrumente werden
r
egelmäßig dem Vorstand berichtet.
Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente, die erfolgsneutral zum
Fair Value bewertet werden
Die Eigenkapitalinvestments stellen Investitionen dar, die der Konzern aus
strategischen Gründen langfristig halten will. In Übereinstimmung mit IFRS 9
hat der Konzern diese Finanzinvestitionen daher bei der erstmaligen An-
wendung als FVOCI designiert. Im Berichtszeitraum fand keine (2020: keine)
V
eräußerung dieser Finanzinstrumente statt. Die für solche Finanzinvestitio-
nen im Berichtszeitraum erfassten Dividenden betragen TEUR 4.267 (2020:
T
EUR 2.709).
Die beizulegenden Zeitwerte für solche Finanzinvestitionen stellen sich wie folgt dar:
Finanzinvestitionen FVOCI 31.12.2021 31.12.2020
Hypo-Banken-Holding Gesellschaft m.b.H. 6 6
Hypo-Wohnbaubank Aktiengesellschaft 663 663
Hypo-Haftungs-Gesellschaft m.b.H. in Liqu.
*)
liquidiert
Oberösterreichische Kreditgarantiegesellschaft m.b.H. 509 509
KEPLER-FONDS Kapitalanlagegesellschaft m.b.H. 1.276 1.276
GEMDAT OÖ GmbH 8 8
GEMDAT OÖ GmbH & Co KG 51 51
Oberösterreichische Unternehmensbeteiligungsgesellschaft m.b.H. 236 236
Energie AG Oberösterreich 20.964 18.149
GELDSERVICE AUSTRIA Logistik für Wertgestionierung und Transportkoordination G.m.b.H.
**)
veräußert
OÖ HightechFonds GmbH 2 2
AMAG Austria Metall AG 7.237 3.354
Einlagensicherung AUSTRIA Ges.m.b.H. 1 1
Hypo-Bildung GmbH 9 9
I&B Immobilien und Bewertungs GmbH 73 73
Betriebsliegenschaft Eferding 4070 GmbH 18 18
O.Ö. Kommunalgebäude-Leasing Gesellschaft m.b.H. 4 4
O.Ö. Leasing für öffentliche Bauten Gesellschaft m.b.H. in Liqu. 19 19
O.Ö. Kommunal-Immobilienleasing GmbH 4 4
Raiffeisen OÖ Invest GmbH 11 11
HYPO-IMPULS Immobilien GmbH 1.426 1.426
Techno-Z Ried Technologiezentrum GmbH 28 28
ELAG Immobilien AG 664 443
OÖ HightechFonds GmbH (Stille Beteiligung) 267 288
Genussrecht OÖ. Thermen-Immobilien-GmbH 35.835 37.800
R-IMPULS-Beteiligungs GmbH
***)
verschmolzen 6
R-IMPULS-Projekt Gmundnerberg GmbH 12
Genussrecht Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Invest GmbH & Co OG
****)
64.000 58.600
*)
Die Hypo-Haftungs-Gesellschaft m.b.H. in Liqu. wurde im Geschäftsjahr 2020 liquidiert.
**)
Die Anteile an der GELDSERVICE AUSTRIA Logistik für Wertgestionierung und Transportkoordination G.m.b.H. wurden im Geschäftsjahr 2020 veräußert.
***)
Die R-IMPULS-Beteiligungs GmbH wurde im Geschäftsjahr 2021 auf die R-IMPULS-Projekt Gmundnerberg GmbH verschmolzen.
****)
indirekte Beteiligung an der voestalpine AG
75
Konzernabschluss V. Anhang (Notes)
(49) Leasingverhältnisse
Leasingverhältnisse als Leasingnehmer
Die Leasingverhältnisse der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesell-
schaft bestehen vorwiegend aus der Anmietung von Standorten (Büroflächen
und Filialen), ED
V- bzw. Büroausstattung sowie von Baurechten und Grundstü-
cken für Immobilienleasingprojekte. Diese Baurechte und Grundstücksmieten
w
erden als Unterleasingverhältnisse weiterverleast.
Die aktivierten Nutzungsrechte im Zuge des IFRS 16 werden in der Bilanz als
Sachanlagen bzw. als Finanzinvestition gehaltene Immobilien ausgewiesen.
Die Darstellung der Buchwertentwicklung der Nutzungsrechte erfolgt im
Anlagespiegel unter Punkt (33).
In der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft wurde die An
-
wendungserleichterung in Anspruch genommen, wonach auf den Ansatz von
k
urzfristigen Leasingverhältnissen und Leasingverhältnissen von geringem
Wert verzichtet wurde. Der Aufwand für kurzfristige Leasingverhältnisse be-
läuft sich im Geschäftsjahr 2021 auf TEUR 0 (2020: TEUR 2) und wird in der
K
onzernerfolgsrechnung unter den Verwaltungsaufwendungen ausgewiesen.
Zudem sind in dieser Position die Aufwendungen für Leasingvereinbarungen
über Vermögenswerte von geringem Wert in Höhe von TEUR 0 (2020: TEUR
10) enthalten.
In nachfolgender Tabelle wird die Fälligkeitsanalyse der Leasingverbindlich
-
keiten dargestellt:
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
bis 1 Jahr 993 1.058
über 1 Jahr bis 5 Jahre 3.227 3.756
über 5 Jahre 15.313 15.616
Gesamt 19.533 20.430
Die gesamte Leasingverbindlichkeit zum 31. Dezember 2021 in Höhe von
TEUR 19.533 (2020: TEUR 20.430) ist in den Sonstigen Passiva enthalten. Der
Zinsaufwand für die Leasingverbindlichkeiten beträgt im aktuellen Geschäfts-
jahr TEUR 230 (2020: TEUR 225).
In der
Konzernkapitalflussrechnung sind insgesamt Zahlungsmittelabflüsse
für Leasingverhältnisse als Leasingnehmer in Höhe von TEUR 1.293 (2020:
TEUR 1.238) enthalten. Im Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit sind die
Zahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und für Leasingverhältnisse mit
geringem Vermögenswert in Höhe von TEUR 0 (2020: TEUR 12) sowie Zinszah
-
lungen im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen in Höhe von TEUR 230
(2020: T
EUR 225) enthalten. Im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betreffen
TEUR 1.063 (2020: TEUR 1.013) Tilgungszahlungen aus Leasingverhältnissen.
Überleitungsrechnung betreffend der Angabe zum Geldfluss aus Finan
-
zierungstätigkeit
in TEUR 2021 2020
Leasingverbindlichkeit 1.1. 20.430 18.610
Zahlungswirksame Veränderungen
Tilgungszahlungen –1.063 –1.013
Zinszahlungen –230 –225
Zahlungsunwirksame Veränderungen
Reassessment 100 199
Neugeschäft 66 2.633
Gebuchter Zinsaufwand 230 225
Leasingverbindlichkeit 31.12. 19.533 20.430
Leasingverhältnisse als Leasinggeber
Die Leasingverhältnisse der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesell-
schaft als Leasinggeber bestehen aus KFZ-, Mobilien- und Immobilienleasing.
Fina
nzierungsleasing
Die folgende Tabelle stellt eine Fälligkeitsanalyse der Leasingforderungen
dar und zeigt die nach dem Bilanzstichtag zu erhaltenden nicht diskontierten
Leasingzahlungen.
31.12.2021
in TEUR
Brutto-
investitions-
werte
Noch nicht
realisierte
Finanzerträge
Netto-
investitions-
werte
bis 1 Jahr 37.721 2.053 35.668
über 1 bis 2 Jahre 31.366 1.391 29.975
über 2 bis 3 Jahre 24.747 838 23.910
über 3 bis 4 Jahre 17.563 459 17.103
über 4 bis 5 Jahre 9.521 228 9. 293
über 5 Jahre 10.348 344 10.004
Gesamt 131.266 5.314 125.953
31.12.2020
in TEUR
Brutto-
investitions-
werte
Noch nicht
realisierte
Finanzerträge
Netto-
investitions-
werte
bis 1 Jahr 31.622 1.896 29.726
über 1 bis 2 Jahre 29.727 1.288 28.439
über 2 bis 3 Jahre 23.266 782 22.484
über 3 bis 4 Jahre 16.490 408 16.083
über 4 bis 5 Jahre 9.099 184 8.915
über 5 Jahre 8.223 206 8.017
Gesamt 118. 428 4.765 113.664
Die nicht garantierten Restwerte betragen TEUR 285 (2020: TEUR 285). In 2021
wurden Finanzerträge auf Nettoinvestitionen in Finanzierungsleasingverhält-
nisse in Höhe von TEUR 2.640 (2020: TEUR 2.304) erfasst. Sowohl in diesem als
a
uch im vorangegangenen Geschäftsjahr gab es keine Veräußerungsgewinne
oder -verluste bzw. keine nicht in die Bewertung der Nettoinvestition in das
Leasingverhältnis einbezogenen Erträgen aus variablen Leasingzahlungen
bei Finanzierungsleasingverhältnissen.
Im Geschäftsjahr 2021 wurden im Zuge der Covid-19-Pandemie Forderungen
aus Leasingverträgen in Höhe von TEUR 1.716 (2020: TEUR 1.803) gestundet.
Die Rückzahlung der gestundeten Beträge erfolgt mittels erhöhter laufender
Leasingzahlungen oder über eine verlängerte Vertragslaufzeit.
Operating-Leasingverhältnisse
Die folgende Tabelle stellt eine Fälligkeitsanalyse der Leasingforderungen
nach IFRS 16 dar und zeigt die nach dem Bilanzstichtag zu erhaltenden nicht
diskontierten Leasingzahlungen.
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
bis 1 Jahr 6.487 6.360
über 1 bis 2 Jahre 4.443 4.384
über 2 bis 3 Jahre 3.634 3.880
über 3 bis 4 Jahre 2.881 3.145
über 4 bis 5 Jahre 2.293 2.469
über 5 Jahre 11.0 53 12.400
Gesamt 30.792 32.639
Im Jahr 2021 wurden Leasingerträge aus Operating-Leasingverhältnissen in
Höhe von TEUR 6.857 (2020: TEUR 6.080) erfasst.
76
V. Anhang (Notes) Konzernabschluss
in TEUR Mutter-
unternehmen
Unternehmen
mit maßgeblichem
Einfluss
Tochter-
unternehmen
Assoziierte
Unternehmen
Schlüsselpositionen
im Unternehmen oder
Mutterunternehmen
Sonstige nahe-
stehende Unterneh-
men und Personen
31.12.2021 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2020
Forderungen an
Kreditinstitute
123.605 130.022
Forderungen an
Kunden
336.452 339.085 24.005 26.105 7.273 7.466 151.251 155.749 1.026 1.052 2.178 13.568
Handelsaktiva 60.561 66.841 0
*)
106 27.387 22.461
Finanzanlagen 67.512 62.098 90 90 2.797 2.797
Vermögens-
werte
397.062 405.927 215.157 218.331 7.490 7.556 181.451 181.007 1.026 1.052 2.178 13.568
Verbindlichkeiten
gegenüber
Kreditinstituten
301.898 360.815
Verbindlichkeiten
gegenüber
Kunden
106.179 26.437 197 159 3.939 11.471 4.282 2.071 32.875 23.945
Verbriefte
Verbindlichkeiten
6.105 288.615 269.727
Handelspassiva 22.566 28.544
Sonstige Passiva 28 15 494 530 0
*)
0
*)
18 19
Verbindlich-
keiten
106.179 32.542 613.108 659.101 197 159 4.433 12.001 4.282 2.072 32.894 23.964
Zinserträge 4.356 4.262 745 828 85 86 2.523 2.103 12 11 47 133
Zins-
aufwendungen
109 148 2.435 2.449 0
*)
0
*)
1 1 1 2
Dividenden-
erträge
1.698 1.400
Provisions-
erträge
54 54 11 4 0
*)
0
*)
84 98 7 5 19 21
erhaltene
Garantien
1.036.012 976.562
gewährte
Garantien
10 10 3.119 3.380 111 65 266 36
*)
Werte < TEUR 1
Die Befreiung gemäß IAS 24.25 wird für das Land Oberösterreich als Mutter-
unternehmen der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft in
Anspruch genommen. Da die Geschäftsvorfälle mit der OÖ Landesholding
GmbH und dem Land Oberösterreich in ihrer Gesamtheit signifikant sind,
werden diese trotz Inanspruchnahme der Erleichterungsbestimmung in der
obenstehenden Tabelle unter Mutterunternehmen angeführt. Geschäftsvor-
fälle mit Unternehmen, die unter maßgeblichem Einfluss des Land Oberös
-
terreich stehen, sind dagegen nicht signifikant und fallen daher unter die
Befr
eiung gemäß IAS 24.25.
Sämtliche Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Personen und Unter-
nehmen werden zu marktüblichen Konditionen unterhalten.
Die V
orstandsmitglieder der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesell-
schaft und Geschäftsführer der Tochterunternehmen haben zum Jahresultimo
v
on der Bank Vorschüsse, Kredite und Haftungen in Höhe von TEUR 130 (2020:
TEUR 194) zu den wie für Bankmitarbeiter geltenden üblichen Konditionen und
Bedingungen erhalten. Die Aufsichtsräte der Oberösterreichische Landesbank
Aktiengesellschaft haben für sich und für Unternehmen, für die sie persönlich
haften, zum Jahresultimo von der Bank Vorschüsse, Kredite und Haftungen
in Höhe von TEUR 294 (2020: TEUR 425) mit banküblichen bzw. zu wie für
Bankmitarbeiter geltenden üblichen Konditionen und Bedingungen erhalten.
Rückzahlungen werden vereinbarungsgemäß geleistet.
Die jährliche Vergütung der Vorstandsmitglieder besteht aus einem Fixbetrag.
Für Geschäftsführer wurden teilweise variable Vergütungen vereinbart, die
vom Vorstand individuell festgelegt werden. Aktienbasierte Entlohnungs
-
schemata sind nicht vorhanden. Die Bezüge an Vorstandsmitglieder und
Ge
schäftsführer beliefen sich auf TEUR 1.025 (2020: TEUR 1.070). Die Auf-
sichtsratsmitglieder erhielten für ihre Tätigkeit eine Vergütung von insgesamt
T
EUR 56 (2020: TEUR 56). An Vorsorgen für Abfertigungen und Pensionen hat
der Konzern im Jahr 2021 für aktive Vorstandsmitglieder und Geschäftsführer
TEUR 60 (2020: TEUR 44) aufgewendet.
(51) Eigentümer der Oberösterreichische Landesbank Aktien -
gesellschaft
31.12.2021 31.12.2020
OÖ Landesholding GmbH 50,57 % 50,57 %
Land Oberösterreich 50,57 % 50,57 %
Hypo Holding GmbH 48,59 % 48,59 %
Raiffeisenlandesbank Oberösterreich
Aktiengesellschaft
41,14 % 41,14 %
Oberösterreichische Versicherung
Aktiengesellschaft
7,45 % 7,45 %
Mitarbeiter 0,84 % 0,84 %
Gesamt 100,00 % 100,00 %
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft ist vom Land Ober-
österreich aufgrund ihrer Kompetenz als Wohnbaubank mit der Verwaltung
(50) Angaben zu nahestehenden Personen und Unter nehmen
Zum Kreis der nahestehenden Personen und Unternehmen zählen die folgen-
den Personenkreise und Unternehmen:
•
Mutterunternehmen (Land Oberösterreich bzw. OÖ Landesholding GmbH)
sowie Unternehmen, unter deren maßgeblichem Einfluss die Oberös-
terreichische Landesbank Aktiengesellschaft (Hypo Holding GmbH und
Raif
feisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft) steht, wie unter
Punkt (51) angegeben
• Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen wie Vorstand und
Aufsichtsrat der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft und
des Mutterunternehmens OÖ Landesholding GmbH sowie deren nächste
Familienangehörige
• Tochterunternehmen und assoziierte Unternehmen
• sonstige nahestehende Unternehmen und Personen
77
Konzernabschluss V. Anhang (Notes)
der geförderten Wohnbaudarlehen beauftragt worden. Der Bankkonzern steht
mit der Hypo Holding GmbH in keiner dauernden Geschäftsbeziehung. Mit
dem Konzern der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft
bestehen intensive Geschäftsbeziehungen, die sich vorwiegend auf gemein
-
same Konsortialfinanzierungen, Mittelveranlagungen, EDV-Kooperation und
Z
usammenarbeit bei der Entwicklung gemeinsamer Projekte (Meldewesen,
IFRS) erstrecken. Mit der Oberösterreichische Versicherung Aktiengesellschaft
besteht eine Kooperation im Versicherungsgeschäft.
Mit verbundenen und assoziierten Unternehmen unterhält die Oberöster
-
reichische Landesbank Aktiengesellschaft Geschäftsbeziehungen in Form
v
on Transaktionen im Rahmen der Refinanzierung und sonstiger üblicher
Bankgeschäfte.
(52) Segmentberichterstattung
Berichterstattung nach Geschäftsbereichen – Gewinn- und Verlustrechnung
in TEUR Großkunden Retail und Wohnbau Financial Markets Sonstige Konzern
2021 2020 2021 2020 2021 2020 2021 2020 2021 2020
Zinsüberschuss 28.069 28.420 22.718 26.555 5.384 524 5.123 1.198 61.294 56.697
Ergebnis aus At Equity-
Bewertung
6.105 6.233 6.105 6.233
Provisionsergebnis 3.943 3.241 13.077 11.4 85 507 220 –534 –368 16.993 14.577
Handelsergebnis 91 1 705 792 9.069 –6.252 9.865 –5.460
Finanzanlageergebnis –201 –33 -55 -43 90 222 10 –166 156
Gesamtertrag 31.903 31.628 36.444 38.788 15.049 –5.286 10.694 7.073 94.091 72.203
Risikovorsorge –2.212 –3.955 622 241 1.125 –1.293 –2.680 –568 –3.145 –5.575
Verwaltungsaufwand
*)
–12.998 –11. 99 2 –29.101 –28.544 –9.779 –9.480 –5.729 –5.318 –57.607 –55.334
Sonstiges betriebliches Ergebnis 15 8 44 29 17 –14 –909 –469 –833 –446
Jahresüberschuss vor Steuern 16.709 15.690 8.009 10.514 6.411 –16.074 1.377 718 32.505 10.848
CIR
**)
40,7 % 37,9 % 79,8 % 73,5 % 64,9 % n/a 58,5 % 80,5 % 61,8 % 77,1 %
RoE
***)
7,4 % 7,3 % 4,6 % 5,9 % 36,6 % n/a 2,3 % 1,4 % 6,8 % 2,3 %
Ø zugeordnetes Eigenkapital
****)
226.240 214.998 175.801 179.570 17.508 17.749 59.423 49.737 480.838 462.054
Segmentvermögen 2.908.233 2.758.975 2.781.830 2.841.822 2.236.626 2.040.662 231.799 183.647 8.158.488 7.825.106
Segmentschulden 657.741 563.284 1.779.115 1.750.259 5.164.616 4.978.043 65.142 63.846 7.666.487 7.355.431
*)
hievon planmäßige Abschreibungen: Segment Großkunden TEUR –278 (2020: TEUR–247), Segment Retail und Wohnbau TEUR –576 (2020: TEUR –533), Segment Financial Markets
TEUR –266 (2020: TEUR –247), Segment Sonstige TEUR –4,080 (2020: TEUR –3.638)
**)
Berechnung CIR: Verwaltungsaufwendungen geteilt durch Gesamtertrag inkl. sonstigem betrieblichen Ergebnis
***)
Berechnung RoE: Jahresüberschuss vor Steuern geteilt durch durchschnittlich zugeordnetes Eigenkapital
****)
Die Zuordnung des durchschnittlichen Eigenkapitals (Durchschnitt von Eigenkapital Anfangsbestand und Eigenkapital Endbestand der jeweiligen Betrachtungsperiode nach IFRS)
auf die Segmente erfolgt auf Basis der risikogewichteten Aktiva.
Die Segmentberichterstattung basiert auf dem so genannten „Management
Approach“, der verlangt, die Segmentberichterstattung auf Basis der internen
Berichterstattung so darzustellen, wie sie regelmäßig zur Entscheidung über
die Zuteilung von Ressourcen zu den Segmenten und zur Beurteilung ihrer
Performance herangezogen werden.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft hat bedingt durch
ihren Regionalbank-Charakter ein begrenztes geografisches Einzugsgebiet
und verzichtet daher auf die Darstellung nach geografischen Merkmalen
wegen der untergeordneten Bedeutung.
Die Segmente des Konzerns der Oberösterreichische Landesbank Aktienge
-
sellschaft gliedern sich nach folgenden Kriterien:
Gr
oßkunden:
Diesem Segment sind die Ertrags- und Aufwandspositionen aus Geschäften
mit öffentlichen Institutionen (Bund, Land, Gemeinden, Sozialversicherungen,
anerkannte Religionsgemeinschaften) aus dem In- und Ausland sowie deren
verbundenen Unternehmen zugeordnet. Des Weiteren sind in diesem Segment
auch Geschäfte mit gemeinnützigen und gewerblichen Bauträgern, Vertrags
-
versicherungsunternehmen sowie Firmenkunden enthalten. Zudem sind die
A
uswirkungen für Negativzinsen enthalten, welche den Zinsüberschuss des
Segments mit TEUR –349 (2020: TEUR –266) belasten.
Retail und Wohnbau:
In diesem Segment werden alle Geschäfte mit unselbstständig Erwerbstäti
-
gen (Private Haushalte) sowie auch selbstständig Erwerbstätigen, vor allem
Fr
eiberufler und kleinere Unternehmen, die dezentral in den Filialen betreut
werden, abgebildet. Weiters sind die Ergebnisbeiträge aus den geförderten
Eigenheimfinanzierungen enthalten.
Financial Markets:
In diesem Segment werden die Finanzanlagen (ohne Eigenkapitalinstrumente),
der Handelsbestand, die derivativen Finanzinstrumente, das Emissionsge
-
schäft, die Ergebnisse aus dem Interbankengeschäft sowie der aus dem
Bilanzstrukturmanagemen
t erwirtschaftete Fristentransformationsbeitrag
abgebildet. Weiters sind die Auswirkungen für Negativzinsen enthalten, welche
den Zinsüberschuss des Segments mit TEUR –47 negativ beeinflussen (2020:
TEUR 1.793 positiv begünstigen). Bei keinem (2020: keinem) Finanzinstrument
wurde ein Impairment vorgenommen.
Sonstige:
Dieses Segment enthält die Ergebnisse aus den vollkonsolidierten Tochterun
-
ternehmen, die im Leasing- und Immobiliengeschäft tätig sind, das Ergebnis
a
us At Equity-bewerteten Unternehmen und Beiträge aus Beteiligungen
(Eigenkapitalinstrumente) sowie sämtliche Erträge und Aufwendungen, die
nicht den anderen Segmenten zuzuordnen sind. Im Zinsüberschuss sind das
Zinsergebnis vollkonsolidierter Tochtergesellschaften, der Refinanzierungsauf
-
wand At Equity-bewerteter Beteiligungen sowie die Ausschüttungen abzüglich
Refinanzierungskosten aus den Beteiligungen enthalten. Im Geschäftsjahr
2021 wurde bei keinem Finanzinstrument (2020: keinem) eine Zuschreibung
bzw. ein Impairment vorgenommen.
Im sonstigen betrieblichen Ergebnis ist die Stabilitätsabgabe mit TEUR –1.367
(2020: TEUR –1.509) enthalten sowie die Beiträge für den Abwicklungsfonds
in Höhe von TEUR –4.435 (2020: TEUR –3.954) und die Beiträge für den Ein
-
lagensicherungsfonds mit TEUR –2.201 (2020: TEUR –1.341). Die Beiträge für
den Einlagensicherungsf
onds inkludieren auch einen Sonderbeitrag in Höhe
von TEUR –1.291 aufgrund des Ausstiegs des Raiffeisensektors aus der Einla-
gensicherung Austria. Demgegenüber stehen im Wesentlichen Mieterträge
a
us den vollkonsolidierten Tochtergesellschaften.
78
V. Anhang (Notes) Konzernabschluss
(53) Als Sicherheit übertragene Vermögenswerte
*)
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Deckungsstock für Hypothekenpfandbriefe 2.695.940 2.719.343
Deckungsstock für Kommunalpfandbriefe 672.777 683.727
Deckungsstock für Mündelgeldspareinlagen 8.033 8.032
Cash-Sicherheiten im Rahmen der
Collateral-Vereinbarungen
46.827 42.940
Sicherheiten für Tenderfazilitäten 594.785 399.217
Gesamt 4.018.362 3.853.259
*)
Bei den angeführten Sicherheiten handelt es sich um bankübliche Standardvereinba-
rungen.
Sowohl der Deckungsstock für Hypothekenpfandbriefe als auch Kommunal-
pfandbriefe ist 2021 leicht geschrumpft.
Z
um Berichtsstichtag betrug die Überdeckung im Deckungsstock für Hypothe-
kenpfandbriefe TEUR 513.940 (2020: TEUR 797.907) und für Kommunalpfand-
briefe TEUR 229.277 (2020: TEUR 250.227). Der Rückgang der Überdeckung
im D
eckungsstock für Hypothekenpfandbriefe ist auf die Begebung einer
TEUR 250.000 Hypothekenpfandbriefemission im September zurückzuführen.
Die Höhe der Mündelgeldspareinlagen per 31. Dezember 2021 beläuft sich
auf TEUR 6.447 (2020: TEUR 7.028).
Die als Sicherheiten für Tenderfazilitäten übertragenen Vermögenswerte
umfassen sowohl notenbankfähige Wertpapiere als auch Credit Claims.
Nachdem im Dezember 2020 eine weitere Sonderverzinsungsperiode (Ver
-
zinsung von 0,50 % unter dem Einlagensatz bei Erreichen des geforderten
K
reditwachstums) für die Targeted Longer-Term Refinancing Operations
(TLTROs) seitens der EZB vom Juni 2021 bis Juni 2022 sowie drei weitere
Ziehungstermine eingeführt wurden, hat die Bank im März und September
2021 mit jeweils TEUR 100.000 erneut teilgenommen. Per 31. Dezember
2021 beträgt das unter den TLTROs gezogene Volumen TEUR 600.000 (2020:
TEUR 400.000).
(54) Als Sicherheit erhaltene Vermögenswerte
*)
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Cash-Sicherheiten im Rahmen der
Collateral-Vereinbarungen
329.896 426.180
Gesamt 329.896 426.180
*)
Bei den angeführten Sicherheiten handelt es sich um bankübliche Standardvereinba-
rungen.
(55) Fremdwährungsvolumina
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Gesamtbetrag der Aktiva in fremder Währung 87.295 97.056
Gesamtbetrag der Passiva in fremder Währung 128.384 131.516
Der Unterschied zwischen Aktiva und Passiva in den einzelnen Währungen
stellt nicht die offene Fremdwährungsposition des Bankkonzerns gemäß CRR
dar. Die Absicherung von offenen Fremdwährungspositionen erfolgt anhand
derivativer Finanzinstrumente wie Währungsswaps oder Cross-Currency-
Swaps. Diese Absicherungen sind in der IFRS-Bilanz jedoch nicht mit dem
Nominalwert, sondern mit dem Marktwert angesetzt. Die Summe aller offenen
Fremdwährungspositionen gemäß CRR betrug per 31. Dezember 2021 TEUR
249 (2020: TEUR 1.497).
(56) Nachrangige Vermögenswerte
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Nachrangige Vermögenswerte 1.294 1.311
Gesamt 1.294 1.311
(57) Eventualverbindlichkeiten und Kreditrisiken
Eventualverbindlichkeiten
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und
Haftungen
67.832 82.013
rückgestellt 25 1.139
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften stellen zugesagte Haftungsübernahmen
für unsere Kunden zu Gunsten eines Dritten dar. Sofern der Bürgschafts-
nehmer seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt, kann der
Be
günstigte die Bürgschaft der Bank in Anspruch nehmen. Die Bank hat
ihrerseits wiederum eine Regressmöglichkeit bei ihrem Kunden. Die Even-
tualverbindlichkeiten wurden mit ihrem Nominalwert angesetzt. Eventuelle
fi
nanzielle Auswirkungen einer Inanspruchnahme sind durch eine Rückstellung
berücksichtigt. Hierbei kamen dieselben Bewertungskriterien wie bei der
Bildung der Risikovorsorge von Forderungen zur Anwendung.
Kreditrisiken nach § 51 Abs. 14 BWG
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Rahmen und Promessen 801.598 617.869
rückgestellt 1.122 121
Zu diesen Kreditrisiken zählen zugesagte, aber von Kunden noch nicht in
Anspruch genommene Ausleihungen. Darunter sind vor allem Promessen im
Darlehensgeschäft, aber auch nicht ausgenützte Kreditrahmen zu verstehen.
Die Kreditrisiken wurden dabei jeweils mit ihrem Nominalwert angesetzt.
Vorsorgen für Auswirkungen einer Inanspruchnahme sind durch eine Rück
-
stellung berücksichtigt.
(58) Personal
Mitarbeiterkapazität (nach Köpfen)
Mitarbeiteranzahl im Jahresdurchschnitt 2021 2020
Vollzeitbeschäftigte Angestellte 253 253
Teilzeitbeschäftigte Angestellte 147 144
Lehrlinge 3 3
Gesamt 403 400
(59) Dividenden
Da die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft Dividenden auf
Basis der österreichischen Rechtslage ausschüttet, ist die Dividende auf den
im Einzeljahresabschluss nach BWG bzw. UGB ausgewiesenen Bilanzgewinn
in Höhe von TEUR 7.208 (2020: TEUR 4.958) beschränkt.
Der erwirtschaftete Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2021 betrug
TEUR 20.899 (2020: TEUR 8.562). Nach Rücklagendotation von TEUR 15.694
(2020: TEUR 6.422) und nach Zurechnung des Gewinnvortrages von TEUR
2.004 (2020: TEUR 2.818) ergibt sich ein verwendungsfähiger Bilanzgewinn
von TEUR 7.208 (2020: TEUR 4.958). Vorstand und Aufsichtsrat werden in der
Hauptversammlung am 25. April 2022 vorschlagen, eine Dividende in Höhe
von TEUR 7.208 (2020: TEUR 2.975) an die Stammaktionäre im Verhältnis ihrer
Anteile am Grundkapital auszuschütten.
79
Konzernabschluss V. Anhang (Notes)
Sämtliche in den Aktivposten (gemäß BWG) Schuldverschreibungen und
andere festverzinsliche Wertpapiere, Aktien und andere nicht festverzinsliche
Wertpapiere, Beteiligungen sowie Anteile an verbundenen Unternehmen
enthaltenen zum Börsenhandel zugelassenen Wertpapiere sind auch börse-
notiert.
Von den zum Börsenhandel zugelassenen Schuldverschreibungen und an
-
deren festverzinslichen Wertpapieren können TEUR 290.009 (2020: TEUR
316.890) dem Anlage
vermögen zugeordnet werden. Von den zum Börsenhan-
del zugelassenen Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren
k
önnen TEUR 820 (2020: TEUR 820) dem Anlagevermögen zugeordnet werden.
Der Unterschiedsbetrag zwischen den höheren Anschaffungskosten und dem
niedrigeren Rückzahlungsbetrag gemäß § 56 Abs. 2 BWG wird finanzmathe
-
matisch berechnet und abgeschrieben.
Die Ge
sellschaft führt ein Wertpapier-Handelsbuch von geringem Umfang
gemäß Artikel 102 ff. CRR in Verbindung mit Artikel 94 CRR. Das zu Marktprei-
sen berechnete Volumen des Wertpapier-Handelsbuches beträgt per 31. De-
z
ember 2021 insgesamt TEUR 0 (2020: TEUR 0).
Das Ergänzungs- und Nachrangkapital im Eigenbestand beträgt TEUR 820
(2020: TEUR 820).
Für das kommende Jahr werden zum Nominalwert TEUR 695.248 (2020:
TEUR 275.579) an Verbrieften Verbindlichkeiten aufgrund des Laufzeitendes
zur Tilgung fällig.
(61) Konsolidierte Eigenmittel und bankaufsichtliches
Eigenmittelerfordernis
Die konsolidierten Eigenmittel sowie das Eigenmittelerfordernis stellen sich
zum 31. Dezember 2021 gemäß Capital Requirements Regulation (CRR) wie
folgt dar:
Konsolidierte Eigenmittel gemäß CRR
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Gezeichnetes Kapital 14.664 14.540
Rücklagen 470.489 448.228
Eigene Instrumente –99
Kumuliertes sonstiges Ergebnis –296 1.925
Durch Veränderungen bei der eigenen Bonität
bedingte Gewinne und Verluste des Instituts aus
zeitwertbilanzierten Verbindlichkeiten
–2.241 –4.046
Betrag zusätzlicher Wertanpassungen auf
zum Fair Value bewertete Vermögenswerte
–1.006 –1.889
Immaterielle Vermögensgegenstände –984 –568
CET 1 / Tier 1-Kapital 480.525 458.190
Anrechenbare nachrangige Verbindlichkeiten 61.780 56.653
Übergangsbestimmungen für Kapitalinstrumente
unter Bestandsschutz
351 702
Eigene Instrumente –100
Tier 2-Kapital 62.130 57.255
Gesamte anrechenbare Eigenmittel 542.656 515.445
Gesamtforderungsbetrag 3.348.027 3.104.394
Erforderliche Eigenmittel (8 %) 267.842 248.352
Eigenmittelüberschuss 274.813 267.093
Kernkapitalquote 14,4 % 14,8 %
Eigenmittelquote 16,2 % 16,6 %
Eigenmittelerfordernis gemäß CRR
31.12.2021 in TEUR ungewichtet gewichtet EM-Erfordernis
Aktiva 7.732.128 2.861.926 228.954
Außerbilanzmäßige
Geschäfte
870.478 216.792 17.343
Derivate 11.7 78 942
Credit Value Adjustment 107.490 8.599
Operationelles Risiko 150.041 12.003
Gesamt 8.602.607 3.348.027 267.841
31.12.2020 in TEUR ungewichtet gewichtet EM-Erfordernis
Aktiva 7.253.553 2.703.708 216.297
Außerbilanzmäßige
Geschäfte
697.397 195.986 15.679
Derivate 8.808 705
Credit Value Adjustment 59.174 4.734
Operationelles Risiko 136.719 10.937
Gesamt 7.950.950 3.104.394 248.352
Gemäß § 23 BWG in Verbindung mit § 103q Z 11 BWG ist seit 1. Jänner 2016
ein Kapitalerhaltungspuffer in Form von hartem Kernkapital zu halten. Dieser
beträgt für das Jahr 2021 2,5 % (2020: 2,5 %). Zusätzlich zum Kapitalerhal-
tungspuffer ist gemäß § 6 KP-V in Verbindung mit § 7 Abs. 1 KP-V ebenfalls
ein
Systemrisikopuffer in Form von hartem Kernkapital zu halten. Dieser ist
seit 1. Jänner 2016 auf Basis der konsolidierten Lage darzustellen und beträgt
derzeit 0,5 % (2020: 0,5 %) vom Gesamtrisikobetrag.
