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JAHRESFINANZBERICHT
2023
DAS WAR DIE
FRAUENTHAL EXPO 2024
Die Frauenthal EXPO 2024 war eine Messe der Rekorde. Mit 163 Ausstellern nahmen so
viele Partner wie noch nie teil, und mit knapp 10.200 Besuchern wurde eine
spektakuläre Bestmarke aufgestellt. Neuheiten im Rahmenprogramm, wie die EXPO
Walks, der EXPO Energiewende Talk und der KPC-Förderstand, kamen bei den Gästen
gut an. Die massive Erweiterung in den Bereichen Elektro und Photovoltaik hat sich
ausgezahlt, da neben den Installateuren auch sehr viele Elektriker die Frauenthal EXPO
besucht haben.
Dass sich so viele Fachleute Zeit für die Frauenthal EXPO genommen haben, spiegelt die
Strahlkraft des Messeoriginals des Marktführers wider. Man darf gespannt sein, womit
Frauenthal für 2026 überrascht.
Für weitere Informationen besuchen Sie die Website:
www.frauenthal-expo.at
INHALTSVERZEICHNIS
KONZERNABSCHLUSS FRAUENTHAL-GRUPPE 2023
4 KONZERNLAGEBERICHT
20 KONZERNABSCHLUSS
32 KONZERNANHANG
68 ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
71 ERKLÄRUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER
72 BESTÄTIGUNGSVERMERK
JAHRESABSCHLUSS FRAUENTHAL HOLDING AG 2023
78 LAGEBERICHT
95 JAHRESABSCHLUSS
112 ERKLÄRUNG DER GESETZLICHEN VERTETER
113 BESTÄTIGUNGSVERMERK
KONZERNLAGEBERICHT
FRAUENTHAL HOLDING AG 2023
A. EINLEITUNG
DIE GRUPPE IM ÜBERBLICK
Die Daten der Vergleichsperiode beziehen sich auf die fortzuführenden Geschäftsbereiche. Die fortzuführenden Geschäftsbereiche
beinhalten die Division Frauenthal Handel sowie die Division Frauenthal Automotive mit den beiden Business Units Frauenthal Gnotec
und Frauenthal Airtank.
Die Frauenthal-Gruppe weist einen Gesamt-Umsatz in Höhe von MEUR 1.081,0 auf und liegt damit um MEUR 23,9 über dem Vorjahr
(+2,3 %). Dieser Umsatzzuwachs ergibt sich in Höhe von MEUR 22,1 aus der Division Frauenthal Handel und mit MEUR 1,8 aus der
Division Frauenthal Automotive. Die Division Frauenthal Handel weist einen Jahresumsatz in Höhe von MEUR 845,7 (+2,7 %) auf, die
Division Frauenthal Automotive erzielt im Geschäftsjahr 2023 einen Umsatz von MEUR 235,2 (+0,8 %).
Die Frauenthal-Gruppe erwirtschaftet 2023 ein EBITDA von MEUR 62,2 und liegt mit diesem Ergebnis um MEUR -19,9 unter dem
Vorjahr. Die Division Frauenthal Handel weist ein EBITDA von MEUR 47,0 aus und liegt damit um MEUR -19,9 (-29,8 %) unter dem
Vorjahresergebnis. Die Division Frauenthal Automotive erzielt ein EBITDA in Höhe von MEUR 17,5 und liegt damit um MEUR 0,1 (+0,1
%) über dem Vorjahr.
Das Konzern-Eigenkapital steigt von MEUR 180,9 um MEUR 11,1 auf MEUR 192,0, was vorrangig auf das positive Jahresergebnis
zurückzuführen ist. Die Eigenkapitalquote von 36,4 % zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 erhöht sich per 31. Dezember 2023 auf
38,1 %.
WIRTSCHAFTLICHES UMFELD
Im Geschäftsjahr 2023 sind beide Divisionen von gegensätzlichen Entwicklungen geprägt.
Die Division Frauenthal Handel bietet ein breites Portfolio an Produkten und Lösungen für ihre Kunden im Sanitär-, Heizungs- und
Elektrogroßhandel an und ist maßgebend mit der österreichischen Bauwirtschaft verbunden. Stark steigende Baustoffpreise,
Personalmangel sowie die hohe Inflation wirken sich negativ auf das Baugewerbe und somit auf die Bauproduktion (-2,7 %
1
gegenüber
2022) aus. Dieser Trend ist im Bereich Neubau zu spüren. Bei Renovierungen außerhalb des Wohnungssektors und Tiefbau hingegen
wird für 2024 ein Wachstum prognostiziert; die CO
2
-reduzierenden und energiekostensenkenden Sanierungen und Investitionen wie
in Wärmepumpen und Photovoltaik befinden sich ebenfalls nach wie vor im Aufwärtstrend. Insbesondere die umfangreichen
Förderaktionen, beispielsweise das Programm „Raus aus Öl und Gas“, wirken sich positiv auf die Division Frauenthal Handel aus. Die
Gesamtentwicklung der Wirtschaft liegt um -0,8 % unter dem Vorjahr.
Der europäische Automobilmarkt erholt sich von den Folgen der COVID-19-Krise und den Auswirkungen des Ukraine-Russland-
Krieges. Allerdings kämpft die Branche Anfang 2023 immer noch mit Engpässen bei kritischen Teilen wie beispielsweise
Computerchips, wodurch die Fahrzeugproduktion beeinträchtigt wird. Die Zulassungen im PKW-Markt
2
steigen um 12,6 % (BEV
16,3 % Marktanteil), im Nutzfahrzeugmarkt
3
steigen die Neuregistrierungen im Vergleich zu 2022 um 15,8 %, wobei die schweren
Nutzfahrzeuge als wichtigstes Nutzfahrzeugsegment für die Division Frauenthal Automotive mit +14,9 % in Europa zulegen.
Deutschland, der größte Markt für schwere Nutzfahrzeuge, verzeichnet ein Wachstum von 25,2 %, während Frankreich als
zweitgrößter Markt um 9,9 % zulegt. Das Segment der mittelschweren Nutzfahrzeuge wächst in Europa im Jahr 2023 um 23,2 % im
Vergleich zu 2022. Der LKW-Markt befindet sich im Jahr 2023 auf dem höchsten Stand seit 15 Jahren
4
, obwohl im Laufe des Jahres
ein Rückgang der Auftragseingänge zu verzeichnen war und für das Jahr 2024 ein Rückgang bei den Verkäufen neuer LKWs erwartet
wird.
1
96
th
Euroconstruct Country Report, Winter 2023.
2
PKW-Markt siehe https://www.acea.auto/pc-registrations/new-car-registrations-13-9-in-2023-battery-electric-14-6-market-share/
3
Nutzfahrzeugmarkt siehe https://www.acea.auto/cv-registrations/new-commercial-vehicle-registrations-vans-14-6-trucks-16-3-
buses-19-4-in-2023/
4
LKW-Markt siehe https://think.ing.com/articles/european-truck-market-slows-while-electric-journey-accelerates/
Der PKW-Markt ist erstmals, nach 16 aufeinanderfolgenden Monaten des Wachstums im Dezember 2023, rückläufig: Das
Gesamtjahresvolumen 2023 erreicht 10,5 Millionen Fahrzeuge. Alle EU-Märkte sind im abgelaufenen Geschäftsjahr gewachsen, außer
Ungarn (-3,4 %). Die meisten Märkte verzeichnen zweistellige Zuwächse, allen voran Italien (+18,9 %), Spanien (+16,7 %) und
Frankreich (+16,1 %). Deutschland kann +7,3 % gegenüber dem Vorjahr
5
zulegen.
Volvo PKW, der größte Einzelkunde der Division Frauenthal Automotive, steigert die Anzahl der verkauften Einheiten auf 708.716
Fahrzeuge (615.121 Fahrzeuge im Jahr 2022), was einen neuen Rekord für Volvo PKW darstellt
6
.
Das Jahr 2023 ist für die Division Frauenthal Automotive aufgrund der inflationsbedingt steigenden Kosten bei den direkten Material-
und Lohnkosten sowie der steigenden Zinsen eine Herausforderung. Diese Kostensteigerungen auf der Konsumentenseite führen in
weiterer Folge zu einem Rückgang der Nachfrage.
DIVISION FRAUENTHAL AUTOMOTIVE: ERGEBNIS TROTZ GESTIEGENER KOSTEN AUF VORJAHRESNIVEAU
Das Geschäftsjahr 2023 ist von einer hohen Nachfrage auf Kundenseite geprägt, die durch die Auftragsrückstände und das Bestreben
des Marktes, sich von der Pandemie und der Teileknappheit des Jahres 2022 zu erholen, bedingt ist. Eine weitere Folge der Engpässe
sowie des Ukraine-Russland-Krieges ist der Anstieg von Inflation und Zinssätzen. Eine höhere Kostenbasis für Material und Personal
hat den Fokus intern nicht nur auf die Einkaufsaktivitäten, sondern auch auf die Kundenvereinbarungen gelegt. Verhandlungen mit
den Kunden, welche das Ziel verfolgen, einen Ausgleich für die inflationsbedingten Kostensteigerungen zu erhalten, werden im Laufe
des Jahres zu einer wichtigen Aufgabe.
Die Umsatzerlöse steigen 2023 dank eines wachsenden Marktes im Vergleich zu 2022. Andererseits erhöhen Inflation und Zinssätze
die Kosten, was zu einem Ergebnis auf dem Niveau des Vorjahres führt.
Darüber hinaus ist das Jahr 2023 in Hinblick auf die Akquisition neuer Kunden erfolgreich. Die Produktion neuer Teile wurde mit
Kunden in Mehrjahresverträgen vereinbart und wird in den Jahren 2024/2025 anlaufen.
DIVISION FRAUENTHAL HANDEL WEITERHIN MIT UMSATZWACHSTUM
Die Geschäftsentwicklung der Division Frauenthal Handel ist von der Baukonjunktur in Österreich und von der Bereitschaft privater
Haushalte, in Sanierung und Erneuerung von Sanitär-, Heizungs-, Lüftungs- und Elektroeinrichtungen zu investieren, bestimmt. Die
steigenden Energiekosten und das nachhaltige Bewusstsein zum Klimaschutz führen zu einer höheren Bereitschaft zu Investitionen in
erneuerbare Energieanlagen und auch zur Sanierung und Erneuerung von Sanitär- und Heizungseinrichtungen. Insbesondere die
Förderprogramme der Bundesregierung entlasten private Haushalte und Betriebe beim Umstieg von einem fossil betriebenen auf ein
nachhaltiges Heizungssystem.
Die Sanierungsoffensive, die Preissteigerungen seitens der Industrie und die Verschiebung des Umsatzes hin zu Wärmepumpen,
Wärmespeicher und Photovoltaik führen zu einem Umsatzwachstum von 2,7 % bzw. von MEUR 22,1.
Nach einem außergewöhnlichen Sonderkonjunkturjahr 2022 im Sektor Baunebengewerbe pendelt sich das Ergebnis in der Division
Frauenthal Handel wie zu erwarten auf einem normalen Niveau ein EBITDA iHv MEUR 47,0 (VJ: MEUR 66,9). Der Ergebnisrückgang
resultiert vor allem aus einem Anstieg des Wareneinsatzes und damit einem Rückgang im Deckungsbeitrag in Kombination mit
gestiegenen Kosten (vor allem Personal- und Infrastrukturkosten).
Der Sanitär- und Heizungsmarkt ist weiterhin einem verschärften Verdrängungs- und Preiskampf ausgesetzt, zusätzlich belastet der
rückläufige Sanitärmarkt die Branche. Trotz des bestehenden Preiskampfes kann der Marktanteil der Division Frauenthal Handel
ausgebaut werden.
5
PKW-Markt siehe https://www.acea.auto/files/Press_release_car_registrations_full_year_2023.pdf
6
Volvo-PKW siehe https://www.media.volvocars.com/global/en-gb/media/pressreleases/322434/volvo-cars-reports-new-global-sales-
record-in-2023
https://www.media.volvocars.com/global/en-gb/media/pressreleases/308388/volvo-cars-reports-full-year-2022-sales-share-of-fully-
electric-cars-at-109
B. ERGEBNISANALYSE
Aufgrund des Verkaufs der Business Unit Frauenthal Powertrain im Jahr 2022 werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung 2022 die
fortzuführenden Geschäftsbereiche getrennt vom aufgegebenen Geschäftsbereich Frauenthal Powertrain ausgewiesen. Die Daten der
Vergleichsperiode 2022 beziehen sich in den nachfolgenden Darstellungen auf die fortzuführenden Geschäftsbereiche.
UMSATZ
Der Konzernumsatz der Frauenthal-Gruppe liegt im Geschäftsjahr 2023 mit MEUR 1.081,0 um MEUR 23,9 bzw. 2,3 % über dem
Vorjahr. Der Anstieg stammt mit MEUR 22,1 (2,7 %) aus der Division Frauenthal Handel und mit MEUR 1,8 (0,8 %) aus der Division
Frauenthal Automotive.
in TEUR
2023
2022
Veränderung
Frauenthal Automotive
235.220
233.449
1.771
Frauenthal Handel
845.737
823.630
22.107
Holdings und Sonstige
8
7
1
Frauenthal-Gruppe
1.080.966
1.057.086
23.879
Der Umsatz der Division Frauenthal Automotive steigt gegenüber dem Vergleichszeitraum um MEUR 1,8 bzw. um 0,8 %. Dieser
Anstieg ist mit MEUR 4,6 auf die Business Unit Frauenthal Gnotec und mit einer Reduktion von MEUR -2,8 auf die Business Unit
Frauenthal Airtank zurückzuführen.
Der Umsatz der Division Frauenthal Handel steigt um 2,7 % und liegt im Geschäftsjahr 2023 bei MEUR 845,7. Dies ist vor allem auf
die Sanierungsoffensive, die Preissteigerungen seitens der Industrie und die Verschiebung des Umsatzes hin zu Wärmepumpen,
Wärmespeicher und Photovoltaik zurückzuführen.
Die erwirtschafteten Umsätze in Österreich in Höhe von MEUR 830,0 sind zum größten Teil der Division Frauenthal Handel zuzuordnen.
Die Umsätze in allen anderen Ländern sind im Wesentlichen auf die Division Frauenthal Automotive zurückzuführen, welche weltweit
agiert. Die Details der Umsätze nach Regionen sind der Konzern-Segmentberichterstattung zu entnehmen.
ERGEBNIS
Die Frauenthal-Gruppe erwirtschaftet 2023 ein EBITDA von MEUR 62,2 und liegt mit diesem Ergebnis um MEUR -19,9 unter dem
Vorjahr.
Die Division Frauenthal Automotive erzielt ein EBITDA von MEUR 17,5 und liegt damit um MEUR 0,1 über dem Vorjahreswert.
Die Division Frauenthal Handel liegt um MEUR -19,9 unter dem Vorjahreswert und kann somit MEUR 47,0 an EBITDA beisteuern. Der
Ergebnisrückgang resultiert vor allem aus einem Anstieg des Wareneinsatzes und dem damit einhergehenden Rückgang im
Deckungsbeitrag in Kombination mit gestiegenen Kosten.
EBITDA NACH SEGMENTEN
in TEUR
2023
2022
Veränderung
Frauenthal Automotive
17.461
17.321
140
Frauenthal Handel
46.988
66.898
-19.910
Holdings und Sonstige
-1.498
-1.486
-12
Frauenthal-Gruppe
62.191
82.044
-19.853
in % vom Umsatz
5,8 %
7,8 %
-2,0 %
Die planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen erhöhen sich in der Frauenthal-Gruppe
gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um MEUR -0,8. Im Geschäftsjahr 2023 gibt es keine außerplanmäßigen
Abschreibungen (VJ: keine).
Das Finanzergebnis der Frauenthal-Gruppe verschlechtert sich um MEUR -6,3 auf MEUR -11,3 (VJ: MEUR -5,0), was vor allem auf
höhere Zinsaufwendungen für Kredite, Factoring, und Leasing sowie zahlungsunwirksame Kursverluste zurückzuführen ist.
Der gesamte Steueraufwand der Frauenthal-Gruppe beträgt MEUR -3,0 und liegt damit um MEUR 8,1 unter jenem des Vorjahres
dies ist vor allem auf die Ergebnisentwicklung zurückzuführen.
ERGEBNISENTWICKLUNG
in TEUR
2023
2022
Veränderung
Umsatz
1.080.966
1.057.086
23.880
EBITDA
62.191
82.044
-19.853
EBIT
28.735
49.392
-20.657
Finanzergebnis
-11.307
-5.021
-6.286
Ergebnis vor Steuern
17.428
44.370
-26.943
Ergebnis nach Steuern
14.399
33.205
-18.806
VERMÖGENS- UND FINANZLAGE
Die Bilanzsumme der Frauenthal-Gruppe steigt im Vergleich zum Vorjahr um MEUR 7,5 auf MEUR 504,4.
Die langfristigen Vermögenswerte steigen um MEUR 2,3 auf MEUR 203,6 im Vergleich zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022.
Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhen sich um MEUR 5,2 gegenüber dem Vorjahr. Bei den Vorräten kommt es zu einem Anstieg
von MEUR 15,1 in der Division Frauenthal Handel aufgrund von gezielten Einkäufen in der Produktgruppe Erneuerbare Energie und
um das starke Umsatzwachstum bedienen zu können. Während in der Frauenthal-Gruppe die Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen gegenüber dem Vorjahr um MEUR -8,5 sinken, steigen die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie die
Termingeldeinlagen um insgesamt MEUR 4,3 an.
Auf der Passivseite steigt das Eigenkapital von MEUR 180,9 um MEUR 11,1 auf MEUR 192,0 vor allem aufgrund des positiven
Jahresergebnisses iHv MEUR 14,4. Gegenläufig verringern die versicherungsmathematischen Verluste iHv MEUR -2,4 sowie die
ausbezahlte Dividende iHv MEUR -0,5 das Eigenkapital. Die Eigenkapitalquote von 38,1 % zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023
erhöht sich um 1,7 Prozentpunkte gegenüber dem Wert zum 31. Dezember 2022 iHv 36,4 %.
Der Rückgang der langfristigen Schulden um MEUR -5,7 ist in Höhe von MEUR -9,6 auf den ckgang der Finanz- und
Leasingverbindlichkeiten zurückzuführen. Demgegenüber steigen die Personalrückstellungen im Vergleich zum Vorjahr um MEUR 3,9
auf MEUR 34,1 dieser Anstieg ist in Höhe von MEUR 2,4 auf versicherungsmathematische Verluste aufgrund der gesunkenen
Zinssätze zurückzuführen.
Die kurzfristigen Schulden steigen um MEUR 2,1, wobei die sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten mit MEUR 8,3 den höchsten
Anstieg verzeichnen dies ist vor allem auf höhere Rückstellungen für Kundenretouren zurückzuführen. Die kurzfristigen Finanz- und
Leasingverbindlichkeiten steigen insgesamt um MEUR 3,0. Im Gegenzug reduzieren sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen um MEUR -8,6.
VERMÖGENS- UND FINANZLAGE
in TEUR
2023
2022
Veränderung
Langfristige Vermögenswerte
203.585
201.280
2.305
Vorräte
203.961
191.659
12.302
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte
96.901
103.986
-7.085
Summe Vermögenswerte
504.447
496.925
7.522
Eigenkapital
192.042
180.900
11.142
Langfristige Schulden
124.097
129.822
-5.725
Kurzfristige Schulden
188.308
186.203
2.105
Summe Eigenkapital und Schulden
504.447
496.925
7.522
INVESTITIONEN (OHNE FINANZINVESTITIONEN)
Im Geschäftsjahr 2023 werden MEUR 21,4 (exklusive Investitionen Nutzungsrechte Leasing) in die Umsetzung der Wachstums- und
Qualitätsstrategie investiert. Die Division Frauenthal Automotive investiert MEUR 6,5 schwerpunktmäßig in produktivitätsverbessernde
Maßnahmen sowie Erweiterungen. Die Division Frauenthal Handel investiert MEUR 14,9 in die Erweiterung und Modernisierung der
Logistik- und Verkaufsflächen, in die Immobilie Gerasdorf (MEUR 4,1) sowie in den Fuhrpark und in Digitalisierung.
Das Anlagevermögen der Frauenthal-Gruppe steigt um MEUR 2,4 von MEUR 196,6 auf MEUR 199,0.
ENTWICKLUNG ANLAGEVERMÖGEN
in TEUR
Immaterielles
Anlagevermögen
Sachanlagen
Nutzungsrechte
Leasing
Anlagen
gesamt
Buchwerte 01.01.2023
20.130
104.118
72.382
196.631
IFRS 16 Modifikationen
0
0
14.893
14.893
Investitionen
1.780
19.651
1.989
23.420
Umbuchungen
18
-18
0
0
Planmäßige Abschreibungen
-1.520
-14.782
-17.154
-33.456
Abgänge
-20
-253
-1.409
-1.682
Währungsumrechnung und Sonstige
-2
-599
-241
-842
Buchwerte 31.12.2023
20.386
108.118
70.460
198.964
KAPITALFLUSS- UND LIQUIDITÄTSENTWICKLUNG
Die Ausführungen zur Kapitalfluss- und Liquiditätsentwicklung beziehen sich auf die Gesamt-Werte der Frauenthal-Gruppe.
KAPITALFLUSSRECHNUNG
in TEUR
2023
2022
Veränderung
Kapitalfluss aus dem Ergebnis
49.361
74.374
-25.013
davon aufgegebener Geschäftsbereich
0
1.308
-1.308
Kapitalfluss aus der operativen Geschäftstätigkeit
50.210
44.208
6.002
davon aufgegebener Geschäftsbereich
0
4.974
-4.974
Kapitalfluss aus der Investitionstätigkeit
-29.928
-26.427
-3.501
davon aufgegebener Geschäftsbereich
0
-6.138
6.138
Kapitalfluss aus der Finanzierungstätigkeit
-25.011
-21.701
-3.310
davon aufgegebener Geschäftsbereich
0
-1.582
1.582
Veränderung der liquiden Mittel
-4.729
-3.920
-809
davon aufgegebener Geschäftsbereich
0
-2.747
2.747
Liquide Mittel am Ende der Periode
39.843
44.572
-4.729
Der Kapitalfluss aus dem Ergebnis der Frauenthal-Gruppe sinkt um MEUR -25,0 insbesondere aufgrund des niedrigeren Ergebnisses.
Der Kapitalfluss aus der operativen Geschäftstätigkeit erhöht sich um MEUR 6,0, was auf die Veränderung des Working Capital vor
allem bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, den sonstigen Forderungen sowie den sonstigen Verbindlichkeiten
zurückzuführen ist. Der Kapitalfluss aus der Investitionstätigkeit beträgt MEUR -29,9. Die enthaltenen Investitionen für immaterielles
Anlagevermögen und Sachanlagen belaufen sich im Geschäftsjahr 2023 auf MEUR 21,4.
Der Kapitalfluss aus der Finanzierungstätigkeit beträgt MEUR -25,0 und setzt sich wie folgt zusammen: Tilgung von Krediten
iHv MEUR -15,4 und Leasingverbindlichkeiten von MEUR -18,5, Aufnahme von Krediten iHv MEUR 9,4 (wobei in dieser Position der
Höchststand an ausgenützten Betriebsmittellinien enthalten ist) sowie eine Gewinnausschüttung iHv MEUR -0,5.
Die Nettoverschuldung der Frauenthal-Gruppe sinkt um MEUR 10,9 und beträgt per 31. Dezember 2023 MEUR 78,2
(Nettoverschuldung per 31. Dezember 2022: MEUR 89,1).
C. ANGABEN GEM. § 243A UGB
Die Frauenthal Holding AG weist ein Grundkapital von EUR 8.651.491,00 auf, das sich auf insgesamt 6.751.491 auf Inhaber lautende
Stückaktien und 1.900.000 nicht notierte Namensaktien verteilt. Jede Aktie ist am Grundkapital im gleichen Umfang beteiligt. Der
Streubesitz beträgt 1.628.575 Stück Aktien, somit 18,82 % (VJ: 2.728.575 Stück Aktien, 31,54 %), wobei davon 0 % (VJ: 12,71 %)
auf die MCI Miritz Citrus Ingredients GmbH entfallen. Der Anteil der Hauptaktionäre, der FT Holding GmbH, der Tridelta GmbH und
der Ventana Holding GmbH, beträgt 7.022.916 Stück Aktien, somit 81,18 % (VJ: 5.922.916 Stück Aktien, 68,46 %).
Es bestehen keine besonderen Kontrollrechte für einzelne Aktionäre. Es bestehen keine über die gesetzlichen Vorschriften
hinausgehenden Rechte zur Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie zur Änderung der
Satzung.
Der Vorstand wurde in der ordentlichen 33. Hauptversammlung vom 30. Juni 2022 ermächtigt, für die Dauer von fünf Jahren (a) das
Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats um insgesamt höchstens EUR 4.325.745,00 durch Ausgabe von bis
zu 4.325.745 auf Inhaber und/oder auf Namen lautenden Stückaktien mit Stimmrecht gegen Bareinlagen oder gegen Sacheinlagen
einmal oder mehrmals zu erhöhen, (b) hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre gegebenenfalls dann
ganz oder teilweise auszuschließen, wenn das Grundkapital (i) zum Zweck der Durchführung eines Programms für
Mitarbeiterbeteiligung oder eines Aktienoptionsplans einschließlich von Mitgliedern des Vorstands und leitenden Angestellten jeweils
der Gesellschaft oder von mit dieser verbundenen Unternehmen, (ii) sonst gegen Bareinlage, wenn in Summe der rechnerisch auf die
gegen Bareinlage unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien entfallende Anteil am Grundkapital der Gesellschaft die
Grenze von 20 % (zwanzig Prozent) des Grundkapitals der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung nicht
übersteigt, oder (iii) gegen Sacheinlagen, insbesondere von Unternehmen, Unternehmensteilen, Betrieben, Teilbetrieben oder Anteilen
an einer oder mehreren Gesellschaften oder anderer mit einem Akquisitionsvorhaben im Zusammenhang stehenden
Vermögensgegenstände oder zum Erwerb sonstiger Vermögensgegenstände (einschließlich Forderungen Dritter gegen die Gesellschaft
oder mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen), erhöht wird sowie (c) mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Art der neu
auszugebenden Aktien (auf Inhaber und/oder auf Namen lautend), den Ausgabebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen,
einschließlich der Einräumung eines mittelbaren Bezugsrechts gemäß § 153 Abs 6 AktG, festzusetzen (Genehmigtes Kapital 2022).
In wesentlichen Liefer- und Bezugsverträgen des Konzerns sind Change-of-Control-Klauseln enthalten. Eine detaillierte
Bekanntmachung dieser Vereinbarungen würde dem Konzern erheblichen Schaden zufügen und kann daher unterbleiben.
D. RISIKOBERICHT
Gemäß der Regel 69 des Österreichischen Corporate Governance Kodex wurde ein konzernweites Risikomanagementsystem (RMS)
eingerichtet. Risikoquellen werden systematisch identifiziert, bewertet und vordefinierte Strategien im Umgang mit den Risiken
festgelegt. Ein wesentliches Element des RMS sind Frühwarnindikatoren, die systematisch erfasst, analysiert und berichtet werden. Der
Umgang mit den Risiken ergibt sich aus der Einordnung in die Risikomatrix, die regelmäßig aktualisiert wird: aktives Management,
laufende Beobachtung oder fallweise Beobachtung. Das interne Kontrollsystem (IKS), dessen Kernelemente das Controlling, Reporting,
die interne Revision und die Managementmeetings auf allen Ebenen sind, wird laufend an die Erfordernisse des RMS angepasst.
MARKTRISIKO
Die Automobilindustrie befindet sich in einem weitreichenden Technologiewandel mit zunehmender Elektrifizierung der neuen
Fahrzeuge. Dies gilt sowohl für Personenkraftwagen als auch für Nutzfahrzeuge, obwohl die Entwicklung bei den Personenkraftwagen
weiter fortgeschritten ist. Die batteriebetriebenen Elektrofahrzeuge haben im Jahr 2023 zugenommen, obwohl der Dezember 2023
der erste Monat seit April 2020 war, in dem das Volumen der Elektrofahrzeuge zurückgegangen ist. Die Division Frauenthal Automotive
ist erfolgreich bei der Akquisition von Neugeschäften für die Elektrifizierung von PKWs und wird in Zukunft mehr Teile für dieses
Segment liefern.
Neben dem technologischen Wandel stellen die Inflation und die Verbrauchernachfrage in Verbindung mit der politischen Instabilität,
insbesondere in Europa, ein großes Risiko dar, auch wenn sich die Lage im Jahr 2023 im Vergleich zu 2022 stabilisiert hat. Die Folgen
des Ukraine-Russland-Krieges sind auf längere Sicht weiterhin schwer abzuschätzen.
PKW-Segment (rund 48 % des Umsatzes der Division Frauenthal Automotive):
Die Entwicklung der Elektromobilität ist für Frauenthal Gnotec von großer Bedeutung. Das Gesamtvolumen von
batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) steigt in der EU im Jahr 2023 um 37,0 % gegenüber dem Vergleichszeitraum des
Vorjahres. Der Marktanteil von BEV erreicht 2023 14,6 %
7
. Die aktuellen Markt- und Technologietrends in Europa deuten
auf einen weiteren Anstieg des Volumens im Jahr 2024 hin, wobei China als Hauptantriebskraft angesehen wird, obwohl
auch die EU und die USA steigende BEV-Volumina aufweisen.
Im Berichtsjahr können vor allem im Produktbereich von Frauenthal Gnotec Neuaufträge von bestehenden Kunden
gewonnen werden. Der Umsatzanteil dieses Neugeschäfts wird in den nächsten Jahren stark ansteigen. Verzögerungen im
Hochfahren neuer Fahrzeugmodelle sind nichts Ungewöhnliches und führen zu steigender Unsicherheit der
Umsatzplanungen in den kommenden Jahren, da das Neugeschäft ein wesentlicher Wachstumstreiber ist.
Der US-Markt und der chinesische Markt werden für die Division Frauenthal Automotive immer wichtiger, die Volatilität
dieser Märkte ist daher als zusätzlicher Chancen- und Risikofaktor relevant.
Der technologische Wandel in der Automobilindustrie wird voraussichtlich erhebliche Auswirkungen auf die
Wettbewerbslandschaft der Automobilzulieferer haben. Zahlreiche Zulieferer, vor allem kleinere, werden durch den Wandel
7
BEV siehe https://www.acea.auto/files/Press_release_car_registrations_full_year_2023.pdf
in eine finanzielle Schieflage geraten. Inwieweit es zu einer Marktbereinigung durch Insolvenzen kommt, hängt vom
Verhalten der OEM-Kunden ab, die Zulieferer oft finanziell unterstützen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten
oder hohe Verlagerungskosten zu vermeiden.
Ein weiterer Trend in der Branche ist das zunehmende Outsourcing von OEM-Kunden, auch im Fahrwerksbereich. Frauenthal
Gnotec ist in diesem Bereich besonders aktiv. Zulieferer, die sowohl komplexere Komponenten herstellen als auch Design-
und Entwicklungsdienstleistungen anbieten können, haben einen Wettbewerbsvorteil. Auch Frauenthal Automotive ist in
diesem Bereich sehr wettbewerbsfähig: Engineering-Kompetenz und Kundennähe sind traditionelle Stärken. Allerdings gibt
es Kapazitätsgrenzen für den Aufbau von Systemfähigkeit und Entwicklungskompetenz. Wenn die OEM-Kunden
zunehmend Outsourcing-Partner r immer komplexere Strukturen sowohl in der Entwicklung als auch in der Produktion
fordern, wird die Division Frauenthal Automotive an seine Grenzen stoßen. Derzeit sind jedoch keine relevanten Markttrends
zu erkennen, die für die Division Frauenthal Automotive problematisch wären.
NFZ-Bereich (rund 52 % des Umsatzes der Division Frauenthal Automotive):
Das Nutzfahrzeugsegment wächst im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr. Das Segment für schwere Nutzfahrzeuge zeigt
auf dem EU-Markt einen Anstieg von fast 15 %. Der Auftragseingang für die größeren Nutzfahrzeug-OEMs beginnt in der
zweiten Hälfte des Jahres 2023 zu schrumpfen, was auf einen schwächeren Markt im Jahr 2024 hindeutet, der jedoch
immer noch auf hohem Niveau liegt.
Im Bereich der schweren NFZ wird kurz- bis mittelfristig keine nennenswerte Substitution von Verbrennungsmotoren durch
elektrische Antriebe erwartet.
Sowohl der Nutzfahrzeug- als auch der PKW-Markt waren in den letzten Jahren von Unsicherheiten bei Energiepreisen,
Transportkosten und Lieferengpässen in Kombination mit steigenden Anforderungen an die Nachhaltigkeit geprägt, was zu einer
steigenden Nachfrage nach lokalen Lieferanten geführt hat. Die globale Präsenz der Division Frauenthal Automotive ist ein klarer
Vorteil bei der Gewinnung neuer Kundenaufträge.
Die Division Frauenthal Handel hängt als Zulieferer des Baunebengewerbes mit dem Bereich Sanitär-, Heizungs- und Elektrogroßhandel
leicht zeitversetzt substanziell von der Baukonjunktur ab. Wie in den Vorjahren dominiert ein aggressiver Preiswettbewerb.
Die Wettbewerbslandschaft ist durch Preissteigerungen seitens der Industrie gekennzeichnet. Ein mögliches Abflauen der
Investitionsbereitschaft aufgrund der Teuerungen spielt eine wesentliche Rolle.
Die Marke Kontinentale ist ein Fachhandelsunternehmen für Armaturen- und Rohrleitungstechnik insbesondere für Anwendungen im
Bereich Infrastruktur (Gas, Wasser, Kanal, Straße). Der Erfolg in diesem Geschäftsbereich ist von der Investitionsbereitschaft der
Kommunen und Kommunalbetriebe sowie vom Investitionsbedarf der Industrie abhängig.
Die kurz- und mittelfristige Entwicklung der Baukonjunktur unterliegt der ständigen Beobachtung von Vertrieb und Einkauf. Der
Vorstand wird laufend über die Marktentwicklung informiert.
KUNDENRISIKO
Bei den Herstellern von PKWs und Nutzfahrzeugen handelt es sich um sehr große, international tätige Unternehmen. Zum
Berichtszeitpunkt sind keine Entwicklungen erkennbar, die Zahlungsausfälle der großen OEM-Kunden oder anderer großer Tier-1-
Kunden erwarten lassen. Die Division Frauenthal Automotive beliefert auch einige kleinere Tier-1-Lieferanten, bei denen
Zahlungsausfälle auftreten können. Diese Kunden machen einen untergeordneten Anteil des Geschäftsvolumens aus, und es bestehen
Maßnahmen zur Begrenzung dieses Risikos. Die regelmäßig auftretenden Zahlungsverzögerungen bei kleineren Forderungsbeträgen
konnten in der Vergangenheit immer einvernehmlich mit dem Kunden gelöst werden. Für einen Großteil der Kunden besteht im
Rahmen von Factoring-Verträgen eine Kreditausfallversicherung. Insgesamt ist das Risiko von Forderungsausfällen bei der Division
Frauenthal Automotive gering, Schadensfälle im Bereich mehrerer TEUR 100 können nicht vollständig ausgeschlossen werden. Die
Situation wird aufgrund der Marktentwicklung im Geschäftsjahr mit erhöhter Aufmerksamkeit verfolgt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr
sind bei der Division Frauenthal Automotive keine relevanten Zahlungsausfälle aufgetreten.
Die Division Frauenthal Automotive arbeitet mit einem Großteil der Kunden langjährig zusammen; dies umfasst auch die Mitarbeit an
Produkt- und Modelländerungen. Trotzdem erhöhen die Globalisierungsstrategien der OEM-Kunden und die Zollpolitik einiger
Exportmärkte (z. B. Brasilien, USA, China) das Risiko von Produktionsverlagerungen aerhalb Europas und steigern das Risiko, dass
der Wettbewerb durch außereuropäische Lieferanten zunimmt.
Darüber hinaus kann die Globalisierungsstrategie für die Division Frauenthal Automotive zur Kundenforderung einer weltweiten
Präsenz führen, um die Stellung als Lieferant bei einzelnen Kunden aufrechtzuerhalten bzw. um neue Kunden zu gewinnen. Mit den
Standorten in Kunshan (China) und Fountain Inn (SC; USA) ist die Division Frauenthal Automotive gut aufgestellt, um die Local-
Content-Erfordernisse der Kunden abzudecken.
Im Bereich der Produktion von Fahrzeugkomponenten wie Druckluftbehälter, Schweiß-, Stanz- und Umformteilen werden
üblicherweise ein- oder mehrjährige Lieferverträge abgeschlossen, die die Produkte und Konditionen definieren, aber keine
verbindlichen Liefermengen für den Gesamtzeitraum festlegen, da diese von der Marktnachfrage abhängen. In der Regel schließen die
Kunden keine sogenannten Single-Source-Verträge ab. Dies bedeutet, dass aus vertraglicher Sicht Kunden ihre Bestellungen in
bestimmten, begrenzten Bandbreiten zu Wettbewerbern verlagern können. Faktisch ist es jedoch meist so, dass aus ökonomischen
und technischen Gründen für einen Großteil der Teilenummern Frauenthal der einzige Lieferant ist und die Kunden kurz- bis
mittelfristig keine Alternativlieferanten für einzelne Produkte haben. Der Abschluss und die Verlängerung von solchen Verträgen
hängen von der Wettbewerbsfähigkeit des Zulieferers ab. Die Kundenentscheidungen werden dabei primär durch die Preise und die
Fähigkeit, kontinuierliche Produktivitätsverbesserungen und auch Kostensenkungen an die Kunden weiterzugeben, bestimmt. Darüber
hinaus spielen Lieferfähigkeit, Produktqualität, Zuverlässigkeit und technische Kompetenz bei Neuentwicklungen eine Rolle. Im
Produktbereich der Business Unit Frauenthal Gnotec bestehen überwiegend Aufträge für den gesamten Produktlebenszyklus der
Fahrzeugmodelle bzw. Plattformen des Kunden, sodass die Prognose der Umsatzentwicklung eine höhere Verlässlichkeit aufweist als
in den anderen Produktbereichen.
Zwischen der Auftragserteilung, die in der Entwicklungsphase eines PKW- oder LKW-Modells erfolgt, und dem Produktionsanlauf
(SOP) kann ein Zeitraum von mehreren Jahren liegen, in dem Kapital in Form von Werkzeugen, Anlagevermögen oder
Sicherheitsbeständen gebunden sein kann. Frauenthal ist daher dem Risiko von Verzögerungen im Entwicklungs- und
Markteinführungsprozess der Kunden und nicht erreichten Vertriebszielen ausgesetzt. Diese Risiken werden durch genaues Monitoring
der Kunden und durch entsprechende Zahlungsziele mit Werkzeug- und Maschinenlieferanten sowie Finanzierungslösungen im
Anlagebereich abgemildert.
Die bedeutendsten Risiken in den Kundenbeziehungen ergeben sich aus dem Markteintritt neuer Wettbewerber, die es den Kunden
erlauben, Preisdruck auszuüben. Obwohl die Kunden kurzfristig nur in Ausnahmefällen Volumen an Wettbewerber verlagern können,
kann sich die Division Frauenthal Automotive dem kontinuierlichen Preisdruck der Kunden kaum entziehen, da die Ertragskraft der
Fahrzeughersteller maßgeblich von den Einkaufspreisen und somit auch dem Preisdruck, den sie auf die Lieferanten ausüben können,
bestimmt ist. Um zu verhindern, dass OEM-Kunden aktiv Alternativlieferanten zur Division Frauenthal Automotive entwickeln, sind
kontinuierliche Preissenkungen und damit einhergehend kontinuierliche Produktivitätsverbesserungen ein Kernelement des
Geschäftsmodells. Der Fokus der Investitionen liegt daher auf produktivitätssteigernden Maßnahmen, die meist mit der
Automatisierung von Produktionsprozessen erreicht werden.
Der Sanitär-, Heizungs- und Elektrogroßhandel ist geprägt von einer Vielzahl an Kunden aus der Installationsbranche, aber auch von
größeren Abnehmern wie Baumärkten, Bauträgern, öffentlichen Einrichtungen und Kommunen. Private Endabnehmer werden nicht
direkt beliefert. Maßgeblich für den Geschäftserfolg sind kompetitive Einkaufspreise und Einkaufsbedingungen für das
Handelssortiment, die logistische Leistungsfähigkeit bei Warenverfügbarkeit und Zustellung sowie die Vorfinanzierungsfunktion durch
den Großhändler.
Der Wettbewerb zwischen den Großhändlern kann bei einem aggressiven Kampf um Marktanteile zu einem Preisverfall führen;
allerdings ist aufgrund anderer, stabilisierender Elemente der Kundenbeziehung (Warenverfügbarkeit, logistische Verlässlichkeit,
Finanzierung, technische Betreuung, Schnittstellenanbindung, Eigenmarken etc.) der Preis nicht allein ausschlaggebend, sodass den
Risiken des Preiswettbewerbs mit diesen Leistungskomponenten entgegengewirkt werden kann. Aufgrund ihrer führenden
Marktposition, des flächendeckend ausgebauten Standortnetzes und der logistischen Leistungsfähigkeit ist die Division Frauenthal
Handel im Wettbewerb sehr gut positioniert und für viele Kunden bevorzugter Lieferant.
Die Kunden sind überwiegend Gewerbetreibende mit den für die Installationsbranche und für kleine Unternehmensgrößen
charakteristischen Zahlungsrisiken. Eine Analyse von Europas Gläubigerschutzorganisation Creditreform
8
hat gezeigt, dass die Zahl der
Firmeninsolvenzen im Jahr 2023 gegenüber dem Vorjahr um rund 11,7 % gestiegen ist. Besonders zu beachten ist der weitere Anstieg
um rund 6,4 % und damit das anhaltend hohe Niveau bei den abgewiesenen Insolvenzverfahren des gesamten Wirtschaftsjahres
2023. Es ist davon auszugehen, dass ein weiterer Anstieg im Jahr 2024 bevorsteht.
Um diesen Risiken entgegenzuwirken, wird aktives Kundenrisikomanagement betrieben. Kundenratings und Kreditlimits werden
laufend beobachtet und angepasst, um Insolvenzrisiken frühzeitig zu erkennen. Unregelmäßigkeiten im Zahlungsverhalten der Kunden
werden konsequent verfolgt. Belieferungslimits, die laufend an das Zahlungsverhalten angepasst werden, reduzieren das
Forderungsausfallsrisiko. Zusätzlich wird das Ausfallsrisiko von Zahlungen über Warenkreditversicherungen deutlich gemindert.
8
Creditreform siehe https://www.creditreform.at/wien/aktuelles-wissen/show/insolvenstatistik-1-bis-3-quartal-2023
PERSONALBESCHAFFUNGSRISIKEN
Der Personalmarkt in Tschechien und der Slowakei ist aufgrund des starken Wachstums der Automobilindustrie in den CEE-Ländern
(sowohl an den OEM-Standorten als auch in der Zulieferindustrie) aus Sicht der Arbeitgeber ungünstig. Es ist ein zunehmender Mangel
an qualifizierten Arbeitskräften absehbar. Die Folgen dieser Entwicklung sind zum einen Lohnkostensteigerungen, die deutlich über
den Produktivitätssteigerungen liegen, und zunehmende Risiken von Produktionsausfällen. Vor diesem Hintergrund werden
Gegenmaßnahmen ergriffen, um die Attraktivität der Division Frauenthal Automotive als Arbeitgeber zu erhöhen und den Bedarf an
Arbeitskräften durch Investitionen in die Automatisierung zu reduzieren. Diese Maßnahmen haben im Berichtsjahr bereits Wirkung
gezeigt.
Die Problematik des allgemeinen Fachkräftemangels ist auch im Jahr 2023 das dominierende Arbeitsmarkt-Thema, das weiterhin vor
der Division Frauenthal Handel nicht Halt macht. Der Markt ist zu einem sogenannten Bewerbermarkt geworden und wird von der
starken Nachfrage an Arbeitskräften und vor allem an Fachkräften geprägt.
Bei einem wachstumsbedingt leicht steigenden Personalstand im Ausmaß von 4,9 % - und damit eingehergehend einem Plus an neu
zu besetzenden Positionen - ist die Anzahl der Bewerbungen pro offene Stelle im allgemeinen Durchschnitt weiterhin rückläufig.
Allerdings setzt sich im Jahr 2023 in einzelnen Berufsfeldern regional erstmals nach mehreren Jahren eine leichte Trendumkehr fort,
die bereits 2022 spürbar war. So ist beispielsweise ein deutliches Plus an verfügbaren LKW-Chauffeuren am Arbeitsmarkt zu
registrieren, während es an qualifizierten Fachkräften etwa im Bereich der erneuerbaren Energie immer noch massiv mangelt.
Die Fluktuationsrate, also der Anteil der dienstnehmerinitiierten Austritte an der Gesamtbelegschaft, sinkt leicht von 8,89 % im Jahr
2022 auf 8,63 % im Jahr 2023. Beide Werte liegen im Quervergleich mit anderen Unternehmen auf einem niedrigen Niveau.
Die Unternehmensgruppe begegnet dieser Entwicklung mit einer breiten Offensive an Maßnahmen in den Bereichen „Attraktivität der
Arbeitgeber-Marke/n“, „Neue Wege in der Bewerberansprache“, „Aus- und Weiterbildung, Qualifikation, Um- und Aufschulung“
sowie allem voran mit dem sogenannten „Retention Management“, also der Bindung der bestehenden Mitarbeitenden an das
Unternehmen.
Die Division Frauenthal Handel lebt im Jahr 2023 weiterhin eine sogenannte Mehrmarkenstrategie in Hinblick auf Wiedererkennung
und Attraktivität als Arbeitgeber, mit einem Auftritt als Dachmarke Frauenthal Handel Gruppe. Weiters gelingt es der Division
Frauenthal Handel, beispielsweise die Auszeichnungen „Top Company“ und „beliebter Lehrbetrieb“ zu behalten.
