Jahresnanzbericht
|
2023
Lagebericht zum Konzernabschluss
Konzernabschluss
Konzernanhang
Bestätigungsvermerk zum Konzernabschluss
Jahresabschluss und Lagebericht
Bestätigungsvermerk zum Jahresabschluss
Erklärung des Vorstandes
Inhalt
109
Lagebericht
zum Konzernabschluss, per 31.12.2023 der PIERER Mobility AG, Wels
1. ENTWICKLUNG DER
PIERER MOBILITYGRUPPE 110
2. WIRTSCHAFTLICHES UMFELD
UND MARKTENTWICKLUNG 113
3. FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN 115
4. VERWEIS AUF DEN NICHTFINANZIELLEN
BERICHT 120
5. FORSCHUNG & ENTWICKLUNG UND
NEUE MODELLE 121
6. CHANCEN- UND RISIKOBERICHT 124
7. ANGABEN GEMÄSS § 243A ABS 1 UGB 130
8. WESENTLICHE MERKMALE DES INTERNEN
KONTROLLSYSTEMS § 243A ABS2 UGB 132
9. A
USBLICK 134
Lagebericht_2023
110
1. ENTWICKLUNG DER PIERER MOBILITYGRUPPE
DAS UNTERNEHMEN
Die PIERER Mobility AG ist die Dachgesellschaft für Europas
führenden Hersteller motorisierter Zweiräder und produziert eine
vollständige Premium-Markenpalette von KTM, GASGAS, Husqvarna
und MV Agusta Motorcycles. Mit ihrer Innovationskraft ist PIERER
Mobility durch ihre Motorradmarken ein wegweisender Techno-
logieführer für zweirädrige E-Mobilität. Mit Husqvarna und GASGAS
E-Bicycles wird das Zweiradsortiment komplementiert. Das Premium-
Markenangebot bietet weiters Hochleistungskomponenten der
Marke WP sowie spezielle KTM X-BOW Hochleistungssportwagen.
Infolge der strategischen Partnerschaft mit Bajaj in Indien konnte
das Unternehmen die Produktionskapazitäten in den letzten Jahren
diversifizieren und die Wettbewerbsfähigkeit auf dem globalen
Markt erhöhen. Die Kooperation mit CFMOTO in China und das Joint
Venture mit Maxcom in Bulgarien stärken sowohl die Fahrrad- als
auch die Motorradproduktion nachhaltig. Mit führender Technologie
im Bereich der Niedervolt-Elektromobilität will PIERER Mobility
weltweit Marktführer bei elektrischen Zweirädern im Leistungs-
bereich von 250W bis 15 kW werden.
Die Aktien der PIERER Mobility AG sind im „Swiss Performance Index
(SPI)“ der SIX Swiss Exchange in Zürich primärkotiert und zusätzlich
im Prime Market der Wiener Börse gelistet.
ABSATZ UND UMSATZENTWICKLUNG IM
GESCHÄFTSJAHR 2023
Die PIERER Mobility-Gruppe steigerte im Geschäftsjahr 2023
trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen und
einem Umbruch in der Fahrradindustrie den Konzernumsatz um
9,2 % auf einen neuen Rekordwert von € 2.661,2 Mio. (Vorjahr:
€ 2.437,2 Mio.). Mit 381.555 verkauften Motorrädern (Vorjahr:
375.492) im Geschäftsjahr 2023 erreichte der Motorradbereich ein
Absatzplus von rund 2 %. Aufgrund der weltweiten Überbestände
im Fahrradbereich war auch die PIERER Mobility-Gruppe mit stark
gefallenen Marktpreisen konfrontiert. Das Absatzwachstum in
der Fahrrad-Division von mehr als 30 % war geprägt von Lager-
bestandsbereinigungen und der Abgabe der Marke R Raymon. Im
Geschäftsjahr 2023 wurden 157.358 Fahrräder (Vorjahr: 118.465)
verkauft.
In den Vertriebsregionen von Europa lag der Absatz bei rund 140.000
Motorrädern (+15 %) und rund zwei Drittel der Motorräder (rund
240.000) wurden in den Märkten außerhalb Europas abgesetzt.
Trotz eines leichten Absatzrückgangs in Nordamerika schaffte es
die dortige Niederlassung dennoch zum zweiten Mal in Folge mehr
als 100.000 Motorräder abzusetzen. Während sich der Absatz in
Südamerika (-26 %) und Asien (-27 %) im abgelaufenen Geschäftsjahr
rückläufig zeigte, konnte der Absatz in Australien mit rund 19.700
abgesetzten Motorrädern leicht (+1 %) über das Vorjahresniveau
gehoben werden.
Entgegen den globalen wirtschaftlichen schwierigen Rahmen-
bedingungen ist die Nachfrage in den Kernmärkten Europa mit
+11 % (~ 820.000 neu zugelassene Motorräder) sehr stark und
in Nordamerika (USA & Kanada) mit +4 % (485.000 Motorräder)
ebenfalls auch deutlich positiv gestiegen. Der Marktanteil aller
drei Marken (KTM, Husqvarna, GASGAS) liegt somit im Jahr 2023
in Europa bei rund 10,6 % bzw. bei 12,6 % in Nordamerika. Leicht
rückgängig ist der australische (inklusive Neuseeland) Motorrad-
markt mit einem 3%-igen Rückgang auf 67.000 neu registrierte
Motorräder. Dennoch gelang in diesem Markt ein Anstieg des Markt-
anteiles der drei Marken gesamt auf 21 %. Der relevante indische
Motorradmarkt befindet sich hingegen wie im Vorjahr deutlich im
Aufschwung (+22 %). Bajaj setzte in Indien knapp 66.000 KTM und
Husqvarna Motorräder ab, resultierend in einem Marktanteil von
5,3 %.
STRATEGISCHE PROJEKTE
Im Geschäftsjahr 2023 wurde die Zusammenarbeit mit CFMOTO
weiter intensiviert und ausgebaut. Einerseits wurden im Februar
2023 die Aktivitäten in der im Geschäftsjahr 2022 gegründeten
Tochtergesellschaft CFMOTO Motorcycles Distribution GmbH,
Munderfing, aufgenommen und somit der Vertrieb von CFMOTO-
Motorrädern in Europa, insbesondere in Deutschland, Österreich, der
Schweiz, Spanien und Großbritannien übernommen. Andererseits
wurde die seit vielen Jahren bestehende Zusammenarbeit bei
Industrialisierungsprojekten im etablierten Joint Venture Zhejiang
CFMOTO-KTMR2R Motorcycles Co., Ltd., Zhejian, China, intensiviert
und die Serienproduktion von KTM-Modellen der Mittelklasse
weiter ausgebaut. Die Intensivierung des Joint Ventures und die
Zusammenarbeit in den Bereichen Produktstrategie, Produktent-
wicklung, Industrialisierung und Vertrieb ist ein weiterer Schritt, um
die steigende Marktnachfrage in China und dem asiatischen Raum,
sowie auch weltweit bedienen zu können. Darüber hinaus wird die
Produktionskapazität von 50.000 auf 100.000 Fahrzeuge erhöht. Als
Zeichen der intensivierten Zusammenarbeit erhöhte CFMOTO zudem
seine Beteiligung an der PIERER Mobility AG auf 2,0 %.
Ein wichtiger Meilenstein für das Unternehmen war der Abschluss
einer strategischen Kooperation mit dem italienischen Premium-
Motoradhersteller MV Agusta S.p.A., mit Sitz in Varese, an dem die
KTM AG bereits im November einen Anteil von 25,1 % übernommen
hat. Die KTM-Gruppe verantwortet seit dem Geschäftsjahr 2023 den
Einkauf sowie den Vertrieb in den wichtigsten europäischen Ländern,
das Marketing und die Kundenbetreuung für MV Agusta-Motorräder.
Ferner hat der Vorstand den strategischen Beschluss gefasst, die im
111
Zuge des Kooperationsvertrags eingeräumte Call-Option zum Erwerb
eines weiteren Anteils von 25,0 an der MV Agusta S.p.A. im Frühjahr
2026 auszuüben.
Weiters hat der Vorstand hat den strategischen Beschluss gefasst,
den Fokus noch stärker auf das Kerngeschäft Powered-Two-
Wheelers (Motorräder und elektrifizierte Mobility-Produkte) zu legen
und sich auf die Premiummarken KTM, GASGAS und Husqvarna
sowie MV Agusta zu konzentrieren. Aufgrund dieser Entscheidung
wurde der Verkauf der Marken R Raymon und FELT sowie die Abgabe
des Non-E-Fahrradbereiches vom Vorstand eingeleitet. In diesem
Zusammenhang wurde im September 2023 die Marke „R Raymon“
an die R RAYMON Bicycles GmbH (vormals: Johansson GmbH),
Schweinfurt, Deutschland, veräußert. Weiters wurde der Verkaufs-
prozess der Fahrradmarke FELT an ein Konsortium rund um Florian
Burguet ebenfalls eingeleitet, welcher in der ersten Jahreshälfte 2024
abgeschlossen werden soll. Florian Burguet ist als Vorstand mit Ende
Dezember ausgeschieden.
AKTIVITÄTEN UND ERFOLGE IM RENNSPORT
Motorsport
Im Mai 2023 wurde in der KTM Motohall die Ausstellung „Legends
of Dakar“ eröffnet. So konnte das Siegermotorrad, mit dem Kevin
Benavides im Januar die Rally Dakar 2023 gewonnen hatte, noch
einen stolzen Platz in der Ausstellung einnehmen. Sein Erfolg war
der bereits 19. KTM-Sieg bei der Rally Dakar in den letzten 22 Jahren.
Auch im Motocross ist PIERER Mobility mit allen Marken erfolgreich.
Jeffrey Herlings von KTM Red Bull Factory Racing brach beim Grand
Prix von Spanien zur Saisonmitte den Allzeitrekord von 101 Siegen
und erhöhte seine persönliche Erfolgsbilanz auf 103 Siege. Andrea
Adamo sicherte sich den MX2 WM Titel. Der Deutsche Manuel
Lettenbichler holte seine zweite FIM Hard Enduro Weltmeisterschaft
in Folge – eine phänomenale Quote von sechs Siegen in sechs
Rennen. Jospe Garcia triumphierte nicht nur bei den International
Six Days Enduro, sondern krönte sich auch in der EnduroGP E1
Klasse zum Weltmeister. Seit der Einführung des globalen Husqvarna
Factory Racing Teams im Jahr 2015 hat Husqvarna Motorcycles
seine Position als dominierende Kraft im Offroad-Rennsport
konsequent ausgebaut. 2023 wurde diese Erfolgsbilanz mit dem FIM
SuperEnduro-Titel von Billy Bolt auf insgesamt 116 Weltmeistertitel
verbessert. Als dritte Marke ist GASGAS im Motorsport erfolgreich
unterwegs. Jorge Prado schrieb mit seinem MXGP WM Titel
Geschichte – es war der erste Titel für GASGAS in der Motocross
Königsklasse überhaupt. In der FIM EnduroGP-Weltmeisterschaft
konnte GASGAS in den letzten Jahren seine größten Triumphe feiern.
Nachdem Andrea Verona 2022 sowohl den EnduroGP- als auch den
Enduro1-Titel gewonnen hatte, wechselte er die Klasse und stieg
2023 in die Enduro2 ein.
Der hochspezialisierte Trial-Sport ist für GASGAS nach wie vor
äußerst wichtig, da die Marke sowohl drinnen als auch draußen
weiterhin auf höchstem Niveau konkurriert. Für 2023 verpflichtete
GASGAS die TrialGP-Nummer zwei Jaime Busto, um zusammen mit
Sondre Haga, dem Trial2-Weltmeister von 2022, in der Königsklasse
anzutreten.
Im Jahr 2023 setzte allein KTM 28 Fahrer in der MotoGP™ sowie
bei Nachwuchsveranstaltungen wie dem Red Bull MotoGP™
Rookies Cup und dem Northern Talent Cup eine ganze Reihe von
jungen Talenten ein. Red Bull KTM Factory Racing feierte mit Brad
Binder zwei Siege im neuen MotoGP™-Sprintformat und errang
durch ihn und seinen neuen Teamkollegen Jack Miller insgesamt
zehn Podestplätze. KTM sicherte sich dadurch Platz zwei der
Herstellerwertung in der MotoGP™. In der Moto2™ ließ Pedro
Acosta die Konkurrenz hinter sich und holte bei seiner erst dritten
WM-Teilnahme seinen zweiten Titel, nachdem er 2021 die Moto3™
dominiert hatte. Mit ihm wird das GASGAS MotoGP™-Projekt für
2024 um ein weiteres Talent erweitert. Als zweifacher Weltmeister
ist Pedro Acosta zweifellos einer der talentiertesten Nachwuchs-
fahrer im Straßenrennsport. Er wird 2024 von Augusto Fernandez
in der Startaufstellung unterstützt, der seine zweite Saison bei Red
Bull GASGAS Tech3 antritt. In der Moto3™ feierte GASGAS Aspar
Fahrer David Alonso vier Rennsiege und acht Podiumsplatzierungen
in seiner Premierensaison. Der Spanier gilt als Favorit für die
Moto3™-Krone in der Saison 2024. Bei Husqvarna Factory Racing
ging Ayumu Sasaki nach dem vierten Platz in der 2022er Moto3™-
Weltmeisterschaft als Titelanwärter in die Saison 2023. Erneut erwies
er sich während der gesamten Saison als regelmäßiger Podiums-
kandidat und beendete die Saison als Vize-Moto3™-Weltmeister.
Teamkollege Collin Veijer lieferte ebenfalls beeindruckende
Ergebnisse ab und feierte einen Sieg in seiner Debutsaison.
Radsport
Seit 2023 bestreitet die Marke GASGAS E-Bicycles die UCI Mountain
Bike World Series, insbesondere den E-Enduro Pro World Cup.
Gemeinsam mit Industriepartnern traten Johannes Fischbach und
Alex Marin von GASGAS SRAM Racing sowie Simon Carlsson und
Alexandre Fayolle von GASGAS MOTOREX Racing an. Nach allen
fünf Runden belegte Alex Marin den 4. Platz und hielt das Podium
bereits in der allerersten Saison für GASGAS E-Bicycles in greifbarer
Nähe.
Lagebericht_2023
112
AUSWIRKUNGEN DES RUSSISCH
UKRAINISCHEN KRIEGES
Die Einschätzungen der PIERER Mobility-Gruppe zu den
Auswirkungen des Kriegsgeschehens in der Ukraine sind im
Vergleich zum Vorjahr unverändert. Die PIERER Mobility-Gruppe
hat keinen wesentlichen Grund identifiziert, ihre Schätzungen
und Erwartungen zum 31. Dezember 2023 aufgrund des Kriegs-
geschehens in der Ukraine wesentlich zu ändern. Die Gruppe verfügt
weder über Investitionen, sonstige Vermögenswerte oder sonstige
wesentliche Geschäftsbeziehungen in der Ukraine, Russland
oder Weißrussland noch hat die Gruppe wesentliche Geschäfts-
beziehungen zu Lieferanten oder Händlern in diesen Ländern.
Vor diesem Hintergrund erwartet die Gruppe keine wesentlichen
Auswirkungen auf die erwarteten zukünftigen Cashflows. Gleicher-
maßen hat die Gruppe durch den Krieg und die verhängten
Sanktionen keinen Verlust der Beherrschung, der gemeinschaft-
lichen Führung oder der Fähigkeit zur Ausübung eines maßgeblichen
Einflusses auf Unternehmen erlitten und erwartet auch
dergleichen nicht.
© CFMOTO International
113
2. WIRTSCHAFTLICHES UMFELD UND MARKTENTWICKLUNG
1 Bezogen auf die wesentlichen Absatzmärkte der KTM Gruppe: DE, FR, IT, UK, ES, SE, BE, NL, AT, CH, FL, DK, NO, GR, PL, SL, HU, BALTIC, USA, CAN, AUS, NZ, JP, SA, TH, CN, AR, BR, CO.
2 Motorräder = 120ccm ohne Motocross, Scooters und ATV’s, inkl. Elektromotorräder in den Märkten DE, FR, IT, UK, ES, SE, BE, NL, AT, CH, FI, NO, BALTIC.
Die weltwirtschaftlichen Aussichten sind unverändert eingetrübt.
Die Auswirkungen des seit 2022 andauernden Russisch-Ukraini-
schen Krieges, sowie die unter anderem daraus resultierenden
signifikant erhöhten Inflationsraten, haben zu einer deutlichen
Verlangsamung der Weltwirtschaft geführt. Zwar haben sich
die Prognosen im Laufe des Geschäftsjahres 2023 grundlegend
verbessert, allerdings bleiben sie hierdurch weiterhin gehemmt.
Im Zuge dessen lässt sich eine weitgehend positive Normalisierung
der Geschäfts- und Verbraucherstimmung erkennen, die Rohstoff-
preise sinken und die im vergangenen Geschäftsjahr beobachteten
Störungen in der Lieferkette erscheinen weitgehend überwunden, da
die Logistikkosten und die Lieferzeiten für notwendige Ressourcen im
Allgemeinen wieder das Niveau vor der COVID-Pandemie erreichen.
Wesentliche finanz- und gesamtwirtschaftliche Risiken bestehen zum
einen in der schwelenden Immobilienkrise in China, zum anderen
in der weiteren Entwicklung der Inflationsraten. Während sowohl
die Gesamtinflation als auch die Kerninflation, die die volatilen
Energie- und Nahrungsmittelkomponenten ausschließt, rückläufig
sind, wird erwartet, dass beide zumindest kurz- und mittelfristig
erhöht bleiben. In einer Gesamtbetrachtung sind die wirtschaftlichen
Risiken im Allgemeinen besser ausbalanciert als im vergangenen
Geschäftsjahr, aber das Risiko einer Abwärtsbewegung ist immer
noch Gegenwertig. Dies verdeutlicht die weiterhin bestehende
Unsicherheit insbesondere über den Verlauf des Krieges in der
Ukraine, seine weiteren Folgen sowie die jüngsten Unsicherheiten
über den Ausgang des aufgeflammten Krieges im Nahen Osten.
Letztlich führt die beschriebene Situation immer noch dazu, dass
die globalen Wachstumsprognosen der führenden Organisationen
auf diesem Gebiet, wie dem Internationalen Währungsfonds
(IWF), der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit
und Entwicklung (OECD) und die Weltbank, unsicherer sind als
üblich und ständig angepasst werden. Die jüngsten Schätzungen
des IWF deuten auf eine im Wesentlichen unveränderte globale
Wirtschaftswachstumsprognose von 3,1 % für 2024 und 3,2 % für
2025 im Vergleich zu früheren Schätzungen. Die im Wesentlichen
unveränderten Prognosen zeigen, dass die größten Risiken für
die globale Wirtschaftsentwicklung inzwischen ausgeglichen und
stabilisiert sind, wenngleich angesichts der oben beschriebenen
Probleme immer noch Abwärtsrisiken bestehen. Die veröffentlichten
Schätzungen basieren auf zahlreichen Annahmen zu einer Vielzahl
makroökonomischer Faktoren, insbesondere zur Preisentwicklung
fossiler Brennstoffe und anderer Ressourcen sowie zum allgemeinen
Zinsniveau.
Für Industrieländer rechnet der IWF für das Jahr 2024 mit einem
Wachstum von 1,5 % und für das nächste Jahr 2025 von 1,8 %. Für die
Euro-Zone wird für 2024 ein Wachstum von 0,9 % prognostiziert. Für
das Jahr 2025 rechnet der IWF mit einem Wachstum von 1,7 % für die
Euro-Zone, während das Wachstum insbesondere in Deutschland mit
0,5 % für 2024 und 1,6 % für 2025 unterdurchschnittlich prognosti-
ziert wird.
Für die Schwellen- und Entwicklungsländer prognostiziert der IWF
für das Jahr 2024 ein Wachstum der Wirtschaftsleistung von 4,1 %, für
2025 von 4,2 %. Für China wird eine Wachstumsrate von 4,6 % für das
Jahr 2024 und 4,1 % für das Jahr 2025 prognostiziert. Für Indien wird
ein Anstieg der Wirtschaftsleistung von 5,7 % für 2024 und von 6,8 %
für 2025 prognostiziert.
Der IWF prognostiziert Inflationsraten in Höhe von 5,8 % für 2024
und in Höhe von 4,4 % für 2025. Die künftige Entwicklung der
Weltwirtschaft hängt insbesondere von der erfolgreichen
Kalibrierung der Geldpolitik ab. Dabei muss eine Bilanz der
kumulierten Auswirkungen vergangener Zinserhöhungen gezogen
werden, die andernfalls zu erheblichen negativen Nebenwirkungen
für den Finanzsektor führen können. Darüber hinaus stellen der
Verlauf des Krieges in der Ukraine sowie neuerdings auch im Nahen
Osten und nicht zuletzt die wirtschaftliche Erholung und Nachfrage
aus China wesentliche Faktoren für die zukünftige Entwicklung
der Weltwirtschaft dar. Diese Einschätzung wird weitgehend
von der OECD und der Weltbank geteilt. Insbesondere der IWF
erklärt auch, dass sich zunehmende Divergenzen im Wirtschafts-
wachstum abzeichnen, da eine Verlangsamung des Wachstums in
fortgeschrittenen Volkswirtschaften offenbar ausgeprägter zu sein
scheint als in Schwellen- und Entwicklungsländern. Bei einer im
Wesentlichen unveränderten globalen Wachstumsprognose des
IWF ist kein größerer globaler Wirtschaftsabschwung zu erwarten,
wenngleich alle Prognosen zur globalen Wirtschaftsentwicklung
weiterhin mit erheblichen Unsicherheiten behaftet sind.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 entwickelte sich der globale
1
Motorradmarkt positiv (+2,7 %, entsprechend einem Plus von
90.000 Motorrädern). In Europa
2
stieg der Markt, gemessen an
Neuzulassungen, nach einem kleinen Einbruch im Jahr 2022 wieder
auf mehr als 800.000 Motorräder an (+11 %). Speziell die Kernmärkte
Deutschland (+12 %), Frankreich (+14 %), Italien (+15) und Spanien
(+13 %) profitieren von einer gestiegenen Nachfrage. Dadurch
stieg der Marktanteil von 10,0 % auf 10,5 % (gemessen an den drei
Kernmarken KTM, Husqvarna und GASGAS).
Lagebericht_2023
114
In Nordamerika stieg der Absatz (im Gegensatz zu Europa
inklusive Motocrossmodelle) ebenfalls und schließt bei knapp
490.000 verkauften Einheiten (+4 %). Der Marktanteil steigt durch
ein erreichtes Wachstum der drei Kernmarken von 11 % auf 12,6 %
(Vorjahr: 11,8 %).
Leicht rückläufig zeigt sich die Entwicklung des australischen und
neuseeländischen Marktes mit einem Rückgang von 3,2 %. Da sich
die Zulassungen von KTM, Husqvarna und GASGAS aber um
3,4 % erhöhten, konnte der Marktanteil auf 21,0 % gesteigert werden
(Vorjahr: 19,7 %). Das Gesamtvolumen beläuft sich auf knapp 67.000
Motorrädern.
Der relevante indische Motorradmarkt (S2/S3-Segment) befindet
sich abermals deutlich im Aufschwung (+22 %) und weist ein
Volumen von 1,2 Millionen verkauften Motorrädern auf. Dabei setzte
der strategische Partner Bajaj in Indien über 65.000 Motorräder
der Marken KTM und Husqvarna ab, resultierend in einem leicht
gestiegenen Marktanteil von 5,3 % (Vorjahr: 5,0 %). Der asiatische
Raum ist 2023 von Verlusten geprägt, wobei die Märkte in
Thailand (-10,4 %) und China (Premium-Importeursmarkt; -17 %) in
besonderem Maße betroffen sind. In Japan (Motorräder >250cc)
beläuft sich der Rückgang auf -6 % und fällt damit etwas geringer
aus. Der Rückgang (inklusive Hongkong, bei einem Volumen von
ca. 2.000 Motorrädern) beträgt knapp -12 % und hält sich bei einem
Volumen von nun knapp 200.000 Motorrädern. Der Marktanteil der
KTM-Kernmarken ist in dieser wichtigen Wachstumsregion dennoch
auf 5,2 % (Vorjahr 4,9 %) gestiegen.
Der Markt für New Mobility sieht sich großen Herausforderungen
gegenüber. Während die vergangenen Jahre und Erwartungen von
den Nachwirkungen des durch die Corona-Pandemie erhöhten
Nachfrageniveaus geprägt waren, deutet sich schon in der vom
Zweirad-Industrie-Verbandes (ZIV) veröffentlichten Prognose für das
Geschäftsjahr 2023 und zumindest im Folgejahr eine wesentliche
Abkühlung an. Für das gesamte Jahr 2023 prognostiziert der ZIV
einen Absatz von rund 2 Millionen elektrifizierten New Mobility-
Produkten. Dies entspricht einem Rückgang von ca. 10 % verglichen
mit dem Rekordjahr 2022, in dem ein Absatzvolumen von 2,2 Mio.
Stück erzielt wurde. Darüber hinaus ist anzumerken, dass aktuelle
makroökonomische Unsicherheiten, wie einleitend dargelegt, sowie
Einflüsse auf Verbraucherpreise nicht zuletzt aufgrund von hohen
Inflationsraten die Marktentwicklung negativ beeinflussen.
Die Prognosen deuten darauf hin, dass sich der gesamte New
Mobility-Markt einem Trend der Konsolidierung gegenübersieht.
© Marco Campelli
115
3. FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
BEDEUTSAMSTE FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN:
ERTRAGSKENNZAHLEN 2022 2023 VDG. IN %
Umsatzerlöse in € Mio. 2.437,2 2.661,2 9,2%
Betriebsergebnis vor Abschreibung (EBITDA) in € Mio. 381,1 323,5 -15,1%
EBITDA-Marge in % 15,6% 12,2%
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) in € Mio. 235,3 160,0 -32,0%
EBIT-Marge in % 9,7% 6,0%
WEITERE FINANZIELLE KENNZAHLEN:
ERTRAGSKENNZAHLEN 2022 2023 VDG. IN %
Ergebnis nach Steuern in € Mio. 170,6 76,4 -55,2%
Ergebnis nach Minderheiten in € Mio. 169,9 80,2 -52,8%
BILANZKENNZAHLEN 31.12.2022 31.12.2023 VDG. IN %
Bilanzsumme in € Mio. 2.550,6 2.952,9 15,8%
Eigenkapital in € Mio. 914,4 909,3 -0,6%
Eigenkapitalquote in % 35,8% 30,8%
Working Capital Employed
1)
in € Mio. 186,7 531,1 >100%
Nettoverschuldung
2)
in € Mio. 256,5 775,9 >100%
Gearing
3)
in % 28,1% 85,3%
CASH-FLOW UND INVESTITIONEN 2022 2023 VDG. IN %
Cash-Flow aus Betriebstätigkeit in € Mio. 280,3 -110,9 <100%
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit in € Mio. -283,1 -302,1 6,7%
Free Cash-Flow
4)
in € Mio. -2,8 -413,0 <100%
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit in € Mio. -91,3 398,7 >100%
Investitionen
5)
in € Mio. 267,5 284,0 6,1%
WERTSCHAFFUNG 31.12.2022 31.12.2023
ROCE (Return on Capital Employed)
6)
in % 19,2% 10,2%
ROE (Return on Equity)
7)
in % 20,3% 8,4%
ROIC (Return on Invested Capital)
8)
in % 15,5% 9,2%
1) Working Capital Employed = Vorräte + Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
2) Nettoverschuldung = Finanzverbindlichkeiten (kurzfristig, langfristig) - Zahlungsmittel
3) Gearing = Nettoverschuldung / Eigenkapital
4) Free Cash-Flow = Cash-Flow aus Betriebstätigkeit + Cash-Flow aus Investitionstätigkeit
5) Zugänge von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten laut Anlagespiegel; ohne Leasingzugänge (IFRS 16) iHv. € 32,5 Mio. (Vorjahr: € 25,9 Mio.)
6) ROCE: EBIT / durchschnittliches Capital Employed; Capital Employed = Sachanlagen + Firmenwert + Immaterielle Vermögenswerte + Working Capital Employed
7) ROE = Ergebnis nach Steuern / durchschnittliches Eigenkapital
8) ROIC = NOPAT / durchschnittliches Capital Employed; NOPAT = EBIT – Steuern
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GESCHÄFTSENTWICKLUNG UND ANALYSE DER
ERTRAGSKENNZAHLEN
Die PIERER Mobility-Gruppe steigerte im Geschäftsjahr 2023 trotz
schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen und einem
Umbruch in der Fahrradindustrie den Konzernumsatz um 9,2 % auf
einen neuen Rekordwert von € 2.661,2 Mio. (Vorjahr: € 2.437,2 Mio.).
Rund 97 % der Umsatzerlöse wurden außerhalb von Österreich
erzielt. Regional betrachtet entfielen 54,4 % der Umsatzerlöse auf
Europa (+7,9 Prozentpunkte zum Vorjahr), 29,2 % auf Nordamerika
inkl. Mexiko (-4,7 Prozentpunkte zum Vorjahr) und 16,4 % auf den
Rest der Welt (-3,2 Prozentpunkte zum Vorjahr).
Das operative Betriebsergebnis (EBIT) verringerte sich um rund 32 %
auf € 160,0 Mio. (Vorjahr: € 235,3 Mio.), was einer EBIT-Marge von
6,0 % entspricht. Im Motorradsegment beläuft sich die EBIT-Marge
bei rund 9 %, welches innerhalb der ursprünglich geplanten
Bandbreite von 8-10 % liegt. Demgegenüber hat die eingeleitete
Neuausrichtung des Fahrradbereiches das Ergebnis deutlich
belastet. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) liegt
mit € 323,5 Mio. um rund 15 % unter dem Vorjahreswert was einer
EBITDA-Marge von 12,2 % entspricht. Das Ergebnis nach Steuern
beträgt € 76,4 Mio. (Vorjahr: € 170,6 Mio.).
Die Gesamtabsatzzahlen der PIERER Mobility-Gruppe sowie der
Absatz von PTWs (Motorräder und E-Bicycles) stellen sich wie folgt
dar:
482.195
449.971
538.913
493.957
2023
2022
PTWs Bicycles
Absatz gesamt (Stück)
Die beiden Segmente „Motorcycles“ und „Bicycles“ stellen die
operativen Hauptbereiche der PIERER Mobility-Gruppe dar, auf deren
Entwicklung im Folgenden eingegangen wird.
MOTORCYCLES
Im Geschäftsjahr 2023 konnte in der Motorrad-Division ein Umsatz
von € 2.416,4 Mio. (Vorjahr: € 2.262,5 Mio.) erzielt werden (+6,8 %
gegenüber Vorjahr). Im Motoradbereich sind die Kosten für die Lager-
bestände der Händler trotz guter Nachfrage durch deutlich erhöhte
Zinsen stark angestiegen. Dies führte dazu, dass zur Stärkung der
Händlerstruktur verlängerte Zahlungsziele und höhere Rabatte
an die Händler gewährt werden mussten. Das EBITDA beträgt im
Geschäftsjahr 2023 € 371,0 Mio. (Vorjahr: € 381,2 Mio.) und das EBIT
liegt bei € 214,4 Mio. (Vorjahr: € 241,0 Mio.). Dies entspricht einer
EBITDA-Marge von 15,4 % (Vorjahr: 16,8 %) und einer EBIT-Marge
von 8,9 % (Vorjahr: 10,7 %).
In Europa stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresniveau
deutlich auf € 1.229,0 Mio. (Vorjahr: € 977,4 Mio.) an, was einem
Umsatzanteil von 50,9 % entspricht (Vorjahr: 43,2 %). In Nordamerika
verzeichnete der Motorradbereich einen Umsatz von € 754,4
Mio. (Vorjahr: 811,3 Mio.). Damit wurden 31,2 % des Umsatzes in
Nordamerika erzielt (Vorjahr: 35,9 %). In den übrigen Ländern sank
der Umsatz leicht gegenüber dem Vorjahr um 8,6 % auf € 432,9 Mio.
Der Umsatzanteil in den übrigen Ländern beträgt 17,9 % (Vorjahr:
20,9 %).
Mit 280.206 verkauften KTM Motorrädern, 67.462 verkauften
Husqvarna Motorrädern und 29.532 verkauften GASGAS
Motorrädern im Geschäftsjahr 2023 zusätzlich der abgesetzten
Motorräder von MV Agusta (1.852) und CFMOTO (2.503) konnte
ein Absatz von 381.555 Motorrädern (2022: 375.492 Stück) erzielt
werden (dies unter Berücksichtigung der in Indien und Indonesien
von Partner Bajaj verkauften Motorräder). Die Motorrad-Division
erreichte somit ein Absatzplus von 1,6 % und festigte damit
mit ihren drei Motorradmarken ihre Präsenz in den wichtigen
Motorradabsatzmärkten.
KTM Husqvarna Mororcyles GASGAS CFM MVA
268.575
75.266
31.651
2022
Absatz 2022 Motorräder (Stück)
375.492
280.206
67.462
29.532
2.503
1.852
2023
Absatz 2023 Motorräder (Stück)*
381.555
* beinhaltet 8.975 Stück E-Balance Bikes und 59 Stück Skutta
In den Vertriebsregionen von Europa lag der Absatz bei 140.214
Motorrädern (+14,9 %). Rund zwei Drittel der produzierten Motorräder
(241.341) wurden in Märkten außerhalb Europas abgesetzt.
117
Besonders stark war das Wachstum in Indien/Nepal, wo 66.426
Motorräder abgesetzt wurden, was einem Plus von 29,0 % im
Vergleich zum Vorjahr entspricht. Trotz eines leichten Absatzrück-
gangs in Nordamerika (-7,7 %) schaffte es die dortige Niederlassung
zum zweiten Mal in Folge mit 101.277 Stück mehr als 100.000
Motorräder abzusetzen. Während sich der Absatz in Südamerika
mit 27.671 (-26,4 %) und in Asien mit 23.129 (-27,3 %) abgesetzten
Motorrädern rückläufig zeigte, konnte der Absatz in Australien mit
19.648 abgesetzten Motorrädern leicht über das Vorjahresniveau
(Vorjahr: 19.478 Stück) gehoben werden (+1 %).
Absatz nach Regionen GJ 2023
36,7% Europa
26,5% Nordamerika
(inkl. Mexiko)
17,4% Indien / Indonesien
(über Bajaj)
19,3% Rest der Welt
Umsatz nach Regionen GJ 2023
50,9% Europa
31,2% Nordamerika
(inkl. Mexiko)
17,9% Rest der Welt
Im Geschäftsjahr 2023 wurden am Produktionsstandort Mattighofen
217.160 und damit abermals mehr als 200.000 Motorräder
produziert. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem leichten
Rückgang von -4.881 Stück bzw. -2,2 %. Unter Berücksichtigung
der von unserem Partner Bajaj Auto Ltd. in Indien produzierten
kleinmotorigen KTM- und Husqvarna-Modelle, der in Spanien
produzierten GASGAS-Trials sowie der in China mit unserem Partner
CFMOTO produzierten Modelle wurden weltweit 385.330 Motorräder
(Vorjahr: 381.823) produziert.
BICYCLES
Aufgrund der weltweiten Überbestände im Fahrradbereich war
auch die PIERER Mobility-Gruppe mit stark gefallenen Marktpreisen
konfrontiert. Das Absatzwachstum in diesem Segment mit den
Marken Husqvarna, R Raymon, GASGAS und FELT von rund 33 %
war geprägt von Lagerbestandsbereinigungen und der Abgabe der
Marke R Raymon. Im Geschäftsjahr 2023 wurden 157.358 Fahrräder
(Vorjahr: 118.465) verkauft, davon 100.640 E-Bicycles (Vorjahr: 74.479).
Im Fahrradbereich stellt die DACH-Region nach wie vor den größten
Absatzmarkt mit rund 60% dar. Der Absatzanteil in der Fahrrad-
Division in Nordamerika lag in 2023 bei 10 %.
Im Geschäftsjahr 2023 konnte in der Fahrrad-Division ein Umsatz
in Höhe von € 240,7 Mio. erzielt werden (Vorjahr: € 171,2 Mio.). Dies
bedeutet ein Umsatzplus von 40,6 % im Jahresvergleich. Das EBITDA
lag in 2023 bei € -41,8 Mio. (Vorjahr: € 6,5 Mio.) und das EBIT bei €
-47,1 Mio. (Vorjahr: € 2,5 Mio.).
Von den im Geschäftsjahr 2023 abgesetzten E-Bicycles wurden
69,9 % unter der Marke R Raymon, 20,7 % unter der Marke Husqvarna
E-Bicycles sowie 7,6 % unter der Marke GASGAS verkauft. Die
Absätze der Fahrräder ohne Elektroantrieb verteilen sich auf die
beiden Marken R Raymon mit 60,0 % und FELT mit 37,8 % (im Vorjahr
annähernd gleich).
(E-)Bicycles
Bicycles
100.640
56.718
2023
Absatz 2023 (E-)Bicycles (Stück)
157.358
74.479
43.986
2022
Absatz 2022 (E-)Bicycles (Stück)
118.465
Rund 87 % des Absatzes entfallen auf Europa und hier insbesondere
auf die DACH-Region. Weitere 10 % betreffen die nordamerikanische
Vertriebsregion und der restliche Absatz (rund 3 %) betrifft Asien,
Südamerika und Australien.
Lagebericht_2023
118
Absatz nach Regionen GJ 2023
60,1% DACH-Region
26,6% Restliches
Europa
13,4% Rest der Welt
Umsatz nach Regionen GJ 2023
71,8% DACH-Region
17,4% Restliches
Europa
10,8% Rest der Welt
BILANZANALYSE
Die Bilanzstruktur der PIERER Mobility-Gruppe setzt sich wie folgt zusammen:
2022 2023
Mio. € in % Mio. € in %
Langfristige Vermögenswerte 1.195,8 46,9% 1.333,8 45,2%
Kurzfristige Vermögenswerte 1.354,8 53,1% 1.619,1 54,8%
Vermögenswerte 2.550,6 100,0% 2.952,9 100,0%
Eigenkapital 914,4 35,8% 909,3 30,8%
Langfristige Schulden 625,6 24,5% 1.130,0 38,3%
Kurzfristige Schulden 1.010,6 39,6% 913,6 30,9%
Eigenkapital und Schulden 2.550,6 100,0% 2.952,9 100,0%
Die Bilanzsumme der PIERER Mobility-Gruppe erhöhte sich
gegenüber dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 von
€ 2.550,6 Mio. auf € 2.952,9 Mio. um 15,8 %.
Die Erhöhung der langfristigen Vermögenswerte von € 1.195,8
Mio. auf € 1.333,8 Mio. liegt insbesondere analog zu den Vorjahren
im Bereich von Entwicklungsprojekten, welche über den
Abschreibungen liegen und zu einer Steigerung der immateriellen
Vermögenswerte führten. Zudem stieg auch das Sachanlage-
vermögen insbesondere aufgrund von Investitionen in den
Produktionsstandort von PIERER MAXCOM Mobility OOD in
Bulgarien.
Innerhalb der kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich
insbesondere die Vorräte um € 203,3 Mio. Die weiteren wesentlichen
Veränderungen betreffen einerseits den Anstieg der Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von € 80,4 Mio. und
andererseits die Reduktion der Zahlungsmittel in Höhe von
€ 19,8 Mio. Dies führte insgesamt zu einer Erhöhung der kurzfristigen
Vermögenswerte um 19,5 % auf € 1.619,1 Mio.
Die kurzfristigen Schulden reduzierten sich gegenüber dem
31. Dezember 2022 um € 97,0 Mio. (-9,6 %). Die Reduzierung ist
größtenteils auf das Sinken der Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen in Höhe von € -60,6 Mio. sowie Rückstellungen in
Höhe von € -22,2 Mio. zurückzuführen. Die im Vorjahr eingestellte
Rückstellung in Höhe von € 20,2 Mio., welche im Rahmen der
Kooperationsvereinbarung mit MV Agusta gebildet wurde, wurde in
2023 vollständig verbraucht.
Die langfristigen Schulden erhöhten sich um 80,6 % auf
€ 1.130,0 Mio. Der Anstieg ist größtenteils auf die Erhöhung der
Finanzverbindlichkeiten und hier insbesondere aus der Aufnahme
eines Schuldscheindarlehens mit einem Volumen von € 300,0 Mio.,
einem Forschungsdarlehen der Europäischen Investitionsbank in
Höhe von € 100,0 Mio. sowie einer Namensschuldverschreibung in
Höhe von € 50 Mio. zurückzuführen.
Das Eigenkapital verringerte sich im Geschäftsjahr 2023 um € 5,1
Mio. von € 914,4 Mio. auf € 909,3 Mio. Einerseits wurde durch das
Ergebnis nach Steuern in Höhe von € 76,4 Mio. das Eigenkapital
gestärkt. Andererseits führten Dividendenzahlungen in Höhe von
€ 68,1 Mio. zu einer Verringerung des Eigenkapitals. Die sonstigen
Effekte in Höhe von € -13,4 Mio. betreffen im Wesentlichen die
ergebnisneutrale Erfassung von Fremdwährungsdifferenzen, die
Bewertung von Finanzinstrumenten sowie die Neubewertung der
119
Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen. Die
Eigenkapitalquote liegt mit 30,8 % aufgrund der beschriebenen
Bilanzerhöhung unter dem Wert per 31. Dezember 2023 von 35,8 %.
LIQUIDITÄTSANALYSE
Der Cash-Flow aus dem operativen Bereich lag im Geschäftsjahr
2023 bei € -110,9 Mio. und damit deutlich unter dem Vorjahreswert
von € 280,3 Mio., wofür insbesondere der Anstieg im Working
Capital hauptverantwortlich war. Der Zahlungsmittelabfluss aus
Investitionen betrug € -302,1 Mio. und liegt insgesamt über dem
Vorjahreswert von € -283,1 Mio. Dieser Anstieg resultiert im
Wesentlichen aufgrund der höheren Auszahlungen für den Erwerb
von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen
(Effekt € -66,4 Mio.).
Wie schon erläutert, sind die Kosten für die Lagerbestände der
Händler im Motorradbereich trotz guter Nachfrage durch deutlich
erhöhte Zinsen stark angestiegen. Dies führte dazu, dass zur
Stärkung der Händlerstruktur verlängerte Zahlungsziele und
höhere Rabatte an die Händler gewährt werden mussten. Auf
Grund der ausreichend vorhandenen Liquiditätsreserven konnte
die PIERER Mobility AG neben ihren Händlern auch die Lieferanten
entsprechend unterstützen, um auch deren finanzielle Situation
zu stabilisieren und die durch das gestiegene Zinsniveau deutlich
erhöhten Belastungen zu dämpfen. Die damit einhergehende
negative Auswirkung auf den Free Cash-Flow, der sich im Jahr
2023 auf € -413,0 Mio. beläuft (Vorjahr: € -2,8 Mio.), wurde dadurch
bewusst in Kauf genommen.
Nach Berücksichtigung des Cash-Flows aus Finanzierungsaktivi-
täten in Höhe von € 398,7 Mio. verringerten sich die liquiden Mittel im
Vergleich zum 31. Dezember 2022 um € 19,8 Mio. (inklusive Fremd-
währungseffekte von € -5,4 Mio.) auf € 259,0 Mio.
Durch die starke Eigenkapitalbasis und die langfristigen Finanzie-
rungen stehen ausreichende Liquiditätsreserven nachhaltig zur
Verfügung.
INVESTITIONEN
Im laufenden Geschäftsjahr wurden in der PIERER Mobility-Gruppe
Gesamtinvestitionen in Höhe von € 316,5 Mio. (Vorjahr: € 293,4 Mio.)
inklusive IFRS 16 Leasingzugänge in Höhe von € 32,5 Mio. (Vorjahr:
€ 25,9 Mio.) getätigt. Die Investitionen ohne Leasingprojekte verteilen
sich auf Entwicklungsprojekte (inkl. Werkzeuge), Sachanlagen und
immaterielle Vermögensgegenstände wie folgt:
GJ 2023
284,0 Mio. Euro
GJ 2022
267,5 Mio. Euro
44,0
Immaterielle Vermögensgegenstände
62,1
Sachanlagen
161,4
F&E (inkl. Werkzeuge)
32,6
Immaterielle Vermögensgegenstände
56,3
Sachanlagen
195,1
F&E (inkl. Werkzeuge)
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden wie gewohnt hohe
Investitionen in Serienentwicklungsprojekte (inkl. Werkzeuge)
vorgenommen. Der Anteil an den Investitionen in Entwicklungs-
projekte (inkl. Werkzeuge) zu den Gesamtinvestitionen betragen
69 % und liegen somit über dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 60 %).
Die nachhaltig hohen Investitionen in die Serienproduktentwicklung
stellen einen der wesentlichen Erfolgsfaktoren der PIERER Mobility-
Gruppe dar. Auch die Investitionen in die Infrastruktur (Sachanlagen)
lagen mit 20 % leicht unter dem Vorjahresniveau von 23 %. Weitere
11 % (Vorjahr: 17 %) entfielen auf immaterielle Vermögensgegen-
stände (IT, Lizenzen).
Die Investitionen der vergangenen Jahre haben die notwendigen
Produktionskapazitäten für die kommenden Jahre gesichert. Der
Fokus der Investitionen lag und liegt daher auf anderen Projekt-
themen, insbesondere auf der (Weiter-)Entwicklung bestehender
und neuer Modelle, der Elektromobilität und der High-Tech-Moderni-
sierung. Diese markieren für die PIERER Mobility Gruppe derzeit und
auch in Zukunft die oberste Priorität der Investitionen. Im Einklang
mit den strategischen Zielen werden die Ausgaben für Investitionen
in Forschung und Entwicklung auf dem bereits hohen Niveau der
vergangenen Jahre bleiben.
Eine der bedeutendsten Einzelinvestitionen im Geschäftsjahr 2022
war der Weiterbau und die Fertigstellung des neuen Headquarters
von KTM North America in Murrieta, Kalifornien. Das Firmengelände
wurde auf einer Fläche von ca. 14.000 m² errichtet und umfasst
Büro- und Motorsportgebäude sowie Lagerflächen. Am 28. März
2023 fand die Eröffnungsfeier in Murrieta statt. Mit einem Gesamt-
investitionsvolumen von rund 55 Mio. USD stellt dies eine der
größten Einzelinvestitionen in der Geschichte der PIERER Mobility-
Gruppe dar.
Wesentliche Investitionsprojekte in 2023 sind wie in den Vorjahren
vor allem Entwicklungsprojekte und der Kauf von Werkzeugen und
Anlagen.
Lagebericht_2023
120
4. VERWEIS AUF DEN NICHTFINANZIELLEN BERICHT
Die Gesellschaft erstellte für die PIERER Mobility-Gruppe einen
konsolidierten nichtfinanziellen Bericht gemäß § 267a UGB für
das Geschäftsjahr 2023, welcher Angaben zu Konzepten, nicht-
finanziellen Risiken, Due Diligence Prozessen sowie Ergebnissen
und Leistungsindikatoren hinsichtlich Umwelt-, Sozial- und Arbeit-
nehmerbelangen, der Achtung von Menschenrechten, sowie der
Bekämpfung von Korruption und Bestechung, enthält. Dieser Bericht
wurde vom Aufsichtsrat gemäß § 96 AktG geprüft und ist online
verfügbar unter https://www.pierermobility.com/nachhaltigkeit/
publikationen.
Der Corporate Governance Bericht ist auf der Webseite der
Gesellschaft verfügbar unter https://www.pierermobility.com/
investor-relations/corporate-governance.
© CFMOTO International
121
5. FORSCHUNG & ENTWICKLUNG UND NEUE MODELLE
Für die PIERER Mobility AG als führender Hersteller von Premium
Powered-Two-Wheelers (PTW)-Fahrzeugen in Europa ist es
erklärtes Ziel, durch kontinuierliches Wachstum die Vorreiterrolle
in Bezug auf Technologie, Vertrieb und Image in der Motorradwelt
weiter auszubauen. Der Bereich Forschung- und Entwicklung steht
daher seit Jahren besonders im Fokus. Als Resultat der verfolgten
F&E-Strategie entstehen innovative Produkte, die den hohen Kunden-
erwartungen hinsichtlich Technologie und Performance gerecht
werden. Gleichzeitig ermöglicht dies, nachhaltig neue Märkte zu
erschließen.
Besonders hohe Priorität wird dabei der frühzeitigen Erkennung von
Trends im Powered Two-Wheeler (PTW)-Segment und der Weiter-
entwicklung des Produktportfolios in technischer und funktioneller
Sicht beigemessen. Gleichzeitig wird hohes Engagement zur
Verfolgung, Erkennung und Umsetzung der Kundenanforderungen
an die Produkte und Dienstleistungen der PIERER Mobility-Gruppe
aufgebracht, um die in der Vergangenheit erarbeitete Vorreiterrolle
weiter auszubauen und eine marktnahe Produktentwicklungs-
strategie gewährleisten zu können.
Dank der global agierenden Forschungs- und Entwicklungs-
organisation verfügt die PIERER Mobility-Gruppe über ein Netzwerk
an hoch qualifizierten Mitarbeitern etwa im Bereich Konstruktion,
Berechnung und Simulation. Dieses Netzwerk wird durch den
betriebsinternen Maschinen- und Anlagenpark, der für Produktion,
Aufbau und Validierung neu entwickelter Prototypen verantwortlich
ist, unterstützt. Diese Kombination ermöglicht es, mit hoher
Flexibilität auf sich ändernde Anforderungen und die damit einher-
gehende Komplexität zu reagieren.
Zum Stichtag 31.12.2023 beschäftigte das Unternehmen 1.302
Mitarbeiter (Vorjahr: 976), das entspricht 21,1 % der gesamten
Belegschaft. Operativ, ohne Nebeneffekt aus der Aktivierung und
Abschreibung von Entwicklungsaufwendungen, wurden 9,2 %
des Gesamtumsatzes für den Bereich Forschung und Entwicklung
aufgewendet, dies entspricht in absoluten Werten € 244,4 Mio.
(Vorjahr: € 213,2 Mio.).
Der Forschungs- und Entwicklungsbereich der PIERER Mobility-
Gruppe, gebündelt in der KTM Forschungs- und Entwicklungs
GmbH (KTM F&E GmbH), ist mit dezentralen Standorten in Europa
(insbesondere Österreich und Spanien) sowie Amerika global
organisiert. Die zentrale Steuerung der Entwicklungsprogramme
erfolgt im F&E-Hauptquartier in Mattighofen sowie in Munderfing, wo
ein Großteil der Mitarbeiter aus dem Forschungs- und Entwicklungs-
bereich angesiedelt ist. Das Forschungs- und Entwicklungszentrum
am Hauptsitz in Mattighofen ist ein Innovationsstandort mit einer
Nutzfläche von über 20.000 m². Hier werden richtungsweisende
Produkte für das Powersport-Segment konzipiert, entwickelt und mit
modernsten Mitteln erprobt.
Die KTM Technologies GmbH mit Sitz in Anif bei Salzburg, ist
organisatorisch Teil der KTM F&E GmbH und gilt als Spezialist
für die Mobilität der Zukunft, insbesondere in den Bereichen
Konzept-, Technologieentwicklung und Leichtbau. Erfolgsfaktor
ist die anwendungsorientierte Entwicklung neuer Lösungen
und Technologien. Sehr hohe Expertise besteht im Bereich der
Entwicklung von Fahrzeugkonzepten, unter anderem durch den
Einsatz von Multimaterial, Composite und additiven Fertigungs-
technologien. Die KTM Technologies GmbH arbeitet als
Innovations-Hub eng mit der KTM F&E GmbH und Kunden aus
anderen Industriezweigen zusammen. Zum Kreis von Partnern
und Kunden gehören etablierte OEMs und Start-Ups aus Branchen
wie Automobil und Luftfahrt, Maschinenbau und der Sportartikel-
industrie. Durch das branchenübergreifende Leistungsportfolio
profitieren sowohl die Unternehmensgruppe als auch Drittkunden
von einem breiten Know-how-Spektrum und den Möglichkeiten des
Technologietransfers.
Mit der Markteinführung der KTM Freeride E im Jahr 2014 gilt
die PIERER Mobility-Gruppe als Pionier auf dem Gebiet der
Elektromobilität. In den letzten Jahren wurde das Spektrum an elektri-
fizierten Fahrzeugen verschiedener Leistungskategorien auf alle
Konzernmarken ausgedehnt. Die Entwicklung elektrifizierter Motor-
radmodelle erfolgt zum überwiegenden Teil in dem hauseigenen
Kompetenzzentrum in Anif bei Salzburg.
Da elektrifizierte Antriebssysteme zum gegenwärtigen Zeitpunkt
aufgrund ihrer geringen Leistungsdichte mit weitreichenden
Einschränkungen hinsichtlich der Nutzbarkeit eines Motorrads
einhergehen, zählt insbesondere die Reduktion der Abgas- und
Lärmemissionen im Bereich des Verbrennungsmotorenportfolios
der PIERER Mobility-Gruppe zu den wesentlichen Arbeitspaketen
des abgelaufenen Forschungsjahres. Um die oberen Fahrzeug-
segmente mit höheren Leistungs- und Reichweitenanforderungen
weiterhin dynamisch betreiben zu können, wurde beispielsweise die
Untersuchung zukunftsfähiger synthetischer Kraftstoffe, sogenannter
E-Fuels, und die Erprobung von Kraftstoffen mit erhöhtem
Bioethanol-Anteil intensiv vorangetrieben.
Das Lärmemissionsverhalten von Motorrädern hat sich in den
vergangenen Jahren zu einem bedeutenden Akzeptanzkriterium für
diese Fahrzeugkategorie entwickelt. Da es für Offroad-Sportmotor-
räder noch keine einheitlichen Homologationsstandards vorgegeben
sind, wurde im Geschäftsjahr 2023 die Erforschung der Geräusch-
quellen dieser Modelle und davon abgeleiteten Lösungsansätzen zur
signifikanten Reduktion von Lärmemissionen fortgesetzt.
Hinsichtlich der Abgasemission wurde mit der Entwicklung einer
neuen Powerpackgeneration (Leistungsklasse 110-170 kW) für das
Modelljahr 2029 gestartet. Projektziel ist es, den CO-Verbrauch im
WMTC-Zyklus im Vergleich zum Vorgängermodell um
20-35 % zu reduzieren. Für den Serieneinsatz der neuen
Lagebericht_2023
122
Power-Packs soll eine Top-Down-Strategie erarbeitet werden. Im
ersten Schritt ist es geplant, ab dem Jahr 2029 die Premiummodelle
mit diesem Antriebsstrang auszustatten. In späteren Modelljahren
soll diese Powerpackgeneration auch in weiteren Segmenten zum
Einsatz kommen.
Die KTM F&E GmbH engagiert sich weiterhin als Gründungsmitglied
des Swappable Batteries Motorcycle Consortium (SBMC). Ziel ist
es, durch internationale Standardisierung des Batteriesystems die
Kundenerwartungen hinsichtlich Reichweite, Ladezeit und Kosten
zu erfüllen und so einen wichtigen Beitrag zur weiteren Verbreitung
elektrifizierter Mobilitätskonzepte in urbanen Lebensbereichen zu
leisten. Während sich die Aktivitäten im Jahr 2022 hauptsächlich
auf die Definition einheitlicher technischer Spezifikationen für
das Batteriesystem innerhalb der Mitgliederbasis konzentrierten,
umfassten die Aktivitäten im Jahr 2023 die Entwicklung von Batterie-
prototypen durch ausgewählte Lieferanten. Das Hauptziel der ersten
Phase des Prototyping ist die Validierung und Verfeinerung der
Spezifikationen.
Die Virtualisierung der Produktentwicklung ist ein wichtiger Baustein
zur Reduktion von Entwicklungszeiten, -kosten und Qualitätsrisiken.
Letztlich ist die physische Freiprüfung von Komponenten und
Gesamtfahrzeugen auf entsprechenden Prüfständen ein unerläss-
licher Baustein in der Erprobung von Neuprodukten. Hierzu wird
am Standort Anif eine Prüffläche im Ausmaß von 300 m² betrieben,
um entwicklungsbegleitend die Qualitätssicherung der Produkte
gewährleisten zu können.
Die 2022 gestartet Initiative zur modularen Elektronikplattform wurde
2023 fortgesetzt und konnte bereits in erste Fahrzeuge wie beispiels-
weise die 1390 SUPER DUKE R für den Markt eingeführt werden. Ziel
dieser modularen Plattform sind standardisierte Schnittstellen, um
so einen schnellen Austausch von Komponenten gewährleisten zu
können.
Konnektivität-Funktionen, die einen Datenaustausch zwischen
Fahrzeug und Zubehör wie etwa Smartphones ermöglichen,
wurden in den letzten Jahren intensiv weiterentwickelt und
zählen insbesondere im Premiumsegment zu unverzichtbaren
Ausstattungsmerkmalen. Neben der Entwicklung von Komfort-
funktionen wie Telefonie und Navigation stellen insbesondere
die Entwicklung und Erprobung von Kommunikationssystemen
zwischen dem Motorrad und anderen Fahrzeugen bzw. zwischen
dem Motorrad und (Verkehrs-)Infrastruktur, wie etwa Ampelanlagen,
einen zentralen Bestandteil der Aktivitäten des Berichtsjahres dar.
Darüber hinaus wurde auch an der Nutzung von (Fahrzeug-)Daten
geforscht – vor allem im Kontext der Produktentwicklung. So ist
unter anderem mit der Beschaffung, Herstellung und Instandhaltung
von physischen Prototypen ein erheblicher Ressourcenaufwand
verbunden. Durch Einführung virtueller Entwicklungsmethoden kann
der Aufwand für die Erprobung physischer Bauteile und Baugruppen
bis hin zum Gesamtfahrzeug erheblich reduziert und gleichzeitig
eine Verbesserung des späteren Produktes erzielt werden. Diese
virtuellen Ansätze können etwa bei der Digitalisierung in der Leucht-
körperentwicklung angewandt werden.
Der Einsatz hochwertiger Materialien in allen Fahrzeugen, die
darin begründete Reduktion des Fahrzeuggewichts und das
damit einhergehende Potential zur Verbrauchs- und Emissions-
reduktion sowie Verbesserung der Fahrbarkeit sind eine weitere
Säule der verfolgten Entwicklungsphilosophie. Durch die intensiven
Bemühungen der letzten Jahre konnte etwa das Gewicht unserer
Offroad-Competition-Modelle mit jeder Generation weiter reduziert
werden. Stellvertretend für eine Vielzahl an Forschungs- und
Entwicklungsprojekten im Bereich der Material- und Oberflächenent-
wicklung wurde an der Entwicklung und Erprobung von Rädern und
Fahrwerkskomponenten aus Faserverbundwerkstoffen sowie an der
Weiterentwicklung des Fertigungsprozesses von Kunststoffteilen mit
Designelementen in Hybridbauweise gearbeitet.
MODELLE MOTORRÄDER
Das Geschäftsjahr 2023 stand ganz im Zeichen einer großen Modell-
offensive mit insgesamt 72 neuen und überarbeiteten Modellen der
drei Kernmarken KTM, Husqvarna und GASGAS.
Nach dem Erfolg im Jahr 2021 kehrte die KTM 1290 SUPER DUKE RR
im ersten Quartal 2023 als limitiertes Sondermodell zurück. Bereits
im Jahr 2022 wurde die Partnerschaft zwischen KTM und BRABUS
mit der Präsentation der BRABUS 1300 R besiegelt, um BRABUS
den Einstieg in die Welt des Motorradsports zu ermöglichen.
Diese Kooperation wurde mit der Einführung der BRABUS 1300 R
Masterpiece Edition fortgeführt.
Die KTM-Enduro-Palette des Modelljahres 2024 ist der Beweis
vieler Jahre an der Spitze des Enduro-Motorsports und bildet eine
dynamische Kombination aus Rennsportleistung, Ergonomie sowie
führender Technologie in der Branche. Die neue Modellgeneration
präsentiert sich in einem brandneuen Look und mit einem neuen
Rahmenkonzept, überarbeiteten Motoren mit der neuen Drossel-
klappenkörper Einspritzung bei Zwei-Takt-Motoren und einer neuen
Generation WP Fahrwerkselementen ermöglicht es ein besseres
Fahrgefühl sowie höheren Komfort für Fahrer jeden Alters und aller
Fähigkeitsstufen.
Mit der 890 SMT 2023 feierte KTM die Wiedergeburt einer Ikone.
Das Motorrad mit der überarbeiteten LC8c Plattform wurde
123
entwickelt, um in Sachen Leistung, Drehmoment und Gewicht
die Spitzenposition im Supermoto-Touring-Segment zu erreichen.
Dieses Modell ist zwischen den KTM ADVENTURE- und KTM Street-
Produktreihen platziert.
Im zweiten Halbjahr wurde weiters eine neue, Euro5+ konforme
Generation der DUKE-Modellreihe präsentiert mit neuen
125, 250, 390, 990 und 1390 Modellen. Die neue LC4c Plattform
(125 & 390 DUKE) bietet ein segmentführendes Leistungs-/Gewichts-
verhältnis und elektronische Assistenzsysteme mit zwei-Kanal
ABS sowie schräglagenabhängige Traktionskontrolle. Die neue
990 DUKE basiert auf einer neuen Generation des LC8c Motors
mit 123 PS und 103 Nm Drehmoment sowie einer neu entwickelten
Elektronikplattform mit modernsten Assistenzsystemen und einem
LED Projektor Scheinwerfer mit Daytime Running Light für eine
unverkennbare DUKE-Signatur. Auch die neue 1390 SUPER DUKE R
basiert auf einem weiterentwickelten LC8 Motor mit neuer Camshift
Technologie, welcher eine weitere Leistungssteigerung auf 190 PS
& 145 Nm Drehmoment bei gleichbleibendem Fahrzeuggewicht
ermöglichte. Darüber hinaus erhielt die 1390 SUPER DUKE R EVO
ein überarbeitetes WP APEX Fahrwerk mit semiaktiver Technologie,
welches die elektronische Einstellung des Fahrwerks, eine
verbesserte Performance bei gleichbleibend hohem Fahrkomfort und
mehr Einstellungsmöglichkeiten ermöglicht.
Husqvarna Motorcycles präsentierte im März 2023 die Norden 901
Expedition, ein mit zahlreichen Komfortfunktionen ausgestattetes
und leistungsstarkes Reisemotorrad, ausgerichtet für den Einsatz
sowohl auf der Straße als auch im Gelände. Im letzten Quartal 2023
wurde zudem der Skutta, ein E-Scooter für urbane Ballungsräume,
vorgestellt und ist nur der erste Schritt einer großen Husqvarna
Modelloffensive im Street Segment für 2024.
In der Enduro Modellreihe für das Modelljahr 2024 präsentierte
Husqvarna Motorcycles neun komplett neugestaltete Maschinen
mit neuester Technologie und weiterentwickelter Elektronik, um
auch weiterhin im Offroad-Bereich neue Standards zu setzen. Ein
vielfältiges Angebot an technischem Zubehör und Bekleidung
vervollständigte die Markteinführung der aktuellen Zwei- und Vier-
Takt-Modelle. Die neuen TE 300 Pro & FE 350 Pro Sondermodelle
sind mit zusätzlichem technischem Zubehör für Hard Enduro
Competitions spezifiziert und bilden damit die perfekte Basis für
wettbewerbsorientierte Kunden.
Im letzten Quartal folgten darüber hinaus eine neue Generation der
beliebten 50cc & 65cc Sportminicycles mit neuem Look, neuen
Rahmen und überarbeiteten Motoren für Offroad Wettbewerbe im
Jugendbereich.
GASGAS präsentierte ebenfalls eine neue Generation der
Motocross, Enduro und Cross Country Modellpalette 2024 mit gleich
16 Dirtbikes auf Basis der aktuellen Offroadplattform und ergänzte
dies durch innovative und batterieelektrisch betriebene Produkte
in Form der MC-E 1.12, MC-E 1.16 und MC-E 1.20. Diese, speziell
für Kinder ab drei Jahren konzipierten Electric-Balance-Bikes,
ermöglichen das spielerische Erlernen im sicheren Umgang mit
Zweiradfahrzeugen und sind mit einem Akku-Schnellwechselsystem
ausgestattet, um ein beinahe unterbrechungsloses Fahren zu
gewährleisten. Die drei neuen Modelle sind auch für die Marken
KTM und Husqvarna Motorcycles erhältlich.
Die Serienüberleitung im Bereich elektrisch angetriebener Motor-
radmodelle wird durch die markenübergreifend angebotenen KTM
SX-E 2, Husqvarna EE 2- und GASGAS MC-E 2 ModelleKTM SX E3-,
HUSQVARNA EE3- und GASGAS MC E-3-Modelle abgerundet.
MODELLE FAHRRÄDER
In der ersten Jahreshälfte 2023 gab es auch in der Fahrradsparte eine
Reihe an neu gestalteten Produkten und eine Vielzahl an technischen
Erneuerungen. Husqvarna E-Bicycles setzt auf innovative Elektro-
mobilitätslösungen und öffnet sich dadurch vielversprechende neue
Märkte weltweit. Das im Jahr 2022 präsentierte Mountain Cross 6
(MC6) dient als Vorlage für zukünftige Produktinnovationen und stärkt
die Position von Husqvarna E-Bicycles im e-MTB-Sektor. Das neue
Light Cross 6 (LC6) erweitert die Modellpalette im Offroad-Segment.
Spezifische PG&A-Artikel und mehrere neue Produktlinien runden
das Urban Range- und Allroad-Modellsegment ab. Im Oktober 2023
wurden die neuen MY24 Husqvarna E-MTBs präsentiert.