Der antizyklische Kapitalpuffer wird gemäß § 140 der CRD IV als gewichteter
Durchschnitt der veröffentlichten antizyklischen Quoten jener Rechtsräume
berechnet, in denen wesentliche Kreditrisikopositionen bestehen. Zum 31. De-
zember 2021 beträgt der antizyklische Kapitalpuffer 0,0 % (2020: 0,0 %).
Die Informationen gemäß Teil VIII der CRR in Verbindung mit der Offenle
-
gungsverordnung werden auf der Website unseres Institutes (www.hypo.at)
v
eröffentlicht.
(62) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Vor dem Hintergrund der massiven Finanzsanktionen gegen Russland hat die
Finanzmarktaufsicht (FMA) ein umfassendes Moratorium für die Europatochter
der staatlichen russischen Sberbank verhängt. Wie die FMA am 28. Februar
2022 mitteilte, darf die in Wien ansässige Bank „keinerlei Auszahlungen,
Überweisungen oder andere Transaktionen durchführen“. Das Moratorium
war bis 1. März, 23:59 Uhr, befristet. Begründet wurde die Maßnahme mit
dem drohenden Ausfall der Bank.
Die FMA hat die Einlagensicherung AUSTRIA Ges.m.b.H. (ESA) am 1. März
2022 darüber informiert, dass aufgrund der von ihr kurz vorher auf Anweisung
der EZB verfügten Untersagung der Fortführung des Geschäftsbetriebs mit
sofortiger Wirkung bei der Sberbank Europe AG der Einlagensicherungsfall
eingetreten ist. Der für die Sberbank Europe AG direkt zuständige SRB hatte
während des verhängten Moratoriums geprüft, ob eine Sanierung oder Ab
-
wicklung der Bank unter den besonderen Rechten und Pflichten des euro-
päischen Abwicklungsregimes gemäß BASaG im öffentlichen Interesse ist.
L
etztlich hat er dies im Ergebnis verneint, worauf die EZB die FMA angewiesen
hat, unverzüglich obige Maßnahmen durchzusetzen.
(60) Wertpapiergliederung gemäß BWG
Nachstehende Tabelle gliedert die Wertpapiere (mit anteiligen Zinsen) gemäß § 64 Abs. 1 Z 10 und Z 11 BWG auf:
in TEUR Nicht börsenotiert Börsenotiert Gesamt
31.12.2021 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2020
Schuldtitel öffentlicher Stellen 202.907 200.754 202.907 200.754
Forderungen an Kreditinstitute 65.392 57.870 65.392 57.870
Forderungen an Kunden 146.962 152.598 146.962 152.598
Festverzinsliche Wertpapiere 521.987 512.485 521.987 512.485
Nicht festverzinsliche Wertpapiere 125.730 112.036 828 820 126.558 112.856
Gesamt 338.084 322.504 725.722 714.059 1.063.806 1.036.563
80
V. Anhang (Notes) Konzernabschluss
Die Sberbank Europe AG (vormals Volksbank International) wird bis zum 17.
Juli 2022 von der ESA im gesonderten Rechnungskreis (§ 27 ESAEG) geführt.
Dies ist durch den Wechsel der Volksbank International in den Fachverband
der Banken & Bankiers bedingt, der mit Wirksamkeit zum 18. Juli 2012 durch
-
geführt wurde. Damit haben ALLE Sicherungseinrichtungen (also auch die
der Sp
arkassengruppe und der Raiffeisengruppe) von Beginn an anteilig die
für die Entschädigung der Einleger der Sberbank Europe AG erforderlichen
finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen. Grundlage für die Bestimmung der
Anteile der drei Sicherungseinrichtungen sind die gedeckten Einlagen ihrer
jeweiligen Mitgliedsinstitute zum 31. Dezember 2021. Daraus ergibt sich eine
(ungefähre) Verteilung von ESA 40 %, Raiffeisen 36 % und Sparkassen 24 %.
Die Sberbank Europe AG hat gedeckte Einlagen von ca. 950 Mio. EUR. Auf die
ESA entfallen daher knapp 380 Mio. EUR. Die Einhebung von Sonderbeiträgen
gemäß § 22 ESAEG ist somit für den Entschädigungsfall Sberbank Europe AG
nicht erforderlich, da die ESA über ein ausreichendes Fondsvermögen verfügt.
Für die in Folge der Verwendung der finanziellen Mittel aus dem Einlagensi
-
cherungsfonds gegebene Unterdeckung und die daraus entstehende Pflicht
zur Wie
derauffüllung kann die ESA möglicherweise die Ausnahmebestimmung
des § 58 Zif. 9b ESAEG in Anspruch nehmen. Demnach kann die FMA auf
Antrag einer Sicherungseinrichtung die Verlängerung des Endtermins für
die Erreichung der Zielausstattung des Fonds (Juli 2024) um bis zu vier Jahre
bewilligen, falls die Sicherungseinrichtung vor dem Juli 2024 insgesamt Aus
-
zahlungen in Höhe von über 0,8 vH der gedeckten Einlagen vorgenommen
ha
t. Das ist unter Berücksichtigung aller Sicherungsfälle tatsächlich der Fall.
Ukraine-Krieg
Aus dem direkten Kundengeschäft entsteht für die Oberösterreichische Lan
-
desbank Aktiengesellschaft aus dem Ukraine-Krieg kein direktes Risiko, da die
Ob
erösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft kein Kreditengagement,
keinen Wertpapier-Nostro-Bestand sowie keine Beteiligungen in den Ländern
Ukraine, Russland und Weißrussland hat. Lediglich eine niedrige zweistellige
Anzahl an Staatsbürgern aus den Ländern Russland und Weißrussland sind
Kunden der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft , wobei alle
ihren Wohnsitz in Österreich haben. Im Bereich der Geschäftskunden wurde
eine einstellige Zahl an Kunden identifiziert, die wirtschaftlich, zum Beispiel
über Lieferketten, Produktionen oä. in wirtschaftlicher Verbindung zu den
Ländern Ukraine, Russland sowie Weißrussland stehen. Zum derzeitigen Stand
wird allerdings von keiner Insolvenzgefahr dieser Kunden ausgegangen. Auf
die Einhaltung aller Sanktionen wird penibel geachtet, weitreichende Maßnah
-
men wurden umgehend gesetzt. Über die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs
im Rahmen der wir
tschaftlichen Entwicklung der EU beziehungsweise Öster-
reich kann derzeit noch keine Einschätzung getroffen werden. Erste Schätzun-
gen gehen von einem zumindest 1%-Punkt Rückgang des BIP in Österreich
für
2022 aus.
Bei diesem Sachverhalt und den damit verbundenen möglichen Folgewir-
kungen handelt es sich um ein wertbegründendes Ereignis und hat damit
k
einen Einfluss auf den Jahresabschluss 2021. Die Entwicklungen werden
weiterhin laufend beobachtet.
Risikobericht
(63) Gesamtbankrisikomanagement
Risikoübernahmen zur Ergebniserzielung stellen für den Konzern der Oberös-
terreichische Landesbank Aktiengesellschaft eine Kernfunktion der unterneh-
merischen Tätigkeit dar. Risikostrategie des Oberösterreichische Landesbank
Akti
engesellschaft Konzerns ist es daher, bankübliche Risiken in einem defi-
nierten Rahmen einzugehen und die sich daraus ergebenden Ertragsmöglich-
keiten zu nutzen. In diesem Sinne existiert im Oberösterreichische Landesbank
Aktienge
sellschaft Konzern ein Risikomanagementprozess, der die Grundlage
für eine risiko- und ertragsorientierte Gesamtbanksteuerung bildet.
Der Vorstand ist verantwortlich für die Organisation des Risikomanagements.
In Zusammenarbeit mit den hierfür eingerichteten Komitees, dem Risiko-
komitee und dem ALM-Komitee, legt der Vorstand die Risikostrategien für
die Aktivitäten in den Geschäftsfeldern sowie für die zentralen Strukturrisiken
des Konzerns fest.
Das Risikomanagement ist so organisiert, dass Interessenkonflikte sowohl auf
persönlicher Ebene als auch auf Ebene von Organisationseinheiten vermieden
werden. Das heißt, es existiert eine bis zur Vorstandsebene durchgängige
Trennung von Markt- und Marktfolgeeinheiten.
Die Gesamtbankrisikostrategie ist konsistent mit dem Geschäftsmodell und
berücksichtigt alle wesentlichen Geschäftsfelder und Risikoarten. Art und
Umfang der Risikoübernahme leiten sich aus den einzelnen Geschäftsfeldern
ab, deren Aktivitäten im Rahmen der Geschäftsstrategieplanung jährlich
festgelegt werden, z.B. für die Bereiche Großkunden, Retail, Wohnbau und
Financial Markets. Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
richtet ihr Engagement grundsätzlich nur auf Geschäftsfelder, in denen sie
über eine entsprechende Expertise zur Beurteilung der spezifischen Risiken
verfügt. Der Aufnahme neuer Geschäftsfelder oder Produkte geht grundsätz
-
lich eine adäquate Analyse der geschäftsspezifischen Risiken im Rahmen
eine
s standardisierten Produkteinführungsprozesses voraus.
Aufgrund des breit diversifizierten Kundenportfolios sind die Konzentrati
-
onsrisiken im Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft Konzern
t
endenziell gering. Zur Kreditrisikoüberwachung sind Prozesse und Berichts-
wege festgelegt, mit denen z.B. die Kontrahenten- bzw. Emittentenrisiken
üb
erwacht und berichtet werden. Die Großkreditobergrenze wird in der
Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft laufend überwacht. Zu
einer Überschreitung kam es im Jahr 2021 wie in den Vorjahren nicht. Der
Herfindahl-Hirschmann-Index auf das Gesamtportfolio gerechnet beträgt
per 31. Dezember 2021 0,018 (2020: 0,015) ohne Berücksichtigung des CRR-
Wahlrechtes nach Art 4 Abs. 1 Z 39 CRR. Damit weist die Oberösterreichische
Landesbank Aktiengesellschaft insgesamt eine niedrige Konzentration aus.
Die Verantwortung für das operative Risikomanagement ist im Konzern auf
mehrere Einheiten aufgeteilt. Die Organisationseinheit Risikomanagement
ist verantwortlich für die konzernweite Risikomessung, -überwachung und
Risikoberichterstattung gemäß ICAAP an den Vorstand und die Inhaber von
Risikokapitallimiten. In der Risikotragfähigkeitsrechnung werden sämtliche
quantifizierbare Risiken (Adressenausfallrisiko inklusive Beteiligungsrisiko,
Marktrisiken, Refinanzierungsrisiko, Risiko aus FX-Krediten, makroökono
-
misches Risiko, sonstige nicht quantifizierbare Risiken und operationelles
Risik
o) zusammengeführt und monatlich an den Vorstand berichtet. Über
Risikosteuerungsmaßnahmen wird im ALM-Komitee bzw. im Risikokomitee
beraten. Die Entscheidung zu Steuerungsmaßnahmen trifft der Vorstand.
Risikodispositionen werden entsprechend der festgelegten Zuständigkeiten
entweder von den Marktbereichen oder zentral vom Treasury vorgenommen.
Die Kontrolle der Wirksamkeit von getroffenen Maßnahmen erfolgt durch re
-
gelmäßige Analysen im Rahmen der Berichtserstellung sowie in den Komitees.
Im Risik
oausschuss sowie im Aufsichtsrat wird über die Risikolage regelmäßig
berichtet, über das Interne Kontrollsystem im Prüfungsausschuss.
Die Interne Revision prüft regelmäßig die internen Kontroll- und Risikomanage
-
mentprozesse sowohl der Tochtergesellschaften als auch der Zentralberei-
che auf Ordnungsmäßigkeit, Wirtschaftlichkeit, Effizienz und Sicherheit. Als
una
bhängige Instanz berichtet sie direkt an den Vorstand und den Prüfungs-
ausschuss des Aufsichtsrats.
Gemä
ß § 8 Abs. 1 ESAEG gehört die Oberösterreichische Landesbank Ak-
tiengesellschaft als einlagenentgegennehmendes Institut (CRR-Institut) mit
Sit
z in Österreich der einheitlichen Sicherungseinrichtung nach § 1 Abs. 1 Z 1
ESAEG an. Dabei handelt es sich um die Einlagensicherung Austria Ges.m.b.H.
(ESA). Jede Sicherungseinrichtung hat einen aus verfügbaren Finanzmitteln
bestehenden Einlagensicherungsfonds in Höhe von zumindest 0,8 vH der
Summe der gedeckten Einlagen der Mitgliedsinstitute als Zielausstattung
bis 3. Juli 2024 einzurichten. Die Beitragsverpflichtung richtet sich nach der
Höhe der gedeckten Einlagen unter Zugrundlegung von vorher bestimmten
Risikofaktoren (sogenannte risikobasierte Beitragsberechnung).
Für die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft errechnete sich
2021 ein Beitragsanteil in Höhe von TEUR 2.201 (2020: TEUR 1.341). Der er
-
höhte Fondsbeitrag im Vergleich zum Vorjahr ist im Wesentlichen auf die Ein-
hebung eines Sonderbeitrags infolge der Austritte des Raiffeisensektors sowie
der sBa
usparkasse aus dem ESA-Einlagensicherungsfonds zurückzuführen.
Im vergangenen Geschäftsjahr 2021 hat der Raiffeisensektor ein eigenes
einheitliches Einlagensicherungssystem eingeführt und ist daher aus dem
Sicherungssystem der Einlagensicherung AUSTRIA Ges.m.b.H (ESA) ausge
-
schieden. Ebenso wechselte die sBausparkasse zum sektoreigenen Siche-
rungssystem, der Sparkassen-Haftungs GmbH. In Einklang mit § 39 Abs. 2
E
SAEG wurden die in den letzten 12 Monaten vor dem Ausscheiden aus dem
Einlagensicherungsfonds geleisteten Beiträge der ehemaligen Mitgliedsinsti-
tute auf deren Sicherungseinrichtungen übertragen. Die dadurch entstandene
Un
terdeckung des ESA-Einlagensicherungsfonds wurde mit der Einhebung
eines Sonderbeitrags behoben. Für die Oberösterreichisches Landesbank
Aktiengesellschaft belief sich dieser Anteil auf TEUR 1.291.
81
Konzernabschluss V. Anhang (Notes)
Beitragsmindernd wirkten hingegen erste Rückflüsse aus der Insolvenzmasse
des Sicherungsfalles „Commerzialbank Mattersburg“, welche dem Einlagen-
sicherungsfonds wieder zugeführt wurden. Nach Angaben der ESA werden in
den F
olgejahren weitere Mittelrückflüsse aus der Masse erwartet. Betreffend
der Sicherungsfälle „Anglo Austrian AAB AG“ und „AutoBank“ wird vonseiten
des Masseverwalters davon ausgegangen, dass die ESA am Ende zu 100 %
abgeschichtet werden kann und die entnommenen Mittel in den Folgejahren
wieder dem Einlagensicherungsfonds zugeführt werden.
Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Risikolage
Im Bereich des operationellen Risikos wurden gemäß den BCM-Vorgaben der
Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft Maßnahmen gesetzt,
die eine Fortführung der Bank jederzeit gewährleisten.
Alle bestehenden Regelungen sind aufrecht und einzuhalten, um einer Risi
-
koerhöhung entgegenzuwirken.
Das Liquiditä
tsrisiko wird unter der Berücksichtigung der möglichen Einfluss-
faktoren wie Funding-Zugang, Bargeld- und Einlagen-Abfluss, Neugeschäft,
Stun
dungen sowie Rahmenziehungen täglich betrachtet und berichtet. Aus
aktueller Sicht wird keine wesentliche Zunahme dieses Risikos erwartet, da
entsprechende Puffer aufgebaut wurden.
Im Bereich des Kreditrisikos profitiert die Oberösterreichische Landesbank
Aktiengesellschaft insbesondere in der Krise von einem äußerst stabilen und
guten Portfolio. Wenngleich Stundungen im Zuge der Covid-19-Pandemie
gewährt wurden, war das davon betroffene Volumen und die Kundenanzahl
überschaubar. Zum Jahresende wurden die betroffenen Kredite bereits fast
gänzlich in den normalen Rückzahlungsmodus übernommen. Von bestehen
-
den Systemen wie Mahnwesen etc. wurde nicht abgegangen. Wie bereits im
A
usblick des Vorjahres erwähnt und erwartet, haben sich die Risikovorsor-
gen auf Grund verschlechternder makroökonomischer Risikofaktoren sowie
dur
ch einen durchgeführten kollektiven Stagetransfer für Kunden aus den am
schwersten durch die Pandemie betroffenen Branchen erhöht.
Ukraine-Krieg
Da es sich um ein wertbegründendes Ereignis handelt und es damit keine
Auswirkungen auf den Jahresabschluss 2021 gibt, finden sich die Ausführun
-
gen dazu unter den Ereignissen nach dem Bilanzstichtag.
(64) Marktrisiko
Marktrisiken entstehen durch mögliche Veränderungen von Marktpreisindika-
toren wie Zinssätze, Währungs- und Aktienkurse sowie aus der Veränderung
v
on Credit Spreads. Da die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesell-
schaft nur ein kleines Handelsbuch im Sinne des Artikel 94 CRR führt, resultiert
das Marktrisik
o im Wesentlichen aus dem Zinsänderungsrisiko im Bankbuch,
in geringem Ausmaß auch aus Währungsrisiken aus offenen Devisenpositio-
nen sowie aus dem Credit Spread-Risiko im Wertpapier-Eigenbesitzportfolio.
Die Iden
tifikation und Messung der Marktrisiken erfolgt durch die Organisa-
tionseinheiten Risikomanagement und Finanzierung.
Die Risik
oanalysen der Bank im Marktrisikobereich stützen sich auf den Value
at Risk (VaR). Die Bank verwendet dabei die Methode „Historische Simulation“
mit folgenden Parametern:
Parameter Zinsände-
rungsrisiko
Credit Spread-
Risiko
Fremdwäh-
rungsrisiko
Beobachtungszeitraum 10 Jahre 10 Jahre 10 Jahre
Haltedauer 1 Jahr 1 Jahr 1 Jahr
Konfidenzniveau 99,9 % 99,9 % 99,9 %
Um die Prognosegüte des Value at Risk für Zinsänderungsrisiken zu prüfen,
werden Backtests durchgeführt. Dabei werden die infolge tatsächlicher Markt-
wertveränderungen bei unverändertem Bestand eingetretenen Gewinne und
V
erluste mit den durch das VaR-Modell prognostizierten Werten verglichen.
Die Ergebnisse der Backtests bestätigten auch im Jahr 2021 die Validität der
angewendeten statistischen Methoden. Für die Berücksichtigung von Risiken
bei extremen Marktbewegungen werden zusätzlich Stresstests durchgeführt.
Diese beinhalten die Simulation von großen Schwankungen der Marktpreis
-
indikatoren und dienen zum Aufzeigen von Verlustpotenzialen, die nicht
v
om Value at Risk abgedeckt werden. Die Stressszenarien umfassen sowohl
standardisierte Zinsschockszenarien als auch Zinsszenarien, die aufgrund der
Zinspositionierung in Verbindung mit der aktuellen Bilanzstruktur nachteilig
auf den Strukturbeitrag der Bank wirken könnten. Alle Marktrisikoaktivitäten
sind mit Risikolimits versehen, die in ihrer Gesamtheit in eine Risikotragfähig
-
keitsrechnung einfließen.
D
er größte Anteil am Marktrisiko der Oberösterreichische Landesbank Akti-
engesellschaft per 31. Dezember 2021 entfällt auf das Credit Spread-Risiko.
D
as Zinsrisiko wird strategisch mit den aufsichtlichen Vorgaben begrenzt,
wobei es keine weiteren risikostrategischen Einschränkungen gibt:
• Frühwarnschwelle 15 % des Kernkapitals Tier 1
• harte Schwelle 20 % Eigenmittel
Risikobegrenzend werden folgende Maßnahmen laufend umgesetzt:
• Bei der Einführung von neuen Produkten wird darauf geachtet, dass das
Zinsrisiko berechenbar sowie steuerbar ist.
• Genaue Beobachtung der UDRB- und Fixzins-Risiken
• Auf Grund der Wesentlichkeit ist das Risiko zumindest wöchentlich zu
überwachen
• Im Risikomanagement wird auf eine zukunftsorientierte Risikoeinschätzung
geachtet und nicht ausschließlich auf aktuelle und historische Daten ge
-
stützt.
Die A
usweisrichtlinie zur Zinsrisikostatistik schreibt überdies die Messung
des „Zinsänderungsrisikos im Bankbuch“ im Verhältnis zum Haftkapital der
Bank vor, indem eine Veränderung des Marktwertes des Bankbuchs nach
einem Zinsschock um 200 Basispunkte den anrechenbaren Eigenmitteln der
Bank gegenübergestellt wird. Würde dieser Zinsschock mehr als 20 % der
anrechenbaren Eigenmittel betragen, könnte die Bankenaufsicht risikoredu
-
zierende Maßnahmen einfordern. Zudem wurde eine Frühwarnschwelle iHv
15 % des Tier 1-Kapitals eingeführt, die bei Überschreitung einen aufsichtli-
chen Dialog starten würde.
Das Frist
entransformationsrisiko ist derzeit gering (Gründe hierfür sind Tender-
geschäfte und Emissionstätigkeit), daher sind die üblichen aufsichtlichen
Scho
cks derzeit nicht negativ. Diese gemeldeten 200-Basispunkte-Zinsschocks
nach dem Standardverfahren und dem internen Modell liegen derzeit bei einer
Risikoauslastung von 0 % (2020: 1,89 %) der anrechenbaren Eigenmittel. Damit
liegt die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft deutlich unter
der Outlier-Grenze von 20 %.
Eine zentrale Modellannahme ist die Einschätzung der Non Maturing Deposits
(BAW-Einlagen) hinsichtlich ihrer Zinsbindung. Aufsichtsrechtlich ist hier eine
maximale Zinsbindungsdauer von 5 Jahren erlaubt. Die Oberösterreichische
Landesbank Aktiengesellschaft kalibriert das Modell mindestens jährlich und
setzt hier konservative Werte ein. Es erfolgt eine Unterscheidung in Retail-
Einlagen und Wholesale-Einlagen. Die Retail-Einlagen werden in weitere
Unterkategorien eingeteilt und mit einer durchschnittlichen Zinsbindung
von rund 1,25 Jahren modelliert – mittels der Elastizitätenmethode wird ein
stabiler (5Y-rollierend) und ein nicht stabiler Anteil (3M-rollierend) ermittelt.
Wholesale-Einlagen werden kurzfristig dargestellt.
Das Fremdwährungsrisiko ist vergleichsweise gering. Das Erwirtschaften von
Erträgen aus offenen Devisenpositionen ist keine Zielsetzung. Daher wird eine
sich aus Kundengeschäften ergebende Fremdwährungsposition grundsätz
-
lich abgesichert. Offene Fremdwährungspositionen ergeben sich lediglich
a
us dem Valutengeschäft, welche wiederum durch eine knappe Disposition
beschränkt werden. Zum 31. Dezember 2021 war die Bagatellschwelle von
2 % der Gesamteigenmittel gemäß Artikel 351 der EU-Richtlinie 575/2014
nicht überschritten. Das regulatorische Eigenmittelerfordernis aufgrund der
offenen Devisenposition in der Bank und im Konzern betrug daher TEUR 0
(2020: TEUR 0).
Der Value at Risk auf der Basis der angegebenen Parameter stellt sich zum
Bilanzstichtag wie folgt dar:
in TEUR Value at Risk
31.12.2021 31.12.2020
Credit Spread-Risiko 16.596 19.772
Zinsrisiko – Bankbuch 1.220 21.517
Fremdwährungsrisiko 48 42
Die Berichte zum Marktrisiko gemäß obiger Beschreibung werden grundsätz-
lich monatlich dem Vorstand zur Kenntnis gebracht. Zusätzlich werden für
das Zins
risiko im Bankbuch wöchentlich auch eine GAP-Analyse, Stresstests
und Ertragssimulationen erstellt sowie Marktwertänderungen im Wertpapier-
Eigenbesitzportfolio täglich verfolgt und berichtet.
Die vollkonsolidierten Tochtergesellschaften refinanzieren sich fristen- und
währungskonform bei der Bank, sodass Zinsänderungs- und Währungsrisiken
vermieden und in der Bank zentral gesteuert werden können.
82
V. Anhang (Notes) Konzernabschluss
Für das interne Rating sind konzernweit folgende Ratingklassen (WISIT) in
Verwendung:
S & P/
Fitch
Rating
Moody’s
Rating
Oberösterreichische LandesbankAktiengesellschaft
10er-Skala Verfeinerung Beschreibung
AAA Aaa 0,5 0,5 risikolos
Investmentgrade
AA+ Aa1
1 1
ausgezeichnete
Bonität
AA Aa2
AA– Aa3
1,5 1,5 sehr gute Bonität
2
2+ (1,8)
gute Bonität
A+ A1
2A A2
A– A3
BBB+ Baa1
2,5
2– (2,2)
durchschnittliche
Bonität
BBB Baa2 2,5
BBB– Baa3
3
3+ (2,8)
BB+ Ba1
3 akzeptable Bonität
Non-Invest-
mentgrade
BB Ba2
BB– Ba3
3,5
3– (3,2) mäßige Bonität
B+ B1 3,5 schwache Bonität
B B2
4
4+ (3,8)
sehr schwache
Bonität
Highly
Speculative
B– B3 4
CCC+ Caa1
4,5 4,5 ausfallgefährdetCCC Caa2
CCC– Caa3
CC Ca
5
5
Ausfallmerkmale
erreicht
Default
C 5,1
DDD / D C 5,2
Die Definition und Abgrenzung der einzelnen Ratingklassen orientiert sich
an statistischen Ausfallswahrscheinlichkeiten. Die verbalen Bezeichnungen
dienen nur der Veranschaulichung.
Die Überleitung zu externen Ratings erfolgt auf Basis von Ausfallswahrschein
-
lichkeiten. Subklassen mit Zusätzen (+/–) stellen keine Ratinghauptklassen dar,
sie d
ienen lediglich der Verfeinerung im Pricing. Die Klassen 5 sowie 5,1 und
5,2 dienen zur Unterscheidung von Ausfallskategorien (und entsprechen der
Einstufung Ca und C von Moody’s bzw. CC, C und D von Standard & Poor’s).
Sicherheiten
Folgende Sicherheiten liegen vor:
• Persönliche Sicherheiten
– Haftungen, Garantien und Patronatserklärungen
• Dingliche Sicherheiten
– Pfandrechte an beweglichen oder unbeweglichen Sachen sowie
Zessionen
– Eigentumsvorbehalte
– Verpfändete Einlagen
– Nettingvereinbarungen
Die Sicherheitenkategorien und deren Werte werden in einer Sicherheitenda
-
tenbank erfasst und überwacht. Die Sicherheitenwerte werden entsprechend
der V
ertragssituation mit den einzelnen Krediten verknüpft und nach einem
vordefinierten Verfahren zugeteilt.
Die Besicherungsnote (BESIT) ergibt sich aufgrund folgender Notenskala:
Note Blankoanteil
b 1,0 Risiko kleiner 5 %
b 1,5 Risiko 5 % bis kleiner 15 %
b 2,0 Risiko 15 % bis kleiner 30 %
b 2,5 Risiko 30 % bis kleiner 45 %
b 3,0 Risiko 45 % bis kleiner 55 %
b 3,5 Risiko 55 % bis kleiner 70 %
b 4,0 Risiko 70 % bis kleiner 85 %
b 4,5 Risiko 85 % bis kleiner 95 %
b 5,0 Risiko 95 % bis 100 %
(65) Derivate und Hedge Accounting
Die Bank verwendet Derivate ausschließlich zur Absicherung von Marktri-
siken. In der Regel steht jedem Derivat ein abzusicherndes Grundgeschäft
ge
genüber. In wenigen Ausnahmefällen werden Derivate ohne Grundgeschäft,
sogenannte Makrohedges, zur Bilanzstruktursteuerung abgeschlossen. Diese
sichern die Bank gegen extreme Zinsbewegungen ab. Der Einsatz von Deriva
-
ten ohne Grundgeschäft wird regelmäßig im Rahmen des ALM-Komitees der
Bank b
esprochen. Alle Hedging-Initiativen werden vom Vorstand beschlossen.
Die Marktwerte der abgeschlossenen Derivate werden regelmäßig mit den
Marktwerten der Gegenpartei überprüft. Für jeden Geschäftspartner, mit
dem ein Derivatgeschäft abgeschlossen wird, muss eine entsprechende
Kreditlinie vorhanden sein, die die Bonität des Kreditnehmers und die ange
-
strebten Geschäfte berücksichtigt. Im Interbankenbereich wurden Collateral-
V
ereinbarungen mit allen wichtigen Geschäftspartnern abgeschlossen, um
das Ausfallrisiko zu minimieren.
(66) Kreditrisiko
Das Kreditrisiko beinhaltet die Gefahr der Nichterfüllung von vertraglichen
Zahlungsverpflichtungen durch Schuldner. Das heißt, dass Schuldner ihre
Zahlungen zur korrekten Erfüllung ihrer gänzlichen oder teilweisen Zins-
oder Tilgungsverpflichtung nicht bzw. nicht zeitgerecht leisten. Im Rahmen
der quartalsweisen Risikoberichterstattung an den Vorstand berücksichtigt
und konsolidiert die Kreditinstitutsgruppe alle Elemente der Kreditrisikofor
-
derungen wie z.B. Ausfallrisiken einzelner Debitoren, Länder und Branchen.
Das K
reditrisiko umfasst neben dem Kontrahenten- bzw. Ausfallrisiko auch
das Länderrisiko.
Das Kontrahenten- bzw. Ausfallrisiko resultiert hauptsächlich aus den Forde
-
rungen an Kunden und Banken und aus den Wertpapieren im Bankbuch. Die
Risik
ostrategie zielt darauf ab, existenzgefährdende Schäden zu vermeiden.
Dies erfolgt einerseits durch die begrenzte Allokation vorhandener Risikode-
ckungsmassen auf die in der Geschäftsstrategie festgelegten Geschäftsfelder.
And
ererseits wird auch auf eine ausreichende Diversifizierung des Portfolios
geachtet. Der unerwartete Verlust aus Kreditrisiken wird in der Säule 1 der
Basler Eigenkapitalbestimmungen nach dem Standardansatz unterlegt. Im
Rahmen des Kapitaladäquanzverfahrens nach Säule 2 wird der unerwartete
Verlust aus Kreditrisiken mit der im IRB-Ansatz vorgegebenen VaR-Formel für
Unternehmen, Staaten und Banken ermittelt. In den einzelnen Geschäftsfel
-
dern wird neben der angestrebten marktüblichen Rendite auch explizit auf
die Einhaltung der v
orgegebenen Risikolimits geachtet. Über die Entwicklung
des Kreditrisikos wird dem Vorstand monatlich berichtet.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft beurteilt die Risiko
-
situation und die Besicherungssituation der einzelnen Forderungen entspre-
chend der Rating- und Sicherheitenrichtlinien sowie initiiert und überwacht
die
Umsetzung der Maßnahmen zur Risikobegrenzung. Die fachgerechte
Weiterentwicklung der Ratingsysteme und -verfahren, die zur Beurteilung von
Kreditengagements eingesetzt werden, ist gewährleistet.
Die interne Ratingskala umfasst zehn Ratingstufen von 0,5 bis 5 und ist nach
dem Schulnotensystem mit Halbnoten aufgebaut. Diese sind um weitere
Subklassen in einigen Stufen durch die Zusätze „+“ bzw. „–“ verfeinert. Die
Ausfallklassen teilen sich in 5, 5,1 und 5,2 (somit 17 Bonitätsklassen). Das
Ratingsystem wird als Expertensystem geführt. Im Mengengeschäft werden
zunehmend automatisierte Scoringmodelle eingesetzt, um den Verwaltungs
-
aufwand zu reduzieren. Als Bonitätskriterien werden sowohl Hard Facts als
a
uch Soft Facts herangezogen. Entsprechend segmentspezifischer Unter-
schiede sind verschiedene Ratingtools im Einsatz. Alle Ratingtools verfolgen
das Ziel, k
onkrete Aussagen über die Ausfallswahrscheinlichkeit der einzelnen
Kreditobligi zu erhalten. Die Ratingsysteme sind nach den Forderungsklassen
Corporates, Retailkunden, Banken und Wertpapieremittenten sowie Staaten
differenziert. Die Systeme zur Bonitätsbeurteilung werden laufend validiert
und weiterentwickelt.
83
Konzernabschluss V. Anhang (Notes)
Struktur des Ausleihungsportfolios
Die folgende Tabelle zeigt die Verteilung des Ausleihungsvolumens nach Wirtschaftszweigen und somit das maximale Ausfallrisiko:
Wirtschaftszweig in TEUR Forderungen
Kreditinstitute
Forderungen
Kunden
Handels-
aktiva
Finanz-
anlagen
Bürgschaften/
Garantien
Nicht ausge-
nutzte Rahmen
Summe
2021
Kreditinstitute 140.855 66 382.937 400.063 7.149 2 931.072
Staatssektor 774.524 300.619 118. 549 96 148.656 1.342.444
Sonstige finanzielle Unternehmen 26.071 70.009 52.864 72.777 81 14.601 236.403
Nicht finanzielle Unternehmen 2.180.760 4.104 133.660 40.482 480.045 2.839.051
Haushalte 2.573.285 20.024 158.294 2.751.604
Gesamt Maximales Ausfallrisiko 2021 166.926 5.598.644 740.524 725.049 67.832 801.598 8.100.574
Wirtschaftszweig in TEUR Forderungen
Kreditinstitute
Forderungen
Kunden
Handels-
aktiva
Finanz-
anlagen
Bürgschaften/
Garantien
Nicht ausge-
nutzte Rahmen
Summe
2020
Kreditinstitute 144.923 49 516.459 363.674 7.149 1 1.032.255
Staatssektor 714.451 317.710 125.534 90 79.785 1.237.570
Sonstige finanzielle Unternehmen 31.936 60.799 47.860 83.905 69 7.153 231.722
Nicht finanzielle Unternehmen 2.035.001 4.252 133.283 61.461 403.016 2.637.013
Haushalte 2.649.447 13.242 127.914 2.790.604
Gesamt Maximales Ausfallrisiko 2020 176.859 5.459.747 886.281 706.396 82.012 617.869 7.929.164
Analyse der finanziellen Vermögenswerte
in TEUR nicht überfällig bis 30 Tage 31 bis 60 Tage 61 bis 90 Tage über 90 Tage Gesamt per 31.12.2021
Buch-
wert
Sicher-
heiten
Buch-
wert
Sicher-
heiten
Buch-
wert
Sicher-
heiten
Buch-
wert
Sicher-
heiten
Buch-
wert
Sicher-
heiten
Buch -
wert
Sicher-
heiten
Forderungen an
Kreditinstitute
166.926 110.136 166.926 110.136
hievon AC 166.926 110.136 166.926 110.136
hievon Stage 1 166.926 110.136 166.926 110.136
Forderungen an
Kunden
5.578.867 4.061.586 5.560 2.592 2.444 2.046 849 777 10.925 10.134 5.598.644 4.077.136
hievon AC 5.301.477 3.966.834 5.560 2.592 2.444 2.046 849 777 10.925 10.134 5.321.255 3.982.384
hievon Stage 1 5.018.694 3.752.802 5.071 2.293 663 663 306 306 4.442 4.315 5.029.176 3.760.379
hievon Stage 2 272.606 205.371 484 296 1.670 1.285 318 317 2.987 2.987 278.065 210.255
hievon Stage 3 10.178 8.660 5 4 110 99 225 155 3.496 2.831 14.014 11.749
hievon FVPL
designiert
185.230 35.940 185.230 35.940
hievon Stage 1 184.944 35.940 184.944 35.940
hievon Stage 2 286 286
hievon FVPL 92.160 58.812 92.160 58.812
hievon Stage 1 89.581 57.124 89.581 57.124
hievon Stage 2 2.578 1.688 2.578 1.688
Gesamt per
31.12.2021
5.745.793 4.171.722 5.560 2.592 2.444 2.046 849 777 10.925 10.134 5.765.570 4.187.272
Für alle Aktiva mit Adressenausfallrisiko wird monatlich der Credit Value at Risk
ermittelt. Der Credit Value at Risk ist jener maximale Verlust, der statistisch
betrachtet innerhalb eines Jahres eintreten kann und mit einer bestimmten
Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird. In der Oberösterreichische Lan
-
desbank Aktiengesellschaft wird der Credit Value at Risk (= Unexpected Loss)
mit den Wahrscheinlichkeiten 95 % für den Going Concern-Ansatz und 99,9 %
für den Liquidationsfall ermittelt. Die Berechnung erfolgt mit der IRB-Formel
für Unternehmen, Staaten und Banken.