Ebenfalls in das aktuelle Berichtsjahr fällt die erfolgreiche Implementierung des Mitarbeiterempfehlungsmanagements „sag’s weiter“
(Softwareanbieter radancy). Der Start dieses Tools ermöglicht den Mitarbeitenden einen uneingeschränkten Zugang zu allen vakanten
Positionen der Division Frauenthal Handel und macht sie zu sogenannten Talent Scouts. Die einfache Handhabung des Programms
ermöglicht mit nur wenigen Klicks das Teilen von Jobs in den eigenen beruflichen und privaten Netzwerken und garantiert im
Gegenzug attraktive Vergütungen für die tatsächliche Vermittlung von Bewerbenden. Das gruppeneigene Karriereportal „frauenthal-
jobs.at“ mit dem implementierten Bewerbermanagement-Tool „Onlyfy“ (www.onlyfy.com) wird in der Division Frauenthal Handel
weiterhin eingesetzt.
Wie schon in den Vorjahren hat das Management der Division Frauenthal Handel im Jahr 2023 eine ganze Woche investiert und in
dieser Zeit sämtliche Standorte der Division Frauenthal Handel besucht. Diese Roadshows haben sich als erfolgreiches Instrument der
Mitarbeiterbindung etabliert. Das Format soll in den kommenden Jahren fortgesetzt werden, um den 1.700 Mitarbeitenden wichtige
Unternehmensinformationen vor Ort näherzubringen und den persönlichen Kontakt zu pflegen.
Der sehr gute Wert von 73 % Weiterempfehlungsquote auf der führenden Bewertungsplattform kununu, welcher sich mehrheitlich
aus den Feedbacks von aktuellen und ehemaligen Mitarbeitenden speist, liegt weit über allen relevanten Benchmarks und attestiert,
dass die Bestrebungen zur Attraktivierung der Arbeitgebermarke Frauenthal Handel Gruppe Früchte tragen.
UMWELTRISIKEN
Die Unternehmen der Division Frauenthal Automotive erfüllen alle umweltrelevanten Anforderungen, gesetzlichen Vorschriften,
Verordnungen und Bescheide. Die Mitarbeitenden werden in allen Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsfragen umfassend informiert
und geschult.
Die Standorte der Division Frauenthal Automotive sind industrielle, metallverarbeitende Betriebe, die zum Teil auch thermische
Verfahren (Härten, Warmumformen, Schweißen) in der Produktion einsetzen. Daraus ergeben sich generell Risiken aus den Abfällen
und Abwässern dieser Betriebe.
Einige Standorte befinden sich auf Liegenschaften, die schon seit vielen Jahrzehnten als Industriestandorte genutzt werden. Die daraus
resultierende Kontamination von Böden verursacht in der Regel kein Umweltrisiko, solange keine Emissionen auftreten oder die
umweltrelevanten Auflagen verändert werden. Für einige Standorte liegen Berichte aus einer Umwelt-Due-Diligence vor. Dem
Management sind potenzielle Umweltrisiken bekannt und es werden daher die geeigneten Maßnahmen zur Minimierung von
Umweltrisiken getroffen.
Die Division Frauenthal Handel ist im Handel von Sanitär-, Heizungs- und Installationsprodukten und seit 2020 auch im Handel von
Elektromaterial tätig. Die Gruppe verfügt über eine österreichweite Vertriebs- und Logistikinfrastruktur sowie einen eigenen Fuhrpark.
Das Lagersortiment beinhaltet rund 50.000 überwiegend technische Artikel. Im Sortiment sind keine gefährlichen Güter mit
potenzieller Belastung für die Umwelt enthalten. Es gibt sowohl im Sanitär- als auch im Heizungssegment ein breites Handelssortiment
an Artikeln, die besonders umwelt-, energie- oder ressourcenschonend sind. Es sind diesbezüglich keine Umweltrisken bekannt. An
einigen Logistik-Standorten der Division Frauenthal Handel bestehen Umweltrisiken in Form von Lärmemissionen, die zu einer
Einschränkung der Betriebszeiten führen.
Für alle bekannten Risiken sind „Risk Owner“ definiert, die für das Management der Risiken zuständig sind. Über die Entwicklung der
Risiken wird sowohl in den regelmäßigen Risikoberichten als auch in monatlichen Management Reportings berichtet. Falls es
Vorkommnisse gibt, die eine Änderung im Risikomanagement erfordern könnten, wird dies von den „Risk Owners“ an die jeweilige
Geschäftsführung und im Falle von bedeutenden Ereignissen an den Vorstand berichtet.
BETRIEBLICHE RISIKEN
Bremsdruckbehälter und Karosserieteile werden durch Erwärmung von Stahl, Umformprozesse (Pressen, Stanzen), teilweise Schweißen
und anschließender Oberflächenbehandlung erzeugt. Schweiß-, Stanz- und Umformteile werden meist in hochautomatisierten
Produktionsprozessen hergestellt. Bei all diesen Prozessen gibt es Produktionsausfallsrisiken und Sicherheitsrisiken. Im Berichtsjahr
waren diesbezüglich keine signifikanten Vorfälle zu verzeichnen. Der Optimierung der Sicherheit in der Produktion wird über die
gesetzlich erforderlichen Standards hinaus ein hoher Stellenwert eingeräumt.
Durch Arbeits- und Verfahrensanweisungen, Schulungsmaßnahmen, laufende Instandhaltung und Überprüfung sowie durch den
Abschluss von Versicherungsverträgen werden Risiken möglichst minimiert.
Im Straßeneinsatz von Fahrzeugkomponenten können Qualitätsmängel in seltenen Fällen zu Materialbrüchen, undichten
Bremssystemen oder frühzeitiger Korrosion führen. Ein umfassendes Qualitätssystem, das laufend intern und extern auditiert wird,
verringert die Wahrscheinlichkeit eines Schadenseintritts. Gleichzeitig sind für mögliche Schäden aus Produkthaftung und
Rückrufmaßnahmen Versicherungen abgeschlossen worden. Die Versicherungssummen werden als ausreichend eingeschätzt.
Nicht versichert sind Gewährleistungskosten (Austausch fehlerhafter Produkte); diese können im Extremfall zu sehr hohen
Ergebnisbelastungen führen. Im Berichtsjahr gibt es diesbezüglich keine nennenswerten Vorfälle.
Nachdem das Pandemiegeschehen 2020 bis 2021 und die Sonderkonjunktur 2022 für das Management und die Belegschaft
weitgehend herausforderndes Terrain darstellte, lauteten die Herausforderungen 2023 in der Division Frauenthal Handel
schwerpunktmäßig „Absicherung des operativen Betriebs“ und „Flexible Reaktion auf rasch wechselnde Rahmenbedingungen“.
Für die Ertragskraft der Division Frauenthal Handel sind kompetitive Einkaufsbedingungen und Einkaufspreise der Lieferanten von
großer Bedeutung. Einzelne dieser Lieferanten haben einen großen Marktanteil in Österreich und können daher nicht substituiert
werden. Gleichzeitig ist die Division Frauenthal Handel aufgrund des größten und österreichweiten Vertriebs- und Logistiknetzwerks
der wesentliche Partner in der Branche.
Die Verhandlung der Einkaufspreise ist Kernaufgabe des Category Managements sowie des Top-Managements. Aufgrund der
Marktstruktur ist die Division Frauenthal Handel bestens aufgestellt. Die Mitgliedschaft in der europaweiten Einkaufsgemeinschaft
VGH sichert die Position gegenüber den Herstellern von Sanitär- und Heizungsprodukten zusätzlich ab.
Im Bereich Category Management wird laufend die Koordination zwischen den Funktionen von Einkauf, Verkauf, Disposition,
Liquiditäts- und Produktmanagement verbessert. Ein stetig weiterentwickeltes Prognosesystem zur Optimierung der Bestellmengen
und damit des Lagerbestandes ermöglicht eine zielgerichtete Erhöhung der Warenverfügbarkeit.
Die Sicherheit der IT-Systeme, insbesondere der Schutz vor unbefugtem Zugriff und Manipulationen, wird regelmäßig intern überprüft.
Aufgrund der zunehmenden internen und externen Vernetzung sind die Risiken in diesem Bereich steigend. Entsprechend werden
auch Maßnahmen zur Erhöhung des Schutzes vor unberechtigten Systemzugriffen verstärkt. Darüber wird auch regelmäßig dem
Prüfungsausschuss berichtet.
VERSORGUNGSRISIKO
Die Verfügbarkeit von Stahl wird bei allen Produkten durch längerfristige Lieferverträge sichergestellt. Die Vormaterialien der
Produktion bestehen überwiegend aus Commodities, für die es weltweit zahlreiche Lieferanten gibt. Es bestehen im Falle möglicher
Rohstoffverknappung und starker Preissteigerungen bei Stahl und Vormaterialien Versorgungsrisiken. Preisveränderungen bei Stahl
werden durch entsprechende Vereinbarungen mit den Kunden auf die Verkaufspreise abgewälzt, wobei es unterschiedliche
Preisanpassungsintervalle gibt, sodass bei rasch steigenden oder sinkenden Stahlpreisen vorübergehend Nach- bzw. Vorteile
gegenüber den kalkulierten Margen entstehen. Diese Effekte neutralisieren sich erfahrungsgemäß in einem mehrjährigen
Betrachtungszeitraum.
Das Einkaufsmanagement von Vormaterialien nimmt jede Business Unit selbst wahr.
Energiekosten haben einen erheblichen Einfluss auf die Produktionskosten und damit auf die Ertragslage der Division Frauenthal
Automotive, da Energiepreisschwankungen nicht automatisch an die Kunden weitergegeben werden können. Teilweise bestehen
Sicherungsgeschäfte für den Strombezug. Im energieintensivsten Bereich führen Erhöhungen der Stromtarife und Netzentgelte zu
erheblichen Kostensteigerungen, die nicht automatisch an die Kunden weitergegeben werden können. Durch Maßnahmen zur
Verbesserung der Energieeffizienz und Preisverhandlungen mit den Kunden kann begrenzt gegengesteuert werden.
Versorgungsengpässe bei Vormaterialien oder Energie sind möglich. Für alle relevanten Vormaterialien gibt es mehrere Lieferanten,
allerdings kann es beispielsweise im Falle von technischen Betriebsstörungen bei einzelnen Großlieferanten zu kurzfristigen Engpässen
kommen. Es bestehen aber keine strategischen Abhängigkeiten.
Der technische Großhandel befindet sich in einem ständigen Wandel und muss sich den Herausforderungen der Digitalisierung und
den steigenden Ansprüchen bei nachhaltigen Produkten stellen. Den Trends folgend werden in der Division Frauenthal Handel laufend
Prozessinnovationen in der Kundenabwicklung umgesetzt. Die auf Kundenbedürfnisse und -anforderungen maßgeschneiderte
Business-Plattform für die vier Marken mySHT mobil, ÖAG mobil, konti mobil und EMAT mobil ist eine dieser Lösungen. Einfache
Abwicklungen wie digitaler Lieferschein, smarte Produktsuche, Bestellmöglichkeiten über die App am Smartphone, Track & Trace in
Echtzeit auf einer Karte, Lieferaviso mit Push-Nachricht, nachhaltige Verpackungen und vor allem Warenverfügbarkeit schaffen einen
Mehrwert beim Kunden und sind ein wichtiger Teil der Kundenbindung.
Durchgängige digitale Prozesse sind die Grundvoraussetzung für den hohen Anteil an fehlerfreien Lieferungen von über 99,7 % (OTIF)
im Jahr 2023. Durch die laufende Verbesserung der Attraktivität der Kundenwebshops (JÖAG, mySHT, Kontino,
ELEKTROMATERIAL.AT) kann der Umsatzanteil, der über den Shop abgewickelt wird, permanent ausgebaut werden. Die
personalintensiven regionalen Call Center werden dadurch entlastet und es bleibt mehr Zeit für aktive Beratung und Verkauf.
FINANZWIRTSCHAFTLICHE RISIKEN
Die Frauenthal-Gruppe ist mit einer ausgewiesenen Eigenkapitalquote von 38,1 % im Jahr 2023 eigenkapitalmäßig gut aufgestellt.
Sowohl in der Division Frauenthal Handel als auch in der Division Frauenthal Automotive ergeben sich jedoch aufgrund der volatilen
Geschäftsentwicklungen unterjährig wesentlich höhere Ausnutzungen der Kreditlinien als zum Bilanzstichtag. Die beiden Divisionen
sind hinsichtlich der finanzwirtschaftlichen Risiken unterschiedlich zu betrachten. In der Division Frauenthal Handel kommt es zu
Jahresende traditionell zu sehr hohen Kundeneingängen, die die Nettofinanzverbindlichkeiten zum Stichtag enorm verringern. Durch
die hohen Kundeneingänge kommt es zum 31. Dezember 2023 zu einer Bilanzverkürzung und zu einer Verbesserung der
Eigenkapitalquote. In der Division Frauenthal Automotive sind alle Produktionsstandorte mit lokalen Banken finanziert und es stehen
nicht ausgenutzte Banklinien zur Verfügung, um Liquiditätsschwankungen ausgleichen zu können. In enger Abstimmung mit der
Frauenthal Holding erfolgt ein striktes Working Capital Management und eine laufende Kommunikation mit den Banken. Beide
Divisionen sind aufgrund der makroökonomischen Gegebenheiten wie Inflation und der steigenden Zinsniveaus mit höheren
Finanzierungskosten konfrontiert.
Die Finanzierung der Frauenthal-Gruppe erfolgt einerseits durch Konsortialfinanzierungen mehrerer führender österreichischer Banken
auf Ebene der Division Frauenthal Handel und andererseits durch Finanzierungen von lokalen Banken auf Business-Unit-Ebene der
Division Frauenthal Automotive.
Im Juni 2020 wurde die gesamte Division Frauenthal Handel langfristig auf weitere fünf Jahre refinanziert. Die Finanzierung enthält
eine endfällige (MEUR 13) und eine tilgende Tranche (MEUR 20) sowie eine Betriebsmittellinie über MEUR 35. Des Weiteren wurde
eine COVID-19-Sicherheitslinie in Höhe von MEUR 10 (Reduktion im Juni 2021, davor MEUR 30) bis 30. Juni 2022 abgeschlossen, die
bereits im Vorjahr bis 30. Juni 2023 und im Jahr 2023 bis zum 30. Juni 2025 verlängert wurde.
Eine führende schwedische Bank finanziert die schwedischen Gesellschaften der Business Unit Frauenthal Gnotec, genauso wie zwei
deutsche Banken für die Finanzierung des Produktionsstandorts in Elterlein sorgen. In der Slowakei erfolgt die Finanzierung ebenso
mit einer lokalen Bank. Am Standort Hustopeče wurde im Geschäftsjahr 2022 die letzte Finanzierung zur Fertigstellung des Debt
Pushdowns durchgeführt, bis dahin war der Standort über die Muttergesellschaft finanziert. Der chinesische Produktionsstandort in
China (Kunshan, nahe Shanghai) der Business Unit Frauenthal Gnotec verlängert alle seine Betriebsmittellinien bei lokalen chinesischen
Banken um ein weiteres Jahr. Von Frauenthal Gnotec China werden hauptsächlich chinesische Produktionswerke eines europäischen
PKW-Herstellers sowie ein großer chinesischer Automobilhersteller beliefert. Aufgrund des Produktportfolios (Umformteile und
Schweißbaugruppen) sind hohe Vorfinanzierungen vor allem für Presswerkzeuge und Maschinen erforderlich. Die Finanzierung des
Standorts wird durch lokale Finanzierungen (Anlageleasing), durch lokale Betriebsmittellinien mit chinesischen Banken und durch
Darlehen der schwedischen Muttergesellschaft Frauenthal Gnotec AB gedeckt.
Alle Kredite der operativen Gesellschaften in den Divisionen Frauenthal Handel und Frauenthal Automotive sind ohne Haftung seitens
der Frauenthal Holding AG gewährt. Die Kredite sind langfristig mit unterschiedlichen Laufzeiten und die Verzinsung ist variabel auf
EURIBOR- bzw. STIBOR-Basis. Daber hinaus stehen für einen höheren Working-Capital-Bedarf ausreichend Betriebsmittellinien zur
Verfügung. Der Liquiditätsbedarf, die Überwachung der Einhaltung der Covenants und die Verhandlung von Anpassungen der
Vereinbarungen mit den Banken an die aktuellen Bedürfnisse werden im Rahmen der Treasury-Funktion von der Holding gesteuert
und detailliert überwacht.
Zusätzlich bestehen auf Ebene der Frauenthal Holding ausreichend freie Finanzierungslinien mit mehreren österreichischen Banken.
Der Konzern verfügt über Guthaben bei Kreditinstituten iHv MEUR 48,8 sowie über ausreichend nicht ausgenutzte Banklinien. Das
Factoring-Volumen beträgt MEUR 79,1. Zusätzlich bestehen mit den beteiligten Banken langjährige gute Geschäftsbeziehungen.
Zentraler Bestandteil der Liquiditätsplanung der Unternehmen der Frauenthal-Gruppe ist die Aufrechterhaltung der Fähigkeit, den
externen und internen Zahlungsverpflichtungen stets nachzukommen.
Zinsänderungsrisiken für den Konzern sind in der Bilanz- und Finanzierungssituation Ende 2023 von Relevanz, da die Zinsbasis
überwiegend auf 3-Monats-EURIBOR-Basis bzw. in Schweden auf 1-Monats-STIBOR-Basis vereinbart wurde. Die Zinsentwicklung und
das damit verbundene Risiko werden laufend überwacht.
Der Einfluss volatiler Währungen (CZK) ist gering, da im Wesentlichen in Euro fakturiert wird und auch der Einkauf der Vormaterialien
überwiegend in Euro erfolgt. Diese Währungsrisiken sind daher im Wesentlichen im Jahr 2023 ungesichert und unterliegen einer
ständigen Beobachtung.
Der Einfluss der ebenso volatilen Schwedenkrone ist im Wesentlichen auf nicht liquiditätswirksame Bewertungseffekte
(Translationsrisiko) beschränkt.
Die Sensitivitätsanalyse von Währungs- und Zinsänderungen finden sich im Anhang unter Punkt 46 „Finanzinstrumente und
Risikoberichterstattung“, Abschnitt „Währungsänderungsrisiko“.
Aus der Finanzierungs- und Standortstruktur der Frauenthal-Gruppe ergeben sich finanzielle Risiken (dazu zählen Währungs-,
Liquiditäts- und Zinsrisiken), die maßgeblichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können.
Die Frauenthal-Gruppe unterhält langjährige Geschäftsbeziehungen mit Banken in den Ländern Österreich, Deutschland, Slowakei,
Schweden, Tschechien und China und beobachtet laufend die makroökonomischen Umstände.
COMPLIANCE-RISIKEN
Als börsennotiertes Unternehmen hat die Frauenthal Holding AG ein umfangreiches Regelwerk im Bereich der Corporate Governance
und des Börse- und Wertpapierrechts zu befolgen. Der Österreichische Corporate Governance Kodex wird laufend um neue
Regelungen erweitert. Durch Schulungen und Berücksichtigung von Compliance bei der Zielvorgabe und Evaluierung von
Führungskräften sollen Compliance-Risiken reduziert werden. Die Gesellschaft verfolgt die permanente Einhaltung aller gesetzlichen
Bestimmungen mit hoher Priorität, um Verletzungen zu vermeiden, die gegebenenfalls erheblichen Schaden für die Reputation des
Unternehmens sowie gesetzliche Sanktionen nach sich ziehen könnten. Darüber hinaus wird die Einhaltung hoher ethischer Standards
in den Geschäftsbeziehungen als wichtiges Element einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Unternehmenspolitik betrachtet. Als
Lieferant für alle großen europäischen Nutzfahrzeughersteller wird das Compliance-Verhalten auch von den Kunden evaluiert. Im
Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats werden regelmäßig mögliche Compliance-Risiken analysiert und Maßnahmen zur Stärkung der
Compliance im Konzern besprochen. Im Berichtsjahr wurden die Verfahren zur Sicherung der Vertraulichkeit von Compliance-
relevanten Informationen weiterentwickelt. Eine neue Compliance-Richtlinie trat per 1. Jänner 2021 in Kraft.
RECHNUNGSLEGUNG
Es gibt klare und strenge Richtlinien betreffend die Dokumentation der betrieblichen Vorgänge im gesamten Konzern. Der
Rechnungslegungsprozess in den Konzerngesellschaften obliegt der Verantwortung der lokalen Finanzleitung. Von dieser werden die
laufenden Monatsergebnisse unter Verwendung der Konsolidierungssoftware Cognos an die zentrale Finanzabteilung des Konzerns
übermittelt. Die konsolidierten Ergebnisse werden nach detaillierter Analyse und Rücksprache mit den Finanzverantwortlichen der
Konzerngesellschaften im Monatsbericht an den Vorstand, den Aufsichtsrat und das gesamte Management-Team berichtet.
Ausführliche Erläuterungen des Managements der operativen Einheiten erklären den Geschäftsverlauf. Ein konzernweites Accounting
Manual und regelmäßige Schulungen der Finanzverantwortlichen dienen der Vereinheitlichung aller relevanten Buchungsmethoden
und der Einhaltung der jeweils aktuellen internationalen Rechnungslegungsvorschriften. Neue oder geänderte IFRS-Standards werden
zentral in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Verantwortlichen für den gesamten Konzern eingeführt. In Vorbereitung auf die
Nachhaltigkeitskennzahlen werden Workshops mit den lokalen Verantwortlichen abgehalten.
Es gibt eine durchgängige Unterschriftsregelung, die die Freigabe von Rechnungen zur Zahlung klar regelt. Die buchmäßige Erfassung
der Geschäftsfälle erfolgt grundsätzlich elektronisch. Entsprechend den individuellen Notwendigkeiten sind Zugriffsrechte einzelner
Benutzer zentral durch die jeweilige IT-Abteilung verwaltet. Das Ausmaß der Berechtigungen unterliegt einer ständigen Anpassung.
Die digitale Datensicherung erfolgt ebenfalls durch die lokalen IT-Abteilungen. Nach einem detaillierten Sicherungsplan werden
verschiedene Backups täglich, wöchentlich oder monatlich durchgeführt. Andere Dokumente werden in geeigneten Archiven
entsprechend den gesetzlichen Fristen aufbewahrt.
In den operativen Einheiten erfolgt die Buchung von Geschäftsfällen laufend. Zahlungen werden wöchentlich durchgeführt.
In den Gesellschaften sind durchgehend organisatorische Regelungen festgelegt, die gewährleisten, dass sämtliche
buchungspflichtigen Geschäftsvorfälle in den Jahresabschluss einfließen. In Konzerngesellschaften mit voll integrierten ERP-Systemen
werden bereits bei der Bestellung von Waren automatisch interne Belege erstellt, die folglich einen routinemäßigen Freigabeprozess
durchlaufen. Am Ende des Monats überprüfen alle Finanzabteilungen die Vollständigkeit der Rechnungen. Um ein periodengenaues
Bild der Finanzlage zu erstellen, werden fehlende Rechnungen bei Bedarf abgegrenzt. Vor dem Bilanzstichtag werden von den
wichtigsten Lieferanten Bestätigungen zu den ausstehenden Beträgen eingeholt.
Um sicherzustellen, dass alle erforderlichen Rückstellungen gebildet werden, wird der aktuelle Geschäftsverlauf in den monatlichen
Managementmeetings mit dem Vorstand ausführlich besprochen und Maßnahmen abgeleitet. Das monatliche Berichtswesen bildet
die Basis für diese Besprechungen. Weiters hilft das eingeführte Vier-Augen-Prinzip in der Geschäftsführung alle künftig drohenden
Verbindlichkeiten zu erfassen.
Durch die intensive Kommunikation zwischen der zentralen Finanzabteilung und den Finanzverantwortlichen in den lokalen
Gesellschaften werden Planabweichungen detailliert verfolgt.
Das monatliche Reporting beinhaltet detaillierte Abweichungsanalysen zu Ergebnissen, Bilanzpositionen und Cashflow-Statements der
einzelnen Business Units bzw. Segmente. Des Weiteren dient ein umfangreiches Kennzahlensystem der Erstellung interner Vergleiche
über längere Zeiträume. Gegebenenfalls werden Auffälligkeiten einer detaillierten Analyse unterzogen. Den Themen
Kundenbeziehung, Produktivität, Liquiditätsmanagement und Personalstruktur wird dabei besondere Aufmerksamkeit geschenkt,
wodurch mögliche Probleme vorzeitig erkannt werden können. Der Vorstand initiiert in Abstimmung mit dem Prüfungsausschuss
regelmäßig Projekte der internen Revision.
Die Cash-Bestände aller Konzerngesellschaften werden ständig beobachtet. Die Liquiditätsentwicklung wird dem Vorstand
wöchentlich, dem Aufsichtsrat und damit auch dem Prüfungsausschuss monatlich berichtet. Sichergestellt wird die Korrektheit der
Liquiditätsrechnung durch den monatlichen Abgleich von Cashflow-Statements und Bankständen. Den operativen Einheiten werden
konkrete monatliche Liquiditätsziele vorgegeben; Abweichungen führen zu vordefinierten Berichts- und Genehmigungsprozessen.
Die Risikoverantwortlichen der identifizierten Risiken sind klar definiert und berichten in oberster Instanz an den Vorstand. Im
mindestens zweimal jährlich erstellten Risikobericht werden die Risiken aktualisiert, bewertet und dem Prüfungsausschuss vorgelegt.
E. BERICHT ÜBER DIE FINANZLAGE
Oberstes Ziel ist die Sicherstellung der Finanzierung der Geschäftsaktivität in beiden Divisionen. Planungen sind für beide Divisionen
unterschiedlich, da für die Division Frauenthal Handel im Wesentlichen nur die Situation in Österreich relevant ist, während für die
Division Frauenthal Automotive vor allem der gesamte europäische Automobilmarkt, aber auch China und marginal die USA relevant
sind.
Wichtig ist die Risikoabschottung, also keine finanzielle Verflechtung zwischen den beiden Divisionen. Alle Gesellschaften bis auf den
Standort in den USA sind mit lokalen Banken finanziert.
Die durchschnittliche Verzinsung für kurz- und langfristige ausgenützte Kredite sowie für Betriebsmittelfinanzierungen beträgt in der
Division Frauenthal Handel 4,34 % p.a. (mit Laufzeiten bis längstens 2025 sowie einer langfristigen Immobilien-Finanzierung bis 2038),
in der Division Frauenthal Automotive 5,08 % p.a. (mit Laufzeiten bis längstens 2028) und für Finanzierungen auf Ebene der Frauenthal
Holding AG 5,96 % p.a. (mit Laufzeiten bis längstens 2025).
F. INNOVATIONSBERICHT
In den Produktbereichen findet Innovation durch Verbesserung von Materialeigenschaften, Optimierung von Produktionsprozessen,
Entwicklung neuer Produktdesigns und die Suche nach neuen Einsatzmöglichkeiten für existierende Produkte statt. Innovation von
Produktionsprozessen kann die Neugestaltung eines Fabriklayouts zur Optimierung des Produktionsflusses, die Investition in qualitäts-
und produktivitätssteigernde Anlagen, die Feinabstimmung des Produktionsverfahrens oder eine Standardisierung und Stabilisierung
einzelner Fertigungsschritte bedeuten. Innovation im Produktdesign bedeutet beispielsweise die Vormontage mehrerer Komponenten,
um so den Einbauaufwand beim Kunden zu reduzieren oder das Design so zu optimieren, dass Materialeinsatz und Kosten reduziert
werden können. Vor allem in der Business Unit Frauenthal Gnotec ist die enge Zusammenarbeit mit dem Kunden in der Optimierung
des Produktdesigns von Bedeutung. Zu diesem Zweck sind bei mehreren Kunden Ingenieure von Frauenthal Gnotec (sogenannte
Residential Engineers) vor Ort tätig.
Auch für interne Prozesse werden Innovationen angestrebt, sofern dadurch Kosten- und Qualitätsfortschritte erzielbar sind. Im Bereich
von Frauenthal Airtank wird an Produktdesigns mit geringerem Materialeinsatz (Kosten- und Gewichtsersparnis) gearbeitet. Bei diesen
Sicherheitsteilen sind jedoch die Zustimmung der Kunden und die Genehmigung des TÜV für alle Produktinnovationen erforderlich.
Die Produktinnovation bei Frauenthal Gnotec ist integraler Bestandteil des Geschäftsmodells: Kreative Engineering-Lösungen sind ein
signifikanter Wettbewerbsfaktor. Das Know-how der Frauenthal Gnotec-Gruppe besteht in der Beherrschung und Optimierung der
vielfältigen Prozesse der Blechumformung für die Herstellung einfacher bis hochkomplexer Stahlteile vorwiegend für die
Automobilindustrie. Die Automatisierung der Schweißprozesse ist ein Innovationsschwerpunkt, der Produktivitätssteigerung bei
gleichzeitiger Qualitätsverbesserung zum Ziel hat. An einem innovativen Prozess als Alternative zum herkömmlichen Schweißverfahren
wird gearbeitet.
Der technische Großhandel befindet sich in einem ständigen Wandel und muss sich den Herausforderungen der Digitalisierung und
den steigenden Ansprüchen bei nachhaltigen Produkten stellen. Den Trends folgend werden in der Division Frauenthal Handel laufend
Prozessinnovationen in der Kundenabwicklung umgesetzt. Die auf Kundenbedürfnisse und -anforderungen maßgeschneiderte
Business-Plattform für die vier Marken mySHT mobil, ÖAG mobil, konti mobil und EMAT mobil ist eine dieser Lösungen. Einfache
Abwicklungen wie digitaler Lieferschein, smarte Produktsuche, Bestellmöglichkeiten über die App am Smartphone, Track & Trace in
Echtzeit auf einer Karte, Lieferaviso mit Push-Nachricht, nachhaltige Verpackungen und vor allem Warenverfügbarkeit schaffen einen
Mehrwert beim Kunden und sind ein wichtiger Teil der Kundenbindung.
Durchgängige digitale Prozesse sind die Grundvoraussetzung für den hohen Anteil an fehlerfreien Lieferungen von über 99,7 % (OTIF)
im Jahr 2023. Durch die laufende Verbesserung der Attraktivität der Kundenwebshops (JÖAG, mySHT, Kontino,
ELEKTROMATERIAL.AT) kann der Umsatzanteil, der über den Shop abgewickelt wird, permanent ausgebaut werden. Die
personalintensiven regionalen Call Center werden dadurch entlastet und es bleibt mehr Zeit für aktive Beratung und Verkauf.
G. AUSBLICK
Der Fokus des Managements liegt auf der Stärkung der Kundenbeziehungen und der Verbesserung der Kostenstruktur in den beiden
Divisionen Frauenthal Automotive und Frauenthal Handel.
Die Division Frauenthal Automotive ist durch die Optimierung der Standorte in Schweden, den Start der Fertigung für Frauenthal
Airtank in den USA und den Ausbau des Standorts in der Slowakei für weiteres profitables Wachstum gerüstet. Schließlich ist die
Division Frauenthal Automotive in einer voraussichtlich von zahlreichen Insolvenzen geprägten Zulieferindustrie als stabiler Partner der
Kunden gut positioniert, um Marktanteile zu gewinnen.
Die zukünftige Marktentwicklung wird maßgeblich von der Bewältigung und den Folgen des Ukraine-Russland-Krieges sowie der
Auseinandersetzung im Nahen Osten und der damit verbundenen Warenverfügbarkeit geprägt sein. Zusätzlich kommt es darauf an,
wie in Zukunft mit den Preisanstiegen bei Vor- und Rohmaterial sowie den steigenden Energiekosten umgegangen wird. Die Prognosen
für das Jahr 2024 beruhen auf der Annahme, dass die europäische Automobilindustrie die Produktion auf gleichbleibendem Niveau,
ohne nennenswerte neuerliche Shutdowns und ohne Unterbrechungen von Lieferketten fortsetzt. Die Volatilität und
Prognoseunsicherheit ist nach wie vor groß, sodass eine belastbare Vorschau auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung kaum möglich
ist. Mit Engpässen an Materialien und dadurch bedingten Produktionsausfällen in der Automobilindustrie ist daher auch zukünftig zu
rechnen. Darüber hinaus bedrohen Preiserhöhungen bei den Energiekosten und Vor- und Rohmaterial sowie damit einhergehende
Versorgungsschwierigkeiten die Profitabilität. Hier wird in allen Geschäftsbereichen mit Hochdruck daran gearbeitet, die Effekte zu
minimieren und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Die Division Frauenthal Handel hängt als Zulieferer des Baunebengewerbes leicht zeitversetzt direkt von der Baukonjunktur ab. Die oft
unterschiedliche Entwicklung einerseits im Neubau und andererseits in der Renovierung sowohl im Teilbereich Wohnbau als auch im
Bereich „übriger Hochbau“ wirkt in Summe stabilisierend. Weitere Einflussfaktoren stellen die Investitionsneigung der öffentlichen
Hand sowie das private Konsumverhalten dar, wobei auch hier im Langzeitvergleich jeglicher konjunktureller Auf- bzw. Abschwung
die Branche nur zeitversetzt und stark abgeschwächt trifft. Aufgrund der Rohstoffpreise, der teuren Zinslandschaft und der aktuellen
Entwicklung der Inflation besteht ein hoher Grad an Prognoseunsicherheit.
Die Entwicklung der Geschäftstätigkeit wird in den Folgejahren durch starken Preiskampf im Wettbewerb und mögliche Lieferengpässe
bestimmt werden. Ziel ist es, durch Investitionen, Prozessverbesserungen und Schulungen der Mitarbeitenden den Kundenservice
weiter zu verbessern, den Fokus auf den Kundennutzen zu setzen sowie gezielte Lagerzukäufe zu tätigen.
Die Frauenthal-Gruppe sieht sich aktuell in beiden Divisionen Handel und Automotive mit einem zunehmend herausfordernden
Geschäftsumfeld und einer angespannten Marktsituation konfrontiert. Das Konzern-EBITDA und Konzern-EBIT werden voraussichtlich
sowohl im ersten Halbjahr 2024, als auch im Gesamtjahr 2024 deutlich unter den Vergleichswerten 2023 liegen. Sollten sich die für
das bisher laufende Geschäftsjahr 2024 zu beobachtende Trends fortsetzen, ist auch eine substanzielle Verschlechterung im Vergleich
zum Geschäftsjahr 2023 möglich. Die tatsächlichen Auswirkungen hängen von der weiteren Konjunktur und dem Marktumfeld in den
Divisionen ab, insbesondere der weiteren Entwicklung der Baukonjunktur und der Förderungen für erneuerbare Energien, der
Rohstoffpreise und des Zinsumfeldes, und sind derzeit nicht zuverlässig prognostizierbar.
Viele globale Lieferketten zeigen sich seit mehr als zwei Jahren instabil. Hinzu kommen makroökonomische Gegebenheiten wie
Inflation und steigende Zinsniveaus, welche nicht nur die Finanzierungskosten ansteigen lassen, sondern sich zudem auf zukünftige
Investitionsentscheidungen auswirken. Die Frauenthal-Gruppe rechnet weiterhin mit einer positiven Ertragslage, wenngleich die
derzeitigen makroökonomischen Gegebenheiten und die geopolitischen Spannungen und Konflikte Unsicherheiten mit sich bringen.
Aufgrund dieser Gegebenheiten ist eine verlässliche Vorhersage für die Zukunft nicht prognostizierbar.
Im Bereich Business Development werden Akquisitionsmöglichkeiten zur Erweiterung des Kundenportfolios in beiden Divisionen
Frauenthal Handel und Frauenthal Automotive analysiert.
Die Frauenthal Holding AG versteht sich als strategischer Investor, der an der nachhaltigen Schaffung von Shareholder Value orientiert
ist. Wenn die Frauenthal-Gruppe aufgrund limitierter Ressourcen und Kompetenzen oder aufgrund von Risikopräferenzen weiteres
Wachstum in einem Bereich nicht mehr adäquat unterstützen kann oder will, sind strategische Verkäufe von Geschäftsbereichen unter
Berücksichtigung der aktuellen Marktlage Optionen, die sorgfältig evaluiert werden. Die Optimierung der Investitionszyklen ist für die
langfristige, kontinuierliche Wertsteigerung des Unternehmens wesentlich. Dabei ist Frauenthal jedoch an keine extern vorgegebenen
Kriterien gebunden.
Auf der Website (www.frauenthal.at) sind neben umfangreichen Informationen über das Unternehmen auch Berichte, Unterlagen zu
Hauptversammlungen, Ad-hoc-Meldungen, Produktfotos etc. verfügbar. Der Corporate Governance Bericht der Frauenthal Holding
AG ist auf der Website unter Investor Relations/Corporate Governance abrufbar.
Wien, 25. April 2024
Frauenthal Holding AG
Dr. Hannes Winkler Mag. Erika Hochrieser
Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied
KONZERNABSCHLUSS FÜR 2023
DER FRAUENTHAL HOLDING AG
INHALTVERZEICHNIS
KONZERN-GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG
KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG
KONZERNBILANZ
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG
ENTWICKLUNG DES KONZERN-EIGENKAPITALS
KONZERN-ANLAGENSPIEGEL
KONZERN-SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
A. ALLGEMEINES
(1) INFORMATIONEN ZUM UNTERNEHMEN
(2) GRUNDLAGEN DER RECHNUNGSLEGUNG
(3) ERSTMALIG BZW. ZUKÜNFTIG ANZUWENDENDE
STANDARDS UND INTERPRETATIONEN
(4) NACHHALTIGKEIT, UKRAINE-RUSSLAND, NAHER
OSTEN UND LIEFERENGPÄSSE
B. KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE
(5) KONSOLIDIERUNGSKREIS
(6) KAPITALKONSOLIDIERUNG
(7) WÄHRUNGSUMRECHNUNG
C. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN
(8) LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
(9) LATENTE STEUERN
(10) SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE UND
FINANZANLAGEN
(11) VORRÄTE
(12) FORDERUNGEN
(13) ZAHLUNGSMITTEL UND
ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE
(14) RÜCKSTELLUNGEN
(15) SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN
(16) VERBINDLICHKEITEN
(17) DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE
(18) ERTRAGSREALISIERUNG
(19) SCHÄTZUNGEN UND ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN
D. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ
(20) IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
(21) SACHANLAGEN
(22) NUTZUNGSRECHTE
(23) SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE UND
FINANZANLAGEN
(24) LATENTE STEUERN
(25) VORRÄTE
(26) FORDERUNGEN
(27) ZAHLUNGSMITTEL UND
ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE
(28) EIGENKAPITAL
(29) VERBINDLICHKEITEN
(30) DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE UND
SICHERUNGSBEZIEHUNGEN
(31) RÜCKSTELLUNGEN
(32) EVENTUALVERBINDLICHKEITEN UND
VERBINDLICHKEITEN AUS
HAFTUNGSVERHÄLTNISSEN
E. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN-UND-
VERLUST-RECHNUNG
(33) UMSATZERLÖSE
(34) SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
(35) AUFWENDUNGEN FÜR MATERIAL UND SONSTIGE
BEZOGENE HERSTELLUNGSLEISTUNGEN
(36) PERSONAL
(37) ABSCHREIBUNGEN AUF IMMATERIELLE
GEGENSTÄNDE DES ANLAGEVERMÖGENS UND
SACHANLAGEN
(38) SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
(39) FINANZERFOLG
(40) ERTRAGSTEUERN
(41) ERGEBNIS JE AKTIE
F. ERLÄUTERUNGEN ZUR KAPITALFLUSSRECHNUNG
(CASHFLOW-STATEMENT)
(42) KAPITALFLUSS AUS DEM ERGEBNIS
(43) KAPITALFLUSS AUS DER OPERATIVEN
GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
(44) KAPITALFLUSS AUS DER INVESTITIONSTÄTIGKEIT
(45) KAPITALFLUSS AUS DER FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT
G. SONSTIGE ANGABEN
(46) FINANZINSTRUMENTE UND
RISIKOBERICHTERSTATTUNG
(47) SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
(48) ZIELE DES EIGENKAPITALMANAGEMENTS
(49) ANGABEN ÜBER DIE MITGLIEDER DER
UNTERNEHMENSORGANE
(50) ANGABEN ÜBER GESCHÄFTSFÄLLE MIT
NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN ODER PERSONEN
(51) ANGABEN ÜBER EREIGNISSE NACH DEM
BILANZSTICHTAG
KONZERN-GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG
Anmerkung
in TEUR
2023
2022
(33)
UMSATZERLÖSE
1.080.966
1.057.086
Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen
1.233
676
Aktivierte Eigenleistungen
7
82
(34)
Sonstige betriebliche Erträge
7.256
12.828
(35)
Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen
-795.210
-767.510
(36)
Personalaufwand
-163.128
-156.323
(38)
Sonstige betriebliche Aufwendungen
-68.933
-64.795
EBITDA
62.191
82.044
(20),(21),(22),(37)
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
-33.456
-32.652
Betriebserfolg (EBIT)
28.735
49.392
(39)
Zinserträge
629
1.308
(39)
Zinsaufwendungen
-12.022
-5.972
(39)
Sonstige Finanzerträge
86
0
(39)
Sonstige Finanzaufwendungen
0
-358
(39)
Finanzerfolg
-11.307
-5.022
ERGEBNIS VOR STEUERN
17.428
44.370
(40)
Ertragsteuern
-3.029
-11.165
Ergebnis nach Steuern fortzuführende Geschäftsbereiche
14.399
33.205
Ergebnis nach Steuern aufgegebener Geschäftsbereich
0
15.332
Jahresergebnis
14.399
48.537
davon dem Mutterunternehmen zuzurechnender Ergebnisanteil
(Konzernergebnis)
14.399
48.537
(41)
Ergebnis je Aktie
unverwässert
1,66
3,84
verwässert
1,66
3,84
KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG
Anmerkung
in TEUR
2023
2022
Ergebnis nach Steuern fortzuführende Geschäftsbereiche
14.399
33.205
Gewinne und Verluste aus der Währungsumrechnung
-325
-1.351
Summe der Posten, die nachträglich in die Gewinn- und
-325
-1.351
Verlustrechnung umgegliedert ("recycelt") werden
(40)
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste
-2.412
3.104
Personalrückstellungen
Summe der Posten, die nachträglich nicht in die Gewinn- und
-2.412
3.104
Verlustrechnung umgegliedert ("recycelt") werden
Sonstiges Gesamtergebnis fortzuführende Geschäftsbereiche
-2.737
1.753
Gesamtergebnis fortzuführende Geschäftsbereiche
11.662
34.958
Gesamtergebnis aufgegebener Geschäftsbereich
0
17.283
Gesamtergebnis
11.662
52.241
davon dem Mutterunternehmen zuzurechnender
11.662
52.241
Gesamtergebnisanteil
KONZERNBILANZ
Anmerkung
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
VERMÖGENSWERTE
Langfristige Vermögenswerte
(6),(8),(20)
Immaterielle Vermögenswerte
20.386
20.130
(22)
Nutzungsrechte Leasing
70.460
72.382
(8)(21)
Sachanlagen
108.118
104.119
0,(23)
Finanzanlagen
40
40
0,(23)
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
2.113
2.028
(9),(24)
Aktive latente Steuern
2.468
2.581
203.585
201.280
Kurzfristige Vermögenswerte
(11),(25)
Vorräte
203.961
191.659
(12),(26)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
29.986
38.465
(12),(26)
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
0
1
(12),(26)
Steuerforderungen
1.305
703
(12),(26)
Termingeldeinlage
9.000
0
(12),(26)
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
10.238
14.384
(12),(26)
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte
6.529
5.861
(13),(27)
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
39.843
44.572
300.862
295.645
Summe Vermögenswerte
504.447
496.925
EIGENKAPITAL UND SCHULDEN
Eigenkapital
(28)
Grundkapital
8.652
8.652
(28)
Kapitalrücklagen
22.331
22.331
(28)
Einbehaltene Ergebnisse
173.039
159.159
(28)
Sonstiges Ergebnis
-11.980
-9.243
Eigenkapital der Eigentümer des Mutterunternehmens
192.042
180.900
Langfristige Schulden
(16),(29)
Finanzverbindlichkeiten
31.205
38.387
(16),(29)
Leasingverbindlichkeiten
55.167
57.601
(14),(31)
Personalrückstellungen
34.061
30.165
(9),(24)
Passive latente Steuern
2.952
2.895
(15),(31)
Sonstige Rückstellungen
712
775
124.097
129.823
Kurzfristige Schulden
(16),(29)
Finanzverbindlichkeiten
24.118
22.198
(16),(29)
Leasingverbindlichkeiten
16.562
15.505
(16),(29)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
85.018
93.596
(16),(29)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
1
0
(16),(29)
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
14.905
14.510
(16),(29)
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten
43.211
34.919
(29)
Steuerschulden
3.390
4.523
(15),(31)
Sonstige Rückstellungen
1.103
952
188.308
186.203
Summe Eigenkapital und Schulden
504.447
496.925
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG
Anmerkung
in TEUR
2023
2022
Jahresergebnis
14.399
48.537
Entkonsolidierungsergebnis
0
-15.594
Zinserträge und -aufwendungen
11.393
5.147
Ertragsteuern
3.030
11.483
Abschreibungen auf das Anlagevermögen
33.456
33.623
Gewinne aus dem Abgang von Anlagevermögen
-451
-606
Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen
187
136
Zuschreibungen Wertpapiere des Umlaufvermögens
-86
0
Aufwendungen aus Finanzanlagen und Wertpapieren
0
358
Veränderung langfristiger Rückstellungen
-445
-2.830
Gezahlte Zinsen
-8.303
-3.746
Erhaltene Zinsen
465
362
Gezahlte Ertragsteuern
-4.284
-2.496
(42)
Kapitalfluss aus dem Ergebnis
49.361
74.374
davon aufgegebener Geschäftsbereich
0
1.308
Veränderung Vorräte
-12.302
-14.387
Veränderung Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
8.480
-9.773
Veränderung Forderungen verbundene Unternehmen
1
7
Veränderung sonstiger Forderungen
3.477
-3.554
Veränderung kurzfristiger Rückstellungen
151
-35
Veränderung Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
-8.578
2.059
Veränderung Verbindlichkeiten verbundene Unternehmen
1
0
Veränderung sonstiger Verbindlichkeiten
9.100
-4.369
Währungsumrechnungsbedingte Veränderungen
518
-114
(43)
Kapitalfluss aus der operativen Geschäftstätigkeit
50.210
44.208
davon aufgegebener Geschäftsbereich
0
4.974
Auszahlungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten
(44)
-21.464
-22.228
und Sachanlagen
Einzahlungen aus dem Verkauf von immateriellen Vermögenswerten
536
1.886
und Sachanlagen
Auszahlungen aus dem Kauf von Wertpapieren
0
-196
Auszahlungen Termingeldeinlagen
-9.000
0
Zahlungsmittel
Einzahlungen aus dem Verkauf von Tochterunternehmen abzüglich abgehender
0
-5.889
(5),(44)
Kapitalfluss aus der Investitionstätigkeit
-29.928
-26.427
davon aufgegebener Geschäftsbereich
0
-6.138
Gewinnausschüttungen
-519
0
Tilgung Leasing
-18.504
-18.610
Aufnahme von Krediten
9.421
10.056
Tilgung von Krediten
-15.409
-13.147
(45)
Kapitalfluss aus der Finanzierungstätigkeit
-25.011
-21.701
davon aufgegebener Geschäftsbereich
0
-1.582
VERÄNDERUNG DER LIQUIDEN MITTEL
-4.729
-3.920
davon aufgegebener Geschäftsbereich
0
-2.746
Anfangsbestand der liquiden Mittel
44.572
48.492
(13)
Endbestand der liquiden Mittel
39.843
44.572
ENTWICKLUNG DES KONZERN-EIGENKAPITALS
Versicherungs-
EK der
Währungs-
mathematische
Eigentümer
Grund-
Kapital-
Einbehaltene
ausgleichs-
Gewinne/Verluste
Eigene
des Mutter-
Konzern-
Anmerkung
in TEUR
kapital
rücklage
Ergebnisse
posten
gemäß IAS 19
Anteile
unternehmens
kapital
Stand 01.01.2022
9.435
21.548
114.857
-4.479
-6.483
-6.273
128.606
128.606
Jahresergebnis
48.537
48.537
48.537
Sonstiges Gesamtergebnis
-1.340
5.044
3.704
3.704
Gesamtergebnis 2022
0
48.537
-1.340
5.044
0
52.241
52.241
Abgang IAS 19 Rücklage iZm Abgang IFRS 5
1.985
-1.985
0
0
Abgang IFRS 9 Änderung iZm Abgang IFRS 5
53
53
53
Einziehung eigener Anteile
-783
783
-6.273
6.273
0
0
Transaktionen mit Eigentümern
-783
783
-6.273
0
0
6.273
0
0
Stand 31.12.2022 = 01.01.2023
8.652
22.331
159.159
-5.819
-3.424
0
180.900
180.900
Jahresergebnis
14.399
14.399
14.399
Sonstiges Gesamtergebnis
-325
-2.412
-2.737
-2.737
Gesamtergebnis 2023
0
14.399
-325
-2.412
0
11.662
11.662
(28)
Gewinnausschüttung
-519
-519
-519
Transaktionen mit Eigentümern
0
0
-519
0
0
0
-519
-519
STAND 31.12.2023
8.652
22.331
173.039
-6.144
-5.836
0
192.042
192.042
KONZERN-ANLAGENSPIEGEL*
IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Kunden-
Marken- und
beziehungen,
Kundenbelie-
Rechte,
Entwicklungs-
in TEUR
ferungsrechte
Lizenzen
Firmenwerte
aufwendungen
Summe
Anschaffungskosten / Herstellungskosten
Stand 01.01.2022
15.450
29.151
9.503
623
54.727
Abgang IFRS 5
0
-1.189
0
0
-1.189
Kursdifferenzen
0
-871
0
-39
-910
Zugänge
0
1.169
0
0
1.169
Abgänge
0
86
0
0
86
Stand 31.12.2022
15.450
28.174
9.503
584
53.711
Stand 01.01.2023
15.450
28.174
9.503
584
53.711
Kursdifferenzen
0
5
0
1
6
Zugänge
0
1.780
0
0
1.780
Abgänge
0
217
0
0
217
Umbuchungen
0
0
0
21
21
Stand 31.12.2023
15.450
29.742
9.503
602
55.301
Kumulierte Abschreibungen
Stand 01.01.2022
6.769
25.695
1.196
592
34.252
Stand 31.12.2022
6.898
24.904
1.196
584
33.582
Stand 01.01.2023
6.898
24.904
1.196
584
33.582
Stand 31.12.2023
7.001
26.130
1.196
589
34.916
Buchwerte 01.01.2022
8.681
3.456
8.307
31
20.475
Buchwerte 31.12.2022
8.552
3.270
8.307
0
20.129
Buchwerte 01.01.2023
8.552
3.270
8.307
0
20.129
Buchwerte 31.12.2023
8.449
3.612
8.307
18
20.386
Buchwerte 01.01.2022
8.681
3.456
8.307
31
20.475
Abgang IFRS 5
0
-45
0
0
-45
Kursdifferenzen
0
5
0
-1
4
Zugänge
0
1.169
0
0
1.169
Abschreibungen des Geschäftsjahres
129
1.315
0
30
1.474
davon planmäßige Abschreibung
129
1.315
0
30
1.474
Buchwerte 31.12.2022
8.552
3.270
8.307
0
20.129
Buchwerte 01.01.2023
8.552
3.270
8.307
0
20.129
Kursdifferenzen
0
-1
0
0
-1
Zugänge
0
1.780
0
0
1.780
Abgänge
0
20
0
0
20
Umbuchungen
0
0
0
18
18
Abschreibungen des Geschäftsjahres
103
1.417
0
0
1.520
davon planmäßige Abschreibung
103
1.417
0
0
1.520
Buchwerte 31.12.2023
8.449
3.612
8.307
18
20.386
* Der Konzern-Anlagenspiegel ist Teil des Konzernanhangs .
