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JAHRESFINANZBERICHT
2024
INHALTSVERZEICHNIS
KONZERNABSCHLUSS FRAUENTHAL-GRUPPE 2024
4 KONZERNLAGEBERICHT
20 KONZERNABSCHLUSS
31 KONZERNANHANG
64 ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
67 ERKLÄRUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER
68 BESTÄTIGUNGSVERMERK
JAHRESABSCHLUSS FRAUENTHAL HOLDING AG 2024
74 LAGEBERICHT
91 JAHRESABSCHLUSS
108 ERKLÄRUNG DER GESETZLICHEN VERTETER
109 BESTÄTIGUNGSVERMERK
KONZERNLAGEBERICHT
FRAUENTHAL HOLDING AG 2024
A. EINLEITUNG
Die Frauenthal-Gruppe hat einen gesonderten nicht finanziellen Bericht erstellt, bei dem die nicht finanziellen Leistungsindikatoren
berichtet werden.
DIE GRUPPE IM ÜBERBLICK
Die Frauenthal-Gruppe weist einen Gesamt-Umsatz in Höhe von MEUR 1.014,3 auf und liegt damit um MEUR -66,6 unter dem
Vorjahresergebnis (-6,2 %). Dieser Umsatzrückgang ergibt sich in Höhe von MEUR -38,8 aus der Division Frauenthal Handel und mit
MEUR -27,9 aus der Division Frauenthal Automotive. Die Division Frauenthal Handel weist einen Jahresumsatz in Höhe von
MEUR 807,0 (-4,6 %) auf, die Division Frauenthal Automotive erzielt im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz von MEUR 207,3 (-11,9 %).
Die Frauenthal-Gruppe erwirtschaftet 2024 ein EBITDA
1
von MEUR 47,6 und liegt mit diesem Ergebnis um MEUR -14,6 unter dem
Vorjahr. Bereinigt um das Ergebnis aus dem Verkauf einer Immobilie in der Division Frauenthal Handel iHv MEUR 3,0 beträgt das
bereinigte EBITDA der Frauenthal-Gruppe MEUR 44,5 und liegt um MEUR -17,6 unter dem Vorjahr. Die Division Frauenthal Handel
weist ein EBITDA von MEUR 34,9 auf das bereinigte EBITDA iHv MEUR 31,9 liegt um MEUR -15,1 (-32,1 %) unter dem
Vorjahresergebnis. Die Division Frauenthal Automotive erzielt ein EBITDA in Höhe von MEUR 14,5 und liegt damit um MEUR -3,0
(-17,2 %) unter dem Vorjahr.
Das EBIT
2
der Frauenthal-Gruppe beträgt 2024 MEUR 5,6 und ist im Geschäftsjahr mit außerplanmäßigen Abschreibungen aufgrund
von Impairments iHv MEUR 6,9 belastet. Das bereinigte EBIT in Höhe von MEUR 9,5 liegt um MEUR -19,3 unter dem
Vorjahresvergleichswert.
Das Konzern-Eigenkapital sinkt von MEUR 192,0 um MEUR -27,5 auf MEUR 164,5, was einerseits mit MEUR -20,8 auf den Rückerwerb
eigener Aktien und andererseits auf das negative Jahresergebnis zurückzuführen ist. Die Eigenkapitalquote von 38,1 % zum
Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 verringert sich per 31. Dezember 2024 auf 35,0 %.
WIRTSCHAFTLICHES UMFELD
Im Geschäftsjahr 2024 sind beide Divisionen mit einem äußerst herausfordernden Geschäftsumfeld und einer angespannten
Marktsituation konfrontiert.
Die Division Frauenthal Handel bietet ein breites Portfolio an Produkten und Lösungen für ihre Kunden im Sanitär-, Heizungs- und
Elektrogroßhandel an und ist maßgebend mit der österreichischen Bauwirtschaft verbunden. Stark steigende Baustoffpreise,
Personalmangel sowie die hohe Inflation wirken sich negativ auf das Baugewerbe und somit auf die Bauproduktion (-4,4 %
3
gegenüber 2023) aus. Dieser Trend ist besonders im Bereich Neubau zu spüren, wo die Baugenehmigungen deutlich zurückgegangen
sind. Bei Renovierungen und im Bereich der energetischen Sanierung zeigt sich hingegen eine stabilere Entwicklung. Die CO-
reduzierenden und energiekostensenkenden Sanierungen sowie Investitionen in Wärmepumpen und Photovoltaik-Anlagen befinden
sich weiterhin auf einem stabilen Niveau, wenn auch die Dynamik im Vergleich zu den Vorjahren nachgelassen hat.
Die umfangreichen Förderaktionen, insbesondere das Programm „Raus aus Öl und Gas", stellen wichtige Konjunkturmaßnahmen dar,
die aber Ende des Jahres 2024 überraschend eingestellt werden. Die bereits genehmigten, aber noch nicht abgerufenen Förderungen
werden voraussichtlich bis zum 3. Quartal 2025 die Nachfrage in der Division Frauenthal Handel stützen. Die gesamtwirtschaftliche
Entwicklung in Österreich zeigt sich herausfordernd, mit einem prognostizierten BIP-Rückgang von -0,9 % für 2024 laut OeNB
Report 2024/22.
1
EBITDA: Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte
2
EBIT: Ergebnis vor Zinsen und Steuern; EBIT bereinigt: beinhaltet keine außerplanmäßigen Abschreibungen > siehe auch
Punkt B. Ergebnisanalyse Tabelle Punkt (2)
3
98
th
Euroconstruct Country Report, Winter 2024.
4
Der europäische Automobilmarkt gerät im Jahr 2024 in eine anhaltende Krise dies resultiert vor allem aus den Unsicherheiten und
der damit verbundenen niedrigen Nachfrage im Bereich der Elektromobilität. Das Geschäftsjahr ist geprägt von einem weiterhin hohen
Zinsniveau, Zollbarrieren sowie einer starken Konkurrenz, insbesondere aus Fernost, wobei vor allem chinesische Anbieter im
chinesischen Markt deutlich an Marktanteilen gegenüber Europäischen Herstellern gewinnen. Infolgedessen bleibt das
Produktionsvolumen der europäischen Hersteller deutlich hinter den ursprünglichen Prognosen zurück. Die Zulassungen auf dem
europäischen PKW-Markt
4
stagnieren weitestgehend und verzeichnen lediglich ein Wachstum von 0,8 % im Vergleich zu 2023. In
wichtigen Märkten wie z. B. Deutschland und Italien gehen die Zulassungen um rund -7 % bzw. -5 % zurück.
Der Anteil der batteriebetriebenen Fahrzeuge (BEVs) bleibt mit 13,6 % stabil (12,6 % im Jahr 2023), doch gegen Jahresende 2024
geht der Markt für BEVs deutlich zurück im Monat Dezember in Deutschland um -38,6 % und in Frankreich um -20,7 % im Vergleich
zum Dezember des Vorjahres. Im Nutzfahrzeugmarkt
5
sinken die Neuregistrierungen von LKWs, dem wichtigsten
Nutzfahrzeugsegment für die Division Frauenthal Automotive, im Vergleich zu 2023 um -6,3 %. In Deutschland, dem größten Markt
für schwere Nutzfahrzeuge, geht der Markt um -6,9 % zurück, während Frankreich einen Rückgang von -2,9 % verzeichnet. Das
Segment der mittelschweren Nutzfahrzeuge wächst hingegen um 8,3 % im Vergleich zum Vorjahr. Nachdem der LKW-Markt im Jahr
2023 den höchsten Stand seit 15 Jahren erreicht hat,
6
ist das Jahr 2024 von einem allgemeinen Rückgang der Nachfrage geprägt.
Ebenso ist für die erste Hälfte des Jahres 2025 derzeit keine Erholung der Nachfrage in Sicht.
Im europäischen PKW-Markt beginnt die Nachfrage erstmals nach 16 aufeinanderfolgenden Wachstumsmonaten im Dezember 2023
zu schrumpfen, und dieser Trend setzt sich auch im Jahr 2024 fort: Im Jahr 2024 gibt es einen nur leichten Anstieg der PKW-
Neuzulassungen um 0,8 %. Das Gesamtjahresvolumen 2024 erreicht 10,6 Millionen Fahrzeuge. Spanien zeigt sich mit einer soliden
Wachstumsrate von 7,1 % weiterhin widerstandsfähig. Rückgänge werden dagegen in Frankreich (-3,2 %), Deutschland (-1 %) und
Italien (-0,5 %)
7
beobachtet.
Zusammengefasst ist das Jahr 2024 für die Division Frauenthal Automotive eine Herausforderung, die im Wesentlichen durch die
anhaltende Krise in der Automobilindustrie geprägt ist.
DIVISION FRAUENTHAL AUTOMOTIVE: UMSATZ UND ERGEBNIS AUFGRUND DER KRISE IN DER
AUTOMOBILINDUSTRIE UNTER VORJAHRESNIVEAU
Das Geschäftsjahr 2024 ist von inflationsbedingten Kostensteigerungen sowie einer sinkenden Nachfrage auf Kundenseite geprägt.
Die hohe Kostenbasis in Kombination mit geringen Abrufen seitens der Kunden kann teilweise durch ein striktes Kostenmanagement
sowie Effizienzsteigerungen in der Produktion abgefedert werden. Zusätzlich liegt der Fokus auf der Bündelung der Einkaufsaktivitäten
und intensiven Verhandlungen mit den Kunden, mit dem Ziel, die inflationsbedingten Kostensteigerungen sowie die teilweise niedrigen
Volumina auszugleichen.
Die Umsatzerlöse sinken im Jahr 2024 aufgrund des weiterhin angespannten Marktumfelds im Vergleich zu 2023 um rund -12 %. Die
niedrigen Umsätze, kombiniert mit steigenden Kosten, führen zu einem Rückgang des Ergebnisses um -17 %.
Positiv hervorzuheben ist, dass das Jahr 2024 in Bezug auf die Akquisition neuer Kunden erfolgreich verlief. Die Produktion neuer Teile
wurde sowohl mit bestehenden als auch mit neuen Kunden in Mehrjahresverträgen vereinbart. Der Produktionsstart dieser neuen
Verträge ist für die Jahre 2026/2027 geplant.
DIVISION FRAUENTHAL HANDEL: DIFFERENZIERTE MARKTENTWICKLUNG PRÄGT DAS GESCHÄFTSJAHR
Die Geschäftsentwicklung der Division Frauenthal Handel wird maßgeblich von der rückläufigen Baukonjunktur in Österreich
beeinflusst. Die steigenden Energiekosten und das nachhaltige Bewusstsein zum Klimaschutz führen zwar weiterhin zu Investitionen
in erneuerbare Energieanlagen, jedoch hat sich die Dynamik aufgrund der gestiegenen Finanzierungskosten und der unsicheren
Fördersituation merklich abgeschwächt.
Für 2024 zeichnet sich eine differenzierte Entwicklung ab: Der Neubausektor steht aufgrund der schwierigen
Finanzierungsbedingungen und hohen Baukosten weiter unter erheblichem Druck, mit einem deutlichen Rückgang der
Baugenehmigungen. Der Renovierungssektor zeigt sich hingegen widerstandsfähiger. Die für 2025 erwartete Zinswende und das
Auslaufen der Verordnung für nachhaltige Vergabestandards bei der Finanzierung von Wohnimmobilien (KIM-VO) könnten zu einer
Belebung der Immobilientransaktionen führen und positive Impulse für das Renovierungsgeschäft setzen.
4
PKW-Markt siehe https://www.acea.auto/pc-registrations/new-car-registrations-0-8-in-2024-battery-electric-13-6-market-share/
5
Nutzfahrzeugmarkt siehe https://www.acea.auto/cv-registrations/new-commercial-vehicle-registrations-vans-8-3-trucks-6-3-buses-9-
2-in-2024/
6
LKW-Markt siehe https://think.ing.com/articles/european-truck-market-slows-while-electric-journey-accelerates/
7
PKW-Markt siehe https://www.acea.auto/files/Press_release_car_registrations_December_2024.pdf
5
Nach einem außergewöhnlichen starken Jahr 2023 mit einem EBITDA von MEUR 47,0 wird für 2024 aufgrund des herausfordernden
Marktumfelds, insbesondere durch die deutliche Abschwächung im Neubausegment, ein EBITDA von MEUR 35,0 erwirtschaftet. Dieser
Rückgang spiegelt die strukturellen Herausforderungen des Marktes wider, insbesondere die Kombination aus gestiegenen
Wareneinsatzkosten, höheren Personal- und Infrastrukturkosten sowie dem anhaltenden Preisdruck im Markt.
Der Sanitär- und Heizungsmarkt ist einem verschärften Verdrängungs- und Preiskampf ausgesetzt, zusätzlich belastet der rückläufige
Sanitärmarkt die Branche. Trotz dieser herausfordernden Rahmenbedingungen kann die Division Frauenthal Handel ihre Marktposition
behaupten und in einigen Bereichen sogar ausbauen.
B. ERGEBNISANALYSE
UMSATZ
Der Konzernumsatz der Frauenthal-Gruppe liegt im Geschäftsjahr 2024 mit MEUR 1.014,3 um MEUR -66,6 bzw. -6,2 % unter dem
Vorjahresergebnis. Der Rückgang stammt mit MEUR -38,8 (-4,6 %) aus der Division Frauenthal Handel und mit MEUR -27,9 (-11,9 %)
aus der Division Frauenthal Automotive.
UMSATZ NACH SEGMENTEN
in TEUR
2024
2023
Veränderung
Frauenthal Automotive
207.346
235.220
-27.874
Frauenthal Handel
806.977
845.737
-38.760
Holdings und Sonstige
14
8
6
Frauenthal-Gruppe
1.014.337
1.080.966
-66.629
Der Umsatz der Division Frauenthal Automotive sinkt gegenüber dem Vergleichszeitraum um MEUR -27,9 bzw. um -11,9 %. Dieser
Rückgang ist mit MEUR -15,4 auf die Business Unit Frauenthal Gnotec und mit einer Reduktion von MEUR -12,5 auf die Business Unit
Frauenthal Airtank zurückzuführen.
Der Umsatz der Division Frauenthal Handel sinkt um -4,6 % und liegt im Geschäftsjahr 2024 bei MEUR 807,0. Dies ist vor allem auf
die rückläufige Baukonjunktur in Österreich zurückzuführen. Eine bemerkbare Verschiebung des Umsatzmixes hin zu Wärmepumpen,
Wärmespeichern und Photovoltaik kann diesen Umsatzrückgang nicht kompensieren.
Die erwirtschafteten Umsätze in Österreich in Höhe von MEUR 791,3 sind zum größten Teil der Division Frauenthal Handel zuzuordnen.
Die Umsätze in allen anderen Ländern sind im Wesentlichen auf die Division Frauenthal Automotive zurückzuführen, welche weltweit
agiert. Die Details der Umsätze nach Regionen sind der Konzern-Segmentberichterstattung zu entnehmen.
ERGEBNIS
Die Frauenthal-Gruppe erwirtschaftet 2024 ein EBITDA von MEUR 47,6 und liegt mit diesem Ergebnis um MEUR -14,6 unter dem
Vorjahr. In diesem Ergebnis ist ein Sonderertrag iHv MEUR 3,0 aus dem Verkauf einer Immobilie der Division Frauenthal Handel
enthalten. Bereinigt um diesen Sondereffekt ergibt sich ein bereinigtes EBITDA der Frauenthal-Gruppe von MEUR 44,5 dieses liegt
um MEUR -17,6 unter dem Vorjahreswert.
Die Division Frauenthal Automotive erzielt ein EBITDA von MEUR 14,5 und liegt damit um MEUR -3,0 unter dem Vorjahreswert.
Die Division Frauenthal Handel liegt um MEUR -12,0 unter dem Vorjahreswert und kann MEUR 34,9 an EBITDA beisteuern. Bereinigt
um den Sonderertrag aus dem Verkauf der Immobilie erzielt die Division Frauenthal Handel ein bereinigtes EBITDA iHv MEUR 31,9 und
liegt somit um MEUR -15,1 unter dem Vorjahreswert. Neben dem Umsatzrückgang resultiert der Ergebnisrückgang vor allem aus
einem Anstieg des Wareneinsatzes und dem damit einhergehenden Rückgang im Deckungsbeitrag in Kombination mit gestiegenen
Kosten.
6
EBITDA NACH SEGMENTEN
in TEUR
2024
2023
Veränderung
Frauenthal Automotive
14.453
17.461
-3.008
Frauenthal Handel
34.945
46.988
-12.043
Frauenthal Handel bereinigt
1)
31.910
46.988
-15.078
Holdings und Sonstige
-1.030
-1.498
468
Frauenthal-Gruppe
47.580
62.191
-14.611
Frauenthal-Gruppe bereinigt
1)
44.545
62.191
-17.646
in % vom Umsatz
4,7%
5,8%
-1,1%
in % vom Umsatz bereinigt
4,4%
5,8%
-1,4%
1)
2024: bereinigt um den Sonderertrag aus dem Verkauf einer Immobilie der Division Frauenthal Handel iHv MEUR 3,0
Die planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen erhöhen sich in der Frauenthal-Gruppe
gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um MEUR -1,6. Im Geschäftsjahr 2024 gibt es außerplanmäßige Abschreibungen
iHV MEUR 6,9 (VJ: keine), davon betreffen MEUR 1,8 den Firmenwert der Division Frauenthal Handel und MEUR 5,1 Sachanlagen der
Business Unit Frauenthal Gnotec.
Das Finanzergebnis der Frauenthal-Gruppe verbessert sich um MEUR 0,1 auf MEUR -11,2 (VJ: MEUR -11,3), was vor allem auf höhere
Kursgewinne zurückzuführen ist.
Gesamt ergibt sich für das Geschäftsjahr 2024 ein Steuerertrag iHv MEUR 0,5 (VJ: Steueraufwand iHv MEUR -3,0) dies ist vor allem
auf die Ergebnisentwicklung zurückzuführen.
ERGEBNISENTWICKLUNG
in TEUR
2024
2023
Veränderung
Umsatz
1.014.337
1.080.966
-66.629
EBITDA
47.580
62.191
-14.611
EBITDA bereinigt
1)
44.545
62.191
-17.646
EBIT
5.601
28.735
-23.134
EBIT bereinigt
1)2)
9.464
28.735
-19.271
Finanzergebnis
-11.186
-11.307
121
Ergebnis vor Steuern
-5.585
17.428
-23.013
Ergebnis vor Steuern bereinigt
1) 2)
-1.722
17.428
-19.150
Ergebnis nach Steuern
-5.109
14.399
-19.508
Ergebnis nach Steuern bereinigt
2)
678
14.399
-13.721
Ergebnis nach Steuern bereinigt
1) 2)
-2.357
14.399
-16.756
1)
2024: bereinigt um den Sonderertrag aus dem Verkauf einer Immobilie der Division Frauenthal Handel iHv MEUR 3,0
2)
2024: bereinigt um außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund von Impairment in der Division Automotive MEUR -5,1 und außerplanmäßige Abschreibung des
Firmenwertes in der Division Handel iHv MEUR -1,8
7
VERMÖGENS- UND FINANZLAGE
Die Bilanzsumme der Frauenthal-Gruppe sinkt im Vergleich zum Vorjahr um MEUR -34,0 auf MEUR 470,4.
Die langfristigen Vermögenswerte sinken um MEUR -14,3 auf MEUR 189,3 im Vergleich zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023
Hauptgründe hierfür sind der Verkauf einer Immobilie sowie die außerplanmäßigen Abschreibungen des Firmenwerts in der Division
Frauenthal Handel und die außerplanmäßigen Abschreibungen von Sachanlagen in der Business Unit Frauenthal Gnotec.
Die kurzfristigen Vermögenswerte verringern sich um MEUR -19,8 gegenüber dem Vorjahr. Bei den Vorräten kommt es aufgrund eines
gezielten Lagerabbaus in der Division Frauenthal Handel zu einem Rückgang von MEUR -21,0.
Auf der Passivseite sinkt das Eigenkapital von MEUR 192,0 um MEUR -27,5 auf MEUR 164,5 dies ist iHv MEUR -20,8 auf den Erwerb
eigener Aktien und mit MEUR -5,2 auf das negative Jahresergebnis zurückzuführen. Des Weiteren verringern die
versicherungsmathematischen Verluste das Eigenkapital iHv MEUR -0,8. Die Eigenkapitalquote von 35,0 % zum Bilanzstichtag
31. Dezember 2024 verringert sich um 3,1 Prozentpunkte gegenüber dem Wert zum 31. Dezember 2023 iHv 38,1 %.
Der Rückgang der langfristigen Schulden um MEUR -4,8 ist in Höhe von MEUR -3,3 auf den Rückgang der Finanz- und
Leasingverbindlichkeiten und in Höhe von MEUR -1,5 auf die Personalrückstellungen und die passiven latenten Steuern
zurückzuführen.
Die kurzfristigen Schulden sinken um MEUR -1,6, wobei die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten mit MEUR 13,5 den höchsten Anstieg
verzeichnen dies ist vor allem auf höheren kurzfristigen Liquiditätsbedarf zurückzuführen. Im Gegenzug reduzieren sich die
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um MEUR -12,0 und die Steuerschulden um MEUR -3,3.
VERMÖGENS- UND FINANZLAGE
in TEUR
2024
2023
Veränderung
Langfristige Vermögenswerte
189.295
203.585
-14.290
Vorräte
182.928
203.961
-21.033
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte
98.128
96.901
1.227
Summe Vermögenswerte
470.351
504.447
-34.096
Eigenkapital
164.451
192.042
-27.591
Langfristige Schulden
119.220
124.097
-4.877
Kurzfristige Schulden
186.680
188.308
-1.628
Summe Eigenkapital und Schulden
470.351
504.447
-34.096
INVESTITIONEN (OHNE FINANZINVESTITIONEN)
Im Geschäftsjahr 2024 werden MEUR 15,5 (exklusive Investitionen Nutzungsrechte Leasing) in die Umsetzung der Wachstums- und
Qualitätsstrategie investiert. Die Division Frauenthal Automotive investiert MEUR 10,1 schwerpunktmäßig in
produktivitätsverbessernde Maßnahmen sowie Erweiterungen. Die Division Frauenthal Handel investiert MEUR 5,4 in die Erweiterung
und Modernisierung der Logistik- und Verkaufsflächen sowie in den Fuhrpark und in Digitalisierung.
Das Anlagevermögen der Frauenthal-Gruppe sinkt um MEUR -14,5 von MEUR 199,0 auf MEUR 184,5 dies ist einerseits auf den
Verkauf einer Immobilie in der Division Frauenthal Handel und andererseits auf die außerplanmäßigen Abschreibungen in beiden
Divisionen zurückzuführen.
8
ENTWICKLUNG ANLAGEVERMÖGEN
in TEUR
Immaterielles
Anlagevermögen
Sachanlagen
Nutzungsrechte
Leasing
Anlagen
gesamt
Buchwerte 01.01.2024
20.386
108.118
70.460
198.964
IFRS 16 Modifikationen
0
0
12.792
12.792
Investitionen
1.388
14.127
4.610
20.125
Planmäßige Abschreibungen
-1.918
-15.044
-18.119
-35.081
Außerplanmäßige Abschreibungen
-1.800
-5.098
0
-6.898
Abgänge
-7
-5.006
-1
-5.014
Kursdifferenzen
-3
-393
-42
-437
Buchwerte 31.12.2024
18.046
96.703
69.700
184.449
KAPITALFLUSS- UND LIQUIDITÄTSENTWICKLUNG
KAPITALFLUSSRECHNUNG
in TEUR
2024
2023
Veränderung
Kapitalfluss aus dem Ergebnis
29.732
49.361
-19.629
Kapitalfluss aus der operativen Geschäftstätigkeit
36.001
50.210
-14.209
Kapitalfluss aus der Investitionstätigkeit
1.956
-29.928
31.884
Kapitalfluss aus der Finanzierungstätigkeit
-29.399
-25.011
-4.388
Veränderung der liquiden Mittel
8.558
-4.729
13.287
Liquide Mittel am Ende der Periode
48.401
39.843
8.558
Der Kapitalfluss aus dem Ergebnis der Frauenthal-Gruppe sinkt um MEUR -19,6 insbesondere aufgrund des niedrigeren Ergebnisses.
Der Kapitalfluss aus der operativen Geschäftstätigkeit sinkt um MEUR -14,2, was auf die Veränderung des Working Capital vor allem
bei den sonstigen Forderungen, den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie den sonstigen Verbindlichkeiten
zurückzuführen ist. Der Kapitalfluss aus der Investitionstätigkeit beträgt MEUR 2,0 und ist aufgrund der Einzahlungen aus
Termingeldeinlagen iHv MEUR 9,0 sowie den Einzahlungen aus dem Verkauf von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen
iHv MEUR 8,6 positiv. Die enthaltenen Investitionen für immaterielles Anlagevermögen und Sachanlagen belaufen sich im
Geschäftsjahr 2024 auf MEUR 15,5.
Der Kapitalfluss aus der Finanzierungstätigkeit beträgt MEUR -29,4 und setzt sich wie folgt zusammen: Erwerb eigener Anteile iHv
MEUR -20,8, Tilgung von Krediten iHv MEUR -24,8 und Leasingverbindlichkeiten von MEUR -19,5, Aufnahme von Krediten iHv
MEUR 35,8 (wobei in dieser Position der Höchststand an ausgenützten Betriebsmittellinien enthalten ist). Die Tilgung und die
Aufnahme von Krediten sind gegenüber dem Vorjahr vor allem aufgrund der neu abgeschlossenen Finanzierung in der Division
Frauenthal Handel deutlich angestiegen.
Die Nettoverschuldung
8
der Frauenthal-Gruppe steigt um MEUR 11,3 und beträgt per 31. Dezember 2024 MEUR 89,5
(Nettoverschuldung per 31. Dezember 2023: MEUR 78,2).
8
Nettoverschuldung: Summe aus Termingeldeinlage, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente abzüglich Finanz- und
Leasingverbindlichkeiten
9
C. ANGABEN GEM. § 243A ABS. 1 UGB
Die Frauenthal Holding AG weist ein Grundkapital von EUR 8.651.491,00 auf, das sich auf insgesamt 6.751.491 auf Inhaber lautende
Stückaktien und 1.900.000 nicht notierte Namensaktien verteilt. Jede Aktie ist am Grundkapital im gleichen Umfang beteiligt. Der
Streubesitz beträgt 1.445.240 Stück Aktien, somit 16,71 % des Grundkapitals und 18,56 % der Stimmrechte (VJ: 1.628.575 Stück
Aktien, 18,82 % des Grundkapitals und der Stimmrechte). Der Anteil der Hauptaktionäre, der FT Holding GmbH, der Tridelta GmbH
und der Ventana Holding GmbH, beträgt 6.341.102 Stück Aktien, somit 73,29 % des Grundkapitals und 81,44 % der Stimmrechte
(VJ: 7.022.916 Stück Aktien, 81,18 % des Grundkapitals und der Stimmrechte). Die Frauenthal Holding AG hält seit dem
Aktienrückkaufprogramm, das im Juni 2024 abgeschlossen wurde, selbst 10 % der Aktien. Das Stimmrecht aus diesen eigenen Aktien
ruht in der Hauptversammlung, weshalb es bei den anderen Aktionären zu Abweichungen zwischen dem Stimmrechtsanteil und dem
Anteil am Grundkapital kommt. (§ 243a Abs. 1 Z 1.-4.)
Bei der Frauenthal Holding AG bestehen keine Mitarbeiterbeteiligungsprogramme. (§ 243a Abs. 1 Z 5.)
Es bestehen keine besonderen Kontrollrechte für einzelne Aktionäre. Es bestehen keine über die gesetzlichen Vorschriften
hinausgehenden Rechte zur Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie zur Änderung der
Satzung. (§ 243a Abs. 1 Z 6.)
Der Vorstand wurde in der ordentlichen 33. Hauptversammlung vom 30. Juni 2022 ermächtigt, für die Dauer von fünf Jahren (a) das
Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats um insgesamt höchstens EUR 4.325.745,00 durch Ausgabe von bis
zu 4.325.745 auf Inhaber und/oder auf Namen lautenden Stückaktien mit Stimmrecht gegen Bareinlagen oder gegen Sacheinlagen
einmal oder mehrmals zu erhöhen, (b) hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre gegebenenfalls dann
ganz oder teilweise auszuschließen, wenn das Grundkapital (i) zum Zweck der Durchführung eines Programms für
Mitarbeiterbeteiligung oder eines Aktienoptionsplans einschließlich von Mitgliedern des Vorstands und leitenden Angestellten jeweils
der Gesellschaft oder von mit dieser verbundenen Unternehmen, (ii) sonst gegen Bareinlage, wenn in Summe der rechnerisch auf die
gegen Bareinlage unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien entfallende Anteil am Grundkapital der Gesellschaft die
Grenze von 20 % (zwanzig Prozent) des Grundkapitals der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung nicht
übersteigt, oder (iii) gegen Sacheinlagen, insbesondere von Unternehmen, Unternehmensteilen, Betrieben, Teilbetrieben oder Anteilen
an einer oder mehreren Gesellschaften oder anderer mit einem Akquisitionsvorhaben im Zusammenhang stehenden
Vermögensgegenstände oder zum Erwerb sonstiger Vermögensgegenstände (einschließlich Forderungen Dritter gegen die Gesellschaft
oder mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen), erhöht wird sowie (c) mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Art der neu
auszugebenden Aktien (auf Inhaber und/oder auf Namen lautend), den Ausgabebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen,
einschließlich der Einräumung eines mittelbaren Bezugsrechts gemäß § 153 Abs 6 AktG, festzusetzen (Genehmigtes Kapital 2022).
243a Abs. 1 Z 7.)
In wesentlichen Liefer- und Bezugsverträgen des Konzerns sind Change-of-Control-Klauseln enthalten. Eine detaillierte
Bekanntmachung dieser Vereinbarungen würde dem Konzern erheblichen Schaden zufügen und kann daher unterbleiben.
(§ 243a Abs 1 Z 8.)
Es bestehen keine Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots. (§ 243a Abs 1 Z 9.)
D. RISIKOBERICHT
Gemäß der Regel 69 des Österreichischen Corporate Governance Kodex wurde ein konzernweites Risikomanagementsystem (RMS)
eingerichtet. Risikoquellen werden systematisch identifiziert, bewertet und vordefinierte Strategien im Umgang mit den Risiken
festgelegt. Ein wesentliches Element des RMS sind Frühwarnindikatoren, die systematisch erfasst, analysiert und berichtet werden. Der
Umgang mit den Risiken ergibt sich aus der Einordnung in die Risikomatrix, die regelmäßig aktualisiert wird: aktives Management,
laufende Beobachtung oder fallweise Beobachtung. Das interne Kontrollsystem (IKS), dessen Kernelemente das Controlling, Reporting,
die interne Revision und die Managementmeetings auf allen Ebenen sind, wird laufend an die Erfordernisse des RMS angepasst.
Für alle bekannten Risiken sind „Risk Owner“ definiert, die für das Management der Risiken zuständig sind. Über die Entwicklung der
Risiken wird sowohl in den regelmäßigen Risikoberichten als auch in monatlichen Management Reports berichtet. Falls es
Vorkommnisse gibt, die eine Änderung im Risikomanagement erfordern könnten, wird dies von den „Risk Owners“ an die jeweilige
Geschäftsführung und im Falle von bedeutenden Ereignissen an den Vorstand berichtet.
MARKTRISIKO
Die europäische Automobilindustrie befindet sich in einer tiefgreifenden Krise, die durch einen schleppenden Technologiewandel hin
zur Elektrifizierung, starke Konkurrenz aus Fernost sowie eine generelle Absatzschwäche in sowohl heimischen als auch ausländischen
Märkten geprägt ist. Diese Krise betrifft sowohl den Markt für Personenkraftwagen als auch jenen für Nutzfahrzeuge. Allerdings geht
das Management der Division Frauenthal Automotive davon aus, dass die Krise im Bereich der Nutzfahrzeuge weniger strukturell
bedingt, sondern eher durch die aktuelle Konjunkturschwäche verursacht ist, was sie insgesamt weniger tiefgreifend erscheinen lässt.
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Um dieser negativen Entwicklung entgegenzuwirken, fokussiert die Division Frauenthal Automotive ihre Verkaufsaktivitäten verstärkt
auf das Nutzfahrzeugsegment. Zudem wird daran gearbeitet, das Kundenportfolio weiter zu diversifizieren. Die geografische
Erweiterung der Produktionsstandorte nach China und in die USA spielt in dieser Strategie eine wesentliche Rolle.
Neben der allgemein sinkenden Nachfrage der europäischen Hersteller stellt die Unsicherheit im Hinblick auf den Technologiewandel
in der Branche eine weitere Herausforderung dar. Verzögerungen beim Produktionsstart sowie deutlich geringere Abrufvolumina als
ursprünglich von den Kunden kommuniziert, sind im Bereich der Elektromobilität derzeit die Norm und stellen ein erhebliches Risiko
für die Planungssicherheit dar. Politische Herausforderungen, insbesondere die Auswirkungen neuer Zölle in den USA und in China,
sind noch schwer abzuschätzen, erhöhen jedoch die Unsicherheit in einem bereits angespannten Markt.
PKW-Segment (rund 45 % des Umsatzes der Division Frauenthal Automotive):
Im Berichtsjahr kann die Business Unit Frauenthal Gnotec signifikante Neuaufträge im PKW-Produktbereich sowohl von
Bestandskunden als auch von neuen Kunden gewinnen. Dennoch bleibt im aktuellen Marktumfeld unklar, in welchem
Umfang die bei Vertragsabschluss kommunizierten Volumina zum Produktionsstart tatsächlich abgerufen werden. Zudem
sind Verzögerungen beim Hochfahren neuer Fahrzeugmodelle zu erwarten, was zu einer erhöhten Unsicherheit bei den
Umsatzplanungen für die kommenden Jahre führen wird.
Der US-Markt und der chinesische Markt gewinnen für die Division Frauenthal Automotive zunehmend an Bedeutung. Die
Volatilität dieser Märkte stellt daher einen zusätzlichen Chancen- und Risikofaktor dar.
Die anhaltende Absatzkrise und der technologische Wandel in der Automobilindustrie haben erhebliche Auswirkungen auf
die Wettbewerbslandschaft der Automobilzulieferer. Zahlreiche Zulieferer, sowohl kleine als auch große Unternehmen, sind
durch diesen Wandel bereits in finanzielle Schwierigkeiten geraten, was zu einer steigenden Zahl von Insolvenzen führt.
Viele OEM-Kunden verfügen derzeit über keinen finanziellen Spielraum, um ihre Zulieferer zu unterstützen. Insolvenzen der
Mitbewerber können zum einen Chancen (z. B. Übernahme von Produktionsvolumina) als auch Risiken (z. B.
Produktionsstopp bei den OEM-Kunden aufgrund von Ausfällen von Lieferanten) mit sich bringen.
Zulieferer, die komplexere Komponenten herstellen und gleichzeitig Design- sowie Entwicklungsdienstleistungen anbieten
können, haben einen klaren Wettbewerbsvorteil. Die Division Frauenthal Automotive ist in diesem Bereich sehr
wettbewerbsfähig und beabsichtigt, im Rahmen der „Metal Meets Motion-Strategie die Diversifizierung im Bereich
komplexer Fertigungen weiter voranzutreiben. Engineering-Kompetenz und Kundennähe bleiben dabei zentrale Stärken,
die kontinuierlich ausgebaut werden.
NFZ-Bereich (rund 55 % des Umsatzes der Division Frauenthal Automotive):
Auch das Nutzfahrzeugsegment verzeichnet im Jahr 2024 einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Besonders der Markt
für schwere Nutzfahrzeuge zeigt, mit Ausnahme des US-Marktes, einen Rückgang von mehr als -10 %. Der Auftragseingang
für die größeren Nutzfahrzeug-OEMs bricht in der zweiten Jahreshälfte 2024 nochmals ein, was auf einen schwächeren
Markt im Jahr 2025 hindeutet. Eine Erholung dieses Marktes ist derzeit frühestens im zweiten Halbjahr 2025 zu erwarten.
Positiv hervorzuheben sind jedoch die Neuakquisitionen im Bereich der schweren Nutzfahrzeuge, sowohl in der Business
Unit Frauenthal Gnotec als auch der Business Unit Frauenthal Airtank. Es konnten neue Verträge mit Bestandskunden sowie
Neukunden abgeschlossen werden.
Im Bereich der schweren Nutzfahrzeuge wird kurz- bis mittelfristig keine nennenswerte Substitution von
Verbrennungsmotoren durch elektrische Antriebe erwartet.
Sowohl der Nutzfahrzeug- als auch der PKW-Markt sind in den letzten Jahren von Unsicherheiten bei Energiepreisen, Transportkosten
und Lieferengpässen geprägt, was mit steigenden Anforderungen bezüglich Nachhaltigkeit einhergeht. Dies führt zu einer verstärkten
Nachfrage nach lokalen Lieferanten. Die globale Präsenz von Frauenthal Automotive stellt in diesem Zusammenhang einen klaren
Vorteil bei der Gewinnung neuer Kundenaufträge dar.
Aus heutiger Sicht könnte die Ankündigung Anfang April 2025 neue Zölle in den USA auf Importe aus der EU zu verhängen in der
Division Frauenthal Automotive aufgrund von höheren Endkundenpreisen zu einem erneuten Geschäftsrückgang führen. Die Division
Frauenthal Automotive erzielt im Geschäftsjahr 2024 einen geringen Anteil (6,9 %) des Umsatzes in den USA, aber es besteht das
Risiko, dass Produktionsstandorte unserer Kunden verlagert werden könnten. Weiters besteht aufgrund der verhängten Zölle das Risiko
herer Kosten der konzerninternen Verkäufe. Aufgrund dieser vagen Ankündigung ist eine verlässliche Vorhersage der Auswirkungen
für die Zukunft nicht prognostizierbar.
Die Division Frauenthal Handel hängt als Zulieferer des Baunebengewerbes mit dem Bereich Sanitär-, Heizungs- und Elektrogroßhandel
leicht zeitversetzt substanziell von der Baukonjunktur ab.
Die aktuelle Marktlage ist durch eine Reihe bedeutender Herausforderungen geprägt. Im Neubausegment zeigt sich eine deutliche
Abschwächung, die sich insbesondere im signifikanten Rückgang der Baugenehmigungen widerspiegelt. Die für 2025 prognostizierten
moderaten Preissteigerungen seitens der Industrie sollten zur Stabilisierung der Marktentwicklung beitragen. Zusätzliche Unsicherheit
entsteht durch die noch unklare zukünftige Ausgestaltung der Förderlandschaft für energetische Sanierungen. Die allgemeine
wirtschaftliche Unsicherheit könnte zudem zu einem Abflauen der Investitionsbereitschaft führen, was weitere Herausforderungen für
die Marktentwicklung mit sich bringen würde. Weiters dominiert wie in den Vorjahren ein aggressiver Preiswettbewerb.
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Die Marke Kontinentale ist ein Fachhandelsunternehmen für Armaturen- und Rohrleitungstechnik insbesondere für Anwendungen im
Bereich Infrastruktur (Gas, Wasser, Kanal, Straße). Der Erfolg in diesem Geschäftsbereich ist von der Investitionsbereitschaft der
Kommunen und Kommunalbetriebe sowie vom Investitionsbedarf der Industrie abhängig. Diese Abhängigkeit von öffentlichen
Investitionen bietet in der aktuellen Marktsituation eine gewisse Stabilität.
Die kurz- und mittelfristige Entwicklung der Baukonjunktur unterliegt der ständigen Beobachtung von Vertrieb und Einkauf. Der
Vorstand wird laufend über die Marktentwicklung informiert und ermöglicht eine zeitnahe Anpassung an Marktveränderungen.
KUNDENRISIKO
Die Hersteller von PKWs und Nutzfahrzeugen sind in der Regel sehr große, international tätige Unternehmen. Zum aktuellen Zeitpunkt
sind keine Entwicklungen erkennbar, die auf Zahlungsausfälle großer OEM-Kunden oder anderer bedeutender Tier-1-Kunden
hindeuten. Dennoch stellt die derzeitige Unsicherheit am Markt eine Herausforderung dar, und die Entwicklungen bei den Kunden
werden fortlaufend evaluiert. Die Division Frauenthal Automotive beliefert auch einige kleinere Tier-1- und Tier-2-Kunden. Diese
Kunden machen einen geringen Anteil des Geschäftsvolumens aus, und auch in diesem Segment gibt es aktuell keine Risiken eines
potenziellen Zahlungsausfalls. Die wenigen Zahlungsverzögerungen bei kleineren Forderungsbeträgen konnten in der Vergangenheit
stets einvernehmlich mit den Kunden geklärt werden. Für einen Großteil der Kunden besteht im Rahmen von Factoring-Verträgen eine
Kreditausfallsversicherung. Insgesamt ist das Risiko von Forderungsausfällen bei der Division Frauenthal Automotive derzeit noch
gering, jedoch können im aktuellen Marktumfeld Schadensfälle nicht vollständig ausgeschlossen werden. Diese Situation wird
aufgrund der Marktentwicklung im Geschäftsjahr weiterhin mit erhöhter Aufmerksamkeit überwacht. Im abgelaufenen Geschäftsjahr
sind bei der Division Frauenthal Automotive keine relevanten Zahlungsausfälle aufgetreten.
Ein wesentliches Risiko im Jahr 2024 stellt die Unsicherheit bezüglich der Abrufvolumina dar. Diese Herausforderung wird
voraussichtlich auch im Jahr 2025 und den Folgejahren bestehen bleiben oder sich sogar weiter verschärfen. Die Division Frauenthal
Automotive arbeitet eng mit ihren Kunden zusammen, um Nachfrageschwankungen frühzeitig zu antizipieren und die Produktion
entsprechend anzupassen. Aufgrund der Volatilität der Nachfrage werden zudem vermehrt Preisanpassungen vorgenommen, um die
bei Vertragsabschluss vereinbarte Profitabilität der Produkte sicherzustellen.
Die Division Frauenthal Automotive arbeitet mit einem Großteil ihrer Kunden bereits seit vielen Jahren zusammen, was auch die
Mitwirkung an Produkt- und Modelländerungen umfasst. Dennoch erhöhen die Globalisierungsstrategien der OEM-Kunden und die
aktuell unsichere Zollpolitik (insbesondere in Europa, den USA und China) das Risiko von Produktionsverlagerungen außerhalb Europas
und steigern das Risiko eines wachsenden Wettbewerbs durch außereuropäische Lieferanten, insbesondere aus China.
Darüber hinaus kann die Globalisierungsstrategie der OEMs dazu führen, dass Kunden eine weltweite Präsenz der Division Frauenthal
Automotive verlangen, um die Lieferantenbeziehung aufrechtzuerhalten oder neue Kunden zu gewinnen. Mit den Standorten in
Kunshan (China) und Fountain Inn (USA) ist die Division Frauenthal Automotive jedoch gut aufgestellt, um die Local-Content-
Anforderungen zu erfüllen, insbesondere in Zeiten hoher Import- und Exportzölle.
Im Bereich der Produktion von Fahrzeugkomponenten wie Druckluftbehältern, Schweiß-, Stanz- und Umformteilen werden
üblicherweise ein- oder mehrjährige Lieferverträge abgeschlossen, die die Produkte und Konditionen definieren, jedoch keine
verbindlichen Liefermengen für den gesamten Zeitraum festlegen, da diese von der Marktnachfrage abhängen. In der Regel schließen
die Kunden keine sogenannten Single-Source-Verträge ab, was bedeutet, dass sie ihre Bestellungen in bestimmten, begrenzten
Bandbreiten an Wettbewerber verlagern können. Faktisch ist es jedoch in den meisten Fällen so, dass die Division Frauenthal
Automotive für einen Großteil der Teilenummern der einzige Lieferant ist und die Kunden kurzfristig keine Alternativlieferanten haben.
Der Abschluss und die Verlängerung solcher Verträge hängen von der Wettbewerbsfähigkeit des Zulieferers ab.
Kundenentscheidungen werden dabei primär durch Preisgestaltung, die higkeit zur kontinuierlichen Produktivitätsverbesserung
sowie zur Weitergabe von Kostensenkungen an die Kunden bestimmt. Darüber hinaus spielen auch Lieferfähigkeit, Produktqualität,
Zuverlässigkeit und technische Kompetenz bei Neuentwicklungen eine Rolle.
Im Produktbereich der Business Unit Frauenthal Gnotec bestehen überwiegend Aufträge für den gesamten Produktlebenszyklus der
Fahrzeugmodelle bzw. Plattformen des Kunden. Auch wenn die Prognose der Umsatzentwicklung in diesen Segmenten eine höhere
Verlässlichkeit aufweist als in anderen Produktbereichen, gibt es aufgrund der oben genannten Entwicklungen eine erhöhte
Unsicherheit in Bezug auf die Planbarkeit der bereits nominierten Umsätze.
Zwischen der Auftragserteilung, die in der Entwicklungsphase eines PKW- oder LKW-Modells erfolgt, und dem Produktionsanlauf
(SOP) kann ein Zeitraum von mehreren Jahren liegen, in dem Kapital in Form von Werkzeugen, Anlagevermögen oder
Sicherheitsbeständen gebunden ist. Die Division Frauenthal Automotive ist daher dem Risiko von Verzögerungen im Entwicklungs-
und Markteinführungsprozess der Kunden sowie von nicht erreichten Vertriebszielen ausgesetzt. Diese Risiken werden durch
sorgfältiges Monitoring der Kunden, durch entsprechende Zahlungsziele mit Werkzeug- und Maschinenlieferanten sowie durch
Finanzierungslösungen im Anlagebereich abgemildert.
Ein weiteres bedeutendes Risiko in den Kundenbeziehungen ergibt sich aus dem Markteintritt neuer Wettbewerber, die es den Kunden
ermöglichen, Preisdruck auszuüben. Obwohl Kunden in der Regel nur in Ausnahmefällen Volumina an Wettbewerber verlagern, kann
sich die Division Frauenthal Automotive dem kontinuierlichen Preisdruck der Kunden kaum entziehen, da die Ertragskraft der
Fahrzeughersteller maßgeblich von den Einkaufspreisen und dem Preisdruck abhängt, den sie auf ihre Lieferanten ausüben können.
Aufgrund der aktuellen Krise in der Automobilindustrie üben Kunden verstärkt Preisdruck auf die Division Frauenthal Automotive aus.
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Um zu verhindern, dass OEM-Kunden alternative Lieferanten entwickeln, sind kontinuierliche Preissenkungen sowie
Produktivitätsverbesserungen ein zentrales Element des Geschäftsmodells der Division Frauenthal Automotive. Dabei werden auch die
teils anhaltend niedrigen Abrufvolumina berücksichtigt. Der Fokus der Investitionen liegt auf produktivitätssteigernden Maßnahmen,
die meist durch die Automatisierung von Produktionsprozessen erreicht werden.
Der Sanitär-, Heizungs- und Elektrogroßhandel ist geprägt von einer Vielzahl an Kunden aus der Installations- und Elektrobranche,
aber auch von größeren Abnehmern wie Baumärkten, Bauträgern, öffentlichen Einrichtungen und Kommunen. Private Endabnehmer
werden nicht direkt beliefert. Maßgeblich für den Geschäftserfolg sind kompetitive Einkaufspreise und Einkaufsbedingungen für das
Handelssortiment, die logistische Leistungsfähigkeit bei Warenverfügbarkeit und Zustellung sowie die Vorfinanzierungsfunktion durch
den Großhändler.
Der Wettbewerb zwischen den Großhändlern kann bei einem aggressiven Kampf um Marktanteile zu einem Preisverfall führen;
allerdings ist aufgrund anderer, stabilisierender Elemente der Kundenbeziehung (Warenverfügbarkeit, logistische Verlässlichkeit,
Finanzierung, technische Betreuung, Schnittstellenanbindung, Eigenmarken etc.) der Preis nicht allein ausschlaggebend, sodass den
Risiken des Preiswettbewerbs mit diesen Leistungskomponenten entgegengewirkt werden kann. Aufgrund ihrer führenden
Marktposition, des flächendeckend ausgebauten Standortnetzes und der logistischen Leistungsfähigkeit ist die Division Frauenthal
Handel im Wettbewerb sehr gut positioniert und für viele Kunden bevorzugter Lieferant.
Die Kunden sind überwiegend Gewerbetreibende mit den für die Installations- sowie Elektrobranche und für kleine
Unternehmensgrößen charakteristischen Zahlungsrisiken. Eine Analyse des KSV1870
9
zeigt, dass die Zahl der Firmeninsolvenzen im
Jahr 2024 mit 6.587 Unternehmensinsolvenzen bzw. durchschnittlich 18 Firmenpleiten pro Tag einen neuen Höchststand erreicht hat.