84
V. Anhang (Notes) Konzernabschluss
Wertberichtigungen
Gründe für die Bildung einer Risikovorsorge stellen wirtschaftliche bzw.
finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners, Ausfall von Zins- und Tilgungs-
verpflichtungen sowie weitere Ausfallsgründe gemäß aufsichtsrechtlichen
Be
stimmungen dar. Grundlage dafür ist das laufende Controlling der Kreditfälle
gemäß den internen Risikomanagementrichtlinien.
Die Ausfalldefinition umfasst Insolvenzen, ähnliche Verfahren oder Klage,
drohende Zahlungsunfähigkeit, 90-Tage-Basel-Überfälligkeit, Zinsfreistellung,
krisenbedingte Restrukturierung, Fälligstellungen, Direktabschreibungen,
Abschreibungen wertberichtigter Forderungen, Forderungsverzicht bei Re
-
strukturierung, Lizenzentzug, Zahlungsmoratorium.
In eine
r Ausfallsdatenbank werden die Ausfallsereignisse, die Kapitalstände
zum Ausfallszeitpunkt, die Verwertungskosten sowie Rückflüsse aus der
Sicherheitenverwertung aufgezeichnet. Die Aufzeichnungen in der Ausfalls-
datenbank werden für die jährliche Validierung der Ausfallswahrscheinlich
-
keiten herangezogen.
Die
Problemkreditbetreuung befasst sich mit Engagements, wenn konkrete
Ausfallsereignisse bzw. non-performing loans (NPLs) vorliegen. Dabei wird
die aktivseitige Kundenverantwortung (Markt-Zuständigkeit und Hauptver
-
antwortung) an die Problemkreditbetreuung und damit in die Marktfolge
üb
ertragen. Weiters müssen sämtliche Schritte mit der Problemkreditbe-
treuung abgestimmt sowie aktuelle Informationen zum Kunden an die Prob-
lemkreditbetreuung übermittelt werden. Im Jahr 2021 betrug die NPL-Ratio
der F
orderungen an Kunden und Kreditinstitute 0,35 % (2020: 0,41 %). Für
weitere Informationen zur Entwicklung der Vorsorgen für Risiken aus dem
Kreditgeschäft wird auf Punkt (35) verwiesen.
Wertberichtigungsstufen nach Ratingklassen
Die Bruttobuchwerte von Guthaben bei Zentralnotenbanken, Forderungen an
Kreditinstitute, Forderungen an Kunden, Finanzanlagen, Eventualverbindlich
-
keiten und Kreditrisiken gliedern sich nach den Ausfallsrisikoklassen wie folgt:
Ratingklasse Stage 1 Stage 2 Stage 3 POCI Gesamt
0,5 47.779 47.779
1,0 911.505 911.5 05
1,5 2.007.942 33.557 2.041.499
1,8 580.150 31.480 611. 63 0
2,0 1.099.287 22.968 1.122.256
2,2 2.070.247 90.342 2.160.589
2,5 464.406 36.336 500.742
2,8 258.987 19.785 278.773
3,0 156.343 26.616 182.959
3,2 30.164 24.317 54.481
3,5 22.988 15.016 38.004
3,8 3.851 3.123 6.974
4,0 845 6.608 7.453
4,5 977 10.399 11. 376
5,0 1.363 1.363
5,1 19.438 19.438
5,2 4.353 4.353
Bruttobuch-
werte
7.655.471 320.549 25.154 0 8.001.174
Risikovorsorgen –1.506 –3.673 –8.929 –14.108
Buchwerte
31.12.2021
7.653.965 316.875 16.225 0 7.987.066
in TEUR nicht überfällig bis 30 Tage 31 bis 60 Tage 61 bis 90 Tage über 90 Tage Gesamt per 31.12.2020
Buch-
wert
Sicher-
heiten
Buch-
wert
Sicher-
heiten
Buch-
wert
Sicher-
heiten
Buch-
wert
Sicher-
heiten
Buch-
wert
Sicher-
heiten
Buch -
wert
Sicher-
heiten
Forderungen an
Kreditinstitute
176.859 100.490 176.859 100.490
hievon AC 176.859 100.490 176.859 100.490
hievon Stage 1 176.859 100.490 176.859 100.490
Forderungen an
Kunden
5.413.258 4.068.355 22.415 4.538 7.052 5.541 1.040 944 15.981 15.042 5.459.746 4.094.420
hievon AC 5.186.036 4.006.770 22.415 4.538 7.052 5.541 1.040 944 15.978 15.040 5.232.522 4.032.832
hievon Stage 1 4.873.914 3.793.459 20.961 3.536 6.092 4.586 346 253 8.089 7.843 4.909.401 3.809.677
hievon Stage 2 300.500 205.695 612 338 736 736 592 592 4.223 4.202 306.662 211.562
hievon Stage 3 11. 623 7.616 843 665 224 219 102 99 3.667 2.995 16.458 11. 594
hievon FVPL
designiert
186.008 36.529 186.008 36.529
hievon Stage 1 185.699 36.529 185.699 36.529
hievon Stage 2 310 310
hievon FVPL 41.214 25.056 3 3 41.216 25.058
hievon Stage 1 36.386 21.696 3 3 36.389 21.699
hievon Stage 2 4.827 3.360 4.827 3.360
Gesamt per
31.12.2020
5.590.117 4.168.845 22.415 4.538 7.052 5.541 1.040 944 15.981 15.042 5.636.605 4.194.910
85
Konzernabschluss V. Anhang (Notes)
Ratingklasse Stage 1 Stage 2 Stage 3 POCI Gesamt
0,5 45.190 45.190
1,0 592.954 592.954
1,5 1.708.756 60.613 1.769.369
1,8 569.664 21.543 591.207
2,0 869.954 29.577 899.531
2,2 2.172.711 105.662 2.278.373
2,5 625.044 42.939 667.983
2,8 246.818 14.495 261.313
3,0 110 .9 45 15.493 126.438
3,2 18.905 15.440 34.344
3,5 29.771 12.754 42.525
3,8 964 7.018 7.982
4,0 530 8.786 9.315
4,5 465 12.581 13.046
5,0 4.112 4.112
5,1 21.409 21.409
5,2 6.072 6.072
Bruttobuch-
werte
6.992.670 346.901 31.593 0 7.371.164
Risikovorsorgen –2.205 –1.760 –9.848 –13.814
Buchwerte
31.12.2020
6.990.465 345.140 21.745 0 7.357.350
Kreditrisikosituation
Die im externen Vergleich günstige Adressenausfallrisikosituation bei den
Kundenforderungen und -haftungen hat sich weiter gefestigt. Insbesondere
ist im „risikosensitiven“ Bereich eine weitere deutliche Verbesserung der Si
-
tuation auf bereits gutem Niveau ersichtlich. Ursache dafür ist eine Fülle von
einz
elnen Qualitätsmaßnahmen, die sich im gesamten Portfolio auswirken.
Die wichtigsten sind:
• Konsequente Umsetzung der inhaltlichen Standards in der Kreditentschei
-
dungsaufbereitung bei der Kreditvergabe führen zu tendenziell verbesser-
tem Neukreditgeschäft.
•
Durch stetig intensivierte Risikoüberwachung von Teilportfolien und damit
verbundenen Maßnahmen im Einzelfall wird eine laufende Verbesserung
im Bestand erreicht.
• Durch kontinuierliche Weiterentwicklung des internen Ratingsystems so
-
wohl in der Anwendung als auch in der Systemvalidierung verbessern sich
die
Administration und die Aussagekraft der Bonitätsbeurteilung.
Das Ausleihungsvolumen ist zur Gänze bonitäts- und besicherungsmäßig
eingestuft. Bonitätsmäßige Veränderungen werden sehr rasch erkannt und bei
Verschlechterungen werden unmittelbar das Risiko korrigierende Maßnahmen
umgesetzt. Hinsichtlich des Ausfallrisikos bei den designierten Forderungen
verweisen wir auf Punkt (48).
Forbearance
Unter „Forbearance“ werden Maßnahmen verstanden, die dadurch gekenn
-
zeichnet sind, dass Bedingungen des Kreditvertrages zu Gunsten des Kre-
ditnehmers verändert (z.B. Stundungen) oder Kredite neu finanziert werden,
w
eil der Kreditnehmer die bestehenden Bedingungen aufgrund finanzieller
Schwierigkeiten nicht mehr erfüllen kann. Die finanziellen Schwierigkeiten
des Kreditnehmers und die Veränderungen des Kreditvertrages bringen dabei
nicht in jedem Fall Verluste für das Kreditinstitut mit sich. Änderungen von
Kreditverträgen, die aus anderen Gründen als finanziellen Schwierigkeiten des
Kreditnehmers erfolgen, gelten nicht als Forbearance-Maßnahmen.
Per 31. Dezember 2021 liegen Forbearance-Maßnahmen in Höhe von TEUR
11.191 (2020: TEUR 7.996) vor. Die Forbearance-Ratio betrug 0,17 % (2020:
0,13 %). Sämtliche Forbearance-Maßnahmen betreffen Kreditnehmer im
Inland. Die Zugänge von TEUR 6.532 (2020: TEUR 5.617) betreffen im Wesent
-
lichen einen Non-Performing-Kunden im Segment Sonstige. Dem gegenüber
st
ehen Abgänge in der Höhe von TEUR 3.336 (2020: TEUR 5.721).
Aufteilung nach Stundungsarten
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Restrukturierung nicht Default-relevant 2.826 3.450
davon in Problemkreditbetreuung
Restrukturierung Default-relevant 8.365 4.546
davon in Problemkreditbetreuung 8.365 4.546
Gesamt 11.191 7.996
davon in Spezialbetreuung 10.091 7.482
Performing/Non-Performing Exposures bei Forbearance-Maßnahmen
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Performing Exposures 2.826 3.450
davon sonstige Finanzunternehmen 80 102
davon nichtfinanzielle Unternehmen 747 814
davon Haushalte 1.999 2.534
Non-Performing Exposures 8.365 4.546
davon nichtfinanzielle Unternehmen 7.338 2.966
davon Haushalte 1.027 1.580
Gesamt 11.191 7.996
davon Forderungen an Kunden 11.187 7.972
davon Bürgschaften/Garantien 4 23
Darstellung der Zu- und Abgänge der Forbearance-Maßnahmen
in TEUR 1.1.2021 Zugang Abgang 31.12.2021
Betrag Forbearance-
Maßnahmen
7.996 6.532 3.336 11.191
davon Non-Performing
Exposures
4.546 5.948 2.129 8.365
Aufteilung der Forbearance-Maßnahmen nach Segmenten
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Großkunden 79 84
Retail und Wohnbau 3.197 4.701
Sonstige 7.915 3.210
Gesamt 11.191 7.996
Aufteilung der Forbearance-Maßnahmen nach IFRS 7
in TEUR 31.12.2021 Sicher-
heiten
31.12.2020 Sicher-
heiten
nicht überfällig 10.410 7.228 7.080 4.961
überfällig 781 494 915 586
Gesamt 11.191 7.722 7.996 5.547
86
V. Anhang (Notes) Konzernabschluss
Die Tabelle zeigt die Fälligkeitsanalyse der nicht abgezinsten Cashflows für
finanzielle Verbindlichkeiten und Derivate inklusive Zinszahlungen sowie die
frühestmögliche Inanspruchnahme von Bürgschaften und Kreditzusagen.
Kündigungsmöglichkeiten sind mit dem frühestmöglichen Ausübungsdatum
enthalten.
Zusätzlich zur Liquiditätsablaufbilanz wird auch die Liquidity-Coverage-Ratio
als Indikator für die Überwachung der kurzfristigen Liquiditätssituation einge
-
setzt. Per 31. Dezember 2021 beträgt diese 196,8 % (2020: 165,7 %) und ist
dam
it deutlich höher als die für 2021 gesetzlich vorgegebene Mindestquote
von 100 %.
(68) Operationelles Risiko
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft definiert operatio-
nelle Risiken als die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unangemessenheit
o
der des Versagens von internen Verfahren und Systemen, Menschen oder
infolge externer Ereignisse eintreten können. Diese Definition schließt auch
das Rechtsrisiko ein.
Zur Ermittlung der Unterlegungskosten für operationelle Risiken in Säule 1
und auch Säule 2 verwendet die Oberösterreichische Landesbank Aktienge
-
sellschaft den Basisindikatoransatz.
Z
ur Identifikation von operationellen Risiken wird intern eine Schadensfall-
datenbank in der Organisationseinheit Risikomanagement geführt, in der
Schadensf
älle über einer Bagatellgrenze von EUR 100 aufgezeichnet werden.
Die Schadensfälle werden nach den im FMA/OeNB-Leitfaden „Management
des operationellen Risikos“ vorgeschlagenen Kriterien kategorisiert. Viertel-
jährlich wird über die Schadensfälle an den Vorstand berichtet. Werden dabei
Hä
ufungen von bestimmten Schadensfällen festgestellt, wird unter Berück-
sichtigung von organisatorischen Zuständigkeiten ein Prozess gestartet, um
a
ufgetretene Risiken zu reduzieren. Darüber hinaus verfügt die Bank über
Notfallkonzepte, um in Krisenfällen verschiedenster Art den Betrieb der Bank
aufrechterhalten zu können.
Transaktionen und Entscheidungen erfolgen ausschließlich unter Anwendung
des Vier-Augen-Prinzips. Die Bank legt großen Wert auf gut geschulte, verant
-
wortungsbewusste Mitarbeiter. Ein Internes Kontrollsystem, das mit Hilfe von
Abf
rage-Software, Risiko-Kontroll-Matrizen und Assessments Schadensfälle
verhindern soll, ist eingerichtet.
Das Rechtsrisiko wird durch sorgfältige Vertragsgestaltung bzw. -prüfung in
der hausinternen Rechtsabteilung sowie durch Einholung von Expertisen von
spezialisierten Anwälten oder sonstigen Gutachten minimiert. Im abgelaufenen
Geschäftsjahr ist die Anzahl der Schadensfälle als auch die Schadenshöhe
auf niedrigem Niveau konstant geblieben.
(67) Liquiditätsrisiko
Das Ziel der Liquiditätssteuerung ist die jederzeitige Sicherung der Zah-
lungsbereitschaft der Bank unter der Nebenbedingung, die Kosten für die
Liqu
iditätshaltung möglichst niedrig zu halten.
Auf Basis von Liquiditätsablaufbilanzen stellt die Organisationseinheit Risi-
komanagement den Liquiditätsstatus des Oberösterreichische Landesbank
Aktienge
sellschaft Konzerns fest. Die Steuerung der Liquidität erfolgt auf
Basis dieser Liquiditätsablaufbilanzen. Die Maßnahmen zur Steuerung sind
vor allem darauf ausgerichtet, die jederzeitige Zahlungsfähigkeit – auch in
Stresssituationen – sicherzustellen.
Für den laufenden Liquiditätsausgleich stehen ein Liquiditätspuffer sowie
ein hohes Sicherheitenpotenzial für Tendergeschäfte mit der EZB in Form
von Wertpapieren und Credit Claims zur Verfügung. Die Liquiditätssituation
des Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft Konzerns ist, ins
-
besondere aufgrund der vorhandenen Liquiditätsreserven sowie der stabilen
K
undeneinlagen, komfortabel.
Die im Bankwesengesetz (BWG) vorgesehenen Liquiditätsbestimmungen
wurden bei der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft zur
Gänze eingehalten.
Restlaufzeitenanalyse
31.12.2021
in TEUR
tägl. fällig
bis 1 Monat
über 1 Monat
bis 3 Monate
über 3 Monate
bis 1 Jahr
über 1 Jahr
bis 5 Jahre
über 5 Jahre Summe
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
*)
319.135 5.136 22.836 715.537 164.367 1.227.011
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 144.667 56.959 238.262 753.451 782.146 1.975.486
Verbriefte Verbindlichkeiten 25.347 112.029 238.607 2.141.945 1.976.556 4.494.484
Handelspassiva 8.502 3.741 24.002 111.920 116. 393 264.558
Gesamt 497.651 177.865 523.708 3.722.853 3.039.462 7.961.539
Eventualverbindlichkeiten 67.832
Kreditrisiken 801.598
31.12.2020
in TEUR
tägl. fällig
bis 1 Monat
über 1 Monat
bis 3 Monate
über 3 Monate
bis 1 Jahr
über 1 Jahr
bis 5 Jahre
über 5 Jahre Summe
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
*)
413.976 6.332 28.352 528.969 196.901 1.174.530
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 49.487 79.535 283.526 793.221 520.445 1.726.215
Verbriefte Verbindlichkeiten 42.090 104.505 198.668 2.102.019 1.883.536 4.330.818
Handelspassiva 340 4.258 4.600 28.218 158.979 196.395
Gesamt 505.894 194.631 515.146 3.452.427 2.759.860 7.427.958
Eventualverbindlichkeiten 82.013
Kreditrisiken 617.869
*)
Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind Cash-Collateraleinlagen für Derivate in Höhe von TEUR 312.924 (2020: TEUR 407.619) im Laufzeitband „tägl. fällig bis 1 Monat“
enthalten. Die Rückzahlung dieser Verbindlichkeiten ist jedoch abhängig von Marktzinsänderungen.
87
Konzernabschluss VI. Organe
VI. Organe
Aufsichtsrat
Vorsitzender: Mag. Othmar Nagl
(Generaldirektor OÖ Versicherung AG)
Stellvertretende Vorsitzende: Dr. Heinrich Schaller
(Generaldirektor Raiffeisenlandesbank OÖ AG)
Mag. Dr. Peter Baier
(Unternehmensberater)
Mitglieder: Ing. Volkmar Angermeier
(Präsident des Aufsichtsrates Raiffeisenlandesbank OÖ AG)
Mag.
a
Jasmine Chansri bis 26.4.2021
(Geschäftsführung Volkshilfe Oberösterreich)
Mag.
a
Dr.
in
Miriam Eder, MBA ab 26.4.2021
(Leitung STST Controlling, Revision & Compliance BBRZ-Gruppe)
Mag. Klaus Fürlinger
(Nationalratsabgeordneter, Rechtsanwalt)
Dr. Michael Glaser
(Vorstandsdirektor Raiffeisenlandesbank OÖ AG)
Mag.
a
Dr.
in
Elisabeth Kölblinger
(Steuerberaterin)
Mag. Reinhard Schwendtbauer
(Vorstandsdirektor Raiffeisenlandesbank OÖ AG)
Mag. Dr. Michael Tissot
(Steuerberater)
Vom Betriebsrat entsandt: Kurt Dobersberger
(Betriebsrats-Vorsitzender der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft)
Andrea Koppe B.A., MBA
(Betriebsrats-Vorsitzender-Stellvertreterin der Oberösterreichische Landesbank
Aktiengesellschaft)
Sabine Füreder
Mag.
a
Silvia Häusler
Roland Raab
Aufsichtskommissär des Mag. Thomas Stelzer
Landes Oberösterreich: (Landeshauptmann des Landes Oberösterreich)
Aufsichtskommissär-Stellvertreterin Mag.
a
Dr.
in
Christiane Frauscher, LL.B., MBA
des Landes Oberösterreich: (Landesfinanzdirektorin des Landes Oberösterreich)
Staatskommissär: Hans-Georg Kramer, MBA, CFP
(Bundesministerium für Finanzen)
Staatskommissär-Stellvertreterin: Mag.
a
Sigrid Part
(Bundesministerium für Finanzen)
Vorstand
Vorsitzender: Generaldirektor Mag. Klaus Kumpfmüller
Mitglied des Vorstandes: Vorstandsdirektor Mag. Thomas Wolfsgruber
Treuhänder
Treuhänder: Mag. Wolfgang Claus
(Bundesministerium für Finanzen)
Treuhänder-Stellvertreterin: Mag.
a
Katharina Lehmayer
(Präsidentin des Oberlandesgerichtes)
88
VII. Anteilsbesitz Konzernabschluss
VII. Anteilsbesitz
a) Vollkonsolidierte Unternehmen
Gesellschaft Eigener Anteil
*)
Bilanzstichtag
2021 2020
Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft, Linz Konzernmutter 31.12.
OÖ Hypo Leasinggesellschaft m.b.H., Linz 100 % 100 % 30.9.
OÖ Hypo Facility Management GmbH, Linz 100 % 100 % 30.9.
Hypo Immobilien Anlagen GmbH, Linz 100 % 100 % 30.9.
*)
Stimmrechtsanteil = Kapitalanteil
b) Unternehmen, die nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen wurden
Gesellschaft Eigener Anteil
*)
Bilanzstichtag
2021 2020
Beteiligungs- und Immobilien GmbH, Linz 25 % 25 % 30.9.
Beteiligungs- und Wohnungsanlagen GmbH, Linz 25 % 25 % 30.9.
*)
Stimmrechtsanteil = Kapitalanteil
c) Unternehmen mit einem Anteilsbesitz von mindestens 20 %, die nicht in den Konzernabschluss einbezogen wurden
Gesellschaft
in TEUR
Eigener Anteil
*)
Vermö-
genswerte
Schulden Erlöse Jahres-
ergebnis
Bilanz Bilanz-
stichtag
2021 2020
I&B Immobilien und Bewertungs GmbH,
Linz
100,0 % 100,0 % 172 3 234 30 2021 30.9.
Betriebsliegenschaft Eferding 4070 GmbH,
Linz
100,0 % 100,0 % 11.0 38 10.859 443 37 2021 30.9.
HYPO-IMPULS Immobilien GmbH, Linz 49,0 % 49,0 % 28.088 23.061 2.969 555 2020 31.12.
O.Ö. Leasing für öffentliche Bauten
Gesellschaft m.b.H. in Liqu., Linz
33,3 % 33,3 % 66 3 195 –7 2020 31.12.
GEMDAT OÖ GmbH & Co KG, Linz 33,3 % 33,3 % 17.445 6.506 17.856 3.241 2020 31.12.
GEMDAT OÖ GmbH, Linz 30,0 % 30,0 % 667 398 775 32 2020 31.12.
Raiffeisen OÖ Invest GmbH, Linz
**)
30,0 % 30,0 % 39 2 11 2 2021 30.9.
KEPLER-FONDS
Kapitalanlagegesellschaft m.b.H., Linz
26,0 % 26,0 % 34.044 24.818 22.820 2.493 2020 31.12.
O.Ö. Kommunalgebäude-Leasing
Gesellschaft m.b.H., Linz
20,0 % 20,0 % 20.109 19.904 1.310 608 2020 31.12.
O.Ö. Kommunal-Immobilienleasing GmbH,
Linz
20,0 % 20,0 % 20.184 20.453 5.585 87 2020 31.12.
*)
Stimmrechtsanteil = Kapitalanteil
**)
Der Firmenwortlaut wurde im Geschäftsjahr 2020 von OÖ Beteiligungsgesellschaft mbH auf Raiffeisen OÖ Invest GmbH geändert.
89
Konzernabschluss VIII. Schlusssbemerkung des Vorstandes
Der Vorstand der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft erklärt, dass
• der vorliegende Konzernjahresabschluss in Übereinstimmung mit den vom International
Accounting Standards Board (IASB) veröffentlichten und in Kraft befindlichen International
Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und deren Ausle
-
gung durch das International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) erstellt
w
orden ist und ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des
Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft Konzerns vermittelt.
• der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des
Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft Konzerns so darstellt, dass ein mög
-
lichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht und die wesentlichen
Risik
en und Ungewissheiten, denen er ausgesetzt ist, beschreibt.
Linz, am 5. April 2022
Vorstandsvorsitzender
Generaldirektor Mag. Klaus Kumpfmüller
(Ärzte, Freie Berufe und Private Banking; Asset- und Liabilitymanagement/Treasury; Filialvertrieb; Großkunden-
betreuung; Marketing; Personal; Veranlagung; Vertriebsunterstützung)
Vorstandsmitglied
Vorstandsdirektor Mag. Thomas Wolfsgruber
(Controlling; Finanzierung; Informationstechnologie/Facilitymanagement; Interne Revision; Recht und Unter-
nehmensentwicklung; Rechnungswesen; Risikomanagement; Tochtergesellschaften)
VIII. Schlussbemerkung des Vorstandes
(Bilanzeid)
(Verantwortlichkeitserklärung gemäß § 124 Abs. 1 Z 3 BörseG)
90
IX. Bericht des Aufsichtsrates Konzernabschluss
Das Jahr 2021 war auf vielen Ebenen ein sehr erfolgreiches Jahr für die HYPO Oberösterreich.
Mit der vom Vorstand mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erarbeiteten und vom Auf-
sichtsrat beschlossenen HYPO Mehr-Wert-Strategie wurden die Weichen für die erfolgreiche
E
ntwicklung gestellt. Zahlreiche Initiativen wurden quer über alle Abteilungen hinweg gestartet
und viele davon auch schon umgesetzt. Die ersten Früchte daraus sehen wir bereits in einer
sehr erfreulichen Geschäftsentwicklung. Dank dieser imponierenden Teamleistung konnten
auch die pandemiebedingt schwierigen Rahmenbedingungen ausgezeichnet gemeistert
werden.
Der Aufsichtsrat der HYPO Oberösterreich hat im Geschäftsjahr 2021 die ihm nach Gesetz
und Satzung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Der Vorstand hat über die Lage und Ent
-
wicklung der Bank und des Konzerns regelmäßig und in umfassender Art und Weise berichtet.
D
er Aufsichtsrat hat in der am 25. April 2022 abgehaltenen Sitzung den Jahresabschluss und
den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 den Lagebericht sowie den Konzernlagebe-
richt für das Geschäftsjahr 2021 geprüft.
D
er vom Vorstand erstellte Jahresabschluss wurde vom Aufsichtsrat gemäß § 96 Abs. 4
des Aktiengesetzes gebilligt. Dem Vorschlag des Vorstandes über die Gewinnverwendung
wurde gefolgt.
Gerade in einem herausfordernden dynamischen Umfeld ist die geleistete Arbeit von beson
-
derer Bedeutung. Dank dafür gilt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Linz
, im April 2022
Der Vorsitzende des Aufsichtsrates
Mag. Othmar Nagl
IX. Bericht des Aufsichtsrates
91
Konzernabschluss X. Bericht des unabhängigen Abschlussprüfers
Bericht zum Konzernabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Konzernabschluss der Oberösterreichische Landesbank
Aktiengesellschaft, Linz, und ihrer Tochtergesellschaften („der Konzern“),
bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzerner-
folgsrechnung, der Entwicklung des Konzerneigenkapitals und der Konzern-
kapitalflussrechnung und für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr
und
dem Konzernanhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen
Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und
Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie der Ertragslage
und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende
Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting
Standards (IFRS).
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den österreichi-
schen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese
Grunds
ätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing
(ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards
sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung
des Konzernabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend be
-
schrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den
ö
sterreichischen unternehmens-, bank- und berufsrechtlichen Vorschriften
und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung
mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns
erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum dieses Bestätigungsvermerkes
ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil
zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach
unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung
des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte
wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses
als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt
und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Werthaltigkeit von Forderungen an Kunden
Das Risiko für den Abschluss
Die Forderungen an Kunden, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilan-
ziert sind, umfassen in der Bilanz einen Betrag in Höhe von TEUR 5.321.254.
Für
diese Forderungen wurde eine Risikovorsorge in Höhe von TEUR 12.668
gebildet.
Der Vorstand der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft erläu
-
tert die Vorgehensweise bei der Ermittlung der Risikovorsorgen in den Notes
zum
Konzernabschluss im Abschnitt Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
(siehe Unterabschnitt „Schätzungen, Ermessensentscheidungen und Beur-
teilung des Managements“und „Risikovorsorgen“).
X. Bericht des unabhängigen Abschlussprüfers
Bestätigungsvermerk
Einzelwertberichtigungen werden für Kredite gebildet, bei denen ein Aus-
fallsereignis identifiziert wurde (Stufe 3 – Risikovorsorge). Die Ermittlung
der Hö
he der Einzelwertberichtigung für signifikante Kreditnehmer mit Aus-
fallsereignis unterliegen wesentlichen Annahmen und Schätzungen. Diese er-
geben sich durch die wirtschaftliche Lage und Entwicklung des Kreditnehmers
s
owie durch die Bewertung von Kreditsicherheiten, da diese Auswirkungen
auf die Höhe und den Zeitpunkt der erwarteten zukünftigen Cashflows mit
sich bringen. Pauschale Einzelwertberichtigungen, die für nicht signifikante
ausgefallene Kreditnehmer gebildet werden, basieren auf Modellen und
statistischen Parametern.
Nicht ausgefallene Kredite sind der Stufe 1 – Bildung einer Portfoliowert
-
berichtigung in Höhe des erwarteten 12-Monats-Kreditverlustes – oder bei
einer signifik
anten Erhöhung des Kreditrisikos der Stufe 2 – Bildung einer
Portfoliowertberichtigung in Höhe des über die (gesamte) Laufzeit erwarteten
Kreditverlustes – zuzuordnen. Diese nach statistischen Methoden gebildete
Vorsorgen basieren auf Modellen und statistischen Parametern und beinhalten
daher Ermessensentscheidungen und Schätzunsicherheiten, die durch die
COVID-19-Pandemie beeinflusst sind.
Das Risiko für den Abschluss liegt darin, dass der Ermittlung der Risikovorsor
-
gen in bedeutendem Ausmaß Schätzungen und Annahmen zugrunde liegen.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Bei der Prüfung der Werthaltigkeit von Forderungen an Kunden haben wir
folgende wesentliche Prüfungshandlungen durchgeführt:
• Wir haben die Prozesse im Kreditrisikomanagement erhoben und beurteilt,
ob diese geeignet sind, Kreditausfälle rechtzeitig zu identifizieren und Vor
-
sorgen in angemessener Höhe zu bilden. Wir haben ausgewählte Schlüs-
selkontrollen auf ihre Ausgestaltung und Umsetzung sowie in Stichproben
a
uf ihre Wirksamkeit hin getestet.
• Anhand von Einzelfällen an Krediten an Kunden haben wir überprüft, ob
das Rating entsprechend den internen Richtlinien erfolgte und ob Aus
-
fallsereignisse zeitgerecht erkannt wurden. Die Auswahl dieser Testfälle
er
folgte hierbei risikobasiert unter besonderer Gewichtung der Ratingstufen
mit höherem Ausfallsrisiko sowie der Branchen, die erwartungsgemäß
stärker von der COVID-19-Krise betroffen sind. Bei festgestellten Ausfällen
wurden die getroffenen Einschätzungen des Managements hinsichtlich der
zukünftigen Zahlungsströme und Annahmen – unter Berücksichtigung der
Nachweise zur wirtschaftlichen Lage und Entwicklung des Kreditnehmers
sowie der Bewertung der Kreditsicherheiten – auf ihre Angemessenheit hin
geprüft.
• Wir haben im Bereich der pauschalen Einzelwertberichtigungen die ange
-
wendeten Berechnungsmodelle unter Einsatz von internen Spezialisten
dah
ingehend beurteilt, ob diese geeignet sind, den Risikovorsorgebedarf
in angemessener Art und Weise zu ermitteln. Die rechnerische Richtigkeit
der Vorsorgen haben wir in Testfällen nachvollzogen.
• Bei den Portfoliowertberichtigungen haben wir die angewendeten Be
-
rechnungsmodelle einschließlich der verwendeten Inputparameter und
Stuf
enzuordnungen sowie makroökonomischen Prognosen unter Einsatz
von internen Spezialisten dahingehend beurteilt, ob diese geeignet sind,
den Risikovorsorgebedarf in angemessener Art und Weise zu ermitteln. Wir
haben die Herleitung und Begründung des kollektiven Stufentransfers, sowie
die zugrundeliegenden Annahmen in Hinblick auf deren Angemessenheit
beurteilt. Weiters haben wir interne Spezialisten einbezogen.
92
X. Bericht des unabhängigen Abschlussprüfers Konzernabschluss
Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle
Verbindlichkeiten (Level 3)
Das Risiko für den Abschluss
Der Konzern bilanziert erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle
Verbindlichkeiten mit einem Betrag von TEUR 1.941.435 (davon Level 3 TEUR
1.867.597).
Der Vorstand der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft be
-
schreibt die Vorgehensweise bei der Kategorisierung von Finanzinstrumenten
und b
ei der Ermittlung von beizulegenden Zeitwerten von Finanzinstrumenten
in den Notes zum Konzernabschluss in Abschnitt Bilanzierungs- und Bewer-
tungsmethoden (siehe Unterabschnitt „Finanzinstrumente“).
Das Risik
o für den Abschluss besteht darin, dass die Bewertung von zum
Fair Value bilanzierten Verbindlichkeiten anhand von am Markt nicht beob
-
achtbaren Bewertungsparametern (Level 3-Kategorie) auf Grund der starken
Abhängigk
eit von Bewertungsmodellen und Parameterschätzungen in einem
hohen Ausmaß ermessensbehaftet ist.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Bei der Prüfung der erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle
Verbindlichkeiten (Level 3) haben wir folgende wesentliche Prüfungshand
-
lungen durchgeführt:
•
Wir haben den Prozess erhoben und beurteilt, ob dieser geeignet ist, den
beizulegenden Zeitwert korrekt zu ermitteln. Die Schlüsselkontrollen haben
wir hinsichtlich ihrer Ausgestaltung und Umsetzung und in Stichproben auf
Effektivität getestet.
• Wir haben in Testfällen überprüft, ob die Kategorisierung (Level-Zuordnung)
der finanziellen Verbindlichkeiten angemessen vorgenommen wurde.
• Als Teil des Prüfungsteams haben wir bei der Prüfung der zum Fair Value
bewerteten und bilanzierten Verbindlichkeiten (Level 3) Bewertungsspezi
-
alisten eingesetzt, welche die Bewertungsmodelle und die von der Bank
ge
troffenen Annahmen sowie die wesentlichen Parameter hinsichtlich
Marktkonformität und Angemessenheit beurteilt haben. Zudem wurden
die Fair Values in Testfällen nachgerechnet.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich.
Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbe-
richt, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und
den
Bestätigungsvermerk.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese
sonstigen Informationen, und wir geben keine Art der Zusicherung darauf.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir
die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu
würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum
Konzernabschluss oder unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kennt
-
nissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
F
alls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum des Bestä-
tigungsvermerks des Abschlussprüfers erlangten sonstigen Informationen
dur
chgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche
Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet,
über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang
nichts zu berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des
Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Kon-
zernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS
ein mö
glichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des
Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für
die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung
eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen
Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter
dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unterneh
-
menstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortfüh-
rung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür,
d
en Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit
anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder
den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder
haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rech
-
nungslegungsprozesses des Konzerns.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des
Konzernabschlusses
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Kon-
zernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen
a
ufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestäti-
gungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende
Sicherheit ist ein hohe
s Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine
in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer
Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Ab
-
schlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt,
st
ets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder
Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen
einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die
auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen
Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den österreichischen
Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der
ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtge
-
mäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
• Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstel
-
lungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss,
planen Prüfungshandlungen als R
eaktion auf diese Risiken, führen sie durch
und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um
als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus do
-
losen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht
a
ufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose
Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte
Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen
interner Kontrollen beinhalten können.
• Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten
internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den
gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein
Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesell
-
schaft abzugeben.
93
Konzernabschluss X. Bericht des unabhängigen Abschlussprüfers
• Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern
angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der
von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der
Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
• Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung
des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmen
-
stätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der
erlangt
en Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zu-
sammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche
Zw
eifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmen-
stätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass
eine w
esentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem
Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss
aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind,
unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerun
-
gen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks
erlangt
en Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten
können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unter-
nehmenstätigkeit zur Folge haben.
•
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des
Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernab
-
schluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer
W
eise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
• Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finan
-
zinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des
K
onzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir
sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der
Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser
Prüfungsurteil.
• Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den ge
-
planten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung
s
owie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger
bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer
Abschlussprüfung erkennen, aus.
• Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir
die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit
eingehalten haben und uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen
Sachverhalte austauschen, von denen vernünftigerweise angenommen
werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern ein
-
schlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
•
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungs-
ausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeut-
samsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres
w
aren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir
beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei
denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche
Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fäl
-
len, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt
w
erden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen
Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse
übersteigen würden.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche
Anforderungen
Bericht zum Konzernlagebericht
Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmens-
rechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss
in E
inklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen
aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Kon
-
zernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unterneh-
mensrechtlichen Vorschriften.
Wir h
aben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen
zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden
rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach § 243a UGB
zutreffenden Angaben, und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Er-
kenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein
Um
feld haben wir keine wesentlichen fehlerhaften Angaben im Konzernla-
gebericht festgestellt.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist
Herr Mag. Christian Grinschgl.
Linz, 5. April 2022
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
qualifiziert elektronisch signiert:
Mag. Christian Grinschgl
Wirtschaftsprüfer
94
Business performance and financial position Annual Information
Business performance and
financial position
Excellent 2021 financial year
HYPO Oberösterreich can look back on
an exceptionally successful 2021 finan-
cial year. Consistent and proactive focus
on t
he core aspects as defined in the
HYPO Value Added Strategy 2025, viz.
"Growth & Profitability", "Sustainability",
"Digitisation", "Customer Orientation,
Responsibility & Engagement", led to
this excellent result. Annual result before
taxes tripled within the year, increasing to
EUR 32.5 million (2020: EUR 10.8 million).
Total assets increased by 4.3 percent to
EUR 8,158.5 million (2020: EUR 7,825.1
million). The main reasons for this excel
-
lent development included significantly
incr
eased volume of financing across all
customer segments, very good securities
business, consistently excellent risk situ
-
ation and the positive valuation effects in
the
trading result.
Growth in loans, deposits and
issuances
Volume of financing continued increas-
ing at its high level. Loans and advances
t
o customers increased by 2.5 percent to
EUR 5,598.6 million (2020: EUR 5,459.7
million). HYPO Oberösterreich continued
to strengthen its position as the primary
housing construction bank in this state.
Segment assets in customer segment
institutional and corporate customers
increased at its high level, by 5.4 percent
to EUR 2,908.2 million (2020: EUR 2,759.0
million). The volume of new financing in
private housing construction for the first
time exceeded EUR 200 million. This
represents an increase of almost 22 per
-
cent on 2020. Annual new private hous-
ing construction volumes thus more than
trip
led between 2013 and 2021.
The low risk in the loan book when
compared to Austria in general remains
remarkable. The level of risk provisions
as of the balance sheet date is only EUR
14.1 million (2020: EUR 13.8 million).
The impaired loans ratio (in relation to
receivables from customers) of only 0.25
percent (2020: 0.25 percent) remains
unsurpassed among Austria’s universal
banks. The value of the important NPL
ratio (non-performing loans) is also excel
-
lent. This ratio was only 0.35 percent as
a
t the end of 2021 (2020: 0.41 percent).
The volume of securities issued
increased by 2.1 percent to EUR 4,242.8
million (2020: EUR 4,157.5 million). The
main reason for this was the first-time
placement of a EUR 250 million mort
-
gage-backed green bond on the inter-
national capital market. The demand for
this
bond, with its seven-year term, was
high. Issuance was significantly oversub
-
scribed. Issuance of convertible housing
b
onds (housing loans) was also highly
satisfactory. A volume of more than EUR
40 million was here issued in 2021. This
makes HYPO Oberösterreich number
one in this sector of the Austrian banking
market.
HYPO Oberösterreich achieved growth
in customer deposits as well. Savings
and current account deposits rose by
twelve percent to a new record level of
EUR 1,945.2 million (2020: EUR 1,737.2
million). The bank thus continues to
boast excellent liquidity resources, avail
-
able for future growth.
Strong results in net interest
and commissions
The net interest income increased by
around eight percent to EUR 61.3 mil-
lion (2020: EUR 56.7 million). About one
thir
d of the increase is due to expansion
of business, whilst the remaining two
thirds are attributable to special interest
earned from the TLTRO. Compared to
2020, credit risk provisioning was signifi
-
cantly reduced. Its contribution of EUR
3.1
million to earnings was negative in
2021 (2020: EUR -5.6 million). The net
interest income after risk provisions thus
increased by almost 14 percent to EUR
58.1 million (2020: EUR 51.1 million).
The companies accounted for at equity
(Beteiligungs- und Wohnungsanlagen
GmbH and Beteiligungs- und Immobilien
GmbH) likewise made a positive contri
-
bution of EUR 6.1 million in 2021 to earn-
ings (2020: EUR 6.2 million).
95
Annual Information Business performance and financial position
The Bank's commission business, and
especially the securities business, deliv-
ered outstanding results in 2021. This
bus
iness area delivered an increase of
32.0 percent compared to 2020. The
volume of securities accounts the Bank
manages for its clients increased to EUR
1,548.6 million (2020: EUR 1,466.8 mil
-
lion). Net income on fees and commis-
sions increased by almost 17 percent to
E
UR 17.0 million (2020: EUR 14.6 million).
Positive valuation effects relating to
interest rate hedging transactions for
fixed interest rate positions as well as
to own issues increased the result from
trading to EUR 9.9 million (2020: EUR -5.5
million). The result from financial invest
-
ments deteriorated slightly to EUR -0.17
millio
n (2020: EUR 0.16 million).
Administrative expenses increased by
4.1 percent to EUR 57.6 million (2020:
EUR 55.3 million). Personnel expenses,
cost of materials and increased deprecia
-
tion were responsible for the increases.
Othe
r operating expenses increased to
EUR -7.6 million (2020: EUR -6.1 million)
caused by the significantly higher cost
of statutory contributions to the deposit
guarantee schemes and resolution fund.
This additional expense was partially
offset by increased other operating
income.
HYPO Oberösterreich's cost-income ratio
(CIR) improved significantly to 61.8 per
-
cent in 2021 (2020: 77.1 percent). This
is f
ound by dividing the administrative
expenses by the total income, including
other operating results.
This resulted in an annual result before
tax of EUR 32.5 million (2020: EUR 10.8
million). The result after tax increased to
EUR 27.5 million (2020: EUR 9.3 million).
The return on equity (ROE) thus
improved to 6.8 percent in 2021 (2020:
2.3 percent). This is found by dividing the
result before tax by the average equity.
In the statement of comprehensive
income, the other comprehensive
income was affected primarily by val
-
uation of the shareholdings in public
limit
ed companies. These must each be
valued in the balance sheet at market
value (e.g. share price) at year-end. HYPO
Oberösterreich has indirect stakes of
one percent in voestalpine AG and 0.5
percent in Austria Metall AG and Energie
AG Oberösterreich. This has resulted in
a positive contribution to the other com
-
prehensive income of EUR 8.2 million in
2021
(2020: EUR 8.6 million). Contrasting
with this, the interest rate increase at the
end of 2021 devalued bonds in the own
securities portfolio of EUR 6.7 million and
the improvement of the own credit rating
in all issuing categories led to a EUR 6.7
million valuation loss.
The total comprehensive income for
2021 thus amounted to EUR 25.3 million
(2020: EUR 15.3 million).
Own equity
Taking into account regulatory deduc-
tions, regulatory equity increased to EUR
542.
7 million (2020: EUR 515.4 million).
The increase is basically due to the good
operating result. The major part after
deduction of the distribution was allo
-
cated to retained earnings to strengthen
e
quity.
The prescribed growth rate in asset-side
customer business in turn increased the
total risk amount to EUR 3,348.0 million
(2020: EUR 3,104.4 million). A total capital
ratio of 16.2 percent (2020: 16.6 percent)
was, however, nevertheless achieved.
A similar picture emerges at the indi
-
vidual level of the institute. Eligible
o
wn funds could, on the one hand, be
increased to EUR 440.1 million (2020:
EUR 424.7 million) by allocation to
retained earnings. On the other hand,
however, the increase of regulatory
assets to EUR 3,096.6 million (2020: EUR
2,871.9 million) correspondingly reduced
the total capital ratio to 14.2 percent
(2020: 14.8 percent).
HYPO Oberösterreich, as at 31 Decem
-
ber 2021, has an MREL (Minimum
R
equirement for Own Funds and Eligible
Liabilities) surplus (TREA) of EUR 1,596.5
million (2020: EUR 1,689.2 million) with
an MREL target (TREA) of EUR 560.6
million (2020: EUR 607.6 million).
96
Business performance and financial position Annual Information
I. Income Statement
in TEUR Notes 2021 2020
Ia. Interest income using the effective interest method 75,578 67,109
Ib. Other interest income, interest-similar income and current income 20,180 16,985
II. Interest and similar expense –34,464 –27,397
A. Net interest income 20 61,294 56,697
III. Credit risk provisions 21 –3,145 –5,575
B. Net interest income after risk provisions 58,149 51,122
IV. Income accounted for at equity 6,105 6,233
V. Fee and commission income 22 26 ,311 22,264
VI. Fee and commission expenses 22 –9,318 –7,686
VII-VIII. Result from trading 23 9,865 –5,460
IX. Result from financial investments 24 –166 156
X. Administrative expenses 25 –57,607 –55,334
XIa. Other operating income 26 8,288 7,260
XIb. Other operating expenses 26 –7,641 –6,088
XIc. Other taxes 26 –1,480 –1,618
C. Result before tax 32,505 10,848
XII. Taxes on income 27 –5,020 –1,513
D. Result after tax 27,486 9,335
Statement of Comprehensive Income
in TEUR 2021 2020
Result after tax 27,486 9,335
Other comprehensive income:
Items that will not be reclassified to profit or loss:
Remeasurements (Gains/Losses)
*)
1,640 –385
Solvency-based changes to liabilities assessed at fair value –6,737 –3,204
Changes to fair values in FVOCI asset instruments 8,189 8,568
Deferred tax on items accounted directly in equity
**)
–74 –1,405
Items that may be reclassified to profit or loss:
Changes to fair values in FVOCI debt instruments
***)
–6,723 2,965
Deferred tax on items accounted directly in equity 1,483 –555
Other comprehensive income –2,222 5,985
Total comprehensive income 25,264 15,320
*)
from at equity investments 35 –158
**)
from at equity investments –9 39
***)
No (2020: no) amounts were in this respect reclassified to profit and loss (recycling).
97
Annual Information Business performance and financial position
II. Balance Sheet
Assets in TEUR Notes 31.12.2021 31.12.2020
1. Cash and balances with central banks 28, 35 772,016 451,528
2. Loans and advances to credit institutions 29, 35 166,926 176,859
3. Loans and advances to customers 30, 35 5,598,644 5,459,746
4. Trading assets 31 740,524 886,281
5. Financial investments 32, 35 725,049 706,396
6. Investments in companies accounted for at equity 32 66,051 54,042
7. Investment property 33 72,394 73,710
8. Intangible assets 33 984 568
9. Tangible assets 33 10,770 12,422
10. Other assets 34 5,130 3,554
Total assets 8,158,488 7,825,106
Liabilities in TEUR Notes 31.12.2021 31.12.2020
1. Liabilities to credit institutions 36 1,235,602 1,194,777
2. Liabilities to customers 37 1,945,245 1,737,232
3. Liabilities evidenced by certificates 38 4,242,843 4,157,459
4. Trading liabilities 39 80,714 111, 597
5. Provisions 40 36,670 37,386
6. Other liabilities 41 45,194 42,011
7.1 Current tax liabilities 41 2,957 1,249
7.2 Deferred tax liabilities 42 14,902 16,477
8. Subordinated capital 43 62,361 57,243
9. Equity 44 492,001 469,675
Total liabilities 8,158,488 7,825,106
III. Consolidated Statement of Changes in Equity
in TEUR Issued capital Additional
paid-in capital
Retained
earnings
OCI reserve Total equity
IAS 19
reserve
Other OCI
reserve
Equity as of 1 January 2021 14,564 30,739 427,325 –4,716 1,764 469,675
Purchase/sale of treasury shares 0
*)
16 16
Dividends paid –2,955 –2,955
Result after tax 27,486 27,486
Other comprehensive income 1,230 –3,452 –2,221
Total comprehensive
income for the year
27,486 1,230 –3,452 25,264
Equity as of 31 December 2021 14,564 30,739 451,871 –3,486 –1,688 492,001
*)
Value < TEUR 1
in TEUR Issued capital Additional
paid-in capital
Retained
earnings
OCI reserve Total equity
IAS 19
reserve
Other OCI
reserve
Equity as of 1 January 2020 14,566 30,739 418,069 –4,428 –4,515 454,432
Purchase/sale of treasury shares –2 –74 –76
Result after tax 9,335 9,335
Other comprehensive income –5 –289 6,279 5,985
Total comprehensive
income for the year
9,330 –289 6,279 15,320
Equity as of 31 December 2020 14,564 30,739 427,325 –4,716 1,764 469,675
98
Outlook Annual Information
Awareness.
With our competencies
we promote regional
projects and innovations.
We create more
The design of
future-oriented
products and
services determines
our thinking and
actions in the
present.
99
potentials. The development of our sus-
tainable hypo_blue product range will be
c
onsistently continued this year.
We will continue to pursue this path
of mutual trust. We intend to continue
expanding our market leadership and our
excellent market position in the defined
target groups – in housing construction
and among institutional customers,
SMEs, doctors, freelancers and private
clients.
We are convinced that HYPO Oberös
-
terreich is well positioned as a strong
r
egional bank and that its successful
development and expansion of business
will continue, despite all existing chal
-
lenges.
Linz
, dated 5 April 2022
Management Board of HYPO
Oberösterreich
Klaus Kumpfmüller
Thomas Wolfsgruber
Annual Information Outlook
Outlook
The war in Europe, resultant increase
in geopolitical tension between world
powers, exploding energy prices,
increased inflation and a still unresolved
Covid-19 pandemic also portend a sig
-
nificant reduction in forecasted global
e
conomic growth.
The European Central Bank (ECB) will
thus need to shape its monetary policy
to contain inflation but also to continue
supporting companies and member
states by means of appropriate liquidity.
It may therefore be assumed that interest
rates in Europe will not rise sooner than
the end of 2022.
HYPO Oberösterreich, despite all the
above risks, remains fundamentally
positive about the 2022 financial year,
especially considering the fact that no
direct business connections exist to the
Russian market or to Russian compa
-
nies. Even the so-called "second-round
eff
ects" are considered quite manage-
able.
W
e, as the bank for the state of Upper
Austria, have a close relationship with
the economy and people of our federal
state. The strong focus on our home
market and consistent implementation of
the HYPO Added Value strategy are our
basis for successful business develop
-
ment. We consider our strategic focus on
sus
tainability not only socially responsi-
ble, but we also see in it great business
The
economic outlook for 2022 would
have been quite positive, both glob-
ally and nationally. The Russian war of
agg
ression against Ukraine, however,
constitutes both a humanitarian catastro
-
phe and a dramatic change in the global
e
conomic situation.
Although the far-reaching economic
sanctions imposed against Russia will
affect the aggressor primarily, they will
also have a general economic impact
that the Austrian economy cannot hope
to escape. Inflation will also continue to
rise as a result of this crisis. Driven pri
-
marily by galloping energy prices.
The
Economic Research Institute (Wifo)
and the Institute for Advanced Studies
(IHS) have therefore in their current end
of March 2022 forecast significantly
revised the economic outlook for Austria
downwards. Economic growth of only 3.9
percent (Wifo) and 3.6 percent (IHS) is
now expected for this year. The forecast
at the beginning of 2022 was for just over
five percent. Both the Wifo and the IHS
emphasised that annual 2022 growth
was still based on excellent first quarter
developments. The institutes, however,
expect a significant decline for the rest of
the year, possibly even a recession in the
industrial sector.
With individual concepts and a wide range
of services we accompany our customers
in achieving their financial goals.
100
Kennzahlenüberblick Jahresabschluss
Jahres-
abschluss
nach unternehmensrechtlichen Vorschriften
Bilanzsumme
7.721
Millionen Euro
2020: 7.230 Mio. Euro
Forderungen an
Kunden
5.733
Millionen Euro
2020: 5.590 Mio. Euro
Verbriefte
Verbindlichkeiten
4.009
Millionen Euro
2020: 3.799 Mio. Euro
Verbindlichkeiten
gegenüber Kunden
1.946
Millionen Euro
2020: 1.735 Mio. Euro
Kennzahlen-
überblick
101
Jahresabschluss Kennzahlenüberblick
ROE
6,6
Prozent
2020: 2,5 Prozent
EGT
25,3
Millionen Euro
2020: 9,2 Mio. Euro
Provisions ergebnis
19,2
Millionen Euro
2020: 17,0 Mio. Euro
Betriebsergebnis
30,9
Millionen Euro
2020: 14,8 Mio. Euro
CIR
65,3
Prozent
2020: 79,4 Prozent
Kernkapitalquote
12,0
Prozent
2020: 12,4 Prozent
102
Lagebericht Jahresabschluss
Lagebericht
1. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche
Lage
Starkes Zins- und Provisionsergebnis
Der Nettozinsertrag erhöhte sich aufgrund der Geschäftsausweitung sowie
der Sonderverzinsung aus dem TLTRO auf 53,0 Millionen Euro (2020: 48,9
Millionen Euro). Die Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen stiegen
auf 10,6 Millionen Euro (2020: 9,0 Millionen Euro). Hauptverantwortlich dafür
war eine erhöhte Dividendenausschüttung aus der Beteiligung der Bank an
der voestalpine AG.
Herausragend war 2021 das Provisionsgeschäft der Bank, und hier insbe
-
sondere das Wertpapiergeschäft. In diesem Geschäftsfeld gab es eine Stei-
gerung von 32,0 Prozent im Vergleich zum Jahr 2020. Das von der Bank für
ihr
e Kund*innen verwaltete Depotvolumen konnte auf 1.548,6 Millionen Euro
(2020: 1.466,8 Millionen Euro) gesteigert werden. Aber auch im Kreditgeschäft
und im Zahlungsverkehr wurden Zuwächse erzielt. Das Provisionsergebnis
erhöhte sich insgesamt um fast 13 Prozent auf 19,2 Millionen Euro (2020:
17,0 Millionen Euro).
Das Ergebnis aus Finanzgeschäften drehte mit 6,1 Millionen Euro (2020: –3,3
Millionen Euro) deutlich ins Plus. Die Betriebserträge erhöhten sich damit um
23,8 Prozent auf 89,1 Millionen Euro (2020: 72,0 Millionen Euro).
Die Betriebsaufwendungen stiegen nur geringfügig auf 58,3 Millionen Euro
(2020: 57,1 Millionen Euro). Während der Personalaufwand aufgrund von
positiven Bewertungseffekten bei den Pensionsrückstellungen sogar zu
-
rückging, erhöhten sich der Sachaufwand sowie die sonstigen betrieblichen
A
ufwendungen. Dies deshalb, weil sich die Aufwendungen für die gesetzlich
vorgeschriebenen Beiträge zum Einlagensicherungs- und Abwicklungsfonds
erhöht haben. Insgesamt führte das zu einem deutlich verbesserten Betriebs
-
ergebnis in Höhe von 30,9 Millionen Euro (2020: 14,8 Millionen Euro).
Die Z
uführungen zu den Risikovorsorgen blieben 2021 auf dem Wert des
Vorjahres mit 4,1 Millionen Euro. Demgegenüber stieg der Aufwand aus
der Realisierung und Bewertung von Wertpapieren auf –2,3 Millionen Euro
(2020: 0,0 Millionen Euro). Allerdings erhöhte sich der Ergebnisbeitrag aus der
Realisierung und Bewertung von Beteiligungen auf 2,8 Millionen Euro (2020:
–0,6 Millionen Euro). Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stieg
damit auf 25,3 Millionen Euro (2020: 9,2 Millionen Euro). Der Jahresüberschuss
erhöhte sich auf 20,9 Millionen Euro (2020: 8,6 Millionen Euro).
Im Geschäftsjahr konnte eine Eigenkapitalrentabilität (ROE) von 6,6 Prozent
erzielt werden (2020: 2,5 Prozent), welche sich aus dem Quotienten aus dem
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und dem Eigenkapital zum
Stichtag berechnet.
Eigenmittelausstattung
Die Eigenmittel stellten sich gemäß Capital Requirements Regulation (CRR)
zum 31. Dezember 2021 wie folgt dar:
in Millionen Euro 31.12.2021 31.12.2020
Solvabilitäts-Bemessungsgrundlage 3.096,6 2.871,9
Eigenmittel SOLL (8 %) 247,7 229,8
hartes Kernkapital IST =
Kernkapital IST 372,5 357,2
harte Kernkapitalquote in % =
Kernkapitalquote in % 12,0 % 12,4 %
Ergänzende Eigenmittel IST 67,5 67,5
Ergänzende Eigenmittel in % 2,2 % 2,4 %
Gesamtkapital IST 440,1 424,7
Gesamtkapitalquote in % 14,2 % 14,8 %
Freie Eigenmittel 192,3 194,9
Nach Berücksichtigung der aufsichtsrechtlichen Abzugsposten konnten die
regulatorischen Eigenmittel auf 440,1 Millionen Euro (2020: 424,7 Millionen
Euro) gesteigert werden. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf das gute ope-
rative Ergebnis zurückzuführen. Nach Abzug der Ausschüttung, wurde der
üb
erwiegende Teil den Gewinnrücklagen zur Stärkung des Eigenkapitals
zugeführt.
Ausgezeichnetes Geschäftsjahr 2021
Die HYPO Oberösterreich blickt auf ein außergewöhnlich erfolgreiches Ge-
schäftsjahr 2021 zurück. Die konsequente und offensive Ausrichtung auf die
in der H
YPO Mehr-Wert-Strategie 2025 definierten Kernpositionierungen
„Wachs tum & Profitabilität“, „Nachhaltigkeit“, „Digi talisierung“, „Kunden-
orientierung, Verantwortung & Verbindlichkeit“ haben zu einem ausgezeich
-
neten Ergebnis geführt.
Das
Betriebsergebnis hat sich im Vergleich zum Vorjahr auf 30,9 Millionen
Euro (2020: 14,8 Millionen Euro) mehr als verdoppelt. Das Ergebnis der
gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stieg um 176 Prozent auf 25,3 Millionen
Euro (2020: 9,2 Millionen Euro). Die Bilanzsumme konnte um 6,8 Prozent auf
7.720,6 Millionen Euro (2020: 7.229,6 Millionen Euro) ausgeweitet werden.
Hauptverantwortlich für die ausgezeichnete Entwicklung war ein deutlich
gestiegenes Finanzierungsvolumen in allen Kundensegmenten, ein sehr
gutes Wertpapiergeschäft, sowie eine weiterhin ausgezeichnete Risikolage.
Wachstum bei Krediten, Einlagen und Emissionen
Das Finanzierungsvolumen konnte auf hohem Niveau weiter gesteigert wer-
den. Die Forderungen an Kunden erhöhten sich um 2,6 Prozent auf 5.732,5
Millio
nen Euro (2020: 5.590,0 Millionen Euro). Die HYPO Oberösterreich hat
dabei ihre Position als Wohnbaubank Nummer eins im Bundesland weiter
gefestigt. Im privaten, frei finanzierten Wohnbau wurde erstmals die Grenze
beim Finanzierungs-Neuvolumen von 200 Millionen Euro überschritten. Das
ist im Vergleich zu 2020 ein Plus von fast 22 Prozent. Das jährliche Neuvo
-
lumen im privaten Wohnbau hat sich damit zwischen 2013 und 2021 mehr
als
verdreifacht. In der neuen strategischen Zielgruppe Kommerzkunden &
Immobilienprojekte stieg das Ausleihungsvolumen sogar um 35,7 Prozent auf
452,0 Millionen Euro (2020: 333,0 Millionen Euro).
Die Risikolage der Bank ist trotz der Geschäftsausweitung im österreichweiten
Vergleich nach wie vor ausgezeichnet. Der in der Bilanz ausgewiesene Stand
der Risikovorsorge inklusive der Rückstellung für Risiken aus dem Kreditge
-
schäft erhöhte sich zum Bilanzstichtag auf 14,2 Millionen Euro (2020: 12,1
Millio
nen Euro). Die Wertberichtigungsquote (in Bezug auf die Forderungen
an Kunden) von nur 0,25 Prozent stellt unter den österreichischen Universal-
banken weiterhin den absoluten Spitzenwert dar.
Das V
olumen der verbrieften Verbindlichkeiten erhöhte sich um 5,5 Prozent
auf 4.008,7 Millionen Euro (2020: 3.799,3 Millionen Euro). Hauptverantwortlich
war dafür die erstmalige Platzierung eines hypothekarisch besicherten Green
Bond im Volumen von 250 Millionen Euro am internationalen Kapitalmarkt. Die
Nachfrage nach der Anleihe mit siebenjähriger Laufzeit war hoch. Die Emission
war deutlich überzeichnet. Sehr erfreulich verlief auch die Emissionstätigkeit
bei den Wohnbau-Wandelschuldverschreibungen (Wohnbauanleihen). Hier
konnte im Jahr 2021 ein Volumen von mehr als 40 Millionen Euro emittiert
werden. Die HYPO Oberösterreich ist damit in diesem Bereich die Nummer
eins am österreichischen Bankenmarkt.
Auch im Bereich der Spar- und Giroeinlagen wurden Zuwächse verzeichnet.
Diese stiegen um 12,2 Prozent auf einen neuen Rekordstand von 1.947,0
Millionen Euro (2020: 1.735,0 Millionen Euro). Die Bank verfügt damit wei
-
terhin über eine ausgezeichnete Liquiditätsausstattung, die für zukünftiges
W
achstum zur Verfügung steht.
103
Jahresabschluss Lagebericht
Wiederum führte der vorgegebene Wachstumskurs im aktivseitigen Kunden-
geschäft zu einem Anstieg des Gesamtrisikobetrags auf 3.096,6 Millionen Euro
(2020: 2.871,9 Millionen E
uro). Trotz dessen konnte eine Gesamtkapitalquote
von 12,0 Prozent (2020: 12,4 Prozent) erreicht werden.
Die HYPO Oberösterreich verfügt per 31. Dezember 2021 über ein MREL (Mi
-
nimum Requirement for Own Funds and Eligible Liabilities)-Surplus (TREA) von
1.596,5 Millionen E
uro bei einem MREL-SOLL (TREA) von 560,6 Millionen Euro.
Zu den Angaben zu eigenen Aktien gemäß § 243 Abs. 3 Z 3 UGB wird auf
den Anhang verwiesen.
Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem in Hinblick auf den
Rechnungslegungsprozess
Dieses System stellt sicher, dass unternehmerische Sachverhalte bilanziell
richtig erfasst, aufbereitet und gewürdigt sowie in die Rechnungslegung
übernommen werden.
Die wesentlichen Merkmale des bestehenden internen Kontrollsystems und
des Risikomanagementsystems in Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess
in der HYPO Oberösterreich sind folgende:
• Der Vorstand trägt die Verantwortung für die Einrichtung und Ausgestaltung
eines den Anforderungen entsprechenden internen Kontroll- und Risikoma
-
nagementsystems.
•
Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Abteilungen sind in quanti-
tativer wie qualitativer Hinsicht ausreichend ausgestattet.
•
Die Funktionen der am Rechnungslegungsprozess beteiligten Bereiche
sind klar getrennt.
• Die Verantwortungsbereiche sind klar zugeordnet.
• Die eingesetzten Finanzsysteme sind durch entsprechende Kontrollme
-
chanismen gegen unbefugte Zugriffe geschützt.
•
Buchhaltungsdaten werden laufend stichprobenweise auf Vollständigkeit
und Richtigkeit überprüft.
• Bei allen rechnungslegungsrelevanten Prozessen wird durchgängig das
Vier-Augen-Prinzip angewendet.
• Kontrollmaßnahmen in Bezug auf die IT-Sicherheit stellen einen Eckpfeiler
des internen Kontrollsystems dar. So wird die Trennung von sensiblen Tä
-
tigkeiten durch eine restriktive Vergabe von IT-Berechtigungen unterstützt.
•
Rechnungslegungsrelevante Prozesse werden in regelmäßigen Intervallen
durch die Interne Revision geprüft.
Mit diesen Maßnahmen wird erreicht, dass alle Geschäftsfälle ordnungsgemäß
erfasst, verarbeitet, dokumentiert sowie zeitlich und korrekt buchhalterisch
erfasst werden. Weiters ist damit sichergestellt, dass Vermögensgegenstände
und Schulden im Jahres- und Konzernabschluss korrekt angesetzt, ausgewie
-
sen und bewertet werden.
Filialen
Zu Beginn des Geschäftsjahres 2021 betrieb die HYPO Oberösterreich das
ServiceCenter Landstraße in Linz sowie 11 weitere Filialen. Bis auf eine Filiale
in Wien befinden sich alle Filialen in Oberösterreich.
Zur Optimierung der Filialstruktur wurde im Oktober 2021 die Filiale Neues
Rathaus in das ServiceCenter Landstraße integriert und der Standort ge
-
schlossen. Zuletzt waren an diesem Standort nur noch 2 Mitarbeiterinnen
tä
tig. Beide wechselten in die Zentrale und betreuen seither die Kund*innen
der Filiale vom ServiceCenter Landstraße aus.
Der Filialstand reduziert sich daher neben dem ServiceCenter Landstraße auf
10 weitere Filialen. Es gibt keine Zweigniederlassungen.
Forschung und Entwicklung
Der Bereich Forschung und Entwicklung war im Jahr 2021 von zwei strategi-
schen Schwerpunkten der Bank – Nachhaltigkeit und Digitalisierung – geprägt.
Im Ber
eich der Nachhaltigkeit wurde die umfangreiche, nachhaltige hypo_blue
Produktschiene auf den Markt gebracht. Basis dafür war die Ausarbeitung
des sogenannten Green Finance Frameworks. In diesem Rahmenwerk wird
festgelegt, welche Finanzierungen beziehungsweise Refinanzierungen sich für
den „Green Finance Pool“ der Bank qualifizieren. Das Framework wurde von
der renommierten Nachhaltigkeitsratingagentur ISS ESG geprüft. Auf Basis
dieses Green Finance Frameworks wurden 2021 schließlich ein Green Bond
im Volumen von 250 Millionen Euro sowie die österreichweit erste nachhaltige
Wohnbauanleihe begeben und ein mit dem österreichischen Umweltzeichen
ausgezeichnetes Giro- und Sparkonto auf den Markt gebracht. Das Green
Finance Framework definiert auch die einzuhaltenden ökologischen Vorgaben
für den nachhaltigen hypo_blue Wohnbaukredit.
Im Bereich der Digitalisierung war eine der größten Änderungen im Jahr 2021
die Ablöse der bisherigen Maestro Bankomatkarte durch die neue Debit Mas
-
tercard. Diese kombiniert im Wesentlichen die Funktionen beziehungsweise
V
orteile einer Bankomatkarte mit jenen einer Kreditkarte.
Ein wesentlicher Schwerpunkt lag im Bereich mobile payment – dem Bezahlen
in Geschäften mittels Smartphone oder Smartwatch. Für Android-Smartpho
-
nes stand schon länger die HYPO ELBA-pay zur Verfügung. Neu bietet die
H
YPO Oberösterreich den Kund*innen nun auch Apple Pay und Bluecode an.
Durch die verschiedenen Bezahllösungen wird das Smartphone zur mobilen
Geldbörse. Es müssen somit weder Bargeld noch Karte mitgeführt werden.
Seit November 2021 präsentiert sich Mein ELBA im neuen Design. Durch die
Neuerungen wird die Bedienung des Online Banking noch einfacher und intu
-
itiver. Eine neue Navigation sorgt für mehr Struktur und einen noch besseren
Üb
erblick über die Finanzen. Die Startseite ist als zentraler Einstiegspunkt für
die täglichen Bankgeschäfte über einfache Quicklinks nun noch übersichtlicher
und kann nach individuellen Wünschen gestaltet werden.
Weiterhin ist ein ungebremster Trend zur Erledigung von Bankgeschäften
über Smartphone oder Tablet zu erkennen. So sind die mittels der HYPO
Mein ELBA-App getätigten Überweisungen 2021 im Vergleich zum Vorjahr
um knapp 70 Prozent gestiegen.
Um die Digitalisierung weiter voranzutreiben, ist für 2022 geplant, die Möglich
-
keit, Bankprodukte online abzuschließen, weiter auszubauen. Ebenso soll es
f
ür die HYPO Mein ELBA-App als auch für mobile payment einige Neuerungen
und eine Ausweitung des Produktangebotes geben. Das Thema Digitalisierung
ist auch in der strategischen Kernpositionierung der HYPO Oberösterreich
verankert. Änderungserfordernisse, die sich etwa aufgrund der Digitalisierung
ergeben, werden so rasch erkannt und in die Organisation transferiert.
Durch die Digitalisierung werden keine Produkte ersetzt; digitale Produk
-
te erweitern das gesamte Produktportfolio für die Kund*innen der HYPO
Ob
erösterreich. Neukund*innen haben so die Möglichkeit – unabhängig von
einem Filialstandort – von zu Hause, Produkte bei der HYPO Oberösterreich
zu eröffnen.
Die Kommunikation mit den Kund*innen der Bank erfolgt analog und digital in
guter Verschränkung mit den Filialen. Standard ist die digitale Kommunikation.