KONZERN-ANLAGENSPIEGEL*
SACHANLAGEN
Andere Anlagen,
Geleistete
Technische
Betriebs- und
Anzahlungen
Grundstücke
Anlagen
Geschäfts-
und Anlagen im
in TEUR
und Bauten
und Maschinen
ausstattung
Bau
Summe
Anschaffungskosten / Herstellungskosten
Stand 01.01.2022
76.931
85.202
65.263
15.006
242.402
Abgang IFRS 5
-8.542
-17.078
-1.567
-3.087
-30.274
Kursdifferenzen
-236
-1.007
-101
-98
-1.442
Zugänge
4.861
4.239
5.383
6.324
20.807
Abgänge
2.335
2.657
4.529
0
9.521
Umbuchungen
73
3.338
2.748
-6.159
0
Stand 31.12.2022
70.752
72.037
67.197
11.986
221.972
Stand 01.01.2023
70.752
72.037
67.197
11.986
221.972
Kursdifferenzen
-158
-792
-104
-79
-1.133
Zugänge
5.573
1.850
6.521
5.706
19.650
Abgänge
304
348
4.507
0
5.159
Umbuchungen
578
4.682
2.357
-7.639
-22
Stand 31.12.2023
76.441
77.429
71.464
9.974
235.308
Kumulierte Abschreibungen
Stand 01.01.2022
34.639
55.424
44.248
-68
134.243
Stand 31.12.2022
30.336
43.087
44.498
-68
117.853
Stand 01.01.2023
30.336
43.087
44.498
-68
117.853
Stand 31.12.2023
32.440
48.311
46.469
-29
127.191
Buchwerte 01.01.2022
42.292
29.778
21.015
15.074
108.159
Buchwerte 31.12.2022
40.416
28.950
22.699
12.054
104.119
Buchwerte 01.01.2023
40.416
28.950
22.699
12.054
104.119
Buchwerte 31.12.2023
44.001
29.118
24.995
10.003
108.117
Buchwerte 01.01.2022
42.292
29.778
21.015
15.074
108.158
Abgang IFRS 5
-3.060
-1.828
-19
-3.087
-7.994
Kursdifferenzen
-110
-666
-10
-98
-884
Zugänge
4.861
4.239
5.383
6.324
20.807
Abgänge
1.053
182
176
0
1.411
Umbuchungen
73
3.338
2.748
-6.159
0
Abschreibungen des Geschäftsjahres
2.587
5.729
6.242
0
14.558
davon planmäßige Abschreibung
2.587
5.729
6.242
0
14.558
Buchwerte 31.12.2022
40.416
28.950
22.699
12.054
104.119
Buchwerte 01.01.2023
40.416
28.950
22.699
12.054
104.119
Kursdifferenzen
-94
-371
-55
-78
-598
Zugänge
5.573
1.850
6.521
5.706
19.650
Abgänge
12
0
240
0
252
Umbuchungen
578
4.682
2.360
-7.639
-19
Abschreibungen des Geschäftsjahres
2.459
5.993
6.290
40
14.782
davon planmäßige Abschreibung
2.459
5.993
6.290
40
14.782
Buchwerte 31.12.2023
44.001
29.118
24.995
10.003
108.118
* Der Konzern-Anlagenspiegel ist Teil des Konzernanhangs.
KONZERN-ANLAGENSPIEGEL*
NUTZUNGSRECHTE LEASING
Andere
Anlagen,
Technische
Betriebs- und
Grundstücke
Anlagen
Geschäfts-
in TEUR
und Bauten
Fahrzeuge
und Maschinen
ausstattung
Summe
Anschaffungskosten
Stand 01.01.2022
102.254
5.114
5.432
1.531
114.331
IFRS 16 Modifizierungen
17.911
78
-1
62
18.050
Abgang IFRS 5
-391
-1.422
0
-642
-2.455
Kursdifferenzen
-487
-44
-181
-1
-713
Zugänge
4.894
1.385
18
28
6.325
Abgänge
3.905
272
0
0
4.177
Stand 31.12.2022
120.276
4.840
5.268
977
131.361
Stand 01.01.2023
120.276
4.840
5.268
977
131.361
IFRS 16 Modifizierungen
14.704
81
0
108
14.893
Kursdifferenzen
-331
-10
-176
-2
-519
Zugänge
629
1.360
0
0
1.989
Abgänge
4.691
259
0
33
4.983
Stand 31.12.2023
130.587
6.013
5.092
1.049
142.741
Kumulierte Abschreibungen
Stand 01.01.2022
38.629
3.090
4.574
692
46.985
Stand 31.12.2022
50.999
2.675
4.741
564
58.979
Stand 01.01.2023
50.999
2.675
4.741
564
58.979
Stand 31.12.2023
63.516
3.259
4.750
757
72.282
Buchwerte 01.01.2022
63.625
2.024
858
838
67.346
Buchwerte 31.12.2022
69.277
2.165
527
412
72.382
Buchwerte 01.01.2023
69.277
2.165
527
412
72.382
Buchwerte 31.12.2023
67.071
2.754
342
291
70.459
Buchwerte 01.01.2022
63.625
2.024
858
838
67.346
IFRS 16 Modifizierungen
17.911
78
-1
62
18.050
Abgang IFRS 5
-151
-727
0
-308
-1.186
Kursdifferenzen
-299
-15
5
1
-308
Zugänge
4.894
1.385
18
28
6.325
Abgänge
1.223
1
0
0
1.224
Umbuchungen
0
178
-178
0
0
Abschreibungen des Geschäftsjahres
15.480
757
175
209
16.621
davon planmäßige Abschreibung
15.480
757
175
209
16.621
Buchwerte 31.12.2022
69.277
2.165
527
412
72.382
Buchwerte 01.01.2023
69.277
2.165
527
412
72.382
IFRS 16 Modifizierungen
14.704
81
0
108
14.893
Kursdifferenzen
-227
-7
-8
0
-242
Zugänge
629
1.360
0
0
1.989
Abgänge
1.409
0
0
0
1.409
Abschreibungen des Geschäftsjahres
15.903
845
177
229
17.154
davon planmäßige Abschreibung
15.903
845
177
229
17.154
Buchwerte 31.12.2023
67.071
2.754
342
291
70.460
* Der Konzern-Anlagenspiegel ist Teil des Konzernanhangs.
KONZERN-SEGMENTBERICHTERSTATTUNG*
STRATEGISCHE GESCHÄFTSFELDER
Frauenthal Automotive
Frauenthal Handel
Holdings und Sonstige
Konzern-Eliminierungen
Frauenthal-Gruppe
in TEUR
2023
2022
2023
2022
2023
2022
2023
2022
2023
2022
Fremdkapital
82.537
94.568
226.334
222.746
8.971
10.557
-5.437
-11.846
312.405
316.025
Vermögen
131.719
144.177
346.495
343.027
31.698
21.672
-5.465
-11.951
504.447
496.925
REGIONEN NACH STANDORTEN/GESELLSCHAFTSSITZ
Sachanlagen, Nutzungsrechte Leasing
Durchschnittliche Beschäftigte
und Immaterielles Vermögen
in TEUR
2023
2022
2023
2022
Österreich
137.067
132.162
1.686
1.640
Deutschland
12.409
12.314
209
216
Schweden
17.768
18.408
349
374
Sonstige Länder
31.720
33.746
618
607
Frauenthal-Gruppe
198.964
196.631
2.862
2.837
* Die Konzern-Segmentberichterstattung ist Teil des Konzernanhangs.
KONZERN-SEGMENTBERICHTERSTATTUNG*
STRATEGISCHE GESCHÄFTSFELDER
Frauenthal Automotive
Frauenthal Handel
Holdings und Sonstige
Konzern-Eliminierungen
Frauenthal-Gruppe
in TEUR
2023
2022
2023
2022
2023
2022
2023
2022
2023
2022
Außenumsatz
235.220
233.449
845.737
823.630
8
7
0
0
1.080.966
1.057.086
Innenumsatz
0
0
0
0
2.314
2.116
-2.314
-2.116
0
0
Umsatz gesamt
235.220
233.449
845.737
823.630
2.322
2.123
-2.314
-2.116
1.080.966
1.057.086
EBITDA
17.461
17.322
46.988
66.898
-1.498
-1.485
-759
-690
62.191
82.045
Abschreibungen
-9.901
-10.000
-23.909
-22.792
-487
-442
842
582
-33.455
-32.652
Betriebserfolg (EBIT)
7.560
7.322
23.079
44.106
-1.985
-1.927
83
-108
28.736
49.392
Zinserträge
218
1.067
255
222
294
56
-138
-36
629
1.307
Zinsaufwendungen
-3.648
-1.806
-8.268
-3.949
-261
-256
155
39
-12.022
-5.972
Sonstiges Finanzergebnis
0
0
86
-358
0
0
0
0
86
-358
Ergebnis vor Steuern
4.130
6.584
15.151
40.021
-1.952
-2.127
100
-105
17.428
44.370
Steuern vom Einkommen und Ertrag
-951
-1.848
-3.540
-9.823
1.484
482
-23
26
-3.030
-11.165
Ergebnis nach Steuern
3.179
4.734
11.611
30.197
-468
-1.645
77
-81
14.399
33.205
Investitionen
1)
6.530
10.970
14.903
10.934
30
72
0
0
21.463
21.976
Mitarbeiter
1.176
1.200
1.676
1.628
10
9
0
0
2.862
2.837
1)
Erhöhungen von Nutzungsrechten aus Miet- und Leasingverträgen werden nicht in das hier ausgewiesene Investitionsvolumen einbezogen.
* Die Konzern-Segmentberichterstattung ist Teil des Konzernanhangs.
KONZERN-SEGMENTBERICHTERSTATTUNG*
UMSATZ IN REGIONEN NACH ENDKUNDEN
Frauenthal Automotive
Frauenthal Handel
Holdings und Sonstige
Frauenthal-Gruppe
in TEUR
2023
2022
2023
2022
2023
2022
2023
2022
Österreich
1.598
1.905
828.357
806.160
8
7
829.963
808.072
Deutschland
27.118
25.813
10.808
12.367
0
0
37.927
38.180
Frankreich
15.545
15.254
24
3
0
0
15.569
15.257
Schweden
64.410
62.049
4
3
0
0
64.415
62.052
Belgien
49.329
46.032
3
84
0
0
49.332
46.116
Sonstige EU
47.765
45.626
5.135
3.741
0
0
52.900
49.367
Sonstiges Europa
1.601
1.083
1.124
1.158
0
0
2.724
2.240
Amerika
5.095
7.419
40
34
0
0
5.135
7.453
Asien
21.850
24.025
2
22
0
0
21.852
24.047
Sonstige
909
4.244
240
57
0
0
1.148
4.301
Summe
235.220
233.449
845.737
823.630
8
7
1.080.966
1.057.087
* Die Konzern-Segmentberichterstattung ist Teil des Konzernanhangs
KONZERNANHANG FÜR 2023
DER FRAUENTHAL HOLDING AG
A. ALLGEMEINES
(1) INFORMATIONEN ZUM UNTERNEHMEN
Die Frauenthal Holding AG ist im Firmenbuchgericht Wien unter FN 83990s registriert. Die Geschäftsanschrift lautet: Frauenthal
Holding AG, Rooseveltplatz 10, 1090 Wien, Österreich.
Die Frauenthal-Gruppe, ein österreichischer börsennotierter Mischkonzern, umfasst zwei Unternehmensbereiche. Die
Geschäftstätigkeit ihrer Konzerngesellschaften beinhaltet zum einen die Division Frauenthal Handel und zum anderen die Division
Frauenthal Automotive.
(2) GRUNDLAGEN DER RECHNUNGSLEGUNG
Die Aufstellung dieses Konzernabschlusses erfolgt in Anwendung von § 245a UGB nach international anerkannten
Rechnungslegungsgrundsätzen. Der Konzernabschluss der Frauenthal Holding AG („Frauenthal-Gruppe“, „Frauenthal Konzern“ oder
der Konzernabschluss “) zum 31. Dezember 2023 wurde nach den Vorschriften der am Abschlussstichtag gültigen Richtlinien, des
vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in
der Europäischen Union anzuwenden sind, erstellt.
Die im Bericht dargelegten Berechnungen sind EDV-technisch ermittelt worden. Die Darstellung der Werte erfolgt mittels kaufmännisch
gerundeter Zahlen, weshalb sich Rundungsdifferenzen ergeben können. Aus diesem Grund kann die manuelle Berechnung von Werten
zu Abweichungen bei den ausgewiesenen Zwischen- und Gesamtsummen führen.
(3) ERSTMALIG BZW. ZUKÜNFTIG ANZUWENDENDE STANDARDS UND INTERPRETATIONEN
Erstmalig wurden zum 1. Jänner 2023 die folgenden Standards von der Gruppe angewandt, wobei sich ausgenommen der
Änderungen von IAS 12 Ertragsteuern: Internationale Steuerreform Modellregeln für Pillar Two keine wesentlichen Auswirkungen
auf die Gruppe ergeben:
(3.1) Folgende neue bzw. geänderte Standards und Interpretationen wurden erstmalig im Geschäftsjahr 2023
angewendet
Neuer Standard oder Änderung
Datum der
Datum der
Datum der
Veröffentlichung
Übernahme
erstmaligen
durch IASB
in EU-Recht
Anwendung
laut EU-Recht
Änderungen
von
IAS
12
Ertragsteuern:
Internationale
23.05.2023
08.11.2023
01.01.2023
Steuerreform Modellregeln für Pillar Two
Änderungen von IFRS 17 Versicherungsverträge: Erstmalige
Anwendung
von
IFRS
17
und IFRS 9
Vergleichs-
09.12.2021
08.09.2022
01.01.2023
informationen
Änderungen von IAS 12 Ertragsteuern: Latente Steuern, die
sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus
07.05.2021
11.08.2022
01.01.2023
einer einzigen Transaktion entstehen
Änderungen von IAS 1 Darstellung des Abschlusses und IFRS
Practice Statement 2: Offenlegung von Bilanzierungs- und
12.02.2021
02.03.2022
01.01.2023
Bewertungsmethoden
Änderungen von IAS 8 Rechnungslegungsmethoden,
Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen
12.02.2021
02.03.2022
01.01.2023
und Fehler: Definition von rechnungslegungsbezogenen
Schätzungen
IFRS 17 Versicherungsverträge, inkl. Änderungen zu IFRS 17
18.05.2017
25.06.2020
19.11.2021
01.01.2023
ÄNDERUNGEN ZU IAS 12 INTERNATIONALE STEUERREFORM PILLAR 2
Mit den Änderungen an IAS 12 wird eine vorübergehende Ausnahme für die Bilanzierung latenter Steuern im Rahmen der Umsetzung
der globalen Mindestbesteuerung (BEPS Pillar 2-Regelung der OECD) eingeführt. Dies soll dazu beitragen, die Konsistenz der
Abschlüsse zu gewährleisten und gleichzeitig die Umsetzung der Vorschriften zu erleichtern. Außerdem werden gezielte
Offenlegungspflichten eingeführt, die den Anlegern helfen sollen, die Auswirkungen hinsichtlich der aus der Reform resultierenden
Ergänzungssteuern auf das Unternehmen besser zu verstehen, insbesondere bevor die länderspezifischen Rechtsvorschriften zur
Umsetzung der Mindestbesteuerung in Kraft treten. Weitere Angaben zu den Auswirkungen und der Anwendung sind unter Punkt
(24) vermerkt.
(3.2) Folgende in EU-Recht übernommene IFRS-Standards wurden bis zum Bilanzstichtag herausgegeben, sind aber
erst in späteren Berichtsperioden verpflichtend anzuwenden.
Neuer Standard oder Änderung
Datum der
Veröffentlichung
durch IASB
Datum der
Übernahme
in EU-Recht
Datum der
erstmaligen
Anwendung
laut EU-Recht
Änderungen von IAS 1 Darstellung des Abschlusses:
Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig;
Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig
Verschiebung der erstmaligen Anwendung; und
Langfristige Schulden mit Nebenbedingungen
(
Covenants
);
23.01.2020
15.07.2020
31.10.2022
19.12.2023
01.01.2024
Änderungen von IFRS 16 Leasingverhältnissen:
Leasingverbindlichkeit bei Sale and Leaseback
22.09.2022
20.11.2023
01.01.2024
(3.3) Nachfolgende Standards sowie Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards, die vom IASB
herausgegeben wurden, sind im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 noch nicht verpflichtend
anzuwenden. Deren Anwendung setzt voraus, dass sie im Rahmen des IFRS-Übernahmeverfahrens
(„Endorsement“) der EU angenommen werden.
Neuer Standard oder Änderung
Datum der
Datum der
(Übernahme in EU-Recht ausstehend)
Veröffentlichung
erstmaligen
durch IASB
Anwendung
laut IASB
Änderungen von IAS 21 Wechselkursänderungen: Mangel an
Umtauschbarkeit
15.08.2023
01.01.2025
Änderungen von IAS 7 Kapitalflussrechnungen und IFRS 7
Finanzinstrumente: Angaben:
25.05.2023
01.01.2025
Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen
(4) NACHHALTIGKEIT, GEOPOLITISCHE KONFLIKTE, INFLATION UND ZINSNIVEAU
NACHHALTIGKEIT
Umweltorientierung und Ressourcenschonung sind sowohl aus geschäftsstrategischen Gründen als auch aufgrund der Werthaltung
des Managements und der Mitarbeitenden der Frauenthal-Gruppe eine wichtige Zielsetzung. In beiden Divisionen bieten sich
zahlreiche Ansatzpunkte zur Förderung von umwelt- und ressourcenschonenden Technologien. Beispiele dafür sind im
Automobilbereich der Einsatz wasserlöslicher Lackierungsmittel, Investitionen in energiesparende Produktionsprozesse und die
Reduktion des Materialeinsatzes durch verbessertes Produktdesign. Ein Beispiel aus der Division Frauenthal Handel ist der Ausbau der
Beratungszentren für Heizungsanlagen. Wir beraten unsere Kundschaft beim Verkauf von energieeffizienten Heizungssystemen. Die
Forcierung von Produkten im Sanitärbereich, die den Energie- und Wasserverbrauch reduzieren, ist ebenso ein Beitrag zur Förderung
des Umweltbewusstseins.
Als börsennotiertes Unternehmen ist Frauenthal für interne und externe Stakeholder in hohem Maße transparent. Das Vertrauen
unserer Mitarbeitenden und jenes von Kunden/innen, Lieferanten, Geschäftspartnern sowie Aktionären hängt auch von der
wahrgenommenen Zukunftsorientierung unseres Handelns ab.
Die aktuellen Markt- und Technologietrends in Europa lassen einen starken Anstieg des Volumens an BEV
(Battery Electric Vehicles,
also reinen E-Fahrzeugen) erwarten. Seit dem Management-Buy-Out der Business Unit Frauenthal Powertrain im November 2022 sieht
sich die Division Frauenthal Automotive von dieser Entwicklung in der Industrie nicht unmittelbar betroffen.
Unmittelbare Auswirkungen aus Umwelt- und Klimarisiken auf den Konzernabschluss der Frauenthal-Gruppe werden laufend evaluiert.
In Summe wurden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss identifiziert. Bei der Prüfung der Werthaltigkeit von
Vermögenswerten oder Firmenwerten wurde auf Auswirkungen aus Umwelt- und Klimarisiken geachtet. Zum Stichtag ergaben sich
daraus keine Wertminderungserfordernisse. Weiters ergaben sich aus der Analyse der Risiken in Zusammenhang mit Umwelt- und
Klimaschutz zum Stichtag keine wesentlichen bilanzierungspflichtigen Rückstellungen oder Eventualverbindlichkeiten.
Weitere Details können dem Nachhaltigkeitsbericht 2023 der Frauenthal-Gruppe unter www.frauenthal.at/de/berichte.html
entnommen werden.
GEOPOLITISCHE KONFLIKTE, INFLATION UND ZINSNIVEAU
Das Geschäftsjahr 2023 ist erneut geprägt von vielen Unsicherheiten und Herausforderungen.
Die Frauenthal-Gruppe hat zwar keine Gesellschaften sowie keine wesentlichen wirtschaftlichen Aktivitäten in der Ukraine, Russland
oder dem Nahen Osten, allerdings sind diese Konflikte Treiber für die ohnehin anhaltend hohe Inflation im Jahr 2023.
Die Kundenabrufe verhalten sich über das gesamte Jahr 2023 volatil und nicht vorhersehbar. Viele globale Lieferketten zeigen sich seit
mehr als zwei Jahren instabil. Der weltweite Mangel an Vorprodukten und diversen Rohstoffen zwingt die OEMs, deren
Produktionskapazitäten zu reduzieren. Zusätzlich ergeben sich aufgrund der Angriffe auf Frachtschiffe im Roten Meer und der damit
verbundenen längeren Schiffsroute über das Kap der Guten Hoffnung ein weiteres Lieferkettenproblem sowie höhere Transportkosten.
Die makroökonomischen Gegebenheiten (Inflation, ansteigendes Zinsniveau, Lieferkettenprobleme) werden im Zuge der
Bilanzerstellung bei der Bewertung von Vermögenswerten und Rückstellungen berücksichtigt.
B. KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE
(5) KONSOLIDIERUNGSKREIS
Der Konsolidierungskreis wurde gemäß IFRS 10 festgelegt. Gegenüber dem 31. Dezember 2022 verändert sich die Anzahl der
einbezogenen Gesellschaften wie folgt:
VERSCHMELZUNGEN
Im Geschäftsjahr 2023 sind folgende Gesellschaften innerhalb des Konsolidierungskreises durch Verschmelzungen untergegangen:
Sitz
Anteil am Kapital
Abschluss
mittelbar
unmittelbar
stichtag
B&E Service GmbH
Wien, Österreich
100,00%
31.12.
Frauenthal Automotive Service GmbH
Elterlein, Deutschland
100,00%
31.12.
Die B&E Service GmbH wurde in die Frauenthal Handel Gruppe AG und die Frauenthal Automotive Service GmbH wurde in die
Frauenthal Airtank Elterlein GmbH verschmolzen.
Die Anzahl der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften hat sich im Geschäftsjahr 2023 wie folgt verändert:
Inland
Ausland
Gesamt
Einbezogen zum 31.12.2022
8
13
21
Verschmelzungen
-1
-1
-2
Einbezogen zum 31.12.2023
7
12
19
Folgende Unternehmen werden im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen:
Sitz
Anteil am Kapital
mittelbar
unmittelbar
Frauenthal Immobilien GmbH
Wien, Österreich
100,00%
FRAUENTHAL HANDEL
Frauenthal Haustechnik Beteiligungs GmbH
Wien, Österreich
100,00%
Frauenthal Handel Gruppe AG
Wien, Österreich
100,00%
Frauenthal Handel GmbH
Wels, Österreich
100,00%
SHT Haustechnik GmbH
Perchtoldsdorf, Österreich
100,00%
1a Installateur-Marketingberatung für Gas-, Sanitär-
und Heizungsinstallateure GmbH
Perchtoldsdorf, Österreich
100,00%
OVI Online Vertrieb für Installateurbedarf GmbH i.L.
(vormals: OVI Online Vertrieb für Installateurbedarf
Dresden, Deutschland
100,00%
GmbH)
FRAUENTHAL AUTOMOTIVE
Frauenthal Automotive GmbH
Wien, Österreich
100,00%
Frauenthal Airtank Elterlein GmbH
Elterlein, Deutschland
100,00%
Frauenthal Airtank Hustopeče s.r.o.
Hustopeče, Tschechien
100,00%
Frauenthal Gnotec AB
Göteborg, Schweden
100,00%
Gnotec Asia Holding Ltd.
Hongkong, Hongkong
100,00%
Frauenthal Gnotec China Co. Ltd.
Kunshan, Volksrepublik China
100,00%
Frauenthal Gnotec Slovakia s.r.o.
Čadca, Slowakei
100,00%
Frauenthal Gnotec Sweden AB
Kinnared, Schweden
100,00%
Frauenthal Gnotec Inc.
Fountain Inn, USA
100,00%
Frauenthal Gnotec Germany GmbH
Hamburg, Deutschland
100,00%
Frauenthal Gnotec Tool Development AB
Göteborg, Schweden
100,00%
Frauenthal Gnotec Trade (Kunshan) Co. Ltd.
Kunshan, Volksrepublik China
100,00%
Abschluss
stichtag
31.12.
31.12.
31.12.
31.12.
31.12.
31.12.
31.12.
31.12.
31.12.
31.12.
31.12.
31.12.
31.12.
31.12.
31.12.
31.12.
31.12.
31.12.
31.12.
Die G S Company, s.r.o. mit Sitz in Bánovce nad Bebravou, Slowakei wurde am 23. Dezember 2020 gegründet und wird aufgrund
der untergeordneten Bedeutung nicht in die Konsolidierung einbezogen. Zum 31. Dezember 2023 werden mittelbar 100,00 % der
Anteile am Kapital gehalten.
erworbenen Unternehmens. Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses angefallene Kosten werden als Aufwand erfasst.
Der den beizulegenden Zeitwert dieses Nettovermögens übersteigende Betrag der Anschaffungskosten wird als Firmenwert
gehalten.
wurden .
ausgewiesen.
Die Techno Heat GmbH mit Sitz in Wien, Österreich wurde am 7. August 2018 akquiriert und wird aufgrund der untergeordneten
Bedeutung nicht in die Konsolidierung einbezogen. Zum 31. Dezember 2023 werden mittelbar 100,00 % der Anteile am Kapital
Die Frauenthal Automotive Holding GmbH mit Sitz in Wien, Österreich, welche aufgrund der untergeordneten Bedeutung nicht in die
Konsolidierung einbezogen wird, befindet sich zum Stichtag 31. Dezember 2023 in Liquidation. Außer den zuletzt genannten
Gesellschaften gab es im Vorjahr keine weiteren Gesellschaften, die aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung nicht konsolidiert
(6) KAPITALKONSOLIDIERUNG
Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Die Anschaffungskosten eines
Unternehmenserwerbs bemessen sich als Summe der übertragenen Gegenleistung, bewertet mit dem beizulegenden Zeitwert zum
Erwerbszeitpunkt, und der Anteile ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen Unternehmen. Bei jedem
Unternehmenszusammenschluss bewertet die Frauenthal Holding AG die Anteile ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen
Unternehmen entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens des
Firmenwerte aus dem Erwerb von Gesellschaften werden gemäß IFRS 3 nicht planmäßig abgeschrieben, sondern zumindest zu jedem
Bilanzstichtag auf ihren künftigen wirtschaftlichen Nutzen geprüft. In Höhe des Betrags, der nicht mehr durch den erwarteten
künftigen Nutzen gedeckt ist, ist eine erfolgswirksame außerplanmäßige Abschreibung vorzunehmen .
(7) WÄHRUNGSUMRECHNUNG
Die
Umrechnung
der
in
fremder
Währung
aufgestellten
Jahresabschlüsse
der
in
den
Konzernabschluss
einbezogenen
Tochterunternehmen in Euro erfolgt auf Basis des Konzepts der funktionalen Währung (IAS 21 „The Effects of Changes in Foreign
Exchange Rates“) nach der modifizierten Stichtagskursmethode.
Da die Tochtergesellschaften ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbständig betreiben, ist
die funktionale Währung identisch mit der jeweiligen Landeswährung der Gesellschaft. Im Konzernabschluss werden daher die
Aufwendungen
und
Erträge
aus
Abschlüssen
von
und -verluste werden erfolgswirksam berücksichtigt.
Tochterunternehmen,
die
in
fremder
Währung
aufgestellt
sind,
zum
Umrechnungsdifferenzen, die aus abweichenden Umrechnungskursen in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung resultieren, werden
Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten zum aktuellen Tageskurs bewertet. Zum Bilanzstichtag eingetretene Kursgewinne
Jahresdurchschnittskurs, Vermögenswerte und Schulden zum Devisenmittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet.
Der sich aus der Umrechnung des Eigenkapitals ergebende Währungsunterschied wird mit der Währungsrücklage verrechnet. Die
ebenfalls erfolgsneutral in der Währungsrücklage ausgewiesen.
wie folgt verändert:
In den Einzelabschlüssen der Frauenthal Holding AG und der Tochterunternehmen, welche in den Konzernabschluss einfließen, werden
1 EURO ENTSPRICHT
Stichtagskurs
Durchschnittskurs
31.12.2023
31.12.2022
2023
2022
Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse der wichtigsten Währungen haben sich im Verhältnis zu EUR 1,00
Tschechische Republik
CZK
24,7250
24,1150
24,0070
24,5650
Schweden
SEK
11,0960
10,1218
11,4842
10,6571
Hongkong
HKD
8,6314
8,3163
8,4802
8,2223
China
CNY
7,8509
7,3582
7,6839
7,0744
USA
USD
1,1050
1,0666
1,0829
1,0500
C. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN
Die Jahresabschlüsse sämtlicher in den Konzernabschluss einbezogener Unternehmen werden entsprechend IFRS 10 nach einheitlichen
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt.
(8) LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Werthaltigkeitsprüfungen von Firmenwerten, sonstigen immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen werden bei Eintreten von
Impairmenttriggern bzw. für Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer (Marken) zumindest
einmal jährlich im 4. Quartal durchgeführt. Ein Vermögenswert ist gem. IAS 36.8 wertgemindert, wenn sein Buchwert (Carrying
amount“) seinen erzielbaren Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag ist gem. IAS 36.18 der höhere der beiden Beträge aus
beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten („Fair Value less costs to sell/Fair Value“) und dem Nutzungswert („Value in
Use“).
Sie basieren grundsätzlich auf einer Value in Use Berechnung auf Basis der geschätzten künftigen abgezinsten Netto-Zahlungsströmen,
die aus der fortgesetzten Nutzung eines Vermögenswertes und seinem Abgang am Ende der Nutzungsdauer zu erwarten sind.
Faktoren wie geringere Umsatzerlöse und daraus resultierende niedrigere Netto-Zahlungsströme sowie Änderungen der verwendeten
Abzinsungsfaktoren können zu einer Wertminderung führen. Die Unsicherheit bezüglich des Eintritts der zugrunde gelegten Parameter
steigt an, je weiter die Planung in die Zukunft reicht. Die Bewertungen der Zahlungsmittel generierenden Einheiten basieren auf den
erwarteten Zahlungsströmen, die mit durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC) nach Unternehmenssteuern abgezinst werden.
Für die Frauenthal-Gruppe stellen der Russland-Ukraine Konflikt sowie der Konflikt im Nahen Osten keine Impairmenttrigger dar, da
die Frauenthal-Gruppe über keine Vermögenswerte in der Ukraine, in Russland und im Nahen Osten verfügt und keine relevanten
Umsätze in diesen Ländern generiert.
Für die SHT-Gruppe (SHT Haustechnik GmbH, 1a Installateur-Marketingberatung für Gas-, Sanitär- und Heizungsinstallateure GmbH),
die Gesellschaft Frauenthal Handel GmbH und die Gesellschaft Frauenthal Handel Gruppe AG wird ein gemeinsames Reporting erstellt,
es gibt eine gemeinsame Steuerung und Planung, und es werden alle wesentlichen Führungsentscheidungen von ein und demselben
Personenkreis getroffen. Es ergibt sich somit die CGU Frauenthal Handel.
Die Werthaltigkeit von Firmenwerten und Marken (= immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer) wurde mittels
DCF-Verfahren getestet. Der Bewertung liegt das im November 2023 erstellte Budget für 2024 sowie eine Mittelfristplanung bis 2028
zugrunde. Die Annahmen zur Marktentwicklung basieren sowohl auf internen Erfahrungswerten als auch renommierten externen
Marktstudien.
Für die CGU Frauenthal Handel geht man aufgrund der letztgültigen Prognosen für die Entwicklung der Bauwirtschaft in Österreich
(Euroconstruct) von einem rückläufigen Markt von -4,1 % (VJ: 0,2 %) und einer durchschnittlichen EBIT-Marge von 1,6 % bis 3,6 %
(VJ: 2,2 % bis 2,4 %) in den Folgejahren aus. Der erzielbare Betrag der CGU wurde anhand des Nutzungswerts ermittelt. Der für die
CGU Frauenthal Handel mit einem WACC nach Steuern von 8,35 % (31.12.2022: 7,55 %) durchgeführte Wertminderungstest ergab
keinen Wertminderungsbedarf.
IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Es wurden im Geschäftsjahr 2023 für Forschung und Entwicklung TEUR 10 (VJ: TEUR 26) ausgegeben, welche in den Aufwendungen
erfasst wurden.
Kundenbeziehungen sind als Ergebnis der Purchase Price Allocation in der Division Frauenthal Automotive bei der Firma Frauenthal
Gnotec AB als immaterielle Vermögenswerte aktiviert, die bereits vollständig abgeschrieben sind.
Die Position Marken- und Kundenbelieferungsrechte enthält einerseits im Zuge des Erwerbs der Division Frauenthal Handel erworbene
Marken, bei denen derzeit keine Änderungsabsichten bestehen, die laufend gepflegt werden, deren Nutzungsende nicht absehbar ist
und die daher eine unbestimmte Nutzungsdauer aufweisen. Weiters sind darin Kundenbelieferungsrechte für Installateure der Division
Frauenthal Handel enthalten, die bereits zum Zeitpunkt der Akquisition bestehende Kundenbelieferungsrechte beinhalten, derzeit
unbefristet sind und nur durch Kündigung beendet werden können. Die Abschreibung erfolgt entsprechend den Kündigungen dieser
Belieferungsrechte.
Klicken oder tippen Sie hier, um Text einzugeben.Die übrigen immateriellen Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten bzw.
Herstellungskosten angesetzt und bei bestimmbarer Nutzungsdauer entsprechend ihrer Nutzungsdauer planmäßig linear
abgeschrieben.
in Jahren
Sonstige immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer
3 bis 10
SACHANLAGEN
Das gesamte Sachanlagevermögen unterliegt einer betrieblichen Nutzung und wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten
vermindert um planmäßige, nutzungsbedingte Abschreibungen bewertet. Die planmäßigen Abschreibungen werden nach der linearen
Methode vorgenommen. Geringwertige Vermögenswerte des Anlagevermögens, die aus steuerlichen Gründen in den lokalen
Abschlüssen sofort abgeschrieben werden, werden auch im Konzernabschluss aus Wesentlichkeitsgründen im Zugangsjahr voll
abgeschrieben und als Abgänge ausgewiesen.
Zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten zählen neben dem Kaufpreis und den direkt zurechenbaren Kosten, um den
Vermögenswert zu dem Standort und in den erforderlichen, vom Management beabsichtigten, betriebsbereiten Zustand zu bringen,
auch die geschätzten Kosten für den Abbruch und das Abräumen des Gegenstands sowie die Wiederherstellung des Standorts, an
dem er sich befindet. Besteht ein Vermögenswert des Sachanlagevermögens aus mehreren Bestandteilen mit unterschiedlichen
Nutzungsdauern, werden die einzelnen wesentlichen Bestandteile über ihre individuellen Nutzungsdauern abgeschrieben.
Die planmäßigen Abschreibungen für das Sachanlagevermögen unterliegen konzerneinheitlich nachfolgenden Nutzungsdauern:
in Jahren
Betriebs- und Geschäftsgebäude
10 bis 50
Technische Anlagen und Maschinen
5 bis 20
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
3 bis 10
Die Abschreibungsdauer richtet sich nach der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer. Im Zugangsjahr werden
Vermögenswerte des Sachanlagevermögens zeitanteilig abgeschrieben. Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen umfassen
neben den direkt zurechenbaren Kosten auch anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie produktions- bzw.
leistungserstellungsbezogene Verwaltungskosten.
Bei Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Wenn der Grund für eine früher durchgeführte
außerplanmäßige Abschreibung entfallen ist, erfolgt eine Zuschreibung auf die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten.
Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen enthalten alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie
angemessene Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten. Finanzierungskosten werden nur dann aktiviert, wenn es sich um
qualifizierte langfristige Vermögenswerte handelt. Die Finanzierungskosten werden dann als Teil der Anschaffungs- oder
Herstellungskosten angesetzt. Im Jahr 2023 wurden keine Finanzierungskosten für qualifizierte langfristige Vermögenswerte aktiviert.
Investitionszuschüsse werden gemäß Konzernrichtlinien direkt mit den Anschaffungskosten saldiert (Nettomethode). Für weitere
Informationen wird auf den Punkt (21) Sachanlagen verwiesen.
NUTZUNGSRECHTE
Gemäß IFRS 16 werden für Verträge aus Miet- und Leasingverhältnissen Nutzungsrechte bzw. Verbindlichkeiten angesetzt, welche
über die voraussichtliche Vertragsdauer abgeschrieben bzw. verzinst werden.
Die Laufzeiten der Verträge werden nach der voraussichtlichen Vertragsdauer unter Berücksichtigung von Verlängerungsoptionen und
Kündigungszeiten gewählt. Bei befristeten Verträgen wird die in dem Vertrag unterstellte Laufzeit gewählt. Die Vertragslaufzeiten
werden halbjährlich oder bei Vorliegen von Triggering Events überprüft. Bei der Erfassung der Verträge und bei der Kalkulation wird
darauf geachtet, Nebenleistungen wie zum Beispiel Betriebskosten getrennt von den Mieten und Leasingaufwendungen auszuweisen.
Bei unbefristeten Verträgen wird die Laufzeit jährlich überprüft und abhängig von der Laufzeiteinschätzung entsprechend gewählt.
Die Ausnahme für kurzfristige Leasingverhältnisse (bis zu 1 Jahr) wird in Anspruch genommen. Für ähnlich ausgestaltete
Leasingverträge werden einheitliche Abzinsungssätze verwendet. Bei der Ansetzung von neuen Leasingverhältnissen hat sich die
Frauenthal-Gruppe dazu entschieden, die Ausnahmeregelung für Leasingverhältnisse von geringem Wert anzuwenden.
(9) LATENTE STEUERN
Gemäß IAS 12 werden für alle temporären Differenzen zwischen dem Buchwert eines Vermögenswerts oder eines Schuldpostens und
seinem steuerlichen Wert latente Steuern bilanziert. Für alle zu versteuernden temporären Differenzen ist eine latente Steuerschuld
anzusetzen, es sei denn, die latente Steuerschuld erwächst aus dem erstmaligen Ansatz des Geschäfts- oder Firmenwertes oder dem
erstmaligen Ansatz eines Vermögenswertes oder einer Schuld bei einem Geschäftsvorfall, welcher kein
Unternehmenszusammenschluss ist und zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das bilanzielle Ergebnis (vor Ertragsteuern) noch
das zu versteuernde Ergebnis (den steuerlichen Verlust) beeinflusst.
Darüber hinaus werden gemäß IAS 12.34 zukünftige Steuerentlastungen aufgrund von steuerlichen Verlustvorträgen durch einen
Abgrenzungsposten berücksichtigt, wenn mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden kann, dass in Zukunft
steuerpflichtige Erträge in ausreichender Höhe zur Verrechnung mit den Verlustvorträgen zu erwarten sind. Soweit eine Verrechnung
nicht mehr wahrscheinlich ist, werden Wertberichtigungen vorgenommen. Aktive und passive Steuerlatenzen werden saldiert
ausgewiesen, soweit die Voraussetzungen nach IAS 12.74 vorliegen.
Bei der Beurteilung der Realisierbarkeit der latenten Steuern überprüft der Vorstand, ob es wahrscheinlich ist, dass alle aktiven latenten
Steuern realisiert werden.
(10) SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE UND FINANZANLAGEN
Die in den langfristigen finanziellen Vermögenswerten und Finanzanlagen ausgewiesenen Wertpapiere sind als „Finanzinstrument
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ gemäß IFRS 9 einzustufen und werden erfolgswirksam mit dem beizulegenden
Zeitwert bewertet. Die Wertermittlung erfolgt auf Basis der Rechnungskurse der entsprechenden Investmentfondsanteile.