GASGAS E-Bicycles baut auf dem Erfolg der Marke GASGAS
im Motorradsegment auf. Mit den leistungsstarken E-MTBs für
Offroad-Strecken konnte die Marke nach einem erfolgreichen
Geschäftsjahr 2022 ihre Reichweite auch im ersten Quartal 2023
weltweit ausbauen. Die Erfahrungen aus dem Offroad-Motorsport
sowie das Wissen über Technologien und Materialien werden bei der
Entwicklung neuer elektrifizierter New Mobility Produkte eine noch
größere Rolle spielen. Der neue GASGAS ECC Race-Prototyp wurde
auf dem Sea Otter Festival in Monterey, Kalifornien gezeigt. Ein
E-Mountainbike, das weitere neue Spezifikationen und Komponenten
verbirgt.
Im Juni 2023 stellte PIERER New Mobility auf der EUROBIKE in
Frankfurt weitere neue Modelle sowie Produktentwicklungen im
Bereich Fahrrad und New Mobility aus. Neben einem neuen Modell
der Grand City-Reihe für die Stadt- und Allroad-Mobilität von
Husqvarna E-Bicycles enthüllte GASGAS Bicycles den MOTO Urban
Cruiser, einen in Supermoto-Ästhetik designten Beach-Cruiser.
Lagebericht_2023
124
6. CHANCEN- UND RISIKOBERICHT
Die Geschäftstätigkeit der PIERER Mobility-Gruppe ist von
laufenden Veränderungen geprägt. Die Nutzung der sich durch
diese Veränderungen ergebenden Chancen ist der wesentliche
Grundstein des Erfolges der PIERER Mobility- Gruppe. Zur Sicherung
des zukünftigen unternehmerischen Erfolgs und Nutzung der sich
ergebenden Chancen muss die Gruppe bewusst Risiken eingehen.
Das Management von Chancen und Risiken ist die Basis, um
auf Änderungen politischer, wirtschaftlicher, technischer oder
rechtlicher Rahmenbedingungen adäquat zu reagieren. Sofern es
wahrscheinlich ist, dass die identifizierten Chancen beziehungsweise
Risiken eintreten, sind sie bereits in den Aussagen im Konzernanhang
und -lagebericht verarbeitet. Die nachfolgenden Ausführungen
beinhalten mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse,
die zu einer für die PIERER Mobility-Gruppe positiven (Chancen)
beziehungsweise negativen (Risiken) Abweichung von der Unter-
nehmensprognose führen können.
Im Rahmen des Risikomanagements werden alle Einzel- und
kumulierten Risiken, die den Erfolg des Unternehmens gefährden
könnten, überwacht und gesteuert. Bestandsgefährdende Risiken
werden grundsätzlich vermieden. Der Risikokonsolidierungskreis
entspricht dem Konsolidierungskreis des Konzernabschlusses der
PIERER Mobility-Gruppe.
RISIKOMANAGEMENTSYSTEM
Der Hauptzweck des Risikomanagements der PIERER Mobility-
Gruppe besteht in der Sicherung und Stärkung des Unternehmens
durch eine richtige und transparente Einschätzung der finanziellen,
operativen und strategischen Risiken. Der Vorstand übernimmt
dabei gemeinsam mit dem Management der wesentlichen
Konzerngesellschaften, insbesondere der KTM AG, umfangreiche
Steuerungs- und Controlling-Aufgaben im Rahmen eines internen,
alle wesentlichen Standorte umfassenden, integrierten Kontroll-
systems. Das rechtzeitige Erkennen, Evaluieren und Reagieren auf
strategische und operative Risiken ist ein wesentlicher Bestandteil
der Führungstätigkeit dieser Einheiten und leistet einen wesentlichen
Wertbeitrag für das Unternehmen. Grundlagen dafür sind ein einheit-
liches und konzernweites, regelmäßiges Berichtswesen und eine
laufende Überwachung der operativen und strategischen Pläne.
Die PIERER Mobility-Gruppe verfügt über ein mehrstufiges Risiko-
managementsystem, bei dem die konzernweiten Risiken nach
Fachbereichen bzw., geografischen Bereichen erhoben werden.
Die operative Verantwortung und die Bewertung der konzernweiten
Risiken erfolgt durch das Risikomanagement der KTM AG und dem
lokalen Management und wird direkt an den Vorstand berichtet und
von diesem sowie vom Konzernvorstand überwacht.
Eine präventive Analyse von potenziellen Ereignissen ist ebenso
Ziel des Risikomanagements. Zusätzlich ist es auch Aufgabe des
Risikomanagements, Risiken aktiv zu steuern und entsprechende
Maßnahmen mit den betroffenen Unternehmensbereichen zu
definieren und evaluieren.
RISIKOMANAGEMENTSTRATEGIE
Die PIERER Mobility-Gruppe orientiert sich im Rahmen Ihrer Risiko-
managementstrategie am COSO® Framework. Demgemäß hat der
Konzern folgende Kernbereiche der Risikomanagementstrategie
definiert:
Risiko
Identifikation
Risiko
Bewertung
Risiko
Steuerung
Berichtswesen
+
Überwachung
Strukturierte Erfassung von Chancen und Einzelrisiken in den Bereichen
Durchführung von Risikoworkshops
Identifikation erfolgt u. a. durch den Standard-Risikokatalog
Failure Mode und Effekt Analyse
Schadensausmaß und Eintrittswahrscheinlichkeit
Steuerung der Gesamtrisikoposition durch Beeinflussung von Chancen
und Einzelrisiken
Kontrolle der Wirksamkeit von Maßnahmen
Kontinuierliche Überwachung
Erfassung, Auswertung, Weiterleitung von Informationen
Berichterstattung
125
Das auf Ebene der KTM AG eingerichtete Risikomanagement führt
regelmäßig Risikoanalysen durch. Es werden nur Risiken abweichend
von der Konzern-Bilanz und der Konzern-GuV dargestellt.
ENTERPRISE RISK MANAGEMENT PROZESS
Das Enterprise Risikomanagement der PIERER Mobility-Gruppe
umfasst einen kontinuierlichen Prozess, welcher die Identifikation
und Bewertung, Analyse und Reporting, Maßnahmendefinition sowie
-nachverfolgung der gruppenweiten sowohl operativen als auch
strategischen Risiken und Chancen sicherstellt. Dieser bildet die
Basis für ein einheitliches und konzernweites Berichtswesen und
stellt eine laufende Überwachung der operativen und strategischen
Risiken sicher.
Die Unternehmensgruppe verfügt über einen mehrstufigen Risiko-
managementprozess, bei dem die konzernweiten Risiken nach
Bereichen erhoben werden. Die Sicherstellung der Durchführung
und der Aktualität der Informationen obliegt der Risikomanagement-
Abteilung. Die Informationen über die Risikolage werden durch die
Risk Owner der Fachbereiche zur Verfügung gestellt. Die Risiko-
management-Abteilung berichtet direkt an den Vorstand der KTM
AG, diesem sowie dem Konzernvorstand wird zur Überwachung
ein regelmäßiger Report über die Gesamtrisikolage zur Verfügung
gestellt.
Klimabezogene Risiken und Chancen werden in den folgenden
Prozessschritten gleichermaßen betrachtet und berücksichtigt:
Identifikation & Bewertung
Die Identifikation der Risiken und Chancen findet im Zuge der
Risiko Assessments, gesteuert auf Ebene der KTM AG, statt. In
diesen werden klimabezogene Risiken und Chancen gleicher-
maßen wie auch finanzielle, operative oder strategische Risiken
mit den betroffenen Risk Ownern der Fachbereiche diskutiert und
identifiziert.
Ziel der Risikobewertung ist die kontinuierliche, qualitative und
quantitative Bewertung aller identifizierten Chancen und Risiken zur
Priorisierung von Risikosteuerungsmaßnahmen. Die Chancen- und
Risikobewertung bei der PIERER Mobility-Gruppe soll folgenden
Anforderungen entsprechen:
Objektivität: Die Bewertung soll nach möglichst objektiven
Maßstäben erfolgen.
Vergleichbarkeit: Damit die Chancen und Risiken miteinander
verglichen werden können, erfolgt eine quantitative Bewertung
anhand einheitlich definierter Werte (sofern sinnvoll und möglich)
Grundsätzlich erfolgt die Bewertung der Risiken und Chancen
hinsichtlich Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß, für
die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns, in einem
szenariobasierten Ansatz bestehend aus Best Case (BC), Realistic
Case (RC) und Worst Case (WC). Die Quantifizierung kann dabei
auf (a) tatsächlich in der Vergangenheit eingetretenen Risiken, (b)
Benchmark-Werten aus der Branche oder (c) Expertenschätzungen
basieren. Die Wahl der jeweiligen Verteilung ist abhängig von der
Art des Risikos, in den meisten Fällen entspricht diese aber einer
Pert-Verteilung. Neben der quantitativen Bewertung der Risiken und
Chancen kann gemäß Methodik zusätzlich auch eine qualitative
Bewertung stattfinden, welche gerade im Bereich klima- und umwelt-
bezogener Risiken und Chancen nützlich ist.
RISIKOBEWERTUNG
Analyse & Reporting
Nach strukturierter Konsolidierung des Gesamt-Risiko-Inventars
erfolgt eine Monte Carlo Simulation, daraus ergibt sich die Gesamt-
risikolage sowie die benötigten Kennzahlen. Darüber hinaus werden
die größten Risiken und Chancen der Gruppe identifiziert und
vervollständigen das Lagebild. Darin sind selbstverständlich auch die
wesentlichen klimabezogenen Risiken und Chancen enthalten.
Maßnahmendefinition & -nachverfolgung
Hauptziel der Risikomitigation ist die aktive, kontinuierliche und
kontrollierte Beeinflussung der Risiken und Chancen unter Berück-
sichtigung der Unternehmensstrategie und der Wirtschaftlichkeit,
um den Gesamtrisikoumfang des Unternehmens bewusst zu lenken,
und somit langfristig eine Steigerung des Unternehmenswertes
zu erreichen. Risiken werden durch entsprechende Maßnahmen
minimiert, vermieden oder auch in bestimmten Fällen bewusst
eingegangen, die Strategie wird vom jeweiligen Risk Owner
festgelegt und evaluiert. Dabei wird die Risikomanagement-
Abteilung regelmäßig über den Status der Maßnahmen informiert.
In Zusammenarbeit mit der ESG-Abteilung erfolgt die Maßnahmen-
sowie Zieldefinition der klimabezogenen Risiken und Chancen.
Ad-hoc Berichterstattung
Bei Ad-hoc Änderungen der Risikolage ist die Risikomanagement-
Abteilung unverzüglich von den Risk Ownern der Fachabteilungen zu
unterrichten und informiert zu halten.
Darauf aufbauend wird die Risiko- und Chancenmanagement
Strategie erarbeitet.
Risikoüberwachung /-kontrolle
Kernpunkt des operativen Risikomanagements ist die Identifizierung,
Evaluierung und Beherrschung von wesentlichen Risiken aus dem
operativen Geschäft. Dieser Prozess wird insbesondere von den
Lagebericht_2023
126
oberen und mittleren Managementebenen der KTM AG durchgeführt
und vom Vorstand der PIERER Mobility AG überwacht.
CHANCEN UND RISIKOBERICHT
Die folgende Übersicht dient dem Gesamtüberblick über die
wesentlichen identifizierten Risiken und Chancen und zeigt damit
deren Bedeutung für die PIERER Mobility-Gruppe auf sowie die
zugehörigen Maßnahmenpakete. Gesamthaft hat die PIERER
Mobility-Gruppe weder zum Bilanzstichtag noch zum Zeitpunkt
der Aufstellung des Abschlusses bestandsgefährdende Risiken
identifiziert.
Risiken/ Chancen Beschreibung Maßnahmen
BRANCHE
Regulierungen Abhängigkeiten von nationalen und internationalen
gesetzlichen Rahmenbedingungen in den
Absatzländern beeinflussen, den Geländemotorsport,
Motorradzulassungen und Lenkerberechtigungen
(z.B.: geplante Regulierung in der Europäischen Union
für Verbrennungsmotoren)
Durch Klimaschutzbestrebungen könnten bestehende
Regulierungen bzw. Fahrverbote verschärft bzw. ausge-
weitet werden oder neue Regulierungen auftreten
Forschung und Entwicklung zur Einhaltung bestehender
und zukünftiger Regularien notwendig
Regulierungsmaßnahmen wie Umweltzonen oder
andere klima- und luftqualitätsbedingte Fahrverbote
könnten PTW als verbrauchsärmere Alternative zum
Pkw attraktiver machen
Marktsegmentierung – Regularien werden bereits im
Produktentstehungsprozess („PEP“) berücksichtigt
Eigene Abteilung für „Regional Affairs“ zur Sicherstellung
und Überwachung der Einhaltung bestehender und
zukünftiger länderspezifischer Regularien
Als ACEM-Mitglied (European Association of Motorcycle
Manufacturers) auf der Ebene der KTM AG unterstützt
PIERER Mobility die Strategie zur Dekarbonisierung, die
sich an den Zielen des europäischen Green Deal und des
Klimaschutzgesetzes sowie der Strategie für nachhaltige
und intelligente Mobilität der Europäischen Kommission
orientiert (Verweis TCFD Bericht)
Entwicklung emissionsarmer/ -freier alternativer
Antriebsysteme und Produkte
Produkt- und
Technologieent-
wicklung
Fehlausrichtung der F&E Tätigkeiten und Investitionen:
Zögern bei der Forschung und Entwicklung zu alternati-
ven Antriebstechnologien könnte die Marktposition und
Position bzgl. Technologie und Innovation verschlechtern
Mitbewerber könnten aufgrund schnelleren Fortschritts
den Markt erschließen
Technologien könnten sich als nicht wirtschaftlich
abbildbar herausstellen
Sicherung der technologischen Vorreiterrolle:
Technische Innovationen und Markteinführung neuer
Produkte durch Forschung und Entwicklung könnten
die Marktposition und Position bzgl. Technologie und
Innovation weiter verstärken und eine Beibehaltung
der relativ hohen Forschungsquote von rund 8 -9 %
ermöglichen
Etablierte F&E Organisation
Etablierter Produktentstehungsprozess („PEP“)
Entwicklung emissionsfreier alternativer
Antriebssysteme und Produkte
Strategisches Produktmanagement in Organisation
verankert
127
Risiken/ Chancen Beschreibung Maßnahmen
MARKT
Verändertes
Kundenverhalten
Anhaltende Inflation kann zu Verminderung des
Konsums der Kunden führen
E-Bicycles und E-Motorcycles: Durch höhere Nachfrage
nach emissions- und lärmarmen Individualmobilitätslö-
sungen könnte die Erweiterung des Produktportfolios
auf
E-Bicycles/Stand-Up-Scooter und E-Motorräder im
niedrigen Leistungsbereich für Umsatzsteigerungen
sorgen
Digitale Lösungen: Digitale -Lösungen in
Produkten könnten wertvolle Informationen für
klimawandelbedingte Verkehrsmaßnahmen liefern
und somit als Dienstleistung eine neue Umsatzquelle
ergeben
Durch den Wandel zu neuen (emissionsärmeren
oder - freien) Technologien könnte das Marktgefüge
umgekrempelt werden und die Chance auf Erschließung
von Marktanteilen erhöhen
Hohe Qualitätsstandards und klare Positionierung im
Premiumsegment
Kundenanforderungen werden beim
Produktentstehungsprozess mit-berücksichtigt, um so
die Kundenbedürfnisse abdecken zu können
Erschließung neuer Produktfelder wie Stand-Up-Scooter,
E-Bicycles oder emissionsarme/-freie Alternativen zu
konventionellen Verbrenner-Modellen
Forschung und Entwicklungen im Feld der alternativen
Antriebstechnologien
Marktentwicklungen Die Motorradbranche ist zyklisch und unterliegt starken
Nachfrageschwankungen. Zudem ist der Motorradmarkt
in Industriestaaten von intensivem Wettbewerb
geprägt. – Die gestiegene Inflation beeinflusst den Markt
und damit die Nachfrage, diese Entwicklung wird sich
auch über das kommende Jahr erstrecken und könnte
den Markt negativ beeinflussen
Die größten Einzelabsatzmärkte der PIERER Mobility-
Gruppe stellen der europäische sowie der US-
amerikanische Markt dar, Absatzmöglichkeiten sind von
der allgemeinen konjunkturellen Lage in den Ländern
und Regionen bestimmt
Marktforschungen und -prognosen, welche in
der Planung berücksichtigt, werden
In Zusammenarbeit mit dem strategischen Partner
Bajaj Auto Ltd., Pune, Indien, wird konsequent an
der Umsetzung einer globalen Produktstrategie im
Motorradbereich gearbeitet
Langfristig erfolgreiche Marktstrategie- KTM Europas
führender „Powered Two-Wheeler“ Hersteller
Strategische Händlernetzentwicklung
Neue Entwicklungen: kleinvolumige PTW, Stand-Up-
Scootern, E-Motorrädern und für E-Fuels geeignete
Motorräder sowie E-Bicycles für den innerstädtischen
Gebrauch
IT
Cyber Crime Cyber Angriffe auf große Unternehmen haben in den
letzten Jahren stetig zugenommen
Weiterentwicklung der Krisenorganisation
„Cyber Security“ Trainings
lT-Security- und Riskmanagement-System
zur Identifikation und Steuerung der
Informationssicherheitsrisiken
r weitere Ausführungen zu IT-Risiken wird auf den
Konzernanhang (Kapitel VII ) der PIERER Mobility AG
verwiesen
Systemfehler und
Datenverfügbarkeit
Systeme könnten nicht zur Verfügung stehen.
Dies kann zu Systemfehlern führen und somit den
Produktionsprozess beeinflussen
lT-Security- und Riskmanagement-System
zur Identifikation und Steuerung der
Informationssicherheitsrisiken
Lagebericht_2023
128
Risiken/ Chancen Beschreibung Maßnahmen
FINANZEN
Finanzrisiko Für weitere Ausführungen zum Risikobericht sowie zu Finanzinstrumenten, einschließlich der konkreten Maßnahmen
zur Mitigierung von Risiken durch den Einsatz von Finanzinstrumenten (z.B. Hedging von Fremdwährungspositionen mit
Futures, Swaps etc.) wird auf den Konzernanhang (Kapitel VII und VIII) der PIERER Mobility AG verwiesen
Forderungsausfall Anhaltend hohe oder steigende Zinsen erhöhen
den Händlerdruck. Dies kann vermehrt zu
Forderungsausfällen führen
Enge Abstimmung mit Händlernetz und Unterstützung
dieser mit gezielten Programmen
Bankgarantien zur Absicherung
Strategische Händlernetzentwicklung
HR
Workforce Interne und externe Maßnahmen zur Erhöhung der
Arbeitgeber- Attraktivität sind ein wesentlicher Baustein,
um den vorherrschenden Spirit der PIERER Mobility-
Gruppe an potenzielle neue Mitarbeiter zu vermitteln
Schlüsselkräfte könnten aus dem Unternehmen
ausscheiden
Mitarbeitergesundheit und Sicherheit ist für die PIERER
Mobility-Gruppe von Bedeutung. Daher werden laufend
Maßnahmen zur Verbesserung dieser implementiert
Strategische Personalentwicklung
Trainingsangebot
Crossmediale Mitarbeiterkampagnen
Umfassendes Lehrlingsausbildungsprogramm in einer
eigenen Lehrwerkstätte
Mitarbeitergesundheitsprogramm
BESCHAFFUNG UND PRODUKTION
Material & Rohstoffe Ressourcen wie Stahl und Aluminium könnten sich
durch makroökonomische Entwicklungen oder
klimawandelbedingte Effekte (vermehrter Einsatz derzeit
noch teurerer, erneuerbarer Energie, höhere Auflagen an
Stahlherstellung, …) im Markt verteuern
Stark steigender Bedarf an kritischen Ressourcen z.B. für
die vermehrte Akkuherstellung für E-Mobilität könnte zu
Ressourcenengpässen im Markt führen
Ein Abklingen der anhaltend hohen Inflation im 1. HJ
2024 wird nicht erwartet. Daher beeinträchtigt diese
auch die Preise für Materialien und Rohstoffe, was
für die Pierer Mobility- Gruppe zu einem globalen
konjunkturellen Beschaffungsrisiko führt
Der anhaltende Russland Ukraine Konflikt kann
negativen Einfluss auf die Preisentwicklung von
Materialien & Rohstoffen nehmen
Positive wirtschaftliche Entwicklungen können zu
geringeren Kosten für Material & Rohstoffe führen
Technologische Weiterentwicklung und Marktreife
neuer Materialien und Rohstoffe mit verbesserten
Eigenschaften
Nutzung alternativer Lieferketten und entsprechende
Aktivitäten zur Reduktion der anfallenden Kosten
logistische Beschaffungsstruktur zur Minimierung
von Transportwegen und damit verbundenen Kosten
anzupassen
Forschung zu alternativen Materialien und Rohstoffen
und zur Materialreduktionen/funktionaler Leichtbau
Einkaufsbedingungen und effektives „Cost Engineering
Forschung zu alternativen Materialien und Rohstoffen
und zur Materialreduktionen
129
Risiken/ Chancen Beschreibung Maßnahmen
Materialversorgung Engpässe oder Verzögerungen in der
Materialversorgung können zu Beeinträchtigung des
Produktionsbetriebs führen
Anhaltendes Beschaffungsrisiko für die Motorrad-
Division liegt in Lieferverzögerungen von bestellten
Komponenten
Aufbau von Lagerbeständen zur Absicherung der
Produktion
Flexibilität im implementierten Produktionslayout
garantiert schnelle Anpassung der Produktionspläne
langfristige Zusammenarbeit mit unseren Lieferpartnern
sowie sorgfältige Auswahl leistungsfähiger neuer
Lieferanten
Pflege der Lieferantenbeziehungen
Förderung kurzer Lieferketten und lokaler
Beschaffungsstrategien zur Verkürzung der Lieferzeiten
Implementiertes Market-Intelligence-System für
elektronische Bauteile sowie die Erschließung
unterschiedlicher Bezugsquellen (Multiple Sourcing)
Betriebsstoffe
(insb. Strom)
Die Versorgung mit Strom ist für den aufrechten
Produktionsbetrieb essenziell
Aufgrund des Russland- Ukraine Konflikts kann es
auch im kommenden Jahr zur Beeinträchtigung der
Stromversorgung kommen. Dies kann auch den
Energiepreis negativ beeinflussen.
Errichtung von Photovoltaikanlagen
Errichtung eines Energierings zur Steigerung der
Eigenverbrauchsquote des gewonnenen Stroms
Umsetzung von Energieeinsparmaßnahmen
Lagerungsmöglichkeiten
SONSTIGE
Produktqualität &
-haftung
Produktqualität ist ein wesentliches Merkmal.
Daher wird darauf großer Wert gelegt
Produkthaftungsfälle sind vor allem im US-
amerikanischen Markt ein Risiko
Neben bisher bestehenden möglichen Ursachen
für produktbezogene Klagen könnten durch
klimawandelbedingte Regulierungen weitere
Klagegründe hinzukommen
Hohe Qualitätsstandard durch geeignete
Lieferantenauswahlverfahren sowie
Qualitätsmanagement Systeme und Audits
Versicherung
Compliance Risiken Geschäftspraktiken/ Korruption:
Geschäftsbetrieb auf ethische Art und Weise
und Handlung mit Integrität
Richtlinien z.B. Code of Conduct
Trainings und Schulungen
Aufbau eines Hinweisgebersystem für frühzeitiges
Gegensteuern gegen Fehlverhalten
siehe Nachhaltigkeitsbericht 2023 – Seiten 54 bis 55,
Abschnitt Governance, Management der Prävention und
Aufklärung von Korruption und Bestechung
Klima- & Umwelt-
risiken und Chancen
siehe Nachhaltigkeitsbericht 2023 – Seiten27 bis 28, Abschnitt Klimawandel, Anpassung an den Klimawandel“
strategische Chancen Strategische Ausrichtung mit Fokus auf Kerngeschäft
Powered-Two-Wheelers (Motorräder)
Globalisierung Produktionsstandorte: um den
nachteiligen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
in Europa entgegenzuwirken und Entwicklungs- und
Industrialisierungsprozesse zu beschleunigen, findet
eine strategische Verlagerung von Teilen der Produktion
und F&E Aktivitäten zu unserem strategischen Partner
Bajaj Auto in Indien sowie CFMOTO in China statt
Fokus auf Premiummarken KTM, GASGAS, Husqvarna
und MVAgusta
Teilverlagerungen von Produktion und F&E-Aktivitäten
zu den strategischen Partnern CFMOTO (China) und
Bajaj Auto (Indien)
Lagebericht_2023
130
7. ANGABEN GEMÄSS § 243A ABS 1 UGB
1. Das Grundkapital beträgt EUR 33.796.535. Es ist zerlegt
in 33.796.535 Stück auf Inhaber lautende, Stückaktien mit
Stimmrecht, wobei jede Stammaktie am Grundkapital in gleichem
Umfang beteiligt ist. Die Aktien gewähren die gewöhnlichen nach
dem österreichischen Aktiengesetz den Aktionären zustehenden
Rechte. Dazu zählt das Recht auf die Auszahlung der in der
Hauptversammlung beschlossenen Dividende sowie das Recht
auf Ausübung des Stimmrechtes in der Hauptversammlung.
Sämtliche Aktien der PIERER Mobility AG sind seit dem
14. November 2016 an der SIX Swiss Exchange (SIX) im Inter-
national Reporting Standard hauptkotiert (ISIN AT0000KTMI02).
Seit dem 1. März 2022 sind die Aktien der PIERER Mobility AG
zusätzlich an der Wiener Börse (Amtlicher Handel) gelistet. Im
Geschäftsjahr 2023 kam es zu keiner Änderung im Grundkapital
der Gesellschaft. Ebenso wenig wurden eigene Aktien erworben
oder veräußert, weshalb die Gesellschaft zum Stichtag
31. Dezember 2023 keine eigenen Aktien hielt.
2. Zwischen der Pierer Konzerngesellschaft mbH, der Pierer
Industrie AG und der Pierer Bajaj AG einerseits (die „Pierer-
Gruppe“) und der Bajaj Auto Ltd. und Bajaj Auto International
Holdings B.V. andererseits (die „Bajaj-Gruppe“) besteht seit
29. September 2021 ein Syndikatsvertrag (der „Syndikatsvertrag
2021“), der die Rechte und Pflichten der beiden Unternehmens-
gruppen in Bezug auf die Beteiligung der Pierer Industrie AG
und der Bajaj Auto International Holdings B.V. an der Pierer Bajaj
AG als Mehrheitsaktionärin der PIERER Mobility AG regelt. Der
Syndikatsvertrag 2021 sieht vor, dass die Geschäftsordnung für
den Vorstand und den Aufsichtsrat der Pierer Bajaj AG im Falle
einer Übertragung des Eigentums von Aktien der PIERER Mobility
AG der Zustimmung der von Bajaj nominierten Aufsichtsrats-
mitglieder der Pierer Bajaj AG bedarf. Die Pierer Bajaj AG, die
wirtschaftlich Herrn DI Stefan Pierer zuzurechnen ist, unterliegt
angesichts des Syndikatsvertrags auf der Ebene der Pierer Bajaj
AG somit Veräußerungsbeschränkungen. Dem Vorstand sind
keine weiteren Beschränkungen bekannt, die Stimmrechte oder
die Übertragung von Aktien betreffen.
3. Nach Kenntnis der Gesellschaft bestand per 31. Dezember 2023
folgende direkte oder indirekte Beteiligung am Kapital der PIERER
Mobility AG, die zumindest 10 von Hundert betragen:
Pierer Bajaj AG: 74,18 % (direkte Beteiligung);
Pierer Konzerngesellschaft mbH (direkte und indirekte
Beteiligung): 0,09 % (direkte Beteiligung) und 74,18 % (indirekte
Beteiligung).
4. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.
5. Es bestehen derzeit keine Mitarbeiterbeteiligungsmodelle.
6. Es bestehen keine über das Gesetz hinausgehenden
Bestimmungen hinsichtlich der Ernennung und Abberufung der
Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates und über die
Änderung der Satzung.
7. Möglichkeiten, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen:
Berücksichtigt werden nur Möglichkeiten Aktien auszugeben
oder zurückzukaufen, die zum Stichtag 31. Dezember 2023 noch
aufrecht waren:
Aufgrund der von der Hauptversammlung vom 29. April 2022
erteilten Ermächtigung und gleichzeitig beschlossenen Satzungs-
änderung enthält die Satzung der Gesellschaft als § 5 „Genehmigtes
Kapital“ folgende Bestimmung:
a) Der Vorstand ist gemäß § 169 AktG ermächtigt, bis 29.04.2027
mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital der
Gesellschaft von EUR 33.796.535,00, allenfalls in mehreren
Tranchen, gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um bis zu EUR
16.898.267,00 durch Ausgabe von bis zu 16.898.267 Stück
auf Inhaber lautende nennbetragslose Stückaktien auf bis zu
EUR 50.694.802,00 zu erhöhen und den Ausgabebetrag sowie
die Ausgabebedingungen und die weiteren Einzelheiten der
Durchführung der Kapitalerhöhung im Einvernehmen mit dem
Aufsichtsrat festzusetzen sowie allenfalls die neuen Aktien im
Wege des mittelbaren Bezugsrechts gemäß § 153 Abs 6 AktG
den Aktionären zum Bezug anzubieten.
b) Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichts-
rates das Bezugsrecht der Aktionäre ganz oder teilweise
auszuschließen,
(i) wenn die Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen erfolgt und
in Summe der rechnerisch auf die gegen Bareinlagen
unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien
entfallende Anteil am Grundkapital der Gesellschaft die
Grenze von 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft zum
Zeitpunkt der Einräumung nicht übersteigt,
(ii) wenn die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen erfolgt,
(iii) zur Bedienung einer Mehrzuteilungsoption (Greenshoe),
und / oder
(iv) für den Ausgleich von Spitzenbeträgen.
131
c) Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Änderungen der Satzung, die
sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital
ergeben, zu beschließen.
Aufgrund des von der Hauptversammlung vom 21. April 2023
geschaffenen bedingten Kapitals und der dazu beschlossenen
Satzungsänderung enthält die Satzung der Gesellschaft als
§ 5a „Bedingtes Kapital“ folgende Bestimmung:
Das Grundkapital der Gesellschaft wird gemäß § 159 Abs 2 Z 1
AktG um bis zu EUR 4.375.000.000,00 durch Ausgabe von bis
zu 4.375.000 auf Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennwert
(Stückaktien) zur Ausgabe an Gläubiger von Finanzinstrumenten
gemäß § 174 AktG im Sinne des Hauptversammlungsbeschlusses
vom 21.04.2023, die unter Ausnutzung der in dieser Hauptver-
sammlung eingeräumten Ermächtigung von der Gesellschaft
ausgegeben werden, erhöht. Die Kapitalerhöhung darf nur
soweit durchgeführt werden, als die Gläubiger der Finanz-
instrumente von ihrem Umtausch und/ oder Bezugsrecht auf
Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen. Der Ausgabebetrag
und das Umtauschverhältnis sind nach Maßgabe anerkannter
finanzmathematischer Methoden sowie des Aktienkurses in
einem anerkannten Preisfindungs- verfahren zu ermitteln. Die
neu ausgegebenen Aktien der bedingten Kapitalerhöhung
sind im gleichen Maße wie die bereits bestehenden Aktien der
Gesellschaft dividendenberechtigt. Der Vorstand ist ermächtigt
mit Zustimmung des Aufsichtsrates die weiteren Einzelheiten
der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.
Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Änderungen der Satzung, die
sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem bedingten Kapital
ergeben, zu beschließen.
Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Bedienung einer
eventuell begebenen Wandelschuldverschreibung und darf
ausdrücklich nur so weit durchgeführt werden, als Gläubiger von
Wandelschuldverschreibungen von ihrem Umtausch- und /oder
Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen.
Diese bedingte Kapitalerhöhung dient zur Ausgabe von neuen
Aktien an Gläubiger von Finanzinstrumenten gemäß § 174 AktG,
die unter Ausnutzung der in der Hauptversammlung vom
21. April 2023 eingeräumten Ermächtigung von der Gesellschaft
ausgegeben werden. Diese von der Hauptversammlung vom
21. April 2023 eingeräumte Ermächtigung Finanzinstrumente
gemäß § 174 AktG auszugeben, wurde bisher nicht ausgenutzt.
Von Hauptversammlung vom 21. April 2023 wurden im Hinblick
auf den Erwerb und die Veräußerung eigener Aktien zudem
folgende Beschlüsse gefasst:
d) Der Vorstand ist gemäß § 65 Abs 1 Z 8 AktG für die Dauer von
30 Monaten ab dem Datum der Beschlussfassung ermächtigt,
eigene Aktien der Gesellschaft sowohl über die Börse als auch
außerbörslich auch unter Ausschluss des quotenmäßigen
Andienungsrechtes der Aktionäre zu erwerben und, ohne
dass die Hauptversammlung vorher nochmals befasst werden
muss, gegebenenfalls diese Aktien mit Zustimmung des
Aufsichtsrates einzuziehen. Der Handel mit eigenen Aktien
ist als Zweck des Erwerbs ausgeschlossen. Der Anteil der
zu erwerbenden Aktien darf 10% des Grundkapitals nicht
übersteigen. Der Gegenwert pro zu erwerbender Stückaktie
darf jeweils den durchschnittlichen ungewichteten
Börseschlusskurs an der SIX Swiss Exchange der
vergangenen 10 Handelstage um nicht mehr als 20%
unterschreiten oder übersteigen. Die Ermächtigung kann
ganz oder teilweise oder auch in mehreren Teilbeträgen
und in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die
Gesellschaft, mit ihr verbundenen Unternehmen oder für deren
Rechnung durch Dritte ausgeübt werden. Der Aufsichtsrat
ist ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die
Einziehung von Aktien ergeben,
zu beschließen.
e) Der Vorstand ist für die Dauer von fünf Jahren ab dem Datum
der Beschlussfassung ermächtigt, mit Zustimmung des
Aufsichtsrates eigene Aktien auch auf andere Art als über
die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu jedem
gesetzlich zulässigen Zweck zu veräußern oder zu verwenden
und hierbei auch das quotenmäßige Kaufrecht der Aktionäre
auszuschließen (Ausschluss des Bezugsrechtes) und die
Veräußerungsbedingungen festzusetzen. Die Ermächtigung
kann ganz oder teilweise oder auch in mehreren Teilbeträgen
und in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke ausgeübt
werden.
8. Vereinbarungen der Gesellschaft, die bei einem Kontrollwechsel
infolge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich
ändern oder enden sowie deren Wirkungen werden seitens der
Gesellschaft nicht bekannt gegeben, da dies der Gesellschaft
erheblich schaden würde.
9. Es existieren keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen
der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsrats-
mitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen
Übernahmeangebotes.
Lagebericht_2023
132
8. WESENTLICHE MERKMALE DES INTERNEN KONTROLLSYSTEMS
§ 243A ABS2 UGB
Das interne Kontrollsystem der PIERER Mobility-Gruppe hat die
Aufgabe, die Ordnungsmäßigkeit und Zuverlässigkeit der Finanz-
berichterstattung, die Einhaltung der für das Unternehmen
maßgeblichen gesetzlichen und unternehmensinternen Vorschriften
sowie die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der betrieblichen
Tätigkeit einschließlich des Schutzes des Vermögens vor Verlusten
durch Schäden und Malversationen sicherzustellen. In der
Gestaltung der Elemente des internen Kontrollsystems wurden inter-
national anerkannte Rahmenwerke für Interne Kontrollsysteme
(z.B. COSO-Framework) berücksichtigt. Das System umfasst:
Konzernweite Vorgaben für die Rechnungslegung
Funktionstrennung als organisatorische Maßnahme
Systemgestützte und prozessabhängige Kontrollen
Prozessunabhängige Kontrollen
Management von Risiken der Bilanzerstellung
Die PIERER Mobility-Gruppe setzt auf eine kontinuierliche Weiter-
entwicklung und Verbesserung des internen Kontrollsystems. Dazu
erfolgt regelmäßig eine Überwachung seiner Funktionsfähigkeit
durch Prozess- und Datenanalysen sowie unabhängige, externe
Prüfungstätigkeiten. Im Folgenden werden die wesentlichen
Merkmale des internen Kontrollsystems im Hinblick auf den
Rechnungslegungsprozess dargestellt.
KONTROLLUMFELD
Die Organisationsstruktur der PIERER Mobility-Gruppe bildet die
Basis für das Kontrollumfeld und das interne Kontrollsystem im
Unternehmen. Im Bereich der Aufbauorganisation im (Konzern-)
Rechnungswesen bestehen eindeutige Kompetenz- und
Verantwortungsbereiche auf den unterschiedlichen Führungs- und
Hierarchieebenen des Konzerns. Dies betrifft einerseits die Konzern-
zentrale in Wels sowie die österreichischen und alle internationalen
Tochtergesellschaften. Die Bereiche Treasury und Business Process
Finance sind in den operativen Bereichen der Gruppe angesiedelt,
wobei auch hier die Aufgaben und Verantwortungen klar aufgeteilt
sind.
Der starken internationalen Ausrichtung der PIERER Mobility-Gruppe
und der damit zusammenhängenden dezentralen Gesellschafts- und
Standortstrukturen wird durch die Zentralisierung von wesentlichen
Unternehmensfunktionen im Bereich der Finanzberichterstattung
in den österreichischen Standorten (insbesondere in Mattighofen)
Rechnung getragen. Die Wahrnehmung und Steuerung der
nationalen Geschäftstätigkeiten obliegt dem jeweiligen lokalen
Management und wird vom Vorstand der KTM AG sowie vom
Konzernvorstand überwacht.
In der Ablauforganisation setzt die PIERER Mobility-Gruppe auf
ein ausgeprägtes und umfangreiches Regelwerk an Bilanzie-
rungs-, Bewertungs- und Kontierungsvorgaben. Dies stellt eine
angemessene Basis für ein starkes Kontrollumfeld und Kontroll-
system dar. Neue Bilanzierungsstandards werden hinsichtlich ihrer
Auswirkung auf die Rechnungslegung der PIERER Mobility-Gruppe
beurteilt. Die Vorgaben an die Rechnungslegung und die Rechnungs-
legungsprozesse werden laufend überprüft und mindestens jährlich,
bei Bedarf häufiger angepasst. Die Überwachung der Einhaltung der
rechnungslegungsbezogenen Regelungen und Kontrollen liegt in der
Verantwortung des jeweils zuständigen Managements.
RISIKOBEURTEILUNG
Risiken in Bezug auf den Rechnungslegungsprozess werden
durch das Management erhoben und überwacht sowie im Risiko-
managementprozess berücksichtigt. Der Fokus wird dabei auf jene
Risiken gelegt, die als wesentlich zu betrachten sind.
Die wesentlichen Risiken im Bereich der Rechnungslegung umfassen
die nicht vollständige Erfassung von bilanzierungsrelevanten
Sachverhalten, Fehler in der Belegerfassung sowie fehlerhafte
Berechnungen. Komplexe Bilanzierungsgrundsätze könnten zu
einem erhöhten Fehlerrisiko, unrichtigen Ausweis sowie verspätete
Bilanzerstellung führen. Zudem besteht das Risiko eines Daten-
zugriffes von unberechtigten Personen bzw. Datenmanipulation,
Ausfall von IT-Systemen und Datenverlust.
Für die Erstellung des Abschlusses müssen regelmäßig Schätzungen
vorgenommen werden, bei denen das immanente Risiko besteht,
dass die zukünftige Entwicklung von diesen Schätzungen abweicht.
Dies trifft insbesondere auf die folgenden Sachverhalte/Posten
des Konzernabschlusses zu: Sozialkapital, Ausgang von Rechts-
streitigkeiten, Werthaltigkeit von Forderungen, Beteiligungen und
Vorräten. Teilweise werden externe Experten zugezogen bzw. wird
auf öffentlich zugängliche Quellen abgestellt, um das Risiko einer
Fehleinschätzung zu minimieren.
133
KONTROLLMASSNAHMEN
Die PIERER Mobility-Gruppe hat ihre Kontrollen direkt in die
(Konzern-)Rechnungslegungsprozesse integriert. Wesentliches
Element ist dabei, neben prozessunabhängigen externen
Kontrollmechanismen, das Prinzip der Funktionstrennung. Zur
Gewährleistung einer vollständigen, zeitgerechten und richtigen
Bilanzerstellung wurden in allen am Buchungsprozess beteiligten
Bereichen Qualitätssicherungs- und Kontrollmaßnahmen imple-
mentiert. Sämtliche Kontrollmaßnahmen werden im laufenden
Geschäftsprozess angewandt, um sicherzustellen, dass potenzielle
Fehler in der Finanzberichterstattung vorgebeugt bzw. diese
entdeckt und korrigiert werden. Des Weiteren führt die Anwendung
von unternehmensinternen Richtlinien zu einer einheitlichen
Behandlung der Geschäftsfälle sowie zu einer einheitlichen
Bilanzierung und Berichterstattung.
In den wichtigen IT-Systemen mit Rechnungslegungsrelevanz sind
Kontrollen integriert, die unter anderem die falsche Erfassung von
Geschäftsvorfällen verhindern, die vollständige Erfassung von
Geschäftsvorfällen beziehungsweise Bewertung der Geschäftsvor-
fälle entsprechend den Rechnungslegungsvorschriften sicherstellen
oder die Überprüfung der Konsolidierung unterstützen sollen. Im
Hinblick auf die steigenden Anforderungen an IT-Systeme in der
Rechnungslegung sowie den ständig steigenden technischen
Möglichkeiten führt die PIERER Mobility Gruppe regelmäßig
IT-gestützte Analysen der Wirksamkeit der gesetzten Maßnahmen
durch, um etwaige aufgetretene Kontrollschwächen zu erkennen und
anschließend zu beseitigen.
Kontrollmaßnahmen in Bezug auf die IT-Sicherheit stellen einen
Eckpfeiler des internen Kontrollsystems dar. So wird die Trennung
von sensiblen Tätigkeiten durch eine restriktive Vergabe von
IT-Berechtigungen unterstützt. Durch die eingesetzte ERP Software
finden automatisierte Prüfungen statt, wie z.B. die automatisierten
Kontrollen bei Rechnungsfreigabe und Rechnungsprüfung.
KOMMUNIKATION UND ÜBERWACHUNG
Die Verantwortung für die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems
im (Konzern-)Rechnungslegungsprozess ist klar geregelt und liegt bei
den verantwortlichen Führungskräften und Prozessverantwortlichen.
In die Beurteilung der Wirksamkeit fließen neben den Ergebnissen
aus der unternehmensinternen Einschätzung auch jene von
externen Prüfungen, z. B. im Rahmen der Jahresabschlussprüfung
oder von externen IT-Security Audits, sowie des Aufsichtsrats
und des Prüfungsausschusses ein. Schwächen im Kontrollsystem
werden unter Berücksichtigung ihrer möglichen Auswirkung auf die
Rechnungslegungsprozesse behoben.
Neben den gesetzlich vorgeschriebenen Abschlüssen, welche den
Führungsebenen zur Verfügung gestellt werden, wurde im Konzern
auch ein umfangreiches Internes Berichtswesen implementiert, das
je nach Berichtsempfänger in unterschiedlichen Aggregationstiefen
erstellt und verteilt wird.
Weitere zentrale Instrumente der Risikoüberwachung und -kontrolle
sind die unternehmensweiten Richtlinien über den Umgang mit
wesentlichen Risiken, der Planungs- und der Controlling-Prozesse,
sowie die laufende Berichterstattung. Die Richtlinien umfassen
die Festsetzung und Kontrolle von Limits und Handlungsabläufen
zur Begrenzung finanzieller Risiken sowie die strikte Vorgabe des
Vier-Augen-Prinzips bei Rechnungs- und Zahlungsfreigaben.
Darüber hinaus basiert das interne Kontrollsystem auf genauen
Informationen über die Prozesse für die Rechnungslegung und
Finanzberichtserstattung und schließt auch deren vorgelagerte
Unternehmensprozesse, z. B. Bestellanforderungen oder Logistik-
prozesse, mit ein. Die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems
wird vom Management dahingehend überprüft, dass die Ergebnisse,
die in komprimierter Berichtsform an das Management übermittelt
werden von ihm analysiert, bewertet und kommentiert werden.
Vorstand und Prüfungsausschuss werden jährlich über die
Einschätzung zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems in der
Rechnungslegung unterrichtet. Bei wesentlichen Veränderungen
der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems erfolgt eine unver-
zügliche Berichterstattung an den Vorstand und gegebenenfalls an
den Aufsichtsrat sowie eine Ergreifung adäquater Maßnahmen zur
Erhöhung der Wirksamkeit.
Lagebericht_2023
134
9. AUSBLICK
GESCHÄFTSENTWICKLUNG
Anknüpfend an den Trend aus dem Jahr 2022 konnten die Marken
KTM, Husqvarna Motorcycles und GASGAS im Jahr 2023 ihre
Marktanteile in den relevanten Absatzmärkten weitgehend
ausbauen. Darüber hinaus erwartet die Gruppe mittel- bis
langfristig ein weiteres Wachstum des Motorradmarktes und eine
insgesamt positive Entwicklung des Motorradmarktes für die von ihr
vertriebenen hochwertigen Premiumprodukte.
Die noch im Geschäftsjahr 2022 aufgetretenen Herausforderungen
in den internationalen Lieferketten der Unternehmensgruppe haben
sich in 2023 deutlich entspannt und werden voraussichtlich auch im
Geschäftsjahr 2024 keine größeren Störungen verursachen. Die in
der KTM AG Gruppe etablierten Maßnahmen zeigen somit Wirkung,
da die Folgen aus der letztjährigen Situation durch die Lieferanten-
risikobewertung weitgehend abgemildert wurden. Neben anderen
Maßnahmen und den identifizierten Gründen für Lieferketten-
probleme in der Vergangenheit wurde die Beschaffungsstrategie
angepasst und das Beschaffungsrisiko insbesondere durch den
direkten Zugang zum asiatischen und den weiteren Fokus auf den
europäischen Markt reduziert.
Für das Geschäftsjahr 2024 rechnet die PIERER Mobility-
Gruppe weiterhin mit einem global schwierigen wirtschaftlichen
Umfeld, nicht zuletzt getrieben von den unverändert signifikant
hohen Inflationsraten und Lohn- und Gehaltsentwicklungen mit
weitreichenden Einflüssen auf die Preisentwicklung weltweit. Für
die Gruppe wird das Jahr 2024 ein Konsolidierungsjahr, welches zur
Stärkung des Kerngeschäfts genutzt wird. Im Zuge dessen erwartet
die PIERER Mobility-Gruppe für das Geschäftsjahr 2024 einen
Umsatz auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr und eine EBIT-Marge
von 5-7 %.
Um die Rentabilität der Gruppe zu sichern, wird das Management
Kostenreduktionsmaßnahmen im Geschäftsjahr 2024 im
zweistelligen Millionenbereich durchführen. Diese Maßnahmen
umfassen insbesondere die stärkere Fokussierung auf das
Kerngeschäft Powered-Two-Wheelers (Motorräder und elektri-
fizierte Mobility-Produkte) mit den Premiummarken KTM, GASGAS
und Husqvarna sowie MV Agusta.
Als weitere wesentliche Maßnahme zur Kostenreduktion werden
Teile der Produktion für einzelne Modelle der Mittelklasse und
bestimmte Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zum strate-
gischen Partner Bajaj Auto, Indien, sowie zu CFMOTO, China,
verlagert. Das betrifft Produkte (Straßenmotorräder) in sehr
preis- und wettbewerbsintensiven Märkten. Die bisher bei Bajaj
produzierte Modellpalette (zwischen 125 und 390 Kubikzentimeter)
wird erweitert. Beim chinesischen Partner CFMOTO werden Straßen-
motorräder zwischen 790 und 950 Kubikzentimeter assembliert.
Die Unternehmens Gruppe erwartet sich daraus nicht nur Kosten-
vorteile, sondern auch eine Beschleunigung von Entwicklungs- und
Industrialisierungsprozessen.
Begleitet werden diese Maßnahmen unter anderem durch die
Reduktion der Mitarbeiteranzahl um bis zu 300 Arbeitsplätze in
Mattighofen und Munderfing, insbesondere durch die Herausnahme
von Leiharbeitern sowie durch Mitarbeiter, die über natürliche
Fluktuation das Unternehmen verlassen.
Aufgrund oben beschriebener strategischer Anpassungen werden
ab dem Geschäftsjahr 2024 die berichteten Teilbereiche neu
strukturiert. Künftig erfolgt die Ausrichtung an den Segmenten
„Motorcycles“ sowie „E-Mobility. Das neue Segment „E-Mobility
umfasst künftig neben elektrifizierten New Mobility-Produkten
sämtliche elektrobetriebenen Powered-Two-Wheelers wie
E-Motorräder, E-Minis sowie Stand-up Scooters.
INVESTITIONEN
Die Investitionen der vergangenen Jahre haben die notwendigen
Produktionskapazitäten für die kommenden Jahre gesichert. Der
Fokus der Investitionen lag und liegt daher auf anderen Projekt-
themen, insbesondere auf der (Weiter-)Entwicklung bestehender
und neuer Modelle, der Elektromobilität und der High-Tech-Moderni-
sierung. Diese markieren für die Gruppe derzeit und auch in Zukunft
die oberste Priorität der Investitionen. Im Einklang mit den strategi-
schen Zielen werden die Ausgaben für Investitionen in Forschung
und Entwicklung auf dem bereits hohen Niveau der Vorjahre bleiben.
Wichtige geplante Investitionen sind auch die Beschaffung
von Werkzeugen, insbesondere für geplante Forschungs- und
135
Entwicklungsprojekte, Investitionen in digitale Vertriebsplatt-
formen für Händler und Endkunden sowie Modernisierungen,
Erweiterungen, Verbesserungen und Digitalisierung bestehender
Produktionskapazitäten.
AUSREICHENDE FINANZIERUNGSSITUATION
Die aktuellen Liquiditätsreserven gepaart mit einem ausgewogenen
Mix an verschiedenen Finanzierungsinstrumenten ermöglichen
es der Unternehmensgruppe auch im Jahr 2024 in einem volatilen
Marktumfeld flexibel zu agieren. In diesem Zusammenhang wurden
die verfügbaren Liquiditätsreserven kurz- und langfristig deutlich
erhöht. So hat die KTM Gruppe im Geschäftsjahr 2023 etwa ein
Schuldscheindarlehen mit einem Volumen von EUR 300 Millionen
sowie eine Namensschuldverschreibung im Umfang von
EUR 50 Millionen emittiert.
Die Unternehmensgruppe ist auch von den Folgen der aktuellen
Zinsentwicklung betroffen und das Zinsänderungsrisiko wird
regelmäßig evaluiert. Weiters wurden Maßnahmen zur Steuerung
des Zinsänderungsrisikos ergriffen. Die PIERER Mobility-Gruppe
erwartet mittelfristig eine Reduktion des derzeit hohen Zinsniveaus.
Wels, am 14. März 2024
Der Vorstand der PIERER Mobility AG
Dipl.-Ing. Stefan Pierer Mag. Ing. Hubert Trunkenpolz Mag. Viktor Sigl, MBA
Mag. Florian Kecht Mag. Alex Pierer Dipl.-Vw. Rudolf Wiesbeck
136
© Marco Campelli
137
Konzernabschluss
KONZERNBILANZ 138
KONZERN-GEWINN- UND
VERLUSTRECHNUNG 140
KONZERNGESAMTERGEBNISRECHNUNG 141
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG 142
KONZERNEIGENKAPITALVERÄNDERUNGS
RECHNUNG 145
Konzernabschluss_2023
138
KONZERNBILANZ
zum 31. Dezember 2023
TEUR ANHANGNR. 31.12.2023 31.12.2022
Vermögenswerte:
Langfristige Vermögenswerte:
Firmenwert 21 131.735 130.655
Immaterielle Vermögenswerte 22 668.967 570.356
Sachanlagen 23 483.886 443.712
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 24 33.870 33.341
Latente Steueransprüche 25 9.934 13.782
Sonstige langfristige Vermögenswerte 26 5.436 3.999
1.333.828 1.195.845
Kurzfristige Vermögenswerte:
Vorräte 27 857.255 653.928
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 28 350.801 270.422
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 29 146.087 137.616
Steuererstattungsansprüche 2.272 14.087
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte 30 3.700 0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 31 258.972 278.738
1.619.087 1.354.790
2.952.915 2.550.635
139
TEUR ANHANGNR. 31.12.2023 31.12.2022
Eigenkapital und Schulden:
Eigenkapital:
Grundkapital 32 33.797 33.797
Kapitalrücklagen 32 9.949 9.949
Sonstige Rücklagen einschließlich Konzernbilanzgewinn 32 860.515 863.989
Eigenkapital der Eigentümer des Mutterunternehmens 904.261 907.735
Nicht beherrschende Anteile 32 5.012 6.661
909.273 914.396
Langfristige Schulden:
Finanzverbindlichkeiten 33 962.849 458.620
Verpflichtungen für Leistungen an Arbeitnehmer 34 27.967 26.154
Latente Steuerschulden 25 120.665 124.428
Andere langfristige Schulden 35 18.517 16.407
1.129.998 625.609
Kurzfristige Schulden:
Finanzverbindlichkeiten 33 72.049 76.635
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 35 676.978 737.602
Rückstellungen 36 21.871 44.037
Steuerschulden 1.824 5.203
Andere kurzfristige Schulden 35 140.922 147.152
913.644 1.010.630
2.952.915 2.550.635
Konzernabschluss_2023
140
KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
für das Geschäftsjahr vom 1.1.2023 bis 31.12.2023
TEUR ANHANGNR. 2023 2022
Umsatzerlöse 8 2.661.210 2.437.200
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse
erbrachten Leistungen
9 -1.977.117 -1.745.878
Bruttoergebnis vom Umsatz 684.093 691.322
Vertriebs- und Rennsportaufwendungen 10 -289.838 -242.800
Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen 11 -53.764 -55.352
Verwaltungsaufwendungen 12 -185.742 -164.900
Sonstige betriebliche Aufwendungen 13 -799 -391
Sonstige betriebliche Erträge 14 3.736 2.377
Ergebnis aus At-Equity Beteiligungen 15 2.338 4.994
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 160.024 235.250
Zinserträge 16 10.669 4.023
Zinsaufwendungen 16 -73.940 -19.313
Sonstiges Finanz- und Beteiligungsergebnis 16 -4.620 -4.057
Ergebnis vor Steuern 92.133 215.903
Ertragsteuern 17 -15.720 -45.280
Ergebnis des Geschäftsjahres 76.413 170.623
davon Eigentümer des Mutterunternehmens 80.183 169.921
davon Nicht beherrschende Gesellschafter -3.770 702
Unverwässertes (=verwässertes) Ergebnis je Aktie (EUR) 18 2,37 5,03
141
KONZERNGESAMTERGEBNISRECHNUNG
für das Geschäftsjahr vom 1.1.2023 bis 31.12.2023
TEUR ANHANGNR. 2023 2022
Ergebnis des Geschäftsjahres 76.413 170.623
Posten, die in den Gewinn oder Verlust umgegliedert wurden oder
anschließend umgegliedert werden können
Fremdwährungsumrechnung ausländischer Tochterunternehmen 32 -4.195 1.684
Fremdwährungsumrechnung aus nach der Equity-Methode
bilanzierten Finanzanlagen
24, 32 -1.051 -255
Bewertung Cash-Flow-Hedges 32 -9.851 19.651
Latente Steuer auf die Bewertung von Cash-Flow-Hedges 32 2.340 -4.742
-12.757 16.338
Posten, die nicht in den Gewinn oder Verlust
umgegliedert werden
Neubewertung der Nettoschuld aus
leistungsorientierten Versorgungsplänen
32, 34 -485 1.606
Steuereffekt 32 112 -539
-373 1.067
Sonstiges Ergebnis nach Steuern -13.130 17.405
Gesamtergebnis 63.283 188.028
davon Eigentümer des Mutterunternehmens 67.053 187.326
davon Nicht beherrschende Gesellschafter -3.770 702
Konzernabschluss_2023
142
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG
für das Geschäftsjahr vom 1.1.2023 bis 31.12.2023
TEUR ANHANGNR. 2023 2022
Betriebstätigkeit
Ergebnis des Geschäftsjahres 76.413 170.623
+ (-) Zinsaufwendungen / Zinserträge 16 63.271 15.290
+ Steueraufwendungen 17 15.720 45.280
+ Abschreibungen auf Sachanlagevermögen und
immaterielle Vermögenswerte
22, 23 163.504 145.858
+ (-) Dotierung (Auflösung) von langfristigen Verpflichtungen
für Leistungen an Arbeitnehmer
240 -1.517
(-) + Gewinne (Verluste) aus der Equity-Konsolidierung 15 -2.338 -4.994
(-) + Gewinne (Verluste) aus dem Abgang von Anlagevermögen 22, 23 0 10.199
+ (-) Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen (Erträge) VI 8.731 -23.987
+ Zinseinzahlungen 9.630 3.982
- Zinsauszahlungen -67.623 -18.880
- Steuerzahlungen -10.457 -43.768
+ Erhaltene Dividenden 943 984
Brutto Cash-Flow 258.034 299.070
- (+) Erhöhung (Verminderung) von Vorräten -224.004 -241.620
- (+) Erhöhung (Verminderung) von Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen, Vorauszahlungen, sonstigen kurz- und langfristigen
Vermögenswerten
-39.986 -154.610
+ (-) Erhöhung (Verminderung) von Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen, Vorauszahlungen und
anderen kurz- und langfristigen Schulden
-104.895 377.495
Erhöhung (Verminderung) des Nettoumlaufvermögens -368.885 -18.735
Cash-Flow aus Betriebstätigkeit -110.851 280.335
143
TEUR ANHANGNR. 2023 2022
Investitionstätigkeit
- Auszahlungen für den Erwerb von immateriellen
Vermögenswerten und Sachanlagen
22, 23 -312.950 -246.519
- Auszahlungen für den Erwerb von nach der At-Equity
Methode bilanzierten Unternehmen und sonstigen finanziellen
Vermögenswerten
7, 24 0 -16.017
+ Einzahlungen aus dem Verkauf von immateriellen
Vermögenswerten und Sachanlagen
13.124 300
+ Einzahlungen aus der Veräußerung von nach der At-Equity
Methode bilanzierten Unternehmen und sonstigen finanziellen
Vermögenswerten
24 932 1.275
- Erwerb von Tochterunternehmen 7 -1.609 -5.477
- Auszahlungen aus sonstigen Vermögenswerten -1.637 -16.687
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit -302.140 -283.125
Free Cash-Flow -412.991 -2.790
Finanzierungstätigkeit
- Dividendenzahlungen an Dritte -68.093 -34.297
- Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen 32 -214 -5.055
+ Veräußerung von nicht beherrschenden Anteilen 0 251
+ Einzahlungen von Eigenkapital in vollkonsolidierte Gesellschaften
von nicht beherrschenden Gesellschaften
32 2.556 2.556
+ Aufnahme von langfristigen verzinslichen Verbindlichkeiten 33, VI 504.175 0
- Tilgung Schuldscheindarlehen 33, VI -24.027 -6.000
- Tilgung Forschungsdarlehen VI -2.400 -14.118
- Rückzahlung von langfristigen verzinslichen Verbindlichkeiten VI 0 -6.687
- Tilgung Leasingverbindlichkeiten VI, 48 -25.158 -23.414
+ (-) Veränderung sonstiger kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten VI 11.823 -4.531
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit 398.662 -91.295
Gesamt Cash-Flow -14.329 -94.085
+ Anfangsbestand der liquiden Mittel im Konzern 278.738 373.509
+ Veränderung durch Fremdwährungseffekte -5.437 -686
Endbestand der liquiden Mittel im Konzern 258.972 278.738
Konzernabschluss_2023
144
KONZERNEIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG
TEUR ANHANGNR. EIGENKAPITAL DER EIGENTÜMER DES MUTTERUNTERNEHMENS
Grundkapital Kapitalrücklagen Rücklagen
einschließlich
Konzern-
bilanzgewinn
Rücklage
nach IFRS 9
Ausgleichsposten
hrungs-
umrechnung
Rücklage
für eigene
Anteile
Gesamt Anteile nicht
beherrschender
Gesellschafter
Konzern-
eigenkapital
Gesamt
Stand am 1. Jänner 2023 33.797 9.949 845.432 16.255 2.302 0 907.735 6.661 914.396
Ergebnis des Geschäftsjahres 0 0 80.183 0 0 0 80.183 -3.770 76.413
Sonstiges Ergebnis 32 0 0 -373 -7.511 -5.246 0 -13.130 0 -13.130
Gesamtergebnis 0 0 79.810 -7.511 -5.246 0 67.053 -3.770 63.283
Transaktionen mit Anteilseignern
Dividenden an Dritte 18, 32
0 0 -67.593 0 0 0 -67.593 -500 -68.093
Kauf/Verkauf von Anteilen an Tochterunternehmen 32 0 0 -214 0 0 0 -214 0 -214
Gewinne und Verluste aus Sicherungsgeschäften und Kosten der Absicherung,
die in die Vorräte umgegliedert worden sind
0 0 0 -309 0 0 -309 0 -309
Optionen auf nicht beherrschende Anteile 35 0 0 -2.420 0 0 0 -2.420 0 -2.420
Kapitalerhöhung von nicht beherrschenden Gesellschaften ohne Änderung der Anteilsverhältnisse 32 0 0 0 0 0 0 0 2.556 2.556
Konsolidierungskreisänderungen 0 0 0 0 0 0 0 61 61
Sonstiges 0 0 9 0 0 0 9 4 13
Stand am 31. Dezember 2023 33.797 9.949 855.024 8.435 -2.944 0 904.261 5.012 909.273
TEUR ANHANGNR. EIGENKAPITAL DER EIGENTÜMER DES MUTTERUNTERNEHMENS
Grundkapital Kapitalrücklagen Rücklagen
einschließlich
Konzern-
bilanzgewinn
Rücklage
nach IFRS 9
Ausgleichsposten
hrungs-
umrechnung
Rücklage
für eigene
Anteile
Gesamt Anteile nicht
beherrschender
Gesellschafter
Konzern-
eigenkapital
Gesamt
Stand am 1. Jänner 2022 33.797 9.949 714.154 1.369 873 0 760.142 5.409 765.551
Ergebnis des Geschäftsjahres 0 0 169.921 0 0 0 169.921 702 170.623
Sonstiges Ergebnis 32 0 0 1.067 14.909 1.429 0 17.405 0 17.405
Gesamtergebnis 0 0 170.988 14.909 1.429 0 187.326 702 188.028
Transaktionen mit Anteilseignern
Dividenden an Dritte 18, 32
0 0 -33.797 0 0 0 -33.797 -500 -34.297
Kauf/Verkauf von Anteilen an Tochterunternehmen 32 0 0 -3.298 0 0 0 -3.298 -1.506 -4.804
Gewinne und Verluste aus Sicherungsgeschäften und Kosten der Absicherung,
die in die Vorräte umgegliedert worden sind
0 0 0 -23 0 0 -23 0 -23
Optionen auf nicht beherrschende Anteile 35 0 0 -2.579 0 0 0 -2.579 0 -2.579
Kapitalerhöhung von nicht beherrschenden Gesellschaften ohne Änderung der Anteilsverhältnisse 32 0 0 0 0 0 0 0 2.556 2.556
Sonstiges 0 0 -36 0 0 0 -36 0 -36
Stand am 31. Dezember 2022 33.797 9.949 845.432 16.255 2.302 0 907.735 6.661 914.396
145
KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERU NGSRECHNU NG
TEUR ANHANGNR. EIGENKAPITAL DER EIGENTÜMER DES MUTTERUNTERNEHMENS
Grundkapital Kapitalrücklagen Rücklagen
einschließlich
Konzern-
bilanzgewinn
Rücklage
nach IFRS 9
Ausgleichsposten
Währungs-
umrechnung
Rücklage
für eigene
Anteile
Gesamt Anteile nicht
beherrschender
Gesellschafter
Konzern-
eigenkapital
Gesamt
Stand am 1. Jänner 2023 33.797 9.949 845.432 16.255 2.302 0 907.735 6.661 914.396
Ergebnis des Geschäftsjahres 0 0 80.183 0 0 0 80.183 -3.770 76.413
Sonstiges Ergebnis 32 0 0 -373 -7.511 -5.246 0 -13.130 0 -13.130
Gesamtergebnis 0 0 79.810 -7.511 -5.246 0 67.053 -3.770 63.283
Transaktionen mit Anteilseignern
Dividenden an Dritte 18, 32
0 0 -67.593 0 0 0 -67.593 -500 -68.093
Kauf/Verkauf von Anteilen an Tochterunternehmen 32 0 0 -214 0 0 0 -214 0 -214
Gewinne und Verluste aus Sicherungsgeschäften und Kosten der Absicherung,
die in die Vorräte umgegliedert worden sind
0 0 0 -309 0 0 -309 0 -309
Optionen auf nicht beherrschende Anteile 35 0 0 -2.420 0 0 0 -2.420 0 -2.420
Kapitalerhöhung von nicht beherrschenden Gesellschaften ohne Änderung der Anteilsverhältnisse 32 0 0 0 0 0 0 0 2.556 2.556
Konsolidierungskreisänderungen 0 0 0 0 0 0 0 61 61
Sonstiges 0 0 9 0 0 0 9 4 13
Stand am 31. Dezember 2023 33.797 9.949 855.024 8.435 -2.944 0 904.261 5.012 909.273
TEUR ANHANGNR. EIGENKAPITAL DER EIGENTÜMER DES MUTTERUNTERNEHMENS
Grundkapital Kapitalrücklagen Rücklagen
einschließlich
Konzern-
bilanzgewinn
Rücklage
nach IFRS 9
Ausgleichsposten
Währungs-
umrechnung
Rücklage
für eigene
Anteile
Gesamt Anteile nicht
beherrschender
Gesellschafter
Konzern-
eigenkapital
Gesamt
Stand am 1. Jänner 2022 33.797 9.949 714.154 1.369 873 0 760.142 5.409 765.551
Ergebnis des Geschäftsjahres 0 0 169.921 0 0 0 169.921 702 170.623
Sonstiges Ergebnis 32 0 0 1.067 14.909 1.429 0 17.405 0 17.405
Gesamtergebnis 0 0 170.988 14.909 1.429 0 187.326 702 188.028
Transaktionen mit Anteilseignern
Dividenden an Dritte 18, 32
0 0 -33.797 0 0 0 -33.797 -500 -34.297
Kauf/Verkauf von Anteilen an Tochterunternehmen 32 0 0 -3.298 0 0 0 -3.298 -1.506 -4.804
Gewinne und Verluste aus Sicherungsgeschäften und Kosten der Absicherung,
die in die Vorräte umgegliedert worden sind
0 0 0 -23 0 0 -23 0 -23
Optionen auf nicht beherrschende Anteile 35 0 0 -2.579 0 0 0 -2.579 0 -2.579
Kapitalerhöhung von nicht beherrschenden Gesellschaften ohne Änderung der Anteilsverhältnisse 32 0 0 0 0 0 0 0 2.556 2.556
Sonstiges 0 0 -36 0 0 0 -36 0 -36
Stand am 31. Dezember 2022 33.797 9.949 845.432 16.255 2.302 0 907.735 6.661 914.396
146
© CFMOTO International
147
Konzernanhang
für das Geschäftsjahr 2023
I. ALLGEMEINE ANGABEN 148
1. Angaben zum Unternehmen 148
2. Grundsätze der Rechnungslegung 148
3. Neu angewendete Standards und Interpretationen 148
4. Zukünftig anzuwendende Standards und
Interpretationen 149
5. Schätzungen und Ermessensentscheidungen 149
II. KONSOLIDIERUNGSKREIS 152
6. Konsolidierungsgrundsätze und -Methoden 152
7. Veränderungen im Konsolidierungskreis 152
III. SEGMENTBERICHTERSTATTUNG 154
IV. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN-
UND VERLUSTRECHNUNG 156
8. Umsatzerlöse 156
9. Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse
erbrachten Leistungen 156
10. Vertriebs- und Rennsportaufwendungen 157
11. Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen 157
12. Verwaltungsaufwendungen 157
13. Sonstige betriebliche Aufwendungen 158
14. Sonstige betriebliche Erträge 158
15. Ergebnis aus At-Equity Beteiligungen 158
16. Finanz- und Beteiligungsergebnis 159
17. Ertragsteuern 159
18. Ergebnis je Aktie und Vorschlag für die
Ergebnisverwendung 160
19. Aufwendungen für den Abschlussprüfer 161
20. Mitarbeiter 161
V. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ 162
21. Firmenwert 162
22. Immaterielle Vermögenswerte 163
23. Sachanlagen 166
24. Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 168
25. Latente Steueransprüche 169
26. Sonstige langfristige Vermögenswerte 171
27. Vorräte 171
28. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 172
29. Kurzfristige Forderungen und
sonstige Vermögenswerte 173
30. Zur Veräußerung gehaltene
langfristige Vermögenswerte 173
31. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 173
32. Konzerneigenkapital 174
33. Finanzverbindlichkeiten 176
34. Verpflichtungen für Leistungen an Arbeitnehmer 177
35. Andere kurz- und langfristige Schulden und
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 180
36. Rückstellungen 181
VI. ANGABEN ZUR KAPITALFLUSSRECHNUNG 182
VII. RISIKOBERICHT 183
37. Risikomanagement 183
38. Marktrisiken 183
39. Branchenspezifische Risiken 184
40. IT-Risiken 186
41. Finanzielle Risiken 186
42. Sonstige Risiken 192
VIII. FINANZINSTRUMENTE UND
KAPITALMANAGEMENT 194
43. Grundlagen 194
44. Einstufung und beizulegende Zeitwerte 195
45. Aufrechnung von finanziellen Vermögenswerten
und Verbindlichkeiten 200
46. Hedging 202
47. Kapitalmanagement 206
IX. LEASINGVERHÄLTNISSE 208
48. Leasingverhältnisse als Leasingnehmer (IFRS 16) 208
49. Leasingverhältnisse als Leasinggeber (IFRS 16) 210
X. ERLÄUTERUNGEN ZU NAHESTEHENDEN
UNTERNEHMEN UND PERSONEN
SOWIE ZU DEN ORGANEN 211
50. Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen
und Personen 211
51. Organe der Pierer Mobility AG 213
52. Vorstands- und Aufsichtsratsbezüge 213
XI. EREIGNISSE NACH DEM
BILANZSTICHTAG 213
XII. KONZERNUNTERNEHMEN
(BETEILIGUNGSSPIEGEL) 214
XIII. FREIGABE DES KONZERNABSCHLUSSES 217
148
I. ALLGEMEINE ANGABEN
1. ANGABEN ZUM UNTERNEHMEN
Die PIERER Mobility AG ist die Dachgesellschaft für Europas
führenden Hersteller motorisierter Zweiräder und produziert eine
vollständige Premium-Markenpalette von KTM, GASGAS, Husqvarna
und MV Agusta Motorcycles. Mit ihrer Innovationskraft ist PIERER
Mobility durch ihre Motorradmarken ein wegweisender Techno-
logieführer für zweirädrige E-Mobilität. Mit Husqvarna und GASGAS
E-Bicycles wird das Zweiradsortiment komplementiert. Das Premium-
Markenangebot bietet weiters Hochleistungskomponenten der
Marke WP sowie spezielle KTM X-BOW Hochleistungssportwagen.