Die Bauwirtschaft zählt dabei zu den am stärksten betroffenen Branchen. Für 2025 wird ein weiterer Anstieg auf bis 7.000
Unternehmensinsolvenzen prognostiziert.
Um diesen Risiken entgegenzuwirken, wird aktives Kundenrisikomanagement betrieben. Kundenratings und Kreditlimits werden
laufend beobachtet und angepasst, um Insolvenzrisiken frühzeitig zu erkennen. Unregelmäßigkeiten im Zahlungsverhalten der Kunden
werden konsequent verfolgt. Belieferungslimits, die laufend an das Zahlungsverhalten angepasst werden, reduzieren das
Forderungsausfallsrisiko. Zusätzlich wird das Ausfallsrisiko von Zahlungen über Warenkreditversicherungen deutlich gemindert.
PERSONALBESCHAFFUNGSRISIKEN
Der Personalmarkt in Europa hat sich aufgrund der sinkenden Nachfrage in der Automobilindustrie (sowohl an den OEM-Standorten
als auch in der Zulieferindustrie) aus Sicht der Arbeitgeber im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Dennoch stellt der zunehmende Mangel
an qualifizierten Arbeitskräften weiterhin eine Herausforderung für die Division Frauenthal Automotive dar. Die Folgen dieser
Entwicklung erfordern gezielte Maßnahmen, um den Fachkräftemangel zu bewältigen.
Um diesem Trend entgegenzuwirken, wird die Attraktivität der Division Frauenthal Automotive als Arbeitgeber kontinuierlich
gesteigert, um den Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften zu decken. Darüber hinaus wird durch Investitionen in die Automatisierung
der Personalbedarf reduziert, was langfristig zu einer effizienteren Nutzung der Ressourcen führt. Diese Maßnahmen zeigen bereits
im Berichtsjahr positive Auswirkungen.
Die Problematik des allgemeinen Fachkräftemangels ist auch für die Division Frauenthal Handel ein großes Thema. Der Arbeitsmarkt
ist mittlerweile ein sogenannter Bewerbermarkt und geprägt von der starken Nachfrage an Arbeitskräften, vor allem an Fachkräften.
Die Division Frauenthal Handel verzeichnet eine leichte Verbesserung der Situation, aber nach wie vor spielt das Thema
Fachkräfteverfügbarkeit eine wichtige Rolle in allen strategischen Überlegungen der Personalarbeit.
Bei einem marktbedingten Rückgang des Personalstands von rund 10 % bleibt die Anzahl der qualifizierten Bewerbungen pro offene
Stelle im allgemeinen Durchschnitt weiterhin rückläufig. Allerdings kann in einzelnen Berufsfeldern vor allem im Vertriebsbereich
eine leichte Stabilisierung der Bewerbersituation und der Besetzungsqualität registriert werden. In anderen Bereichen der Division
Frauenthal Handel bleibt die Lage allerdings auch im Jahr 2024 angespannt zum Beispiel im Bereich Photovoltaik im engeren Sinn
und erneuerbarer Energie im weiteren Sinn.
Die Fluktuationsrate in der Division Frauenthal Handel, also der Anteil der dienstnehmerinitiierten Austritte an der Gesamtbelegschaft,
sinkt von 8,63 % im Jahr 2023 auf 7,81 % im Jahr 2024. Beide Werte liegen wie auch in den Vorjahren im Quervergleich mit anderen
Unternehmen auf einem niedrigen Niveau.
9
KSV Insolvenzstatistik vom 13.01.2025, siehe https://www.ksv.at/insolvenzstatistik/insolvenzstatistik-2024-final
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Die Division Frauenthal Handel unterstützt diese Entwicklung mit einer breiten Offensive an Maßnahmen in den Bereichen
„Attraktivität der Arbeitgeber-Marke/n“, „Neue Wege in der Bewerberansprache“, „Aus- und Weiterbildung, Qualifikation, Um- und
Aufschulung“, Nachwuchsprogramme sowie allem voran mit dem sogenannten „Retention Management“, also der Bindung der
bestehenden Mitarbeitenden an das Unternehmen.
Auch im Jahr 2024 lebt die Division Frauenthal Handel eine sogenannte Mehrmarkenstrategie in Hinblick auf Wiedererkennung und
Attraktivität als Arbeitgeberin mit ihrem Auftritt als Dachmarke Frauenthal Handel Gruppe. Weiters gelingt es der Division Frauenthal
Handel, beispielsweise die Auszeichnungen „Top Company“ und „beliebter Lehrbetrieb“ wie auch in den Jahren davor zu behalten.
Das im Frühjahr 2023 eingeführte Mitarbeitendenempfehlungsprogramm ermöglicht im Jahr 2024 einen breiteren Zugang in Bezug
auf dieses Thema für alle Mitarbeitenden der Division Frauenthal Handel. Erstmals werden sämtliche vakante Positionen der Division
Frauenthal Handel mittels dieser Plattform abgewickelt. Damit können im Jahr 2024 mehr als 30 Positionen durch Empfehlungen der
eigenen Mitarbeitenden erfolgreich besetzt werden (Softwareanbieter radancy). Die einfache Handhabung des Programms ermöglicht
mit nur wenigen Klicks das Teilen von Jobs in den eigenen beruflichen und privaten Netzwerken und garantiert im Gegenzug attraktive
Vergütungen für die tatsächliche Vermittlung von Bewerbenden. Das gruppeneigene Karriereportal „frauenthal-jobs.at“ mit dem
implementierten Bewerbendenmanagement-Tool „Onlyfy“ (www.onlyfy.com) wird in der Division Frauenthal Handel weiterhin
eingesetzt.
Wie schon in den Vorjahren hat das Management der Division Frauenthal Handel im Jahr 2024 eine volle Woche investiert und in
dieser Zeit sämtliche Standorte der Division Frauenthal Handel in ganz Österreich besucht. Diese „Roadshows“ haben sich als
erfolgreiches Instrument der Mitarbeitendenbindung und der internen Kommunikation etabliert. Das Format soll in den kommenden
Jahren fortgesetzt werden, um den rund 1.650 Mitarbeitenden wichtige Unternehmensinformationen vor Ort näherzubringen und
den persönlichen Kontakt zu pflegen.
Der solide Wert von 60 % Weiterempfehlungsquote auf der führenden Bewertungsplattform kununu, welcher sich mehrheitlich aus
den Feedbacks von aktuellen und ehemaligen Mitarbeitenden speist, liegt über allen relevanten Benchmarks und attestiert, dass die
Bestrebungen zur Attraktivierung der Arbeitgebermarke Frauenthal Handel Gruppe Früchte tragen.
UMWELTRISIKEN
Die Unternehmen der Division Frauenthal Automotive erfüllen sämtliche umweltrelevanten Anforderungen, gesetzlichen Vorschriften
sowie Verordnungen und Bescheide. Alle Mitarbeitenden werden regelmäßig und umfassend in den Bereichen Umwelt, Gesundheit
und Sicherheit informiert und geschult.
Die Standorte der Division Frauenthal Automotive sind industrielle, metallverarbeitende Betriebe, die teilweise auch thermische
Verfahren (wie z. B. Schweißen) in der Produktion einsetzen. Dies führt zu allgemeinen Risiken im Zusammenhang mit Abfällen und
Abwässern, die aus diesen Prozessen entstehen.
Einige der Standorte befinden sich auf Liegenschaften, die seit vielen Jahrzehnten als Industriestandorte genutzt werden. Die dadurch
verursachte Kontamination von Böden stellt in der Regel kein unmittelbares Umweltrisiko dar, solange keine Emissionen auftreten oder
sich die umweltrelevanten Auflagen ändern. Für einige Standorte liegen Berichte aus einer Umwelt-Due-Diligence-Prüfung vor. Das
Management ist sich der potenziellen Umweltrisiken bewusst und ergreift geeignete Maßnahmen, um diese Risiken zu minimieren.
Die Division Frauenthal Handel ist im Handel von Sanitär-, Heizungs- und Installationsprodukten und seit 2020 auch im Handel von
Elektromaterial tätig. Die Gruppe verfügt über eine österreichweite Vertriebs- und Logistikinfrastruktur sowie einen eigenen Fuhrpark.
Das Lagersortiment beinhaltet rund 50.000 überwiegend technische Artikel. Im Sortiment sind bis auf Batterien, welche
gesetzeskonform gelagert und transportiert werden, keine gefährlichen Güter mit potenzieller Belastung für die Umwelt enthalten. Es
gibt sowohl im Sanitär- als auch im Heizungssegment ein breites Handelssortiment an Artikeln, die besonders umwelt-, energie- oder
ressourcenschonend sind. Es sind diesbezüglich keine Umweltrisiken bekannt. Im Bereich der Verpackung arbeitet die Division
Frauenthal Handel nach den Vorgaben der Verpackungsverordnung und ist aktiver Partner der Altstoff Recycling Austria AG (ARA),
wodurch eine nachhaltige und gesetzeskonforme Entsorgung und Wiederverwertung der Verpackungsmaterialien sichergestellt wird.
An einigen Logistikstandorten der Division Frauenthal Handel bestehen Umweltrisiken in Form von rmemissionen, die zu einer
Einschränkung der Betriebszeiten führen.
BETRIEBLICHE RISIKEN
Bremsdruckbehälter und Karosserieteile werden durch das Erwärmen von Stahl, Umformprozesse (wie Pressen, Stanzen), teilweise
Schweißen und anschließende Oberflächenbehandlungen gefertigt. Schweiß-, Stanz- und Umformteile entstehen meist in
hochautomatisierten Produktionsprozessen. Bei allen diesen Verfahren bestehen sowohl Produktionsausfallrisiken als auch
Sicherheitsrisiken. Im Berichtsjahr traten in diesem Bereich keine signifikanten Vorfälle auf. Die Sicherheit in der Produktion hat für die
Division Frauenthal Automotive einen hohen Stellenwert und wird über die gesetzlich geforderten Standards hinaus kontinuierlich
verbessert. Dies geschieht durch laufende Optimierungsmaßnahmen sowie durch die Implementierung zusätzlicher
Sicherheitsvorkehrungen.
Zur Minimierung von Risiken werden detaillierte Arbeits- und Verfahrensanweisungen erstellt, regelmäßige Schulungsmaßnahmen
durchgeführt, die laufende Instandhaltung und Überprüfung der Maschinen sichergestellt und Versicherungsverträge abgeschlossen.
14
Im Straßeneinsatz von Fahrzeugkomponenten können in seltenen Fällen Qualitätsmängel zu Materialbrüchen, undichten
Bremssystemen oder frühzeitiger Korrosion führen. Ein umfassendes Qualitätssystem, das regelmäßig intern und extern auditiert wird,
verringert das Risiko von Schadensfällen erheblich. Zudem bestehen Versicherungen, die mögliche Schäden aus Produkthaftung und
Rückrufaktionen abdecken. Die Versicherungssummen werden als ausreichend eingeschätzt.
Nicht versichert sind jedoch Gewährleistungskosten (z. B. der Austausch fehlerhafter Produkte), die im Extremfall zu erheblichen
Ergebnisbelastungen führen können. Im Berichtsjahr gab es diesbezüglich keine nennenswerten Vorfälle.
Die wirtschaftliche Entwicklung des Jahres 2024 stellt für das Management und die Belegschaft in der Division Frauenthal Handel eine
besondere Herausforderung dar, insbesondere durch die Kombination aus schwächelnder Baukonjunktur und hohem Kostendruck.
Die Schwerpunkte liegen daher auf der Absicherung des operativen Betriebs und der flexiblen Reaktion auf rasch wechselnde
Rahmenbedingungen.
Für die Ertragskraft der Division Frauenthal Handel sind kompetitive Einkaufsbedingungen und Einkaufspreise der Lieferanten von
großer Bedeutung. Einzelne dieser Lieferanten haben einen großen Marktanteil in Österreich und können daher nicht substituiert
werden. Gleichzeitig ist die Division Frauenthal Handel aufgrund des größten und österreichweiten Vertriebs- und Logistiknetzwerks
wesentliche Partnerin in der Branche.
Die Verhandlung der Einkaufspreise ist Kernaufgabe des Category Managements sowie des Top-Managements. Aufgrund der
Marktstruktur ist die Division Frauenthal Handel bestens aufgestellt. Die Mitgliedschaft in der europaweiten Einkaufsgemeinschaft
VGH sichert die Position gegenüber den Herstellern von Sanitär- und Heizungsprodukten zusätzlich ab.
Im Bereich Category Management wird laufend die Koordination zwischen den Funktionen von Einkauf, Verkauf, Disposition,
Liquiditäts- und Produktmanagement verbessert. Ein stetig weiterentwickeltes Prognosesystem zur Optimierung der Bestellmengen
und damit des Lagerbestands ermöglicht eine zielgerichtete Erhöhung der Warenverfügbarkeit.
Die Sicherheit der IT-Systeme, insbesondere der Schutz vor unbefugtem Zugriff und Manipulationen, wird regelmäßig intern überprüft.
Aufgrund der zunehmenden internen und externen Vernetzung sind die Risiken in diesem Bereich steigend. Entsprechend werden
auch Maßnahmen zur Erhöhung des Schutzes vor unberechtigten Systemzugriffen verstärkt. Darüber wird auch regelmäßig dem
Prüfungsausschuss berichtet.
VERSORGUNGSRISIKO
Die Verfügbarkeit von Stahl wird bei allen Produkten in der Division Frauenthal Automotive durch langfristige Lieferverträge
sichergestellt. Die Vormaterialien der Produktion bestehen überwiegend aus Commodities, für die es weltweit zahlreiche Lieferanten
gibt. Dennoch bestehen im Falle von Rohstoffverknappungen oder starken Preissteigerungen bei Stahl und Vormaterialien
Versorgungsrisiken. Preisveränderungen bei Stahl werden durch entsprechende Vereinbarungen mit den Kunden auf die
Verkaufspreise abgewälzt. Hierbei gibt es unterschiedliche Preisanpassungsintervalle, sodass bei rasch steigenden oder sinkenden
Stahlpreisen vorübergehend Nach- bzw. Vorteile gegenüber den kalkulierten Margen entstehen können. Diese Effekte neutralisieren
sich jedoch erfahrungsgemäß im Laufe eines mehrjährigen Betrachtungszeitraums.
Das Einkaufsmanagement für Vormaterialien wird zunehmend zentral koordiniert, um positive Einkaufseffekte sowohl hinsichtlich der
Preise als auch der Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Energiekosten haben einen erheblichen Einfluss auf die Produktionskosten und damit auf die Ertragslage der Division Frauenthal
Automotive, da Energiepreisschwankungen nicht immer unmittelbar an die Kunden weitergegeben werden können. Durch
Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz (u. a. Erweiterung von Photovoltaik-Anlagen) und Preisverhandlungen mit den
Kunden kann im Jahr 2024 gegengesteuert werden.
Versorgungsengpässe bei Vormaterialien oder Energie sind grundsätzlich möglich. Für alle relevanten Vormaterialien existieren mehrere
Lieferanten. Dennoch kann es beispielsweise im Falle von technischen Betriebsstörungen bei einzelnen Großlieferanten zu kurzfristigen
Engpässen kommen. Strategische Abhängigkeiten bestehen jedoch nicht.
Die Division Frauenthal Handel minimiert potenzielle Versorgungsrisiken durch ein ausgeklügeltes Bestandsmanagement, welches eine
optimale Balance zwischen Lagerhaltung und Kapitalbindung gewährleistet. Durch die strategische Zusammenarbeit mit einem breiten
Netzwerk an Lieferanten und die Mitgliedschaft in der europaweiten Einkaufsgemeinschaft VGH wird die Abhängigkeit von einzelnen
Zulieferern reduziert.
Die kontinuierliche Weiterentwicklung der digitalen Prozesse und Systeme, insbesondere im Bereich der Lagerführung und Logistik,
ermöglicht eine präzise Bedarfsplanung und zeitnahe Reaktion auf Nachfrageschwankungen. Die hohe Warenverfügbarkeit von über
99,7 % (OTIF = on time in full) im Jahr 2024 unterstreicht die Effektivität dieser Maßnahmen und die Verlässlichkeit der
Versorgungskette.
15
FINANZWIRTSCHAFTLICHE RISIKEN
Die Frauenthal-Gruppe ist mit einer ausgewiesenen Eigenkapitalquote von 35,0 % im Jahr 2024 eigenkapitalmäßig gut aufgestellt.
Sowohl in der Division Frauenthal Handel als auch in der Division Frauenthal Automotive ergeben sich jedoch aufgrund der volatilen
Geschäftsentwicklungen unterjährig wesentlich höhere Ausnutzungen der Kreditlinien als zum Bilanzstichtag. Die beiden Divisionen
sind hinsichtlich der finanzwirtschaftlichen Risiken unterschiedlich zu betrachten. In der Division Frauenthal Handel kommt es zu
Jahresende traditionell zu sehr hohen Kundeneingängen, die die Nettofinanzverbindlichkeiten zum Stichtag enorm verringern. Durch
die hohen Kundeneingänge kommt es zum 31. Dezember 2024 zu einer Bilanzverkürzung und zu einer Verbesserung der
Eigenkapitalquote. In der Division Frauenthal Automotive sind alle Produktionsstandorte mit lokalen Banken finanziert und es stehen
nicht ausgenutzte Banklinien zur Verfügung, um Liquiditätsschwankungen ausgleichen zu können. In enger Abstimmung mit der
Frauenthal Holding erfolgt ein striktes Working Capital Management und eine laufende Kommunikation mit den Banken.
Die Finanzierung der Frauenthal-Gruppe erfolgt einerseits durch Konsortialfinanzierungen mehrerer führender österreichischer Banken
auf Ebene der Division Frauenthal Handel und andererseits durch Finanzierungen von lokalen Banken auf Business-Unit-Ebene der
Division Frauenthal Automotive.
Im August 2024 wurde die gesamte Division Frauenthal Handel langfristig auf weitere fünf Jahre refinanziert. Die Finanzierung enthält
eine tilgende Tranche (MEUR 15) sowie eine Betriebsmittellinie über MEUR 45. Zudem wurden im September 2024 vier zusätzliche
Betriebsmittellinien mit einer Gesamthöhe von MEUR 24 (MEUR 14 bis 2029, MEUR 10 auf unbestimmte Zeit) eingerichtet.
Eine führende schwedische Bank finanziert die schwedischen Gesellschaften der Business Unit Frauenthal Gnotec, genauso wie zwei
deutsche Banken für die Finanzierung des Produktionsstandorts in Elterlein sorgen. In der Slowakei und in Tschechien erfolgt die
Finanzierung ebenso mit lokalen Banken. Der chinesische Produktionsstandort in China (Kunshan, nahe Shanghai) der Business Unit
Frauenthal Gnotec verlängert alle seine Betriebsmittellinien bei lokalen chinesischen Banken um ein weiteres Jahr. Von Frauenthal
Gnotec China werden hauptsächlich chinesische Produktionswerke eines europäischen PKW-Herstellers sowie ein großer chinesischer
Automobilhersteller beliefert. Aufgrund des Produktportfolios (Umformteile und Schweißbaugruppen) sind hohe Vorfinanzierungen
vor allem für Presswerkzeuge und Maschinen erforderlich.
Alle Kredite der operativen Gesellschaften in den beiden Divisionen Frauenthal Handel und Frauenthal Automotive sind ohne Haftung
seitens der Frauenthal Holding AG gewährt. Die Kredite sind langfristig mit unterschiedlichen Laufzeiten und die Verzinsung ist
großteils variabel auf EURIBOR-Basis. Darüber hinaus stehen r einen höheren Working-Capital-Bedarf ausreichend
Betriebsmittellinien zur Verfügung. Der Liquiditätsbedarf, die Überwachung der Einhaltung der Covenants und die Verhandlung von
Anpassungen der Vereinbarungen mit den Banken an die aktuellen Bedürfnisse werden im Rahmen der Treasury-Funktion von der
Holding gesteuert und detailliert überwacht.
Zusätzlich bestehen auf Ebene der Frauenthal Holding ausreichend freie Finanzierungslinien mit mehreren österreichischen Banken.
Der Konzern verfügt über Guthaben bei Kreditinstituten iHv MEUR 48,4 sowie über ausreichend nicht ausgenutzte Banklinien. Die
Frauenthal-Gruppe nutzt in beiden Divisionen Factoring Verträge mit unbefristeter Laufzeit, die einen zentralen Bestandteil der
langfristigen Finanzierungsstrategie darstellen. Diese Vereinbarungen sichern die flexible Liquiditätssteuerung und unterstützen die
Working-Capital-Optimierung. Das Factoring-Volumen beträgt MEUR 76,6, davon sind MEUR 75,2 ohne Regress. Zusätzlich bestehen
mit den beteiligten Banken langjährige gute Geschäftsbeziehungen.
Die Division Frauenthal Handel verwendet Wertpapiere als Finanzinstrument für die Deckung der Pensionsrückstellungen. Diese
Wertpapiere bergen ein geringes Risiko.
Zentraler Bestandteil der Liquiditätsplanung der Unternehmen der Frauenthal-Gruppe ist die Aufrechterhaltung der Fähigkeit, den
externen und internen Zahlungsverpflichtungen stets nachzukommen.
Zinsänderungsrisiken für den Konzern sind in der Bilanz- und Finanzierungssituation Ende 2024 von Relevanz, da die Zinsbasis
überwiegend auf 3-Monats-EURIBOR-Basis, in der Slowakei auf ESTER-Basis bzw. in Schweden auf 1-Wochen-STIBOR-Basis vereinbart
wurde. Die Zinsentwicklung und das damit verbundene Risiko werden laufend überwacht.
Der Einfluss volatiler Währungen ist gering, da vorwiegend in lokaler Währung fakturiert und eingekauft wird. Diese Währungsrisiken
sind daher im Geschäftsjahr 2024 im Wesentlichen ungesichert und unterliegen einer ständigen Beobachtung.
Der Einfluss der volatilen Schwedenkrone ist im Wesentlichen auf nicht liquiditätswirksame Bewertungseffekte aus Intercompany-
Darlehen (Translationsrisiko) beschränkt.
Die Sensitivitätsanalyse von Währungs- und Zinsänderungen finden sich im Anhang unter Punkt 44 „Finanzinstrumente und
Risikoberichterstattung“, Abschnitt „Währungsänderungsrisiko“.
Aus der Finanzierungs- und Standortstruktur der Frauenthal-Gruppe ergeben sich finanzielle Risiken (dazu zählen Währungs-,
Liquiditäts- und Zinsrisiken), die maßgeblichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können.
Die Frauenthal-Gruppe unterhält langjährige Geschäftsbeziehungen mit Banken in den Ländern Österreich, Deutschland, der Slowakei,
Schweden, Tschechien und China und beobachtet laufend die makroökonomischen Umstände.
16
Oberstes Ziel ist die Sicherstellung der Finanzierung der Geschäftsaktivität in beiden Divisionen. Planungen sind für beide Divisionen
unterschiedlich, da für die Division Frauenthal Handel im Wesentlichen nur die Situation in Österreich relevant ist, während für die
Division Frauenthal Automotive der gesamte europäische Automobilmarkt, aber auch China und marginal die USA relevant sind.
Wichtig ist die Risikoabschottung, also keine finanzielle Verflechtung zwischen den beiden Divisionen. Alle Gesellschaften bis auf den
Standort in den USA sind mit lokalen Banken finanziert.
Die durchschnittliche Verzinsung für kurz- und langfristig ausgenützte Kredite sowie für Betriebsmittelfinanzierungen beträgt in der
Division Frauenthal Handel 4,14 % p.a. (mit Laufzeiten bis längstens 2029 sowie einer langfristigen Immobilienfinanzierung bis 2038),
in der Division Frauenthal Automotive 4,55 % p.a. (mit Laufzeiten bis längstens 2028) und für Finanzierungen auf Ebene der Frauenthal
Holding AG 4,79 % p.a. (mit Laufzeiten bis längstens 2027).
COMPLIANCE-RISIKEN
Als börsennotiertes Unternehmen hat die Frauenthal Holding AG ein umfangreiches Regelwerk im Bereich der Corporate Governance
und des Börse- und Wertpapierrechts zu befolgen. Der Österreichische Corporate Governance Kodex wird laufend um neue
Regelungen erweitert. Durch Schulungen und Berücksichtigung von Compliance bei der Zielvorgabe und Evaluierung von
Führungskräften sollen Compliance-Risiken reduziert werden. Die Gesellschaft verfolgt die permanente Einhaltung aller gesetzlichen
Bestimmungen mit hoher Priorität, um Verletzungen zu vermeiden, die gegebenenfalls erheblichen Schaden für die Reputation des
Unternehmens sowie gesetzliche Sanktionen nach sich ziehen könnten. Darüber hinaus wird die Einhaltung hoher ethischer Standards
in den Geschäftsbeziehungen als wichtiges Element einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Unternehmenspolitik betrachtet. Als
Lieferant für alle großen europäischen Nutzfahrzeughersteller wird das Compliance-Verhalten der Frauenthal Holding AG auch von
den Kunden evaluiert. Im Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats werden regelmäßig mögliche Compliance-Risiken analysiert und
Maßnahmen zur Stärkung der Compliance im Konzern besprochen. Im Berichtsjahr wurden die Verfahren zur Sicherung der
Vertraulichkeit von Compliance-relevanten Informationen weiterentwickelt. Eine neue Compliance-Richtlinie trat per 1. Jänner 2025
in Kraft.
WESENTLICHE MERKMALE DES INTERNEN KONTROLL- UND DES RISIKO-MANAGEMENTSYSTEMS IM HINBLICK
AUF DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS
Es gibt klare und strenge Richtlinien betreffend die Dokumentation der betrieblichen Vorgänge im gesamten Konzern. Der
Rechnungslegungsprozess in den Konzerngesellschaften obliegt der Verantwortung der lokalen Finanzleitung. Von dieser werden die
laufenden Monatsergebnisse unter Verwendung der Konsolidierungssoftware Cognos an die zentrale Finanzabteilung des Konzerns
übermittelt. Die konsolidierten Ergebnisse werden nach detaillierter Analyse und Rücksprache mit den Finanzverantwortlichen der
Konzerngesellschaften im Monatsbericht an den Vorstand, den Aufsichtsrat und das gesamte Management-Team berichtet.
Ausführliche Erläuterungen des Managements der operativen Einheiten erklären den Geschäftsverlauf. Ein konzernweites Accounting
Manual und regelmäßige Schulungen der Finanzverantwortlichen dienen der Vereinheitlichung aller relevanten Buchungsmethoden
und der Einhaltung der jeweils aktuellen internationalen Rechnungslegungsvorschriften. Neue oder geänderte IFRS-Standards werden
zentral in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Verantwortlichen für den gesamten Konzern eingeführt. In Vorbereitung auf die
Erstellung der Nachhaltigkeitserklärung iS der CSRD werden Workshops mit den lokalen Verantwortlichen abgehalten.
Es gibt eine durchgängige Unterschriftsregelung, die die Freigabe von Rechnungen zur Zahlung klar regelt. Die buchmäßige Erfassung
der Geschäftsfälle erfolgt grundsätzlich elektronisch. Entsprechend den individuellen Notwendigkeiten sind Zugriffsrechte einzelner
Benutzer zentral durch die jeweilige IT-Abteilung verwaltet. Das Ausmder Berechtigungen unterliegt einer ständigen Anpassung.
Die digitale Datensicherung erfolgt ebenfalls durch die lokalen IT-Abteilungen. Nach einem detaillierten Sicherungsplan werden
verschiedene Backups täglich, wöchentlich oder monatlich durchgeführt. Andere Dokumente werden in geeigneten Archiven
entsprechend den gesetzlichen Fristen aufbewahrt.
In den operativen Einheiten erfolgt die Buchung von Geschäftsfällen laufend. Zahlungen werden wöchentlich durchgeführt.
In den Gesellschaften sind durchgehend organisatorische Regelungen festgelegt, die gewährleisten, dass sämtliche
buchungspflichtigen Geschäftsvorfälle in den Jahresabschluss einfließen. In Konzerngesellschaften mit voll integrierten ERP-Systemen
werden bereits bei der Bestellung von Waren automatisch interne Belege erstellt, die folglich einen routinemäßigen Freigabeprozess
durchlaufen. Am Ende des Monats überprüfen alle Finanzabteilungen die Vollständigkeit der Rechnungen. Um ein periodengenaues
Bild der Finanzlage zu erstellen, werden fehlende Rechnungen bei Bedarf abgegrenzt. Vor dem Bilanzstichtag werden von den
wichtigsten Lieferanten Bestätigungen zu den ausstehenden Beträgen eingeholt.
Um sicherzustellen, dass alle erforderlichen Rückstellungen gebildet werden, wird der aktuelle Geschäftsverlauf in den monatlichen
Managementmeetings mit dem Vorstand ausführlich besprochen und Maßnahmen abgeleitet. Das monatliche Berichtswesen bildet
die Basis für diese Besprechungen.
Durch die intensive Kommunikation zwischen der zentralen Finanzabteilung und den Finanzverantwortlichen in den lokalen
Gesellschaften werden Planabweichungen detailliert verfolgt.
Das monatliche Reporting beinhaltet detaillierte Abweichungsanalysen zu Ergebnissen, Bilanzpositionen und Cashflow-Statements der
Segmente. Des Weiteren dient ein umfangreiches Kennzahlensystem der Erstellung interner Vergleiche über längere Zeiträume.
17
Gegebenenfalls werden Auffälligkeiten einer detaillierten Analyse unterzogen. Den Themen Kundenbeziehung, Produktivität,
Liquiditätsmanagement und Personalstruktur wird dabei besondere Aufmerksamkeit geschenkt, wodurch mögliche Probleme
frühzeitig erkannt werden können. Der Vorstand initiiert in Abstimmung mit dem Prüfungsausschuss regelmäßig Projekte der internen
Revision.
Die Cash-Bestände aller Konzerngesellschaften werden ständig beobachtet. Die Liquiditätsentwicklung wird dem Vorstand
wöchentlich, dem Aufsichtsrat und damit auch dem Prüfungsausschuss monatlich berichtet. Sichergestellt wird die Korrektheit der
Liquiditätsrechnung durch den monatlichen Abgleich von Cashflow-Statements und Bankständen. Den operativen Einheiten werden
konkrete monatliche Liquiditätsziele vorgegeben; Abweichungen führen zu vordefinierten Berichts- und Genehmigungsprozessen.
Die Risikoverantwortlichen der identifizierten Risiken sind klar definiert und berichten in oberster Instanz an den Vorstand. Im
mindestens zweimal jährlich erstellten Risikobericht werden die Risiken aktualisiert, bewertet und dem Prüfungsausschuss vorgelegt.
E. INNOVATIONSBERICHT
In den Produktbereichen findet Innovation durch Verbesserung von Materialeigenschaften, Optimierung von Produktionsprozessen,
Entwicklung neuer Produktdesigns und die Suche nach neuen Einsatzmöglichkeiten für existierende Produkte statt. Innovation von
Produktionsprozessen kann die Neugestaltung eines Fabriklayouts zur Optimierung des Produktionsflusses, die Investition in qualitäts-
und produktivitätssteigernde Anlagen, die Feinabstimmung des Produktionsverfahrens oder eine Standardisierung und Stabilisierung
einzelner Fertigungsschritte bedeuten. Innovation im Produktdesign bedeutet beispielsweise die Vormontage mehrerer Komponenten,
um so den Einbauaufwand beim Kunden zu reduzieren oder das Design so zu optimieren, dass Materialeinsatz und Kosten reduziert
werden können. Sowohl bei Frauenthal Gnotec als auch bei Frauenthal Airtank ist die enge Zusammenarbeit mit dem Kunden in der
Optimierung des Produktdesigns von Bedeutung. Zu diesem Zweck sind z. B. bei mehreren Kunden Ingenieure von Frauenthal Gnotec
(sogenannte „Residential Engineers“) vor Ort tätig.
Auch für interne Prozesse werden Innovationen angestrebt, sofern dadurch Kosten- und Qualitätsfortschritte erzielbar sind. Im Bereich
von Frauenthal Airtank wird an Produktdesigns mit geringerem Materialeinsatz (Kosten- und Gewichtsersparnis) gearbeitet. Bei diesen
Sicherheitsteilen sind jedoch die Zustimmung der Kunden und die Genehmigung des TÜV für alle Produktinnovationen erforderlich.
Die Produktinnovation bei Frauenthal Gnotec ist integraler Bestandteil des Geschäftsmodells: Kreative Engineering-Lösungen sind ein
signifikanter Wettbewerbsfaktor. Das Know-how der Business Unit Frauenthal Gnotec besteht in der Beherrschung und Optimierung
der vielfältigen Prozesse der Blechumformung für die Herstellung einfacher bis hochkomplexer Stahlteile vorwiegend für die
Automobilindustrie. Die Automatisierung der Schweißprozesse ist ein Innovationsschwerpunkt, der Produktivitätssteigerung bei
gleichzeitiger Qualitätsverbesserung zum Ziel hat. Ein innovativer Prozess als Alternative zum herkömmlichen Schweißverfahren wurde
2024 eingeführt.
Der technische Großhandel befindet sich in einem ständigen Wandel und muss sich den Herausforderungen der Digitalisierung und
den steigenden Ansprüchen bei nachhaltigen Produkten stellen. Den Trends folgend werden in der Division Frauenthal Handel laufend
Prozessinnovationen in der Kundenabwicklung umgesetzt. Die auf Kundenbedürfnisse und -anforderungen maßgeschneiderte
Business-Plattform für die vier Marken (mySHT mobil, ÖAG mobil, konti mobil und EMAT mobil) ist eine dieser Lösungen. Einfache
Abwicklungen wie digitaler Lieferschein, smarte Produktsuche, Bestellmöglichkeiten über die App am Smartphone, Track & Trace in
Echtzeit auf einer Karte, Lieferaviso mit Push-Nachricht, nachhaltige Verpackungen und vor allem Warenverfügbarkeit schaffen einen
Mehrwert beim Kunden und sind ein wichtiger Teil der Kundenbindung.
Durchgängige digitale Prozesse sind die Grundvoraussetzung für den hohen Anteil an fehlerfreien Lieferungen von über 99,7 % (OTIF)
im Jahr 2024. Durch die vollständige Erneuerung der Kundenwebshops (oeag-shop.at, sht.at, kontinentale-shop.at,
ELEKTROMATERIAL.AT) ist die digitale Kundenplattform auf ein neues Niveau gehoben worden. Die nahtlose Integration mit den
entsprechenden mobilen Apps ermöglicht den Kunden einen flexiblen Zugriff über alle Endgeräte, wodurch der Umsatzanteil über die
digitalen Kanäle kontinuierlich steigt. Die personalintensiven regionalen Call Center werden dadurch entlastet und es bleibt mehr Zeit
für aktive Beratung und Verkauf.
F. AUSBLICK
Der Fokus des Managements liegt im Jahr 2025 in beiden Divisionen auf strukturellen Änderungen und einem strikten
Kostenmanagement, um die voraussichtlich weiterhin niedrigen Abrufvolumina in der Division Frauenthal Automotive und die
geringere Marktnachfrage in der Division Frauenthal Handel abzufedern.
Für das Jahr 2025 sind in der Division Frauenthal Automotive umfangreiche Effizienzsteigerungsprogramme, insbesondere am
Produktionsstandort in Schweden, geplant. Gleichzeitig richtet sich das Werk in den USA auf den 2024 gestarteten und im Jahr 2025
intensivierenden Produktionshochlauf aus. Der Produktionsstandort in der Slowakei wurde durch Investitionen in die Infrastruktur im
Jahr 2024 optimal für weiteres profitables Wachstum vorbereitet.
18
In einem weiterhin sehr herausfordernden Marktumfeld, das voraussichtlich auch 2025 von niedrigen Volumina und damit
verbundenen Insolvenzen in der Zulieferindustrie geprägt sein wird, ist die Division Frauenthal Automotive als stabile Partnerin bei
ihren Kunden gut positioniert. Daher ist auch für 2025 geplant, Marktanteile sowohl bei Bestandskunden als auch bei Neukunden zu
gewinnen.
Die Division Frauenthal Handel hängt als Zulieferer des Baunebengewerbes leicht zeitversetzt direkt von der Baukonjunktur ab. Die
Baukonjunktur zeigt laut Euroconstruct-Bericht eine differenzierte Entwicklung: Während der Neubaubereich unter starkem Druck
steht, was sich in rückläufigen Baubewilligungen manifestiert, zeigt der Renovierungssektor eine etwas bessere, wenn auch gedämpfte
Entwicklung. Diese unterschiedliche Entwicklung der Marktsegmente führt dennoch in Summe zu einer deutlichen Abschwächung der
Gesamtmarktentwicklung.
Weitere Einflussfaktoren stellen die Investitionsneigung der öffentlichen Hand sowie das private Konsumverhalten dar. Das private
Konsumverhalten zeigt sich dabei deutlich zurückhaltend - laut aktuellen KSV-Analysen
10
haben 51 % der Haushalte ihre
Konsumausgaben im Vergleich zum Vorjahr reduziert.
Angesichts dieser Entwicklungen ist die Prognoseunsicherheit durch mehrere Faktoren verstärkt: Neben den klassischen
Herausforderungen wie Rohstoffpreisen, Zinslandschaft und Inflation kommt die veränderte Fördersituation im Bereich Raus aus Öl
und Gas hinzu. Während die bereits genehmigten Förderungen noch bis zum 3. Quartal 2025 die Nachfrage stützen werden, ist die
zukünftige Ausgestaltung der Förderlandschaft noch unklar. Die Renovierungstätigkeit könnte jedoch durch die erwartete Zinswende
und das Auslaufen der KIM-VO positive Impulse erhalten, da dies zu vermehrten Immobilientransaktionen führen dürfte.
Die Entwicklung der Geschäftstätigkeit wird in den Folgejahren durch starken Preiskampf im Wettbewerb und die sich verändernden
Marktbedingungen bestimmt werden. Ziel ist es, durch Investitionen, Prozessverbesserungen und Schulungen der Mitarbeitenden den
Kundenservice weiter zu verbessern und den Fokus auf Kundennutzen zu setzen.
Die Frauenthal-Gruppe sieht sich weiterhin in den beiden Divisionen Frauenthal Handel und Frauenthal Automotive mit einem
zunehmend herausfordernden Geschäftsumfeld und einer angespannten Marktsituation konfrontiert. Die Entwicklung des
Geschäftsjahres 2025 hängt damit umso mehr von der Konjunktur und dem Marktumfeld der beiden Divisionen ab. Besonders relevant
sind dabei die Entwicklung des Automobilsektors und der Baukonjunktur, die Ausgestaltung der Förderungen r erneuerbare Energien
sowie die Entwicklung der Rohstoffpreise und des Zinsumfelds. Eine seriöse Prognose für das Konzernergebnis 2025 ist daher zum
gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich.
Im Bereich Business Development werden Akquisitionsmöglichkeiten in den beiden Divisionen Frauenthal Handel und Frauenthal
Automotive analysiert.
Die Frauenthal Holding AG versteht sich als strategischer Investor, der an der nachhaltigen Schaffung von Shareholder Value orientiert
ist. Wenn die Frauenthal-Gruppe aufgrund limitierter Ressourcen und Kompetenzen oder aufgrund von Risikopräferenzen weiteres
Wachstum in einem Bereich nicht mehr adäquat unterstützen kann oder will, sind strategische Verkäufe von Geschäftsbereichen unter
Berücksichtigung der aktuellen Marktlage Optionen, die sorgfältig evaluiert werden. Die Optimierung der Investitionszyklen ist für die
langfristige, kontinuierliche Wertsteigerung des Unternehmens wesentlich. Dabei ist Frauenthal jedoch an keine extern vorgegebenen
Kriterien gebunden.
Auf der Website (www.frauenthal.at) sind neben umfangreichen Informationen über das Unternehmen auch Berichte, Unterlagen zu
Hauptversammlungen, Ad-hoc-Meldungen, Produktfotos etc. verfügbar. Der Corporate Governance Bericht der Frauenthal Holding
AG ist auf der Website unter Investor Relations/Corporate Governance abrufbar.
Wien, 29. April 2025
Frauenthal Holding AG
Dr. Hannes Winkler Mag. Erika Hochrieser
Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied
10
KSV Insolvenzstatistik vom 13.01.2025, siehe https://www.ksv.at/insolvenzstatistik/insolvenzstatistik-2024-final
19
KONZERNABSCHLUSS FÜR 2024
DER FRAUENTHAL HOLDING AG
INHALTVERZEICHNIS
KONZERN-GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG
KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG
KONZERNBILANZ
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG
ENTWICKLUNG DES KONZERN-EIGENKAPITALS
KONZERN-ANLAGENSPIEGEL
KONZERN-SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
A. ALLGEMEINES
(1) INFORMATIONEN ZUM UNTERNEHMEN
(2) GRUNDLAGEN DER RECHNUNGSLEGUNG
(3) ERSTMALIG BZW. ZUKÜNFTIG ANZUWENDENDE
STANDARDS UND INTERPRETATIONEN
(4) NACHHALTIGKEIT, GEOPOLITISCHE KONFLIKTE,
INFLATION UND ZINSNIVEAU
B. KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE
(5) KONSOLIDIERUNGSKREIS
(6) KAPITALKONSOLIDIERUNG
(7) WÄHRUNGSUMRECHNUNG
C. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN
(8) LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
(9) LATENTE STEUERN
(10) SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE UND
FINANZANLAGEN
(11) VORRÄTE
(12) FORDERUNGEN
(13) ZAHLUNGSMITTEL UND
ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE
(14) RÜCKSTELLUNGEN
(15) SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN
(16) VERBINDLICHKEITEN
(17) ERTRAGSREALISIERUNG
(18) SCHÄTZUNGEN UND ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN
D. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ
(19) IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
(20) SACHANLAGEN
(21) NUTZUNGSRECHTE
(22) SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE UND
FINANZANLAGEN
(23) LATENTE STEUERN
(24) VORRÄTE
(25) FORDERUNGEN
(26) ZAHLUNGSMITTEL UND
ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE
(27) EIGENKAPITAL
(28) VERBINDLICHKEITEN
(29) RÜCKSTELLUNGEN
(30) EVENTUALVERBINDLICHKEITEN UND
VERBINDLICHKEITEN AUS
HAFTUNGSVERHÄLTNISSEN
E. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN-UND-
VERLUST-RECHNUNG
(31) UMSATZERLÖSE
(32) SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
(33) AUFWENDUNGEN FÜR MATERIAL UND SONSTIGE
BEZOGENE HERSTELLUNGSLEISTUNGEN
(34) PERSONAL
(35) ABSCHREIBUNGEN AUF IMMATERIELLE
GEGENSTÄNDE DES ANLAGEVERMÖGENS UND
SACHANLAGEN
(36) SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
(37) FINANZERFOLG
(38) ERTRAGSTEUERN
(39) ERGEBNIS JE AKTIE
F. ERLÄUTERUNGEN ZUR KAPITALFLUSSRECHNUNG
(CASHFLOW-STATEMENT)
(40) KAPITALFLUSS AUS DEM ERGEBNIS
(41) KAPITALFLUSS AUS DER OPERATIVEN
GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
(42) KAPITALFLUSS AUS DER INVESTITIONSTÄTIGKEIT
(43) KAPITALFLUSS AUS DER FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT
G. SONSTIGE ANGABEN
(44) FINANZINSTRUMENTE UND
RISIKOBERICHTERSTATTUNG
(45) SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
(46) ZIELE DES EIGENKAPITALMANAGEMENTS
(47) ANGABEN ÜBER DIE MITGLIEDER DER
UNTERNEHMENSORGANE
(48) ANGABEN ÜBER GESCHÄFTSFÄLLE MIT
NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN ODER PERSONEN
(49) ANGABEN ÜBER EREIGNISSE NACH DEM
BILANZSTICHTAG
20
KONZERN-GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG
Anmerkung
in TEUR
2024
2023
(31)
UMSATZERLÖSE
1.014.337
1.080.966
Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen
-559
1.233
Aktivierte Eigenleistungen
31
7
(32)
Sonstige betriebliche Erträge
Aufwendungen für Material und sonstige bezogene
14.635
7.256
(33)
-760.704
-795.210
Herstellungsleistungen
(34)
Personalaufwand
-155.331
-163.128
(36)
Sonstige betriebliche Aufwendungen
-64.829
-68.933
EBITDA
47.580
62.191
(19),(20),(21),(35)
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
-35.081
-33.456
(8)
Außerplanmäßige Abschreibungen
-6.898
0
Betriebserfolg (EBIT)
5.601
28.735
Zinserträge
1.402
629
Zinsaufwendungen
-12.585
-12.022
Sonstige Finanzerträge
31
86
Sonstige Finanzaufwendungen
-34
0
Finanzerfolg
-11.186
-11.307
ERGEBNIS VOR STEUERN
-5.585
17.428
(38)
Ertragsteuern
476
-3.029
Ergebnis nach Steuern
-5.109
14.399
Jahresergebnis
-5.109
14.399
davon dem Mutterunternehmen zuzurechnender Ergebnisanteil
(Konzernergebnis)
-5.109
14.399
(39)
Ergebnis je Aktie
unverwässert
-0,63
1,66
verwässert
-0,63
1,66
KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG
Anmerkung
in TEUR
2024
2023
Ergebnis nach Steuern
-5.109
14.399
Gewinne und Verluste aus der Währungsumrechnung
-916
-325
Summe der Posten, die nachträglich in die Gewinn- und
-916
-325
Verlustrechnung umgegliedert ("recycelt") werden
(38)
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste
-757
-2.412
Personalrückstellungen
Summe der Posten, die nachträglich nicht in die Gewinn- und
-757
-2.412
Verlustrechnung umgegliedert ("recycelt") werden
Sonstiges Gesamtergebnis
-1.673
-2.737
Gesamtergebnis
-6.782
11.662
davon dem Mutterunternehmen zuzurechnender
-6.782
11.662
Gesamtergebnisanteil
21
KONZERNBILANZ
Anmerkung
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
VERMÖGENSWERTE
Langfristige Vermögenswerte
(1),(8),(19)
Immaterielle Vermögenswerte
18.046
20.386
(21)
Nutzungsrechte Leasing
69.700
70.460
(8)(20)
Sachanlagen
96.703
108.118
(10)(22)
Finanzanlagen
40
40
(10)(22)
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
2.220
2.113
(9),(23)
Aktive latente Steuern
2.587
2.468
189.296
203.585
Kurzfristige Vermögenswerte
(11),(24)
Vorräte
182.928
203.961
(12),(25)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
22.477
29.986
(12),(25)
Steuerforderungen
1.428
1.305
(12),(25)
Termingeldeinlage
0
9.000
(12),(25)
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
14.811
10.238
(12),(25)
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte
11.010
6.529
(13),(26)
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
48.401
39.843
281.055
300.862
Summe Vermögenswerte
470.351
504.447
EIGENKAPITAL UND SCHULDEN
Eigenkapital
(27)
Grundkapital
8.652
8.652
(27)
Kapitalrücklagen
22.331
22.331
(27)
Einbehaltene Ergebnisse
167.930
173.039
(27)
Sonstiges Ergebnis
-13.653
-11.980
(27)
Eigene Anteile
-20.809
0
Eigenkapital der Eigentümer des Mutterunternehmens
164.451
192.042
Langfristige Schulden
(16),(28)
Finanzverbindlichkeiten
28.754
31.205
(16),(28)
Leasingverbindlichkeiten
54.327
55.167
(14),(29)
Personalrückstellungen
33.473
34.061
(9),(23)
Passive latente Steuern
1.915
2.952
(15),(29)
Sonstige Rückstellungen
751
712
119.220
124.097
Kurzfristige Schulden
(16),(28)
Finanzverbindlichkeiten
37.599
24.118
(16),(28)
Leasingverbindlichkeiten
17.245
16.562
(16),(28)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
73.064
85.018
(16),(28)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
0
1
(16),(28)
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
11.393
14.905
(16),(28)
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten
46.277
43.211
(28)
Steuerschulden
125
3.390
(15),(29)
Sonstige Rückstellungen
977
1.103
186.680
188.308
Summe Eigenkapital und Schulden
470.351
504.447
22
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG
Anmerkung
in TEUR
2024
2023
Jahresergebnis
-5.109
14.399
Zinserträge und -aufwendungen
11.183
11.393
Ertragsteuern
-476
3.030
Abschreibungen auf das Anlagevermögen
41.979
33.456
Gewinne aus dem Abgang von Anlagevermögen
-4.008
-451
Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen
412
187
Zuschreibungen Wertpapiere des Umlaufvermögens
0
-86
Aufwendungen aus Finanzanlagen und Wertpapieren
34
0
Veränderung langfristiger Rückstellungen
-2.130
-445
Gezahlte Zinsen
-9.211
-8.303
Erhaltene Zinsen
696
465
Gezahlte Ertragsteuern
-3.637
-4.284
(40)
Kapitalfluss aus dem Ergebnis
29.732
49.361
Veränderung Vorräte
21.032
-12.302
Veränderung Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
7.509
8.480
Veränderung Forderungen verbundene Unternehmen
0
1
Veränderung sonstiger Forderungen
-9.054
3.477
Veränderung kurzfristiger Rückstellungen
-126
151
Veränderung Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
-11.954
-8.578
Veränderung Verbindlichkeiten verbundene Unternehmen
-1
1
Veränderung sonstiger Verbindlichkeiten
-657
9.100
Währungsumrechnungsbedingte Veränderungen
-481
518
(41)
Kapitalfluss aus der operativen Geschäftstätigkeit
36.001
50.210
(42)
Auszahlungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten
-15.513
-21.464
und Sachanlagen
Einzahlungen aus dem Verkauf von immateriellen Vermögenswerten
8.579
536
und Sachanlagen
Auszahlungen aus dem Kauf von Wertpapieren
-110
0
Auszahlungen Termingeldeinlagen
0
-9.000
Einzahlungen Termingeldeinlagen
9.000
0
0,(42)
Kapitalfluss aus der Investitionstätigkeit
1.956
-29.928
Gewinnausschüttungen
0
-519
Kauf eigene Anteile
-20.809
0
Tilgung Leasing
-19.532
-18.504
Aufnahme von Krediten
35.776
9.421
Tilgung von Krediten
-24.834
-15.409
(43)
Kapitalfluss aus der Finanzierungstätigkeit
-29.399
-25.011
VERÄNDERUNG DER LIQUIDEN MITTEL
8.558
-4.729
Anfangsbestand der liquiden Mittel
39.843
44.572
(13)(26)
Endbestand der liquiden Mittel
48.401
39.843
23
ENTWICKLUNG DES KONZERN-EIGENKAPITALS
Sonstiges Ergebnis
Versicherungs-
EK der
Währungs-
mathematische
Eigentümer
Grund-
Kapital-
Einbehaltene
ausgleichs-
Gewinne/Verluste
Eigene
des Mutter-
Konzern-
Anmerkung
in TEUR
kapital
rücklage
Ergebnisse
posten
gemäß IAS 19
Anteile
unternehmens
kapital
Stand 01.01.2023
8.652
22.331
159.159
-5.819
-3.424
0
180.900
180.900
Jahresergebnis
14.399
14.399
14.399
Sonstiges Gesamtergebnis
-325
-2.412
-2.737
-2.737
Gesamtergebnis 2023
0
14.399
-325
-2.412
0
11.662
11.662
(27)
Gewinnausschüttung
-519
-519
-519
Transaktionen mit Eigentümern
0
0
-519
0
0
0
-519
-519
Stand 31.12.2023 = 01.01.2024
8.652
22.331
173.039
-6.144
-5.836
0
192.042
192.042
Jahresergebnis
-5.109
-5.109
-5.109
Sonstiges Gesamtergebnis
-916
-757
-1.673
-1.673
Gesamtergebnis 2024
0
-5.109
-916
-757
0
-6.782
-6.782
(27),(48)
Erwerb eigene Anteile
-20.809
-20.809
-20.809
Transaktionen mit Eigentümern
0
0
0
0
0
-20.809
-20.809
-20.809
STAND 31.12.2024
8.652
22.331
167.930
-7.060
-6.593
-20.809
164.451
164.451
24
KONZERN-ANLAGENSPIEGEL*
IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Kunden-
Marken- und
beziehungen,
Kundenbelie-
Rechte,
Entwicklungs-
in TEUR
ferungsrechte
Lizenzen
Firmenwerte
aufwendungen
Summe
Anschaffungskosten / Herstellungskosten
Stand 01.01.2023
15.450
28.174
9.503
584
53.711
Kursdifferenzen
0
5
0
1
6
Zugänge
0
1.780
0
0
1.780
Abgänge
0
217
0
0
217
Umbuchungen
0
0
0
21
21
Stand 31.12.2023
15.450
29.742
9.503
606
55.301
Stand 01.01.2024
15.450
29.742
9.503
606
55.301
Kursdifferenzen
0
-348
0
-15
-363
Zugänge
0
1.388
0
0
1.388
Abgänge
0
168
0
0
168
Stand 31.12.2024
15.450
30.614
9.503
592
56.158
Kumulierte Abschreibungen
Stand 01.01.2023
6.898
24.904
1.196
584
33.582
Stand 31.12.2023
7.001
26.130
1.196
588
34.915
Stand 01.01.2024
7.001
26.130
1.196
588
34.915
Stand 31.12.2024
7.027
27.510
2.996
580
38.113
Buchwerte 01.01.2023
8.552
3.270
8.307
0
20.129
Buchwerte 31.12.2023
8.449
3.612
8.307
18
20.386
Buchwerte 01.01.2024
8.449
3.612
8.307
18
20.386
Buchwerte 31.12.2024
8.423
3.104
6.507
12
18.046
Buchwerte 01.01.2023
8.552
3.270
8.307
0
20.129
Kursdifferenzen
0
-1
0
0
-1
Zugänge
0
1.780
0
0
1.780
Abgänge
0
20
0
0
20
Umbuchungen
0
0
0
18
18
Abschreibungen des Geschäftsjahres
103
1.417
0
0
1.520
davon planmäßige Abschreibung
103
1.417
0
0
1.520
Buchwerte 31.12.2023
8.449
3.612
8.307
18
20.386
Buchwerte 01.01.2024
8.449
3.612
8.307
18
20.386
Kursdifferenzen
0
-2
0
-1
-3
Zugänge
0
1.388
0
0
1.388
Abgänge
0
7
0
0
7
Abschreibungen des Geschäftsjahres
26
1.887
1.800
5
3.718
davon planmäßige Abschreibung
26
1.887
0
5
1.918
davon außerplanmäßige Abschreibung
0
0
1.800
0
1.800
Buchwerte 31.12.2024
8.423
3.104
6.507
12
18.046
* Der Konzern-Anlagenspiegel ist Teil des Konzernanhangs .