Termingeldeinlagen werden als bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen eingestuft.
Zinsen aus Wertpapieren und Zinsen auf Guthaben bei Kreditinstituten werden periodengerecht abgegrenzt und im sonstigen
Zinsergebnis ausgewiesen. Ergebnisse aus nicht konsolidierten Beteiligungen und übrigen sonstigen Finanzanlagen werden im
sonstigen Finanzergebnis dargestellt.
Weitere Informationen siehe Punkt (30).
(11) VORRÄTE
Die Bewertung der Vorräte an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen erfolgt zu Anschaffungskosten oder zu einem allfälligen niedrigeren
Nettoveräußerungswert zum Abschlussstichtag. Die Bewertung des Einsatzes und des Bestandes der Vorräte erfolgt nach dem
gleitenden Durchschnittspreisverfahren oder in einzelnen Fällen nach dem FIFO-Verfahren.
Unfertige und fertige Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten oder mit dem niedrigeren Nettoveräußerungswert am
Abschlussstichtag bewertet. Die Herstellungskosten umfassen die direkt zurechenbaren Kosten (Fertigungsmaterial und
Fertigungslöhne), anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsnahe Verwaltungsgemeinkosten.
Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer oder geminderter Verwertbarkeit ergeben, werden durch Abwertungen berücksichtigt.
(12) FORDERUNGEN
Forderungen werden gemäß IFRS 9 mit den fortgeschriebenen Anschaffungskosten, gegebenenfalls vermindert um
Wertberichtigungen, ausgewiesen. Fremdwährungsforderungen werden zum Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden gemäß dem Konzept der lebenslangen Kreditausfälle (erwarteten
Kreditausfälle aufgrund aller möglichen Ausfallereignisse während der erwarteten Laufzeit) bewertet. Hierfür wird im Rahmen einer
Wertberichtigungsmatrix mittels einer Vergangenheitsanalyse und der Einschätzung zukünftiger Entwicklungen der
Wertberichtigungsbedarf ermittelt. Erst bei Insolvenz oder erfolgloser rechtlicher Geltendmachung wird die Forderung ausgebucht.
Wertminderungen werden erfolgswirksam rückgängig gemacht.
(13) ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten im Wesentlichen Guthaben bei Banken und Kassenbestände, die zu
fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. Die Bewertung erfolgt zu Tageswerten am Bilanzstichtag.
(14) RÜCKSTELLUNGEN
LEISTUNGSORIENTIERTE PLÄNE
Sämtliche Sozialkapitalrückstellungen (Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen, Jubiläumsgelder) werden gemäß IAS 19
Leistungen an Arbeitnehmer nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ermittelt (Projected Unit Credit Method).
Pläne für Pensionen betreffen Leistungszusagen in Österreich, Deutschland und Schweden. Pläne für Abfertigungen betreffen
Leistungszusagen in Österreich.
Für zwei pensionierte Mitarbeiter österreichischer Firmen bestehen Einzelzusagen für eine Alterspension, welche nach Ablauf von
10 Dienstjahren bei der Gesellschaft gewährt wurden.
Angestellte, deren Dienstverhältnisse österreichischem Recht unterliegen, haben, wenn das betreffende Dienstverhältnis vor dem
1. Jänner 2003 begonnen und ununterbrochen mindestens 3 Jahre gedauert hat, Anspruch auf eine Abfertigung bei Auflösung des
Dienstverhältnisses bei Erreichen des gesetzlichen Pensionsalters und auch dann, wenn das Dienstverhältnis durch Kündigung seitens
des Dienstgebers endet. Die Höhe der Abfertigung ist abhängig von der Höhe des Bezuges zum Zeitpunkt der Auflösung und von der
Dauer des Dienstverhältnisses. Diese Ansprüche der Dienstnehmer sind daher, wie Ansprüche aus leistungsorientierten Pensionsplänen
zu behandeln, wobei Planvermögen zur Deckung dieser Ansprüche nicht vorliegt.
In Österreich erhalten Mitarbeitende aufgrund von kollektivvertraglichen Vereinbarungen nach Erreichung eines bestimmten
Dienstjahres Jubiläumsgelder. Die Rückstellung für Jubiläumsgelder wurde gemäß den Bestimmungen des IAS 19 zu anderen langfristig
fälligen Leistungen ermittelt.
Mitarbeitende von deutschen Gesellschaften haben aufgrund von Betriebsvereinbarungen Anspruch auf eine Invaliditäts- und
Altersrente, die nach Ablauf von 10 Arbeitsjahren im Dienst des Unternehmens gewährt werden.
Mitarbeitende von schwedischen Gesellschaften haben aufgrund von Betriebsvereinbarungen Anspruch auf eine Betriebspension.
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste bei Pensions- und Abfertigungsrückstellungen werden sofort erfolgsneutral im
sonstigen Ergebnis sowie die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste von Jubiläumsgeldrückstellungen sofort
erfolgswirksam in der Erfolgsrechnung als Personalaufwand erfasst. Der laufende Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand
ausgewiesen. Der Zinsaufwand der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen wird in der Position Zinsaufwendungen
erfasst.
Die für die versicherungsmathematischen Berechnungen zugrunde gelegten Parameter sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:
Rückstellungen für
Rückstellungen für
Pensionen
Abfertigungen und Jubiläumsgelder
Parameter
2023
2022
2023
2022
SCHWEDEN
Abzinsungsfaktor
3,60 %
4,20 %
n.a.
n.a.
Durchschnittliche Bezugs- bzw.
2,10 %
2,10 %
n.a.
n.a.
Pensionserhöhung
Duration
14 Jahre
14 Jahre
n.a.
n.a.
ÜBRIGE LÄNDER
Abzinsungsfaktor
3,46% - 3,55 %
4,10 % -
4,20 %
4,10 % -
3,46% - 3,60 %
4,20 %
Durchschnittliche Bezugs- bzw.
2,00 % -
9,70 %
2,00 % -
5,80 %
3,00 % -
1,50 % -
4,50 %
4,40 %
Pensionserhöhung
Duration
8 Jahre
8 Jahre
10 Jahre
10 Jahre
BEITRAGSORIENTIERTE PLÄNE
Von den leistungsorientierten Plänen, für welche Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen gebildet werden müssen, werden
beitragsorientierte Pläne unterschieden. Bei Beitragszusagen besteht der Aufwand lediglich aus den zu zahlenden Beiträgen und wird
direkt im Personalaufwand erfasst.
Weitere Angaben zu Versorgungsplänen für Arbeitnehmer können dem Punkt (31) Rückstellungen entnommen werden.
(15) SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN
Diese Rückstellungen werden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken zum voraussichtlichen Erfüllungsbetrag bewertet und
dürfen nicht mit Erstattungen verrechnet werden. Der Erfüllungsbetrag wird auf der Basis einer bestmöglichen Schätzung berechnet.
Langfristige Rückstellungen werden abgezinst, wenn der Effekt hieraus wesentlich ist.
(16) VERBINDLICHKEITEN
Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode angesetzt.
(17) DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE
Zum Stichtag 31.12.2023 bestehen keine derivativen Finanzinstrumente mehr. Weitere Informationen siehe Punkt (30).
(18) ERTRAGSREALISIERUNG
Umsatzerlöse aus Verkäufen von Produkten gemäß IFRS 15 werden mit dem Eigentums- bzw. Gefahrenübergang an den Kunden
erfasst, wenn ein Preis vereinbart oder bestimmbar ist und von dessen Bezahlung ausgegangen werden kann. Die Umsatzerlöse sind
abzüglich Skonti, Preisnachlässen, Kundenboni und Rabatten ausgewiesen. Zinsen sind unter Anwendung der Effektivzinsmethode
gemäß IFRS 9 erfasst worden und werden als solche in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesen.
Die Frauenthal-Gruppe realisiert Umsatzerlöse in der Division Frauenthal Handel als Großhändler mit eigenem Vertrieb, zudem werden
die Produkte von Installateurpartnern an Endkunden veräußert und in der Division Frauenthal Automotive mit der Produktion von
Werkzeugen und Bauteilen für die Automotive-Kunden.
Division Frauenthal Handel:
Die Leistungsverpflichtung beschränkt sich immer nur auf das Handelsgeschäft und es gibt keine zusätzlichen Leistungsverpflichtungen
in den Kundenverträgen, bei der Lieferung oder innerhalb der angewendeten gesetzlichen Gewährleistungsfrist. Zusätzliche
Serviceangebote zu den Produktlieferungen werden dem Kunden nicht angeboten.
Ermessensabhängige Jahresprämien an Vertriebsmitarbeiter sind an den Unternehmenserfolg bzw. an die individuellen
Leistungsbeurteilungen gekoppelt, welche nicht als Vertragskosten aktiviert werden, da es sich nicht um zusätzliche Kosten r die
Vertragsanbahnung handelt und sie nicht unmittelbar an einzelnen identifizierbaren Verträgen geknüpft sind. Mit den Installateur-
Partnerbetrieben bestehen Jahresbonusvereinbarungen, die nicht fix an einzelne Aufträge gekoppelt sind.
Den Kunden werden branchenüblich kurze Zahlungsziele ohne signifikanter Finanzierungskomponente gewährt. Variable
Gegenleistungen gemäß IFRS 15, die zu einer Reduktion des Transaktionspreises führen, betreffen v.a. Jahresboni. Solche variablen
Kaufpreisanpassungen werden periodenrein abgegrenzt und von den Umsatzerlösen absaldiert. Die Erfassung von Jahresboni erfolgt
auf Einzelbasis. Sofern gegenüber einem Kunden, dem ein Jahresboni zuzuweisen ist, noch eine offene Forderung besteht, wird der
Boni gegen die offene Forderung absaldiert. Im Falle, dass keine offene Forderung besteht, wird künftig eine Vertragsverbindlichkeit
gebildet. Den Anforderungen des IFRS 15.50ff im Zusammenhang mit der Berücksichtigung von variablen Gegenleistungen im
Transaktionspreis wird damit bereits im Rahmen der Bilanzierung Folge geleistet. Aufgrund der vorherrschenden Einzelbetrachtung
sowie der klar definierten Jahresboni sind keine wesentlichen Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Abgrenzung vorhanden.
Rückgaberechte sind in der Division Frauenthal Handel nur von untergeordneter Bedeutung. Gemäß IFRS 15 erfolgt die Verbuchung
für erwartete Retouren wie folgt: Die Umsatzrealisierung findet grundsätzlich nur in der Höhe statt, in der es hochwahrscheinlich ist,
dass keine spätere signifikante Umsatzreversierung stattfinden wird.
Der Wert der Retouren zum Stichtag wird auf Basis von Erfahrungswerten ermittelt. Neben der Verbindlichkeit (Vertragsverbindlichkeit)
für den abgegrenzten Umsatz wird zusätzlich auch ein Vermögenswert für die erwarteten Retouren aktiviert. Die Kundenverträge
enthalten keine Optionen zum vergünstigten Erwerb zusätzlicher Güter, die in der Art ausgestaltet sind, dass sie eine separate
Leistungsverpflichtung darstellen könnten.
Im Zusammenhang mit der Verbuchung von Retouren in der Division Frauenthal Handel wurden Vertragsverbindlichkeiten von
TEUR 3.706 (VJ: TEUR 3.992) und Vertragsvermögenswerte von TEUR 3.047 (VJ: TEUR 1.270) bilanziert.
Als Großhändler ohne eigene Produktion erfolgt die Umsatzrealisierung ausschließlich zeitpunktbezogen. Das Verschaffen der
Verfügungsmacht und damit der Kontrollübergang erfolgten mit der Auslieferung beim Kunden bzw. bei Abholung durch den Kunden
„ab Werk“.
Division Frauenthal Automotive:
Als Automotive Zulieferer erbringen die Gesellschaften in der Division Frauenthal Automotive sowohl die Produktion von Bauteilen als
auch von Werkzeugen für die Kunden. Da die CGUs für die gleichen Kunden die Bauteile und Werkzeuge erzeugen, wird insbesondere
untersucht, ob die Produktion als separate Leistungsverpflichtung zu beurteilen ist. Das bedeutet, ob die Werkzeuge als Einzelstück
(ohne Bauteil) verkauft werden können und ob der Kunde mit den Werkzeugen die Bauteile bei einem anderen Lieferanten fertigen
lassen kann.
Bei der Vertragsanalyse wurde festgestellt, dass kein gemeinsames Leistungsbündel aus Werkzeugen und Bauteilen vorliegt. In den
Fällen, in denen der Kunde auch das Werkzeug erhält, könnte er die Bauteile mit dem gelieferten Werkzeug von einem anderen
Lieferanten fertigen lassen bzw. es besteht die Möglichkeit, dass Werkzeuge ohne Bauteile verkauft werden können.
Es liegen somit separate Leistungsverpflichtungen iSd IFRS 15.27 vor, da die im Vertrag enthaltenen Güter bzw. Dienstleistungen
einzeln abgrenzbar sind. Die Erlösrealisierungen hat daher wie bisher für separate Leistungsverpflichtungen getrennt zu erfolgen.
Den Kunden werden branchenübliche Zahlungsziele zwischen 30 und 90 Tagen ohne signifikanter Finanzierungskomponente gewährt.
Negative variable Vergütungen wie z. B. Nomination Fees werden von den CGUs nicht geleistet. Aufgrund der Dauerverträge mit den
Automobilherstellern fallen in der Regel auch keine relevanten Vertragskosten an.
Wird ein Werkzeug durch eine der CGUs erstellt, so verbleibt dies grundsätzlich so lange im Eigentum der Gesellschaft, solange es
nicht an den Kunden übertragen wurde und in dessen Verfügungsmacht gelangt. Weiters besteht auch kein durchsetzbares Recht auf
Zahlung der erbrachten Leistung, solange der Kunde nicht über Eigentum bzw. Kontrolle verfügt. Eine zeitraumbezogene
Umsatzrealisierung scheidet somit ebenfalls aus und es ist die zeitpunktbezogene Umsatzrealisierung bei Lieferung des Werkzeugs
maßgeblich.
Im Rahmen der Bauteilproduktion stellen Lieferabrufe die konkrete Leistungsverpflichtung dar. Der Kunde erlangt die
Verfügungsmacht über seine Bauteile erst, nachdem diese geliefert wurden. Gleichzeitig entsteht auch erst zu diesem Zeitpunkt ein
Zahlungsanspruch in voller Höhe. Folglich erfolgt die Realisierung von Bauteillieferungen zeitpunktbezogen gemäß IFRS 15 im
Zeitpunkt der Verschaffung der Verfügungsmacht.
In den Divisionen Frauenthal Handel und Frauenthal Automotive bestehen erhaltene Anzahlungen für noch nicht erbrachte Leistungen;
die Vertragsverbindlichkeiten daraus betragen TEUR 1.875 (VJ: TEUR 3.258). Zusätzlich bestehen im Konzern Vertragsverbindlichkeiten
aus Bonusverpflichtungen von TEUR 22.862 (VJ: TEUR 14.200).
(19) SCHÄTZUNGEN UND ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN
Im Zuge der Erstellung des Konzernabschlusses muss der Vorstand Schätzungen vornehmen und Annahmen treffen, die die Höhe der
ausgewiesenen Vermögenswerte und Schulden, der angeführten Eventualforderungen und -verbindlichkeiten am Bilanzstichtag und
die Aufwendungen und Erträge während des Berichtszeitraumes beeinflussen können. Die tatsächlichen Werte können von diesen
Schätzungen abweichen.
Hinsichtlich Schätzungsunsicherheiten im immateriellen und Sachanlagevermögen wird auf die Ausführungen zu Impairmenttests
unter Punkt (8) Langfristige Vermögenswerte verwiesen. Der Bewertung von Nutzungsrechten aus Leasingverträgen sowie der damit
verbundenen Leasingverbindlichkeit liegt eine bestmögliche Schätzung hinsichtlich der Ausübung von Verlängerungs- und
Kündigungsoptionen zugrunde. Falls sich wesentliche Änderungen der Rahmenbedingungen oder des Vertrages ergeben, wird diese
Einschätzung aktualisiert. Bei befristeten Verträgen wird die in dem Vertrag unterstellte Laufzeit gewählt, bei unbefristeten Verträgen
wird die Laufzeit jährlich überprüft und abhängig von der Laufzeiteinschätzung entsprechend gewählt. Bei bestimmten unbefristeten
Verträgen in der Division Frauenthal Handel wird die Vertragslaufzeit jeweils um maximal 12 Monate verlängert, da nur für diesen
Zeitraum eine hinreichende Sicherheit besteht. Das Kündigungsrecht des Vermieters bei korrespondierender Kündigungsoption des
Mieters (in den vorliegenden Fällen innerhalb von 12 Monaten) verhindert gemäß IFRS 16.B34 den Ansatz eines durchsetzbaren
Nutzungsrechtes über diesen Zeitraum hinaus.
Schätzungsunsicherheiten für Personalrückstellungen werden mittels Sensitivitäten unter Punkt (14) Rückstellungen behandelt.
Weitere Schätzungsunsicherheiten bestehen in den Vorräten, Forderungen und sonstigen Rückstellungen in betriebsgewöhnlichem
Umfang. Hinsichtlich Buchwerten, Wertberichtigungen und weiterer Details siehe Anhang Punkte (25), (26), (31).
D. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ
(20) IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Das immaterielle Vermögen beinhaltet Firmenwerte in Höhe von TEUR 8.307 (VJ: TEUR 8.307).
in TEUR
31.12.2022
Zugang
Abgang
Abschreibung
31.12.2023
Frauenthal Handel
8.307
0
0
0
8.307
Frauenthal-Gruppe
8.307
0
0
0
8.307
Als weitere wesentliche Bestandteile des immateriellen Anlagevermögens sind Kundenbeziehungen, Marken- und
Kundenbelieferungsrechte und Lizenzen in den verschiedenen Teilkonzernen aktiviert. Die Position Marken- und
Kundenbelieferungsrechte enthält Markenrechte mit unbestimmter Nutzungsdauer in Höhe von TEUR 5.950 (VJ: TEUR 5.950).
Für weitere Informationen wird auf Punkt (8) Langfristige Vermögenswerte und den Anlagenspiegel Entwicklung der immateriellen
Vermögenswerte verwiesen.
(21) SACHANLAGEN
Im abgelaufenen Geschäftsjahr sowie im Vorjahr kam es zu keinen außerplanmäßigen Abwertungen. Für weitere Informationen wird
auf Punkt (8) Langfristige Vermögenswerte verwiesen .
Es wurden im Geschäftsjahr TEUR 16 (VJ: TEUR 288) an Investitionszuschüssen im Anlagevermögen erfasst.
Zum 31. Dezember 2023 bestehen Verpfändungen von Sachanlagevermögen zugunsten von Bankverbindlichkeiten in Höhe von
TEUR 38.356 (VJ: TEUR 34.451).
(22) NUTZUNGSRECHTE
Die Frauenthal-Gruppe hat diverse Verträge, im Wesentlichen handelt es sich um Mieten von Immobilien in der Division Frauenthal
Handel. Durch die Anwendung von IFRS 16 werden für diese Verträge Nutzungsrechte und Verbindlichkeiten angesetzt, welche über
die voraussichtliche Vertragsdauer abgeschrieben sowie verzinst werden.
Die Laufzeiten der Verträge werden nach der voraussichtlichen Vertragsdauer unter Berücksichtigung von Verlängerungsoptionen und
Kündigungszeiten gewählt. Bei befristeten Verträgen wird die in dem Vertrag unterstellte Laufzeit gewählt.
Abschreibungen auf Nutzungsrechte werden in der Position „Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen“
der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen und betragen TEUR 17.154 (VJ: TEUR 16.621). Der Ausweis der Zinsaufwendungen
wird im Posten „Zinsaufwendungen“ dargestellt diese betragen TEUR 1.762 (VJ: TEUR 1.434). Aus Leasingverhältnissen kam es in
der laufenden Periode zu einem Abfluss liquider Mittel in Höhe von TEUR 18.504 (VJ: TEUR 18.610).
Die Erlöse aus untervermieteten Grundstücken und Gebäuden betragen TEUR 344 (VJ: TEUR 402). Die Nutzungsrechte werden in der
Position Nutzungsrechte Leasing iHv TEUR 70.460 (VJ: TEUR 72.382) und die Verbindlichkeiten aus den Nutzungsrechten werden bei
den lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten iHv TEUR 71.729 (VJ: TEUR 73.105) dargestellt. Die Veränderung der
Nutzungsrechte respektive Verbindlichkeiten sind auf eine Aktualisierung der Einschätzung der Vertragslaufzeit bei unbefristeten
Mietverhältnissen sowie neuen Objekten hauptsächlich in der Division Frauenthal Handel sowie in der Business Unit Frauenthal Gnotec
zurückzuführen.
Zum 31.12.2023 betragen die Aufwendungen für Leasingverhältnisse von geringem Wert TEUR 862 (VJ: TEUR 1.178). Die
Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse (bis zu 1 Jahr) betragen zum 31.12.2023 TEUR 76 (VJ: TEUR 11).
Für weitere Informationen wird auf den Anlagenspiegel verwiesen. Die Fälligkeitsanalyse ist unter Punkt (46) Finanzinstrumente und
Risikoberichterstattung dargestellt.
(23) SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE UND FINANZANLAGEN
In der Position Sonstige finanzielle Vermögenswerte sind Wertpapiere und in der Position Finanzanlagen sind mehrere nicht
konsolidierte Beteiligungen enthalten. Diese werden gemäß IFRS 9 als „Finanzinstrument erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertet klassifiziert.
In der Position Termingeldeinlage sind Einlagen in Höhe von TEUR 9.000 (VJ: TEUR 0) bei österreichischen Kreditinstituten mit einer
Fälligkeit von maximal zwölf Monaten.
Im Frauenthal Konzern sind Wertpapiere in der Division Frauenthal Handel von TEUR 2.113 (VJ: TEUR 2.027) und Finanzanlagen von
TEUR 40 (VJ: TEUR 40) bilanziert.
(24) LATENTE STEUERN
Der Ermittlung der latenten Steuerabgrenzung liegt der jeweils gültige Steuersatz bzw. bei angekündigten Steuersatzänderungen der
künftig gültige Steuersatz zugrunde. Die Zusammensetzung der Steuerabgrenzung ist aus der folgenden Tabelle ersichtlich:
AUFGLIEDERUNG LATENTE STEUERN
2023
2022
in TEUR
Aktiva
Passiva
Aktiva
Passiva
Wertunterschiede in Bilanzpositionen
19.584
-22.420
19.984
-22.962
Immaterielle Vermögenswerte
0
-1.948
0
-1.981
Nutzungsrechte
0
-15.948
0
-16.686
Sachanlagen
122
-4.411
124
-4.206
Sonstige Vermögenswerte
98
-48
340
-7
Personalrückstellungen
3.556
0
3.064
0
Sonstige Rückstellungen
1
-65
1
-82
Leasingverbindlichkeiten
15.752
0
16.406
0
Finanzverbindlichkeiten und Sonstige Schulden
56
0
50
0
Steuerliche Verlustvorträge und
3.541
0
4.050
0
Beteiligungsabschreibungen
Steuerliche Verlustvorträge und
15.289
0
15.602
0
Beteiligungsabschreibungen
Abzüglich Verlustvorträge und Beteiligungsabschreibungen,
für welche in der Bilanz kein latenter Steueranspruch
-11.747
0
-11.552
0
angesetzt wurde
Passive Latente Steuern "Periodiseringsfond"
0
-1.386
0
-1.386
Gnotec Gruppe
0
-1.190
0
-1.386
Aktive/Passive Steuerabgrenzungen
23.125
-23.609
24.034
-24.348
Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen
-20.657
20.657
-21.453
21.453
gegenüber derselben Steuerbehörde
Stand der latenten Steuern per 31.12.
2.468
-2.952
2.581
-2.895
VERÄNDERUNG LATENTE STEUERN
2023
2022
in TEUR
Aktiva
Passiva
Aktiva
Passiva
Stand der latenten Steuern per 1.1.
2.581
-2.895
11.683
-3.518
Ergebnisneutrale Veränderung
705
5
-1.893
247
der latenten Steuerabgrenzungen
davon aus versicherungsmathematischen Gewinnen/Verlusten
723
0
-1.027
0
Personalrückstellungen fortzuführende Geschäftsbereiche
davon aus versicherungsmathematischen Gewinnen/Verlusten
0
0
-895
0
Personalrückstellungen aufgegebener Geschäftsbereich
davon aus Währungsumrechnung
-18
5
29
247
Ergebniswirksame Veränderung
-817
-62
-5.758
376
der latenten Steuerabgrenzungen fortzuführende Geschäftsbereiche
Ergebniswirksame Veränderung
0
0
-262
0
der latenten Steuerabgrenzungen aufgegebener Geschäftsbereich
Abgang IFRS 5
0
0
-1.189
0
Stand der latenten Steuern per 31.12.
2.468
-2.952
2.581
-2.895
Im Geschäftsjahr 2023 lagen im Frauenthal Konzern zwei verschiedene Steuergruppen vor, wobei bei der österreichischen Gruppe als
Umlagemethode die Belastungsmethode angewandt wird und bei der deutschen Steuergruppen ein Gewinnabführungsvertrag
abgeschlossen wurde (die deutsche Steuergruppe bestand bis Juni 2023, da zu diesem Zeitpunkt die beiden Gesellschaften
verschmolzen wurden).
Unternehmen in Schweden dürfen jährlich eine Steuerrücklage bilden („Periodiseringsfond“) maximal 25 % des Ergebnisses vor
Steuern können in diese Rücklage eingestellt werden. Jede Dotierung bildet eine eigene Rücklage, die innerhalb von 6 Jahren
verbraucht und im Einkommen ausgewiesen werden muss. Ziel dieser Regel ist es, den Unternehmen eine Möglichkeit zu bieten,
Verluste mit Vorjahresgewinnen zu verrechnen. In den schwedischen Gesellschaften beträgt die Rücklage zum 31. Dezember 2023
MSEK 64,1 (MEUR 5,8) (VJ: MSEK 74,8 (MEUR 6,7)), auf die passive latente Steuern gebildet wurden. Latente Steueransprüche iSd IAS
12.82 wurden aufgrund positiver Ertragsaussichten im Automotive Bereich iHv TEUR 535 (VJ: TEUR 549) aktiviert.
Nur für jene Verlustvorträge, die in einem Zeitraum von 5 Jahren verwertet werden können, wurden aktive latente Steuern gebildet.
Im Konzern wurden wegen mangelnder zukünftiger Verwertbarkeit auf folgende Verlustvorträge keine aktiven latenten Steuern
gebildet, welche einen zusätzlichen Aktivposten in Höhe von TEUR 11.186 (VJ: TEUR 11.552) ergeben würden:
in TEUR
2023
2022
Nicht aktivierte Verlustvorträge Körperschaftsteuer
43.173
44.544
Nicht aktivierte Verlustvorträge Gewerbesteuer
29.449
31.405
Fehlender zusätzlicher Aktivposten
11.186
11.552
Die nicht aktivierten steuerlichen Verlustvorträge der Körperschaftsteuer iHv TEUR 43.173 (VJ: TEUR 44.544) und der Gewerbesteuer
iHv TEUR 29.449 (VJ: TEUR 31.405) können auf unbegrenzte Dauer verwendet werden. Aufgrund der zukünftigen Wahrscheinlichkeit
der Verwertung wurden auf alle vorhandenen temporären Differenzen latente Steuern gebildet.
Die Saldierung von aktiven und passiven latenten Steuern erfolgt entsprechend den Voraussetzungen von IAS 12.74. Eine detaillierte
Darstellung der Entwicklung der Steuerabgrenzung sowie des Steuerertrages ist unter Punkt (40) abgebildet.
In Umsetzung der EU-Richtlinie zur globalen Mindestbesteuerung für multinationale Unternehmensgruppen und große inländische
Gruppen in der Europäischen Union (BEPS Pillar 2-Regelung der OECD) wurde in Österreich das Mindestbesteuerungsgesetz
beschlossen, das mit 1. Jänner 2024 in Kraft getreten ist. Die Regelungen zur Mindeststeuer sollen sicherstellen, dass multinationale
Unternehmensgruppen in allen Ländern, in denen sie vertreten sind, zumindest mit einem effektiven Steuersatz von 15 % besteuert
werden. Eine zusätzliche Besteuerung ergibt sich somit nur, wenn das Besteuerungsniveau diesen Mindeststeuersatz unterschreitet.
Die Frauenthal-Gruppe hat bereits damit begonnen, die erforderlichen Berichtsprozesse aufzubauen und die für die Beurteilung der
potenziellen zusätzlichen Steuerbelastung notwendigen Informationen einzuholen. Die Analyse des Umsetzungsstatus der BEPS Pillar
2-Regelung der OECD in nationales Recht zeigt für jene Jurisdiktionen, in denen Frauenthal aktiv ist, per 01.04.2024 folgendes Bild:
Umsetzungsstatus Pillar 2-Regelung der OECD
Österreich nationale Umsetzung erfolgt; Anwendbarkeit ab 1.1.2024
Deutschland nationale Umsetzung erfolgt; Anwendbarkeit ab 1.1.2024
Tschechische Republik nationale Umsetzung erfolgt; Anwendbarkeit ab 1.1.2024
Slowakei nationale Umsetzung erfolgt; Anwendbarkeit ab 1.1.2024
Schweden nationale Umsetzung erfolgt; Anwendbarkeit ab 1.1.2024
Hong Kong nationale Umsetzung angekündigt; Anwendbarkeit voraussichtlich ab 1.1.2025
USA bisher keine nationale Umsetzung erfolgt und auch nicht absehbar
China bisher keine nationale Umsetzung erfolgt und auch nicht absehbar
Aufgrund der Komplexität der Regelungen sowie der in drei Jurisdiktionen noch nicht endgültig abgeschlossenen
Gesetzgebungsverfahren ist es zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich, die genaue Höhe der zukünftigen Belastung verlässlich
zu ermitteln. Die Frauenthal-Gruppe hat daher die potenzielle künftige Mindeststeuerbelastung basierend auf zum Berichtsstichtag
vorliegenden Informationen untersucht. Hierfür wurden historische Daten wie die länderbezogene Berichterstattung (Country-by-
Country Reporting) und Jahresabschlüsse herangezogen. Auf dieser Grundlage zeichnet sich für die Frauenthal-Gruppe nach den
Regeln des Mindestbesteuerungsgesetzes zwar für China möglicherweise eine Auswirkung ab, insgesamt wird für die Gruppe aber
aufgrund der untergeordneten Rolle dieser Jurisdiktion für das Konzernergebnis keine signifikante Erhöhung des effektiven
Steuersatzes erwartet.
Die Frauenthal-Gruppe hat die vorübergehende, verpflichtende Ausnahmeregelung bezüglich Ansatzes und Angabe latenter Steuern
im Zusammenhang mit Pillar 2-Ertragsteuern gemäß IAS 12.4A angewendet.
(25) VORRÄTE
Der ausgewiesene Vorratsbestand setzt sich wie folgt zusammen:
in TEUR
2023
2022
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
12.771
15.491
Unfertige Erzeugnisse
188.462
174.624
Fertige Erzeugnisse und Waren
2.536
1.105
Geleistete Anzahlungen
192
438
Vorräte
Die wertberichtigten Vorräte sind folgender Tabelle zu entnehmen:
203.961
191.659
Abschreibungen auf Artikelbasis für jene Waren erfasst, welche nicht mehr als reguläre Lagerware angesehen werden können
(gemessen am letzten Einkauf sowie der Drehung des Artikels bzw. nach Verwendung als Ausstellungsstück in Schauräumen).
Zum 31. Dezember 2023 bestehen Verpfändungen von Vorräten zugunsten von Bankverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 18.059
In den Zuführungen sind hauptsächlich Lagerwertkorrekturen bei Artikeln mit hoher Reichweite, geringer Drehung und erhöhten
Teuerungszuschlägen in der Division Frauenthal Handel enthalten. Zusätzlich wurden in den Aufwendungen für Material
(VJ: TEUR 21.227).
(26) FORDERUNGEN
zusammen:
in TEUR
2023
2022
Sämtliche Forderungen sind kurzfristig und haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Die Forderungen setzen sich wie folgt
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
29.986
38.465
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
0
1
Steuerforderungen
1.305
703
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
10.238
14.384
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte
6.529
5.861
Forderungen
48.058
59.415
Die Position Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 29.986 (VJ: TEUR 38.465) ist im Vergleich zum Vorjahr
um TEUR 8.479 gesunken. Dies resultiert im Wesentlichen aus geringeren Volumina der Division Frauenthal Automotive Ende des
Jahres 2023. In der Position Sonstige finanzielle Vermögenswerte sind insbesondere Forderungen gegenüber Finanzämtern und diverse
sonstige Forderungen in der Division Frauenthal Handel und Division Frauenthal Automotive enthalten. Die Ausfallwahrscheinlichkeit
der sonstigen finanziellen Vermögenswerte ist als gering einzustufen und ist aufgrund der betraglichen Unwesentlichkeit nicht
angegeben. In der Position Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte sind vor allem Vorauszahlungen enthalten.
Zum 31. Dezember 2023 bestehen Verpfändungen von Forderungen zugunsten von Bankverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 35.012
(VJ: TEUR 43.622).
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich folgendermaßen entwickelt:
in TEUR
2023
2022
Stand Wertberichtigungen Vorräte am 1.1.
9.695
11.438
Abgang IFRS 5
0
-2.278
Kursdifferenzen
0
-53
Zuführungen (Aufwendungen für Wertberichtigungen)
2.234
1.212
Verbrauch
-1.811
-473
Auflösungen
-9
-151
Stand Wertberichtigungen Vorräte am 31.12.
10.109
9.695
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen vor Wertberichtigung
35.642
43.079
Wertberichtigungen
-5.656
-4.614
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Wertberichtigung
29.986
38.465
Die dargestellten Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umfassen Wertberichtigungen für erwartete
Kreditausfälle iSd IFRS 9 und haben sich wie folgt entwickelt:
in TEUR
2023
2022
Stand Wertberichtigungen Forderungen am 1.1.
4.614
4.628
Abgang IFRS 5
0
-583
Zuführungen
4.688
3.442
Verbrauch
-1.693
-778
Auflösungen
-1.806
-2.185
Veränderung aufgrund Neubewertung Expected Credit Loss (IFRS 9)
-148
90
Stand Wertberichtigungen Forderungen am 31.12.
5.656
4.614
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden gemäß IFRS 9 mit den fortgeschriebenen Anschaffungskosten, gegebenenfalls
vermindert um Wertberichtigungen, ausgewiesen. Zur Ermittlung der erwarteten Kreditverluste wird der vereinfachte Ansatz nach IFRS
9 angewendet. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden gemäß dem Konzept der lebenslangen Kreditausfälle
(erwarteten Kreditausfälle aufgrund aller möglichen Ausfallereignisse während der erwarteten Laufzeit) bewertet. Demzufolge werden
für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die den Kriterien gemeinsamer Risikoeinstufungen und Überfälligkeitstage
entsprechen, Wertberichtigungen in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste gebildet.
Die Fälligkeiten der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31. Dezember 2023 wurden wie folgt ermittelt:
FÄLLIGKEITEN DER FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
Überfällig
31.12.2023
nicht überfällig
1-30 Tage
31-60 Tage
61-90 Tage
über 91 Tage
Gesamt
Werte in TEUR
26.766
4.222
927
244
3.483
35.642
Die Fälligkeiten der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31. Dezember 2022 wurden wie folgt ermittelt.
FÄLLIGKEITEN DER FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
Überfällig
31.12.2022
nicht überfällig
1-30 Tage
31-60 Tage
61-90 Tage
über 91 Tage
Gesamt
Werte in TEUR
25.490
7.482
4.292
3.925
1.891
43.079
Hinsichtlich des wertberichtigten Bestands der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind zum Abschlussstichtag noch keine
Tatsachen bekannt, dass wesentliche Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden.
(27) ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Guthaben bei Kreditinstituten
39.756
44.486
Schwebende Geldbewegungen
0
3
Kassenbestände
87
83
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
39.843
44.572
Zum
Bankverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 408 (VJ: TEUR 2.589).
(28) EIGENKAPITAL
GRUNDKAPITAL
Die Entwicklung des Eigenkapitals im Geschäftsjahr 2023 ist in der Tabelle „Entwicklung des Eigenkapitals“, Beilage IV dargestellt.
Das zum Bilanzstichtag per 31. Dezember 2023 im Firmenbuch eingetragene Grundkapital beträgt EUR 8.651.491,00
(VJ: EUR 8.651.491,00) und ist zur Gänze eingezahlt. Das Grundkapital verteilt sich auf insgesamt 6.751.491 (VJ: 6.751.491) auf
Inhaber lautende Stückaktien und 1.900.000 auf Namen lautende Stückaktien, die nicht zum Börsenhandel zugelassen sind. Jede Aktie
ist am Grundkapital im gleichen Umfang beteiligt. Jede Stückaktie gewährt das Recht auf eine Stimme in der Hauptversammlung der
Gesellschaft. Der auf eine Stückaktie entfallende anteilige Betrag am Grundkapital beträgt EUR 1,00.
Der Vorstand wurde in der ordentlichen 33. Hauptversammlung vom 30. Juni 2022 ermächtigt, für die Dauer von fünf Jahren (a) das
Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats um insgesamt höchstens EUR 4.325.745,00 durch Ausgabe von bis
zu 4.325.745,00 auf Inhaber und/oder auf Namen lautenden Stückaktien mit Stimmrecht gegen Bareinlagen oder gegen Sacheinlagen
einmal oder mehrmals zu erhöhen, (b) hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre gegebenenfalls dann
ganz oder teilweise auszuschließen, wenn das Grundkapital (i) zum Zweck der Durchführung eines Programms für
Mitarbeiterbeteiligung oder eines Aktienoptionsplans einschließlich von Mitgliedern des Vorstands und leitenden Angestellten jeweils
der Gesellschaft oder von mit dieser verbundenen Unternehmen, (ii) sonst gegen Bareinlage, wenn in Summe der rechnerisch auf die
gegen Bareinlage unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien entfallende Anteil am Grundkapital der Gesellschaft die
Grenze von 20 % (zwanzig Prozent) des Grundkapitals der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung nicht
übersteigt, oder (iii) gegen Sacheinlagen, insbesondere von Unternehmen, Unternehmensteilen, Betrieben, Teilbetrieben oder Anteilen
an einer oder mehreren Gesellschaften oder anderen mit einem Akquisitionsvorhaben im Zusammenhang stehender
Vermögensgegenstände oder zum Erwerb sonstiger Vermögensgegenstände (einschließlich Forderungen Dritter gegen die Gesellschaft
oder mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen), erhöht wird sowie (c) mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Art der neu
auszugebenden Aktien (auf Inhaber und/oder auf Namen lautend), den Ausgabebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen,
einschließlich der Einräumung eines mittelbaren Bezugsrechts gemäß § 153 Abs 6 AktG, festzusetzen (Genehmigtes Kapital 2022).
KAPITALRÜCKLAGE
Die Kapitalrücklagen resultieren aus Agios im Zusammenhang mit Bar- und Sachkapitalerhöhungen sowie iHv EUR 783.499 aus der
gebundenen Rücklage, die im Rahmen der vereinfachten Herabsetzung des Grundkapitals gemäß § 229 Abs 2 Z5 UGB im Vorjahr
eingestellt wurde.
EINBEHALTENE ERGEBNISSE
In den einbehaltenen Ergebnissen werden die Gewinnrücklage und die kumulierten Ergebnisse ausgewiesen.
31. Dezember 2023 bestehen Verpfändungen von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten zugunsten von
SONSTIGES ERGEBNIS
Das sonstige Ergebnis in Höhe von TEUR -11.980 (VJ: TEUR -9.243) beinhaltet Währungsausgleichsposten in Höhe von TEUR -6.144
(VJ: TEUR -5.819) und versicherungsmathematische Verluste gemäß IAS 19 in Höhe von TEUR -5.836 (VJ: TEUR -3.424).
Im sonstigen Ergebnis sind in der Veränderung der Rücklage für versicherungsmathematische Gewinne und Verluste latente Steuern
von TEUR 723 (VJ: TEUR -1.922) berücksichtigt.
EIGENE ANTEILE
Es sind keine eigenen Aktien zum 31.12.2023 vorhanden diese wurden laut dem Beschluss der vereinfachten Herabsetzung des
Grundkapitals in der 33. ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft vom 30. Juni 2022 eingezogen.
NICHT BEHERRSCHENDE ANTEILE
Es bestehen im Geschäftsjahr 2023 keine Anteile fremder Gesellschafter (VJ: keine).
GEWINNAUSSCHÜTTUNG
Es wurde im Geschäftsjahr 2023 eine Dividende an Aktionäre iHv TEUR -519 (VJ: TEUR 0) ausgeschüttet, dies entspricht einer Dividende
von EUR 0,06 pro dividendenberechtigte Aktie.
ERGEBNISVERWENDUNGSVORSCHLAG
Der Vorstand schlägt vor, den Bilanzgewinn der Frauenthal Holding AG in Höhe von TEUR 66 auf neue Rechnung vorzutragen und
keine Dividende auszuschütten.
(29) VERBINDLICHKEITEN
Die Aufgliederung der Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2023 nach ihrer Restlaufzeit stellt sich wie folgt dar:
Restlaufzeit
bis 1 Jahr
1 - 5
über 5
dinglich
in TEUR
Gesamtbetrag
Jahre
Jahre
besichert
Finanzverbindlichkeiten
55.324
24.118
22.689
8.516
52.670
Leasingverbindlichkeiten
71.729
16.562
33.985
21.182
71.729
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
85.018
85.018
0
0
0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
1
1
0
0
0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
14.905
14.905
0
0
0
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten
43.211
43.211
0
0
0
Verbindlichkeiten gesamt
270.187
183.815
56.675
29.698
124.399
Die Vergleichswerte des Verbindlichkeitenspiegels zum 31. Dezember 2022 stellen sich wie folgt dar:
Restlaufzeit
in TEUR
Gesamt-
1 - 5
über 5
dinglich
betrag
bis 1 Jahr
besichert
Jahre
Jahre
Finanzverbindlichkeiten
60.585
22.198
31.908
6.480
57.645
Leasingverbindlichkeiten
73.105
15.505
30.840
26.761
73.105
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
93.596
93.596
0
0
0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
14.510
14.510
0
0
0
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten
34.919
34.918
0
0
0
Verbindlichkeiten gesamt
276.715
180.727
62.747
33.241
130.750
Die Finanzverbindlichkeiten enthalten Kredite und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 55.324
(VJ: TEUR 60.585). Die Veränderung beruht im Wesentlichen auf der Optimierung des Working Capital sowie einer höheren
Ausnutzung des Factoringrahmens. Die Veränderung der Leasingverbindlichkeiten iHv TEUR -1.376 ist auf eine Aktualisierung der
Einschätzung der Vertragslaufzeit bei unbefristeten Mietverhältnissen sowie auf neue Objekte hauptsächlich in der Division Frauenthal
Handel sowie in der Business Unit Frauenthal Gnotec zurückzuführen. In den kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten sind
Lohn- und Gehaltsverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 14.889 (VJ: TEUR 14.494) enthalten.
Nachfolgend wird eine detaillierte Aufstellung zu den sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten dargestellt:
in TEUR
2023
2022
Veränderung
Personalverbindlichkeiten aus Abgrenzungen
3.137
2.344
793
Steuerverbindlichkeiten
9.638
11.831
-2.193
Vertragsverbindlichkeiten
22.862
14.200
8.662
Noch nicht erhaltene Rechnungen/passive Rechnungsabgrenzungen
5.177
2.527
2.650
Gewährleistung und Schadensfälle
402
159
243
Übrige sonstige Verbindlichkeiten
1.994
3.858
-1.864
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten
43.211
34.919
8.292
Die Reduktion in der Position Steuerverbindlichkeiten ist auf Tilgungen in der Division Frauenthal Handel und der Division Frauenthal
Automotive zurückzuführen. Die Position Vertragsverbindlichkeiten umfasst im Wesentlichen Bonusverpflichtungen im
Zusammenhang mit Verrechnungen von Jahresbonusforderungen mit Kunden in Höhe von TEUR 15.386 (VJ: TEUR 11.130) und in die
Verbindlichkeiten aus erwarteten Kundenretouren in Höhe von TEUR 3.706 (in 2022 TEUR 3.992 von den Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen saldiert).
Die Position Steuerverbindlichkeiten enthält im Wesentlichen Lohnsteuern und Umsatzsteuern.
Die Bilanzposition Steuerschulden in Höhe von TEUR 3.390 (VJ: TEUR 4.523) enthält Rückstellungen für Steuern aus Einkommen und
Ertrag.
(30) DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE UND SICHERUNGSBEZIEHUNGEN
Zum 31. Dezember 2023 sowie im Geschäftsjahr 2023 gibt bzw. gab es keine Derivate.
(31) RÜCKSTELLUNGEN
PERSONALRÜCKSTELLUNGEN
Die Personalrückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
Rückstellung
Rückstellung für
Rückstellung
Summe
in TEUR
für Pensionen
Abfertigungen
für Jubiläumsgelder
2023
2022
2023
2022
2023
2022
2023
2022
Stand 1.1.
11.579
40.266
11.541
13.417
7.044
8.291
30.165
61.975
Abgang IFRS 5
0
-22.496
0
0
0
-301
0
-22.797
Zuweisung
1.711
1.133
1.713
475
1.444
502
4.869
2.111
Verwendung
-804
-1.473
-955
-988
-484
-309
-2.243
-2.770
Auflösung
0
-6.020
0
-1.495
0
-1.245
0
-8.760
Zinsaufwand
466
404
483
132
316
106
1.265
642
Kursdifferenzen
5
-235
0
0
0
0
5
-235
Stand 31.12.