Die Kund*innen können jedoch wählen, wie sie mit der HYPO Oberösterreich
in Verbindung treten. Produkte und Services können je nach Präferenz und
Verfügbarkeit über alle Kanäle bezogen werden (Omnikanalstrategie).
Zum Thema Nachhaltigkeit wird auf den neuen Nachhaltigkeitsbericht auf
der Website des Kreditinstitutes (www.hypo.at) verwiesen.
2. Gesamtwirtschaftliches Umfeld und
Kapitalmärkte
Weltweite Erholung voll in Fahrt
Die Corona-Krise hatte im Jahr 2020 erstmals seit der Finanzkrise wieder zu
einem negativen Wachstum der Weltwirtschaft geführt, umso stärker fiel im
Jahr 2021 allerdings die Erholung aus. Die letzte Schätzung des Instituts für
höhere Studien (IHS) geht für 2021 von einem Plus von 5,6 Prozent für das
BIP-Wachstum aus. Im Jahr 2022 dürfte sich dieses Wachstum aufgrund der
anhaltenden Engpässe in den globalen Lieferketten und den Auswirkungen
der Omikron-Variante auf die Produktion sowie des Krieges in der Ukraine
abschwächen. Die aktuelle Schätzung sieht ein Plus von 3,7 Prozent weltweit.
In der Eurozone sollte 2021 mit 5,3 Prozent Zuwachs nur knapp unter dem
weltweiten Schnitt liegen und das Jahr 2022 mit 3,3 Prozent ebenfalls noch ein
deutliches Wachstum aufweisen. Die USA wuchsen 2021 mit plus 5,7 Prozent
stärker als Europa. Das IHS geht aufgrund der anstehenden Zinserhöhungen
104
Lagebericht Jahresabschluss
der Notenbank und dem Scheitern eines ambitionierten Sozial- und Klimapa-
kets allerdings 2022 von einem etwas stärkeren Dämpfer für die Wirtschaft
a
us, so dass das Wachstum in den USA 3,4 Prozent betragen sollte. Österreich
hinkte der Eurozone durch strengere Corona-Maßnahmen etwas hinterher, auf
den Zuwachs von 4,5 Prozent im Jahr 2021 wird nun lediglich ein Wachstum
von 3,6 Prozent im Jahr 2022 erwartet.
Während sich die Weltwirtschaft gut von den Auswirkungen des ersten Corona-
Jahres erholen konnte, bestimmte das Virus selbst auch im Jahr 2021 großteils
die Schlagzeilen. Im Frühjahr, fast zeitgleich mit der Verteilung der ersten
Impfstoffdosen, schwappte die nächste größere Welle über Europa, die wieder
zu Einschränkungen führte. Der Sommer war dann wie im Jahr zuvor ruhig,
ehe der Herbst, trotz voranschreitender Impfkampagne, neuerlich von einer
intensiven Welle mit begleitenden Lockdowns geprägt war. Gegen Jahresende
kündigte sich dann mit Omikron eine Variante an, die zwar weniger gefährlich,
dafür aber deutlich ansteckender sein dürfte und gegen die Impfungen we
-
niger wirksam sind als gegen ihre Vorgänger. Somit darf man auch für 2022
ge
spannt sein, ob das Virus sich endgültig zurückschlagen lässt, oder ob es
weiterhin ein Risikofaktor bleibt, der die Welt wieder ins Chaos stürzen kann.
Ereignisse abseits des Virus waren für die Märkte zumeist eher Nebenschau
-
plätze, die rasch überwunden wurden. Der überhastete Rückzug der US-Armee
a
us Afghanistan mit anschließender Machtübernahme der Taliban konnte
sich ebenso nicht nachhaltig auswirken, wie ein Hickhack um die Anhebung
der Schuldenobergrenze in den USA. Politisch konnte US-Präsident Biden
mit der Verabschiedung eines billionenschweren Infrastrukturpakets einen
kleinen Punktsieg erreichen, das ambitionierte Sozial- und Klimapaket wurde
allerdings von einem Parteikollegen blockiert. Zum Jahresende begann ein
Säbelrasseln Russlands an der ukrainischen Grenze, das im Februar 2022 in
einen Einmarsch russischer Truppen mündete. Unterstützt durch westliche
Waffenlieferungen leisten die Streitkräfte der Ukraine intensiven Widerstand.
Der Westen reagierte auch mit beispiellosen Sanktionen wie einem Einfrieren
der ausländischen Gelder der russischen Notenbank. Abhängig vom weiteren
Fortgang des Krieges und einem etwaigen Zudrehen des Gashahns durch
Russland, sind negative Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum in den
USA und Europa zu befürchten.
Zinsen bleiben anhaltend niedrig
Im Jahr 2021 setzte sich die Phase des billigen Geldes fort. Die Notenbanken
fluteten die Märkte weiterhin mit Liquidität, daher blieben die Zinsen weiterhin
niedrig und bei sicheren Assets wie Staatsanleihen häufig im negativen Be-
reich. Die Renditen für 10-jährige österreichische Bundesanleihen starteten mit
min
us 0,4 Prozent ins Jahr und stiegen bis zur Jahresmitte gegen Null. Nach
einer Rückkehr in den negativen Bereich über den Sommer, ging es im Herbst
dann knapp ins Plus bis zum Jahresendwert von knapp 0,1 Prozent. 10-jährige
deutsche Bundesanleihen verließen wie im Vorjahr nie den negativen Bereich,
verzeichneten ihren tiefsten Stand allerdings ebenfalls zu Jahresbeginn mit
minus 0,6 Prozent. Während des Jahresverlaufs gab es ein Auf und Ab mit
Anstiegen auf rund minus 0,1 Prozent und Tiefpunkten von bis zu minus 0,5
Prozent. Am Jahresende betrug die Rendite dann etwa minus 0,2 Prozent mit
Ausblick auf einen weiteren Anstieg.
Der Geldmarkt blieb das gesamte Jahr über stark negativ, so wie der Einla
-
gensatz der Europäischen Zentralbank (EZB) von durchgehend minus 0,5
Pr
ozent. Zu diesem Satz können die Geschäftsbanken Geld bei der Notenbank
parken. Der Leitzins blieb über das Jahr 2021 konstant bei 0,0 Prozent. Die
Schwankungsbreite beim 3-Monats-Euribor war ebenfalls äußerst gering,
zwischen dem Jahresstart bei minus 0,545 Prozent und dem Jahresende bei
minus 0,572 Prozent lagen nur wenige Punkte. Aber auch dazwischen gab
es kaum Bewegung, das Tief wurde bei minus 0,605 Prozent verzeichnet, das
Hoch bei minus 0,529 Prozent. Die EZB versorgte den Markt mit günstiger
Liquidität durch Anleihekäufe und weitere Sonderrefinanzierungen (TLTRO).
Der Anstieg der Inflation über den Zielwert von 2 Prozent mehrt die Vermutun
-
gen, dass ein Ende der Ära der ultralockeren Geldpolitik langsam näher rückt.
Die EZB wir
d im März 2022 planmäßig das Krisen-Anleihekaufprogramm PEPP
einstellen und das Volumen der Käufe im regulären Kaufprogramm APP über
das Jahr hinweg schrittweise zurückfahren. Die Euribor-Futures implizieren
darüber hinaus zwei Leitzinserhöhungen im Jahr 2022, voraussichtlich im
Herbst und gegen Jahresende.
Die US-Notenbank Federal Reserve (FED) behielt ihren Leitzins ebenfalls über
das gesamte Jahr 2021 konstant. Allerdings begann sie gegen Jahresende
damit, die Märkte auf ein Ende dieser niedrigen Zinsphase vorzubereiten.
So wurden die Anleihekäufe ab Dezember reduziert, sie sollen in mehreren
Schritten weiter absinken und im Frühjahr 2022 vollständig auslaufen. Im
Anschluss möchte die FED mit einer Bilanzsummenreduktion beginnen. Auf
ihrer Sitzung im März hat die Notenbank bereits eine erste Zinserhöhung
um 25 Basispunkte vorgenommen. Mit ihrer Projektion des Zinssatzes zum
Jahresende von 1,9 Prozent signalisiert sie zudem weitere sechs Zinsschritte
um je 25 Basispunkte, wobei auch zwei Schritte zu einer Anhebung von 50
Basispunkten zusammengezogen werden können. Im Jahr 2023 ist aufgrund
der anhaltend hohen Inflationszahlen mit einer Fortsetzung des Zinserhö
-
hungszyklus zu rechnen. Die Renditen für 10-jährige US-Treasuries spiegeln
die
se Entwicklung wider. Sie begannen das Jahr 2021 bei einem Ausgangswert
von rund 0,9 Prozent und stiegen mit den Erwartungen steigender Zinsen bis
Jahresende auf über 1,5 Prozent. Der Anstieg setzte sich Anfang 2022 bis auf
ein Niveau von 2,35 Prozent im März fort.
Aktienmärkte setzen Boom fort
Auch wenn das Corona-Virus trotz der zur Verfügung stehenden Impfungen
nach wie vor für einschränkende Maßnahmen und Verwerfungen in den
Lieferketten verantwortlich ist, so zeigte sich im Jahr 2021 dennoch deutlich
ein fortgesetzter Aufschwung. Die gewaltigen Liquiditätsspritzen der Noten
-
banken sorgten an den Aktienmärkten für einen Boom. Der Dow-Jones-Index
b
egann das Jahr bei 30.606 Punkten und markierte drei Handelstage vor
Jahresende seinen Höchststand. Per 31.12. notierte der Index dann bei 36.338
Punkten, ein sattes Plus von 18,7 Prozent. Ähnlich deutlich konnte auch der
deutsche Aktienindex DAX performen, hier stand ein Plus von 15,8 Prozent zu
Buche bis zum Jahresendwert von 15.885 Punkten. Anders als im Vorjahr, als
der österreichische Aktienindex ATX mit einem Minus von 13,9 Prozent noch
deutlich hinter den anderen Indizes zurücklag, war er im Jahr 2021 ein klarer
Outperformer. Der Startwert von 2.780 Punkten war der niedrigste Wert des
gesamten Jahres, bis in den November kletterte der ATX kontinuierlich auf ein
Hoch von 3.928 Punkten. Trotz eines kleinen Rückgangs danach, verbuchte
er am Jahresende ein deutliches Plus von 38,9 Prozent auf 3.861 Punkte.
Euro verliert etwas an Boden
Nachdem 2020 noch von einer Dollar-Schwäche geprägt war, konnte der
Greenback gegenüber dem Euro im Jahr 2021 wieder zulegen. Vor allem
die Erwartung der Marktteilnehmer an einen früheren Beginn von Zinsanhe-
bungen durch die US-Notenbank ließ den Dollar ab Jahresmitte aufwerten.
D
er Jahresstart erfolgte bei einem Wechselkurs von knapp über 1,22. Bis
Jahresmitte gab es nur geringe Schwankungen bis auf etwas über 1,18 ehe
die erwähnte Rally folgte, die zu einem Dollar-Hoch bei 1,12 Ende November
und zum Jahresendkurs von knapp unter EUR/USD 1,14 führte. Der Schweizer
Franken bestätigte hingegen wieder einmal seine Funktion als sicherer Hafen.
Vom Jahresstart bei EUR/CHF 1,08 ging es vorerst aufgrund der Entspannung
an der Corona-Front bis auf 1,11. In der zweiten Jahreshälfte konnte er aber
wieder deutlich aufwerten und beendete das Jahr bei einem Wechselkurs von
etwas unter 1,04. Vor allem die Eskalation zwischen der Ukraine und Russland
sorgte dafür, dass wieder vermehrt Geld in der Schweiz geparkt wurde.
Liquidität im Überfluss lässt Inflation steigen
Sowohl der Leitzins für die Eurozone wie auch der Einlagensatz, zu dem
Banken ihre Überschussliquidität bei der EZB veranlagen, blieben das ge-
samte Jahr 2021 über konstant bei 0,0 Prozent beziehungsweise minus 0,5
Pr
ozent. Zudem konnten die Banken weitere gezielte Langfristtender (TLTRO)
aufnehmen und sich so äußerst günstig Liquidität für bis zu drei Jahre sichern.
Bei Erreichung bestimmter Kreditwachstumsziele können sie zudem von
einer Sonderverzinsung von minus 1 Prozent für die Geldaufnahme bei der
Notenbank profitieren.
Nachdem die Teuerungsrate in der Eurozone am Ende des Jahres 2020 noch
im negativen Bereich lag, drehte sie bereits im Januar 2021 mit 0,9 Prozent
ins Plus. Bis Jahresmitte stiegen die Preise weiter an, Ende Juli lag der Wert
mit 2,2 Prozent erstmals über dem Zielwert der EZB von 2,0 Prozent. Der
dynamische Anstieg der Verbraucherpreise setzte sich bis Jahresende fort,
per Ultimo 2021 betrug die Inflationsrate 5,0 Prozent. Ursache für die deutli
-
chen Preissteigerungen sind gestiegene Rohstoff- und Energiepreise sowie
Pr
eiserhöhungen durch Engpässe in den Produktionsketten.
Die EZB erwartet weiterhin, dass sich diese Effekte langsam auflösen und der
starke Anstieg der Inflation nur vorübergehender Natur ist. Die Prognose der
EZB-Ökonomen rechnet im Jahr 2022 mit einer durchschnittlichen Teuerung
von 3,2 Prozent, ehe die Inflationsrate im Jahr 2023 wieder auf 1,8 Prozent
absinkt. Der steigende Preisdruck dürfte es für die Notenbank erforderlich
machen, früher als noch im vergangenen Jahr vermutet, an der Zinsschraube
zu drehen.
Noch ausgeprägter war die Dynamik des Inflationsanstiegs in den USA. Lag
die Teuerungsrate zu Jahresbeginn noch bei 1,4 Prozent, so stieg diese schon
im Mai auf 5,0 Prozent an und markierte mit Jahresende ihren Höchststand von
7,0 Prozent im Vorjahresvergleich. In den USA waren ebenfalls gestiegene Roh
-
stoff- und Energiepreise der Haupttreiber, aber auch Preisanstiege aufgrund
einer V
erknappung auf der Angebotsseite wie bei Neu- und Gebrauchtwägen
trugen ihren Teil dazu bei. Am Arbeitsmarkt herrscht in den USA hingegen
105
Jahresabschluss Lagebericht
nahezu Vollbeschäftigung, die Arbeitslosenrate sank über das Jahr von 6,4 Pro-
zent bis auf 3,9 Prozent ab. Diese Entwicklungen sind insgesamt maßgeblich
da
für verantwortlich, dass die US-Notenbank FED bereits früher als die EZB
mit Zinserhöhungen und einem Ende der lockeren Geldpolitik beginnen wird.
3. Kreditgeschäft
4. Risikomanagement
Die von der HYPO Oberösterreich im Jahr 2021 weiterhin verfolgte Risikostra-
tegie wurde aus den Anforderungen, die sich aus der Geschäftsstrategie in
V
erbindung mit der Mittelfristplanung, den wirtschaftlichen Rahmenbedingun-
gen und den gesetzlichen nationalen und europäischen Rahmenbedingungen
er
geben, abgeleitet.
Um dieser Zielsetzung gerecht zu werden, ist in der HYPO Oberösterreich ein
Risikomanagement implementiert, dessen Ziel und Aufgabe es ist, Risiken in
der Bank zu identifizieren, zu messen und zu begrenzen.
Die zentrale Risikosteuerung erfolgt im dafür eingerichteten Risikokomitee
und dem ergänzendem ALM-Komitee. Aufgabe des Risikokomitees ist die
wechselseitige Information und Beratung zur Risikosituation der Bank anhand
der vorhandenen Risikoberichte, die Diskussion der Risikostrategie und des
Limitwesens sowie die Beratung von Vorschlägen zur Risikooptimierung.
Kreditrisiko
Die Definition für das Kreditrisiko orientiert sich an der Begriffsbestimmung
des Bankwesensgesetzes, der Finanzmarktaufsicht und umfasst grundsätzlich
alle Adressenausfallsrisiken.
Risikokategorisierung, Bonitätsermittlung
Die Risikokategorisierung für die wirtschaftliche Beurteilung erfolgt grundsätz
-
lich in einem Expertensystem, das nach einer Schulnotenskala mit Halbnoten
a
usgelegt ist und mit Subklassen in insgesamt 17 Bonitätsklassen eingeteilt
ist. Die Bonitätsermittlung erfolgt auf Basis ausreichender und aussagekräf-
tiger Unterlagen und Kundeninformationen. Die Bonitätsfestlegung erfolgt
a
usschließlich durch die Marktfolge.
Ratingtools
Für das Kreditportfolio gibt es in Abhängigkeit zu den Kundensegmenten,
strategischen Geschäftsfeldern bzw. den unterschiedlichen Geschäftsarten
verschiedene Ratingtools. Grundsätzlich werden Ratingtools zur individu
-
ellen Bonitätsbeurteilung verwendet. Im Förderdarlehensbereich wird ein
An
tragsscoring eingesetzt. Bei unselbständigen Kunden wird im risikoarmen
Geschäft die Ermittlung der Bonitätsnote mittels automatischem Scoringver-
fahren monatlich aus den IT-mäßig verarbeiteten Kundendaten unterstützt.
Die Ra
tingtools, insbesondere die IT-Verarbeitung werden laufend weiter-
entwickelt.
A
us der jährlichen Validierung der intern gerateten Kunden liegen entsprechen-
de Ausfallswahrscheinlichkeiten in ansprechender, statistisch valider Güte vor.
Sich
erheitendokumentation
Die Sicherheiten werden in einer eigenen Kreditsicherheiten-Datei IT-mäßig
dokumentiert und die Sicherheitenwerte in Bezug auf die einzelnen Engage
-
ments laufend berechnet. Dabei wird eine Unterscheidung in Basel III-taugliche
Siche
rheiten und sonstige Sicherheiten vorgenommen.
Risikoanalyse/Einzelwertberichtigungs-Bildung
In der Risikobetrachtung wird zur Beurteilung der Risikosituation unter ande
-
rem die Obligoverteilung in den einzelnen Risikoklassen und der Besicherungs-
situation herangezogen. Es werden die Verteilungen in der Gesamtbank, in
den einz
elnen strategischen Geschäftsfeldern, in den einzelnen Marktstellen,
im Fremdwährungs- und Tilgungsträgerkreditbestand und bei den Konsorti-
alfinanzierungen betrachtet.
Risik
ovorsorgen werden analog den Fachkonzepten nach IFRS9-Impairment
gebildet. Bei signifikanten Kreditengagements erfolgt eine Einzelfallbetrach-
tung, bei nicht signifikanten Kreditengagements kommt ein pauschalierter
Ans
atz zur Anwendung.
Die Berechnung einer Portfoliowertberichtigung erfolgt auf Basis von sta-
tistischen Ausfallswahrscheinlichkeiten je Ratingklasse. Uneinbringliche
F
orderungen werden direkt abgeschrieben. Eingänge auf abgeschriebene
Forderungen werden erfolgswirksam erfasst.
Ausfallsdatenbank
Die Ausfallsereignisse nach der Definition nach BASEL-III-IRB-Ansatz werden
in der Ausfallsdatenbank historisiert. Diese bildet die Basis für die periodische
Validierung der Ausfallswahrscheinlichkeit.
Kreditstrategie
Konkrete strategische Vorgaben zur Begrenzung des Kreditrisikos in den
strategischen Geschäftsfeldern sowie für die Eigenveranlagung der Bank
sind in der Risikostrategie sowie dem Limitwesen verankert.
Diese wird jährlich sowie im Anlassfall aktualisiert.
Verteilung der Ausleihungen nach Segmenten
Gesamtvolumen per 31.12.2021: 5.732,5 Millionen Euro
Großkunden
51,8 %
Retail & Wohnbau
48,2 %
Verteilung der Kundengruppen des Segments Großkunden
Öffentliche Institutionen
20,7 %
Großwohnbau
19,7 %
Kommerzkunden und
Immobilienprojekte 9,6 %
Kirche und Soziales
1,8 %
Das Kreditgeschäft wurde im Geschäftsjahr 2021 von der Covid-19-Pandemie
nicht mehr weiter relevant beeinflusst.
Bei den Forderungen an Kunden kam es im Jahr 2021 zu einer Ausweitung
von 2,5 Prozent auf 5.732,5 Millionen Euro (2020: 5.589,9 Millionen Euro).
Dabei stiegen die Ausleihungen im Segment Großkunden auf 2.970,1 Millionen
Euro (2020: 2.766,2 Millionen Euro). Diese Erhöhung resultiert im Wesentlichen
aus der guten Geschäftsentwicklung im Teilsegment Öffentliche Institutionen
und im Teilsegment Kommerzkunden und Immobilienprojekte, welche auf
ein Volumen von 1.188,2 Millionen Euro (2020: 1.120,2 Millionen Euro) bzw.
550,1 Millionen Euro (2020: 397,4 Millionen Euro) gehoben werden konnten.
Auch im Teilsegment Großwohnbau kam es zu einem leichten Anstieg auf
1.130,4 Millionen Euro (2020: 1.119,1 Millionen Euro). Der Anteil an den
gesamten Kundenforderungen konnte konstant auf 19,7 Prozent gehalten
werden. Damit konnte die Marktführerschaft als Finanzierungspartner im
Großwohnbau in Oberösterreich gehalten und die Finanzierungsvolumina in
anderen Bundesländern stabil gehalten werden.
Das Segment Retail und Wohnbau ist in der HYPO Oberösterreich durch hohe
Kompetenz sowie umfassende Beratung und Betreuung geprägt und ist Kern
-
geschäftsfeld der HYPO Oberösterreich. Dadurch konnte das Finanzierungs-
volumen mit 2.762,4 Millionen Euro auf einem sehr guten Niveau gehalten
w
erden (2020: 2.823,8 Millionen Euro). Die infolge des niedrigen Zinsniveaus
bedingten außerordentlichen Tilgungen im Bereich der Wohnbauförderung
konnten durch hohe Neuzuzählungen im direkten Retailgeschäft annähernd
kompensiert werden (Anstieg um 117,8 Millionen Euro). Der Anteil an den
gesamten Kundenforderungen reduzierte sich leicht auf 48,2 Prozent. Die
Marktführerschaft für Ärzte und Freiberufler sowie die traditionelle Stellung als
Wohnbaubank für Privatkunden konnte 2021 damit trotz des stark umkämpften
Marktes weiter gefestigt werden.
106
Lagebericht Jahresabschluss
Operatives Finanzierungscontrolling
Im gesamten Kreditgeschäft ist das Vier-Augen-Prinzip umgesetzt. Ab be-
stimmten Pouvoirstufen, Ratingklassen und bei spezifischen Geschäften
wir
d zu der Stellungnahme des jeweiligen Kundenbetreuers eine zusätzliche
Controllingstellungnahme mit spezieller Risikobeurteilung als Entscheidungs-
grundlage erstellt.
Ris
ikoentwicklung
Durch die intensive und durchgängig systematische Einzelfallbearbeitung kann
die Risikosituation in nahezu allen Teilportfolien laufend optimiert werden. Die
im externen Vergleich günstige Adressenausfallsrisikosituation hat sich weiter
gefestigt, die NPL-Quoten sind weiterhin äußerst niedrig.
Nach finaler Veröffentlichung der EBA/GL/2020/06 wurde eine interne GAP-
Analyse durchgeführt. Die sich dadurch ergebenden Anpassungen im internen
Regelwerk betrafen jedoch überwiegend erhöhte interne Dokumentations
-
erfordernisse. Inhaltlich wurde festgestellt, dass aufgrund des bisherigen
R
egelwerks auf Basis der FMA-MS-K wenig Anpassungsbedarf bestand.
Sämtliche Änderungen wurden Anfang Juni 2021 in einem Antrag an den
Gesamtvorstand zusammengefasst und beschlossen.
Marktrisiko
Der Steuerung der Marktrisiken, insbesondere des Zinsänderungsrisikos im
Bankbuch sowie des Risikos, dass es aufgrund von negativen Markteinschät-
zungen zu Abwertungen bei Schuldtiteln im Eigenbesitz kommen könnte
(
Creditspread-Risiko), wird große Aufmerksamkeit geschenkt. Die Einhaltung
der vom Vorstand beschlossenen Risikostrategie, den Risikotragfähigkeits- und
Marktrisiko-Limite wird laufend überwacht. Auswirkungen auf den Marktwert
sowie auf die Ertragssituation der Bank – bedingt durch Veränderungen der
Zinsstruktur sowie durch Creditspread-Änderungen – werden laufend beob
-
achtet und berichtet.
D
er Fokus liegt dabei in der Betrachtung der Neugeschäfte im Fixzins-Bereich.
Die daraus entstehenden Zinsrisiken werden aktiv ausgesteuert.
Spezielle Situationen werden in Stresstests simuliert. Zur Verminderung des
Zinsänderungs- und Währungsrisikos werden Sicherungsgeschäfte in Form
von Zins- und Währungsswaps abgeschlossen. Sicherungsgeschäfte werden
in der Regel in Form von Micro-Hedges vorgenommen. Damit entstehen keine
offenen Zinsbindungspositionen und es ergibt sich somit keine wesentliche
Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Für strategische
Positionen, Makroswaps und Forward Rate Agreements werden Drohver
-
lustrückstellungen gebildet, wenn sich negative Marktwerte ergeben.
Klimabezogene Risiken
Die Forderungen an Kunden sowie die Positionen des Wertpapier-Nostrobe-
standes (Stand 31. Dezember 2021) wurden mit einem automatisationsunter-
stützten externen Tool auf ESG-Risiken gescreent. Das Screening umfasste
63.2
50 Geschäftsfälle mit einem Volumen von 7.556 Millionen Euro.
Dabei wird eine Vielzahl an Risikoindikatoren (wie z.B. Waldbrand-, Hoch-
wasser- und Lawinengefahr) mit den NACE-Codes und der Region verknüpft
und zu Gesamtscores auf verschiedenen Aggregationslevels zusammenge
-
fasst.
Das E
rgebnis des Screenings ergab keine Position im Portfolio mit einem ho-
hen Gesamtrisiko. Nur eine geringe Anzahl an Fällen weist ein leicht erhöhtes
Risik
o auf. Diese identifizierten Risikopositionen werden detailliert geprüft und
entsprechende Maßnahmen abgeleitet.
Liquiditätsrisiko
Die Fristenkongruenz hat in der HYPO Oberösterreich einen hohen Stellenwert.
Neben den formellen Berechnungen zum Liquiditätsrisiko im Sinne des BWG
wird daher das Liquiditätsrisiko auch mittels einer Liquiditätsablaufbilanz als
analytische Grundlage der Liquiditätspolitik zumindest wöchentlich berichtet.
Zur Begrenzung des Risikos aus Fristeninkongruenzen existieren vom Vor
-
stand festgelegte Limite für das operative und strukturelle Liquiditätsrisiko.
Darüb
er hinaus werden Stresstests auf der Grundlage der Kreditinstitute-
Risikomanagementverordnung sowie auf Basis von weiteren Erkenntnissen
und institutsspezifischen Eigenheiten durchgeführt.
Die Ergebnisse der Stresstests zeigen, dass die HYPO Oberösterreich in der
Lage ist, ihren Verbindlichkeiten jederzeit nachkommen zu können. Intraday-
Liquditätspuffer sind festgelegt. Weiters wird auch die LCR (Liquidity-Coverage-
Ratio) sowie die NSFR (Net Stable Funding Ratio) laufend beobachtet bezie
-
hungsweise aktiv gesteuert, um die Einhaltung sicherzustellen.
Operationales Risiko
Die HYPO Oberösterreich definiert operationales Risiko als das „Risiko von
Verlusten, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen
Verfahren, Menschen und Systemen oder von externen Ereignissen eintreten“.
Im Rahmen der Risikotragfähigkeitsrechnung wird dieses Risiko mit dem
Basisindikatoransatz dargestellt. Die Identifikation von operationalen Risiken
erfolgt über eine Schadensfalldatenbank, welche auch die Grundlage für ein
laufendes Berichtswesen an das Management darstellt.
Darüber hinaus werden organisatorische Maßnahmen (z.B. Trennung von
Markt und Marktfolge, Assessments, IT/ICT-Abstimmungen) und EDV-tech
-
nische Maßnahmen getroffen, um das operationale Risiko zu begrenzen. Ein
in
ternes Kontrollsystem, Kompetenzregelungen sowie Prüfungen der Internen
Revision gewährleisten einen hohen Sicherheitsstandard. Insbesondere auf
die Weiterentwicklung des Internen Kontrollsystems hinsichtlich des Prozess
-
managements wurde auch im Jahr 2021 besonders Wert gelegt und wird im
Jah
r 2022 fortgesetzt.
5. Wertpapiergeschäft
Das Wertpapierjahr 2021 zeigte wieder einmal beide Seiten einer Medaille.
Während die Renditen der Anleihen weiterhin unter der Niedrigzinspolitik litten,
stürmten die weltweiten Aktienbörsen teilweise zu neuen Rekordständen.
Die Technologiebörse Nasdaq legte auf Jahressicht 28 Prozent zu, der Dow-
Jones-Index stieg um 20 Prozent und der DAX erhöhte sich immerhin noch
um beachtliche 16 Prozent. Aber alle drei großen Indizes stellte der heimische
ATX in den Schatten. Er stieg innerhalb eines Jahres um fast 40 Prozent und
war damit der Spitzenreiter unter den europäischen Börsen.
Das alles bestimmende Thema war jedoch rückblickend gesehen die Infla
-
tion und deren deutlicher Anstieg. Ursächlich dafür waren einerseits das
A
ufeinanderprallen einer starken Konsumnachfrage – nach Aufhebung der
pandemiebedingten Einschränkungen und Überwindung der Lockdowns –
und andererseits der Angebotsschock, der sich in Lieferkettenproblemen,
stark gestiegenen Energie- und Rohstoffpreisen und erhöhten maritimen
Transport- und Logistikkosten manifestierte.
Unter diesen Marktbedingungen konnte das gesamte in Wertpapieren veran
-
lagte Kundenvermögen der HYPO Oberösterreich gegenüber dem Vorjahr um
5,6 Pr
ozent auf mittlerweile 1.548,6 Millionen Euro gesteigert werden. Dafür
verantwortlich zeichneten vorwiegend die Fonds- und Aktieninvestments.
Darin spiegelt sich das vermehrte Bestreben seitens der Kunden*innen wi
-
der, dem Niedrig- und Negativzinsumfeld durch entsprechend chancen- und
risik
oreichere Veranlagungen entgegenzuwirken. Im Zuge dessen konnten
auch die Wertpapierprovisionen im Vergleich zum Vorjahr um 32 Prozent auf
8,8 Millionen Euro gesteigert werden.
Vorausblickend wird das Jahr 2022 wohl von zwei wesentlichen Trends ge
-
prägt sein. Einerseits macht es den Anschein, dass die globale Zinswende
n
unmehr eingeleitet ist, und andererseits erfährt der Trend Richtung „nach-
haltiger Investments“ zum wiederholten Male vermehrten Zuspruch bei den
Anle
ger*innen. Dies zeigt sich auch an den deutlich zweistelligen Zuwachs-
raten an Fondsbeständen und Fondssparern, die das Gütesiegel „ESG“
a
ufweisen. Ein weiterer entscheidender Faktor wird der weitere Verlauf des
Russland-Ukraine-Konflikts sein.
107
Jahresabschluss Lagebericht
6. Marketing
Leistung & Menschlichkeit
Leistung und Menschlichkeit zählen zu den zentralen kulturellen Werten
der HYPO Oberösterreich. Dies ist etwa in der Suche, Auswahl und nach-
haltigen Anstellung von neuen Mitarbeiter*innen spürbar. Mit Ausbruch
der
Covid-19-Pandemie werden zwar Bewerbungsgespräche zunehmend
per Videokonferenzschaltung geführt, dennoch ist und bleibt der physische
Kontakt unersetzlich. Hier werden zumeist die Weichen für ein längerfristiges
Dienstverhältnis gestellt. In den 100-Tage-Gesprächen, zu dem jede/r neu
eingetretene Mitarbeiter*in eingeladen wird, werden die sehr professionellen
und menschlichen Bewerbungsgespräche sowie die Begleitung und Einschu
-
lung durch nominierte Pat*innen in den ersten Arbeitsmonaten besonders
p
ositiv erwähnt.
Ebenso wertvoll werden unsere nachhaltig imple
-
mentierten familienfreundlichen Maßnahmen wie
zum Beispiel die H
YPO Kinderferientage, Home-
office, flexible Arbeitszeitmodelle wahrgenom-
men. Seit 2007 ist die HYPO Oberösterreich ein
a
uditierter und zertifizierter familienfreundlicher
Arbeitgeber.
Mit unserem Gesundheitsprogramm „Gesund &
Zufrieden“ tätigen wir ein nachhaltiges Investment
in die Gesundheit und in das Wohlbefinden unserer
Mitarbeiter*innen. Den größten gesundheitlichen
Herausforderungen aufgrund der Covid-19-Pan
-
demie, wie erhöhte psychische Belastungen oder
mangelnde Be
wegung im Homeoffice, begegneten
wir beispielsweise mit einem Mitmach-Vortrag
„Erfolgreich gesund“ von Buchautor und Phy
-
siotherapeut Johannes Randolf und durch einen
W
orkshop „Digital Detox“. Unser betriebsärztliches
Angebot wurde durch eine persönliche Impfberatung abgerundet. Dass sich
das Investment in gesundheitsfördernde Maßnahmen rechnet, zeigt sich an
der traditionell besonders niedrigen Krankenstandsquote von 4,3 Tagen pro
Mitarbeiter*in für das Jahr 2021.
Der durchschnittliche Personalstand von 393 Mitarbeiter*innen änderte sich
im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig. Dem Austritt von 34 Personen,
von denen wiederum 8 in den Ruhestand traten, stehen 38 Neuaufnahmen
gegenüber. Damit ergibt sich eine Fluktuationsrate von 6,3 Prozent. Die durch
-
schnittliche Betriebszugehörigkeit liegt bei 15,1 Jahren. Das Durchschnittsalter
lie
gt bei rund 42,5 Jahren. Ende 2021 betrug der Frauenanteil in der HYPO
Oberösterreich 60,5 Prozent, wovon 49,8 Prozent auf Teilzeitbasis beschäftigt
waren. Im Vergleich dazu arbeiteten 10,3 Prozent aller männlichen Kollegen
auf Teilzeitbasis.
Mitarbeiter*innen nach Geschlecht
Frauen
60,5 %
Männer
39,5 %
HYPO Oberösterreich – Mit Nachhaltigkeit zum Erfolg
Nachhaltigkeit zählt schon seit vielen Jahren zu den Schwerpunkten der
HYPO Oberösterreich. Anfang 2021 wurde dieses wichtige Zukunftsthema
zu einer der vier Kernpositionierungen der neuen HYPO Mehr-Wert-Strategie
erhoben. Auf Basis der neuen Strategie, die in vielerlei Hinsicht für Aufbruch,
Weitblick und Vorangehen steht, wurde die HYPO Oberösterreich in einer
Imagekampagne selbstbewusst als nachhaltige Regionalbank in verschiede
-
nen Facetten positioniert. Im Zuge der Ausarbeitung der Kampagne wurde
a
uch das Corporate Design einem sanften Relaunch unterzogen.