Infolge der strategischen Partnerschaft mit Bajaj in Indien konnte
das Unternehmen die Produktionskapazitäten in den letzten Jahren
diversifizieren und die Wettbewerbsfähigkeit auf dem globalen
Markt erhöhen. Die Kooperation mit CFMOTO in China und das Joint
Venture mit Maxcom in Bulgarien stärken sowohl die Fahrrad- als
auch die Motorradproduktion nachhaltig. Mit führender Technologie
im Bereich der Niedervolt-Elektromobilität will PIERER Mobility
weltweit Marktführer bei elektrischen Zweirädern im Leistungs-
bereich von 250 W bis 15 kW werden.
Die PIERER Mobility AG hat ihren Sitz in 4600 Wels, Edisonstraße
1, und ist in das Firmenbuch beim Landes- als Handelsgericht Wels
unter der Nummer FN 78112 x eingetragen. Die Gesellschaft steht mit
der Pierer Konzerngesellschaft mbH, Wels (oberstes Konzernmutter-
unternehmen), und deren verbundenen Unternehmen in einem
Konzernverhältnis und wird in deren Konzernabschluss einbezogen.
Dieser Konzernabschluss wird beim Landes- als Handelsgericht Wels
unter der Nummer FN 134766 k hinterlegt und stellt den Konzernab-
schluss für den größten Konzernkreis dar.
Die Aktien der PIERER Mobility AG sind im „Swiss Performance Index
(SPI)“ der SIX Swiss Exchange in Zürich primärkotiert und zusätzlich
im Prime Market der Wiener Börse gelistet.
2. GRUNDSÄTZE DER RECHNUNGSLEGUNG
Der Konzernabschluss für den Zeitraum 1. Jänner bis 31. Dezember
2023 wurde in Übereinstimmung mit den vom International
Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen International
Financial Reporting Standards (IFRS) sowie den Interpretationen des
International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC),
soweit sie in der Europäischen Union angewendet werden, erstellt.
Dabei wurden auch die zusätzlichen Anforderungen des § 245a Abs1
UGB (österreichisches Unternehmensgesetzbuch) erfüllt.
Den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen
liegen einheitliche Rechnungslegungsvorschriften zugrunde.
Diese Vorschriften wurden von allen einbezogenen Unternehmen
angewendet. Die einbezogenen Unternehmen haben ihre Jahres-
abschlüsse zum Konzernbilanzstichtag 31.12. aufgestellt.
Die einbezogenen Abschlüsse aller wesentlichen, nach nationalen
Vorschriften prüfungspflichtigen vollkonsolidierten in- und
ausländischen Unternehmen wurden von unabhängigen Wirtschafts-
prüfern geprüft und mit uneingeschränkten Bestätigungsvermerken
versehen.
Der Konzernabschluss wird in der funktionalen Währung der Mutter-
gesellschaft, dem Euro, aufgestellt. Alle Beträge sind, soweit auf
Abweichungen nicht gesondert hingewiesen wird, auf 1.000 Euro
(TEUR) gerundet, wobei rundungsbedingte Differenzen auftreten
können. Durch die Anwendung von automatisierten Rechnungshilfen
können bei Summierung von gerundeten Beträgen und bei Prozent-
angaben ebenfalls Rundungsdifferenzen auftreten.
3. NEU ANGEWENDETE STANDARDS UND INTERPRETATIONEN
Folgende Tabelle zeigt die erstmalig verpflichtend anzuwendenden Standards und Interpretationen,
die auch bereits von der EU-Kommission zum 31.12.2023 übernommen wurden:
ERSTMALIGE ANWENDUNG NEUE STANDARDS UND INTERPRETATIONEN VERÖFFENTLICHT DURCH DAS IASB1. Jänner 2023Änderungen IAS 1 und IFRS Practice Statement 2 – Angabe von 12. Februar 2021Bilanzierungs- und BewertungsmethodenÄnderungen zu IAS 8 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, 12. Februar 2021Änderungen von Schätzungen und Fehlern – Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen
149
ERSTMALIGE ANWENDUNG NEUE STANDARDS UND INTERPRETATIONEN VERÖFFENTLICHT DURCH DAS IASBÄnderungen zu IAS 12 Ertragsteuern – Latente Steuern, die sich auf 7. Mai 2021Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer einzigen Transaktion entstehenIFRS 17 Versicherungsverträge 18. Mai 2017Änderungen zu IFRS 17 – erstmalige Anwendung von 9. Dezember 2021IFRS 17 und IFRS 9 - VergleichsinformationenÄnderungen zu IAS 12 Ertragsteuern – Reform des internationalen 23. Mai 2023Steuersystems – Mustervorschriften für Pillar 2
Alle geänderten Standards und Interpretationen sind für die PIERER Mobility-Gruppe
nicht relevant bzw. haben keinen wesentlichen Einfluss.
4. ZUKÜNFTIG ANZUWENDENDE STANDARDS UND INTERPRETATIONEN
Folgende Tabelle zeigt die bereits von der EU-Kommission übernommenen Änderungen von Standards und Interpretationen, welche jedoch zum
Bilanzstichtag noch nicht verpflichtend anzuwenden waren und auch nicht vorzeitig angewendet wurden:
ERSTMALIGE ANWENDUNG NEUE ODER GEÄNDERTE STANDARDS UND INTERPRETATIONEN VERÖFFENTLICHT DURCH DAS IASB1. Jänner 2024Änderungen zu IFRS 16 Leasing – Leasingverbindlichkeit in einer 22. September 2022Sale-and-Leaseback-TransaktionÄnderung an IAS 1 – Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig und 31. Oktober 2022langfristige Schulden (einschließlich Verschiebung des Zeitpunkts des Inkraft-tretens sowie langfristige Verbindlichkeiten mit Covenants)
Das IASB und das IFRIC haben weitere Standards und Interpretationen verabschiedet, welche aber im Geschäftsjahr 2023
noch nicht verpflichtend anzuwenden sind bzw. von der EU-Kommission noch nicht übernommen wurden. Es handelt sich dabei
um folgende Standards und Interpretationen:
NEUE ODER GEÄNDERTE STANDARDS UND INTERPRETATIONEN ANWENDUNGSZEIT-VERÖFFENTLICHT EU-ENDORSEMENT?PUNKT IASBDURCH DAS IASBÄnderungen an IAS 7 und IFRS 7 – Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen 1.1.2024 25.5.2023 Nein(Supplier Finance Arrangements)Änderungen an IAS 21 – Auswirkungen von Wechselkursänderungen – 1.1.2025 15.8.2023 NeinFehlende Umtauschbarkeit
Die PIERER Mobility-Gruppe geht davon aus, dass sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss aufgrund der zukünftig
anzuwendenden Standards ergeben werden.
5. SCHÄTZUNGEN UND ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN
Im Konzernabschluss müssen zu einem gewissen Grad
Schätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen werden,
welche die bilanzierten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten,
die Angabe von Eventualverbindlichkeiten am Bilanzstichtag und
den Ausweis von Aufwendungen und Erträgen im Geschäftsjahr
beeinflussen. Bei der Vornahme von Schätzungen berücksichtigt
der Vorstand Erfahrungswerte und aktuelle Prognosen. Die sich
tatsächlich einstellenden Beträge können von den Schätzungen
abweichen, wenn sich angenommene Parameter entgegen der
Erwartung entwickeln. Bei Bekanntwerden neuer Gegebenheiten
werden diese entsprechend berücksichtigt und bisherige Annahmen
angepasst.
150
Insbesondere werden Annahmen zur Beurteilung der Wert-
haltigkeit von Firmenwerten und immateriellen Vermögenswerten
mit unbestimmbarer Nutzungsdauer getroffen. Zum Bilanzstichtag
waren Firmenwerte in Höhe von TEUR 131.735 (Vorjahr: TEUR
130.655) sowie die Marken „KTM“ in Höhe von TEUR 61.103 (Vor-
jahr: TEUR 61.103), „GASGAS“ in Höhe von TEUR 13.346 (Vorjahr:
TEUR 13.346), „MV Agusta“ in Höhe von TEUR 20.165 (Vorjahr:
TEUR 20.165) und „JOHANSSON“ in Höhe von TEUR 1.300 (Vor-
jahr: TEUR 0) angesetzt. Die Marke „FELT“ wurde als zur Ver-
äußerung gehaltener Vermögenswert klassifiziert und mit einem
Wert in Höhe von TEUR 3.700 angesetzt. Weiterführende Informa-
tionen sind den Erläuterungen unter Punkt 21. „Firmenwert“, Punkt
22. „Immaterielle Vermögenswerte“ und Punkt 30. „Zur Ver-
äußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte“ zu entnehmen.
Latente Steueransprüche auf nicht verfallbare steuerliche Verlust-
vorträge werden unter der Annahme angesetzt, dass zukünftig
ausreichend steuerliches Einkommen zur Verwertung der steuer-
lichen Verlustvorträge erwirtschaftet wird. Bei Unsicherheiten in
den Annahmen werden entsprechende Wertberichtigungen ge-
bildet. Zum 31.12.2023 wurden aktive latente Steuern auf Verlust-
vorträge in Höhe von TEUR 19.968 (Vorjahr: TEUR 1.747) aktiviert.
Aufgrund der aktuellen Steuerplanung geht das Management von
einer Verwertung der zum 31.12.2023 angesetzten Verlustvorträge
innerhalb der nächsten fünf Jahre aus. Weitere Details zu den
latenten Steuern sind den Erläuterungen unter Punkt 25. „Latente
Steueransprüche“ zu entnehmen.
Im Rahmen des Cashflow-Hedge-Accountings werden Ein-
schätzungen zu Eintritt und Höhe von künftigen Zahlungsströmen
getroffen. Die Planung künftiger Zahlungsströme leitet sich aus
der Absatz- und Bestellmengenplanung ab, wird monatlich auf
die Zielerreichung überprüft und mit Erfahrungswerten aus der
Vergangenheit verplausibilisiert. Gemäß der internen Währungs-
absicherungsrichtlinie werden Fremdwährungsabsicherungen
grundsätzlich rollierend für eine Reichweite von bis zu 18 Monaten
abgeschlossen. Die Sicherungsquote der einzelnen Währungen
wird von der Planungsunsicherheit im jeweiligen Markt, der
Volatilität der Währung und den Sicherungskosten abhängig ge-
macht. Auf Basis der Bedeutung von Währungen (Volumen, Ergeb-
nisrelevanz) werden Gruppierungen vorgenommen, woraus sich
unterschiedliche Vorgehensweisen ergeben. Je Währung wird eine
Sicherungsquote von 80 % des Fremdwährungsexposures an-
gestrebt. Details zu den Sensitivitäten, die für Währungs- und Zins-
risiken bestehen, sind den Erläuterungen in Punkt VII. „Finanzielle
Risiken“ zu entnehmen.
Daneben bestehen Schätzungsunsicherheiten beim Ansatz und
der Bewertung von Verpflichtungen für Leistungen an Arbeit-
nehmer. Es werden Annahmen zu den folgenden Faktoren ge-
troffen: Erwartungswerte, demografische Annahmen wie das
Pensionsalter von Frauen / Männern und Mitarbeiterfluktuation
sowie finanzielle Annahmen wie Rechnungszinssatz und
künftige Lohn- und Gehaltstrends. Zum Bilanzstichtag waren
Verpflichtungen für Leistungen an Arbeitnehmer in Höhe von
TEUR 27.967 (Vorjahr: TEUR 26.154) angesetzt. Weiterführende
Informationen sind den Erläute-rungen unter dem Punkt 34. „Ver-
pflichtungen für Leistungen an Arbeitnehmer“ zu entnehmen.
Schätzungen bei den Rückstellungen betreffen im Wesentlichen
Rückstellungen für Garantien und Gewährleistungen. Für die Er-
mittlung der Rückstellungshöhe wurde ein direkter Zusammen-
hang pro Produktgruppe zwischen angefallenen Garantie- und Ge-
währleistungsaufwendungen an den Umsatzerlösen festgestellt.
Der durchschnittliche Prozentsatz der Garantie- und Gewähr-
leistungsaufwendungen an den Umsatzerlösen wird mehrmals
jährlich geprüft und bei Bedarf angepasst. Zum 31.12.2023 wurden
Rückstellungen für Garantien und Gewährleistungen in Höhe von
TEUR 20.523 (Vorjahr: TEUR 20.947) angesetzt. Die Entwicklung
der Rückstellungen für Garantien und Gewährleistungen ist dem
Punkt 36. „Rückstellungen“ zu entnehmen.
Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Vermögens-
werten und Schulden, die im Rahmen eines Unternehmens-
zusammenschlusses erworben wurden, sowie der Nutzungs-
dauern dieser Vermögenswerte basiert auf Beurteilungen des
Managements.
Leasingverhältnisse
Es werden Einschätzungen über die Laufzeit und Zinssätze ge-
troffen. Weitere Angaben dazu sind unter Punkt 23. „Sachanlagen
sowie unter Punkt 48. „Leasingverhältnisse als Leasingnehmer“ zu
finden.
Bei den Vorräten bestehen Schätzungen und Ermessensent-
scheidungen im Zusammenhang mit der Bewertung (Verbrauchs-
folgeverfahren und Reichweitenanalysen). Zusätzlich werden auf
Einzelfallbasis Wertberichtigungserfordernisse aufgrund langer
Lagerdauer und eingeschränkter Absatzmöglichkeiten erfasst.
Folgende Ermessensentscheidungen wurden bei der Anwendung
der Rechnungslegungsmethoden in der PIERER Mobility-Gruppe
getroffen:
Entwicklungskosten
Entwicklungskosten werden entsprechend der dargestellten
Bilanzierungs- und Bewertungsmethode aktiviert. Die erstmalige
Aktivierung der Kosten beruht auf Annahmen des Managements
zur Einschätzung des zukünftigen wirtschaftlichen Nutzens der
getätigten Aufwendungen und der technischen Machbarkeit des
entwickelten Produktes oder Verfahrens sowie dessen Markt-
gängigkeit.
151
Ausbuchung von Forderungen im Rahmen von ABS- und
Factoring-Vereinbarungen
Es werden Einschätzungen über die Ausbuchungsvoraus-
setzungen des IFRS 9 getroffen. Nähere Details sind dem Kapitel
VIII. „Finanzinstrumente und Kapitalmanagement“ zu entnehmen.
Supplier Finance
Es werden Einschätzungen über den Ausweis der Verbindlich-
keiten im Rahmen des Supplier Finance Programmes getroffen.
Weitere Angaben dazu siehe Punkt 35. „Andere kurz- und lang-
fristige Schulden und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leis-
tungen.
Konsolidierung
Bei der Festlegung, ob Beherrschung gemäß IFRS 10 vorliegt, übt
das Management Ermessensentscheidungen zur Bestimmung der
relevanten Aktivitäten der Tochterunternehmen aus.
Auswirkungen von klimabezogenen Aspekten auf die
Rechnungslegung
Der Vorstand berücksichtigt die Auswirkungen des Klimawandels bei
der Aufstellung des Konzernabschlusses. Die im Zuge der Aufstellung
des Konzernabschlusses vom Management zu treffenden Annahmen
werden dabei stets in Übereinstimmung mit der vom Vorstand
verabschiedeten langfristigen Unternehmensplanung getroffen. Die
langfristigen Unternehmensplanungen berücksichtigen dabei auch
die vom Unternehmen auf Basis der Empfehlungen der Task Force
for Climate-related Financial Disclosures (TCFD) identifizierten klima-
bezogene Risiken und Chancen.
Klimabezogene Aspekte sind im Rahmen der Aufstellung des
Konzernabschlusses insbesondere bei Annahmen, Ermessens-
entscheidungen und Schätzungen hinsichtlich zukünftiger
Entwicklungen, die die PIERER Mobility Gruppe betreffen, bedeutsam
und werden vom Management entsprechend berücksichtigt. Für
den Konzernabschluss der PIERER Mobility Gruppe zum 31.12.2023
ergeben sich daraus keine grundlegend geänderten Annahmen und
Schätzungen. Der Vorstand schätzt die potenziellen Auswirkungen
klimabedingter Chancen und Risiken auf den Konzernabschluss nach
IFRS wie folgt ein:
Nutzungsdauern von nicht-finanziellen Vermögenswerten:
Die PIERER Mobility-Gruppe hat evaluiert, inwiefern die Nutzungs-
dauer von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten auf-
grund von klimabezogenen Aspekten beeinflusst sein könnten.
Eine Beurteilung erfolgte insbesondere dahingehend, ob auf Basis
bestehender und angekündigter gesetzlicher und regulatorischer
Vorgaben Industrieanlagen nicht mehr in dem ursprünglich ge-
planten zeitlichen Umfang nutzbar sind. Eine Beeinflussung von
Nutzungsdauern durch externe oder interne Verpflichtungen
konnte dabei nicht abgeleitet werden.
Wertminderungen von Vermögenswerten:
Den kurz- und mittelfristigen Finanzplanungen und damit den
Werthaltigkeitstests liegen das nachhaltig ausgerichtete Ge-
schäftsmodell zugrunde. In den kurz- und mittelfristigen Finanz-
planungen der einzelnen CGUs werden Annahmen zu klima-
bedingten Faktoren bei Investitionsprogrammen (CAPEX),
Technologien und Produktionsverfahren zum Erreichen der
konzerninternen Klimaziele sowie beim darauf basierenden öko-
logisch nachhaltigen Produktmix im Sinne des „Right Vehicle, Right
Place, Right Energy Carrier”-Konzeptes sachgerecht berück-
sichtigt.
Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten:
Im Geschäftsjahr 2023 sind in der PIERER Mobility-Gruppe keine
neuen Verpflichtungen aus der Verletzung von Klimaschutz-
gesetzen und/oder Klimaregulatoren entstanden, die den Ansatz
einer Rückstellung oder die Angabe einer Eventualverbindlichkeit
erfordert hätten.
Die PIERER Mobility-Gruppe passt ihre Nachhaltigkeitsziele laufend
an die sich entwickelnden Anforderungen und technologischen
Veränderungen oder in Bezug auf zukünftige Geschäftspläne
oder Strategien an. Da die potenziellen Auswirkungen von heute
noch nicht verlautbarten regulatorischen Anforderungen, techno-
logischen Veränderungen oder zukünftigen Plänen und Strategien
und deren Operationalisierung, einschließlich der Neuzuweisung
von Ressourcen, nicht abschätzbar sind, kann der Konzernabschluss
in zukünftigen Perioden von diesen Entwicklungen beeinträchtigt
werden.
Auswirkungen des russisch-ukrainischen Krieges:
Die Einschätzungen der PIERER Mobility-Gruppe zu den
Auswirkungen des Kriegsgeschehens in der Ukraine sind im
Vergleich zum Vorjahr unverändert. Die PIERER Mobility-Gruppe
hat keinen wesentlichen Grund identifiziert, ihre Schätzungen
und Erwartungen zum 31. Dezember 2023 aufgrund des Kriegs-
geschehens in der Ukraine wesentlich zu ändern. Die Gruppe verfügt
weder über Investitionen, sonstige Vermögenswerte oder sonstige
wesentliche Geschäftsbeziehungen in der Ukraine, Russland
oder Weißrussland, noch hat die Gruppe wesentliche Geschäfts-
beziehungen zu Lieferanten oder Händlern in diesen Ländern. Vor
diesem Hintergrund erwartet das Unternehmen keine wesentlichen
Auswirkungen auf die erwarteten zukünftigen Cashflows. Gleicher-
maßen hat die PIERER Mobility AG durch den Krieg und die
verhängten Sanktionen keinen Verlust der Beherrschung, der
gemeinschaftlichen Führung oder der Fähigkeit zur Ausübung eines
maßgeblichen Einflusses auf Unternehmen erlitten und erwartet
auch dergleichen nicht.
152
II. KONSOLIDIERUNGSKREIS
6. KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE UND -METHODEN
In den Konzernabschluss der PIERER Mobility AG werden alle
Tochterunternehmen im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen.
Tochterunternehmen sind vom Konzern beherrschte Unternehmen.
Die Abschlüsse von Tochterunternehmen sind im Konzernabschluss
ab dem Zeitpunkt enthalten, an dem die Beherrschung beginnt und
bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung endet. Der Betrag
für die nicht beherrschenden Anteile wird – sofern nicht anders
angegeben – mit dem anteiligen Reinvermögen am erworbenen
Unternehmen ohne Firmenwertkomponente erfasst.
Die Anteile an assoziierten Unternehmen sind in der Bilanzposition
„Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen“ ausgewiesen.
Die Berichtswährung der PIERER Mobility-Gruppe ist der Euro.
Die Tochterunternehmen sowie die nach der Equity-Methode
bilanzierten Beteiligungen stellen die Jahresabschlüsse in ihrer
funktionalen Währung auf. Dabei werden in den zu konsolidierenden
Abschlüssen enthaltene Vermögenswerte und Schulden mit dem
Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag und die Posten der Gewinn-
und Verlustrechnung mit dem durchschnittlichen Devisenkurs des
Geschäftsjahres umgerechnet. Folgende für die PIERER Mobility-
Gruppe wesentlichen Kurse wurden für die Währungsumrechnung in
die Berichtswährung herangezogen:
STICHTAGSKURS DURCHSCHNITTSKURS31.12.2023 31.12.2022 2023 2022US-Dollar 1,1050 1,0666 1,0829 1,0500Schweizer Franken 0,9260 0,9847 0,9717 1,0017Japanischer Yen 156,3300 140,6600 153,1758 138,1392Südafrikanischer Rand 20,3477 18,0986 20,0410 17,2127Mexikanischer Peso 18,7231 20,8560 19,0658 21,0536Australischer Dollar 1,6263 1,5693 1,6347 1,5154Chinesischer Renminbi 7,8509 7,3582 7,6839 7,1543
7. VERÄNDERUNGEN IM KONSOLIDIERUNGSKREIS
Alle Tochterunternehmen, die unter der rechtlichen oder faktischen
Kontrolle der PIERER Mobility AG stehen, sind in den vorliegenden
Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 einbezogen. Die Anzahl
der Unternehmen im Konsolidierungskreis hat sich im Geschäftsjahr
2023 wie folgt entwickelt:
VOLLKONSOLIDIERTE GESELLSCHAFTEN AT EQUITY GESELLSCHAFTENStand zum 31.12.2022 76 5Konsolidierungskreiszugänge 4 0Konsolidierungskreisabgänge 0 -1Stand zum 31.12.2023 80 4davon ausländische Unternehmen 55 3
153
Die PIERER Mobility AG, als Mutterunternehmen der PIERER
Mobility-Gruppe, wurde in dieser Aufstellung nicht berücksichtigt.
Die in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften sowie
deren Erstkonsolidierungszeitpunkte sind im Kapitel XII.
„Konzernunternehmen (Beteiligungsspiegel)“ angeführt.
Änderungen vollkonsolidierter Gesellschaften
Konsolidierungskreiszugänge:
Zum 30. März 2023 wurde die PIERER New Mobility Bulgaria OOD,
Plovdiv, Bulgarien, neu gegründet und vollkonsolidiert.
Zum 16. Juni 2023 wurde die KTM Racing North America Inc. mit Sitz
in Murrieta, CA, USA, neu gegründet und vollkonsolidiert.
Zum 13. Juli 2023 wurde die KTM Informatics GmbH mit Sitz in
Mattighofen, Österreich, neu gegründet und vollkonsolidiert.
Zum 13. Oktober 2023 erwarb die PIERER Mobility-Gruppe 74 % der
Anteile an der LX Media GmbH mit Sitz in Wels. Im Erwerbszeitpunkt
verfügte die Gesellschaft über ein Nettovermögen von TEUR 233.
Der Kaufpreis betrug TEUR 1.739. Der aus dem Erwerb entstandene
Firmenwert beträgt TEUR 1.567.
Änderungen At-Equity einbezogener Gesellschaften
Die PIERER Mobility-Gruppe erwarb im vergangenen Jahr 23 % der
Anteile an der Vöcklabrucker Metallgießerei Dambauer GmbH über
die KTM AG, welche nach der Equity-Methode in den Konzernab-
schluss einbezogen wurde. Am 31. März 2023 hat die KTM AG diese
Anteile an die PB Invest GmbH, Wels, eine Tochtergesellschaft der
PIERER Industrie AG, Wels, verkauft.
154
III. SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
In der PIERER Mobility AG erfolgt die Steuerung der Geschäfts-
tätigkeit auf Basis der beiden Unternehmensbereiche „Motorcycles“
und „Bicycles“. Die einzelnen Unternehmensbereiche werden
separat geführt und an die PIERER Mobility AG gemäß den IFRS
Rechnungslegungsvorschriften berichtet. Der für den Segment-
bericht relevante Hauptentscheidungsträger ist der Gesamtvorstand
der PIERER Mobility AG. Die Segmentberichterstattung erfolgt
gemäß den internen Berichten mit den Segmenten Motorcylces,
Bicycles sowie Sonstige.
MOTORCYCLES:
Das Segment „Motorcycles“ umfasst die Entwicklung, Produktion
und den Vertrieb von Motorrädern unter den Marken „KTM“,
„Husqvarna Motorcycles“ und „GASGAS“ sowie Komponenten der
Marke „WP. Das Segment Motorcycles umfasst zum 31. Dezember
2023 58 in den Konzernabschluss einbezogene Tochtergesell-
schaften in Österreich, den USA, Japan, Südafrika, Mexiko, Indien,
Australien und Neuseeland sowie in verschiedenen anderen
Ländern in Europa und Asien. Darüber werden auch Beteiligungen
an Assemblierungsgesellschaften auf den Philippinen und in China
gehalten.
BICYCLES:
Die PIERER New Mobility GmbH samt Tochtergesellschaften bildet
das Segment „Bicycles“ der PIERER Mobility-Gruppe. Mit den
Marken „Husqvarna E-Bicycles“, „GASGAS Bicycles“, „Liteville“ und
„Johansson“ liegt der Fokus auf der Entwicklung, Herstellung und
dem Handel mit E-Bicycles und Fahrrädern. Insgesamt umfasst das
Segment 15 vollkonsolidierte Gesellschaften.
SONSTIGE:
Im Bereich „Sonstige“ werden die PIERER Mobility AG, die PIERER
Innovation GmbH, die Avocodo GmbH, die PIERER E-Commerce
GmbH, die PIERER E-Commerce North America Inc., die
DealerCenter Digital GmbH, die Platin 1483 GmbH sowie die LX
Media GmbH zusammenfassend dargestellt.
Keines der Segmente weist eine Abhängigkeit von externen Kunden
im Sinn des IFRS 8.34 auf. Lieferungen und Leistungen zwischen den
Segmenten erfolgen zu marktüblichen Bedingungen. Die Segments-
teuerungsgröße EBIT beschreibt das betriebliche Ergebnis der
Periode vor Finanzergebnis und Ertragsteuern. Die Investitionen
betreffen Anlagenzugänge aus dem Sachanlagevermögen und den
immateriellen Vermögensgegenständen (ohne Leasingzugänge
gemäß IFRS 16). Das nach der Equity-Methode bilanzierte Ergebnis
ist gemäß der Gliederung der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
im EBIT enthalten. Das Working Capital Employed entspricht
der Summe aus Vorräten und Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen zum Stichtag. Die Nettoverschuldung entspricht der
Summe der kurzfristigen und langfristigen Finanzverbindlichkeiten
(inkl. Leasingverbindlichkeiten) abzüglich der Zahlungsmittel zum
Stichtag.
Die Segmentinformationen für das Geschäftsjahr 2023 und 2022 teilen sich auf die beschriebenen Segmente wie folgt auf:
2023 MOTORCYCLES BICYCLES SONSTIGE KONSOLIDIERUNG GESAMTTEURUmsatzerlöse (einschließlich Erlöse 2.416.376 240.741 62.410 -58.317 2.661.210innerhalb der Segmente)Umsatzerlöse extern 2.415.979 240.681 4.550 0 2.661.210Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 214.442 -47.070 -8.030 682 160.0241)Investitionen 256.458 26.996 504 0 283.958Abschreibungen -156.507 -5.227 -3.408 1.638 -163.504Anteil am Ergebnis von Unternehmen, die 1.632 0 0 706 2.338nach der Equity-Methode bilanziert werdenBilanzsumme 2.777.303 408.114 78.694 -311.19 6 2.952.915Eigenkapital 930.245 -3.765 283.657 -300.864 909.273Working Capital Employed 375.820 147.770 5.410 2.078 531.078Nettoverschuldung -771.573 -222.519 217.095 1.071 -775.926
155
2022 MOTORCYCLES BICYCLES SONSTIGE KONSOLIDIERUNG GESAMTTEURUmsatzerlöse (einschließlich Erlöse 2.262.491 171.192 55.496 -51.979 2.437.200innerhalb der Segmente)Umsatzerlöse extern 2.262.049 171.192 3.959 0 2.437.200Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 240.968 2.458 -8.972 796 235.2501)Investitionen 258.665 11.780 788 -3.707 267.526Abschreibungen -140.250 -4.005 -3.120 1.517 -145.858Anteil am Ergebnis von Unternehmen, die 4.172 0 0 822 4.994nach der Equity-Methode bilanziert werdenBilanzsumme 2.354.682 212.706 25 8.115 -274.868 2.550.635Eigenkapital 900.624 41.239 233.767 -261.234 914.396Working Capital Employed 185.872 -6.072 4.133 2.814 186.747Nettoverschuldung -254.720 10.832 -13.675 1.046 -256.517
1) Exklusive IFRS 16 (Leasing); die Leasingzugänge betrugen in 2023 TEUR 32.546 (Vorjahr: TEUR 25.877)
INFORMATIONEN ÜBER GEOGRAFISCHE GEBIETE:
Das langfristige Vermögen (ohne Steueransprüche und Finanzinstrumente), gegliedert nach geografischen Gebieten, stellt sich wie folgt dar:
TEUR LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE31.12.2023 31.12.2022Österreich 1.170.384 1.046.841Europa (ohne Österreich) 51.587 37. 211Nordamerika inkl. Mexiko 90.890 89.611Sonstige 5.597 4.401SUMME 1.318.458 1.178.064
Die Gliederung der Umsatzerlöse nach geografischen Gebieten kann Punkt 8. „Umsatzerlöse“ entnommen werden.
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IV. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN- GEWINN-UND VERLUSTRECHNUNG
Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt.
8. UMSATZERLÖSE
Umsatzerlöse werden grundsätzlich nach dem Gefahrenübergang
gemäß Geschäftsbedingungen (Incoterms) bzw. nach dem Zeitpunkt
der Erbringung der Leistung abzüglich Skonti, Kundenboni und
Rabatte erfasst.
Die Aufteilung nach geografischen Bereichen der Außenumsätze
erfolgt nach dem Sitz der Kunden. Die Umsatzerlöse nach
geografischen Regionen des Konzerns setzen sich wie folgt
zusammen:
TEUR 2023 2022Österreich 107.545 119.4 46Europa (ohne Österreich) 1.340.260 1.013.850Nordamerika und Mexico 776.022 825.755Sonstige 437.383 478.149 2.661.210 2.437.200
Variable Gegenleistungen wie Preisnachlässe, Umsatzboni und
Skonti werden als Erlösminderungen der Umsatzerlöse ausgewiesen.
Die Verpflichtungen für variable Gegenleistungen werden als
vertragliche Verpflichtungen im Sinne des IFRS 15 ausgewiesen.
Die vertraglichen Verpflichtungen für variable Gegenleistungen
betreffend Preisnachlässe, Umsatzboni und Skonti betragen zum
31.12.2023 € 61,0 Mio. (31.12.2022: € 63,5 Mio.).
Da Garantieleistungen nicht separat verkauft werden, stellen diese
lediglich eine Zusicherung dar, dass die verkauften Produkte den
jeweils vereinbarten Spezifikationen entsprechen. Da diese Garantie-
leistungen weder zeitlich noch inhaltlich über die gesetzlichen bzw.
branchentypischen Gewährleistungsverpflichtungen hinausgehen,
handelt es sich hier um eine sogenannte assurance-type Gewähr-
leistung, welche keine separate Leistungsverpflichtung darstellt.
Dementsprechend werden die Garantieleistungen weiterhin in
Übereinstimmung mit IAS 37 erfasst.
9. HERSTELLUNGSKOSTEN DER ZUR ERZIELUNG DER UMSATZERLÖSE
ERBRACHTEN LEISTUNGEN
Die Herstellungskosten des Konzerns setzen sich wie folgt zusammen:
TEUR 2023 2022Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen 1.727.180 1.488.845Personalaufwand 152.082 138.893Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten 68.164 61.024Abschreibungen für Sachanlagevermögen und sonstige immaterielleVermögenswerte 34.329 30.550Sonstige betriebliche Aufwendungen -4.638 26.566 1.977.117 1.745.878
In den Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen sind Erträge aus
Währungsumrechnungsdifferenzen in Höhe von TEUR 22.136 (Vorjahr: Aufwendungen in Höhe von TEUR 31.966) enthalten.
157
10. VERTRIEBS- UND RENNSPORTAUFWENDUNGEN
Die Vertriebs- und Rennsportaufwendungen des Konzerns setzen sich wie folgt zusammen:
TEUR 2023 2022Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen 46.120 39.974Personalaufwand 122.943 110.101Abschreibungen für Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte 13.881 13.047Sonstige betriebliche Aufwendungen 157.516 129.073Sponsorgelder und sonstige betriebliche Erträge -50.622 -49.395 289.838 242.800
11. FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSAUFWENDUNGEN
Die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen des Konzerns setzen sich wie folgt zusammen:
TEUR 2023 2022Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen 11.016 9.419Personalaufwand 40.682 33.820Abschreibungen für Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte 8.179 8.159Sonstige betriebliche Aufwendungen 27.617 25.272Fördergelder und sonstige betriebliche Erträge -33.730 -21.318 53.764 55.352
Die in den Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen
dargestellten Aufwandsarten umfassen Forschungs- sowie nicht
aktivierungsfähige Entwicklungskosten. Der Personalaufwand
ohne Effekte aus den aktivierten Entwicklungskosten beträgt
TEUR 109.329 (Vorjahr: TEUR 91.947). Insgesamt betrugen die
Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen (vor aktivierten
Entwicklungskosten) TEUR 244.371 (Vorjahr: TEUR 213.209) und
somit 9,2 % (Vorjahr: 8,7 %) vom Umsatz.
12. VERWALTUNGSAUFWENDUNGEN
Die Verwaltungsaufwendungen des Konzerns setzen sich wie folgt zusammen:
TEUR 2023 2022Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen 3.569 3.060Personalaufwand 71.852 65.336Abschreibungen für Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte 38.951 33.078Sonstige betriebliche Aufwendungen 78.595 66.932Sonstige betriebliche Erträge -7.225 -3.506 185.742 164.900
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13. SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen belaufen sich auf insgesamt TEUR 799 (Vorjahr: TEUR 391) und
beinhalten unter anderem Bankspesen sowie Aufwendungen aus dem Abgang von Anlagen.
14. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
Sonstige betriebliche Erträge werden realisiert, wenn der wirtschaftliche Nutzen aus dem zugrunde liegenden Vertrag
wahrscheinlich ist und es eine verlässliche Bestimmung der Erträge gibt.
Die sonstigen betrieblichen Erträge des Konzerns setzen sich wie folgt zusammen:
TEUR 2023 2022Erträge aus dem Abgang von Anlagen 0 137Veränderungen im Konsolidierungskreis 0 2.136Übrige sonstige Erträge 3.736 104 3.736 2.377
15. ERGEBNIS AUS AT-EQUITY BETEILIGUNGEN
Der Gewinn- / Verlustanteil von assoziierten Unternehmen, die nach
der Equity-Methode bilanziert werden, wird in der Gewinn- und
Verlustrechnung als gesonderter Posten im Ergebnis der betrieb-
lichen Tätigkeit ausgewiesen. Im Wesentlichen handelt es sich
hierbei um Beteiligungen, die als wesentliche Lieferanten oder
Kunden in die operative Geschäftstätigkeit der PIERER Mobility-
Gruppe eingebunden sind.
Das Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen setzt sich wie folgt zusammen:
TEUR 2023 2022Kiska GmbH 706 822KTM Asia Motorcycle Manufacturing Inc. -199 72China Zhejiang CFMOTO-KTMR2R Motorcycles Co., Ltd. 6.993 4.100MV Agusta MOTOR SPA -5.162 0 2.338 4.994
159
16. FINANZ- UND BETEILIGUNGSERGEBNIS
Das Finanz- und Beteiligungsergebnis des Konzerns setzt sich wie folgt zusammen:
TEUR 2023 2022Zinserträge 10.669 4.023Zinsaufwendungen -73.940 -19.313Sonstiges Finanz- und Beteiligungsergebnis -4.620 -4.057 -67.891 -19.347Das sonstige Finanz- und Beteiligungsergebnis des Konzerns setzt sich wie folgt zusammen:TEUR 2023 2022Fremdwährungsbewertung Bankguthaben -3.495 -1.676Fremdwährungsbewertung gegebener Darlehen -1.955 441Absicherungskosten 830 -2.483Bewertung Zinsswap 0 17Wertminderung von langfristigen finanziellen Vermögenswerten 0 -450Erträge / Verluste aus sonstigen Beteiligungen 0 94 -4.620 -4.057
17. ERTRAGSTEUERN
Die Ertragsteueraufwände und -erträge des Konzerns teilen sich wie folgt in laufende und latente Steuern auf:
TEUR 2023 2022Laufende Steuer -12.982 -34.626Latente Steuern -2.738 -10.654 -15.720 -45.280
Als Ertragsteuern sind die in den einzelnen Ländern gezahlten bzw.
geschuldeten Steuern auf Einkommen und Ertrag sowie die latenten
Steuern ausgewiesen. Die österreichischen Gesellschaften der
PIERER Mobility-Gruppe unterliegen einem Körperschaftsteuersatz
von 24 %. In Österreich wurde im Jahr 2022 ein Steuerreformgesetz
beschlossen, welches eine stufenweise Senkung des Körperschaft-
steuersatzes vorsieht. Der Körperschaftsteuersatz wird für das Jahr
2023 auf 24 % und für die Jahre ab 2024 auf 23 % gesenkt. Aufgrund
dieser Steuersatzänderung erfolgte die Berechnung der Steuerlatenz
mit dem jeweils zukünftig anzuwendenden Steuersatz zum Zeitpunkt
der voraussichtlichen Umkehr der Wertdifferenz. Die Berechnung
ausländischer Ertragsteuern basiert auf den in den einzelnen
Ländern gültigen oder verabschiedeten Gesetzen und Verordnungen.
Die angewandten Ertragssteuersätze für ausländische Gesell-
schaften variieren von 9,0 % bis 37,6 %. Eine Überleitungsrechnung
zwischen dem erwarteten Steueraufwand des Geschäftsjahres
(Anwendung des Konzernsteuersatzes in Höhe von 24 % auf das
Ergebnis vor Steuern) und dem tatsächlich ausgewiesenen Steuer-
aufwand kann wie folgt dargestellt werden:
160
TEUR 2023 2022Ergebnis vor Ertragsteuern 92.133 215.903Erwarteter Steueraufwand / -ertrag -22.112 -53.976Nicht temporäre Differenzen und sonstige steuerliche Hinzurechnungen -1.381 -3.010Ansatz / Wertberichtigungen / Verbrauch von Verlustvorträgen -2.764 -1.995Nicht steuerbare Ergebnisse aus Konsolidierungskreisänderungen 0 534Steuern aus Vorperioden 750 -2.608Effekte ausländischer Steuersätze -839 -286Ergebnis aus Equity-Beteiligungen 809 1.062Investitionsbegünstigungen 8.546 5.362Steuersatzänderungen 1.271 9.696Sonstiges 0 -59 -15.720 -45.280
Globale Mindestbesteuerung
Der Konzern ist in verschiedenen Ländern tätig, die neue Gesetze
zur Einführung der globalen Mindeststeuer erlassen haben,
insbesondere in Österreich, wo die Muttergesellschaft der Gruppe
ihren Sitz hat. Die Gruppe geht davon aus, dass sie in Bezug auf
ihre Tätigkeiten in der Schweiz und in Bulgarien, wo der gesetzliche
Steuersatz unter 15 % liegt, sowie in Singapur, wo die Besteuerung
einen Steuerfreibetrag vorsieht, der den effektiven Steuersatz
unserer Tochtergesellschaft auf unter 15 % senkt, der Mindeststeuer
unterliegt. Da das neue Steuergesetz in Österreich erst ab dem
1. Januar 2024 in Kraft getreten ist, ergeben sich keine Auswirkungen
auf den tatsächlichen Steueraufwand des Geschäftsjahres 2023.
Der Konzern wendete die vorübergehende, verpflichtende
Ausnahmeregelung hinsichtlich der Bilanzierung latenter Steuer, die
sich aus der Einführung der globalen Mindestbesteuerung ergeben,
an und erfasst diese als tatsächlichen Steueraufwand /-ertrag zum
jeweiligen Entstehungszeitpunkt.
Wenn die Mindestbesteuerung bereits im Geschäftsjahr 2023
gegolten hätte, würden die Gewinne aus den Tätigkeiten des
Konzerns in der Schweiz, Bulgarien und Singapur der Mindeststeuer
unterliegen, wobei die darauf entfallene Steuer einen für den Konzern
unwesentlichen Betrag darstellt.
18. ERGEBNIS JE AKTIE UND VORSCHLAG FÜR DIE ERGEBNISVERWENDUNG
Das Ergebnis je Aktie betrug im laufenden Geschäftsjahr 2023 EUR 2,37 (Vorjahr: EUR 5,03) und berechnet sich wie folgt:
2023 2022Ergebnis - Eigentümer des Mutterunternehmens (in TEUR) 80.183 169.921Gesamt Aktienanzahl (Stück) 33.796.535 33.796.535Auswirkung eigener und neuer Aktien (Stück) 0 0Gewichteter Durchschnitt der Aktien 33.796.535 33.796.535Unverwässertes (=verwässertes) Ergebnis je Aktie (EUR) 2,37 5,03
161
Nach den Vorschriften des Aktiengesetzes bildet der nach
österreichischen Rechnungslegungsvorschriften aufgestellte Einzel-
abschluss der PIERER Mobility AG zum 31.12.2023 die Basis für die
Dividendenausschüttung.
Für das Geschäftsjahr 2023 wird vorgeschlagen, aus dem
Bilanzgewinn der PIERER Mobility AG in Höhe von TEUR 162.464,
eine Dividende vo
n EUR 0,50 je Aktie (entspricht insgesamt
TEUR 16.898) auszuschütten und den Restbetrag auf neue Rechnung
vorzutragen. Vom Bilanzgewinn 2022 wurde eine Dividende in Höhe
von TEUR 67.593 ausgeschüttet.
19. AUFWENDUNGEN FÜR DEN ABSCHLUSSPRÜFER
Die auf die Berichtsperiode entfallenden Aufwendungen für den Abschlussprüfer KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs-
und Steuerberatungsgesellschaft setzen sich wie folgt zusammen:
TEUR 2023 2022Jahresabschlussprüfung aller Einzelgesellschaften sowie Konzernabschlussprüfung 635 564Sonstige Bestätigungsleistungen 77 48Sonstige Leistungen 74 56786 668
20. MITARBEITER
Der Mitarbeiterstand wird jeweils inklusive Leiharbeiter und externen Dienstnehmern dargestellt:
Stand am 1.1.2023 6.088Veränderung im Geschäftsjahr 96Stand am 31.12.2023 6.184
Zum 31.12.2023 waren 3.553 Angestellte (Vorjahr: 3.293) und 2.631
Arbeiter (Vorjahr: 2.795) beschäftigt. Zum 31.12.2023 sind 4.970
Mitarbeiter (Vorjahr: 5.008) in Österreich und 1.214 Mitarbeiter
(Vorjahr: 1.080) im Ausland beschäftigt. Durchschnittlich beschäftigte
die Gruppe 6.268 Mitarbeiter (Vorjahr: 5.727), davon 3.486 Angestellte
(Vorjahr: 3.088) und 2.782 Arbeiter (Vorjahr: 2.639).
Der gesamte Personalaufwand im Geschäftsjahr 2023, ohne Effekte
aus der Aktivierung von Entwicklungskosten, beträgt TEUR 456.206
(Vorjahr: TEUR 406.277).
162
V. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ
21. FIRMENWERT
Firmenwerte werden einmal jährlich auf ihre Werthaltigkeit
überprüft. Soweit die Voraussetzungen gemäß IAS 36.99 erfüllt
sind, wird die letzte ausführliche Berechnung des erzielbaren
Betrags für die Beurteilung der Werthaltigkeit herangezogen.
Bei Vorliegen von Anhaltspunkten von einer Wertminderung
gemäß IAS 36 werden Firmenwerte stets auf ihre Werthaltigkeit
überprüft. Dabei ermittelt der Konzern den erzielbaren Betrag
grundsätzlich auf Basis des Nutzungswertes, welcher den
Barwert der zukünftigen geschätzten Cash-Flows vor Steuern
darstellt.
Die Berechnung erfolgte mit folgender Methode: Die Prognose
der Zahlungsströme basiert auf den vom Management
freigegebenen Finanzbudgets bzw. Vorschaurechnungen
unter Berücksichtigung der mittelfristigen Strategieziele. Die
geschätzten Zahlungsströme jenseits dieser Periode werden
durch Extrapolation der Budget-/Vorschauwerte ermittelt,
wobei ab dem dritten Jahr eine konstante Weiterentwicklung
unter Verwendung einer Wachstumsrate von 1 % angenommen
wird. Als Diskontierungszinssatz wurde ein gewogener
Kapitalkostensatz (WACC) vor Steuern in Höhe von 11,1 %
(2022: 11,6 %) für „KTM“ und 10,4 % (2022: 11,3 %) für „PIERER
New Mobility“ herangezogen. Bei sonst gleichbleibenden
Bedingungen hätte für die zahlungsmittelgenerierende Einheit
„KTM“ eine Erhöhung des Vorsteuer WACC auf 14,1 % (2022:
18,9 %) oder die Verringerung der künftig geplanten EBITs um
20,6 % (2022: 36,6 %) zur Folge, dass der Buchwert der CGU
dem erzielbaren Betrag entspricht. Für die zahlungsmittel-
generierende Einheit „PIERER New Mobility“ hätte bei sonst
gleichbleibenden Bedingungen eine Erhöhung des Vorsteuer
WACC auf 11,6 % (2022: 34,3 %) oder die Verringerung der
künftig geplanten EBITs um 13,9 % (2022: 68,4 %) zur Folge,
dass der Buchwert der CGU dem erzielbaren Betrag entspricht.
Die Aufgliederung der Firmenwerte und seine Entwicklung sowie deren Aufteilung auf die jeweiligen CGUs stellt sich wie folgt dar:
TEUR 2023 2022Anschaffungs- und Herstellungskosten: Stand am 1.1. 150.632 150.681Konsolidierungskreisänderungen 1.567 0Währungsumrechnung -474 -49Stand am 31.12. 151.725 150.632Kumulierte Abschreibungen: Stand am 1.1. 19.977 19.970Konsolidierungskreisänderungen 0 0Währungsumrechnung 13 7Stand am 31.12. 19.990 19.977Buchwert am 31.12. 131.735 130.655KTM 109.766 110.253PIERER New Mobility 19.457 19.457Sonstige 2.512 945
163
22. IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Immaterielle Vermögenswerte werden analog dem Sachanlage-
vermögen zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und
abzüglich Abschreibungen bewertet. Die Ermittlung der planmäßigen
Abschreibungen erfolgt nach der linearen Abschreibungsmethode
unter Zugrundelegung folgender Nutzungsdauern:
JAHRE NUTZUNGSDAUERSoftware 3 - 5Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte 5
Bei selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten erfolgt
eine Aufteilung des Herstellungszeitraumes in eine Forschungs-,
Entwicklungs- und Modellpflegephase. In der Forschungs- und
Modellpflegephase angefallene Kosten werden sofort ergebnis-
wirksam erfasst. Die planmäßige Abschreibung von aktivierten
Entwicklungskosten, die eindeutig Projekten zugeordnet werden
können, erfolgt mit dem Beginn der Serienproduktion. Im
Geschäftsjahr 2023 wurden Entwicklungskosten in Höhe von
TEUR 156.877 (Vorjahr: TEUR 136.539) aktiviert sowie insgesamt
TEUR 68.164 (Vorjahr: TEUR 61.024) abgeschrieben. Zum 31.12.2023
sind Entwicklungskosten mit einem Buchwert in Höhe von TEUR
506.666 (Vorjahr: TEUR 420.572) in den immateriellen Vermögens-
werten enthalten.
Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer,
wie die großteils im Rahmen der durch Kaufpreisallokationen
angesetzten Marken „KTM“ in Höhe von TEUR 61.103, „WP“ in
Höhe von TEUR 6.532, „GASGAS“ in Höhe von TEUR 13.346, „MV
AGUSTA“ in Höhe von TEUR 20.165 und „JOHANSSON“ in Höhe
von TEUR 1.300 werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern
einem Werthaltigkeitstest gemäß IAS 36 unterzogen und allfällige
notwendige Wertminderungen ergebniswirksam berücksichtigt.
Der Vorstand geht von einer unbestimmten Nutzungsdauer der
Marken aus, da die Rechte in den relevanten Absatzmärkten
keinen zeitlichen, rechtlichen oder vertraglichen Einschränkungen
unterliegen und aufgrund der nachhaltigen Bekanntheit der Marken
auch keine wirtschaftliche Entwertung vorliegt.
Aufgrund der strategischen Beschlussfassung zur Veräußerung
der Marke „FELT“ vom 5. Dezember 2023 wurde diese nach den
Regeln des IFRS 5 bewertet und in untenstehendem Anlagenspiegel
der entsprechende Abgang in Höhe von TEUR 3.700 verbucht. Die
Marken „KTM“, „GASGAS“ und „MV Agusta“ sind der zahlungs-
mittelgenerierenden Einheit „KTM“ und die Marke „JOHANSSON“
bzw. im Vorjahr die Marke „FELT“ der zahlungsmittelgenerierenden
Einheit „PIERER New Mobility“ zugeordnet. Da die Marken keine
Mittelzuflüsse erzeugen, die weitestgehend unabhängig von
den Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte sind, erfolgt die
Werthaltigkeitsprüfung im Rahmen der Werthaltigkeitstests der
jeweiligen Firmenwerte „KTM“ und „PIERER New Mobility“ (siehe
Punkt 21. „Firmenwert“).
164
Die Aufgliederung der immateriellen Vermögenswerte und ihre Entwicklung im Geschäftsjahr 2023
sowie im Geschäftsjahr 2022 werden in den folgenden Tabellen dargestellt:
TEUR KONZESSIONEN, GEWERBLICHE KUNDENSTAMM,GELEISTETE SUMMESCHUTZRECHTE UND ÄHNLICHE MARKENWERTE,ANZAHLUNGEN RECHTE UND VORTEILE SOWIE ENTWICKLUNGS-DARAUS ABGELEITETE LIZENZENKOSTENAnschaffungs- und Herstellungskosten:Stand am 1.1.2023 90.640 675.834 14.561 781.035Zugänge 9.081 158.177 22.241 189.499Abgänge -1.240 -66.193 -146 -67.579Konsolidierungskreisänderungen 0 0 0 0Währungsumrechnung -34 -7 0 -41Umbuchungen 3.219 0 -3.043 176Stand am 31.12.2023 101.666 767. 811 33.613 903.090Kumulierte Abschreibungen:Stand am 1.1.2023 62.059 148.620 0 210.679Zugänge 13.968 69.864 0 83.832Abgänge -909 -59.462 0 -60.371Konsolidierungskreisänderungen 0 0 0 0Währungsumrechnung -15 -2 0 -17Umbuchungen 0 0 0 0Stand am 31.12.2023 75.103 159.020 0 234.123Buchwert:Stand am 31.12.2023 26.563 608.791 33.613 668.967Stand am 31.12.2022 28.581 527.214 14.561 570.356
165
TEUR KONZESSIONEN, GEWERBLICHE KUNDENSTAMM,GELEISTETE SUMMESCHUTZRECHTE UND ÄHNLICHE MARKENWERTE,ANZAHLUNGEN RECHTE UND VORTEILE SOWIE ENTWICKLUNGS-DARAUS ABGELEITETE LIZENZENKOSTENAnschaffungs- und Herstellungskosten:Stand am 1.1.2022 82.567 615.768 3.473 701.808Zugänge 11.6 93 156.705 12.175 180.573Abgänge -5.103 -96.649 0 -101.752Konsolidierungskreisänderungen 0 0 0 0Währungsumrechnung 67 0 0 67Umbuchungen 1.416 10 -1.087 339Stand am 31.12.2022 90.640 675.834 14.561 781.035Kumulierte Abschreibungen:Stand am 1.1.2022 54.498 173.749 0 228.247Zugänge 12.305 62.705 0 75.010Abgänge -4.751 -87.849 0 -92.600Konsolidierungskreisänderungen 0 0 0 0Währungsumrechnung 22 0 0 22Umbuchungen -15 15 0 0Stand am 31.12.2022 62.059 148.620 0 210.679Buchwert:Stand am 31.12.2022 28.581 527.214 14.561 570.356Stand am 31.12.2021 28.069 442.019 3.473 473.561
Im laufenden Geschäftsjahr wurden Entwicklungskosten eines
nicht nutzungsbereiten Vermögenswertes in Höhe von TEUR
2.625 (Vorjahr: TEUR 8.798) aufgrund der Einstellung des Projektes
ausgebucht.
Die Zugänge bei den immateriellen Vermögenswerten wurden in
der Kapitalflussrechnung um TEUR 33.381 (Vorjahr: TEUR -17.011)
hinsichtlich ihrer Zahlungsunwirksamkeit korrigiert.
Öffentliche Zuwendungen für aktivierte Entwicklungskosten, das sind
vor allem Förderungen für Entwicklungsleistungen, werden gemäß
IAS 20 über die erwartete Nutzungsdauer der Entwicklungskosten
verteilt erfasst. Dabei kommt die Nettodarstellung gemäß IAS 20 zur
Anwendung, d.h. Zuwendungen für langfristige Vermögenswerte
werden in der Konzernbilanz vom Buchwert des Vermögenswertes
abgezogen. Dies betrifft im Geschäftsjahr 2023 Buchwerte in Höhe
von TEUR 23.724 (Vorjahr: TEUR 17.828).
166
23. SACHANLAGEN
Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich Abschreibungen bewertet. Die Ermittlung der planmäßigen
Abschreibungen erfolgt nach der linearen Abschreibungsmethode unter Zugrundelegung folgender Nutzungsdauern:
JAHRE NUTZUNGSDAUERGebäude 10 - 50Technische Anlagen und Maschinen 2 - 10Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 - 8
Für die ab dem 1.1.2019 unter den Sachanlagen ausgewiesenen
Nutzungsrechte (IFRS 16) liegt die Nutzungsdauer zwischen
3 und 10 Jahren.
Die Aufgliederung der Sachanlagen und seine Entwicklung im
Geschäftsjahr 2023 sowie im Geschäftsjahr 2022 werden in den
folgenden Tabellen dargestellt:
TEUR GRUNDSTÜCKEGEBÄUDE TECHNISCHEBETRIEBS- UNDGELEISTETESUMMEANLAGEN UNDGESCHÄFTS-ANZAHLUNGEN UND MASCHINENAUSSTATTUNG ANLAGEN IN BAUAnschaffungs- und Herstellungskosten:Stand am 1.1.2023 49.328 323.605 304.099 172.244 21.456 870.732Zugänge 3.884 33.632 44.204 34.975 10.310 127.005Abgänge 0 -7.374 -19.216 -15.976 -409 -42.975Konsolidierungskreis-0 0 0 116 0 116änderungenWährungsumrechnung -481 -1.861 -5 -1.064 -53 -3.464Umbuchungen 0 3.509 7.545 1.429 -12.675 -192Stand am 31.12.2023 52.731 351.511 336.627 191.724 18.629 951.222Kumulierte Abschreibungen:Stand am 1.1.2023 781 94.959 220.475 110.805 0 427.020Zugänge 252 20.208 32.714 26.498 0 79.672Abgänge 0 -5.176 -18.799 -14.460 0 -38.435Konsolidierungskreis-0 0 0 74 0 74änderungenWährungsumrechnung -1 - 411 -1 -582 0 -995Umbuchungen 0 0 0 0 0 0Stand am 31.12.2023 1.032 109.580 234.389 122.335 0 467.336Buchwert:Stand am 31.12.2023 51.699 241.931 102.238 69.389 18.629 483.886Stand am 31.12.2022 48.547 228.646 83.624 61.439 21.456 443.712
167
TEUR GRUNDSTÜCKEGEBÄUDE TECHNISCHEBETRIEBS- UNDGELEISTETESummeANLAGEN UNDGESCHÄFTS-ANZAHLUNGEN UND MASCHINENAUSSTATTUNG ANLAGEN IN BAUAnschaffungs- und Herstellungskosten:Stand am 1.1.2022 32.738 266.620 301.822 145.623 9.009 755.812Zugänge 2.867 28.487 27.349 33.539 20.588 112.830Abgänge 0 -2.411 -31.708 -8.174 -2 -42.295Konsolidierungskreis-13.715 0 0 0 29.038 42.753änderungenWährungsumrechnung 8 993 -1 998 -1 1.997Umbuchungen 0 29.916 6.637 258 -37.176 -365Stand am 31.12.2022 49.328 323.605 304.099 172.244 21.456 870.732Kumulierte Abschreibungen:Stand am 1.1.2022 550 77.775 221.456 94.701 0 394.482Zugänge 230 17.758 29.519 23.341 0 70.848Abgänge 0 -1.132 -30.514 -7.882 0 -39.528Konsolidierungskreis-0 0 0 0 0 0änderungenWährungsumrechnung 1 558 -1 682 0 1.240Umbuchungen 0 0 15 -37 0 -22Stand am 31.12.2022 781 94.959 220.475 110.805 0 427.020Buchwert:Stand am 31.12.2022 48.547 228.646 83.624 61.439 21.456 443.712Stand am 31.12.2021 32.188 188.845 80.366 50.922 9.009 361.330
In den Zugängen zu Sachanlagen sind Investitionen in Höhe von
TEUR 32.546 (Vorjahr: TEUR 25.877) als Zugänge aus Leasingverhält-
nissen enthalten, welche zum Bilanzstichtag nicht zahlungswirksam
waren. Für weitere Details verweisen wir auf Punkt 47. „Leasing-
verhältnisse als Leasingnehmer“. Die Zugänge bei den sonstigen
Sachanlagen wurden in der Konzern-Kapitalflussrechnung um
TEUR -4.389 (Vorjahr: TEUR -3.996) hinsichtlich ihrer
Zahlungsunwirksamkeit korrigiert.
Zum Bilanzstichtag sind Sachanlagen in Höhe von TEUR 103.500
(Vorjahr: TEUR 42.000) durch grundbücherlich eingetragene sowie
hinterlegte Pfandbestellungsurkunden vor allem für Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten besichert. Der Anstieg resultiert aus
Besicherungen der Investitionsdarlehen und Betriebsmittellinien der
PIERER & MAXCOM MOBILITY OOD, Plovdiv, Bulgarien.
Investitionszuschüsse für Sachanlagen werden gemäß IAS 20 über
die erwartete Nutzungsdauer der Sachanlagen verteilt erfasst.
Dabei kommt die Nettodarstellung gemäß IAS 20 zur Anwendung,
d.h. Zuwendungen für langfristige Vermögenswerte werden in der
Konzernbilanz vom Buchwert des Vermögenswertes abgezogen.
168
24. NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTE FINANZANLAGEN
Bei den nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen
handelt es sich um assoziierte Unternehmen und keine Gemein-
schaftsunternehmen. Die Anteile an assoziierten Unternehmen, die
nach der Equity-Methode einbezogen werden, werden einzeln als
unwesentlich betrachtet. Die nach der Equity-Methode bilanzierten
Finanzanlagen sind per 31.12.2023 die Kiska GmbH, die KTM Asia
Motorcycle Manufacturing Inc., die CFMOTO-KTMR2R Motorcycles
Co., Ltd. und die MV Agusta Motor S.P.A. Die Veränderungen von
nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen können dem
Punkt 7. „Veränderungen im Konsolidierungskreis“ entnommen
werden.