12.958
11.579
12.782
11.541
8.321
7.044
34.061
30.165
Der Management-Buy-Out der Business Unit Frauenthal Powertrain im Geschäftsjahr 2022 wurde unter Abgang IFRS 5 dargestellt. Die
Rückstellung für Pensionen betreffen mit TEUR 1.645 (VJ: TEUR 1.639) Standorte in Deutschland, mit TEUR 8.802 (VJ: TEUR 7.634)
Standorte in Österreich und mit TEUR 2.510 (VJ: TEUR 2.306) Standorte in Schweden. Die Zuweisung der Rückstellungen resultiert im
Wesentlichen aus der Anpassung der Zinssätze für die Berechnung.
Der Nettobarwert der Verpflichtungen für Abfertigungen und Pensionen hat sich bei einem Zinssatz von 3,46 bis 3,60 % im
Geschäftsjahr 2023 wie folgt entwickelt:
in TEUR
Pension
Abfertigung
Nettobarwert der Verpflichtungen 31.12.2022
11.579
11.542
Laufender Dienstzeitaufwand
0
404
Zinsaufwand
466
483
Zahlungen
-919
-956
Versicherungsmathematische Gewinne (-) / Verluste (+)
1.827
1.309
- aus der Änderung von finanziellen Annahmen
1.105
1.233
- aus der Änderung von demographischen Annahmen
0
9
- aus der Änderung von erfahrungsbedingten Anpassungen
722
67
Währungsdifferenzen
5
0
Nettobarwert der Verpflichtungen 31.12.2023
12.958
12.782
Der Nettobarwert der Verpflichtungen für Abfertigungen und Pensionen hat sich bei einem Zinssatz von 4,10 % bis 4,20 % im
Geschäftsjahr 2022 wie folgt entwickelt:
in TEUR
Pension
Abfertigung
Nettobarwert der Verpflichtungen 31.12.2021
40.266
13.417
Abgang IFRS 5
-22.496
0
Laufender Dienstzeitaufwand
20
475
Zinsaufwand
404
132
Zahlungen
-875
-988
Versicherungsmathematische Gewinne (-) / Verluste (+)
-5.471
-1.495
- aus der Änderung von finanziellen Annahmen
-5.848
-1.953
- aus der Änderung von demographischen Annahmen
-106
0
- aus der Änderung von erfahrungsbedingten Anpassungen
482
458
Währungsdifferenzen
-269
0
Nettobarwert der Verpflichtungen 31.12.2022
11.579
11.542
SENSITIVITÄTSANALYSE ZU DEN PERSONALRÜCKSTELLUNGEN
Würden die Berechnungen der Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen, Jubiläumsgeld statt mit dem für das Jahr 2023
verwendeten Zinssatz mit einem um 0,5 %-Punkte geänderten Zinssatz erfolgen, würde sich das Gesamtergebnis der Frauenthal-
Gruppe wie aus den folgenden Tabellen ersichtlich verändern:
ZINSSATZÄNDERUNG
in TEUR
2023
Szenario -0,5 %
Abweichung
Rückstellung für Pensionen
12.958
13.721
-763
davon Schweden
2.510
2.685
-175
Rückstellung für Abfertigungen
12.782
13.455
-674
Rückstellung für Jubiläumsgeld
8.321
8.715
-393
Rückstellungen gesamt
34.061
35.891
-1.830
ZINSSATZÄNDERUNG
in TEUR
2023
Szenario +0,5 %
Abweichung
Rückstellung für Pensionen
12.958
12.267
691
davon Schweden
2.510
2.353
157
Rückstellung für Abfertigungen
12.782
12.154
627
Rückstellung für Jubiläumsgeld
8.321
7.958
363
Rückstellungen gesamt
34.061
32.380
1.681
Würde man die Berechnungen der Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen, Jubiläumsgeld statt mit dem für das Jahr 2023
verwendeten Gehaltstrend mit einem um 0,25 %-Punkte geänderten Gehaltstrend berechnen, würde sich das Gesamtergebnis der
Frauenthal-Gruppe wie aus den folgenden Tabellen ersichtlich verändern:
GEHALTSTREND
in TEUR
2023
Szenario -0,25 %
Abweichung
Rückstellung für Pensionen
12.958
12.608
350
davon Schweden
2.510
2.429
82
Rückstellung für Abfertigungen
12.782
12.464
317
Rückstellung für Jubiläumsgeld
8.321
8.155
166
Rückstellungen gesamt
34.061
33.227
834
GEHALTSTREND
in TEUR
2023
Szenario +0,25 %
Abweichung
Rückstellung für Pensionen
12.958
13.325
-367
davon Schweden
2.510
2.596
-86
Rückstellung für Abfertigungen
12.782
13.109
-327
Rückstellung für Jubiläumsgeld
8.321
8.377
-56
Rückstellungen gesamt
34.061
34.811
-750
SONSTIGE LANGFRISTIGE UND KURZFRISTIGE RÜCKSTELLUNGEN
Die sonstigen lang- und kurzfristigen Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:
in TEUR
Sonstige langfristige Rückstellungen
Sonstige kurzfristige Rückstellungen
2023
2022
2023
2022
Stand 1.1.
774
4.737
952
4.024
Abgang IFRS 5
0
-3.488
0
-2.161
Zuweisung
0
39
660
721
Verwendung
-39
-221
-428
-1.057
Auflösung
-1
-100
-104
-540
Kursdifferenzen
-1
-193
0
-35
Umgliederung
-23
0
23
0
Stand 31.12.
711
774
1.103
952
(32) EVENTUALVERBINDLICHKEITEN UND VERBINDLICHKEITEN AUS HAFTUNGSVERHÄLTNISSEN
Der Frauenthal Konzern weist zum 31. Dezember 2023 Eventualverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 1.074 (VJ: TEUR 7.051) aus
Haftungsverhältnissen gegenüber Dritten aus.
Alle anderen drohenden Risiken wurden im Bereich der Rückstellungen und sonstigen Verbindlichkeiten berücksichtigt.
Die Frauenthal Holding AG und ihre Tochtergesellschaften sind zum Abschlussstichtag in keine nennenswerten Rechtsstreitigkeiten
involviert, für die nicht durch Rückstellungen vorgesorgt wurde. Außer den angeführten Miet- und Leasingverpflichtungen bestehen
keine über den normalen Geschäftsbetrieb hinausgehenden langfristigen Vertragsbeziehungen oder Auflagen aus
Umweltschutzgründen, die für den Konzern zu in der Konzernbilanz nicht ausgewiesenen erheblichen finanziellen Verpflichtungen
führen könnten.
E. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG
Die Darstellung der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren.
Die Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung beziehen sich auf die fortzuführenden Geschäftsbereiche.
(33) UMSATZERLÖSE
Der größte Teil der Umsatzerlöse entfällt auch im Geschäftsjahr 2023 auf die Mitgliedsländer der EU, da die Division Frauenthal Handel
zum Großteil Umsätze in Österreich aufweist und diese den größten Umsatzbeitrag liefern. Bei den Umsatzerlösen handelt es sich im
Wesentlichen um Erlöse aus dem Verkauf von Gütern.
in TEUR
2023
2022
Veränderung
Österreich
829.963
808.072
21.891
Deutschland
37.927
38.180
-254
Sonstige EU
182.217
172.793
9.424
Amerika
5.135
7.453
-2.318
Asien
21.852
24.047
-2.195
Sonstige Länder
3.873
6.540
-2.669
Umsatzerlöse
1.080.966
1.057.086
23.879
Gemäß IFRS 15 werden nachfolgend die Umsatzerlöse nach Produktgruppen aufgegliedert. Die Umsatzerlöse nach geografischen
Regionen befinden sich im Segmentbericht.
UMSÄTZE NACH PRODUKTEN
Frauenthal
Frauenthal Handel
Holdings und
Frauenthal-Gruppe
Automotive
Sonstige
in TEUR
2023
2022
2023
2022
2023
2022
2023
2022
Frauenthal Airtank
61.747
64.601
-
-
-
-
61.747
64.601
(Druckluftbehälter)
Frauenthal Gnotec (Metall-
Komponenten)
173.473
168.848
-
-
-
-
173.473
168.848
Handel
-
-
845.737
823.630
-
-
845.737
823.630
Sonstige (Mieterträge)
-
-
8
7
8
7
Summe
235.220
233.449
845.737
823.630
8
7
1.080.966
1.057.086
(34) SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
Es werden die folgenden Beträge ausgewiesen:
in TEUR
2023
2022
Veränderung
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen
726
2.777
-2.051
Erhaltene Boni und Zuschüsse
2.864
4.096
-1.232
Erträge aus Weiterverrechnungen
985
1.469
-483
Miet- und Betriebskostenerträge
713
606
106
Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen
451
606
-155
Kursgewinne
176
946
-771
Übrige sonstige Erträge
1.342
2.328
-986
Sonstige betriebliche Erträge
7.256
12.828
-5.572
Die Veränderung der Boni und Zuschüsse steht in Verbindung mit Lieferantenzuschüssen der Division Frauenthal Handel für getätigte
Werbeaufwendungen. Siehe dazu Punkt (38), wo die sonstigen Vertriebskosten eine ähnliche Entwicklung zeigen.
In den übrigen sonstigen Erträgen sind keine Zuschüsse der öffentlichen Hand (VJ: TEUR 0) enthalten. Weitere Informationen
betreffend die öffentlichen Zuschüsse im Zusammenhang mit der Kurzarbeit und Erstattungen für COVID-19 Erkrankungen sind dem
Kapitel (36) Personal zu entnehmen. Weiters sind in den übrigen sonstigen betrieblichen Erträgen diverse Zuschüsse (v.a. aus der
Division Frauenthal Handel) betreffend Lehrlingsförderung bzw. Ausbildungen AMS iHv TEUR 297 enthalten. In der Division Frauenthal
Automotive konnten hier Energiekompensationen mit Lieferanten iHv TEUR 241 verbucht werden.
(35) AUFWENDUNGEN FÜR MATERIAL UND SONSTIGE BEZOGENE HERSTELLUNGSLEISTUNGEN
Der Aufwand setzt sich aus den folgenden Beträgen zusammen:
In den Materialaufwendungen sind keine Wertminderungen auf den Nettoveräußerungswert von Vorräten (VJ: TEUR 0) enthalten
(siehe Punkt (25)).
in TEUR
2023
2022
Veränderung
Materialaufwendungen
762.795
736.429
26.365
Aufwendungen für bezogene Leistungen
32.416
31.081
1.334
Summe
795.210
767.510
27.700
(36) PERSONAL
Die durchschnittliche Zahl der Arbeiter und Angestellten für die fortzuführenden Geschäftsbereiche stellt sich wie folgt dar :
2023
2022
Veränderung
Arbeiter
1.481
1.510
-29
Angestellte
1.381
1.327
54
Summe
2.862
2.837
25
Die Veränderung der durchschnittlichen Personalzahl ergibt sich einerseits durch die Reduktion um -24 in der Division Frauenthal
Automotive aufgrund von Automatisierungsmaßnahmen im Geschäftsjahr 2023 und andererseits aufgrund des Anstiegs um +48 in
der Division Frauenthal Handel infolge des erhöhten Volumens und aufgrund der Weiterentwicklung der neuen Geschäftszweige
Elektromaterial und Montage Services, sowie um den Anstieg um +1 in der Holding.
Die Zusammensetzung des Personalaufwands stellt sich in folgender Tabelle dar:
in TEUR
2023
2022
Veränderung
Löhne und Gehälter
124.522
118.575
5.948
Aufwendungen für Abfertigungen
42
620
-578
Aufwendungen für Altersversorgung
3.218
2.682
536
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie
33.262
31.632
1.630
vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge
Sonstige Sozialaufwendungen
2.084
2.814
-731
Personalaufwand
163.128
156.323
6.805
In den österreichischen Gesellschaften wurden aufgrund des Betrieblichen Mitarbeitervorsorgegesetzes (BMVG) sowie vertraglicher
Zusagen beitragsorientierte Zahlungen in Höhe von TEUR 1.279 (VJ: TEUR 1.101) geleistet.
Gemäß IAS 20 werden die geleisteten Zuschüsse aus öffentlicher Hand (Kurzarbeitsbeihilfen COVID-19) in den Konzerngesellschaften
in der Position Löhne und Gehälter saldiert. Im Konzern wurden bis inkl. 2022 in den Ländern Deutschland und Österreich Zuschüsse
der öffentlichen Hand in Anspruch genommen. Im Personalaufwand wurden staatliche Zuschüsse in Form von Erstattungen aufgrund
von COVID-19-Erkrankungen iHv TEUR 371 (VJ: TEUR 369) saldiert. Es gibt in diesem Zusammenhang keine unerfüllten Bedingungen
und sonstigen Eventualverbindlichkeiten mit den staatlichen Unterstützungen.
(37) ABSCHREIBUNGEN AUF IMMATERIELLE GEGENSTÄNDE DES ANLAGEVERMÖGENS UND SACHANLAGEN
Die Aufgliederung der Jahresabschreibungen nach einzelnen Posten ist im Anlagenspiegel ersichtlich. Hinsichtlich außerplanmäßiger
Abschreibungen siehe Punkt (8), (20) und (21).
(38) SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
in TEUR
2023
2022
Veränderung
Frachtkosten
18.056
18.676
-620
Fremdleistungen
12.829
9.847
2 982
Verwaltungskosten
9.511
7.874
1 637
Rechts- und Beratungsaufwendungen
4.083
5.190
-1 107
Sonstige Vertriebskosten
6.838
8.181
-1 343
Geleastes Personal
852
438
414
Reisekosten
2.495
2.276
219
Versicherungsaufwendungen
2.672
2.034
639
Personalbeschaffung und Ausbildung
1.789
1.419
370
Fremdreparaturen
652
1.080
-428
Forderungswertberichtigungen und -abschreibungen
1.938
1.284
654
Kursverluste
489
324
165
Bankgebühren
468
546
-77
Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen
187
134
53
Entsorgungskosten
128
176
-48
Steuern, soweit sie nicht unter Steuern vom
261
330
-69
Einkommen und Ertrag fallen
Übrige Aufwendungen
5.683
4.986
697
Sonstige betriebliche Aufwendungen
68.933
64.795
4.137
Das Bild der sonstigen betrieblichen Aufwendungen hat sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt verändert: Der Anstieg der
Fremdleistungen resultiert im Wesentlichen aus der Division Frauenthal Handel und ist auf die Preissteigerungen für Energie und
erhöhten Instandhaltungsbedarf zurückzuführen. Der Anstieg der Verwaltungskosten beruht im Wesentlichen auf gestiegenen Kosten
für EDV-Leistungen. Die Verringerung der Rechts- und Beratungsaufwendungen ergibt sich vorrangig aus geringeren Consulting-
Aufwendungen in der Division Frauenthal Automotive. Die Veränderung der Sonstigen Vertriebskosten resultiert im Wesentlichen aus
geringeren Werbungskosten, da die hausintern organisierte Messe „Frauenthal EXPOder Division Frauenthal Handel nur jedes zweite
Jahr veranstaltet wird. Die übrigen Aufwendungen beinhalten vor allem Reinigungskosten sowie Kosten für Arbeitskleidung.
Folgende Leistungen wurden durch den Abschlussprüfer an die Frauenthal-Gruppe erbracht (Wertangaben jeweils netto):
in TEUR
2023
2022
Prüfung des Jahres- bzw. Konzernabschlusses
89
89
Andere Bestätigungsleistungen
256
266
Sonstige Leistungen
61
19
Summe
406
374
(39) FINANZERFOLG
in TEUR
2023
2022
Veränderung
Zinserträge
629
1.308
-680
Zinsaufwendungen
-12.022
-5.972
-6.050
Sonstige Finanzerträge
86
0
86
Sonstige Finanzaufwendungen
0
-358
358
Summe
-11.307
-5.022
-6.286
Die Veränderung der Zinsaufwendungen ergibt sich aus den gestiegenen Zinsen. Die Veränderung der sonstigen Finanzerträge ergibt
sich aus Zuschreibungen zu Wertpapieren des Umlaufvermögens.
(40) ERTRAGSTEUERN
STEUERN VOM EINKOMMEN UND ERTRAG
Der auf die Konzernmuttergesellschaft Frauenthal Holding AG anwendbare Steuersatz beträgt 24 %. Das Ökosoziale
Steuerreformgesetz 2022 Teil I, welches unter anderem auch eine stufenweise Senkung des Körperschaftsteuersatzes in Österreich in
2023 auf 24 % und in 2024 auf 23 % vorsieht, wurde im Jänner 2022 beschlossen. Wäre die Senkung bereits in 2023 wirksam
gewesen, wäre der laufende Steueraufwand um rd. TEUR 128 (bei 23 %) geringer entfallen.
In der Position Ertragsteuern in Höhe von TEUR -3.030 (VJ: TEUR -11.165) entfallen TEUR -3.843 (VJ: TEUR -5.448) auf den laufenden
Steueraufwand. Die Steuern aus Vorperioden iHv TEUR 1.692 (VJ: TEUR -336) sind vor allem auf geänderte ertragssteuerliche
Beurteilungen vergangener Sachverhalte zurückzuführen.
Im Geschäftsjahr 2023 wurden TEUR 4.284 (VJ: TEUR 2.440) an Steuern bezahlt.
Aufgliederung der Brutto- und Nettobeträge der Gesamtergebnisrechnung:
in TEUR
2023
2022
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste
Personalrückstellungen vor Steuern
-3.135
4.131
Steuern
723
-1.026
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste Personalrückstellungen nach Steuern
-2.412
3.104
Hinsichtlich der Zusammensetzung der Steuerabgrenzung wird auf Punkt (24) verwiesen. Die Überleitung vom Ergebnis vor Steuern
auf den in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesenen Aufwand an Ertragsteuern stellt sich wie folgt dar:
ÜBERLEITUNG VOM GESETZLICHEN STEUERSATZ ENTSPRECHENDEN STEUERAUFWAND ZUM EFFEKTIVEN STEUERAUFWAND
in TEUR
1-12/2023
1-12/2022
Ergebnis vor Steuern
17.428
44.370
Steueraufwand zum entsprechenden Steuersatz von 24 % (VJ: 25 %)
-4.183
-11.093
Steuerliche Auswirkungen
Steuern aus Vorperioden
1.692
-336
Nutzung bisher nicht aktivierter Verlustvorträge / Beteiligungsabschreibungen
235
250
Nicht aktivierte Verluste des Geschäftsjahres
-385
-292
Veränderung Aktivierung von Verlustvorträgen
466
-879
Permanente steuerliche Differenzen und Sonstiges
-869
1.151
Unterschiedliche Steuersätze der Tochterunternehmen
80
49
Steuersatzänderungen bei der Bewertung latenter Steuern
-66
-15
Gesamte Steuerliche Auswirkungen
1.153
-72
Effektive Steuerbelastung
-3.030
-11.165
Laufende Steuern
-3.843
-5.448
Steuern aus Vorperioden
1.692
-336
Latente Steuern
-879
-5.380
Ertragsteuern laut Gesamtergebnisrechnung
-3.030
-11.165
Effektiver Steuersatz
17 %
25 %
Das Ökosoziale Steuerreformgesetz 2022 Teil I, welches unter anderem auch eine stufenweise Senkung des Körperschaftsteuersatzes
bis 2024 von 25 % auf 23 % vorsieht, wurde im Jänner 2022 beschlossen. Da die Umkehr der Latenzen überwiegend in Jahren ab
2024 erwartet wird, wurde ab 31.12.2022 ein einheitlicher Körperschaftsteuersatz für die österreichischen Konzerngesellschaften von
23 % bei der Aktivierung von Ansatzdifferenzen herangezogen .
(41) ERGEBNIS JE AKTIE
Das unverwässerte sowie das verwässerte Gesamt-Ergebnis je Aktie sind im Geschäftsjahr 2023 ident und liegen bei durchschnittlich
gewichteten 8.651.491 Stück (VJ: 8.651.491 Stück) im Umlauf befindlicher Aktien bei EUR 1,66 (VJ: EUR 3,84).
Der Berechnung der Ergebnisse je Aktie wurden folgende Aktien und Ergebnisse zugrunde gelegt:
Stückaktien
2023
2022
Anzahl der ausgegebenen Aktien
8.651.491
8.651.491
Im Umlauf befindliche Aktien (= Anzahl der Aktien unverwässert / verwässert)
8.651.491
8.651.491
in TEUR
2023
2022
Ergebnis unverwässert/verwässert = den Aktionären des Mutterunternehmens
zuzurechnendes Ergebnis nach Steuern
14.399
33.205
F. ERLÄUTERUNGEN ZUR KAPITALFLUSSRECHNUNG (CASHFLOW-STATEMENT)
Die Kapitalflussrechnung wurde nach der indirekten Methode erstellt. Die Nettogeldflüsse (Cashflows) werden nach den Bereichen
der operativen Geschäftstätigkeit, der Investitionstätigkeit und der Finanzierungstätigkeit gegliedert. Der Saldo der Nettogeldflüsse
zeigt die Veränderung des Fonds der liquiden Mittel zum Ende des Geschäftsjahres.
(42) KAPITALFLUSS AUS DEM ERGEBNIS
Im Kapitalfluss aus dem Ergebnis wird der Jahresüberschuss/-fehlbetrag um nicht zahlungswirksame Aufwendungen/Erträge, um die
Veränderung langfristiger Rückstellungen sowie um das Ergebnis aus den Anlageverkäufen bereinigt.
Die Zinserträge enthalten keine aus wertgeminderten finanziellen Vermögenswerten zugeflossenen Erträge.
(43) KAPITALFLUSS AUS DER OPERATIVEN GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
Ausgehend vom Kapitalfluss aus dem Ergebnis wird der Kapitalfluss aus der operativen Geschäftstätigkeit um die Veränderung der
Mittelbindung im Working Capital bereinigt.
(44) KAPITALFLUSS AUS DER INVESTITIONSTÄTIGKEIT
Im Kapitalfluss aus der Investitionstätigkeit sind unter anderem Investitionen in das immaterielle Vermögen sowie in das
Sachanlagevermögen ausgewiesen. Des Weiteren wurden Termingeldeinlagen iHv MEUR 9,0 bis längstens 29.03.2024 veranlagt.
(45) KAPITALFLUSS AUS DER FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT
In diesem Bereich werden sämtliche Zu- und Abflüsse im Rahmen der Eigenkapital- und Fremdkapitalfinanzierung erfasst. Die bezahlten
und erhaltenen Zinsen und Steuern sind in der Kapitalflussrechnung aus dem Ergebnis ausgewiesen.
Gemäß IAS 7 wird die Überleitungsrechnung des Kapitalflusses aus Finanzierungstätigkeit nachfolgend dargestellt:
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Zahlungswirksam
Bewer-
Beizulegender
Buchwert
Zahlungs-
Wechselkurs-
Effektiv-
Sonstige
Beizulegender
Buchwert
in TEUR
tungs-
Zeitwert *
wirksamer
IFRS 16
Veränderungen
Zeitwert *
31.12.2022
änderung
verzinsung
31.12.2023
kategorie
31.12.2022
Kapitalfluss
**
31.12.2023
Langfristige Verbindlichkeiten
Finanzverbindlichkeiten
FLAC
38.387
38.387
-1.465
13
177
-5.908
31.205
31.205
Leasing
FLAC
57.601
57.601
-154
-2.280
55.167
55.167
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Finanzverbindlichkeiten
FLAC
22.198
22.198
-4.523
-143
0
6.586
24.118
24.118
Leasing
FLAC
15.505
15.505
-18.504
-37
19.598
16.562
16.562
* Die Finanzverbindlichkeiten sind sowohl variabel als auch fix verzinst. Die Bonität des Unternehmens ist in diesen Konditionen berücksichtigt und daher
stellt der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar.
** Sonstige Veränderungen umfassen zahlungsunwirksame Bewegungen und unbare Zinsen, die in der Kapitalflussrechnung als Kapitalfluss aus dem
Ergebnis dargestellt werden. 2022 handelt es sich einerseits im Wesentlichen um Änderungen in der Darstellung der Fristigkeiten und andererseits um
den Abgang der Finanzverbindlichkeiten der Business Unit Powertrain lt. IFRS 5.
G. SONSTIGE ANGABEN
(46) FINANZINSTRUMENTE UND RISIKOBERICHTERSTATTUNG
Der Frauenthal Konzern hält originäre Finanzinstrumente, wozu insbesondere Finanzinstrumente wie Wertpapiere, Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen (Grundgeschäfte), Guthaben bei Kreditinstituten, kurz- und langfristige Finanzverbindlichkeiten und
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zählen. Der Bestand der originären Finanzinstrumente ist in der Konzernbilanz
ausgewiesen.
LIQUIDITÄTSRISIKO
Das Liquiditätsrisiko ist durch die Kapitalflussstruktur der operativen Bereiche sowie der ausreichend bestehenden Kreditrahmen relativ
gering. Der Liquiditätsbedarf für das laufende operative Geschäft im Konzern kann aus dem laufenden Kapitalfluss gedeckt werden
und wird im Rahmen der Treasury-Funktion der Holding gesteuert.
Das Liquiditätsrisiko der Gesellschaft ist als gering einzustufen, da die Gesellschaft zum Bilanzstichtag über Guthaben bei
Kreditinstituten iHv TEUR 48.843 (VJ: TEUR 44.572) sowie über ausreichend nicht ausgenutzte Banklinien verfügt. Zusätzlich bestehen
mit den beteiligten Banken langjährige gute Geschäftsbeziehungen. Das ausgenutzte Factoringvolumen in der Frauenthal-Gruppe
beträgt TEUR 79.906 (VJ: TEUR 75.470).
Die Frauenthal-Gruppe wird einerseits durch Konsortialfinanzierungen mehrerer führender österreichischer Banken auf Ebene der
Division Frauenthal Handel und andererseits durch Finanzierungen von lokalen Banken auf CGU Ebene der Division Frauenthal
Automotive bzw. durch eine führende schwedische Bank auf Ebene CGU Frauenthal Gnotec von MEUR 13,8 (VJ: MEUR 15,3)
finanziert. Der chinesische Standort der CGU Frauenthal Gnotec hat im Berichtsjahr Betriebsmittellinien von MEUR 2,0 (VJ: MEUR 2,8)
von vier lokalen chinesischen Banken erhalten.
Für die Finanzierungen wurden umfangreiche, jedoch übliche Sicherheiten gewährt. Die Sicherungsverträge betreffen die
Vermögenswerte Sachanlagevermögen, Forderungen, Vorräte und Zahlungsmittel und haben eine Laufzeit bis 2028.
Die Planannahmen für die Divisionen Frauenthal Automotive und Frauenthal Handel lassen aus der operativen Geschäftstätigkeit einen
positiven Kapitalfluss erwarten, wobei zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses die weiteren Auswirkungen der multiplen
makroökonomischen Krisen noch nicht final determiniert werden können. Die Liquiditätssituation auf Gruppenebene wird durch die
erwähnten Faktoren zwar belastet und wird zusätzlich saisonal schwanken, es wird aber im Hinblick im Sinne des going concerns kein
Liquiditätsengpass erwartet. Für akquisitionsgetriebenes Wachstum ist die Eigenkapital- / Liquiditätsausstattung ein limitierender Faktor
und für weiteres Wachstum durch Akquisition sind Kapitalmaßnahmen erforderlich.
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Zahlungswirksam
in TEUR
Bewer-
tungs-
kategorie
Beizulegender
Zeitwert *
31.12.2021
Buchwert
31.12.2021
Zahlungs-
wirksamer
Kapitalfluss
Wechselkurs-
änderung
Effektiv-
verzinsung
IFRS 16
Sonstige
Veränderungen
**
Beizulegender
Zeitwert *
31.12.2022
Buchwert
31.12.2022
Langfristige Verbindlichkeiten
Finanzverbindlichkeiten
FLAC
45.374
45.374
8.805
-623
177
-15.345
38.387
38.387
Leasing
FLAC
52.792
52.792
0
-445
0
5.254
57.601
57.601
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Finanzverbindlichkeiten
FLAC
25.612
25.612
-11.896
-70
0
8.552
22.198
22.198
Leasing
FLAC
15.061
15.061
-18 610
0
0
19.054
15.505
15.505
Aus der folgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen
Verbindlichkeiten ersichtlich:
Buchwert
Cash Flow 2024
Cash Flow 2025
in TEUR
31.12.2023
Zins
Tilgung
Zins
Tilgung
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten
226.976
3.862
140.603
2.257
29.125
Finanzverbindlichkeiten
55.324
2.113
24.118
868
18.750
Leasingverbindlichkeiten
71.729
1.749
16.562
1.390
10.375
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
85.018
0
85.018
0
0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
14.905
0
14.905
0
0
Cash Flow 2026-28
Cash Flow 2029ff.
in TEUR
Zins
Tilgung
Zins
Tilgung
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten
1.796
19.063
2.590
38.295
Finanzverbindlichkeiten
464
8.322
71
4.243
Leasingverbindlichkeiten
1.332
10.740
2.519
34.052
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
0
0
0
0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
0
0
0
0
Einbezogen wurden alle Instrumente, die am Stichtag zum 31. Dezember 2023 im Bestand waren und für die bereits Zahlungen
vertraglich vereinbart waren. Budgetzahlen für zukünftige neue Verbindlichkeiten sind nicht einbezogen worden. Die
Fremdwährungsbeträge wurden jeweils mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten sind
immer dem frühesten Zeitraster zugeordnet.
Die Vergleichszahlen für 2022 stellen sich wie folgt dar:
Buchwert
Cash Flow 2023
Cash Flow 2024
in TEUR
31.12.2022
Zins
Tilgung
Zins
Tilgung
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten
241.796
3.391
145.808
2.598
17.595
Finanzverbindlichkeiten
60.585
1.477
22.198
1.040
8.864
Leasingverbindlichkeiten
73.105
1.914
15.505
1.558
8.732
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
93.596
0
93.596
0
0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
14.510
0
14.510
0
0
Cash Flow 2025-27
Cash Flow 2028ff.
in TEUR
Zins
Tilgung
Zins
Tilgung
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten
4.041
43.549
2.087
35.021
Finanzverbindlichkeiten
762
21.482
121
8.219
Leasingverbindlichkeiten
3.279
22.067
1.966
26.802
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
0
0
0
0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
0
0
0
0
ZINSÄNDERUNGSRISIKO
Das wichtigste Zinsänderungsrisiko des Konzerns geht auf langfristige Kreditaufnahmen mit variablen Zinsen zurück. Die Finanzierung
der Frauenthal-Gruppe wird durch variabel und fix verzinste Konsortialfinanzierungen mehrerer führender österreichischer Banken auf
Ebene der Division Frauenthal Handel und durch variabel und fix verzinste Finanzierungen von lokalen Banken auf CGU Ebene der
Division Frauenthal Automotive bzw. durch eine führende schwedische Bank auf Ebene CGU Frauenthal Gnotec gesichert. Die Kredite
sind ohne Haftung seitens der Frauenthal Holding AG gewährt. Die Kredite sind langfristig mit unterschiedlichen Laufzeiten bis 2028
und die Verzinsung ist variabel auf EURIBOR- bzw. STIBOR-Basis. Darüber hinaus stehen für einen höheren Working Capital Bedarf
ausreichend Betriebsmittellinien im Konzern zur Verfügung.
Zum 31. Dezember 2023 betragen die langfristigen Finanzverbindlichkeiten TEUR 31.205 (VJ: TEUR 38.387) und die kurzfristigen
Finanzierungsvereinbarungen TEUR 24.118 (VJ: TEUR 22.198).
Zinsänderungsrisiken für den Konzern sind in der Bilanz- und Finanzierungssituation Ende 2023 von Relevanz, da die Zinsbasis
überwiegend variabel auf EURIBOR-Basis vereinbart wurde. Die Zinsentwicklung und das damit verbundene Risiko werden laufend
überwacht. Mit 31.12.2023 sind keine derivativen Finanzinstrumente vorhanden.
Marktzinssatzänderungen von originären Finanzinstrumenten mit fester Verzinsung wirken sich nur dann auf das Ergebnis aus, wenn
diese zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind. Im Sinne von IFRS 7 unterliegen die oben dargestellten, zu fortgeführten
Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumente mit fester Verzinsung keinen Zinsänderungsrisiken.
Zinsänderungsrisiken aus variabel verzinslichen Finanzinstrumenten werden gemäß IFRS 7 mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt.
Wenn der Marktzinssatz der variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2023 um 100 Basispunkte höher gewesen
wäre, wäre das Ergebnis um etwa TEUR 311 (VJ: TEUR 470) geringer gewesen.
AUSFALLS- UND KREDITRISIKO/ABSICHERUNGEN
Dem Ausfalls- und Kreditrisiko von Forderungen und dem Risiko des Zahlungsverzugs der Vertragspartner wird in beiden Divisionen
durch regelmäßige Kreditprüfungen entsprochen
Um diesen Risiken entgegenzuwirken, wird aktives Kundenrisikomanagement betrieben. Kundenratings und Kreditlimits werden
laufend beobachtet und angepasst, um Insolvenzrisiken frühzeitig zu erkennen. Unregelmäßigkeiten im Zahlungsverhalten der Kunden
werden konsequent verfolgt. Belieferungslimits, die laufend an das Zahlungsverhalten angepasst werden, reduzieren das
Forderungsausfallrisiko. Zusätzlich wird das Ausfallsrisiko von Zahlungen über Warenkreditversicherungen deutlich gemindert.
In der Division Frauenthal Handel wird durch den Einsatz von Kreditversicherungen das Ausfalls- und Kreditrisiko abgefedert.
Forderungen mit einem erhöhten Ausfallsrisiko werden einzelwertberichtigt. Durch die multiplen makroökonomischen Krisen gab es
im Geschäftsjahr 2023 einen Anstieg der vorgenommenen Wertberichtigungen.
In der Division Frauenthal Automotive werden üblicherweise Ein- oder Mehrjahresverträge abgeschlossen, die die Produkte und
Konditionen definieren, die Liefermengen für den Gesamtzeitraum aber nicht verbindlich festlegen. Der Abschluss bzw. die
Verlängerung von solchen Verträgen hängt von der Wettbewerbsfähigkeit des Zulieferers ab, die primär durch die Preise der
angebotenen Produkte, aber auch durch die Lieferfähigkeit, logistische und qualitative Verlässlichkeit und durch die Fähigkeit zur
Zusammenarbeit mit dem Kunden bei Neuentwicklungen bestimmt wird. Deshalb werden Produktqualität, Liefertreue und
Kundenzufriedenheit laufend beobachtet, um bei auffallenden Zielabweichungen schnell reagieren zu können.
Das Debitorenmanagement wurde deshalb bereits in den Vorjahren verstärkt und zentralisiert. Die Basis hierfür bildet eine detaillierte
Überwachung aller Zahlungsverzögerungen. Der Vorstand wird über wesentliche Unregelmäßigkeiten monatlich informiert,
gleichzeitig werden entsprechende Maßnahmen auf allen beteiligten Ebenen gesetzt, sodass jede Rechnung vom kaufmännischen
Außendienst verfolgt werden kann.
Auch im laufenden Geschäftsjahr werden die Entwicklungen der CDS-Spreads der wichtigsten Kunden monatlich beobachtet. Ein
Credit Default Swap ist ein Finanzprodukt, mit dem Ausfallsrisiken gehandelt werden. Die am Markt gehandelte Prämie (CDS-Spread)
spiegelt die Einschätzung der Bonität wider.
In der Division Frauenthal Automotive wird mit großen internationalen Kunden Factoring betrieben, wobei hier das Risiko des
Zahlungsausfalls überwiegend auf die Factoring-Gesellschaften übertragen wurde.
In der Division Frauenthal Handel wird im Geschäftsbereich Haustechnik eine Vielzahl von gewerblichen Kunden, wie
Installationsunternehmen für Sanitär, Heizungs- und Lüftungstechnik, Unternehmen im Anlagenbau sowie Kunden aus dem
Baunebengewerbe bedient. Im Geschäftsbereich Kontinentale sind vorrangig Kunden aus dem Kommunalbereich sowie
Industrieunternehmen tätig. Das Unternehmen steht mit über 5.000 Kunden in Österreich in regelmäßiger Geschäftsverbindung,
wobei es zu, vor allem für die Installationsbranche und für die kleinen Unternehmensgrößen, charakteristischen Zahlungsausfallsrisiken
kommen kann.
Maßgeblich für den Geschäftserfolg sind vorteilhafte Einkaufsbedingungen für das Sortiment, die logistische Leistungsfähigkeit wie
rasche Warenverfügbarkeit und fehlerfreie Belieferung an die Baustelle sowie die Vorfinanzierung durch den Materiallieferanten. Eine
Differenzierung über das Produkt ist mit Ausnahme von Eigenmarken nicht möglich, daher kann der Wettbewerb zwischen den
Großhändlern bei einem aggressiven Kampf um Marktanteile zu einem erheblichen Preisverfall führen.
Folgende Absicherungen sind in der Division Frauenthal Handel zu nennen: Zur frühzeitigen Erkennung, zur Bewertung und zum
richtigen Umgang mit bestehenden Risiken wird eine spezialisierte Steuerungs- und Kontrollsoftware verwendet.
Dem Ausfalls- und Kreditrisiko und dem Risiko des Zahlungsverzugs der Kunden wird durch regelmäßige Bonitäts- und
Kreditlimitüberprüfungen, durch aktives Kreditmanagement, die interne Vergabe von Kreditlimits sowie durch Kreditversicherungen
von wesentlichen Teilen der Kundenforderungen entsprochen. Nennenswerte Risiken aus Großprojekten bzw. Klumpenrisiken
bestehen aufgrund der großen Anzahl an Kundenbeziehungen nicht. Dieses Risikomanagementsystem ist integrierter Bestandteil des
gesamten Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesses.
Weiters ist Sicherheit der Informationstechnologie in der Frauenthal Handel Gruppe ein wichtiges Thema. Dem wird durch State-of-
the-Art-Technologien, vor allem für Datensicherung und Firewall, einem hochverfügbaren Rechenzentrum in Verbindung mit
redundanten Leitungen und Katastrophenplanung Rechnung getragen.
Das maximale Ausfallsrisiko entspricht dem Buchwert der finanziellen Vermögenswerte.
WÄHRUNGSÄNDERUNGSRISIKO
Die wesentlichen Kunden der Frauenthal-Gruppe sowie die Hauptproduktionsstätten befinden sich im Euroraum. Folglich wird das
Währungsrisiko der Frauenthal-Gruppe aus der laufenden operativen Tätigkeit als gering eingeschätzt.
Die wesentlichsten Risiken betreffen Tätigkeiten und Cashflows in SEK und USD. Die Entwicklung der SEK und des USD wird laufend
beobachtet. Auf Basis der Erkenntnisse werden gegebenenfalls Absicherungsgeschäfte getätigt.
Diese Währungsrisiken sind daher ungesichert und unterliegen einer ständigen Beobachtung.
Auf Basis der nachfolgend dargestellten zum Stichtag aushaftenden finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in
Fremdwährung ergeben sich bei Änderung der wesentlichen Fremdwährungen folgende Auswirkungen auf das Ergebnis und
entsprechend auf das Eigenkapital:
TRANSLATIONSRISIKO 2023
Summe in lokaler
Summe
Exposure
mögliche Gewinne
mögliche Verluste
Währung (in
in TEUR
in TEUR
in TEUR*
in TEUR*
Tausend)
Forderungen
0
0
TCZK
-1
0
0
Verbindlichkeiten
29
1
Forderungen
219
198
TUSD
163
18
-15
Verbindlichkeiten
38
35
Forderungen
276
32
THKD
32
35
29
Verbindlichkeiten
0
0
Forderungen
2.057
185
TSEK
-67
-7
6
Verbindlichkeiten
2.801
252
Forderungen
620
620
TEUR
-792
28
-36
Verbindlichkeiten
1.412
1.412
SUMME
-665
75
-16
* Annahme: Kursänderung jeweils um +/- 10 %
Die Beträge in der Währung CNY sind unbedeutend.
ZEITWERTE
In der folgenden Tabelle sind die Buchwerte, die Zeitwerte und die Bewertungskategorien der finanziellen Vermögenswerte und
Verbindlichkeiten dargestellt. Der Zeitwert der übrigen originären Finanzinstrumente entspricht aufgrund der täglichen
beziehungsweise kurzfristigen Fälligkeiten im Wesentlichen dem Buchwert.
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Bewertungs-
in TEUR
kategorie
Beizulegender
Beizulegender
nach
Zeitwert
Buchwert
Zeitwert
Buchwert
IFRS 9 **
31.12.2023
31.12.2023
31.12.2022
31.12.2022
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte
2.113
2.113
2.028
2.028
davon Wertpapiere
FVTPL
2.113
2.113
2.028
2.028
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
AC
29.986
38.465
Forderungen gegenüber verbundenen
AC
0
1
Unternehmen
Termingeldeinlage
AC
9.000
0
Sonstige finanzielle Forderungen
AC
10.238
14.384
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
AC
39.843
44.572
Beteiligung an anderen Unternehmen
FVTPL
40
40
40
40
davon aggregiert nach Bewertungskategorie IFRS
9
At Amortised Cost
AC
89.067
97.422
Fair value through Profit and Loss
FVTPL
2.153
2.153
2.068
2.068
*
*
*
*
*
*
*
*
*
*
*
*
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Bewertungs-
in TEUR
kategorie
Beizulegender
Beizulegender
nach
Zeitwert
Buchwert
Zeitwert
Buchwert
IFRS 9 **
31.12.2023
31.12.2023
31.12.2022
31.12.2022
Langfristige Verbindlichkeiten
Finanzverbindlichkeiten
AC
31.205
1)
31.205
38.387
1)
38.387
Leasingverbindlichkeiten
AC
55.167
55.167
57.601
57.601
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Finanzverbindlichkeiten
AC
24.118
1)
24.118
22.198
1)
22.198
Leasingverbindlichkeiten
AC
16.562
16.562
15.505
15.505
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
AC
85.018
93.596
Leistungen
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
AC
1
0
Unternehmen
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
AC
14.905
14.510
davon aggregiert nach
Bewertungskategorien IFRS 9
At Amortised Cost
AC
0
226.976
0
241.797
*
*
*
*
*
*
1)
Die Finanzverbindlichkeiten sind sowohl variabel als auch fix verzinst. Die Bonität des Unternehmens ist in diesen Konditionen berücksichtigt
und daher stellt der Buchwert wie bei den übrigen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten einen angemessenen Näherungswert
für den beizulegenden Zeitwert dieser Finanzinstrumente dar.
* Der Buchwert stellt gemäß IFRS 7.29 einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar.
** AC (At Amortised Cost): Fortgeführte Anschaffungskosten
FVTPL (Fair Value Through Profit and Loss): Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
Die folgenden Finanzinstrumente wurden zum beizulegenden Zeitwert bewertet, sie können folgenden Zeitwerthierarchien
zugeordnet werden:
ZEITWERTHIERARCHIE
Bewertungs-
kategorie
Beizulegender
Beizulegender
in TEUR
nach
Zeitwert
Buchwert
Zeitwert
Buchwert
IFRS 9 **
31.12.2023
31.12.2023
31.12.2022
31.12.2022
1. Stufe
Wertpapiere
FVTPL
2.113
2.113
2.028
2.028
**
FVTPL (Fair Value Through Profit and Loss): Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
Bewertungs-
in TEUR
kategorie nach
Nettoergebnisse 2022
Nettoergebnisse 2023
IFRS 9
At Amortised Cost Aktiva
AC
2.104
-812
- Wertberichtigungen
13
-1.042
- Kursverluste und -gewinne
622
-314
- Finanzerträge
1.469
544
At Amortised Cost Passiva
AC
-5.488
-12.022
- Zinsaufwendungen
-5.488
-12.022
at fair value through profit or loss
FVTPL
-161
85
- Veränderung aus Wertpapieren
-161
85
(47) SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
In der Frauenthal-Gruppe werden die Divisionen Frauenthal Automotive und Frauenthal Handel als operative Segmente geführt und
über das EBIT gesteuert. Die Klassifizierung in die einzelnen Segmente erfolgt aufgrund des internen Reportings und der Unterschiede
zwischen den produzierten und vertriebenen Produkten und Dienstleistungen.
Frauenthal Handel vertreibt die führenden Sanitär-, Heizungs-, Installationstechnik- und Elektromaterialmarken sowie die Eigenmarken
ALVA und die Exklusivmarke PASSION.
Die Division Frauenthal Automotive ist als Zulieferer für Hersteller von Nutzfahrzeugen und PKW tätig. Das Produktionsprogramm
umfasst die Herstellung von Press- und Schweißkomponenten und Druckluftbehältern für Bremssysteme. Die Produktionsstandorte
befinden sich in Deutschland, Tschechien, Slowakei, Schweden, China und den USA.
Im Jahr 2022 wurde die Business Unit Frauenthal Powertrain aufgegeben.
Die Intrasegmentumsätze umfassen im Wesentlichen Managementleistungen und Kostenumlagen der Holdinggesellschaften, die nach
festen Stundensätzen bzw. nach der Kostenaufschlagsmethode bewertet werden.
Die detaillierten Angaben zur Segmentberichterstattung sind in einer gesonderten Übersichtstabelle ersichtlich. In der Tabelle Umsatz
in Regionen nach Endkunden erfolgte die Zuweisung der Umsätze nach dem Sitz des Kunden. Die dort angegebenen Umsätze
entsprechen den Angaben des IFRS 8.33.
(48) ZIELE DES EIGENKAPITALMANAGEMENTS
Ziele des Eigenkapitalmanagements des Konzerns sind die Sicherstellung der Unternehmensfortführung sowie die Erhaltung einer
adäquaten Eigenkapitalquote von über 30 % im IFRS-Konzernabschluss. Zum Bilanzstichtag konnte ein Eigenkapital von TEUR 192.042
(VJ: TEUR 180.900) ausgewiesen werden. Die Eigenkapitalquote steigt im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 %-Punkte auf 38,1 %.