Weil unser Blau über Grün hinausgeht – hypo
_
blue
Im Laufe des Jahres 2021 wurde eine umfassende nachhaltige Produktlinie
entwickelt, die nahezu alle Dienstleistungsbereiche der Bank beinhaltet (Konto,
Sparbuch, Wohnbaufinanzierungen, Anleihen).
Das Verständnis von Nachhaltigkeit fußt in der HYPO Oberösterreich glei
-
chermaßen auf den Aspekten Umwelt, Soziales und Unternehmensführung.
E
s umfasst also mehr als ausschließlich das „grüne“ Thema. Daher war es
ein einfacher Schritt, die neue Marke mit dem traditionellen HYPO Blau zu
verbinden: das Blau, das über Grün hinausgeht. Im Herbst 2021 wurde die
neue nachhaltige hypo_blue Produktschiene in einer großen Kampagne
veröffentlicht.
Auszeichnung zur nachhaltigsten Bank Österreichs
Die HYPO Oberösterreich wurde schließlich Ende 2021 vom Fachmagazin
„Börsianer“ zur nachhaltigsten Bank Österreichs gekürt. In der Begründung
wurde dabei insbesondere die nachhaltige hypo_blue Produktschiene her-
vorgehoben.
7. Personalmanagement und
Personalentwicklung
Nachhaltige Personalarbeit
Nachhaltigkeit als Teil der HYPO Mehr-Wert-Strategie ist ebenso in der stra-
tegischen wie operativen Personalarbeit fix verankert. So liegt uns das be-
rufliche und auch private Mobilitätsverhalten unserer Mitarbeiter*innen sehr
am Herz
en. Mit einer Vielzahl verschiedener Maßnahmen haben wir Anreize
zu dessen nachhaltig positiver Veränderung gesetzt. Im Jahr 2021 war die
HYPO Oberösterreich wieder Partner der Aktion „Oberösterreich radelt“. Mit
insgesamt 18.283,6 geradelten Kilometern und dabei 3.225,23 Kilogramm
eingespartem CO₂ erbrachten unsere Mitarbeiter*innen eine beachtliche
Leistung, die wir 2022 mit der Aktion „Jobrad“ noch weiter ausbauen wollen.
Weiters haben wir uns dazu entschlossen, unseren Mitarbeiter*innen einen
Mobilitätszuschuss von 60 Prozent der Anschaffungskosten einer Jahres
-
karte für den öffentlichen Verkehr bzw. für das neue österreichweit geltende
Klim
aticket zu bezahlen. Eine attraktive Förderung des öffentlichen Verkehrs
– auch für die private Mobilität unserer Mitarbeiter*innen. Bereits wenige
Monate nach dessen Verfügbarkeit hat mehr als ein Viertel der Belegschaft
von diesem Angebot Gebrauch genommen.
Zusätzlich konnten wir mit der Einführung einer Homeoffice-Möglichkeit
an zwei Tagen je Woche die Fahrten vom Wohn- zum Arbeitsplatz spürbar
reduzieren und damit den CO₂-Ausstoß nachhaltig senken. Mitarbeiter*innen
gewinnen dadurch Zeit, die sie sinnvoll für berufliche oder private Zwecke
nutzen können.
Aus- und Weiterbildung im Fokus
Exzellente Leistungen für unsere Kund*innen genießen höchste Priorität
in der HYPO Oberösterreich. Die Grundsteine dafür sind zum einen unsere
top-ausgebildeten Mitarbeiter*innen und zum anderen maßgeschneiderte
Führungsinstrumente für eine professionelle Zusammenarbeit. Für ersteres
sorgt eine fundierte Bankausbildung sowie eine praxisbezogene Begleitung
durch erfahrene Coaches, Trainer*innen sowie hausinterne Expert*innen.
Zweiteres wird durch eine regelmäßige Weiterentwicklung sichergestellt.
2021 evaluierte ein zwölfköpfiges Team die bisherigen Führungsgrundsätze
und erarbeitete unter Einbeziehung eines erweiterten Teilnehmerkreises die
vier neuen Werte zu Führung und Zusammenarbeit „Ergebnis- & Leistungs
-
orientierung“, „Wertschätzung & Respekt“, „Zukunfts- & Lösungsorientierung“
s
owie „Verantwortung & Verbindlichkeit“. Jeder Wert enthält weiterführende
Beschreibungen zur aktiven Umsetzung im beruflichen Alltag für Führungs-
kräfte wie Mitarbeiter*innen. Diese Werte und die strategischen Kernposi-
tionierungen bildeten wiederum die Basis für die Neugestaltung unseres
Mitarb
eitergesprächs inkl. Gesprächsleitfaden. Zusätzlich wurde als Zeichen
einer gemeinsamen Initiative mit dem Betriebsrat eine Betriebsvereinbarung
zum Mitarbeiter*innengespräch abgeschlossen.
108
Lagebericht Jahresabschluss
Durch die anhaltende Covid-19-Pandemie wurden zahlreiche Bildungsmaß-
nahmen im Online-Format angeboten. Damit verstärkte sich der Trend zu
k
ürzeren, jedoch häufigeren Schulungsterminen, was wiederum positive
Auswertungen auf eine nachhaltige Verankerung der vermittelten Lerninhalte
zur Folge hat. Ökonomische und ökologische Pluspunkte waren zudem die
Reduktion der An- und Abfahrtswege zu Schulungen sowie geringere Über
-
nachtungskosten und die Bereitstellung von Lernmaterialien in digitaler Form.
Personalentwicklung 2021 Verände- 2020
in Zahlen rung in %
Ausgaben für Ausbildung in TEUR 358 + 6,9 335
Ausgaben pro Mitarbeiter*in in EUR 866 + 6,9 810
durchschnittliche
Schulungstage pro Mitarbeiter*in 5,4 + 46,0 3,7
Teilnehmeranzahl Schulungen
Online
5.592
Präsenz
992
Hybrid
63
Das Ausbildungssystem der HYPO Oberösterreich umfasst die jährlich plan-
mäßig stattfindenden Bankprüfungen für unsere Berufseinsteiger, zahlrei-
che bedarfsorientierte Spezialausbildungen sowie Seminare zu aktuellen
Ban
kthemen.
• 13 Mitarbeiter*innen haben die HYPO Bankprüfungen 1 und 2 erfolgreich
absolviert.
• 15 Fachexpert*innen nahmen an ausgewählten Spezialausbildungen,
wie bspw. Zertifizierter Risikomanager, Versicherungskauffrau/-mann,
Finanzierung Spezial, Fachkraft Immobilienbewertung, Bilanzbuchhalter,
European Investment Practitioner, Privatkundenbetreuer Spezial I, VÖIG/
ÖVFA-Lehrgang teil.
• 104 Berater*innen unterzogen sich der jährlichen Zertifizierung für Anlage-,
Wohnbau- sowie Versicherungsberatung.
• 3 Mitarbeiter*innen absolvieren ihre Lehre im Rahmen der Dualen Akade
-
mie.
Insg
esamt nahmen 393 Mitarbeiter*innen an Ausbildungsmaßnahmen teil,
was einer durchschnittlichen Teilnehmerquote von 94,9 Prozent
1)
entspricht.
1)
unter Berücksichtigung von Mutterschutz, Karenzen, Altersteilzeiten und Langzeitkran-
kenstände
Von den 566 Schulungsangeboten (exkl. Online-Selbstlernprogramme) im
Jahr 2021 wurde der überwiegende Anteil in einem Online-Format, als sog.
„Webinar“ durchgeführt. Die Hauptanwendungsgebiete bilden hierbei die
Vermittlung von Fachwissen sowie IT-Know-how. Präsenztermine wurden vor
allem für Seminare im Persönlichkeitsbereich, zu Führungs- oder Verkaufs
-
schwerpunkten angeboten.
K
ommerzkunden und Immobilienprojekte. Insgesamt stieg das Segmentver-
mögen auf hohem Niveau um 5,4 Prozent auf 2.908,2 Millionen Euro (2020:
2.75
9,0 Millionen Euro).
Die ausgezeichnete Bonität der Bank hat bei den Kund*innen dieses Segmen
-
tes ebenfalls einen hohen Stellenwert. Das zeigt die Tatsache, dass sich das
V
olumen der Einlagen und der verbrieften Verbindlichkeiten deutlich erhöht
hat. Die Segmentverbindlichkeiten stiegen um 16,8 Prozent auf 657,7 Millionen
Euro (2020: 563,3 Millionen Euro).
Dank der Ausweitung des Geschäftsvolumens konnte der Zinsüberschuss trotz
eines herausfordernden Zinsumfeldes stabil bei 28,1 Millionen Euro (2020: 28,4
Millionen Euro) gehalten werden. Das Provisionsergebnis stieg um mehr als
20 Prozent auf 3,9 Millionen Euro (2020: 3,2 Millionen Euro).
Die Kreditrisikovorsorgen konnten 2021 deutlich auf –2,2 Millionen Euro (2020:
–4,0 Millionen Euro) reduziert werden. Diese liegen damit weiterhin auf einem
österreichweit sehr niedrigen Wert. Die Verwaltungsaufwendungen erhöhten
sich aufgrund des personellen Aufbaus im Teilsegment Kommerzkunden
und Immobilienprojekte auf 13,0 Millionen Euro (2020: 12,0 Millionen Euro)
Insgesamt erhöhte sich der Jahresüberschuss vor Steuern auf 16,7 Millionen
Euro (2020: 15,7 Millionen Euro).
b. Retail und Wohnbau
Das Segment Retail und Wohnbau umfasst die Teilsegmente Ärzte & Freiberuf-
ler, Privatkunden sowie den geförderten privaten Wohnbau. Auch aus diesem
Se
gment ist die herausragende Marktposition der HYPO Oberösterreich als
Wohnbaubank ersichtlich. Hier findet sich unter anderem das gesamte Aus-
leihungsvolumen (gefördert und freifinanziert), das die Bank für den privaten
W
ohnbau in Oberösterreich zur Verfügung stellt.
Im freifinanzierten privaten Wohnbau wurde das Neuvolumen bei den Krediten
um mehr als 20 Prozent im Vergleich zum Jahr 2020 auf 202 Millionen Euro
gesteigert. Damit konnten allerdings die Rückgänge bei der Wohnbauförderung
nicht völlig kompensiert werden. Die Forderungen an Kunden reduzierten
sich damit geringfügig um rund zwei Prozent auf 2.781,8 Millionen Euro
(2020: 2.841,8 Millionen Euro). Das Volumen der Einlagen und der verbrief
-
ten Verbindlichkeiten erhöhte sich auf 1.779,1 Millionen Euro (2020: 1.750,3
Millio
nen Euro).
Der Zinsüberschuss reduzierte sich auf 22,7 Millionen Euro (2020: 26,6 Mil
-
lionen Euro). Demgegenüber herausragend entwickelte sich jedoch das
Pr
ovisionsergebnis. Getragen durch ein ausgezeichnetes Wertpapiergeschäft
erhöhte sich das Provisionsergebnis um fast 14 Prozent auf 13,1 Millionen Euro
(2020: 11,5 Millionen Euro). Die ausgezeichnete Risikolage in diesem Segment
blieb auch 2021 bestehen. Aufgrund von Auflösungen von Risikovorsorgen
wurde ein positiver Ergebnisbeitrag von 0,6 Millionen Euro (2020: 0,2 Millionen
Euro) verbucht. Die Verwaltungsaufwendungen erhöhten sich aufgrund der
jährlichen Valorisierungen der Personalaufwendungen geringfügig auf 29,1
Millionen Euro (2020: 28,5 Millionen Euro). Damit verringerte sich der Jahres
-
überschuss vor Steuern auf 8,0 Millionen Euro (2020: 10,5 Millionen Euro).
c. Financial Markets
Eigenveranlagung
Die Strategie für das Jahr 2021 fokussierte sich neuerlich auf den Ausbau des
Liquiditätsportfolios. Vom gesamten Investitionsvolumen von 97,0 Millionen
Euro flossen rund zwei Drittel (67,1 Millionen Euro) in liquide Wertpapiere.
Zugänge von 14,0 Millionen Euro in Staatsanleihen und Anleihen von Bun
-
desländern sorgten für vollständigen Ersatz abreifender Papiere in dieser
K
ategorie. Der Bestand an liquiden Pfandbriefen konnte durch Zukäufe von 53,1
Millionen Euro erneut ausgebaut werden. Im Portfolio Treasury-Veranlagungen
mit Anleihen von Banken gab es bei Zukäufen von 29,9 Millionen Euro insge
-
samt einen minimalen Rückgang des Bestands.
Dur
ch Investitionen in Höhe von 97,0 Millionen Euro bei gleichzeitigen Fäl-
ligkeiten von 68,3 Millionen Euro kam es zu einem Anstieg des Wertpapier-
Eigenb
estands von 28,7 Millionen Euro. Die Zuwächse im Wertpapierbestand
in den letzten Jahren wurden vorausschauend für das Jahr 2022 getätigt.
Durch größere Tilgungen wird sich der Bestand der Eigenveranlagung im
kommenden Jahr wieder plangemäß reduzieren.
Das weiterhin niedrige Zinsniveau sorgte dafür, dass bei kürzeren Laufzeiten
Negativrenditen nicht vollständig vermieden werden konnten. Der Anlage-
horizont lag bei den Papieren im Liquiditätsdepot größtenteils im Bereich von
10 bis maximal 20 Jahren, bei Treasury-Veranlagungen im Schnitt bei etwa 5
Jahren, mit der längsten Laufzeit von 10 Jahren.
8. Geschäftsentwicklung in den Segmenten
Bei den angegebenen Zahlen in den Segmenten Großkunden sowie Retail
und Wohnbau handelt es sich um Werte nach International Financial Re-
porting Standards (IFRS), da die Segmentberichterstattung an den Vorstand
a
usschließlich aus Konzernsicht erfolgt.
a. Großkunden
Für die HYPO Oberösterreich ist das Segment Großkunden, in dem sich die
Teilsegmente Großwohnbau, Öffentliche Institutionen, Kommerzkunden und
Immobilienprojekte sowie kirchliche und soziale Organisationen wiederfinden,
ein traditionell bedeutender Geschäftsbereich.
Die Bank konnte auch im Jahr 2021 ihre führende Marktstellung in Oberös
-
terreich als Finanzierungspartner für den öffentlichen Wohnbau, als Bank
de
s Landes Oberösterreich und ihrer Unternehmungen sowie für kirchliche
und soziale Organisationen behaupten und ausbauen. Deutlich ausgeweitet
wurde auch das Finanzierungsvolumen im neu definierten Kundensegment
109
Jahresabschluss Lagebericht
Die HYPO Oberösterreich sieht dem Geschäftsjahr 2022 trotz aller vorab
beschriebenen Risiken grundsätzlich positiv entgegen, zumal direkte geschäft-
liche Verbindungen zum russischen Markt beziehungsweise zu russischen
Un
ternehmen nicht bestehen. Auch sogenannte „Zweitrundeneffekte“ werden
als eher überschaubar eingeschätzt.
Als Bank des Landes Oberösterreich sind wir eng mit der Wirtschaft und
den Menschen in unserem Bundesland verbunden. Die starke Konzentration
auf unseren Heimmarkt und die konsequente Umsetzung der HYPO Mehr-
Wert-Strategie sind die Basis für eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung.
Unseren strategischen Schwerpunkt Nachhaltigkeit verstehen wir nicht nur
aus einer gesellschaftlichen Verantwortung heraus, sondern sehen darin
auch große Geschäftspotentiale. Der Ausbau unserer nachhaltigen hypo_blue
Produktschiene wird auch im heurigen Jahr konsequent fortgesetzt werden.
Diesen Weg des gegenseitigen Vertrauens werden wir weiterhin bestreiten.
Ziel ist, dass wir unsere Marktführerschaft beziehungsweise unsere gute
Marktposition in den definierten Zielgruppen – im Wohnbau, bei den Institu
-
tionellen Kund*innen, bei den KMU, den Ärzt*innen, den Freiberufler*innen
s
owie bei den Privatkund*innen – weiter ausbauen.
Wir sind überzeugt, dass die HYPO Oberösterreich als starke Regionalbank gut
positioniert ist und damit ihre erfolgreiche Entwicklung mit einer Geschäfts
-
ausweitung trotz aller vorhandenen Herausforderungen weiter fortsetzen wird.
Linz,
am 5. April 2022
Vorstand der HYPO Oberösterreich
Mag. Klaus Kumpfmüller Mag. Thomas Wolfsgruber
Im Zuge des Nachhaltigkeitsschwerpunktes wurde der gesamte Wertpapier-
Eigenbestand einer Nachhaltigkeitsanalyse unterzogen. Gemessen an der
Ratingeinstufung von ISS ESG (eine der weltweit führenden Rating-Agenturen
im Bereich der nachhaltigen Geldanlage) entfallen mehr als 75 Prozent des
Portfolios auf führende Unternehmen jeder Branche bzw. Staaten hinsichtlich
ihres ESG-Leistungsgrades, die dafür mit dem sogenannten Prime Status aus
-
gezeichnet werden. 7,5 Prozent entfallen bereits auf Green und Social Bonds.
Refinanzierung
Die 2020 neu definierten strategischen Kernpositionierungen haben bereits die
Refinanzierungsstrategie 2021 maßgeblich geprägt. Der Fokus auf Wachstum
im aktivseitigen Kundengeschäft war der wesentlichste Treiber des Refinan-
zierungsbedarfs. Geringere Fälligkeiten verbriefter Verbindlichkeiten als im
V
orjahr in Höhe von rund 272 Millionen Euro (2020: rund 363 Millionen Euro)
federten den Effekt etwas ab.
Mit der ersten „grünen“ 250 Millionen Euro-Subbenchmark Covered Bond-
Emission, die unter dem 2021 erstellten Green Finance Framework der HYPO
Oberösterreich begeben wurde, konnte die Verankerung des Schwerpunktes
Nachhaltigkeit weiter vorangetrieben werden.
Die 7-jährige Transaktion generierte eine Nachfrage von über 500 Millionen
Euro und war in mehrerer Hinsicht ein Erfolg. Es war die erste syndizierte
Emission der Bank seit 3 Jahren und mit einem Spread von Mid-Swap + 4
Basispunkte war es der engste Spread sowie mit einer Rendite von -0,132
Prozent die erste negative Rendite, die von der Bank auf solch eine Transak
-
tion erreicht wurde.
Dar
über hinaus wurden rund 263 Millionen Euro in Großteil langlaufenden
Emissionen mit einer durchschnittlichen Laufzeit von circa 8 Jahren platziert,
davon wurde mit einem Volumen von circa 118 Millionen Euro auch 2021 ein
wichtiger Bestandteil zur Refinanzierung durch die eigene Platzierungskraft
bei Kunden im Haus erreicht.
Mit der hypo_blue Wohnbauanleihe der Hypo-Wohnbaubank Aktiengesell
-
schaft, bei der die HYPO Oberösterreich als Treugeber und Vertreiber fungiert,
k
onnte die erste nachhaltige Wohnbauanleihe Österreichs begeben werden.
Diese wurde zusätzlich mit dem österreichischen Umweltzeichen für nach-
haltige Finanzprodukte zertifiziert. Im Segment der Wohnbauanleihen zählt
die
Bank weiterhin zu den führenden Anbietern in Österreich.
Im Rahmen der von der Europäischen Zentralbank zur Verfügung gestellten
günstigen Langfristtender (TLTROs III) zur Bekämpfung der wirtschaftlichen
Folgen der Corona-Pandemie wurde an den Tranchen 7 und 9 mit jeweils
100 Millionen Euro teilgenommen. Der Gesamtbetrag, der unter den TLT
-
ROs III gezogen wurde, beläuft sich damit auf 600 Millionen Euro (2020: 400
Millio
nen Euro).
Das Volumen ausstehender verbriefter Verbindlichkeiten erhöhte sich daher
auf 4.008,7 Millionen Euro (2020: 3.799,3 Millionen Euro). Die Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich auf 1.242,2 Millionen Euro (2020:
1.201,2 Millionen Euro).
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden haben sich auf 1.946,2 Millionen
Euro (2020: 1.734,6 Millionen Euro) erhöht, wobei das Volumen stabiler Retail-
Einlagen um circa 9,5 Prozent erhöht werden konnte. Einlagen von institutionel
-
len bzw. Firmenkunden wurden trotz der Verrechnung von Verwahrentgelten
a
uf 749 Millionen Euro ausgebaut.
Die Bank verfügt über eine sehr komfortable Liquiditätsausstattung und
übererfüllt die regulatorischen Liquiditätsanforderungen deutlich. Zum Ultimo
2021 lag die LCR bei 196,8 Prozent (2020: 165,7 Prozent).
9. Ausblick
Die konjunkturellen Aussichten für das Jahr 2022 wären sowohl weltweit als
auch national durchaus positiv gewesen. Der russische Angriffskrieg gegen
die Ukraine ist nicht nur eine humanitäre Katastrophe, sondern hat auch die
weltweite wirtschaftliche Gesamtsituation dramatisch verändert.
Die verhängten weitreichenden Wirtschaftssanktionen gegen Russland treffen
zwar in erster Linie den Aggressor haben aber auch generelle konjunkturelle
Auswirkungen, denen sich auch der Wirtschaftsraum Österreich nicht entzie
-
hen kann. Hinzu kommt, dass durch diese Krise die Inflation weiter ansteigt.
Ge
trieben vor allem durch die galoppierenden Energiepreise.
Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) und das Institut für höhere Studien
(IHS) haben daher in ihrer aktuellen Prognose mit Ende März 2022 die Wirt
-
schaftsaussichten für Österreich deutlich nach unten revidiert. Nunmehr
wir
d für heuer lediglich mit einem Wirtschaftswachstum von 3,9 Prozent
(Wifo) beziehungsweise 3,6 Prozent (IHS) gerechnet. Zu Beginn 2022 lag die
Prognose noch bei knapp über fünf Prozent. Sowohl das Wifo wie auch das
IHS betonten, dass das Jahreswachstum 2022 noch auf die ausgezeichnete
Entwicklung im 1. Quartal zurückzuführen sei. Für das restliche Jahr rechnen
die Institute jedoch mit deutlichen Rückgängen, im Industriesektor möglicher
-
weise sogar mit einer Rezession.
D
er Krieg in Europa, die damit größer gewordenen geopolitischen Spannungen
zwischen den Weltmächten, die explodierenden Energiepreise, die gestie-
gene Inflation und eine noch immer nicht ausgestandene Covid-19-Pandemie
sprechen auch beim weltweiten Wirtschaftswachstum für deutlich rückläufige
Prognosen.
Die Europäische Zentralbank (EZB) wird in ihrer Geldpolitik damit einen Weg
finden müssen, um einerseits die Inflation einzudämmen und gleichzeitig auch
die Unternehmen und die Mitgliedsstaaten weiterhin mit günstiger Liquidität
zu unterstützen. Es ist daher davon auszugehen, dass die Zinsen in Europa
frühestens Ende 2022 steigen werden.
110
Bilanz Jahresabschluss
Bilanz
AKTIVA 31.12.2021 31.12.2020
1. Kassenbestand, Guthaben bei Zentralnotenbanken und Postgiroämtern 772.118 .3 31,11 451.568.251,79
2. Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei der Zentralnotenbank
zugelassen sind:
a) Schuldtitel öffentlicher Stellen und ähnliche Wertpapiere 202.906.738,05 200.754.302,83
b) zur Refinanzierung bei Zentralnotenbanken zugelassene Wechsel – –
202.906.738,05 200.754.302,83
3. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 110.876.812,91 120.358.561,95
b) sonstige Forderungen 161.529.402,35 155.156.874,78
272.406.215,26 275.515.436,73
4. Forderungen an Kunden 5.732.509.064,28 5.589.921.927,84
5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
a) von öffentlichen Emittenten – –
b) von anderen Emittenten 521.987.437,82 512.485.409,26
darunter:
eigene Schuldverschreibungen 45.366.184,78 51.631.430,00
521.987.437,82 512.485.409,26
6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 126.557.932,60 112.855.674,71
7. Beteiligungen 27.077.392,68 24.262.592,68
darunter:
an Kreditinstituten 2.447.282,33 2.447.282,33
8. Anteile an verbundenen Unternehmen 23.351.338,47 23.351.338,47
darunter:
an Kreditinstituten – –
8a. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 10.033.750,00 10.033.750,00
9. Immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens 983.979,54 568.012,43
10. Sachanlagen 2.555.990,18 2.874.651,55
darunter:
Grundstücke und Bauten, die vom Kreditinstitut im Rahmen seiner eigenen Tätigkeit genutzt
werden
615.472,98 641.380,33
11. Anteile an einer herrschenden oder an einer mit Mehrheit beteiligten Gesellschaft – –
darunter:
Nennwert – –
12. Sonstige Vermögensgegenstände 12.331.684,62 11.301.277,90
13. Gezeichnetes Kapital, das eingefordert, aber noch nicht eingezahlt ist – –
14. Rechnungsabgrenzungsposten 8.123.757,14 7.940.221,58
15. Aktive latente Steuern 7.621.854,02 6.117.637,50
SUMME DER AKTIVA 7.720.565.465,77 7.229.550.485,27
Posten unter der Bilanz 31.12.2021 31.12.2020
1. Auslandsaktiva 384.185.031,25 395.972.321,16
111
Jahresabschluss Bilanz
PASSIVA 31.12.2021 31.12.2020
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 333.623.384,30 435.356.919,63
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 908.542.035,62 765.861.089,30
1.242.165.419,92 1.201.218.008,93
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) Spareinlagen 476.819.189,48 483.173.735,16
darunter:
aa) täglich fällig 390.207.063,02 366.051.240,36
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 86.612.126,46 117.122.494,80
b) sonstige Verbindlichkeiten 1.469.419.154,27 1.251.378.814,39
darunter:
aa) täglich fällig 1.371.012.524,83 1.142.309.620,49
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 98.406.629,44 109.069.193,90
1.946.238.343,75 1.734.552.549,55
3. Verbriefte Verbindlichkeiten
a) begebene Schuldverschreibungen 4.008.709.128,47 3.799.329.109,46
b) andere verbriefte Verbindlichkeiten – –
4.008.709.128,47 3.799.329.109,46
4. Sonstige Verbindlichkeiten 20.833.651,93 14.374.930,40
5. Rechnungsabgrenzungsposten 11.358.030,88 7.708.578,28
6. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Abfertigungen 8.489.498,00 9.021.778,64
b) Rückstellungen für Pensionen 7.411.433,08 9.244.648,50
c) Steuerrückstellungen – –
d) sonstige 29.458.192,93 29.106.819,52
45.359.124,01 47.373.246,66
6a. Fonds für allgemeine Bankrisiken – –
7. Ergänzungskapital gemäß Teil 2 Titel I Kapitel 4 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 65.060.761,84 62.113.196,35
8. Zusätzliches Kernkapital gemäß Teil 2 Titel I Kapitel 3 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 – –
darunter:
Pflichtwandelschuldverschreibungen gemäß § 26a BWG – –
8b. Instrumente ohne Stimmrecht gemäß § 26a BWG – –
9. Gezeichnetes Kapital 14.564.150,94 14.563.656,58
10. Kapitalrücklagen
a) gebundene 30.548.897,59 30.548.897,59
b) nicht gebundene 190.433,44 190.433,44
30.739.331,03 30.739.331,03
11. Gewinnrücklagen
a) gesetzliche Rücklage – –
b) satzungsmäßige Rücklagen – –
c) andere Rücklagen 271.787.450,79 256.248.534,03
271.787.450,79 256.248.534,03
12. Haftrücklage gemäß § 57 Abs. 5 BWG 56.542.000,00 56.371.000,00
13. Bilanzgewinn 7.208.072,21 4.958.344,00
SUMME DER PASSIVA 7.720.565.465,77 7.229.550.485,27
Posten unter der Bilanz 31.12.2021 31.12.2020
1. Eventualverbindlichkeiten 87.346.210,03 81.885.375,80
darunter:
a) Akzepte und Indossamentverbindlichkeiten aus weitergegebenen Wechseln – –
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten 87.346.210,03 81.885.375,80
2. Kreditrisiken 799.130.702,54 614.570.564,13
darunter:
Verbindlichkeiten aus Pensionsgeschäften – –
3. Verbindlichkeiten aus Treuhandgeschäften – –
4. Anrechenbare Eigenmittel gemäß Teil 2 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 440.070.178,82 424.745.440,63
darunter:
Ergänzungskapital gemäß Teil 2 Titel I Kapitel 4 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 67.523.101,80 67.521.862,14
5. Eigenmittelanforderungen gemäß Art. 92 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 3.096.551.744,72 2.871.930.121,10
darunter:
Eigenmittelanforderungen gemäß Art. 92 Abs. 1 lit. a bis c der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
lit. a) Harte Kernkapitalquote 12,0 % 12,4 %
lit. b) Kernkapitalquote 12,0 % 12,4 %
lit. c) Gesamtkapitalquote 14,2 % 14,8 %
6. Auslandspassiva 1.349.011.957,22 1.437.376.376,08
112
Gewinn- und Verlustrechnung Jahresabschluss
Gewinn- und Verlustrechnung
2021 2020
1. Zinsen und ähnliche Erträge 64.354.692,11 69.457.632,12
darunter:
aus festverzinslichen Wertpapieren 12.157.416,56 13.589.013,23
2. Zinsen und ähnliche Aufwendungen –11.388.802,45 –20.556.832,31
I. NETTOZINSERTRAG 52.965.889,66 48.900.799,81
3. Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen
a) Erträge aus Aktien, anderen Anteilsrechten und nicht festverzinslichen Wertpapieren 3.746.457,17 3.147.841,41
b) Erträge aus Beteiligungen 4.985.947,69 4.080.991,89
c) Erträge aus Anteilen an verbundenen Unternehmen 1.850.000,00 1.800.000,00
10.582.404,86 9.028.833,30
4. Provisionserträge 27.993.579,34 24.372.267,15
5. Provisionsaufwendungen –8.766.435,12 –7.332.157,38
6. Erträge/Aufwendungen aus Finanzgeschäften 6.119. 837, 28 –3.253.102,51
7. Sonstige betriebliche Erträge 220.597,81 253.288,21
II. BETRIEBSERTRÄGE 89.115.873,83 71.969.928,58
8. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand –28.388.557,18 –29.422.796,49
darunter:
aa) Löhne und Gehälter –21.897.208,96 –21.181.427,25
bb) Aufwand für gesetzlich vorgeschriebene soziale Abgaben und vom Entgelt abhängige
Abgaben und Pflichtbeiträge
–6.083.160,16 –5.882.598,84
cc) sonstiger Sozialaufwand –704.162,10 –728.603,60
dd) Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung –1.069.941,76 –963.081,29
ee) Dotierung der Pensionsrückstellung 1.833.215,42 –95.868,67
ff) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche
Mitarbeitervorsorgekassen
–467.299,62 –571.216,84
b) sonstige Verwaltungsaufwendungen (Sachaufwand) –21.982.266,85 –21.267.925,27
–50.370.824,03 –50.690.721,76
9. Wertberichtigungen auf die in den Aktivposten 9 und 10 enthaltenen Vermögensgegenstände –1.123.697,90 –1.028.204,88
10. Sonstige betriebliche Aufwendungen –6.756.291,07 –5.422.218,42
III. BETRIEBSAUFWENDUNGEN –58.250.813,00 –57.141.145,06
IV. BETRIEBSERGEBNIS 30.865.060,83 14.828.783,52
11./12. Ertrags-/Aufwandssaldo aus der Veräußerung und der Bewertung von Forderungen,
Eventualverbindlichkeiten und Wertpapieren
–8.410.987,79 –5.047.905,35
13./14. Ertrags-/Aufwandssaldo aus der Veräußerung und der Bewertung von Wertpapieren, die
wie Finanzanlagen bewertet sind, sowie von Beteiligungen und Anteilen an verbundenen
Unternehmen
2.814.800,00 –555.846,72
V. ERGEBNIS DER GEWÖHNLICHEN GESCHÄFTSTÄTIGKEIT 25.268.873,04 9.225.031,45
15. – 17. Außerordentliches Ergebnis – –
darunter:
Entnahmen aus dem/Zuweisungen zum Fonds für allgemeine Bankrisiken – –
18. Steuern vom Einkommen und Ertrag –2.890.431,64 953.851,38
19. Sonstige Steuern, soweit nicht in Posten 18 auszuweisen –1.479.528,55 –1.616.762,99
VI. JAHRESÜBERSCHUSS 20.898.912,85 8.562 .119, 84
20. Rücklagenbewegung –15.694.380,08 –6.421.589,84
darunter:
Dotierung/Auflösung der Haftrücklage – 171.000,00 –
VII. JAHRESGEWINN 5.204.532,77 2.140.530,00
21. Gewinnvortrag 2.003.539,44 2.817.814,00
VIII. BILANZGEWINN 7.208.072,21 4.958.344,00
113
Jahresabschluss Anhang
A. Allgemeines
Der Jahresabschluss der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesell-
schaft ist nach den Vorschriften des Bankwesengesetzes (BWG) in der
ge
ltenden Fassung sowie auch – soweit anwendbar – nach den Vorschriften
des Unternehmensgesetzbuches (UGB) aufgestellt worden. Die Gliederung
der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgte entsprechend
den in der Anlage 2 zu § 43 BWG enthaltenen Formblättern. Die Beträge
sind in TEUR angegeben.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft ist gemäß § 245a
UGB in Verbindung mit § 59a BWG verpflichtet, einen Konzernabschluss
nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU
anzuwenden sind, aufzustellen. Das Mutterunternehmen, das den Konzern
-
abschluss für den größten Kreis von Unternehmen aufgestellt hat, ist die OÖ
L
andesholding GmbH. Dieser Konzernabschluss ist sowohl beim Landes- als
auch beim Handelsgericht Linz hinterlegt.
Kernmarkt ist als Regionalbank das Bundesland Oberösterreich. Im Osten
Österreichs ist das Kreditinstitut durch einen Standort in Wien vertreten.
B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Der Jahresabschluss der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesell-
schaft wurde nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung und
Bilanzierung unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild
der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln, aufgestellt.
Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollstän
-
digkeit eingehalten und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt. Bei
den V
ermögensgegenständen und Schulden wurde der Grundsatz der Einzel-
bewertung angewandt. Dem Vorsichtsgrundsatz wurde Rechnung getragen,
inde
m insbesondere nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne
ausgewiesen werden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste, die
im Geschäftsjahr 2021 oder in einem früheren Geschäftsjahr entstanden
sind, wurden berücksichtigt. Die bisher angewandten Bewertungsmethoden
wurden im Wesentlichen beibehalten.
Zur ordnungsgemäßen und vollständigen Erstellung des Einzelabschlusses
müssen vom Management Schätzungen vorgenommen und Annahmen getrof
-
fen werden, die die Angaben im Anhang und den Ausweis von Erträgen und
A
ufwendungen während der Berichtsperiode beeinflussen. Sie beziehen sich
im Wesentlichen auf die Werthaltigkeit von Vermögenswerten, der Festlegung
der wirtschaftlichen Nutzungsdauer für Sachanlagen und Finanzimmobilien,
Klassifizierung von Leasingverträgen sowie der Bilanzierung und Bewertung
von Rückstellungen. Die aktuellen Schätzungen zur Risikovorsorge sind
aufgrund der Covid-19-Pandemie zusätzlich mit Unsicherheiten behaftet.