25
KONZERN-ANLAGENSPIEGEL*
SACHANLAGEN
Andere Anlagen,
Geleistete
Technische
Betriebs- und
Anzahlungen
Grundstücke
Anlagen
Geschäfts-
und Anlagen im
in TEUR
und Bauten
und Maschinen
ausstattung
Bau
Summe
Anschaffungskosten / Herstellungskosten
Stand 01.01.2023
70.752
72.037
67.197
11.986
221.972
Kursdifferenzen
-158
-792
-104
-79
-1.133
Zugänge
5.573
1.850
6.521
5.706
19.650
Abgänge
304
348
4.507
0
5.159
Umbuchungen
578
4.682
2.357
-7.639
-22
Stand 31.12.2023
76.441
77.429
71.464
9.974
235.308
Stand 01.01.2024
76.441
77.429
71.464
9.974
235.308
Kursdifferenzen
-269
-493
-11
65
-708
Zugänge
1.135
7.132
2.571
3.289
14.127
Abgänge
7.016
171
6.879
0
14.066
Umbuchungen
554
3.050
1.331
-4.935
0
Stand 31.12.2024
70.845
86.947
68.476
8.393
234.661
Kumulierte Abschreibungen
Stand 01.01.2023
30.336
43.087
44.498
-68
117.853
Stand 31.12.2023
32.440
48.311
46.469
-29
127.191
Stand 01.01.2024
32.440
48.311
46.469
-29
127.191
Stand 31.12.2024
32.848
58.468
46.298
344
137.958
Buchwerte 01.01.2023
40.416
28.950
22.699
12.054
104.119
Buchwerte 31.12.2023
44.001
29.118
24.995
10.003
108.117
Buchwerte 01.01.2024
44.001
29.118
24.995
10.003
108.117
Buchwerte 31.12.2024
37.997
28.479
22.178
8.049
96.703
Buchwerte 01.01.2023
40.416
28.950
22.699
12.054
104.119
Kursdifferenzen
-94
-371
-55
-78
-598
Zugänge
5.573
1.850
6.521
5.706
19.650
Abgänge
12
0
240
0
252
Umbuchungen
578
4.682
2.360
-7.639
-19
Abschreibungen des Geschäftsjahres
2.459
5.993
6.290
40
14.782
davon planmäßige Abschreibung
2.459
5.993
6.290
40
14.782
Buchwerte 31.12.2023
44.001
29.118
24.995
10.003
108.118
Buchwerte 01.01.2024
44.001
29.118
24.995
10.003
108.118
Kursdifferenzen
-165
-305
12
65
-393
Zugänge
1.135
7.132
2.571
3.289
14.127
Abgänge
4.214
0
792
0
5.006
Umbuchungen
793
3.030
1.485
-5.308
0
Abschreibungen des Geschäftsjahres
3.553
10.496
6.093
0
20.142
davon planmäßige Abschreibung
2.843
6.108
6.093
0
15.044
davon außerplanmäßige Abschreibung
710
4.388
0
0
5.098
Buchwerte 31.12.2024
37.997
28.479
22.178
8.049
96.703
* Der Konzern-Anlagenspiegel ist Teil des Konzernanhangs.
26
KONZERN-ANLAGENSPIEGEL*
NUTZUNGSRECHTE LEASING
Andere
Anlagen,
Technische
Betriebs- und
Grundstücke
Anlagen
Geschäfts-
in TEUR
und Bauten
Fahrzeuge
und Maschinen
ausstattung
Summe
Anschaffungskosten
Stand 01.01.2023
120.276
4.840
5.268
977
131.361
IFRS 16 Modifizierungen/Neubewertungen
14.704
81
0
108
14.893
Kursdifferenzen
-331
-10
-176
-2
-519
Zugänge
629
1.360
0
0
1.989
Abgänge
4.691
259
0
33
4.983
Stand 31.12.2023
130.587
6.013
5.092
1.049
142.741
Stand 01.01.2024
130.587
6.013
5.092
1.049
142.741
IFRS 16 Modifizierungen/Neubewertungen
12.577
90
-2
127
12.792
Kursdifferenzen
37
-46
21
-4
8
Zugänge
531
4.034
45
0
4.610
Abgänge
2.678
254
1
128
3.061
Stand 31.12.2024
141.054
9.838
5.155
1.043
157.090
Kumulierte Abschreibungen
Stand 01.01.2023
50.999
2.675
4.741
564
58.979
Stand 31.12.2023
63.516
3.259
4.750
757
72.282
Stand 01.01.2024
63.516
3.259
4.750
757
72.282
Stand 31.12.2024
77.307
4.318
4.942
823
87.390
Buchwerte 01.01.2023
69.277
2.165
527
412
72.382
Buchwerte 31.12.2023
67.071
2.754
342
291
70.459
Buchwerte 01.01.2024
67.071
2.754
342
291
70.459
Buchwerte 31.12.2024
63.747
5.520
213
219
69.700
Buchwerte 01.01.2023
69.277
2.165
527
412
72.382
IFRS 16 Modifizierungen/Neubewertungen
14.704
81
0
108
14.893
Kursdifferenzen
-227
-7
-8
0
-242
Zugänge
629
1.360
0
0
1.989
Abgänge
1.409
0
0
0
1.409
Abschreibungen des Geschäftsjahres
15.903
845
177
229
17.154
davon planmäßige Abschreibung
15.903
845
177
229
17.154
Buchwerte 31.12.2023
67.071
2.754
342
291
70.460
Buchwerte 01.01.2024
67.071
2.754
342
291
70.460
IFRS 16 Modifizierungen/Neubewertungen
12.577
90
-2
127
12.792
Kursdifferenzen
-15
-20
-5
-2
-42
Zugänge
531
4.034
45
0
4.610
Abgänge
0
0
1
0
1
Abschreibungen des Geschäftsjahres
16.417
1.339
166
197
18.119
davon planmäßige Abschreibung
16.417
1.339
166
197
18.119
Buchwerte 31.12.2024
63.747
5.520
213
219
69.700
* Der Konzern-Anlagenspiegel ist Teil des Konzernanhangs.
27
KONZERN-SEGMENTBERICHTERSTATTUNG*
STRATEGISCHE GESCHÄFTSFELDER
Frauenthal Automotive
Frauenthal Handel
Holdings und Sonstige
Konzern-Eliminierungen
Frauenthal-Gruppe
in TEUR
2024
2023
2024
2023
2024
2023
2024
2023
2024
2023
Fremdkapital
90.662
82.537
211.844
226.334
5.936
8.971
-2.420
-5.437
306.022
312.405
Vermögen
133.757
131.719
329.726
346.495
9.429
31.698
-2.561
-5.465
470.351
504.447
REGIONEN NACH STANDORTEN/GESELLSCHAFTSSITZ
Sachanlagen, Nutzungsrechte Leasing
Durchschnittliche Beschäftigte
und Immaterielles Vermögen
in TEUR
2024
2023
2024
2023
Österreich
123.743
137.067
1.579
1.686
Deutschland
12.146
12.409
182
209
Schweden
13.852
17.768
278
349
Sonstige Länder
34.708
31.720
544
618
Frauenthal-Gruppe
184.449
198.964
2.583
2.862
* Die Konzern-Segmentberichterstattung ist Teil des Konzernanhangs.
28
KONZERN-SEGMENTBERICHTERSTATTUNG*
STRATEGISCHE GESCHÄFTSFELDER
Frauenthal Automotive
Frauenthal Handel
Holdings und Sonstige
Konzern-Eliminierungen
Frauenthal-Gruppe
in TEUR
2024
2023
2024
2023
2024
2023
2024
2023
2024
2023
Außenumsatz
207.346
235.220
806.977
845.737
13
8
0
0
1.014.337
1.080.966
Innenumsatz
0
0
0
0
2.543
2.314
-2.543
-2.314
0
0
Umsatz gesamt
207.346
235.220
806.977
845.737
2.556
2.322
-2.543
-2.314
1.014.337
1.080.966
Materialaufwand
-139.833
-164.197
-620.871
-631.013
0
0
0
0
-760.704
-795.210
Personalaufwand
-41.292
-42.331
-112.007
-118.761
-2.032
-2.036
0
0
-155.331
-163.128
Sonstige betriebliche Aufwendungen
-12.596
-13.659
-52.420
-55.238
-1.770
-1.790
1.957
1.753
-64.829
-68.934
EBITDA
14.453
17.461
34.945
46.988
-1.030
-1.498
-787
-759
47.580
62.191
EBITDA bereinigt
1)
14.453
17.461
31.910
46.988
-1.030
-1.498
-787
-759
44.545
62.191
Abschreibungen
-15.372
-9.901
-26.893
-23.909
-488
-487
774
842
-41.979
-33.455
davon außerplanmäßige Abschreibung
-5.098
0
-1.800
0
0
0
0
0
-6.898
0
Betriebserfolg (EBIT)
-919
7.560
8.052
23.079
-1.518
-1.985
-13
83
5.601
28.736
EBIT bereinigt
1)
2)
4.179
7.560
6.816
23.079
-1.518
-1.985
-13
83
9.464
28.737
Zinserträge
837
218
411
255
158
294
-5
-138
1.401
629
Zinsaufwendungen
-3.334
-3.648
-8.989
-8.268
-290
-261
28
155
-12.585
-12.022
Sonstiges Finanzergebnis
0
0
-3
86
0
0
0
0
-3
86
Ergebnis vor Steuern
-3.416
4.130
-529
15.151
-1.650
-1.952
10
100
-5.585
17.428
Ergebnis vor Steuern bereinigt
1)
2)
1.682
4.130
-1.764
15.151
-1.650
-1.952
10
100
-1.722
17.428
Steuern vom Einkommen und Ertrag
396
-951
-1.143
-3.540
1.225
1.484
-2
-23
476
-3.030
Ergebnis nach Steuern
-3.020
3.179
-1.672
11.611
-425
-468
8
77
-5.109
14.399
Ergebnis nach Steuern bereinigt
2)
967
3.179
128
11.611
-425
-468
8
77
678
14.399
Ergebnis nach Steuern bereinigt
1)
2)
967
3.179
-2.907
11.611
-425
-468
8
77
-2.357
14.399
Investitionen
3)
10.096
6.530
5.366
14.903
51
30
0
0
15.513
21.463
Mitarbeiter
1.004
1.176
1.569
1.676
10
10
0
0
2.583
2.862
1) 2024: bereinigt um Sonderertrag iHv MEUR 3,0 aus dem Verkauf einer Immobilie in der Division Frauenthal Handel
2) 2024: bereinigt um außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund von Impairment in der Division Frauenthal Automotive MEUR -5,1 und um außerplanmäßige Abschreibung des Firmenwertes in der Division Frauenthal Handel MEUR -1,8
3) Erhöhungen von Nutzungsrechten aus Miet- und Leasingverträgen werden nicht in das hier ausgewiesene Investitionsvolumen einbezogen.
* Die Konzern-Segmentberichterstattung ist Teil des Konzernanhangs.
29
KONZERN-SEGMENTBERICHTERSTATTUNG*
UMSATZ IN REGIONEN NACH ENDKUNDEN
Frauenthal Automotive
Frauenthal Handel
Holdings und Sonstige
Frauenthal-Gruppe
in TEUR
2024
2023
2024
2023
2024
2023
2024
2023
Österreich
993
1.598
790.339
828.357
14
8
791.346
829.963
Deutschland
25.864
27.118
10.339
10.808
0
0
36.203
37.927
Frankreich
14.259
15.545
23
24
0
0
14.282
15.569
Schweden
52.776
64.410
4
4
0
0
52.780
64.415
Belgien
36.841
49.329
3
3
0
0
36.844
49.332
Sonstige EU
44.726
47.765
4.913
5.135
0
0
49.639
52.900
Sonstiges Europa
1.694
1.601
1.086
1.124
0
0
2.779
2.724
Amerika
14.296
5.095
38
40
0
0
14.335
5.135
Asien
15.142
21.850
2
2
0
0
15.144
21.852
Sonstige
755
909
231
240
0
0
986
1.148
Summe
207.346
235.220
806.977
845.737
14
8
1.014.337
1.080.966
* Die Konzern-Segmentberichterstattung ist Teil des Konzernanhangs
30
KONZERNANHANG FÜR 2024
DER FRAUENTHAL HOLDING AG
A. ALLGEMEINES
(1) INFORMATIONEN ZUM UNTERNEHMEN
Die Frauenthal Holding AG ist im Firmenbuchgericht Wien unter FN 83990s registriert. Die Geschäftsanschrift lautet: Frauenthal
Holding AG, Rooseveltplatz 10, 1090 Wien, Österreich.
Die Frauenthal-Gruppe, ein österreichischer börsennotierter Mischkonzern, umfasst zwei Unternehmensbereiche. Die
Geschäftstätigkeit ihrer Konzerngesellschaften beinhaltet zum einen die Division Frauenthal Handel und zum anderen die Division
Frauenthal Automotive.
(2) GRUNDLAGEN DER RECHNUNGSLEGUNG
Die Aufstellung dieses Konzernabschlusses erfolgt in Anwendung von § 245a UGB nach international anerkannten
Rechnungslegungsgrundsätzen unter der Prämisse der Unternehmensfortführung. Der Konzernabschluss der Frauenthal Holding AG
(„Frauenthal-Gruppe“, „Frauenthal Konzern“ oder der Konzernabschluss “) zum 31. Dezember 2024 wurde nach den Vorschriften
der am Abschlussstichtag gültigen Richtlinien, des vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen
International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, erstellt.
Die im Bericht dargelegten Berechnungen sind EDV-technisch ermittelt worden. Die Darstellung der Werte erfolgt mittels kaufmännisch
gerundeter Zahlen, weshalb sich Rundungsdifferenzen ergeben können. Aus diesem Grund kann die manuelle Berechnung von Werten
zu Abweichungen bei den ausgewiesenen Zwischen- und Gesamtsummen führen.
(3) ERSTMALIG BZW. ZUKÜNFTIG ANZUWENDENDE STANDARDS UND INTERPRETATIONEN
Erstmalig wurden zum 1. Jänner 2024 die folgenden Standards von der Gruppe angewandt, wobei sich ausgenommen der
Änderungen von IAS 12 Ertragsteuern: Internationale Steuerreform Modellregeln für Pillar Two keine wesentlichen Auswirkungen
auf die Gruppe ergeben:
(3.1) Folgende neue bzw. geänderte Standards und Interpretationen wurden erstmalig im Geschäftsjahr 2024
angewendet
Neuer Standard oder Änderung
Datum der
Datum der
Datum der
Veröffentlichung
Übernahme
erstmaligen
durch IASB
in EU-Recht
Anwendung
laut EU-Recht
Änderungen von IAS 7 Kapitalflussrechnungen und IFRS 7
Finanzinstrumente: Angaben:
25.05.2023
15.05.2024
01.01.2024
Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen
Änderungen von IAS 1 Darstellung des Abschlusses:
23.01.2020
Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig;
Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig
15.07.2020
19.12.2023
01.01.2024
Verschiebung der erstmaligen Anwendung; und
Langfristige Schulden mit Nebenbedingungen
31.10.2022
(
Covenants
);
Änderungen von IFRS 16 Leasingverhältnissen:
Leasingverbindlichkeit in einer Sale and Leaseback-
Transaktion
22.09.2022
20.11.2023
01.01.2024
31
(3.2) Folgende in EU-Recht übernommene IFRS-Standards wurden bis zum Bilanzstichtag herausgegeben, sind aber
erst in späteren Berichtsperioden verpflichtend anzuwenden und wurden auch nicht freiwillig vorzeitig
angewandt.
Aus den Änderungen erwartet die Frauenthal-Gruppe keine wesentlichen Auswirkungen.
Neuer Standard oder Änderung
Datum der
Datum der
Datum der
Veröffentlichung
Übernahme
erstmaligen
durch IASB
in EU-Recht
Anwendung
laut EU-Recht
Änderungen von IAS 21 Wechselkursänderungen: Mangel an
Umtauschbarkeit
15.08.2023
12.11.2024
01.01.2025
(3.3) Nachfolgende Standards sowie Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards, die vom IASB
herausgegeben wurden, sind im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024 noch nicht verpflichtend
anzuwenden. Deren Anwendung setzt voraus, dass sie im Rahmen des IFRS-Übernahmeverfahrens
(„Endorsement“) der EU angenommen werden.
Aus den Änderungen erwartet die Frauenthal-Gruppe keine wesentlichen Auswirkungen.
Neuer Standard oder Änderung
Datum der
Datum der
(Übernahme in EU-Recht ausstehend)
Veröffentlichung
erstmaligen
durch IASB
Anwendung
laut IASB
Änderungen von IFRS 9 Finanzinstrumente und IFRS 7
Finanzinstrumente: Angaben: Klassifizierung und Bewertung
30.05.2024
01.01.2026
von Finanzinstrumenten
Jährliche Verbesserungen der IFRS Accounting Standards
18.07.2024
01.01.2026
Volume 11
Änderungen von IFRS 9 Finanzinstrumente und IFRS 7
Finanzinstrumente: Angaben: Verträge über naturabhängige
18.12.2024
01.01.2026
Stromversorgung
IFRS 18: Darstellung und Angaben im Abschluss
09.04.2024
01.01.2027
IFRS 19: Tochterunternehmen ohne öffentliche
09.05.2024
01.01.2027
Rechenschaftspflicht: Angaben
(4) NACHHALTIGKEIT, GEOPOLITISCHE KONFLIKTE, INFLATION UND ZINSNIVEAU
NACHHALTIGKEIT
Umweltorientierung und Ressourcenschonung sind sowohl aus geschäftsstrategischen Gründen als auch aufgrund der Werthaltung
des Managements und der Mitarbeitenden der Frauenthal-Gruppe eine wichtige Zielsetzung. In beiden Divisionen bieten sich
zahlreiche Ansatzpunkte zur Förderung von umwelt- und ressourcenschonenden Technologien. Beispiele dafür sind Projekte im Bereich
der Wärmerückgewinnung, des Energiemonitorings, des Einsatzes von LEDs, modernen Heiz- und Klimageräten, Wärmepumpen, PV-
Anlagen, sowie im Bereich der Elektromobilität und EURO-IV-LKWs mit reduziertem Emissionsausstoß.
In der Division Frauenthal Handel wird unsere Kundschaft beim Verkauf von energieeffizienten Heizungssystemen und PV-Anlagen
beraten. Die Forcierung von Produkten im Sanitärbereich, die den Energie- und Wasserverbrauch reduzieren, ist ebenso ein Beitrag zur
Förderung des Umweltbewusstseins. Die Nachfrage in dem Bereich ist von der Ausgestaltung staatlicher Förderungen im Bereich der
energieeffizienten Sanierung abhängig.
Die aktuellen Markt- und Technologietrends in Europa lassen stabile, aber volatile Volumina an BEV
(Battery Electric Vehicles, also
reinen E-Fahrzeugen) erkennen, trotz zwischenzeitlichen Auf- und Abschwüngen. Diese Entwicklung betrifft die Division Frauenthal
Automotive nicht unmittelbar, da die Produkte sowohl in batteriebetriebenen Fahrzeugen als auch in herkömmlichen Verbrenner-
basierten Fahrzeugen eingesetzt werden können. Insbesondere OEMS zeigen erhöhte Anforderungen an Zulieferer im Bereich
Nachhaltigkeit, hier setzt die Frauenthal-Gruppe auf Transparenz und verfügt als börsennotiertes Unternehmen über erfolgreich
implementierte ESG-Strukturen und Berichte.
32
Als börsennotiertes Unternehmen ist Frauenthal für interne und externe Stakeholder in hohem Maße transparent. Das Vertrauen
unserer Mitarbeitenden und jenes von Kunden/innen, Lieferanten, Geschäftspartnern sowie Aktionären hängt auch von der
wahrgenommenen Zukunftsorientierung unseres Handelns ab.
Unmittelbare Auswirkungen aus Umwelt- und Klimarisiken auf den Konzernabschluss der Frauenthal-Gruppe werden laufend evaluiert.
In Summe wurden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss identifiziert. Die Division Frauenthal Automotive ist
aufgrund der herzustellenden Produkte von der technologischen Umstellung auf Elektromobilität grundsätzlich nicht betroffen. Bei
der Prüfung der Werthaltigkeit von Vermögenswerten oder Firmenwerten wurde auf Auswirkungen aus Umwelt- und Klimarisiken
geachtet. Zum Stichtag ergaben sich bezogen auf Umwelt- und Klimarisiken keine Wertminderungserfordernisse. Weiters ergaben
sich aus der Analyse der Risiken in Zusammenhang mit Umwelt- und Klimaschutz zum Stichtag keine wesentlichen
bilanzierungspflichtigen Rückstellungen oder Eventualverbindlichkeiten.
Weitere Details können dem gesonderten konsolidierten nichtfinanziellen Bericht (dem Nachhaltigkeitsbericht) 2024 der Frauenthal-
Gruppe unter www.frauenthal.at/de/berichte.html entnommen werden.
GEOPOLITISCHE KONFLIKTE, MARKTUMFELD
Das Geschäftsjahr 2024 ist in beiden Divisionen der Frauenthal-Gruppe von einem zunehmend herausfordernden Geschäftsumfeld
und einer angespannten Marktsituation geprägt.
Die Frauenthal-Gruppe hat zwar keine Gesellschaften sowie keine wesentlichen wirtschaftlichen Aktivitäten in der Ukraine, Russland
oder dem Nahen Osten, allerdings sind diese Konflikte Treiber für die ohnehin anhaltend hohe Inflation im Jahr 2024.
Die Kundenabrufe sind vor allem gegen Ende des Jahres 2024 eingebrochen und die Abrufvolumina sind für die Division Frauenthal
Automotive nicht vorhersehbar. Die Division Frauenthal Automotive arbeitet eng mit seinen Kunden zusammen, um
Nachfrageschwankungen frühzeitig zu antizipieren und die Produktion entsprechend anzupassen.
In der Division Frauenthal Handel stellt die Kombination aus schwächelnder Baukonjunktur und hohem Kostendruck im Jahr 2024 eine
besondere Herausforderung dar.
Die makroökonomischen Gegebenheiten (Baukonjunktur, Inflation, gestiegenes Zinsniveau, Lieferkettenprobleme) werden im Zuge
der Bilanzerstellung bei der Bewertung von Vermögenswerten und Rückstellungen berücksichtigt.
B. KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE
(5) KONSOLIDIERUNGSKREIS
Der Konsolidierungskreis wurde gemäß IFRS 10 festgelegt. Gegenüber dem 31. Dezember 2023 verändert sich die Anzahl der
einbezogenen Gesellschaften wie folgt:
NEUGRÜNDUNG
Im Geschäftsjahr 2024 ist folgende Gesellschaft innerhalb des Konsolidierungskreises neugegründet worden:
Sitz
Anteil am Kapital
Abschluss
mittelbar
unmittelbar
stichtag
Frauenthal Beta GmbH
Wien, Österreich
100,00%
31.12.
Die Anzahl der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften hat sich im Geschäftsjahr 2024 wie folgt verändert:
Inland
Ausland
Gesamt
Einbezogen zum 31.12.2023
7
12
19
Neugründung
1
0
1
Einbezogen zum 31.12.2024
8
12
20
33
Folgende Unternehmen werden im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen:
Sitz
Anteil am Kapital
Abschluss
mittelbar
unmittelbar
stichtag
Frauenthal Immobilien GmbH
Wien, Österreich
100,00%
31.12.
FRAUENTHAL HANDEL
Frauenthal Haustechnik Beteiligungs GmbH
Wien, Österreich
100,00%
31.12.
Frauenthal Handel Gruppe AG
Wien, Österreich
100,00%
31.12.
Frauenthal Beta GmbH
Wien, Österreich
100,00%
31.12.
Frauenthal Handel GmbH
Wels, Österreich
100,00%
31.12.
SHT Haustechnik GmbH
Perchtoldsdorf, Österreich
100,00%
31.12.
1a Installateur-Marketingberatung für Gas-, Sanitär-
und Heizungsinstallateure GmbH
Perchtoldsdorf, Österreich
100,00%
31.12.
OVI Online Vertrieb für Installateurbedarf GmbH i.L.
(vormals: OVI Online Vertrieb für Installateurbedarf
Dresden, Deutschland
100,00%
31.12.
GmbH)
FRAUENTHAL AUTOMOTIVE
Frauenthal Automotive GmbH
Wien, Österreich
100,00%
31.12.
Frauenthal Airtank Elterlein GmbH
Elterlein, Deutschland
100,00%
31.12.
Frauenthal Airtank Hustopeče s.r.o.
Hustopeče, Tschechien
100,00%
31.12.
Frauenthal Gnotec AB
Göteborg, Schweden
100,00%
31.12.
Gnotec Asia Holding Ltd.
Hongkong, Hongkong
100,00%
31.12.
Frauenthal Gnotec China Co. Ltd.
Kunshan, Volksrepublik China
100,00%
31.12.
Frauenthal Gnotec Slovakia s.r.o.
Čadca, Slowakei
100,00%
31.12.
Frauenthal Gnotec Sweden AB
Kinnared, Schweden
100,00%
31.12.
Frauenthal Gnotec Inc.
Fountain Inn, USA
100,00%
31.12.
Frauenthal Gnotec Germany GmbH
Hamburg, Deutschland
100,00%
31.12.
Frauenthal Gnotec Tool Development AB
Göteborg, Schweden
100,00%
31.12.
Frauenthal Gnotec Trade (Kunshan) Co. Ltd.
Kunshan, Volksrepublik China
100,00%
31.12.
Die G S Company, s.r.o. mit Sitz in Bánovce nad Bebravou, Slowakei wurde am 23. Dezember 2020 gegründet und wird aufgrund
der untergeordneten Bedeutung nicht in die Konsolidierung einbezogen. Zum 31. Dezember 2024 werden mittelbar 100,00 % der
Anteile am Kapital gehalten.
Die Techno Heat GmbH mit Sitz in Wien, Österreich wurde am 7. August 2018 akquiriert und wird aufgrund der untergeordneten
Bedeutung nicht in die Konsolidierung einbezogen. Zum 31. Dezember 2024 werden mittelbar 100,00 % der Anteile am Kapital
gehalten.
Die Frauenthal Automotive Holding GmbH mit Sitz in Wien, Österreich, welche aufgrund der untergeordneten Bedeutung nicht in die
Konsolidierung einbezogen wird, befindet sich zum Stichtag 31. Dezember 2024 in Liquidation. Außer den zuletzt genannten
Gesellschaften gab es im Vorjahr keine weiteren Gesellschaften, die aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung nicht konsolidiert
wurden.
(6) KAPITALKONSOLIDIERUNG
Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Die Anschaffungskosten eines
Unternehmenserwerbs bemessen sich als Summe der übertragenen Gegenleistung, bewertet mit dem beizulegenden Zeitwert zum
Erwerbszeitpunkt, und der Anteile ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen Unternehmen. Bei jedem
Unternehmenszusammenschluss bewertet die Frauenthal Holding AG die Anteile ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen
Unternehmen entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens des
erworbenen Unternehmens. Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses angefallene Kosten werden als Aufwand erfasst.
Der den beizulegenden Zeitwert dieses Nettovermögens übersteigende Betrag der Anschaffungskosten wird als Firmenwert
ausgewiesen.
Firmenwerte aus dem Erwerb von Gesellschaften werden gemäß IFRS 3 nicht planmäßig abgeschrieben, sondern zumindest zu jedem
Bilanzstichtag auf ihren künftigen wirtschaftlichen Nutzen geprüft. In Höhe des Betrags, der nicht mehr durch den erwarteten
künftigen Nutzen gedeckt ist, ist eine erfolgswirksame außerplanmäßige Abschreibung vorzunehmen .
(7) WÄHRUNGSUMRECHNUNG
Die Umrechnung der in fremder Währung aufgestellten Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen
Tochterunternehmen in Euro erfolgt auf Basis des Konzepts der funktionalen Währung (IAS 21 „The Effects of Changes in Foreign
Exchange Rates“) nach der modifizierten Stichtagskursmethode .
34
Da die Tochtergesellschaften ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbständig betreiben, ist
die funktionale Währung identisch mit der jeweiligen Landeswährung der Gesellschaft. Im Konzernabschluss werden daher die
Aufwendungen und Erträge aus Abschlüssen von Tochterunternehmen, die in fremder Währung aufgestellt sind, zum
Jahresdurchschnittskurs, Vermögenswerte und Schulden zum Devisenmittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet.
Der sich aus der Umrechnung des Eigenkapitals ergebende Währungsunterschied wird mit der Währungsausgleichsposten verrechnet.
Die Umrechnungsdifferenzen, die aus abweichenden Umrechnungskursen in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung resultieren, werden
ebenfalls erfolgsneutral in der Währungsausgleichsposten ausgewiesen.
In den Einzelabschlüssen der Frauenthal Holding AG und der Tochterunternehmen, welche in den Konzernabschluss einfließen, werden
Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten zum aktuellen Tageskurs bewertet. Zum Bilanzstichtag eingetretene Kursgewinne
und -verluste werden erfolgswirksam berücksichtigt.
Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse der wichtigsten Währungen haben sich im Verhältnis zu EUR 1,00
wie folgt verändert:
1 EURO ENTSPRICHT
Stichtagskurs
Durchschnittskurs
31.12.2024
31.12.2023
2024
2023
Tschechische Republik
CZK
25,1850
24,7250
25,1190
24,0070
Schweden
SEK
11,4590
11,0960
11,4498
11,4842
Hongkong
HKD
8,0686
8,6314
8,4315
8,4802
China
CNY
7,5833
7,8509
7,7733
7,6839
USA
USD
1,0389
1,1050
1,0808
1,0829
C. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN
Die Jahresabschlüsse sämtlicher in den Konzernabschluss einbezogener Unternehmen werden entsprechend IFRS 10 nach einheitlichen
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt.
(8) LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Werthaltigkeitsprüfungen von Firmenwerten, sonstigen immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen werden bei Eintreten von
Impairmenttriggern bzw. für Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer (Marken) zumindest
einmal jährlich im 4. Quartal durchgeführt. Ein Vermögenswert ist gem. IAS 36.8 wertgemindert, wenn sein Buchwert („Carrying
amount“) seinen erzielbaren Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag ist gem. IAS 36.18 der höhere der beiden Beträge aus
beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten („Fair Value less costs to sell/Fair Value“) und dem Nutzungswert („Value in
Use“).
Sie basieren grundsätzlich auf einer Value in Use Berechnung auf Basis der geschätzten künftigen abgezinsten Netto-Zahlungsströmen,
die aus der fortgesetzten Nutzung eines Vermögenswertes und seinem Abgang am Ende der Nutzungsdauer zu erwarten sind.
Faktoren wie geringere Umsatzerlöse und daraus resultierende niedrigere Netto-Zahlungsströme sowie Änderungen der verwendeten
Abzinsungsfaktoren können zu einer Wertminderung führen. Die Unsicherheit bezüglich des Eintritts der zugrunde gelegten Parameter
steigt an, je weiter die Planung in die Zukunft reicht. Die Bewertungen der Zahlungsmittel generierenden Einheiten basieren auf den
erwarteten Zahlungsströmen, die mit durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC) nach Unternehmenssteuern abgezinst werden.
Für die Frauenthal-Gruppe stellen der Russland-Ukraine Konflikt sowie der Konflikt im Nahen Osten keine Impairmenttrigger dar, da
die Frauenthal-Gruppe über keine Vermögenswerte in der Ukraine, in Russland und im Nahen Osten verfügt und keine relevanten
Umsätze in diesen Ländern generiert.
Die Abgrenzung der CGU’s in der Division Frauenthal Automotive erfolgte nach den Kriterien des jeweils gemeinsamen Kundenstocks,
der zentralen Preisgestaltung und der Möglichkeit die Produktion der Produkte zwischen den Werken zu verlagern. Daraus ergeben
sich für die Division Frauenthal Automotive die CGU Frauenthal Gnotec und die CGU Frauenthal Airtank. Die CGU Frauenthal Gnotec
wurde im Jahr 2024 besonders hart von Volumeneinbrüchen getroffen, die zu entsprechenden negativen Budget-Abweichungen
führten. Im Zuge der Werthaltigkeitsprüfung Ende des Jahres wurde in der CGU Frauenthal Gnotec ein Wertminderungsbedarf
festgestellt, der zu einer außerplanmäßigen Abschreibung des Anlagevermögens von MEUR -5,1 führte. Als Basis für die Prüfung der
Wertminderung wurde der erzielbare Betrag als höherer Betrag aus Value in Use und Fair Value less costs to sell ermittelt. Der Value
in Use wurde auf Basis einer Geschäftsplanung erstellt, deren mittelfristige Umsatzentwicklung auf Marktanalysen sowie internen
Erwartungen beruhte. Die Annahmen sind stark von der Ende des Jahres 2024 hereinbrechenden Automobilkrise getrieben. Der WACC
nach Steuern beträgt 8,21 % (31.12.2023: 7,75 %).
35
Die CGU Frauenthal Airtank wurde ebenfalls im Jahr 2024 von Volumeneinbrüchen getroffen, die zu negativen Budget-Abweichungen
führten. Im Zuge der Werthaltigkeitsprüfung Ende des Jahres wurde kein Wertminderungsbedarf festgestellt.
Für die SHT-Gruppe (SHT Haustechnik GmbH, 1a Installateur-Marketingberatung für Gas-, Sanitär- und Heizungsinstallateure GmbH),
die Gesellschaft Frauenthal Handel GmbH und die Gesellschaft Frauenthal Handel Gruppe AG wird ein gemeinsames Reporting erstellt,
es gibt eine gemeinsame Steuerung und Planung, und es werden alle wesentlichen Führungsentscheidungen von ein und demselben
Personenkreis getroffen. Es ergibt sich somit die CGU Frauenthal Handel. Im Geschäftsjahr 2024 wurde die CGU Frauenthal Handel
stark von Umsatzrückgängen getroffen, die zu entsprechenden negativen Budget-Abweichungen führten.
Die Werthaltigkeit von Firmenwerten und Marken (= immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer) wurde mittels
Vergleich mit dem value in use- getestet. Der Bewertung liegt das im November 2024 erstellte Budget für 2025 sowie eine
Mittelfristplanung bis 2029 zugrunde. Die Annahmen zur Marktentwicklung basieren sowohl auf internen Erfahrungswerten als auch
renommierten externen Marktstudien
Für die CGU Frauenthal Handel geht man aufgrund der letztgültigen Prognosen für die Entwicklung der Bauwirtschaft in Österreich
(Euroconstruct) von einem rückläufigen Markt von -4,1 % (VJ: 0,2 %),einer durchschnittlichen EBIT-Marge von 1,5 % (VJ: 2,2 % bis
2,4 %) in den Folgejahren und einem Wachstum in der ewigen Rente von 0% aus. Der erzielbare Betrag der CGU wurde anhand des
Nutzungswerts ermittelt. Der für die CGU Frauenthal Handel mit einem WACC nach Steuern von 9,76 % (31.12.2023: 8,35 %)
durchgeführte Wertminderungstest ergab einen Wertminderungsbedarf iHv MEUR -1,8. Bei einem Anstieg des WACC um 1,00 %
würde sich ein Wertminderungsbedarf iHv MEUR -12,8 ergeben.
IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Es wurden im Geschäftsjahr 2024 für Forschung und Entwicklung TEUR 10 (VJ: TEUR 10) ausgegeben, welche in den Aufwendungen
erfasst wurden.
Kundenbeziehungen sind als Ergebnis der Purchase Price Allocation in der Division Frauenthal Automotive bei der Firma Frauenthal
Gnotec AB als immaterielle Vermögenswerte aktiviert, die bereits vollständig abgeschrieben sind.
Die Position Marken- und Kundenbelieferungsrechte enthält einerseits im Zuge des Erwerbs der Division Frauenthal Handel erworbene
Marken, bei denen derzeit keine Änderungsabsichten bestehen, die laufend gepflegt werden, deren Nutzungsende nicht absehbar ist
und die daher eine unbestimmte Nutzungsdauer aufweisen. Weiters sind darin Kundenbelieferungsrechte für Installateure der Division
Frauenthal Handel enthalten, die bereits zum Zeitpunkt der Akquisition bestehende Kundenbelieferungsrechte beinhalten, derzeit
unbefristet sind und nur durch Kündigung beendet werden können. Die Abschreibung erfolgt entsprechend den Kündigungen dieser
Belieferungsrechte.
Die übrigen immateriellen Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten angesetzt und bei
bestimmbarer Nutzungsdauer entsprechend ihrer Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben.
in Jahren
Sonstige immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer
3 bis 10
SACHANLAGEN
Das gesamte Sachanlagevermögen unterliegt einer betrieblichen Nutzung und wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten
vermindert um planmäßige, nutzungsbedingte Abschreibungen bewertet. Die planmäßigen Abschreibungen werden nach der linearen
Methode vorgenommen. Geringwertige Vermögenswerte des Anlagevermögens, die aus steuerlichen Gründen in den lokalen
Abschlüssen sofort abgeschrieben werden, werden auch im Konzernabschluss aus Wesentlichkeitsgründen im Zugangsjahr voll
abgeschrieben und als Abgänge ausgewiesen.
Zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten hlen neben dem Kaufpreis und den direkt zurechenbaren Kosten, um den
Vermögenswert zu dem Standort und in den erforderlichen, vom Management beabsichtigten, betriebsbereiten Zustand zu bringen,
auch die geschätzten Kosten für den Abbruch und das Abräumen des Gegenstands sowie die Wiederherstellung des Standorts, an
dem er sich befindet. Besteht ein Vermögenswert des Sachanlagevermögens aus mehreren Bestandteilen mit unterschiedlichen
Nutzungsdauern, werden die einzelnen wesentlichen Bestandteile über ihre individuellen Nutzungsdauern abgeschrieben.
Die planmäßigen Abschreibungen für das Sachanlagevermögen unterliegen konzerneinheitlich nachfolgenden Nutzungsdauern:
in Jahren
Betriebs- und Geschäftsgebäude
10 bis 50
Technische Anlagen und Maschinen
5 bis 20
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
3 bis 10
Die Abschreibungsdauer richtet sich nach der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer. Im Zugangsjahr werden
Vermögenswerte des Sachanlagevermögens zeitanteilig abgeschrieben. Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen umfassen
neben den direkt zurechenbaren Kosten auch anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie produktions- bzw.
leistungserstellungsbezogene Verwaltungskosten.
Bei Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Wenn der Grund für eine früher durchgeführte
außerplanmäßige Abschreibung entfallen ist, erfolgt eine Zuschreibung auf die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten .
36
Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen enthalten alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie
angemessene Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten. Finanzierungskosten werden nur dann aktiviert, wenn es sich um
qualifizierte langfristige Vermögenswerte handelt. Die Finanzierungskosten werden dann als Teil der Anschaffungs- oder
Herstellungskosten angesetzt. Im Jahr 2024 wurden keine Finanzierungskosten für qualifizierte langfristige Vermögenswerte aktiviert .
Investitionszuschüsse werden gemäß Konzernrichtlinien direkt mit den Anschaffungskosten saldiert (Nettomethode). Für weitere
Informationen wird auf den Punkt (20) Sachanlagen verwiesen.
NUTZUNGSRECHTE LEASING
Gemäß IFRS 16 werden für Verträge aus Miet- und Leasingverhältnissen Nutzungsrechte bzw. Verbindlichkeiten angesetzt, welche
über die voraussichtliche Vertragsdauer abgeschrieben bzw. verzinst werden.
Die Laufzeiten der Verträge werden nach der voraussichtlichen Vertragsdauer unter Berücksichtigung von Verlängerungsoptionen und
Kündigungszeiten gewählt. Bei befristeten Verträgen wird die in dem Vertrag unterstellte Laufzeit gewählt. Die Vertragslaufzeiten
werden halbjährlich oder bei Vorliegen von Triggering Events überprüft. Bei der Erfassung der Verträge und bei der Kalkulation wird
darauf geachtet, Nebenleistungen wie zum Beispiel Betriebskosten getrennt von den Mieten und Leasingaufwendungen auszuweisen.
Bei unbefristeten Verträgen (hauptsächlich Immobilien) wird die Laufzeit jährlich überprüft und abhängig von der Laufzeiteinschätzung
entsprechend gewählt. Bei Änderung der Laufzeit des Leasingverhältnisses wird die Leasingverbindlichkeit mit dem
Grenzfremdkapitalkostensatz für die verbleibende Restlaufzeit neu bewertet und das Nutzungsrecht entsprechend angepasst. Der
resultierende Effekt wird im Anlagespiegel unter IFRS 16 Modifizierungen/Neubewertungen angegeben.
Die Ausnahme für kurzfristige Leasingverhältnisse (bis zu 1 Jahr) wird in Anspruch genommen. Für ähnlich ausgestaltete
Leasingverträge werden einheitliche Abzinsungssätze verwendet. Bei Ansatz von neuen Leasingverhältnissen hat sich die Frauenthal-
Gruppe dazu entschieden, die Ausnahmeregelung für Leasingverhältnisse von geringem Wert anzuwenden.
(9) LATENTE STEUERN
Gemäß IAS 12 werden für alle temporären Differenzen zwischen dem Buchwert eines Vermögenswerts oder eines Schuldpostens und
seinem steuerlichen Wert latente Steuern bilanziert. Für alle zu versteuernden temporären Differenzen ist eine latente Steuerschuld
anzusetzen, es sei denn, die latente Steuerschuld erwächst aus dem erstmaligen Ansatz des Geschäfts- oder Firmenwertes oder dem
erstmaligen Ansatz eines Vermögenswertes oder einer Schuld bei einem Geschäftsvorfall, welcher kein
Unternehmenszusammenschluss ist und zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das bilanzielle Ergebnis (vor Ertragsteuern) noch
das zu versteuernde Ergebnis (den steuerlichen Verlust) beeinflusst.
Darüber hinaus werden gemäß IAS 12.34 zukünftige Steuerentlastungen aufgrund von steuerlichen Verlustvorträgen durch einen
Abgrenzungsposten berücksichtigt, wenn mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden kann, dass in Zukunft
steuerpflichtige Erträge in ausreichender Höhe zur Verrechnung mit den Verlustvorträgen zu erwarten sind. Soweit eine Verrechnung
nicht mehr wahrscheinlich ist, werden Wertberichtigungen vorgenommen. Aktive und passive Steuerlatenzen werden saldiert
ausgewiesen, soweit die Voraussetzungen nach IAS 12.74 vorliegen.
Bei der Beurteilung der Realisierbarkeit der latenten Steuern überprüft der Vorstand, ob es wahrscheinlich ist, dass alle aktiven latenten
Steuern realisiert werden.
(10) SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE UND FINANZANLAGEN
Die in den langfristigen finanziellen Vermögenswerten und Finanzanlagen ausgewiesenen Wertpapiere sind als „Finanzinstrument
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ gemäß IFRS 9 einzustufen und werden erfolgswirksam mit dem beizulegenden
Zeitwert bewertet. Die Wertermittlung erfolgt auf Basis der Rechnungskurse der entsprechenden Investmentfondsanteile.
Termingeldeinlagen werden als bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen eingestuft.