Die Kiska GmbH ist ein Designunternehmen, welches Leistungen
im Bereich Entwicklung und Design erbringt. Der Bilanzstichtag der
Kiska GmbH ist der 31. März, der vor dem Erwerb der Beteiligung
festgelegt wurde. Eine Änderung des Abschlussstichtags wird
aufgrund von Wesentlichkeitsüberlegungen nicht angestrebt. Zum
Zwecke der Bilanzierung nach der Equity-Methode wurde jeweils ein
ungeprüfter Zwischenabschluss zum 31. Dezember herangezogen.
Die PIERER Mobility AG hält 50% an der Gesellschaft.
Die KTM Asia Motorcycle Manufacturing Inc. wurde im Juni 2016
gemeinsam mit dem Partner Ayala Corp. gegründet. Die Gesellschaft
hat Mitte 2017 die CKD (completely-knocked-down) Assemblierung
für KTM-Motorräder auf den Philippinen begonnen. Die Beteiligung
der KTM-Gruppe an der Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2021
von 34 % auf 40 % erhöht.
Das KTM-Joint Venture in China mit dem Partner CFMOTO wurde
im Geschäftsjahr 2018 unter dem Namen „Zhejiang CFMOTO-
KTMR2R Motorcycles Co., Ltd.“ gegründet. Die Gesellschaft hat
im Geschäftsjahr 2021 ihre operative Tätigkeit aufgenommen.
Im chinesischen Hangzhou werden Motorräder der Mittelklasse
produziert. Die KTM Gruppe hat im Geschäftsjahr 2023 die
Zusammenarbeit mit CFMOTO intensiviert und die Produktion
im gemeinsamen Joint Venture erweitert. Die Beteiligung der
KTM-Gruppe beträgt 49 %.
Im Geschäftsjahr 2022 wurde eine Kooperationsvereinbarung mit
dem italienischen Motorradhersteller MV Agusta abgeschlossen.
Im Rahmen dieser Vereinbarung übernimmt KTM seit dem
Geschäftsjahr 2023 den globalen Vertrieb, die Vermarktung und
die Kundenbetreuung der MV Agusta Motorradpalette. Darüber
hinaus unterstützt die KTM AG die MV Agusta durch die MV Agusta
Services S.r.l. bei der Supply Chain und übernimmt für sie den
Einkauf. Im Rahmen dieser Kooperationsvereinbarung hat die KTM
AG zum 15. November 2022 25,1 % der Anteile an der MV Agusta
Motor S.p.A. mit Sitz in Varese, Italien, erworben. Ferner hat der
Vorstand der KTM-Gruppe den strategischen Beschluss gefasst, die
im Zuge des Kooperationsvertrags der KTM-Gruppe eingeräumte
Call-Option zum Erwerb eines weiteren Anteils von 25,0 % an der MV
Agusta S.p.A. im Frühjahr 2026 auszuüben.
Mit Wirkung zum 1. April 2023 hat die KTM AG ihre im Vorjahr
erworbenen 23 % der Anteile an der Vöcklabrucker Metallgießerei
Dambauer GmbH mit Sitz in Vöcklabruck an die PB Invest GmbH,
Wels, zum Buchwert der Anteile veräußert.
Die Buchwerte der nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:
TEUR 2023 2022Beteiligungsbuchwert Stand 1.1. 33.341 13.562Erwerb von Anteilen 0 16.012Verkauf von Anteilen -946 0Anteiliges Jahresergebnis (abzüglich Zwischenergebniseliminierungen) 2.338 4.994Sonstige Zwischenergebniseliminierungen 1.131 0Sonstiges Ergebnis -1.051 -255Ausschüttung -943 -972Beteiligungsbuchwert Stand 31.12. 33.870 33.341
169
25. LATENTE STEUERANSPRÜCHE
Latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge werden unter
Berücksichtigung ihrer zeitnahen Realisierbarkeit gebildet. Aktive
und passive latente Steuerposten werden bei gleicher Steuerhoheit
und ähnlicher Fristigkeit saldiert ausgewiesen. Für die Unterschiede
der steuerlichen Basis von vollkonsolidierten oder At-Equity
bewerteten Anteilen zum entsprechenden konzernalen Eigenkapital
werden passive latente Steuern angesetzt, ausgenommen in dem
Umfang, in dem die Gruppe nicht in der Lage ist, den zeitlichen
Verlauf der Auflösung der temporären Differenz zu steuern und es
wahrscheinlich ist, dass sich die temporäre Differenz in absehbarer
Zeit nicht auflösen wird.
Insgesamt errechnen sich die aktiven und passiven latenten Steuern aus folgenden Bilanzposten:
TEUR 31.12.2023 31.12.2022Aktive latente Steuern:Kurzfristige Vermögenswerte: Vorräte 11.70 9 9.800Langfristige Vermögenswerte: Anlagevermögen 61 140Personalverbindlichkeiten 2.888 2.544Rückstellungen 259 1.620Verbindlichkeiten 15.172 8.504 30.089 22.608Saldierung -40.123 -10.573Verlustvorträge 19.968 1.7479.934 13.782Passive latente Steuern:Kurzfristige Vermögenswerte -2.034 -1.854Langfristige Vermögenswerte -158.754 -133.130Sonstige 0 -17 -160.788 -135.001Saldierung 40.123 10.573-120.665 -124.428
In den aktiven Steuerlatenzen sind in den langfristigen
Vermögenswerten Beträge für offene Siebentel aus steuerlichen
Teilwertabschreibungen auf Beteiligungen gemäß
§ 12 Abs 3 Z 2 öKStG (österreichisches Körperschaftsteuergesetz)
in Höhe von TEUR 396 (Vorjahr: TEUR 751) enthalten.
Die temporären Unterschiede der passiven latenten Steuern im
Posten „Langfristige Vermögenswerte“ resultieren im Wesentlichen
aus den steuerlich nicht aktivierungsfähigen Entwicklungskosten
sowie aus quasipermanenten Unterschieden durch den Ansatz der
Marke „KTM“.
170
Zum 31. Dezember 2023 (und im Vorjahr) war davon auszugehen,
dass aufgrund der derzeit geltenden steuerlichen Bestimmungen
die insbesondere aus einbehaltenen Gewinnen bzw. nicht
abgedeckten Verlusten resultierenden Unterschiede zwischen
steuerlichem Beteiligungsansatz und anteiligem Eigenkapital der in
den IFRS-Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen
(outside-basis differences) in absehbarer Zeit steuerfrei bleiben
bzw. die Umkehrung der Unterschiede vom Konzern gesteuert
werden kann. Weiters war davon auszugehen, dass die Unterschiede
zwischen dem steuerlichen Beteiligungsansatz und dem Buchwert
der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen (outside-
basis differences) in absehbarer Zeit steuerfrei bleiben bzw. die
Umkehrung der Unterschiede vom Konzern gesteuert werden kann.
In Verbindung mit Anteilen an Tochterunternehmen und nach der
Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen wurden gemäß IAS 12.39
für zu versteuernde temporäre Differenzen in der Höhe von TEUR
5.068 (Vorjahr: TEUR 4.710) keine latenten
Steuerabgrenzungen gebildet.
Die latenten Steuern haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:
TEUR 2023 2022Latente Steuern (netto) am 1.1. -110.646 -90.360Veränderung Konsolidierungskreis 0 -3.860Erfolgswirksam erfasste latente Steuern -2.738 -10.654Im sonstigen Ergebnis erfasste latente Steuern 2.452 -5.281Im Eigenkapital erfasste latente Steuern 92 7Erfolgsneutral erfasste latente Steuern aus Umgliederung (Vorjahr) 62 -491Fremdwährung 47 -7Latente Steuern (netto) am 31.12. -110.731 -110.646Die in der PIERER Mobility-Gruppe vorhandenen und aktivierten steuerlichen Verlustvorträge können wie folgt zusammengefasst werden:TEUR VERLUSTVORTRAG DAVON VERBLEIBENDER AKTIVE 31.12.2023NICHT ANGESETZT VERLUSTVORTRAG LATENTE STEUER 31.12.202331.12.202331.12.2023PIERER Mobility AG 85.202 -85.202 0 0PIERER E-Commerce GmbH 11.506 -11. 50 6 0 0Sonstige 86.817 0 86.817 19.968183.525 -96.708 86.817 19.968TEUR VERLUSTVORTRAG DAVON VERBLEIBENDER AKTIVE 31.12.2022NICHT ANGESETZT VERLUSTVORTRAG LATENTE STEUER 31.12.202231.12.202231.12.2022PIERER Mobility AG 74.320 -74.320 0 0PIERER E-Commerce GmbH 11.507 -11. 507 0 0Sonstige 7.280 0 7.280 1.74793.107 -85.827 7.280 1.747
Die aktiven latenten Steuern von sonstigen Unternehmen betreffen
in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 546) einen künftig resultierenden
Steuervorteil aus dem Liquidationsverlust der WP Suspension B.V.
und wurden im laufenden Jahr aufgelöst. Weiters bestehen aktive
latente Steuern auf Verlustvorträge der KTM AG-Gruppe in Höhe von
TEUR 19.968 (Vorjahr: TEUR 1.201).
171
Abzugsfähige temporäre Differenzen und noch nicht genutzte
steuerliche Verluste (einschließlich offene Siebtelabschreibungen)
auf welche keine aktiven latenten Steuern aktiviert wurden, belaufen
sich auf TEUR 96.708 (Vorjahr: TEUR 85.956).
Der steuerliche Verlust in Österreich ist unbegrenzt vortragsfähig.
26. SONSTIGE LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
TEUR 31.12.2023 31.12.2022Forderungen aus Finanzierungstätigkeiten 2.597 647Leasingforderungen aus Untermietverhältnissen 515 511Übrige 2.324 2.8415.436 3.999
Die übrigen langfristigen Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen Kautionen und Vorauszahlungen an Lieferanten.
27. VORRÄTE
Die Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten
bzw. dem niedrigeren Nettoveräußerungswert (Lower of Cost or
Net Realizable Value) am Bilanzstichtag bewertet. Der Nettover-
äußerungswert ergibt sich aus dem geschätzten Verkaufserlös
abzüglich der geschätzten Kosten des Vertriebs. Die Bewertung der
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt auf Basis des Durchschnitts-
preisverfahrens anhand einer Reichweitenanalyse mit Abwertung bei
eingeschränkter Verwendbarkeit. Zusätzlich wird auf Einzelfallbasis
der wirtschaftliche Nutzen des vorhandenen Vorratsvermögens
überprüft und gegebenenfalls eine zusätzliche Wertberichtigung
aufgrund langer Lagerdauer oder eingeschränkter Absatzmöglich-
keiten vorgenommen.
Die Anschaffungskosten umfassen alle Kosten, die angefallen
sind, um den Gegenstand in den erforderlichen Zustand und an
den jeweiligen Ort zu bringen. Die Herstellungskosten umfassen
die Material- und Fertigungseinzelkosten auf Basis einer
Normalauslastung sowie angemessene Teile der Material- und
Fertigungsgemeinkosten. Verwaltungsgemein- sowie Vertriebs-
kosten sind hingegen nicht Bestandteil der Herstellungskosten.
Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert, da die Vorräte keine
qualifizierenden Vermögenswerte gemäß IAS 23 darstellen.
Die Vorräte stellen sich wie folgt dar:
TEUR 31.12.2023 31.12.2022Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 174.633 163.275Unfertige Erzeugnisse 35.754 83.819Fertige Erzeugnisse und Waren 646.868 406.834857.255 653.928TEUR 31.12.2023 31.12.2022Vorratsbestand brutto 9 09.411 681.654- Wertberichtigungen -52.156 -27.726Vorratsbestand netto 857.255 653.928
Der Buchwert der auf den niedrigeren Nettoveräußerungswert abgewerteten Vorräte beläuft sich auf
TEUR 108.002 (Vorjahr: TEUR 105.200).
172
28. FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
Die Bruttoforderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten sind um die Einzelwertberichtigungen
in Höhe von TEUR 7.406 (Vorjahr: TEUR 5.049) vermindert.
Die Wertberichtigungen auf Forderungen haben sich wie folgt entwickelt:
TEUR FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGENStand am 1.1.2022 4.060Währungsumrechnung 35Zuführungen Einzelwertberichtigung 1.848Zuführung Wertberichtigung für erwartete Verluste 87Verbrauch -8Auflösung Wertberichtigung für erwartete Verluste 0Auflösungen -973Stand am 31.12.2022 = 1.1.2023 5.049Währungsumrechnung -94Zuführungen Einzelwertberichtigung 3.430Zuführung Wertberichtigung für erwartete Verluste 111Verbrauch -305Auflösung Wertberichtigung für erwartete Verluste 0Auflösungen -785Stand am 31.12.2023 7.406
Die Aufwendungen für die vollständige Ausbuchung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrugen TEUR 112 (Vorjahr: TEUR 149).
173
29. KURZFRISTIGE FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSWERTE
Förderungen werden berücksichtigt, sobald Sicherheit besteht, dass diese der PIERER Mobility-Gruppe zufließen
werden und die Gruppe den gestellten Anforderungen entsprechen kann.
TEUR 31.12.2023 31.12.2022 Forderungen aus derivativen Finanzinstrumenten 15.666 35.800 Asset Backed Securities Finanzierungen (ABS) / Factoring Finanzierungen 22.733 22.216 Forderungen gegenüber Gesellschafter nahen Unternehmen 53 3.012 Sonstige 12.403 5.338 Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 50.855 66.366 Förderungen 26.288 19.940 Forderungen gegenüber Finanzämtern 24.441 3.655 Vorsteuerforderungen (aus Organschaftsverrechnung mit der Pierer Industrie AG) 8.583 9.784 Anzahlungen auf Vorräte und sonstige Vorauszahlungen 35.782 37.832 Sonstige 138 39 Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 95.232 71.250Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 146.087 137.616
Die im Zusammenhang mit dem bestehenden ABS- und Factoring-
Programm verkauften Forderungen werden nach den Regelungen
des IFRS 9 vollständig ausgebucht. Im Rahmen des ABS-Programms
werden monatlich revolvierend versicherte Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen bis zu einem maximalen Volumen von
TEUR 350.000 (Vorjahr: TEUR 250.000), im Rahmen des bei PIERER
New Mobility unterhaltenen Factoring-Programms bis zu einem
maximalen Volumen von TEUR 125.000 (Vorjahr: TEUR 125.000)
verkauft. Darüber hat die PIERER Mobility Gruppe noch weitere
Factoring Programme mit einem maximalen Volumen von TEUR
263.000 (Vorjahr: TEUR 100.000) abgeschlossen. Zudem wurden
im Geschäftsjahr 2023 Forderungen in Höhe von TEUR 97.000 an
nahestehende Unternehmen verkauft und ausgebucht (siehe auch
Punkt 50. „Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen
und Personen“). Weitere Informationen zum ABS- und Factoring-
Programm finden sich unter Punkt 43. „Einstufung und beizulegende
Zeitwerte“.
30. ZUR VERÄUSSERUNG GEHALTENE LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Mit Pressemitteilung vom 5. Dezember 2023 verpflichtete sich der
Vorstand zur getroffenen strategischen Entscheidung, die bisher
gehaltene Marke „FELT" im Geschäftsjahr 2024 zu veräußern. Die
Suche nach einem Käufer ist zum Zeitpunkt der Erstellung dieses
Berichts bereits abgeschlossen, wobei die Vertragsverhaltung noch
andauern.
Im Zuge dessen wurde einerseits die Marke „FELT" zum Bilanz-
stichtag mit ihrem Fair Value von TEUR 3.700 (bisheriger Buchwert:
TEUR 3.706) bewertet. Darüber hinaus wurden weitere immaterielle
Vermögenswerte vollständig abgeschrieben (bisheriger Buchwert:
TEUR 747).
31. ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente enthalten
Kassenbestände, Bankguthaben, Schecks sowie maximal drei
Monate laufende Festgelder (vom Erwerbszeitpunkt gerechnet).
Für weitere Details zur Veränderung des Cash-Standes verweisen
wir auf die Angaben zur Kapitalflussrechnung im Kapitel VI des
Konzernanhanges.
174
32. KONZERNEIGENKAPITAL
Die Entwicklung des Konzerneigenkapitals im Geschäftsjahr 2023
und im Geschäftsjahr 2022 ist in der Beilage I/7 dargestellt.
Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt EUR 33.796.535 und ist in
33.796.535 Stück auf Inhaber lautende nennbetragslose Stückaktien,
von denen jede eine gleiche Beteiligung am Grundkapital reprä-
sentiert, aufgeteilt. Die Aktien gewähren die gewöhnlichen nach
dem österreichischen Aktiengesetz den Aktionären zustehenden
Rechte. Dazu zählt das Recht auf die Auszahlung der in der Hauptver-
sammlung beschlossenen Dividende sowie das Recht auf Ausübung
des Stimmrechtes in der Hauptversammlung. Alle Anteile wurden voll
eingezahlt. Das im Konzernabschluss ausgewiesene Grundkapital
entspricht dem Ausweis im Einzelabschluss der PIERER Mobility AG.
In der Rücklage nach IFRS 9 ist die Cash-Flow-Hedge-Rücklage
enthalten. Die Cash-Flow-Hedge-Rücklage umfasst den wirksamen
Teil der kumulierten Nettoveränderungen des beizulegenden
Zeitwertes von zur Absicherung von Zahlungsströmen verwendeten
Sicherungsinstrumenten bis zur späteren Erfassung im Gewinn oder
Verlust oder der direkten Erfassung in den Anschaffungskosten oder
dem Buchwert eines nicht finanziellen Vermögenswertes oder einer
nicht finanziellen Schuld.
Die Rücklage für Kosten der Absicherung zeigt Gewinne und
Verluste des Anteils, der von dem designierten Sicherungsgeschäft
ausgeschlossen ist, das sich auf das Forward-Element des Devisen-
termingeschäfts bezieht. Diese werden zunächst als sonstiges
Ergebnis erfasst und wie die Gewinne und Verluste in der Rücklage
aus Sicherungsgeschäften bilanziert.
Die Entwicklung der Cash-Flow-Hedge-Rücklage und der Rücklage
für Kosten der Absicherung wird unter dem Punkt 45. „Hedging“
erläutert.
Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter umfassen die Anteile Dritter am Eigenkapital der konsolidierten Tochterunternehmen:
2023KTM AG SONSTIGE GESAMTTEURProzentsatz nicht beherrschender Anteile zum Stichtag 0,00%Umsatzerlöse 2.657.157 4.053 2.661.210Gewinn 94.249 -17.836 76.413Sonstiges Ergebnis -13.080 -50 -13.130Gesamtergebnis 81.169 -17.886 63.283Nicht beherrschenden Anteilen zugeordneter Gewinn -4.612 842 -3.770Nicht beherrschenden Anteilen zugeordnetes sonstiges Ergebnis -4.612 842 -3.770Langfristige Vermögenswerte 1.268.966 64.862 1.333.828Kurzfristige Vermögenswerte 1.547. 203 71.884 1.619.087Langfristige Schulden -1.081.711 -48.287 -1.129.998Kurzfristige Schulden -894.346 -19.298 -913.644Nettovermögen 840.112 69.161 909.273Buchwert der nicht beherrschenden Anteile 3.690 1.322 5.012Cash-Flows aus der betrieblichen Tätigkeit -102.840 - 8 .011 -110.851Cash-Flows aus der Investitionstätigkeit -308.158 6.018 -302.140Cash-Flows aus der Finanzierungstätigkeit 384.256 14.406 398.662Gesamt Cash-Flow -26.742 12.413 -14.329Dividenden an nicht beherrschende Anteile 500 0 500
175
2022 KTM AG SONSTIGE GESAMTTEURProzentsatz nicht beherrschender Anteile zum Stichtag 0,00%Umsatzerlöse 2.433.260 3.940 2.437.200Gewinn 180.493 -9.870 170.623Sonstiges Ergebnis 17.405 0 17.405Gesamtergebnis 197.898 -9.870 188.028Nicht beherrschenden Anteilen zugeordneter Gewinn 695 7 702Nicht beherrschenden Anteilen zugeordnetes sonstiges Ergebnis 695 7 702Langfristige Vermögenswerte 1.157.629 38.216 1.195.845Kurzfristige Vermögenswerte 1.331.019 23.771 1.354.790Langfristige Schulden -593.621 -31.988 -625.609Kurzfristige Schulden -1.006.410 -4.220 -1.010.630Nettovermögen 888.617 25.779 914.396Buchwert der nicht beherrschenden Anteile 6.434 227 6.661Cash-Flows aus der betrieblichen Tätigkeit 290.323 -9.988 280.335Cash-Flows aus der Investitionstätigkeit -283.631 506 -283.125Cash-Flows aus der Finanzierungstätigkeit -92.102 807 -91.295Gesamt Cash-Flow -85.410 -8.675 -94.085Dividenden an nicht beherrschende Anteile 500 0 500
In den nicht beherrschenden Anteilen der KTM AG sind nicht
beherrschende Anteile von Tochterunternehmen der KTM AG
enthalten und betreffen die Gesellschaften CERO Design Studio
S.L., KTM MOTOHALL GmbH, MV Agusta Motorcycles GmbH und
die PIERER & MAXCOM MOBILITY OOD. Im Geschäftsjahr 2022
und 2023 erfolgte in der PIERER & MAXCOM MOBILITY OOD eine
Kapitalerhöhung. Der Anteil des Minderheitsgesellschafters an der
Kapitalerhöhung in Höhe von jeweils TEUR 2.556 ist in der Eigen-
mittelüberleitung ersichtlich. Zu den Beteiligungshöhen verweisen
wir auf den Beteiligungsspiegel im Kapitel XII.
Die Auswirkungen der Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilen sowie die Veränderung an dem den Anteilseignern zurechenbaren
Eigenkapital während des Geschäftsjahres stellt sich wie folgt dar:
TEUR 31.12.2023 31.12.2022Erworbener (-) bzw. abgegangener (+) Buchwert nicht beherrschender Anteile 0 1.506Erhaltener (+) / gezahlter (-) Kaufpreis an nicht beherrschende Anteilseigner 214 -4.804Im Eigenkapital erfasster Unterschiedsbetrag 214 -3.298
Im Vorjahr erwarb die PIERER Mobility AG die restlichen Anteile an der KTM AG und hält nunmehr 100 % an der Gesellschaft.
176
Das sonstige Ergebnis nach Steuern entwickelte sich im Konzerneigenkapital wie folgt:
TEUR RÜCKLAGERÜCKLAGENWÄHRUNGS-ANTEILEANTEILE NICHTKONZERNEIGEN-NACH IFRS 9INKLUSIVEUMRECHNUNG HAUPTGESELL-BEHERRSCHENDERKAPITAL GESAMTBILANZGEWINNSCHAFTERGESELLSCHAFTER2023 Währungsumrechnungsdifferenzen 0 0 -5.246 -5.246 0 -5.246Absicherung von Zahlungsströmen -7. 511 0 0 -7.511 0 -7.511Neubewertung der Nettoschuld aus 0 -373 0 -373 0 -373leistungsorientierten Versorgungsplänen-7.511 -373 -5.246 -13.130 0 -13.1302022 Währungsumrechnungsdifferenzen 0 0 1.429 1.429 0 1.429Absicherung von Zahlungsströmen 14.909 0 0 14.909 0 14.909Neubewertung der Nettoschuld aus 0 1.067 0 1.067 0 1.067leistungsorientierten Versorgungsplänen14.909 1.067 1.429 17.405 0 17.405
33. FINANZVERBINDLICHKEITEN
TEUR 31.12.202331.12.202331.12.202331.12.2023NOMINALEBUCHWERTLAUFZEIT < 1 JAHRLAUFZEIT > 1 JAHRSchuldscheindarlehen 495.000 493.680 0 493.680Namensschuldverschreibung 110.000 109.630 0 109.630Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 335.820 335.820 29.892 305.928Verbindlichkeiten aus Factoring Programm zwischen 5.373 5.373 5.373 0KonzernunternehmenVerbindlichkeiten aus Supplier Finance Programm zwischen 4.904 4.904 4.904 0KonzernunternehmenLeasingverbindlichkeiten 73.282 73.282 19.671 53 .611Sonstige verzinsliche Verbindlichkeiten 12.209 12.209 12.209 0Summe Finanzverbindlichkeiten 1.036.588 1.034.898 72.049 962.849
177
TEUR 31.12.2022 31.12.2022 31.12.202231.12.2022 NOMINALEBUCHWERTLAUFZEIT < 1 JAHRLAUFZEIT > 1 JAHRSchuldscheindarlehen 219.000 218.754 24.000 194.754Namensschuldverschreibung 60.000 59.591 0 59.591Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 182.789 182.789 24. 611 158.178Verbindlichkeiten aus Factoring Programm zwischen 0 0 0 0KonzernunternehmenVerbindlichkeiten aus Supplier Finance Programm3.394 3.394 3.394 0zwischen KonzernunternehmenLeasingverbindlichkeiten 67.890 67.890 21.793 46.097Sonstige verzinsliche Verbindlichkeiten 2.837 2.837 2.837 0Summe Finanzverbindlichkeiten 535.910 535.255 76.635 458.620
Im Juni 2016 wurde von der KTM AG zur Refinanzierung der im
April 2017 getilgten Anleihe ein Schuldscheindarlehen mit einem
Emissionsvolumen von TEUR 120.000 und einer Laufzeit von fünf,
sieben bzw. zehn Jahren platziert. Im Juni 2018 wurde ein weiteres
Schuldscheindarlehen mit einem Volumen von TEUR 135.000 und
Laufzeiten von sieben und zehn Jahren erfolgreich platziert. Weiters
wurden TEUR 24.000 des im Jahr 2016 begebenen Schuldschein-
darlehens getilgt (in den Vorjahren Tilgung von insgesamt
TEUR 36.000). Im Oktober 2023 hat die KTM-Gruppe ein weiteres
Schuldscheindarlehen mit einem Emissionsvolumen von
TEUR 300.000 und einer Laufzeit von vier, sieben, zehn und
elf Jahren platziert.
Im Mai 2021 emittierte die KTM AG Namensschuldverschreibungen
mit einer Laufzeit von 12 Jahren in Höhe TEUR 30.000. Weiters hat
die PIERER Mobility AG bereits im Juli 2015 eine Namensschuldver-
schreibung in Höhe von TEUR 30.000 mit einer Laufzeit von 10 Jahren
begeben. Im Dezember 2023 emittierte die KTM AG eine weitere
Namensschuldverschreibungen mit einer Laufzeit von 14 Jahren zu
einem Wert von TEUR 50.000 (entspricht zugleich Nominalwert).
34. VERPFLICHTUNGEN FÜR LEISTUNGEN AN ARBEITNEHMER
Die Verpflichtungen für Leistungen an Arbeitnehmer setzen sich aus Verpflichtungen für Abfertigungen und Jubiläumsgeldern zusammen:
TEUR 31.12.2023 31.12.2022Abfertigungen 20.548 19.548Jubiläumsgelder 7.419 6.60627.967 26.154
Aufgrund gesetzlicher Vorschriften ist die PIERER Mobility-Gruppe
zudem verpflichtet, an alle MitarbeiterInnen in Österreich, deren
Arbeitsverhältnis vor dem 1.1.2003 begonnen hat, bei Kündigung
durch den Dienstgeber oder zum Pensionsantrittszeitpunkt
eine Abfertigungszahlung zu leisten. Die Höhe dieser leistungs-
orientierten Verpflichtung ist von der Anzahl der Dienstjahre und von
dem bei Abfertigungsanfall maßgeblichen Bezug abhängig. Für alle
nach dem 31.12.2002 begründeten Arbeitsverhältnisse in Österreich
zahlt die Gesellschaft monatlich 1,53 % des Bruttomonatsgehaltes in
eine betriebliche Mitarbeitervorsorgekasse, in der die Beiträge auf
einem Konto des Arbeitnehmers veranlagt und diesem bei
Beendigung des Dienstverhältnisses ausbezahlt oder als Anspruch
weitergegeben werden. Die Gesellschaft ist ausschließlich zur
Leistung der Beiträge verpflichtet, welche in jenem Geschäftsjahr
im Aufwand erfasst werden, für das sie entrichtet wurden (beitrags-
orientierte Verpflichtung). Für Mitarbeiter von österreichischen
Konzernunternehmen, die ab dem 1.1.2003 in das Dienstverhältnis
eingetreten sind, wurden Beiträge für Abfertigungen an eine
gesetzliche Mitarbeitervorsorgekasse in Höhe von 1,53 % des
Lohnes bzw. Gehaltes einbezahlt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr
wurden Beiträge von insgesamt TEUR 3.595 (Vorjahr: TEUR 2.959)
gezahlt.
178
Die Nettoschuld aus den leistungsorientierten Vorsorgeplänen für Abfertigungen entwickelte sich im Geschäftsjahr wie folgt:
TEUR 31.12.2023 31.12.2022Anwartschaftsbarwert: Stand am 1.1. 19.548 21.202Dienstzeitaufwand 509 636Zinsaufwand 793 240Erfolgte Zahlungen -861 -922Versicherungsmathematischer Gewinn / Verlust (sonstiges Ergebnis) 485 -1.606Sonstiges 74 -2Stand am 31.12. 20.548 19.548
Die gewichteten Restlaufzeiten (Duration) der Abfertigungsverpflichtungen zum 31.12.2023 betragen 10 Jahre (Vorjahr: 11 Jahre).
Der versicherungsmathematische Gewinn / Verlust setzt sich aus den folgenden Faktoren zusammen:
TEUR 31.12.2023 31.12.2022Änderung von Erwartungswerten 248 2.408Änderung demografischer Annahmen 2 -68Änderung finanzieller Annahmen 309 -3.946Versicherungsmathematischer Gewinn / Verlust 559 -1.606
Der Bewertung der Verpflichtung liegen folgende Annahmen zugrunde:
31.12.2023 31.12.2022Rechnungszinssatz 3,51% 4,17%Lohn- / Gehaltstrend 3,50% 4,00%Pensionsalter (Jahre) Frauen / Männer mit Übergangsregelung 65 Jahre 65 Jahre
Der Rechnungszins wurde unter der Berücksichtigung der
durchschnittlichen Laufzeiten und durchschnittlichen Restlebens-
erwartung festgesetzt. Der Abzinsungssatz ist die Rendite, die
am Abschlussstichtag für erstrangige, festverzinsliche Industrie-
anleihen am Markt erzielt wird. Die Mitarbeiterfluktuation ist
betriebsspezifisch ermittelt und alters- / dienstzeitabhängig berück-
sichtigt. Den versicherungsmathematischen Bewertungen liegen
länderspezifische Sterbetafeln zu Grunde. Als Pensionseintrittsalter
wurde das gesetzliche Pensionseintrittsalter je Land gewählt.
179
Eine Änderung (+/- 0,5%-Punkte) der Parameter „Rechnungszinssatz“ und „Lohn- / Gehaltstrend“ hätte zum 31.12.2023
folgende Auswirkungen auf den Barwert der zukünftigen Zahlungen gehabt:
PARAMETER ÄNDERUNGÄNDERUNG-0,50%+0,50%Rechnungszinssatz 4,9% -4,5%Lohn- / Gehaltstrend -4,6% 4,9%
Eine Änderung (+/- 0,5 %-Punkte) der Parameter „Rechnungszinssatz“ und „Lohn- / Gehaltstrend“ hätte
zum 31.12.2022 folgende Auswirkungen auf den Barwert der zukünftigen Zahlungen gehabt:
PARAMETER ÄNDERUNGÄNDERUNG-0,50%+0,50%Rechnungszinssatz 5,3% -4,9%Lohn- / Gehaltstrend -4,9% 5,3%
Aufgrund von kollektivvertraglichen Vereinbarungen sind die
Gesellschaften der PIERER Mobility-Gruppe verpflichtet, an Mitar-
beiterInnen in Österreich Jubiläumsgelder nach Maßgabe der
Erreichung bestimmter Dienstjahre (ab 25 Dienstjahren) zu leisten
(leistungsorientierte Verpflichtung). Die Zinsen werden im sonstigen
Finanzergebnis erfasst. Die Verpflichtungen für Ansprüche aus
Jubiläumsgeldern entwickelten sich wie folgt:
TEUR 31.12.2023 31.12.2022Stand am 1.1. 6.606 7.561Dienstzeitaufwand 601 753Zinsaufwand 288 91Erfolgte Zahlungen -160 -103Versicherungsmathematischer Gewinn / Verlust (erfolgswirksam) 84 -1.696Sonstiges 0 0Stand am 31.12. 7.419 6.606
180
35. ANDERE KURZ- UND LANGFRISTIGE SCHULDEN UND VERBINDLICHKEITEN
AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
Die anderen langfristigen Schulden setzten sich im Wesentlichen wie folgt zusammen:
TEUR 31.12.2023 31.12.2022 Kautionen 10.881 11. 611 Optionen auf nicht beherrschende Anteile 5.816 3.396 Sonstige finanzielle Schulden 3 0 Andere langfristige finanzielle Schulden 16.700 15.007 Andere langfristige nicht finanzielle Schulden 1.817 1.400 Andere langfristige Schulden 18.517 16.407
Die Optionen auf nicht beherrschende Anteile resultieren aus
der PIERER & MAXCOM MOBILITY OOD, Plovdiv, Bulgarien. Sie
begründen sich auf dem geschlossenen Vertragswerk. Im Zuge
dessen erfolgt eine erfolgsneutrale Umgliederung zwischen
Eigenkapital und Finanzverbindlichkeiten.
Die anderen kurzfristigen Schulden setzten sich im Wesentlichen wie folgt zusammen:
TEUR 31.12.2023 31.12.2022 Umsatzboni 54.230 57.059 Preisnachlässe 6.726 6.417 Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten 2.590 333 Sonstige finanzielle Schulden 9.342 9.126 Andere kurzfristige finanzielle Schulden 72.888 72.935 Personalverbindlichkeiten 49.117 52.876 Vorauszahlungen 5.178 8.215 Verbindlichkeiten Finanzämter 10.049 13.120 Sonstige nicht finanzielle Schulden 3.690 6 Andere kurzfristige nicht finanzielle Schulden 68.034 74.217Andere kurzfristige Schulden 140.922 147.152
In den kurzfristigen Personalverbindlichkeiten sind im Wesentlichen
Verbindlichkeiten für nicht konsumierte Urlaube, Verbindlichkeiten
für Mitarbeiterprämien, Verbindlichkeiten gegenüber Gebiets-
krankenkassen sowie Verbindlichkeiten aus Löhnen und Gehältern
enthalten.
Supplier Finance:
Unternehmen der PIERER Mobility-Gruppe haben mit einem
österreichischen Kreditinstitut ein revolvierendes Programm zur
Finanzierung von Lieferantenverbindlichkeiten (Supplier Finance
Programm) aufgesetzt. Lieferanten können ihre Forderungen
gegenüber der PIERER Mobility-Gruppe vor Fälligkeit an das
Kreditinstitut verkaufen. Die PIERER Mobility-Gruppe wird nicht von
der ursprünglichen Verpflichtung entbunden und es kommt aufgrund
der quantitativen und qualitativen Prüfung zu keiner signifikanten
Änderung der Vertragsbedingungen. Die Verbindlichkeiten werden
weiterhin unter Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
gezeigt und im Cash-Flow aus betrieblicher Tätigkeit ausgewiesen.
Von diesem Supplier Finance Programm sind zum 31.12.2023
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR
349.065 (Vorjahr: TEUR 350.236) betroffen. Das sind 51,6 % (Vorjahr:
47,5 %) der gesamten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen zum Stichtag in Höhe von TEUR 676.978 (Vorjahr:
TEUR 737.602).
181
Neben konzernfremden Lieferanten wurde auch zwischen öster-
reichischen Unternehmen der PIERER Mobility-Gruppe ein solches
Programm abgeschlossen. Aus Sicht der PIERER Mobility-Gruppe
ist kein Leistungsaustausch erfolgt, sondern es werden lediglich
Fremdmittel aufgenommen worden, welche unter den kurzfristigen
Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen werden. Der Ausweis der
Cash-Flows erfolgt im Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit. Zum
31.12.2023 wurden im Konzernabschluss der PIERER Mobility AG
die Beziehungen zwischen Konzernunternehmen in Höhe von TEUR
4.904 (Vorjahr: TEUR 3.394) als kurzfristige Finanzverbindlichkeiten
dargestellt.
36. RÜCKSTELLUNGEN
Der Konzern bildet Rückstellungen für Garantien und Gewähr-
leistung für bekannte, zu erwartende Einzelfälle. Die erwarteten
Aufwendungen basieren vor allem auf früheren Erfahrungen und
werden zum Zeitpunkt des Verkaufs der Produkte ergebniswirksam
gebildet.
Die Schätzung zukünftiger Aufwendungen ist mit Unsicherheiten
verbunden, wodurch es in der Zukunft zu einer Anpassung der
gebildeten Rückstellungen kommen kann. Es ist nicht auszu-
schließen, dass die tatsächlichen Aufwendungen für diese
Maßnahmen die hierfür gebildeten Rückstellungen in nicht vorher-
sehbarer Weise übersteigen oder unterschreiten.
Die Rückstellungen haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:
TEUR STAND AM 01.01.2023 ZUFÜHRUNGEN AUFLÖSUNGEN VERBRAUCH STAND AM 31.12.2023Kurzfristige Rückstellungen: Rückstellungen für Garantien und 20.947 20.523 0 -20.947 20.523GewährleistungRückstellungen für Prozesse 757 0 442 0 1.199Sonstige Rückstellungen 22.333 241 -1.956 -20.470 14944.037 20.764 -1.514 -41.417 21.871
Die Rückstellungen für Garantien und Gewährleistungen betreffen
größtenteils Risiken aus gesetzlichen und freiwilligen Produkthaf-
tungen. In den sonstigen Rückstellungen sind vor allem Vorsorgen
für ausstehende Investitionen enthalten. Die Bewertung der
Rückstellungen erfolgt auf Basis von Erfahrungswerten aus der
Vergangenheit und zukunftsbezogenen Annahmen.
182
VI. ANGABEN ZUR KAPITALFLUSSRECHNUNG
Die Veränderungen der in der Kapitalflussrechnung dargestellten
Bilanzposten sind nicht unmittelbar aus der Bilanz ableitbar, da nicht
zahlungswirksame Effekte neutralisiert werden. In den sonstigen
nicht zahlungswirksamen Aufwendungen (Erträgen) sind im
Wesentlichen Bewertungen von Fremdwährungsforderungen und
-verbindlichkeiten, Wertberichtigungen auf Forderungen und Vorräte
sowie noch nicht zahlungswirksame Erträge aus Förderungen
enthalten. Die Auswirkungen von Konsolidierungskreisänderungen
wurden eliminiert und sind im Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit
ausgewiesen.
Eine Überleitungsrechnung zwischen der bilanziellen Veränderung
der Finanzschulden und den in der Kapitalflussrechnung
dargestellten Werten kann wie folgt dargestellt werden:
TEUR BUCHWERT ZAHLUNGS- ZAHLUNGSUNWIRKSAME VERÄNDERUNG BUCHWERT 1.1.2023WIRKSAME 31.12.2023VER- ÄNDERUNGErwerb Umgliederung Konsolidier- Transaktions Abgrenzung ungskreis- kostenZinsen, Fremd-änderungenwährungs-effekteKurzfristige Finanzschulden 54.842 -14.604 0 7.708 0 0 4.432 52.378Langfristige Finanzschulden 412.523 504.175 0 -7.708 0 248 0 909.238Leasingverbindlichkeiten 21.793 -25.158 0 23.036 0 0 0 19.671(kurzfristig)Leasingverbindlichkeiten 46.097 0 30.650 -23.036 0 0 -100 53 .611(langfristig)Summe 535.255 464.413 30.650 0 0 248 4.332 1.034.898TEUR BUCHWERT ZAHLUNGS- ZAHLUNGSUNWIRKSAME VERÄNDERUNG BUCHWERT 1.1.2022WIRKSAME 31.12.2022VER- ÄNDERUNGErwerb Umgliederung Konsolidier- Transaktions Abgrenzung ungskreis- kostenZinsen, Fremd-änderungenwährungs-effekteKurzfristige Finanzschulden 36.939 -31.336 0 48.631 600 0 8 54.842Langfristige Finanzschulden 461.005 0 0 -48.631 0 149 0 412.523Leasingverbindlichkeiten 19.908 -23.414 0 25.299 0 0 0 21.793(kurzfristig)Leasingverbindlichkeiten 45.534 0 25.662 -25.299 0 0 200 46.097(langfristig)Summe 563.386 -54.750 25.662 0 600 149 208 535.255
183
VII. RISIKOBERICHT
37. RISIKOMANAGEMENT
Als weltweit agierender Konzern ist die PIERER Mobility-Gruppe
mit einer Vielzahl von möglichen Risiken konfrontiert, die durch
ein umfassendes Risikomanagementsystem überwacht werden.
Vorstand und Aufsichtsrat werden regelmäßig über Risiken
informiert, welche die Geschäftsentwicklung maßgeblich
beeinflussen können. Das Management setzt rechtzeitig
Maßnahmen zur Vermeidung, Minimierung und Absicherung von
Risiken.
In den Rechnungslegungsprozess ist ein dem Unternehmen
angepasstes internes Kontrollsystem integriert, das Grundprinzipien
wie Funktionstrennung und Vier-Augen-Prinzip beinhaltet. Durch
interne und externe Überprüfungen wird sichergestellt, dass die
Prozesse ständig verbessert und optimiert werden. Weiters besteht
ein konzerneinheitliches Berichtswesen zur laufenden Kontrolle und
Steuerung des Risikomanagement-Prozesses. Das Konzernberichts-
wesen unterliegt einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess,
sodass der Vorstand noch zeitnaher und umfassender über den
Grad der Zielerreichung sowie über Markt- und Wettbewerbsver-
änderungen informiert wird.
Eine kontinuierliche Fortsetzung des Wachstums ist von unterschied-
lichen Faktoren wie etwa Nachfrageverhalten, Produktentwicklung,
Wechselkursentwicklungen, wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
in den einzelnen Absatzmärkten, Einkaufspreisen von Zulieferteilen
oder Mitarbeiterentwicklung abhängig. Durch verstärkte Markt-
forschungsaktivitäten und eine darauf abgestimmte Modellpolitik
wird den Gegebenheiten eines rasch ändernden Marktumfeldes
Rechnung getragen.
Um Risiken im Zusammenhang mit Betrug, Korruption und
Bestechung vorzubeugen, werden Mitarbeiter verpflichtet, sich nach
denen im Code of Conduct definierten Grundsätzen zu verhalten.
Der Kodex ist für sämtliche Mitarbeiter, Führungskräfte und
Organmitglieder sowie für Berater, Geschäftspartner und Kunden
der PIERER Mobility-Gruppe verbindlich. Seit dem Geschäftsjahr
2021 ist der Code of Conduct Anlage und damit Vertragsbestandteil
bestehender Händlerverträge. Seit Anfang 2020 ist dies ohnehin bei
neuen Händlerverträgen und auch bei neuen Vertragsbeziehungen
im Zuliefererbereich der Fall.
Um den negativen Effekten aus makroökonomischem und
geopolitischem Kontext entgegenzuwirken, forciert PIERER Mobility
eine globale Diversifizierung der Absatzmärkte. Dabei wird das
größte relative Wachstum in den kommenden Jahren in Asien
erwartet. Um dieses Wachstum zu unterstützen, wird die intensive
Zusammenarbeit mit unserem strategischen Partner Bajaj laufend
ausgebaut. Zusätzlich wurde weiter in Produktionsstandorte
mit lokalen Partnern in China und auf den Philippinen investiert.
Insbesondere der russisch-ukrainische Krieg beeinflusst die
Weltwirtschaft negativ. Die PIERER Mobility-Gruppe ist geschäftlich
nicht unmittelbar von den militärischen Auseinandersetzungen in
der Ukraine betroffen. Indirekt sieht sich die Gruppe wie auch die
gesamte Industrie vor allem mit weiter steigender Energie- und
Rohstoffkosten sowie negativer Auswirkungen auf die Kapitalmärkte
konfrontiert.
Die Ertragslage der PIERER Mobility AG (als Einzelgesellschaft) ist
geprägt von Aufwendungen im Zusammenhang mit aufgenommenen
Finanzierungen, Beteiligungserwerben sowie Projektaufwendungen
und hängt wesentlich von der Dividendenpolitik ihrer Beteiligungs-
gesellschaften ab. Die Beteiligung an der KTM-Gruppe stellt derzeit
die größte und wesentlichste Beteiligung der PIERER Mobility AG dar.
Gemäß den Anforderungen des § 243c UGB wurde ein Corporate
Governance-Bericht erstellt. Wir verweisen diesbezüglich auf die
Veröffentlichung im Geschäftsbericht der PIERER Mobility AG bzw.
auf die Website der PIERER Mobility AG.
38. MARKTRISIKEN
KONJUNKTURELLES RISIKO
Die PIERER Mobility-Gruppe ist in der Motorrad- und Fahrrad-
branche tätig. Die Absatzmöglichkeiten sind von der allgemeinen
konjunkturellen Lage in den Ländern und Regionen bestimmt, in
denen die PIERER Mobility-Gruppe mit ihren Produkten vertreten ist.
Wie die letzten Jahre gezeigt haben, ist insbesondere die Motorrad-
branche zyklisch und unterliegt starken Nachfrageschwankungen.
Die gestiegene Inflation beeinflusst den Markt und damit die
Nachfrage, diese Entwicklung wird sich auch über das kommende
Jahr erstrecken und könnte den Markt negativ beeinflussen. Durch
entsprechende Erfahrungswerte zusammen mit Marktforschungen
und -prognosen, welche in der Planung berücksichtigt werden, wird
dem Risiko entgegengewirkt. Durch das veränderte Mobilitätsver-
halten, die hohen Inflationsraten sowie den russisch-ukrainischen
Krieg hat sich insbesondere der globale Motorradmarkt auf hohem
Niveau stabilisiert.
184
WETTBEWERB UND PREISDRUCK
Speziell der Motorradmarkt in den Industriestaaten ist von
intensivem Wettbewerb geprägt, wobei die stärksten Konkurrenten
vier japanische, drei europäische und in geringem Ausmaß ein ameri-
kanischer Hersteller sind und manche von ihnen größere finanzielle
Ressourcen, höhere Absatzzahlen und Marktanteile besitzen. Im
Straßenmotorradmarkt herrscht zudem ein hoher Preisdruck und
neu hinzukommende Mitbewerber versuchen mittels Niedrigpreis-
strategie den Markteintritt zu schaffen. Durch die erfolgreiche
Marktstrategie ist die PIERER Mobility-Gruppe Europas führender
„Powered Two-Wheeler“ Hersteller. Dies wurde unter anderem auch
durch die vollständige Integration von GASGAS als dritte Marke und
die weitere Entwicklung des Händlernetzes unterstützt. Durch die
gezeigte Innovationsstärke sieht sich die Gruppe als Technologie-
führer im Zweirad-Sektor in Europa. Die strategische Partnerschaft
mit Bajaj und die Intensivierung der Zusammenarbeit mit CFMOTO
festigt die Wettbewerbsfähigkeit in den globalen Märkten. Durch die
Entwicklung von kleinvolumigen PTWs, Stand-Up-Scootern, E-Motor-
rädern und für E-Fuels geeignete Motorräder sowie E-Bicycles für
den innerstädtischen Gebrauch sollen auch weiterhin spezifische
Nachfragebedürfnisse in der Zukunft erfüllt werden.
ABSATZRISIKO
Die größten Einzelabsatzmärkte der Gruppe stellen der europäische
sowie der US-amerikanische Markt für Motorräder sowie die
DACH-Region für New Mobility- / (E-)Bicycle-Produkte dar. Ein
Einbruch dieser Märkte könnte nachteilige Auswirkungen auf
die Geschäftstätigkeit haben. Der Markteintritt in neue Märkte
stellt im Wesentlichen ein Kostenrisiko dar, da in manchen dieser
Märkte die Absatzentwicklung sowie die politischen Rahmen-
bedingungen schwer einschätzbar sind. Durch die Zusammenarbeit
mit dem strategischen Partner Bajaj Auto Ltd., Pune, Indien, wird
gemeinsam weiterhin konsequent an der Umsetzung einer globalen
Produktstrategie gearbeitet.
Die globalen Auswirkungen der hohen Inflationsraten könnten sich
letztlich auch in einer Veränderung des insgesamt reduzierten
Konsumverhaltens der Kunden niederschlagen. Die Gruppe
beobachtet derartige Auswirkungen auf das Konsumverhalten der
Kunden laufend. So wurde festgestellt, dass die Nachfrage nach
Produkten der Gruppe als Qualitätsanbieter von PTWs unverändert
ein hohes Niveau aufweist, jedoch eine erhöhte Nachfrage nach
emissions- und lärmarmen Individualmobilitätslösungen besteht.
Eine Erweiterung des Produktportfolios auf E-Bicycles/Stand-
Up-Scooter und E-Motorräder im niedrigen Leistungsbereich, ein
verstärkter Fokus auf Forschung und Entwicklung im Feld der
alternativen Antriebstechnologien sowie die Erschließung neuer
Produktfelder wie Stand-Up-Scooter, E-Bicycles oder emissions-
arme/-freie Alternativen zu konventionellen Verbrenner-Modellen
werden hier für Umsatzsteigerungen sorgen. Durch den Wandel
zu neuen (emissionsärmeren oder -freien) Technologien könnte
das Marktgefüge umgekrempelt werden und die Chance auf
Erschließung von Marktanteilen erhöhen.
Für die PIERER Mobility-Gruppe stellt die Betreuung der Endkunden
durch das Händlernetzwerk einen wesentlichen Erfolgsfaktor dar.
Um hier kontinuierlich einen hohen Standard gewährleisten zu
können, werden laufend verpflichtende Händlertrainings abgehalten,
in denen neue technische Standards vermittelt und die Händler im
Umgang mit dem Kunden geschult werden. Zudem stellt speziell
die Gruppe eine moderne Kommunikationsplattform bereit, mit
der die Händler den Beschaffungsprozess abwickeln und den
Verkaufsprozess dokumentieren können. Neue, digitale Lösungen in
Produkten könnten wertvolle Informationen für klimawandelbedingte
Verkehrsmaßnahmen liefern und somit als Dienstleistung eine neue
Umsatzquelle ergeben.
39. BRANCHENSPEZIFISCHE RISIKEN
BESCHRÄNKUNGEN DES MOTORRADFAHRENS
Da die Gruppe ihre Produkte in einer Vielzahl von Ländern vertreibt,
ist sie dem Risiko der Veränderung von nationalen Vorschriften,
Lizenzbedingungen, Steuern, Handelsbeschränkungen, Preisen,
Einkommen und Devisenbeschränkungen, ferner dem Risiko von
politischer, sozialer und ökonomischer Instabilität, Inflation und
Zinsschwankungen ausgesetzt. Für den Straßeneinsatz zugelassene
Motorräder müssen u. a. entsprechende Lärm- und Abgas-
emissionsbestimmungen erfüllen, um am Markt des jeweiligen
Landes zugelassen zu werden. So erfüllt die Gruppe bei allen neuen
straßenzulassungsfähigen Modellen die für Motorräder einschlägige
europäische Abgasnorm Euro V. Auch die Einsatzmöglichkeiten von
Motorrädern im Gelände werden erheblich von nationalgesetzlichen
Rahmenbedingungen in den Absatzländern beeinflusst. Um diesem
Risiko entgegenzuwirken, werden die jeweiligen länderspezifischen
Regelungen vor Markteintritt eingehend überprüft und laufend
weiterhin überwacht, um bei Änderungen rechtzeitig reagieren zu
können.
BESCHAFFUNGSRISIKO
Aus der aktuellen wirtschaftlichen Situation ergibt sich ein weltwirt-
schaftliches Beschaffungs- und Absatzrisiko, das auch die PIERER
Mobility-Gruppe betrifft. Im Wesentlichen liegt dieses Risiko in
der durch die globale Verknappung von Gütern und Ressourcen,
185
deutlich gestiegenen Beschaffungspreisen für Roh-, Hilfs- und
Betriebsstoffe und Komponenten sowie den auf ein hohes Niveau
gestiegenen Produktionsgemeinkosten, insbesondere hinsichtlich
der Energiepreise sowie der Transport- und Personalkosten als Folge
des anhaltenden Russland Ukraine Konflikts. Dies betrifft vorrangig
Unternehmen im Bereich der energieintensiven Herstellung von
Rohmaterialien wie Aluminium und Stahl, was die Verfügbarkeit am
Gesamtmarkt durch makroökonomische Entwicklungen oder klima-
wandelbedingte Effekte (vermehrter Einsatz, erneuerbarer Energie,
höhere Auflagen an Stahlherstellung, …) beeinflussen könnte.
Das Beschaffungsrisiko besteht in der aktuellen Situation im
Wesentlichen darin, dass einerseits bestellte Komponenten nicht
zum vereinbarten Termin geliefert werden. Andererseits etablieren
sich die steigenden Energiekosten zunehmend als wesentliches
finanzielles Risiko für kleinere Zulieferbetriebe der Gruppe und
können daher zu weiteren Störungen in der Lieferkette führen. Die
Gruppe selbst ist von steigenden Energiekosten in nur überschau-
barem Ausmaß betroffen, da die hauseigenen Produktions- und
Assemblierungsprozesse wenig energieintensiv sind.
Ein Abklingen der anhaltend hohen Inflation im ersten Halbjahr 2024
wird nicht erwartet. Daher beeinträchtigt diese auch die Preise für
Materialien und Rohstoffe, was für die PIERER Mobility-Gruppe zu
einem globalen konjunkturellen Beschaffungsrisiko führt.
Die aufgetretenen Lieferkettenengpässe, resultierend in
Verzögerungen bei der Beschaffung, hat die Gruppe durch
regelmäßige Abstimmung mit den Zulieferern und frühzeitige
Beschaffungs- sowie Produktionsfreigaben weitgehend stabilisiert
und ausgeglichen. So ist es der Gruppe möglich, den Ressourcen-
bedarf der jeweiligen Produktionsstandorte längerfristig decken zu
können. Durch die verfolgte intensive Zusammenarbeit entlang der
Supply Chain zeigten sich nur unwesentliche Auswirkungen auf die
Gruppe.
Beschaffungsseitig begegnet die PIERER Mobility-Gruppe den
oben beschriebenen Risiken durch mehrere Maßnahmen, wie
z.B. die Nutzung alternativer Lieferketten und entsprechende
Aktivitäten zur Reduktion der anfallenden Kosten, die Umsetzung
von Effizienzmaßnahmen bei Lieferantenpartnern durch Cost
Engineering Support sowie die Vereinbarung von zeitlich befristeten
Preiserhöhungen auf Basis von Indizes. Darüber hinaus hat die
Gruppe bereits weitere wesentliche Maßnahmen zur frühzeitigen
Absicherung der Versorgung und somit Produktion, wie oben
erwähnt, umgesetzt und ein Marktintelligenzsystem für Elektronik-
bauteile eingeführt. Aufgrund der Flexibilität im implementierten
Produktionslayout ist die Gruppe auch in Ausnahmefällen in der
Lage, bei globalen Entwicklungen, die zu immer engeren Lieferketten
führen, Produktionspläne bedarfsgerecht anzupassen. Zudem soll
eine verstärkte Forschung in alternative Rohstoffe und Materialien
helfen, den steigenden Bedarf an kritischen Ressourcen, welche für
die vermehrte Akkuherstellung für E-Mobilität benötigt werden, zu
decken und Ressourcenengpässe zu vermeiden. Schließlich soll die
logistische Beschaffungsstruktur so angepasst werden, dass Trans-
portwege und damit verbundene Kosten minimiert werden.
Die Versorgung mit Strom ist für den aufrechten Produktionsbetrieb
essenziell. Aufgrund des Russland-Ukraine Konflikts kann es auch
im kommenden Jahr zur Beeinträchtigung der Stromversorgung
kommen. Dies kann auch den Energiepreis negativ beeinflussen.
Um Stabilität in der Versorgung mit Strom zu gewährleisten, setzt
die PIERER Mobility Gruppe hier vermehrt auf die Errichtung von
Photovoltaikanlagen, Errichtung eines Energierings zur Steigerung
der Eigenverbrauchsquote des gewonnenen Stroms sowie auf die
Umsetzung von Energiesparmaßnahmen.
TECHNISCHE INNOVATION UND PRODUKTENTWICKLUNG
Technische Innovationen und die Einführung neuer Produkte sind
maßgeblich für die Wettbewerbsstellung der PIERER Mobility-
Gruppe verantwortlich. Dazu müssen neue Trends rechtzeitig
erkannt werden. Um dem Risiko entgegenzuwirken, ist es wichtig, die
Produktinnovation zu gewährleisten.
Die PIERER Mobility-Gruppe legt daher großen Wert auf die
frühzeitige Erkennung von Trends, auf Forschung und Entwicklung
im technischen und funktionellen Bereich sowie auf die Erforschung
der Wünsche der Kunden, um eine innovative und marktnahe
Produktentwicklung zu erreichen. Die Leistungen im Rennsport sind
für das Unternehmen nicht nur als Marketinginstrument von großer
Bedeutung, sondern bilden auch die Grundlage für die Produkt-
entwicklung und sind Maßstab für die Serienentwicklung. Unter
anderem wird in Zukunft auch auf die Entwicklung von emissions-
freien, alternativen Antriebssystemen und Produkten gesetzt, um der
technischen Vorreiterrolle gerecht zu werden.
PRODUKTHAFTUNGSRISIKO
Die PIERER Mobility-Gruppe ist im Geschäftsumfeld auch Schaden-
ersatzforderungen aufgrund von Unfällen und Verletzungen
ausgesetzt. Dies gilt insbesondere für die USA, wo Ansprüche in
Produkt 0haftungsfällen mit höheren Haftungssummen geltend
gemacht werden. Neben bisher bestehenden möglichen Ursachen
für produktbezogene Klagen könnten durch klimawandelbedingte
Regulierungen weitere Klagegründe hinzukommen. Zusätzlich zu
den bestehenden Absicherungen wird dieses Risiko durch eine
umfassende Qualitätskontrolle in allen Produktionsbereichen und
hohe Qualitätsstandards durch geeignete Lieferantenauswahlver-
fahren sowie Qualitätsmanagement Systeme und Audits minimiert.
186
40. IT-RISIKEN
Der hohe Qualitätsstandard, den wir bei unseren Produkten haben,
gilt auch für den Bereich Datensicherheit und Datenschutz.
ln der PIERER Mobility-Gruppe wird ein lT-Security- und
Riskmanagement-System mit dem Ziel betrieben, unternehmens-
relevante Risiken im Bereich lnformationssicherheit erkennen und
steuern zu können. Darüber hinaus werden, sowohl für die Kunden,
als auch für den Vorstand sowie für die jeweilige Geschäftsführung
beteiligter Gesellschaften der Nachweis der Ordnungsmäßigkeit
und Einhaltung der Sorgfaltspflicht im Umgang mit und im Einsatz
von Informationen und Einrichtungen zur Informationsverarbeitung
erbracht und dokumentiert.
Den stetig wachsenden IT- und Cyberrisiken werden durch die
laufende Weiterentwicklung der IT- Sicherheitsmaßnahmen und
den Einsatz aktueller IT-Sicherheitstechnologien begegnet. Mit
einem mehrstufigen technischen Konzept unter Verwendung
aktueller Sicherheitsfeatures wie Intrusion Prevention Systems
und zusätzlichen davor oder intern betriebenen Security-Systemen
werden Cyber-Angriffe abgewehrt. Zusätzlich werden verhaltens-
basierende Security-Lösungen eingesetzt, um sicherheitstechnische
Auffälligkeiten zu erkennen. Vorkommnisse werden mit einem
Malware-Incident-Response-Prozess erkannt und behandelt. Parallel
werden regelmäßige externe und interne Schwachstellenanalysen
durchgeführt und mit einem etablierten Patch- und Update-
Management-Prozess entgegnet. Regelmäßige externe und interne
Sicherheitsaudits werden im Risikomanagement dokumentiert,
etwaige Findings werden bewertet, priorisiert und danach einer
Lösung zugeführt.
Für alle Nutzer von lT-Systemen wird das für den Einsatz der lT im
Rahmen ihrer Funktion erforderliche Wissen und Bewusstsein durch
globale und regelmäßige IT-Security-Sensibilisierungsschulungen
sichergestellt. Diese werden präventiv und nachvollziehbar
durchgeführt.
41. FINANZIELLE RISIKEN
Die PIERER Mobility-Gruppe unterliegt hinsichtlich ihrer Vermögens-
werte, Schulden und geplanten Transaktionen Kredit-, Markt-,
Währungs- und Liquiditätsrisiken. Ziel des Finanzrisikomanagements
ist es, diese Risiken zu steuern und zu begrenzen. Der Vorstand und
der Aufsichtsrat werden regelmäßig über Risiken informiert, welche
die Geschäftsentwicklung maßgeblich beeinflussen können.
Die Grundsätze des Finanzrisikomanagements werden durch
den Aufsichtsrat und den Vorstand festgelegt und überwacht. Die
Umsetzung obliegt dem Konzern-Treasury. Die PIERER Mobility-
Gruppe setzt zur Absicherung der nachfolgend beschriebenen
Finanzrisiken derivative Finanzinstrumente ein mit dem Ziel, die
Absicherung der operativen Zahlungsströme gegen Schwankungen
der Wechselkurse und/oder Zinssätze sicherzustellen. Der
Sicherungshorizont umfasst in der Regel die aktuell offenen Posten
sowie geplante Transaktionen in den nächsten 12 bis 18 Monaten.
In Ausnahmefällen können in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat
auch längerfristige strategische Sicherungspositionen eingegangen
werden.
WÄHRUNGSRISIKEN
Als weltweit tätiges Unternehmen ist die PIERER Mobility-Gruppe
von weltwirtschaftlichen Rahmendaten wie der Veränderung
von Währungsparitäten oder den Entwicklungen auf den Finanz-
märkten beeinflusst. Insbesondere die Wechselkursentwicklung des
US-Dollars, der im Fremdwährungsrisiko das höchste Einzelrisiko
darstellt, ist für die Umsatz- und Ertragsentwicklung von Bedeutung.
Durch die zunehmende Bedeutung des USD im Einkauf wird das
Fremdwährungsrisiko beim USD wesentlich verringert („natural
hedge“). Im Geschäftsjahr 2023 wurden rund 26 % der Umsätze
(Vorjahr: 34 %) in US-Dollar erzielt. Durch Währungssicherungs-
maßnahmen, insbesondere Hedging-Strategien, können diese
Währungsverschiebungen weitestgehend zumindest über ein
Modelljahr ausgeglichen werden.
Währungsrisiken bestehen für den Konzern weiters, sofern finanzielle
Vermögenswerte und Schulden in einer anderen als der lokalen
Währung der jeweiligen Gesellschaft abgewickelt werden. Die
Gesellschaften des Konzerns fakturieren zum überwiegenden Teil in
lokaler Währung und finanzieren sich weitgehend in lokaler Währung.
Veranlagungen erfolgen überwiegend in der Landeswährung der
anlegenden Konzerngesellschaft. Aus diesen Gründen ergeben sich
zumeist natürlich geschlossene Währungspositionen.
Die Hauptursachen für Ineffektivität im Rahmen von Währungs-
sicherungsgeschäften sind:
Auswirkungen des Kreditrisikos der Gegenparteien
und des Konzerns auf den beizulegenden Zeitwert der
Devisenterminkontrakte, die sich nicht in der Änderung des
beizulegenden Zeitwertes der abgesicherten Zahlungsströme,
die auf Änderung der Wechselkurse zurückzuführen sind,
widerspiegeln, und
Änderungen des Transaktionszeitpunkts der abgesicherten
Grundgeschäfte.
187
Für die Währungsrisiken von Finanzinstrumenten wurden Sensitivi-
tätsanalysen durchgeführt, die die Auswirkungen von hypothetischen
Änderungen der Wechselkurse auf Ergebnis (nach Steuern) und
Eigenkapital zeigen. Im Rahmen der Sensitivitätsanalyse werden
Effekte aus der Änderung des Wechselkurses um +/- 10 % auf den
Gewinn und Verlust, das sonstige Ergebnis und das Eigenkapital
aufgezeigt. Als Basis wurden die betroffenen Bestände zum
Bilanzstichtag herangezogen sowie die für das Geschäftsjahr
2023 geplanten Ein- und Verkäufe in Fremdwährung. Dabei wurde
unterstellt, dass das Risiko am Bilanzstichtag im Wesentlichen das
Risiko während des Geschäftsjahres repräsentiert. Als Steuersatz
wurde der Konzernsteuersatz in Höhe von 24 % verwendet.
Außerdem wurde bei der Analyse unterstellt, dass alle anderen
Variablen, insbesondere Zinssätze, konstant bleiben. Bei der Analyse
wurden jene Währungsrisiken von Finanzinstrumenten, die in einer
von der funktionalen Währung abweichenden Währung denominiert
und monetärer Art sind, einbezogen.
Währungsrisiken aus Euro-Positionen in Tochterunternehmen, deren
funktionale Währung vom Euro abweicht, wurden dem Währungs-
risiko der funktionalen Währung des jeweiligen Tochterunternehmens
zugerechnet. Risiken aus Fremdwährungspositionen abseits vom
Euro wurden auf Konzernebene aggregiert. Wechselkursbedingte
Differenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen in die Konzern-
währung blieben unberücksichtigt.
Die PIERER Mobility-Gruppe legt der Analyse folgende Annahmen zu
Grunde:
r die Sensitivität des Gewinnes und Verlustes werden
Bankguthaben, Forderungen und Verbindlichkeiten des Konzerns,
sowie künftige Ein- und Auszahlungen in Fremdwährung
berücksichtigt, die nicht in der funktionalen Währung der
Konzerngesellschaft bilanziert sind. Ebenfalls werden die
offenen Derivate des Cash-Flow-Hedges herangezogen,
deren Grundgeschäft zum Bilanzstichtag bereits realisiert ist
(ergebniswirksam).