Frauenthal ist ein auf Wachstum ausgerichtetes Unternehmen, was sich in der Unternehmensstrategie widerspiegelt. Bei der
Gestaltung der Dividendenpolitik steht die finanzielle Vorsorge für die Finanzierung der Wachstumsstrategie im Vordergrund.
Das Net Gearing bei dem das Konzerneigenkapital in Verhältnis zum Risiko (der Verschuldung) gesetzt wird ist 2023 von 49,3 %
auf 40,7 % gesunken, da die Finanzleasingverbindlichkeiten gesunken sind und sich das Eigenkapital erhöht hat. Die
Nettoverschuldung verringert sich somit von TEUR 89.114 auf TEUR 78.204. Die Nettoverschuldung setzt sich aus lang- und
kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten auf der Passivseite sowie Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten auf der Aktivseite
zusammen.
Die verzinslichen Nettoschulden sind, die um verzinsliche Aktiva saldierten, verzinslichen Schulden. Wirtschaftliches Eigenkapital ist das
bilanzielle Eigenkapital.
in TEUR
2019
2020
2021
2022
2023
Finanzverbindlichkeiten
95.719
80.077
70.986
60.585
55.324
Leasingverbindlichkeiten
32.086
42.050
67.854
73.105
71.729
Termingeldeinlagen
0
0
0
0
-9.000
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
-40.325
-54.027
-48.492
-44.572
-39.843
Gewährte Darlehen
-500
-500
-5
-5
-5
Verschuldung
86.979
67.600
90.343
89.114
78.204
Gearing Ratio in %
68,7 %
59,1 %
70,2 %
49,3 %
40,7 %
Verschuldung ohne Leasingverbindlichkeiten
54.893
25.550
22.489
16.008
6.475
Gearing Ratio in % ohne Leasingverbindlichkeiten
43,3 %
22,3 %
17,5 %
8,8 %
3,4 %
(49) ANGABEN ÜBER DIE MITGLIEDER DER UNTERNEHMENSORGANE
Der Aufsichtsrat der Frauenthal Holding AG besteht aktuell aus vier (VJ: vier) von der Hauptversammlung gewählten Mitgliedern und
zwei (VJ: zwei) vom Konzernbetriebsrat entsandten Mitgliedern. Im Geschäftsjahr 2023 bestand der Aufsichtsrat, gewählt von der
Hauptversammlung, aus den folgenden Mitgliedern:
Dipl.-Bw Claudia Beermann
Vorsitzende seit 11. Juni 2021
Mitglied seit 19. Juni 2019
Dr. Andreas Staribacher
Stellvertreter der Vorsitzenden seit 11. Juni 2021
Mitglied seit 5. Juni 2018
Dr. Johannes Strohmayer
Mitglied seit 2. Juni 2010
Dr. Christian Tassul
Mitglied seit 11. Juni 2021
Im Geschäftsjahr 2023 hat der Konzernbetriebsrat Thomas Zwettler und Johann Parcer als Mitglieder in den Aufsichtsrat entsandt:
Thomas Zwettler
Mitglied seit 1. Jänner 2015
Johann Parcer
Mitglied seit 30. November 2022
Die Bezüge für die Mitglieder des Aufsichtsrates betrugen für das Berichtsjahr TEUR 129 (VJ: TEUR 101).
Die Vorstände der Frauenthal Holding AG sind:
Dr. Hannes Winkler
Vorsitzender seit 1. Jänner 2018
Mag. Erika Hochrieser
Mitglied seit 5. Juni 2018
Mag. Thomas Stadlhofer
Mitglied von 1. Jänner 2023
bis 31. März 2024
Im Geschäftsjahr 2023 betragen die Bruttobezüge inklusive Pensionskassenzahlungen und Versicherungsbeiträge für die
Vorstandsmitglieder der Frauenthal Holding AG TEUR 1.680, davon fixe Vergütung TEUR 1.318, davon variable Vergütung TEUR 285,
davon Pensionskassenzahlungen TEUR 71 und davon Versicherungsbeiträge TEUR 6 (VJ: Insgesamt TEUR 1.353, davon fixe Vergütung
TEUR 1.050, davon variable Vergütung TEUR 265, davon Pensionskassenzahlungen TEUR 31 und davon Versicherungsbeiträge TEUR
7). In den fixen Vergütungen sind TEUR 483 (VJ: TEUR 403) für die Verrechnung des Vorstandsvorsitzenden aus einem
Dienstleistungsvertrag mit der Ventana Holding GmbH enthalten.
Für die Vorstandsmitglieder der Frauenthal Holding AG betrugen die Zahlungen in die Mitarbeitervorsorgekasse im Geschäftsjahr 2023
TEUR 21 (VJ: TEUR 13). Die Auszahlung der Altersversorgung ist an keine Leistungskriterien gebunden. Bei Beendigung der Funktion
haben die Vorstandsmitglieder keine vertraglichen Abfertigungsansprüche.
Die Vorstandsvergütung besteht aus einem fixen Basisgehalt sowie aus einem variablen erfolgsabhängigen Bestandteil von TEUR 0 bis
zu maximal TEUR 210 brutto jährlich, welcher sich nach der persönlichen Leistung jedes Vorstandsmitglieds richtet, sofern ein
erfolgsabhängiger Bestandteil vereinbart wurde. Dieser variable Anteil setzt sich aus qualitativen und quantitativen Zielvereinbarungen
zusammen. Die quantitativen Ziele umfassen Kriterien der Budgeterreichung und der Liquidität. Die qualitativen Ziele sind für einzelne
Geschäftsbereiche, für das Gesamtunternehmen sowie Führungs- und Personalentwicklung vereinbart.
Die Frauenthal Holding AG hat für Vorstände, Geschäftsführer und Aufsichtsräte im Konzern eine „Directors and Officers(D&O)-
Versicherung abgeschlossen. Die Kosten dafür belaufen sich im Geschäftsjahr 2023 auf TEUR 71 (VJ: TEUR 67).
(50) ANGABEN ÜBER GESCHÄFTSFÄLLE MIT NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN ODER PERSONEN
Dr. Hannes Winkler kontrolliert zum 31. Dezember 2023 indirekt über die Ventana Holding GmbH sowie über die TRIGAMMA
Vermögensverwaltung GmbH und EPE European Private Equity S.A. und die Tridelta HEAL Beteiligungsgesellschaft S.A. („Tridelta
S.A.“), welche wiederum mittelbar (über die FT Holding GmbH und die Tridelta GmbH) eine Beteiligung von 80,97 % des Grundkapitals
und der Stimmrechte der Frauenthal Holding AG hält. 0,21 % des Grundkapitals und der Stimmrechte der Frauenthal Holding AG
werden direkt von der Ventana Holding GmbH gehalten, die unmittelbar durch Dr. Hannes Winkler kontrolliert wird. 18,82 % der
Aktien befinden sich im Streubesitz. Der Konzernabschluss der Frauenthal Holding AG, Wien, wird durch Beherrschung auf Basis eines
Stimmbindungsvertrags in den Konzernabschluss der Ventana Holding GmbH, Wien, die den Konzernabschluss für den größten Kreis
von Unternehmen erstellt, zum 31.12.2023 miteinbezogen. Weiterführende Informationen zur Beteiligungsstruktur sind auf der
Frauenthal Website unter Investor Relations abrufbar.
Zwischen Unternehmen der Frauenthal-Gruppe und nahestehenden Unternehmen sowie Personen bestehen Geschäftsbeziehungen
im Miet- und Dienstleistungsbereich, deren Gesamtvolumen im Geschäftsjahr 2023 TEUR 5.595 (VJ: TEUR 5.041) betrug.
Gesellschaften der Validus-Gruppe verrechneten Nettomieten in Höhe von TEUR 4.941 (VJ: TEUR 4.583) für Büro-, Gewerbe- und
Lagerflächen der SHT Haustechnik GmbH sowie für den Standort am Rooseveltplatz 10, 1090 Wien, womtliche Konzernbereiche
der Frauenthal Holding AG sowie die oberste Leitung der Division Frauenthal Automotive eingemietet sind. Die Erhöhung im Vergleich
zum Vorjahr ist auf Indexierungen zurückzuführen. Zusätzlich zu den Nettomieten werden die Betriebskosten weiterbelastet. Die
Miethöhe orientiert sich überall an marktüblichen Preisen und wurde einem Fremdvergleich unterzogen, der durch externe Gutachten
bestätigt ist. Die Validus Immobilienholding GmbH samt den ihr zuzurechnenden Tochtergesellschaften steht Dr. Hannes Winkler nahe.
Die Vergütung für den Vorstandsvorsitzenden Dr. Hannes Winkler wurde in Höhe von TEUR 483 (VJ: TEUR 403) von Ventana Holding
GmbH an Frauenthal Holding AG verrechnet. Es handelt sich um eine fixe Vergütung, Dr. Winkler hat keinen variablen
Remunerationbestandteil im Gegensatz zu den anderen Vorstandsmitgliedern.
Des Weiteren wurden im Jahr 2023 Reisespesen in Höhe von TEUR 91 (VJ: TEUR 0) von Ventana Holding GmbH an Frauenthal Holding
AG verrechnet. Im Gegenzug verrechneten Unternehmen der Frauenthal-Gruppe für EDV-Dienstleistungen TEUR 9 (VJ: TEUR 9).
Es wurden im Geschäftsjahr 2023 Beratungsleistungen durch Frieders, Tassul & Partner iHv TEUR 78 (VJ: TEUR 55) in Anspruch
genommen. Weiters wurden im Geschäftsjahr 2023 Leistungen durch die CENTURION Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs
GmbH iHv 2 TEUR (VJ: TEUR 0) in Anspruch genommen.
Die oben angeführten Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen sind zu fremdüblichen Konditionen getätigt
worden.
(51) ANGABEN ÜBER EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG
Zwischen dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 und der Freigabe dieses Berichts zur Veröffentlichung am 25. April 2024 haben der
Vorstand und der Aufsichtsrat am 20. März 2024 den Rückerwerb eigener Aktien im Wege eines öffentlichen (Teil-)Angebots gemäß
§§ 4 ff ÜbG beschlossen. Die Frauenthal Holding AG kann bis zu 865.149 (entspricht höchstens 10 % des Grundkapitals) eigene im
Amtlichen Handel der Wiener Börse notierte Inhaberaktien der Gesellschaft zu einem Angebotspreis von je EUR 23,80 im Rahmen des
öffentlichen Angebots erwerben. Die Angebotsfrist soll am oder um den 26. April 2024 beginnen und voraussichtlich vier Wochen
betragen. Bei einem Rückkauf der maximalen Stückzahl von 865.149 Aktien würde sich das Eigenkapital um MEUR 20,6 reduzieren.
Am 18. April 2024 wurde eine Ad-hoc Meldung bezüglich des verhaltenen Ausblicks für das Geschäftsjahr 2024 der Frauenthal-
Gruppe veröffentlicht einer ersten Einschätzung nach werden aus heutiger Sicht keine negativen Auswirkungen auf Vermögenswerte
für das Jahr 2024 erwartet.
Der Vorstand der Frauenthal Holding AG hat den Konzernabschluss am 25. April 2024 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben.
Wien, 25. April 2024
Frauenthal Holding AG
Dr. Hannes Winkler Mag. Erika Hochrieser
Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied
Abkürzungsverzeichnis
AC
At Amortised Cost
Fortgeführte Anschaffungskosten
AktG
Aktiengesetz
BEV
Battery Electric Vehicles
BMVG
Betriebliches Mitarbeitervorsorgegesetz
CDS
Credit Default Swap
CEE-Länder
Mittel- und osteuropäische Länder
CGU
Cash Generating Unit
CNY
Chinesischer Yuan
ct/kWh
Cents pro Kilowattstunde
CZK
Tschechische Krone
D&O
Directors and Officers
DCF-Verfahren
Discounted Cash Flow-Methode
DSGVO
Datenschutzgrundverordnung
EBIT
Earnings Before Interest and Taxes
Betriebsergebnis, operatives Ergebnis vor Hinzurechnung von Finanzergebnis und Steuern
EBITDA
Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortisation
Betriebsergebnis vor Abschreibungen = Brutto Cash Flow
EDV
Elektronische Datenverarbeitung
EEG
Erneuerbare-Energien-Gesetz
ERP
Enterprise Resource Planning
EU
Europäische Union
EUR
Euro
EU-VO
Europäische Union Verordnung
FIFO
First-in-First-out
FLAC
Financial Liabilities measured at Amortised Costs
FN
Firmenbuchnummer
FVTPL
Fair Value Through Profit and Loss
Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet
GuV
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
HKD
Hong-Kong Dollar
IAS
International Accounting Standards
IASB
International Accounting Standards Board
IFRS
International Financial Reporting Standards
iHv
in Höhe von
IKS
internes Kontrollsystem
iSd
im Sinne des
LKW
Lastkraftwagen
MEUR
Million(en) Euro
MSEK
Million(en) schwedische Kronen
NFZ
Nutzfahrzeug
OEM
Original Equipment Manufacturer
OTIF
on-time in-full
p.a.
per anno
PKW
Personenkraftwagen
RMS
Risikomanagementsystem
SC
South Carolina
SEK
Schwedische Krone
TCZK
Tausend Tschechische Krone
TEUR
Tausend Euro
TSEK
Tausend Schwedische Krone
TUSD
Tausend United States Dollar
UGB
Unternehmensgesetzbuch
USD
United States Dollar
VJ
Vorjahr
WACC
Weighted Average Cost of Capital
Durchschnittliche Kapitalkosten, die das Unternehmen für sein Fremd- und Eigenkapital auf den
Finanzmärkten zahlen muss
ERKLÄRUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER
Der Vorstand erklärt, dass der nach den International Financial Reporting Standards (IFRS)
erstellte Konzernabschluss des Frauenthal-Konzerns nach bestem Wissen ein möglichst
getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesamtheit der in die
Konsolidierung einbezogenen Unternehmen vermittelt. Ebenso vermittelt der Lagebericht
ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Frauenthal-Konzerns
und gibt Auskunft über den Gescftsverlauf und die Auswirkung bestehender bzw.
künftiger Risiken auf die Geschäftstätigkeit des Frauenthal- Konzerns.
Wien, 25. April 2024
Frauenthal Holding AG
Dr. Hannes Winkler Mag. Erika Hochrieser
Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied
BESTÄTIGUNGSVERMERK
BERICHT ZUM KONZERNABSCHLUSS
PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben den Konzernabschluss der Frauenthal Holding AG, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern),
bestehend aus der Konzernbilanz zum 31.12.2023, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der
Konzerngesamtergebnisrechnung, der Darstellung der Komponenten des Eigenkapitals und ihrer Entwicklung und
der Konzerngeldflussrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang,
geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt
ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31.12.2023 sowie der Ertragslage und der
Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den
International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind (IFRS), und den zusätzlichen
Anforderungen des § 245a UGB.
GRUNDLAGE FÜR DAS PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-
VO) und den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze
erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen
Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des
Konzernabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern
unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen
Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen
erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum des
Bestätigungsvermerks ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum
zu dienen.
BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen
am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte
wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres
Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:
1. Impairment CGU Handel
1. Impairment CGU Handel
Sachverhalt und Verweis auf weitergehende
Informationen
Prüferisches Vorgehen
Im Zuge der Erstellung des Konzernabschlusses
wurde für die CGU-Handel, in der die im
Konzernabschluss bilanzierten Firmenwerte sowie
Markenrechte mit unbestimmter Nutzungsdauer
enthalten sind, eine Werthaltigkeitsprüfung
durchgeführt. Bei dieser wurde für das
Geschäftsjahr 2023 kein Wertminderungsbedarf
identifiziert.
Ein Vermögenswert ist gem. IAS 36.8
wertgemindert, wenn sein Buchwert („Carrying
amount“) seinen erzielbaren Betrag übersteigt.
Der erzielbare Betrag ist gem. IAS 36.18 der
höhere der beiden Beträge aus beizulegendem
Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten („Fair
Value less costs to sell“) und dem Nutzungswert
(„Value in Use“).
Der Value in Use zur Überprüfung der
Werthaltigkeit der Vermögenswerte erfordert
wesentliche Schätzungen über die zukünftige
Entwicklung der Erlöse und Aufwendungen und
den daraus resultierenden
Zahlungsmittelüberschüssen sowie Annahmen zur
Festlegung des verwendeten
Diskontierungszinssatzes (DCF-Methode). Diesen
Bewertungen liegen Schätzungen zugrunde, die
mit Unsicherheit behaftet sind. Für den Abschluss
besteht das Risiko einer falschen Bewertung der
betroffenen Vermögenswerte.
Die Angaben zum Impairmenttest der CGU
Handel finden sich im Abschnitt 8 des
Konzernanhangs.
Wir haben geprüft, ob das Ergebnis der
Berechnung kein Wertminderungsbedarf zum
31. Dezember 2023 - in allen wesentlichen
Belangen mit den Vorschriften des IAS 36
übereinstimmt.
Zur Prüfung der Value in Use Berechnung haben
wir die Angemessenheit der zukunftsbezogenen
Schätzungen und wesentlichen Annahmen sowie
der herangezogenen Berechnungsmethoden
unter Einbeziehung von Bewertungsspezialisten
beurteilt.
Ein Schwerpunkt im Rahmen dieser Prüfung lag in
der Plausibilisierung der Ertragserwartungen der
CGU. Im Zuge unserer Prüfung haben wir ein
Verständnis über die Planungssystematik und den
Planungsprozess sowie die wesentlichen
Planungsparameter und Werttreiber in diesen
Planungsrechnungen erlangt.
Wir haben die wesentlichen Planungsparameter
und Werttreiber für die Ergebnis- und Cash Flow-
Planung der CGU plausibilisiert und kritisch
gewürdigt. Darüber hinaus wurde das
Berechnungsschema nachvollzogen und auf
rechnerische Richtigkeit überprüft.
Die Angemessenheit der Höhe der
Diskontierungszinssätze wurde durch die
alternative Ableitung der für die Bestimmung der
Diskontierungszinssätze maßgeblichen Parameter
einschließlich der durch-schnittlichen
Kapitalkosten („weighted average cost of capital“)
auf Basis einer eigenen Peer Group beurteilt.
Zur Risikobeurteilung möglicher Abweichungen
von Ergebnis- und Cash Flow-Schätzungen sowie
Abweichungen von den abgeleiteten
durchschnittlichen Kapitalkosten wurden
Sensitivitätsrechnungen vorgenommen.
SONSTIGE INFORMATIONEN
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen
beinhalten alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht
und den Bestätigungsvermerk.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir geben
dazu keine Art der Zusicherung.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen
Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum
Konzernabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig
falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche
Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir
haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
VERANTWORTLICHKEITEN DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES FÜR DEN
KONZERNABSCHLUSS
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser
in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des
§ 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner
sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die
Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund
von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des
Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit sofern einschlägig anzugeben, sowie dafür, den
Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die
gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit
einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.
VERANTWORTLICHKEITEN DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von
wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen
Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß
an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und den österreichischen
Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte
Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche
Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen,
wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage
dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und den österreichischen Grundsätzen
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten
Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen
Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen
sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser
Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche
Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen
kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen
oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um
Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit
dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.
Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten
Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten
geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des
Rechnungslegungsgrundsatzes, der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter
sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im
Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des
Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung
ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf
die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben
unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der
Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige
Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der
Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer
Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder
Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir
sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir
tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante
zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger
bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen
Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle
Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie
sich auf unsere Unabhängigkeit und - sofern einschlägig - damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen
auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben,
diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres
waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in
unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche
Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem
Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen
einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN
BERICHT ZUM KONZERNLAGEBERICHT
Der Konzernlagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu
prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen
Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung
mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts
durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt
worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen
Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im
Konzernlagebericht nicht festgestellt.
ZUSÄTZLICHE ANGABEN NACH ARTIKEL 10 DER EU-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 14.6.2023 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 4.7.2023
vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2000 Abschlussprüfer.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht
an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht haben und
dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft
gewahrt haben.
AUFTRAGSVERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Peter Bartos.
Wien, am 25.4.2024
BDO Assurance GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
Mag. Peter Bartos ppa. Christoph Leutgeb, MSc (WU)
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung
erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt
Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.
LAGEBERICHT
FRAUENTHAL HOLDING AG 2023
JAHRESABSCHLUSS
A. EINLEITUNG
(1) DIE FRAUENTHAL HOLDING AG IM ÜBERBLICK
Die Frauenthal Holding AG ist im Firmenbuchgericht Wien unter FN 83990 s registriert. Die Geschäftsanschrift lautet:
Frauenthal Holding AG, Rooseveltplatz 10, 1090 Wien, Österreich.
Die Frauenthal Holding AG ist die Muttergesellschaft von 22 Gesellschaften (2022: 24 Gesellschaften), welche unter
der einheitlichen Leitung dieser stehen. Als Holdinggesellschaft der Frauenthal-Gruppe, ein österreichischer börsenno-
tierter Mischkonzern, umfasst die Frauenthal Holding AG zwei Unternehmensbereiche. Die Geschäftstätigkeit ihrer Kon-
zerngesellschaften beinhaltet zum einen die Division Frauenthal Handel, zum anderen die Division Frauenthal Automo-
tive. Diese Divisionen werden im Lagebericht beschrieben.
(2) WIRTSCHAFTLICHES UMFELD
Im Geschäftsjahr 2023 sind beide Divisionen von gegensätzlichen Entwicklungen geprägt.
Die Division Frauenthal Handel bietet ein breites Portfolio an Produkten und Lösungen für ihre Kunden im Sanitär-,
Heizungs- und Elektrogroßhandel an und ist maßgebend mit der österreichischen Bauwirtschaft verbunden. Stark stei-
gende Baustoffpreise, Personalmangel sowie die hohe Inflation wirken sich negativ auf das Baugewerbe und somit auf
die Bauproduktion (-2,7 %
1
gegenüber 2022) aus. Dieser Trend ist im Bereich Neubau zu spüren. Bei Renovierungen
außerhalb des Wohnungssektors und Tiefbau hingegen wird für 2024 ein Wachstum prognostiziert; die CO
2
-
reduzierenden und energiekostensenkenden Sanierungen und Investitionen wie in Wärmepumpen und Photovoltaik
befinden sich ebenfalls nach wie vor im Aufwärtstrend. Insbesondere die umfangreichen Förderaktionen, beispielsweise
das Programm „Raus aus Öl und Gas“, wirken sich positiv auf die Division Frauenthal Handel aus. Die Gesamtentwick-
lung der Wirtschaft liegt um -0,8 % unter dem Vorjahr.
Der europäische Automobilmarkt erholt sich von den Folgen der COVID-19-Krise und den Auswirkungen des Ukraine-
Russland-Krieges. Allerdings kämpft die Branche Anfang 2023 immer noch mit Engpässen bei kritischen Teilen wie
beispielsweise Computerchips, wodurch die Fahrzeugproduktion beeinträchtigt wird. Die Zulassungen im PKW-Markt
2
steigen um 12,6 % (BEV 16,3 % Marktanteil), im Nutzfahrzeugmarkt
3
steigen die Neuregistrierungen im Vergleich zu
2022 um 15,8 %, wobei die schweren Nutzfahrzeuge als wichtigstes Nutzfahrzeugsegment für die Division Frauenthal
Automotive mit +14,9 % in Europa zulegen. Deutschland, der größte Markt für schwere Nutzfahrzeuge, verzeichnet
ein Wachstum von 25,2 %, während Frankreich als zweitgrößter Markt um 9,9 % zulegt. Das Segment der mittel-
schweren Nutzfahrzeuge wächst in Europa im Jahr 2023 um 23,2 % im Vergleich zu 2022. Der LKW-Markt befindet
sich im Jahr 2023 auf dem höchsten Stand seit 15 Jahren
4
, obwohl im Laufe des Jahres ein Rückgang der Auftragsein-
gänge zu verzeichnen war und für das Jahr 2024 ein Rückgang bei den Verkäufen neuer LKWs erwartet wird.
Der PKW-Markt ist erstmals, nach 16 aufeinanderfolgenden Monaten des Wachstums im Dezember 2023, rückläufig:
Das Gesamtjahresvolumen 2023 erreicht 10,5 Millionen Fahrzeuge. Alle EU-Märkte sind im abgelaufenen Geschäftsjahr
gewachsen, außer Ungarn (-3,4 %). Die meisten Märkte verzeichnen zweistellige Zuwächse, allen voran Italien
(+18,9 %), Spanien (+16,7 %) und Frankreich (+16,1 %). Deutschland kann +7,3 % gegenüber dem Vorjahr
5
zulegen.
1
96
th
Euroconstruct Country Report, Winter 2023.
2
PKW-Markt siehe https://www.acea.auto/pc-registrations/new-car-registrations-13-9-in-2023-battery-electric-14-6-
market-share/
3
Nutzfahrzeugmarkt siehe https://www.acea.auto/cv-registrations/new-commercial-vehicle-registrations-vans-14-6-
trucks-16-3-buses-19-4-in-2023/
4
LKW-Markt siehe https://think.ing.com/articles/european-truck-market-slows-while-electric-journey-accelerates/
5
PKW-Markt siehe https://www.acea.auto/files/Press_release_car_registrations_full_year_2023.pdf
Volvo PKW, der größte Einzelkunde der Division Frauenthal Automotive, steigert die Anzahl der verkauften Einheiten
auf 708.716 Fahrzeuge (615.121 Fahrzeuge im Jahr 2022), was einen neuen Rekord für Volvo PKW darstellt
6
.
Das Jahr 2023 ist für die Division Frauenthal Automotive aufgrund der inflationsbedingt steigenden Kosten bei den
direkten Material- und Lohnkosten sowie der steigenden Zinsen eine Herausforderung. Diese Kostensteigerungen auf
der Konsumentenseite führen in weiterer Folge zu einem Rückgang der Nachfrage.
(3) DIVISION FRAUENTHAL AUTOMOTIVE: ERGEBNIS TROTZ GESTIEGENER KOSTEN AUF
VORJAHRESNIVEAU
Das Geschäftsjahr 2023 ist von einer hohen Nachfrage auf Kundenseite geprägt, die durch die Auftragsrückstände und
das Bestreben des Marktes, sich von der Pandemie und der Teileknappheit des Jahres 2022 zu erholen, bedingt ist. Eine
weitere Folge der Engpässe sowie des Ukraine-Russland-Krieges ist der Anstieg von Inflation und Zinssätzen. Eine höhere
Kostenbasis für Material und Personal hat den Fokus intern nicht nur auf die Einkaufsaktivitäten, sondern auch auf die
Kundenvereinbarungen gelegt. Verhandlungen mit den Kunden, welche das Ziel verfolgen, einen Ausgleich r die
inflationsbedingten Kostensteigerungen zu erhalten, werden im Laufe des Jahres zu einer wichtigen Aufgabe.
Die Umsatzerlöse steigen 2023 dank eines wachsenden Marktes im Vergleich zu 2022. Andererseits erhöhen Inflation
und Zinssätze die Kosten, was zu einem Ergebnis auf dem Niveau des Vorjahres führt.
Darüber hinaus ist das Jahr 2023 in Hinblick auf die Akquisition neuer Kunden erfolgreich. Die Produktion neuer Teile
wurde mit Kunden in Mehrjahresverträgen vereinbart und wird in den Jahren 2024/2025 anlaufen.
(4) DIVISION FRAUENTHAL HANDEL WEITERHIN MIT UMSATZWACHSTUM
Die Geschäftsentwicklung der Division Frauenthal Handel ist von der Baukonjunktur in Österreich und von der Bereit-
schaft privater Haushalte, in Sanierung und Erneuerung von Sanitär-, Heizungs-, Lüftungs- und Elektroeinrichtungen zu
investieren, bestimmt. Die steigenden Energiekosten und das nachhaltige Bewusstsein zum Klimaschutz führen zu einer
höheren Bereitschaft zu Investitionen in erneuerbare Energieanlagen und auch zur Sanierung und Erneuerung von Sa-
nitär- und Heizungseinrichtungen. Insbesondere die Förderprogramme der Bundesregierung entlasten private Haushalte
und Betriebe beim Umstieg von einem fossil betriebenen auf ein nachhaltiges Heizungssystem.
Die Sanierungsoffensive, die Preissteigerungen seitens der Industrie und die Verschiebung des Umsatzes hin zu Wärme-
pumpen, Wärmespeicher und Photovoltaik führen zu einem Umsatzwachstum von 2,7 % bzw. von MEUR 22,1.
Nach einem außergewöhnlichen Sonderkonjunkturjahr 2022 im Sektor Baunebengewerbe pendelt sich das Ergebnis in
der Division Frauenthal Handel wie zu erwarten auf einem normalen Niveau ein EBITDA iHv MEUR 47,0 (VJ: MEUR
66,9). Der Ergebnisrückgang resultiert vor allem aus einem Anstieg des Wareneinsatzes und damit einem Rückgang im
Deckungsbeitrag in Kombination mit gestiegenen Kosten (vor allem Personal- und Infrastrukturkosten).
Der Sanitär- und Heizungsmarkt ist weiterhin einem verschärften Verdrängungs- und Preiskampf ausgesetzt, zusätzlich
belastet der rückläufige Sanitärmarkt die Branche. Trotz des bestehenden Preiskampfes kann der Marktanteil der Divi-
sion Frauenthal Handel ausgebaut werden.
6
Volvo-PKW siehe https://www.media.volvocars.com/global/en-gb/media/pressreleases/322434/volvo-cars-reports-
new-global-sales-record-in-2023
https://www.media.volvocars.com/global/en-gb/media/pressreleases/308388/volvo-cars-reports-full-year-2022-sales-
share-of-fully-electric-cars-at-109
B. ERGEBNISANALYSE
(1) UMSATZ
Der Umsatz (samt sonstiger betrieblicher Erträge) der Frauenthal Holding AG nach UGB liegt im Geschäftsjahr 2023 mit
TEUR 2.688 (Vorjahr: TEUR 2.101) um insgesamt TEUR 588 über dem Vorjahreswert. Dies resultiert hauptsächlich aus
höheren Verrechnungen an Konzerngesellschaften.
in TEUR
2023
2022
Veränderung
Umsatzerlöse und sonstige Erträge
2.688
2.101
588
Personalaufwand
-2.036
-1.807
-230
Sonstige betriebliche Aufwendungen
-3.235
-2.771
-464
EBITDA
-2.583
-2.477
-106
Abschreibungen
-40
-33
-7
Betriebsergebnis (EBIT)
-2.623
-2.510
-113
Erträge aus Beteiligungen an verb. Unternehmen
12.600
0
12.600
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge/Aufwendungen
156
-70
226
Finanzergebnis
12.756
-70
12.826
Ergebnis vor Steuern
10.133
-2.580
12.714
Steuern vom Einkommen
2.497
359
2.139
Ergebnis nach Steuern
12.630
-2.222
14.852
Zuweisung zu Gewinnrücklagen
-12.630
0
-12.630
Gewinn- / Verlustvortrag aus dem Vorjahr
66
2.807
-2.741
Bilanzgewinn
66
585
-519
(2) ERGEBNIS
Das Betriebsergebnis (EBIT) der Frauenthal Holding AG liegt mit TEUR -2.623
(Vorjahr: TEUR -2.510) um TEUR 113 unter dem Vorjahreswert, was hauptsächlich aus den höheren sonst. betrieblichen
Aufwendungen resultiert.
Der Personalaufwand ist um TEUR 230 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Dies resultiert i.W. aus höheren Gehältern.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind um TEUR 464 gestiegen, dies resultiert aus den höheren Betriebs- bzw.
Mietkosten sowie gestiegenen Reisekosten im Vergleich zum Vorjahr.
Das Finanzergebnis beinhaltet in der Position Erträge aus Beteiligungen eine Dividende der Tochtergesellschaft
Frauenthal Haustechnik Beteiligungs GmbH in Höhe von TEUR 9.600 (Vorjahr: TEUR 0) sowie der Tochtergesellschaft
Frauenthal Automotive GmbH in Höhe von TEUR 3.000 (Vorjahr: TEUR 0).
Die Steuern vom Einkommen beinhalten Körperschaftssteuern iHv TEUR -3.071 (2022: TEUR -4.112), Steueraufwand
aus Vorperioden iHv TEUR 1.773 (2022: TEUR -41), Steuerumlagen der Gesellschaften r das Geschäftsjahr 2023 in
Höhe von TEUR 3.336 (2022: TEUR 9.321), die Veränderung der aktiven latenten Steuern in Höhe von TEUR -423
(2022: TEUR -4.573) sowie die Auflösung einer Rückstellung für bereits zugewiesene, jedoch nicht abgegoltene Verluste
von Gruppenmitgliedern in Höhe von TEUR 883 (2022: TEUR -237).
Das Jahresergebnis nach Steuern der Frauenthal Holding AG beträgt somit im Jahr 2023 TEUR 12.630 (2022: TEUR -
2.222). Die positive Veränderung gegenüber dem Vorjahr in he von TEUR 14.852 ist im Wesentlichen darauf zurück-
zuführen, dass es Gewinnausschüttungen aus den Tochterunternehmen gab, sowie auf die starke Veränderung der
Position Steuern vom Einkommen. Es wurden TEUR 12.630 (2022: TEUR 0) zu den freien Rücklagen zugewiesen. Unter
Berücksichtigung des Gewinnvortrages iHv TEUR 66 (2022: TEUR 2.807) beträgt der Bilanzgewinn der Frauenthal Hol-
ding AG daher zum 31.12.2023 TEUR 66 (Vorjahr: TEUR 585).
(3) VERMÖGENS- UND FINANZLAGE
Die Bilanzsumme der Frauenthal Holding AG steigt im Vergleich zum Vorjahr von TEUR 105.558 auf TEUR 115.676,
also um TEUR 10.118.
AKTIVA in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Verände-
rung
Immaterielle Vermögensgegenstände
5
7
-2
Sachanlagen
65
73
-8
Finanzanlagen
90.812
90.812
0
Anlagevermögen
90.881
90.891
-10
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
3.702
9.756
-6.054
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände
245
82
163
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten
19.360
2.974
16.385
Umlaufvermögen
23.306
12.812
10.494
Rechnungsabgrenzungen
388
331
57
Aktive latente Steuern
1.101
1.524
-423
Summe AKTIVA
115.676
105.558
10.118
Die Aktivposten haben sich im Vergleich zum Vorjahr stark verändert. Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus
der Veränderung des Guthabens bei Kreditinstituten, sowie den Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen.
Die aktiven latenten Steuern haben sich um TEUR -423 reduziert. Dazu wird auf Punkt II. 3. des Anhangs verwiesen.
PASSIVA in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Veränderung
Eingefordertes Grundkapital
8.651
8.651
0
Ausgegebenes Grundkapital
8.651
8.651
0
Kapitalrücklagen
23.349
23.349
0
Gewinnrücklagen
78.993
66.363
12.630
Bilanzgewinn
66
585
-519
Eigenkapital
111.060
98.949
12.111
Eigenkapitalquote (in %)
96,01%
93,74%
2,27%
Steuerrückstellungen
3.200
5.173
-1.973
Sonstige Rückstellungen
1.066
1.022
44
Rückstellungen
4.266
6.195
-1.929
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
5
5
0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
30
21
8
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
1
49
-48
Sonstige Verbindlichkeiten
315
340
-25
Verbindlichkeiten
350
415
-64
Summe PASSIVA
115.676
105.558
10.118
Die Veränderung des Eigenkapitals ist vorrangig auf die Zuweisung des positiven Jahresergebnisses 2023 zur Ge-
winnrücklage im Geschäftsjahr 2023 zurückzuführen. Dadurch steigt die Eigenkapitalquote gegenüber dem Vorjahr
um 2,27% von 93,74 % auf 96,01 %.
Die Verringerung der Steuerrückstellungen um TEUR -1.973 ist iHv TEUR -883 auf den Verbrauch von internen Verlust-
vorträgen der Gruppenmitglieder sowie um TEUR -1.000 auf die rückläufigen Einkünfte aus Gewerbebetrieb der Steu-
ergruppe, im Vergleich zu 2022, zurückzuführen. Die sonstigen Rückstellungen sind im Wesentlichen aufgrund von
Dotierungen für Personalrückstellungen um TEUR 44 gestiegen.
(4) GELDFLUSSRECHNUNG
in TEUR
2023
2022
Ergebnis vor Steuern
10.133
-2.580
Abschreibungen / Zuschreibungen auf Vermögensgegenstände
des Investitionsbereichs
40
33
Beteiligungserträge sowie sonstige Zinsen und ähnliche Erträge / Zinsen und ähnliche Auf-
wendungen
-12.614
120
Sonstige zahlungsunwirksame Erträge / Aufwendungen
9
-50
Netto-Geldfluss aus dem betrieblichen Ergebnis
-2.432
-2.477
Zunahme/Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Ak-
tiva
9.239
2.923
Zunahme/Abnahme von Rückstellungen
44
72
Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer
Passiva
-64
11
Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit vor Steuern
6.787
530
Zahlungen von Ertragsteuern
-2.466
-300
Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit
4.320
229
Auszahlungen für Anlagenzugang
-30
-72
Auszahlungen für Finanzanlagenzugänge und sonst. Finanzinvestitionen
0
-1.050
Einzahlungen aus Beteiligungs- und Zinserträgen
12.745
0
Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit
12.715
-1.122
ausbezahlte Ausschüttungen
-519
0
Auszahlungen für Zinsen und ähnliche Aufwendungen
-130
-120
Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit
-649
-120
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmitteläquivalente
16.385
-1.013
Finanzmittelbestand am Beginn der Periode
2.974
3.987
Finanzmittelbestand am Ende der Periode
19.360
2.974
Der Posten Netto-Geldfluss aus dem betrieblichen Ergebnis weist im Geschäftsjahr 2023 einen Betrag in Höhe von TEUR
-2.432 (2022: TEUR -2.477) aus, welcher weitergehend auf dem Niveau des Vorjahres liegt.
Im Jahr 2023 haben sich im Wesentlichen die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen aus Verrechnungen
der Steuerumlagen iHv TEUR 9.439 vermindert bzw. die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände iHv TEUR
163 erhöht, was zu einem Netto- Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit von TEUR 4.320 führt.
Der Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit setzt sich im Wesentlichen aus Dividendenzahlungen der Tochterge-
sellschaften iHv MEUR 12,6 zusammen.
C. ANGABEN GEM. § 243A UGB
Die Frauenthal Holding AG weist ein Grundkapital von EUR 8.651.491,00 auf, das sich auf insgesamt 6.751.491 auf
Inhaber lautende Stückaktien und 1.900.000 nicht notierte Namensaktien verteilt. Jede Aktie ist am Grundkapital im
gleichen Umfang beteiligt. Der Streubesitz beträgt 1.628.575 Stück Aktien, somit 18,82 % (VJ: 2.728.575 Stück Aktien,
31,54 %), wobei davon 0 % (VJ: 12,71 %) auf die MCI Miritz Citrus Ingredients GmbH entfallen. Der Anteil der Haupt-
aktionäre, der FT Holding GmbH, der Tridelta GmbH und der Ventana Holding GmbH, beträgt 7.022.916 Stück Aktien,
somit 81,18 % (VJ: 5.922.916 Stück Aktien, 68,46 %).
Es bestehen keine besonderen Kontrollrechte für einzelne Aktionäre. Es bestehen keine über die gesetzlichen Vorschrif-
ten hinausgehenden Rechte zur Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie
zur Änderung der Satzung.
Der Vorstand wurde in der ordentlichen 33. Hauptversammlung vom 30. Juni 2022 ermächtigt, für die Dauer von fünf
Jahren (a) das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats um insgesamt höchstens EUR
4.325.745,00 durch Ausgabe von bis zu 4.325.745 auf Inhaber und/oder auf Namen lautenden Stückaktien mit Stimm-
recht gegen Bareinlagen oder gegen Sacheinlagen einmal oder mehrmals zu erhöhen, (b) hierbei mit Zustimmung des
Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre gegebenenfalls dann ganz oder teilweise auszuschließen, wenn das Grund-
kapital (i) zum Zweck der Durchführung eines Programms für Mitarbeiterbeteiligung oder eines Aktienoptionsplans
einschließlich von Mitgliedern des Vorstands und leitenden Angestellten jeweils der Gesellschaft oder von mit dieser
verbundenen Unternehmen, (ii) sonst gegen Bareinlage, wenn in Summe der rechnerisch auf die gegen Bareinlage unter
Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien entfallende Anteil am Grundkapital der Gesellschaft die Grenze von
20 % (zwanzig Prozent) des Grundkapitals der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung nicht über-
steigt, oder (iii) gegen Sacheinlagen, insbesondere von Unternehmen, Unternehmensteilen, Betrieben, Teilbetrieben
oder Anteilen an einer oder mehreren Gesellschaften oder anderer mit einem Akquisitionsvorhaben im Zusammenhang
stehenden Vermögensgegenstände oder zum Erwerb sonstiger Vermögensgegenstände (einschließlich Forderungen
Dritter gegen die Gesellschaft oder mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen), erhöht wird sowie (c) mit Zustim-
mung des Aufsichtsrats die Art der neu auszugebenden Aktien (auf Inhaber und/oder auf Namen lautend), den Ausga-
bebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen, einschließlich der Einräumung eines mittelbaren Bezugsrechts ge-
mäß § 153 Abs 6 AktG, festzusetzen (Genehmigtes Kapital 2022).
In wesentlichen Liefer- und Bezugsverträgen des Konzerns sind Change-of-Control-Klauseln enthalten. Eine detaillierte
Bekanntmachung dieser Vereinbarungen würde dem Konzern erheblichen Schaden zufügen und kann daher unterblei-
ben.
D. RISIKOBERICHT
Gemäß der Regel 69 des Österreichischen Corporate Governance Kodex wurde ein konzernweites Risikomanagement-
system (RMS) eingerichtet. Risikoquellen werden systematisch identifiziert, bewertet und vordefinierte Strategien im
Umgang mit den Risiken festgelegt. Ein wesentliches Element des RMS sind Frühwarnindikatoren, die systematisch
erfasst, analysiert und berichtet werden. Der Umgang mit den Risiken ergibt sich aus der Einordnung in die Risikomatrix,
die regelmäßig aktualisiert wird: aktives Management, laufende Beobachtung oder fallweise Beobachtung. Das interne
Kontrollsystem (IKS), dessen Kernelemente das Controlling, Reporting, die interne Revision und die Managementmee-
tings auf allen Ebenen sind, wird laufend an die Erfordernisse des RMS angepasst.
(1) MARKTRISIKO
Die Automobilindustrie befindet sich in einem weitreichenden Technologiewandel mit zunehmender Elektrifizierung
der neuen Fahrzeuge. Dies gilt sowohl für Personenkraftwagen als auch für Nutzfahrzeuge, obwohl die Entwicklung
bei den Personenkraftwagen weiter fortgeschritten ist. Die batteriebetriebenen Elektrofahrzeuge haben im Jahr 2023
zugenommen, obwohl der Dezember 2023 der erste Monat seit April 2020 war, in dem das Volumen der Elektrofahr-
zeuge zurückgegangen ist. Die Division Frauenthal Automotive ist erfolgreich bei der Akquisition von Neugeschäften
für die Elektrifizierung von PKWs und wird in Zukunft mehr Teile für dieses Segment liefern.
Neben dem technologischen Wandel stellen die Inflation und die Verbrauchernachfrage in Verbindung mit der politi-
schen Instabilität, insbesondere in Europa, ein großes Risiko dar, auch wenn sich die Lage im Jahr 2023 im Vergleich zu
2022 stabilisiert hat. Die Folgen des Ukraine-Russland-Krieges sind auf längere Sicht weiterhin schwer abzuschätzen.
PKW-Segment (rund 48 % des Umsatzes der Division Frauenthal Automotive):
Die Entwicklung der Elektromobilität ist für Frauenthal Gnotec von großer Bedeutung. Das Gesamtvolumen
von batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) steigt in der EU im Jahr 2023 um 37,0 % gegenüber dem Ver-
gleichszeitraum des Vorjahres. Der Marktanteil von BEV erreicht 2023 14,6 %
7
. Die aktuellen Markt- und
Technologietrends in Europa deuten auf einen weiteren Anstieg des Volumens im Jahr 2024 hin, wobei China
als Hauptantriebskraft angesehen wird, obwohl auch die EU und die USA steigende BEV-Volumina aufweisen.
Im Berichtsjahr können vor allem im Produktbereich von Frauenthal Gnotec Neuaufträge von bestehenden
Kunden gewonnen werden. Der Umsatzanteil dieses Neugeschäfts wird in den nächsten Jahren stark anstei-
gen. Verzögerungen im Hochfahren neuer Fahrzeugmodelle sind nichts Ungewöhnliches und führen zu stei-
gender Unsicherheit der Umsatzplanungen in den kommenden Jahren, da das Neugeschäft ein wesentlicher
Wachstumstreiber ist.
Der US-Markt und der chinesische Markt werden für die Division Frauenthal Automotive immer wichtiger, die
Volatilität dieser Märkte ist daher als zusätzlicher Chancen- und Risikofaktor relevant.
Der technologische Wandel in der Automobilindustrie wird voraussichtlich erhebliche Auswirkungen auf die
Wettbewerbslandschaft der Automobilzulieferer haben. Zahlreiche Zulieferer, vor allem kleinere, werden
durch den Wandel in eine finanzielle Schieflage geraten. Inwieweit es zu einer Marktbereinigung durch Insol-
venzen kommt, hängt vom Verhalten der OEM-Kunden ab, die Zulieferer oft finanziell unterstützen, um die
Versorgungssicherheit zu gewährleisten oder hohe Verlagerungskosten zu vermeiden.