Zinsen aus Wertpapieren und Zinsen auf Guthaben bei Kreditinstituten werden periodengerecht abgegrenzt und im sonstigen
Zinsergebnis ausgewiesen. Ergebnisse aus nicht konsolidierten Beteiligungen und übrigen sonstigen Finanzanlagen werden im
sonstigen Finanzergebnis dargestellt.
(11) VORRÄTE
Die Bewertung der Vorräte an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, fertigen und unfertigen Erzeugnissen sowie Waren erfolgt zu
Anschaffungskosten oder zu einem allfälligen niedrigeren Nettoveräußerungswert zum Abschlussstichtag. Die Bewertung des Einsatzes
und des Bestandes der Vorräte erfolgt nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren oder in einzelnen Fällen nach dem FIFO-
Verfahren.
Unfertige und fertige Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten oder mit dem niedrigeren Nettoveräußerungswert am
Abschlussstichtag bewertet. Die Herstellungskosten umfassen die direkt zurechenbaren Kosten (Fertigungsmaterial und
Fertigungslöhne), anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsnahe Verwaltungsgemeinkosten.
37
Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer oder geminderter Verwertbarkeit ergeben, werden durch Abwertungen berücksichtigt.
(12) FORDERUNGEN
Die Frauenthal-Gruppe nutzt unbefristete Factoring-Vereinbarungen, welche einen wesentlichen Bestandteil der langfristigen
Finanzierungsstrategie darstellen. Nach erfolgtem Verkauf der jeweiligen Forderungen werden diese aus der Bilanz ausgebucht.
Forderungen werden gemäß IFRS 9 mit den fortgeschriebenen Anschaffungskosten, gegebenenfalls vermindert um
Wertberichtigungen, ausgewiesen. Fremdwährungsforderungen werden zum Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden gemäß dem Konzept der lebenslangen Kreditausfälle (erwarteten
Kreditausfälle aufgrund aller möglichen Ausfallereignisse während der erwarteten Laufzeit) bewertet. Hierfür wird im Rahmen einer
Wertberichtigungsmatrix mittels einer Vergangenheitsanalyse und der Einschätzung zukünftiger Entwicklungen der
Wertberichtigungsbedarf ermittelt. Erst bei Insolvenz oder erfolgloser rechtlicher Geltendmachung wird die Forderung ausgebucht.
Wertminderungen werden erfolgswirksam rückgängig gemacht, wenn der Grund für die Wertberichtigung nicht mehr vorliegt.
(13) ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten im Wesentlichen Guthaben bei Banken und Kassenbestände, die zu
fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. Die Bewertung erfolgt zu Tageswerten am Bilanzstichtag.
(14) RÜCKSTELLUNGEN
LEISTUNGSORIENTIERTE PLÄNE
Sämtliche Sozialkapitalrückstellungen (Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen, Jubiläumsgelder) werden gemäß IAS 19
Leistungen an Arbeitnehmer nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ermittelt (Projected Unit Credit Method).
Pläne für Pensionen betreffen Leistungszusagen in Österreich, Deutschland und Schweden. Pläne für Abfertigungen betreffen
Leistungszusagen in Österreich.
Für zwei pensionierte Mitarbeiter österreichischer Firmen bestehen Einzelzusagen für eine Alterspension, welche nach Ablauf von
10 Dienstjahren bei der Gesellschaft gewährt wurden.
Angestellte, deren Dienstverhältnisse österreichischem Recht unterliegen, haben, wenn das betreffende Dienstverhältnis vor dem
1. Jänner 2003 begonnen und ununterbrochen mindestens 3 Jahre gedauert hat, Anspruch auf eine Abfertigung bei Auflösung des
Dienstverhältnisses bei Erreichen des gesetzlichen Pensionsalters und auch dann, wenn das Dienstverhältnis durch Kündigung seitens
des Dienstgebers endet. Die Höhe der Abfertigung ist abhängig von der Höhe des Bezuges zum Zeitpunkt der Auflösung und von der
Dauer des Dienstverhältnisses. Diese Ansprüche der Dienstnehmer sind daher, wie Ansprüche aus leistungsorientierten Pensionsplänen
zu behandeln, wobei Planvermögen zur Deckung dieser Ansprüche nicht vorliegt.
In Österreich erhalten Mitarbeitende aufgrund von kollektivvertraglichen Vereinbarungen nach Erreichung eines bestimmten
Dienstjahres Jubiläumsgelder. Die Rückstellung für Jubiläumsgelder wurde gemäß den Bestimmungen des IAS 19 zu anderen langfristig
fälligen Leistungen ermittelt.
Mitarbeitende von deutschen Gesellschaften haben aufgrund von Betriebsvereinbarungen Anspruch auf eine Invaliditäts- und
Altersrente, die nach Ablauf von 10 Arbeitsjahren im Dienst des Unternehmens gewährt werden.
Mitarbeitende von schwedischen Gesellschaften haben aufgrund von Betriebsvereinbarungen Anspruch auf eine Betriebspension.
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste bei Pensions- und Abfertigungsrückstellungen werden sofort erfolgsneutral im
sonstigen Ergebnis sowie die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste von Jubiläumsgeldrückstellungen sofort
erfolgswirksam in der Erfolgsrechnung als Personalaufwand erfasst. Der laufende Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand
ausgewiesen. Der Zinsaufwand der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen wird in der Position Zinsaufwendungen
erfasst.
38
Die für die versicherungsmathematischen Berechnungen zugrunde gelegten Parameter sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:
Rückstellungen für
Rückstellungen für
Pensionen
Abfertigungen und Jubiläumsgelder
Parameter
2024
2023
2024
2023
SCHWEDEN
Abzinsungsfaktor
3,24 %
3,60 %
n.a.
n.a.
Durchschnittliche Bezugs- bzw.
1,80 %
2,10 %
n.a.
n.a.
Pensionserhöhung
Duration
13 Jahre
14 Jahre
n.a.
n.a.
ÜBRIGE LÄNDER
Abzinsungsfaktor
3,09% - 3,17 %
3,46 % -
3,55 %
3,46
3,09% - 3,24 %
% - 3,60 %
Durchschnittliche Bezugs- bzw.
2,00 % -
4,60 %
2,00 % -
9,70 %
3,00 % -
3,00 % -
4,00 %
4,50 %
Pensionserhöhung
Duration
8 Jahre
8 Jahre
9-10 Jahre
10 Jahre
BEITRAGSORIENTIERTE PLÄNE
Von den leistungsorientierten Plänen, für welche Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen gebildet werden müssen, werden
beitragsorientierte Pläne unterschieden. Bei Beitragszusagen besteht der Aufwand lediglich aus den zu zahlenden Beiträgen und wird
direkt im Personalaufwand erfasst.
Weitere Angaben zu Versorgungsplänen für Arbeitnehmer können dem Punkt (29) Rückstellungen entnommen werden.
(15) SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN
Diese Rückstellungen werden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken zum voraussichtlichen Erfüllungsbetrag bewertet und
dürfen nicht mit Erstattungen verrechnet werden. Der Erfüllungsbetrag wird auf der Basis einer bestmöglichen Schätzung berechnet.
Langfristige Rückstellungen werden abgezinst, wenn der Effekt hieraus wesentlich ist.
(16) VERBINDLICHKEITEN
Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode angesetzt.
(17) ERTRAGSREALISIERUNG
Umsatzerlöse aus Verkäufen von Produkten gemäß IFRS 15 werden mit dem Eigentums- bzw. Gefahrenübergang an den Kunden
erfasst, wenn ein Preis vereinbart oder bestimmbar ist und von dessen Bezahlung ausgegangen werden kann. Die Umsatzerlöse sind
abzüglich Skonti, Preisnachlässen, Kundenboni und Rabatten ausgewiesen. Zinsen sind unter Anwendung der Effektivzinsmethode
gemäß IFRS 9 erfasst worden und werden als solche in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesen.
Die Frauenthal-Gruppe realisiert Umsatzerlöse in der Division Frauenthal Handel als Großhändler mit eigenem Vertrieb, zudem werden
die Produkte von Installateurpartnern an Endkunden veräußert und in der Division Frauenthal Automotive mit der Produktion von
Werkzeugen und Bauteilen für die Automotive-Kunden.
Division Frauenthal Handel:
Die Leistungsverpflichtung beschränkt sich immer nur auf das Handelsgeschäft und es gibt keine zusätzlichen Leistungsverpflichtungen
in den Kundenverträgen, bei der Lieferung oder innerhalb der angewendeten gesetzlichen Gewährleistungsfrist. Zusätzliche
Serviceangebote zu den Produktlieferungen werden dem Kunden nicht angeboten.
Ermessensabhängige Jahresprämien an Vertriebsmitarbeiter sind an den Unternehmenserfolg bzw. an die individuellen
Leistungsbeurteilungen gekoppelt, welche nicht als Vertragskosten aktiviert werden, da es sich nicht um zusätzliche Kosten r die
Vertragsanbahnung handelt und sie nicht unmittelbar an einzelnen identifizierbaren Verträgen geknüpft sind. Mit den Installateur-
Partnerbetrieben bestehen Jahresbonusvereinbarungen, die nicht fix an einzelne Aufträge gekoppelt sind.
Den Kunden werden branchenüblich kurze Zahlungsziele ohne signifikanter Finanzierungskomponente gewährt. Variable
Gegenleistungen gemäß IFRS 15, die zu einer Reduktion des Transaktionspreises führen, betreffen v.a. Jahresboni. Solche variablen
Kaufpreisanpassungen werden periodenrein abgegrenzt und von den Umsatzerlösen absaldiert. Die Erfassung von Jahresboni erfolgt
auf Einzelbasis. Sofern gegenüber einem Kunden, dem ein Jahresboni zuzuweisen ist, noch eine offene Forderung besteht, wird der
Boni gegen die offene Forderung absaldiert. Im Falle, dass keine offene Forderung besteht, wird eine Vertragsverbindlichkeit gebildet.
Den Anforderungen des IFRS 15.50ff im Zusammenhang mit der Berücksichtigung von variablen Gegenleistungen im Transaktionspreis
wird damit bereits im Rahmen der Bilanzierung Folge geleistet. Aufgrund der vorherrschenden Einzelbetrachtung sowie der klar
definierten Jahresboni sind keine wesentlichen Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Abgrenzung vorhanden.
39
Rückgaberechte sind in der Division Frauenthal Handel nur von untergeordneter Bedeutung. Gemäß IFRS 15 erfolgt die Verbuchung
für erwartete Retouren wie folgt: Die Umsatzrealisierung findet grundsätzlich nur in der Höhe statt, in der es hochwahrscheinlich ist,
dass keine spätere signifikante Umsatzreversierung stattfinden wird.
Der Wert der Retouren zum Stichtag wird auf Basis von Erfahrungswerten ermittelt. Neben der Verbindlichkeit (Vertragsverbindlichkeit)
für den abgegrenzten Umsatz wird zusätzlich auch ein Vermögenswert für die erwarteten Retouren aktiviert. Die Kundenverträge
enthalten keine Optionen zum vergünstigten Erwerb zusätzlicher Güter, die in der Art ausgestaltet sind, dass sie eine separate
Leistungsverpflichtung darstellen könnten.
Im Zusammenhang mit der Verbuchung von Retouren in der Division Frauenthal Handel wurden Vertragsverbindlichkeiten von
TEUR 3.749 (VJ: TEUR 3.706) und Vertragsvermögenswerte von TEUR 3.114 (VJ: TEUR 3.047) bilanziert.
Als Großhändler ohne eigene Produktion erfolgt die Umsatzrealisierung ausschließlich zeitpunktbezogen. Das Verschaffen der
Verfügungsmacht und damit der Kontrollübergang erfolgten mit der Auslieferung beim Kunden bzw. bei Abholung durch den Kunden
„ab Werk“.
Division Frauenthal Automotive:
Als Automotive Zulieferer erbringen die Gesellschaften in der Division Frauenthal Automotive sowohl die Produktion von Bauteilen als
auch von Werkzeugen für die Kunden. Da die CGUs Gnotec und Airtank für ihre jeweiligen Kunden sowohl Bauteile als auch
Werkzeuge erzeugen, wird insbesondere untersucht, ob die Produktion als separate Leistungsverpflichtung zu beurteilen ist. Das
bedeutet, ob die Werkzeuge als Einzelstück (ohne Bauteil) verkauft werden können und ob der Kunde mit den Werkzeugen die Bauteile
bei einem anderen Lieferanten fertigen lassen kann.
Bei der Vertragsanalyse wurde festgestellt, dass kein gemeinsames Leistungsbündel aus Werkzeugen und Bauteilen vorliegt. In den
Fällen, in denen der Kunde auch das Werkzeug erhält, könnte er die Bauteile mit dem gelieferten Werkzeug von einem anderen
Lieferanten fertigen lassen bzw. es besteht die Möglichkeit, dass Werkzeuge ohne Bauteile verkauft werden können.
Es liegen somit separate Leistungsverpflichtungen iSd IFRS 15.27 vor, da die im Vertrag enthaltenen Güter bzw. Dienstleistungen
einzeln abgrenzbar sind. Die Erlösrealisierungen hat daher für separate Leistungsverpflichtungen getrennt zu erfolgen.
Den Kunden werden branchenübliche Zahlungsziele zwischen 30 und 90 Tagen ohne signifikanter Finanzierungskomponente gewährt.
Negative variable Vergütungen wie z. B. Nomination Fees werden von den CGUs nicht geleistet. Aufgrund der Dauerverträge mit den
Automobilherstellern fallen in der Regel auch keine relevanten Vertragskosten an.
Wird ein Werkzeug durch eine der CGUs erstellt, so verbleibt das Eigentum der Werkzeuge stets beim Kunden. Die produzierenden
Werke haben das Recht auf physischen Besitz der Werkzeuge, um die Herstellung der gewünschten Teile durchführen zu können. Die
Umsatzrealisierung erfolgt nach der finalen Abnahme der Werkzeuge durch den Kunden (PPAP = Production Part Approval Process).
Im Rahmen der Bauteilproduktion stellen Lieferabrufe die konkrete Leistungsverpflichtung dar. Der Kunde erlangt die
Verfügungsmacht über seine Bauteile erst, nachdem diese geliefert wurden. Gleichzeitig entsteht auch erst zu diesem Zeitpunkt ein
Zahlungsanspruch in voller Höhe. Folglich erfolgt die Realisierung von Bauteillieferungen zeitpunktbezogen gemäß IFRS 15 im
Zeitpunkt der Verschaffung der Verfügungsmacht.
In den Divisionen Frauenthal Handel und Frauenthal Automotive bestehen erhaltene Anzahlungen für noch nicht erbrachte Leistungen;
die Vertragsverbindlichkeiten daraus betragen TEUR 987 (VJ: TEUR 1.875). Zusätzlich bestehen im Konzern Vertragsverbindlichkeiten
aus Bonusverpflichtungen von TEUR 22.103 (VJ: TEUR 22.862).
(18) SCHÄTZUNGEN UND ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN
Im Zuge der Erstellung des Konzernabschlusses muss der Vorstand Schätzungen vornehmen und Annahmen treffen, die die Höhe der
ausgewiesenen Vermögenswerte und Schulden, der angeführten Eventualforderungen und -verbindlichkeiten am Bilanzstichtag und
die Aufwendungen und Erträge während des Berichtszeitraumes beeinflussen können. Die tatsächlichen Werte können von diesen
Schätzungen abweichen.
Hinsichtlich Schätzungsunsicherheiten im immateriellen und Sachanlagevermögen wird auf die Ausführungen zu Impairmenttests
unter Punkt (8) Langfristige Vermögenswerte verwiesen. Der Bewertung von Nutzungsrechten aus Leasingverträgen sowie der damit
verbundenen Leasingverbindlichkeit liegt eine bestmögliche Schätzung hinsichtlich der Ausübung von Verlängerungs- und
Kündigungsoptionen zugrunde. Falls sich wesentliche Änderungen der Rahmenbedingungen oder des Vertrages ergeben, wird diese
Einschätzung aktualisiert. Bei befristeten Verträgen wird die in dem Vertrag unterstellte Laufzeit gewählt, bei unbefristeten Verträgen
wird die Laufzeit jährlich überprüft und abhängig von der Laufzeiteinschätzung entsprechend gewählt. Bei bestimmten unbefristeten
Verträgen in der Division Frauenthal Handel wird die Vertragslaufzeit jeweils um maximal weitere 12 Monate angesetzt, da nur für
diesen Zeitraum eine hinreichende Sicherheit besteht. Der Vorstand entscheidet jährlich für das nächste Jahr, welche Verträge für die
nächsten 12 Monate fortgeführt werden sollen
Das Kündigungsrecht des Vermieters bei korrespondierender Kündigungsoption des Mieters (in den vorliegenden Fällen innerhalb von
12 Monaten) verhindert gemäß IFRS 16.B34 den Ansatz eines durchsetzbaren Nutzungsrechtes über diesen Zeitraum hinaus.
Schätzungsunsicherheiten für Personalrückstellungen werden mittels Sensitivitäten unter Punkt (14) Rückstellungen dargestellt.
40
Weitere Schätzungsunsicherheiten bestehen in den Vorräten, Forderungen und sonstigen Rückstellungen in betriebsgewöhnlichem
Umfang. Hinsichtlich Buchwerten, Wertberichtigungen und weiterer Details siehe Anhang Punkte (24), (25), (29).
D. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ
(19) IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Das immaterielle Vermögen beinhaltet Firmenwerte in Höhe von TEUR 6.507 (VJ: TEUR 8.307).
in TEUR
31.12.2023
Zugang
Abgang
Abschreibung
31.12.2024
Frauenthal Handel
8.307
0
0
1.800
6.507
Frauenthal-Gruppe
8.307
0
0
1.800
6.507
Als weitere wesentliche Bestandteile des immateriellen Anlagevermögens sind Kundenbeziehungen, Marken- und
Kundenbelieferungsrechte und Lizenzen in den verschiedenen Teilkonzernen aktiviert. Die Position Marken- und
Kundenbelieferungsrechte enthält Markenrechte mit unbestimmter Nutzungsdauer in Höhe von TEUR 5.950 (VJ: TEUR 5.950).
Für weitere Informationen wird auf Punkt (8) Langfristige Vermögenswerte und den Anlagenspiegel Entwicklung der immateriellen
Vermögenswerte verwiesen.
(20) SACHANLAGEN
Im abgelaufenen Geschäftsjahr sowie im Vorjahr kam es zu außerplanmäßigen Abschreibungen in Höhe von TEUR 6.898 (VJ: TEUR 0).
Für weitere Informationen wird auf Punkt (8) Langfristige Vermögenswerte verwiesen .
Es wurden im Geschäftsjahr keine Investitionszuschüsse im Anlagevermögen erfasst (VJ: TEUR 16).
Zum 31. Dezember 2024 bestehen Verpfändungen von Sachanlagevermögen zugunsten von Bankverbindlichkeiten in Höhe von
TEUR 39.876 (VJ: TEUR 38.356).
(21) NUTZUNGSRECHTE
Die Frauenthal-Gruppe hat diverse Verträge, im Wesentlichen handelt es sich um Mieten von Immobilien in der Division Frauenthal
Handel. Durch die Anwendung von IFRS 16 werden für diese Verträge Nutzungsrechte und Verbindlichkeiten angesetzt, welche über
die voraussichtliche Vertragsdauer abgeschrieben sowie verzinst werden.
Die Laufzeiten der Verträge werden nach der voraussichtlichen Vertragsdauer unter Berücksichtigung von Verlängerungsoptionen und
Kündigungszeiten gewählt. Bei befristeten Verträgen wird die in dem Vertrag unterstellte Laufzeit gewählt. Details siehe Anhang
Punkt (18). Es sind keine variablen Leasingzahlungen, die sich je nach zukünftigen Faktoren ändern können, vorhanden.
Abschreibungen auf Nutzungsrechte werden in der Position „Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen“
der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen und betragen TEUR 18.119 (VJ: TEUR 17.154). Der Ausweis der Zinsaufwendungen
wird im Posten „Zinsaufwendungen“ dargestellt diese betragen TEUR 2.095 (VJ: TEUR 1.762). Aus Leasingverhältnissen kam es in
der laufenden Periode zu einem Abfluss liquider Mittel in Höhe von TEUR 19.532 (VJ: TEUR 18.504). Die Erlöse aus untervermieteten
Grundstücken und Gebäuden betragen TEUR 394 (VJ: TEUR 344).
Die Nutzungsrechte werden in der Position Nutzungsrechte Leasing iHv TEUR 69.700 (VJ: TEUR 70.460) und die Verbindlichkeiten aus
den Nutzungsrechten werden bei den lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten iHv TEUR 71.572 (VJ: TEUR 71.729) dargestellt.
Zum 31.12.2024 betragen die Aufwendungen für Leasingverhältnisse von geringem Wert TEUR 638 (VJ: TEUR 862). Die
Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse (bis zu 1 Jahr) betragen zum 31.12.2024 TEUR 32 (VJ: TEUR 76).
Für weitere Informationen wird auf den Anlagenspiegel verwiesen. Die Fälligkeitsanalyse ist unter Punkt (44) Finanzinstrumente und
Risikoberichterstattung dargestellt.
(22) SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE UND FINANZANLAGEN
In der Position Sonstige finanzielle Vermögenswerte sind Wertpapiere und in der Position Finanzanlagen sind mehrere nicht
konsolidierte Beteiligungen enthalten. Diese werden gemäß IFRS 9 als „Finanzinstrument erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertet klassifiziert.
Zum 31. Dezember 2024 gibt es keine Termingeldeinlage (VJ: TEUR 9.000).
Im Frauenthal Konzern sind Wertpapiere in der Division Frauenthal Handel von TEUR 2.220 (VJ: TEUR 2.113) und Finanzanlagen von
TEUR 40 (VJ: TEUR 40) bilanziert.
41
(23) LATENTE STEUERN
Der Ermittlung der latenten Steuerabgrenzung liegt der jeweils gültige Steuersatz bzw. bei angekündigten Steuersatzänderungen der
künftig gültige Steuersatz zugrunde. Die Zusammensetzung der Steuerabgrenzung ist aus der folgenden Tabelle ersichtlich:
AUFGLIEDERUNG LATENTE STEUERN
2024
2023
in TEUR
Aktiva
Passiva
Aktiva
Passiva
Wertunterschiede in Bilanzpositionen
19.569
-21.477
19.584
-22.420
Immaterielle Vermögenswerte
0
-1.958
0
-1.948
Nutzungsrechte
0
-15.959
0
-15.948
Sachanlagen
287
-3.421
122
-4.411
Sonstige Vermögenswerte
101
-94
98
-48
Personalrückstellungen
3.366
0
3.556
0
Sonstige Rückstellungen
14
-45
1
-65
Leasingverbindlichkeiten
15.510
0
15.752
0
Finanzverbindlichkeiten und Sonstige Schulden
290
0
56
0
Steuerliche Verlustvorträge und
3.634
0
3.541
0
Beteiligungsabschreibungen
Steuerliche Verlustvorträge und
15.560
0
15.289
0
Beteiligungsabschreibungen
Abzüglich Verlustvorträge und Beteiligungsabschreibungen,
für welche in der Bilanz kein latenter Steueranspruch
-11.924
0
-11.747
0
angesetzt wurde
Passive Latente Steuern "Periodiseringsfond"
0
-1.054
0
-1.190
Gnotec Gruppe
0
-1.054
0
-1.190
Aktive/Passive Steuerabgrenzungen
23.203
-22.530
23.125
-23.609
Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen
-20.616
20.616
-20.657
-20.657
gegenüber derselben Steuerbehörde
Stand der latenten Steuern per 31.12.
2.587
-1.914
2.468
-2.952
VERÄNDERUNG LATENTE STEUERN
2024
2023
in TEUR
Aktiva
Passiva
Aktiva
Passiva
Stand der latenten Steuern per 1.1.
2.468
-2.952
2.581
-2.895
Ergebnisneutrale Veränderung der latenten Steuerabgrenzungen
267
85
705
5
davon aus versicherungsmathematischen Gewinnen/Verlusten
220
0
723
0
Personalrückstellungen
davon aus Währungsumrechnung
46
85
-18
5
Ergebniswirksame Veränderung der latenten Steuerabgrenzungen
-148
952
-817
-62
Stand der latenten Steuern per 31.12.
2.587
-1.914
2.468
-2.952
Im Geschäftsjahr 2024 gibt es eine österreichische Steuergruppe bei der als Umlagemethode die Belastungsmethode angewandt wird.
42
Unternehmen in Schweden dürfen jährlich eine Steuerrücklage bilden („Periodiseringsfond“) maximal 25 % des Ergebnisses vor
Steuern können in diese Rücklage eingestellt werden. Jede Dotierung bildet eine eigene Rücklage, die innerhalb von 6 Jahren
verbraucht und im Einkommen ausgewiesen werden muss. Ziel dieser Regel ist es, den Unternehmen eine Möglichkeit zu bieten,
Verluste mit Vorjahresgewinnen zu verrechnen. In den schwedischen Gesellschaften beträgt die Rücklage zum 31. Dezember 2024
MSEK 58,6 (MEUR 5,1) (VJ: MSEK 64,1 (MEUR 5,8)), auf die passive latente Steuern gebildet wurden. Latente Steueransprüche iSd IAS
12.82 wurden aufgrund positiver Ertragsaussichten im Automotive Bereich iHv TEUR 984 (VJ: TEUR 535) aktiviert.
Nur für jene Verlustvorträge, die in einem Zeitraum von 5 Jahren verwertet werden können, wurden aktive latente Steuern gebildet.
Im Konzern wurden wegen mangelnder zukünftiger Verwertbarkeit auf folgende Verlustvorträge keine aktiven latenten Steuern
gebildet, welche einen zusätzlichen Aktivposten in Höhe von TEUR 11.512 (VJ: TEUR 11.186) ergeben würden:
in TEUR
2024
2023
Nicht aktivierte Verlustvorträge Körperschaftsteuer
44.463
43.173
Nicht aktivierte Verlustvorträge Gewerbesteuer
29.510
29.449
Fehlender zusätzlicher Aktivposten
11.512
11.186
Die nicht aktivierten steuerlichen Verlustvorträge der Körperschaftsteuer iHv TEUR 44.463 (VJ: TEUR 43.173) und der Gewerbesteuer
iHv TEUR 29.510 (VJ: TEUR 29.449) können auf unbegrenzte Dauer verwendet werden. Aufgrund der zukünftigen Wahrscheinlichkeit
der Verwertung wurden auf alle vorhandenen temporären Differenzen latente Steuern gebildet.
Die Saldierung von aktiven und passiven latenten Steuern erfolgt entsprechend den Voraussetzungen von IAS 12.74. Eine detaillierte
Darstellung der Entwicklung der Steuerabgrenzung sowie des Steuerertrages ist unter Punkt (38) abgebildet.
In Umsetzung der EU-Richtlinie zur globalen Mindestbesteuerung für multinationale Unternehmensgruppen und große inländische
Gruppen in der Europäischen Union (BEPS Pillar 2-Regelung der OECD) wurde in Österreich das Mindestbesteuerungsgesetz
(„MinBestG“) beschlossen, das für Wirtschaftsjahre, die ab dem 31.12.2023 beginnen, in Kraft getreten ist. Die Regelungen zur
Mindeststeuer sollen sicherstellen, dass multinationale Unternehmensgruppen in allen Ländern, in denen sie vertreten sind, zumindest
mit einem effektiven Steuersatz von 15 % besteuert werden. Eine zusätzliche Besteuerung ergibt sich somit nur, wenn das
Besteuerungsniveau diesen Mindeststeuersatz unterschreitet. Die Frauenthal-Gruppe ist Teil der multinationalen Unternehmensgruppe
der Ventana Holding GmbH, mit Sitz in Österreich, deren konsolidierte Umsatzerlöse den Schwellenwert von MEUR 750 überschreitet,
und die damit 2024 erstmalig in den Anwendungsbereich der Globalen Mindestbesteuerungsregelungen fällt.
Die Analyse des Umsetzungsstatus der BEPS Pillar 2-Regelung der OECD in nationales Recht zeigt für jene Jurisdiktionen, in denen die
Frauenthal-Gruppe aktiv ist, per Februar 2025 folgendes Bild:
Umsetzungsstatus Pillar 2-Regelung der OECD
Österreich nationale Umsetzung erfolgt; Anwendbarkeit ab 1.1.2024
Deutschland nationale Umsetzung erfolgt; Anwendbarkeit ab 1.1.2024
Tschechische Republik nationale Umsetzung erfolgt; Anwendbarkeit ab 1.1.2024
Slowakei nationale Umsetzung erfolgt; Anwendbarkeit ab 1.1.2024
Schweden nationale Umsetzung erfolgt; Anwendbarkeit ab 1.1.2024
Hong Kong Entwurf für nationale Umsetzung per 27.12.2024 veröffentlicht;
Anwendbarkeit voraussichtlich rückwirkend ab 1.1.2025
USA bisher keine nationale Umsetzung erfolgt und auch nicht absehbar
China bisher keine nationale Umsetzung erfolgt und auch nicht absehbar
Die Frauenthal-Gruppe hat die erforderlichen Berichtsprozesse inzwischen aufgebaut, um die für die Beurteilung der potenziellen
zusätzlichen Steuerbelastung notwendigen Informationen einzuholen. Auf Basis der vorläufig vorliegenden länderbezogenen
Berichterstattung (Country-by-Country Reporting) sowie der lokalen Jahresabschlüsse 2024 sind die temporären Safe-Harbour
Vereinfachungen für alle Steuerjurisdiktionen erfüllt. Somit fallen keine Ergänzungssteuern für 2024 an und es liegt keine Erhöhung
des effektiven Steuersatzes durch die Regelungen zur globalen Mindestbesteuerung vor, was auch für den restlichen
Übergangszeitraum bis 2026 erwartet wird. Ab 2027 zeichnet sich für die Frauenthal-Gruppe nach den Regeln des
Mindestbesteuerungsgesetzes zwar für China möglicherweise eine Auswirkung ab, insgesamt wird für die Frauenthal-Gruppe aber
aufgrund der untergeordneten Rolle dieser Jurisdiktion für das Konzernergebnis keine signifikante Erhöhung des effektiven
Steuersatzes erwartet.
Die Frauenthal-Gruppe hat die vorübergehende, Ausnahmeregelung bezüglich Ansatzes und Angabe latenter Steuern im
Zusammenhang mit Pillar 2-Ertragsteuern gemäß IAS 12.4A angewendet.
43
(24) VORRÄTE
Der ausgewiesene Vorratsbestand setzt sich wie folgt zusammen:
in TEUR
2024
2023
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
12.233
12.771
Unfertige Erzeugnisse
11.134
8.784
Fertige Erzeugnisse und Waren
158.461
179.678
Geleistete Anzahlungen
239
192
Noch nicht abrechenbare Leistungen
862
2.536
Vorräte
182.928
203.961
Die Wertberichtigung zu Vorräten ist folgender Tabelle zu entnehmen:
In den Zuführungen sind hauptsächlich Lagerwertkorrekturen bei Artikeln mit hoher Reichweite und geringer Drehung in der Division
Frauenthal Handel enthalten. Zusätzlich wurden in den Aufwendungen für Material Abschreibungen auf Artikelbasis für jene Waren
erfasst,
welche
nicht
mehr
als
reguläre
Lagerware
angesehen
werden
können
(gemessen
an
der
Drehung
des
Artikels,
Sortimentsauflassung bzw. nach Verwendung als Ausstellungsstück in Schauräumen).
Zum 31. Dezember 2024 bestehen Verpfändungen von Vorräten zugunsten von Bankverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 16.945
(VJ: TEUR 18.059).
(25) FORDERUNGEN
Die Frauenthal-Gruppe nutzt in beiden Divisionen Factoring Verträge mit unbefristeter Laufzeit. Das Factoring-Volumen beträgt zum
31.12.2024 TEUR 76.605 (VJ: TEUR 79.906), davon TEUR 75.172 ohne Regress (VJ: MEUR 77.900). Die Factoring Vereinbarungen sind
auf Basis des 1-Monats bzw. 1-Wochen-Euribors verzinst.
Sämtliche Forderungen sind kurzfristig und haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Die Forderungen setzen sich wie folgt
zusammen:
in TEUR
2024
2023
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
22.477
29.986
Steuerforderungen
1.428
1.305
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
14.811
10.238
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte
11.010
6.529
Forderungen
49.725
48.058
Die Position Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 22.477 (VJ: TEUR 29.986) ist im Vergleich zum Vorjahr
um TEUR 7.509 gesunken. Dies resultiert einerseits aus geringeren Volumina der Division Frauenthal Handel und andererseits aus den
Bewertungen der Kundenretouren, welche per Abschluss 31.12.24 unter Sonstige finanzielle Vermögenswerte ausgewiesen werden
(VJ: Forderungen aus Lieferungen und Leistungen). In der Position Sonstige finanzielle Vermögenswerte sind insbesondere Forderungen
gegenüber Finanzämtern (überwiegend Guthaben Umsatzsteuer) und diverse sonstige Forderungen in der Division Frauenthal Handel
und Division Frauenthal Automotive enthalten. Die Ausfallwahrscheinlichkeit der sonstigen finanziellen Vermögenswerte ist als gering
einzustufen. In der Position Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte sind vor allem höhere Vorauszahlungen der Division Frauenthal
Automotive enthalten.
Zum 31. Dezember 2024 bestehen Verpfändungen von Forderungen zugunsten von Bankverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 16.377
(VJ: TEUR 35.012).
in TEUR
2024
2023
Stand Wertberichtigungen Vorräte am 1.1.
10.109
9.695
Zuführungen (Aufwendungen für Wertberichtigungen)
3.987
2.234
Verbrauch
-1.879
-1.811
Auflösungen
-169
-9
Kursdifferenzen
-19
0
Stand Wertberichtigungen Vorräte am 31.12.
12.028
10.109
44
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich folgendermaßen entwickelt:
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen vor Wertberichtigung
26.697
35.642
Wertberichtigungen
-4.220
-5.656
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Wertberichtigung
22.477
29.986
Die dargestellten Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umfassen Wertberichtigungen für erwartete
Kreditausfälle iSd IFRS 9 und haben sich wie folgt entwickelt:
in TEUR
2024
2023
Stand Wertberichtigungen Forderungen am 1.1.
5.656
4.614
Zuführungen
3.044
4.688
Verbrauch
-2.818
-1.693
Auflösungen
-1.604
-1.806
Veränderung aufgrund Neubewertung Expected Credit Loss (IFRS 9)
-57
-148
Stand Wertberichtigungen Forderungen am 31.12.
4.220
5.656
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden gemäß IFRS 9 mit den fortgeschriebenen Anschaffungskosten, gegebenenfalls
vermindert um Wertberichtigungen, ausgewiesen. Zur Ermittlung der erwarteten Kreditverluste wird der vereinfachte Ansatz nach IFRS
9 angewendet. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden gemäß dem Konzept der lebenslangen Kreditausfälle
(erwarteten Kreditausfälle aufgrund aller möglichen Ausfallereignisse während der erwarteten Laufzeit) bewertet. Demzufolge werden
für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die den Kriterien gemeinsamer Risikoeinstufungen und Überfälligkeitstage
entsprechen, Wertberichtigungen in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste gebildet.
Die Fälligkeiten der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31. Dezember 2024 wurden wie folgt ermittelt:
FÄLLIGKEITEN DER FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
Überfällig
31.12.2024
nicht überfällig
1-30 Tage
31-60 Tage
61-90 Tage
über 91 Tage
Gesamt
Werte in TEUR
21.330
2.113
1.395
218
1.641
26.697
Die Fälligkeiten der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31. Dezember 2023 wurden wie folgt ermittelt.
FÄLLIGKEITEN DER FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
Überfällig
31.12.2023
nicht überfällig
1-30 Tage
31-60 Tage
61-90 Tage
über 91 Tage
Gesamt
Werte in TEUR
26.766
4.222
927
244
3.483
35.642
Hinsichtlich des wertberichtigten Bestands der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind zum Abschlussstichtag noch keine
Tatsachen bekannt, dass wesentliche Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden.
(26) ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE
in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Guthaben bei Kreditinstituten
48.311
39.756
Kassenbestände
91
87
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
48.401
39.843
Zum 31. Dezember 2024 bestehen Verpfändungen von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten zugunsten von
Bankverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 161 (VJ: TEUR 408).
45
(27) EIGENKAPITAL
GRUNDKAPITAL
Die Entwicklung des Eigenkapitals im Geschäftsjahr 2024 ist in der Tabelle „Entwicklung des Eigenkapitals“, dargestellt.
Das zum Bilanzstichtag per 31. Dezember 2024 im Firmenbuch eingetragene Grundkapital beträgt EUR 8.651.491,00
(VJ: EUR 8.651.491,00) und ist zur Gänze eingezahlt. Das Grundkapital verteilt sich auf insgesamt 6.751.491 (VJ: 6.751.491) auf
Inhaber lautende Stückaktien und 1.900.000 auf Namen lautende Sckaktien, die nicht zum Börsenhandel zugelassen sind. Jede Aktie
ist am Grundkapital im gleichen Umfang beteiligt. Jede Stückaktie gewährt das Recht auf eine Stimme in der Hauptversammlung der
Gesellschaft. Der auf eine Stückaktie entfallende anteilige Betrag am Grundkapital beträgt EUR 1,00.
Der Vorstand wurde in der ordentlichen 33. Hauptversammlung vom 30. Juni 2022 ermächtigt, für die Dauer von fünf Jahren (a) das
Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats um insgesamt höchstens EUR 4.325.745,00 durch Ausgabe von bis
zu 4.325.745,00 auf Inhaber und/oder auf Namen lautenden Stückaktien mit Stimmrecht gegen Bareinlagen oder gegen Sacheinlagen
einmal oder mehrmals zu erhöhen, (b) hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre gegebenenfalls dann
ganz oder teilweise auszuschließen, wenn das Grundkapital (i) zum Zweck der Durchführung eines Programms für
Mitarbeiterbeteiligung oder eines Aktienoptionsplans einschließlich von Mitgliedern des Vorstands und leitenden Angestellten jeweils
der Gesellschaft oder von mit dieser verbundenen Unternehmen, (ii) sonst gegen Bareinlage, wenn in Summe der rechnerisch auf die
gegen Bareinlage unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien entfallende Anteil am Grundkapital der Gesellschaft die
Grenze von 20 % (zwanzig Prozent) des Grundkapitals der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung nicht
übersteigt, oder (iii) gegen Sacheinlagen, insbesondere von Unternehmen, Unternehmensteilen, Betrieben, Teilbetrieben oder Anteilen
an einer oder mehreren Gesellschaften oder anderen mit einem Akquisitionsvorhaben im Zusammenhang stehender
Vermögensgegenstände oder zum Erwerb sonstiger Vermögensgegenstände (einschließlich Forderungen Dritter gegen die Gesellschaft
oder mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen), erhöht wird sowie (c) mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Art der neu
auszugebenden Aktien (auf Inhaber und/oder auf Namen lautend), den Ausgabebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen,
einschließlich der Einräumung eines mittelbaren Bezugsrechts gemäß § 153 Abs 6 AktG, festzusetzen (Genehmigtes Kapital 2022).
KAPITALRÜCKLAGE
Die Kapitalrücklagen resultieren aus Agios im Zusammenhang mit Bar- und Sachkapitalerhöhungen sowie iHv EUR 783.499 aus der
gebundenen Rücklage, die im Rahmen der vereinfachten Herabsetzung des Grundkapitals gemäß § 229 Abs 2 Z5 UGB im Vorjahr
eingestellt wurde.
EINBEHALTENE ERGEBNISSE
In den einbehaltenen Ergebnissen werden die Gewinnrücklage und die kumulierten Ergebnisse ausgewiesen.
SONSTIGES ERGEBNIS
Das sonstige Ergebnis in Höhe von TEUR -13.652 (VJ: TEUR -11.980) beinhaltet Währungsausgleichsposten in Höhe von TEUR -7.059
(VJ: TEUR -6.144) und versicherungsmathematische Verluste gemäß IAS 19 in Höhe von TEUR -6.593 (VJ: TEUR -5.836).
Im sonstigen Ergebnis sind in der Veränderung der Rücklage für versicherungsmathematische Gewinne und Verluste latente Steuern
von TEUR 220 (VJ: TEUR 723) berücksichtigt.
EIGENE ANTEILE
Die Ermächtigung zum Erwerb eigener Anteile wurde dem Vorstand durch Beschlussfassung in der 33. Hauptversammlung erteilt. In
der 35. Hauptversammlung wurde diese Ermächtigung erneuert.
Die Anzahl der eigenen Aktien beträgt zum 31.12.2024 865.149 Stück dies entspricht 10 % des Grundkapitals. Die Aktien wurden
zum Preis von EUR 23,80 je Stück im Wege eines öffentlichen (Teil-)Angebots gemäß §§ 4 ff ÜbG erworben. Das freiwillige öffentliche
(Teil-)Angebot wurde am 26. April 2024 veröffentlicht und die Annahme des Angebots lief bis einschließlich 24. Mai 2024.
Eigene Aktien
Anzahl Stück
Anteil am
Anteil am
Grundkapital in EUR
Grundkapital in %
Stand 31.12.2023
0
0
0,00
Stand 31.12.2024
865.149
865.149
10,00
GEWINNAUSSCHÜTTUNG
Es wurde im Geschäftsjahr 2024 keine Dividende an Aktionäre (VJ: TEUR -519) ausgeschüttet.
ERGEBNISVERWENDUNGSVORSCHLAG
Der Bilanzgewinn der Frauenthal Holding AG beträgt zum 31.12.2024 TEUR 0, daher entfällt der Ergebnisverwendungsvorschlag.
46
(28) VERBINDLICHKEITEN
Die Aufgliederung der Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2024 nach ihrer Restlaufzeit stellt sich wie folgt dar:
Restlaufzeit
Gesamt-
bis 1 Jahr
1 - 5
über 5
in TEUR
betrag
Jahre
Jahre
besichert
Finanzverbindlichkeiten
66.353
37.599
25.327
3.426
73.359
Leasingverbindlichkeiten
71.572
17.245
36.486
17.841
71.572
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
73.064
73.064
0
0
0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
11.393
11.393
0
0
0
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten
46.277
46.277
0
0
0
Verbindlichkeiten gesamt
268.659
185.578
61.814
21.267
110.314
Die Vergleichswerte des Verbindlichkeitenspiegels zum 31. Dezember 2023 stellen sich wie folgt dar:
Restlaufzeit
in TEUR
Gesamt-
bis 1
1 - 5
über 5
betrag
Jahr
Jahre
Jahre
besichert
Finanzverbindlichkeiten
55.324
24.118
22.689
8.516
52.670
Leasingverbindlichkeiten
71.729
16.562
33.985
21.182
71.729
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
85.018
85.018
0
0
0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
1
1
0
0
0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
14.905
14.905
0
0
0
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten
43.211
43.211
0
0
0
Verbindlichkeiten gesamt
270.187
183.815
56.675
29.698
124.399
Die Finanzverbindlichkeiten enthalten Kredite und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 66.353
(VJ: TEUR 55.324). Die Veränderung beruht im Wesentlichen auf einen erhöhten Liquiditätsbedarf aufgrund der derzeitigen
Marktsituation in den beiden Divisionen sowie durch den Aktienrückkauf. In den kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten
sind Lohn- und Gehaltsverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 11.336 (VJ: TEUR 14.889) enthalten. Die besicherten
Finanzverbindlichkeiten enthalten lang und kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 38.742
(VJ: TEUR 52.670). Die Veränderung kommt vor allem aus der Refinanzierung der Division Frauenthal Handel, da für die 2024
eingerichtete Konsortialfinanzierung keine Sicherheiten gegeben wurden.
Nachfolgend wird eine detaillierte Aufstellung zu den sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten dargestellt:
in TEUR
2024
2023
Veränderung
Personalverbindlichkeiten aus Abgrenzungen
2.986
3.137
-151
Steuerverbindlichkeiten
12.443
9.638
2.805
Vertragsverbindlichkeiten
22.103
22.862
-759
Noch nicht erhaltene Rechnungen/passive Rechnungsabgrenzungen
6.535
5.177
1.358
Gewährleistung und Schadensfälle
413
402
11
Übrige sonstige Verbindlichkeiten
1.797
1.994
-198
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten
46.277
43.211
3.066
Die Erhöhung in der Position Steuerverbindlichkeiten ist vor allem auf die Division Frauenthal Handel zurückzuführen. Die Position
Vertragsverbindlichkeiten umfasst im Wesentlichen Bonusverpflichtungen im Zusammenhang mit Verrechnungen von
Jahresbonusforderungen mit Kunden in Höhe von TEUR 14.354 (VJ: TEUR 15.386) und in die Verbindlichkeiten aus erwarteten
Kundenretouren in Höhe von TEUR 3.749 (VJ: TEUR 3.706).
Die Position Steuerverbindlichkeiten enthält im Wesentlichen Lohnsteuern und Umsatzsteuern.
Die Bilanzposition Steuerschulden in Höhe von TEUR 125 (VJ: TEUR 3.390) enthält Rückstellungen für Steuern aus Einkommen und
Ertrag.
47
(29) RÜCKSTELLUNGEN
PERSONALRÜCKSTELLUNGEN
Die Personalrückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
Rückstellung
Rückstellung für
Rückstellung
Summe
in TEUR
für Pensionen
Abfertigungen
für Jubiläumsgelder
2024
2023
2024
2023
2024
2023
2024
2023
Stand 1.1.
12.958
11.579
12.782
11.541
8.321
7.044
34.062
30.165
Zuweisung
428
1.711
892
1.713
591
1.444
1.912
4.869
Verwendung
-824
-804
-1.505
-955
-416
-484
-2.745
-2.243
Auflösung
0
0
-19
0
-857
0
-875
0
Zinsaufwand
440
466
450
483
310
316
1.201
1.265
Kursdifferenzen
-80
5
0
0
0
0
-80
5
Stand 31.12.
12.922
12.958
12.601
12.782
7.950
8.321
33.473
34.061
Die Rückstellung für Pensionen betreffen mit TEUR 1.531 (VJ: TEUR 1.645) Standorte in Deutschland, mit TEUR 8.836 (VJ: TEUR 8.802)
Standorte in Österreich und mit TEUR 2.555 (VJ: TEUR 2.510) Standorte in Schweden. Die Zuweisung der Rückstellungen resultiert im
Wesentlichen aus der Anpassung der Zinssätze für die Berechnung.
Der Nettobarwert der Verpflichtungen für Abfertigungen und Pensionen hat sich bei einem Zinssatz von 3,09 bis 3,24 % im
Geschäftsjahr 2024 wie folgt entwickelt:
in TEUR
Pension
Abfertigung
Nettobarwert der Verpflichtungen 31.12.2023
12.958
12.782
Laufender Dienstzeitaufwand
0
437
Zinsaufwand
440
450
Zahlungen
-938
-1.505
Versicherungsmathematische Gewinne (-) / Verluste (+)
541
436
- aus der Änderung von finanziellen Annahmen
582
391
- aus der Änderung von demographischen Annahmen
0
20
- aus der Änderung von erfahrungsbedingten Anpassungen
-40
24
Währungsdifferenzen
-80
0
Nettobarwert der Verpflichtungen 31.12.2024
12.922
12.601
Der Nettobarwert der Verpflichtungen für Abfertigungen und Pensionen hat sich bei einem Zinssatz von 3,46 % bis 3,60 % im
Geschäftsjahr 2023 wie folgt entwickelt:
in TEUR
Pension
Abfertigung
Nettobarwert der Verpflichtungen 31.12.2022
11.579
11.542
Laufender Dienstzeitaufwand
0
404
Zinsaufwand
466
483
Zahlungen
-919
-956
Versicherungsmathematische Gewinne (-) / Verluste (+)
1.827
1.309
- aus der Änderung von finanziellen Annahmen
1.105
1.233
- aus der Änderung von demographischen Annahmen
0
9
- aus der Änderung von erfahrungsbedingten Anpassungen
722
67
Währungsdifferenzen
5
0
Nettobarwert der Verpflichtungen 31.12.2023
12.958
12.782
SENSITIVITÄTSANALYSE ZU DEN PERSONALRÜCKSTELLUNGEN
Würden die Berechnungen der Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen, Jubiläumsgeld statt mit dem für das Jahr 2024
verwendeten Zinssatz mit einem um 0,5 %-Punkte geänderten Zinssatz erfolgen, würde sich das Gesamtergebnis der Frauenthal-
Gruppe wie aus den folgenden Tabellen ersichtlich verändern:
48
ZINSSATZÄNDERUNG
in TEUR
2024
Szenario -0,5 %
Abweichung
Rückstellung für Pensionen
12.922
13.693
-771
davon Schweden
2.555
2.736
-180
Rückstellung für Abfertigungen
12.601
13.245
-644
Rückstellung für Jubiläumsgeld
7.950
8.317
-367
Rückstellungen gesamt
33.473
35.254
-1.782
ZINSSATZÄNDERUNG
in TEUR
2024
Szenario +0,5 %
Abweichung
Rückstellung für Pensionen
12.922
12.224
698
davon Schweden
2.555
2.393
162
Rückstellung für Abfertigungen
12.601
12.000
601
Rückstellung für Jubiläumsgeld
7.950
7.612
339
Rückstellungen gesamt
33.473
31.835
1.638
Würde man die Berechnungen der Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen, Jubiläumsgeld statt mit dem für das Jahr 2024
verwendeten Gehaltstrend mit einem um 0,25 %-Punkte geänderten Gehaltstrend berechnen, würde sich das Gesamtergebnis der
Frauenthal-Gruppe wie aus den folgenden Tabellen ersichtlich verändern:
GEHALTSTREND
in TEUR
2024
Szenario -0,25 %
Abweichung
Rückstellung für Pensionen
12.922
12.564
358
davon Schweden
2.555
2.471
84
Rückstellung für Abfertigungen
12.601
12.297
304
Rückstellung für Jubiläumsgeld
7.950
7.797
153
Rückstellungen gesamt
33.473
32.658
814
GEHALTSTREND
in TEUR
2024
Szenario +0,25 %
Abweichung
Rückstellung für Pensionen
12.922
13.296
-374
davon Schweden
2.555
2.643
-88
Rückstellung für Abfertigungen
12.601
12.913
-313
Rückstellung für Jubiläumsgeld
7.950
7.970
-20
Rückstellungen gesamt
33.473
34.179
-707
SONSTIGE LANGFRISTIGE UND KURZFRISTIGE RÜCKSTELLUNGEN
Die sonstigen lang- und kurzfristigen Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:
in TEUR
Sonstige langfristige Rückstellungen
Sonstige kurzfristige Rückstellungen
2024
2023
2024
2023
Stand 1.1.