Für die Sensitivität des sonstigen Ergebnisses werden offene
Derivate des Cash-Flow-Hedges berücksichtigt, deren
Grundgeschäft zum Bilanzstichtag noch nicht realisiert ist (nicht
ergebniswirksam). Die Nominale der offenen Derivate entspricht
dem Exposure.
ERHÖHUNG (+) / VERMINDERUNG (-) AUFWERTUNG UM 10% ABWERTUNG UM 10%TEUR31.12.2023 31.12.2022 31.12.2023 31.12.2022Veränderung des Ergebnisses (nach Steuern) -33.302 -28.868 40.702 35.284Veränderung der währungsbezogenen Cash-Flow-Hedge-Rücklage 6.866 3.636 -8.392 -4.444Veränderung des Eigenkapitals -26.436 -25.232 32.310 30.840
ZINSÄNDERUNGSRISIKEN
Die Finanzinstrumente sind sowohl aktiv- als auch passivseitig
teilweise variabel verzinst. Das Risiko be-steht demnach in
steigenden Aufwandszinsen bzw. sinkenden Ertragszinsen, die sich
aus einer nachteiligen Veränderung der Marktzinsen ergeben.
Die PIERER Mobility-Gruppe unterliegt somit dem Risiko von
Zinsschwankungen am Markt. Dem Risiko wird durch regelmäßige
Beobachtung des Geld- und Kapitalmarktes sowie durch den
teilweisen Einsatz von Zinsswaps (fixed interest rate payer swaps)
Rechnung getragen. Im Rahmen der abgeschlossenen Zinsswaps
erhält das Unternehmen variable Zinsen und zahlt im Gegenzug fixe
Zinsen auf die abgeschlossenen Nominalen.
Zinsänderungsrisiken resultieren somit im Wesentlichen aus
originären variabel verzinsten Finanzinstrumenten (Cash-Flow-
Risiko). Für die Zinsänderungsrisiken dieser Finanzinstrumente
wurden Sensitivitätsanalysen durchgeführt, die die Auswirkungen
von hypothetischen Änderungen des Marktzinsniveaus auf
Ergebnis (nach Steuern) und Eigenkapital zeigen. Als Basis wurden
die betroffenen Bestände zum Bilanzstichtag herangezogen.
Dabei wurde unterstellt, dass das Risiko am Bilanzstichtag im
Wesentlichen das Risiko während des Geschäftsjahres repräsentiert.
Als Steuersatz wurde der Konzernsteuersatz in Höhe von 24 %
verwendet. Außerdem wurde bei der Analyse unterstellt, dass alle
anderen Variablen, insbesondere Wechselkurse, konstant bleiben.
Die Hauptursachen für Ineffektivität im Rahmen von Zinssicherungen
sind:
Einfluss des Kreditrisikos der Gegenpartei und des Konzerns auf
den beizulegenden Zeitwert der Zinsderivate, der sich nicht in der
Änderung des beizulegenden Zeitwertes der abgesicherten
Zahlungsströme, die auf Änderungen der Zinssätze
zurückzuführen sind, widerspiegelt, und
Unterschiede bei den Parametern (z.B. Zinsanpassungstermine)
zwischen den Derivaten und den gesicherten Grundgeschäften
Für das Zinsrisiko wurde eine Sensitivitätsanalyse durchgeführt.
Dabei werden die Änderungen des Zinssatzes um +/- 50 Basispunkte
auf den Gewinn und Verlust, das sonstige Ergebnis und das Eigen-
kapital aufgezeigt.
188
ERHÖHUNG (+) / VERMINDERUNG (-) ERHÖHUNG UM 50 BP VERRINGERUNG UM 50 BPTEUR31.12.2023 31.12.2022 31.12.2023 31.12.2022Veränderung des Ergebnisses (nach Steuern) -2.362 -316 2.361 318Veränderung der zinsbezogenen Cash-Flow-Hedge-Rücklage 1.113 1.752 -1.120 -1.757Veränderung des Eigenkapitals -1.249 1.436 1.241 -1.439
Die aufgrund der IBOR Reform notwendigen Umstellungen
betroffener Referenzzinssätze in den von der Gruppe in Anspruch
genommenen Finanzinstrumente hat das Konzern-Treasury im
Geschäftsjahr 2023 abgeschlossen. In enger Abstimmung mit den
Geschäftspartnern wurden Verträge entsprechend an-gepasst
und vertragliche Übergangsregelungen, die den Umgang mit
vorübergehend oder dauerhaft nicht zur Verfügung stehenden
Referenzzinssatzes zum Inhalt haben, in Anspruch genommen.
Für Verträge und Finanzinstrumente, die im Geschäftsjahr neu
abgeschlossen wurden, wurde ausnahmslos die Verwendung der
neuen Referenzzinssätze vereinbart. Die Anpassungen haben zu
keinen wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss
geführt.
AUSFALLRISIKEN (KREDIT- BZW. BONITÄTSRISIKEN)
Das Ausfallrisiko ist das Risiko von finanziellen Verlusten, falls ein
Kunde oder die Vertragspartei eines Finanzinstruments seinen bzw.
ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt. Das Ausfall-
risiko entsteht grundsätzlich aus den Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen.
Auf der Aktivseite stellen die ausgewiesenen Buchwerte gleichzeitig
das maximale Ausfallrisiko dar. Mit Ausnahme der unter Punkt 44.
des Konzernanhangs beschriebenen Aufrechnungsvereinbarung,
gibt es zusätzlich keine generellen Aufrechnungsvereinbarungen.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Das Ausfallrisiko bei Forderungen gegenüber Kunden kann als gering
eingeschätzt werden, da die Bonität neuer und bestehender Kunden
laufend geprüft wird und Sicherheiten gefordert werden.
Das Risikomanagement führt eine Analyse und Beurteilung von
Neukunden durch. Zunächst werden diese individuell hinsichtlich
ihrer Kreditwürdigkeit analysiert und es werden konzernweit
standardisierte Verträge mit Kunden abgeschlossen. Die Analyse
umfasst externe Ratings, soweit erhältlich, sowie Jahresabschlüsse,
Auskünfte von Kreditagenturen und Bankauskünfte. Es werden
für jeden Kunden Verkaufslimits festgelegt und laufend überprüft.
Alle Umsätze, die über diese Limits hinausgehen, bedürfen der
Zustimmung des Risikomanagements.
Ausfallrisiken werden einerseits durch Kreditversicherungen und
andererseits durch bankmäßige Sicherheiten (Garantien, Akkreditive)
weitgehend abgesichert. In internen Richtlinien werden die
Ausfallrisiken festgelegt und kontrolliert. Es bestehen weitgehend
langjährige Geschäftsbeziehungen mit Händlern und Importeuren.
Durch eine laufende Überwachung des Ausfallrisikos bzw. der
Bonität der Kunden wird jede Forderung individuell auf den Bedarf
einer Wertberichtigung überprüft.
Eine Zusammenfassung des Ausfallrisikos für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und zum 31.12.2023
wird in der folgenden Tabelle dargestellt.
FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN NICHT IN DER BONITÄT IN DER BONITÄT SUMMETEURBEEINTRÄCHTIGTBEEINTRÄCHTIGTNicht überfällig 297.836 0 297.836Überfällig 1-30 Tage 18.404 0 18.404Überfällig 31-60 Tage 11. 213 0 11. 213Überfällig 61-90 Tage 3.145 0 3.145Überfällig > 90 Tage 16.594 10.916 27.510Gesamter Bruttobuchwert 347.192 10.916 358.108Wertminderung -301 -7.006 -7.307Summe 346.892 3.910 350.801
189
Eine Zusammenfassung des Ausfallrisikos für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31.12.2022
wird in der folgenden Tabelle dargestellt.
FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN NICHT IN DER BONITÄT IN DER BONITÄT SUMMETEURBEEINTRÄCHTIGTBEEINTRÄCHTIGTNicht überfällig 242.774 0 242.774Überfällig 1-30 Tage 16.460 0 16.460Überfällig 31-60 Tage 4.123 0 4.123Überfällig 61-90 Tage 2.592 0 2.592Überfällig > 90 Tage 2.627 6.895 9.522Gesamter Bruttobuchwert 268.576 6.895 275.471Wertminderung -190 -4.859 -5.049Summe 268.386 2.036 270.422
Zur Ermittlung des Wertminderungsbedarfes für nicht einzelwert-
berichtigte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden
in der PIERER Mobility-Gruppe die Ausfälle der letzten Jahre
evaluiert. Die Analyse hat ergeben, dass nur ein unwesentliches
Risiko für Forderungen mit einer gewissen Überfälligkeit besteht.
Die Einschätzung der Verlustquoten basiert auf historischen Ausfall-
quoten bezogen auf Überfälligkeiten und unter Bedachtnahme von
zukunftsorientierten Informationen.
Hinsichtlich des weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug
befindlichen Bestands der finanziellen Liefer- und sonstigen
Forderungen deuten zum Abschlussstichtag keine Anzeichen
darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht
nachkommen werden. Es liegen keine Konzentrationsrisiken vor.
Einschätzung der erwarteten Kreditverluste
Auf Basis der in der Vergangenheit tatsächlich beobachteten
Ausfälle wurde eine durchschnittliche Ausfallquote von 0,07 %
(Vorjahr: 0,07 %) der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
ermittelt. Die Risikoprämie für zukunftsbezogene Entwicklungen
wurde dahingehend angepasst, um die Auswirkungen der erhöhten
Inflationsraten sowie des russisch-ukrainischen Krieges zu berück-
sichtigen. Es wurde eine Zuführung von TEUR 111 (Vorjahr: TEUR 87)
zur Wertberichtigung für erwartete Verluste auf Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen erfasst.
Die Wertminderung für erwartete Verluste per 31.12.2023 beträgt
in der PIERER Mobility-Gruppe insgesamt TEUR 301 (Vorjahr:
TEUR 190).
Entwicklung der Wertberichtigungen
Die Entwicklung der Wertberichtigungen in Bezug auf Forderungen
aus Lieferungen und werden im Anhang unter Punkt 28.
„Forderungen aus Lieferungen und Leistungen“ beschrieben.
Zahlungsmittel und -äquivalente, sonstige Vermögenswerte und
Derivate
Kreditverluste von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten
und sonstigen finanziellen Vermögenswerten werden auf Basis
durchschnittlicher Ausfallsquoten und des Ratings des Instrumentes
ermittelt. Eine signifikante Änderung des Kreditrisikos wird auf Basis
von Rating und Zahlungsverzug bestimmt. Unter Berücksichtigung
der Kurzfristigkeit dieser Positionen und angesichts des guten
Ratings der Banken geht der Konzern davon aus, dass es sich bei
diesen Beständen um Finanzinstrumente mit niedrigem Ausfallrisiko
handelt und die erwarteten Verluste nicht wesentlich sind.
Bei den derivativen Finanzinstrumenten mit positivem Marktwert ist
das Ausfallrisiko auf deren Wiederbeschaffungskosten beschränkt,
wobei das Ausfallrisiko als gering eingestuft werden kann, da
es sich bei den Vertragspartnern ausschließlich um Banken mit
hoher Bonität handelt. Es gibt keine Hinweise auf zusätzliche
Wertminderungserfordernisse für finanzielle Vermögenswerte.
190
LIQUIDITÄTSRISIKEN
Die aktuellen Liquiditätsreserven (siehe unten) gepaart mit einem
ausgewogenen Mix an verschiedenen Finanzierungsinstrumenten
ermöglichen es der Unternehmensgruppe auch im Jahr 2024
in einem volatilen Marktumfeld flexibel zu agieren. In diesem
Zusammenhang wurden im Geschäftsjahr 2023 die verfügbaren
Liquiditätsreserven durch kurz- und langfristige Finanzierungsmaß-
nahmen deutlich erhöht. So hat die KTM-Gruppe im Geschäftsjahr
2023 etwa ein Schuldscheindarlehen mit einem Volumen von
TEUR 300.000 sowie eine Namensschuldverschreibung im
Umfang TEUR 50.000 emittiert.
Ein wesentliches Ziel des Finanzrisikomanagements der PIERER
Mobility-Gruppe ist es, die jederzeitige Zahlungsfähigkeit und die
finanzielle Flexibilität sicherzustellen. Liquiditätsrisiken können
sich unter anderem ergeben wenn Einzahlungen aus Umsatz-
erlösen unter den Planannahmen liegen. Zu diesem Zweck wird
eine Liquiditätsreserve in Form von ungenützten Kreditlinien
(Bar- und Avalkredite) und in Form von Barbeständen bei Banken
von hoher Bonität vorgehalten. Zum 31.12.2023 verfügt die
PIERER Mobility-Gruppe über einen Liquiditätsbestand von TEUR
258.972 sowie ungenützte Kreditlinien im Ausmaß von TEUR
560.386. Der Sicherstellung der kurz- und mittelfristigen Liquidität
wird allerhöchste Priorität beigemessen. Darüber hinaus ist
die Maximierung des Free Cash-Flows durch Kostensenkungs-
maßnahmen, proaktives Working-Capital-Management sowie
reduzierte Investitionsausgaben eine wesentliche Steuerungsgröße.
Insbesondere im Bereich Working-Capital-Management verfügt die
Gruppe über eine Vielzahl an Instrumenten um die Liquidität bedarfs-
gerecht zu steuern. Dazu gehören unter anderem die Ausnutzung
von ABS und Factoring-Programmen oder die Anpassung von
Lagerbeständen durch die Flexibilität der Produktionsvolumina.
Es liegen aus heutiger Sicht ausreichende Zusagen unserer
strategischen Finanzpartner zur Absicherung des kurzfristigen
Liquiditätsbedarfes vor. Der langfristige Liquiditätsbedarf wird durch
die Begebung von Schuldscheindarlehen sowie durch die Aufnahme
von Bankkrediten sichergestellt. In den Kreditvereinbarungen der
Gruppe sind ausschließlich Covenants, die zu einer Erhöhung des
Zinssatzes führen, enthalten. Es sind keine Covenants vereinbart, die
zur vorzeitigen Fälligstellung berechtigen.
Die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Cash-Flows (Zins- und Tilgungszahlungen) sowie
die Restlaufzeiten der finanziellen Schulden setzen sich wie folgt zusammen:
TEUR BUCHWERT CASH-FLOWS 2024 CASH-FLOWS 2025 BIS 2028 CASH-FLOWS AB 202931.12.2023ZINSEN ZINSEN TILGUNG ZINSEN ZINSEN TILGUNG ZINSEN ZINSEN TILGUNGFIXVARIABELFIXVARIABELFIXVARIABELZum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle VerbindlichkeitenBeizulegender Zeitwert – SicherungsinstrumenteSonstige finanzielle Verbindlichkeiten 419 0 0 419 0 0 0 0 0 0– Derivate mit negativem Marktwert, die bereits Forderungen zugewiesen sindSonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.707 0 0 1.707 0 0 0 0 0 0– Derivate mit negativem Marktwert (Cash-Flow-Hedge)Summe 2.126 0 0 2.126 0 0 0 0 0 0
191
TEUR BUCHWERT CASH-FLOWS 2024 CASH-FLOWS 2025 BIS 2028 CASH-FLOWS AB 202931.12.2023ZINSEN ZINSEN TILGUNG ZINSEN ZINSEN TILGUNG ZINSEN ZINSEN TILGUNGFIXVARIABELFIXVARIABELFIXVARIABELNicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle VerbindlichkeitenZu fortgeführten AnschaffungskostenVerzinsliche Verbindlichkeiten 961.616 14.447 26.773 45.743 47.971 75.308 560.402 34.031 18.810 350.806Verbindlichkeiten Leasingverhältnisse 73.282 0 1.870 19.681 0 3.395 41.114 0 3.451 12.487Verbindlichkeiten aus Lieferungen 676.978 0 0 676.978 0 0 0 0 0 0und LeistungenSonstige finanzielle Verbindlichkeiten 87.462 0 0 87.462 0 0 0 0 0 0(kurz- und langfristig)Summe 1.799.338 14.447 28.643 829.864 47.971 78.703 601.516 34.031 22.261 363.293Summe 1.801.464 14.447 28.643 831.990 47.971 78.703 601.516 34.031 22.261 363.293TEUR BUCHWERT CASH-FLOWS 2023 CASH-FLOWS 2024 BIS 2027 CASH-FLOWS AB 202831.12.2022ZINSEN ZINSEN TILGUNG ZINSEN ZINSEN TILGUNG ZINSEN ZINSENTILGUNGFIXVARIABELFIXVARIABELFIXVARIABELZum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle VerbindlichkeitenBeizulegender Zeitwert - SicherungsinstrumenteSonstige finanzielle Verbindlichkeiten 394 0 0 394 0 0 0 0 0 0– Derivate mit negativem Marktwert, die bereits Forderungen zugewiesen sindSonstige finanzielle Verbindlichkeiten 254 0 0 254 0 0 0 0 0 0– Derivate mit negativem Marktwert (Cash-Flow-Hedge)Summe 648 0 0 648 0 0 0 0 0 0Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle VerbindlichkeitenZu fortgeführten AnschaffungskostenVerzinsliche Verbindlichkeiten 467.365 5 .110 3.944 52.577 12.332 10.309 258.245 4.622 1.333 155.045Verbindlichkeiten Leasingverhältnisse 67.890 0 1.010 21.803 0 1.853 35.707 0 3.150 10.380Verbindlichkeiten aus Lieferungen 737.602 0 0 737.602 0 0 0 0 0 0und LeistungenSonstige finanzielle Verbindlichkeiten 87. 294 0 0 87.294 0 0 0 0 0 0(kurz- und langfristig)Summe 1.360.151 5.110 4.954 899.276 12.332 12.162 293.952 4.622 4.483 165.425Summe 1.360.799 5.110 4.954 899.924 12.332 12.162 293.952 4.622 4.483 165.425
192
Die Verbindlichkeiten, die vom Supplier Finance Programm betroffen
sind, werden zu ihrer Fälligkeit bezahlt. Die damit verbundenen
Zahlungsmittelabflüsse sind in der Liquiditätsplanung berücksichtigt.
Das Supplier Finance Programm führt zu einer Risikokonzentration.
Die Anzahl der Lieferanten wird durch eine Konzentration auf eine
Gläubigerbank ersetzt. Würde diese Gläubigerbank die Supplier
Finance Vereinbarung kündigen, so ergäbe sich grundsätzlich ein
zusätzliches Liquiditätsrisiko, welches jedoch aufgrund annähernd
gleicher Lieferanten-Zahlungsziele von untergeordneter Bedeutung
ist. Wie in Punkt 35. angeführt, betrifft dies 51,6 % (Vorjahr: 47,5 %)
der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zum Stichtag.
Das Konzentrationsrisiko wird als gering angesehen.
42. SONSTIGE RISIKEN
PROZESSRISIKEN
Es besteht das Risiko, dass standardisierte Prozesse insbesondere
in der Produktion nicht eingehalten werden. Um dieses Risiko zu
minimieren, werden diese Prozesse in Arbeitsanweisungen und
Manuals dokumentiert. Mitarbeiter werden im Umgang mit dieser
Dokumentation geschult und die Dokumente sind über diverse
Systeme frei zugänglich.
RISIKEN DURCH RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN
Da die PIERER Mobility-Gruppe ihre Motorräder und E-Bikes bzw.
Non-E-Bikes in einer Vielzahl von Ländern vertreibt, ist sie dem Risiko
der Veränderung von nationalen Vorschriften, Lizenzbedingungen,
Steuern, Handelsbeschränkungen, Preisen, Einkommen und
Devisenbeschränkungen, ferner dem Risiko von politischer, sozialer
und ökonomischer Instabilität, Inflation und Zinsschwankungen
ausgesetzt.
Für den Straßeneinsatz zugelassene Motorräder müssen
entsprechende Lärm- und Abgasemissionsbestimmungen erfüllen,
um am Markt des jeweiligen Landes zugelassen zu werden. So erfüllt
die Gruppe bei allen neuen straßenzulassungsfähigen Modellen
die für Motorräder einschlägige europäische Abgasnorm Euro V.
Auch die Einsatzmöglichkeiten von Motorrädern im Gelände werden
erheblich von nationalgesetzlichen Rahmenbedingungen in den
Absatzländern beeinflusst. Um diesem Risiko entgegenzuwirken,
werden die jeweiligen länderspezifischen Regelungen vor Marktein-
tritt eingehend überprüft und laufend weiterhin überwacht, um bei
Änderungen rechtzeitig reagieren zu können.
Durch den starken Fokus auf Forschung und Entwicklung kann
sichergestellt werden, dass alle Produkte der PIERER Mobility-
Gruppe auch künftig regulatorischen Anforderungen entsprechen.
Derweil runden vollelektrische Motorräder das Produktportfolio
bereits heute ab. Zugleich fokussiert die Forschung und Entwicklung
auch andere, alternative Antriebstechnologien.
BETRIEBLICHES- UND UMWELTRISIKO
Umweltrisiken können sich in Bezug auf Produkte, die Produktion, die
Beschaffung und auf nichtbetriebliche Faktoren beziehen. Genauere
Betrachtungen von Umweltrisiken finden sich auch im jährlich
veröffentlichten Nachhaltigkeitsbericht der PIERER Mobility AG bzw.
der Berichterstattung gemäß den Empfehlungen der Task Force on
Climate-Related Financial Disclosures (TCFD) über klimabezogene
Chancen und Risiken.
Bezüglich der Produkte ergeben sich Risiken durch etwaige
Emissionen, wie zum Beispiel die Emission von Treibhausgasen.
Um diese zu minimieren, werden neben weiteren Maßnahmen vor
allem technologische Weiterentwicklungen hinsichtlich der Kraft-
stoffeffizienz und Emissionsreduktion vorangetrieben. Zusätzlich
werden Forschungsprojekte hinsichtlich der Reduktion von
Geräusch- und Schadstoffemissionen unterstützt. Ein weiteres
Risiko besteht in der Entwicklung der Akzeptanz von Fahrzeugen
mit Verbrennungsmotoren, welche sich aufgrund von Restriktionen
und gesellschaftlichen Trends reduzieren und zu einer verstärkten
Nachfrage nach Alternativen führen könnte. Unter anderem aus
diesem Grund wird zunehmend auf die Entwicklung emissionsfreier
alternativer Antriebsysteme und Produkte gesetzt.
In der Produktion ergeben sich Umweltrisiken durch die Entstehung
von Abfällen und Materialresten sowie die Entsorgung der Abfälle.
Um diese Risiken zu minimieren, sind zahlreiche Maßnahmen aktiv,
die beispielsweise Abfallwirtschaftskonzepte und ressourcen-
sparende, abfallarme Verpackungslösungen umfassen. Im
Geschäftsjahr 2023 wurde zum Beispiel eine Anlage zur
Zerkleinerung von Kartonagenabfällen und Weiterverwendung als
Füllmaterial im Versandbereich in Betrieb genommen.
Umweltrisiken in der Beschaffung können sich aus der umwelt-
bedingten Knappheit und Verteuerung der Ressourcen, der
Zusammenarbeit mit Lieferanten ohne ausreichende Umwelt-
bestrebungen und durch Emissionen aus Lieferwegen ergeben.
Um diese Risiken zu minimieren, werden Maßnahmen getroffen,
die eine Überprüfung der Lieferanten, eine Optimierung der
Beschaffungswege sowie einen hohen Fokus auf die regionale
Beschaffung einschließen.
Zudem ergeben sich Umweltrisiken aus wetter- und klimabedingten
Phänomenen wie Hochwasser und Temperaturveränderungen.
Obwohl eine vollständige Risikoausschließung bei Naturgewalten
193
nicht möglich ist, versucht die PIERER Mobility-Gruppe das Risiko,
dass Produktionsabläufe beeinträchtigt werden können, durch
geeignete Abhilfemaßnahmen zu minimieren. Für die Hauptwerke
in Mattighofen und Munderfing wird aufgrund der geographischen
Lage das Eintreten von klimabedingten physischen Naturkatast-
rophen als gering eingeschätzt.
PERSONELLE RISIKEN
Insbesondere in Hinblick auf den Wachstumskurs können
sich Risiken aus dem Ausscheiden von Schlüsselkräften
aus dem Unternehmen ergeben. Durch ein effizientes
Personalmanagement sowie der stetigen Weiterführung
von Personalentwicklungsprogrammen wird dem Risiko des
Ausscheidens von Führungskräften entgegengewirkt. Das Risiko
des Fachkräftemangels wird durch ein umfassendes Lehrlings-
ausbildungsprogramm in einer eigenen Lehrwerkstätte minimiert.
Ziel ist die Rekrutierung von Mitarbeitern aus der Region und eine
langfristige Bindung an das Unternehmen.
Interne und externe Maßnahmen zur Erhöhung der Arbeit-
geber-Attraktivität sind ein wesentlicher Baustein, um den
vorherrschenden Spirit der PIERER Mobility-Gruppe zu potenziellen
neuen Mitarbeitern hinauszutragen. Mit diversen crossmedialen
Mitarbeiterkampagnen konnte das Unternehmen den Personalbedarf
im Berichtsjahr weitgehend abdecken. Im Bereich Lehre wurde nicht
nur auf eine zielgruppengerechte Ansprache geachtet, sondern auch
ein eigener Bereich für die Eltern der zukünftigen Auszubildenden
geschaffen, um frühzeitig über Chancen und Möglichkeiten zu
informieren und Ungewissheiten vorzubeugen.
194
VIII. FINANZINSTRUMENTE UND KAPITALMANAGEMENT
43. GRUNDLAGEN
Die PIERER Mobility-Gruppe hält originäre und derivative Finanz-
instrumente. Zu den originären Finanzinstrumenten zählen im
Wesentlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen,
Guthaben bei Kreditinstituten, Verbindlichkeiten gegenüber Kredit-
instituten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und Finanzverbindlichkeiten. Der Bestand der originären Finanz-
instrumente ergibt sich aus der Konzernbilanz bzw. aus dem
Konzernanhang. Derivative Finanzinstrumente werden grund-
sätzlich zur Absicherung von bestehenden Zinsänderungs- und
Fremdwährungsrisiken verwendet. Der Einsatz derivativer Finanz-
instrumente ist im Konzern entsprechenden Bewilligungs- und
Kontrollverfahren unterworfen. Die Bindung an ein Grundgeschäft
ist zwingend erforderlich, Handelsgeschäfte sind nicht zulässig. Die
Erfassung der Käufe und Verkäufe sämtlicher Finanzinstrumente
erfolgt zum Erfüllungstag.
BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN
Die Kategorisierung wird in Abhängigkeit der vertraglichen
Zahlungsströme sowie des zugrunde liegenden Geschäftsmodelles
durchgeführt. Dabei werden folgende Bewertungskategorien durch
IFRS 9 abgebildet:
AC-Kategorie: Zu fortgeführten Anschaffungskosten unter
Anwendung der Effektivzinsmethode
FVOCI-Kategorie: Zum beizulegenden Zeitwert, Änderungen des
beizulegenden Zeitwerts werden im sonstigen Ergebnis erfasst
FVPL-Kategorie: Zum beizulegenden Zeitwert, Änderungen des
beizulegenden Zeitwerts werden erfolgswirksam erfasst
Bei Eigenkapitalinstrumenten (wie z.B. Anteile an nicht börsen-
notierten Unternehmen) kann die FVOCI-Option ausgeübt werden.
Das führt dazu, dass Änderungen des beizulegenden Zeitwerts im
sonstigen Ergebnis erfasst werden und die im sonstigen Ergebnis
angesammelten Änderungen des beizulegenden Zeitwerts
nachfolgend nicht mehr in die Gewinn- und Verlustrechnung
umgegliedert werden können. Sofern diese Option nicht ausgeübt
wird, erfolgt eine Zuordnung in die FVPL-Kategorie, wobei alle
Änderungen des beizulegenden Zeitwertes erfolgswirksam in der
Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden.
Forderungen und sonstige Vermögenswerte werden im Zugangs-
zeitpunkt mit dem beizulegenden Zeitwert und in den Folgeperioden
zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Fremdwährungs-
forderungen werden umgerechnet mit dem Stichtagskurs. Finanzielle
Forderungen sind der Kategorie „at amortized cost“ zugeordnet und
werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.
Jener Teil der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der
Teil des ABS bzw. Factoring Programmes ist, wird der Kategorie Fair
Value through Profit and Loss (FVPL) zugeordnet.
Finanzielle Schulden werden mit den fortgeführten Anschaffungs-
kosten bewertet. Finanzielle Schulden sind der Kategorie „at
amortized cost“ zugeordnet. Ein Unterschiedsbetrag zwischen
dem erhaltenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag wird über die
Laufzeit nach der Effektivzinsmethode verteilt und im Finanzergebnis
erfasst. Die im Zusammenhang mit aufgenommen Finanzierungen
angefallenen Geldbeschaffungskosten unter Anwendung der
Effektivzinsmethode erfolgswirksam amortisiert. Verbindlichkeiten
werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.
Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Stichtagskurs
umgerechnet.
Sämtliche Finanzinstrumente der Kategorie FVPL werden aufgrund
der Kriterien von IFRS 9 (Geschäftsmodell bzw. SPPI-Test) zwingend
ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Von der
Ausübung der Fair Value Option wurde nicht Gebrauch gemacht.
Wertminderungen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen weisen keine
wesentliche Finanzierungskomponente auf. Daher wird das
vereinfachte Verfahren zur Ermittlung des Expected Credit Loss
angewendet, wonach für alle Instrumente unabhängig von ihrer
Kreditqualität eine Risikovorsorge in Höhe der erwarteten Verluste
über die Restlaufzeit zu erfassen ist. Diese beträgt bei Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen weniger als zwölf Monate
und entspricht daher dem 12-Monats-Verlust. Betragsmäßige
Erläuterungen finden sich unter Punkt 41. „Finanzielle Risiken“.
Um den Expected Credit Loss zu bestimmen, wurden historische
Ausfallsdaten zu Forderungen der letzten acht bis zehn Jahre
erhoben und nach geografischen Regionen segmentiert. Weiters
werden aktuelle wirtschaftliche Faktoren und Prognosen
berücksichtigt.
Einzelwertberichtigungen von finanziellen Vermögenswerten
werden dann vorgenommen, wenn sie als uneinbringlich oder zum
Teil uneinbringlich angesehen werden. Als Indikatoren für Einzel-
wertberichtigungen gelten finanzielle Schwierigkeiten, Insolvenz,
Vertragsbruch oder erheblicher Zahlungsverzug der Kunden. Die
Einzelwertberichtigungen setzen sich aus zahlreichen Einzel-
positionen zusammen, von denen keine allein betrachtet wesentlich
ist. Eine direkte Ausbuchung der finanziellen Vermögenswerte
erfolgt nur, wenn die vertraglichen Rechte auf Zahlungen aus den
195
finanziellen Vermögenswerten nicht mehr bestehen (insbesondere
im Insolvenzfall). Verringert sich die Höhe der Wertberichtigung in
einer der folgenden Perioden und kann diese Verringerung objektiv
auf einen nach der Erfassung der Wertminderung aufgetretenen
Sachverhalt zurückgeführt werden, wird die früher erfasste
Wertberichtigung durch Anpassung des Wertberichtigungskontos
rückgängig gemacht.
Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen
Die Vorschriften zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen
werden gemäß IFRS 9 angewendet. Nach IFRS 9 können der Zeitwert
einer Option, die Terminkomponente eines Terminkontrakts sowie
eventuelle Fremdwährungs-Basis-Spreads von der Designation
eines Finanzinstruments als Sicherungsinstrument ausgenommen
werden und als Kosten der Absicherung bilanziert werden. Dabei
werden Wertschwankungen, dieser wahlweise nicht designierten
Komponenten, als Absicherungskosten im sonstigen Ergebnis
erfasst und bei Ergebniswirkung des Grundgeschäftes in die
Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.
44. EINSTUFUNG UND BEIZULEGENDE ZEITWERTE
Der Zeitwert eines Finanzinstruments wird durch notierte
Marktpreise für das identische Instrument auf aktiven Märkten
ermittelt (Stufe 1). Soweit keine notierten Marktpreise auf aktiven
Märkten für das Instrument verfügbar sind, erfolgt die Ermittlung
des Zeitwertes mittels Bewertungsmethoden, deren wesentliche
Parameter ausschließlich auf beobachtbaren Marktdaten basieren
(Stufe 2). Ansonsten erfolgt die Ermittlung des Zeitwertes auf Basis
von Bewertungsmethoden, für welche zumindest ein wesentlicher
Parameter nicht auf beobachtbaren Marktdaten basiert (Stufe 3).
Umgliederungen zwischen den Stufen werden zum Ende der
Berichtsperiode berücksichtigt. Im Geschäftsjahr kam es zu keinen
Verschiebungen zwischen den Stufen.
Folgende Tabelle zeigt die Bewertungstechnik, die bei der
Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes verwendet wird sowie
die verwendeten wesentlichen, nicht beobachtbaren Inputfaktoren.
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete FinanzinstrumenteArt Bewertungstechnik Wesentliche, nicht Zusammenhang zwischenbeobachtbare Inputfaktorenwesentlichen, nicht beobacht-baren Inputfaktoren und der Bewertung zum beizulegenden ZeitwertDevisentermingeschäfte und Die beizulegenden Zeitwerte Nicht anwendbar Nicht anwendbarZinsswapsbasieren auf den mittels anerkannter finanzmathematischer Modelle bestimmten Marktwerten (abgezinste Cash-Flows). Diese werden regelmäßig verplausibilisiert. Sonstige finanzielle Vermögens-Zur Bewertung von Wertpapieren Nicht anwendbar Nicht anwendbarwerter (Wertpapiere)wird der aktuelle Börsenkurs am Bilanzstichtag herangezogen.Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete FinanzinstrumenteArt Bewertungstechnik Wesentliche, nicht beobachtbare InputfaktorenSchuldscheindarlehen, Finanzielle Abgezinste Cash-Flows Risikoaufschlag für eigenes BonitätsrisikoVerbindlichkeiten
196
Die nachstehende Tabelle zeigt die Buchwerte und beizulegenden
Zeitwerte von finanziellen Vermögenswerten (aktivseitige
Finanzinstrumente), getrennt nach Klassen bzw. Bewertungskate-
gorien gemäß IFRS 9. Allerdings enthält sie keine Angaben zum
beizulegenden Zeitwert bzw. zur Stufe von finanziellen Vermögens-
werten und finanziellen Schulden, die nicht zum beizulegenden
Zeitwert bewertet wurden, wenn der Buchwert einen angemessenen
Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt.
BEIZULEGENDER ZEITWERT BUCHWERT 31.12.2023
STUFE 1 STUFE 2 STUFE 3 GESAMT AC
Amortised Cost
FVOCI
Fair Value
through OCI
FVOCI
Fair Value
through OCI
(ohne recycling)
FVPL
Fair Value
through P&L
FAIR VALUE -
Hedging
Instruments
- 4.685 - 4.685 - - - - 4.685
- 10.981 - 10.981 - - - - 10.981
- - 17.939 17.939 - - - 17.939 -
- - 216 216 - - 216 - -
- - - - 258.972 - - - -
- - - - 332.862 - - - -
- - - - 40.410 - - - -
BEIZULEGENDER ZEITWERT BUCHWERT 31.12.2022
STUFE 1 STUFE 2 STUFE 3 GESAMT AC
Amortised Cost
FVOCI
Fair Value
through OCI
FVOCI
Fair Value
through OCI
(ohne recycling)
FVPL
Fair Value
through P&L
FAIR VALUE -
Hedging
Instruments
- 17.281 - 17.281 - - - - 17.281
- 18.519 - 18.519 - - - - 18.519
- - 6.765 6.765 - - - 6.765 -
- - 216 216 - - 216 - -
- - - - 278.738
- - - - 263.657 - - - -
- - - - 34.349 - - - -
TEUR BUCHWERT FAIR-VALUE 31.12.202331.12.2023Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Sonstige kurzfristige Vermögenswerte – Derivate mit positivem Marktwert, die bereits Forderungen 4.685 4.685 zugewiesen sind (Fair Value - Hedge)Sonstige kurzfristige Vermögenswerte – Derivate mit positivem Marktwert (Cash-Flow-Hedge) 10.981 10.981 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 17.939 17.939 Sonstige finanzielle Vermögenswerte 216 216 Summe 33.821 Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 258.972 - Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 332.862 - Sonstige finanzielle Vermögenswerte 40.410 - Summe 632.244 Gesamt Summe 666.065 TEUR BUCHWERT FAIR-VALUE 31.12.202231.12.2022Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Sonstige kurzfristige Vermögenswerte – Derivate mit positivem Marktwert, die bereits Forderungen 17.281 17.281 zugewiesen sind (Fair Value - Hedge)Sonstige kurzfristige Vermögenswerte - Derivate mit positivem Marktwert (Cash-Flow-Hedge) 18.519 18.519 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.765 6.765 Sonstige finanzielle Vermögenswerte 216 216 Summe 42.781 Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle VermögenswerteZahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 278.738 - Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 263.657 - Sonstige finanzielle Vermögenswerte 34.349 - Summe 576.744 Gesamt Summe 619.525
Im Zusammenhang mit den bestehenden ABS- und Factoring-
Programmen werden monatlich revolvierend versicherte
Forderungen aus Lieferungen verkauft und nach den Regelungen
des IFRS 9 vollständig ausgebucht. Die in Bezug auf das maximale
Volumen größten Programme sind das ABS-Programm mit einem
maximalen Volumen von TEUR 350.000 (Vorjahr: TEUR 250.000) und
das Factoring-Programm im Bicycle-Segment mit einem maximalen
Volumen von TEUR 125.000 (Vorjahr: TEUR 125.000). Darüber hat
die PIERER Mobility Gruppe noch weitere Factoring Programme
mit einem maximalen Volumen von TEUR 263.000 (Vorjahr: TEUR
100.000) abgeschlossen. Zum Bilanzstichtag wurden Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 432.867 (Vorjahr:
TEUR 264.904) an Dritte verkauft. Zudem wurden im Geschäftsjahr
2023 Forderungen in Höhe von TEUR 97.000 an nahestehende
Unternehmen verkauft und ausgebucht (siehe Punkt 50. „Geschäfts-
beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen“).
197
TEUR
BUCHWERT
31.12.2023
FAIR-VALUE
31.12.2023
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte – Derivate mit positivem Marktwert, die bereits Forderungen
zugewiesen sind (Fair Value - Hedge)
4.685 4.685
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte – Derivate mit positivem Marktwert (Cash-Flow-Hedge) 10.981 10.981
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 17.939 17.939
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 216 216
Summe 33.821
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 258.972 -
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 332.862 -
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 40.410 -
Summe 632.244
Gesamt Summe 666.065
TEUR
BUCHWERT
31.12.2022
FAIR-VALUE
31.12.2022
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte – Derivate mit positivem Marktwert, die bereits Forderungen
zugewiesen sind (Fair Value - Hedge)
17.281 17.281
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte - Derivate mit positivem Marktwert (Cash-Flow-Hedge) 18.519 18.519
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.765 6.765
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 216 216
Summe 42.781
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 278.738 -
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 263.657 -
BEIZULEGENDER ZEITWERT BUCHWERT 31.12.2023 STUFE 1 STUFE 2 STUFE 3 GESAMT ACFVOCI FVOCIFVPLFAIR VALUE - Amortised CostFair Value Fair Value Fair Value Hedging through OCIthrough OCI through P&LInstruments(ohne recycling) - 4.685 - 4.685 - - - - 4.685 - 10.981 - 10.981 - - - - 10.981 - - 17.939 17.939 - - - 17.939 - - - 216 216 - - 216 - - - - - - 258.972 - - - - - - - - 332.862 - - - - - - - - 40.410 - - - - BEIZULEGENDER ZEITWERT BUCHWERT 31.12.2022 STUFE 1 STUFE 2 STUFE 3 GESAMT ACFVOCI FVOCIFVPLFAIR VALUE - Amortised CostFair Value Fair Value Fair Value Hedging through OCIthrough OCI through P&LInstruments(ohne recycling) - 17.281 - 17.281 - - - - 17.281 - 18.519 - 18.519 - - - - 18.519 - - 6.765 6.765 - - - 6.765 - - - 216 216 - - 216 - - - - - - 278.738 - - - - 263.657 - - - - - - - - 34.349 - - - -
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 34.349 -
Summe 576.744
Gesamt Summe 619.525
Bis zu einer vertraglich definierten Höhe trägt die PIERER Mobility-
Gruppe weiterhin ein Risiko aus kreditrisikobedingten Ausfällen.
Zum Stichtag 31.12.2023 beträgt das hieraus erwartete Verlustrisiko
TEUR 8.459 (Vorjahr: TEUR 3.294). Zum Zeitpunkt des Verkaufs wird
der erwartete Verlust aufwandswirksam als Verbindlichkeit verbucht
und ist unter den anderen kurzfristigen Schulden ausgewiesen. Der
Buchwert entspricht dem beizulegenden Zeitwert des anhaltenden
Engagements. In der Berichtsperiode wurden aus dem anhaltenden
Engagement TEUR 197 (Vorjahr: TEUR -27) und kumuliert seit
Transaktionsbeginn TEUR 3.490 (Vorjahr: TEUR 3.294) erfolgs-
wirksam erfasst. Die Gruppe verfügt über keine Beherrschung der
ABS- bzw. Factoring-Beteiligungsunternehmen, da die Gruppe über
keine bestehenden Rechte verfügt, die maßgeblichen Tätigkeiten
des Beteiligungsunternehmens zu beeinflussen. Dazu zählen
insbesondere die Auswahl und Finanzierung der anzukaufenden
Forderungen sowie die Betreibung notleidender Forderungen.
198
Die nachstehende Tabelle zeigt die Buchwerte und beizu-
legenden Zeitwerte von finanziellen Schulden (passivseitige
Finanzinstrumente), getrennt nach Klassen bzw. Bewertungskate-
gorien gemäß IFRS 9. Allerdings enthält sie keine Angaben zum
beizulegenden Zeitwert bzw. zur Stufe von finanziellen Schulden,
die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, wenn der
Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den
beizulegenden Zeitwert darstellt.
BEIZULEGENDER ZEITWERT BUCHWERT 31.12.2023
STUFE 1 STUFE 2 STUFE 3 GESAMT AC
Amortised Cost
FVOCI
Fair Value
through OCI
FVOCI
Fair Value
through OCI
(ohne recycling)
FVPL
Fair Value
through P&L
FAIR VALUE -
Hedging
Instruments
- 419 - 419 - - - - 419
- 1.707 - 1.707 - - - - 1.707
- - 979.384 979.384 961.616
- - - - 676.978 - - - -
- - - - - 5.816* - - -
- - - - 81.646 - - - -
BEIZULEGENDER ZEITWERT BUCHWERT 31.12.2022
STUFE 1 STUFE 2 STUFE 3 GESAMT AC
Amortised Cost
FVOCI
Fair Value
through OCI
FVOCI
Fair Value
through OCI
(ohne recycling)
FVPL
Fair Value
through P&L
FAIR VALUE -
Hedging
Instruments
- 394 - 394 - - - - 394
- 254 - 254 - - - - 254
- - 449.181 449.181 467.365 - - - -
- - - - 737.602 - - - -
- - - - 3.396* - -
- - - - 83.898 - - - -
TEUR BUCHWERT FAIR-VALUE 31.12.202331.12.2023Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle VerbindlichkeitenBeizulegender Zeitwert - SicherungsinstrumenteSonstige finanzielle Verbindlichkeiten – Derivate mit negativem Marktwert, 419 419 die bereits Forderungen zugewiesen sindSonstige finanzielle Verbindlichkeiten – Derivate mit negativem Marktwert 1.707 1.707 (Cash-Flow-HedgeSumme 2.126 Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle VerbindlichkeitenZu fortgeführten AnschaffungskostenVerzinsliche Verbindlichkeiten 961.616 979.384 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 676.978 - Optionen auf nicht beherrschende Anteile 5.816 - Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (kurz- und langfristig) 81.646 - Summe 1.726.056 Gesamt Summe 1.728.182 TEUR BUCHWERT FAIR-VALUE 31.12.202231.12.2022Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle VerbindlichkeitenBeizulegender Zeitwert – SicherungsinstrumenteSonstige finanzielle Verbindlichkeiten – Derivate mit negativem Marktwert, 394 394 die bereits Forderungen zugewiesen sindSonstige finanzielle Verbindlichkeiten – Derivate mit negativem Marktwert 254 254 (Cash-Flow-Hedge)Summe 648 Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle VerbindlichkeitenZu fortgeführten AnschaffungskostenVerzinsliche Verbindlichkeiten 467.365 449.181 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 737.602 - Optionen auf nicht beherrschende Anteile 3.396 - Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (kurz- und langfristig) 83.898 - Summe 1.292.261 Gesamt Summe 1.292.909 * Bewertung erfolgt nicht über OCI, sondern über die sonstigen Rücklagen im Eigenkapital, weitere Ausführungen siehe Punkt 35.
199
TEUR
BUCHWERT
31.12.2023
FAIR-VALUE
31.12.2023
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
Beizulegender Zeitwert - Sicherungsinstrumente
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten – Derivate mit negativem Marktwert,
die bereits Forderungen zugewiesen sind
419 419
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten – Derivate mit negativem Marktwert
(Cash-Flow-Hedge
1.707 1.707
Summe 2.126
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
Zu fortgeführten Anschaffungskosten
Verzinsliche Verbindlichkeiten 961.616 979.384
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 676.978 -
Optionen auf nicht beherrschende Anteile 5.816 -
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (kurz- und langfristig) 81.646 -
Summe 1.726.056
Gesamt Summe 1.728.182
TEUR
BUCHWERT
31.12.2022
FAIR-VALUE
31.12.2022
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
Beizulegender Zeitwert – Sicherungsinstrumente
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten – Derivate mit negativem Marktwert,
die bereits Forderungen zugewiesen sind
394 394
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten – Derivate mit negativem Marktwert
(Cash-Flow-Hedge)
254 254
Summe 648
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
Zu fortgeführten Anschaffungskosten
Verzinsliche Verbindlichkeiten 467.365 449.181
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 737.602 -
Optionen auf nicht beherrschende Anteile 3.396 -
BEIZULEGENDER ZEITWERT BUCHWERT 31.12.2023 STUFE 1 STUFE 2 STUFE 3 GESAMT ACFVOCI FVOCIFVPLFAIR VALUE - Amortised CostFair Value Fair Value Fair Value Hedging through OCIthrough OCI through P&LInstruments(ohne recycling) - 419 - 419 - - - - 419 - 1.707 - 1.707 - - - - 1.707 - - 979.384 979.384 961.616 - - - - 676.978 - - - - - - - - - 5.816* - - - - - - - 81.646 - - - - BEIZULEGENDER ZEITWERT BUCHWERT 31.12.2022 STUFE 1 STUFE 2 STUFE 3 GESAMT ACFVOCI FVOCIFVPLFAIR VALUE - Amortised CostFair Value Fair Value Fair Value Hedging through OCIthrough OCI through P&LInstruments(ohne recycling) - 394 - 394 - - - - 394 - 254 - 254 - - - - 254 - - 449.181 449.181 467.365 - - - - - - - - 737.602 - - - - - - - - 3.396* - - - - - - 83.898 - - - -
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (kurz- und langfristig) 83.898 -
Summe 1.292.261
Gesamt Summe 1.292.909
200
Das Nettoergebnis aus den Finanzinstrumenten nach den Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 enthält Nettogewinne / -Verluste,
Gesamtzinserträge / -Aufwendungen sowie Minderungsverluste und setzt sich wie folgt zusammen:
2023 AUS ZINSEN AUS DER FOLGE- AUS WERT-AUS ABGANGS-AUS FREMD-NETTOERGEBNIS TEURBEWERTUNG ZUM BERICHTIGUNGERGEBNISWÄHRUNGS-(SUMME)FAIR VALUEBEWERTUNGFinanzielle Vermögenswerte - 10.669 0 -2.812 0 -3.494 4.363Amortised Cost (AC)Fair Value through OCI (FVOCI) 0 0 0 0 0 0– EigenkapitalinstrumenteFair Value through PL (FVPL) 0 0 0 0 0 0– EigenkapitalinstrumenteSonstige finanzielle Verbindlichkeiten - -76.708 0 0 0 -1.955 -78.663Amortised Cost (AC)Summe -66.039 0 -2.812 0 -5.449 -74.3002022 AUS ZINSEN AUS DER FOLGE- AUS WERT-AUS ABGANGS-AUS FREMD-NETTOERGEBNIS TEURBEWERTUNG ZUM BERICHTIGUNGERGEBNISWÄHRUNGS-(SUMME)FAIR VALUEBEWERTUNGFinanzielle Vermögenswerte - 4.023 0 -992 -450 -1.676 905Amortised Cost (AC)Fair Value through OCI (FVOCI) 0 0 0 0 0 0– EigenkapitalinstrumenteFair Value through PL (FVPL) 12 17 0 81 0 110– EigenkapitalinstrumenteSonstige finanzielle Verbindlichkeiten - -18.102 0 0 0 441 -17.661Amortised Cost (AC)Summe -14.067 17 -992 -369 -1.235 -16.646
Die Veränderungen der Wertberichtigung und der Ausbuchung
von finanziellen Vermögenswerten (Amortised Cost) sind in
den sonstigen betrieblichen Aufwendungen der jeweiligen
Gemeinkostenbereiche ausgewiesen. Die restlichen Komponenten
des Nettoergebnisses sind in den Finanzerträgen bzw. Finanzauf-
wendungen enthalten.
45. AUFRECHNUNG VON FINANZIELLEN VERMÖGENSWERTEN UND VERBINDLICHKEITEN
Der Konzern schließt mit Banken Aufrechnungsvereinbarungen
im Zusammenhang mit Derivaten ab. Grundsätzlich werden die
Beträge, die gemäß solchen Vereinbarungen von jeder Gegenpartei
an einem einzigen Tag im Hinblick auf alle ausstehenden Trans-
aktionen in der gleichen Währung geschuldet werden, zu einem
einzigen Nettobetrag zusammengefasst, der von einer Partei an die
andere zu zahlen ist. In bestimmten Fällen – zum Beispiel, wenn ein
Kreditereignis wie ein Ausfall eintritt – werden alle ausstehenden
Transaktionen unter der Vereinbarung beendet, der Wert zur
Beendigung ermittelt und es ist nur ein einziger Nettobetrag zum
Ausgleich aller Transaktionen zu zahlen. Eine Saldierung in der Bilanz
wird nicht vorgenommen, da es in der Regel nicht zu einem Netto-
ausgleich mehrerer Transaktionen aus derartigen Rahmenverträgen
kommt.
201
Die folgenden Tabellen zeigen tatsächlich aufgerechnete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie nicht aufgerechnete Beträge,
die zwar Gegenstand einer Aufrechnungsvereinbarung sind, aber die Aufrechnungskriterien nach IFRS nicht erfüllen.
TEUR FINANZIELLEAUFGERECHNETE BILANZIERTE EFFEKT VONNETTOBETRÄGEVERMÖGENS-BILANZIELLEFINANZIELLE AUFRECHNUNGS-WERTEBETRÄGEVERMÖGENS-RAHMENVEREIN-(BRUTTO)(BRUTTO)WERTE (NETTO)BARUNGENFinanzielle Vermögenswerte 2023 Sonstige finanzielle Vermögenswerte – Derivate mit positivem Marktwert, die bereits Forderungen zugewiesen sind Devisentermingeschäfte 4.238 0 4.238 -1630 2.608 Zinsswaps 11.428 0 11.428 0 11.428Summe 15.666 0 15.666 -1.630 14.036Finanzielle Vermögenswerte 2022 Sonstige finanzielle Vermögenswerte – Derivate mit positivem Marktwert, die bereits Forderungen zugewiesen sind Devisentermingeschäfte 17.803 0 17.803 -254 17.549 Zinsswaps 17.998 0 17.998 0 17.998Summe 35.801 0 35.801 -254 35.547TEUR FINANZIELLEAUFGERECHNETE BILANZIERTE EFFEKT VONNETTOBETRÄGESCHULDENBILANZIELLEFINANZIELLE AUFRECHNUNGS-(BRUTTO)BETRÄGESCHULDENRAHMENVEREIN-(BRUTTO) (NETTO)BARUNGENFinanzielle Schulden 2023 Sonstige finanzielle Schulden - Derivate mit negativem Marktwert, die bereits Forderungen zugewiesen sind Devisentermingeschäfte 2.590 0 2.590 -1.630 960 Zinsswaps 0 0 0 0 0Summe 2.590 0 2.590 -1.630 960Finanzielle Schulden 2022 Sonstige finanzielle Schulden - Derivate mit negativem Marktwert, die bereits Forderungen zugewiesen sind Devisentermingeschäfte 330 0 330 -254 76 Zinsswaps 3 0 3 0 3Summe 333 0 333 -254 79
202
46. HEDGING
Die vom Konzern abgeschlossenen derivativen Finanzinstrumente
(Devisentermingeschäfte und Zinsswaps) werden zur Absicherung
des Fremdwährungs- und Zinsänderungsrisikos abgeschlossen.
Ziel des Einsatzes von derivativen Finanzinstrumenten ist die
Differenziertheit von Cash-Flows aus künftigen Transaktionen auszu-
gleichen. Als Grundlage zur Planung der künftigen Zahlungsflüsse
dienen die voraussichtlichen Umsatzerlöse und Materialeinkäufe in
Fremdwährung.
Der Konzern erfasst nur die Veränderung der Kassakurskomponente
von Devisentermingeschäften als Sicherungsinstrument in der
Absicherung von Zahlungsströmen. Die Veränderung der Termin-
komponente wird separat als Kosten der Absicherung bilanziert und
in eine Rücklage für Absicherungskosten ins Eigenkapital eingestellt
bzw. bei Ergebniswirkung des Grundgeschäfts in die Gewinn- und
Verlustrechnung umgegliedert (als Teil des Finanzergebnisses).
Derivate werden nach IFRS 9 grundsätzlich zu Marktwerten
bewertet. Der Konzern wendet auf diese derivativen Finanz-
instrumente die Regeln des „Cash-Flow-Hedge-Accountings“ gemäß
IFRS 9 an.
Die wesentlichen Vertragskriterien des gesicherten Grund-
geschäftes und des Sicherungsinstrumentes sind identisch,
jedoch gegenläufig ausgestaltet („Critical Terms Match“), sodass
ein wirtschaftlicher Zusammenhang der Sicherungsbeziehung
gewährleistet ist. Zum 31.12.2023 (als auch im Vorjahr) bestehen
keine derivativen Finanzinstrumente, bei denen keine Sicherungs-
beziehung hergestellt werden konnte.
Ein Cash-Flow-Hedge liegt vor, wenn variable Zahlungsströme
aus bilanzierten Vermögenswerten bzw. Verbindlichkeiten und
erwartete Geschäftsvorfälle, die einem Marktpreisrisiko unterliegen,
abgesichert werden. Liegen die Voraussetzungen für einen Cash-
Flow-Hedge vor, ist der effektive Teil der Marktwertänderungen von
Sicherungsinstrumenten ergebnisneutral im Konzerneigenkapital zu
erfassen, die ergebniswirksame Erfassung erfolgt erst bei Eintritt des
gesicherten Grundgeschäftes.
Bei den eingesetzten Fremdwährungsabsicherungen wird
die Marktwertveränderung der Derivate ergebniswirksam im
Gewinn oder Verlust erfasst. Ab diesem Zeitpunkt stehen der
Marktwertveränderung die Stichtagskursbewertung der Fremd-
währungsforderungen bzw. -verbindlichkeiten aus der Lieferung
bzw. Leistung gegenüber. Etwaige Ergebnisveränderungen aus der
Ineffektivität der derivativen Finanzinstrumente werden ergebnis-
wirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Für die Effektivitätsmessung bei Währungsabsicherungen werden
Grund- und Sicherungsgeschäfte je abgesichertem Risiko in Laufzeit-
bänder zusammengefasst. Die Laufzeitbänder sollten höchstens ein
Quartal umfassen. Die prospektive Effektivität wird zu Beginn der
Sicherungsbeziehung beurteilt und zu jedem Bewertungsstichtag
sowie im Falle signifikanter Änderung der Rahmenbedingungen, die
die Kriterien zur Effektivitätsbeurteilung beeinflussen, überprüft. Bei
Zinsabsicherungen erfolgt die Messung der prospektiven Effektivität
anhand einer Sensitivitätsanalyse und der retrospektive Effektivi-
tätstest unter Anwendung der Dollar-Offset-Methode.
Die Bewertung der Derivate erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Der
beizulegende Zeitwert entspricht dem Marktwert und wird anhand
anerkannter finanzmathematischer Methoden ermittelt. Die Basis zur
Bewertung der Derivate bilden die zum Bilanzstichtag vorliegenden
Marktdaten (Zinssatz, Wechselkurse, etc.). Zur Bewertung von
Devisentermingeschäften wird der Terminkurs am Bilanzstichtag
herangezogen. Bei vorliegenden positiven Marktwerten wird durch
ein Credit Value Adjustment (CVA) die Bonität des Vertragspartners
in die Bewertung miteinbezogen. Bei negativen Marktwerten wird
ein Debit Value Adjustment (DVA) abgeschlagen, um das eigene
Ausfallsrisiko zu berücksichtigen. Zur Schätzung der Bewertung
werden eigene Modelle verwendet. Diese werden mittels
Bankbewertungen verplausibilisiert.
203
Nachfolgende als Sicherungsinstrumente eingesetzte, derivative Finanzinstrumente werden
zum 31.12.2023 bzw. 31.12.2022 eingesetzt:
31.12.2023 WÄHRUNG NOMINAL-MARKTWERTEBRUTTOLAUFZEITDURCH-LAUFZEITDURCH-BETRAG IN 1000IN TEUREXPOSURESBIS 1 JAHRSCHNITTS- 1- 5 JAHRESCHNITTS-LANDES-IN TEURKURSKURSWÄHRUNGDevisentermin-USD 137.000 3.076 131.715 137.000 1,08 0 -geschäfteJPY 6.600.000 -511 -38.510 6.600.000 155,69 0 -CAD 65.000 522 71.074 65.000 1,45 0 -GBP 37.000 -93 101.892 37.000 0,88 0 -CHF 37.000 -1.503 35.156 37.000 0,95 0 -CNY 132.000 138 -58.675 132.000 7,89 0 - NOMINAL-MARKTWERTEJÄHRLICHE LAUFZEITDURCH-LAUFZEITDURCH-BETRAG IN 1000IN TEUREXPOSURESBIS 1 JAHRSCHNITTS- 1- 5 JAHRESCHNITTS-LANDES-IN TEURZINSSATZZINSSATZWÄHRUNGZinsswaps (Payer) 164.706 11.428 0 0 0,00% 164.706 -2,71%31.12.2022 HRUNG NOMINAL-MARKTWERTEBRUTTOLAUFZEITDURCH-LAUFZEITDURCH-BETRAG IN 1000IN TEUREXPOSURESBIS 1 JAHRSCHNITTS- 1- 5 JAHRESCHNITTS-LANDES-IN TEURKURSKURSWÄHRUNGDevisentermin-USD 180.000 11.028 19 8.411 180.000 1,00 0 -geschäfteJPY 3.750.000 396 -43.076 3.750.000 141,64 0 -CAD 45.000 1.965 111. 672 45.000 1,37 0 -GBP 25.000 676 105.214 25.000 0,87 0 -CHF 28.115 14 47.717 28.115 0,98 0 -AUD 64.000 3.075 116. 22 9 64.000 1,46 0 -NZD 13.000 256 14.122 13.000 1,64 0 -CNY 60.000 62 -38.841 60.000 7,42 0 - NOMINAL-MARKTWERTEJÄHRLICHE LAUFZEITDURCH-LAUFZEITDURCH-BETRAG IN 1000IN TEUREXPOSURESBIS 1 JAHRSCHNITTS- 1- 5 JAHRESCHNITTS-LANDES-IN TEURZINSSATZZINSSATZWÄHRUNGZinsswaps (Payer) 172.316 17.955 0 423 2,11 % 182.883 -2,69 %
Im Rahmen des Cash-Flow-Hedge-Accountings werden sowohl
variable zukünftige Zinszahlungsströme aus langfristigen Verbindlich-
keiten mit einer Laufzeit bis 2025 bzw. bis 2031 als auch zukünftige
operative Fremdwährungszahlungsströme, deren Ein- / Ausgang in
den nächsten 12 bis 18 Monaten geplant wird, abgesichert.
Zum Bilanzstichtag stellen sich die Beträge, die sich auf Positionen
beziehen, die als gesichertes Grundgeschäft designiert sind, wie
folgt dar.
204
TEUR CKLAGE FÜR DIE ABSICHERUNG RÜCKLAGE FÜR KOSTEN DER IN DER RÜCKLAGE FÜR DIE ABSICHERUNG VON VON ZAHLUNGSSTRÖMENABSICHERUNGZAHLUNGSSTRÖMEN VERBLEIBENDE SALDEN AUS SICHERUNGSBEZIEHUNGEN, BEI DENEN DIE 31.12.2023 BILANZIERUNG VON SICHERUNGSGESCHÄFTEN NICHT Wechselkursrisiko MEHR ANGEWENDET WIRD 31.12.2023 Wechselkursrisiko3.772 -1.719 Sonstige kurzfristige Vermögenswerte, Verkäufe und Forderungen -621 -130 0Käufe von Vorräten 136 -51 0Zinssatzänderungsrisiko 466 -871 Sonstige kurzfristige Vermögenswerte, Variabel verzinste Instrumente 8.986 0 0Summe Zinssatzänderungsrisiko 8.501 -181 031.12.2022 164.706 Wechselkursrisiko11.428 0 Andere kurzfristige VermögenswerteVerkäufe und Forderungen 2.639 -541 0475.489 Käufe von Vorräten 15.666 -2.590 309 0 031.12.2022 Zinssatzänderungsrisiko Wechselkursrisiko Variabel verzinste Instrumente 13.729 0 0Summe 17.284 -217 Sonstige kurzfristige Vermögenswerte, 16.677 -541Die zum Bilanzstichtag designierten Sicherungsgeschäfte setzen sich wie folgt zusammen: 0TEURNominalbetragBuchwert Posten in der Bilanz, in der das519 -113 Sonstige kurzfristige Vermögenswerte, Sicherungsinstrument enthalten istVermögenswerte SchuldenZinssatzänderungsrisiko Devisentermingeschäfte – 172.316 235.018 17.998 -3 Andere kurzfristige VermögenswerteVerkäufe und Forderungen520.239 Andere kurzfristige Schulden35.801Devisentermingeschäfte – Käufe -33375.765 von VorrätenAndere kurzfristige SchuldenZinsswaps Summe Devisentermingeschäfte– 312.442 Verkäufe und ForderungenAndere kurzfristige SchuldenDevisentermingeschäfte – Käufe 35.481 von VorrätenAndere kurzfristige SchuldenZinsswaps Summe
205
Die Cash-Flow-Hedge-Rücklage und die Rücklage für Absicherungskosten (nach Steuern) hat sich wie folgt entwickelt: TEUR RÜCKLAGE FÜRCASH-FLOWSUMME ABSICHERUNGS-HEDGE-RÜCKLAGEKOSTEN Stand am 1.1.2022 486 886 1.372Betrag, der in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wurde Realisierung Grundgeschäft (Erfassung in den Umsatzerlösen – Währungsrisiko) 0 1.242 1.242Realisierung Grundgeschäft (Erfassung im Zinsergebnis – Währungsrisiko) -486 0 -486Realisierung Grundgeschäft (Erfassung im Zinsergebnis – Zinsrisiko) 0 -230 -230Vorräte Realisierung Grundgeschäft (Erfassung in den Vorräten / Herstellungskosten 0 -144 -144– Währungsrisiko)Veränderung im beizulegenden Zeitwert Zugang – Zinsrisiko 0 11.975 11.975Zugang – Währungsrisiko -541 2.948 2.407Cash-Flow-Hedge-Rücklage aus Erstkonsolidierung 0 0Stand am 31.12.2022 = Stand am 1.1.2023 -541 16.677 16.136Betrag, der in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wurde Realisierung Grundgeschäft (Erfassung in den Umsatzerlösen – Währungsrisiko) 541 -2.639 -2.098Realisierung Grundgeschäft (Erfassung im Zinsergebnis – Währungsrisiko) 0 0 0Realisierung Grundgeschäft (Erfassung im Zinsergebnis – Zinsrisiko) 0 929 929Vorräte Realisierung Grundgeschäft (Erfassung in den Vor-räten / Herstellungskosten 0 -309 -309- Währungsrisiko)Veränderung im beizulegenden Zeitwert Zugang – Zinsrisiko 0 -5.667 -5.667Zugang – Währungsrisiko -177 -494 -671Cash-Flow-Hedge-Rücklage aus Erstkonsolidierung 0 0Stand am 31.12.2023 -177 8.497Zum 31.12.2023 resultiert aus ineffektiven Bestandteilen der als Cash-Flow-Hedges klassifizierten derivativen Finanzinstrumente ein Nettoergebnis 8.320(nach Steuern) in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0).
206
DEVISENTERMINGESCHÄFTE
Die von der PIERER Mobility-Gruppe abgeschlossenen Devisen-
termingeschäfte werden zur Absicherung künftig beabsichtigter
Umsätze und Materialaufwendungen in Fremdwährungen gegen das
Risiko von Wechselkursschwankungen abgeschlossen.
ZINSSWAPS
Um das Zinsrisiko hinsichtlich variabler Euro-Verzinsungen zu
steuern, wurden im Geschäftsjahr 2021 amortisierende Zinsswaps
mit einer Nominalen von TEUR 50.000 und einer Laufzeit von
10 Jahren abgeschlossen. Im Jahr 2020 wurden zur Absicherung
variabler USD-Finanzierungen USD Zinsswaps mit einer Nominalen
von TUSD 130.000 und einer Laufzeit von 5 Jahren abgeschlossen.
Zum 31.12.2023 betrug der offene Nominalbetrag TEUR 164.706
(Vorjahr: TEUR 172.316).