Ein weiterer Trend in der Branche ist das zunehmende Outsourcing von OEM-Kunden, auch im Fahrwerksbe-
reich. Frauenthal Gnotec ist in diesem Bereich besonders aktiv. Zulieferer, die sowohl komplexere Komponen-
ten herstellen als auch Design- und Entwicklungsdienstleistungen anbieten können, haben einen Wettbe-
werbsvorteil. Auch Frauenthal Automotive ist in diesem Bereich sehr wettbewerbsfähig: Engineering-Kompe-
tenz und Kundennähe sind traditionelle Stärken. Allerdings gibt es Kapazitätsgrenzen für den Aufbau von
Systemfähigkeit und Entwicklungskompetenz. Wenn die OEM-Kunden zunehmend Outsourcing-Partner für
immer komplexere Strukturen sowohl in der Entwicklung als auch in der Produktion fordern, wird die Division
Frauenthal Automotive an seine Grenzen stoßen. Derzeit sind jedoch keine relevanten Markttrends zu erken-
nen, die für die Division Frauenthal Automotive problematisch wären.
NFZ-Bereich (rund 52 % des Umsatzes der Division Frauenthal Automotive):
Das Nutzfahrzeugsegment wächst im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr. Das Segment für schwere Nutz-
fahrzeuge zeigt auf dem EU-Markt einen Anstieg von fast 15 %. Der Auftragseingang für die größeren Nutz-
fahrzeug-OEMs beginnt in der zweiten Hälfte des Jahres 2023 zu schrumpfen, was auf einen schwächeren
Markt im Jahr 2024 hindeutet, der jedoch immer noch auf hohem Niveau liegt.
Im Bereich der schweren NFZ wird kurz- bis mittelfristig keine nennenswerte Substitution von Verbrennungs-
motoren durch elektrische Antriebe erwartet.
7
BEV siehe https://www.acea.auto/files/Press_release_car_registrations_full_year_2023.pdf
Sowohl der Nutzfahrzeug- als auch der PKW-Markt waren in den letzten Jahren von Unsicherheiten bei Energiepreisen,
Transportkosten und Lieferengpässen in Kombination mit steigenden Anforderungen an die Nachhaltigkeit geprägt,
was zu einer steigenden Nachfrage nach lokalen Lieferanten geführt hat. Die globale Präsenz der Division Frauenthal
Automotive ist ein klarer Vorteil bei der Gewinnung neuer Kundenaufträge.
Die Division Frauenthal Handel hängt als Zulieferer des Baunebengewerbes mit dem Bereich Sanitär-, Heizungs- und
Elektrogroßhandel leicht zeitversetzt substanziell von der Baukonjunktur ab. Wie in den Vorjahren dominiert ein ag-
gressiver Preiswettbewerb.
Die Wettbewerbslandschaft ist durch Preissteigerungen seitens der Industrie gekennzeichnet. Ein mögliches Abflauen
der Investitionsbereitschaft aufgrund der Teuerungen spielt eine wesentliche Rolle.
Die Marke Kontinentale ist ein Fachhandelsunternehmen für Armaturen- und Rohrleitungstechnik insbesondere für
Anwendungen im Bereich Infrastruktur (Gas, Wasser, Kanal, Straße). Der Erfolg in diesem Geschäftsbereich ist von der
Investitionsbereitschaft der Kommunen und Kommunalbetriebe sowie vom Investitionsbedarf der Industrie abhängig.
Die kurz- und mittelfristige Entwicklung der Baukonjunktur unterliegt der ständigen Beobachtung von Vertrieb und
Einkauf. Der Vorstand wird laufend über die Marktentwicklung informiert.
(2) KUNDENRISIKO
Bei den Herstellern von PKWs und Nutzfahrzeugen handelt es sich um sehr große, international tätige Unternehmen.
Zum Berichtszeitpunkt sind keine Entwicklungen erkennbar, die Zahlungsausfälle der großen OEM-Kunden oder ande-
rer großer Tier-1-Kunden erwarten lassen. Die Division Frauenthal Automotive beliefert auch einige kleinere Tier-1-
Lieferanten, bei denen Zahlungsausfälle auftreten können. Diese Kunden machen einen untergeordneten Anteil des
Geschäftsvolumens aus, und es bestehen Maßnahmen zur Begrenzung dieses Risikos. Die regelmäßig auftretenden
Zahlungsverzögerungen bei kleineren Forderungsbeträgen konnten in der Vergangenheit immer einvernehmlich mit
dem Kunden gelöst werden. Für einen Großteil der Kunden besteht im Rahmen von Factoring-Verträgen eine Kredit-
ausfallversicherung. Insgesamt ist das Risiko von Forderungsausfällen bei der Division Frauenthal Automotive gering,
Schadensfälle im Bereich mehrerer TEUR 100 können nicht vollständig ausgeschlossen werden. Die Situation wird auf-
grund der Marktentwicklung im Geschäftsjahr mit erhöhter Aufmerksamkeit verfolgt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr
sind bei der Division Frauenthal Automotive keine relevanten Zahlungsausfälle aufgetreten.
Die Division Frauenthal Automotive arbeitet mit einem Großteil der Kunden langjährig zusammen; dies umfasst auch
die Mitarbeit an Produkt- und Modelländerungen. Trotzdem erhöhen die Globalisierungsstrategien der OEM-Kunden
und die Zollpolitik einiger Exportmärkte (z. B. Brasilien, USA, China) das Risiko von Produktionsverlagerungen außerhalb
Europas und steigern das Risiko, dass der Wettbewerb durch außereuropäische Lieferanten zunimmt.
Darüber hinaus kann die Globalisierungsstrategie für die Division Frauenthal Automotive zur Kundenforderung einer
weltweiten Präsenz führen, um die Stellung als Lieferant bei einzelnen Kunden aufrechtzuerhalten bzw. um neue Kun-
den zu gewinnen. Mit den Standorten in Kunshan (China) und Fountain Inn (SC; USA) ist die Division Frauenthal Auto-
motive gut aufgestellt, um die Local-Content-Erfordernisse der Kunden abzudecken.
Im Bereich der Produktion von Fahrzeugkomponenten wie Druckluftbehälter, Schweiß-, Stanz- und Umformteilen wer-
den üblicherweise ein- oder mehrjährige Lieferverträge abgeschlossen, die die Produkte und Konditionen definieren,
aber keine verbindlichen Liefermengen für den Gesamtzeitraum festlegen, da diese von der Marktnachfrage abhängen.
In der Regel schließen die Kunden keine sogenannten Single-Source-Verträge ab. Dies bedeutet, dass aus vertraglicher
Sicht Kunden ihre Bestellungen in bestimmten, begrenzten Bandbreiten zu Wettbewerbern verlagern können. Faktisch
ist es jedoch meist so, dass aus ökonomischen und technischen Gründen für einen Großteil der Teilenummern Frauent-
hal der einzige Lieferant ist und die Kunden kurz- bis mittelfristig keine Alternativlieferanten für einzelne Produkte
haben. Der Abschluss und die Verlängerung von solchen Verträgen hängen von der Wettbewerbsfähigkeit des Zuliefe-
rers ab. Die Kundenentscheidungen werden dabei primär durch die Preise und die Fähigkeit, kontinuierliche Produkti-
vitätsverbesserungen und auch Kostensenkungen an die Kunden weiterzugeben, bestimmt. Darüber hinaus spielen
Lieferfähigkeit, Produktqualität, Zuverlässigkeit und technische Kompetenz bei Neuentwicklungen eine Rolle. Im Pro-
duktbereich der Business Unit Frauenthal Gnotec bestehen überwiegend Aufträge für den gesamten Produktlebenszyk-
lus der Fahrzeugmodelle bzw. Plattformen des Kunden, sodass die Prognose der Umsatzentwicklung eine höhere Ver-
lässlichkeit aufweist als in den anderen Produktbereichen.
Zwischen der Auftragserteilung, die in der Entwicklungsphase eines PKW- oder LKW-Modells erfolgt, und dem Produk-
tionsanlauf (SOP) kann ein Zeitraum von mehreren Jahren liegen, in dem Kapital in Form von Werkzeugen, Anlagever-
mögen oder Sicherheitsbeständen gebunden sein kann. Frauenthal ist daher dem Risiko von Verzögerungen im Ent-
wicklungs- und Markteinführungsprozess der Kunden und nicht erreichten Vertriebszielen ausgesetzt. Diese Risiken
werden durch genaues Monitoring der Kunden und durch entsprechende Zahlungsziele mit Werkzeug- und Maschi-
nenlieferanten sowie Finanzierungslösungen im Anlagebereich abgemildert.
Die bedeutendsten Risiken in den Kundenbeziehungen ergeben sich aus dem Markteintritt neuer Wettbewerber, die es
den Kunden erlauben, Preisdruck auszuüben. Obwohl die Kunden kurzfristig nur in Ausnahmefällen Volumen an Wett-
bewerber verlagern können, kann sich die Division Frauenthal Automotive dem kontinuierlichen Preisdruck der Kunden
kaum entziehen, da die Ertragskraft der Fahrzeughersteller maßgeblich von den Einkaufspreisen und somit auch dem
Preisdruck, den sie auf die Lieferanten ausüben können, bestimmt ist. Um zu verhindern, dass OEM-Kunden aktiv Al-
ternativlieferanten zur Division Frauenthal Automotive entwickeln, sind kontinuierliche Preissenkungen und damit ein-
hergehend kontinuierliche Produktivitätsverbesserungen ein Kernelement des Geschäftsmodells. Der Fokus der Investi-
tionen liegt daher auf produktivitätssteigernden Maßnahmen, die meist mit der Automatisierung von Produktionspro-
zessen erreicht werden.
Der Sanitär-, Heizungs- und Elektrogroßhandel ist geprägt von einer Vielzahl an Kunden aus der Installationsbranche,
aber auch von größeren Abnehmern wie Baumärkten, Bauträgern, öffentlichen Einrichtungen und Kommunen. Private
Endabnehmer werden nicht direkt beliefert. Maßgeblich für den Geschäftserfolg sind kompetitive Einkaufspreise und
Einkaufsbedingungen für das Handelssortiment, die logistische Leistungsfähigkeit bei Warenverfügbarkeit und Zustel-
lung sowie die Vorfinanzierungsfunktion durch den Großhändler.
Der Wettbewerb zwischen den Großhändlern kann bei einem aggressiven Kampf um Marktanteile zu einem Preisverfall
führen; allerdings ist aufgrund anderer, stabilisierender Elemente der Kundenbeziehung (Warenverfügbarkeit, logisti-
sche Verlässlichkeit, Finanzierung, technische Betreuung, Schnittstellenanbindung, Eigenmarken etc.) der Preis nicht
allein ausschlaggebend, sodass den Risiken des Preiswettbewerbs mit diesen Leistungskomponenten entgegengewirkt
werden kann. Aufgrund ihrer führenden Marktposition, des flächendeckend ausgebauten Standortnetzes und der lo-
gistischen Leistungsfähigkeit ist die Division Frauenthal Handel im Wettbewerb sehr gut positioniert und für viele Kun-
den bevorzugter Lieferant.
Die Kunden sind überwiegend Gewerbetreibende mit den für die Installationsbranche und für kleine Unternehmens-
größen charakteristischen Zahlungsrisiken. Eine Analyse von Europas Gläubigerschutzorganisation Creditreform
8
hat
gezeigt, dass die Zahl der Firmeninsolvenzen im Jahr 2023 gegenüber dem Vorjahr um rund 11,7 % gestiegen ist.
Besonders zu beachten ist der weitere Anstieg um rund 6,4 % und damit das anhaltend hohe Niveau bei den abgewie-
senen Insolvenzverfahren des gesamten Wirtschaftsjahres 2023. Es ist davon auszugehen, dass ein weiterer Anstieg im
Jahr 2024 bevorsteht.
Um diesen Risiken entgegenzuwirken, wird aktives Kundenrisikomanagement betrieben. Kundenratings und Kreditli-
mits werden laufend beobachtet und angepasst, um Insolvenzrisiken frühzeitig zu erkennen. Unregelmäßigkeiten im
Zahlungsverhalten der Kunden werden konsequent verfolgt. Belieferungslimits, die laufend an das Zahlungsverhalten
angepasst werden, reduzieren das Forderungsausfallsrisiko. Zusätzlich wird das Ausfallsrisiko von Zahlungen über Wa-
renkreditversicherungen deutlich gemindert.
(3) PERSONALBESCHAFFUNGSRISIKEN
Der Personalmarkt in Tschechien und der Slowakei ist aufgrund des starken Wachstums der Automobilindustrie in den
CEE-Ländern (sowohl an den OEM-Standorten als auch in der Zulieferindustrie) aus Sicht der Arbeitgeber ungünstig. Es
ist ein zunehmender Mangel an qualifizierten Arbeitskräften absehbar. Die Folgen dieser Entwicklung sind zum einen
Lohnkostensteigerungen, die deutlich über den Produktivitätssteigerungen liegen, und zunehmende Risiken von Pro-
duktionsausfällen. Vor diesem Hintergrund werden Gegenmaßnahmen ergriffen, um die Attraktivität der Division Frau-
enthal Automotive als Arbeitgeber zu erhöhen und den Bedarf an Arbeitskräften durch Investitionen in die Automati-
sierung zu reduzieren. Diese Maßnahmen haben im Berichtsjahr bereits Wirkung gezeigt.
8
Creditreform siehe https://www.creditreform.at/wien/aktuelles-wissen/show/insolvenstatistik-1-bis-3-quartal-2023
Die Problematik des allgemeinen Fachkräftemangels ist auch im Jahr 2023 das dominierende Arbeitsmarkt-Thema, das
weiterhin vor der Division Frauenthal Handel nicht Halt macht. Der Markt ist zu einem sogenannten Bewerbermarkt
geworden und wird von der starken Nachfrage an Arbeitskräften und vor allem an Fachkräften geprägt.
Bei einem wachstumsbedingt leicht steigenden Personalstand im Ausmaß von 4,9 % - und damit eingehergehend ei-
nem Plus an neu zu besetzenden Positionen - ist die Anzahl der Bewerbungen pro offene Stelle im allgemeinen Durch-
schnitt weiterhin rückläufig. Allerdings setzt sich im Jahr 2023 in einzelnen Berufsfeldern regional erstmals nach meh-
reren Jahren eine leichte Trendumkehr fort, die bereits 2022 spürbar war. So ist beispielsweise ein deutliches Plus an
verfügbaren LKW-Chauffeuren am Arbeitsmarkt zu registrieren, während es an qualifizierten Fachkräften etwa im Be-
reich der erneuerbaren Energie immer noch massiv mangelt.
Die Fluktuationsrate, also der Anteil der dienstnehmerinitiierten Austritte an der Gesamtbelegschaft, sinkt leicht von
8,89 % im Jahr 2022 auf 8,63 % im Jahr 2023. Beide Werte liegen im Quervergleich mit anderen Unternehmen auf
einem niedrigen Niveau.
Die Unternehmensgruppe begegnet dieser Entwicklung mit einer breiten Offensive an Maßnahmen in den Bereichen
„Attraktivität der Arbeitgeber-Marke/n“, „Neue Wege in der Bewerberansprache“, „Aus- und Weiterbildung, Qualifi-
kation, Um- und Aufschulung“ sowie allem voran mit dem sogenannten „Retention Management“, also der Bindung
der bestehenden Mitarbeitenden an das Unternehmen.
Die Division Frauenthal Handel lebt im Jahr 2023 weiterhin eine sogenannte Mehrmarkenstrategie in Hinblick auf Wie-
dererkennung und Attraktivität als Arbeitgeber, mit einem Auftritt als Dachmarke Frauenthal Handel Gruppe. Weiters
gelingt es der Division Frauenthal Handel, beispielsweise die Auszeichnungen „Top Company“ und „beliebter Lehrbe-
trieb“ zu behalten.
Ebenfalls in das aktuelle Berichtsjahr fällt die erfolgreiche Implementierung des Mitarbeiterempfehlungsmanagements
„sag’s weiter“ (Softwareanbieter radancy). Der Start dieses Tools ermöglicht den Mitarbeitenden einen uneingeschränk-
ten Zugang zu allen vakanten Positionen der Division Frauenthal Handel und macht sie zu sogenannten Talent Scouts.
Die einfache Handhabung des Programms ermöglicht mit nur wenigen Klicks das Teilen von Jobs in den eigenen beruf-
lichen und privaten Netzwerken und garantiert im Gegenzug attraktive Vergütungen für die tatsächliche Vermittlung
von Bewerbenden. Das gruppeneigene Karriereportal „frauenthal-jobs.at“ mit dem implementierten Bewerbermanage-
ment-Tool „Onlyfy“ (www.onlyfy.com) wird in der Division Frauenthal Handel weiterhin eingesetzt.
Wie schon in den Vorjahren hat das Management der Division Frauenthal Handel im Jahr 2023 eine ganze Woche
investiert und in dieser Zeit sämtliche Standorte der Division Frauenthal Handel besucht. Diese Roadshows haben sich
als erfolgreiches Instrument der Mitarbeiterbindung etabliert. Das Format soll in den kommenden Jahren fortgesetzt
werden, um den 1.700 Mitarbeitenden wichtige Unternehmensinformationen vor Ort näherzubringen und den persön-
lichen Kontakt zu pflegen.
Der sehr gute Wert von 73 % Weiterempfehlungsquote auf der führenden Bewertungsplattform kununu, welcher sich
mehrheitlich aus den Feedbacks von aktuellen und ehemaligen Mitarbeitenden speist, liegt weit über allen relevanten
Benchmarks und attestiert, dass die Bestrebungen zur Attraktivierung der Arbeitgebermarke Frauenthal Handel Gruppe
Früchte tragen.
(4) UMWELTRISIKEN
Die Unternehmen der Division Frauenthal Automotive erfüllen alle umweltrelevanten Anforderungen, gesetzlichen Vor-
schriften, Verordnungen und Bescheide. Die Mitarbeitenden werden in allen Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheits-
fragen umfassend informiert und geschult.
Die Standorte der Division Frauenthal Automotive sind industrielle, metallverarbeitende Betriebe, die zum Teil auch
thermische Verfahren (Härten, Warmumformen, Schweißen) in der Produktion einsetzen. Daraus ergeben sich generell
Risiken aus den Abfällen und Abwässern dieser Betriebe.
Einige Standorte befinden sich auf Liegenschaften, die schon seit vielen Jahrzehnten als Industriestandorte genutzt
werden. Die daraus resultierende Kontamination von Böden verursacht in der Regel kein Umweltrisiko, solange keine
Emissionen auftreten oder die umweltrelevanten Auflagen verändert werden. Für einige Standorte liegen Berichte aus
einer Umwelt-Due-Diligence vor. Dem Management sind potenzielle Umweltrisiken bekannt und es werden daher die
geeigneten Maßnahmen zur Minimierung von Umweltrisiken getroffen.
Die Division Frauenthal Handel ist im Handel von Sanitär-, Heizungs- und Installationsprodukten und seit 2020 auch im
Handel von Elektromaterial tätig. Die Gruppe verfügt über eine österreichweite Vertriebs- und Logistikinfrastruktur so-
wie einen eigenen Fuhrpark. Das Lagersortiment beinhaltet rund 50.000 überwiegend technische Artikel. Im Sortiment
sind keine gefährlichen Güter mit potenzieller Belastung für die Umwelt enthalten. Es gibt sowohl im Sanitär- als auch
im Heizungssegment ein breites Handelssortiment an Artikeln, die besonders umwelt-, energie- oder ressourcenscho-
nend sind. Es sind diesbezüglich keine Umweltrisken bekannt. An einigen Logistik-Standorten der Division Frauenthal
Handel bestehen Umweltrisiken in Form von Lärmemissionen, die zu einer Einschränkung der Betriebszeiten führen.
Für alle bekannten Risiken sind „Risk Owner“ definiert, die für das Management der Risiken zuständig sind. Über die
Entwicklung der Risiken wird sowohl in den regelmäßigen Risikoberichten als auch in monatlichen Management Repor-
tings berichtet. Falls es Vorkommnisse gibt, die eine Änderung im Risikomanagement erfordern könnten, wird dies von
den „Risk Owners“ an die jeweilige Geschäftsführung und im Falle von bedeutenden Ereignissen an den Vorstand
berichtet.
(5) BETRIEBLICHE RISIKEN
Bremsdruckbehälter und Karosserieteile werden durch Erwärmung von Stahl, Umformprozesse (Pressen, Stanzen), teil-
weise Schweißen und anschließender Oberflächenbehandlung erzeugt. Schweiß-, Stanz- und Umformteile werden
meist in hochautomatisierten Produktionsprozessen hergestellt. Bei all diesen Prozessen gibt es Produktionsausfallsrisi-
ken und Sicherheitsrisiken. Im Berichtsjahr waren diesbezüglich keine signifikanten Vorfälle zu verzeichnen. Der Opti-
mierung der Sicherheit in der Produktion wird über die gesetzlich erforderlichen Standards hinaus ein hoher Stellenwert
eingeräumt.
Durch Arbeits- und Verfahrensanweisungen, Schulungsmaßnahmen, laufende Instandhaltung und Überprüfung sowie
durch den Abschluss von Versicherungsverträgen werden Risiken möglichst minimiert.
Im Straßeneinsatz von Fahrzeugkomponenten können Qualitätsmängel in seltenen Fällen zu Materialbrüchen, undich-
ten Bremssystemen oder frühzeitiger Korrosion führen. Ein umfassendes Qualitätssystem, das laufend intern und extern
auditiert wird, verringert die Wahrscheinlichkeit eines Schadenseintritts. Gleichzeitig sind für mögliche Schäden aus
Produkthaftung und Rückrufmaßnahmen Versicherungen abgeschlossen worden. Die Versicherungssummen werden
als ausreichend eingeschätzt.
Nicht versichert sind Gewährleistungskosten (Austausch fehlerhafter Produkte); diese können im Extremfall zu sehr
hohen Ergebnisbelastungen führen. Im Berichtsjahr gibt es diesbezüglich keine nennenswerten Vorfälle.
Nachdem das Pandemiegeschehen 2020 bis 2021 und die Sonderkonjunktur 2022 für das Management und die Be-
legschaft weitgehend herausforderndes Terrain darstellte, lauteten die Herausforderungen 2023 in der Division Frau-
enthal Handel schwerpunktmäßig „Absicherung des operativen Betriebs“ und „Flexible Reaktion auf rasch wechselnde
Rahmenbedingungen“.
Für die Ertragskraft der Division Frauenthal Handel sind kompetitive Einkaufsbedingungen und Einkaufspreise der Lie-
feranten von großer Bedeutung. Einzelne dieser Lieferanten haben einen großen Marktanteil in Österreich und können
daher nicht substituiert werden. Gleichzeitig ist die Division Frauenthal Handel aufgrund des größten und österreich-
weiten Vertriebs- und Logistiknetzwerks der wesentliche Partner in der Branche.
Die Verhandlung der Einkaufspreise ist Kernaufgabe des Category Managements sowie des Top-Managements. Auf-
grund der Marktstruktur ist die Division Frauenthal Handel bestens aufgestellt. Die Mitgliedschaft in der europaweiten
Einkaufsgemeinschaft VGH sichert die Position gegenüber den Herstellern von Sanitär- und Heizungsprodukten zusätz-
lich ab.
Im Bereich Category Management wird laufend die Koordination zwischen den Funktionen von Einkauf, Verkauf, Dis-
position, Liquiditäts- und Produktmanagement verbessert. Ein stetig weiterentwickeltes Prognosesystem zur Optimie-
rung der Bestellmengen und damit des Lagerbestandes ermöglicht eine zielgerichtete Erhöhung der Warenverfügbar-
keit.
Die Sicherheit der IT-Systeme, insbesondere der Schutz vor unbefugtem Zugriff und Manipulationen, wird regelmäßig
intern überprüft. Aufgrund der zunehmenden internen und externen Vernetzung sind die Risiken in diesem Bereich
steigend. Entsprechend werden auch Maßnahmen zur Erhöhung des Schutzes vor unberechtigten Systemzugriffen ver-
stärkt. Darüber wird auch regelmäßig dem Prüfungsausschuss berichtet.
(6) VERSORGUNGSRISIKO
Die Verfügbarkeit von Stahl wird bei allen Produkten durch längerfristige Lieferverträge sichergestellt. Die Vormateria-
lien der Produktion bestehen überwiegend aus Commodities, für die es weltweit zahlreiche Lieferanten gibt. Es beste-
hen im Falle möglicher Rohstoffverknappung und starker Preissteigerungen bei Stahl und Vormaterialien Versorgungs-
risiken. Preisveränderungen bei Stahl werden durch entsprechende Vereinbarungen mit den Kunden auf die Verkaufs-
preise abgewälzt, wobei es unterschiedliche Preisanpassungsintervalle gibt, sodass bei rasch steigenden oder sinkenden
Stahlpreisen vorübergehend Nach- bzw. Vorteile gegenüber den kalkulierten Margen entstehen. Diese Effekte neutra-
lisieren sich erfahrungsgemäß in einem mehrjährigen Betrachtungszeitraum.
Das Einkaufsmanagement von Vormaterialien nimmt jede Business Unit selbst wahr.
Energiekosten haben einen erheblichen Einfluss auf die Produktionskosten und damit auf die Ertragslage der Division
Frauenthal Automotive, da Energiepreisschwankungen nicht automatisch an die Kunden weitergegeben werden kön-
nen. Teilweise bestehen Sicherungsgeschäfte für den Strombezug. Im energieintensivsten Bereich führen Erhöhungen
der Stromtarife und Netzentgelte zu erheblichen Kostensteigerungen, die nicht automatisch an die Kunden weiterge-
geben werden können. Durch Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und Preisverhandlungen mit den
Kunden kann begrenzt gegengesteuert werden.
Versorgungsengpässe bei Vormaterialien oder Energie sind möglich. Für alle relevanten Vormaterialien gibt es mehrere
Lieferanten, allerdings kann es beispielsweise im Falle von technischen Betriebsstörungen bei einzelnen Großlieferanten
zu kurzfristigen Engpässen kommen. Es bestehen aber keine strategischen Abhängigkeiten.
Der technische Großhandel befindet sich in einem ständigen Wandel und muss sich den Herausforderungen der Digi-
talisierung und den steigenden Ansprüchen bei nachhaltigen Produkten stellen. Den Trends folgend werden in der
Division Frauenthal Handel laufend Prozessinnovationen in der Kundenabwicklung umgesetzt. Die auf Kundenbedürf-
nisse und -anforderungen maßgeschneiderte Business-Plattform für die vier Marken mySHT mobil, ÖAG mobil, konti
mobil und EMAT mobil ist eine dieser Lösungen. Einfache Abwicklungen wie digitaler Lieferschein, smarte Produktsu-
che, Bestellmöglichkeiten über die App am Smartphone, Track & Trace in Echtzeit auf einer Karte, Lieferaviso mit Push-
Nachricht, nachhaltige Verpackungen und vor allem Warenverfügbarkeit schaffen einen Mehrwert beim Kunden und
sind ein wichtiger Teil der Kundenbindung.
Durchgängige digitale Prozesse sind die Grundvoraussetzung für den hohen Anteil an fehlerfreien Lieferungen von über
99,7 % (OTIF) im Jahr 2023. Durch die laufende Verbesserung der Attraktivität der Kundenwebshops (JÖAG, mySHT,
Kontino, ELEKTROMATERIAL.AT) kann der Umsatzanteil, der über den Shop abgewickelt wird, permanent ausgebaut
werden. Die personalintensiven regionalen Call Center werden dadurch entlastet und es bleibt mehr Zeit für aktive
Beratung und Verkauf.
(7) FINANZWIRTSCHAFTLICHE RISIKEN
Die Frauenthal-Gruppe ist mit einer ausgewiesenen Eigenkapitalquote von 38,1 % im Jahr 2023 eigenkapitalmäßig gut
aufgestellt. Sowohl in der Division Frauenthal Handel als auch in der Division Frauenthal Automotive ergeben sich jedoch
aufgrund der volatilen Geschäftsentwicklungen unterjährig wesentlich höhere Ausnutzungen der Kreditlinien als zum
Bilanzstichtag. Die beiden Divisionen sind hinsichtlich der finanzwirtschaftlichen Risiken unterschiedlich zu betrachten.
In der Division Frauenthal Handel kommt es zu Jahresende traditionell zu sehr hohen Kundeneingängen, die die Netto-
finanzverbindlichkeiten zum Stichtag enorm verringern. Durch die hohen Kundeneingänge kommt es zum 31. Dezem-
ber 2023 zu einer Bilanzverkürzung und zu einer Verbesserung der Eigenkapitalquote. In der Division Frauenthal Auto-
motive sind alle Produktionsstandorte mit lokalen Banken finanziert und es stehen nicht ausgenutzte Banklinien zur
Verfügung, um Liquiditätsschwankungen ausgleichen zu können. In enger Abstimmung mit der Frauenthal Holding
erfolgt ein striktes Working Capital Management und eine laufende Kommunikation mit den Banken. Beide Divisionen
sind aufgrund der makroökonomischen Gegebenheiten wie Inflation und der steigenden Zinsniveaus mit höheren Fi-
nanzierungskosten konfrontiert.
Die Finanzierung der Frauenthal-Gruppe erfolgt einerseits durch Konsortialfinanzierungen mehrerer führender österrei-
chischer Banken auf Ebene der Division Frauenthal Handel und andererseits durch Finanzierungen von lokalen Banken
auf Business-Unit-Ebene der Division Frauenthal Automotive.
Im Juni 2020 wurde die gesamte Division Frauenthal Handel langfristig auf weitere fünf Jahre refinanziert. Die Finan-
zierung enthält eine endfällige (MEUR 13) und eine tilgende Tranche (MEUR 20) sowie eine Betriebsmittellinie über
MEUR 35. Des Weiteren wurde eine COVID-19-Sicherheitslinie in Höhe von MEUR 10 (Reduktion im Juni 2021, davor
MEUR 30) bis 30. Juni 2022 abgeschlossen, die bereits im Vorjahr bis 30. Juni 2023 und im Jahr 2023 bis zum 30. Juni
2025 verlängert wurde.
Eine führende schwedische Bank finanziert die schwedischen Gesellschaften der Business Unit Frauenthal Gnotec, ge-
nauso wie zwei deutsche Banken für die Finanzierung des Produktionsstandorts in Elterlein sorgen. In der Slowakei
erfolgt die Finanzierung ebenso mit einer lokalen Bank. Am Standort Hustopeče wurde im Geschäftsjahr 2022 die letzte
Finanzierung zur Fertigstellung des Debt Pushdowns durchgeführt, bis dahin war der Standort über die Muttergesell-
schaft finanziert. Der chinesische Produktionsstandort in China (Kunshan, nahe Shanghai) der Business Unit Frauenthal
Gnotec verlängert alle seine Betriebsmittellinien bei lokalen chinesischen Banken um ein weiteres Jahr. Von Frauenthal
Gnotec China werden hauptsächlich chinesische Produktionswerke eines europäischen PKW-Herstellers sowie ein gro-
ßer chinesischer Automobilhersteller beliefert. Aufgrund des Produktportfolios (Umformteile und Schweißbaugruppen)
sind hohe Vorfinanzierungen vor allem für Presswerkzeuge und Maschinen erforderlich. Die Finanzierung des Standorts
wird durch lokale Finanzierungen (Anlageleasing), durch lokale Betriebsmittellinien mit chinesischen Banken und durch
Darlehen der schwedischen Muttergesellschaft Frauenthal Gnotec AB gedeckt.
Alle Kredite der operativen Gesellschaften in den Divisionen Frauenthal Handel und Frauenthal Automotive sind ohne
Haftung seitens der Frauenthal Holding AG gewährt. Die Kredite sind langfristig mit unterschiedlichen Laufzeiten und
die Verzinsung ist variabel auf EURIBOR- bzw. STIBOR-Basis. Darüber hinaus stehen für einen höheren Working-Capital-
Bedarf ausreichend Betriebsmittellinien zur Verfügung. Der Liquiditätsbedarf, die Überwachung der Einhaltung der
Covenants und die Verhandlung von Anpassungen der Vereinbarungen mit den Banken an die aktuellen Bedürfnisse
werden im Rahmen der Treasury-Funktion von der Holding gesteuert und detailliert überwacht.
Zusätzlich bestehen auf Ebene der Frauenthal Holding ausreichend freie Finanzierungslinien mit mehreren österreichi-
schen Banken.
Der Konzern verfügt über Guthaben bei Kreditinstituten iHv MEUR 48,8 sowie über ausreichend nicht ausgenutzte
Banklinien. Das Factoring-Volumen beträgt MEUR 79,1. Zusätzlich bestehen mit den beteiligten Banken langjährige
gute Geschäftsbeziehungen.
Zentraler Bestandteil der Liquiditätsplanung der Unternehmen der Frauenthal-Gruppe ist die Aufrechterhaltung der Fä-
higkeit, den externen und internen Zahlungsverpflichtungen stets nachzukommen.
Zinsänderungsrisiken für den Konzern sind in der Bilanz- und Finanzierungssituation Ende 2023 von Relevanz, da die
Zinsbasis überwiegend auf 3-Monats-EURIBOR-Basis bzw. in Schweden auf 1-Monats-STIBOR-Basis vereinbart wurde.
Die Zinsentwicklung und das damit verbundene Risiko werden laufend überwacht.
Der Einfluss volatiler Währungen (CZK) ist gering, da im Wesentlichen in Euro fakturiert wird und auch der Einkauf der
Vormaterialien überwiegend in Euro erfolgt. Diese Währungsrisiken sind daher im Wesentlichen im Jahr 2023 ungesi-
chert und unterliegen einer ständigen Beobachtung.
Der Einfluss der ebenso volatilen Schwedenkrone ist im Wesentlichen auf nicht liquiditätswirksame Bewertungseffekte
(Translationsrisiko) beschränkt.
Aus der Finanzierungs- und Standortstruktur der Frauenthal-Gruppe ergeben sich finanzielle Risiken (dazu zählen
Währungs-, Liquiditäts- und Zinsrisiken), die maßgeblichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben
können.
Die Frauenthal-Gruppe unterhält langjährige Geschäftsbeziehungen mit Banken in den Ländern Österreich, Deutsch-
land, Slowakei, Schweden, Tschechien und China und beobachtet laufend die makroökonomischen Umstände.
(8) COMPLIANCE-RISIKEN
Als börsennotiertes Unternehmen hat die Frauenthal Holding AG ein umfangreiches Regelwerk im Bereich der Corpo-
rate Governance und des Börse- und Wertpapierrechts zu befolgen. Der Österreichische Corporate Governance Kodex
wird laufend um neue Regelungen erweitert. Durch Schulungen und Berücksichtigung von Compliance bei der Zielvor-
gabe und Evaluierung von Führungskräften sollen Compliance-Risiken reduziert werden. Die Gesellschaft verfolgt die
permanente Einhaltung aller gesetzlichen Bestimmungen mit hoher Priorität, um Verletzungen zu vermeiden, die gege-
benenfalls erheblichen Schaden für die Reputation des Unternehmens sowie gesetzliche Sanktionen nach sich ziehen
könnten. Darüber hinaus wird die Einhaltung hoher ethischer Standards in den Geschäftsbeziehungen als wichtiges
Element einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Unternehmenspolitik betrachtet. Als Lieferant für alle großen europä-
ischen Nutzfahrzeughersteller wird das Compliance-Verhalten auch von den Kunden evaluiert. Im Prüfungsausschuss
des Aufsichtsrats werden regelmäßig mögliche Compliance-Risiken analysiert und Maßnahmen zur Stärkung der Com-
pliance im Konzern besprochen. Im Berichtsjahr wurden die Verfahren zur Sicherung der Vertraulichkeit von Compli-
ance-relevanten Informationen weiterentwickelt. Eine neue Compliance-Richtlinie trat per 1. Jänner 2021 in Kraft.
(9) RECHNUNGSLEGUNG
Es gibt klare und strenge Richtlinien betreffend die Dokumentation der betrieblichen Vorgänge im gesamten Konzern.
Der Rechnungslegungsprozess in den Konzerngesellschaften obliegt der Verantwortung der lokalen Finanzleitung. Von
dieser werden die laufenden Monatsergebnisse unter Verwendung der Konsolidierungssoftware Cognos an die zentrale
Finanzabteilung des Konzerns übermittelt. Die konsolidierten Ergebnisse werden nach detaillierter Analyse und Rück-
sprache mit den Finanzverantwortlichen der Konzerngesellschaften im Monatsbericht an den Vorstand, den Aufsichtsrat
und das gesamte Management-Team berichtet.
Ausführliche Erläuterungen des Managements der operativen Einheiten erklären den Geschäftsverlauf. Ein konzernwei-
tes Accounting Manual und regelmäßige Schulungen der Finanzverantwortlichen dienen der Vereinheitlichung aller
relevanten Buchungsmethoden und der Einhaltung der jeweils aktuellen internationalen Rechnungslegungsvorschriften.
Neue oder geänderte IFRS-Standards werden zentral in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Verantwortlichen für
den gesamten Konzern eingeführt. In Vorbereitung auf die Nachhaltigkeitskennzahlen werden Workshops mit den
lokalen Verantwortlichen abgehalten.
Es gibt eine durchgängige Unterschriftsregelung, die die Freigabe von Rechnungen zur Zahlung klar regelt. Die buch-
mäßige Erfassung der Geschäftsfälle erfolgt grundsätzlich elektronisch. Entsprechend den individuellen Notwendigkei-
ten sind Zugriffsrechte einzelner Benutzer zentral durch die jeweilige IT-Abteilung verwaltet. Das Ausmaß der Berechti-
gungen unterliegt einer ständigen Anpassung. Die digitale Datensicherung erfolgt ebenfalls durch die lokalen IT-
Abteilungen. Nach einem detaillierten Sicherungsplan werden verschiedene Backups täglich, wöchentlich oder monat-
lich durchgeführt. Andere Dokumente werden in geeigneten Archiven entsprechend den gesetzlichen Fristen aufbe-
wahrt.
In den operativen Einheiten erfolgt die Buchung von Geschäftsfällen laufend. Zahlungen werden wöchentlich durchge-
führt.
In den Gesellschaften sind durchgehend organisatorische Regelungen festgelegt, die gewährleisten, dass sämtliche bu-
chungspflichtigen Geschäftsvorfälle in den Jahresabschluss einfließen. In Konzerngesellschaften mit voll integrierten
ERP-Systemen werden bereits bei der Bestellung von Waren automatisch interne Belege erstellt, die folglich einen rou-
tinemäßigen Freigabeprozess durchlaufen. Am Ende des Monats überprüfen alle Finanzabteilungen die Vollständigkeit
der Rechnungen. Um ein periodengenaues Bild der Finanzlage zu erstellen, werden fehlende Rechnungen bei Bedarf
abgegrenzt. Vor dem Bilanzstichtag werden von den wichtigsten Lieferanten Bestätigungen zu den ausstehenden Be-
trägen eingeholt.
Um sicherzustellen, dass alle erforderlichen Rückstellungen gebildet werden, wird der aktuelle Geschäftsverlauf in den
monatlichen Managementmeetings mit dem Vorstand ausführlich besprochen und Maßnahmen abgeleitet. Das mo-
natliche Berichtswesen bildet die Basis für diese Besprechungen. Weiters hilft das eingeführte Vier-Augen-Prinzip in der
Geschäftsführung alle künftig drohenden Verbindlichkeiten zu erfassen.
Durch die intensive Kommunikation zwischen der zentralen Finanzabteilung und den Finanzverantwortlichen in den
lokalen Gesellschaften werden Planabweichungen detailliert verfolgt.
Das monatliche Reporting beinhaltet detaillierte Abweichungsanalysen zu Ergebnissen, Bilanzpositionen und Cashflow-
Statements der einzelnen Business Units bzw. Segmente. Des Weiteren dient ein umfangreiches Kennzahlensystem der
Erstellung interner Vergleiche über längere Zeiträume. Gegebenenfalls werden Auffälligkeiten einer detaillierten Analyse
unterzogen.
Den Themen Kundenbeziehung, Produktivität, Liquiditätsmanagement und Personalstruktur wird dabei besondere Auf-
merksamkeit geschenkt, wodurch mögliche Probleme vorzeitig erkannt werden können. Der Vorstand initiiert in Ab-
stimmung mit dem Prüfungsausschuss regelmäßig Projekte der internen Revision.
Die Cash-Bestände aller Konzerngesellschaften werden ständig beobachtet. Die Liquiditätsentwicklung wird dem Vor-
stand wöchentlich, dem Aufsichtsrat und damit auch dem Prüfungsausschuss monatlich berichtet. Sichergestellt wird
die Korrektheit der Liquiditätsrechnung durch den monatlichen Abgleich von Cashflow-Statements und Bankständen.
Den operativen Einheiten werden konkrete monatliche Liquiditätsziele vorgegeben; Abweichungen führen zu vordefi-
nierten Berichts- und Genehmigungsprozessen.
Die Risikoverantwortlichen der identifizierten Risiken sind klar definiert und berichten in oberster Instanz an den Vor-
stand. Im mindestens zweimal jährlich erstellten Risikobericht werden die Risiken aktualisiert, bewertet und dem Prü-
fungsausschuss vorgelegt.
E. BERICHT ÜBER DIE FINANZLAGE
Oberstes Ziel ist die Sicherstellung der Finanzierung der Geschäftsaktivität in beiden Divisionen. Planungen sind für beide
Divisionen unterschiedlich, da für die Division Frauenthal Handel im Wesentlichen nur die Situation in Österreich relevant
ist, während für die Division Frauenthal Automotive vor allem der gesamte europäische Automobilmarkt, aber auch
China und marginal die USA relevant sind.
Wichtig ist die Risikoabschottung, also keine finanzielle Verflechtung zwischen den beiden Divisionen. Alle Gesellschaf-
ten bis auf den Standort in den USA sind mit lokalen Banken finanziert.
Die durchschnittliche Verzinsung für kurz- und langfristige ausgenützte Kredite sowie für Betriebsmittelfinanzierungen
beträgt in der Division Frauenthal Handel 4,34 % p.a. (mit Laufzeiten bis längstens 2025 sowie einer langfristigen
Immobilien-Finanzierung bis 2038), in der Division Frauenthal Automotive 5,08% p.a. (mit Laufzeiten bis längstens
2028) und für Finanzierungen auf Ebene der Frauenthal Holding AG 5,96 % p.a. (mit Laufzeiten bis längstens 2025).
F. INNOVATIONSBERICHT
In den Produktbereichen findet Innovation durch Verbesserung von Materialeigenschaften, Optimierung von Produkti-
onsprozessen, Entwicklung neuer Produktdesigns und die Suche nach neuen Einsatzmöglichkeiten für existierende Pro-
dukte statt. Innovation von Produktionsprozessen kann die Neugestaltung eines Fabriklayouts zur Optimierung des
Produktionsflusses, die Investition in qualitäts- und produktivitätssteigernde Anlagen, die Feinabstimmung des Produk-
tionsverfahrens oder eine Standardisierung und Stabilisierung einzelner Fertigungsschritte bedeuten. Innovation im Pro-
duktdesign bedeutet beispielsweise die Vormontage mehrerer Komponenten, um so den Einbauaufwand beim Kunden
zu reduzieren oder das Design so zu optimieren, dass Materialeinsatz und Kosten reduziert werden können. Vor allem
in der Business Unit Frauenthal Gnotec ist die enge Zusammenarbeit mit dem Kunden in der Optimierung des Produkt-
designs von Bedeutung. Zu diesem Zweck sind bei mehreren Kunden Ingenieure von Frauenthal Gnotec (sogenannte
„Residential Engineers“) vor Ort tätig.
Auch für interne Prozesse werden Innovationen angestrebt, sofern dadurch Kosten- und Qualitätsfortschritte erzielbar
sind. Im Bereich von Frauenthal Airtank wird an Produktdesigns mit geringerem Materialeinsatz (Kosten- und Ge-
wichtsersparnis) gearbeitet. Bei diesen Sicherheitsteilen sind jedoch die Zustimmung der Kunden und die Genehmigung
des TÜV für alle Produktinnovationen erforderlich.
Die Produktinnovation bei Frauenthal Gnotec ist integraler Bestandteil des Geschäftsmodells: Kreative Engineering-Lö-
sungen sind ein signifikanter Wettbewerbsfaktor. Das Know-how der Frauenthal Gnotec-Gruppe besteht in der Beherr-
schung und Optimierung der vielfältigen Prozesse der Blechumformung für die Herstellung einfacher bis hochkomplexer
Stahlteile vorwiegend für die Automobilindustrie. Die Automatisierung der Schweißprozesse ist ein Innovationsschwer-
punkt, der Produktivitätssteigerung bei gleichzeitiger Qualitätsverbesserung zum Ziel hat. An einem innovativen Prozess
als Alternative zum herkömmlichen Schweißverfahren wird gearbeitet.
Der technische Großhandel befindet sich in einem ständigen Wandel und muss sich den Herausforderungen der Digi-
talisierung und den steigenden Ansprüchen bei nachhaltigen Produkten stellen. Den Trends folgend werden in der
Division Frauenthal Handel laufend Prozessinnovationen in der Kundenabwicklung umgesetzt.
Die auf Kundenbedürfnisse und -anforderungen maßgeschneiderte Business-Plattform für die vier Marken mySHT mo-
bil, ÖAG mobil, konti mobil und EMAT mobil ist eine dieser Lösungen. Einfache Abwicklungen wie digitaler Lieferschein,
smarte Produktsuche, Bestellmöglichkeiten über die App am Smartphone, Track & Trace in Echtzeit auf einer Karte,
Lieferaviso mit Push-Nachricht, nachhaltige Verpackungen und vor allem Warenverfügbarkeit schaffen einen Mehrwert
beim Kunden und sind ein wichtiger Teil der Kundenbindung.
Durchgängige digitale Prozesse sind die Grundvoraussetzung für den hohen Anteil an fehlerfreien Lieferungen von über
99,7 % (OTIF) im Jahr 2023. Durch die laufende Verbesserung der Attraktivität der Kundenwebshops (JÖAG, mySHT,
Kontino, ELEKTROMATERIAL.AT) kann der Umsatzanteil, der über den Shop abgewickelt wird, permanent ausgebaut
werden. Die personalintensiven regionalen Call Center werden dadurch entlastet und es bleibt mehr Zeit für aktive
Beratung und Verkauf.