711
774
1.103
952
Zuweisung
96
0
711
660
Verwendung
-55
-39
-750
-428
Auflösung
-0
-1
-84
-104
Kursdifferenzen
-2
-1
-3
0
Umgliederung
0
-23
0
23
Stand 31.12.
751
711
977
1.103
49
(30) EVENTUALVERBINDLICHKEITEN UND VERBINDLICHKEITEN AUS HAFTUNGSVERHÄLTNISSEN
Der Frauenthal Konzern weist zum 31. Dezember 2024 Eventualverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 1.255 (VJ: TEUR 1.074) aus
Haftungsverhältnissen gegenüber Dritten aus.
Alle anderen drohenden Risiken wurden im Bereich der Rückstellungen und sonstigen Verbindlichkeiten berücksichtigt.
Die Frauenthal Holding AG und ihre Tochtergesellschaften sind zum Abschlussstichtag in keine nennenswerten Rechtsstreitigkeiten
involviert, für die nicht durch Rückstellungen vorgesorgt wurde. Außer den angeführten Miet- und Leasingverpflichtungen bestehen
keine über den normalen Geschäftsbetrieb hinausgehenden langfristigen Vertragsbeziehungen oder Auflagen aus
Umweltschutzgründen, die für den Konzern zu in der Konzernbilanz nicht ausgewiesenen erheblichen finanziellen Verpflichtungen
führen könnten.
E. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG
Die Darstellung der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren.
(31) UMSATZERLÖSE
Der größte Teil der Umsatzerlöse entfällt auch im Geschäftsjahr 2024 auf die Mitgliedsländer der EU, da die Division Frauenthal Handel
zum Großteil Umsätze in Österreich aufweist und diese den größten Umsatzbeitrag liefern. Bei den Umsatzerlösen handelt es sich im
Wesentlichen um Erlöse aus dem Verkauf von Gütern.
in TEUR
2024
2023
Veränderung
Österreich
791.346
829.963
-38.617
Deutschland
36.203
37.927
-1.723
Sonstige EU
153.544
182.217
-28.972
Amerika
14.335
5.135
9.199
Asien
15.144
21.852
-6.708
Sonstige Länder
3.765
3.873
-108
Umsatzerlöse
1.014.337
1.080.966
-66.629
Gemäß IFRS 15 werden nachfolgend die Umsatzerlöse nach Produktgruppen aufgegliedert. Die Umsatzerlöse nach geografischen
Regionen befinden sich im Segmentbericht.
UMSÄTZE NACH PRODUKTEN
Frauenthal
Frauenthal Handel
Holdings und
Frauenthal-Gruppe
Automotive
Sonstige
in TEUR
2024
2023
2024
2023
2024
2023
2024
2023
Frauenthal Airtank
49.264
61.747
-
-
-
-
49.264
61.747
(Druckluftbehälter)
Frauenthal Gnotec (Metall-
Komponenten)
158.082
173.473
-
-
-
-
158.082
173.473
Handel
-
-
806.977
845.737
-
-
806.977
845.737
Sonstige (Mieterträge)
-
-
14
8
14
8
Summe
207.346
235.220
806.977
845.737
14
8
1.014.337
1.080.966
50
(32) SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
Es werden die folgenden Beträge ausgewiesen:
in TEUR
2024
2023
Veränderung
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen
523
726
-202
Erhaltene Boni und Zuschüsse
4.829
2.864
1.965
Erträge aus Weiterverrechnungen
1.198
985
213
Miet- und Betriebskostenerträge
886
713
173
Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen
3.977
451
3.526
Kursgewinne
628
176
453
Übrige sonstige Erträge
2.593
1.342
1.251
Sonstige betriebliche Erträge
14.635
7.256
7.379
Die Veränderung der Boni und Zuschüsse steht in Verbindung mit Lieferantenzuschüssen der Division Frauenthal Handel für getätigte
Werbeaufwendungen. Siehe dazu Punkt (36), wo die sonstigen Vertriebskosten eine ähnliche Entwicklung zeigen. Die Veränderung
der Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen betrifft im Wesentlichen den Verkauf einer Immobilie in der Division Frauenthal
Handel.
In den übrigen sonstigen Erträgen sind Zuschüsse der öffentlichen Hand für Energiekosten iHv TEUR 250 (VJ: TEUR 0) enthalten.
Weitere Informationen betreffend die öffentlichen Zuschüsse im Zusammenhang mit der Kurzarbeit und Erstattungen für COVID-19
Erkrankungen sind dem Kapitel (34) Personal zu entnehmen.
(33) AUFWENDUNGEN FÜR MATERIAL UND SONSTIGE BEZOGENE HERSTELLUNGSLEISTUNGEN
Der Aufwand setzt sich aus den folgenden Beträgen zusammen:
In den Materialaufwendungen sind keine Wertminderungen auf den Nettoveräußerungswert von Vorräten (VJ: TEUR 0) enthalten
(siehe Punkt (24)).
in TEUR
2024
2023
Veränderung
Materialaufwendungen
733.776
762.795
-29.019
Aufwendungen für bezogene Leistungen
26.928
32.416
-5.487
Summe
760.704
795.210
-34.506
(34) PERSONAL
Die durchschnittliche Zahl der Arbeiter und Angestellten für die fortzuführenden Geschäftsbereiche stellt sich wie folgt dar :
2024
2023
Veränderung
Arbeiter
1.262
1.481
-219
Angestellte
1.321
1.381
-60
Summe
2.583
2.862
-279
Die durchschnittliche Zahl der Arbeiter und Angestellten beträgt in der Division Frauenthal Automotive 1.004 und in der Division
Frauenthal Handel 1.569.
51
Die Zusammensetzung des Personalaufwands stellt sich in folgender Tabelle dar:
in TEUR
2024
2023
Veränderung
Löhne und Gehälter
117.858
124.522
-6.664
Aufwendungen für Abfertigungen
469
42
428
Aufwendungen für Altersversorgung
2.936
3.218
-282
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie
32.221
33.262
-1.041
vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge
Sonstige Sozialaufwendungen
1.846
2.084
-238
Personalaufwand
155.331
163.128
-7.797
In den österreichischen Gesellschaften wurden aufgrund des Betrieblichen Mitarbeitervorsorgegesetzes (BMVG) sowie vertraglicher
Zusagen beitragsorientierte Zahlungen in Höhe von TEUR 1.208 (VJ: TEUR 1.279) geleistet.
Gemäß IAS 20 werden die geleisteten Zuschüsse aus öffentlicher Hand (Kurzarbeitsbeihilfen COVID-19) in den Konzerngesellschaften
in der Position Löhne und Gehälter saldiert. Im Personalaufwand wurden staatliche Zuschüsse in Form von Erstattungen aufgrund von
COVID-19-Erkrankungen iHv TEUR 196 (VJ: TEUR 371) saldiert. Es gibt in diesem Zusammenhang keine unerfüllten Bedingungen und
sonstigen Eventualverbindlichkeiten mit den staatlichen Unterstützungen.
(35) ABSCHREIBUNGEN AUF IMMATERIELLE GEGENSTÄNDE DES ANLAGEVERMÖGENS UND SACHANLAGEN
Die Aufgliederung der Jahresabschreibungen nach einzelnen Posten ist im Anlagenspiegel ersichtlich. Hinsichtlich außerplanmäßiger
Abschreibungen siehe Punkt (8), (19) und (20).
(36) SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
in TEUR
2024
2023
Veränderung
Frachtkosten
17.132
18.056
-924
Fremdleistungen
10.556
12.829
-2.273
Verwaltungskosten
9.342
9.511
-168
Rechts- und Beratungsaufwendungen
3.536
4.083
-547
Sonstige Vertriebskosten
8.147
6.838
1.308
Geleastes Personal
1.135
852
283
Reisekosten
2.350
2.495
-145
Versicherungsaufwendungen
3.014
2.672
341
Personalbeschaffung und Ausbildung
848
1.789
-941
Fremdreparaturen
623
652
-29
Forderungswertberichtigungen und -abschreibungen
1.044
1.938
-894
Kursverluste
574
489
84
Bankgebühren
531
468
63
Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen
412
187
225
Entsorgungskosten
143
128
15
Steuern, soweit sie nicht unter Steuern vom
173
261
-87
Einkommen und Ertrag fallen
Übrige Aufwendungen
5.268
5.683
-415
Sonstige betriebliche Aufwendungen
64.828
68.933
-4.104
Das Bild der sonstigen betrieblichen Aufwendungen hat sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt verändert: Der Rückgang der
Fremdleistungen resultiert im Wesentlichen aus der Division Frauenthal Handel und ist auf einen geringeren Instandhaltungsbedarf
zurückzuführen. Die Veränderung der Sonstigen Vertriebskosten resultiert im Wesentlichen aus höheren Werbungskosten, da die
hausintern organisierte Messe „Frauenthal EXPO der Division Frauenthal Handel veranstaltet wird. Die übrigen Aufwendungen
beinhalten vor allem Reinigungskosten sowie Kosten für Arbeitskleidung.
52
Die Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers (einschließlich des internationalen Netzwerks im Sinne des
§ 271b UGB) an die Frauenthal-Gruppe setzten sich wie folgt zusammen (Wertangaben jeweils netto):
in TEUR
2024
2023
Prüfung des Jahres- bzw. Konzernabschlusses
356
89
Andere Bestätigungsleistungen
5
256
Sonstige Leistungen
4
61
Summe
365
406
(37) FINANZERFOLG
in TEUR
2024
2023
Veränderung
Zinserträge
1.402
629
773
Zinsaufwendungen
-12.585
-12.022
-564
Sonstige Finanzerträge
31
86
-55
Sonstige Finanzaufwendungen
-34
0
-34
Summe
-11.187
-11.307
121
Die Veränderung der Zinsaufwendungen ergibt sich aus höheren Kreditausnutzungen. Die Veränderung der Zinserträge ist vor allem
auf höhere unrealisierte Kursgewinne zurückzuführen.
(38) ERTRAGSTEUERN
STEUERN VOM EINKOMMEN UND ERTRAG
Der auf die Konzernmuttergesellschaft Frauenthal Holding AG anwendbare Steuersatz beträgt 23 %. Das Ökosoziale
Steuerreformgesetz 2022 Teil I, welches unter anderem auch eine stufenweise Senkung des Körperschaftsteuersatzes in Österreich in
2023 auf 24 % und in 2024 auf 23 % vorsieht, wurde im Jänner 2022 beschlossen.
In der Position Ertragsteuern in Höhe von TEUR 354 (VJ: TEUR -3.030) entfallen TEUR -866 (VJ: TEUR -3.843) auf den laufenden
Steueraufwand. Die Steuern aus Vorperioden iHv TEUR 539 (VJ: TEUR 1.692) sind vor allem auf geänderte ertragssteuerliche
Beurteilungen vergangener Sachverhalte zurückzuführen.
Im Geschäftsjahr 2024 wurden TEUR 3.637 (VJ: TEUR 4.284) an Steuern bezahlt.
Aufgliederung der Brutto- und Nettobeträge der Gesamtergebnisrechnung:
in TEUR
2024
2023
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste
Personalrückstellungen vor Steuern
-977
-3.135
Steuern
220
723
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste Personalrückstellungen nach Steuern
-757
-2.412
53
Hinsichtlich der Zusammensetzung der Steuerabgrenzung wird auf Punkt (23) verwiesen. Die Überleitung vom Ergebnis vor Steuern
auf den in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesenen Aufwand an Ertragsteuern stellt sich wie folgt dar:
ÜBERLEITUNG VOM GESETZLICHEN STEUERSATZ ENTSPRECHENDEN STEUERAUFWAND ZUM EFFEKTIVEN STEUERAUFWAND
in TEUR
1-12/2024
1-12/2023
Ergebnis vor Steuern
-5.585
17.428
Steueraufwand zum entsprechenden Steuersatz von 23 % (VJ: 24 %)
1.285
-4.183
Steuerliche Auswirkungen
Steuern aus Vorperioden
539
1.692
Nutzung bisher nicht aktivierter Verlustvorträge / Beteiligungsabschreibungen
157
235
Nicht aktivierte Verluste des Geschäftsjahres
-478
-385
Veränderung Aktivierung von Verlustvorträgen
-19
466
Permanente steuerliche Differenzen und Sonstiges
-1.127
-869
Unterschiedliche Steuersätze der Tochterunternehmen
120
80
Steuersatzänderungen bei der Bewertung latenter Steuern
0
-66
Gesamte Steuerliche Auswirkungen
-808
1.153
Effektive Steuerbelastung
477
-3.030
Laufende Steuern
-866
-3.843
Steuern aus Vorperioden
539
1.692
Latente Steuern
804
-879
Ertragsteuern laut Gesamtergebnisrechnung
477
-3.030
Effektiver Steuersatz
9 %
17 %
Das Ökosoziale Steuerreformgesetz 2022 Teil I, welches unter anderem auch eine stufenweise Senkung des Körperschaftsteuersatzes
bis 2024 von 25 % auf 23 % vorsieht, wurde im Jänner 2022 beschlossen. Da die Umkehr der Latenzen überwiegend in Jahren ab
2024 erwartet wird, wurde ab 31.12.2022 ein einheitlicher Körperschaftsteuersatz für die österreichischen Konzerngesellschaften von
23 % bei der Aktivierung von Ansatzdifferenzen herangezog en.
(39) ERGEBNIS JE AKTIE
Das unverwässerte sowie das verwässerte Gesamt-Ergebnis je Aktie sind im Geschäftsjahr 2024 ident und liegen bei durchschnittlich
gewichteten 8.127.661 Stück (VJ: 8.651.491 Stück) im Umlauf befindlicher Aktien bei EUR -0,63 (VJ: EUR 1,66).
Der Berechnung der Ergebnisse je Aktie wurden folgende Aktien und Ergebnisse zugrunde gelegt:
Stückaktien
2024
2023
Anzahl der ausgegebenen Aktien
8.651.491
8.651.491
Durchschnittlicher Bestand eigener Aktien
-523.830
0
Im Umlauf befindliche Aktien (= Anzahl der Aktien unverwässert / verwässert)
8.127.661
8.651.491
in TEUR
2024
2023
Ergebnis unverwässert/verwässert = den Aktionären des Mutterunternehmens
-5.109
14.399
zuzurechnendes Ergebnis nach Steuern
54
F. ERLÄUTERUNGEN ZUR KAPITALFLUSSRECHNUNG (CASHFLOW-STATEMENT)
Die Kapitalflussrechnung wurde nach der indirekten Methode erstellt. Die Nettogeldflüsse (Cashflows) werden nach den Bereichen
der operativen Geschäftstätigkeit, der Investitionstätigkeit und der Finanzierungstätigkeit gegliedert. Der Saldo der Nettogeldflüsse
zeigt die Veränderung des Fonds der liquiden Mittel zum Ende des Geschäftsjahres.
(40) KAPITALFLUSS AUS DEM ERGEBNIS
Im Kapitalfluss aus dem Ergebnis wird der Jahresüberschuss/-fehlbetrag um nicht zahlungswirksame Aufwendungen/Erträge, um die
Veränderung langfristiger Rückstellungen sowie um das Ergebnis aus den Anlageverkäufen bereinigt.
Die Zinserträge enthalten keine aus wertgeminderten finanziellen Vermögenswerten zugeflossenen Erträge.
(41) KAPITALFLUSS AUS DER OPERATIVEN GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
Ausgehend vom Kapitalfluss aus dem Ergebnis wird der Kapitalfluss aus der operativen Geschäftstätigkeit um die Veränderung der
Mittelbindung im Working Capital bereinigt.
(42) KAPITALFLUSS AUS DER INVESTITIONSTÄTIGKEIT
Im Kapitalfluss aus der Investitionstätigkeit sind unter anderem Investitionen in das immaterielle Vermögen sowie in das
Sachanlagevermögen ausgewiesen. Des Weiteren gab es im Jahr 2024 aufgrund des Verkaufs einer Immobilie in der Division Frauenthal
Handel hohe Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen sowie Einzahlungen aus Termingeldeinlagen iHv MEUR 9,0.
(43) KAPITALFLUSS AUS DER FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT
In diesem Bereich werden sämtliche Zu- und Abflüsse im Rahmen der Eigenkapital- und Fremdkapitalfinanzierung erfasst. Die bezahlten
und erhaltenen Zinsen und Steuern sind im Kapitalfluss aus dem Ergebnis ausgewiesen.
Gemäß IAS 7 wird die Überleitungsrechnung des Kapitalflusses aus Finanzierungstätigkeit nachfolgend dargestellt:
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Buchwert
Wechselkurs-
Effektiv-
IFRS
Sonstige
Buchwert
in TEUR
31.12.2023
Zahlungs-wirksamer Kapitalfluss
änderung
verzinsung
16
Veränderungen
**
31.12.2024
Langfristige Verbindlichkeiten
Finanzverbindlichkeiten
31.205
-2.495
-103
-208
355
28.754
Leasing
55.167
103
-943
54.327
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Finanzverbindlichkeiten
24.118
13.437
-89
0
133
37.599
Leasing
16.562
-19.532
-10
20.225
17.245
55
** Sonstige Veränderungen umfassen zahlungsunwirksame Bewegungen und unbare Zinsen, die in der Kapitalflussrechnung in den operativen
Kapitalfluss umgegliedert werden.
G. SONSTIGE ANGABEN
(44) FINANZINSTRUMENTE UND RISIKOBERICHTERSTATTUNG
Der Frauenthal Konzern hält originäre Finanzinstrumente, wozu insbesondere Finanzinstrumente wie Wertpapiere, Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen (Grundgeschäfte), Guthaben bei Kreditinstituten, kurz- und langfristige Finanzverbindlichkeiten und
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zählen. Der Bestand der originären Finanzinstrumente ist in der Konzernbilanz
ausgewiesen.
LIQUIDITÄTSRISIKO
Das Liquiditätsrisiko ist durch die Kapitalflussstruktur der operativen Bereiche sowie der ausreichend bestehenden Kreditrahmen relativ
gering. Der Liquiditätsbedarf für das laufende operative Geschäft im Konzern kann aus dem laufenden Kapitalfluss gedeckt werden
und wird im Rahmen der Treasury-Funktion der Holding gesteuert.
Das Liquiditätsrisiko der Gesellschaft ist als gering einzustufen, da die Gesellschaft zum Bilanzstichtag über Guthaben bei
Kreditinstituten iHv TEUR 48.401 (VJ: TEUR 48.843) sowie über ausreichend nicht ausgenutzte Banklinien verfügt. Zusätzlich bestehen
mit den beteiligten Banken langjährige gute Geschäftsbeziehungen. Das ausgenutzte Factoringvolumen in der Frauenthal-Gruppe
beträgt TEUR 76.605 (VJ: TEUR 79.906), davon sind TEUR 75.172 (VJ: TEUR 77.900) ohne Regress. Die eingerichteten Factoring
Vereinbarungen dienen einer flexiblen Liquiditätssteuerung und unterstützen die Working-Capital-Optimierung.
Die Frauenthal-Gruppe wird einerseits durch Konsortialfinanzierungen mehrerer führender österreichischer Banken auf Ebene der
Division Frauenthal Handel und andererseits durch Finanzierungen von lokalen Banken auf CGU Ebene der Division Frauenthal
Automotive bzw. durch eine führende schwedische Bank auf Ebene CGU Frauenthal Gnotec von MEUR 15,6 (VJ: MEUR 13,8)
finanziert. Der chinesische Standort der CGU Frauenthal Gnotec hat im Berichtsjahr Betriebsmittellinien von MEUR 7,9 (VJ: MEUR 2,0)
von drei lokalen chinesischen Banken erhalten.
Für die Finanzierungen wurden umfangreiche, jedoch übliche Sicherheiten gewährt. Die Sicherungsverträge betreffen die
Vermögenswerte Sachanlagevermögen, Forderungen, Vorräte und Zahlungsmittel und haben eine Laufzeit bis 2028.
Die Planannahmen für die Divisionen Frauenthal Automotive und Frauenthal Handel lassen aus der operativen Geschäftstätigkeit einen
positiven Kapitalfluss erwarten, wobei zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses die weiteren Auswirkungen der multiplen
makroökonomischen Krisen noch nicht final determiniert werden können. Die Liquiditätssituation auf Gruppenebene wird durch die
erwähnten Faktoren zwar belastet und wird zusätzlich saisonal schwanken, es wird kein Liquiditätsengpass erwartet, der die
Fortführung der Gruppe gefährdet. Für akquisitionsgetriebenes Wachstum ist die Eigenkapital- / Liquiditätsausstattung ein limitierender
Faktor und für weiteres Wachstum durch Akquisition sind Kapitalmaßnahmen erforderlich .
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Buchwert
Zahlungs-
Wechselkurs-
Effektiv-
Sonstige
Buchwert
in TEUR
31.12.2022
wirksamer
änderung
verzinsung
IFRS 16
Veränderungen **
31.12.2023
Kapitalfluss
Langfristige Verbindlichkeiten
Finanzverbindlichkeiten
38.387
-1.465
13
177
-5.908
31.205
Leasing
57.601
-154
-2.280
55.167
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Finanzverbindlichkeiten
22.198
-4.523
-143
0
6.586
24.118
Leasing
15.505
-18.504
-37
19.598
16.562
56
Aus der folgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen
Verbindlichkeiten ersichtlich:
Buchwert
Cash Flow 2025
Cash Flow 2026
in TEUR
31.12.2024
Zins
Tilgung
Zins
Tilgung
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten
222.382
4.855
139.302
2.641
17.773
Finanzverbindlichkeiten
66.353
2.855
37.599
1.110
7.766
Leasingverbindlichkeiten
71.572
2.000
17.246
1.532
10.007
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
73.064
0
73.064
0
0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
11.393
0
11.393
0
0
Cash Flow 2027-29
Cash Flow 2030ff.
in TEUR
Zins
Tilgung
Zins
Tilgung
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten
4.187
44.358
1.820
21.267
Finanzverbindlichkeiten
1.383
17.879
475
3.426
Leasingverbindlichkeiten
2.804
26.478
1.345
17.841
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
0
0
0
0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
0
0
0
0
Einbezogen wurden alle Instrumente, die am Stichtag zum 31. Dezember 2024 im Bestand waren und für die bereits Zahlungen
vertraglich vereinbart waren. Budgetzahlen für zukünftige neue Verbindlichkeiten sind nicht einbezogen worden. Die
Fremdwährungsbeträge wurden jeweils mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten sind
immer dem frühesten Zeitraster zugeordnet.
Die Vergleichszahlen für 2023 stellen sich wie folgt dar:
Buchwert
Cash Flow 2024
Cash Flow 2025
in TEUR
31.12.2023
Zins
Tilgung
Zins
Tilgung
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten
226.976
3.862
140.603
2.257
29.125
Finanzverbindlichkeiten
55.324
2.113
24.118
868
18.750
Leasingverbindlichkeiten
71.729
1.749
16.562
1.390
10.375
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
85.018
0
85.018
0
0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
14.905
0
14.905
0
0
Cash Flow 2026-28
Cash Flow 2029ff.
in TEUR
Zins
Tilgung
Zins
Tilgung
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten
1.796
19.063
2.590
38.295
Finanzverbindlichkeiten
464
8.322
71
4.243
Leasingverbindlichkeiten
1.332
10.740
2.519
34.052
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
0
0
0
0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
0
0
0
0
ZINSÄNDERUNGSRISIKO
Das wichtigste Zinsänderungsrisiko des Konzerns geht auf langfristige Kreditaufnahmen mit variablen Zinsen zurück. Die Finanzierung
der Frauenthal-Gruppe wird durch variabel verzinste Konsortialfinanzierungen mehrerer führender österreichischer Banken auf Ebene
der Division Frauenthal Handel und durch variabel und fix verzinste Finanzierungen von lokalen Banken auf CGU Ebene der Division
Frauenthal Automotive bzw. durch eine führende schwedische Bank auf Ebene CGU Frauenthal Gnotec gesichert. Die Kredite sind
ohne Haftung seitens der Frauenthal Holding AG gewährt. Die Kredite sind langfristig mit unterschiedlichen Laufzeiten bis 2029 und
die Verzinsung ist variabel auf EURIBOR- bzw. STIBOR-Basis. Darüber hinaus stehen für einen höheren Working Capital Bedarf
ausreichend Betriebsmittellinien im Konzern zur Verfügung.
57
Zum 31. Dezember 2024 betragen die langfristigen Finanzverbindlichkeiten TEUR 28.754 (VJ: TEUR 31.205) und die kurzfristigen
Finanzverbindlichkeiten TEUR 37.599 (VJ: TEUR 24.118).
Zinsänderungsrisiken für den Konzern sind in der Bilanz- und Finanzierungssituation Ende 2024 von Relevanz, da die Zinsbasis
überwiegend variabel auf EURIBOR-Basis vereinbart wurde. Die Zinsentwicklung und das damit verbundene Risiko werden laufend
überwacht. Mit 31.12.2024 sind keine derivativen Finanzinstrumente vorhanden.
Marktzinssatzänderungen von originären Finanzinstrumenten mit fester Verzinsung wirken sich nur dann auf das Ergebnis aus, wenn
diese zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind. Im Sinne von IFRS 7 unterliegen die oben dargestellten, zu fortgeführten
Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumente mit fester Verzinsung keinen Zinsänderungsrisiken.
Zinsänderungsrisiken aus variabel verzinslichen Finanzinstrumenten werden gemäß IFRS 7 mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt.
Wenn der Marktzinssatz der variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten im Geschäftsjahr 2024 um 100 Basispunkte höher gewesen
wäre, wäre das Ergebnis um etwa TEUR 478 (VJ: TEUR 311) geringer gewesen.
AUSFALLS- UND KREDITRISIKO/ABSICHERUNGEN
Dem Ausfalls- und Kreditrisiko von Forderungen und dem Risiko des Zahlungsverzugs der Vertragspartner wird in beiden Divisionen
durch regelmäßige Kreditprüfungen entsprochen.
Um diesen Risiken entgegenzuwirken, wird aktives Kundenrisikomanagement betrieben. Kundenratings und Kreditlimits werden
laufend beobachtet und angepasst, um Insolvenzrisiken frühzeitig zu erkennen. Unregelmäßigkeiten im Zahlungsverhalten der Kunden
werden konsequent verfolgt. Belieferungslimits, die laufend an das Zahlungsverhalten angepasst werden, reduzieren das
Forderungsausfallrisiko. Zusätzlich wird das Ausfallsrisiko von Zahlungen über Warenkreditversicherungen deutlich gemindert.
In der Division Frauenthal Handel wird durch den Einsatz von Kreditversicherungen das Ausfalls- und Kreditrisiko abgefedert.
Forderungen mit einem erhöhten Ausfallsrisiko werden einzelwertberichtigt. Weiters hat die Division Frauenthal Handel unbefristete
Factoring-Vereinbarungen ohne Regress.
In der Division Frauenthal Automotive werden üblicherweise Ein- oder Mehrjahresverträge abgeschlossen, die die Produkte und
Konditionen definieren, die Liefermengen für den Gesamtzeitraum aber nicht verbindlich festlegen. Der Abschluss bzw. die
Verlängerung von solchen Verträgen hängt von der Wettbewerbsfähigkeit des Zulieferers ab, die primär durch die Preise der
angebotenen Produkte, aber auch durch die Lieferfähigkeit, logistische und qualitative Verlässlichkeit und durch die Fähigkeit zur
Zusammenarbeit mit dem Kunden bei Neuentwicklungen bestimmt wird. Deshalb werden Produktqualität, Liefertreue und
Kundenzufriedenheit laufend beobachtet, um bei auffallenden Zielabweichungen schnell reagieren zu können.
Das Debitorenmanagement wurde deshalb bereits in den Vorjahren verstärkt und zentralisiert. Die Basis hierfür bildet eine detaillierte
Überwachung aller Zahlungsverzögerungen. Der Vorstand wird über wesentliche Veränderungen monatlich informiert, gleichzeitig
werden entsprechende Maßnahmen auf allen beteiligten Ebenen gesetzt, sodass jede Rechnung vom kaufmännischen Außendienst
verfolgt werden kann.
Auch im laufenden Geschäftsjahr werden die Entwicklungen der CDS-Spreads der wichtigsten Kunden monatlich beobachtet. Ein
Credit Default Swap ist ein Finanzprodukt, mit dem Ausfallsrisiken gehandelt werden. Die am Markt gehandelte Prämie (CDS-Spread)
spiegelt die Einschätzung der Bonität wider.
In der Division Frauenthal Automotive wird mit großen internationalen Kunden Factoring betrieben, wobei das Risiko eines
Zahlungsausfalls bei einem Factoring mit Regress bei den Produktionsstandorten liegt. Das Factoring-Volumen der Division Frauenthal
Automotive beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 5.071 (VJ: TEUR 5.255), wobei TEUR 1.433 (VJ: TEUR 2.006) mit und TEUR 3.638
(VJ: TEUR 3.249) ohne Regress vereinbart wurden.
In der Division Frauenthal Handel wird im Geschäftsbereich Haustechnik eine Vielzahl von gewerblichen Kunden, wie
Installationsunternehmen für Sanitär, Heizungs- und Lüftungstechnik, Unternehmen im Anlagenbau sowie Kunden aus dem
Baunebengewerbe bedient. Im Geschäftsbereich Kontinentale sind vorrangig Kunden aus dem Kommunalbereich sowie
Industrieunternehmen tätig. Das Unternehmen steht mit über 5.000 Kunden in Österreich in regelmäßiger Geschäftsverbindung,
wobei es zu, vor allem für die Installationsbranche und für die kleinen Unternehmensgrößen, charakteristischen Zahlungsausfallsrisiken
kommen kann.
Maßgeblich für den Geschäftserfolg sind vorteilhafte Einkaufsbedingungen für das Sortiment, die logistische Leistungsfähigkeit wie
rasche Warenverfügbarkeit und fehlerfreie Belieferung an die Baustelle sowie die Vorfinanzierung durch den Materiallieferanten. Eine
Differenzierung über das Produkt ist mit Ausnahme von Eigenmarken nicht möglich, daher kann der Wettbewerb zwischen den
Großhändlern bei einem aggressiven Kampf um Marktanteile zu einem erheblichen Preisverfall führen.
Folgende Absicherungen sind in der Division Frauenthal Handel zu nennen: Zur frühzeitigen Erkennung, zur Bewertung und zum
richtigen Umgang mit bestehenden Risiken wird eine spezialisierte Steuerungs- und Kontrollsoftware verwendet.
58
Dem Ausfalls- und Kreditrisiko und dem Risiko des Zahlungsverzugs der Kunden wird neben dem Verkauf der Forderungen an eine
Factorbank durch regelmäßige Bonitäts- und Kreditlimitüberprüfungen, durch aktives Kreditmanagement, die interne Vergabe von
Kreditlimits sowie durch Kreditversicherungen von wesentlichen Teilen der Kundenforderungen entsprochen. Nennenswerte Risiken
aus Großprojekten bzw. Klumpenrisiken bestehen aufgrund der großen Anzahl an Kundenbeziehungen nicht. Dieses
Risikomanagementsystem ist integrierter Bestandteil des gesamten Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesses.
Weiters ist Sicherheit der Informationstechnologie in der Frauenthal Handel Gruppe ein wichtiges Thema. Dem wird durch State-of-
the-Art-Technologien, vor allem für Datensicherung und Firewall, einem hochverfügbaren Rechenzentrum in Verbindung mit
redundanten Leitungen und Katastrophenplanung Rechnung getragen.
Das maximale Ausfallsrisiko entspricht dem Buchwert der finanziellen Vermögenswerte.
WÄHRUNGSÄNDERUNGSRISIKO
Die wesentlichen Kunden der Frauenthal-Gruppe sowie die Hauptproduktionsstätten befinden sich im Euroraum. Folglich wird das
Währungsrisiko der Frauenthal-Gruppe aus der laufenden operativen Tätigkeit als gering eingeschätzt.
Die wesentlichsten Risiken betreffen Tätigkeiten und Cashflows in SEK. Die Entwicklung der SEK wird laufend beobachtet. Auf Basis
der Erkenntnisse werden gegebenenfalls Absicherungsgeschäfte getätigt.
Diese Währungsrisiken sind daher ungesichert und unterliegen einer ständigen Beobachtung.
Auf Basis der nachfolgend dargestellten zum Stichtag aushaftenden finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in
Fremdwährung ergeben sich bei Änderung der wesentlichen Fremdwährungen folgende Auswirkungen auf das Ergebnis und
entsprechend auf das Eigenkapital:
TRANSLATIONSRISIKO 2024
Summe in lokaler
Summe
Exposure
mögliche Gewinne
mögliche Verluste
Währung (in
in TEUR
in TEUR
in TEUR*
in TEUR*
Tausend)
Forderungen
0
0
TCZK
-1
0
0
Verbindlichkeiten
32
1
Forderungen
98
94
TUSD
14
2
-1
Verbindlichkeiten
83
80
Forderungen
1.663
206
THKD
206
23
-19
Verbindlichkeiten
0
0
Forderungen
2.236
195
TSEK
-391
36
-43
Verbindlichkeiten
6.719
586
Forderungen
732
732
TEUR
-504
54
-46
Verbindlichkeiten
1.236
1.236
SUMME
-677
114
-110
* Annahme: Kursänderung jeweils um +/- 10 %
Die Beträge in der Währung CNY sind unbedeutend.
59
ZEITWERTE
In der folgenden Tabelle sind die Buchwerte, die Zeitwerte und die Bewertungskategorien der finanziellen Vermögenswerte und
Verbindlichkeiten dargestellt. Der Zeitwert der übrigen originären Finanzinstrumente entspricht aufgrund der täglichen
beziehungsweise kurzfristigen Fälligkeiten im Wesentlichen dem Buchwert.
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Bewertungs-
in TEUR
kategorie
Beizulegender
Beizulegender
nach
Zeitwert
Buchwert
Zeitwert
Buchwert
IFRS 9 **
31.12.2024
31.12.2024
31.12.2023
31.12.2023
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte
2.220
2.220
2.113
2.113
davon Wertpapiere
FVTPL
2.220
2.220
2.113
2.113
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
AC
22.477
29.986
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
AC
0
0
Termingeldeinlage
AC
0
9.000
Sonstige finanzielle Forderungen
AC
14.811
10.238
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
AC
48.401
39.843
Beteiligung an anderen Unternehmen
FVTPL
40
40
40
40
davon aggregiert nach Bewertungskategorie IFRS 9
At Amortised Cost
AC
85.689
89.067
Fair value through Profit and Loss
FVTPL
2.260
2.260
2.153
2.153
*
*
*
*
*
*
*
*
*
*
*
*
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Bewertungs-
in TEUR
kategorie
Beizulegender
Beizulegender
nach
Zeitwert
Buchwert
Zeitwert
Buchwert
IFRS 9 **
31.12.2024
31.12.2024
31.12.2023
31.12.2023
Langfristige Verbindlichkeiten
Finanzverbindlichkeiten
AC
28.754
1)
28.754
31.205
1)
31.205
Leasingverbindlichkeiten
AC
***
54.327
***
55.167
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Finanzverbindlichkeiten
AC
37.599
1)
37.599
24.118
1)
24.118
Leasingverbindlichkeiten
AC
***
17.245
***
16.562
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
AC
73.064
85.018
Leistungen
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
AC
0
1
Unternehmen
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
AC
11.393
14.905
davon aggregiert nach
Bewertungskategorien IFRS 9
At Amortised Cost
AC
0
222.382
0
226.976
*
*
*
*
*
*
1)
Die Finanzverbindlichkeiten sind sowohl variabel als auch fix verzinst. Die Bonität des Unternehmens ist in diesen Konditionen berücksichtigt
und daher stellt der Buchwert unter den aktuellen Marktgegebenheiten wie bei den übrigen finanziellen Vermögenswerten und
Verbindlichkeiten einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dieser Finanzinstrumente dar.
* Der Buchwert stellt gemäß IFRS 7.29 einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar.
** AC (At Amortised Cost): Fortgeführte Anschaffungskosten
FVTPL (Fair Value Through Profit and Loss): Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
*** Gemäß IFRS 7.29 d) ist der Fair Value von Leasingverbindlichkeiten nicht anzugeben.
60
Die folgenden Finanzinstrumente wurden zum beizulegenden Zeitwert bewertet, sie können folgenden Zeitwerthierarchien
zugeordnet werden:
ZEITWERTHIERARCHIE
Bewertungs-
kategorie
Beizulegender
Beizulegender
in TEUR
nach
Zeitwert
Buchwert
Zeitwert
Buchwert
IFRS 9 **
31.12.2024
31.12.2024
31.12.2023
31.12.2023
1. Stufe
Wertpapiere
FVTPL
2.220
2.220
2.113
2.113
Beteiligungen
FVTPL
40
40
40
40
**
FVTPL (Fair Value Through Profit and Loss): Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
Bewertungs-
in TEUR
kategorie nach
Nettoergebnisse 2023
Nettoergebnisse 2024
IFRS 9
At Amortised Cost Aktiva
AC
-812
2.786
- Wertberichtigungen
-1.042
1.436
- Kursverluste und -gewinne
-314
55
- Finanzerträge
544
1.295
At Amortised Cost Passiva
AC
-12.022
-12.585
- Zinsaufwendungen
-12.022
-12.585
at fair value through profit or loss
FVTPL
85
107
- Veränderung aus Wertpapieren
85
107
(45) SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
In der Frauenthal-Gruppe werden die Divisionen Frauenthal Automotive und Frauenthal Handel als operative Segmente geführt und
über das EBIT gesteuert. Die Klassifizierung in die einzelnen Segmente erfolgt aufgrund des internen Reportings und der Unterschiede
zwischen den produzierten und vertriebenen Produkten und Dienstleistungen.
Frauenthal Handel vertreibt die führenden Sanitär-, Heizungs-, Installationstechnik- und Elektromaterialmarken sowie die Eigenmarken
ALVA und die Exklusivmarke PASSION.
Die Division Frauenthal Automotive ist als Zulieferer für Hersteller von Nutzfahrzeugen und PKW tätig. Das Produktionsprogramm
umfasst die Herstellung von Press- und Schweißkomponenten und Druckluftbehältern für Bremssysteme. Die Produktionsstandorte
befinden sich in Deutschland, Tschechien, Slowakei, Schweden, China und den USA. Die Division Frauenthal Automotive erzielt im
Geschäftsjahr 2024 mit zwei Kunden Umsatzerlöse über 10% des Gesamtumsatzes.
Die Intrasegmentumsätze umfassen im Wesentlichen Managementleistungen und Kostenumlagen der Holdinggesellschaften, die nach
festen Stundensätzen bzw. nach der Kostenaufschlagsmethode bewertet werden.
Die detaillierten Angaben zur Segmentberichterstattung sind in einer gesonderten Übersichtstabelle ersichtlich. In der Tabelle Umsatz
in Regionen nach Endkunden erfolgte die Zuweisung der Umsätze nach dem Sitz des Kunden. Die dort angegebenen Umsätze
entsprechen den Angaben des IFRS 8.33.
(46) ZIELE DES EIGENKAPITALMANAGEMENTS
Ziele des Eigenkapitalmanagements des Konzerns sind die Sicherstellung der Unternehmensfortführung sowie die Erhaltung einer
adäquaten Eigenkapitalquote von über 30 % im IFRS-Konzernabschluss. Zum Bilanzstichtag konnte ein Eigenkapital von TEUR 164.451
(VJ: TEUR 192.042) ausgewiesen werden. Die Eigenkapitalquote sinkt im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 %-Punkte von 38,1 % auf
35,0 %.
Frauenthal ist ein auf Wachstum ausgerichtetes Unternehmen, was sich in der Unternehmensstrategie widerspiegelt. Bei der
Gestaltung der Dividendenpolitik steht die finanzielle Vorsorge für die Finanzierung der Wachstumsstrategie im Vordergrund.
Das Net Gearing bei dem das Konzerneigenkapital in Verhältnis zum Risiko (der Verschuldung) gesetzt wird ist 2024 von 40,7 %
auf 54,4 % gestiegen, da die Finanzverbindlichkeiten gestiegen sind und sich das Eigenkapital verringert hat. Die Nettoverschuldung
erhöht sich somit von TEUR 78.204 auf TEUR 89.518. Die Nettoverschuldung setzt sich aus lang- und kurzfristigen
Finanzverbindlichkeiten auf der Passivseite sowie Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten auf der Aktivseite zusammen.
Die verzinslichen Nettoschulden sind, die um verzinsliche Aktiva saldierten, verzinslichen Schulden. Das Eigenkapital ist das bilanzielle
Eigenkapital.
61
in TEUR
2020
2021
2022
2023
2024
Finanzverbindlichkeiten
80.077
70.986
60.585
55.324
66.353
Leasingverbindlichkeiten
42.050
67.854
73.105
71.729
71.572
Termingeldeinlagen
0
0
0
-9.000
0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
-54.027
-48.492
-44.572
-39.843
-48.401
Gewährte Darlehen
-500
-5
-5
-5
-5
Verschuldung
67.600
90.343
89.114
78.204
89.518
Gearing Ratio in %
59,1 %
70,2 %
49,3 %
40,7 %
54,4 %
Verschuldung ohne Leasingverbindlichkeiten
25.550
22.489
16.008
6.475
17.946
Gearing Ratio in % ohne Leasingverbindlichkeiten
22,3 %
17,5 %
8,8 %
3,4 %
10,9 %
(47) ANGABEN ÜBER DIE MITGLIEDER DER UNTERNEHMENSORGANE
Der Aufsichtsrat der Frauenthal Holding AG besteht aktuell aus vier (VJ: vier) von der Hauptversammlung gewählten Mitgliedern und
zwei (VJ: zwei) vom Konzernbetriebsrat entsandten Mitgliedern. Im Geschäftsjahr 2024 bestand der Aufsichtsrat, gewählt von der
Hauptversammlung, aus den folgenden Mitgliedern:
Dipl.-Bw Claudia Beermann
Vorsitzende seit 11. Juni 2021
Mitglied seit 19. Juni 2019
Dr. Andreas Staribacher
Stellvertreter der Vorsitzenden seit 11. Juni 2021
Mitglied seit 5. Juni 2018
Dr. Johannes Strohmayer
Mitglied seit 2. Juni 2010
Dr. Christian Tassul
Mitglied seit 11. Juni 2021
Im Geschäftsjahr 2024 hat der Konzernbetriebsrat Thomas Zwettler und Johann Parcer als Mitglieder in den Aufsichtsrat entsandt:
Thomas Zwettler
Mitglied seit 1. Jänner 2015
Johann Parcer
Mitglied seit 30. November 2022
Die Bezüge für die Mitglieder des Aufsichtsrates betrugen für das Berichtsjahr TEUR 137 (VJ: TEUR 129).
Die Vorstände der Frauenthal Holding AG sind:
Dr. Hannes Winkler
Vorsitzender seit 1. Jänner 2018
Mag. Erika Hochrieser
Mitglied seit 5. Juni 2018
Im Geschäftsjahr 2024 betragen die Bruttobezüge inklusive Pensionskassenzahlungen und Versicherungsbeiträge für die
Vorstandsmitglieder der Frauenthal Holding AG TEUR 1.209, davon fixe Vergütung TEUR 953, davon variable Vergütung TEUR 210,
davon Pensionskassenzahlungen TEUR 42 und davon Versicherungsbeiträge TEUR 4 (VJ: Insgesamt TEUR 1.680, davon fixe Vergütung
TEUR 1.318, davon variable Vergütung TEUR 285, davon Pensionskassenzahlungen TEUR 71 und davon Versicherungsbeiträge
TEUR 6). In den fixen Vergütungen sind TEUR 483 (VJ: TEUR 403) für die Verrechnung des Vorstandsvorsitzenden aus einem
Dienstleistungsvertrag mit der Ventana Holding GmbH enthalten.
Für die Vorstandsmitglieder der Frauenthal Holding AG betrugen die Zahlungen in die Mitarbeitervorsorgekasse im Geschäftsjahr 2024
TEUR 10 (VJ: TEUR 21). Die Auszahlung der Altersversorgung ist an keine Leistungskriterien gebunden. Bei Beendigung der Funktion
haben die Vorstandsmitglieder keine vertraglichen Abfertigungsansprüche.
Die Vorstandsvergütung besteht aus einem fixen Basisgehalt sowie aus einem variablen erfolgsabhängigen Bestandteil von TEUR 0 bis
zu maximal TEUR 210 brutto jährlich, welcher sich nach der persönlichen Leistung jedes Vorstandsmitglieds richtet, sofern ein
erfolgsabhängiger Bestandteil vereinbart wurde. Dieser variable Anteil setzt sich aus qualitativen und quantitativen Zielvereinbarungen
zusammen. Die quantitativen Ziele umfassen Kriterien der Budgeterreichung und der Liquidität. Die qualitativen Ziele sind für einzelne
Geschäftsbereiche, für das Gesamtunternehmen sowie Führungs- und Personalentwicklung vereinbart.
Die Frauenthal Holding AG hat für Vorstände, Geschäftsführer und Aufsichtsräte im Konzern eine „Directors and Officers(D&O)-
Versicherung abgeschlossen. Die Kosten dafür belaufen sich im Geschäftsjahr 2024 auf TEUR 71 (VJ: TEUR 71).
62
(48) ANGABEN ÜBER GESCHÄFTSFÄLLE MIT NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN ODER PERSONEN
Über die Tridelta HEAL Beteiligungsgesellschaft S.A., die FT Holding GmbH und die Tridelta GmbH, welche wiederum gemeinsam
73,08 % des Grundkapitals und 81,21 % der Stimmrechte der Frauenthal Holding AG halten, kontrolliert Dr. Hannes Winkler zum
31. Dezember 2024 indirekt die Frauenthal Holding AG. Weitere 0,21 % des Grundkapitals und 0,23 % der Stimmrechte werden
direkt von der Ventana Holding GmbH gehalten, die unmittelbar durch Dr. Hannes Winkler kontrolliert wird. 16,71 % der Aktien
befinden sich im Streubesitz. Die Frauenthal Holding AG hält seit dem Aktienrückkaufprogramm, das im Juni 2024 abgeschlossen
wurde, selbst 10 % der Aktien. Das Stimmrecht aus diesen eigenen Aktien ruht in der Hauptversammlung, weshalb es bei den anderen
Aktionären zu Abweichungen zwischen dem Stimmrechtsanteil und dem Anteil am Grundkapital kommt. Der Konzernabschluss der
Frauenthal Holding AG, Wien, wird durch Beherrschung auf Basis eines Stimmbindungsvertrags in den Konzernabschluss der Ventana
Holding GmbH , Wien, die den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen erstellt, zum 31.12.2024 miteinbezogen.
Weiterführende Informationen zur Beteiligungsstruktur sind auf der Frauenthal Website unter Investor Relations abrufbar.
Zwischen Unternehmen der Frauenthal-Gruppe und nahestehenden Unternehmen sowie Personen bestehen Geschäftsbeziehungen
im Miet- und Dienstleistungsbereich, deren Gesamtvolumen im Geschäftsjahr 2024 TEUR 5.742 (VJ: TEUR 5.595) betrug. Die Höhe
der offenen Verbindlichkeiten zum 31.12.2024 beträgt TEUR 1 (VJ: TEUR 0). Weiters wurden Rückstellungen iHv TEUR 6 gebildet
(VJ: TEUR 0).