Im Geschäftsjahr 2023 wurden TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 17) aus der
Bewertung von Zinsswaps in der Gewinn- und Verlustrechnung
erfasst.
47. KAPITALMANAGEMENT
Die Zielsetzung des Konzerns ist es, eine starke Kapitalstruktur beizu-
behalten, um das Vertrauen der Anleger, Gläubiger und der Märkte
zu wahren und die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens
sicherzustellen. Der Vorstand überwacht regelmäßig die Kapital-
rendite sowie die Höhe der Dividenden, die an die Halter der
Stammaktien ausgeschüttet werden.
Die Strategie der PIERER Mobility-Gruppe zielt darauf ab, dass
die PIERER Mobility AG und die anderen Konzerngesellschaften
eine den lokalen Anforderungen entsprechende Eigenkapitalaus-
stattung haben. Die Steuerung des Kapitalmanagements erfolgt im
Wesentlichen anhand der Kennzahlen Eigenkapitalquote, Nettover-
schuldung, Gearing sowie der dynamischen Verschuldung.
Die Eigenkapitalquote stellt sich wie folgt dar:
TEUR 31.12.2023 31.12.2022Eigenkapital 909.273 914.396Bilanzsumme 2.952.915 2.550.635Eigenkapitalquote 30,8% 35,8%
Die Nettoverschuldung definiert sich aus den kurz- und
langfristigen Finanzverbindlichkeiten (Anleihen, Krediten, Leasing-
verbindlichkeiten sowie sonstige verzinsliche Schulden) abzüglich
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Die Zielsetzung
liegt dabei in der langfristigen Liquiditätssicherung, der effizienten
Inanspruchnahme von Fremdfinanzierungen sowie der finanziellen
Risikobegrenzung bei gleichzeitiger Optimierung der Rendite.
TEUR 31.12.2023 31.12.2022Langfristige Finanzverbindlichkeiten 962.849 458.620Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 72.049 76.6351.034.898 535.255Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -258.972 -278.738Nettoverschuldung 775.926 256.517
207
Die Kennzahlen „Gearing (Verhältnis der Nettoverschuldung zum Eigenkapital) sowie die Kennzahldynamische Verschuldung“
(Verhältnis Nettoverschuldung zum EBITDA) für die Überwachung des Kapitals stellen sich wie folgt dar:
TEUR 31.12.2023 31.12.2022Eigenkapital 909.273 914.396Nettoverschuldung 775.926 256.517Gearing 85,3% 28,1%TEUR 31.12.2023 31.12.2022Nettoverschuldung 775.926 256.517EBITDA 323.528 381.108Dynamische Verschuldung 2,4 0,7
208
IX. LEASINGVERHÄLTNISSE
48. LEASINGVERHÄLTNISSE ALS LEASINGNEHMER (IFRS 16)
Die PIERER Mobility-Gruppe hat für die Nutzung von Grundstücken,
Betriebs- und Verwaltungsgebäude bzw. Büroräumlichkeiten und
Lagerplätzen, Maschinen (u.a. CNC-Maschinen) sowie im Bereich
des Fuhrparks Miet- und Leasingverträge abgeschlossen.
Die PIERER Mobility-Gruppe mietet weiters IT-Ausstattung mit
vertraglichen Laufzeiten zwischen einem Jahr und fünf Jahren. Diese
Miet- und Leasingvereinbarungen sind entweder kurzfristig oder
(bzw. und) ihnen liegen Gegenstände von geringem Wert zugrunde.
Der Konzern hat das Wahlrecht nach IFRS 16.5-.8 in Anspruch
genommen und für diese Miet- und Leasingvereinbarungen weder
Nutzungsrechte noch Leasingverbindlichkeiten erfasst.
Weiters werden Leasingverträge für Werkzeuge (Spezialleasing)
und Maschinen mit einer Laufzeit von grundsätzlich 3-10 Jahren
abgeschlossen.
Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten
Der Buchwert der Nutzungsrechte stellt sich wie folgt dar:
TEUR GRUNDSTÜCKE UND MASCHINEN BETRIEBS- UND GESAMTGEBÄUDEGESCHÄFTSAUSSTATTUNG2023 Stand zum 1.1. 33.361 15.498 16.130 64.989- Abschreibungen -11.139 -5.720 -8.185 -25.044+ Zugänge zu Nutzungsrechten 9.302 9.839 13.405 32.546- Abgänge von Nutzungsrechten -1.659 -6 -220 -1.885+/- Währungseffekte, Umgliederungen -110 0 -52 -162Buchwert 31.12.2023 29.755 19.611 21.078 70.4442022 Stand zum 1.1. 29.269 17.527 16.090 62.887- Abschreibungen -10.170 -5.673 -7.313 -23.156+ Zugänge zu Nutzungsrechten 14.825 3.645 7.407 25.877- Abgänge von Nutzungsrechten -574 0 -238 -812+/- Währungseffekte, Umgliederungen 11 -1 184 194Buchwert 31.12.2022 33.361 15.498 16.130 64.989
209
Der Barwert der Mindestleasingzahlungen stellt sich wie folgt dar:
TEUR KÜNFTIGE MINDEST-ZINSZAHLUNGEN BARWERT DER KÜNFTIGEN LEASINGZAHLUNGENMINDESTLEASING-ZAHLUNGEN2023 < 1 Jahr 21.541 1.870 19.671> 1 bis 5 Jahre 44.519 3.395 41.123> 5 Jahre 15.938 3.451 12.487GESAMT 81.998 8.716 73.2812022 < 1 Jahr 22.803 1.010 21.793> 1 bis 5 Jahre 37.571 1.853 35.717> 5 Jahre 13.530 3.150 10.380GESAMT 73.904 6.013 67.890
Die Zahlungsverpflichtungen aus Leasingverhältnissen werden in der Konzernbilanz unter den Finanzverbindlichkeiten,
siehe Punkt 32., ausgewiesen.
In der Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Kapitalflussrechnung erfasste Beträge
2023 - LEASINGVEREINBARUNGEN TEURZinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten 1.923Ertrag aus dem Unterleasingverhältnis von Nutzungsrechten 245Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse 6.636Aufwendungen für Leasingverhältnisse über einen Vermögenswert von geringem Wert, ausgenommen kurzfristige 18.223Leasingverhältnisse über Vermögenswerte von geringem Wert2022 - LEASINGVEREINBARUNGEN TEURZinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten 1.087Ertrag aus dem Unterleasingverhältnis von Nutzungsrechten 214Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse 5.556Aufwendungen für Leasingverhältnisse über einen Vermögenswert von geringem Wert, ausgenommen kurzfristige 14.102Leasingverhältnisse über Vermögenswerte von geringem Wert
210
Die Aufwendungen für Leasingverhältnisse über einen
Vermögenswert von geringem Wert betreffen Miet- und Leasingver-
träge für IT-Ausstattung.
In der Kapitalflussrechnung wurden Nettozahlungsmittelabflüsse
für Leasingverhältnisse in der Höhe von TEUR 51.676 (Vorjahr: TEUR
43.945) erfasst. Im Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeiten wurden
Tilgungen von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 25.139
(Vorjahr: TEUR 23.414) dargestellt. Die restlichen TEUR 26.537
(Vorjahr: TEUR 20.531) betreffen kurzfristige und geringerwertige
Leasingverhältnisse sowie Zinsaufwendungen und Erträge aus
Untermietverhältnissen von Nutzungsrechten und sind im Cash-Flow
aus der betrieblichen Tätigkeit dargestellt.
Verlängerungsoptionen
Einige Miet- und Leasingverträge enthalten Verlängerungsoptionen,
die bis zu einem Jahr vor Ablauf der unkündbaren Vertragslaufzeit
vom Konzern ausübbar sind. Nach Möglichkeit strebt der Konzern
beim Abschluss neuer Miet- und Leasingverhältnisse die Aufnahme
von Verlängerungsoptionen an, um operative Flexibilität zu gewähr-
leisten. Der Konzern beurteilt am Bereitstellungsdatum, ob die
Ausübung von Verlängerungsoptionen hinreichend sicher ist. Der
Konzern bestimmt erneut, ob die Ausübung einer Verlängerungs-
option hinreichend sicher ist, wenn ein wesentliches Ereignis oder
eine Änderung von Umständen, das bzw. die innerhalb seiner
Kontrolle liegt, eintritt.
49. LEASINGVERHÄLTNISSE ALS LEASINGGEBER (IFRS 16)
Aus Leasinggebersicht werden sämtliche Leasingverhältnisse als
Operating-Leasingverhältnisse eingestuft, da diese so ausgestaltet
sind, dass die PIERER Mobility-Gruppe im Wesentlichen alle mit dem
Eigentum verbundenen Risiken und Chancen behält.
Hiervon ausgenommen ist ein Untermietverhältnis, das der Konzern
als Finanzierungsleasingverhältnis einstuft. Dieses betrifft die
Untervermietung eines Gebäudes, das als Nutzungsrecht in den
Sachanlagen ausgewiesen wurde. Im Geschäftsjahr 2023 wurde kein
Untermietverhältnis neu abgeschlossen und bilanziert. Weiters hat
der Konzern in 2023 Zinserträge auf Leasingforderungen in der Höhe
von TEUR 10 (Vorjahr: TEUR 10) erfasst. Die Leasingforderungen
aus Untermietverhältnissen betragen per 31. Dezember 2023 TEUR
767 (Vorjahr: TEUR 763). Davon sind TEUR 253 (Vorjahr: TEUR 251) in
unter einem Jahr und TEUR 514 (Vorjahr: TEUR 511) in 1-5 Jahren fällig.
211
X. ERLÄUTERUNGEN ZU NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN
SOWIE ZU DEN ORGANEN
50. GESCHÄFTSBEZIEHUNGEN ZU NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN
Nach den Vorschriften des IAS 24 sind Angaben über Geschäftsvor-
fälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen zu machen.
Die Aktien der PIERER Mobility AG werden zum Stichtag
31. Dezember 2023 zu 74,18 % von der Pierer Bajaj AG gehalten,
welche zu 50,10 % im Besitz der Pierer Industrie AG ist. Weiters hält
die Pierer Konzerngesellschaft mbH 0,09 % der Aktien an der PIERER
Mobility AG. Die Pierer Industrie AG wird zu 100,00 % von der Pierer
Konzerngesellschaft mbH gehalten. Alleiniger Gesellschafter der
Pierer Konzerngesellschaft mbH ist Herr Dipl.-Ing. Stefan Pierer.
Herr Dipl.-Ing. Stefan Pierer übte folgende wesentliche Organ-
funktionen im Pierer Konzerngesellschaft mbH-Konzern zum
31.12.2023 aus:
Vorstandsvorsitzender der Pierer Industrie AG, Wels
Vorstandsvorsitzender der Pierer Bajaj AG, Wels
Vorstandsvorsitzender der PIERER Mobility AG, Wels
Vorstandsvorsitzender der KTM AG, Mattighofen
Aufsichtsratsvorsitzender der Pankl AG, Kapfenberg
Aufsichtsratsvorsitzender der Pankl Racing Systems AG,
Kapfenberg
Aufsichtsratsmitglied der SHW AG, Aalen, Deutschland
Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen
werden im PIERER Mobility-Konzern nach „Gesellschafternahe
Unternehmen“, „Assoziierte Unternehmen“ und „Sonstige
Unternehmen“ gruppiert.
Die PIERER Mobility AG steht mit der Pierer Konzerngesellschaft
mbH, dem obersten Konzernmutterunternehmen, und deren
Tochterunternehmen in einem Konzernverhältnis und wird in
deren Konzernabschluss einbezogen. Sämtliche Unternehmen,
die in den Konzernabschluss der Pierer Konzerngesellschaft mbH
einbezogen und von der Pierer Konzerngesellschaft mbH beherrscht
werden, sind als nahestehende Unternehmen in der Kategorie
„Gesellschafternahe Unternehmen“ ausgewiesen.
Assoziierte Unternehmen können dem Beteiligungsspiegel (siehe
Kapitel XII) entnommen werden und betreffen alle nach der Equity-
Methode bilanzierten Finanzanlagen.
Als sonstige Unternehmen werden alle Unternehmen definiert,
welche vom Key-Management beherrscht werden. Als
Key-Management definiert die PIERER Mobility AG prinzipiell
Mitglieder des Vorstandes und Aufsichtsrates und gegebenenfalls
weitere Manager in Schlüsselpositionen, die einen maßgeblichen
Einfluss auf die finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen des
Konzerns ausüben können. Zudem werden auch Familienangehörige
des Key-Managements und deren Unternehmen berücksichtigt.
Im Geschäftsjahr 2023 und im Vorjahr gab es keine wesentlichen
Transaktionen mit nahestehenden Personen (ausgenommen
Vorstands- und Aufsichtsratsbezüge, siehe Punkt 51.). Die Geschäfts-
vorfälle mit nahestehenden Unternehmen stellen sich gemäß der
beschriebenen Gruppierung wie folgt dar:
TEUR GESELLSCHAFTERNAHE UNTERNEHMEN ASSOZIIERTE UNTERNEHMEN SONSTIGE UNTERNEHMEN31.12.2023 31.12.2022 31.12.2023 31.12.2022 31.12.2023 31.12.2022Forderungen 46.352 26.887 25.041 44.669 5.627 3.884Verbindlichkeiten -8.667 -10.153 -16.597 -20.782 -7.300 -8.342Erlöse 89.411 4.023 25.458 57.586 23.528 17.613Aufwendungen -152.823 -127.273 -220.654 -100.108 -222.886 -247.560Dividende -50.583 -25.371 0 0 -144 -72
Sämtliche Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen erfolgten
zu marktüblichen Bedingungen. Wesentliche Geschäftsbeziehungen
werden nachfolgend erläutert:
GESELLSCHAFTERNAHE UNTERNEHMEN:
Die PIERER Mobility AG ist seit Veranlagung 2014 Gruppenmitglied
der Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG der Pierer Konzern-
gesellschaft mbH, Wels. Die KTM AG ist seit 2017 Mitglied dieser
Steuergruppe im Sinne des österreichischen Körperschaftssteuer-
gesetzes. Die steuerlichen Ergebnisse der Gruppenmitglieder
werden dem Gruppenträger zugerechnet. Die zu leistenden
Steuerumlagen zwischen dem Gruppenträger und jedem einzelnen
Gruppenmitglied wurden in Form von einer Gruppen- und Steuer-
umlagevereinbarung geregelt. Steuerliche Verluste werden auf
Ebene der jeweiligen Tochtergesellschaften evident gehalten und
können auf dieser Ebene mit künftigen steuerlichen Gewinnen
verrechnet werden.
Im Geschäftsjahr 2023 gab es mit der Pierer Konzerngesellschaft
mbH einen Aufwand aus Steuerumlagen in Höhe von TEUR 223
(Vorjahr: TEUR 16.733). Des Weiteren sind zum Bilanzstichtag
Forderungen aus Steuerumlagen gegenüber der Pierer Konzern-
gesellschaft mbH in Höhe von TEUR 4.932 (Vorjahr: TEUR 12.533)
212
und Verbindlichkeiten aus Steuerumlagen in Höhe von TEUR 232
(Vorjahr: TEUR 773) offen. Die PIERER Mobility Gruppe hat im Juni
2023 Forderungen in Höhe von TEUR 97.000 an die Pierer Konzern-
gesellschaft mbH verkauft. Zum 31.12.2023 sind davon TEUR 10.216
ausstehend.
Seit 1. Oktober 2018 bildet die Pierer Industrie AG eine Organschaft
im umsatzsteuerlichen Sinn mit der PIERER Mobility-Gruppe. Zum
Bilanzstichtag hat die PIERER Mobility-Gruppe Forderungen in Höhe
von insgesamt TEUR 8.583 (Vorjahr: TEUR 9.784) aus der Organ-
schaftsverrechnung mit der Pierer Industrie AG.
Im Geschäftsjahr 2023 erhielt die Pierer Bajaj AG Dividenden in
Höhe von TEUR 49.982 (Vorjahr: TEUR 24.781), die Pierer Konzern-
gesellschaft mbH Dividenden in Höhe von TEUR 601 (Vorjahr:
TEUR 590) von der PIERER Mobility AG aus dem vorangegangenen
Geschäftsjahr.
Im April 2023 hat PIERER New Mobility einen Asset Deal mit der
PIERER 2 Radbeteiligungs GmbH, Wels, und der Johansson GmbH,
Regensburg, Deutschland, abgeschlossen. Beide Unternehmen
sind gesellschafterverbundene Unternehmen der Pierer Konzern-
gesellschaft mbH. PIERER New Mobility erwarb von der Johansson
GmbH die Marke „Johansson" für EUR 1,3 Mio. sowie Vorräte und
andere für die Produktion benötigte Vermögenswerte. Weiters
wurden weitere produktionsrelevante Vermögensgegenstände von
der PIERER 2 Radbeteiligungs GmbH erworben.
Die KTM Gruppe hat im September 2023 mit der R RAYMON Bicycles
GmbH (vormals: Johansson GmbH), Schweinfurt, Deutschland, deren
Anteile zu 51 % von der PIERER 2 Radbeteiligungs GmbH, Wels,
gehalten werden, Vereinbarungen über die zukünftige Zusammen-
arbeit getroffen. Zum einen wurde die Fahrradmarke „R RAYMON"
für TEUR 3.500 veräußert, zum anderen wurden alle entsprechenden
dazugehörigen Vorräte und sonstige Vermögenswerte, d.h.
Fahrräder mit der Marke „R RAYMON“ und Sachanlagen, für rund
TEUR 73.500 von der PIERER New Mobility GmbH an die R RAYMON
Bicycles GmbH verkauft. Ebenso wurde vereinbart, dass noch offene
Bestellungen von Fahrrädern der Marke „R RAYMON“ von der
R RAYMON Bicycles GmbH übernommen werden.
Weitere Transaktionen mit gesellschafternahen Unternehmen
betreffen aufwandsseitig größtenteils die Pankl Racing-Gruppe,
welche für die PIERER Mobility-Gruppe als Zulieferer von
Zukaufteilen fungiert. Die Pankl Racing-Gruppe ist Teil des Pierer
Industrie-Konzerns und wird über die Pankl AG kontrolliert.
ASSOZIIERTE UNTERNEHMEN:
Für Entwicklungs- und Designleistungen sowie Leistungen im
Bereich Markenentwicklung der Kiska GmbH sind im abgelaufenen
Geschäftsjahr Aufwendungen in Höhe von TEUR 19.795 (Vorjahr:
TEUR 17.860) angefallen. Gegenüber der Kiska GmbH bestanden
zum 31.12.2023 offene Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 1.573
(Vorjahr: TEUR 1.231).
Weitere Transaktionen mit assoziierten Unternehmen betreffen
die nachfolgend erläuterten Gesellschaften mit der jeweils
beschriebenen laufenden operativen Geschäftsbeziehung.
Die KTM Asia Motorcycle Manufacturing Inc. wurde im Juni 2016
gemeinsam mit dem Partner Ayala Corp. gegründet. Die Gesellschaft
übernimmt seit Mitte 2017 die CKD (Completely-Knocked-Down)
Assemblierung für KTM-Motorräder auf den Philippinen.
Das Joint Venture in China mit dem Partner CF Moto wurde im
Geschäftsjahr 2018 unter dem Namen „Zhejiang CFMOTO-KTMR2R
Motorcycles Co., Ltd.“ gegründet. Seit 2021 werden im chinesischen
Hangzhou Motorräder der Mittelklasse produziert.
Mit Wirkung zum 15. November 2022 wurden 25,1 % der Anteile
an der MV Agusta Motor S.p.A. erworben. Darüber hinaus schloss
die KTM Gruppe im Geschäftsjahr 2022 eine Kooperationsver-
einbarung mit dem italienischen Traditionshersteller MV Agusta
mit Stammsitz in Varese. Die KTM Gruppe übernimmt im Rahmen
dieser Vereinbarung den Einkauf und den globalen Vertrieb von MV
Agusta-Produkten.
Mit Vertrag vom 21. November 2022 hat die KTM AG 23 % der Anteile
an der Vöcklabrucker Metallgießerei Dambauer GmbH, Vöcklabruck,
erworben. Weitere 51 % der Anteile an der Gesellschaft wurden von
der Pierer Beteiligungs GmbH, Wels erworben. Die Gesellschaft
produziert Alugussteile und fungiert als Lieferant von Serienmaterial
für die KTM AG. Mit 1. April 2023 wurde die 23 % Beteiligung an die
PB Invest GmbH verkauft.
SONSTIGE UNTERNEHMEN:
Seit dem Jahr 2007 besteht eine Kooperation mit der indischen Bajaj-
Gruppe. Die Bajaj-Gruppe ist der zweitgrößte Motorradhersteller in
Indien mit einem Absatz von ca. 4,7 Mio. Motorrädern und Three-
Wheelern im letzten Geschäftsjahr (Bilanzstichtag 31.3.2023). Den
Schwerpunkt der Zusammen-
arbeit bildet die gemeinsame Entwicklung von Street-Motorrädern im
Einstiegssegment, welche in Indien produziert und unter der Marke
KTM von beiden Unternehmen in ihren Stammmärkten vertrieben
werden.
Der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrates der PIERER
Mobility AG, Herr Rajiv Bajaj, ist Managing Director und CEO der
Bajaj Auto Ltd., Pune, Indien. Das Aufsichtsratsmitglied der PIERER
Mobility AG Herr Srinivasan Ravikumar ist Director der Bajaj Auto
International Holdings B.V., Amsterdam, Niederlande, und President
of Business Development and Assurance der Bajaj Auto Ltd., Pune,
213
Indien. Nach einer Vereinfachung der Beteiligungsstruktur im
Geschäftsjahr 2021 hält die Bajaj Auto International Holdings B.V.,
ein Tochterunternehmen der Bajaj Auto Ltd., nunmehr 49,9 % an
der Pierer Bajaj AG, welche wiederrum Mehrheitseigentümer an
der PIERER Mobility AG ist. Gegenüber der Bajaj Auto Ltd. besteht
zum 31.12.2023 eine Verbindlichkeit in Höhe von TEUR 7.033
(Vorjahr: TEUR 7.788). Die Aufwendungen in der Kategorie „Sonstige
Unternehmen“ betreffen ebenfalls größtenteils die Bajaj Auto Ltd.
An Händler (KTM Braumandl GmbH, MX – KTM Kini GmbH, SO
Regensburg GmbH, KTM Wien GmbH) erfolgten fremdübliche
Lieferungen von Motorrädern und Ersatzteilen. Erlöse bzw.
Forderungen gegenüber sonstigen Unternehmen betreffen
größtenteils Transaktionen mit diesen Händlern. Die Minder-
heitenanteile an den Händlern werden über die Pierer Industrie AG
gehalten.
51. ORGANE DER PIERER MOBILITY AG
Als jeweils kollektivvertretungsbefugte Vorstandsmitglieder waren nachstehende Herren bestellt:
Dipl.-Ing. Stefan P i e r e r , CEO
Mag. Ing. Hubert T r u n k e n p o l z, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender
Mag. Viktor S i g l, MBA, CFO
Mag. Florian K e c h t (seit 21.4.2023)
Mag. Alex P i e r e r (seit 21.4.2023)
Dipl.-Vw. Rudolf W i e s b e c k (seit 21.4.2023)
Florian B u r g u e t, MBA (von 21.4.2023 bis 31.12.2023)
Mag. Friedrich R o i t h n e r , CFO (bis 21.4.2023)
Als Mitglieder des Aufsichtsrats waren nachstehende Damen und Herren bestellt:
Herr Josef B l a z i c e k , Vorsitzender
Herr Rajiv B a j a j , Stellvertreter des Vorsitzenden
Frau Dipl. Ing. Dr. Iris F i l z w i e s e r
Frau Mag. Michaela F r i e p e ß
Herr Srinivasan R a v i k u m a r
Herr Mag. Friedrich R o i t h n e r (seit 21.4.2023)
Herr Mag. Klaus R i n n e r b e r g e r (bis 21.4.2023)
52. VORSTANDS- UND AUFSICHTSRATSBEZÜGE
Die Vergütung für den Vorstand 2023 der PIERER Mobility AG
beinhaltet Gehälter, Sachleistungen, Prämien, Abfertigungen
sowie Leistungen an die betriebliche Mitarbeitervorsorgekasse
und betrug TEUR 4.822 (Vorjahr: TEUR 7.451). Weiters ergaben
Bezüge für Mitglieder des Vorstandes aus Vorperioden keine
Nachzahlung. Darüber hinaus bestehen keine Vereinbarungen über
eine betriebliche Altersversorgung für den Vorstand und es wurden
im Geschäftsjahr 2023 keine Pensionskassenzahlungen an den
Vorstand geleistet.
Für das Geschäftsjahr 2023 (Auszahlung im Geschäftsjahr 2024)
wird eine Vergütung an den Aufsichtsrat der PIERER Mobility AG von
insgesamt TEUR 22 (Vorjahr: TEUR 40) vorgeschlagen.
Zum Bilanzstichtag bestehen keine Kredite und Vorschüsse an die
Mitglieder des Aufsichtsrats der PIERER Mobility AG.
XI. EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG
Ereignisse nach dem 31.12.2023, die für die Bewertung der Vermögenswerte und Schulden materiell sind,
sind entweder im vorliegenden Abschluss berücksichtigt oder nicht bekannt.
214
XII. KONZERNUNTERNEHMEN (BETEILIGUNGSSPIEGEL)
Der Beteiligungsspiegel enthält alle Gesellschaften, die neben den Mutterunternehmen in den Konzernabschluss einbezogen wurden.
GESELLSCHAFT ERSTKONSOLIEDIE-31.12.23 31.12.22RUNGSZEITPUNKTANTEILSHÖHE KONSOLIDIE- ANTEILSHÖHE KONSOLIDIE- %RUNGSART%RUNGSARTVollkonsolidierte Gesellschaften:KTM AG, Mattighofen 31.5.2005 100,00 KVI 100,00 KVI KTM Immobilien GmbH, Mattighofen 31.5.2005 100,00 KVI 100,00 KVI KTM North America, Inc., Murrieta, CA, USA 31.5.2005 100,00 KVA 100,00 KVA KTM-Motorsports Inc., Murrieta, CA, USA 31.5.2005 100,00 KVA 100,00 KVA KTM Japan K.K., Tokyo, Japan 31.5.2005 100,00 KVA 100,00 KVA KTM Sportcar GmbH, Mattighofen 31.5.2005 100,00 KVI 100,00 KVI KTM Motorcycles S.A. Pty. Ltd., Midrand, Südafrika 1.3.2009 100,00 KVA 100,00 KVA KTM Sportmotorcycle Mexico C.V. de S.A., Lerma, Mexiko 1.6.2009 100,00 KVA 100,00 KVA KTM Sportmotorcycle GmbH, Mattighofen 31. 3. 2011 100,00 KVI 100,00 KVI KTM-Sportmotorcycle India Private Limited, Pune, Indien 1.6.2012 100,00 KVA 100,00 KVA Husqvarna Motorcycles GmbH, Mattighofen 1.1.2013 100,00 KVI 100,00 KVI KTM Sportmotorcycle Deutschland GmbH, Ursensollen, 31.12.2013 100,00 KVA 100,00 KVA Deutschland KTM Switzerland Ltd., Frauenfeld, Schweiz 31.12.2013 100,00 KVA 100,00 KVA KTM Sportmotorcycle UK Ltd., Northamptonshire, 31.12.2013 100,00 KVA 100,00 KVA Großbritannien KTM-Sportmotorcycle Espana S.L., Terrassa, Spanien 31.12.2013 100,00 KVA 100,00 KVA KTM Sportmotorcycle France SAS, Saint-Priest, Frankreich 31.12.2013 100,00 KVA 100,00 KVA KTM Sportmotorcycle Italia S.r.l., Meran, Italien 31.12.2013 100,00 KVA 100,00 KVA KTM-Sportmotorcycle Nederland B.V., Malden, 31.12.2013 100,00 KVA 100,00 KVA Niederlande KTM Sportmotorcycle Scandinavia AB, Örebro, Schweden 31.12.2013 100,00 KVA 100,00 KVA KTM Sportmotorcycle Benelux S.A., Gembloux, Belgien 31.12.2013 100,00 KVA 100,00 KVA KTM Canada Inc., Chambly, Kanada 31.12.2013 100,00 KVA 100,00 KVA KTM Sportmotorcycle Hungária Kft., Budapest, Ungarn 31.12.2013 100,00 KVA 100,00 KVA KTM Central East Europe s.r.o., Bratislava, Slowakei 31.12.2013 100,00 KVA 100,00 KVA KTM Österreich GmbH, Mattighofen 31.12.2013 100,00 KVI 100,00 KVI KTM Nordic Oy, Vantaa, Finnland 31.12.2013 100,00 KVA 100,00 KVA KTM Sportmotorcycle d.o.o., Marburg, Slowenien 31.12.2013 100,00 KVA 100,00 KVA KTM Czech Republic s.r.o., Pilsen, Tschechien 31.12.2013 100,00 KVA 100,00 KVA KTM Sportmotorcycle SEA PTE. Ltd., Singapur, Singapur 1.1.2014 100,00 KVA 100,00 KVA Husqvarna Motorcycles North America, Inc., Murrieta, CA, 1.12.2013 100,00 KVA 100,00 KVA USA Husqvarna Motorsports, Inc., Murrieta, CA, USA 1.4.2015 100,00 KVA 100,00 KVA KTM Logistikzentrum GmbH, Mattighofen 16.9.2016 100,00 KVI 100,00 KVI WP Suspension GmbH, Mattighofen 3 0.11. 2016 100,00 KVI 100,00 KVI WP Suspension North America, Inc., Murrieta, CA, USA 31.8.2017 100,00 KVA 100,00 KVA KTM do Brasil Ltda., Sao Paulo, Brasilien 31.12.2017 100,00 KVA 100,00 KVA
215
GESELLSCHAFT ERSTKONSOLIEDIE-31.12.23 31.12.22RUNGSZEITPUNKTANTEILSHÖHE KONSOLIDIE- ANTEILSHÖHE KONSOLIDIE- %RUNGSART%RUNGSART KTM Components GmbH, Munderfing 30.11. 20 07 100,00 KVI 100,00 KVI WP Immobilien GmbH, Munderfing 30.4.2005 100,00 KVI 100,00 KVI KTM Beteiligungs GmbH, Mattighofen 30.4.2018 100,00 KVI 100,00 KVI KTM Australia Holding Pty Ltd., Prestons, Australien 1.7.2019 100,00 KVA 100,00 KVA KTM Australia Pty Ltd., Prestons, Australien 1.7.2019 100,00 KVA 100,00 KVA HQVA Pty Ltd., Prestons, Australien 1.7.2019 100,00 KVA 100,00 KVA KTM Motorcycles Distributers NZ Limited Wellington 1.7.2019 100,00 KVA 100,00 KVA Central, Neuseeland GASGAS Motorcycles GmbH, Mattighofen 31.10.2019 100,00 KVI 100,00 KVI GASGAS Motorcycles Espana S.L.U.,Terrassa, Spanien 1.1.2020 100,00 KVA 100,00 KVA KTM MOTOHALL GmbH, Mattighofen 1.1.2020 90,00 KVI 90,00 KVI CFMOTO Motorcycles Distribution GmbH, Mattighofen 25.6.2022 100,00 KVI 100,00 KVI PIERER IMMOREAL NORTH AMERICA LLC., Murrieta, CA, 7.7.2022 100,00 KVA 100,00 KVA USA KTM (SHANGHAI) MOTO CO., LTD., Shanghai, China 15.7.2022 100,00 KVA 100,00 KVA MV Agusta Motorcycles GmbH, Mattighofen, Österreich 21.9.2022 74,90 KVI 74,90 KVI MV Agusta Motorcycles North America, Inc., Murrieta, CA, 30.9.2022 100,00 KVA 100,00 KVA USA MV Agusta Services S.r.l., Meran, Italien 24.10.2022 100,00 KVA 100,00 KVA PIERER Produktion GmbH, Munderfing 26.11. 2022 100,00 KVI 100,00 KVI KTM Informatics GmbH, Mattighofen 13.7.2023 100,00 KVI - - PIERER New Mobility GmbH, Munderfing 25.2.2020 100,00 KVI 100,00 KVI PIERER New Mobility Deutschland GmbH, Schweinfurt, 31.12.2019 100,00 KVA 100,00 KVA Deutschland PIERER New Mobility Suisse GmbH, Frauenfeld, 31.12.2019 100,00 KVA 100,00 KVA Schweiz PIERER New Mobility Espana S.L., Terrassa, Spanien 31.12.2013 100,00 KVA 100,00 KVA PIERER New Mobility France SAS, Saint-Priest, 31.12.2013 100,00 KVA 100,00 KVA Frankreich PIERER New Mobility Italia S.r.l., Meran, Italien 31.12.2013 100,00 KVA 100,00 KVA PIERER New Mobility Scandinavia AB, Örebro, 31.12.2013 100,00 KVA 100,00 KVA Schweden PIERER New Mobility North America, Inc., Murrieta, CA, 1.10.2020 100,00 KVA 100,00 KVA USA PIERER New Mobility UK Ltd., Northamptonshire, 31.12.2013 100,00 KVA 100,00 KVA Großbritannien PIERER New Mobility Benelux SA, Gembloux, Belgien 29.11.2021 100,00 KVA 100,00 KVA PIERER & MAXCOM MOBILITY OOD, Plovdiv, Bulgarien 1.1.2022 50,00 KVA 50,00 KVA PIERER New Mobility Asia Ltd., Taichung City, Taiwan 25.5.2022 100,00 KVA 100,00 KVA PIERER NEW MOBILITY AUSTRALIA PTY LTD, 13.10.2022 100,00 KVA 100,00 KVA Prestons, Australien PIERER NEW MOBILITY BULGARIA OOD, Plowdiw, 30.3.2023 100,00 KVA - - Bulgarien
216
GESELLSCHAFT ERSTKONSOLIEDIE-31.12.23 31.12.22RUNGSZEITPUNKTANTEILSHÖHE KONSOLIDIE- ANTEILSHÖHE KONSOLIDIE- %RUNGSART%RUNGSART PIERER New Mobility S.A. Pty. Ltd. (vormals: Husqvarna 1.4.2015 100,00 KVA 100,00 KVA Motorcycles S.A. Pty. Ltd.), Midrand, SüdafrikaPIERER E-Commerce GmbH, Munderfing, 31.12.2016 100,00 KVI 100,00 KVI PIERER E-Commerce North America Inc., Murrieta, CA, 21.6.2022 100,00 KVA 100,00 KVA USAKTM Forschungs & Entwicklungs GmbH, Mattighofen 18.3.2021 100,00 KVI 100,00 KVI Cero Design Studio S.L., Barcelona, Spanien 1.10.2019 50,01 KVA 50,01 KVA KTM Technologies GmbH, Anif 1.10.2008 100,00 KVI 100,00 KVIPIERER Innovation GmbH, Wels 31.3.2018 100,00 KVI 100,00 KVI DealerCenter Digital GmbH, Landshut, Deutschland 31.7.2021 75,46 KVA 75,46 KVAKTM Racing GmbH, Mattighofen 29.2.2020 100,00 KVI 100,00 KVI KTM-Racing AG, Frauenfeld, Schweiz 31.5.2005 100,00 KVA 100,00 KVA KTM Racing North America Inc., Murrieta, CA, USA 16.6.2023 100,00 KVA - -Avocodo GmbH, Linz 30.4.2019 100,00 KVI 100,00 KVI1)Platin 1483. GmbH, Schweinfurt, Deutschland 31.12.2019 100,00 KVA 100,00 KVALX Media GmbH, Wels 13.10.2023 74,00 KVI - -Assoziierte Unternehmen:Kiska GmbH, Anif - 50,00 KEI 50,00 KEIKTM Asia Motorcycle Manufacturing Inc., Binan, Laguna, - 40,00 KEA 40,00 KEAPhilippinenZhejiang CFMOTO-KTMR2R Motorcycles Co., Ltd., - 49,00 KEA 49,00 KEAHangzhou City, Zhejiang, ChinaMV Agusta Motor S.P.A., Varese, Italien 25,10 KEA 25,10 KEAVöcklabrucker Metallgießerei Dambauer GmbH - - 23,00 KEI(vormals: Vöcklabrucker Metallgießerei Dambauer GmbH), Vöcklabruck Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte:AC styria Mobilitätscluster GmbH, Grambach - 12,33 - 12,33 -Legende:KVI Vollkonsolidierung, InlandKVA Vollkonsolidierung, Ausland KEI Einbeziehung At-equity, InlandKEA Einbeziehung At-equity, Ausland1) im Vorjahr über die PIERER Mobility AG gehalten
217
XIII. FREIGABE DES KONZERNABSCHLUSSES
Der Konzernabschluss wird am 20.3.2024 (Vorjahr: 21.3.2023) vom Vorstand zur Prüfung durch den Aufsichtsrat, zur Vorlage an die
Hauptversammlung und zur anschließenden Veröffentlichung freigegeben. Der Aufsichtsrat kann im Rahmen der ihm obliegenden Prüfung
eine Änderung des Konzernabschlusses veranlassen.
Wels, am 14. März 2024
Der Vorstand der PIERER Mobility AG
Dipl.-Ing. Stefan Pierer (CEO) Mag. Ing. Hubert Trunkenpolz Mag. Viktor Sigl, MBA (CFO)
Mag. Florian Kecht Mag. Alex Pierer Dipl.-Vw. Rudolf Wiesbeck
218
Bestätigungsvermerk
BERICHT ZUM KONZERNABSCHLUSS
PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben den Konzernabschluss der
PIERER Mobility AG, Wels,
und ihrer Tochtergesellschaften („der Konzern“), bestehend aus der
Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023 und der Konzern-Gewinn-
und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung,
der Konzern-Kapitalflussrechnung und der Konzern-Eigenkapital-
veränderungsrechnung für das an diesem Stichtag endende
Geschäftsjahr und dem Konzernanhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Konzernabschluss den
gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild
der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember
2023 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns
für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Überein-
stimmung mit den International Financial Reporting Standards
(IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen
Anforderungen des § 245a UGB.
GRUNDLAGE FÜR DAS PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der
EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden AP-VO) und mit den
österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschluss-
prüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung
der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwort-
lichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt
"Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des
Konzernabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend
beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung
mit den österreichischen unternehmens- und berufsrechtlichen
Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten
in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der
Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum
Datum dieses Bestätigungsvermerkes ausreichend und geeignet
sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu
dienen.
BESONDERS WICHTIGE
PRÜFUNGSSACHVERHALTE
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte,
die nach unserem pflicht- gemäßen Ermessen am bedeutsamsten
für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres
waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer
Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung
unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben kein
gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Ansatz von Entwicklungskosten Siehe Konzernanhang Punkt 22.
Das Risiko für den Abschluss
Im Konzernabschluss der PIERER Mobility AG werden aktivierte
Entwicklungskosten in Höhe von 506,7 Mio EUR unter dem
Bilanzposten "Immaterielle Vermögenswerte" ausgewiesen und
stellen daher einen wesentlichen Teil des Vermögens der Gruppe dar.
Gemäß IAS 38 werden Forschungskosten als Aufwand behandelt,
während Entwicklungskosten für künftige Serienprodukte aktiviert
werden, sofern die Aktivierungsvoraussetzungen nach IAS 38.57ff.
erfüllt sind.
Wesentliche Voraussetzungen für einen Ansatz von Entwicklungs-
kosten als Vermögenswerte sind die Umsetzbarkeit der
Entwicklungsprojekte (u.a. die Möglichkeit der technischen
Realisierung, die Absicht zur Fertigstellung sowie die Fähigkeit zur
Nutzung) sowie die erwartete Erzielung eines künftigen wirtschaft-
lichen Nutzens. Aufgrund der Technologieführerschaft der Gruppe
als führender Powered Two-Wheeler-Hersteller in Europa und
den damit verbundenen neuen Entwicklungsprojekten (u.a. hohe
Investitionen in Elektromobilität und emissionsfreie Produktpalette)
steigt die Komplexität von Forschungs- und Entwicklungsprojekten.
Die Beurteilung der Projektumsetzbarkeit spielt in diesem
Zusammenhang eine zunehmende Rolle und ist mit erhöhten
Ermessensspielräumen behaftet.
Neben der Erfüllung der Ansatzvoraussetzungen gemäß IAS 38.57ff.
spielen beim Ansatz von Entwicklungskosten auch die Erfassung
exakter Zeit- und Kosteninformationen für Entwicklungsprojekte eine
wichtige Rolle.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Wir haben den Ansatz von Entwicklungskosten wie folgt beurteilt:
Erlangung eines Verständnisses über den Prozess
des Managements zur Abgrenzung von Forschungs-
und Entwicklungskosten und der Evaluierung der
Ansatzvoraussetzungen von Entwicklungskosten gemäß IAS
38.57ff.
Evaluierung der Ausgestaltung, Einrichtung und Wirksamkeit
der prozessbezogenen Kontrollen des Managements über die
Aktivierung von Entwicklungskosten einschließlich Einsicht in die
Dokumentation zur Projektumsetzbarkeit des Managements.
Beurteilung anhand von Stichproben, ob eine ordnungsgemäße
Abgrenzung zwischen Forschungs- und Entwicklungskosten, die
als immaterielle Vermögenswerte aktiviert wurden, erfolgt ist.
Bewertung der Angemessenheit der aktivierten Ausgaben
auf Stichprobenbasis durch Abgleich der Materialkosten,
219
Gemeinkosten und der angefallenen Ingenieurstunden mit
externen Rechnungen und internen Stundenzetteln und
Lohnabrechnungen.
Werthaltigkeit Firmenwert „Pierer New Mobility“
Siehe Konzernanhang Punkt 21.
Das Risiko für den Abschluss
Im Konzernabschluss der PIERER Mobility AG wird für die zahlungs-
mittelgenerierende Einheit „PIERER New Mobility“ ein Firmenwert
in Höhe von 19,5 Mio EUR ausgewiesen. Die PIERER Mobility AG
überprüft daher mindestens einmal jährlich und bei Vorliegen von
Anhaltspunkten die zahlungsmittelgenerierende Einheit „PIERER
New Mobility“ auf Wertminderung.
Hierfür ermittelt die PIERER Mobility AG den erzielbaren Betrag der
zahlungsmittelgenerierenden Einheit „PIERER New Mobility“ anhand
eines Discounted-Cashflow-Verfahrens. Der in Folge ermittelte
erzielbare Betrag (Wertminderungstest) ergab eine ausreichende
Deckung der Buch- werte.
Die Bewertung des erzielbaren Betrags von zahlungsmittel-
generierenden Einheiten erfordert An- nahmen und Schätzungen,
wie beispielsweise die Schätzung der künftigen Einzahlungs-
überschüsse sowie die Festlegung des anzuwendenden
Diskontierungszinssatzes.
Für den Konzernabschluss besteht damit das Risiko, dass nicht
angemessene Schätzungen eine wesentliche Auswirkung auf den
erzielbaren Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit
„PIERER New Mobility“ und damit den Wertansatz von Firmenwerten,
immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen in der Konzern-
bilanz und das operative Ergebnis in der Konzern- Gewinn- und
Verlustrechnung haben können.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Wir haben die Werthaltigkeit der zahlungsmittelgenerierenden
Einheit „PIERER New Mobility“ unter Einbindung unserer
Bewertungsspezialisten wie folgt beurteilt:
Zur Beurteilung der Angemessenheit der zugrunde gelegten
internen Planungen, haben wir uns ein Verständnis über den
Planungsprozess verschafft, die Annahmen über Wachstums-
raten und operative Ergebnisse in Gesprächen mit den
zuständigen leitenden Personen im Unternehmen erörtert und die
der Bewertung zugrunde gelegten Planungsdaten mit den
aktuellen vom Aufsichtsrat genehmigten Budgetzahlen sowie der
vom Vorstand freigegebenen Mittelfristplanung abgeglichen.
Wir haben die Methodik des durchgeführten Wertminderungstests
nachvollzogen und beurteilt, ob er den entsprechenden
Standards entspricht. Die zur Festlegung der Kapitalkostensätze
herangezogenen Annahmen haben wir mit markt- und
branchenspezifischen Richt- werten abgeglichen und die
rechnerische Richtigkeit des Berechnungsschemas überprüft.
Darüber hinaus haben wir gewürdigt, ob die Erläuterungen zum
Firmenwert und zur Marke im Konzernabschluss sachgerecht sind.
SONSTIGE INFORMATIONEN
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen
verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informa-
tionen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss,
den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht
auf diese sonstigen Informationen, und wir geben keine Art der
Zusicherung darauf.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses
haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen
zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder unseren
bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum des
Bestätigungsvermerks des Abschlussprüfers erlangten sonstigen
Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass
eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen
vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir
haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
VERANTWORTLICHKEITEN DER GESETZLICHEN
VERTRETER UND DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES
FÜR DEN KONZERNABSCHLUSS
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des
Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit
den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen
Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.
Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen
Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines
Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen
falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder
Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen
Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur
220
Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte
im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit
– sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungs-
legungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit
anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen,
entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit
einzustellen oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des
Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.
VERANTWORTLICHKEITEN DES
ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES
KONZERNABSCHLUSSES
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob
der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen
Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist
und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil
beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit,
aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der
AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer
Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durch-
geführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung,
falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen
können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und
werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder
insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie
die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen
wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der AP-VO
und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer
Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir
während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen
aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher
Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern
im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf
diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise,
die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für
unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus do- losen
Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht
aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes,
da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen,
beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen
oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung
relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu
planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind,
jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des
internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen
Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie
die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern darge-
stellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit
zusammenhängende An- gaben.
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der
Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung
der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie,
auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine
wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen
oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der
Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit
aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass
eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet,
in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen
Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder,
falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil
zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der
Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks
erlangten Prüfungsnachweise. Zu- künftige Ereignisse oder
Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt
des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der
Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und
Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues
Bild erreicht wird.
Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu
den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten
innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum
Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich
für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der
Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für
unser Prüfungsurteil.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem
über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche
Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame
Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer
Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer
Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab,
dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen
zur Unabhängigkeit eingehalten haben und uns mit ihm über
alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte austauschen, von
denen vernünftigerweise an- genommen werden kann, dass sie
sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit
zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem
221
Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte,
die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses
des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen
Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte
in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder
andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des
Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen,
dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk
mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass
die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für
das öffentliche Interesse übersteigen würden.
SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE
RECHTLICHE ANFORDERUNGEN
Bericht zum Konzernlagebericht
Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unter-
nehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem
Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden
rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des
Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen
unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrund-
sätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den
geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die
nach § 243a UGB zutreffenden Angaben, und steht in Einklang mit
dem Konzernabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses
gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses
über den Konzern und sein Umfeld haben wir keine wesentlichen
fehlerhaften Angaben im Konzernlagebericht festgestellt.
ZUSÄTZLICHE ANGABEN NACH
ARTIKEL 10 APVO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 21. April 2023 als
Abschlussprüfer gewählt und am 25. Juli 2023 vom Aufsichtsrat mit
der Abschlussprüfung der Gesellschaft für das am 31. Dezember
2023 endende Geschäftsjahr beauftragt.
Wir sind ohne Unterbrechung seit dem Konzernabschluss zum
31. Dezember 2014 Abschlussprüfer der Gesellschaft.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum
Konzernabschluss" mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungs-
ausschuss nach Artikel 11 der AP-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen
(Artikel 5 Abs 1 der AP-VO) er- bracht haben und dass wir bei der
Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von
der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
AUFTRAGSVERANTWORTLICHER
WIRTSCHAFTSPRÜFER
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschafts-
prüfer ist Herr Mag. Alexander Gall.
Linz
14. März 2024
KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und
Steuerberatungsgesellschaft
qualifiziert elektronisch signiert:
Mag. Alexander Gall Wirtschaftsprüfer
Dieses Dokument wurde qualifiziert elektronisch signiert und ist nur
in dieser Fassung gültig. Die Veröffentlichung oder Weitergabe des
Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur
in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungs-
vermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen
und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für
abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB
zu beachten.
PIERER Mobility AG, Wels Beilage I
Jahresabschluss
zum 31. Dezember 2023
.
zum 31. Dezember 2023PIERER Mobility AG
Bilanz
31.12.2023
31.12.2022
Aktiva
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Software 32.030,03 53.383,37
II. S achanlagen
1. Betriebs- und Geschäftsausstattung 223.078,82 281.958,20
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.282.171.289,54 1.241.189.038,91
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 250.000,00 250.000,00
3. Beteiligungen 9.701.000,00 9.701.000,00
4. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens 206.031,20 206.031,20
1.292.328.320,74 1.251.346.070,11
1.292.583.429,59 1.251.681.411,68
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 9.097,35 5.229,46
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 13.612.698,93 90.268.530,89
davon aus Lieferungen und Leistungen 2.169.773,92 3.746.216,30
davon sonstige 11.442.925,01 86.522.314,59
3. s onstige Forderungen und Vermögensgegenstände 27.939,94 280.349,99
13.649.736,22 90.554.110,34
II. Gut haben bei Kreditinstituten 28.689.110,37 19.458.595,56
42.338.846,59 110.012.705,90
C. Rechnungsabgrenzungsposten
35.776,75 1.436.825,01
Summe Aktiva 1.334.958.052,93 1.363.130.942,59
31.12.2023
31.12.2022
Passiva
A. Eigenkapital
I. eingefordertes Grundkapital 33. 796.535,00 33.796.535,00
übernommenes Grundkapital 33.796.535,00 33.796.535,00
einbezahltes Grundkapital 33.796.535,00 33.796.535,00
II. K apitalrücklagen
1. gebundene 9.949.093,87 9.949.093,87
2. nicht gebundene 1.091.905.445,97 1.091.905.445,97
1.101.854.539,84 1.101.854.539,84
III. Gewinnrücklagen
1. gesetzliche Rücklagen 3.379.653,50 3.379.653,50
IV. B ilanzgewinn 162.464.113,45 187.171.633,58
davon Gewinnvortrag 119.578.563,58 108.460.668,61
1.301.494.841,79 1.326.202.361,92
B. Rückstellungen
1. sonstige Rückstellungen 413.070,00 2.530.223,56
C. Verbindlichkeiten
1. Anleihen und Schuldverschreibungen 30.000.000,00 30.000.000,00
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 30.000.000,00 30.000.000,00
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,00 26,22
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 0,00 26,22
3. Verbindlichkeiten aus Lief erungen und Leistungen 1.876.393,79 1.600.354,23
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 1.876.393,79 1.600.354,23
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 566.331,95 2.236.919,80
davon aus Lieferungen und Leistungen 562.831,95 2.234.560,43
davon sonstige 3.500,00 2.359,37
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 566.331,95 2.236.919,80
5. sonstige Verbindlichkeiten 607.415,40 561.056,86
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 1.781,33 1.726,52
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 607.415,40 561.056,86
33.050.141,14 34.398.357,11
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 3.050.141,14 4.398.357,11
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 30.000.000,00 30.000.000,00
Summe Passiva 1.334.958.052,93 1.363.130.942,59
.
1.1.2023 bis 31.12.2023PIERER Mobility AG
Gewinn- und Verlustrechnung
2023
2022
1. Umsatzerlöse 22.925.584,18 19.108.694,38
2. sonstige betriebliche Erträge
a) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 1.966.507,38 0,00
b) übrige 87.200,00 17.343,68
2.053.707,38 17.343,68
3. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene
Herstellungsleistungen
a) Aufwendungen für bezogene Leistungen 17.120.967,22 14.172.408,25
4. Personalaufwand
a) Gehälter 80.887,92 21.699,12
b) soziale Aufwendungen 0,00 8.362,50
80.887,92 30.061,62
5. Abschreibungen
a) auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und
Sachanlagen
85.411,61 79.149,43
6. sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Steuern, soweit sie nicht unter Steuern vom Einkommen
fallen 11.125,66 9.103,70
b) übrige 16.771.902,10 15.922.432,15
16.783.027,76 15.931.535,85
7. Zwischensumme aus Z 1 bis 6 (Betriebsergebnis) -9.091.002,95 -11.087.117,09
8. Erträge aus Beteiligungen 12.621.404,00 90.914.362,00
9. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 14.399,35 5.190,42
davon aus verbundenen Unternehmen 14.399,35 5.190,42
10. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.496.145,26 101.393,40
davon aus verbundenen Unternehmen 1.363.971,59 42.529,16
11. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu
Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens 0,00 80.711,24
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1.179.000,04 1.300.075,00
13. Zwischensumme aus Z 8 bis 12 (Finanzergebnis) 12.952.948,57 89.801.582,06
14. Ergebnis vor Steuern (Summe aus Z 7 und Z 13) 3.861.945,62 78.714.464,97
15. Steuern vom Einkommen 3.500,00 3.500,00
davon weiterverrechnet vom Gruppenträger 3.500,00 3.500,00
16. Sonderposten aus Einbringung 39.027.104,25 0,00
17. Ergebnis nach Steuern 42.885.549,87 78.710.964,97
18. Jahresüberschuss 42.885.549,87 78.710.964,97
19. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 119.578.563,58 108.460.668,61
.
1.1.2023 bis 31.12.2023PIERER Mobility AG
Gewinn- und Verlustrechnung
2023
2022
20. Bilanzgewinn 162.464.113,45 187.171.633,58
.
Anhang
PIERER Mobility AG
Anhang
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Allgemeine Grundsätze
Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften der §§ 189 ff des Unternehmensgesetzbuchs (UGB) unter
Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung, sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein
möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln,
aufgestellt.
Bei der Gesellschaft handelt es sich um eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 221 UGB.
Bei Vermögensgegenständen und Verbindlichkeiten, die unter mehrere Posten der Bilanz fallen, wurde die
Zugehörigkeit zu anderen Posten im Anhang angegeben.
Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit entsprechend den
gesetzlichen Regelungen eingehalten.
Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wurde der Grundsatz der
Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt.
Dem Vorsichtsprinzip wurde dadurch Rechnung getragen, dass nur die am Abschlussstichtag verwirklichten
Gewinne ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wurden - soweit gesetzlich
geboten - berücksichtigt.
Die Gesellschaft ist ein konsolidierungspflichtiges Mutterunternehmen im Sinne des §244 UGB und hat einen
Konzernabschluss, der beim Landesgericht Wels unter der Nummer FN 78112x hinterlegt wird, aufzustellen.
Die Gesellschaft ist ein Konzernunternehmen iSd § 15 AktG (§ 115 GmbHG) und gehört als verbundenes
Unternehmen gem. § 244 UGB zum Konsolidierungskreis der Pierer Konzerngesellschaft mbH.
Anlagevermögen
Immaterielles Anlagevermögen
Die erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände wurden zu Anschaffungskosten bewertet, die um die
planmäßigen Abschreibungen vermindert sind.
Die planmäßigen Abschreibungen wurden linear vorgenommen.
Gemäß den steuerrechtlichen Vorschriften wird für Zugänge im ersten Halbjahr eine volle
Jahresabschreibung, für Zugänge im zweiten Halbjahr eine halbe Jahresabschreibung vorgenommen.
Folgende Nutzungsdauern wurden den planmäßigen Abschreibungen zugrunde gelegt:
Nutzungsdauer
in Jahren
Software 3
.
Anhang
PIERER Mobility AG
Sachanlagen
Das abnutzbare Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet, die um
die planmäßigen Abschreibungen vermindert werden. Die geringwertigen Vermögensgegenstände bis zu
einem Wert von EUR 1 000,00 wurden im Zugangsjahr voll abgeschrieben.
Die planmäßigen Abschreibungen wurden linear der voraussichtlichen Nutzungsdauer entsprechend
vorgenommen.
Gemäß den steuerrechtlichen Vorschriften wird für Zugänge im ersten Halbjahr eine volle
Jahresabschreibung, für Zugänge im zweiten Halbjahr eine halbe Jahresabschreibung vorgenommen.
Folgende Nutzungsdauern wurden den planmäßigen Abschreibungen zugrunde gelegt:
Nutzungsdauer
in Jahren
Betriebs- und Geschäftsausstattung 1 - 20
Finanzanlagen
Das Finanzanlagevermögen wurde zu Anschaffungskosten vermindert um außerplanmäßige
Abschreibungen soweit diese notwendig sind, um dauernden Wertminderungen Rechnung zu tragen
angesetzt. Die im Jahresabschluss ausgewiesenen Anteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen und
Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens werden im Anlassfall auf ihre Werthaltigkeit untersucht.
Zum 31. Dezember 2023 lag bei den wesentlichen Anteilen an verbundenen Unternehmen kein Anlassfall für
eine Werthaltigkeitsprüfung vor. Anlassbezogene Bewertungen werden auf Basis von diskontierten
Netto-Zahlungsmittelzuflüssen, die im Wesentlichen von zukünftigen Umsatz- und Margenerwartungen und
von abgeleiteten Diskontierungszinssätzen abhängig sind, durchgeführt. Für Anteile die kurz vor dem
Bilanzstichtag erworben wurden, bildet der Kaufpreis die Grundlage für die geführte Werthaltigkeitsprüfung.
Bei der Werthaltigkeitsprüfung ergaben sich keine Abwertungserfordernisse.
Umlaufvermögen
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände wurden mit dem Nennwert angesetzt.
Im Falle erkennbarer Einzelrisken wurde der niedrigere beizulegende Wert angesetzt.
.
Anhang
PIERER Mobility AG
Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen
In den sonstigen Rückstellungen wurden unter Beachtung des Vorsichtsprinzips alle im Zeitpunkt der
Bilanzerstellung erkennbaren Risiken und der Höhe oder dem Grunde nach ungewissen Verbindlichkeiten
mit den Beträgen berücksichtigt, die nach bestmöglicher Schätzung zur Erfüllung der Verpflichtung
aufgewendet werden müssen. Sämtliche Rückstellungen haben eine Laufzeit von weniger als einem Jahr.
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten wurden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.
Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Die bisher angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden auch bei der Erstellung des
vorliegenden Jahresabschlusses beibehalten.
.
Anhang
PIERER Mobility AG
Erläuterungen der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung
Erläuterungen zur Bilanz
Anlagevermögen
Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens und die Aufgliederung der Jahresabschreibung
nach einzelnen Posten sind in folgendem Anlagenspiegel dargestellt:
Anschaffungs-/Herstellungskosten Abschreibungen kumuliert Buchwert
1.1.2023
31.12.2023
Zugänge
Abgänge
1.1.2023
31.12.2023
Abschreibungen
Zuschreibungen
Abgänge
1.1.2023
31.12.2023
EUR EUR EUR EUR EUR EUR
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände
Software 173 094,82 0,00 119 711,45 21 353,34 0,00 53 383,37
173 094,82 0,00 141 064,79 0,00 32 030,03
Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 1 342 115,24 5 178,90 1 060 157,04 64 058,27 1 049,99 281 958,20
1 346 244,14 1 050,00 1 123 165,32 0,00 223 078,82
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 1 272 714 547,13 40 982 250,63 31 525 508,22 0,00 0,00 1 241 189 038,91
1 313 696 797,76 0,00 31 525 508,22 0,00 1 282 171 289,54
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 250 000,00 0,00 0,00 0,00 0,00 250 000,00
250 000,00 0,00 0,00 0,00 250 000,00
Beteiligungen 9 701 000,00 0,00 0,00 0,00 0,00 9 701 000,00
9 701 000,00 0,00 0,00 0,00 9 701 000,00
Wertpapiere (Wertrechte) des
Anlagevermögens 266 031,20 0,00 60 000,00 0,00 0,00 206 031,20
266 031,20 0,00 60 000,00 0,00 206 031,20
1 282 931 578,33 40 982 250,63 31 585 508,22 0,00 0,00 1 251 346 070,11
1 323 913 828,96 0,00 31 585 508,22 0,00 1 292 328 320,74
Summe Anlagenspiegel 1 284 446 788,39 40 987 429,53 32 765 376,71 85 411,61 1 049,99 1 251 681 411,68
1 325 433 167,92 1 050,00 32 849 738,33 0,00 1 292 583 429,59
Die Finanzanlagen haben sich insbesondere durch folgende Transaktionen verändert:
Mit Notariatsakt vom 10.7.2023 hat die KTM AG als Sachdividende 100% Anteile an der KTM Forschungs &
Entwicklungs GmbH sowie 100% Anteile an der KTM Racing GmbH in die PIERER Mobility AG zum
Buchwert eingebracht.
Mit Kauf- und Abtretungsvertrag vom 13.10.2023 hat die PIERER Mobility AG 74% Anteile an der LX media
GmbH, Wels erworben.
Die PIERER Mobility AG als Alleinaktionär der KTM AG hält zum Stichtag 10.652.191 Stk. Aktien (100%
Anteile).
Der gesamte Umgründungsmehrwert in Höhe von EUR 57 253 610,76 (Vorjahr: TEUR 57 254) wird dem
Tochterunternehmen KTM AG, Mattighofen, zugeordnet.
Im laufenden Geschäftsjahr sowie im Vorjahr wurden keine Zuschreibungen auf Anteile an verbundenen
Unternehmen sowie keine Abschreibungen an Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens
vorgenommen.
.
Anhang
PIERER Mobility AG
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR 13 612 698,93 (Vorjahr:
EUR 90 268 530,89) betreffen im Wesentlichen Forderungen aus Dividendenanspruch in Höhe von
EUR 10 678 706,00 (Vorjahr: EUR 85 429 648,00), Forderungen aus Finanzierungsdarlehen und sonstige
Verrechnungen in Höhe von EUR 764 219,01 (Vorjahr: EUR 1 092 666,59 ) sowie Forderungen aus
laufenden Verrechnungen EUR 2 169 773,92 (Vorjahr: EUR 3 746 216,30 ).
Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände in Höhe von EUR 27 939,94 (Vorjahr:
EUR 280 349,99) betreffen im Wesentlichen Forderungen aus geleisteten Anzahlungen in Höhe von
EUR 27 030,74 (Vorjahr: EUR 108 592,31).
Sämtliche Forderungen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.
Eingefordertes und einbezahltes Nennkapital (Grundkapital)
Das eingeforderte und einbezahlte Nennkapital (Grundkapital) der Gesellschaft beträgt EUR 33 796 535,00
(Vorjahr: EUR 33 796 535,00) und ist in 33.796.535 Stück (Vorjahr: 33 796 535 Stück) auf Inhaber lautende
nennbetragslose Stückaktien, von denen jede eine gleiche Beteiligung am Grundkapital repräsentiert,
aufgeteilt. Zum Stichtag hält die Gesellschaft keine eigenen Aktien.
Der Vorstand wurde bis 26.04.2023 ermächtigt gemäß § 169 AktG das Grundkapital mit Zustimmung des
Aufsichtsrats um bis zu weitere EUR 11 269 337,00 durch Ausgabe von bis zu 11 269 337 Stück neue, auf
Inhaber oder Namen lautende Stammaktien (Stückaktien) gegen Bar- und/oder Sacheinlage allenfalls in
mehrere Tranchen zu erhöhen und die weiteren Einzelheiten der Durchführung der Kapitalerhöhung im
Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat festzusetzen. Diese Ermächtigung wurde vom Vorstand der PIERER
Mobility AG zur Durchführung der Sachkapitalerhöhung im Oktober 2021 im Ausmaß von
EUR 11 257 861,00 durch Ausgabe von 11.257.861 Stück auf Inhaber lautende nennbetragslose Stückaktien
ausgenützt.
Der Vorstand ist gemäß § 169 AktG ermächtigt, bis 29.04.2027 mit Zustimmung des Aufsichtsrates das
Grundkapital der Gesellschaft von EUR 33.796.535,00, allenfalls in mehreren Tranchen, gegen Bar-
und/oder Sacheinlagen um bis zu EUR 16.898.267,00 durch Ausgabe von bis zu 16.898.267 Stück auf
Inhaber lautende nennbetragslose Stückaktien auf bis zu EUR 50.694.802,00 zu erhöhen und den
Ausgabebetrag sowie die Ausgabebedingungen und die weiteren Einzelheiten der Durchführung der
Kapitalerhöhung im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat festzusetzen sowie allenfalls die neuen Aktien im
Wege des mittelbaren Bezugsrechts gemäß § 153 Abs 6 AktG den Aktionären zum Bezug anzubieten.
Seit dem 14. November 2016 sind die Aktien der PIERER Mobility AG im International Reporting Standard
der SIX Swiss Exchange primärkotiert. Am 29. März 2017 wurden die Aktien der PIERER Mobility AG in den
Swiss Performance Index (SPI) der SIX Swiss Exchange aufgenommen. Seit dem 1. März 2022 notieren die
Aktien der PIERER Mobility AG auch im prime market, dem Top-Segment des Amtlichen Handels der
Wiener Börse. Das Listing an der Frankfurter Wertpapierbörse (General Standard) wurde am 18. Oktober
2022 (letzter Handelstag) beendet. Zudem wurde die Aktien der PIERER Mobility AG ebenfalls am 19.
September 2022 in den ATX Global Players Index (ATX GP) der Wiener Börse aufgenommen.
Die gesetzliche Rücklage wurde im Geschäftsjahr um EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 0,00) erhöht.
.
Anhang
PIERER Mobility AG
Rückstellungen
Zusammensetzung und Entwicklung der Rückstellungen:
Stand 1.1.2023 Verwendung Auflösung Zuweisung
Stand
31.12.2023
EUREUREUREUREUR
1. sonstige Rückstellungen
Rückstellung für
Rechtsberatungskosten 22 758,13 22 758,13 0,00 45 000,00 45 000,00
Rückstellung für
Wirtschaftsprüfung 230 800,00 230 800,00 0,00 162 600,00 162 600,00
Rückstellung für
Steuerberatung 146 544,05 146 544,05 0,00 95 000,00 95 000,00
Sonstige Rückstellungen 2 130 121,38 173 829,00 1 956 292,38 110 470,00 110 470,00
Summe Rückstellungen 2 530 223,56 573 931,18 1 956 292,38 413 070,00 413 070,00
Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von EUR 110 470,00 (Vorjahr: EUR 2 130 121,38) betreffen
Rückstellung für Aufsichtsratsvergütungen in Höhe von EUR 22 000,00 (Vorjahr: EUR 40 000,00) sowie
Rückstellung für den Jahresbericht in Höhe von EUR 88 470,00 (Vorjahr: EUR 78 614,00). Weiters waren im
Vorjahr Rückstellungen für Haftungen und Risiken im Zusammenhang mit dem Beteiligungsportfolio in Höhe
von EUR 2 011 507,38 enthalten.
