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2. WIRTSCHAFTLICHES UMFELD UND MARKTENTWICKLUNG
1 Bezogen auf die wesentlichen Absatzmärkte der KTM Gruppe: DE, FR, IT, UK, ES, SE, BE, NL, AT, CH, FL, DK, NO, GR, PL, SL, HU, BALTIC, USA, CAN, AUS, NZ, JP, SA, TH, CN, AR, BR, CO.
2 Motorräder = 120ccm ohne Motocross, Scooters und ATV’s, inkl. Elektromotorräder in den Märkten DE, FR, IT, UK, ES, SE, BE, NL, AT, CH, FI, NO, BALTIC.
Die weltwirtschaftlichen Aussichten sind unverändert eingetrübt.
Die Auswirkungen des seit 2022 andauernden Russisch-Ukraini-
schen Krieges, sowie die unter anderem daraus resultierenden
signifikant erhöhten Inflationsraten, haben zu einer deutlichen
Verlangsamung der Weltwirtschaft geführt. Zwar haben sich
die Prognosen im Laufe des Geschäftsjahres 2023 grundlegend
verbessert, allerdings bleiben sie hierdurch weiterhin gehemmt.
Im Zuge dessen lässt sich eine weitgehend positive Normalisierung
der Geschäfts- und Verbraucherstimmung erkennen, die Rohstoff-
preise sinken und die im vergangenen Geschäftsjahr beobachteten
Störungen in der Lieferkette erscheinen weitgehend überwunden, da
die Logistikkosten und die Lieferzeiten für notwendige Ressourcen im
Allgemeinen wieder das Niveau vor der COVID-Pandemie erreichen.
Wesentliche finanz- und gesamtwirtschaftliche Risiken bestehen zum
einen in der schwelenden Immobilienkrise in China, zum anderen
in der weiteren Entwicklung der Inflationsraten. Während sowohl
die Gesamtinflation als auch die Kerninflation, die die volatilen
Energie- und Nahrungsmittelkomponenten ausschließt, rückläufig
sind, wird erwartet, dass beide zumindest kurz- und mittelfristig
erhöht bleiben. In einer Gesamtbetrachtung sind die wirtschaftlichen
Risiken im Allgemeinen besser ausbalanciert als im vergangenen
Geschäftsjahr, aber das Risiko einer Abwärtsbewegung ist immer
noch Gegenwertig. Dies verdeutlicht die weiterhin bestehende
Unsicherheit insbesondere über den Verlauf des Krieges in der
Ukraine, seine weiteren Folgen sowie die jüngsten Unsicherheiten
über den Ausgang des aufgeflammten Krieges im Nahen Osten.
Letztlich führt die beschriebene Situation immer noch dazu, dass
die globalen Wachstumsprognosen der führenden Organisationen
auf diesem Gebiet, wie dem Internationalen Währungsfonds
(IWF), der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit
und Entwicklung (OECD) und die Weltbank, unsicherer sind als
üblich und ständig angepasst werden. Die jüngsten Schätzungen
des IWF deuten auf eine im Wesentlichen unveränderte globale
Wirtschaftswachstumsprognose von 3,1 % für 2024 und 3,2 % für
2025 im Vergleich zu früheren Schätzungen. Die im Wesentlichen
unveränderten Prognosen zeigen, dass die größten Risiken für
die globale Wirtschaftsentwicklung inzwischen ausgeglichen und
stabilisiert sind, wenngleich angesichts der oben beschriebenen
Probleme immer noch Abwärtsrisiken bestehen. Die veröffentlichten
Schätzungen basieren auf zahlreichen Annahmen zu einer Vielzahl
makroökonomischer Faktoren, insbesondere zur Preisentwicklung
fossiler Brennstoffe und anderer Ressourcen sowie zum allgemeinen
Zinsniveau.
Für Industrieländer rechnet der IWF für das Jahr 2024 mit einem
Wachstum von 1,5 % und für das nächste Jahr 2025 von 1,8 %. Für die
Euro-Zone wird für 2024 ein Wachstum von 0,9 % prognostiziert. Für
das Jahr 2025 rechnet der IWF mit einem Wachstum von 1,7 % für die
Euro-Zone, während das Wachstum insbesondere in Deutschland mit
0,5 % für 2024 und 1,6 % für 2025 unterdurchschnittlich prognosti-
ziert wird.
Für die Schwellen- und Entwicklungsländer prognostiziert der IWF
für das Jahr 2024 ein Wachstum der Wirtschaftsleistung von 4,1 %, für
2025 von 4,2 %. Für China wird eine Wachstumsrate von 4,6 % für das
Jahr 2024 und 4,1 % für das Jahr 2025 prognostiziert. Für Indien wird
ein Anstieg der Wirtschaftsleistung von 5,7 % für 2024 und von 6,8 %
für 2025 prognostiziert.
Der IWF prognostiziert Inflationsraten in Höhe von 5,8 % für 2024
und in Höhe von 4,4 % für 2025. Die künftige Entwicklung der
Weltwirtschaft hängt insbesondere von der erfolgreichen
Kalibrierung der Geldpolitik ab. Dabei muss eine Bilanz der
kumulierten Auswirkungen vergangener Zinserhöhungen gezogen
werden, die andernfalls zu erheblichen negativen Nebenwirkungen
für den Finanzsektor führen können. Darüber hinaus stellen der
Verlauf des Krieges in der Ukraine sowie neuerdings auch im Nahen
Osten und nicht zuletzt die wirtschaftliche Erholung und Nachfrage
aus China wesentliche Faktoren für die zukünftige Entwicklung
der Weltwirtschaft dar. Diese Einschätzung wird weitgehend
von der OECD und der Weltbank geteilt. Insbesondere der IWF
erklärt auch, dass sich zunehmende Divergenzen im Wirtschafts-
wachstum abzeichnen, da eine Verlangsamung des Wachstums in
fortgeschrittenen Volkswirtschaften offenbar ausgeprägter zu sein
scheint als in Schwellen- und Entwicklungsländern. Bei einer im
Wesentlichen unveränderten globalen Wachstumsprognose des
IWF ist kein größerer globaler Wirtschaftsabschwung zu erwarten,
wenngleich alle Prognosen zur globalen Wirtschaftsentwicklung
weiterhin mit erheblichen Unsicherheiten behaftet sind.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 entwickelte sich der globale
1
Motorradmarkt positiv (+2,7 %, entsprechend einem Plus von
90.000 Motorrädern). In Europa
2
stieg der Markt, gemessen an
Neuzulassungen, nach einem kleinen Einbruch im Jahr 2022 wieder
auf mehr als 800.000 Motorräder an (+11 %). Speziell die Kernmärkte
Deutschland (+12 %), Frankreich (+14 %), Italien (+15) und Spanien
(+13 %) profitieren von einer gestiegenen Nachfrage. Dadurch
stieg der Marktanteil von 10,0 % auf 10,5 % (gemessen an den drei
Kernmarken KTM, Husqvarna und GASGAS).