Gesellschaften der Validus-Gruppe verrechneten Nettomieten in Höhe von TEUR 5.053 (VJ: TEUR 4.941) für Büro-, Gewerbe- und
Lagerflächen der SHT Haustechnik GmbH sowie für den Standort am Rooseveltplatz 10, 1090 Wien, wo sämtliche Konzernbereiche
der Frauenthal Holding AG eingemietet sind. Die Erhöhung im Vergleich zum Vorjahr ist auf Indexierungen zurückzuführen. Zusätzlich
zu den Nettomieten werden die Betriebskosten weiterbelastet. Die Miethöhe orientiert sich überall an marktüblichen Preisen und
wurde zu Beginn einem Fremdvergleich unterzogen, der durch externe Gutachten bestätigt ist. Die Validus Immobilienholding GmbH
samt den ihr zuzurechnenden Tochtergesellschaften steht Dr. Hannes Winkler nahe.
Die Vergütung für den Vorstandsvorsitzenden Dr. Hannes Winkler wurde in Höhe von TEUR 522 (VJ: TEUR 483) von Ventana Holding
GmbH an Frauenthal Holding AG verrechnet. Es handelt sich um eine fixe Vergütung, Dr. Winkler hat keinen variablen
Remunerationbestandteil im Gegensatz zu dem anderen Vorstandsmitglied.
Des Weiteren wurden im Jahr 2024 Reisespesen in Höhe von TEUR 82 (VJ: TEUR 91) von der Ventana Gruppe an Unternehmen der
Frauenthal-Gruppe verrechnet. Im Gegenzug verrechneten Unternehmen der Frauenthal-Gruppe für EDV-Dienstleistungen und
Sonstiges TEUR 33 (VJ: TEUR 9).
Die Frauenthal Holding AG hat im Zuge des öffentlichen (Teil-)Angebots gemäß §§ 4 ff ÜbG von der Tridelta GmbH 681.814 Stück
von der Austrian Equities AG 48.700 Stück und von Erika Hochrieser 9.279 Stück eigene Aktien zum Preis von EUR 23,80 je Stück
erworben.
Es wurden im Geschäftsjahr 2024 Beratungsleistungen durch Frieders, Tassul & Partner iHv TEUR 78 (VJ: TEUR 78) in Anspruch
genommen. Weiters wurden im Geschäftsjahr 2024 Leistungen durch die MOORE CENTURION Wirtschaftsprüfungs- und
Steuerberatungs GmbH iHv 7 TEUR (VJ: TEUR 2) in Anspruch genommen.
Die oben angeführten Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen sind zu fremdüblichen Konditionen getätigt
worden.
(49) ANGABEN ÜBER EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG
Zwischen dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 und der Freigabe dieses Berichts zur Veröffentlichung am 29. April 2025 gab es
keine wesentlichen angabepflichtigen Ereignisse.
Der Vorstand der Frauenthal Holding AG hat den Konzernabschluss am 29. April 2025 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben.
Wien, 29. April 2025
Frauenthal Holding AG
Dr. Hannes Winkler Mag. Erika Hochrieser
Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied
63
Abkürzungsverzeichnis
AC
At Amortised Cost
Fortgeführte Anschaffungskosten
AktG
Aktiengesetz
BEV
Battery Electric Vehicles
BMVG
Betriebliches Mitarbeitervorsorgegesetz
CDS
Credit Default Swap
CEE-Länder
Mittel- und osteuropäische Länder
CGU
Cash Generating Unit
CNY
Chinesischer Yuan
ct/kWh
Cents pro Kilowattstunde
CZK
Tschechische Krone
D&O
Directors and Officers
DCF-Verfahren
Discounted Cash Flow-Methode
DSGVO
Datenschutzgrundverordnung
EBIT
Earnings Before Interest and Taxes
Betriebsergebnis, operatives Ergebnis vor Hinzurechnung von Finanzergebnis und Steuern
EBITDA
Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortisation
Betriebsergebnis vor Abschreibungen = Brutto Cash Flow
EDV
Elektronische Datenverarbeitung
EEG
Erneuerbare-Energien-Gesetz
ERP
Enterprise Resource Planning
EU
Europäische Union
EUR
Euro
EU-VO
Europäische Union Verordnung
FIFO
First-in-First-out
64
FLAC
Financial Liabilities measured at Amortised Costs
FN
Firmenbuchnummer
FVTPL
Fair Value Through Profit and Loss
Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet
GuV
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
HKD
Hong-Kong Dollar
IAS
International Accounting Standards
IASB
International Accounting Standards Board
IFRS
International Financial Reporting Standards
iHv
in Höhe von
IKS
internes Kontrollsystem
iSd
im Sinne des
LKW
Lastkraftwagen
MEUR
Million(en) Euro
MSEK
Million(en) schwedische Kronen
NFZ
Nutzfahrzeug
OEM
Original Equipment Manufacturer
OTIF
on-time in-full
p.a.
per anno
PKW
Personenkraftwagen
RMS
Risikomanagementsystem
SC
South Carolina
SEK
Schwedische Krone
TCZK
Tausend Tschechische Krone
TEUR
Tausend Euro
TSEK
Tausend Schwedische Krone
TUSD
Tausend United States Dollar
65
UGB
Unternehmensgesetzbuch
USD
United States Dollar
VJ
Vorjahr
WACC
Weighted Average Cost of Capital
Durchschnittliche Kapitalkosten, die das Unternehmen für sein Fremd- und Eigenkapital auf den
Finanzmärkten zahlen muss
66
ERKLÄRUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER
Der Vorstand erklärt, dass der nach den International Financial Reporting Standards (IFRS)
erstellte Konzernabschluss des Frauenthal-Konzerns nach bestem Wissen einglichst
getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesamtheit der in die
Konsolidierung einbezogenen Unternehmen vermittelt. Ebenso vermittelt der Lagebericht
ein glichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Frauenthal-Konzerns
und gibt Auskunft über den Geschäftsverlauf und die Auswirkung bestehender bzw.
künftiger Risiken auf die Geschäftstätigkeit des Frauenthal- Konzerns.
Wien, 29. April 2025
Frauenthal Holding AG
Dr. Hannes Winkler Mag. Erika Hochrieser
Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied
67
Bestätigungsvermerk
Bericht zum Konzernabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Konzernabschluss der
Frauenthal Holding AG,
Wien,
und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2024, der
Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Kapitalfluss-
rechnung und der Entwicklung des Eigenkapitals für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem
Konzernanhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt
ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2024 sowie der
Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in
Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind (IFRS)
und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-
VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese
Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten
nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die
Prüfung des Konzernabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom
Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen
Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen
erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die bis zum Datum dieses Bestätigungsvermerks von uns erlangten
Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum
zu dienen.
Sonstiger Sachverhalt
Der Konzernabschluss der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 wurde von einem anderen Abschlussprüfer
geprüft, der am 25. April 2024 ein nicht modifiziertes Prüfungsurteil erteilt hat.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen
am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte
wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres
Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
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Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:
Werthaltigkeit der Firmenwerte und Markenrechte mit unbestimmter Nutzungsdauer der zahlungsmittel-
generierenden Einheit (CGU) Frauenthal Handel sowie Werthaltigkeit der Buchwerte der
zahlungsmittelgenerierenden Einheiten
Im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024 der Frauenthal Holding AG werden unter dem Bilanzposten
immaterielle Vermögenswerte unter anderem Firmenwerte mit einem Buchwert von TEUR 6.507 und Markenrechte
mit unbestimmter Nutzungsdauer in Höhe von TEUR 5.950, die beide der CGU Frauenthal Handel zuzurechnen
sind, ausgewiesen. Gemäß IAS 36 hat der Vorstand für diese Vermögenswerte mindestens einmal im Jahr oder
anlassbezogen im Rahmen von Werthaltigkeitstests zu beurteilen, ob Wertminderungen vorliegen.
Darüber hinaus werden im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024 sonstige immaterielle Vermögenswerte,
Nutzungsrechte Leasing und Sachanlagen in Höhe von TEUR 171.992 ausgewiesen. Der Vorstand hat gemäß IAS
36 die Werthaltigkeit dieser Vermögenswerte anlassfallbezogen zu prüfen.
Der Werthaltigkeitstest für die Firmenwerte und Markenrechte mit unbestimmter Nutzungsdauer wird auf Ebene
des operativen Segments Frauenthal Handel als zahlungsmittelgenerierende Einheit durchgeführt.
Eine Wertminderung wird erfasst, wenn die Buchwerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten die
entsprechenden erzielbaren Beträge übersteigen. Der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit
ist der höhere der beiden Beträge aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten.
Der Konzern ermittelt den Nutzungswert mittels eines Discounted-Cash-Flow-Verfahrens (DCF-Methode). Neben
Prognosen der zukünftigen Zahlungsströme („Free Cash Flows“) ist insbesondere auch der Diskontierungszinssatz
(WACC) als stark ermessensbehaftet einzustufen. Die Diskontierung erfolgt mittels der gewichteten
durchschnittlichen Kapitalkosten der genannten CGUs.
Da sich bereits geringfügige Änderungen im Diskontierungszinssatz bzw. der zukünftigen Zahlungsmittelzuflüsse
wesentlich auf den erzielbaren Betrag auswirken können, bestehen im Hinblick auf die Ermittlung der
Nutzungswerte und somit die Werthaltigkeit der getesteten Vermögenswerte erhebliche Schätzungsunsicherheiten.
Für den Konzernabschluss besteht das Risiko, dass eine erforderliche Wertminderung der betroffenen
Vermögenswerte nicht angemessen ermittelt oder nicht identifiziert wird.
Im Geschäftsjahr 2024 hat der Konzern bei den Firmenwerten eine Wertminderung in Höhe von TEUR 1.800 und
eine außerplanmäßige Abschreibung auf Sachanlagen der CGU Gnotec in Höhe von TEUR 5.098 verbucht.
Die Angaben zu den durchgeführten Werthaltigkeitstests finden sich im Abschnitt 8. des Konzernanhangs.
Prüferisches Vorgehen
Für die Prüfung der Werthaltigkeit haben wir uns ein Verständnis über die Zusammensetzung und Abgrenzung der
zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (CGUs), denen die Firmenwerte, die Markenrechte mit unbestimmter
Nutzungsdauer und die übrigen zu beurteilenden langfristigen Vermögenswerte zuzuordnen sind, verschafft und
die vom Vorstand beobachteten Anhaltspunkte möglicher Wertminderungserfordernisse nachvollzogen.
Die bei der Ermittlung der Nutzungswerte verwendeten Bewertungsmodelle haben wir auf rechnerische Richtigkeit
und auf Übereinstimmung mit den Bewertungsgrundsätzen der einschlägigen Regelungen der IFRS geprüft.
Weiters haben wir uns mit den wesentlichen Parametern (Diskontierungszinssätze und künftige Zahlungsströme)
auseinandergesetzt. Dazu haben wir interne Bewertungsspezialisten beigezogen.
In Bezug auf die erwarteten Zahlungsströme haben wir uns ein Verständnis über den Planungsprozess verschafft
und uns vergewissert, dass die den Wertminderungstests zugrunde gelegten Zahlungsströme auf dem vom
Vorstand freigegebenen und vom Aufsichtsrat gebilligten Budgets für 2025 bzw den zur Kenntnis genommenen
Planungen für die Folgejahre basieren. Anhand von Vorjahresvergleichen, Marktdaten und unter Berücksichtigung
der in der Automotive Sparte bestehenden Rahmenverträge haben wir die Plausibilität der erwarteten Umsätze und
Wachstumsraten beurteilt.
69
Die Angemessenheit der Höhe der Diskontierungszinssätze wurde durch die eigenständige Ableitung der für die
Bestimmung der Diskontierungszinssätze maßgeblichen Parameter, einschließlich der durchschnittlichen
Kapitalkosten („weighted average cost of capital“) auf Basis der von Frauenthal verwendeten Peer Group, beurteilt.
Schließlich haben wir beurteilt, ob die Anhangangaben zur Werthaltigkeit der Firmenwerte, Markenrechte mit
unbestimmter Nutzungsdauer sowie sonstiger langfristiger Vermögenswerte im Anwendungsbereich von IAS 36
vollständig und sachgerecht sind.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen
beinhalten alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht
und den Bestätigungsvermerk.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir geben
dazu keine Art der Zusicherung.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen
Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum
Konzernabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig
falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche
Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir
haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser
in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des
§ 245a UGB, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner
sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die
Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund
von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des
Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte in Zusammenhang mit der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben sowie dafür, dem
Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die
gesetzlichen Vertreter beabsichtigen entweder, den Konzern zu liquidieren oder Unternehmenstätigkeiten
einzustellen bzw. haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von
wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen
Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen
Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte
Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche
Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen,
wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage
dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
70
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten
Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen
Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf
diese Risiken durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als
Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende
wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern
resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte
Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen
beinhalten können.
Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem,
um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch
nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns
abzugeben.
Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten
Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern
dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängenden Angaben.
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen
Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche
Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel
an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir
die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in
unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu
machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir
ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres
Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten
können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge
haben.
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses
einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle
und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten
oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss
abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der
Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die
geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen,
einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer
Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen
Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben und tauschen uns mit ihm über alle
Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden
kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende
Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht
haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des
Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir
beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere
Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in
äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt
werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung
deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
71
Bericht zum Konzernlagebericht
Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen,
ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen
aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit
den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts
durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt
worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB) und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen
Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht
nicht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 17. Juni 2024 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 16.
September 2024 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit 16. September 2024 Abschlussprüfer.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht
an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs 1 der EU-VO) erbracht haben und
dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft
gewahrt haben.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr MMag Christoph Zimmel.
Wien,
Grant Thornton Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
qualifiziert elektronisch signiert
MMag Christoph ZIMMEL eh
Wirtschaftsprüfer und Steuerberater
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung
erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt
Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.
72
LAGEBERICHT
FRAUENTHAL HOLDING AG 2024
JAHRESABSCHLUSS
A. EINLEITUNG
(1) DIE FRAUENTHAL HOLDING AG IM ÜBERBLICK
Die Frauenthal Holding AG ist im Firmenbuchgericht Wien unter FN 83990 s registriert. Die Geschäftsanschrift lautet:
Frauenthal Holding AG, Rooseveltplatz 10, 1090 Wien, Österreich.
Die Frauenthal Holding AG ist die Muttergesellschaft von 22 Gesellschaften (2023: 22 Gesellschaften), welche unter
der einheitlichen Leitung dieser stehen. Als Holdinggesellschaft der Frauenthal-Gruppe, ein österreichischer
börsennotierter Mischkonzern, umfasst die Frauenthal Holding AG zwei Unternehmensbereiche. Die Geschäftstätigkeit
ihrer Konzerngesellschaften beinhaltet zum einen die Division Frauenthal Handel, zum anderen die Division Frauenthal
Automotive. Diese Divisionen werden im Lagebericht beschrieben.
(2) WIRTSCHAFTLICHES UMFELD
Im Geschäftsjahr 2024 sind beide Divisionen mit einem äußerst herausfordernden Geschäftsumfeld und einer
angespannten Marktsituation konfrontiert.
Die Division Frauenthal Handel bietet ein breites Portfolio an Produkten und Lösungen für ihre Kunden im Sanitär-,
Heizungs- und Elektrogroßhandel an und ist maßgebend mit der österreichischen Bauwirtschaft verbunden. Stark
steigende Baustoffpreise, Personalmangel sowie die hohe Inflation wirken sich negativ auf das Baugewerbe und somit
auf die Bauproduktion (-4,4 %
1
gegenüber 2023) aus. Dieser Trend ist besonders im Bereich Neubau zu spüren, wo
die Baugenehmigungen deutlich zurückgegangen sind. Bei Renovierungen und im Bereich der energetischen Sanierung
zeigt sich hingegen eine stabilere Entwicklung. Die CO-reduzierenden und energiekostensenkenden Sanierungen
sowie Investitionen in Wärmepumpen und Photovoltaik-Anlagen befinden sich weiterhin auf einem stabilen Niveau,
wenn auch die Dynamik im Vergleich zu den Vorjahren nachgelassen hat.
Die umfangreichen Förderaktionen, insbesondere das Programm „Raus aus Öl und Gas", stellen wichtige
Konjunkturmaßnahmen dar, die aber Ende des Jahres 2024 überraschend eingestellt werden. Die bereits genehmigten,
aber noch nicht abgerufenen Förderungen werden voraussichtlich bis zum 3. Quartal 2025 die Nachfrage in der Division
Frauenthal Handel stützen. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Österreich zeigt sich herausfordernd, mit einem
prognostizierten BIP-Rückgang von -0,9 % für 2024 laut OeNB Report 2024/22.
Der europäische Automobilmarkt gerät im Jahr 2024 in eine anhaltende Krise dies resultiert vor allem aus den
Unsicherheiten und der damit verbundenen niedrigen Nachfrage im Bereich der Elektromobilität. Das Geschäftsjahr ist
geprägt von einem weiterhin hohen Zinsniveau, Zollbarrieren sowie einer starken Konkurrenz, insbesondere aus Fernost,
wobei vor allem chinesische Anbieter im chinesischen Markt deutlich an Marktanteilen gegenüber Europäischen
Herstellern gewinnen. Infolgedessen bleibt das Produktionsvolumen der europäischen Hersteller deutlich hinter den
ursprünglichen Prognosen zurück. Die Zulassungen auf dem europäischen PKW-Markt
2
stagnieren weitestgehend und
verzeichnen lediglich ein Wachstum von 0,8 % im Vergleich zu 2023. In wichtigen Märkten wie z. B. Deutschland und
Italien gehen die Zulassungen um rund -7 % bzw. -5 % zurück.
1
98
th
Euroconstruct Country Report, Winter 2024
2
PKW-Markt siehe https://www.acea.auto/pc-registrations/new-car-registrations-0-8-in-2024-battery-electric-13-6-
market-share/
74
Der Anteil der batteriebetriebenen Fahrzeuge (BEVs) bleibt mit 13,6 % stabil (12,6 % im Jahr 2023), doch gegen Jah-
resende 2024 geht der Markt für BEVs deutlich zurück im Monat Dezember in Deutschland um -38,6 % und in
Frankreich um
-20,7 % im Vergleich zum Dezember des Vorjahres. Im Nutzfahrzeugmarkt
3
sinken die Neuregistrierungen von LKWs,
dem wichtigsten Nutzfahrzeugsegment für die Division Frauenthal Automotive, im Vergleich zu 2023 um -6,3 %. In
Deutschland, dem größten Markt für schwere Nutzfahrzeuge, geht der Markt um -6,9 % zurück, während Frankreich
einen Rückgang von
-2,9 % verzeichnet. Das Segment der mittelschweren Nutzfahrzeuge wächst hingegen um 8,3 % im Vergleich zum
Vorjahr. Nachdem der LKW-Markt im Jahr 2023 den höchsten Stand seit 15 Jahren erreicht hat,
4
ist das Jahr 2024 von
einem
allgemeinen Rückgang der Nachfrage geprägt. Ebenso ist für die erste Hälfte des Jahres 2025 derzeit keine Erholung
der Nachfrage in Sicht.
Im europäischen PKW-Markt beginnt die Nachfrage erstmals nach 16 aufeinanderfolgenden Wachstumsmonaten im
Dezember 2023 zu schrumpfen, und dieser Trend setzt sich auch im Jahr 2024 fort: Im Jahr 2024 gibt es einen nur
leichten Anstieg der PKW-Neuzulassungen um 0,8 %. Das Gesamtjahresvolumen 2024 erreicht 10,6 Millionen Fahr-
zeuge. Spanien zeigt sich mit einer soliden Wachstumsrate von 7,1 % weiterhin widerstandsfähig. Rückgänge werden
dagegen in Frankreich
(-3,2 %), Deutschland (-1 %) und Italien (-0,5 %)
5
beobachtet.
Zusammengefasst ist das Jahr 2024 für die Division Frauenthal Automotive eine Herausforderung, die im Wesentlichen
durch die anhaltende Krise in der Automobilindustrie geprägt ist.
(3) DIVISION FRAUENTHAL AUTOMOTIVE: UMSATZ UND ERGEBNIS AUFGRUND DER KRISE IN DER
AUTOMOBILINDUSTRIE UNTER VORJAHRESNIVEAU
Das Geschäftsjahr 2024 ist von inflationsbedingten Kostensteigerungen sowie einer sinkenden Nachfrage auf
Kundenseite geprägt. Die hohe Kostenbasis in Kombination mit geringen Abrufen seitens der Kunden kann teilweise
durch ein striktes Kostenmanagement sowie Effizienzsteigerungen in der Produktion abgefedert werden. Zusätzlich
liegt der Fokus auf der Bündelung der Einkaufsaktivitäten und intensiven Verhandlungen mit den Kunden, mit dem Ziel,
die inflationsbedingten Kostensteigerungen sowie die teilweise niedrigen Volumina auszugleichen.
Die Umsatzerlöse sinken im Jahr 2024 aufgrund des weiterhin angespannten Marktumfelds im Vergleich zu 2023 um
rund
-12 %. Die niedrigen Umsätze, kombiniert mit steigenden Kosten, führen zu einem Rückgang des Ergebnisses um -17
%.
Positiv hervorzuheben ist, dass das Jahr 2024 in Bezug auf die Akquisition neuer Kunden erfolgreich verlief. Die
Produktion neuer Teile wurde sowohl mit bestehenden als auch mit neuen Kunden in Mehrjahresverträgen vereinbart.
Der Produktionsstart dieser neuen Verträge ist für die Jahre 2026/2027 geplant.
(4) DIVISION FRAUENTHAL HANDEL DIFFERENZIERTE MARKTENTWICKLUNG PRÄGT DAS GESCHÄFTSJAHR
Die Geschäftsentwicklung der Division Frauenthal Handel wird maßgeblich von der ckläufigen Baukonjunktur in
Österreich beeinflusst. Die steigenden Energiekosten und das nachhaltige Bewusstsein zum Klimaschutz führen zwar
weiterhin zu Investitionen in erneuerbare Energieanlagen, jedoch hat sich die Dynamik aufgrund der gestiegenen
Finanzierungskosten und der unsicheren Fördersituation merklich abgeschwächt.
Für 2024 zeichnet sich eine differenzierte Entwicklung ab: Der Neubausektor steht aufgrund der schwierigen
Finanzierungsbedingungen und hohen Baukosten weiter unter erheblichem Druck, mit einem deutlichen Rückgang der
Baugenehmigungen. Der Renovierungssektor zeigt sich hingegen widerstandsfähiger. Die für 2025 erwartete
3
Nutzfahrzeugmarkt siehe https://www.acea.auto/cv-registrations/new-commercial-vehicle-registrations-vans-8-3-
trucks-6-3-buses-9-2-in-2024/
4
LKW-Markt siehe https://think.ing.com/articles/european-truck-market-slows-while-electric-journey-accelerates/
5
PKW-Markt siehe https://www.acea.auto/files/Press_release_car_registrations_December_2024.pdf
75
Zinswende und das Auslaufen der Verordnung für nachhaltige Vergabestandards bei der Finanzierung von
Wohnimmobilien (KIM-VO) könnten zu einer Belebung der Immobilientransaktionen führen und positive Impulse für
das Renovierungsgeschäft setzen.
Nach einem außergewöhnlichen starken Jahr 2023 mit einem EBITDA von MEUR 47,0 wird für 2024 aufgrund des
herausfordernden Marktumfelds, insbesondere durch die deutliche Abschwächung im Neubausegment, ein EBITDA von
MEUR 35,0 erwirtschaftet. Dieser Rückgang spiegelt die strukturellen Herausforderungen des Marktes wider, insbeson-
dere die Kombination aus gestiegenen Wareneinsatzkosten, höheren Personal- und Infrastrukturkosten sowie dem an-
haltenden Preisdruck im Markt.
Der Sanitär- und Heizungsmarkt ist einem verschärften Verdrängungs- und Preiskampf ausgesetzt, zusätzlich belastet
der rückläufige Sanitärmarkt die Branche. Trotz dieser herausfordernden Rahmenbedingungen kann die Division
Frauenthal Handel ihre Marktposition behaupten und in einigen Bereichen sogar ausbauen.
B. ERGEBNISANALYSE
(1) UMSATZ
Der Umsatz (samt sonstiger betrieblicher Erträge) der Frauenthal Holding AG nach UGB liegt im Geschäftsjahr 2024 mit
TEUR 2.842 (Vorjahr: TEUR 2.688) um insgesamt TEUR 154 über dem Vorjahreswert. Dies resultiert hauptsächlich aus
höheren Verrechnungen an Konzerngesellschaften.
in TEUR
2024
2023
Veränderung
Umsatzerlöse und sonstige Erträge
2.842
2.688
154
Personalaufwand
-2.032
-2.036
4
Sonstige betriebliche Aufwendungen
-3.189
-3.235
46
EBITDA
-2.379
-2.583
204
Abschreibungen
-33
-40
7
Betriebsergebnis (EBIT)
-2.412
-2.623
211
Erträge aus Beteiligungen an verb. Unternehmen
2.000
12.600
-10.600
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge/Aufwendungen
-15
156
-171
Aufwendungen aus Finanzanlagen
-29.926
0
-29.926
Finanzergebnis
-27.942
12.756
-40.698
Ergebnis vor Steuern
-30.354
10.133
-40.487
Steuern vom Einkommen
1.248
2.497
-1.249
Ergebnis nach Steuern
-29.106
12.630
-41.736
Auflösung von Gewinnrücklagen
29.040
0
29.040
Zuweisung zu Gewinnrücklagen
0
-12.630
12.630
Gewinn- / Verlustvortrag aus dem Vorjahr
66
66
0
Bilanzgewinn
0
66
-66
(2) ERGEBNIS
Das Betriebsergebnis (EBIT) der Frauenthal Holding AG liegt mit TEUR -2.412 (Vorjahr: TEUR -2.623) um TEUR 211 über
dem Vorjahreswert, was hauptsächlich aus den höheren Umsatzerlösen und sonstigen Erträgen resultiert.
Der Personalaufwand ist um TEUR 4 im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen
sind um TEUR 46 gesunken, dies resultiert aus den niedrigeren Weiterverrechnungen und Betriebs- bzw. Mietkosten
sowie
gestiegenen Reisekosten und Rechts- und Beratungsaufwand im Vergleich zum Vorjahr.
Das Finanzergebnis beinhaltet in der Position Erträge aus Beteiligungen eine Dividende der Tochtergesellschaft
Frauenthal Haustechnik Beteiligungs GmbH in Höhe von TEUR 0,00 (Vorjahr: TEUR 9.600) sowie der Tochtergesellschaft
Frauenthal Automotive GmbH in Höhe von TEUR 2.000 (Vorjahr: TEUR 3.000).
Die Steuern vom Einkommen beinhalten Körperschaftssteuern iHv TEUR 0 (Vorjahr: TEUR -3.071), Steueraufwand aus
76
Vorperioden iHv TEUR 449 (Vorjahr: TEUR 1.773), Steuerumlagen der Gesellschaften für das Geschäftsjahr 2024 in
Höhe von TEUR 728 (Vorjahr: TEUR 3.336), die Veränderung der aktiven latenten Steuern in he von TEUR 178
(Vorjahr: TEUR -423) sowie die Auflösung einer Rückstellung r bereits zugewiesene, jedoch nicht abgegoltene Verluste
von Gruppenmitgliedern in Höhe von TEUR -107 (Vorjahr: TEUR 883).
Das Jahresergebnis nach Steuern der Frauenthal Holding AG beträgt somit im Jahr 2024 TEUR -29.106
(Vorjahr: TEUR 12.630). Die negative Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Höhe von TEUR -41.736 ist einerseits auf
die Abschreibung der Beteiligung der Frauenthal Automotive GmbH iHv TEUR -29.926 und andererseits auf geringere
Gewinnausschüttungen aus den Tochterunternehmen zurückzuführen. Es wurden TEUR 29.040 (Vorjahr: TEUR 0) von
den freien Rücklagen aufgelöst (im Vorjahr Zuführung iHv TEUR 12.630). Unter Berücksichtigung des Gewinnvortrages
iHv TEUR 66 (Vorjahr: TEUR 66) beträgt der Bilanzgewinn der Frauenthal Holding AG daher zum 31.12.2024 TEUR 0
(Vorjahr: TEUR 66).
(3) VERMÖGENS- UND FINANZLAGE
Die Bilanzsumme der Frauenthal Holding AG sinkt im Vergleich zum Vorjahr von TEUR 115.676 auf TEUR 63.615, also
um TEUR -52.061.
AKTIVA in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Verände-
rung
Immaterielle Vermögensgegenstände
3
5
-2
Sachanlagen
85
65
20
Finanzanlagen
60.885
90.812
-29.927
Anlagevermögen
60.973
90.881
-29.908
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
486
3.702
-3.216
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände
493
245
248
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten
23
19.360
-19.337
Umlaufvermögen
1.002
23.306
-22.304
Rechnungsabgrenzungen
362
388
-26
Aktive latente Steuern
1.278
1.101
178
Summe AKTIVA
63.615
115.676
-52.061
Die Aktivposten haben sich im Vergleich zum Vorjahr stark verändert. Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus
der Veränderung des Guthabens bei Kreditinstituten, sowie den Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen.
Die aktiven latenten Steuern haben sich um TEUR 178 erhöht. Dazu wird auf Punkt II. 3. des Anhangs verwiesen.
PASSIVA in TEUR
31.12.2024
31.12.2023
Veränderung
Eingefordertes Grundkapital
7.786
8.651
-865
Ausgegebenes Grundkapital
7.786
8.651
-865
Kapitalrücklagen
23.349
23.349
0
Rücklagen eigene Anteile
865
865
Gewinnrücklagen
29.363
78.993
-49.630
Bilanzgewinn
0
66
-66
Eigenkapital
61.363
111.060
-49.697
Eigenkapitalquote (in %)
96,46%
96,01%
0,45%
Steuerrückstellungen
231
3.200
-2.969
Sonstige Rückstellungen
1.032
1.066
-34
Rückstellungen
1.264
4.266
-3.002
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
637
5
632
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
54
30
24
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
25
1
24
Sonstige Verbindlichkeiten
272
315
-43
Verbindlichkeiten
988
350
638
77
Summe PASSIVA
63.615
115.676
-52.061
Die Veränderung des Eigenkapitals ist vorrangig auf den Erwerb der eigenen Aktien im Geschäftsjahr 2024 zurückzu-
führen. Die Eigenkapitalquote steigt gegenüber dem Vorjahr aufgrund der geringeren Bilanzsumme um 0,45% von
96,01 % auf 96,46 %.
Die Verringerung der Steuerrückstellungen um TEUR -2.968 ist iHv TEUR -3.075 auf die Zahlung der Körperschaftssteuer
für das Jahr 2023 zurückzuführen. Die Rückstellung für interne Verlustvorträgen der Gruppenmitglieder steigt um TEUR
107. Aufgrund der rückläufigen Einkünfte aus Gewerbebetrieb der Steuergruppe, im Vergleich zu 2023, ergibt sich für
das Geschäftsjahr 2024 keine Steuerrückstellung. Die sonstigen Rückstellungen sind im Wesentlichen aufgrund von
Auflösung für Personalrückstellungen um TEUR -34 gesunken.
(4) GELDFLUSSRECHNUNG
in TEUR
2024
2023
Ergebnis vor Steuern
-30.354
10.133
Abschreibungen / Zuschreibungen auf Vermögensgegenstände
des Investitionsbereichs
33
40
Abschreibung von Finanzanlagen
29.926
0
Beteiligungserträge sowie sonstige Zinsen und ähnliche Erträge / Zinsen und ähnliche Auf-
wendungen
-1.985
-12.614
Sonstige zahlungsunwirksame Erträge / Aufwendungen
1
9
Netto-Geldfluss aus dem betrieblichen Ergebnis
-2.379
-2.432
Zunahme/Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Ak-
tiva*
16
-200
Zunahme/Abnahme von Rückstellungen
-34
44
Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer
Passiva
-19
-64
Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit vor Steuern
-2.415
-2.652
Zahlungen von Ertragsteuern
955
6.972
Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit
-1.460
4.320
Auszahlungen für Anlagenzugang
-51
-30
Einzahlungen aus Beteiligungs- und Zinserträgen
2.308
12.745
Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit
2.257
12.715
Erwerb eigener Aktien
-20.591
0
ausbezahlte Ausschüttungen
0
-519
Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten
632
0
Auszahlungen für Zinsen und ähnliche Aufwendungen
-174
-130
Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit
-20.133
-649
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmitteläquivalente
-19.336
16.385
Finanzmittelbestand am Beginn der Periode
19.360
2.974
Finanzmittelbestand am Ende der Periode
23
19.360
* Die Darstellung wurde aufgrund der erhaltenen Steuerumlagen gegenüber dem Vorjahr angepasst. Die Gesamtsumme ist in der
Zeile Zahlung von Ertragsteuern ersichtlich.
Der Posten Netto-Geldfluss aus dem betrieblichen Ergebnis weist im Geschäftsjahr 2024 einen Betrag in Höhe von
TEUR -2.379 (Vorjahr: TEUR -2.432) aus, welcher weitergehend auf dem Niveau des Vorjahres liegt.
Im Jahr 2024 haben sich im Wesentlichen die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen aus Verrechnungen
der Steuerumlagen iHv TEUR 3.974 vermindert bzw. die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände iHv TEUR
36 erhöht, was zu einem Netto- Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit von TEUR -1.460 führt.
Der Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit setzt sich im Wesentlichen aus Dividendenzahlungen der
Tochtergesellschaft Frauenthal Automotive GmbH iHv MEUR 2,0 zusammen.
78
C. ANGABEN GEM. § 243A ABS. 1 UGB
Die Frauenthal Holding AG weist ein Grundkapital von EUR 8.651.491,00 auf, das sich auf insgesamt 6.751.491 auf
Inhaber lautende Stückaktien und 1.900.000 nicht notierte Namensaktien verteilt. Jede Aktie ist am Grundkapital im
gleichen Umfang beteiligt. Der Streubesitz beträgt 1.445.240 Stück Aktien, somit 16,71 % des Grundkapitals und
18,56 % der Stimmrechte
(VJ: 1.628.575 Stück Aktien, 18,82 % des Grundkapitals und der Stimmrechte). Der Anteil der Hauptaktionäre, der FT
Holding GmbH, der Tridelta GmbH und der Ventana Holding GmbH, beträgt 6.341.102 Stück Aktien, somit 73,29 %
des Grundkapitals und 81,44 % der Stimmrechte (VJ: 7.022.916 Stück Aktien, 81,18 % des Grundkapitals und der
Stimmrechte). Die Frauenthal Holding AG hält seit dem Aktienrückkaufprogramm, das im Juni 2024 abgeschlossen
wurde, selbst 10 % der Aktien. Das Stimmrecht aus diesen eigenen Aktien ruht in der Hauptversammlung, weshalb es
bei den anderen Aktionären zu Abweichungen zwischen dem Stimmrechtsanteil und dem Anteil am Grundkapital
kommt. (§ 243a Abs. 1 1.-4.)
Bei der Frauenthal Holding AG bestehen keine Mitarbeiterbeteiligungsprogramme. (§ 243a Abs. 1 5.)
Es bestehen keine besonderen Kontrollrechte für einzelne Aktionäre. Es bestehen keine über die gesetzlichen
Vorschriften hinausgehenden Rechte zur Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des
Aufsichtsrats sowie zur Änderung der Satzung. (§ 243a Abs. 1 6.)
Der Vorstand wurde in der ordentlichen 33. Hauptversammlung vom 30. Juni 2022 ermächtigt, für die Dauer von fünf
Jahren (a) das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats um insgesamt höchstens
EUR 4.325.745,00 durch Ausgabe von bis zu 4.325.745 auf Inhaber und/oder auf Namen lautenden Stückaktien mit
Stimmrecht gegen Bareinlagen oder gegen Sacheinlagen einmal oder mehrmals zu erhöhen, (b) hierbei mit Zustimmung
des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre gegebenenfalls dann ganz oder teilweise auszuschließen, wenn das
Grundkapital (i) zum Zweck der Durchführung eines Programms für Mitarbeiterbeteiligung oder eines
Aktienoptionsplans einschließlich von Mitgliedern des Vorstands und leitenden Angestellten jeweils der Gesellschaft
oder von mit dieser verbundenen Unternehmen, (ii) sonst gegen Bareinlage, wenn in Summe der rechnerisch auf die
gegen Bareinlage unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien entfallende Anteil am Grundkapital der
Gesellschaft die Grenze von 20 % (zwanzig Prozent) des Grundkapitals der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Ausübung
der Ermächtigung nicht übersteigt, oder (iii) gegen Sacheinlagen, insbesondere von Unternehmen, Unternehmensteilen,
Betrieben, Teilbetrieben oder Anteilen an einer oder mehreren Gesellschaften oder anderer mit einem
Akquisitionsvorhaben im Zusammenhang stehenden Vermögensgegenstände oder zum Erwerb sonstiger
Vermögensgegenstände (einschließlich Forderungen Dritter gegen die Gesellschaft oder mit der Gesellschaft
verbundenen Unternehmen), erhöht wird sowie (c) mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Art der neu auszugebenden
Aktien (auf Inhaber und/oder auf Namen lautend), den Ausgabebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen,
einschließlich der Einräumung eines mittelbaren Bezugsrechts gemäß § 153 Abs 6 AktG, festzusetzen (Genehmigtes
Kapital 2022). (§ 243a Abs. 1 7.)
In wesentlichen Liefer- und Bezugsverträgen des Konzerns sind Change-of-Control-Klauseln enthalten. Eine detaillierte
Bekanntmachung dieser Vereinbarungen würde dem Konzern erheblichen Schaden zufügen und kann daher
unterbleiben.
(§ 243a Abs 1 8.)
Es bestehen keine Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.
(§ 243a Abs 1 9.)
D. RISIKOBERICHT
Gemäß der Regel 69 des Österreichischen Corporate Governance Kodex wurde ein konzernweites
Risikomanagementsystem (RMS) eingerichtet. Risikoquellen werden systematisch identifiziert, bewertet und
vordefinierte Strategien im Umgang mit den Risiken festgelegt. Ein wesentliches Element des RMS sind
Frühwarnindikatoren, die systematisch erfasst, analysiert und berichtet werden. Der Umgang mit den Risiken ergibt sich
aus der Einordnung in die Risikomatrix, die regelmäßig aktualisiert wird: aktives Management, laufende Beobachtung
oder fallweise Beobachtung. Das interne Kontrollsystem (IKS), dessen Kernelemente das Controlling, Reporting, die
interne Revision und die Managementmeetings auf allen Ebenen sind, wird laufend an die Erfordernisse des RMS
angepasst.
79
Für alle bekannten Risiken sind „Risk Owner“ definiert, die für das Management der Risiken zuständig sind. Über die
Entwicklung der Risiken wird sowohl in den regelmäßigen Risikoberichten als auch in monatlichen Management Reports
berichtet. Falls es Vorkommnisse gibt, die eine Änderung im Risikomanagement erfordern könnten, wird dies von den
„Risk Owners“ an die jeweilige Geschäftsführung und im Falle von bedeutenden Ereignissen an den Vorstand berichtet.
(1) MARKTRISIKO
Die europäische Automobilindustrie befindet sich in einer tiefgreifenden Krise, die durch einen schleppenden
Technologiewandel hin zur Elektrifizierung, starke Konkurrenz aus Fernost sowie eine generelle Absatzschwäche in
sowohl heimischen als auch ausländischen Märkten geprägt ist. Diese Krise betrifft sowohl den Markt für
Personenkraftwagen als auch jenen für Nutzfahrzeuge. Allerdings geht das Management der Division Frauenthal
Automotive davon aus, dass die Krise im Bereich der Nutzfahrzeuge weniger strukturell bedingt, sondern eher durch
die aktuelle Konjunkturschwäche verursacht ist, was sie insgesamt weniger tiefgreifend erscheinen lässt.
Um dieser negativen Entwicklung entgegenzuwirken, fokussiert die Division Frauenthal Automotive ihre
Verkaufsaktivitäten verstärkt auf das Nutzfahrzeugsegment. Zudem wird daran gearbeitet, das Kundenportfolio weiter
zu diversifizieren. Die geografische Erweiterung der Produktionsstandorte nach China und in die USA spielt in dieser
Strategie eine wesentliche Rolle.
Neben der allgemein sinkenden Nachfrage der europäischen Hersteller stellt die Unsicherheit im Hinblick auf den
Technologiewandel in der Branche eine weitere Herausforderung dar. Verzögerungen beim Produktionsstart sowie
deutlich geringere Abrufvolumina als ursprünglich von den Kunden kommuniziert, sind im Bereich der Elektromobilität
derzeit die Norm und stellen ein erhebliches Risiko für die Planungssicherheit dar. Politische Herausforderungen,
insbesondere die Auswirkungen neuer Zölle in den USA und in China, sind noch schwer abzuschätzen, erhöhen jedoch
die Unsicherheit in einem bereits angespannten Markt.
PKW-Segment (rund 45 % des Umsatzes der Division Frauenthal Automotive):
Im Berichtsjahr kann die Business Unit Frauenthal Gnotec signifikante Neuaufträge im PKW-Produktbereich
sowohl von Bestandskunden als auch von neuen Kunden gewinnen. Dennoch bleibt im aktuellen Marktumfeld
unklar, in welchem Umfang die bei Vertragsabschluss kommunizierten Volumina zum Produktionsstart
tatsächlich abgerufen werden. Zudem sind Verzögerungen beim Hochfahren neuer Fahrzeugmodelle zu
erwarten, was zu einer erhöhten Unsicherheit bei den Umsatzplanungen für die kommenden Jahre führen
wird.
Der US-Markt und der chinesische Markt gewinnen für die Division Frauenthal Automotive zunehmend an
Bedeutung. Die Volatilität dieser Märkte stellt daher einen zusätzlichen Chancen- und Risikofaktor dar.
Die anhaltende Absatzkrise und der technologische Wandel in der Automobilindustrie haben erhebliche
Auswirkungen auf die Wettbewerbslandschaft der Automobilzulieferer. Zahlreiche Zulieferer, sowohl kleine
als auch große Unternehmen, sind durch diesen Wandel bereits in finanzielle Schwierigkeiten geraten, was zu
einer steigenden Zahl von Insolvenzen führt. Viele OEM-Kunden verfügen derzeit über keinen finanziellen
Spielraum, um ihre Zulieferer zu unterstützen. Insolvenzen der Mitbewerber können zum einen Chancen
(z. B. Übernahme von Produktionsvolumina) als auch Risiken (z. B. Produktionsstopp bei den OEM-Kunden
aufgrund von Ausfällen von Lieferanten) mit sich bringen.
Zulieferer, die komplexere Komponenten herstellen und gleichzeitig Design- sowie
Entwicklungsdienstleistungen anbieten können, haben einen klaren Wettbewerbsvorteil. Die Division
Frauenthal Automotive ist in diesem Bereich sehr wettbewerbsfähig und beabsichtigt, im Rahmen der „Metal
Meets Motion“-Strategie die Diversifizierung im Bereich komplexer Fertigungen weiter voranzutreiben.
Engineering-Kompetenz und Kundennähe bleiben dabei zentrale Stärken, die kontinuierlich ausgebaut
werden.
NFZ-Bereich (rund 55 % des Umsatzes der Division Frauenthal Automotive):
Auch das Nutzfahrzeugsegment verzeichnet im Jahr 2024 einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr.
Besonders der Markt für schwere Nutzfahrzeuge zeigt, mit Ausnahme des US-Marktes, einen Rückgang von
mehr als -10 %. Der Auftragseingang für die größeren Nutzfahrzeug-OEMs bricht in der zweiten Jahreshälfte
2024 nochmals ein, was auf einen schwächeren Markt im Jahr 2025 hindeutet. Eine Erholung dieses Marktes
ist derzeit frühestens im zweiten Halbjahr 2025 zu erwarten.
Positiv hervorzuheben sind jedoch die Neuakquisitionen im Bereich der schweren Nutzfahrzeuge, sowohl in
der Business Unit Frauenthal Gnotec als auch der Business Unit Frauenthal Airtank. Es konnten neue Verträge
mit Bestandskunden sowie Neukunden abgeschlossen werden.
80
Im Bereich der schweren Nutzfahrzeuge wird kurz- bis mittelfristig keine nennenswerte Substitution von
Verbrennungsmotoren durch elektrische Antriebe erwartet.
Sowohl der Nutzfahrzeug- als auch der PKW-Markt sind in den letzten Jahren von Unsicherheiten bei Energiepreisen,
Transportkosten und Lieferengpässen geprägt, was mit steigenden Anforderungen bezüglich Nachhaltigkeit
einhergeht. Dies führt zu einer verstärkten Nachfrage nach lokalen Lieferanten. Die globale Präsenz von Frauenthal
Automotive stellt in diesem Zusammenhang einen klaren Vorteil bei der Gewinnung neuer Kundenaufträge dar.
Aus heutiger Sicht könnte die Ankündigung Anfang April 2025 neue lle in den USA auf Importe aus der EU zu
verhängen in der Division Frauenthal Automotive aufgrund von höheren Endkundenpreisen zu einem erneuten
Geschäftsrückgang führen. Die Division Frauenthal Automotive erzielt im Geschäftsjahr 2024 einen geringen Anteil (6,9
%) des Umsatzes in den USA, aber es besteht das Risiko, dass Produktionsstandorte unserer Kunden verlagert werden
könnten. Weiters besteht aufgrund der verhängten Zölle das Risiko höherer Kosten der konzerninternen Verkäufe.
Aufgrund dieser vagen Ankündigung ist eine verlässliche Vorhersage der Auswirkungen für die Zukunft nicht
prognostizierbar.
Die Division Frauenthal Handel hängt als Zulieferer des Baunebengewerbes mit dem Bereich Sanitär-, Heizungs- und
Elektrogroßhandel leicht zeitversetzt substanziell von der Baukonjunktur ab.
Die aktuelle Marktlage ist durch eine Reihe bedeutender Herausforderungen geprägt. Im Neubausegment zeigt sich
eine deutliche Abschwächung, die sich insbesondere im signifikanten Rückgang der Baugenehmigungen widerspiegelt.
Die für 2025 prognostizierten moderaten Preissteigerungen seitens der Industrie sollten zur Stabilisierung der
Marktentwicklung beitragen. Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch die noch unklare zukünftige Ausgestaltung der
Förderlandschaft für energetische Sanierungen. Die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit könnte zudem zu einem
Abflauen der Investitionsbereitschaft hren, was weitere Herausforderungen für die Marktentwicklung mit sich bringen
würde. Weiters dominiert wie in den Vorjahren ein aggressiver Preiswettbewerb.
Die Marke Kontinentale ist ein Fachhandelsunternehmen r Armaturen- und Rohrleitungstechnik insbesondere für
Anwendungen im Bereich Infrastruktur (Gas, Wasser, Kanal, Straße). Der Erfolg in diesem Geschäftsbereich ist von der
Investitionsbereitschaft der Kommunen und Kommunalbetriebe sowie vom Investitionsbedarf der Industrie abhängig.
Diese Abhängigkeit von öffentlichen Investitionen bietet in der aktuellen Marktsituation eine gewisse Stabilität.
Die kurz- und mittelfristige Entwicklung der Baukonjunktur unterliegt der ständigen Beobachtung von Vertrieb und
Einkauf. Der Vorstand wird laufend über die Marktentwicklung informiert und ermöglicht eine zeitnahe Anpassung an
Marktveränderungen.
(2) KUNDENRISIKO
Die Hersteller von PKWs und Nutzfahrzeugen sind in der Regel sehr große, international tätige Unternehmen. Zum
aktuellen Zeitpunkt sind keine Entwicklungen erkennbar, die auf Zahlungsausfälle großer OEM-Kunden oder anderer
bedeutender
Tier-1-Kunden hindeuten. Dennoch stellt die derzeitige Unsicherheit am Markt eine Herausforderung dar, und die
Entwicklungen bei den Kunden werden fortlaufend evaluiert. Die Division Frauenthal Automotive beliefert auch einige
kleinere Tier-1- und Tier-2-Kunden. Diese Kunden machen einen geringen Anteil des Geschäftsvolumens aus, und auch
in diesem Segment gibt es aktuell keine Risiken eines potenziellen Zahlungsausfalls. Die wenigen
Zahlungsverzögerungen bei kleineren Forderungsbeträgen konnten in der Vergangenheit stets einvernehmlich mit den
Kunden geklärt werden. Für einen Großteil der Kunden besteht im Rahmen von Factoring-Verträgen eine
Kreditausfallsversicherung. Insgesamt ist das Risiko von Forderungsausfällen bei der Division Frauenthal Automotive
derzeit noch gering, jedoch können im aktuellen Marktumfeld Schadensfälle nicht vollständig ausgeschlossen werden.