Verbindlichkeiten
Am 17.7.2015 hat die PIERER Mobility AG eine Namensschuldverschreibung in Höhe von
EUR 30 000 000,00 mit einer fixen Laufzeit von 10 Jahren begeben.
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR 566 331,95 (Vorjahr:
EUR 2 236 919,80) betreffen im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und sonstige Leistungen in
Höhe von EUR 562 831,95 (Vorjahr: EUR 2 019 735,00).
Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 607 415,40 (Vorjahr EUR 561 056,86) betreffen im
Wesentlichen Zinsen Namensschuldverschreibungen sowie Schuldscheindarlehen im Vorjahr in Höhe von
EUR 542 663,04 (Vorjahr: EUR 542 663,01), Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von
EUR 60 069,48 (Vorjahr: EUR 15 115,62) sowie sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 4 682,88
(Vorjahr: EUR 3 278,23).
Die Summe der Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren beträgt EUR 0,00 (Vorjahr:
EUR 0).
In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Aufwendungen in Höhe von EUR 607 415,40 (Vorjahr:
EUR 561 056,86) enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.
.
Anhang
PIERER Mobility AG
Haftungsverhältnisse und sonstige wesentliche finanzielle Verpflichtungen
Die PIERER Mobility AG hat für die DealerCenter Digital GmbH, Landshut, Deutschland gegenüber der RLB
OÖ, aus Verpflichtungen gegenüber Lieferanten eine Garantie bis zu einem Höchstbetrag von
EUR 500 000,00 (Vorjahr: EUR 500 000,00) abgegeben.
Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen
Zusammensetzung:
des folgenden
Geschäftsjahres
des folgenden
Geschäftsjahres
der folgenden
fünf
Geschäftsjahre
der folgenden
fünf
Geschäftsjahre
2023 2022 2023 2022
EUR TEUR EUR TEUR
Verpflichtungen aus Mietverträgen
2 360 481,60
2 198 11 802 408,00 11 004
.
Anhang
PIERER Mobility AG
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt.
Aufgliederung der Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse setzen sich wie folgt zusammen bzw. haben sich wie folgt entwickelt (Angaben in TEUR):
2023 2022
TEUR TEUR
Umsatzerlöse
Erlöse Inland 22 907 19 100
Erlöse EU 18 9
22 926 19 109
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen betreffen im Wesentlichen Aufwendungen für
konzerninterne Dienstleistungen und Umlagen, Aufwendungen für Vorstandstätigkeiten,
Steuerberatungsaufwand sowie Rechts- und Beratungsaufwand.
Bezüglich der Aufwendungen für den Abschlussprüfer wird § 238 (1) Z 18 UGB in Anspruch genommen.
Erträge aus Beteiligungen
Die Erträge aus Beteiligungen in Höhe von EUR 12 621 404,00 (Vorjahr: EUR 90 914 362,00) betreffen
Dividendenerträge, davon aus verbundenen Unternehmen EUR 11 678 706,00 (Vorjahr:
EUR 89 929 648,00).
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge in Höhe von EUR 1 496 145,26 (Vorjahr: EUR 101 393,40) betreffen
im Wesentlichen Zinsen aus Darlehen.
Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu
Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens
Die Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen und Wertpapieren des
Umlaufvermögens im Vorjahr resultierten zur Gänze aus dem Verkauf von Wertpapieren des
Umlaufvermögens.
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Seit der Veranlagung 2014 ist die Gesellschaft Gruppenmitglied der Gruppe der Pierer Konzerngesellschaft
mbH iSd § 9 KStG.
Die steuerlichen Ergebnisse der Gruppenmitglieder werden dem Gruppenträger zugerechnet. Die zu
leistenden Steuerumlagen zwischen dem Gruppenträger und jedem einzelnen Gruppenmitglied wurde in
Form von einer Gruppen- und Steuerumlagevereinbarung geregelt.
.
Anhang
PIERER Mobility AG
Die im Jahresabschluss ausgewiesenen Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betreffen in Höhe von
EUR 3 500,00 (Vorjahr: EUR 3 500,00) die Steuerumlage an den Gruppenträger (25%).
Die Pierer Mobility AG, Wels, ist seit 1.10.2018 Gruppenmitglied einer Organschaft im umsatzsteuerlichen
Sinn, die von der Pierer Industrie AG, Wels, gebildet wird.
Zur Unternehmensgruppe gehören folgende Gesellschaften (Gruppenmitglieder):
Pierer Industrie AG, Wels (Gruppenträger)
PIERER Mobility AG, Wels
PIERER New Mobility GmbH (vorm. PIERER E-Bikes GmbH), Munderfing
KTM Technologies GmbH, Anif
KTM AG, Mattighofen
KTM Sportmotorcycle GmbH, Mattighofen
KTM Österreich GmbH, Mattighofen
KTM Sportcar GmbH, Mattighofen
KTM Immobilien GmbH, Mattighofen
KTM Logistikzentrum GmbH, Mattighofen
KTM MOTOHALL GmbH, Mattighofen
PIERER Innovation GmbH, Wels
Husqvarna Motorcycles GmbH, Mattighofen
Pankl AG, Kapfenberg
Pankl Racing Systems AG, Kapfenberg
Pankl Immobilienverwaltung GmbH, Kapfenberg
Pankl Aerospace Systems Europe GmbH, Kapfenberg
Krenhof GmbH, Köflach
KTM Components GmbH, Munderfing
WP Immobilien GmbH, Munderfing
WP Suspension GmbH, Mattighofen
GASGAS Motorcycles GmbH, Mattighofen
Avocodo GmbH, Linz
PIERER E-Commerce GmbH, Munderfing
KTM Forschungs & Entwicklungs GmbH, Mattighofen
KTM Racing GmbH, Munderfing
CFMOTO Motorcycles Distribution GmbH, Mattighofen
MV Agusta Motorcycles GmbH, Mattighofen
PIERER Produktion GmbH, Munderfing
LX media GmbH
.
Anhang
PIERER Mobility AG
Da zum Bilanzstichtag weder passive latente Steuern zur Gegenverrechnung, als auch substantielle
Hinweise für die Rechtfertigung eines Ansatzes aktiver latenter Steuern vorliegen, wurden keine aktiven
latenten Steuern angesetzt.
Sonderposten aus Einbringung
Der Sonderposten aus Einbringung in Höhe von EUR 39 027 104,25 (Vorjahr: EUR 0,00) betrifft die
Einbringung der 100% Tochtergesellschaften KTM Forschungs & Entwicklungs GmbH sowie der KTM
Racing GmbH von der KTM AG in die Gesellschaft in Form einer Sachdividende.
Sonstige Angaben
Ergebnisverwendung
Es wird vorgeschlagen, aus dem Bilanzgewinn in Höhe von EUR 162 464 113,45 eine Dividende von
EUR 0,50 je Aktie, das sind in Summe EUR 16 898 267,50 auszuschütten und den Restbetrag auf neue
Rechnung vorzutragen.
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Es sind keine wesentlichen Ereignisse nach dem Abschlussstichtag eingetreten.
Unternehmen, das den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen aufstellt
Gemäß § 238 Abs.1 Z 7 und 8 UGB wird wie folgt berichtet:
Name des Mutterunternehmens: Pierer Konzerngesellschaft mbH, FN 134766k
Sitz des Mutterunternehmens: Wels, Österreich
Ort der Offenlegung: Landesgericht Wels
Organe und Arbeitnehmer der Gesellschaft
Im Geschäftsjahr waren folgende Personen als Aufsichtsräte tätig:
Josef Blazicek (Vorsitzender)
Rajiv Bajaj (Stellvertreter des Vorsitzenden)
Srinivasan Ravikumar (Mitglied)
Mag. Michaela Friepeß (Mitglied)
Dipl.-Ing. Dr. Iris Filzwieser (Mitglied)
Mag. Friedrich Roithner (Mitglied) seit April 2023
Mag. Klaus Rinnerberger (Mitglied) bis April 2023
Der Aufsichtsrat erhält für den Zeitraum 1.1.2023 bis 31.12.2023 eine Vergütungen in Höhe von
EUR 22 000,00 (Vorjahr: EUR 40 000,00), der als Vorschlag in der nächsten Hauptversammlung eingebracht
wird.
.
Anhang
PIERER Mobility AG
Beteiligungen
Firmenname Firmensitz Eigenkapital
Anteil in
% Letztes Ergebnis Bilanzstichtag
KTM AG 5230 Mattighofen 387 810 057,87 100,0 108 915 025,63 31.12.2023
KTM Forschungs & Entwicklungs
GmbH 5230 Mattighofen 16 443 049,59 100,0 -9 352 987,13 31.12.2023
KTM Racing GmbH 5222 Munderfing 13 963 313,69 100,0 -798 880,13 31.12.2023
PIERER Innovation GmbH 4600 Wels 2 617 944,49 100,0 165 238,43 31.12.2023
Avocodo GmbH 4020 Linz 2 105 069,14 100,0 453 392,12 31.12.2023
PIERER E-Commerce GmbH 5222 Munderfing 109 605,14 100,0 -1 448,14 31.12.2023
Platin 1483. GmbH
(in Liquidation)
97424 Schweinfurt,
Deutschland 217 715,65 100,0 -271,46 30.4.2022
Kiska GmbH 5081 Anif 6 444 510,35 50,0 1 888 372,29 31.3.2023
.
zum 31.12.2023PIERER Mobility AG
ANLAGENSPIEGEL
€€€€€€€€€€€€
Anschaffungs-/Herstellungskosten kumulierte Abschreibungen Buchwerte
Stand
1.1.2023
Zugänge Abgänge Umbuchungen Stand
31.12.2023
Stand
1.1.2023
Abschreibungen Zuschreibungen Abgänge Stand
31.12.2023
Stand
1.1.2023
Stand
31.12.2023
A. Anlagevermögen
I. I mmaterielle Vermögensgegenstände
1. Software
173.094,82 0,00 0,00 0,00 173.094,82 119.711,45 21.353,34 0,00 0,00 141.064,79 53.383,37 32. 030,03
II. Sachanlagen
1. Betriebs- und Geschäftsausstattung
1.342.115,24 5.178,90 1.050,00 0,00 1.346.244,14 1. 060.157,04 64.058,27 0,00 1.049,99 1.123.165,32 281.958,20 223.078,82
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
1.272.714.547,13
40.982.250,63 0,00 0,00
1.313.696.797,76
31.525.508,22 0,00 0,00 0,00 31.525.508,22
1.241.189.038,91 1.282.171.289,54
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 250.000,00 0,00 0,00 0,00 250.000,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 250.000,00 250.000,00
3. Beteiligungen 9.701.000,00 0,00 0,00 0,00 9.701.000,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 9.701.000,00 9.701.000,00
4. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens 266.031,20 0,00 0,00 0,00 266.031,20 60.000,00 0,00 0,00 0,00 60.000,00 206.031,20 206.031,20
1.282.931.578,33 40.982.250,63 0,00 0,00 1.323.913.828,96 31.585.508,22 0,00 0, 00 0, 00 31.585.508,22 1.251.346.070,11 1.292.328.320,74
SUMME ANLAGENSPIEGEL 1.284.446.788,39 40.987.429,53 1.050,00 0,00 1.325.433.167,92 32.765.376,71 85.411,61 0,00 1.049,99 32.849.738,33 1.251.681.411,68 1.292.583.429,59
.
Lagebericht
PIERER Mobility AG
per 31.12.2023
der PIERER Mobility AG , Wels
Da diese Gesellschaft eine geschäftsleitende Holdinggesellschaft ist, beinhaltet der Lagebericht neben den
Informationen des Einzelabschlusses auf Basis UGB (Teil 1) auch die Informationen des
Konzernabschlusses auf Basis IFRS (Teil 2).
I) Einzelabschluss der PIERER Mobility AG (nach UGB):
A. Geschäftsverlauf und Lage des Unternehmens
Das Geschäftsjahr für den Einzelabschluss der PIERER Mobility AG umfasst den Zeitraum vom 1.1.2023 bis
31.12.2023.
Die PIERER Mobility AG ist Alleinaktionärin der KTM AG und hält 10.678.706 Stk. Aktien (100% Anteile).
Zum Stichtag 31.12.2023 hält die PIERER Mobility AG unverändert 100% Anteile an der PIERER Innovation
GmbH, 100% der Anteile an der PIERER E-Commerce GmbH (vorm. HDC GmbH) und 100% Anteile an der
Avocodo GmbH. Seit Juli 2023 hält die Pierer Mobility AG direkt 100% Anteile an der KTM Forschungs- und
Entwicklungs GmbH sowie KTM Racing GmbH, die von der KTM AG eingebracht wurden. Im Oktober hat die
PIERER Mobility AG 74 % Anteile an der LX media GmbH direkt erworben. An der Kiska GmbH hält die
Gesellschaft unverändert 50% sowie an der AC styria Mobilitätscluster GmbH 12,33%.
Da die PIERER Mobility AG im Wesentlichen die Aufgaben einer geschäftsleitenden Holdinggesellschaft
erfüllt, wird im Lagebericht auch auf die Entwicklungen des Geschäftsjahres 2023 ihrer
Tochtergesellschaften sowie des Konzerns insgesamt eingegangen.
B. Ertrags- und Vermögenslage
Ergebnisanalyse
Die PIERER Mobility AG hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Jahresüberschuss von 42,9 Mio.
(Vorjahr: 78,7 Mio.) erzielt. Positiv wirkten sich im Wesentlichen Dividendenerträge aus den
Beteiligungsunternehmen in Höhe von 12,6 Mio. sowie Zinserträge in Höhe von 1,5 Mio. aus. Negativ
wirkten sich vor allem die sonstigen betrieblichen Aufwendungen aus. Diese betreffen im Wesentlichen
Aufwendungen für konzerninterne Dienstleistungen und Umlagen, Aufwendungen für Vorstandstätigkeiten,
Steuerberatungsaufwand sowie Rechts- und Beratungsaufwand.
Beilage II
.
Lagebericht
PIERER Mobility AG
Bilanzanalyse
Die Bilanzsumme zum 31.12.2023 in Höhe von 1.335 Mio (Vorjahr: 1.363,1 Mio) hat sich um 28,2 Mio.
reduziert, was im Wesentlichen auf die Reduktion der Forderungen gegenüber verbundene Unternehmen
zurückzuführen ist.
Das Anlagevermögen hat sich im Geschäftsjahr 2023 auf 1.292,6 Mio. erhöht (Vorjahr: € 1.251,7 Mio.) und
ist im Wesentlichen auf die Erhöhung der Anteile an der KTM Forschungs- und Entwicklungs GmbH sowie
KTM Racing GmbH zurückzuführen.
Das Umlaufvermögen hat sich im Geschäftsjahr 2023 auf 42,3 Mio. vermindert (Vorjahr: 110,0 Mio.
erhöht) und ist im Wesentlichen auf die Reduktion der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
zurückzuführen. Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen betragen zum Stichtag 13,6 Mio.
(Vorjahr: 90,3 Mio.) und betreffen im Wesentlichen Forderungen aus Dividendenanspruch,
Finanzierungsforderungen sowie Forderungen aus laufenden Verrechnungen und sonstigen Forderungen.
Die liquiden Mittel haben sich gegenüber dem Vorjahr um 9,2 Mio. erhöht.
Das Eigenkapital hat sich vermindert und beträgt zum Stichtag 1.301,5 Mio. (Vorjahr: 1.326,2 Mio.). Die
Eigenkapitalquote beträgt 97,5% und liegt somit auf einem sehr hohen Niveau.
Die Verbindlichkeiten haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr reduziert und lagen zum 31.12.2023 bei
33,1 Mio. (Vorjahr: 34,4 Mio.). Die Reduktion der Verbindlichkeiten resultiert im Wesentlichen aus dem
Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen. Von den kurz- und langfristigen
Verbindlichkeiten betreffen 30,0 Mio. (Vorjahr: 30,0 Mio.) Namensschuldverschreibungen, 1,9 Mio.
(Vorjahr: 1,6 Mio.) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, 0,6 Mio. (Vorjahr: 2,2 Mio.)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sowie 0,6 Mio. (Vorjahr: 0,6 Mio.) sonstige
Verbindlichkeiten.
C. Mitarbeiter
Im Jahresdurchschnitt beschäftigte die Gesellschaft keine (Vorjahr: 0) MitarbeiterInnen.
Beilage II/2
LAGEBERICHT ZUM KONZERNABSCHLUSS
PER 31.12.2023 DER PIERER MOBILITY AG, WELS
1. ENTWICKLUNG DER PIERER MOBILITY-GRUPPE
DAS UNTERNEHMEN
Die PIERER Mobility AG ist die Dachgesellschaft für Europas führenden Hersteller motorisierter Zweiräder und
produziert eine vollständige Premium-Markenpalette von KTM, GASGAS, Husqvarna und MV Agusta
Motorcycles. Mit ihrer Innovationskraft ist PIERER Mobility durch ihre Motorradmarken ein wegweisender
Technologieführer für zweirädrige E-Mobilität. Mit Husqvarna und GASGAS E-Bicycles wird das Zweiradsortiment
komplementiert. Das Premium-Markenangebot bietet weiters Hochleistungskomponenten der Marke WP sowie
spezielle KTM X-BOW Hochleistungssportwagen.
Infolge der strategischen Partnerschaft mit Bajaj in Indien konnte das Unternehmen die Produktionskapazitäten
in den letzten Jahren diversifizieren und die Wettbewerbsfähigkeit auf dem globalen Markt erhöhen. Die
Kooperation mit CFMOTO in China und das Joint Venture mit Maxcom in Bulgarien stärken sowohl die Fahrrad-
als auch die Motorradproduktion nachhaltig. Mit führender Technologie im Bereich der Niedervolt-Elektromobilität
will PIERER Mobility weltweit Marktführer bei elektrischen Zweirädern im Leistungsbereich von 250W bis 15 kW
werden.
Die Aktien der PIERER Mobility AG sind im „Swiss Performance Index (SPI)“ der SIX Swiss Exchange in Zürich
primärkotiert und zusätzlich im Prime Market der Wiener Börse gelistet.
ABSATZ- UND UMSATZENTWICKLUNG IM GESCHÄFTSJAHR 2023
Die PIERER Mobility-Gruppe steigerte im Geschäftsjahr 2023 trotz schwieriger wirtschaftlicher
Rahmenbedingungen und einem Umbruch in der Fahrradindustrie den Konzernumsatz um 9,2 % auf einen neuen
Rekordwert von 2.661,2 Mio. (Vorjahr: € 2.437,2 Mio.). Mit 381.555 verkauften Motorrädern (Vorjahr: 375.492)
im Geschäftsjahr 2023 erreichte der Motorradbereich ein Absatzplus von rund 2 %. Aufgrund der weltweiten
Überbestände im Fahrradbereich war auch die PIERER Mobility-Gruppe mit stark gefallenen Marktpreisen
konfrontiert. Das Absatzwachstum in der Fahrrad-Division von mehr als 30 % war geprägt von
Lagerbestandsbereinigungen und der Abgabe der Marke R Raymon. Im Geschäftsjahr 2023 wurden 157.358
Fahrräder (Vorjahr: 118.465) verkauft.
In den Vertriebsregionen von Europa lag der Absatz bei rund 140.000 Motorrädern (+15 %) und rund zwei Drittel
der Motorräder (rund 240.000) wurden in den Märkten außerhalb Europas abgesetzt. Trotz eines leichten
Absatzrückgangs in Nordamerika schaffte es die dortige Niederlassung dennoch zum zweiten Mal in Folge mehr
als 100.000 Motorräder abzusetzen. Während sich der Absatz in Südamerika (-26 %) und Asien (-27 %) im
abgelaufenen Geschäftsjahr rückläufig zeigte, konnte der Absatz in Australien mit rund 19.700 abgesetzten
Motorrädern leicht (+1 %) über das Vorjahresniveau gehoben werden.
Entgegen den globalen wirtschaftlichen schwierigen Rahmenbedingungen ist die Nachfrage in den Kernmärkten
Europa mit +11 % (~ 820.000 neu zugelassene Motorräder) sehr stark und in Nordamerika (USA & Kanada) mit
+4 % (485.000 Motorräder) ebenfalls auch deutlich positiv gestiegen. Der Marktanteil aller drei Marken (KTM,
Husqvarna, GASGAS) liegt somit im Jahr 2023 in Europa bei rund 10,6 % bzw. bei 12,6 % in Nordamerika. Leicht
rückgängig ist der australische (inklusive Neuseeland) Motorradmarkt mit einem 3%-igen Rückgang auf 67.000
neu registrierte Motorräder. Dennoch gelang in diesem Markt ein Anstieg des Marktanteiles der drei Marken
gesamt auf 21 %. Der relevante indische Motorradmarkt befindet sich hingegen wie im Vorjahr deutlich im
Aufschwung (+22 %). Bajaj setzte in Indien knapp 66.000 KTM und Husqvarna Motorräder ab, resultierend in
einem Marktanteil von 5,3 %.
Beilage II/3
STRATEGISCHE PROJEKTE
Im Geschäftsjahr 2023 wurde die Zusammenarbeit mit CFMOTO weiter intensiviert und ausgebaut. Einerseits
wurden im Februar 2023 die Aktivitäten in der im Geschäftsjahr 2022 gegründeten Tochtergesellschaft CFMOTO
Motorcycles Distribution GmbH, Munderfing, aufgenommen und somit der Vertrieb von CFMOTO-Motorrädern in
Europa, insbesondere in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Spanien und Großbritannien übernommen.
Andererseits wurde die seit vielen Jahren bestehende Zusammenarbeit bei Industrialisierungsprojekten im
etablierten Joint Venture Zhejiang CFMOTO-KTMR2R Motorcycles Co., Ltd., Zhejian, China, intensiviert und die
Serienproduktion von KTM-Modellen der Mittelklasse weiter ausgebaut. Die Intensivierung des Joint Ventures
und die Zusammenarbeit in den Bereichen Produktstrategie, Produktentwicklung, Industrialisierung und Vertrieb
ist ein weiterer Schritt, um die steigende Marktnachfrage in China und dem asiatischen Raum, sowie auch weltweit
bedienen zu können. Darüber hinaus wird die Produktionskapazität von 50.000 auf 100.000 Fahrzeuge erhöht.
Als Zeichen der intensivierten Zusammenarbeit erhöhte CFMOTO zudem seine Beteiligung an der PIERER
Mobility AG auf 2,0 %.
Ein wichtiger Meilenstein für das Unternehmen war der Abschluss einer strategischen Kooperation mit dem
italienischen Premium-Motoradhersteller MV Agusta S.p.A., mit Sitz in Varese, an dem die KTM AG bereits im
November einen Anteil von 25,1 % übernommen hat. Die KTM-Gruppe verantwortet seit dem Geschäftsjahr 2023
den Einkauf sowie den Vertrieb in den wichtigsten europäischen Ländern, das Marketing und die
Kundenbetreuung für MV Agusta-Motorräder. Ferner hat der Vorstand den strategischen Beschluss gefasst, die
im Zuge des Kooperationsvertrags eingeräumte Call-Option zum Erwerb eines weiteren Anteils von 25,0 an der
MV Agusta S.p.A. im Frühjahr 2026 auszuüben.
Weiters hat der Vorstand hat den strategischen Beschluss gefasst, den Fokus noch stärker auf das Kerngeschäft
Powered-Two-Wheelers (Motorräder und E-Bicycles) zu legen und sich auf die Premiummarken KTM, GASGAS
und Husqvarna sowie MV Agusta zu konzentrieren. Aufgrund dieser Entscheidung wurde der Verkauf der Marken
R Raymon und FELT sowie die Abgabe des Non-E-Fahrradbereiches vom Vorstand eingeleitet. In diesem
Zusammenhang wurde im September 2023 die Marke „R Raymon“ an die R RAYMON Bicycles GmbH (vormals:
Johansson GmbH), Schweinfurt, Deutschland, veräußert. Weiters wurde der Verkaufsprozess der Fahrradmarke
FELT an ein Konsortium rund um Florian Burguet ebenfalls eingeleitet, welcher in der ersten Jahreshälfte 2024
abgeschlossen werden soll. Florian Burguet ist als Vorstand mit Ende Dezember ausgeschieden.
AKTIVITÄTEN UND ERFOLGE IM RENNSPORT
Motorsport
Im Mai 2023 wurde in der KTM Motohall die Ausstellung „Legends of Dakar“ eröffnet. So konnte das
Siegermotorrad, mit dem Kevin Benavides im Januar die Rally Dakar 2023 gewonnen hatte, noch einen stolzen
Platz in der Ausstellung einnehmen. Sein Erfolg war der bereits 19. KTM-Sieg bei der Rally Dakar in den letzten
22 Jahren. Auch im Motocross ist PIERER Mobility mit allen Marken erfolgreich. Jeffrey Herlings von KTM Red
Bull Factory Racing brach beim Grand Prix von Spanien zur Saisonmitte den Allzeitrekord von 101 Siegen und
erhöhte seine persönliche Erfolgsbilanz auf 103 Siege. Andrea Adamo sicherte sich den MX2 WM Titel. Der
Deutsche Manuel Lettenbichler holte seine zweite FIM Hard Enduro Weltmeisterschaft in Folge eine
phänomenale Quote von sechs Siegen in sechs Rennen. Jospe Garcia triumphierte nicht nur bei den International
Six Days Enduro, sondern krönte sich auch in der EnduroGP E1 Klasse zum Weltmeister. Seit der Einführung
des globalen Husqvarna Factory Racing Teams im Jahr 2015 hat Husqvarna Motorcycles seine Position als
dominierende Kraft im Offroad-Rennsport konsequent ausgebaut. 2023 wurde diese Erfolgsbilanz mit dem FIM
SuperEnduro-Titel von Billy Bolt auf insgesamt 116 Weltmeistertitel verbessert. Als dritte Marke ist GASGAS im
Motorsport erfolgreich unterwegs. Jorge Prado schrieb mit seinem MXGP WM Titel Geschichte es war der erste
Titel für GASGAS in der Motocross Königsklasse überhaupt. In der FIM EnduroGP-Weltmeisterschaft konnte
GASGAS in den letzten Jahren seine größten Triumphe feiern. Nachdem Andrea Verona 2022 sowohl den
EnduroGP- als auch den Enduro1-Titel gewonnen hatte, wechselte er die Klasse und stieg 2023 in die Enduro2
ein.
Beilage II/4
Der hochspezialisierte Trial-Sport ist für GASGAS nach wie vor äußerst wichtig, da die Marke sowohl drinnen als
auch draußen weiterhin auf höchstem Niveau konkurriert. Für 2023 verpflichtete GASGAS die TrialGP-Nummer
zwei Jaime Busto, um zusammen mit Sondre Haga, dem Trial2-Weltmeister von 2022, in der Königsklasse
anzutreten.
Im Jahr 2023 setzte allein KTM 28 Fahrer in der MotoGP™ sowie bei Nachwuchsveranstaltungen wie dem Red
Bull MotoGP™ Rookies Cup und dem Northern Talent Cup eine ganze Reihe von jungen Talenten ein. Red Bull
KTM Factory Racing feierte mit Brad Binder zwei Siege im neuen MotoGP™-Sprintformat und errang durch ihn
und seinen neuen Teamkollegen Jack Miller insgesamt zehn Podestplätze. KTM sicherte sich dadurch Platz zwei
der Herstellerwertung in der MotoGP. In der Moto2™ ließ Pedro Acosta die Konkurrenz hinter sich und holte
bei seiner erst dritten WM-Teilnahme seinen zweiten Titel, nachdem er 2021 die Moto3™ dominiert hatte. Mit ihm
wird das GASGAS MotoGP™-Projekt für 2024 um ein weiteres Talent erweitert. Als zweifacher Weltmeister ist
Pedro Acosta zweifellos einer der talentiertesten Nachwuchsfahrer im Straßenrennsport. Er wird 2024 von
Augusto Fernandez in der Startaufstellung unterstützt, der seine zweite Saison bei Red Bull GASGAS Tech3
antritt. In der Moto3 feierte GASGAS Aspar Fahrer David Alonso vier Rennsiege und acht
Podiumsplatzierungen in seiner Premierensaison. Der Spanier gilt als Favorit für die Moto3-Krone in der Saison
2024. Bei Husqvarna Factory Racing ging Ayumu Sasaki nach dem vierten Platz in der 2022er Moto3™-
Weltmeisterschaft als Titelanwärter in die Saison 2023. Erneut erwies er sich während der gesamten Saison als
regelmäßiger Podiumskandidat und beendete die Saison als Vize-Moto3™-Weltmeister. Teamkollege Collin
Veijer lieferte ebenfalls beeindruckende Ergebnisse ab und feierte einen Sieg in seiner Debutsaison.
Radsport
Seit 2023 bestreitet die Marke GASGAS E-Bicycles die UCI Mountain Bike World Series, insbesondere den E-
Enduro Pro World Cup. Gemeinsam mit Industriepartnern traten Johannes Fischbach und Alex Marin von
GASGAS SRAM Racing sowie Simon Carlsson und Alexandre Fayolle von GASGAS MOTOREX Racing an.
Nach allen fünf Runden belegte Alex Marin den 4. Platz und hielt das Podium bereits in der allerersten Saison für
GASGAS E-Bicycles in greifbarer Nähe.
AUSWIRKUNGEN DES RUSSISCH-UKRAINISCHEN KRIEGES
Die Einschätzungen der PIERER Mobility-Gruppe zu den Auswirkungen des Kriegsgeschehens in der Ukraine
sind im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Die PIERER Mobility-Gruppe hat keinen wesentlichen Grund
identifiziert, ihre Schätzungen und Erwartungen zum 31. Dezember 2023 aufgrund des Kriegsgeschehens in der
Ukraine wesentlich zu ändern. Die Gruppe verfügt weder über Investitionen, sonstige Vermögenswerte oder
sonstige wesentliche Geschäftsbeziehungen in der Ukraine, Russland oder Weißrussland noch hat die Gruppe
wesentliche Geschäftsbeziehungen zu Lieferanten oder Händlern in diesen Ländern. Vor diesem Hintergrund
erwartet die Gruppe keine wesentlichen Auswirkungen auf die erwarteten zukünftigen Cashflows. Gleichermaßen
hat die Gruppe durch den Krieg und die verhängten Sanktionen keinen Verlust der Beherrschung, der
gemeinschaftlichen Führung oder der Fähigkeit zur Ausübung eines maßgeblichen Einflusses auf Unternehmen
erlitten und erwartet auch dergleichen nicht.
2. WIRTSCHAFTLICHES UMFELD UND
MARKTENTWICKLUNG
Die weltwirtschaftlichen Aussichten sind unverändert eingetrübt. Die Auswirkungen des seit 2022 andauernden
Russisch-Ukrainischen Krieges, sowie die unter anderem daraus resultierenden signifikant erhöhten
Inflationsraten, haben zu einer deutlichen Verlangsamung der Weltwirtschaft geführt. Zwar haben sich die
Prognosen im Laufe des Geschäftsjahres 2023 grundlegend verbessert, allerdings bleiben sie hierdurch weiterhin
gehemmt.
Im Zuge dessen lässt sich eine weitgehend positive Normalisierung der Geschäfts- und Verbraucherstimmung
erkennen, die Rohstoffpreise sinken und die im vergangenen Geschäftsjahr beobachteten Störungen in der
Beilage II/5
Lieferkette erscheinen weitgehend überwunden, da die Logistikkosten und die Lieferzeiten für notwendige
Ressourcen im Allgemeinen wieder das Niveau vor der COVID-Pandemie erreichen. Wesentliche finanz- und
gesamtwirtschaftliche Risiken bestehen zum einen in der schwelenden Immobilienkrise in China, zum anderen in
der weiteren Entwicklung der Inflationsraten. Während sowohl die Gesamtinflation als auch die Kerninflation, die
die volatilen Energie- und Nahrungsmittelkomponenten ausschließt, rückläufig sind, wird erwartet, dass beide
zumindest kurz- und mittelfristig erhöht bleiben. In einer Gesamtbetrachtung sind die wirtschaftlichen Risiken im
Allgemeinen besser ausbalanciert als im vergangenen Geschäftsjahr, aber das Risiko einer Abwärtsbewegung
ist immer noch Gegenwertig. Dies verdeutlicht die weiterhin bestehende Unsicherheit insbesondere über den
Verlauf des Krieges in der Ukraine, seine weiteren Folgen sowie die jüngsten Unsicherheiten über den Ausgang
des aufgeflammten Krieges im Nahen Osten.
Letztlich führt die beschriebene Situation immer noch dazu, dass die globalen Wachstumsprognosen der
führenden Organisationen auf diesem Gebiet, wie dem Internationalen Währungsfonds (IWF), der Organisation
für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und die Weltbank, unsicherer sind als üblich und
ständig angepasst werden. Die jüngsten Schätzungen des IWF deuten auf eine im Wesentlichen unveränderte
globale Wirtschaftswachstumsprognose von 3,1 % für 2024 und 3,2 % für 2025 im Vergleich zu früheren
Schätzungen. Die im Wesentlichen unveränderten Prognosen zeigen, dass die größten Risiken für die globale
Wirtschaftsentwicklung inzwischen ausgeglichen und stabilisiert sind, wenngleich angesichts der oben
beschriebenen Probleme immer noch Abwärtsrisiken bestehen. Die veröffentlichten Schätzungen basieren auf
zahlreichen Annahmen zu einer Vielzahl makroökonomischer Faktoren, insbesondere zur Preisentwicklung
fossiler Brennstoffe und anderer Ressourcen sowie zum allgemeinen Zinsniveau.
Für Industrieländer rechnet der IWFr das Jahr 2024 mit einem Wachstum von 1,5 % und für das nächste Jahr
2025 von 1,8 %. Für die Euro-Zone wird für 2024 ein Wachstum von 0,9 % prognostiziert. Für das Jahr 2025
rechnet der IWF mit einem Wachstum von 1,7 % für die Euro-Zone, während das Wachstum insbesondere in
Deutschland mit 0,5 % für 2024 und 1,6 % für 2025 unterdurchschnittlich prognostiziert wird.
Für die Schwellen- und Entwicklungsländer prognostiziert der IWF für das Jahr 2024 ein Wachstum der
Wirtschaftsleistung von 4,1 %, für 2025 von 4,2 %. Für China wird eine Wachstumsrate von 4,6 % für das Jahr
2024 und 4,1 % für das Jahr 2025 prognostiziert. Für Indien wird ein Anstieg der Wirtschaftsleistung von 5,7 %
für 2024 und von 6,8 % für 2025 prognostiziert.
Der IWF prognostiziert Inflationsraten in Höhe von 5,8 % für 2024 und in Höhe von 4,4 % für 2025. Die künftige
Entwicklung der Weltwirtschaft hängt insbesondere von der erfolgreichen Kalibrierung der Geldpolitik ab. Dabei
muss eine Bilanz der kumulierten Auswirkungen vergangener Zinserhöhungen gezogen werden, die andernfalls
zu erheblichen negativen Nebenwirkungen für den Finanzsektor führen können. Darüber hinaus stellen der
Verlauf des Krieges in der Ukraine sowie neuerdings auch im Nahen Osten und nicht zuletzt die wirtschaftliche
Erholung und Nachfrage aus China wesentliche Faktoren für die zukünftige Entwicklung der Weltwirtschaft dar.
Diese Einschätzung wird weitgehend von der OECD und der Weltbank geteilt. Insbesondere der IWF erklärt auch,
dass sich zunehmende Divergenzen im Wirtschaftswachstum abzeichnen, da eine Verlangsamung des
Wachstums in fortgeschrittenen Volkswirtschaften offenbar ausgeprägter zu sein scheint als in Schwellen- und
Entwicklungsländern. Bei einer im Wesentlichen unveränderten globalen Wachstumsprognose des IWF ist kein
größerer globaler Wirtschaftsabschwung zu erwarten, wenngleich alle Prognosen zur globalen
Wirtschaftsentwicklung weiterhin mit erheblichen Unsicherheiten behaftet sind.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 entwickelte sich der globale
1
Motorradmarkt positiv (+2,7 %, entsprechend
einem Plus von 90.000 Motorrädern). In Europa
2
stieg der Markt, gemessen an Neuzulassungen, nach einem
kleinen Einbruch im Jahr 2022 wieder auf mehr als 800.000 Motorräder an (+11 %). Speziell die Kernmärkte
Deutschland (+12 %), Frankreich (+14 %), Italien (+15) und Spanien (+13 %) profitieren von einer gestiegenen
Nachfrage. Dadurch stieg der Marktanteil von 10,0 % auf 10,5 % (gemessen an den drei Kernmarken KTM,
Husqvarna und GASGAS).
1
Bezogen auf die wesentlichen Absatzmärkte der KTM Gruppe: DE, FR, IT, UK, ES, SE, BE, NL, AT, CH, FL, DK, NO, GR, PL, SL, HU, BALTIC, USA, CAN, AUS, NZ, JP, SA, TH, CN,
AR, BR, CO.
2
Motorräder = ϣϤϢccm ohne Motocross, Scooters und ATV’s, inkl. Elektromotorräder in den Märkten DE, FR, IT, UK, ES, SE, BE, NL, AT, CH, FI, NO, BALTIC.
Beilage II/6
In Nordamerika stieg der Absatz (im Gegensatz zu Europa inklusive Motocrossmodelle) ebenfalls und schließt
bei knapp 490.000 verkauften Einheiten (+4 %). Der Marktanteil steigt durch ein erreichtes Wachstum der drei
Kernmarken von 11 % auf 12,6 % (Vorjahr: 11,8 %).
Leicht rückläufig zeigt sich die Entwicklung des australischen und neuseeländischen Marktes mit einem
Rückgang von 3,2 %. Da sich die Zulassungen von KTM, Husqvarna und GASGAS aber um 3,4 % erhöhten,
konnte der Marktanteil auf 21,0 % gesteigert werden (Vorjahr: 19,7 %). Das Gesamtvolumen beläuft sich auf
knapp 67.000 Motorrädern.
Der relevante indische Motorradmarkt (S2/S3-Segment) befindet sich abermals deutlich im Aufschwung (+22 %)
und weist ein Volumen von 1,2 Millionen verkauften Motorrädern auf. Dabei setzte der strategische Partner Bajaj
in Indien über 65.000 Motorräder der Marken KTM und Husqvarna ab, resultierend in einem leicht gestiegenen
Marktanteil von 5,3 % (Vorjahr: 5,0 %). Der asiatische Raum ist 2023 von Verlusten geprägt, wobei die Märkte in
Thailand (-10,4 %) und China (Premium-Importeursmarkt; -17 %) in besonderem Maße betroffen sind. In Japan
(Motorräder >250cc) beläuft sich der Rückgang auf -6 % und fällt damit etwas geringer aus. Der Rückgang
(inklusive Hongkong, bei einem Volumen von ca. 2.000 Motorrädern) beträgt knapp -12 % und hält sich bei einem
Volumen von nun knapp 200.000 Motorrädern. Der Marktanteil der KTM-Kernmarken ist in dieser wichtigen
Wachstumsregion dennoch auf 5,2 % (Vorjahr 4,9 %) gestiegen.
Der Markt für New Mobility sieht sich großen Herausforderungen gegenüber. Während die vergangenen Jahre
und Erwartungen von den Nachwirkungen des durch die Corona-Pandemie erhöhten Nachfrageniveaus geprägt
waren, deutet sich schon in der vom Zweirad-Industrie-Verbandes (ZIV) veröffentlichten Prognose für das
Geschäftsjahr 2023 und zumindest im Folgejahr eine wesentliche Abkühlung an. Für das gesamte Jahr 2023
prognostiziert der ZIV einen Absatz von rund 2 Millionen elektrifizierten New Mobility-Produkten. Dies entspricht
einem Rückgang von ca. 10 % verglichen mit dem Rekordjahr 2022, in dem ein Absatzvolumen von 2,2 Mio.
Stück erzielt wurde. Darüber hinaus ist anzumerken, dass aktuelle makroökonomische Unsicherheiten, wie
einleitend dargelegt, sowie Einflüsse auf Verbraucherpreise nicht zuletzt aufgrund von hohen Inflationsraten die
Marktentwicklung negativ beeinflussen. Die Prognosen deuten darauf hin, dass sich der gesamte New Mobility-
Markt einem Trend der Konsolidierung gegenübersieht.
Beilage II/7
3. FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
BEDEUTSAMSTE FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN:
ERTRAGSKENNZAHLEN
2022
2023
VDG. IN %
Umsatzerlöse
in € Mio.
2.437,2
2.661,2
9,2%
Betriebsergebnis vor Abschreibung (EBITDA)
in € Mio.
381,1
323,5
-
15,1%
EBITDA-Marge
in %
15,6%
12,2%
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT)
in € Mio.
235,3
160,0
-
32,0%
EBIT
-Marge
in %
9,7%
6,0%
WEITERE FINANZIELLE KENNZAHLEN:
ERTRAGSKENNZAHLEN
2022
2023
VDG. IN %
Ergebnis nach Steuern
in € Mio.
170,6
76,4
-
55,2%
Ergebnis nach Minderheiten
in € Mio.
169,9
80,2
-
52,8%
BILANZKENNZAHLEN
31.12.2022
31.12.2023
VDG. IN %
Bilanzsumme
in € Mio.
2.550,6
2.952,9
15,8%
Eigenkapital
in € Mio.
914,4
909,3
-
0,6%
Eigenkapitalquote
in %
35,8%
30,8%
Working Capital Employed
1)
in € Mio.
186,7
531,1
>100%
Nettoverschuldung
2)
in € Mio.
256,5
775,9
>100%
Gearing
3)
in %
28,1%
85,3%
CASH
-FLOW UND INVESTITIONEN
2022
2023
VDG. IN %
Cash
-Flow aus Betriebstätigkeit
in € Mio.
280,3
-1
10,9
<100%
Cash
-Flow aus Investitionstätigkeit
in € Mio.
-
283,1
-
302,1
6,7%
Free Cash
-Flow
4)
in € Mio.
-2,8
-
413,0
<100%
Cash
-Flow aus Finanzierungstätigkeit
in € Mio.
-
91,3
398,7
>100%
Investitionen
5)
in € Mio.
267,5
284,0
6,1%
WERTSCHAFFUNG
31.12.2022
31.12.2023
ROCE (Return on Capital Employed)
6)
in %
19,2%
10,2%
ROE (Return on Equity)
7)
in %
20,3%
8,4%
ROIC (Return on Invested Capital)
8)
in %
15,5%
9,2%
1) Working Capital Employed = Vorräte + Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
2) Nettoverschuldung = Finanzverbindlichkeiten (kurzfristig, langfristig) - Zahlungsmittel
3) Gearing = Nettoverschuldung/Eigenkapital
4) Free Cash-Flow = Cash-Flow aus Betriebstätigkeit + Cash-Flow aus Investitionstätigkeit
5) Zugänge von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten laut Anlagespiegel; ohne Leasingzugänge (IFRS 16) iHv. € 32,5 Mio. (Vorjahr: € 25,9 Mio.)
6) ROCE: EBIT/durchschnittliches Capital Employed; Capital Employed = Sachanlagen + Firmenwert + Immaterielle Vermögenswerte + Working Capital Employed
7) ROE = Ergebnis nach Steuern/durchschnittliches Eigenkapital
8) ROIC = NOPAT/durchschnittliches Capital Employed; NOPAT = EBIT Steuern
Beilage II/8
GESCHÄFTSENTWICKLUNG UND ANALYSE DER ERTRAGSKENNZAHLEN
Die PIERER Mobility-Gruppe steigerte im Geschäftsjahr 2023 trotz schwieriger wirtschaftlicher
Rahmenbedingungen und einem Umbruch in der Fahrradindustrie den Konzernumsatz um 9,2 % auf einen neuen
Rekordwert von € 2.661,2 Mio. (Vorjahr: € 2.437,2 Mio.). Rund 97 % der Umsatzerlöse wurden außerhalb von
Österreich erzielt. Regional betrachtet entfielen 54,4 % der Umsatzerlöse auf Europa (+7,9 Prozentpunkte zum
Vorjahr), 29,2 % auf Nordamerika inkl. Mexiko (-4,7 Prozentpunkte zum Vorjahr) und 16,4 % auf den Rest der
Welt (-3,2 Prozentpunkte zum Vorjahr).
Das operative Betriebsergebnis (EBIT) verringerte sich um rund 32 % auf 160,0 Mio. (Vorjahr: 235,3 Mio.),
was einer EBIT-Marge von 6,0 % entspricht. Im Motorradsegment beläuft sich die EBIT-Marge bei rund
9 %, welches innerhalb der ursprünglich geplanten Bandbreite von 8-10 % liegt. Demgegenüber hat die
eingeleitete Neuausrichtung des Fahrradbereiches das Ergebnis deutlich belastet. Das operative Ergebnis vor
Abschreibungen (EBITDA) liegt mit 323,5 Mio. um rund 15 % unter dem Vorjahreswert was einer EBITDA-
Marge von 12,2 % entspricht. Das Ergebnis nach Steuern beträgt 76,4 Mio. (Vorjahr: € 170,6 Mio.).
Die Gesamtabsatzzahlen der PIERER Mobility-Gruppe sowie der Absatz von PTWs (Motorräder und E-Bicycles)
stellen sich wie folgt dar:
Die beiden Segmente „Motorcycles“ und „Bicycles“ stellen die operativen Hauptbereiche der PIERER Mobility-
Gruppe dar, auf deren Entwicklung im Folgenden eingegangen wird.
MOTORCYCLES
Im Geschäftsjahr 2023 konnte in der Motorrad-Division ein Umsatz von € 2.416,4 Mio. (Vorjahr: € 2.262,5 Mio.)
erzielt werden (+6,8 % gegenüber Vorjahr). Im Motoradbereich sind die Kosten für die Lagerbestände der Händler
trotz guter Nachfrage durch deutlich erhöhte Zinsen stark angestiegen. Dies führte dazu, dass zur Stärkung der
Händlerstruktur verlängerte Zahlungsziele und höhere Rabatte an die Händler gewährt werden mussten. Das
EBITDA beträgt im Geschäftsjahr 2023 371,0 Mio. (Vorjahr: € 381,2 Mio.) und das EBIT liegt bei 214,4 Mio.
(Vorjahr: € 241,0 Mio.). Dies entspricht einer EBITDA-Marge von 15,4 % (Vorjahr: 16,8 %) und einer EBIT-Marge
von 8,9 % (Vorjahr: 10,7 %).
In Europa stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresniveau deutlich auf € 1.229,0 Mio. (Vorjahr: € 977,4 Mio.)
an, was einem Umsatzanteil von 50,9 % entspricht (Vorjahr: 43,2 %). In Nordamerika verzeichnete der
Motorradbereich einen Umsatz von € 754,4 Mio. (Vorjahr: 811,3 Mio.). Damit wurden 31,2 % des Umsatzes in
Nordamerika erzielt (Vorjahr: 35,9 %). In den übrigenndern sank der Umsatz leicht gegenüber dem Vorjahr
um 8,6 % auf € 432,9 Mio. Der Umsatzanteil in den übrigen Ländern beträgt 17,9 % (Vorjahr: 20,9 %).
Beilage II/9
Mit 280.206 verkauften KTM Motorrädern, 67.462 verkauften Husqvarna Motorrädern und 29.532 verkauften
GASGAS Motorrädern im Geschäftsjahr 2023 zusätzlich der abgesetzten Motorräder von MV Agusta (1.852) und
CFMOTO (2.503) konnte ein Absatz von 381.555 Motorrädern (2022: 375.492 Stück) erzielt werden (dies unter
Berücksichtigung der in Indien und Indonesien von Partner Bajaj verkauften Motorräder). Die Motorrad-Division
erreichte somit ein Absatzplus von 1,6 % und festigte damit mit ihren drei Motorradmarken ihre Präsenz in den
wichtigen Motorradabsatzmärkten.
In den Vertriebsregionen von Europa lag der Absatz bei 140.214 Motorrädern (+14,9 %). Rund zwei Drittel der
produzierten Motorräder (241.341) wurden in Märkten außerhalb Europas abgesetzt. Besonders stark war das
Wachstum in Indien/Nepal, wo 66.426 Motorräder abgesetzt wurden, was einem Plus von 29,0 % im Vergleich
zum Vorjahr entspricht. Trotz eines leichten Absatzrückgangs in Nordamerika (-7,7 %) schaffte es die dortige
Niederlassung zum zweiten Mal in Folge mit 101.277 Stück mehr als 100.000 Motorräder abzusetzen. Während
sich der Absatz in Südamerika mit 27.671 (-26,4 %) und in Asien mit 23.129 (-27,3 %) abgesetzten Motorrädern
rückläufig zeigte, konnte der Absatz in Australien mit 19.648 abgesetzten Motorrädern leicht über das
Vorjahresniveau (Vorjahr: 19.478 Stück) gehoben werden (+1 %).
Beilage II/10
Im Geschäftsjahr 2023 wurden am Produktionsstandort Mattighofen 217.160 und damit abermals mehr als
200.000 Motorräder produziert. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem leichten Rückgang von -4.881
Stück bzw. -2,2 %. Unter Berücksichtigung der von unserem Partner Bajaj Auto Ltd. in Indien produzierten
kleinmotorigen KTM- und Husqvarna-Modelle, der in Spanien produzierten GASGAS-Trials sowie der in China
mit unserem Partner CFMOTO produzierten Modelle wurden weltweit 385.330 Motorräder (Vorjahr: 381.823)
produziert.
BICYCLES
Aufgrund der weltweiten Überbestände im Fahrradbereich war auch die PIERER Mobility-Gruppe mit stark
gefallenen Marktpreisen konfrontiert. Das Absatzwachstum in diesem Segment mit den Marken Husqvarna, R
Raymon, GASGAS und FELT von rund 33 % war geprägt von Lagerbestandsbereinigungen und der Abgabe der
Marke R Raymon. Im Geschäftsjahr 2023 wurden 157.358 Fahrräder (Vorjahr: 118.465) verkauft, davon 100.640
E-Bicycles (Vorjahr: 74.479). Im Fahrradbereich stellt die DACH-Region nach wie vor den größten Absatzmarkt
mit rund 60% dar. Der Absatzanteil in der Fahrrad-Division in Nordamerika lag in 2023 bei 10 %.
Im Geschäftsjahr 2023 konnte in der Fahrrad-Division ein Umsatz in Höhe von € 240,7 Mio. erzielt werden
(Vorjahr: € 171,2 Mio.). Dies bedeutet ein Umsatzplus von 40,6 % im Jahresvergleich. Das EBITDA lag in 2023
bei € -41,8 Mio. (Vorjahr: € 6,5 Mio.) und das EBIT bei € -47,1 Mio. (Vorjahr: € 2,5 Mio.).
Von den im Geschäftsjahr 2023 abgesetzten E-Bicycles wurden 69,9 % unter der Marke R Raymon, 20,7 % unter
der Marke Husqvarna E-Bicycles sowie 7,6 % unter der Marke GASGAS verkauft. Die Absätze der Fahrräder
ohne Elektroantrieb verteilen sich auf die beiden Marken R Raymon mit 60,0 % und FELT mit 37,8 % (im Vorjahr
annähernd gleich).
Rund 87 % des Absatzes entfallen auf Europa und hier insbesondere auf die DACH-Region. Weitere 10 %
betreffen die nordamerikanische Vertriebsregion und der restliche Absatz (rund 3 %) betrifft Asien, Südamerika
und Australien.
Beilage II/11
BILANZANALYSE
Die Bilanzstruktur der PIERER Mobility-Gruppe setzt sich wie folgt zusammen:
2022 2023
Mio. €
in %
Mio. €
in %
Langfristige Vermögenswerte
1.195,8
46,9%
1.333,8
45,2%
Kurzfristige Vermögenswerte
1.354,8
53,1%
1.619,1
54,8%
Vermögenswerte
2.550,6
100,0%
2.952,9
100,0%
Eigenkapital
914,4
35,8%
909,3
30,8%
Langfristige Schulden
625,6
24,5%
1.130,0
38,3%
Kurzfristige Schulden
1.010,6
39,6%
913,6
30,9%
Eigenkapital und Schulden
2.550,6
100,0%
2.952,9
100,0%
Die Bilanzsumme der PIERER Mobility-Gruppe erhöhte sich gegenüber dem Konzernabschluss zum 31.
Dezember 2022 von € 2.550,6 Mio. auf € 2.952,9 Mio. um 15,8 %.
Die Erhöhung der langfristigen Vermögenswerte von € 1.195,8 Mio. auf € 1.333,8 Mio. liegt insbesondere analog
zu den Vorjahren im Bereich von Entwicklungsprojekten, welche über den Abschreibungen liegen und zu einer
Steigerung der immateriellen Vermögenswerte führten. Zudem stieg auch das Sachanlagevermögen
insbesondere aufgrund von Investitionen in den Produktionsstandort von PIERER MAXCOM Mobility OOD in
Bulgarien.
Innerhalb der kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich insbesondere die Vorräte um € 203,3 Mio. Die weiteren
wesentlichen Veränderungen betreffen einerseits den Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
in Höhe von € 80,4 Mio. und andererseits die Reduktion der Zahlungsmittel in Höhe von € 19,8 Mio. Dies führte
insgesamt zu einer Erhöhung der kurzfristigen Vermögenswerte um 19,5 % auf € 1.619,1 Mio.
Die kurzfristigen Schulden reduzierten sich gegenüber dem 31. Dezember 2022 um € 97,0 Mio. (-9,6 %). Die
Reduzierung ist größtenteils auf das Sinken der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von
-60,6 Mio. sowie Rückstellungen in Höhe von -22,2 Mio. zurückzuführen. Die im Vorjahr eingestellte
Rückstellung in Höhe von € 20,2 Mio., welche im Rahmen der Kooperationsvereinbarung mit MV Agusta gebildet
wurde, wurde in 2023 vollständig verbraucht.
Beilage II/12
Die langfristigen Schulden erhöhten sich um 80,6 % auf € 1.130,0 Mio. Der Anstieg ist größtenteils auf die
Erhöhung der Finanzverbindlichkeiten und hier insbesondere aus der Aufnahme eines Schuldscheindarlehens
mit einem Volumen von € 300,0 Mio., einem Forschungsdarlehen der Europäischen Investitionsbank in Höhe von
€ 100,0 Mio. sowie einer Namensschuldverschreibung in Höhe von € 50 Mio. zurückzuführen.
Das Eigenkapital verringerte sich im Geschäftsjahr 2023 um € 5,1 Mio. von € 914,4 Mio. auf € 909,3 Mio.
Einerseits wurde durch das Ergebnis nach Steuern in Höhe von € 76,4 Mio. das Eigenkapital gestärkt.
Andererseits führten Dividendenzahlungen in Höhe von € 68,1 Mio. zu einer Verringerung des Eigenkapitals. Die
sonstigen Effekte in Höhe von € -13,4 Mio. betreffen im Wesentlichen die ergebnisneutrale Erfassung von
Fremdwährungsdifferenzen, die Bewertung von Finanzinstrumenten sowie die Neubewertung der Nettoschuld
aus leistungsorientierten Versorgungsplänen. Die Eigenkapitalquote liegt mit 30,8 % aufgrund der beschriebenen
Bilanzerhöhung unter dem Wert per 31. Dezember 2023 von 35,8 %.
LIQUIDITÄTSANALYSE
Der Cash-Flow aus dem operativen Bereich lag im Geschäftsjahr 2023 bei € -110,9 Mio. und damit deutlich unter
dem Vorjahreswert von € 280,3 Mio., wofür insbesondere der Anstieg im Working Capital hauptverantwortlich
war. Der Zahlungsmittelabfluss aus Investitionen betrug € -302,1 Mio. und liegt insgesamt über dem
Vorjahreswert von € -283,1 Mio. Dieser Anstieg resultiert im Wesentlichen aufgrund der höheren Auszahlungen
für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen (Effekt € -66,4 Mio.).
Wie schon erläutert, sind die Kosten für die Lagerbestände der Händler im Motorradbereich trotz guter Nachfrage
durch deutlich erhöhte Zinsen stark angestiegen. Dies führte dazu, dass zur Stärkung der Händlerstruktur
verlängerte Zahlungsziele und höhere Rabatte an die Händler gewährt werden mussten. Auf Grund der
ausreichend vorhandenen Liquiditätsreserven konnte die PIERER Mobility AG neben ihren Händlern auch die
Lieferanten entsprechend unterstützen, um auch deren finanzielle Situation zu stabilisieren und die durch das
gestiegene Zinsniveau deutlich erhöhten Belastungen zu dämpfen. Die damit einhergehende negative
Auswirkung auf den Free Cash-Flow, der sich im Jahr 2023 auf -413,0 Mio. beläuft (Vorjahr: -2,8 Mio.), wurde
dadurch bewusst in Kauf genommen.
Nach Berücksichtigung des Cash-Flows aus Finanzierungsaktivitäten in Höhe von € 398,7 Mio. verringerten sich
die liquiden Mittel im Vergleich zum 31. Dezember 2022 um € 19,8 Mio. (inklusive Fremdwährungseffekte von €
-5,4 Mio.) auf259,0 Mio.
Durch die starke Eigenkapitalbasis und die langfristigen Finanzierungen stehen ausreichende Liquiditätsreserven
nachhaltig zur Verfügung.
INVESTITIONEN
Im laufenden Geschäftsjahr wurden in der PIERER Mobility-Gruppe Gesamtinvestitionen in Höhe von € 316,5
Mio. (Vorjahr: 293,4 Mio.) inklusive IFRS 16 Leasingzugänge in Höhe von 32,5 Mio. (Vorjahr: 25,9 Mio.)
getätigt. Die Investitionen ohne Leasingprojekte verteilen sich auf Entwicklungsprojekte (inkl. Werkzeuge),
Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände wie folgt:
Beilage II/13
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden wie gewohnt hohe Investitionen in Serienentwicklungsprojekte (inkl.
Werkzeuge) vorgenommen. Der Anteil an den Investitionen in Entwicklungsprojekte (inkl. Werkzeuge) zu den
Gesamtinvestitionen betragen 69 % und liegen somit über dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 60 %). Die nachhaltig
hohen Investitionen in die Serienproduktentwicklung stellen einen der wesentlichen Erfolgsfaktoren der PIERER
Mobility-Gruppe dar. Auch die Investitionen in die Infrastruktur (Sachanlagen) lagen mit 20 % leicht unter dem
Vorjahresniveau von 23 %. Weitere 11 % (Vorjahr: 17 %) entfielen auf immaterielle Vermögensgegenstände (IT,
Lizenzen).
Die Investitionen der vergangenen Jahre haben die notwendigen Produktionskapazitäten für die kommenden
Jahre gesichert. Der Fokus der Investitionen lag und liegt daher auf anderen Projektthemen, insbesondere auf
der (Weiter-)Entwicklung bestehender und neuer Modelle, der Elektromobilität und der High-Tech-
Modernisierung. Diese markieren für die PIERER Mobility Gruppe derzeit und auch in Zukunft die oberste Priorität
der Investitionen. Im Einklang mit den strategischen Zielen werden die Ausgaben für Investitionen in Forschung
und Entwicklung auf dem bereits hohen Niveau der vergangenen Jahre bleiben.
Eine der bedeutendsten Einzelinvestitionen im Geschäftsjahr 2022 war der Weiterbau und die Fertigstellung des
neuen Headquarters von KTM North America in Murrieta, Kalifornien. Das Firmengelände wurde auf einer Fläche
von ca. 14.000 m² errichtet und umfasst Büro- und Motorsportgebäude sowie Lagerflächen. Am 28. März 2023
fand die Eröffnungsfeier in Murrieta statt. Mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 55 Mio. USD stellt dies
eine der größten Einzelinvestitionen in der Geschichte der PIERER Mobility Gruppe dar.
Wesentliche Investitionsprojekte in 2023 sind wie in den Vorjahren vor allem Entwicklungsprojekte und der Kauf
von Werkzeugen und Anlagen.
Beilage II/14
4. VERWEIS AUF DEN NICHTFINANZIELLEN
BERICHT
Die Gesellschaft erstellte für die PIERER Mobility-Gruppe einen konsolidierten nichtfinanziellen Bericht gemäß §
267a UGB für das Geschäftsjahr 2023, welcher Angaben zu Konzepten, nichtfinanziellen Risiken, Due Diligence
Prozessen sowie Ergebnissen und Leistungsindikatoren hinsichtlich Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelangen,
der Achtung von Menschenrechten, sowie der Bekämpfung von Korruption und Bestechung, enthält. Dieser
Bericht wurde vom Aufsichtsrat gemäß § 96 AktG geprüft und ist online verfügbar unter
https://www.pierermobility.com/nachhaltigkeit/publikationen.
Der Corporate Governance Bericht ist auf der Webseite der Gesellschaft verfügbar unter
https://www.pierermobility.com/investor-relations/corporate-governance.
5. FORSCHUNG & ENTWICKLUNG UND NEUE
MODELLE
Für die PIERER Mobility AG als führender Hersteller von Premium Powered-Two-Wheelers (PTW)-Fahrzeugen
in Europa ist es erklärtes Ziel, durch kontinuierliches Wachstum die Vorreiterrolle in Bezug auf Technologie,
Vertrieb und Image in der Motorradwelt weiter auszubauen. Der Bereich Forschung- und Entwicklung steht daher
seit Jahren besonders im Fokus. Als Resultat der verfolgten F&E-Strategie entstehen innovative Produkte, die
den hohen Kundenerwartungen hinsichtlich Technologie und Performance gerecht werden. Gleichzeitig
ermöglicht dies, nachhaltig neue Märkte zu erschließen.
Besonders hohe Priorität wird dabei der frühzeitigen Erkennung von Trends im Powered Two-Wheeler (PTW)-
Segment und der Weiterentwicklung des Produktportfolios in technischer und funktioneller Sicht beigemessen.
Gleichzeitig wird hohes Engagement zur Verfolgung, Erkennung und Umsetzung der Kundenanforderungen an
die Produkte und Dienstleistungen der PIERER Mobility-Gruppe aufgebracht, um die in der Vergangenheit
erarbeitete Vorreiterrolle weiter auszubauen und eine marktnahe Produktentwicklungsstrategie gewährleisten zu
können.
Dank der global agierenden Forschungs- und Entwicklungsorganisation verfügt die PIERER Mobility-Gruppe über
ein Netzwerk an hoch qualifizierten Mitarbeitern etwa im Bereich Konstruktion, Berechnung und Simulation.
Dieses Netzwerk wird durch den betriebsinternen Maschinen- und Anlagenpark, der für Produktion, Aufbau und
Validierung neu entwickelter Prototypen verantwortlich ist, unterstützt. Diese Kombination ermöglicht es, mit
hoher Flexibilität auf sich ändernde Anforderungen und die damit einhergehende Komplexität zu reagieren.
Zum Stichtag 31.12.2023 beschäftigte das Unternehmen 1.302 Mitarbeiter (Vorjahr: 976), das entspricht 21,1 %
der gesamten Belegschaft. Operativ, ohne Nebeneffekt aus der Aktivierung und Abschreibung von
Entwicklungsaufwendungen, wurden 9,2 % des Gesamtumsatzes für den Bereich Forschung und Entwicklung
aufgewendet, dies entspricht in absoluten Werten € 244,4 Mio. (Vorjahr: € 213,2 Mio.).
Der Forschungs- und Entwicklungsbereich der PIERER Mobility-Gruppe, gebündelt in der
KTM Forschungs-
und Entwicklungs GmbH
(KTM F&E GmbH), ist mit dezentralen Standorten in Europa (insbesondere Österreich
und Spanien) sowie Amerika global organisiert. Die zentrale Steuerung der Entwicklungsprogramme erfolgt im
F&E-Hauptquartier in Mattighofen sowie in Munderfing, wo ein Großteil der Mitarbeiter aus dem Forschungs- und
Entwicklungsbereich angesiedelt ist. Das Forschungs- und Entwicklungszentrum am Hauptsitz in Mattighofen ist
ein Innovationsstandort mit einer Nutzfläche von über 20.000 m². Hier werden richtungsweisende Produkte für
das Powersport-Segment konzipiert, entwickelt und mit modernsten Mitteln erprobt.
Die
KTM Technologies
GmbH mit Sitz in Anif bei Salzburg, ist organisatorisch Teil der KTM F&E GmbH und gilt
als Spezialist für die Mobilität der Zukunft, insbesondere in den Bereichen Konzept-, Technologieentwicklung und
Beilage II/15
Leichtbau. Erfolgsfaktor ist die anwendungsorientierte Entwicklung neuer Lösungen und Technologien. Sehr hohe
Expertise besteht im Bereich der Entwicklung von Fahrzeugkonzepten, unter anderem durch den Einsatz von
Multimaterial, Composite und additiven Fertigungstechnologien. Die KTM Technologies GmbH arbeitet als
Innovations-Hub eng mit der KTM F&E GmbH und Kunden aus anderen Industriezweigen zusammen. Zum Kreis
von Partnern und Kunden gehören etablierte OEMs und Start-Ups aus Branchen wie Automobil und Luftfahrt,
Maschinenbau und der Sportartikelindustrie. Durch das branchenübergreifende Leistungsportfolio profitieren
sowohl die Unternehmensgruppe als auch Drittkunden von einem breiten Know-how-Spektrum und den
Möglichkeiten des Technologietransfers.
Mit der Markteinführung der KTM Freeride E im Jahr 2014 gilt die PIERER Mobility-Gruppe als Pionier auf dem
Gebiet der Elektromobilität. In den letzten Jahren wurde das Spektrum an elektrifizierten Fahrzeugen
verschiedener Leistungskategorien auf alle Konzernmarken ausgedehnt. Die Entwicklung elektrifizierter
Motorradmodelle erfolgt zum überwiegenden Teil in dem hauseigenen Kompetenzzentrum in Anif bei Salzburg.