Den Annahmen liegen Prämissen zugrunde, die auf dem jeweils aktuellen
verfügbaren Kenntnisstand beruhen. Hinsichtlich der zukünftig erwarteten
Geschäftsentwicklung wurden die zum Zeitpunkt der Aufstellung des Einzel
-
abschlusses vorliegenden Umstände zugrunde gelegt.
So
weit es zur Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage erforderlich ist, wurden im Anhang zusätzliche
Angaben gemacht.
Wertpapiere
Die Wertpapiere werden, soweit sie nicht durch ausdrücklichen Beschluss
dem Anlagevermögen gewidmet sind, nach dem strengen Niederstwertprinzip
bewertet. Die Wertpapiere des Anlagevermögens unterliegen dem gemilder-
ten Niederstwertprinzip. Wenn die Gründe für eine Abschreibung nicht mehr
b
estehen, wird eine Zuschreibung gemäß § 208 Abs. 1 UGB vorgenommen.
Forderungen an Kreditinstitute und Kunden
Die Forderungen sind grundsätzlich zu Nennwerten bewertet. Das gemäß
IFRS 9 übernommene Wertminderungsmodell sieht tendenziell eine frühere
Bestimmung und Vorsorge für mögliche Verluste vor. Im Fokus stehen 3 Stufen,
welche die Höhe der zu erfassenden Verluste und die Zinsvereinnahmung
künftig bestimmen:
• Stufe 1 umfasst dabei alle neuen Finanzinstrumente sowie jene Positionen
für die seit Zugang des Finanzinstrumentes keine signifikante Verschlech
-
terung der Kreditqualität stattgefunden hat.
Für diese Positionen muss eine Risikovorsorge in Höhe des erwarteten
12-Monats Verlustes (Barwert der erwarteten Zahlungsausfälle, die aus
möglichen Ausfallereignissen innerhalb der nächsten 12 Monate nach dem
Abschlussstichtag resultieren) gebildet werden. Die Zinsvereinnahmung
erfolgt auf Basis des Bruttobuchwertes.
• In Stufe 2 werden all jene Finanzinstrumente transferiert für die eine sig
-
nifikante Verschlechterung der Kreditqualität seit Zugang stattgefunden
ha
t. Für diese Positionen muss eine Risikovorsorge in Höhe des über die
gesamte Restlaufzeit des Instruments erwarteten Verlustes (Barwert der
erwarteten Zahlungsausfälle infolge aller möglichen Ausfallereignisse über
die Restlaufzeit des Finanzinstruments) gebildet werden. Die Zinsverein
-
nahmung erfolgt ebenfalls auf Basis des Bruttobuchwertes.
•
Stufe 3 beinhaltet schließlich alle ausgefallenen Finanzinstrumente. Für
diese Positionen wird ebenfalls eine Risikovorsorge in Höhe des über die
gesamte Restlaufzeit erwarteten Verlustes gebildet.
Die Prüfung zur Bestimmung der Zugehörigkeit einer Forderung zu einer
bestimmten Stufe wird anhand von Transferkriterien überprüft.
Zur Bestimmung der Verschlechterung der Ausfallwahrscheinlichkeit und dem
damit verbundenen Transfer von Stufe 1 in Stufe 2 werden in der Regel drei
Komponenten betrachtet: ein quantitatives Kriterium, ein qualitatives Kriterium
und ein Backstop-Kriterium.
Für jedes Finanzinstrument werden die Kriterien nacheinander überprüft.
Schlägt ein Kriterium an, erfolgt beim quantitativen Kriterium ein Transfer des
Finanzinstruments in Stufe 2, beim Backstop-Kriterium erfolgt der Transfer
aller Finanzinstrumente des Kunden in Stufe 2.
Wesentliche „Rating-Events“ führen zu einer umgehenden Rating-Evaluierung
gemäß der internen Rating-Modelle. Da in der Oberösterreichische Landes
-
bank Aktiengesellschaft die durch IFRS 9 verlangten Kriterien gut durch die
Ra
tingsysteme abgedeckt sind, entfällt die Überprüfung der qualitativen
Verschlechterung und die Transferlogik beruht nur auf dem quantitativen
Kriterium sowie dem Backstop-Kriterium.
Das quantitative Kriterium gilt als der primäre Indikator, ob eine signifikan
-
te Verschlechterung des Kreditrisikos seit Zugang des Finanzinstruments
sta
ttgefunden hat. Es umfasst die Bestimmung der Verschlechterung des
Kreditrisikos auf Basis einer relativen und einer absoluten Schranke. Es wird
die erwartete Ausfallwahrscheinlichkeit (PD – Probability of Default) zum
Zugangszeitpunkt mit der PD zum Reporting-Stichtag verglichen. Da IFRS 9
erwartet, dass in den PDs zukunftsorientierte Information enthalten ist, wird
der Vergleich auf Basis der kumulierten Lebensdauer-PDs für die restliche
Laufzeit der Geschäfte durchgeführt.
Zur Abbildung der Erwartung der kumulierten PD der Restlaufzeit des Finan
-
zinstruments wird die kumulierte Forward-Lebensdauer-PD des Zugangszeit-
punktes verwendet. Diese wird dann mit der kumulierten PD zum Reporting-
Stich
tag verglichen.
Anhang zum Jahresabschluss
114
Anhang Jahresabschluss
Diese PDs bilden die Grundlage für den Vergleich, ob eine signifikante
Verschlechterung der Kreditqualität seit Zugang des Finanzinstruments
stattgefunden hat, wobei der Vergleich für jedes Finanzinstrument einzeln
durchgeführt wird und sowohl die relative als auch die absolute Änderung
der Lebensdauer-PD eine Rolle spielt.
Im relativen Kriterium wird das Verhältnis der erwarteten kumulierten PD
zum Zugangszeitpunkt mit der aktuellen kumulierten PD verglichen, welche
zum Reporting-Zeitpunkt beobachtet wird. Wenn dieses Verhältnis einen
bestimmten Schwellenwert überschreitet, bedeutet das, dass sich die PD
dieses Finanzinstruments aufgrund des relativen Vergleichs signifikant seit
Zugang erhöht hat. Dieser Schwellwert für das relative Kriterium wird in der
Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft mit 200 % angesetzt,
was einer Verdoppelung der PD seit Zugang entspricht.
Zusätzlich zum relativen PD-Vergleich wird auch die absolute Änderung der PD
kontrolliert. Die Messung basiert auf denselben kumulierten Lebensdauer-PDs
wie im relativen Kriterium, wobei für den absoluten Vergleich die Differenz der
PDs gemessen wird. Da im absoluten Kriterium die Differenz gemessen wird,
werden die kumulierten Lebensdauer-PDs durch Division mit der Restlaufzeit
auf Jahresebene herunter gebrochen. Diese Anpassung ist notwendig, um
den Vergleich unabhängig von der Lebensdauer eines Finanzinstruments
durchführen zu können.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft hat sich entschlos
-
sen, die „low credit risk exemption“ nicht anzuwenden und stattdessen
eine abs
olute Schranke zu verwenden, durch die es möglich ist, auch im
Investment Grade-Bereich in Stufe 2 zu migrieren. Die Schwelle für die abso-
lute Verschlechterung der PD wird in der Oberösterreichische Landesbank
Aktienge
sellschaft mit 0,5 % von der Ursprungs-PD festgelegt (absolutes
Kriterium). Hintergrund des absoluten Kriteriums ist, dass Veränderungen in
Höhe von wenigen Basispunkten, die in den sehr guten Ratingklassen eine
Verdoppelung der PD bedeuten können, nicht als signifikante Veränderung
gesehen werden.
Zur Bestimmung, ob für ein Finanzinstrument eine signifikante Verschlechte
-
rung der Kreditqualität seit Zugang laut dem quantitativen Kriterium beobachtet
w
erden konnte, muss eine signifikante Verschlechterung der Kreditqualität so-
wohl im relativen Kriterium als auch im absoluten Kriterium gemessen werden.
Die Ob
erösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft verwendet die 30
Tage Überfälligkeit-Schranke (Backstop-Kriterium) als zusätzliche Indikati
-
on, dass eine signifikante Verschlechterung des Kreditrisikos seit Zugang
de
s Finanzinstruments stattgefunden hat und alle Finanzinstrumente eines
Kunden, für den eine Forderung mehr als 30 Tage überfällig ist, werden in
Stufe 2 transferiert.
Für den Transfer von Stufe 2 in Stufe 3 wird in der Oberösterreichische Lan
-
desbank Aktiengesellschaft auf die allgemein gültige Definition des Ausfalls
l
aut Artikel 178 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 („CRR“) zurückgegriffen
dem gemäß folgende Risikopositionen als ausgefallen gelten:
• Alle Risikopositionen, bei denen die Oberösterreichische Landesbank
Aktiengesellschaft es als unwahrscheinlich ansieht, dass der Schuldner
seine Verbindlichkeiten gegenüber der Oberösterreichische Landesbank
Aktiengesellschaft und seinen Tochtergesellschaften ohne Sicherheiten
-
verwertung vollständig begleichen wird und
•
alle Risikopositionen gegenüber der Oberösterreichische Landesbank
Aktiengesellschaft und seinen Tochtergesellschaften, bei denen eine we-
sentliche Verbindlichkeit des Schuldners mehr als 90 Tage überfällig ist.
Die W
esentlichkeit einer überfälligen Verbindlichkeit wird anhand folgender
Schwellwerte beurteilt, welche sich aus einer absoluten und einer relativen
Komponente zusammensetzen. Retail: absolut: EUR 100 und relativ 1 %;
Non-Retail: absolut EUR 500 und relativ 1 %.
In Stufe 3 wird zwischen signifikanten und nicht signifikanten Forderungen
unterschieden. Jene Kreditnehmer mit einem Obligo größer TEUR 400 gelten
als signifikant. Die Höhe der Wertberichtigung wird mittels DCF-Schätzung
ermittelt und ergibt sich aus der Differenz zwischen Buchwert und Barwert der
erwarteten künftigen Cashflows. Bei nicht signifikanten Forderungen kommt
eine standardisierte Methode zum Einsatz. Aufgrund der Covid-19-Pandemie
wurden die bestehenden Bewertungsmethoden der Vorsorgebildung evaluiert
und adaptiert.
Covid-19-Krise
Gemäß IFRS 9.B5.5.1 kann es erforderlich sein, die Beurteilung signifikanter
Erhöhungen des Ausfallrisikos auf kollektiver Basis vorzunehmen und zu
diesem Zweck Informationen, die auf signifikante Erhöhungen des Ausfallri
-
sikos einer Gruppe oder Untergruppe von Finanzinstrumenten hindeuten, zu
b
erücksichtigen. IFRS 9.B5.5.5 sieht zu diesem Zweck die Zusammenfassung
von Finanzinstrumenten anhand gemeinsamer Ausfallrisikoeigenschaften vor.
Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft hat auf dieser Grund
-
lage geprüft, ob Änderungen bei der Gruppierung von Finanzinstrumenten
a
nhand gemeinsamer Ausfallrisikoeigenschaften erforderlich sind und hat
sich aufgrund der Schwierigkeiten infolge staatlicher Maßnahmen im Zu-
sammenhang mit der Covid-19-Krise (Ausgangsbeschränkungen, Betriebs-
schließungen etc.) für klar definierte Branchen entschlossen, einen kollektiven
Stag
etransfer durchzuführen.
Die OeNB hat am 8. April 2020 ihre Einschätzung für die am schwersten
betroffenen Branchen veröffentlicht. Auf dieser Grundlage hat die Oberöster
-
reichische Landesbank Aktiengesellschaft die 20 am schwersten betroffenen
Br
anchen für den kollektiven Stagetransfer ausgewählt, die sich über weite
Strecken auch mit der Einschätzung der kritischen Branchen decken, die von
der Ratingagentur Standard & Poor’s mitgeteilt wurden.
Die ausgewählten Sektoren waren damit:
• Erdöl & Erdgas
• Freizeitaktivitäten
• Information & Kommunikation
• Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen
• Hotel & Tourismus
• Transport
• Verarbeitendes Gewerbe mit potenziellen grenzüberschreitenden
Lieferketten
– Elektronik/Elektro
– KFZ
– Konsumgüter
– Kunststoffe/chemische Produkte
– Maschinen- und Anlagenbau
– Metallerzeugung und -bearbeitung
– Möbelerzeugung und -handel
– Papier und Pappe
– Pharmaindustrie und Medizintechnologie und
• Commercial Real Estate
Das Volumen dieser ausgewählten Branchen beläuft sich zum 31. Dezember
2021 auf TEUR 276.246 (2020: TEUR 296.790). Aufgrund der grundsätzlich
risikoaversen Geschäftsstrategie und infolge dessen sehr guter Portfolioqua
-
lität der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft belief sich die
A
uswirkung aus dem kollektiven Stagetransfer auf die Risikovorsorge auf rund
TEUR 700 zum 31. Dezember 2021 (2020: rund TEUR 600).
Die Throuth-the-Cycle (TTC)-PDs werden einmal jährlich im Zuge der tourli
-
chen Validierung angepasst. Die Anpassung der Point-in-Time (PiT)-Kompo-
nente erfolgt vierteljährlich, d.h. es werden immer die aktuellsten Prognosen
v
erwendet. Eine krisenbedingte Anpassung der TTC-PDs bzw. der makroöko-
nomischen Modelle erfolgte nicht.
Beteiligungen
Die Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten bewertet, sofern nicht
durch anhaltende Verluste dauernde Wertminderungen eingetreten sind, die
eine Abwertung erforderlich machen. Wenn die Gründe für eine Abschrei-
bung nicht mehr bestehen, wird eine Zuschreibung gemäß § 208 Abs 1 UGB
v
orgenommen.
Immaterielle Vermögensgegenstände sowie Sachanlagen
Der Posten Immaterielles Anlagevermögen umfasst ausschließlich erworbene
Software und Lizenzrechte. Die Vermögenswerte werden zu Anschaffungs-
kosten reduziert um die planmäßigen Abschreibungen bewertet. Die plan-
mäßige Abschreibung erfolgt linear auf Basis der geschätzten Nutzungsdauer
(zwischen vier und zehn Jahren). Die Nutzungsdauer beträgt für Standard
-
software vier Jahre. Sofern der erzielbare Betrag unter dem Buchwert liegt,
er
folgt eine außerplanmäßige Abschreibung. Für Sachanlagen betragen die
Abschreibungssätze bei unbeweglichen Anlagen 2,5 % bis 3 %, bei beweg-
lichen Anlagen 5 % bis 33 %. Geringwertige Wirtschaftsgüter werden im
Z
ugangsjahr voll abgeschrieben.
115
Jahresabschluss Anhang
Verbindlichkeiten
Die verbrieften und unverbrieften Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfül-
lungsbetrag unter Bedachtnahme auf den Grundsatz der Vorsicht angesetzt.
A
gio und Disagio aus der Begebung von eigenen Emissionen werden gemäß
der Effektivzinsmethode erfolgswirksam über die Restlaufzeit verteilt.
Rückstellungen
Bei der Ermittlung der Rückstellungen werden entsprechend den gesetzlichen
Erfordernissen alle erkennbaren Risken und drohende Verluste berücksichtigt.
Die Bewertung erfolgt zum bestmöglichen Schätzwert des notwendigen Er-
füllungsbetrages. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem
Jah
r werden mit einem marktüblichen Zinssatz von 1,0 % abgezinst.
Die Höhe der Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläumsgelder sowie
Pensionen inklusive Zuschüsse zu Krankenzusatzversicherungsbeiträgen
und Berufs- und Dienstunfähigkeitsrisiken wird nach versicherungsmathe
-
matischen Grundsätzen unter Zugrundelegung der nach IAS 19 vorgeschrie-
benen versicherungsmathematischen Bewertungsmethode der laufenden
E
inmalprämien (“Projected Unit Credit Method”) ermittelt, wobei ein stich-
tagsbezogener Rechnungszinssatz von 1,0 % (2020: 0,75 %) zur Anwendung
k
ommt. Die Festlegung des Rechnungszinsfußes erfolgte auf Basis der Zins-
bandbreite für eine Laufzeit von 10 Jahren. IAS 19 verlangt die Anwendung
v
on stichtagsaktuellen Zinssätzen, die aus laufzeitadäquaten, erstrangigen
Unternehmensanleihen abgeleitet werden. Als erstrangig werden Anleihen
angesehen, die bei Standard and Poor’s mit AA bzw. bei Moody’s mit Aa2
oder besser bewertet werden. Da in der Eurozone kein liquider Markt für
erstrangige Anleihen mit sehr langen Laufzeiten vorliegt, werden die Zinssätze
für lange Laufzeiten durch Extrapolation der aktuellen Marktzinssätze entlang
der Zinsstrukturkurve geschätzt.
Jährliche Valorisierungen, kollektivvertragliche und karrieremäßige Gehalts
-
erhöhungen wurden in Höhe von 3,0 % (2020: 3,0 %) bei den Rückstellungen
für Abf
ertigungen, Jubiläumsgelder, Pensionen sowie Berufs- und Dienstun-
fähigkeitsrisiko berücksichtigt. Für jährliche Valorisierungen der laufenden
P
ensionszahlungen wurde eine Veränderung in Höhe von 1,5 % (2020: 1,5
%) bzw. der laufenden Leistungen zu den Zuschüssen zu Krankenzusatzversi-
cherungsbeiträgen eine Veränderung in Höhe von 2,0 % (2020: 1,0 %) bei der
R
ückstellung für Pensionen herangezogen. Bei allen aktiven Dienstnehmern
wurde das frühest mögliche Pensionsantrittsalter unter Berücksichtigung
aller gesetzlichen Bestimmungen und Übergangsregelungen herangezogen.
Neben den Invalidisierungsraten, Sterberaten – welche anhand der veröffent
-
lichten Pensionstafeln AVÖ 2018-P ermittelt werden – und der Beendigung des
Dien
stverhältnisses mit dem Erreichen des Pensionsalters wurden jährliche
dienstzeitabhängige Raten für vorzeitige Beendigungen des Dienstverhält-
nisses basierend auf internen Statistiken zu dienstzeitabhängigen Fluktua-
tionsraten angesetzt.
S
onstige Rückstellungen werden für gegenwärtige Verpflichtungen gegenüber
Dritten gebildet, die bezüglich ihrer Fälligkeit oder ihrer Höhe ungewiss sind.
Bei den Verpflichtungen künftiger Zahlungen betreffend Negativzinsen wur
-
de der neuesten höchstgerichtlichen Judikatur im Zusammenhang mit der
Z
ulässigkeit der Vereinbarung eines Mindestzinssatzes Rechnung getragen.
Da nach den Gerichtsurteilen des Obersten Gerichtshofs (OGH) die endgül-
tig rechtliche Beurteilung für Nichtverbraucher noch in Klärung ist, wurden
en
tsprechende Vorsorgen getroffen. Die Schätzunsicherheit bezieht sich hier
auf das Eintrittsereignis.
Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten
Nationale Währungen jener Staaten, die nicht an der Europäischen Währungs-
union teilnehmen, werden gemäß § 58 Abs. 1 BWG zu den von der EZB veröf-
fentlichten Devisenmittelkursen des Bilanzstichtages in Euro umgerechnet.
C. Erläuterungen zum Jahresabschluss
Wertpapiere
Von der Bilanzposition Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche
Wertpapiere werden Nominale TEUR 85.520 (2020: TEUR 66.132) in dem auf
den Bilanzstichtag folgenden Jahr fällig.
Die gemäß Rechnungslegungsänderungsgesetz (RÄG) gebildete Zuschrei
-
bungsrücklage (§ 906 Abs. 32 UGB) beträgt TEUR 0 (2020: TEUR 0).
E
s errechnete sich ein Unterschiedsbetrag zwischen niedrigerem Marktwert
und Bilanzkurswert von Wertpapieren, die zu den Finanzanlagen gehören,
in Höhe von TEUR 2.043 (2020: TEUR 68). Es wurde keine außerplanmäßige
Abschreibung vorgenommen.
In den Forderungen an Kreditinstituten sind nicht zum Börsehandel zugelas
-
sene eigene verbriefte Verbindlichkeiten mit Nominale TEUR 36.090 (2020:
T
EUR 28.405) enthalten.
Im Anlagevermögen der Bank befanden sich zum 31. Dezember 2021 Wert
-
papiere mit einem Bilanzkurswert von TEUR 778.000 (2020: TEUR 792.317).
Hie
von waren Nominale TEUR 640.279 (2020: TEUR 667.445) mit einem
Bilanzkurswert von TEUR 652.263 (2020: TEUR 680.281) an festverzinslichen
Wertpapieren, 2.118.170 Stück (2020: 2.117.300 Stück) aktienähnliche Genuss
-
rechte mit einem Bilanzkurswert von TEUR 125.738 (2020: TEUR 112.036),
Nomi
nale TEUR 800 (2020: TEUR 800) mit einem Bilanzkurswert von TEUR
796 (2020: TEUR 796) als Ergänzungskapital gewidmet:
• davon in A2 Schuldtitel öffentlicher Stellen Nominale TEUR 180.100 (2020:
TEUR 175.500) enthalten
• davon in A3 Forderungen an Kreditinstitute Nominale TEUR 26.500 (2020:
TEUR 26.500) enthalten
• davon in A4 Forderungen an Kunden Nominale TEUR 145.359 (2020: TEUR
150.959) enthalten
• davon in A5 Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpa
-
piere Nominale TEUR 287.520 (2020: TEUR 313.686) enthalten
•
davon in A6 nachrangiges Kapital Nominale TEUR 800 (2020: TEUR 800),
aktienähnliche Genussrechte 2.118.170 Stück (2020: 2.117.300 Stück)
enthalten.
Im Anlagevermögen sind börsenotierte Wertpapiere mit einem Bilanzwert
von TEUR 478.635 (2020: TEUR 500.750) enthalten, die nach dem gemilderten
Niederstwertprinzip bewertet werden.
Sämtliche in den Aktivposten Schuldverschreibungen und andere festver
-
zinsliche Wertpapiere, Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere,
Be
teiligungen sowie Anteile an verbundenen Unternehmen enthaltenen zum
Börsehandel zugelassenen Wertpapiere sind auch börsenotiert.
Aufgliederung zum Börsehandel zugelassener Wertpapiere gemäß § 64
Abs.1 Z 11 BWG:
Wie Anlagevermögen bewertet in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Schuldverschreibungen und andere
festverzinsliche Wertpapiere
287.942 314.199
Aktien und andere nicht festverzinsliche
Wertpapiere
796 796
Wie Umlaufvermögen bewertet in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Schuldverschreibungen und andere
festverzinsliche Wertpapiere
231.065 194.594
Aktien und andere nicht festverzinsliche
Wertpapiere
– –
Im Aktivposten Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere sind
nicht zum Börsehandel zugelassene Wertpapiere in Höhe von TEUR 125.738
(2020: TEUR 112.036) enthalten.
116
Anhang Jahresabschluss
Bei zum Börsehandel zugelassenen Wertpapieren, die nicht die Eigenschaft
von Finanzanlagen haben, beträgt der Unterschiedsbetrag zwischen den
Anschaffungskosten und den höheren beizulegenden Zeitwerten TEUR 8.577
(2020: TEUR 9.302).
Die Gesellschaft führt ein Handelsbuch von geringem Umfang im Sinn des
Artikel 102 ff. CRR in Verbindung mit Artikel 94 CRR. Das zu Marktpreisen be
-
rechnete Volumen des Wertpapier-Handelsbuches beträgt per 31. Dezember
2021
insgesamt TEUR 0 (2020: TEUR 0).
Fristigkeiten der Forderungen und Verbindlichkeiten
Gliederung der nicht täglich fälligen Forderungen/Verbindlichkeiten an/gegen
Kreditinstitute und Kunden:
in TEUR Forderungen Verbindlichkeiten
31.12.2021 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2020
bis 3 Monate 233.180 273.423 28.409 53.983
über 3 Monate bis 1 Jahr 373.368 336.063 24.352 51.209
über 1 Jahr bis 5 Jahre 1.679.948 1.583.724 641.775 441.431
über 5 Jahre 3.354.931 3.291.005 399.025 445.430
Gesamt 5.641.427 5.484.215 1.093.561 992.053
Zum 31. Dezember 2021 beträgt das im Posten Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten enthaltene Volumen an längerfristigen Finanzierungsgeschäf-
ten aus dem TLTRO III-Programm der Europäischen Zentralbank (EZB) TEUR
600.
000 (2020: TEUR 400.000).
Im laufenden Geschäftsjahr 2021 betrug der (negative) Zinsaufwand aus dem
TLTRO III-Programm TEUR 5.881 (2020:TEUR 979).
Anlagevermögen
Die Aufgliederung des Anlagevermögens und seine Entwicklung im Berichts-
jahr sind im Anlagespiegel gemäß § 226 Abs. 1 UGB angeführt (vergleiche
Anla
ge 1 zum Anhang). Der Grundwert der bebauten Grundstücke beträgt
zum 31. Dezember 2021 TEUR 205 (2020: TEUR 205). Im laufenden Geschäfts-
jahr wurden keine Fremdkapitalzinsen (§ 203 Abs. 4 UGB) aktiviert.
Sonstige Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten
In den sonstigen Vermögensgegenständen sind Kautionen für Immobilien-
Leasingverträge in Höhe von TEUR 8.387 (2020: TEUR 8.387) mit einer Rest-
laufzeit von über einem Jahr sowie Forderungen aus der Verrechnung mit
der
steuerlichen Gruppe in Höhe von TEUR 546 (2020: TEUR 468) enthalten.
In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus der Verrech-
nung mit der steuerlichen Gruppe in Höhe von TEUR 955 (2020: TEUR 1.347)
s
owie Verbindlichkeiten für Altersteilzeit in Höhe von TEUR 486 (2020: TEUR
1.322) enthalten. Darüber hinaus sind aus der Übertragung von Darlehen
für Mietkaufobjekten an einzelne Wohnungseigentümer Verbindlichkeiten in
Höhe von TEUR 9.505 (2020: TEUR 3.690) ausgewiesen. Weiters sind sonstige
Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr in Höhe von TEUR
309 (2020: TEUR 335) enthalten.
Verbriefte Verbindlichkeiten
Bei den verbrieften Verbindlichkeiten werden im Jahr 2021 TEUR 211.810
(2020: TEUR 275.579) fällig. Per 31. Dezember 2021 waren Nominale in Höhe
von TEUR 55.000 (2020: TEUR 55.000) Anleihen des Bundes als Ersatzdeckung
für eigene Emissionen gesperrt.
Die als Sicherheiten für Tenderfazilitäten übertragenen Vermögenswerte
umfassen sowohl notenbankfähige Wertpapiere als auch Credit Claims.
Nachdem im Dezember 2020 eine weitere Sonderverzinsungsperiode (Ver
-
zinsung von 0,50 % unter dem Einlagensatz bei Erreichen des geforderten
K
reditwachstums) für die Targeted Longer-Term Refinancing Operations
(TLTROs) seitens der EZB vom Juni 2021 bis Juni 2022 sowie drei weitere
Ziehungstermine eingeführt wurden, hat die Bank im März und September
2021 mit jeweils TEUR 100.000 erneut teilgenommen. Per 31. Dezember
2021 beträgt das unter den TLTROs gezogene Volumen TEUR 600.000 (2020:
TEUR 400.000).
Das Deckungsverhältnis stellt sich zum 31. Dezember 2021 wie folgt dar:
Hypothekenbank-
geschäfte
in TEUR
Deckungs-
darlehen
Verbriefte
Verbind-
lichkeiten
+ Über-/
– Unter-
deckung
Ersatz-
deckung
Eigene Pfandbriefe 2.695.940 2.182.000 513.940 45.000
Eigene
Kommunalbriefe
672.777 443.500 229.277 10.000
Gesamt 3.368.717 2.625.500 743.217 55.000
Die nachrangigen Verbindlichkeiten – diese werden unter Bilanzposition „Er-
gänzungskapital gem. Teil 2 Titel I Kapitel 4 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013“
a
usgewiesen – setzen sich per 31. Dezember 2021 wie folgt zusammen:
Zinssatz Ergänzungs-
kapital
Nominale Zinsauf-
wand
Laufzeit
2,125 % Hypo-Wohn
Wandel
3.010 10 11.6.2021 11. 6. 20 36
2,000 % OBLA
Anleihe
6.000 2 24.11.2021 24.11. 20 31
variabel Kapital
Obligation
2.970 variabel 6.11.2000 6.11. 20 30
variabel Subordinated
FRN
25.000 variabel 8.5.2002 25.4.2042
4,125 % Nachrangige
Anleihe
3.000 124 9.12.2015 9.12.2030
variabel CMS linked
Notes
25.000 variabel 1.10.2002 1.10.2032
Der Gesamtbetrag der Zinsaufwendungen für nachrangige Verbindlichkeiten
betrug im Geschäftsjahr 2021 TEUR 456 (2020: TEUR 849).
Rückstellungen
In den sonstigen Rückstellungen sind die Drohverlustrückstellung für Derivate
in Höhe von TEUR 2.437 (2020: TEUR 7.341), offene Eingangsrechnungen in
Höhe von TEUR 3.609 (2020: TEUR 2.402), sowie die Rückstellung für dro-
hende Verluste betreffend Negativzinsen in Höhe von TEUR 12.587 (2020:
T
EUR 12.191) enthalten.
Abschließend werden unter dem sonstigen Posten Rückstellungen für Scha
-
densfälle und Prozesskosten, Jubiläumsgelder, Urlaub und Zeitausgleich sowie
R
ückstellungen für Eventualverbindlichkeiten ausgewiesen.
Eigenkapital
Gemäß § 5 der Satzung der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesell-
schaft beträgt das Grundkapital der Gesellschaft TEUR 14.664 (2020: TEUR
14.664) und ist z
erlegt in 2.017.000 Stückaktien in Form von Stammaktien. Der
Nennbetrag je Anteil für die Stammaktien beträgt EUR 7,27.
Die Gesamtkapitalrentabilität beträgt zum 31. Dezember 2021 0,27 % (2020:
0,12 %).
117
Jahresabschluss Anhang
Die nachfolgende Tabelle zeigt eine detaillierte Aufgliederung der Eigenmittel
gemäß § 64 Abs. 1 Z 16 BWG:
31.12.2021 in TEUR
unkonsolidiert
in TEUR
konsolidiert
Gezeichnetes Kapital 14.664 14.664
Aktienagio 30.549 30.549
Eigene Instrumente des harten Kernkapitals –99 –99
Rücklagen 328.420 439.940
Kumuliertes sonstiges Ergebnis –296
Abzugsposten –986 –4.232
Tier 1-Kapital 372.547 480.525
Ergänzungskapital 64.480 61.780
Übergangsbestimmungen für
Kapitalinstrumente unter Bestandsschutz
3.043 351
Tier 2-Kapital 67.523 62.130
Anrechenbare Eigenmittel 440.070 542.655
Gesamtforderungsbetrag 3.096.552 3.348.027
Erforderliche Eigenmittel (8 %) 247.724 267.842
Kernkapitalquote 12,0 % 14,4 %
Gesamtkapitalquote 14,2 % 16,2 %
Gemäß § 23 BWG beträgt der Kapitalerhaltungspuffer für das Jahr 2021
2,5 % (2020: 2,5 %). Zusätzlich zum Kapitalerhaltungspuffer ist gemäß § 6
Kapitalpufferverordnung (KP-V) in Verbindung mit § 7 Abs. 1 KP-V ebenfalls
ein Systemrisikopuffer in Form von hartem Kernkapital zu halten. Dieser ist seit
1. Jänner 2016 ausschließlich auf Basis der konsolidierten Lage darzustellen
und beträgt derzeit 0,5 % (2020: 0,5 %) vom Gesamtrisikobetrag.
Der antizyklische Kapitalpuffer wird gemäß § 140 der CRD IV als gewichteter
Durchschnitt der veröffentlichten antizyklischen Quoten jener Rechtsräume
berechnet, in denen wesentliche Kreditrisikopositionen bestehen. Zum 31. De-
zember 2021 beträgt der antizyklische Kapitalpuffer 0,0 %.
Eigene Aktien
In der am 12. November 1997 abgehaltenen außerordentlichen Hauptver-
sammlung der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft wurde
eine
Kapitalerhöhung (Mitarbeiterbeteiligung) beschlossen. Aus der Kapital-
erhöhung durch 17.000 Stück Vorzugsaktien wurden im Geschäftsjahr 1997
dem Grun
dkapital TEUR 124 und den gebundenen Kapitalrücklagen TEUR
426 zugeführt.
Mit der außerordentlichen Hauptversammlung und der gesonderten Versamm
-
lung der Vorzugsaktionäre der Oberösterreichischen Landesbank Aktienge-
sellschaft wurde am 29. September 2021 die Umwandlung von 17.000 Stück
V
orzugsaktien in Stammaktien beschlossen. Diese 17.000 Stück Stammaktien
stehen weiterhin als Mitarbeiterbeteiligung zur Verfügung.
Von den 17.000 Stück Stammaktien – vormals Vorzugsaktien (mit einem
ursprünglichen Ausgabekurs von EUR 32,34) sind zum Bilanzstichtag 3.322
Stück (2020: 3.254 Stück) im Bestand der Mitarbeiter.
Der Kurs der Mitarbeiteraktien wird im Rahmen der genehmigten IFRS-
Konzernbilanz einmal jährlich festgelegt. Die Aktien können vom Mitarbeiter
zu diesem Kurs erworben werden, ein begünstigter Verkauf liegt nicht vor.
Der Kauf und Verkauf von Mitarbeiteraktien ist ausschließlich im Monat nach
der Hauptversammlung und nur für aktive Mitarbeiter in unbefristeten und
ungekündigten Dienstverhältnissen möglich, wobei pro Mitarbeiter insgesamt
maximal 50 Stück erworben werden können. Im Jahr 2021 wurden von der
Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft 217 Aktien (2020: 370
Aktien) zum Gesamtwert von TEUR 50 (2020: TEUR 83) erworben und 285
Aktien (2020: 30 Aktien) von den Mitarbeitern zum Gesamtwert von TEUR 66
(2020: TEUR 7) rückerworben.
Zum Bilanzstichtag hält die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesell
-
schaft 13.678 Stück mit einem Nominale von TEUR 99 (2020: 13.746 Stück
mit
einem Nominale von TEUR 100) Mitarbeiteraktien, welche aufgrund der
Bestimmungen des RÄG 2014 vom gezeichneten Kapital abgezogen werden.
Gemäß § 229 Abs. 1a UGB ist in die gebundenen Rücklagen ein Betrag ein
-
zustellen, der dem Nennbetrag der erworbenen eigenen Anteile entspricht.
Die ge
bundene Gewinnrücklage beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 99 (2020:
TEUR 100). Der Unterschiedsbetrag zwischen Nominale dieser Anteile und
ihren Anschaffungskosten ist mit den freien Gewinnrücklagen zu verrechnen.