Diese Situation wird aufgrund der Marktentwicklung im Geschäftsjahr weiterhin mit erhöhter Aufmerksamkeit
überwacht. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind bei der Division Frauenthal Automotive keine relevanten
Zahlungsausfälle aufgetreten.
Ein wesentliches Risiko im Jahr 2024 stellt die Unsicherheit bezüglich der Abrufvolumina dar. Diese Herausforderung
wird voraussichtlich auch im Jahr 2025 und den Folgejahren bestehen bleiben oder sich sogar weiter verschärfen. Die
Division Frauenthal Automotive arbeitet eng mit ihren Kunden zusammen, um Nachfrageschwankungen frühzeitig zu
antizipieren und die Produktion entsprechend anzupassen. Aufgrund der Volatilität der Nachfrage werden zudem
vermehrt Preisanpassungen vorgenommen, um die bei Vertragsabschluss vereinbarte Profitabilität der Produkte
sicherzustellen.
Die Division Frauenthal Automotive arbeitet mit einem Großteil ihrer Kunden bereits seit vielen Jahren zusammen, was
auch die Mitwirkung an Produkt- und Modelländerungen umfasst. Dennoch erhöhen die Globalisierungsstrategien der
81
OEM-Kunden und die aktuell unsichere Zollpolitik (insbesondere in Europa, den USA und China) das Risiko von
Produktionsverlagerungen außerhalb Europas und steigern das Risiko eines wachsenden Wettbewerbs durch
außereuropäische Lieferanten, insbesondere aus China.
Darüber hinaus kann die Globalisierungsstrategie der OEMs dazu führen, dass Kunden eine weltweite Präsenz der
Division Frauenthal Automotive verlangen, um die Lieferantenbeziehung aufrechtzuerhalten oder neue Kunden zu
gewinnen. Mit den Standorten in Kunshan (China) und Fountain Inn (USA) ist die Division Frauenthal Automotive jedoch
gut aufgestellt, um die Local-Content-Anforderungen zu erfüllen, insbesondere in Zeiten hoher Import- und Exportzölle.
Im Bereich der Produktion von Fahrzeugkomponenten wie Druckluftbehältern, Schweiß-, Stanz- und Umformteilen
werden üblicherweise ein- oder mehrjährige Lieferverträge abgeschlossen, die die Produkte und Konditionen definieren,
jedoch keine verbindlichen Liefermengen für den gesamten Zeitraum festlegen, da diese von der Marktnachfrage
abhängen. In der Regel schlien die Kunden keine sogenannten Single-Source-Verträge ab, was bedeutet, dass sie
ihre Bestellungen in bestimmten, begrenzten Bandbreiten an Wettbewerber verlagern können. Faktisch ist es jedoch in
den meisten Fällen so, dass die Division Frauenthal Automotive für einen Großteil der Teilenummern der einzige
Lieferant ist und die Kunden kurzfristig keine Alternativlieferanten haben. Der Abschluss und die Verlängerung solcher
Verträge hängen von der Wettbewerbsfähigkeit des Zulieferers ab. Kundenentscheidungen werden dabei primär durch
Preisgestaltung, die Fähigkeit zur kontinuierlichen Produktivitätsverbesserung sowie zur Weitergabe von
Kostensenkungen an die Kunden bestimmt. Darüber hinaus spielen auch Lieferfähigkeit, Produktqualität,
Zuverlässigkeit und technische Kompetenz bei Neuentwicklungen eine Rolle.
Im Produktbereich der Business Unit Frauenthal Gnotec bestehen überwiegend Aufträge für den gesamten
Produktlebenszyklus der Fahrzeugmodelle bzw. Plattformen des Kunden. Auch wenn die Prognose der
Umsatzentwicklung in diesen Segmenten eine höhere Verlässlichkeit aufweist als in anderen Produktbereichen, gibt es
aufgrund der oben genannten Entwicklungen eine erhöhte Unsicherheit in Bezug auf die Planbarkeit der bereits
nominierten Umsätze.
Zwischen der Auftragserteilung, die in der Entwicklungsphase eines PKW- oder LKW-Modells erfolgt, und dem
Produktionsanlauf (SOP) kann ein Zeitraum von mehreren Jahren liegen, in dem Kapital in Form von Werkzeugen,
Anlagevermögen oder Sicherheitsbeständen gebunden ist. Die Division Frauenthal Automotive ist daher dem Risiko von
Verzögerungen im Entwicklungs- und Markteinführungsprozess der Kunden sowie von nicht erreichten Vertriebszielen
ausgesetzt. Diese Risiken werden durch sorgfältiges Monitoring der Kunden, durch entsprechende Zahlungsziele mit
Werkzeug- und Maschinenlieferanten sowie durch Finanzierungslösungen im Anlagebereich abgemildert.
Ein weiteres bedeutendes Risiko in den Kundenbeziehungen ergibt sich aus dem Markteintritt neuer Wettbewerber, die
es den Kunden ermöglichen, Preisdruck auszuüben. Obwohl Kunden in der Regel nur in Ausnahmefällen Volumina an
Wettbewerber verlagern, kann sich die Division Frauenthal Automotive dem kontinuierlichen Preisdruck der Kunden
kaum entziehen, da die Ertragskraft der Fahrzeughersteller maßgeblich von den Einkaufspreisen und dem Preisdruck
abhängt, den sie auf ihre Lieferanten ausüben können. Aufgrund der aktuellen Krise in der Automobilindustrie üben
Kunden verstärkt Preisdruck auf die Division Frauenthal Automotive aus. Um zu verhindern, dass OEM-Kunden
alternative Lieferanten entwickeln, sind kontinuierliche Preissenkungen sowie Produktivitätsverbesserungen ein
zentrales Element des Geschäftsmodells der Division Frauenthal Automotive. Dabei werden auch die teils anhaltend
niedrigen Abrufvolumina berücksichtigt. Der Fokus der Investitionen liegt auf produktivitätssteigernden Maßnahmen,
die meist durch die Automatisierung von Produktionsprozessen erreicht werden.
Der Sanitär-, Heizungs- und Elektrogroßhandel ist geprägt von einer Vielzahl an Kunden aus der Installations- und
Elektrobranche, aber auch von größeren Abnehmern wie Baumärkten, Bauträgern, öffentlichen Einrichtungen und
Kommunen. Private Endabnehmer werden nicht direkt beliefert. Maßgeblich für den Geschäftserfolg sind kompetitive
Einkaufspreise und Einkaufsbedingungen für das Handelssortiment, die logistische Leistungsfähigkeit bei
Warenverfügbarkeit und Zustellung sowie die Vorfinanzierungsfunktion durch den Großhändler.
Der Wettbewerb zwischen den Großhändlern kann bei einem aggressiven Kampf um Marktanteile zu einem Preisverfall
führen; allerdings ist aufgrund anderer, stabilisierender Elemente der Kundenbeziehung (Warenverfügbarkeit,
logistische Verlässlichkeit, Finanzierung, technische Betreuung, Schnittstellenanbindung, Eigenmarken etc.) der Preis
nicht allein ausschlaggebend, sodass den Risiken des Preiswettbewerbs mit diesen Leistungskomponenten
entgegengewirkt werden kann. Aufgrund ihrer führenden Marktposition, des flächendeckend ausgebauten
Standortnetzes und der logistischen Leistungsfähigkeit ist die Division Frauenthal Handel im Wettbewerb sehr gut
positioniert und für viele Kunden bevorzugter Lieferant.
82
Die Kunden sind überwiegend Gewerbetreibende mit den für die Installations- sowie Elektrobranche und für kleine
Unternehmensgrößen charakteristischen Zahlungsrisiken. Eine Analyse des KSV1870
6
zeigt, dass die Zahl der
Firmeninsolvenzen im Jahr 2024 mit 6.587 Unternehmensinsolvenzen bzw. durchschnittlich 18 Firmenpleiten pro Tag
einen neuen Höchststand erreicht hat. Die Bauwirtschaft zählt dabei zu den am stärksten betroffenen Branchen. Für
2025 wird ein weiterer Anstieg auf bis 7.000 Unternehmensinsolvenzen prognostiziert.
Um diesen Risiken entgegenzuwirken, wird aktives Kundenrisikomanagement betrieben. Kundenratings und
Kreditlimits werden laufend beobachtet und angepasst, um Insolvenzrisiken frühzeitig zu erkennen.
Unregelmäßigkeiten im Zahlungsverhalten der Kunden werden konsequent verfolgt. Belieferungslimits, die laufend an
das Zahlungsverhalten angepasst werden, reduzieren das Forderungsausfallsrisiko. Zusätzlich wird das Ausfallsrisiko von
Zahlungen über Warenkreditversicherungen deutlich gemindert.
(3) PERSONALBESCHAFFUNGSRISIKEN
Der Personalmarkt in Europa hat sich aufgrund der sinkenden Nachfrage in der Automobilindustrie (sowohl an den
OEM-Standorten als auch in der Zulieferindustrie) aus Sicht der Arbeitgeber im Vergleich zum Vorjahr verbessert.
Dennoch stellt der zunehmende Mangel an qualifizierten Arbeitskräften weiterhin eine Herausforderung für die Division
Frauenthal Automotive dar. Die Folgen dieser Entwicklung erfordern gezielte Maßnahmen, um den Fachkräftemangel
zu bewältigen.
Um diesem Trend entgegenzuwirken, wird die Attraktivität der Division Frauenthal Automotive als Arbeitgeber
kontinuierlich gesteigert, um den Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften zu decken. Darüber hinaus wird durch
Investitionen in die Automatisierung der Personalbedarf reduziert, was langfristig zu einer effizienteren Nutzung der
Ressourcen führt. Diese Maßnahmen zeigen bereits im Berichtsjahr positive Auswirkungen.
Die Problematik des allgemeinen Fachkräftemangels ist auch für die Division Frauenthal Handel ein großes Thema. Der
Arbeitsmarkt ist mittlerweile ein sogenannter Bewerbermarkt und geprägt von der starken Nachfrage an Arbeitskräften,
vor allem an Fachkräften. Die Division Frauenthal Handel verzeichnet eine leichte Verbesserung der Situation, aber nach
wie vor spielt das Thema Fachkräfteverfügbarkeit eine wichtige Rolle in allen strategischen Überlegungen der
Personalarbeit.
Bei einem marktbedingten Rückgang des Personalstands von rund 10 % bleibt die Anzahl der qualifizierten
Bewerbungen pro offene Stelle im allgemeinen Durchschnitt weiterhin rückläufig. Allerdings kann in einzelnen
Berufsfeldern vor allem im Vertriebsbereich eine leichte Stabilisierung der Bewerbersituation und der
Besetzungsqualität registriert werden. In anderen Bereichen der Division Frauenthal Handel bleibt die Lage allerdings
auch im Jahr 2024 angespannt zum Beispiel im Bereich Photovoltaik im engeren Sinn und erneuerbarer Energie im
weiteren Sinn.
Die Fluktuationsrate in der Division Frauenthal Handel, also der Anteil der dienstnehmerinitiierten Austritte an der
Gesamtbelegschaft, sinkt von 8,63 % im Jahr 2023 auf 7,81 % im Jahr 2024. Beide Werte liegen wie auch in den
Vorjahren im Quervergleich mit anderen Unternehmen auf einem niedrigen Niveau.
Die Division Frauenthal Handel unterstützt diese Entwicklung mit einer breiten Offensive an Maßnahmen in den
Bereichen „Attraktivität der Arbeitgeber-Marke/n“, „Neue Wege in der Bewerberansprache“, „Aus- und
Weiterbildung, Qualifikation, Um- und Aufschulung“, Nachwuchsprogramme sowie allem voran mit dem
sogenannten „Retention Management“, also der Bindung der bestehenden Mitarbeitenden an das Unternehmen.
Auch im Jahr 2024 lebt die Division Frauenthal Handel eine sogenannte Mehrmarkenstrategie in Hinblick auf
Wiedererkennung und Attraktivität als Arbeitgeberin mit ihrem Auftritt als Dachmarke Frauenthal Handel Gruppe.
Weiters gelingt es der Division Frauenthal Handel, beispielsweise die Auszeichnungen „Top Company“ und „beliebter
Lehrbetrieb“ wie auch in den Jahren davor zu behalten.
Das im Frühjahr 2023 eingeführte Mitarbeitendenempfehlungsprogramm ermöglicht im Jahr 2024 einen breiteren
Zugang in Bezug auf dieses Thema für alle Mitarbeitenden der Division Frauenthal Handel. Erstmals werden sämtliche
vakante Positionen der Division Frauenthal Handel mittels dieser Plattform abgewickelt. Damit können im Jahr 2024
mehr als
30 Positionen durch Empfehlungen der eigenen Mitarbeitenden erfolgreich besetzt werden (Softwareanbieter radancy).
Die einfache Handhabung des Programms ermöglicht mit nur wenigen Klicks das Teilen von Jobs in den eigenen
6
KSV Insolvenzstatistik vom 13.01.2025, siehe https://www.ksv.at/insolvenzstatistik/insolvenzstatistik-2024-final
83
beruflichen und privaten Netzwerken und garantiert im Gegenzug attraktive Vergütungen für die tatsächliche
Vermittlung von Bewerbenden. Das gruppeneigene Karriereportal „frauenthal-jobs.at“ mit dem implementierten
Bewerbendenmanagement-Tool „Onlyfy“ (www.onlyfy.com) wird in der Division Frauenthal Handel weiterhin
eingesetzt.
Wie schon in den Vorjahren hat das Management der Division Frauenthal Handel im Jahr 2024 eine volle Woche
investiert und in dieser Zeit sämtliche Standorte der Division Frauenthal Handel in ganz Österreich besucht. Diese
„Roadshows“ haben sich als erfolgreiches Instrument der Mitarbeitendenbindung und der internen Kommunikation
etabliert. Das Format soll in den kommenden Jahren fortgesetzt werden, um den rund 1.650 Mitarbeitenden wichtige
Unternehmensinformationen vor Ort näherzubringen und den persönlichen Kontakt zu pflegen.
Der solide Wert von 60 % Weiterempfehlungsquote auf der führenden Bewertungsplattform kununu, welcher sich
mehrheitlich aus den Feedbacks von aktuellen und ehemaligen Mitarbeitenden speist, liegt über allen relevanten
Benchmarks und attestiert, dass die Bestrebungen zur Attraktivierung der Arbeitgebermarke Frauenthal Handel Gruppe
Früchte tragen.
(4) UMWELTRISIKEN
Die Unternehmen der Division Frauenthal Automotive erfüllen sämtliche umweltrelevanten Anforderungen,
gesetzlichen Vorschriften sowie Verordnungen und Bescheide. Alle Mitarbeitenden werden regelmäßig und umfassend
in den Bereichen Umwelt, Gesundheit und Sicherheit informiert und geschult.
Die Standorte der Division Frauenthal Automotive sind industrielle, metallverarbeitende Betriebe, die teilweise auch
thermische Verfahren (wie z. B. Schweißen) in der Produktion einsetzen. Dies führt zu allgemeinen Risiken im
Zusammenhang mit Abfällen und Abwässern, die aus diesen Prozessen entstehen.
Einige der Standorte befinden sich auf Liegenschaften, die seit vielen Jahrzehnten als Industriestandorte genutzt
werden. Die dadurch verursachte Kontamination von Böden stellt in der Regel kein unmittelbares Umweltrisiko dar,
solange keine Emissionen auftreten oder sich die umweltrelevanten Auflagen ändern. Für einige Standorte liegen
Berichte aus einer Umwelt-Due-Diligence-Prüfung vor. Das Management ist sich der potenziellen Umweltrisiken
bewusst und ergreift geeignete Maßnahmen, um diese Risiken zu minimieren.
Die Division Frauenthal Handel ist im Handel von Sanitär-, Heizungs- und Installationsprodukten und seit 2020 auch im
Handel von Elektromaterial tätig. Die Gruppe verfügt über eine österreichweite Vertriebs- und Logistikinfrastruktur
sowie einen eigenen Fuhrpark. Das Lagersortiment beinhaltet rund 50.000 überwiegend technische Artikel. Im
Sortiment sind bis auf Batterien, welche gesetzeskonform gelagert und transportiert werden, keine gefährlichen Güter
mit potenzieller Belastung r die Umwelt enthalten. Es gibt sowohl im Sanitär- als auch im Heizungssegment ein breites
Handelssortiment an Artikeln, die besonders umwelt-, energie- oder ressourcenschonend sind. Es sind diesbezüglich
keine Umweltrisiken bekannt. Im Bereich der Verpackung arbeitet die Division Frauenthal Handel nach den Vorgaben
der Verpackungsverordnung und ist aktiver Partner der Altstoff Recycling Austria AG (ARA), wodurch eine nachhaltige
und gesetzeskonforme Entsorgung und Wiederverwertung der Verpackungsmaterialien sichergestellt wird. An einigen
Logistikstandorten der Division Frauenthal Handel bestehen Umweltrisiken in Form von Lärmemissionen, die zu einer
Einschränkung der Betriebszeiten führen.
(5) BETRIEBLICHE RISIKEN
Bremsdruckbehälter und Karosserieteile werden durch das Erwärmen von Stahl, Umformprozesse (wie Pressen,
Stanzen), teilweise Schweißen und anschließende Oberflächenbehandlungen gefertigt. Schweiß-, Stanz- und
Umformteile entstehen meist in hochautomatisierten Produktionsprozessen. Bei allen diesen Verfahren bestehen
sowohl Produktionsausfallrisiken als auch Sicherheitsrisiken. Im Berichtsjahr traten in diesem Bereich keine signifikanten
Vorfälle auf. Die Sicherheit in der Produktion hat für die Division Frauenthal Automotive einen hohen Stellenwert und
wird über die gesetzlich geforderten Standards hinaus kontinuierlich verbessert. Dies geschieht durch laufende
Optimierungsmaßnahmen sowie durch die Implementierung zusätzlicher Sicherheitsvorkehrungen.
Zur Minimierung von Risiken werden detaillierte Arbeits- und Verfahrensanweisungen erstellt, regelmäßige
Schulungsmaßnahmen durchgeführt, die laufende Instandhaltung und Überprüfung der Maschinen sichergestellt und
Versicherungsverträge abgeschlossen.
84
Im Straßeneinsatz von Fahrzeugkomponenten können in seltenen Fällen Qualitätsmängel zu Materialbrüchen,
undichten Bremssystemen oder frühzeitiger Korrosion führen. Ein umfassendes Qualitätssystem, das regelmäßig intern
und extern auditiert wird, verringert das Risiko von Schadensfällen erheblich. Zudem bestehen Versicherungen, die
mögliche Schäden aus Produkthaftung und Rückrufaktionen abdecken. Die Versicherungssummen werden als
ausreichend eingeschätzt.
Nicht versichert sind jedoch Gewährleistungskosten (z. B. der Austausch fehlerhafter Produkte), die im Extremfall zu
erheblichen Ergebnisbelastungen führen können. Im Berichtsjahr gab es diesbezüglich keine nennenswerten Vorfälle.
Die wirtschaftliche Entwicklung des Jahres 2024 stellt für das Management und die Belegschaft in der Division
Frauenthal Handel eine besondere Herausforderung dar, insbesondere durch die Kombination aus schwächelnder
Baukonjunktur und hohem Kostendruck. Die Schwerpunkte liegen daher auf der Absicherung des operativen Betriebs
und der flexiblen Reaktion auf rasch wechselnde Rahmenbedingungen.
Für die Ertragskraft der Division Frauenthal Handel sind kompetitive Einkaufsbedingungen und Einkaufspreise der
Lieferanten von großer Bedeutung. Einzelne dieser Lieferanten haben einen großen Marktanteil in Österreich und
können daher nicht substituiert werden. Gleichzeitig ist die Division Frauenthal Handel aufgrund des größten und
österreichweiten Vertriebs- und Logistiknetzwerks wesentliche Partnerin in der Branche.
Die Verhandlung der Einkaufspreise ist Kernaufgabe des Category Managements sowie des Top-Managements.
Aufgrund der Marktstruktur ist die Division Frauenthal Handel bestens aufgestellt. Die Mitgliedschaft in der
europaweiten Einkaufsgemeinschaft VGH sichert die Position gegenüber den Herstellern von Sanitär- und
Heizungsprodukten zusätzlich ab.
Im Bereich Category Management wird laufend die Koordination zwischen den Funktionen von Einkauf, Verkauf,
Disposition, Liquiditäts- und Produktmanagement verbessert. Ein stetig weiterentwickeltes Prognosesystem zur
Optimierung der Bestellmengen und damit des Lagerbestands ermöglicht eine zielgerichtete Erhöhung der
Warenverfügbarkeit.
Die Sicherheit der IT-Systeme, insbesondere der Schutz vor unbefugtem Zugriff und Manipulationen, wird regelmäßig
intern überprüft. Aufgrund der zunehmenden internen und externen Vernetzung sind die Risiken in diesem Bereich
steigend. Entsprechend werden auch Maßnahmen zur Erhöhung des Schutzes vor unberechtigten Systemzugriffen
verstärkt. Darüber wird auch regelmäßig dem Prüfungsausschuss berichtet.
(6) VERSORGUNGSRISIKO
Die Verfügbarkeit von Stahl wird bei allen Produkten in der Division Frauenthal Automotive durch langfristige
Lieferverträge sichergestellt. Die Vormaterialien der Produktion bestehen überwiegend aus Commodities, für die es
weltweit zahlreiche Lieferanten gibt. Dennoch bestehen im Falle von Rohstoffverknappungen oder starken
Preissteigerungen bei Stahl und Vormaterialien Versorgungsrisiken. Preisveränderungen bei Stahl werden durch
entsprechende Vereinbarungen mit den Kunden auf die Verkaufspreise abgewälzt. Hierbei gibt es unterschiedliche
Preisanpassungsintervalle, sodass bei rasch steigenden oder sinkenden Stahlpreisen vorübergehend Nach- bzw. Vorteile
gegenüber den kalkulierten Margen entstehen können. Diese Effekte neutralisieren sich jedoch erfahrungsgemäß im
Laufe eines mehrjährigen Betrachtungszeitraums.
Das Einkaufsmanagement für Vormaterialien wird zunehmend zentral koordiniert, um positive Einkaufseffekte sowohl
hinsichtlich der Preise als auch der Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Energiekosten haben einen erheblichen Einfluss auf die Produktionskosten und damit auf die Ertragslage der Division
Frauenthal Automotive, da Energiepreisschwankungen nicht immer unmittelbar an die Kunden weitergegeben werden
können. Durch Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz (u. a. Erweiterung von Photovoltaik-Anlagen) und
Preisverhandlungen mit den Kunden kann im Jahr 2024 gegengesteuert werden.
Versorgungsengpässe bei Vormaterialien oder Energie sind grundsätzlich möglich. Für alle relevanten Vormaterialien
existieren mehrere Lieferanten. Dennoch kann es beispielsweise im Falle von technischen Betriebsstörungen bei
einzelnen Großlieferanten zu kurzfristigen Engpässen kommen. Strategische Abhängigkeiten bestehen jedoch nicht.
Die Division Frauenthal Handel minimiert potenzielle Versorgungsrisiken durch ein ausgeklügeltes
Bestandsmanagement, welches eine optimale Balance zwischen Lagerhaltung und Kapitalbindung gewährleistet. Durch
die strategische Zusammenarbeit mit einem breiten Netzwerk an Lieferanten und die Mitgliedschaft in der europaweiten
Einkaufsgemeinschaft VGH wird die Abhängigkeit von einzelnen Zulieferern reduziert.
85
Die kontinuierliche Weiterentwicklung der digitalen Prozesse und Systeme, insbesondere im Bereich der Lagerführung
und Logistik, ermöglicht eine präzise Bedarfsplanung und zeitnahe Reaktion auf Nachfrageschwankungen. Die hohe
Warenverfügbarkeit von über 99,7 % (OTIF = on time in full) im Jahr 2024 unterstreicht die Effektivität dieser
Maßnahmen und die Verlässlichkeit der Versorgungskette.
(7) FINANZWIRTSCHAFTLICHE RISIKEN
Die Frauenthal-Gruppe ist mit einer ausgewiesenen Eigenkapitalquote von 35,0 % im Jahr 2024 eigenkapitalmäßig gut
aufgestellt. Sowohl in der Division Frauenthal Handel als auch in der Division Frauenthal Automotive ergeben sich jedoch
aufgrund der volatilen Geschäftsentwicklungen unterjährig wesentlich höhere Ausnutzungen der Kreditlinien als zum
Bilanzstichtag. Die beiden Divisionen sind hinsichtlich der finanzwirtschaftlichen Risiken unterschiedlich zu betrachten.
In der Division Frauenthal Handel kommt es zu Jahresende traditionell zu sehr hohen Kundeneingängen, die die
Nettofinanzverbindlichkeiten zum Stichtag enorm verringern. Durch die hohen Kundeneingänge kommt es zum
31. Dezember 2024 zu einer Bilanzverkürzung und zu einer Verbesserung der Eigenkapitalquote.
In der Division Frauenthal Automotive sind alle Produktionsstandorte mit lokalen Banken finanziert und es stehen nicht
ausgenutzte Banklinien zur Verfügung, um Liquiditätsschwankungen ausgleichen zu können. In enger Abstimmung mit
der Frauenthal Holding erfolgt ein striktes Working Capital Management und eine laufende Kommunikation mit den
Banken.
Die Finanzierung der Frauenthal-Gruppe erfolgt einerseits durch Konsortialfinanzierungen mehrerer führender
österreichischer Banken auf Ebene der Division Frauenthal Handel und andererseits durch Finanzierungen von lokalen
Banken auf Business-Unit-Ebene der Division Frauenthal Automotive.
Im August 2024 wurde die gesamte Division Frauenthal Handel langfristig auf weitere fünf Jahre refinanziert. Die
Finanzierung enthält eine tilgende Tranche (MEUR 15) sowie eine Betriebsmittellinie über MEUR 45. Zudem wurden im
September 2024 vier zusätzliche Betriebsmittellinien mit einer Gesamthöhe von MEUR 24 (MEUR 14 bis 2029,
MEUR 10 auf unbestimmte Zeit) eingerichtet.
Eine führende schwedische Bank finanziert die schwedischen Gesellschaften der Business Unit Frauenthal Gnotec,
genauso wie zwei deutsche Banken für die Finanzierung des Produktionsstandorts in Elterlein sorgen. In der Slowakei
und in Tschechien erfolgt die Finanzierung ebenso mit lokalen Banken. Der chinesische Produktionsstandort in China
(Kunshan, nahe Shanghai) der Business Unit Frauenthal Gnotec verlängert alle seine Betriebsmittellinien bei lokalen
chinesischen Banken um ein weiteres Jahr. Von Frauenthal Gnotec China werden hauptsächlich chinesische
Produktionswerke eines europäischen PKW-Herstellers sowie ein großer chinesischer Automobilhersteller beliefert.
Aufgrund des Produktportfolios (Umformteile und Schweißbaugruppen) sind hohe Vorfinanzierungen vor allem für
Presswerkzeuge und Maschinen erforderlich.
Alle Kredite der operativen Gesellschaften in den beiden Divisionen Frauenthal Handel und Frauenthal Automotive sind
ohne Haftung seitens der Frauenthal Holding AG gewährt. Die Kredite sind langfristig mit unterschiedlichen Laufzeiten
und die Verzinsung ist großteils variabel auf EURIBOR-Basis. Darüber hinaus stehen für einen höheren Working-Capital-
Bedarf ausreichend Betriebsmittellinien zur Verfügung. Der Liquiditätsbedarf, die Überwachung der Einhaltung der
Covenants und die Verhandlung von Anpassungen der Vereinbarungen mit den Banken an die aktuellen Bedürfnisse
werden im Rahmen der Treasury-Funktion von der Holding gesteuert und detailliert überwacht.
Zusätzlich bestehen auf Ebene der Frauenthal Holding ausreichend freie Finanzierungslinien mit mehreren
österreichischen Banken.
Der Konzern verfügt über Guthaben bei Kreditinstituten iHv MEUR 48,4 sowie über ausreichend nicht ausgenutzte
Banklinien. Die Frauenthal-Gruppe nutzt in beiden Divisionen Factoring Verträge mit unbefristeter Laufzeit, die einen
zentralen Bestandteil der langfristigen Finanzierungsstrategie darstellen. Diese Vereinbarungen sichern die flexible
Liquiditätssteuerung und unterstützen die Working-Capital-Optimierung. Das Factoring-Volumen beträgt MEUR 76,6,
davon sind MEUR 75,2 ohne Regress. Zusätzlich bestehen mit den beteiligten Banken langjährige gute
Geschäftsbeziehungen.
Die Division Frauenthal Handel verwendet Wertpapiere als Finanzinstrument für die Deckung der
Pensionsrückstellungen. Diese Wertpapiere bergen kein Kursrisiko.
Zentraler Bestandteil der Liquiditätsplanung der Unternehmen der Frauenthal-Gruppe ist die Aufrechterhaltung der
Fähigkeit, den externen und internen Zahlungsverpflichtungen stets nachzukommen.
86
Zinsänderungsrisiken für den Konzern sind in der Bilanz- und Finanzierungssituation Ende 2024 von Relevanz, da die
Zinsbasis überwiegend auf 3-Monats-EURIBOR-Basis, in der Slowakei auf ESTER-Basis bzw. in Schweden auf 1-Wochen-
STIBOR-Basis vereinbart wurde. Die Zinsentwicklung und das damit verbundene Risiko werden laufend überwacht.
Der Einfluss volatiler Währungen ist gering, da vorwiegend in lokaler Währung fakturiert und eingekauft wird. Diese
Währungsrisiken sind daher im Geschäftsjahr 2024 im Wesentlichen ungesichert und unterliegen einer ständigen
Beobachtung.
Der Einfluss der volatilen Schwedenkrone ist im Wesentlichen auf nicht liquiditätswirksame Bewertungseffekte aus
Intercompany-Darlehen (Translationsrisiko) beschränkt.
Die Sensitivitätsanalyse von Währungs- und Zinsänderungen finden sich im Anhang unter Punkt 44 „Finanzinstrumente
und Risikoberichterstattung“, Abschnitt „Währungsänderungsrisiko“.
Aus der Finanzierungs- und Standortstruktur der Frauenthal-Gruppe ergeben sich finanzielle Risiken (dazu zählen
Währungs-, Liquiditäts- und Zinsrisiken), die maßgeblichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben
können.
Die Frauenthal-Gruppe unterhält langjährige Geschäftsbeziehungen mit Banken in den Ländern Österreich,
Deutschland, der Slowakei, Schweden, Tschechien und China und beobachtet laufend die makroökonomischen
Umstände.
Oberstes Ziel ist die Sicherstellung der Finanzierung der Geschäftsaktivität in beiden Divisionen. Planungen sind für beide
Divisionen unterschiedlich, da für die Division Frauenthal Handel im Wesentlichen nur die Situation in Österreich relevant
ist, während für die Division Frauenthal Automotive der gesamte europäische Automobilmarkt, aber auch China und
marginal die USA relevant sind.
Wichtig ist die Risikoabschottung, also keine finanzielle Verflechtung zwischen den beiden Divisionen. Alle
Gesellschaften bis auf den Standort in den USA sind mit lokalen Banken finanziert.
Die durchschnittliche Verzinsung für kurz- und langfristig ausgenützte Kredite sowie für Betriebsmittelfinanzierungen
beträgt in der Division Frauenthal Handel 4,14 % p.a. (mit Laufzeiten bis längstens 2029 sowie einer langfristigen
Immobilienfinanzierung bis 2038), in der Division Frauenthal Automotive 4,55 % p.a. (mit Laufzeiten bis längstens
2028) und für Finanzierungen auf Ebene der Frauenthal Holding AG 4,79 % p.a. (mit Laufzeiten bis längstens 2027).
(8) COMPLIANCE-RISIKEN
Als börsennotiertes Unternehmen hat die Frauenthal Holding AG ein umfangreiches Regelwerk im Bereich der
Corporate Governance und des Börse- und Wertpapierrechts zu befolgen. Der Österreichische Corporate Governance
Kodex wird laufend um neue Regelungen erweitert. Durch Schulungen und Berücksichtigung von Compliance bei der
Zielvorgabe und Evaluierung von Führungskräften sollen Compliance-Risiken reduziert werden. Die Gesellschaft verfolgt
die permanente Einhaltung aller gesetzlichen Bestimmungen mit hoher Priorität, um Verletzungen zu vermeiden, die
gegebenenfalls erheblichen Schaden für die Reputation des Unternehmens sowie gesetzliche Sanktionen nach sich
ziehen könnten. Darüber hinaus wird die Einhaltung hoher ethischer Standards in den Geschäftsbeziehungen als
wichtiges Element einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Unternehmenspolitik betrachtet. Als Lieferant für alle großen
europäischen Nutzfahrzeughersteller wird das Compliance-Verhalten der Frauenthal Holding AG auch von den Kunden
evaluiert. Im Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats werden regelmäßig mögliche Compliance-Risiken analysiert und
Maßnahmen zur Stärkung der Compliance im Konzern besprochen. Im Berichtsjahr wurden die Verfahren zur Sicherung
der Vertraulichkeit von Compliance-relevanten Informationen weiterentwickelt. Eine neue Compliance-Richtlinie trat
per 1. Jänner 2025 in Kraft.
(9) WESENTLICHE MERKMALE DES INTERNEN KONTROLL- UND DES RISIKOMANAGEMENTSYSTEMS IM
HINBLICK AUF DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS
Es gibt klare und strenge Richtlinien betreffend die Dokumentation der betrieblichen Vorgänge im gesamten Konzern.
Der Rechnungslegungsprozess in den Konzerngesellschaften obliegt der Verantwortung der lokalen Finanzleitung. Von
dieser werden die laufenden Monatsergebnisse unter Verwendung der Konsolidierungssoftware Cognos an die zentrale
Finanzabteilung des Konzerns übermittelt. Die konsolidierten Ergebnisse werden nach detaillierter Analyse und
Rücksprache mit den Finanzverantwortlichen der Konzerngesellschaften im Monatsbericht an den Vorstand, den
Aufsichtsrat und das gesamte Management-Team berichtet.
Ausführliche Erläuterungen des Managements der operativen Einheiten erklären den Geschäftsverlauf. Ein
konzernweites Accounting Manual und regelmäßige Schulungen der Finanzverantwortlichen dienen der
87
Vereinheitlichung aller relevanten Buchungsmethoden und der Einhaltung der jeweils aktuellen internationalen
Rechnungslegungsvorschriften. Neue oder geänderte IFRS-Standards werden zentral in enger Zusammenarbeit mit den
lokalen Verantwortlichen für den gesamten Konzern eingeführt. In Vorbereitung auf die Erstellung der
Nachhaltigkeitserklärung iS der CSRD werden Workshops mit den lokalen Verantwortlichen abgehalten.
Es gibt eine durchgängige Unterschriftsregelung, die die Freigabe von Rechnungen zur Zahlung klar regelt. Die
buchmäßige Erfassung der Geschäftsfälle erfolgt grundsätzlich elektronisch. Entsprechend den individuellen
Notwendigkeiten sind Zugriffsrechte einzelner Benutzer zentral durch die jeweilige IT-Abteilung verwaltet. Das Ausmaß
der Berechtigungen unterliegt einer ständigen Anpassung. Die digitale Datensicherung erfolgt ebenfalls durch die
lokalen IT-Abteilungen. Nach einem detaillierten Sicherungsplan werden verschiedene Backups täglich, wöchentlich
oder monatlich durchgeführt. Andere Dokumente werden in geeigneten Archiven entsprechend den gesetzlichen
Fristen aufbewahrt.
In den operativen Einheiten erfolgt die Buchung von Geschäftsfällen laufend. Zahlungen werden wöchentlich
durchgeführt.
In den Gesellschaften sind durchgehend organisatorische Regelungen festgelegt, die gewährleisten, dass sämtliche
buchungspflichtigen Geschäftsvorfälle in den Jahresabschluss einfließen. In Konzerngesellschaften mit voll integrierten
ERP-Systemen werden bereits bei der Bestellung von Waren automatisch interne Belege erstellt, die folglich einen
routinemäßigen Freigabeprozess durchlaufen. Am Ende des Monats überprüfen alle Finanzabteilungen die
Vollständigkeit der Rechnungen. Um ein periodengenaues Bild der Finanzlage zu erstellen, werden fehlende
Rechnungen bei Bedarf abgegrenzt. Vor dem Bilanzstichtag werden von den wichtigsten Lieferanten Bestätigungen zu
den ausstehenden Beträgen eingeholt.
Um sicherzustellen, dass alle erforderlichen Rückstellungen gebildet werden, wird der aktuelle Geschäftsverlauf in den
monatlichen Managementmeetings mit dem Vorstand ausführlich besprochen und Maßnahmen abgeleitet. Das
monatliche Berichtswesen bildet die Basis für diese Besprechungen.
Durch die intensive Kommunikation zwischen der zentralen Finanzabteilung und den Finanzverantwortlichen in den
lokalen Gesellschaften werden Planabweichungen detailliert verfolgt.
Das monatliche Reporting beinhaltet detaillierte Abweichungsanalysen zu Ergebnissen, Bilanzpositionen und Cashflow-
Statements der Segmente. Des Weiteren dient ein umfangreiches Kennzahlensystem der Erstellung interner Vergleiche
über längere Zeiträume. Gegebenenfalls werden Auffälligkeiten einer detaillierten Analyse unterzogen. Den Themen
Kundenbeziehung, Produktivität, Liquiditätsmanagement und Personalstruktur wird dabei besondere Aufmerksamkeit
geschenkt, wodurch mögliche Probleme frühzeitig erkannt werden können. Der Vorstand initiiert in Abstimmung mit
dem Prüfungsausschuss regelmäßig Projekte der internen Revision.
Die Cash-Bestände aller Konzerngesellschaften werden ständig beobachtet. Die Liquiditätsentwicklung wird dem
Vorstand wöchentlich, dem Aufsichtsrat und damit auch dem Prüfungsausschuss monatlich berichtet. Sichergestellt
wird die Korrektheit der Liquiditätsrechnung durch den monatlichen Abgleich von Cashflow-Statements und
Bankständen. Den operativen Einheiten werden konkrete monatliche Liquiditätsziele vorgegeben; Abweichungen
führen zu vordefinierten Berichts- und Genehmigungsprozessen.
Die Risikoverantwortlichen der identifizierten Risiken sind klar definiert und berichten in oberster Instanz an den
Vorstand. Im mindestens zweimal jährlich erstellten Risikobericht werden die Risiken aktualisiert, bewertet und dem
Prüfungsausschuss vorgelegt.
E. INNOVATIONSBERICHT
In den Produktbereichen findet Innovation durch Verbesserung von Materialeigenschaften, Optimierung von
Produktionsprozessen, Entwicklung neuer Produktdesigns und die Suche nach neuen Einsatzmöglichkeiten für
existierende Produkte statt. Innovation von Produktionsprozessen kann die Neugestaltung eines Fabriklayouts zur
Optimierung des Produktionsflusses, die Investition in qualitäts- und produktivitätssteigernde Anlagen, die
Feinabstimmung des Produktionsverfahrens oder eine Standardisierung und Stabilisierung einzelner Fertigungsschritte
bedeuten. Innovation im Produktdesign bedeutet beispielsweise die Vormontage mehrerer Komponenten, um so den
Einbauaufwand beim Kunden zu reduzieren oder das Design so zu optimieren, dass Materialeinsatz und Kosten
reduziert werden können. Sowohl bei Frauenthal Gnotec als auch bei Frauenthal Airtank ist die enge Zusammenarbeit
88
mit dem Kunden in der Optimierung des Produktdesigns von Bedeutung. Zu diesem Zweck sind z. B. bei mehreren
Kunden Ingenieure von Frauenthal Gnotec (sogenannte „Residential Engineers“) vor Ort tätig.
Auch für interne Prozesse werden Innovationen angestrebt, sofern dadurch Kosten- und Qualitätsfortschritte erzielbar
sind. Im Bereich von Frauenthal Airtank wird an Produktdesigns mit geringerem Materialeinsatz (Kosten- und
Gewichtsersparnis) gearbeitet. Bei diesen Sicherheitsteilen sind jedoch die Zustimmung der Kunden und die
Genehmigung des TÜV für alle Produktinnovationen erforderlich.
Die Produktinnovation bei Frauenthal Gnotec ist integraler Bestandteil des Geschäftsmodells: Kreative Engineering-
Lösungen sind ein signifikanter Wettbewerbsfaktor. Das Know-how der Business Unit Frauenthal Gnotec besteht in der
Beherrschung und Optimierung der vielfältigen Prozesse der Blechumformung für die Herstellung einfacher bis
hochkomplexer Stahlteile vorwiegend für die Automobilindustrie. Die Automatisierung der Schweißprozesse ist ein
Innovationsschwerpunkt, der Produktivitätssteigerung bei gleichzeitiger Qualitätsverbesserung zum Ziel hat. Ein
innovativer Prozess als Alternative zum herkömmlichen Schweißverfahren wurde 2024 eingeführt.
Der technische Großhandel befindet sich in einem ständigen Wandel und muss sich den Herausforderungen der
Digitalisierung und den steigenden Ansprüchen bei nachhaltigen Produkten stellen. Den Trends folgend werden in der
Division Frauenthal Handel laufend Prozessinnovationen in der Kundenabwicklung umgesetzt.
Die auf Kundenbedürfnisse und -anforderungen maßgeschneiderte Business-Plattform für die vier Marken (mySHT
mobil, ÖAG mobil, konti mobil und EMAT mobil) ist eine dieser Lösungen. Einfache Abwicklungen wie digitaler
Lieferschein, smarte Produktsuche, Bestellmöglichkeiten über die App am Smartphone, Track & Trace in Echtzeit auf
einer Karte, Lieferaviso mit Push-Nachricht, nachhaltige Verpackungen und vor allem Warenverfügbarkeit schaffen
einen Mehrwert beim Kunden und sind ein wichtiger Teil der Kundenbindung.
Durchgängige digitale Prozesse sind die Grundvoraussetzung für den hohen Anteil an fehlerfreien Lieferungen von über
99,7 % (OTIF) im Jahr 2024. Durch die vollständige Erneuerung der Kundenwebshops (oeag-shop.at, sht.at,
kontinentale-shop.at, ELEKTROMATERIAL.AT) ist die digitale Kundenplattform auf ein neues Niveau gehoben worden.
Die nahtlose Integration mit den entsprechenden mobilen Apps ermöglicht den Kunden einen flexiblen Zugriff über alle
Endgeräte, wodurch der Umsatzanteil über die digitalen Kanäle kontinuierlich steigt. Die personalintensiven regionalen
Call Center werden dadurch entlastet und es bleibt mehr Zeit für aktive Beratung und Verkauf.
F. AUSBLICK
Der Fokus des Managements liegt im Jahr 2025 in beiden Divisionen auf strukturellen Änderungen und einem strikten
Kostenmanagement, um die voraussichtlich weiterhin niedrigen Abrufvolumina in der Division Frauenthal Automotive
und die geringere Marktnachfrage in der Division Frauenthal Handel abzufedern.
Für das Jahr 2025 sind in der Division Frauenthal Automotive umfangreiche Effizienzsteigerungsprogramme,
insbesondere am Produktionsstandort in Schweden, geplant. Gleichzeitig richtet sich das Werk in den USA auf den
2024 gestarteten und im Jahr 2025 intensivierenden Produktionshochlauf aus. Der Produktionsstandort in der Slowakei
wurde durch Investitionen in die Infrastruktur im Jahr 2024 optimal für weiteres profitables Wachstum vorbereitet.
In einem weiterhin sehr herausfordernden Marktumfeld, das voraussichtlich auch 2025 von niedrigen Volumina und
damit verbundenen Insolvenzen in der Zulieferindustrie geprägt sein wird, ist die Division Frauenthal Automotive als
stabile Partnerin bei ihren Kunden gut positioniert. Daher ist auch für 2025 geplant, Marktanteile sowohl bei
Bestandskunden als auch bei Neukunden zu gewinnen.
Die Division Frauenthal Handel hängt als Zulieferer des Baunebengewerbes leicht zeitversetzt direkt von der
Baukonjunktur ab. Die Baukonjunktur zeigt laut Euroconstruct-Bericht eine differenzierte Entwicklung: Während der
Neubaubereich unter starkem Druck steht, was sich in rückläufigen Baubewilligungen manifestiert, zeigt der
Renovierungssektor eine etwas bessere, wenn auch gedämpfte Entwicklung. Diese unterschiedliche Entwicklung der
Marktsegmente führt dennoch in Summe zu einer deutlichen Abschwächung der Gesamtmarktentwicklung.
89
Weitere Einflussfaktoren stellen die Investitionsneigung der öffentlichen Hand sowie das private Konsumverhalten dar.
Das private Konsumverhalten zeigt sich dabei deutlich zurückhaltend - laut aktuellen KSV-Analysen
7
haben 51 % der
Haushalte ihre Konsumausgaben im Vergleich zum Vorjahr reduziert.
Angesichts dieser Entwicklungen ist die Prognoseunsicherheit durch mehrere Faktoren verstärkt: Neben den klassischen
Herausforderungen wie Rohstoffpreisen, Zinslandschaft und Inflation kommt die veränderte Fördersituation im Bereich
Raus aus Öl und Gas hinzu. Während die bereits genehmigten Förderungen noch bis zum 3. Quartal 2025 die
Nachfrage stützen werden, ist die zukünftige Ausgestaltung der Förderlandschaft noch unklar. Die
Renovierungstätigkeit könnte jedoch durch die erwartete Zinswende und das Auslaufen der KIM-VO positive Impulse
erhalten, da dies zu vermehrten Immobilientransaktionen führen dürfte.
Die Entwicklung der Geschäftstätigkeit wird in den Folgejahren durch starken Preiskampf im Wettbewerb und die sich
verändernden Marktbedingungen bestimmt werden. Ziel ist es, durch Investitionen, Prozessverbesserungen und
Schulungen der Mitarbeitenden den Kundenservice weiter zu verbessern und den Fokus auf Kundennutzen zu setzen.
Die Frauenthal-Gruppe sieht sich weiterhin in den beiden Divisionen Frauenthal Handel und Frauenthal Automotive mit
einem zunehmend herausfordernden Geschäftsumfeld und einer angespannten Marktsituation konfrontiert. Die
Entwicklung des Geschäftsjahres 2025 hängt damit umso mehr von der Konjunktur und dem Marktumfeld der beiden
Divisionen ab. Besonders relevant sind dabei die Entwicklung des Automobilsektors und der Baukonjunktur, die
Ausgestaltung der Förderungen für erneuerbare Energien sowie die Entwicklung der Rohstoffpreise und des
Zinsumfelds. Eine seriöse Prognose für das Konzernergebnis 2025 ist daher zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht
möglich.
Im Bereich Business Development werden Akquisitionsmöglichkeiten in den beiden Divisionen Frauenthal Handel und
Frauenthal Automotive analysiert.
Die Frauenthal Holding AG versteht sich als strategischer Investor, der an der nachhaltigen Schaffung von Shareholder
Value orientiert ist. Wenn die Frauenthal-Gruppe aufgrund limitierter Ressourcen und Kompetenzen oder aufgrund von
Risikopräferenzen weiteres Wachstum in einem Bereich nicht mehr adäquat unterstützen kann oder will, sind
strategische Verkäufe von Geschäftsbereichen unter Berücksichtigung der aktuellen Marktlage Optionen, die sorgfältig
evaluiert werden. Die Optimierung der Investitionszyklen ist für die langfristige, kontinuierliche Wertsteigerung des
Unternehmens wesentlich. Dabei ist Frauenthal jedoch an keine extern vorgegebenen Kriterien gebunden.
Auf der Website (www.frauenthal.at) sind neben umfangreichen Informationen über das Unternehmen auch Berichte,
Unterlagen zu Hauptversammlungen, Ad-hoc-Meldungen, Produktfotos etc. verfügbar. Der Corporate Governance
Bericht der Frauenthal Holding AG ist auf der Website unter Investor Relations/Corporate Governance abrufbar.