Da elektrifizierte Antriebssysteme zum gegenwärtigen Zeitpunkt aufgrund ihrer geringen Leistungsdichte mit
weitreichenden Einschränkungen hinsichtlich der Nutzbarkeit eines Motorrads einhergehen, zählt insbesondere
die Reduktion der Abgas- und Lärmemissionen im Bereich des Verbrennungsmotorenportfolios der PIERER
Mobility-Gruppe zu den wesentlichen Arbeitspaketen des abgelaufenen Forschungsjahres. Um die oberen
Fahrzeugsegmente mit höheren Leistungs- und Reichweitenanforderungen weiterhin dynamisch betreiben zu
können, wurde beispielsweise die Untersuchung zukunftsfähiger synthetischer Kraftstoffe, sogenannter E-Fuels,
und die Erprobung von Kraftstoffen mit erhöhtem Bioethanol-Anteil intensiv vorangetrieben.
Das Lärmemissionsverhalten von Motorrädern hat sich in den vergangenen Jahren zu einem bedeutenden
Akzeptanzkriterium für diese Fahrzeugkategorie entwickelt. Da es für Offroad-Sportmotorräder noch keine
einheitlichen Homologationsstandards vorgegeben sind, wurde im Geschäftsjahr 2023 die Erforschung der
Geräuschquellen dieser Modelle und davon abgeleiteten Lösungsansätzen zur signifikanten Reduktion von
Lärmemissionen fortgesetzt.
Hinsichtlich der Abgasemission wurde mit der Entwicklung einer neuen Powerpackgeneration (Leistungsklasse
110-170 kW) für das Modelljahr 2029 gestartet. Projektziel ist es, den CO
2
-Verbrauch im WMTC-Zyklus im
Vergleich zum Vorgängermodell um 20-35 % zu reduzieren. Für den Serieneinsatz der neuen Power-Packs soll
eine Top-Down-Strategie erarbeitet werden. Im ersten Schritt ist es geplant, ab dem Jahr 2029 die
Premiummodelle mit diesem Antriebsstrang auszustatten. In späteren Modelljahren soll diese
Powerpackgeneration auch in weiteren Segmenten zum Einsatz kommen.
Die
KTM F&E GmbH
engagiert sich weiterhin als Gründungsmitglied des Swappable Batteries Motorcycle
Consortium (SBMC). Ziel ist es, durch internationale Standardisierung des Batteriesystems die
Kundenerwartungen hinsichtlich Reichweite, Ladezeit und Kosten zu erfüllen und so einen wichtigen Beitrag zur
weiteren Verbreitung elektrifizierter Mobilitätskonzepte in urbanen Lebensbereichen zu leisten. Während sich die
Aktivitäten im Jahr 2022 hauptsächlich auf die Definition einheitlicher technischer Spezifikationen für das
Batteriesystem innerhalb der Mitgliederbasis konzentrierten, umfassten die Aktivitäten im Jahr 2023 die
Entwicklung von Batterieprototypen durch ausgewählte Lieferanten. Das Hauptziel der ersten Phase des
Prototyping ist die Validierung und Verfeinerung der Spezifikationen.
Die Virtualisierung der Produktentwicklung ist ein wichtiger Baustein zur Reduktion von Entwicklungszeiten, -
kosten und Qualitätsrisiken. Letztlich ist die physische Freiprüfung von Komponenten und Gesamtfahrzeugen auf
entsprechenden Prüfständen ein unerlässlicher Baustein in der Erprobung von Neuprodukten. Hierzu wird am
Standort Anif eine Prüffläche im Ausmaß von 300 m² betrieben, um entwicklungsbegleitend die
Qualitätssicherung der Produkte gewährleisten zu können.
Die 2022 gestartet Initiative zur modularen Elektronikplattform wurde 2023 fortgesetzt und konnte bereits in erste
Fahrzeuge wie beispielsweise die 1390 SUPER DUKE R für den Markt eingeführt werden. Ziel dieser modularen
Plattform sind standardisierte Schnittstellen, um so einen schnellen Austausch von Komponenten gewährleisten
zu können.
Beilage II/16
Konnektivität-Funktionen, die einen Datenaustausch zwischen Fahrzeug und Zubehör wie etwa Smartphones
ermöglichen, wurden in den letzten Jahren intensiv weiterentwickelt und zählen insbesondere im
Premiumsegment zu unverzichtbaren Ausstattungsmerkmalen. Neben der Entwicklung von Komfortfunktionen
wie Telefonie und Navigation stellen insbesondere die Entwicklung und Erprobung von Kommunikationssystemen
zwischen dem Motorrad und anderen Fahrzeugen bzw. zwischen dem Motorrad und (Verkehrs-)Infrastruktur, wie
etwa Ampelanlagen, einen zentralen Bestandteil der Aktivitäten des Berichtsjahres dar. Darüber hinaus wurde
auch an der Nutzung von (Fahrzeug-)Daten geforscht vor allem im Kontext der Produktentwicklung. So ist unter
anderem mit der Beschaffung, Herstellung und Instandhaltung von physischen Prototypen ein erheblicher
Ressourcenaufwand verbunden. Durch Einführung virtueller Entwicklungsmethoden kann der Aufwand für die
Erprobung physischer Bauteile und Baugruppen bis hin zum Gesamtfahrzeug erheblich reduziert und gleichzeitig
eine Verbesserung des späteren Produktes erzielt werden. Diese virtuellen Ansätze können etwa bei der
Digitalisierung in der Leuchtkörperentwicklung angewandt werden.
Der Einsatz hochwertiger Materialien in allen Fahrzeugen, die darin begründete Reduktion des Fahrzeuggewichts
und das damit einhergehende Potential zur
Verbrauchs- und Emissionsreduktion
sowie Verbesserung der
Fahrbarkeit sind eine weitere Säule der verfolgten Entwicklungsphilosophie. Durch die intensiven Bemühungen
der letzten Jahre konnte etwa das Gewicht unserer Offroad-Competition-Modelle mit jeder Generation weiter
reduziert werden. Stellvertretend für eine Vielzahl an Forschungs- und Entwicklungsprojekten im Bereich der
Material- und Oberflächenentwicklung wurde an der Entwicklung und Erprobung von Rädern und
Fahrwerkskomponenten aus Faserverbundwerkstoffen sowie an der Weiterentwicklung des Fertigungsprozesses
von Kunststoffteilen mit Designelementen in Hybridbauweise gearbeitet.
MODELLE MOTORRÄDER
Das Geschäftsjahr 2023 stand ganz im Zeichen einer großen Modelloffensive mit insgesamt 72 neuen und
überarbeiteten Modellen der drei Kernmarken KTM, Husqvarna und GASGAS.
Nach dem Erfolg im Jahr 2021 kehrte die
KTM 1290 SUPER DUKE RR
im ersten Quartal 2023 als limitiertes
Sondermodell zurück. Bereits im Jahr 2022 wurde die Partnerschaft zwischen KTM und BRABUS mit der
Präsentation der BRABUS 1300 R besiegelt, um BRABUS den Einstieg in die Welt des Motorradsports zu
ermöglichen. Diese Kooperation wurde mit der Einführung der
BRABUS 1300 R Masterpiece Edition
fortgeführt.
Die
KTM-Enduro-Palette
des Modelljahres 2024 ist der Beweis vieler Jahre an der Spitze des Enduro-
Motorsports und bildet eine dynamische Kombination aus Rennsportleistung, Ergonomie sowie führender
Technologie in der Branche. Die neue Modellgeneration präsentiert sich in einem brandneuen Look und mit einem
neuen Rahmenkonzept, überarbeiteten Motoren mit der neuen Drosselklappenkörper Einspritzung bei Zwei-Takt-
Motoren und einer neuen Generation WP Fahrwerkselementen ermöglicht es ein besseres Fahrgefühl sowie
höheren Komfort für Fahrer jeden Alters und aller Fähigkeitsstufen.
Mit der
890 SMT
2023 feierte KTM die Wiedergeburt einer Ikone. Das Motorrad mit der überarbeiteten LC8c
Plattform wurde entwickelt, um in Sachen Leistung, Drehmoment und Gewicht die Spitzenposition im Supermoto-
Touring-Segment zu erreichen. Dieses Modell ist zwischen den KTM ADVENTURE- und KTM Street-
Produktreihen platziert.
Im zweiten Halbjahr wurde weiters eine neue, Euro5+ konforme Generation der
DUKE-Modellreihe
präsentiert
mit neuen
125, 250, 390, 990 und 1390
Modellen. Die neue LC4c Plattform (125 & 390 DUKE) bietet ein
segmentführendes Leistungs-/Gewichtsverhältnis und elektronische Assistenzsysteme mit zwei-Kanal ABS sowie
schräglagenabhängige Traktionskontrolle. Die neue 990 DUKE basiert auf einer neuen Generation des LC8c
Motors mit 123 PS und 103 Nm Drehmoment sowie einer neu entwickelten Elektronikplattform mit modernsten
Assistenzsystemen und einem LED Projektor Scheinwerfer mit Daytime Running Light für eine unverkennbare
DUKE-Signatur. Auch die neue 1390 SUPER DUKE R basiert auf einem weiterentwickelten LC8 Motor mit neuer
Camshift Technologie, welcher eine weitere Leistungssteigerung auf 190 PS & 145 Nm Drehmoment bei
gleichbleibendem Fahrzeuggewicht ermöglichte. Darüber hinaus erhielt die
1390 SUPER DUKE R EVO
ein
überarbeitetes WP APEX Fahrwerk mit semiaktiver Technologie, welches die elektronische Einstellung des
Beilage II/17
Fahrwerks, eine verbesserte Performance bei gleichbleibend hohem Fahrkomfort und mehr
Einstellungsmöglichkeiten ermöglicht.
Husqvarna Motorcycles
präsentierte im März 2023 die
Norden 901 Expedition
, ein mit zahlreichen
Komfortfunktionen ausgestattetes und leistungsstarkes Reisemotorrad, ausgerichtet für den Einsatz sowohl auf
der Straße als auch im Gelände. Im letzten Quartal 2023 wurde zudem der Skutta, ein E-Scooter für urbane
Ballungsräume, vorgestellt und ist nur der erste Schritt einer großen Husqvarna Modelloffensive im Street
Segment für 2024.
In der Enduro Modellreihe für das Modelljahr 2024 präsentierte Husqvarna Motorcycles neun komplett
neugestaltete Maschinen mit neuester Technologie und weiterentwickelter Elektronik, um auch weiterhin im
Offroad-Bereich neue Standards zu setzen. Ein vielfältiges Angebot an technischem Zubehör und Bekleidung
vervollständigte die Markteinführung der aktuellen Zwei- und Vier-Takt-Modelle. Die neuen
TE 300 Pro & FE 350
Pro Sondermodelle
sind mit zusätzlichem technischem Zubehör für Hard Enduro Competitions spezifiziert und
bilden damit die perfekte Basis für wettbewerbsorientierte Kunden.
Im letzten Quartal folgten darüber hinaus eine neue Generation der beliebten
50cc & 65cc Sportminicycles
mit
neuem Look, neuen Rahmen und überarbeiteten Motoren für Offroad Wettbewerbe im Jugendbereich.
GASGAS
präsentierte ebenfalls eine neue Generation der Motocross, Enduro und Cross Country Modellpalette
2024 mit gleich 16 Dirtbikes auf Basis der aktuellen Offroadplattform und ergänzte dies durch innovative und
batterieelektrisch betriebene Produkte in Form der
MC-E 1.12, MC-E 1.16 und MC-E 1.20
. Diese, speziell für
Kinder ab drei Jahren konzipierten Electric-Balance-Bikes, ermöglichen das spielerische Erlernen im sicheren
Umgang mit Zweiradfahrzeugen und sind mit einem Akku-Schnellwechselsystem ausgestattet, um ein beinahe
unterbrechungsloses Fahren zu gewährleisten. Die drei neuen Modelle sind auch für die Marken KTM und
Husqvarna Motorcycles erhältlich.
Die Serienüberleitung im Bereich
elektrisch angetriebener Motorradmodelle
wird durch die
markenübergreifend angebotenen KTM SX-E 2, Husqvarna EE 2- und GASGAS MC-E 2 ModelleKTM SX E3-,
HUSQVARNA EE3- und GASGAS MC E-3-Modelle abgerundet.
MODELLE FAHRRÄDER
In der ersten Jahreshälfte 2023 gab es auch in der Fahrradsparte eine Reihe an neu gestalteten Produkten und
eine Vielzahl an technischen Erneuerungen.
Husqvarna E-Bicycles
setzt auf innovative
Elektromobilitätslösungen und öffnet sich dadurch vielversprechende neue Märkte weltweit. Das im Jahr 2022
präsentierte Mountain Cross 6 (MC6) dient als Vorlage für zukünftige Produktinnovationen und stärkt die Position
von Husqvarna E-Bicycles im
e-MTB-Sektor
. Das neue
Light Cross 6 (LC6)
erweitert die Modellpalette im
Offroad-Segment. Spezifische PG&A-Artikel und mehrere neue Produktlinien runden das Urban Range- und
Allroad-Modellsegment ab. Im Oktober 2023 wurden die neuen MY24 Husqvarna E-MTBs präsentiert.
GASGAS E-Bicycles
baut auf dem Erfolg der Marke GASGAS im Motorradsegment auf. Mit den leistungsstarken
E-MTBs für Offroad-Strecken konnte die Marke nach einem erfolgreichen Geschäftsjahr 2022 ihre Reichweite
auch im ersten Quartal 2023 weltweit ausbauen. Die Erfahrungen aus dem Offroad-Motorsport sowie das Wissen
über Technologien und Materialien werden bei der Entwicklung neuer elektrifizierter New Mobility Produkte eine
noch größere Rolle spielen. Der neue GASGAS
ECC Race-Prototyp
wurde auf dem Sea Otter Festival in
Monterey, Kalifornien gezeigt. Ein E-Mountainbike, das weitere neue Spezifikationen und Komponenten verbirgt.
Im Juni 2023 stellte PIERER New Mobility auf der EUROBIKE in Frankfurt weitere neue Modelle sowie
Produktentwicklungen im Bereich Fahrrad und New Mobility aus. Neben einem neuen Modell der
Grand City-
Reihe
für die Stadt- und Allroad-Mobilität von Husqvarna E-Bicycles enthüllte GASGAS Bicycles den
MOTO
Urban Cruiser
, einen in Supermoto-Ästhetik designten Beach-Cruiser.
Beilage II/18
6. CHANCEN- UND RISIKOBERICHT
Die Geschäftstätigkeit der PIERER Mobility-Gruppe ist von laufenden Veränderungen geprägt. Die Nutzung der
sich durch diese Veränderungen ergebenden Chancen ist der wesentliche Grundstein des Erfolges der PIERER
Mobility- Gruppe. Zur Sicherung des zukünftigen unternehmerischen Erfolgs und Nutzung der sich ergebenden
Chancen muss die Gruppe bewusst Risiken eingehen.
Das Management von Chancen und Risiken ist die Basis, um auf Änderungen politischer, wirtschaftlicher,
technischer oder rechtlicher Rahmenbedingungen adäquat zu reagieren. Sofern es wahrscheinlich ist, dass die
identifizierten Chancen beziehungsweise Risiken eintreten, sind sie bereits in den Aussagen im Konzernanhang
und -lagebericht verarbeitet. Die nachfolgenden Ausführungen beinhalten mögliche künftige Entwicklungen oder
Ereignisse, die zu einer für die PIERER Mobility-Gruppe positiven (Chancen) beziehungsweise negativen
(Risiken) Abweichung von der Unternehmensprognose führen können.
Im Rahmen des Risikomanagements werden alle Einzel- und kumulierten Risiken, die den Erfolg des
Unternehmens gefährden könnten, überwacht und gesteuert. Bestandsgefährdende Risiken werden
grundsätzlich vermieden. Der Risikokonsolidierungskreis entspricht dem Konsolidierungskreis des
Konzernabschlusses der PIERER Mobility-Gruppe.
RISIKOMANAGEMENTSYSTEM
Der Hauptzweck des Risikomanagements der PIERER Mobility-Gruppe besteht in der Sicherung und Stärkung
des Unternehmens durch eine richtige und transparente Einschätzung der finanziellen, operativen und
strategischen Risiken. Der Vorstand übernimmt dabei gemeinsam mit dem Management der wesentlichen
Konzerngesellschaften, insbesondere der KTM AG, umfangreiche Steuerungs- und Controlling-Aufgaben im
Rahmen eines internen, alle wesentlichen Standorte umfassenden, integrierten Kontrollsystems. Das rechtzeitige
Erkennen, Evaluieren und Reagieren auf strategische und operative Risiken ist ein wesentlicher Bestandteil der
Führungstätigkeit dieser Einheiten und leistet einen wesentlichen Wertbeitrag für das Unternehmen. Grundlagen
dafür sind ein einheitliches und konzernweites, regelmäßiges Berichtswesen und eine laufende Überwachung der
operativen und strategischen Pläne.
Die PIERER Mobility-Gruppe verfügt über ein mehrstufiges Risikomanagementsystem, bei dem die
konzernweiten Risiken nach Fachbereichen bzw., geografischen Bereichen erhoben werden. Die operative
Verantwortung und die Bewertung der konzernweiten Risiken erfolgt durch das Risikomanagement der KTM AG
und dem lokalen Management und wird direkt an den Vorstand berichtet und von diesem sowie vom
Konzernvorstand überwacht.
Eine präventive Analyse von potenziellen Ereignissen ist ebenso Ziel des Risikomanagements. Zusätzlich ist es
auch Aufgabe des Risikomanagements, Risiken aktiv zu steuern und entsprechende Maßnahmen mit den
betroffenen Unternehmensbereichen zu definieren und evaluieren.
RISIKOMANAGEMENTSTRATEGIE
Die PIERER Mobility-Gruppe orientiert sich im Rahmen Ihrer Risikomanagementstrategie am COSO®
Framework. Demgemäß hat der Konzern folgende Kernbereiche der Risikomanagementstrategie definiert:
Beilage II/19
Das auf Ebene der KTM AG eingerichtete Risikomanagement führt regelmäßig Risikoanalysen durch. Es werden
nur Risiken abweichend von der Konzern-Bilanz und der Konzern-GuV dargestellt.
ENTERPRISE RISK MANAGEMENT PROZESS
Das Enterprise Risikomanagement der PIERER Mobility-Gruppe umfasst einen kontinuierlichen Prozess, welcher
die Identifikation und Bewertung, Analyse und Reporting, Maßnahmendefinition sowie -nachverfolgung der
gruppenweiten sowohl operativen als auch strategischen Risiken und Chancen sicherstellt. Dieser bildet die Basis
für ein einheitliches und konzernweites Berichtswesen und stellt eine laufende Überwachung der operativen und
strategischen Risiken sicher.
Die Unternehmensgruppe verfügt über einen mehrstufigen Risikomanagementprozess, bei dem die
konzernweiten Risiken nach Bereichen erhoben werden. Die Sicherstellung der Durchführung und der Aktualität
der Informationen obliegt der Risikomanagement-Abteilung. Die Informationen über die Risikolage werden durch
die Risk Owner der Fachbereiche zur Verfügung gestellt. Die Risikomanagement-Abteilung berichtet direkt an
den Vorstand der KTM AG, diesem sowie dem Konzernvorstand wird zur Überwachung ein regelmäßiger Report
über die Gesamtrisikolage zur Verfügung gestellt.
Klimabezogene Risiken und Chancen werden in den folgenden Prozessschritten gleichermaßen betrachtet und
berücksichtigt:
Identifikation & Bewertung
Die Identifikation der Risiken und Chancen findet im Zuge der Risiko Assessments, gesteuert auf Ebene der KTM
AG, statt. In diesen werden klimabezogene Risiken und Chancen gleichermaßen wie auch finanzielle, operative
oder strategische Risiken mit den betroffenen Risk Ownern der Fachbereiche diskutiert und identifiziert.
Ziel der Risikobewertung ist die kontinuierliche, qualitative und quantitative Bewertung aller identifizierten
Chancen und Risiken zur Priorisierung von Risikosteuerungsmaßnahmen. Die Chancen- und Risikobewertung
bei der PIERER Mobility-Gruppe soll folgenden Anforderungen entsprechen:
Beilage II/20
Objektivität: Die Bewertung soll nach möglichst objektiven Maßstäben erfolgen.
Vergleichbarkeit: Damit die Chancen und Risiken miteinander verglichen werden können, erfolgt eine
quantitative Bewertung anhand einheitlich definierter Werte (sofern sinnvoll und möglich)
Grundsätzlich erfolgt die Bewertung der Risiken und Chancen hinsichtlich Eintrittswahrscheinlichkeit und
Schadensausmaß, für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns, in einem szenariobasierten
Ansatz bestehend aus Best Case (BC), Realistic Case (RC) und Worst Case (WC). Die Quantifizierung kann
dabei auf (a) tatsächlich in der Vergangenheit eingetretenen Risiken, (b) Benchmark-Werten aus der Branche
oder (c) Expertenschätzungen basieren. Die Wahl der jeweiligen Verteilung ist abhängig von der Art des Risikos,
in den meisten Fällen entspricht diese aber einer Pert-Verteilung. Neben der quantitativen Bewertung der Risiken
und Chancen kann gemäß Methodik zusätzlich auch eine qualitative Bewertung stattfinden, welche gerade im
Bereich klima- und umweltbezogener Risiken und Chancen nützlich ist.
RISIKOBEWERTUNG
Analyse & Reporting
Nach strukturierter Konsolidierung des Gesamt-Risiko-Inventars erfolgt eine Monte Carlo Simulation, daraus
ergibt sich die Gesamtrisikolage sowie die benötigten Kennzahlen. Darüber hinaus werden die größten Risiken
und Chancen der Gruppe identifiziert und vervollständigen das Lagebild. Darin sind selbstverständlich auch die
wesentlichen klimabezogenen Risiken und Chancen enthalten.
Maßnahmendefinition & -nachverfolgung
Hauptziel der Risikomitigation ist die aktive, kontinuierliche und kontrollierte Beeinflussung der Risiken und
Chancen unter Berücksichtigung der Unternehmensstrategie und der Wirtschaftlichkeit, um den
Gesamtrisikoumfang des Unternehmens bewusst zu lenken, und somit langfristig eine Steigerung des
Unternehmenswertes zu erreichen. Risiken werden durch entsprechende Maßnahmen minimiert, vermieden oder
auch in bestimmten Fällen bewusst eingegangen, die Strategie wird vom jeweiligen Risk Owner festgelegt und
evaluiert. Dabei wird die Risikomanagement- Abteilung regelmäßig über den Status der Maßnahmen informiert.
In Zusammenarbeit mit der ESG-Abteilung erfolgt die Maßnahmen- sowie Zieldefinition der klimabezogenen
Risiken und Chancen.
Ad-hoc Berichterstattung
Bei Ad-hoc Änderungen der Risikolage ist die Risikomanagement- Abteilung unverzüglich von den Risk Ownern
der Fachabteilungen zu unterrichten und informiert zu halten.
Darauf aufbauend wird die Risiko- und Chancenmanagement Strategie erarbeitet.
Risikoüberwachung /-kontrolle
Kernpunkt des operativen Risikomanagements ist die Identifizierung, Evaluierung und Beherrschung von
wesentlichen Risiken aus dem operativen Geschäft. Dieser Prozess wird insbesondere von den oberen und
mittleren Managementebenen der KTM AG durchgeführt und vom Vorstand der PIERER Mobility AG überwacht.
CHANCEN- UND RISIKOBERICHT
Die folgende Übersicht dient dem Gesamtüberblick über die wesentlichen identifizierten Risiken und Chancen
und zeigt damit deren Bedeutung für die PIERER Mobility-Gruppe auf sowie die zugehörigen Maßnahmenpakete.
Gesamthaft hat die PIERER Mobility-Gruppe weder zum Bilanzstichtag noch zum Zeitpunkt der Aufstellung des
Abschlusses bestandsgefährdende Risiken identifiziert.
Beilage II/21
Risiken/ Chancen
Maßnahmen
BRANCHE
Regulierungen
gesetzlichen Rahmenbedingungen in den
Absatzländern beeinflussen, den
Lenkerberechtigungen (z.B.: geplante
Regulierung in der Europäischen Union für
Verbrennungsmotoren)
x
Durch Klimaschutzbestrebungen könnten
bestehende Regulierungen bzw. Fahrverbote
Regulierungen auftreten
x
Forschung und Entwicklung zur Einhaltung
bestehender und zukünftiger Regularien
notwendig
x
Regulierun
andere klima- und luftqualitätsbedingte
Alternative zum Pkw attraktiver machen
x
Marktsegmentierung – Regularien
werden bereits im
Produktentstehungsprozess
(„PEP“) berücksichtigt
x
Eigene Abteilung für „Regional
Affairs“ zur Sicherstellung und
Überwachung der Einhaltung
bestehender und zukünftiger
länderspezifischer Regularien
x
Als ACEM-Mitglied (European
Association of Motorcycle
Manuf
acturers) auf der Ebene der
KTM AG unterstützt PIERER
Mobility die Strategie zur
Dekarbonisierung, die sich an den
Zielen des europäischen Green
Deal und des Klimaschutzgesetzes
sowie der Strategie für nachhaltige
und intelligente Mobilität der
Europäischen Kommission
orientiert (Verweis TCFD Bericht)
x
Entwicklung emissionsarmer/ -
freier
alternativer Antriebsysteme und
Produkte
Produkt- und
Technologieentwicklun
g
Investitionen: Zögern bei der Forschung und
Entwicklun
könnte die Marktposition und Position bzgl.
Technologie und Innovation verschlechtern
x
Mitbewerber könnten aufgrund schnelleren
Fortschritts den Markt erschließen
x
Technologien könnten sich als nicht
abbildbar herausstellen
x
Sicherung der technologischen Vorreiterrolle:
neuer Produkte durch Forschung und
Entwicklung könnten die Marktposition und
verstärken und eine Beibehaltung der relativ
hohen Forschungsquote von rund 8 -9 %
ermöglichen
x
Etablierte F&E Organisation
x
Etablierter
Produktentstehungsprozess
(„PEP“)
x
Entwicklung emissionsfreier
alternativer Antriebssysteme und
Produkte
x
Strategisches Produktmanagement in
Organisation verankert
MARKT
Verändertes
Kundenverhalten
Konsums der Kunden führen
x
E-Bicycles und E-Motorcycles: Durch höhere
Nachfrage nach emissions- und lärmarmen
Individualmobilitätslösungen könnte die
Erweiterung des Produktportfolios auf
E-Bicycles/Stand-Up-Scooter und E-
im niedrigen Leistungsbereich für
Umsatzsteigerungen sorgen
x
Digitale Lösungen: Digitale -
x
Hohe Qualitätsstandards und klare
Positionierung im
Premiumsegment
x
Kundenanforderungen werden beim
Produktentstehungsprozess
mitberücksichtigt, um so die
Kundenbedürfnisse abdecken zu
können
x
Erschließung neuer Produktfelder wie
Stand-Up-Scooter, E-
Bicycles oder
emissionsarme/-freie Alternativen
Beilage II/22
Risiken/ Chancen
Maßnahmen
liefern und somit als Dienstleistung eine neue
Umsatzquelle ergeben
x
Durch den Wandel zu neuen
oder - freien) Technologien könnte das
Marktgefüge umgekrempelt werden und die
Chance auf Erschließung von Marktanteilen
erhöhen
zu konventionellen Verbrenner-
Modellen
x
Forschung und Entwicklungen im
Feld der alternativen
Antriebstechnologien
Marktentwicklungen
Wettbewerb geprägt. – Die
diese Entwicklung wird sich auch über das
kommende Jahr erstrecken und könnte den
Markt negativ beeinflussen
x
Die größten Einzelabsatzmärkte der PIERER
Mobility-
der US-amerikanische Markt dar,
konjunkturellen Lage in den Ländern und
Regionen bestimmt
x
Marktforschungen und
-
prognosen, welche in der Planung
berücksichtigt, werden
x
In Zusammenarbeit mit dem
strategischen Partner Bajaj Auto
Ltd., Pune, Indien, wird
konsequent an der Umsetzung
einer glo
balen Produktstrategie im
Motorradbereich gearbeitet
x
Langfristig erfolgreiche
Marktstrategie- KTM Europas
führender „Powered Two-
Wheeler“
Hersteller
x
Strategische Händlernetzentwicklung
x
Neue Entwicklungen: kleinvolumige
PTW, Stand-Up-Scootern, E-
Motorrädern und für E-Fuels
geeignete Motorräder sowie E-
Bicycles für den innerstädtischen
Gebrauch
IT
Cyber Crime
den letzten Jahren stetig zugenommen
Weiterentwicklung der
Krisenorganisation
„Cyber Security“ Trainings
lT-Security- und Riskmanagement
-
System zur Identifikation und
Steuerung der
Informationssicherheitsrisiken
Für weitere Ausführungen zu IT-
Risiken wird auf den
Konzernanhang (Kapitel VII)
der
PIERER Mobility AG verwiesen
Systemfehler und
Datenverfügbarkeit
kann zu Systemfehlern führen und somit den
Produktionsprozess beeinflussen
lT-Security- und Riskmanagement-
System zur Identifikation und
Steuerung der
Informationssicherheitsrisiken
FINANZEN
Finanzrisiko
Für weitere Ausführungen zum Risikobericht sowie zu Finanzinstrumenten, einschließlich der
konkreten Maßnahmen zur Mitigierung von Risiken durch den Einsatz von Finanzinstrumenten
(z.B.
Hedging von Fremdwährungspositionen mit Futures, Swaps etc.) wird auf den
Konzernanhang (Kapitel VII und VIII) der PIERER Mobility AG verwiesen
Beilage II/23
Risiken/ Chancen
Maßnahmen
Forderungsausfall
den Händlerdruck. Dies kann vermehrt zu
Forderungsausfällen führen
Enge Abstimmung mit Händlernetz
und Unterstützung dieser mit
gezielten Programmen
Bankgarantien zur Absicherung
Strategische Händlernetzentwicklung
HR
Workforce
Arbeitgeber-
Baustein, um den vorherrschenden Spirit der
PIERER Mobility-Gruppe an potenzielle neue
Mitarbeiter zu vermitteln
ausscheiden
PIERER Mobility-
x
Strategische Personalentwicklung
x
Trainingsangebot
x
Crossmediale Mitarbeiterkampagnen
x
Umfassendes
Lehrlingsausbildungsprogramm in
einer eigenen Lehrwerkstätte
x
Mitarbeitergesundheitsprogramm
BESCHAFFUNG UND PRODUKTION
Material & Rohstoffe
derzeit noch teurerer, erneuerbarer Energie,
höhere Auflagen an Stahlherstellung, …) im
Markt verteuern
x
z.B. für die vermehrte Akkuherstellung für E-
Markt führen
x
Ein Abklingen der anhalte
diese auch die Preise für Materialien und
Rohstoffe, was für die Pierer Mobility-
einem globalen konjunkturellen
Beschaffungsrisiko führt
x
Der anhaltende Russland Ukraine Konflikt kann
Materialien & Rohstoffen nehmen
x
geringeren Kosten für Material & Rohstoffe
führen
x
neuer M
Eigenschaften
x
Nutzung alternativer Lieferketten und
entsprechende Aktivitäten zur
Reduktion der anfallenden Kosten
x
logistische Beschaffungsstruktur zur
Minimierung von Transportwegen
und damit
verbundenen Kosten
anzupassen
x
Forschung zu alternativen Materialien
und Rohstoffen und zur
Materialreduktionen/funktionaler
Leichtbau
x
Einkaufsbedingungen und effektives
„Cost Engineering“
x
Forschung zu alternativen Materialien
und Rohstoffen und zur
Materialreduktionen
Materialversorgung
des Produktionsbetriebs führen
x
Anhaltendes Beschaffungsrisiko für die Motorrad
Division liegt in Lieferverzögerungen von
bestellten Komponenten
x
Aufbau von Lagerbeständen zur
Absicherung der Produktion
x
Flexibilität im implementierten
Produktionslayout garantiert
schnelle Anpassung der
Produktionspläne
x
langfristige Zusammenarbeit mit
unseren Lieferpartnern sowie
Beilage II/24
Risiken/ Chancen
Maßnahmen
sorgfältige Auswahl
leistungsfähiger neuer Lieferanten
x
Pflege der Lieferantenbeziehungen
x
Förderung kurzer Lieferketten und
lokaler Beschaffungsstrategien zur
Verkürzung der Lieferzeiten
x
Implementiertes Market-
Intelligence-
System für elektronische Bauteile
sowie die Erschließung
unterschiedlicher Bezugsquellen
(Multiple Sourcing)
Betriebsstoffe (insb.
Strom)
Produktionsbetrieb essenziell
x
Aufgrund des Russland-
auch im kommenden Jahr zur
den Energiepreis negativ beeinflussen.
x
Errichtung von Photovoltaikanlagen
x
Errichtung eines Energierings zur
Steigerung der
Eigenverbrauchsquote des
gewonnenen Stroms
x
Umsetzung von
Energieeinsparmaßnahmen
x
Lagerungsmöglichkeiten
SONSTIGE
Produktqualität & -
haftung
wird darauf großer Wert gelegt
Produkthaftungsfälle sind vor allem im US-
amerikanischen Markt ein Risiko
Neben bisher
produktbezogene Klagen könnten durch
klimawandelbedingte Regulierungen weitere
Klagegründe hinzukommen
Hohe Qualitätsstandard durch
geeignete
Lieferantenauswahlverfahren
sowie Qualitätsmanagement
Systeme und Audits
Versicherung
Compliance Risiken
o
Weise und Handlung mit Integrität
Richtlinien z.B. Code of Conduct
Trainings und Schulungen
Aufbau eines Hinweisgebersystem
für frühzeitiges Gegensteuern
gegen Fehlverhalten
siehe Nachhaltigkeitsbericht 2023 –
Seiten 54 bis 55, Abschnitt
Governance, Management der
Prävention und Aufklärung von
Korruption und Bestechung
Klima- & Umweltrisiken
und Chancen
siehe Nachhaltigkeitsbericht 2023 – Seiten 27 bis 28, Abschnitt Klimawandel, Anpassung an den
Klimawandel“
strategische Chancen
Kerngeschäft Powered- Two- Wheelers
(Motorräder)
Globalisierung Produktionsstandorte: um den
nachteiligen wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen in Europa
entgegenzuwirken und Entwicklungs- und
Fokus auf Premiummarken KTM,
GASGAS, Husqvarna und MVAgusta
Teilverlagerungen von Produktion
und F&E
-Aktivitäten zu den
strategischen Partnern CFMOTO
(China) und Bajaj Auto (Indien)
Beilage II/25
Risiken/ Chancen
Maßnahmen
CFMOTO in China statt
7. ANGABEN GEMÄß § 243A (ABS 1) UGB
1. Das Grundkapital beträgt EUR 33.796.535. Es ist zerlegt in 33.796.535 Stück auf Inhaber lautende,
Stückaktien mit Stimmrecht, wobei jede Stammaktie am Grundkapital in gleichem Umfang beteiligt ist. Die
Aktien gewähren die gewöhnlichen nach dem österreichischen Aktiengesetz den Aktionären zustehenden
Rechte. Dazu zählt das Recht auf die Auszahlung der in der Hauptversammlung beschlossenen Dividende
sowie das Recht auf Ausübung des Stimmrechtes in der Hauptversammlung. Sämtliche Aktien der PIERER
Mobility AG sind seit dem 14. November 2016 an der SIX Swiss Exchange (SIX) im International Reporting
Standard hauptkotiert (ISIN AT0000KTMI02). Seit dem 1. März 2022 sind die Aktien der PIERER Mobility AG
zusätzlich an der Wiener Börse (Amtlicher Handel) gelistet. Im Geschäftsjahr 2023 kam es zu keiner Änderung
im Grundkapital der Gesellschaft. Ebenso wenig wurden eigene Aktien erworben oder veräußert, weshalb die
Gesellschaft zum Stichtag 31. Dezember 2023 keine eigenen Aktien hielt.
2. Zwischen der Pierer Konzerngesellschaft mbH, der Pierer Industrie AG und der Pierer Bajaj AG einerseits (die
„Pierer- Gruppe“) und der Bajaj Auto Ltd. und Bajaj Auto International Holdings B.V. andererseits (die „Bajaj-
Gruppe“) besteht seit 29. September 2021 ein Syndikatsvertrag (der „Syndikatsvertrag 2021“), der die Rechte
und Pflichten der beiden Unternehmensgruppen in Bezug auf die Beteiligung der Pierer Industrie AG und der
Bajaj Auto International Holdings B.V. an der Pierer Bajaj AG als Mehrheitsaktionärin der PIERER Mobility AG
regelt. Der Syndikatsvertrag 2021 sieht vor, dass die Geschäftsordnung für den Vorstand und den Aufsichtsrat
der Pierer Bajaj AG im Falle einer Übertragung des Eigentums von Aktien der PIERER Mobility AG der
Zustimmung der von Bajaj nominierten Aufsichtsratsmitglieder der Pierer Bajaj AG bedarf. Die Pierer Bajaj
AG, die wirtschaftlich Herrn DI Stefan Pierer zuzurechnen ist, unterliegt angesichts des Syndikatsvertrags auf
der Ebene der Pierer Bajaj AG somit Veräußerungsbeschränkungen. Dem Vorstand sind keine weiteren
Beschränkungen bekannt, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen.
3. Nach Kenntnis der Gesellschaft bestand per 31. Dezember 2023 folgende direkte oder indirekte Beteiligung
am Kapital der PIERER Mobility AG, die zumindest 10 von Hundert betragen:
• Pierer Bajaj AG: 74,18 % (direkte Beteiligung);
• Pierer Konzerngesellschaft mbH (direkte und indirekte Beteiligung): 0,09 % (direkte Beteiligung) und
74,18 % (indirekte Beteiligung).
4. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.
5. Es bestehen derzeit keine Mitarbeiterbeteiligungsmodelle.
6. Es bestehen keine über das Gesetz hinausgehenden Bestimmungen hinsichtlich der Ernennung und
Abberufung der Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates und über die Änderung der Satzung.
7. Möglichkeiten, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen:
Berücksichtigt werden nur Möglichkeiten Aktien auszugeben oder zurückzukaufen, die zum Stichtag
31. Dezember 2023 noch aufrecht waren:
Beilage II/26
Aufgrund der von der Hauptversammlung vom 29. April 2022 erteilten Ermächtigung und gleichzeitig
beschlossenen Satzungsänderung enthält die Satzung der Gesellschaft als § 5 „Genehmigtes Kapital“
folgende Bestimmung:
a) Der Vorstand ist gemäß § 169 AktG ermächtigt, bis 29.04.2027 mit Zustimmung des Aufsichtsrates das
Grundkapital der Gesellschaft von EUR 33.796.535,00, allenfalls in mehreren Tranchen, gegen Bar-
und/oder Sacheinlagen um bis zu EUR 16.898.267,00 durch Ausgabe von bis zu 16.898.267 Stück auf
Inhaber lautende nennbetragslose Stückaktien auf bis zu EUR 50.694.802,00 zu erhöhen und den
Ausgabebetrag sowie die Ausgabebedingungen und die weiteren Einzelheiten der Durchführung der
Kapitalerhöhung im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat festzusetzen sowie allenfalls die neuen Aktien
im Wege des mittelbaren Bezugsrechts gemäß § 153 Abs 6 AktG den Aktionären zum Bezug anzubieten.
b) Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Bezugsrecht der Aktionäre ganz
oder teilweise auszuschließen,
(i) wenn die Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen erfolgt und in Summe der rechnerisch auf die gegen
Bareinlagen unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien entfallende Anteil am
Grundkapital der Gesellschaft die Grenze von 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft zum
Zeitpunkt der Einräumung nicht übersteigt,
(ii) wenn die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen erfolgt,
(iii) zur Bedienung einer Mehrzuteilungsoption (Greenshoe), und/oder
(iv) für den Ausgleich von Spitzenbeträgen.
c) Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem
genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.
Aufgrund des von der Hauptversammlung vom 21. April 2023 geschaffenen bedingten Kapitals und der dazu
beschlossenen Satzungsänderung enthält die Satzung der Gesellschaft als § 5a „Bedingtes Kapital“ folgende
Bestimmung:
Das Grundkapital der Gesellschaft wird gemäß § 159 Abs 2 Z 1 AktG um bis zu EUR 4.375.000.000,00
durch Ausgabe von bis zu 4.375.000 auf Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennwert (Stückaktien) zur
Ausgabe an Gläubiger von Finanzinstrumenten gemäß § 174 AktG im Sinne des
Hauptversammlungsbeschlusses vom 21.04.2023, die unter Ausnutzung der in dieser
Hauptversammlung eingeräumten Ermächtigung von der Gesellschaft ausgegeben werden, erhöht. Die
Kapitalerhöhung darf nur soweit durchgeführt werden, als die Gläubiger der Finanzinstrumente von ihrem
Umtausch und/ oder Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen. Der Ausgabebetrag
und das Umtauschverhältnis sind nach Maßgabe anerkannter finanzmathematischer Methoden sowie
des Aktienkurses in einem anerkannten Preisfindungs- verfahren zu ermitteln. Die neu ausgegebenen
Aktien der bedingten Kapitalerhöhung sind im gleichen Maße wie die bereits bestehenden Aktien der
Gesellschaft dividendenberechtigt. Der Vorstand ist ermächtigt mit Zustimmung des Aufsichtsrates die
weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen. Der Aufsichtsrat ist
ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem bedingten Kapital
ergeben, zu beschließen.
Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Bedienung einer eventuell begebenen
Wandelschuldverschreibung und darf ausdrücklich nur so weit durchgeführt werden, als Gläubiger von
Wandelschuldverschreibungen von ihrem Umtausch- und /oder Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft
Gebrauch machen.
Diese bedingte Kapitalerhöhung dient zur Ausgabe von neuen Aktien an Gläubiger von
Finanzinstrumenten gemäß § 174 AktG, die unter Ausnutzung der in der Hauptversammlung vom 21.
April 2023 eingeräumten Ermächtigung von der Gesellschaft ausgegeben werden. Diese von der
Hauptversammlung vom 21. April 2023 eingeräumte Ermächtigung Finanzinstrumente gemäß § 174 AktG
auszugeben, wurde bisher nicht ausgenutzt.
Beilage II/27
Von Hauptversammlung vom 21. April 2023 wurden im Hinblick auf den Erwerb und die Veräußerung eigener
Aktien zudem folgende Beschlüsse gefasst:
d) Der Vorstand ist gemäß § 65 Abs 1 Z 8 AktG für die Dauer von 30 Monaten ab dem Datum der
Beschlussfassung ermächtigt, eigene Aktien der Gesellschaft sowohl über die Börse als auch
außerbörslich auch unter Ausschluss des quotenmäßigen Andienungsrechtes der Aktionäre zu erwerben
und, ohne dass die Hauptversammlung vorher nochmals befasst werden muss, gegebenenfalls diese
Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrates einzuziehen. Der Handel mit eigenen Aktien ist als Zweck des
Erwerbs ausgeschlossen. Der Anteil der zu erwerbenden Aktien darf 10% des Grundkapitals nicht
übersteigen. Der Gegenwert pro zu erwerbender Stückaktie darf jeweils den durchschnittlichen
ungewichteten Börseschlusskurs an der SIX Swiss Exchange der vergangenen 10 Handelstage um nicht
mehr als 20% unterschreiten oder übersteigen. Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise oder auch in
mehreren Teilbeträgen und in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft, mit ihr
verbundenen Unternehmen oder für deren Rechnung durch Dritte ausgeübt werden. Der Aufsichtsrat ist
ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Einziehung von Aktien ergeben, zu beschließen.
e) Der Vorstand ist für die Dauer von fünf Jahren ab dem Datum der Beschlussfassung ermächtigt, mit
Zustimmung des Aufsichtsrates eigene Aktien auch auf andere Art als über die Börse oder durch ein
öffentliches Angebot zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck zu veräußern oder zu verwenden und hierbei
auch das quotenmäßige Kaufrecht der Aktionäre auszuschließen (Ausschluss des Bezugsrechtes) und
die Veräußerungsbedingungen festzusetzen. Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise oder auch in
mehreren Teilbeträgen und in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke ausgeübt werden.
8. Vereinbarungen der Gesellschaft, die bei einem Kontrollwechsel infolge eines Übernahmeangebotes wirksam
werden, sich ändern oder enden sowie deren Wirkungen werden seitens der Gesellschaft nicht bekannt
gegeben, da dies der Gesellschaft erheblich schaden würde.
9. Es existieren keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und
Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebotes.
8. WESENTLICHE MERKMALE DES INTERNEN
KONTROLLSYSTEMS § 243A (ABS2) UGB
Das interne Kontrollsystem der PIERER Mobility-Gruppe hat die Aufgabe, die Ordnungsmäßigkeit und
Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung, die Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen gesetzlichen
und unternehmensinternen Vorschriften sowie die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der betrieblichen Tätigkeit
einschließlich des Schutzes des Vermögens vor Verlusten durch Schäden und Malversationen sicherzustellen.
In der Gestaltung der Elemente des internen Kontrollsystems wurden international anerkannte Rahmenwerke für
Interne Kontrollsysteme (z.B. COSO-Framework) berücksichtigt. Das System umfasst:
x
Konzernweite Vorgaben für die Rechnungslegung
x
Funktionstrennung als organisatorische Maßnahme
x
Systemgestützte und prozessabhängige Kontrollen
x
Prozessunabhängige Kontrollen
x Management von Risiken der Bilanzerstellung
Die PIERER Mobility-Gruppe setzt auf eine kontinuierliche Weiterentwicklung und Verbesserung des internen
Kontrollsystems. Dazu erfolgt regelmäßig eine Überwachung seiner Funktionsfähigkeit durch Prozess- und
Datenanalysen sowie unabhängige, externe Prüfungstätigkeiten. Im Folgenden werden die wesentlichen
Merkmale des internen Kontrollsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess dargestellt.
Beilage II/28
KONTROLLUMFELD
Die Organisationsstruktur der PIERER Mobility-Gruppe bildet die Basis für das Kontrollumfeld und das interne
Kontrollsystem im Unternehmen. Im Bereich der Aufbauorganisation im (Konzern-)Rechnungswesen bestehen
eindeutige Kompetenz- und Verantwortungsbereiche auf den unterschiedlichen Führungs- und Hierarchieebenen
des Konzerns. Dies betrifft einerseits die Konzernzentrale in Wels sowie die österreichischen und alle
internationalen Tochtergesellschaften. Die Bereiche Treasury und Business Process Finance sind in den
operativen Bereichen der Gruppe angesiedelt, wobei auch hier die Aufgaben und Verantwortungen klar aufgeteilt
sind.
Der starken internationalen Ausrichtung der PIERER Mobility-Gruppe und der damit zusammenhängenden
dezentralen Gesellschafts- und Standortstrukturen wird durch die Zentralisierung von wesentlichen
Unternehmensfunktionen im Bereich der Finanzberichterstattung in den österreichischen Standorten
(insbesondere in Mattighofen) Rechnung getragen. Die Wahrnehmung und Steuerung der nationalen
Geschäftstätigkeiten obliegt dem jeweiligen lokalen Management und wird vom Vorstand der KTM AG sowie vom
Konzernvorstand überwacht.
In der Ablauforganisation setzt die PIERER Mobility-Gruppe auf ein ausgeprägtes und umfangreiches Regelwerk
an Bilanzierungs-, Bewertungs- und Kontierungsvorgaben. Dies stellt eine angemessene Basis für ein starkes
Kontrollumfeld und Kontrollsystem dar. Neue Bilanzierungsstandards werden hinsichtlich ihrer Auswirkung auf
die Rechnungslegung der PIERER Mobility-Gruppe beurteilt. Die Vorgaben an die Rechnungslegung und die
Rechnungslegungsprozesse werden laufend überprüft und mindestens jährlich, bei Bedarf häufiger angepasst.
Die Überwachung der Einhaltung der rechnungslegungsbezogenen Regelungen und Kontrollen liegt in der
Verantwortung des jeweils zuständigen Managements.
RISIKOBEURTEILUNG
Risiken in Bezug auf den Rechnungslegungsprozess werden durch das Management erhoben und überwacht
sowie im Risikomanagementprozess berücksichtigt. Der Fokus wird dabei auf jene Risiken gelegt, die als
wesentlich zu betrachten sind.
Die wesentlichen Risiken im Bereich der Rechnungslegung umfassen die nicht vollständige Erfassung von
bilanzierungsrelevanten Sachverhalten, Fehler in der Belegerfassung sowie fehlerhafte Berechnungen.
Komplexe Bilanzierungsgrundsätze könnten zu einem erhöhten Fehlerrisiko, unrichtigen Ausweis sowie
verspätete Bilanzerstellung führen. Zudem besteht das Risiko eines Datenzugriffes von unberechtigten Personen
bzw. Datenmanipulation, Ausfall von IT-Systemen und Datenverlust.
Für die Erstellung des Abschlusses müssen regelmäßig Schätzungen vorgenommen werden, bei denen das
immanente Risiko besteht, dass die zukünftige Entwicklung von diesen Schätzungen abweicht. Dies trifft
insbesondere auf die folgenden Sachverhalte/Posten des Konzernabschlusses zu: Sozialkapital, Ausgang von
Rechtsstreitigkeiten, Werthaltigkeit von Forderungen, Beteiligungen und Vorräten. Teilweise werden externe
Experten zugezogen bzw. wird auf öffentlich zugängliche Quellen abgestellt, um das Risiko einer
Fehleinschätzung zu minimieren.
KONTROLLMAßNAHMEN
Die PIERER Mobility-Gruppe hat ihre Kontrollen direkt in die (Konzern-)Rechnungslegungsprozesse integriert.
Wesentliches Element ist dabei, neben prozessunabhängigen externen Kontrollmechanismen, das Prinzip der
Funktionstrennung. Zur Gewährleistung einer vollständigen, zeitgerechten und richtigen Bilanzerstellung wurden
in allen am Buchungsprozess beteiligten Bereichen Qualitätssicherungs- und Kontrollmaßnahmen implementiert.
Sämtliche Kontrollmaßnahmen werden im laufenden Geschäftsprozess angewandt, um sicherzustellen, dass
potenzielle Fehler in der Finanzberichterstattung vorgebeugt bzw. diese entdeckt und korrigiert werden. Des
Weiteren führt die Anwendung von unternehmensinternen Richtlinien zu einer einheitlichen Behandlung der
Geschäftsfälle sowie zu einer einheitlichen Bilanzierung und Berichterstattung.
In den wichtigen IT-Systemen mit Rechnungslegungsrelevanz sind Kontrollen integriert, die unter anderem die
falsche Erfassung von Geschäftsvorfällen verhindern, die vollständige Erfassung von Geschäftsvorfällen
Beilage II/29
beziehungsweise Bewertung der Geschäftsvorfälle entsprechend den Rechnungslegungsvorschriften
sicherstellen oder die Überprüfung der Konsolidierung unterstützen sollen. Im Hinblick auf die steigenden
Anforderungen an IT-Systeme in der Rechnungslegung sowie den ständig steigenden technischen Möglichkeiten
führt die PIERER Mobility Gruppe regelmäßig IT-gestützte Analysen der Wirksamkeit der gesetzten Maßnahmen
durch, um etwaige aufgetretene Kontrollschwächen zu erkennen und anschließend zu beseitigen.
Kontrollmaßnahmen in Bezug auf die IT-Sicherheit stellen einen Eckpfeiler des internen Kontrollsystems dar. So
wird die Trennung von sensiblen Tätigkeiten durch eine restriktive Vergabe von IT-Berechtigungen unterstützt.
Durch die eingesetzte ERP Software finden automatisierte Prüfungen statt, wie z.B. die automatisierten Kontrollen
bei Rechnungsfreigabe und Rechnungsprüfung.
KOMMUNIKATION UND ÜBERWACHUNG
Die Verantwortung für die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems im (Konzern-)Rechnungslegungsprozess ist
klar geregelt und liegt bei den verantwortlichen Führungskräften und Prozessverantwortlichen. In die Beurteilung
der Wirksamkeit fließen neben den Ergebnissen aus der unternehmensinternen Einschätzung auch jene von
externen Prüfungen, z. B. im Rahmen der Jahresabschlussprüfung oder von externen IT-Security Audits, sowie
des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses ein. Schwächen im Kontrollsystem werden unter
Berücksichtigung ihrer möglichen Auswirkung auf die Rechnungslegungsprozesse behoben.
Neben den gesetzlich vorgeschriebenen Abschlüssen, welche den Führungsebenen zur Verfügung gestellt
werden, wurde im Konzern auch ein umfangreiches Internes Berichtswesen implementiert, das je nach
Berichtsempfänger in unterschiedlichen Aggregationstiefen erstellt und verteilt wird.
Weitere zentrale Instrumente der Risikoüberwachung und -kontrolle sind die unternehmensweiten Richtlinien über
den Umgang mit wesentlichen Risiken, der Planungs- und der Controlling-Prozesse, sowie die laufende
Berichterstattung. Die Richtlinien umfassen die Festsetzung und Kontrolle von Limits und Handlungsabläufen zur
Begrenzung finanzieller Risiken sowie die strikte Vorgabe des Vier-Augen-Prinzips bei Rechnungs- und
Zahlungsfreigaben.
Darüber hinaus basiert das interne Kontrollsystem auf genauen Informationen über die Prozesse für die
Rechnungslegung und Finanzberichtserstattung und schließt auch deren vorgelagerte Unternehmensprozesse,
z. B. Bestellanforderungen oder Logistikprozesse, mit ein. Die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems wird
vom Management dahingehend überprüft, dass die Ergebnisse, die in komprimierter Berichtsform an das
Management übermittelt werden von ihm analysiert, bewertet und kommentiert werden.
Vorstand und Prüfungsausschuss werden jährlich über die Einschätzung zur Wirksamkeit des internen
Kontrollsystems in der Rechnungslegung unterrichtet. Bei wesentlichen Veränderungen der Wirksamkeit des
internen Kontrollsystems erfolgt eine unverzügliche Berichterstattung an den Vorstand und gegebenenfalls an
den Aufsichtsrat sowie eine Ergreifung adäquater Maßnahmen zur Erhöhung der Wirksamkeit.
Beilage II/30
9. AUSBLICK
Geschäftsentwicklung
Anknüpfend an den Trend aus dem Jahr 2022 konnten die Marken KTM, Husqvarna Motorcycles und GASGAS
im Jahr 2023 ihre Marktanteile in den relevanten Absatzmärkten weitgehend ausbauen. Darüber hinaus erwartet
die Gruppe mittel- bis langfristig ein weiteres Wachstum des Motorradmarktes und eine insgesamt positive
Entwicklung des Motorradmarktes für die von ihr vertriebenen hochwertigen Premiumprodukte.
Die noch im Geschäftsjahr 2022 aufgetretenen Herausforderungen in den internationalen Lieferketten der
Unternehmensgruppe haben sich in 2023 deutlich entspannt und werden voraussichtlich auch im Geschäftsjahr
2024 keine größeren Störungen verursachen. Die in der KTM AG Gruppe etablierten Maßnahmen zeigen somit
Wirkung, da die Folgen aus der letztjährigen Situation durch die Lieferantenrisikobewertung weitgehend
abgemildert wurden. Neben anderen Maßnahmen und den identifizierten Gründen für Lieferkettenprobleme in
der Vergangenheit wurde die Beschaffungsstrategie angepasst und das Beschaffungsrisiko insbesondere durch
den direkten Zugang zum asiatischen und den weiteren Fokus auf den europäischen Markt reduziert.
Für das Geschäftsjahr 2024 rechnet die PIERER Mobility-Gruppe weiterhin mit einem global schwierigen
wirtschaftlichen Umfeld, nicht zuletzt getrieben von den unverändert signifikant hohen Inflationsraten und Lohn-
und Gehaltsentwicklungen mit weitreichenden Einflüssen auf die Preisentwicklung weltweit. Für die Gruppe wird
das Jahr 2024 ein Konsolidierungsjahr, welches zur Stärkung des Kerngeschäfts genutzt wird. Im Zuge dessen
erwartet die PIERER Mobility Gruppe für das Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz auf ähnlichem Niveau wie im
Vorjahr und eine EBIT-Marge von 5-7 %.
Um die Rentabilität der Gruppe zu sichern, wird das Management Kostenreduktionsmaßnahmen im Geschäftsjahr
2024 im zweistelligen Millionenbereich durchführen. Diese Maßnahmen umfassen insbesondere die stärkere
Fokussierung auf das Kerngeschäft Powered-Two-Wheelers (Motorräder und elektrifizierte Mobility-
Produkte) mit den Premiummarken KTM, GASGAS und Husqvarna sowie MV Agusta.
Als weitere wesentliche Maßnahme zur Kostenreduktion werden Teile der Produktion für einzelne Modelle der
Mittelklasse und bestimmte Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zum strategischen Partner Bajaj Auto,
Indien, sowie zu CFMOTO, China, verlagert. Das betrifft Produkte (Straßenmotorräder) in sehr preis- und
wettbewerbsintensiven Märkten. Die bisher bei Bajaj produzierte Modellpalette (zwischen 125 und 390
Kubikzentimeter) wird erweitert. Beim chinesischen Partner CFMOTO werden Straßenmotorräder zwischen 790
und 950 Kubikzentimeter assembliert. Die Unternehmensgruppe erwartet sich daraus nicht nur Kostenvorteile,
sondern auch eine Beschleunigung von Entwicklungs- und Industrialisierungsprozessen.
Begleitet werden diese Maßnahmen unter anderem durch die Reduktion der Mitarbeiteranzahl um bis zu 300
Arbeitsplätze in Mattighofen und Munderfing, insbesondere durch die Herausnahme von Leiharbeitern sowie
durch Mitarbeiter, die über natürliche Fluktuation das Unternehmen verlassen.
Aufgrund oben beschriebener strategischer Anpassungen werden ab dem Geschäftsjahr 2024 die berichteten
Teilbereiche neu strukturiert. Künftig erfolgt die Ausrichtung an den Segmenten „Motorcycles“ sowie „E-Mobility“.
Das neue Segment „E-Mobility“ umfasst künftig neben elektrifizierten New Mobility-Produkten sämtliche
elektrobetriebenen Powered-Two-Wheelers wie E-Motorräder, E-Minis sowie Stand-up Scooters.
Investitionen
Die Investitionen der vergangenen Jahre haben die notwendigen Produktionskapazitäten für die kommenden
Jahre gesichert. Der Fokus der Investitionen lag und liegt daher auf anderen Projektthemen, insbesondere auf
der (Weiter-)Entwicklung bestehender und neuer Modelle, der Elektromobilität und der High-Tech-
Modernisierung. Diese markieren für die Gruppe derzeit und auch in Zukunft die oberste Priorität der Investitionen.
Im Einklang mit den strategischen Zielen werden die Ausgaben für Investitionen in Forschung und Entwicklung
auf dem bereits hohen Niveau der Vorjahre bleiben.
kpmg
P
PIERER Mobility AG, Wels
Bericht über die Prüfung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2023
14. März 2024
Bestätigungsvermerk
Bericht zum Jahresabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Jahresabschluss der
PIERER Mobility AG,
Wels,
bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an
diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und ver-
mittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2023 so-
wie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Über-
einstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr 537/2014
(im Folgenden AP-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschluss-
prüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards
on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im
Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses"
unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unab-
hängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens- und berufsrechtlichen Vor-
schriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen
Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise
bis zum Datum dieses Bestätigungsvermerkes ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage
für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtge-
mäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäfts-
jahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahres-
abschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und
wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Wir haben bestimmt, dass es keine besonders wichtigen Prüfungssachverhalte gibt, die in unse-
rem Vermerk mitzuteilen sind.
kpmg
P
PIERER Mobility AG, Wels
Bericht über die Prüfung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2023
14. März 2024
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses
für den Jahresabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und
dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vor-
schriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft
vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die
sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei
von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich,
die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachver-
halte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig –
anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmens-
tätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Ge-
sellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine realis-
tische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozes-
ses der Gesellschaft.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresab-
schlusses
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Gan-
zes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtü-
mern ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinrei-
chende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Über-
einstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Ab-
schlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine we-
sentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen
können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich ange-
sehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass
sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidun-
gen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen
Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben
wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine
kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von
dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion
auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und
geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus do-
losen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden,
ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammen-
wirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das
Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
kpmg
P
PIERER Mobility AG, Wels
Bericht über die Prüfung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2023
14. März 2024
Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kon-
trollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen ange-
messen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kon-
trollsystems der Gesellschaft abzugeben.
Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rech-
nungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern darge-
stellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Anga-
ben.
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungsle-
gungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertre-
ter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsi-
cherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche
Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwer-
fen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit be-
steht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben
im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind,
unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundla-
ge der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünf-
tige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fort-
führung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses ein-
schließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvor-
fälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang
und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungs-
feststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die
wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten berufli-
chen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben und uns mit ihm über
alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte austauschen, von denen vernünftigerweise an-
genommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig
damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausge-
tauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahres-
abschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssach-
verhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei
denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachver-
halts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in
unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet
wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche
Interesse übersteigen würden.
kpmg
P
PIERER Mobility AG, Wels
Bericht über die Prüfung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2023
14. März 2024
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Bericht zum Lagebericht
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf
zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden recht-
lichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Überein-
stimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des La-
geberichts durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen auf-
gestellt worden, enthält die nach § 243a UGB zutreffenden Angaben, und steht in Einklang mit
dem Jahresabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des ge-
wonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld haben wir keine wesentlichen
fehlerhaften Angaben im Lagebericht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 AP-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 21. April 2023 als Abschlussprüfer gewählt und am
25. Juli 2023 vom Aufsichtsrat mit der Abschlussprüfung der Gesellschaft für das am 31. Dezem-
ber 2023 endende Geschäftsjahr beauftragt.
Wir sind ohne Unterbrechung seit dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2014 Abschluss-
prüfer der Gesellschaft.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum Jahresabschluss" mit dem zu-
sätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der AP-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs 1 der AP-VO) er-
bracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit
von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
kpmg
P
PIERER Mobility AG, Wels
Bericht über die Prüfung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2023
Dieses Dokument wurde qualifiziert elektronisch signiert und ist nur in dieser Fassung gültig. Die
Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der
von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den
deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind
die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Alexander
Gall.
Linz
14. März 2024
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
qualifiziert elektronisch signiert:
Mag. Alexander Gall
Wirtschaftsprüfer
Erklärung des V
orstandes
Gemäß § 124 Abs. 1 Z 3 Börsegesetz
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit
den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte
Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzern-
lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die
Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und
dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewiss-
heiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den
maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahres-
abschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt,
dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis
und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst
getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und
dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten
beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.
Wels, im März 2024
Der Vorstand der PIERER Mobility AG
Dipl.-Ing. Stefan Pierer Mag. Ing. Hubert Trunkenpolz Mag. Viktor Sigl, MBA
Mag. Florian Kecht Mag. Alex Pierer Dipl.-Vw. Rudolf Wiesbeck
IMPRESSUM
Eigentümer, Herausgeber und Verleger
PIERER Mobility AG
Edisonstraße 1
4600 Wels, Österreich
FN 78112 x / Landes- und Handelsgericht Wels
KONTAKT
Mag. Melinda Busáné Bellér
Investor Relations, Sustainability
Telefon: +43 1 533 1 433 - 70
E-Mail: ir@pierermobility.com
Website: www.pierermobility.com
CI-Konzept: LX media GmbH, 4600 Wels, www.lx-media.at
Grasche Umsetzung: Grak-Buero Elena Gratzer, 4615 Holzhausen, www.grak-buero.at
Fotos: KTM/Factory Racing-Archiv, Husqvarna Motorcycles/Factory Racing-Archiv, WP-Archiv, GASGAS/Factory Racing-Archiv, Kiska-Archiv, CFMOTO International,
Husqvarna/GASGAS-E-Bicycles-Archiv
Der vorliegende Bericht wurde mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt und die Richtigkeit der Daten überprüft. Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden,
dass durch die Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben geringfügige Rechendierenzen bzw. Satz- und Druckfehler auftreten können.
Personenbezogene Begrie wie „Mitarbeiter“ oder „Arbeitnehmer“ werden aus Gründen der Lesbarkeit geschlechtsneutral verwendet.
Dieser Bericht und die darin enthaltenen zukunftsweisenden Angaben wurden auf Basis aller während der Erstellung zur Verfügung stehenden Daten und Informationen erstellt.
Wir weisen allerdings darauf hin, dass die tatsächlichen Ergebnisse von den in diesem Bericht angegebenen zukunftsbezogenen Aussagen aufgrund unterschiedlicher Faktoren
abweichen können. Dieser Bericht erscheint in deutscher und englischer Sprache. Maßgeblich ist in Zweifelsfällen die deutschsprachige Version.
ALLGEMEINE UNTERNEHMENSDATEN:
Berichtendes Unternehmen: PIERER Mobility AG
Sitz des Unternehmens: Österreich
Rechtsform des Unternehmens: Aktiengesellschaft
Land in dem das Unternehmen als juristische Person eingetragen ist: Österreich
Anschrift des eingetragenen Geschäftssitzes: Edisonstraße 1, 4600 Wels
Hauptsitz der Geschäftstätigkeit: Edisonstraße 1, 4600 Wels
Name des Mutterunternehmens: Pierer Bajaj AG
Name des obersten Mutterunternehmens: Pierer Konzerngesellschaft mbH
Geschäftstätigkeit: Die PIERER Mobility AG ist die Leitgesellschaft für Europas
führenden Hersteller motorisierter Zweiräder im Segment der Sportmotorräder und E-Bikes.
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