
CA IMMOBILIEN ANLAGEN AKTIENGESELLSCHAFT, WIEN BEILAGE 2
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KONJUNKTURTREND
1)
Nach dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie und der
schweren Rezession in 2020 hat der Internationale Wäh-
rungsfonds (IMF) in seinem im Januar 2021 veröffentlich-
ten Update des World Economic Outlooks einen positi-
ven Ausblick der Weltwirtschaft gezeichnet. Obwohl die
jüngsten Impfstoffzulassungen Hoffnungen auf eine
Trendwende in der Bekämpfung der Pandemie noch in
diesem Jahr geweckt haben, geben erneute Infektionswel-
len und neue Varianten des Virus Anlass zur Sorge. In-
mitten dieser außergewöhnlichen Unsicherheit wird für
die Weltwirtschaft ein Wachstum von 5,5%im Jahr 2021
und 4,2% im Jahr 2022 prognostiziert. Die Prognose für
2021 wurde gegenüber der vorherigen Prognose um 0,3
Prozentpunkte nach oben korrigiert. Dementsprechend
wächst die Erwartung einer durch den Impfstoff ausge-
lösten Belebung der Wirtschaftstätigkeit im weiteren Jah-
resverlauf sowie zusätzliche politische Unterstützung in
einigen großen Volkswirtschaften. Die prognostizierte
Wachstumserholung in diesem Jahr folgt auf einen
schweren Einbruch 2020, der akute negative Auswirkun-
gen auf die Weltwirtschaft hatte. Der globale Wachstums-
rückgang für 2020 wird auf –3,5% geschätzt, 0,9 Prozent-
punkte höher als in der vorherigen Prognose, was eine
stärker als erwartete Dynamik in der zweiten Hälfte des
Jahres 2020 widerspiegelt.
Nach einer ersten Schätzung der Jahreswachstumsrate
für 2020, basierend auf saison- und kalenderbereinigten
Quartalsdaten, sank das BIP im Euroraum um 7,2% und
in der EU um 6,8%. Gemäß aktuellem Forecast steigt das
BIP in der EU in 2021 um etwa 4% – und damit weniger
als bisher prognostiziert – und 2022 um etwa 3%. Dies
bedeutet, dass der Output der europäischen Wirtschaft
im Jahr 2022 in etwa wieder auf dem Vorkrisenniveau lie-
gen würde. Es wird erwartet, dass die Tiefe der Rezession
im Jahr 2020 und die Geschwindigkeit der Erholung in
den Jahren 2021 und 2022 in den einzelnen Mitgliedstaa-
ten sehr unterschiedlich ausfallen werden.
DIE CA IMMO KERNMÄRKTE 2020
2)
Im Vergleich zum Vorquartal ist das saisonbereinigte
BIP im 4. Quartal 2020 im Euroraum um 0,7% und in der
EU um 0,5% gesunken. Dies geht aus einer vorläufigen
Schnellschätzung hervor, die von Eurostat veröffentlicht
wurde. Diese Rückgänge folgen auf eine starke Erholung
1)
Quellen: Internationaler Währungsfonds, Europäische Kommission,
Oxford Economics
im 3. Quartal 2020 (+12,4% im Euroraum; +11,5% in der
EU) und die schärfsten Rückgänge seit Beginn der Zeit-
reihe 1995 im 2. Quartal (-11,7% im Euroraum und
–11,4% in der EU).
Im Dezember 2020 lag die saisonbereinigte Arbeitslosen-
quote im Euroraum bei 8,3%, unverändert im Vergleich zu
November 2020 und ein Anstieg von 90 Basispunkten ge-
genüber Dezember 2019. Die Arbeitslosenquote in der EU
lag im Dezember 2020 bei 7,5%, ebenfalls unverändert im
Vergleich zu November 2020 und ein Anstieg von 100 Ba-
sispunkten gegenüber Dezember 2019.
Am Ende des 3. Quartals 2020, in dem die Auswirkun-
gen der staatlichen Maßnahmen als Reaktion auf die Co-
vid-19 Eindämmungsmaßnahmen in einem erhöhten Fi-
nanzierungsbedarf nach wie vor zum Tragen kamen, be-
lief sich der öffentliche Schuldenstand im Verhältnis
zum BIP im Euroraum auf 97,3%, gegenüber 95,0% am
Ende des 2. Quartals 2020. In der EU stieg die Quote von
87,7% auf 89,8%. Verglichen mit dem 3. Quartal 2019 er-
höhte sich der öffentliche Schuldenstand im Verhältnis
zum BIP sowohl im Euroraum (von 85,8% auf 97,3%) als
auch in der EU (von 79,2% auf 89,8%). Die Anstiege sind
auf zwei Faktoren zurückzuführen: beträchtliche An-
stiege der Staatsverschuldung und sinkendes BIP.
Die Jahresinflation bewegte sich im Euroraum mit
–0,3% im Dezember 2020 deutlich unter der Zielgröße
der EZB von unter, aber nahe 2,0% (Dezember 2019:
1,3%). Dem gegenüber standen 0,3% in der Europäischen
Union (Dezember 2019: 1,6%). Die niedrigsten jährlichen
Raten wurden in Griechenland (–2,4%), Slowenien
(–1,2%) und Irland (–1,0%) gemessen. Die höchsten jähr-
lichen Raten verzeichneten Polen (3,4%), Ungarn (2,8%)
und Tschechien (2,4%).
Die Wirtschaft in Österreich schrumpfte 2020 mit einem
Rückgang des realen BIP um 7,5%. Die Inflationsrate lag
im Dezember 2020 bei 0,3%, die Arbeitslosenquote bei
7,5%. Die Brutto-Staatsverschuldung in Prozent des BIP
erhöhte sich auf 79,1%.
Das negative Wirtschaftswachstum in Deutschland spie-
gelte sich in einem BIP-Rückgang von 5,5% wider. Im ge-
samt-europäischen Vergleich liegt Deutschland damit un-
ter den entsprechenden Durchschnitten der EU bzw. der
Eurozone. Die Arbeitslosenquote in Deutschland erhöhte
2)
Quellen: Eurostat, Europäische Kommission, Bloomberg, Financial Times
WIRTSCHAFTLICHES UMFELD