Wien, 29. April 2025
Frauenthal Holding AG
Dr. Hannes Winkler Mag. Erika Hochrieser
Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied
7
KSV Insolvenzstatistik vom 13.01.2025, siehe https://www.ksv.at/insolvenzstatistik/insolvenzstatistik-2024-final
90
GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG
EINZELABSCHLUSS FRAUENTHAL HOLDING AG
in EUR
2024
2023
UMSATZERLÖSE
1 773 854
2 688 328
Sonstige betriebliche Erträge
1 068 071
0
Personalaufwand
-2 031 987
-2 036 319
Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagever-
mögens und Sachanlagen
-33 273
-39 900
Sonstige betriebliche Aufwendungen
-3 188 511
-3 234 946
BETRIEBSERGEBNIS (EBIT)
-2 411 847
-2 622 837
Erträge aus Beteiligungen an verbundenen Unternehmen
2 000 000
12 600 000
Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen/Erträge
-15 388
156 048
Aufwendungen aus Finanzanlagen
-29 926 480
0
Finanzergebnis
-27 941 868
12 756 048
Ergebnis vor Steuern
-30 353 715
10 133 210
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
1 247 831
2 497 129
Ergebnis nach Steuern
-29 105 884
12 630 340
Jahresfehlbetrag / Jahresüberschuss
-29 105 884
12 630 340
Auflösung von Gewinnrücklagen
29 040 223
0
Zuweisung zu Gewinnrücklagen
0
-12 630 340
Jahresverlust / Jahresgewinn
-65 661
0
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr
65 661
65 661
BILANZGEWINN
0
65 661
91
BILANZ
EINZELABSCHLUSS FRAUENTHAL HOLDING AG
AKTIVA
in EUR
31.12.2024
31.12.2023
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände
2 844
4 740
Sachanlagen
84 825
65 124
Finanzanlagen
60 885 026
90 811 506
60 972 695
90 881 370
Umlaufvermögen
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
485 593
3 701 794
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände
493 318
244 864
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten
23 355
19 359 649
1 002 266
23 306 307
Rechnungsabgrenzungen
362 316
387 585
Aktive latente Steuern
1 278 200
1 100 600
Summe AKTIVA
63 615 478
115 675 862
PASSIVA
in EUR
31.12.2024
31.12.2023
Eigenkapital
Einbezahltes Grundkapital
7 786 342
8 651 491
Kapitalrücklagen
23 349 310
23 349 310
Rücklage eigene Anteile
865 149
0
Gewinnrücklagen
29 362 650
78 993 420
Bilanzgewinn/-verlust
0
65 661
61 363 451
111 059 881
Rückstellungen
Steuerrückstellungen
231 400
3 199 616
Sonstige Rückstellungen
1 032 200
1 065 950
1 263 600
4 265 566
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
636 601
4 740
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
54 287
29 639
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
25 194
959
Sonstige Verbindlichkeiten
272 345
315 077
988 427
350 415
Summe PASSIVA
63 615 478
115 675 862
92
ANLAGESPIEGEL
Entwicklung der Anschaffungs- und Herstellungskosten
Entwicklung der Abschreibungen
Buchwerte
Stand
01.01.2024
EUR
Zugang
EUR
Abgang
EUR
Stand
31.12.2024
EUR
Stand
01.01.2024
EUR
Zugang
EUR
Abgang
EUR
Stand
31.12.2024
EUR
Stand
31.12.2023
EUR
Stand
31.12.2024
EUR
A.
Anlagevermögen
I.
Immaterielle Vermögensgegenstände
1.
Lizenzen und
Datenverarbeitungspro-
gramme
39 075,90
0
0
39 075,90
34 335,95
1 895,88
0
36 231,83
4 739,95
2 844,07
II.
Sachanlagen
1.
Betriebs- und
Geschäftsausstattung
613 658,50
51 078,46
34 674,04
630 062,92
548 534,64
31 377,02
34 673,76
545 237,90
65 123,86
84 825,02
III.
Finanzanlagen
1.
Anteile an verbundenen
Unternehmen
96 561 796,76
0,00
0,00
96 561 796,76
5 750 290,78
29 926 480,00
0,00
35 676 770,78
90 811 505,98
60 885 025,98
SUMME ANLAGENSPIEGEL
97 214 531,16
51 078,46
34 674,04
97 230 935,58
6 333 161,37
29 959 752,90
34 673,76
36 258 240,51
90 881 369,79
60 972 695,07
93
ANHANG
zur Bilanz zum 31.12.2024 und Gewinn- und Verlustrechnung r 1-12/2024
der
FRAUENTHAL HOLDING AG
ERLÄUTERUNGEN DER BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN
ALLGEMEINES
Der vorliegende Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften der §§ 189 ff des Unternehmensgesetzbuches (UGB) unter
Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.
Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte unter Beachtung des Grundsatzes der Vollständigkeit.
Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet
und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt.
Dem Vorsichtsprinzip wurde dadurch Rechnung getragen, dass nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne
ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wurden berücksichtigt.
Die bisher angewandten Bewertungsmethoden wurden bei der Erstellung des vorliegenden Jahresabschlusses beibehalten.
Die Bilanzierungsmethoden mit Ausnahme der Darstellung der Umsatzerlöse (Erläuterung im Abschnitt Umsatzerlöse)
wurden im Vergleich zum Vorjahr nicht geändert.
Auf den Jahresabschluss werden die Rechnungslegungsbestimmungen in der geltenden Fassung angewendet.
ANLAGEVERMÖGEN
IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um die planmäßigen
Abschreibungen bewertet. Die planmäßigen Abschreibungen wurden linear vorgenommen. Folgende Nutzungsdauer wird
den planmäßigen Abschreibungen zugrunde gelegt:
Lizenzen und Datenverarbeitungsprogramme 3 Jahre
SACHANLAGEN
Die Bewertung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige
Abschreibungen. Geringwertige Vermögensgegenstände bis zu einem Einzelanschaffungswert von EUR 1.000,00
(2023: EUR 1.000,00) werden im Jahr des Zuganges voll abgeschrieben. Die planmäßigen Abschreibungen werden linear
entsprechend der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer vorgenommen.
94
Folgende Nutzungsdauern werden den planmäßigen Abschreibungen zugrunde gelegt:
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 - 10 Jahre
Außerplanmäßige Abschreibungen werden zusätzlich vorgenommen, wenn voraussichtlich dauernde Wertminderungen, die
über den nutzungsbedingten Werteverzehr hinausgehen, eintreten.
FINANZANLAGEN
Die Finanzanlagen werden mit den Anschaffungskosten, bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.
Wesentlichen dauerhaften Wertminderungen wird durch die Vornahme außerplanmäßiger Abschreibungen Rechnung
getragen.
UMLAUFVERMÖGEN
FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nennbetrag angesetzt.
KASSENBESTAND, GUTHABEN BEI KREDITINSTITUTEN
Der Posten beinhaltet den Kassenbestand sowie Guthaben bei Kreditinstituten.
AKTIVE LATENTE STEUERN
Für Unterschiede zwischen den unternehmensrechtlichen und den steuerrechtlichen Wertansätzen bei
Vermögensgegenständen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten, die sich in späteren
Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, wird bei einer sich ergebenden Steuerbelastung eine Rückstellung für passive
latente Steuern und bei einer sich ergebenden Steuerentlastung ein Posten für aktive latente Steuern in der Bilanz angesetzt.
Die Frauenthal Holding AG hat aufgrund ausreichender zukünftiger Ergebnisse in der Steuergruppe gemäß Rz 51 iVm
Erläuterungen zu Rz 55 Pkt. 2.a) der AFRAC-Stellungnahme 30 „Latente Steuern im Jahres- und Konzernabschluss“ teilweise
auch für latente Steuerguthaben aus Ansatzdifferenzen von Gruppenmitgliedern eine Steuerabgrenzung erfasst, sofern diese
mangels eigener positiver Ergebnisse nicht bereits in den Jahresabschlüssen aktiviert wurden (weitere Erläuterungen dazu
siehe Abschnitt II.3.).
Das Ökosoziale Steuerreformgesetz 2022 Teil I, welches unter anderem auch eine stufenweise Senkung des
Körperschaftsteuersatzes bis 2024 von 25 % auf 23 % vorsieht, wurde im Jänner 2022 beschlossen. Da die Umkehr der
Latenzen überwiegend in Jahren ab 2024 erwartet wird, wurde ab 31.12.2022 ein einheitlicher Körperschaftsteuersatz von
23 % bei der Aktivierung von Ansatzdifferenzen herangezogen.
Anwendbarkeit des Mindeststeuergesetzes
In Umsetzung der EU-Richtlinie zur globalen Mindestbesteuerung für multinationale Unternehmensgruppen und große
inländische Gruppen in der Europäischen Union (BEPS Pillar 2-Regelung der OECD) wurde in Österreich das
Mindestbesteuerungsgesetz („MinBestG“) beschlossen, das für Wirtschaftsjahre, die ab dem 31.12.2023 beginnen, in Kraft
getreten ist. Die Regelungen zur Mindeststeuer sollen sicherstellen, dass multinationale Unternehmensgruppen in allen
Ländern, in denen sie vertreten sind, zumindest mit einem effektiven Steuersatz von 15 % besteuert werden. Eine zusätzliche
Besteuerung ergibt sich somit nur, wenn das Besteuerungsniveau diesen Mindeststeuersatz unterschreitet. Die Frauenthal-
Gruppe ist Teil der multinationalen Unternehmensgruppe der Ventana Holding GmbH, mit Sitz in Österreich, deren
konsolidierte Umsatzerlöse den Schwellenwert von MEUR 750 überschreitet, und die damit 2024 erstmalig in den
Anwendungsbereich der Globalen Mindestbesteuerungsregelungen fällt.
95
Die Analyse des Umsetzungsstatus der BEPS Pillar 2-Regelung der OECD in nationales Recht zeigt für jene Jurisdiktionen, in
denen die Frauenthal-Gruppe aktiv ist, per Februar 2025 folgendes Bild:
Umsetzungsstatus Pillar 2-Regelung der OECD
Österreich nationale Umsetzung erfolgt; Anwendbarkeit ab 1.1.2024
Deutschland nationale Umsetzung erfolgt; Anwendbarkeit ab 1.1.2024
Tschechische Republik nationale Umsetzung erfolgt; Anwendbarkeit ab 1.1.2024
Slowakei nationale Umsetzung erfolgt; Anwendbarkeit ab 1.1.2024
Schweden nationale Umsetzung erfolgt; Anwendbarkeit ab 1.1.2024
Hong Kong Entwurf für nationale Umsetzung per 27.12.2024 veröffentlicht;
Anwendbarkeit voraussichtlich rückwirkend ab 1.1.2025
USA bisher keine nationale Umsetzung erfolgt und auch nicht absehbar
China bisher keine nationale Umsetzung erfolgt und auch nicht absehbar
Die Frauenthal-Gruppe hat die erforderlichen Berichtsprozesse inzwischen aufgebaut, um die für die Beurteilung der
potenziellen zusätzlichen Steuerbelastung notwendigen Informationen einzuholen. Auf Basis der vorläufig vorliegenden
länderbezogenen Berichterstattung (Country-by-Country Reporting) sowie der lokalen Jahresabschlüsse 2024 sind die
temporären Safe-Harbour Vereinfachungen für alle Steuerjurisdiktionen erfüllt. Somit fallen keine Ergänzungssteuern für
2024 an und es liegt keine Erhöhung des effektiven Steuersatzes durch die Regelungen zur globalen Mindestbesteuerung vor,
was auch für den restlichen Übergangszeitraum bis 2026 erwartet wird. Ab 2027 zeichnet sich für die Frauenthal-Gruppe
nach den Regeln des Mindestbesteuerungsgesetzes zwar für China möglicherweise eine Auswirkung ab, insgesamt wird für
die Frauenthal-Gruppe aber aufgrund der untergeordneten Rolle dieser Jurisdiktion für das Konzernergebnis keine
signifikante Erhöhung des effektiven Steuersatzes erwartet.
Gemäß § 198 Abs. 10 Satz 3 Z 4 UGB wurden keine latenten Steuern, die aus der Anwendung des MinBestG oder eines
vergleichbaren ausländischen Gesetzes entstehen, angesetzt. Laufende Steuern aus der Umsetzung der österreichischen bzw.
vergleichbaren ausländischen Steuergesetze waren mangels Anwendbarkeit zum 31.12.2024 nicht zu erfassen.
RÜCKSTELLUNGEN
Der Posten Steuerrückstellungen enthält die Vorsorge für noch nicht veranlagte Körperschaftsteuer sowie bereits
zugewiesene, aber nicht abgegoltene Verluste von Gruppenmitgliedern. Die Steuerumlagevereinbarung sieht vor, dass der
Gruppenträger dem Gruppenmitglied für übernommene steuerliche Verluste keine negative Umlage gutschreibt, sofern diese
auf Gruppenebene nicht verwendet werden. Jedoch muss das Gruppenmitglied in späteren Jahren bei steuerlichen Gewinnen
so lange keine positive Steuerumlage abführen, bis diese Verluste verbraucht sind („interner Verlustvortrag“). Für diese
künftige Verpflichtung wurde seitens des Gruppenträgers eine Rückstellung für künftige Steuerbelastung gebildet, wobei
hierbei die Fähigkeit der Gruppenmitglieder, in den nächsten fünf Jahren steuerliche Gewinne zu erzielen, berücksichtigt
wurde.
Die Rückstellung für Jubiläumsgelder wurde nach anerkannten finanzmathematischen Grundsätzen nach dem
Teilwertverfahren auf Basis eines Rechnungszinssatzes von 3,56 % (VJ: 3,57 %), einer durchschnittlichen Bezugserhöhung von
9,63 % (VJ: 8,99 %), eines Fluktuationsabschlags, welcher sich in Abhängigkeit der Zugehörigkeitsdauer zum Unternehmen
zwischen 7 und 26 % ausmacht (VJ: zw. 7 und 24 %) sowie des gesetzlichen Pensionsantrittsalters ermittelt.
Der Zinssatz entspricht dem stichtagsbezogenen Marktzinssatz für Anleihen von Unternehmen mit hochklassiger
Bonitätseinstufung, die mit der durchschnittlichen Restlaufzeit der Verpflichtung sowie der Währung, in der das
Unternehmen die Leistungen zu erbringen hat, übereinstimmen. Als durchschnittliche Restlaufzeit wurde vereinfachend eine
Restlaufzeit von 15 Jahren angenommenen.
Die übrigen Rückstellungen werden unter Beachtung des Vorsichtsprinzips für alle im Zeitpunkt der Bilanzerstellung
erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung gebildet und mit dem
Erfüllungsbetrag angesetzt.
VERBINDLICHKEITEN
Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.
96
ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ
ANLAGEVERMÖGEN
Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens und die Aufgliederung der Jahresabschreibung nach einzelnen
Posten sind im angeschlossenen Anlagenspiegel ersichtlich.
Finanzanlagen
Die Finanzanlagen weisen per 31.12.2024 die folgende Zusammensetzung auf:
Zusammensetzung:
Anteil
Anschaffungs-
Buchwert
in
kosten
%
EUR
EUR
Frauenthal Automotive Holding GmbH
in Liqu., Wien
100,00
5.750.290,78
0,00
Frauenthal Automotive GmbH, Wien
100,00
71.916.480,92
41.990.000,92
Frauenthal Haustechnik Beteiligungs GmbH, Wien
100,00
18.777.638,64
18.777.638,64
Frauenthal Immobilien GmbH, Wien
100,00
117.386,42
117.386,42
96.561.796,76
60.885.025,98
Im Geschäftsjahr 2024 liegen weder Zugänge noch Abgänge im Finanzanlagevermögen vor.
Die Überprüfung der Werthaltigkeit der Beteiligungen wurde mittels einer Bewertung auf Basis von diskontierten Netto-
Zahlungsmittelflüssen, sowie von abgeleiteten Diskontierungszinssätzen durchgeführt. Aufgrund von gesunkenen
Ertragserwartungen in der Division Frauenthal Automotive wurde im Geschäftsjahr 2024 die Beteiligung an der Frauenthal
Automotive GmbH um EUR 29.926.480,- außerplanmäßig abgeschrieben. Die Netto-Zahlungsmittelflüsse wurden auf Basis
einer Geschäftsplanung ermittelt, deren mittelfristige Umsatzentwicklung auf Marktanalysen sowie internen Erwartungen
beruht. Die Annahmen sind stark von der Ende des Jahres 2024 hereinbrechenden Automobilkrise getrieben.
FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände weisen folgende Zusammensetzung und
Fristigkeiten auf:
Forderungsspiegel zum
Gesamtbetrag
Restlaufzeiten
31.12.2024
bis 1 Jahr
über 1 Jahr
EUR
EUR
EUR
1.
Forderungen gegenüber verbundenen
Unternehmen
485.593,45
485.593,45
0,00
2.
sonstige Forderungen und
Vermögensgegenstände
493.317,96
493.317,96
0,00
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
978.911,41
978.911,41
0,00
Forderungsspiegel zum
Gesamtbetrag
Restlaufzeiten
31.12.2023
bis 1 Jahr
über 1 Jahr
EUR
EUR
EUR
1.
Forderungen gegenüber verbundenen
Unternehmen
3.701.793,55
3.578.801,55
122.992,00
2.
sonstige Forderungen und
Vermögensgegenstände
244.864,48
244.864,48
0,00
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
3.946.658,03
3.823.666,03
122.992,00
97
In den sonstigen Forderungen zum 31.12.2024 sind Erträge in Höhe von EUR 236.376,23 (VJ: EUR 151.050,59) enthalten, die
erst nach dem 31. Dezember 2024 zahlungswirksam werden.
Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen gliedern sich wie folgt:
31.12.2024
31.12.2023
EUR
EUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
264.369,45
258.465,03
Sonstige Forderungen
davon Steuerumlagen
221.224,00
221.224,00
3.443.328,52
3.443.328,52
485.593,45
3.701.793,55
Zusammensetzung
31.12.2024
31.12.2023
EUR
EUR
Forderungen aus Verrechnungen und Steuerumlagen
Frauenthal Airtank Hustopeče s.r.o., Hustopeče
24.103,25
26.471,19
Frauenthal Handel Gruppe AG, Wien
6.136,81
14.482,87
Frauenthal Immobilien GmbH, Wien
128.390,00
230.196,00
1a Installateur Marketingberatung für Gas-, Sanitär- und Heizungsinstallateure GmbH,
Wien
10.446,00
17.506,97
SHT Haustechnik GmbH, Perchtoldsdorf
82.388,00
1.283.736,54
Frauenthal Handel GmbH, Wien
0,00
1.911.889,01
Frauenthal Airtank Elterlein GmbH, Elterlein
37.331,27
40.873,40
Frauenthal Gnotec AB, Göteborg
196.798,12
176.637,57
Frauenthal Automotive GmbH, Wien
0,00
0,00
Techno Heat GmbH, Wien
0,00
0,00
485.593,45
3.701.793,55
AKTIVE LATENTE STEUERN
Per 31.12.2024 beträgt der Posten aktive latente Steuern EUR 1.278.200,00 (VJ: EUR 1.100.600,00). Es besteht eine
Ausschüttungssperre gemäß § 235 Abs 2 UGB in Höhe der bilanzierten aktiven latenten Steuern, soweit die danach
verbleibenden, jederzeit auflösbaren Rücklagen zuzüglich eines Gewinnvortrags und abzüglich eines Verlustvortrags, nicht
mindestens dem aktivierten Betrag entsprechen.
Die aktiven latenten Steuern zum Bilanzstichtag wurden für steuerliche Verlustvorträge, Beteiligungsabschreibungen der
Vorjahre und temporäre Differenzen zwischen dem steuerlichen und unternehmensrechtlichen Wertansatz für folgende
Posten bzw. Vermögensgegenstände und Schulden gebildet Nur für jene Verlustvorträge, die in einem Zeitraum von 5 Jahren
verwertet werden können, wurden aktive latente Steuern gebildet. (Erläuterungen zum Ansatz siehe Punkt 0):
in EUR
31.12.2023
31.12.2024
eigene Ansatz-
differenzen und
Verlustvorträge
Ansatz-
differenzen
Tochter-
unternehmen
Summe
eigene
Ansatz-
differenzen
und
Verlustvortr
äge
Ansatz-
differenzen
Tochter-
unternehmen
Summe
Erfolg-
wirksame
Änderung
Anlagevermögen
1.993,08
0,00
1.993,08
1.931,31
0,00
1.931,31
-61,77
Siebtelabschreibungen
10.173,89
1.065.542,29
1.075.716,18
6.792,56
745.845,90
752.638,46
-323.077,72
Geldbeschaffungskosten
1.638,74
0,00
1.638,74
1.680,80
0,00
1.680,80
42,06
Jubiläumsgeldrückstellung
21.252,00
0,00
21.252,00
26.174,00
0,00
26.174,00
4.922,00
Verlustvorträge
0,00
0,00
0,00
495.775,43
0,00
495.775,43
495.775,43
35.057,71
1.065.542,29
1.100.600,00
532.354,10
745.845,90
1.278.200,00
177.600,00
98
EIGENKAPITAL
In der 33. ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft vom 30. Juni 2022 wurde die vereinfachte Herabsetzung des
Grundkapitals um EUR 783.499,00 gemäß § 192 Abs 3 Z 2 und § 192 Abs 4 AktG durch Einziehung von 783.499 Stück eigener
Aktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von EUR 783.499,00 und die entsprechende Änderung der Satzung
beschlossen.
Die Frauenthal Holding AG weist ein Grundkapital von EUR 8.651.491,00 auf, das sich auf insgesamt 6.751.491 auf Inhaber
lautende Stückaktien und 1.900.000 nicht notierte Namensaktien verteilt. Jede Aktie ist am Grundkapital im gleichen Umfang
beteiligt. Der Streubesitz beträgt 1.445.240 Stück Aktien, somit 16,71 % des Grundkapitals und 18,56 % der Stimmrechte
(VJ: 1.628.575 Stück Aktien, 18,82 % des Grundkapitals und der Stimmrechte). Der Anteil der Hauptaktionäre, der FT Holding
GmbH, der Tridelta GmbH und der Ventana Holding GmbH, beträgt 6.341.102 Stück Aktien, somit 73,29 % des Grundkapitals
und 81,44 % der Stimmrechte (VJ: 7.022.916 Stück Aktien, 81,18 % des Grundkapitals und der Stimmrechte). Die Frauenthal
Holding AG hält seit dem Aktienrückkaufprogramm, das im Juni 2024 abgeschlossen wurde, selbst 10 % der Aktien. Das
Stimmrecht aus diesen eigenen Aktien ruht in der Hauptversammlung, weshalb es bei den anderen Aktionären zu
Abweichungen zwischen dem Stimmrechtsanteil und dem Anteil am Grundkapital kommt.
Die Anzahl der eigenen Aktien beträgt zum 31.12.2024 865.149 Stück dies entspricht 10 % des Grundkapitals. Die Aktien
wurden zum Preis von EUR 23,80 je Stück im Wege eines öffentlichen (Teil-)Angebots gemäß §§ 4 ff ÜbG erworben. Das
freiwillige öffentliche (Teil-)Angebot wurde am 26. April 2024 veröffentlicht und die Annahme des Angebots lief bis
einschließlich 24. Mai 2024. Die Gewinnrücklagen haben sich aufgrund des Erwerbs eigener Aktien um EUR 20.590.546,20
reduziert.
Eigene Aktien
Anzahl Stück
Anteil am
Grundkapital in EUR
Anteil am
Grundkapital in %
Stand 31.12.2023
0
0
0,00
Stand 31.12.2024
865.149
865.149
10,00
Die Ermächtigung zum Erwerb eigener Anteile wurde dem Vorstand durch Beschlussfassung in der 33. Hauptversammlung
erteilt. In der 35. Hauptversammlung wurde diese Ermächtigung erneuert.
Der Vorstand wurde in der ordentlichen 33. Hauptversammlung vom 30. Juni 2022 ermächtigt, für die Dauer von fünf Jahren
(a) das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats um insgesamt höchstens EUR 4.325.745,00 durch
Ausgabe von bis zu 4.325.745,00 auf Inhaber und/oder auf Namen lautenden Stückaktien mit Stimmrecht gegen Bareinlagen
oder gegen Sacheinlagen einmal oder mehrmals zu erhöhen, (b) hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht
der Aktionäre gegebenenfalls dann ganz oder teilweise auszuschließen, wenn das Grundkapital (i) zum Zweck der
Durchführung eines Programms für Mitarbeiterbeteiligung oder eines Aktienoptionsplans einschließlich von Mitgliedern des
Vorstands und leitenden Angestellten jeweils der Gesellschaft oder von mit dieser verbundenen Unternehmen, (ii) sonst
gegen Bareinlage, wenn in Summe der rechnerisch auf die gegen Bareinlage unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen
Aktien entfallende Anteil am Grundkapital der Gesellschaft die Grenze von 20 % (zwanzig Prozent) des Grundkapitals der
Gesellschaft zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung nicht übersteigt, oder (iii) gegen Sacheinlagen, insbesondere von
Unternehmen, Unternehmensteilen, Betrieben, Teilbetrieben oder Anteilen an einer oder mehreren Gesellschaften oder
anderen mit einem Akquisitionsvorhaben im Zusammenhang stehender Vermögensgegenstände oder zum Erwerb sonstiger
Vermögensgegenstände (einschließlich Forderungen Dritter gegen die Gesellschaft oder mit der Gesellschaft verbundenen
Unternehmen), erhöht wird sowie (c) mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Art der neu auszugebenden Aktien (auf Inhaber
und/oder auf Namen lautend), den Ausgabebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen, einschließlich der Einräumung
eines mittelbaren Bezugsrechts gemäß § 153 Abs 6 AktG, festzusetzen (Genehmigtes Kapital 2022).
RÜCKSTELLUNGEN
Die Steuerrückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
31.12.2024
31.12.2023
EUR
EUR
Rückstellung für Körperschaftsteuer
0,00
3.074.916,00
Rückstellung für bereits zugewiesene, jedoch nicht
abgegoltene Verluste von Gruppenmitgliedern
231.400,00
124.700,00
231.400,00
3.199.616,00
99
Die sonstigen Rückstellungen gliedern sich wie folgt:
31.12.2024
31.12.2023
EUR
EUR
Jubiläumsgelder
138.000,00
114.600,00
nicht konsumierte Urlaubstage
160.600,00
168.200,00
Veröffentlichungskosten
90.000,00
90.000,00
Prüfungs- und Beratungskosten
Prämien
92.400,00
351.200,00
63.350,00
429.800,00
übrige kurzfristig
200.000,00
200.000,00
1.032.200,00
1.065.950,00
Die übrigen kurzfristigen Rückstellungen sind vor allem für vertragliche Ansprüche aus dem Verkauf einer ehemaligen
Tochtergesellschaft gebildet worden, deren Inanspruchnahme auf TEUR 200 begrenzt sind.
VERBINDLICHKEITEN
Die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten weisen folgende Zusammensetzung und Fristigkeiten auf:
Verbindlichkeitenspiegel zum
Gesamtbetrag
Restlaufzeiten
dinglich
31.12.2024
bis 1 Jahr
1 - 5 Jahre
über 5 Jahre
besichert
EUR
EUR
EUR
EUR
EUR
1.
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
636.600,66
636.600,66
0,00
0,00
0,00
2.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
54.287,26
54.287,26
0,00
0,00
0,00
3.
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
25.194,00
25.194,00
0,00
0,00
0,00
4.
sonstige Verbindlichkeiten,
272.344,90
272.344,90
0,00
0,00
0,00
davon aus Steuern
3.111,70
3.111,70
davon im Rahmen der
sozialen Sicherheit
21.190,13
21.190,13
davon aus
Abgrenzungen
248.043,07
248.043,07
Verbindlichkeiten gesamt
988.426,82
988.426,82
0,00
0,00
0,00
Verbindlichkeitenspiegel zum
Gesamtbetrag
Restlaufzeiten
dinglich
31.12.2023
bis 1 Jahr
1 - 5 Jahre
über 5 Jahre
besichert
EUR
EUR
EUR
EUR
EUR
1.
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
4.739,58
4.739,58
0,00
0,00
0,00
2.
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen
und Leistungen
29.639,23
29.639,23
0,00
0,00
0,00
3.
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
959,00
959,00
0,00
0,00
0,00
4.
sonstige Verbindlichkeiten,
315.076,80
315.076,80
0,00
0,00
0,00
davon aus Steuern
3.706,35
3.706,35
davon im Rahmen der
sozialen Sicherheit
23.307,42
23.307,42
davon aus
Abgrenzungen
288.063,03
288.063,03
Verbindlichkeiten gesamt
350.414,61
350.414,61
0,00
0,00
0,00
In den sonstigen Verbindlichkeiten zum 31.12.2024 sind Aufwendungen in Höhe von EUR 45.547,93 (VJ: EUR 85.567,89)
enthalten, die erst nach dem 31. Dezember 2024 zahlungswirksam werden.
100
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen gliedern sich wie folgt:
Zusammensetzung:
31.12.2024
31.12.2023
EUR
EUR
Verbindlichkeiten aus Lieferung & Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
Frauenthal Handel GmbH, Wels
25.194,00
0,00
Techno Heat GmbH, Wien
0,00
959,00
25.194,00
959,00
SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN
Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen
Wir prognostizieren die künftigen Miet- und Leasingverpflichtungen wie folgt:
2024
2023
TEUR
TEUR
für das folgende Geschäftsjahr
352
339
für die fünf folgenden Geschäftsjahre
352
339
HAFTUNGSVERHÄLTNISSE
Die Gesellschaft weist Verbindlichkeiten aus Haftungsverhältnissen mit folgender Zusammensetzung auf:
31.12.2024
31.12.2023
EUR
EUR
Garantien
3.371.248,16
3.836.248,16
Summe
3.371.248,16
3.836.248,16
Es besteht seit dem Jahr 2015 eine Globalgarantie der Frauenthal Holding AG gegenüber der Raiffeisen-Landesbank-
Steiermark AG für die Kreditverbindlichkeiten der Frauenthal Immobilien GmbH, welche im Jahr 2015 einen
Liegenschaftsankauf finanzierte. Der aushaftende Kreditbetrag beläuft sich per 31.12.2024 auf TEUR 3.371 (VJ: TEUR 3.836).
ANGABEN ZU FINANZINSTRUMENTEN
Die Gesellschaft verfügt zum Bilanzstichtag über keine derivativen Finanzinstrumente.
101
ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt.
UMSATZERLÖSE
Die Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt:
- nach geographisch bestimmten Märkten
2024
2023
EUR
EUR
Inlandsumsätze
843.673,50
1.020.766,15
Auslandsumsätze
930.180,00
1.667.562,21
1.773.853,50
2.688.328,36
Bei den Umsatzerlösen handelt es sich vorrangig um Leistungen im Bereich Treasury, rechtlichen & steuerlichen
Fragestellungen, Unterstützung bei Versicherungsthemen sowie IT. Die Gliederung der Umsatzerlöse hat sich im
Geschäftsjahr 2024 um die Weiterverrechnungen an Konzerngesellschaften r besorgte Versicherungs- und
Beratungsleistungen verändert, deshalb sind die Umsatzerlöse 2024 nicht mit jenen aus 2023 vergleichbar (im VJ waren
EUR 1.120.148,36 Weiterverrechnungen enthalten).
PERSONALAUFWAND
Im Personalaufwand sind für das Geschäftsjahr 2024 keine Erstattungen im Zusammenhang mit COVID-19 (VJ: EUR 3.235,17)
enthalten. Es gibt in diesem Zusammenhang keine unerfüllten Bedingungen und sonstigen Eventualverbindlichkeiten mit
staatlichen Unterstützungen.
Aufwendungen für Jubiläumsgeldrückstellungen
Der Posten Gehälter enthält eine Dotierung iHv EUR 23.200,00 (VJ: EUR 21.000,00) der Rückstellung für Jubiläumsgelder. Die
auf die Änderung des Zinsniveaus entfallenden Änderungen in Höhe von EUR 200,00 (VJ: EUR 7.000,00) wurde im
Finanzergebnis erfasst.
LEISTUNGEN AN BETRIEBLICHE MITARBEITERVORSORGEKASSEN
Die Aufwendungen für Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen setzen sich wie folgt zusammen:
2024
2023
EUR
EUR
Mitglieder des Vorstandes
Leitende Angestellte
Sonstige Mitarbeiter
9.811,32
2.153,94
14.354,25
10.611,54
1.680,22
11.895,59
26.319,51
24.187,35
AUFWENDUNGEN FÜR ALTERSVERSORGUNG
Die Aufwendungen für Altersversorgung setzen sich wie folgt zusammen:
2024
2023
EUR
EUR
Mitglieder des Vorstandes
42.000,00
29.075,22
42.000,00
29.075,22
Es handelt sich hier um Zusagen, für die ausschließlich Beiträge zu leisten sind.
102
ERTRÄGE AUS BETEILIGUNGEN
2024
2023
EUR
EUR
Dividendenerträge
Frauenthal Haustechnik Beteiligungs GmbH, Wien
Frauenthal Automotive GmbH, Wien
0,00
2.000.000,00
9.600.000,00
3.000.000,00
2.000.000,00
12.600.000,00
AUFWENDUNGEN AUS FINANZANLAGEN
Im Jahr 2024 fielen EUR 29.926.480,00 (Vorjahr EUR 0,00) an Aufwendungen aus Finanzanlagen an. Diese betreffen die
außerplanmäßige Abschreibung der Beteiligung an der Frauenthal Automotive GmbH.
STEUERN VOM EINKOMMEN
Im Geschäftsjahr 2005 wurde zwischen der Frauenthal Holding AG als Gruppenträger und Gesellschaften der Frauenthal
Gruppe als Gruppenmitglieder ein Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag abgeschlossen. Die Berechnung der Steuerumlagen
erfolgt zum aktuellen Körperschaftssteuersatz von 23%. Per 31.12.2024 werden folgende Gesellschaften als
Gruppenmitglieder in die Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG einbezogen:
- Frauenthal Holding AG, Wien
- Frauenthal Immobilien GmbH, Wien
- Frauenthal Automotive Holding GmbH in Liqu., Wien
- Frauenthal Automotive GmbH, Wien
- Frauenthal Haustechnik Beteiligungs GmbH, Wien
- Frauenthal Handel Gruppe AG, Wien
- SHT Haustechnik GmbH, Perchtoldsdorf
- 1a Installateur-Marketingberatung für Gas-, Sanitär- und Heizungsinstallateure GmbH, Wien
- Frauenthal Handel GmbH, Wels
- Frauenthal Beta GmbH, Wien
- Techno Heat GmbH, Wien
Als Umlagemethode wird die Belastungsmethode angewendet.
Der Posten Steuern vom Einkommen setzt sich wie folgt zusammen:
2024
2023
EUR
EUR
Körperschaftsteuer
Steuerertrag Vorperioden
0,00
449.214,62
-3.070.750,00
1.772.751,43
Gruppenumlagen
727.716,00
3.335.928,00
Veränderung Rückstellung für die Abgeltung von Verlusten von
Gruppenmitgliedern
-106.700,00
882.500,00
Veränderung aktiver latenter Steuern
177.600,00
-423.300,00
1.247.830,62
2.497.129,43
Per 31. Dezember 2024 existieren steuerliche Verlustvorträge von Gruppenmitgliedern in Höhe von TEUR 20.788
(VJ: TEUR 17.035), für die noch keine interne Vergütung vorgenommen wurde. Grundsätzlich ist für diese künftige
Steuerbelastung gegenüber dem verlustzuweisenden Gruppenmitglied eine Rückstellung iSd § 198 Abs. 8 Z 1 UGB zu bilden.
Diese Verpflichtung entfällt, allerdings sofern auf Basis der Steuerplanungsrechnung des Gruppenmitglieds ein
steuerpflichtiger Gewinn im Planungszeitraum nicht erwartet wird und es daher an der für die Passivierung einer Rückstellung
erforderlichen Wahrscheinlichkeit einer Inanspruchnahme fehlt. Auf Basis der Steuerplanungen der Gruppenmitglieder
wurde per 31. Dezember 2024 somit für bereits zugewiesene Verluste in Höhe von TEUR 1.006
(VJ: TEUR 542), die im Planungszeitraum bzw. in absehbarer Zeit verwertet werden, eine Rückstellung
iSd § 198 Abs. 8 Z 1 UGB, die im Posten Steuerrückstellungen ausgewiesen wird, erfasst. Für die restlichen bereits
zugewiesenen Verluste wurde mangels ausreichender Ertragskraft des jeweiligen Gruppenmitgliedes keine Rückstellung
erfasst.
103
Per 31. Dezember 2024 sind steuerliche Verlustvorträge iHv TEUR 2.156 (VJ: TEUR 0,00) vorhanden, für die aktive latente
Steuern erfasst wurden.
Innerhalb der Steuergruppe der Frauenthal Holding AG bestehen per 31.12.2024 TEUR 14.054 (VJ: TEUR 14.054) quasi
permanente Differenzen iZm einer Firmenwertabschreibung auf einen Beteiligungsansatz, für welche gemäß AFRAC
Stellungnahme 30 „Latente Steuern im Jahresabschluss“ (Rz 62) mangels Veräußerungsabsicht keine Rückstellung für latente
Steuern gebildet wurde.
AUFWENDUNGEN FÜR ABSCHLUSSPRÜFER
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden folgende Aufwendungen für den Abschlussprüfer erfasst:
2024
EUR
2023
EUR
Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses
120.300,00
89.120,00
andere Bestätigungsleistungen
5.000,00
7.000,00
sonstige Leistungen
0,00
61.280,00
Summe
125.300,00
157.400,00
104
SONSTIGE ANGABEN
BEZIEHUNGEN ZU VERBUNDENEN UNTERNEHMEN
Neben der Ausübung der Holdingfunktionen für alle Konzernunternehmen, bestehen zu folgenden Konzernunternehmen
regelmäßige geschäftliche Beziehungen in Form von Leistungsbeziehungen oder im Rahmen der Steuergruppe.
Frauenthal Immobilien GmbH, Wien
Frauenthal Automotive Holding GmbH in Liqu., Wien
Frauenthal Automotive GmbH, Wien
Frauenthal Haustechnik Beteiligungs GmbH, Wien
Frauenthal Handel Gruppe AG, Wien
SHT Haustechnik GmbH, Perchtoldsdorf
Frauenthal Handel GmbH, Wels
Frauenthal Beta GmbH, Wien
Techno Heat GmbH, Wien
Frauenthal Airtank Hustopeče s.r.o., Hustopeče
Frauenthal Airtank Elterlein GmbH, Elterlein
Frauenthal Gnotec AB, Göteborg
Die fixe Vergütung für den Vorstandsvorsitzenden Dr. Hannes Winkler wurde in he von TEUR 522 (VJ: TEUR 483) von der
Ventana Holding GmbH an die Frauenthal Holding AG verrechnet. Dr. Winkler hat - im Gegensatz zu den anderen
Vorstandsmitgliedern - keinen variablen Remunerationbestandteil. Eine Gesellschaft der Validus-Gruppe verrechnete
Nettomieten in Höhe von TEUR 344 (VJ: TEUR 331) an die Frauenthal Holding AG. Des Weiteren wurden im Jahr 2024
Reisespesen in Höhe von TEUR 55 (VJ: TEUR 91) von Ventana Holding GmbH verrechnet.
Es wurden im Geschäftsjahr 2024 Beratungsleistungen durch Frieders, Tassul & Partner iHv TEUR 23 (VJ: TEUR 9) und
Leistungen durch die MOORE CENTURION Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs GmbH iHv TEUR 7 (VJ: TEUR 2) in
Anspruch genommen.
Die Frauenthal Holding AG erstellt selbst den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen. Der
Jahresabschluss der Frauenthal Holding AG, Wien, wird zum 31.12.2024 in den Konzernabschluss der Ventana Holding GmbH,
Wien, die den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen erstellt, miteinbezogen. Der Konzernabschluss der
Ventana Holding GmbH wird beim zuständigen Firmenbuchgericht Wien unter der Nummer FN 187931w offengelegt.
ANGABEN ZU BETEILIGUNGSUNTERNEHMEN
Das Eigenkapital und die Jahresergebnisse der Beteiligungen 2024 stellen sich wie folgt dar:
Beteiligung
Sitz
Anteil
Eigenkapital
31.12.2024
Jahresergebnis 2024
%
EUR
EUR
Frauenthal Automotive Holding GmbH in Liqu.
Frauenthal Automotive GmbH
Wien,
Österreich
Wien,
Österreich
100,00
100,00
256.789,01
42.559.974,36
249.486,56
-17.993.154,12
Frauenthal Haustechnik Beteiligungs GmbH
Wien,
Österreich
100,00
84.496.448,15
2.509.238,84
Frauenthal Immobilien GmbH
Wien,
Österreich
100,00
2.783.698,84
431.101,13
105
Im Vorjahr stellten sich das Eigenkapital und die Jahresergebnisse der Beteiligungen wie folgt dar:
Beteiligung
Sitz
Anteil
Eigenkapital
31.12.2024
Jahresergebnis 2024
%
EUR
EUR
Frauenthal Automotive Holding GmbH in Liqu.
Frauenthal Automotive GmbH
Wien,
Österreich
Wien,
Österreich
100,00
100,00
7.302,45
62.552.886,48
119.853,42
386.363,78
Frauenthal Haustechnik Beteiligungs GmbH
Wien,
Österreich
100,00
81.988.049,31
4.817.321,74
Frauenthal Immobilien GmbH
Wien,
Österreich
100,00
2.352.597,71
383.545,02
DURCHSCHNITTLICHE ZAHL DER MITARBEITER
Die Anzahl der Beschäftigten betrug im Jahresdurchschnitt:
2024
2023
Angestellte
10
10
Gesamt
10
10
ANGABEN ÜBER DIE MITGLIEDER DER UNTERNEHMENSORGANE
Die Vorstände der Frauenthal Holding AG sind:
Dr. Hannes Winkler Vorsitzender seit 1. Jänner 2018
Mag. Erika Hochrieser Mitglied seit 5. Juni 2018
Mag. Thomas Stadlhofer Mitglied von 1. Jänner 2023 bis 31.März 2024
Im Geschäftsjahr 2024 betragen die Bruttobezüge inklusive Pensionskassenzahlungen und Versicherungsbeiträge für die
Vorstandsmitglieder der Frauenthal Holding AG TEUR 1.209 (VJ: TEUR 1.680). In den Vergütungen sind TEUR 522 (fixe
Vergütung, kein variabler Bestandteil) für die Verrechnung des Vorstandsvorsitzenden aus einem Dienstleistungsvertrag mit
der Ventana Holding GmbH enthalten (VJ: TEUR 483).
Der Aufsichtsrat der Frauenthal Holding AG besteht aktuell aus vier (VJ: vier) von der Hauptversammlung gewählten
Mitgliedern und zwei (VJ: zwei) vom Konzernbetriebsrat entsandten Mitgliedern. Im Geschäftsjahr 2024 bestand der
Aufsichtsrat, gewählt von der Hauptversammlung, aus den folgenden Mitgliedern:
Dipl.- Bw. Claudia Beermann
Vorsitzende seit 11. Juni 2021
Mitglied seit 19. Juni 2019
Dr. Johannes Strohmayer
Mitglied seit 2. Juni 2010
Dr. Andreas Staribacher
Stellvertreter der Vorsitzenden seit 11. Juni 2021
Mitglied seit 5. Juni 2018
Dr. Christian Tassul
Mitglied seit 11. Juni 2021
106
Der Konzernbetriebsrat hat folgende Mitglieder in den Aufsichtsrat entsandt:
Johann Parcer
Mitglied seit 30. November 2022
Thomas Zwettler
Mitglied seit 1. Jänner 2015
Die Bezüge für die Mitglieder des Aufsichtsrates betragen für das Berichtsjahr TEUR 137 (VJ: TEUR 129).
Vorschüsse bzw. Kredite gem. § 237 Abs. 1 Z 3 UGB für Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats wurden nicht gewährt.
Es wurden auch keine Haftungsverhältnisse für die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats eingegangen.
VORSCHLAG ZUR VERWENDUNG DES ERGEBNISSES
Der Bilanzgewinn der Frauenthal Holding AG beträgt zum 31.12.2024 TEUR 0, daher entfällt der
Ergebnisverwendungsvorschlag.
EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG
Zwischen dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 und der Freigabe dieses Berichts zur Veröffentlichung am 29. April 2025
gab es keine wesentlichen angabepflichtigen Ereignisse.
Wien, 29. April 2025
Frauenthal Holding AG
Mag. Erika Hochrieser Dr. Hannes Winkler
Vorstandsmitglied Vorstandsvorsitzender
107
ERKLÄRUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden
Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das
Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein glichst getreues Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und
Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden
Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den
Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein glichst getreues
Bild der Vergens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und
Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.
Wien, 29. April 2025
Frauenthal Holding AG
Dr. Hannes Winkler
Mag. Erika Hochrieser
Vorstandsvorsitzender
Vorstandsmitglied
108
Bestätigungsvermerk
Bericht zum Jahresabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Jahresabschluss der
Frauenthal Holding AG,
Wien,
bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2024, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag
endende Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt
ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2024 sowie der Ertragslage der
Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen
unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-
VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese
Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten
nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die
Prüfung des Jahresabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der
Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und
berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen
Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks
erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage r unser Prüfungsurteil zu diesem
Datum zu dienen.
Sonstiger Sachverhalt
Der Jahresabschluss der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 wurde von einem anderen Abschlussprüfer geprüft,
der am 25. April 2024 ein nicht modifiziertes Prüfungsurteil erteilt hat.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen
am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte
wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres
Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:
Bewertung des Finanzanlagevermögens
Sachverhalt und Verweis auf weitergehende Informationen
Die Frauenthal Holding AG ist oberste operative Konzernmutter einer multinational tätigen Unternehmensgruppe.
Das Finanzanlagevermögen, im Wesentlichen bestehend aus zwei Divisionsholdinggesellschaften, stellt im
Jahresabschluss der Frauenthal Holding AG mit rd. 96 % der Bilanzsumme den wesentlichsten Posten dar. Die
Werthaltigkeit der Beteiligungsansätze der wesentlichen Beteiligungen wird zumindest einmal pro Jahr mittels eines
Bewertungsmodells nach dem Discounted Cashflow-Verfahren getestet.
109
Das Ergebnis dieser Bewertung ist von der Einschätzung der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse durch die
gesetzlichen Vertreter sowie den Diskontierungszinssätzen abhängig und daher mit Schätzunsicherheiten und
Ermessen behaftet. Die wesentlichen Risiken bestehen in der Schätzung der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse und
der Ableitung des Diskontierungszinssatzes.
Im Abschnitt Erläuterungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Finanzanlagen des Anhangs sind die
Angaben zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und unter Abschnitt Erläuterungen zur
Bilanz, Finanzanlagen des Anhangs die Zusammensetzung des Postens Finanzanlagen dargestellt und erläutert,
dass die Überprüfung der Werthaltigkeit von Beteiligungen im Geschäftsjahr 2024 zu einer außerplanmäßigen
Abschreibung geführt hat.
Prüferisches Vorgehen
Für die Prüfung der Werthaltigkeit der Beteiligungen haben wir uns ein Verständnis über den Planungsprozess
verschafft.
Darauf aufbauend haben wir die angewandten Bewertungsmodelle hinsichtlich ihrer Methodik beurteilt und
rechnerisch nachvollzogen. Weiters haben wir uns mit den wesentlichen Parametern (Diskontierungszinssätze und
künftige Zahlungsströme) auseinandergesetzt. Dazu haben wir interne Bewertungsspezialisten beigezogen.
In Bezug auf die erwarteten Cashflows haben wir uns vergewissert, dass diese mit den von der
Unternehmensleitung freigegebenen und vom Aufsichtsrat gebilligten bzw zur Kenntnis genommenen Budgets für
2025 und Planungen für die Folgejahre übereinstimmen. Anhand von Vorjahresvergleichen, Marktdaten und unter
Berücksichtigung der in der Automotive Sparte bestehenden Rahmenverträge haben wir die Plausibilität der
erwarteten Umsätze und Wachstumsraten beurteilt.
Die Angemessenheit der Höhe der Diskontierungszinssätze wurde durch nachvollziehen der Ableitung der für die
Bestimmung der Diskontierungszinssätze maßgeblichen Parameter der durchschnittlichen Kapitalkosten
(„weighted average cost of capital“) beurteilt.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in
Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter
verantwortlich r die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines
Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen
Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der
Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit - sofern einschlägig - anzugeben, sowie dafür, den
Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die
gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit
einzustellen oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.
110
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von
wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen
Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und den österreichischen
Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte
Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche
Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen,
wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage
dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten
Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen
Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken,
führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage
für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche
falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose
Handlungen kollusives Zusammenwirken, lschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende
Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um
Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit
dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten
Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten
geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen
Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit
im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit
der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die
Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem
Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder,
falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere
Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten
Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der
Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich
der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in
einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die
geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen,
einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer
Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen
Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle
Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann,
dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und - sofern einschlägig - damit zusammenhängende
Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben,
diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des
Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben
diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere
Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst
seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil
vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das
öffentliche Interesse übersteigen würden.
111
Bericht zum Lagebericht
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er
mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt
wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den
österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts
durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden,
enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB, und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen
Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht
festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 17. Juni 2024 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 16.
September 2024 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit 16. September 2024 Abschlussprüfer.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Jahresabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an
den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs 1 der EU-VO) erbracht haben und
dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft
gewahrt haben.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr MMag Christoph Zimmel.
Wien,
Grant Thornton Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
qualifiziert elektronisch signiert
MMag Christoph ZIMMEL eh
Wirtschaftsprüfer und Steuerberater
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung
erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt
Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.
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