Haftungsverhältnisse
Gemäß § 8 Abs. 1 ESAEG gehört die Oberösterreichische Landesbank Ak-
tiengesellschaft als einlagenentgegennehmendes Institut (CRR-Institut) mit
Sit
z in Österreich der einheitlichen Sicherungseinrichtung nach § 1 Abs. 1
Z 1 ESAEG an, dabei handelt es sich um die Einlagensicherung AUSTRIA
Ges.m.b.H. (ESA). Jede Sicherungseinrichtung hat einen aus verfügbaren
Finanzmitteln bestehenden Einlagensicherungsfonds in Höhe von zumindest
0,8 vH der Summe der gedeckten Einlagen der Mitgliedsinstitute als Zielaus
-
stattung einzurichten. Die Beitragsverpflichtung richtet sich nach der Höhe
der ge
deckten Einlagen unter Zugrundlegung von vorher bestimmten Risiko-
faktoren (sog. risikobasierte Beitragsberechnung). Für die Oberösterreichische
Landesbank Aktiengesellschaft errechnete sich 2021 ein Beitragsanteil von
TEUR 2.201 (2020: TEUR 1.341). Der erhöhte Fondsbeitrag ist im Wesentlichen
auf die Einhebung eines Sonderbeitrag infolge der Austritte des Raiffeisen
-
sektors sowie der sBausparkasse aus dem ESA-Einlagensicherungsfonds
zurü
ckzuführen.
Im vergangenen Geschäftsjahr 2021 hat der Raiffeisensektor ein eigenes
einheitliches Einlagensicherungssystem eingeführt und ist daher aus dem
Sicherungssystem der Einlagensicherung AUSTRIA Ges.m.b.H (ESA) ausge
-
schieden. Ebenso wechselte die sBausparkasse zum sektoreigenen Siche-
rungssystem, der Sparkassen-Haftungs GmbH. In Einklang mit § 39 Abs. 2
E
SAEG wurden die in den letzten 12 Monaten vor dem Ausscheiden aus dem
Einlagensicherungsfonds geleisteten Beiträge der ehemaligen Mitgliedsinsti-
tute auf deren Sicherungseinrichtungen übertragen. Die dadurch entstandene
Un
terdeckung des ESA-Einlagensicherungsfonds wurde mit der Einhebung
eines Sonderbeitrags behoben. Für die Oberösterreichisches Landesbank
Aktiengesellschaft belief sich dieser Anteil auf TEUR 1.291.
Beitragsmindernd wirkten hingegen erste Rückflüsse aus der Insolvenzmasse
des Sicherungsfalles „Commerzialbank Mattersburg“, welche dem Einlagen
-
sicherungsfonds wieder zugeführt wurden. Nach Angaben der ESA werden in
den F
olgejahren weitere Mittelrückflüsse aus der Masse erwartet. Betreffend
der Sicherungsfälle „Anglo Austrian AAB AG“ und „AutoBank“ wird vonseiten
des Masseverwalters davon ausgegangen, dass die ESA am Ende zu 100 %
abgeschichtet werden kann und die entnommenen Mittel in den Folgejahren
wieder dem Einlagensicherungsfonds zugeführt werden.
Gewinn- und Verlustrechnung
Aus dem Bankgeschäft wurde ein Zinssaldo von TEUR 52.966 (2020: TEUR
48.901) erzielt. In den Zinserträgen sind negative Zinserträge in Höhe von
TEUR 12.646 (2020: TEUR 5.143) und in den Zinsaufwendungen sind negative
Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 11.538 (2020: TEUR 2.894) enthalten.
In der Position Aufwendungen für Abfertigungen und für betriebliche Mitar
-
beitervorsorgekassen sind Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorge-
kassen in Höhe von TEUR 209 (2020: TEUR 192) enthalten. Die Dotierung für
die R
ückstellung für Jubiläumsgelder beträgt TEUR 10 (2020: Dotierung TEUR
63). Im Geschäftsjahr 2021 wurden für beitragsorientierte Zusagen TEUR 529
(2020: TEUR 544) an die private Pensionskasse einbezahlt.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich im Wesentlichen aus
Dotierungen des Abwicklungs- und Einlagensicherungsfonds in Höhe von
TEUR 6.636 (2020: TEUR 5.294) und Aufwendungen aus bereits realisierten
Verlusten zusammen. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
beträgt TEUR 25.269 (2020: TEUR 9.225).
Unter den Wertberichtigungen auf Forderungen und Zuführungen zu Rück-
stellungen für Eventualverbindlichkeiten und Kreditrisiken ist die Dotierung der
§ 57 BWG Rücklage in Höhe von TEUR 1.968 (2020: TEUR 880) ausgewiesen.
Die latenten Steuern belaufen sich auf TEUR 1.504 (2020: TEUR 1.998) und
wurden für Unterschiedsbeträge zwischen Steuer- und Unternehmensrecht
gebildet. Im Wesentlichen handelt es sich um Unterschiedsbeträge bei den
Personalrückstellungen, Beteiligungen und der Rücklage gemäß § 57 Abs. 1
BWG. Die laufende Steuerumlage für das Geschäftsjahr 2021 beträgt TEUR
546 (2020: TEUR 468). In den sonstigen Steuern ist die Stabilitätsabgabe für
2021 in Höhe von TEUR 1.367 (2020: TEUR 1.509) enthalten.
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ist durch Ertragsteuern in
Höhe von TEUR 4.340 (2020: TEUR 768) belastet.
118
Anhang Jahresabschluss
D. Weitere Pflichtangaben
(gemäß § 64 BWG)
Die Bank hat sich im Leasinggeschäft mit Beträgen in Höhe von TEUR 0 (2020:
TEUR 0) beteiligt.
Gliederung des Gesamtbetrages der Bilanzposten in Fremdwährung:
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Gesamtbetrag der Aktiva in fremder Währung 73.749 82.179
Gesamtbetrag der Passiva in fremder Währung 121.355 122.352
Die Mündelgeldspareinlagen betragen TEUR 6.447 (2020: TEUR 7.028), als
Sicherheiten wurden TEUR 8.033 (2020: TEUR 8.032) als Deckungsstock
verwendet.
Derivate
Zur Absicherung gegen Zinsänderungsrisiken werden Asset-Swaps und
Liability-Swaps eingesetzt. In der Regel steht jedem Derivat ein abzusichern-
des Grundgeschäft gegenüber. Diese abzusichernden Grundgeschäfte sind
akt
ivseitig Wertpapiere des Eigenbestandes und passivseitig eigene Pfand-
briefe, Wohnbaubank-Anleihen, Ergänzungskapitalanleihen, Anleihen, Schuld-
scheindarlehen sowie Anleihen der Pfandbriefstelle.
W
eiters wurden Makroswaps unter Berücksichtigung der risikokompen-
sierenden Wirkung bestehender Geschäfte abgeschlossen und damit das
Marktrisik
o abgesichert, welches sich aus der Gesamtposition der Bank
ergibt. Die Nominale dieser Makroswaps beträgt TEUR 41.000 (2020: TEUR
100.000), dabei wurde ursprünglich TEUR 0 (2020: TEUR 0) für einen Absi
-
cherungszeitraum von bis zu 5 Jahren und TEUR 41.000 (2020: TEUR 100.000)
für einen Absicherungsz
eitraum > 5 Jahre abgeschlossen (längstens bis zum
Jahr 2040). Der Marktwert der Makroswaps beträgt per 31. Dezember 2021
TEUR 959 (2020: TEUR 5.094).
Darüber hinaus werden auch Währungsswaps zur Absicherung von Wech
-
selkursrisken verwendet, wobei offene Positionen in bestimmten Währungen
und L
aufzeiten geschlossen werden. Forward Rate Agreements werden zur
Absicherung gegen künftige Zinsrisiken eingesetzt.
Im Rahmen der Widmung bzw. Bildung von Bewertungseinheiten zwischen
Grundgeschäft und Sicherungsgeschäft wird ein prospektiver Effektivitätstest
durchgeführt. Sind die wesentlichen Parameter des Grundgeschäfts und
des Absicherungsgeschäfts identisch, verhalten sich aber gegenläufig, so
wird dies als vollständig effektive Sicherungsbeziehung angesehen (Critical
Terms Match).
Die retrospektive Effektivität wird durch Critical Terms Match bzw. durch
Vergleich der Wertänderungen der Grundgeschäfte mit den Wertänderungen
der Sicherungsinstrumente nach der Kompensierungsmethode (Dollar-Offset-
Methode) beurteilt. Die ineffektiven Anteile der Derivate werden, sofern negativ,
als Drohverlust rückgestellt. Im Jahr 2021 wurden TEUR 5.895 aufgelöst bzw.
TEUR 991 dotiert. Somit weist die Drohverlustrückstellung einen Wert von
TEUR 2.437 (2020: TEUR 7.341) auf.
Die Marktwerte der abgeschlossenen Derivate werden monatlich kontrolliert.
Für jeden Geschäftspartner, mit welchem ein Derivatgeschäft abgeschlossen
wird, muss eine entsprechende Kreditlinie vorhanden sein, die die Bonität des
Kreditnehmers und die angestrebten Geschäfte berücksichtigt. Im Interban
-
kenbereich wurden Collateral-Vereinbarungen in Form von Cash-Sicherheiten
– F
orderungen in Höhe von TEUR 46.827 (2020: TEUR 58.400), Verbindlich-
keiten in Höhe von TEUR 329.896 (2020: TEUR 426.180) – mit allen wichtigen
Ge
schäftspartnern abgeschlossen, um das Ausfallrisiko zu minimieren.
Zum Bilanzstichtag noch nicht abgewickelte Termingeschäfte:
in TEUR
31.12.2021
Absicherungszeitraum
*
(Ursprungslaufzeit) Gesamt-
summe
pos.
Marktwerte
neg.
Marktwerte
Buchwerte Bilanzposten
bis 5 Jahre 5 – 10 Jahre > 10 Jahre
Zinsswaps 584.200 2.068.721 2.652.921 305.689 –66.408 –2.388
Drohv erlust-
rückstellung
Basis-Swaps 165.252 165.252 26 .511 –11
Zinsoptionen 30 .411 3 0.411 45 –45
Währungsswaps 56.068 15.377 71.445 3.825 –7.102
Devisentermingeschäfte 24.815 24.815 –946
in TEUR
31.12.2020
Absicherungszeitraum
*
(Ursprungslaufzeit) Gesamt-
summe
pos.
Marktwerte
neg.
Marktwerte
Buchwerte Bilanzposten
bis 5 Jahre 5 – 10 Jahre > 10 Jahre
Zinsswaps 601.200 2.085.200 2.686.400 428.342 –93.167 –7.236
Drohv erlust-
rückstellung
Basis-Swaps 166.615 166.615 30.382 –10
Zinsoptionen 16.015 34.033 50.048 7 –7
Währungsswaps 56.068 14.613 70.681 4.087 –7.385
Devisentermingeschäfte 32.190 32.190 385
* längstens bis zum Jahr 2063
Bei den Zinsen-, Basis- und Währungsswaps erfolgte die Bewertung zur
Ermittlung der Marktwerte mittels geglätteter Forwardberechnung und Boot-
strapping-Methode; die Zinsoptionen wurden mittels des Black-Scholes-
Mo
dells bewertet. Den Marktwerten aus den Derivaten stehen gegenläufige
Marktwerte aus den Grundgeschäften gegenüber. Aus den außerbilanziellen
Geschäften gemäß § 238 Abs. 1 Z 10 UGB resultieren im Wirtschaftsjahr 2021
keine finanziellen Auswirkungen.
119
Jahresabschluss Anhang
E. Ergänzende Angaben
Die Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen
Sachanlagen betragen 2021 MEUR 1,6 (2020: MEUR 1,6) und in den Jahren
2022 bis 2026 insgesamt MEUR 7,9 (Vorjahr: 2021 bis 2025 MEUR 7,8).
Während des Geschäftsjahres 2021 waren durchschnittlich 393 (2020: 391)
Angestellte und keine Arbeiter beschäftigt. Die Organe der Bank sind in einer
gesonderten Aufstellung enthalten (Anlage 2).
Der aushaftende Stand an Vorschüssen, Krediten, Darlehen und Haftungen
für Vorstände und Aufsichtsräte beträgt zum 31. Dezember 2021 TEUR 425
(2020: TEUR 715). Die Ausleihungen wurden zu marktüblichen Bedingungen
gewährt. Rückzahlungen werden vereinbarungsgemäß geleistet.
Der Aufwand für Abfertigungen und Pensionen inklusive der Rückstellungs
-
dotation beträgt für aktive Mitglieder des Vorstandes TEUR 58 (2020: TEUR
43) und die A
uflösung für andere Arbeitnehmer und Pensionisten beträgt
TEUR 313 (2020: Aufwand in Höhe von TEUR 1.529). Die Bezüge an aktive
Mitglieder des Vorstandes beliefen sich auf TEUR 695 (2020: TEUR 742).
Der Aufwand für Pensionen an ehemalige Mitglieder des Vorstandes betrug
TEUR 8 (2020: TEUR 93). Für Mitglieder des Aufsichtsrates wurden TEUR 56
(2020: TEUR 56) vergütet.
Die Informationen gemäß Teil VIII der CRR in Verbindung mit der Offenle
-
gungsverordnung werden auf der Website unseres Institutes (www.hypo.at)
v
eröffentlicht.
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Auswirkungen der Covid-19-Pandemie
Im Bereich des operationellen Risikos wurden gemäß den BCM-Vorgaben
des Hauses Maßnahmen gesetzt, die eine Fortführung der Bank jederzeit
gewährleisten.
Alle bestehenden Regelungen sind aufrecht und einzuhalten, um einer Risi
-
koerhöhung entgegenzuwirken.
Das Liquiditä
tsrisiko wird unter der Berücksichtigung der möglichen Einfluss-
faktoren wie Funding-Zugang, Bargeld- und Einlagen-Abfluss, Neugeschäft,
Stun
dungen sowie Rahmenziehungen täglich betrachtet und berichtet. Aus
aktueller Sicht wird keine wesentliche Zunahme dieses Risikos erwartet, da
entsprechende Puffer aufgebaut wurden.
Im Bereich des Kreditrisikos profitiert die Oberösterreichische Landesbank
Aktiengesellschaft insbesondere in der Krise von einem äußerst stabilen und
gutem Portfolio. Wenngleich Stundungen im Zuge der Covid-19-Pandemie
gewährt wurden, war das davon betroffene Volumen und die Kundenanzahl
überschaubar. Zum Jahresende wurden die betroffenen Kredite bereits wie
-
der fast gänzlich in den normalen Rückzahlungsmodus übernommen. Von
b
estehenden Systemen wie Mahnwesen etc. wurde nicht abgegangen. Wie
bereits im Ausblick des Vorjahres erwähnt und erwartet, haben sich die Risi-
kovorsorgen auf Grund verschlechternder makroökonomischer Risikofaktoren
s
owie durch einen durchgeführten kollektiven Stagetransfer für Kunden aus
den am schwersten durch die Pandemie betroffenen Branchen erhöht.
Ukraine-Krieg
Aus dem direkten Kundengeschäft entsteht für die Oberösterreichische Lan
-
desbank Aktiengesellschaft aus dem Ukraine-Krieg kein direktes Risiko, da die
Ob
erösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft kein Kreditengagement,
keinen Wertpapier-Nostro-Bestand sowie keine Beteiligungen in den Ländern
Ukraine, Russland und Weißrussland hat. Lediglich eine niedrige zweistellige
Anzahl an Staatsbürgern aus den Ländern Russland und Weißrussland sind
Kunden der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft , wobei alle
ihren Wohnsitz in Österreich haben. Im Bereich der Geschäftskunden wurde
eine einstellige Zahl an Kunden identifiziert, die wirtschaftlich, zum Beispiel
über Lieferketten, Produktionen oä. in wirtschaftlicher Verbindung zu den
Ländern Ukraine, Russland sowie Weißrussland stehen. Zum derzeitigen Stand
wird allerdings von keiner Insolvenzgefahr dieser Kunden ausgegangen. Auf
die Einhaltung aller Sanktionen wird penibel geachtet, weitreichende Maßnah
-
men wurden umgehend gesetzt. Über die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs im
Rahmen der wir
tschaftlichen Entwicklung der EU beziehungsweise Österreich
kann derzeit noch keine Einschätzung getroffen werden. Erste Schätzungen
gehen von zumindest 1%-Punkt Rückgang des BIP in Österreich für 2022 aus.
Bei diesem Sachverhalt und den damit verbundenen möglichen Folgewir
-
kungen handelt es sich um ein wertbegründendes Ereignis und hat damit
k
einen Einfluss auf den Jahresabschluss 2021. Die Entwicklungen werden
weiterhin laufend beobachtet.
Sberbank Europe AG
Vor dem Hintergrund der massiven Finanzsanktionen gegen Russland hat die
Finanzmarktaufsicht (FMA) ein umfassendes Moratorium für die Europatochter
der staatlichen russischen Sberbank verhängt. Wie die FMA am 28. Februar
2022 mitteilte, darf die in Wien ansässige Bank „keinerlei Auszahlungen,
Überweisungen oder andere Transaktionen durchführen“. Das Moratorium
war bis 1. März, 23:59 Uhr, befristet. Begründet wurde die Maßnahme mit
dem drohenden Ausfall der Bank.
Die FMA hat die Einlagensicherung AUSTRIA Ges.m.b.H. (ESA) am 1. März
2022 darüber informiert, dass aufgrund der von ihr kurz vorher auf Anweisung
der EZB verfügten Untersagung der Fortführung des Geschäftsbetriebs mit
sofortiger Wirkung bei der Sberbank Europe AG der Einlagensicherungsfall
eingetreten ist. Der für die Sberbank Europe AG direkt zuständige SRB hatte
während des verhängten Moratoriums geprüft, ob eine Sanierung oder Ab
-
wicklung der Bank unter den besonderen Rechten und Pflichten des euro-
päischen Abwicklungsregimes gemäß BASaG im öffentlichen Interesse ist.
L
etztlich hat er dies im Ergebnis verneint, worauf die EZB die FMA angewiesen
hat, unverzüglich obige Maßnahmen durchzusetzen.
Die Sberbank Europe AG (vormals Volksbank International) wird bis zum
17. Juli 2022 von der ESA im gesonderten Rechnungskreis (§ 27 ESAEG)
geführt. Dies ist durch den Wechsel der Volksbank International in den Fach
-
verband der Banken & Bankiers bedingt, der mit Wirksamkeit zum 18. Juli 2012
du
rchgeführt wurde. Damit haben ALLE Sicherungseinrichtungen (also auch
die der Sparkassengruppe und der Raiffeisengruppe) von Beginn an anteilig
die für die Entschädigung der Einleger der Sberbank Europe AG erforderlichen
finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen. Grundlage für die Bestimmung der
Anteile der drei Sicherungseinrichtungen sind die gedeckten Einlagen ihrer
jeweiligen Mitgliedsinstitute zum 31. Dezember 2021. Daraus ergibt sich eine
(ungefähre) Verteilung von ESA 40 %, Raiffeisen 36 % und Sparkassen 24 %.
Die Sberbank Europe AG hat gedeckte Einlagen von ca. 950 MEUR. Auf die
ESA entfallen daher knapp 380 MEUR. Die Einhebung von Sonderbeiträgen
gemäß § 22 ESAEG ist somit für den Entschädigungsfall Sberbank Europe AG
nicht erforderlich, da die ESA über ein ausreichendes Fondsvermögen verfügt.
Für die in Folge der Verwendung der finanziellen Mittel aus dem Einlagensi
-
cherungsfonds gegebene Unterdeckung und die daraus entstehende Pflicht
zur Wie
derauffüllung kann die ESA möglicherweise die Ausnahmebestimmung
des § 58 Zif. 9b ESAEG in Anspruch nehmen. Demnach kann die FMA auf
Antrag einer Sicherungseinrichtung die Verlängerung des Endtermins für
die Erreichung der Zielausstattung des Fonds (Juli 2024) um bis zu vier Jahre
bewilligen, falls die Sicherungseinrichtung vor dem Juli 2024 insgesamt Aus
-
zahlungen in Höhe von über 0,8 vH der gedeckten Einlagen vorgenommen
ha
t. Das ist unter Berücksichtigung aller Sicherungsfälle tatsächlich der Fall.
Bilanzeid des Vorstandes:
Der Vorstand der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft er-
klärt, dass
– der vorliegende Jahresabschluss gemäß den anzuwendenden Rechnungsle-
gungsgrundsätzen ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und
E
rtragslage des Unternehmens vermittelt.
– im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnis-
ses und die Lage des Unternehmens so dargestellt sind, dass ein möglichst
ge
treues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermittelt wird, sowie
die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung
des Unternehmens beschrieben sind.
Linz, am 5. April 2022
Der Vorstand
Mag. Klaus Kumpfmüller Mag. Thomas Wolfsgruber
120
Anhang Jahresabschluss
Anlage 1 zum Anhang:
Anlagenspiegel
Bilanzposten
in TEUR
Anschaf-
fungskosten
*)
Zugänge Abgänge Anschaf-
fungskosten
Kumulierte
Abschreibung
Zugänge Zuschrei-
bungen
Abgänge Kumulierte
Abschreibung
Buchwert Buchwert
1.1.2021 2021 2021 31.12.2021 1.1.2021 2021 2021 2021 31.12.2021 31.12.2021 31.12.2020
Schuldtitel
öffentlicher
Stellen und
ähnliche
Wertpapiere
187.616 13.960 –9.431 192.145 1.861 431 –13 –31 2.248 189.897 185.755
Forderungen an
Kreditinstitute
29.187 29.187 615 310 –6 919 28.268 28.572
Forderungen an
Kunden
150.960 –5.600 145.360 145.360 150.960
Schuldver-
schreibungen
und andere
festverzinsliche
Wertpapiere
314.802 29.870 –56.724 287.948 604 206 –145 –658 7 287.941 314.198
Aktien und
andere nicht
festverzinsliche
Wertpapiere
112.832 13.702 126.534 126.534 112.832
Wertpapiere 795.397 57.532 –71.755 781.174 3.080 947 –164 –689 3.174 778.000 792.317
Beteiligungen 28.058 28.058 3.795 –2.815 980 27.078 24.263
Anteile an
verbundenen
Unternehmen
23.571 23.571 220 220 23.351 23.351
Beteiligungen
an assoziierten
Unternehmen
10.034 10.034 10.034 10.034
Beteiligungen 61.663 61.663 4.015 –2.815 1.200 60.463 57.648
Immaterielle
Vermögens-
gegenstände
31.370 1.024 –17.903 14.491 30.804 608 –17.903 13.509 982 566
Sachanlagen 14.575 209 –2.899 11. 88 5 11.699 516 –2.887 9.328 2.557 2.877
Immaterielle
Vermögensge-
genstände und
Sachanlagen
45.945 1.233 –20.802 26.376 42.503 1.124 –20.790 22.837 3.539 3.443
Gesamt 903.005 58.765 –92.557 869.213 49.598 2.071 –2.979 –21.479 27.211 842.002 853.408
*)
keine aktivierten Zinsen enthalten
121
Jahresabschluss Anhang
Anlage 2 zum Anhang:
Organe
Aufsichtsrat
Vorsitzender:
Mag. Othmar Nagl
(Generaldirektor OÖ Versicherung AG)
Stellvertretende Vorsitzende:
Dr. Heinrich Schaller
(Generaldirektor Raiffeisenlandesbank OÖ AG)
Mag. Dr. Peter Baier
(Unternehmensberater)
Mitglieder:
Ing. Volkmar Angermeier
(Präsident des Aufsichtsrates Raiffeisenlandes
-
bank OÖ AG)
Mag.
a
Jasmine Chansri bis 26.4.2021
(Geschäftsführung Volkshilfe Oberösterreich)
Mag.
a
Dr.
in
Miriam Eder, MBA ab 26.4.2021
(Leitung STST Controlling, Revision &
Compliance BBRZ-Gruppe)
Mag. Klaus Fürlinger
(Nationalratsabgeordneter, Rechtsanwalt)
Dr. Michael Glaser
(Vorstandsdirektor Raiffeisenlandesbank OÖ AG)
Mag.
a
Dr.
in
Elisabeth Kölblinger
(Steuerberaterin)
Mag. Reinhard Schwendtbauer
(Vorstandsdirektor Raiffeisenlandesbank OÖ AG)
Mag. Dr. Michael Tissot
(Steuerberater)
Vom Betriebsrat entsandt:
Kurt Dobersberger
(Betriebsrats-Vorsitzender der HYPO
Oberösterreich)
Andrea Koppe B.A., MBA
(Betriebsrats-Vorsitzender-Stellvertreterin der
HYPO Oberösterreich)
Sabine Füreder
Mag.
a
Silvia Häusler
Roland Raab
Aufsichtskommissär des Landes
Oberösterreich
Mag. Thomas Stelzer
(Landeshauptmann des Landes Oberösterreich)
Aufsichtskommissär-Stellvertreterin des
Landes Oberösterreich
Mag.
a
Dr.
in
Christiane Frauscher, LL.B., MBA
(Landesfinanzdirektorin des Landes
Oberösterreich)
Staatskommissär:
Hans-Georg Kramer, MBA, CFP
(Bundesministerium für Finanzen)
Staatskommissär-Stellvertreterin:
Mag.
a
Sigrid Part
(Bundesministerium für Finanzen)
Vorstand
Vorsitzender:
Generaldirektor Mag. Klaus Kumpfmüller
Mitglied des Vorstandes:
Vorstandsdirektor Mag. Thomas Wolfsgruber
Treuhänder
Treuhänder:
Mag. Wolfgang Claus
(Bundesministerium für Finanzen)
Treuhänder-Stellvertreterin:
Mag.
a
Katharina Lehmayer
(Präsidentin des Oberlandesgerichtes Wien)
122
Bestätigungsvermerk Jahresabschluss
Bericht zum Jahresabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Jahresabschluss der Oberösterreichische Landesbank
Aktiengesellschaft, Linz, bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember
2021, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende
Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen
Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und
Finanzlage zum 31. Dezember 2021 sowie der Ertragslage der Gesellschaft
für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit
den österreichischen unternehmens- und bankrechtlichen Vorschriften.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verord-
nung Nr 537/2014 (im Folgenden AP-VO) und mit den österreichischen Grund-
sätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze
er
fordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA).
Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind
im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des
Jahresabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrie
-
ben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den
ö
sterreichischen unternehmens-, bank- und berufsrechtlichen Vorschriften
und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung
mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns
erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum dieses Bestätigungsvermerkes
ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil
zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach
unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung
des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte
wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als
Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt
und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Werthaltigkeit von Forderungen an Kunden und Bewertung der
Rückstellung für Eventualverbindlichkeiten
Das Risiko für den Abschluss
Die Forderungen an Kunden, saldiert mit den entsprechenden Wertberichti-
gungen, umfassen in der Bilanz einen Betrag in Höhe von EUR 5.732.509.064.
W
eiters bildet die Bank Rückstellungen für das außerbilanzielle Geschäft.
Der Vorstand der Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft er
-
läutert die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zur Vorsorgebildung im
Anh
ang (Abschnitt Forderungen an Kreditinstitute und Kunden in Kapitel B.
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden).
Die Bank wendet das dreistufige Wertminderungsmodell nach IFRS 9 auch
im Jahresabschluss an.
Bericht des unabhängigen Abschlussprüfers
Bestätigungsvermerk
Einzelvorsorgen werden für Kunden gebildet, bei denen ein Ausfallsereignis
identifiziert wurde (Stufe 3 – Risikovorsorge). Die Ermittlung der Höhe der
Einzelvorsorgen für signifikante Kunden mit Ausfallsereignis unterliegen
wesentlichen Annahmen und Schätzungen. Diese ergeben sich durch die
wirtschaftliche Lage und Entwicklung des Kunden sowie durch die Bewer
-
tung von Kreditsicherheiten, da diese Auswirkungen auf die Höhe und den
Z
eitpunkt der erwarteten zukünftigen Cashflows mit sich bringen. Pauschale
Einzelvorsorgen, die für nicht signifikante ausgefallene Kunden gebildet wer-
den, basieren auf Modellen und statistischen Parametern.
Nich
t ausgefallene Kunden sind der Stufe 1 – Bildung einer Risikovorsorge in
Höhe des erwarteten 12-Monats-Kreditverlustes – oder bei einer signifikanten
Erhöhung des Kreditrisikos der Stufe 2 – Bildung einer Risikovorsorge in Höhe
des über die (gesamte) Laufzeit erwarteten Kreditverlustes – zuzuordnen.
Diese nach statistischen Methoden gebildete Portfoliovorsorgen basieren
auf Modellen und statistischen Parametern und beinhalten daher Ermes
-
sensentscheidungen und Schätzunsicherheiten, die weiterhin durch die
C
OVID-19-Pandemie beeinflusst sind.
Das Risiko für den Abschluss liegt darin, dass der Ermittlung der Risikovorsor
-
ge in bedeutendem Ausmaß Schätzungen und Annahmen zugrunde liegen.
Uns
ere Vorgehensweise in der Prüfung
Bei der Prüfung der Werthaltigkeit von Forderungen an Kunden und Bewertung
der Rückstellung für Eventualverbindlichkeiten haben wir folgende wesentliche
Prüfungshandlungen durchgeführt:
• Wir haben die Prozesse im Kreditrisikomanagement erhoben und beurteilt,
ob diese geeignet sind, Kreditausfälle rechtzeitig zu identifizieren und Vor
-
sorgen in angemessener Höhe zu bilden. Wir haben ausgewählte Schlüs-
selkontrollen auf ihre Ausgestaltung und Umsetzung sowie in Stichproben
a
uf ihre Wirksamkeit hin getestet.
• Anhand von Einzelfällen haben wir überprüft, ob das Rating entsprechend
den internen Richtlinien erfolgte und ob Ausfallsereignisse zeitgerecht
erkannt wurden. Die Auswahl dieser Testfälle erfolgte hierbei risikobasiert
unter besonderer Gewichtung der Ratingstufen mit höherem Ausfallsrisiko
sowie der Branchen, die erwartungsgemäß stärker von der COVID-19-Krise
betroffen sind. Bei festgestellten Ausfällen wurden die getroffenen Einschät
-
zungen des Managements hinsichtlich der zukünftigen Zahlungsströme und
Ann
ahmen – unter Berücksichtigung der Nachweise zur wirtschaftlichen
Lage und Entwicklung des Kunden sowie der Bewertung der Kreditsicher-
heiten – auf ihre Angemessenheit hin geprüft.
•
Wir haben im Bereich der pauschalen Einzelvorsorgen die angewendeten
Berechnungsmodelle unter Einsatz von internen Spezialisten dahingehend
beurteilt, ob diese geeignet sind, den Risikovorsorgebedarf in angemesse
-
ner Art und Weise zu ermitteln. Die rechnerische Richtigkeit der Vorsorgen
hab
en wir in Testfällen nachvollzogen.
• Bei den Portfoliovorsorgen haben wir die angewendeten Berechnungs
-
modelle einschließlich der verwendeten Inputparameter und Stufenzuord-
nungen sowie makroökonomischen Prognosen unter Einsatz von internen
Sp
ezialisten dahingehend beurteilt, ob diese geeignet sind, den Risikovor-
sorgebedarf in angemessener Art und Weise zu ermitteln. Weiters haben
wir die
Herleitung und Begründung des kollektiven Stufentransfers, sowie
die zugrundeliegenden Annahmen in Hinblick auf deren Angemessenheit
beurteilt.
123
Jahresabschluss Bestätigungsvermerk
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich.
Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäfts-
bericht, ausgenommen den Jahresabschluss, den Lagebericht und den
Be
stätigungsvermerk.
Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss erstreckt sich nicht auf diese
sonstigen Informationen, und wir geben keine Art der Zusicherung darauf.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses haben wir
die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu
würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum
Jahresabschluss oder unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnis
-
sen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
F
alls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum des Bestä-
tigungsvermerks des Abschlussprüfers erlangten sonstigen Informationen
dur
chgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche
Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet,
über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang
nichts zu berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des
Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresab-
schlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen
u
nternehmens- und bankrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild
der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner
sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die
sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu
ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von
dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter
dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit
der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzu
-
geben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der
Un
ternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter
beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unterneh-
menstätigkeit einzustellen oder haben keine realistische Alternative dazu.
D
er Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rech-
nungslegungsprozesses der Gesellschaft.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des
Jahresabschlusses
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahres-
abschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund
v
on dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk
zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit
ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in
Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen
ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern,
durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls
eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen
Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen,
wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden
könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen
wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit
den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung,
die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Ab
-
schlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische
Grun
dhaltung.
Darüber hinaus gilt:
• Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstel
-
lungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss,
planen Prüfungshandlungen als R
eaktion auf diese Risiken, führen sie durch
und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um
als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus do
-
losen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht
a
ufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose
Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte
Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen
interner Kontrollen beinhalten können.
• Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten
internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den
gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein
Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesell
-
schaft abzugeben.
•
Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern
angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der
von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der
Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
• Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung
des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmen
-
stätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der
erlangt
en Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zu-
sammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche
Zw
eifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmen-
stätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass
eine w
esentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem
Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss
aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind,
unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerun
-
gen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks
erlangt
en Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten
können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unter-
nehmenstätigkeit zur Folge haben.
124
Bestätigungsvermerk Jahresabschluss
• Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jah-
resabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss
die zugr
unde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise
wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
• Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den ge
-
planten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung
sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger
bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer
Abschlussprüfung erkennen, aus.
• Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir
die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit
eingehalten haben und uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen
Sachverhalte austauschen, von denen vernünftigerweise angenommen
werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern ein
-
schlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
•
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prü-
fungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am
b
edeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres
waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir
beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei
denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche
Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fäl
-
len, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt
w
erden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen
Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse
übersteigen würden.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche
Anforderungen
Bericht zum Lagebericht
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen
Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht
und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lagebe
-
richts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen
V
orschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen
zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen
Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach § 243a UGB zutreffenden
Angaben, und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkennt-
nisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr
Um
feld haben wir keine wesentlichen fehlerhaften Angaben im Lagebericht
festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 AP-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 27. Mai 2020 als Abschlussprüfer
gewählt und am 8. Juni 2020 vom Aufsichtsrat mit der Abschlussprüfung der
Gesellschaft für das am 31. Dezember 2021 endende Geschäftsjahr beauftragt.
Am 26. April 2021 wurden wir für das am 31. Dezember 2022 endende
Geschäftsjahr gewählt und am 19. Mai 2021 vom Aufsichtsrat mit der Ab
-
schlussprüfung beauftragt.
Wir sind
ohne Unterbrechung seit dem Jahresabschluss zum 31. Dezember
1997 Abschlussprüfer der Gesellschaft.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Jahresab
-
schluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel
11 d
er AP-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5
Abs 1 der AP-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der
Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft
gewahrt haben.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist
Herr Mag. Christian Grinschgl.
Linz, 5. April 2022
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
qualifiziert elektronisch signiert:
Mag. Christian Grinschgl
Wirtschaftsprüfer
Impressum:
Jahresfinanzbericht der
Oberösterreichische Landesbank
Aktiengesellschaft
Herausgeber:
Oberösterreichische Landesbank
Aktiengesellschaft
Eigentümer:
Oberösterreichische Landesbank
Aktiengesellschaft,
4010 Linz, Landstraße 38
Konzept und Gestaltung:
HYPO Oberösterreich, Marketing
Fotografie:
Getty Images, istock und Archiv der
HYPO Oberösterreich
Lektorat:
Helmut Maresch
4101 Feldkirchen/Donau,
St
.-Martiner-Straße 27