G. AUSBLICK
Der Fokus des Managements liegt auf der Stärkung der Kundenbeziehungen und der Verbesserung der Kostenstruktur
in den beiden Divisionen Frauenthal Automotive und Frauenthal Handel.
Die Division Frauenthal Automotive ist durch die Optimierung der Standorte in Schweden, den Start der Fertigung für
Frauenthal Airtank in den USA und den Ausbau des Standorts in der Slowakei für weiteres profitables Wachstum ge-
rüstet. Schließlich ist die Division Frauenthal Automotive in einer voraussichtlich von zahlreichen Insolvenzen geprägten
Zulieferindustrie als stabiler Partner der Kunden gut positioniert, um Marktanteile zu gewinnen.
Die zukünftige Marktentwicklung wird maßgeblich von der Bewältigung und den Folgen des Ukraine-Russland-Krieges
sowie der Auseinandersetzung im Nahen Osten und der damit verbundenen Warenverfügbarkeit geprägt sein. Zusätz-
lich kommt es darauf an, wie in Zukunft mit den Preisanstiegen bei Vor- und Rohmaterial sowie den steigenden Ener-
giekosten umgegangen wird. Die Prognosen für das Jahr 2024 beruhen auf der Annahme, dass die europäische Auto-
mobilindustrie die Produktion auf gleichbleibendem Niveau, ohne nennenswerte neuerliche Shutdowns und ohne Un-
terbrechungen von Lieferketten fortsetzt. Die Volatilität und Prognoseunsicherheit ist nach wie vor groß, sodass eine
belastbare Vorschau auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung kaum glich ist. Mit Engpässen an Materialien und
dadurch bedingten Produktionsausfällen in der Automobilindustrie ist daher auch zukünftig zu rechnen. Darüber hinaus
bedrohen Preiserhöhungen bei den Energiekosten und Vor- und Rohmaterial sowie damit einhergehende Versorgungs-
schwierigkeiten die Profitabilität. Hier wird in allen Geschäftsbereichen mit Hochdruck daran gearbeitet, die Effekte zu
minimieren und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Die Division Frauenthal Handel hängt als Zulieferer des Baunebengewerbes leicht zeitversetzt direkt von der Baukon-
junktur ab. Die oft unterschiedliche Entwicklung einerseits im Neubau und andererseits in der Renovierung sowohl im
Teilbereich Wohnbau als auch im Bereich „übriger Hochbau“ wirkt in Summe stabilisierend. Weitere Einflussfaktoren
stellen die Investitionsneigung der öffentlichen Hand sowie das private Konsumverhalten dar, wobei auch hier im Lang-
zeitvergleich jeglicher konjunktureller Auf- bzw. Abschwung die Branche nur zeitversetzt und stark abgeschwächt trifft.
Aufgrund der Rohstoffpreise, der teuren Zinslandschaft und der aktuellen Entwicklung der Inflation besteht ein hoher
Grad an Prognoseunsicherheit.
Die Entwicklung der Geschäftstätigkeit wird in den Folgejahren durch starken Preiskampf im Wettbewerb und mögliche
Lieferengpässe bestimmt werden. Ziel ist es, durch Investitionen, Prozessverbesserungen und Schulungen der Mitarbei-
tenden den Kundenservice weiter zu verbessern, den Fokus auf den Kundennutzen zu setzen sowie gezielte Lagerzu-
käufe zu tätigen.
Die Frauenthal-Gruppe sieht sich aktuell in beiden Divisionen Handel und Automotive mit einem zunehmend heraus-
fordernden Geschäftsumfeld und einer angespannten Marktsituation konfrontiert. Das Konzern-EBITDA und Konzern-
EBIT werden voraussichtlich sowohl im ersten Halbjahr 2024, als auch im Gesamtjahr 2024 deutlich unter den Ver-
gleichswerten 2023 liegen. Sollten sich die für das bisher laufende Geschäftsjahr 2024 zu beobachtende Trends fort-
setzen, ist auch eine substanzielle Verschlechterung im Vergleich zum Geschäftsjahr 2023 möglich. Die tatsächlichen
Auswirkungen hängen von der weiteren Konjunktur und dem Marktumfeld in den Divisionen ab, insbesondere der
weiteren Entwicklung der Baukonjunktur und der Förderungen für erneuerbare Energien, der Rohstoffpreise und des
Zinsumfeldes, und sind derzeit nicht zuverlässig prognostizierbar.
Viele globale Lieferketten zeigen sich seit mehr als zwei Jahren instabil. Hinzu kommen makroökonomische Gegeben-
heiten wie Inflation und steigende Zinsniveaus, welche nicht nur die Finanzierungskosten ansteigen lassen, sondern sich
zudem auf zukünftige Investitionsentscheidungen auswirken. Die Frauenthal-Gruppe rechnet weiterhin mit einer posi-
tiven Ertragslage, wenngleich die derzeitigen makroökonomischen Gegebenheiten und die geopolitischen Spannungen
und Konflikte Unsicherheiten mit sich bringen. Aufgrund dieser Gegebenheiten ist eine verlässliche Vorhersage für die
Zukunft nicht prognostizierbar.
Im Bereich Business Development werden Akquisitionsmöglichkeiten zur Erweiterung des Kundenportfolios in beiden
Divisionen Frauenthal Handel und Frauenthal Automotive analysiert.
Die Frauenthal Holding AG versteht sich als strategischer Investor, der an der nachhaltigen Schaffung von Shareholder
Value orientiert ist. Wenn die Frauenthal-Gruppe aufgrund limitierter Ressourcen und Kompetenzen oder aufgrund von
Risikopräferenzen weiteres Wachstum in einem Bereich nicht mehr adäquat unterstützen kann oder will, sind strategi-
sche Verkäufe von Geschäftsbereichen unter Berücksichtigung der aktuellen Marktlage Optionen, die sorgfältig evalu-
iert werden. Die Optimierung der Investitionszyklen ist für die langfristige, kontinuierliche Wertsteigerung des Unter-
nehmens wesentlich. Dabei ist Frauenthal jedoch an keine extern vorgegebenen Kriterien gebunden.
Auf der Website (www.frauenthal.at) sind neben umfangreichen Informationen über das Unternehmen auch Berichte,
Unterlagen zu Hauptversammlungen, Ad-hoc-Meldungen, Produktfotos etc. verfügbar. Der Corporate Governance Be-
richt der Frauenthal Holding AG ist auf der Website unter Investor Relations/Corporate Governance abrufbar.
Wien, 25. April 2024
Frauenthal Holding AG
Dr. Hannes Winkler Mag. Erika Hochrieser
Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied
GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG
EINZELABSCHLUSS FRAUENTHAL HOLDING AG
in EUR
2023
2022
UMSATZERLÖSE
2 688 328
2 093 843
Sonstige betriebliche Erträge
0
6 929
Personalaufwand
-2 036 319
-1 806 572
Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagever-
mögens und Sachanlagen
-39 900
- 33 204
Sonstige betriebliche Aufwendungen
-3 234 946
- 2.771 201
BETRIEBSERGEBNIS (EBIT)
-2 622 837
-2 510 205
Erträge aus Beteiligungen an verbundenen Unternehmen
12 600 000
0
Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen/Erträge
156 048
-70 249
Finanzergebnis
12 756 048
-70 249
Ergebnis vor Steuern
10 133 210
- 2 580 454
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
2 497 129
358 505
Ergebnis nach Steuern
12 630 340
-2 221 948
Jahresfehlbetrag / Jahresüberschuss
12 630 340
- 2 221 948
Zuweisung zu Gewinnrücklagen
-12 630 340
0
Jahresverlust / Jahresgewinn
0
0
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr
65 661
2 806 699
BILANZGEWINN
65 661
584 751
BILANZ
EINZELABSCHLUSS FRAUENTHAL HOLDING AG
AKTIVA
in EUR
31.12.2023
31.12.2022
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände
4 740
6 635
Sachanlagen
65 124
73 151
Finanzanlagen
90 811 506
90 811 506
90 881 370
90 891 291
Umlaufvermögen
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
3 701 794
9 756 191
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände
244 864
81 793
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten
19 359 649
2 974 245
23 306 307
12 812 229
Rechnungsabgrenzungen
387 585
330 641
Aktive latente Steuern
1 100 600
1 523 900
Summe AKTIVA
115 675 862
105 558 061
PASSIVA
in EUR
31.12.2023
31.12.2022
Eigenkapital
Einbezahltes Grundkapital
8.651.491
8.641.491
Kapitalrücklagen
23 349 310
23 349 310
Gewinnrücklagen
78 993 420
66 363 080
Bilanzgewinn/-verlust
65 661
584 751
111 059 881
98 948 631
Rückstellungen
Steuerrückstellungen
3 199 616
5 172 700
Sonstige Rückstellungen
1 065 950
1 021 900
4 265 566
6 194 600
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
4 740
4 938
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
29 639
21 355
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
959
48 857
Sonstige Verbindlichkeiten
315 077
339 681
350 415
414 830
Summe PASSIVA
115 675 862
105 558 061
ANLAGESPIEGEL
Entwicklung der Anschaffungs- und Herstellungskosten
Entwicklung der Abschreibungen
Buchwerte
Stand
01.01.2023
EUR
Zugang
EUR
Abgang
EUR
Stand
31.12.2023
EUR
Stand
01.01.2023
EUR
Zugang
EUR
Abgang
EUR
Stand
31.12.2023
EUR
Stand
31.12.2022
EUR
Stand
31.12.2023
EUR
A.
Anlagevermögen
I.
Immaterielle Vermögensgegenstände
1.
Lizenzen und
Datenverarbeitungsprogramme
230 931,62
5 687,50
197 543,22
39 075,90
224 297,03
7 581,20
197 542,28
34 335,95
6 634,59
4 739,95
II.
Sachanlagen
1.
Betriebs- und
Geschäftsausstattung
615 188,39
24 553,63
26 083,52
613 658,50
542 037,70
32 319,28
25 822,35
548 534,64
73 150,69
65 123,86
III.
Finanzanlagen
1.
Anteile an verbundenen
Unternehmen
96 561 796,76
0,00
0,00
96 561 796,76
5 750 290,78
0,00
0,00
5 750 290,78
90 811 505,98
90 811 505,98
SUMME ANLAGENSPIEGEL
97 407 916,77
30 241,13
223 626,74
97 214 531,16
6 516 625,51
39 900,48
223 364,63
6 333 161,37
90 891 291,26
90 881 369,79
ANHANG
zur Bilanz zum 31.12.2023 und Gewinn- und Verlustrechnung r 1-12/2023
der
FRAUENTHAL HOLDING AG
I. ERLÄUTERUNGEN DER BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN
(1) ALLGEMEINES
Der vorliegende Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften der §§ 189 ff des Unternehmensgesetzbuches (UGB)
unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein
möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.
Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte unter Beachtung des Grundsatzes der Vollständigkeit.
Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung
beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt.
Dem Vorsichtsprinzip wurde dadurch Rechnung getragen, dass nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne
ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wurden berücksichtigt.
Die bisher angewandten Bewertungsmethoden wurden bei der Erstellung des vorliegenden Jahresabschlusses
beibehalten.
Auf den Jahresabschluss werden die Rechnungslegungsbestimmungen in der geltenden Fassung angewendet.
(2) ANLAGEVERMÖGEN
a) IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um die
planmäßigen Abschreibungen bewertet. Die planmäßigen Abschreibungen wurden linear vorgenommen. Folgende
Nutzungsdauer wird den planmäßigen Abschreibungen zugrunde gelegt:
Lizenzen und Datenverarbeitungsprogramme 3 Jahre
b) SACHANLAGEN
Die Bewertung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige
Abschreibungen. Geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu einem Einzelanschaffungswert von EUR 1.000,00 (2022: EUR
800,00) werden im Jahr des Zuganges voll abgeschrieben. Die planmäßigen Abschreibungen werden linear
entsprechend der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer vorgenommen.
Folgende Nutzungsdauern werden den planmäßigen Abschreibungen zugrunde gelegt:
Fuhrpark 5 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 5 - 10 Jahre
EDV 3 Jahre
Außerplanmäßige Abschreibungen werden zusätzlich vorgenommen, wenn voraussichtlich dauernde
Wertminderungen, die über den nutzungsbedingten Werteverzehr hinausgehen, eintreten.
c) FINANZANLAGEN
Die Finanzanlagen werden mit den Anschaffungskosten, bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.
Wesentlichen dauerhaften Wertminderungen wird durch die Vornahme außerplanmäßiger Abschreibungen Rechnung
getragen.
(3) UMLAUFVERMÖGEN
a) FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nennbetrag angesetzt.
Im Falle erkennbarer Einzelrisiken wird der niedrigere beizulegende Wert ermittelt und angesetzt.
b) KASSENBESTAND, GUTHABEN BEI KREDITINSTITUTEN
Der Posten beinhaltet den Kassenbestand sowie Guthaben bei Kreditinstituten.
(4) AKTIVE LATENTE STEUERN
Für Unterschiede zwischen den unternehmensrechtlichen und den steuerrechtlichen Wertansätzen bei
Vermögensgegenständen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten, die sich in späteren
Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, wird bei einer sich ergebenden Steuerbelastung eine Rückstellung für
passive latente Steuern und bei einer sich ergebenden Steuerentlastung ein Posten für aktive latente Steuern in der
Bilanz angesetzt.
Die Frauenthal Holding AG hat aufgrund ausreichender zukünftiger Ergebnisse in der Steuergruppe gemäß Rz 51 iVm
Erläuterungen zu Rz 55 Pkt. 2.a) der AFRAC-Stellungnahme 30 „Latente Steuern im Jahres- und Konzernabschluss“
teilweise auch für latente Steuerguthaben aus Ansatzdifferenzen von Gruppenmitgliedern eine Steuerabgrenzung
erfasst, sofern diese mangels eigener positiver Ergebnisse nicht bereits in den Jahresabschlüssen aktiviert wurden
(weitere Erläuterungen dazu siehe Abschnitt II.3.).
Das Ökosoziale Steuerreformgesetz 2022 Teil I, welches unter anderem auch eine stufenweise Senkung des
Körperschaftsteuersatzes bis 2024 von 25 % auf 23 % vorsieht, wurde im Jänner 2022 beschlossen. Da die Umkehr
der Latenzen überwiegend in Jahren ab 2024 erwartet wird, wurde ab 31.12.2022 ein einheitlicher
Körperschaftsteuersatz von 23 % bei der Aktivierung von Ansatzdifferenzen herangezogen.
Anwendbarkeit des Mindeststeuergesetzes
Das am 30. Dezember 2023 veröffentlichte Mindestbesteuerungsreformgesetz beinhaltet im Wesentlichen
Bestimmungen zur Gewährleistung einer globalen Mindestbesteuerung („Pillar Two“) für Unternehmensgruppen
(Mindestbesteuerungsgesetz MinBestG) und ist für Geschäftsjahre, die ab dem 31. Dezember 2023 beginnen,
anwendbar. Demzufolge muss künftig die Differenz zwischen dem Effektivsteuersatz und dem Mindestsatz von 15%
als Ergänzungssteuer entrichtet werden.
Die Gesellschaft fällt grundsätzlich in den Anwendungsbereich des MinBestG daher wurde damit begonnen die
erforderlichen Berichtsprozesse aufzubauen. Eine quantitative Abschätzung der Auswirkungen auf den effektiven
Steuersatz kann zum aktuellen Zeitpunkt aufgrund der Komplexität der anwendbaren Regelungen noch nicht
verlässlich abgegeben werden. Die Analyse des Umsetzungsstatus der BEPS Pillar 2-Regelung der OECD in nationales
Recht zeigt für jene Jurisdiktionen, in denen Frauenthal aktiv ist, per 01.04.2024 folgendes Bild:
Umsetzungsstatus Pillar 2
Österreich nationale Umsetzung erfolgt; Anwendbarkeit ab 1.1.2024
Deutschland nationale Umsetzung erfolgt; Anwendbarkeit ab 1.1.2024
Tschechische Republik nationale Umsetzung erfolgt; Anwendbarkeit ab 1.1.2024
Slowakei nationale Umsetzung erfolgt; Anwendbarkeit ab 1.1.2024
Schweden nationale Umsetzung erfolgt; Anwendbarkeit ab 1.1.2024
Hong Kong nationale Umsetzung angekündigt; Anwendbarkeit voraussichtlich ab 1.1.2025
USA bisher keine nationale Umsetzung erfolgt und auch nicht absehbar
China bisher keine nationale Umsetzung erfolgt und auch nicht absehbar
Auf Grund der Komplexität der Regelungen sowie der in drei Jurisdiktionen noch nicht endgültig abgeschlossenen
Gesetzgebungsverfahren ist es zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich, die genaue Höhe der zukünftigen
Belastung verlässlich zu ermitteln. Die Frauenthal Holding AG hat daher die potenzielle künftige
Mindeststeuerbelastung basierend auf zum Berichtsstichtag vorliegenden Informationen untersucht. Hierfür wurden
historische Daten wie die länderbezogene Berichterstattung (Country-by-Country Reporting) und Jahresabschlüsse
herangezogen. Auf dieser Grundlage zeichnet sich für die Frauenthal Gruppe nach den Regeln des
Mindestbesteuerungsgesetzes zwar für China möglicherweise eine Auswirkung ab, insgesamt wird für die Gruppe
aber aufgrund der untergeordneten Rolle dieser Jurisdiktion für das Konzernergebnis keine signifikante Erhöhung des
effektiven Steuersatzes erwartet.
Gemäß § 198 Abs. 10 Satz 3 Z 4 UGB wurden keine latenten Steuern, die aus der Anwendung des MinBestG oder
eines vergleichbaren ausländischen Gesetzes entstehen, angesetzt. Laufende Steuern aus der Umsetzung der
österreichischen bzw. vergleichbaren ausländischen Steuergesetze waren mangels Anwendbarkeit zum 31.12.2023
nicht zu erfassen.
(5) RÜCKSTELLUNGEN
Der Posten Steuerrückstellungen enthält die Vorsorge für noch nicht veranlagte Körperschaftsteuer sowie bereits
zugewiesene, aber nicht abgegoltene Verluste von Gruppenmitgliedern. Die Steuerumlagevereinbarung sieht vor,
dass der Gruppenträger dem Gruppenmitglied für übernommene steuerliche Verluste keine negative Umlage
gutschreibt, sofern diese auf Gruppenebene nicht verwendet werden. Jedoch muss das Gruppenmitglied in späteren
Jahren bei steuerlichen Gewinnen so lange keine positive Steuerumlage abführen, bis diese Verluste verbraucht sind
(„interner Verlustvortrag“). Für diese künftige Verpflichtung wurde seitens des Gruppenträgers eine Rückstellung für
künftige Steuerbelastung gebildet, wobei hierbei die Fähigkeit der Gruppenmitglieder, in den nächsten fünf Jahren
steuerliche Gewinne zu erzielen, berücksichtigt wurde.
Die Rückstellung für Jubiläumsgelder wurde nach anerkannten finanzmathematischen Grundsätzen nach dem
Teilwertverfahren auf Basis eines Rechnungszinssatzes von 3,57 % (VJ: 4,21 %), einer durchschnittlichen
Bezugserhöhung von 8,99 % (VJ: 9,34 %), eines Fluktuationsabschlags welcher sich in Abhängigkeit der
Zugehörigkeitsdauer zum Unternehmen zwischen 7 und 24 % ausmacht (VJ: zw. 7 und 25 %) sowie des gesetzlichen
Pensionsantrittsalters ermittelt.
Der Zinssatz entspricht dem stichtagsbezogenen Marktzinssatz für Anleihen von Unternehmen mit hochklassiger
Bonitätseinstufung, die mit der durchschnittlichen Restlaufzeit der Verpflichtung sowie der Währung, in der das
Unternehmen die Leistungen zu erbringen hat, übereinstimmen. Als durchschnittliche Restlaufzeit wurde
vereinfachend eine Restlaufzeit von 15 Jahren angenommenen.
Die übrigen Rückstellungen werden unter Beachtung des Vorsichtsprinzips r alle im Zeitpunkt der Bilanzerstellung
erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung gebildet und
mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.
(6) VERBINDLICHKEITEN
Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.
II. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ
(1) ANLAGEVERMÖGEN
Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens und die Aufgliederung der Jahresabschreibung nach
einzelnen Posten sind im angeschlossenen Anlagenspiegel ersichtlich.
Finanzanlagen
Die Finanzanlagen weisen per 31.12.2023 die folgende Zusammensetzung auf:
Zusammensetzung:
Anteil
Anschaffungs-
Buchwert
in
kosten
%
EUR
EUR
Frauenthal Automotive Holding GmbH
in Liqu., Wien
100,00
5.750.290,78
0,00
Frauenthal Automotive GmbH, Wien
100,00
71.916.480,92
71.916.480,92
Frauenthal Haustechnik Beteiligungs GmbH, Wien
100,00
18.777.638,64
18.777.638,64
Frauenthal Immobilien GmbH, Wien
100,00
117.386,42
117.386,42
96.561.796,76
90.881.505,98
Zu- / Abgänge:
Im Geschäftsjahr 2023 liegen weder Zugänge noch Abgänge im Finanzanlagevermögen vor.
(2) FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände weisen folgende
Zusammensetzung und Fristigkeiten auf:
Forderungsspiegel zum
Gesamtbetrag
Restlaufzeiten
31.12.2023
bis 1 Jahr
über 1 Jahr
EUR
EUR
EUR
1.
Forderungen gegenüber verbundenen
Unternehmen
3.701.793,55
3.578.801,55
122.992,00
2.
sonstige Forderungen und
Vermögensgegenstände
244.864,48
244.864,48
0,00
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
3.946.658,03
3.823.666,03
122.992,00
Forderungsspiegel zum
Gesamtbetrag
Restlaufzeiten
31.12.2022
bis 1 Jahr
über 1 Jahr
EUR
EUR
EUR
1.
Forderungen gegenüber verbundenen
Unternehmen
9.756.191,07
9.756.191,07
0,00
2.
sonstige Forderungen und
Vermögensgegenstände
81.792,74
81.792,74
0,00
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
9.837.983,81
9.837.983,81
0,00
Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen gliedern sich wie folgt:
31.12.2023
31.12.2022
EUR
EUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
258.465,03
281.927,70
Sonstige Forderungen
davon Steuerumlagen
3.443.328,52
3.443.328,52
9.474.263,37
9.474.263,37
3.701.793,55
9.756.191,07
Zusammensetzung
31.12.2023
31.12.2022
EUR
EUR
Forderungen aus Verrechnungen und Steuerumlagen
Frauenthal Airtank Hustopeče s.r.o., Hustopeče
26.471,19
24.655,33
Frauenthal Handel Gruppe AG, Wien
14.482,87
33.215,00
Frauenthal Immobilien GmbH, Wien
230.196,00
262.671,00
1a Installateur Marketingberatung für Gas-, Sanitär- und Heizungsinstallateure GmbH,
Wien
17.506,97
19.200,00
SHT Haustechnik GmbH, Perchtoldsdorf
1.283.736,54
4.179.196,25
Frauenthal Handel GmbH, Wien
1.911.889,01
5.011.996,34
Frauenthal Airtank Elterlein GmbH, Elterlein
40.873,40
14.811,63
Frauenthal Gnotec AB, Göteborg
176.637,57
166.149,74
Frauenthal Automotive GmbH, Wien
0,00
43.095,78
Techno Heat GmbH, Wien
0,00
1.200,00
3.701.793,55
9.756.191,07
(3) AKTIVE LATENTE STEUERN
Per 31.12.2023 beträgt der Posten aktive latenten Steuern EUR 1.100.600,00 (31.12.2022: EUR 1.523.900,00). Es
besteht eine Ausschüttungssperre gemäß § 235 Abs 2 UGB in Höhe der bilanzierten aktiven latenten Steuern.
Die aktiven latenten Steuern zum Bilanzstichtag wurden für steuerliche Verlustvorträge, Beteiligungsabschreibungen
der Vorjahre und temporäre Differenzen zwischen dem steuerlichen und unternehmensrechtlichen Wertansatz für
folgende Posten bzw. Vermögensgegenstände und Schulden gebildet (Erläuterungen zum Ansatz siehe Punkt I(4)):
in EUR
31.12.2022
31.12.2023
eigene Ansatz-
differenzen und
Verlustvorträge
Ansatz-
differenzen
Tochter-
unternehmen
Summe
eigene
Ansatz-
differenzen
und
Verlustvortr
äge
Ansatz-
differenzen
Tochter-
unternehmen
Summe
Erfolg-
wirksame
Änderung
Anlagevermögen
2.368,80
0,00
2.368,80
1.993,08
0,00
1.993,08
-375,72
Siebtelabschreibungen
14.376,64
1.490.362,57
1.504.739,21
10.173,89
1.065.542,29
1.075.716,18
-429.023,03
Geldbeschaffungskosten
806,99
0,00
806,99
1.638,74
0,00
1.638,74
831,75
Jubiläumsgeldrückstellung
15.985,00
0,00
15.985,00
21.252,00
0,00
21.252,00
5.267,00
Verlustvorträge
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
33.537,43
1.490.362,57
1.523.900,00
35.057,71
1.065.542,29
1.100.600,00
-423.300,00
(4) EIGENKAPITAL
In der 33. ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft vom 30. Juni 2022 wurde die vereinfachte Herabsetzung
des Grundkapitals um EUR 783.499,00 gemäß § 192 Abs 3 Z 2 und § 192 Abs 4 AktG durch Einziehung von 783.499
Stück eigener Aktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von EUR 783.499,00 und die entsprechende
Änderung der Satzung beschlossen.
Die Frauenthal Holding AG weist ein Grundkapital von EUR 8.651.491,00 (VJ: 8.651.491,00) auf, das sich auf
insgesamt 6.751.491 (VJ: 6.751.491) auf Inhaber lautende Stückaktien und 1.900.000 nicht notierte Namensaktien
verteilt. Jede Aktie ist am Grundkapital im gleichen Umfang beteiligt. Der Streubesitz beträgt 1.628.575 Stück Aktien,
somit 18,82 % (VJ: 2.728.575 Stück Aktien, 31,54 %), wobei davon 0,00 % (VJ: 12,71 %) auf die MCI Miritz Citrus
Ingredients GmbH entfallen. Der Anteil der Hauptaktionäre, der FT Holding GmbH und der Ventana Holding GmbH,
beträgt 5.972.916 Stück Aktien, somit 87,17 % (VJ: 5.922.916 Stück Aktien, 68,46 %).
Die Ermächtigung zum Erwerb eigener Anteile wurde dem Vorstand durch Beschlussfassung in der
12. Hauptversammlung erteilt. In der 13. Hauptversammlung wurde diese Ermächtigung erneuert.
Der Vorstand wurde in der ordentlichen 33. Hauptversammlung vom 30. Juni 2022 ermächtigt, für die Dauer von
fünf Jahren (a) das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats um insgesamt höchstens EUR
4.325.745,00 durch Ausgabe von bis zu 4.325.745,00 auf Inhaber und/oder auf Namen lautenden Stückaktien mit
Stimmrecht gegen Bareinlagen oder gegen Sacheinlagen einmal oder mehrmals zu erhöhen, (b) hierbei mit
Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre gegebenenfalls dann ganz oder teilweise
auszuschließen, wenn das Grundkapital (i) zum Zweck der Durchführung eines Programms für Mitarbeiterbeteiligung
oder eines Aktienoptionsplans einschließlich von Mitgliedern des Vorstands und leitenden Angestellten jeweils der
Gesellschaft oder von mit dieser verbundenen Unternehmen, (ii) sonst gegen Bareinlage, wenn in Summe der
rechnerisch auf die gegen Bareinlage unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien entfallende Anteil am
Grundkapital der Gesellschaft die Grenze von 20 % (zwanzig Prozent) des Grundkapitals der Gesellschaft zum
Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung nicht übersteigt, oder (iii) gegen Sacheinlagen, insbesondere von
Unternehmen, Unternehmensteilen, Betrieben, Teilbetrieben oder Anteilen an einer oder mehreren Gesellschaften
oder anderen mit einem Akquisitionsvorhaben im Zusammenhang stehender Vermögensgegenstände oder zum
Erwerb sonstiger Vermögensgegenstände (einschließlich Forderungen Dritter gegen die Gesellschaft oder mit der
Gesellschaft verbundenen Unternehmen), erhöht wird sowie (c) mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Art der neu
auszugebenden Aktien (auf Inhaber und/oder auf Namen lautend), den Ausgabebetrag sowie die sonstigen
Ausgabebedingungen, einschließlich der Einräumung eines mittelbaren Bezugsrechts gemäß § 153 Abs 6 AktG,
festzusetzen (Genehmigtes Kapital 2022).
(5) CKSTELLUNGEN
Die Steuerrückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
31.12.2023
31.12.2022
EUR
EUR
Rückstellung für Körperschaftsteuer
3.074.916,00
4.165.500,00
Rückstellung für bereits zugewiesene, jedoch nicht
abgegoltene Verluste von Gruppenmitgliedern
124.700,00
1.007.200,00
3.199.616,00
5.172.700,00
Die sonstigen Rückstellungen gliedern sich wie folgt:
31.12.2023
31.12.2022
EUR
EUR
Jubiläumsgelder
114.600,00
86.600,00
nicht konsumierte Urlaubstage
168.200,00
135.400,00
Veröffentlichungskosten
90.000,00
90.000,00
Prüfungs- und Beratungskosten
Prämien
63.350,00
429.800,00
106.800,00
403.100,00
übrige kurzfristig
200.000,00
200.000,00
1.065.950,00
1.021.900,00
Die übrigen kurzfristigen Rückstellungen sind vor allem für vertragliche Ansprüche aus dem Verkauf einer ehemaligen
Tochtergesellschaft gebildet worden, deren Inanspruchnahme auf TEUR 200 begrenzt sind.
(6) VERBINDLICHKEITEN
Die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten weisen folgende Zusammensetzung und Fristigkeiten auf:
Verbindlichkeitenspiegel zum
Gesamtbetrag
Restlaufzeiten
dinglich
31.12.2023
bis 1 Jahr
1 - 5 Jahre
über 5 Jahre
besichert
EUR
EUR
EUR
EUR
EUR
1.
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
4.739,58
4.739,58
0,00
0,00
0,00
2.
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen
und Leistungen
29.639,23
29.639,23
0,00
0,00
0,00
3.
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
959,00
959,00
0,00
0,00
0,00
4.
sonstige Verbindlichkeiten,
315.076,80
315.076,80
0,00
0,00
0,00
davon aus Steuern
3.706,35
3.706,35
davon im Rahmen der
sozialen Sicherheit
23.307,42
23.307,42
davon aus
Abgrenzungen
288.063,03
288.063,03
Verbindlichkeiten gesamt
350.414,61
350.414,61
0,00
0,00
0,00
Verbindlichkeitenspiegel zum
Gesamtbetrag
Restlaufzeiten
dinglich
31.12.2022
bis 1 Jahr
1 - 5 Jahre
über 5 Jahre
besichert
EUR
EUR
EUR
EUR
EUR
1.
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
4.937,50
4.937,50
0,00
0,00
0,00
2.
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen
und Leistungen
21.354,64
21.354,64
0,00
0,00
0,00
3.
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
48.857,38
48.857,38
0,00
0,00
0,00
4.
sonstige Verbindlichkeiten,
339.680,55
339.680,55
0,00
0,00
0,00
davon aus Steuern
3.867,83
3.867,83
davon im Rahmen der
sozialen Sicherheit
19.990,95
19.990,95
davon aus
Abgrenzungen
315.821,77
315.821,77
Verbindlichkeiten gesamt
414.830,07
414.830,07
0,00
0,00
0,00
In den sonstigen Verbindlichkeiten zum 31.12.2023 sind Aufwendungen in Höhe von EUR 85.567,89 (VJ: EUR
113.326,63) enthalten, die erst nach dem 31. Dezember 2023 zahlungswirksam werden.
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen gliedern sich wie folgt:
Zusammensetzung:
31.12.2023
31.12.2022
EUR
EUR
Verbindlichkeiten aus Lieferung & Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
Techno Heat GmbH, Wien
959,00
0,00
Frauenthal Handel Gruppe AG, Wien
0,00
6.257,38
Frauenthal Automotive GmbH, Wien
0,00
42.600,00
959,00
48.857,38
(7) SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN
Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen
Wir prognostizieren die künftigen Miet- und Leasingverpflichtungen wie folgt:
2023
2022
TEUR
TEUR
für das folgende Geschäftsjahr
339
325
für die fünf folgenden Geschäftsjahre
339
325
(8) HAFTUNGSVERHÄLTNISSE
Die Gesellschaft weist Verbindlichkeiten aus Haftungsverhältnissen mit folgender Zusammensetzung auf:
31.12.2023
31.12.2022
EUR
EUR
Garantien
3.836.248,16
4.301.248,16
Summe
3.836.248,16
4.301.248,16
Es besteht seit dem Jahr 2015 eine Globalgarantie der Frauenthal Holding AG gegenüber der Raiffeisen-Landesbank-
Steiermark AG r die Kreditverbindlichkeiten der Frauenthal Immobilien GmbH, welche im Jahr 2015 einen
Liegenschaftsankauf finanzierte. Der aushaftende Kreditbetrag beläuft sich per 31.12.2023 auf TEUR 3.836
(31.12.2022: TEUR 4.301).
(9) ANGABEN ZU FINANZINSTRUMENTEN
Die Gesellschaft verfügt zum Bilanzstichtag über keine derivativen Finanzinstrumente.
III. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt.
(1) UMSATZERLÖSE
Die Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt:
- nach geographisch bestimmten Märkten
2023
2022
EUR
EUR
Inlandsumsätze
1.020.766,15
1.017.723,53
Auslandsumsätze
1.667.562,21
1.076.119,62
2.688.328,36
2.093.843,15
Bei den Umsatzerlösen handelt es sich vorrangig um Leistungen im Bereich Werbung, Treasury, rechtlichen &
steuerlichen Fragestellungen, Unterstützung bei Versicherungsthemen sowie IT. Darüber hinaus bestehen Erlöse aus
der Untervermietung von Gebäuden und Weiterverrechnungen an Konzerngesellschaften für besorgte Versicherungs-
und Beratungsleistungen.
(2) PERSONALAUFWAND
Im Personalaufwand sind für das Geschäftsjahr 2023 Erstattungen im Zusammenhang mit COVID-19 in Höhe von
EUR 3.235,17 (VJ: EUR 0,00) enthalten. Es gibt in diesem Zusammenhang keine unerfüllten Bedingungen und
sonstigen Eventualverbindlichkeiten mit staatlichen Unterstützungen.
Aufwendungen für Jubiläumsgeldrückstellungen
Der Posten Gehälter enthält eine Dotierung iHv EUR 21.000,00 (VJ: EUR 48.400,00) der Rückstellung für
Jubiläumsgelder. Die auf die Änderung des Zinsniveaus entfallenden Änderungen in Höhe von EUR 7.000,00 (VJ: EUR
-28.600,00) wurde im Finanzergebnis erfasst.
(3) LEISTUNGEN AN BETRIEBLICHE MITARBEITERVORSORGEKASSEN
Die Aufwendungen für Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen setzen sich wie folgt zusammen:
2023
2022
EUR
EUR
Mitglieder des Vorstandes
Leitende Angestellte
Sonstige Mitarbeiter
10.611,54
1.680,22
11.895,59
12.625,50
1.280,30
8.164,13
24.187,35
22.069,93
(4) AUFWENDUNGEN FÜR ALTERSVERSORGUNG
Die Aufwendungen für Altersversorgung setzen sich wie folgt zusammen:
2023
2022
EUR
EUR
Mitglieder des Vorstandes
29.075,22
30.623,76
29.075,22
30.623,76
Es handelt sich hier um Zusagen, für die ausschließlich Beiträge zu leisten sind.
(5) ERTRÄGE AUS BETEILIGUNGEN
2023
2022
EUR
EUR
Dividendenerträge
Frauenthal Haustechnik Beteiligungs GmbH, Wien
Frauenthal Automotive GmbH, Wien
9.600.000,00
3.000.000,00
0,00
0,00
12.600.000,00
0,00
(6) AUFWENDUNGEN AUS FINANZANLAGEN
Im Jahr 2023 sowie im Vorjahr fielen keine Aufwendungen aus Finanzanlagen an.
(7) STEUERN VOM EINKOMMEN
Im Geschäftsjahr 2005 wurde zwischen der Frauenthal Holding AG als Gruppenträger und Gesellschaften der
Frauenthal Gruppe als Gruppenmitglieder ein Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag abgeschlossen. Per 31.12.2023
werden folgende Gesellschaften als Gruppenmitglieder in die Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG einbezogen:
- Frauenthal Holding AG, Wien
- Frauenthal Immobilien GmbH, Wien
- Frauenthal Automotive Holding GmbH in Liqu., Wien
- Frauenthal Automotive GmbH, Wien
- Frauenthal Haustechnik Beteiligungs GmbH, Wien
- Frauenthal Handel Gruppe AG, Wien
- SHT Haustechnik GmbH, Perchtoldsdorf
- 1a Installateur-Marketingberatung für Gas-, Sanitär- und Heizungsinstallateure GmbH, Wien
- Frauenthal Handel GmbH, Wien
- Techno Heat GmbH, Wien
Als Umlagemethode wird die Belastungsmethode angewendet.
Der Posten Steuern vom Einkommen setzt sich wie folgt zusammen:
2023
2022
EUR
EUR
Körperschaftsteuer
-3.070.750,00
-4.112.000,00
Steueraufwand Vorperioden
1.772.751,43
-41.000,00
Gruppenumlagen
3.335.928,00
9.321.405,49
Veränderung Rückstellung für die Abgeltung von Verlusten
von Gruppenmitgliedern
882.500,00
-237.100,00
Veränderung aktiver latenter Steuern
-423.300,00
-4.572.800,00
2.497.129,43
358.505,49
Per 31. Dezember 2023 existieren steuerliche Verlustvorträge von Gruppenmitgliedern in Höhe von TEUR 17.035 (VJ:
TEUR 18.519), r die noch keine Vergütung vorgenommen wurde. Grundsätzlich ist für diese künftige
Steuerbelastung gegenüber dem verlustzuweisenden Gruppenmitglied eine Rückstellung iSd § 198 Abs. 8 Z 1 UGB zu
bilden. Diese Verpflichtung entfällt allerdings sofern auf Basis der Steuerplanungsrechnung des Gruppenmitglieds ein
steuerpflichtiger Gewinn im Planungszeitraum nicht erwartet wird und es daher an der für die Passivierung einer
Rückstellung erforderlichen Wahrscheinlichkeit einer Inanspruchnahme fehlt. Auf Basis der Steuerplanungen der
Gruppenmitglieder wurde per 31. Dezember 2023 somit für bereits zugewiesene Verluste in Höhe von TEUR 542 (VJ:
TEUR 4.379), die im Planungszeitraum bzw. in absehbarer Zeit verwertet werden, eine Rückstellung iSd § 198 Abs. 8
Z 1 UGB, die im Posten Steuerrückstellungen ausgewiesen wird, erfasst. Für die restlichen bereits zugewiesenen
Verluste wurde mangels ausreichender Ertragskraft des jeweiligen Gruppenmitgliedes keine Rückstellung erfasst.
Per 31. Dezember 2023 sind keine steuerlichen Verlustvorträge vorhanden (VJ: TEUR 0,00), für die aktive latente
Steuern erfasst wurden.
Innerhalb der Steuergruppe der Frauenthal Holding AG bestehen per 31.12.2023 TEUR 8.408 (31.12.2022 TEUR
8.408) quasi permanente Differenzen iZm einer Firmenwertabschreibung auf einen Beteiligungsansatz, für welche
gemäß AFRAC Stellungnahme 30 Latente Steuern im Jahresabschluss“ (Rz 62) mangels Veräußerungsabsicht keine
Rückstellung für latente Steuern gebildet wurde.
(8) AUFWENDUNGEN FÜR ABSCHLUSSPRÜFER
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden folgende Aufwendungen für den Abschlussprüfer erfasst:
2023
EUR
2022
EUR
Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses
89.120,00
89.000,00
andere Bestätigungsleistungen
7.000,00
27.900,00
sonstige Leistungen
61.280,00
17.733,63
Summe
157.400,00
134.633,63
IV. SONSTIGE ANGABEN
(1) BEZIEHUNGEN ZU VERBUNDENEN UNTERNEHMEN
Neben der Ausübung der Holdingfunktionen für alle Konzernunternehmen, bestehen zu folgenden
Konzernunternehmen regelmäßige geschäftliche Beziehungen in Form von Leistungsbeziehungen oder im Rahmen
der Steuergruppe.
Frauenthal Handel Gruppe AG, Wien
Frauenthal Immobilien GmbH, Wien
Frauenthal Haustechnik Beteiligungs GmbH, Wien
Frauenthal Automotive Holding GmbH in Liqu., Wien
Frauenthal Automotive GmbH, Wien
SHT Haustechnik GmbH, Perchtoldsdorf
Frauenthal Handel GmbH, Wien
Frauenthal Airtank Hustopeče s.r.o., Hustopeče
Frauenthal Airtank Elterlein GmbH, Elterlein
Frauenthal Gnotec AB, Göteborg
B&E Service GmbH, Wien
Techno Heat GmbH, Wien
Die fixe Vergütung für den Vorstandsvorsitzenden Dr. Hannes Winkler wurde in Höhe von TEUR 483 (VJ: TEUR 403)
von der Ventana Holding GmbH an die Frauenthal Holding AG verrechnet. Dr. Winkler hat - im Gegensatz zu den
anderen Vorstandsmitgliedern - keinen variablen Remunerationbestandteil.
Der Jahresabschluss der Frauenthal Holding AG, Wien, wird zum 31.12.2023 in den Konzernabschluss der Ventana
Holding GmbH, Wien, die den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen erstellt, miteinbezogen. Der
Konzernabschluss der Ventana Holding GmbH wird beim zuständigen Firmenbuchgericht Wien unter der Nummer FN
187931w offengelegt.
(2) ANGABEN ZU BETEILIGUNGSUNTERNEHMEN
Das Eigenkapital und die Jahresergebnisse der Beteiligungen 2023 stellen sich wie folgt dar:
Beteiligung
Sitz
Anteil
Eigenkapital
31.12.2023
Jahresergebnis 2023
%
EUR
EUR
Frauenthal Automotive Holding GmbH in
Liqu.
Frauenthal Automotive GmbH
Wien,
Österreich
Wien,
Österreich
100,00
100,00
7.302,45
62.552.886,48
119.853,42
386.363,78
Frauenthal Haustechnik Beteiligungs GmbH
Wien,
Österreich
100,00
81.988.049,31
4.817.321,74
Frauenthal Immobilien GmbH
Wien,
Österreich
100,00
2.352.597,71
383.545,02
Im Vorjahr stellten sich das Eigenkapital und die Jahresergebnisse der Beteiligungen wie folgt dar:
Beteiligung
Sitz
Anteil
Eigenkapital
31.12.2022
Jahresergebnis
2022
%
EUR
EUR
Frauenthal Automotive Holding GmbH in
Liqu.
Frauenthal Automotive GmbH
Wien,
Österreich
Wien,
Österreich
100,00
100,00
-192.417,38
65.170.910,70
-280,00
3.782.492,91
Frauenthal Haustechnik Beteiligungs GmbH
Wien,
Österreich
100,00
86.770.727,57
4.800.623,28
Frauenthal Immobilien GmbH
Wien,
Österreich
100,00
1.969.052,69
330.712,50
(3) DURCHSCHNITTLICHE ZAHL DER MITARBEITER
Die Anzahl der Beschäftigten betrug im Jahresdurchschnitt:
2023
2022
Angestellte
10
9
Gesamt
10
9
(4) ANGABEN ÜBER DIE MITGLIEDER DER UNTERNEHMENSORGANE
Die Vorstände der Frauenthal Holding AG sind:
Dr. Hannes Winkler Vorsitzender seit 1. Jänner 2018
Mag. Erika Hochrieser Mitglied seit 5. Juni 2018
Mag. Thomas Stadlhofer Mitglied von 1. Jänner 2023 bis 31.März 2024
Im Geschäftsjahr 2023 betrugen die Bruttobezüge inklusive Pensionskassenzahlungen und Versicherungsbeiträge
sowie Auszahlungen von verbundenen Unternehmen für die Vorstandsmitglieder der Frauenthal Holding AG TEUR
1.680 (VJ: TEUR 1.353). In den Vergütungen sind TEUR 483 (fixe Vergütung, kein variabler Bestandteil) für die
Verrechnung des Vorstandsvorsitzenden aus einem Dienstleistungsvertrag mit der Ventana Holding GmbH enthalten
(VJ: TEUR 403). Die Auszahlung der Altersversorgung ist an keine Leistungskriterien gebunden. Bei Beendigung der
Funktion haben die Vorstandsmitglieder keine vertraglichen Abfertigungsansprüche.
Der Aufsichtsrat der Frauenthal Holding AG besteht aktuell aus vier (VJ: vier) von der Hauptversammlung gewählten
Mitgliedern und zwei (VJ: zwei) vom Konzernbetriebsrat entsandten Mitgliedern. Im Geschäftsjahr 2023 bestand der
Aufsichtsrat, gewählt von der Hauptversammlung, aus den folgenden Mitgliedern:
Dipl.- Bw. Claudia Beermann
Vorsitzende seit 11. Juni 2021
Mitglied seit 19. Juni 2019
Dr. Johannes Strohmayer
Mitglied seit 2. Juni 2010
Dr. Andreas Staribacher
Stellvertreter der Vorsitzenden seit 11. Juni 2021
Mitglied seit 5. Juni 2018
Dr. Christian Tassul
Mitglied seit 11. Juni 2021
Der Konzernbetriebsrat hat folgende Mitglieder in den Aufsichtsrat entsandt:
Johann Parcer
Mitglied seit 30. November 2022
Thomas Zwettler
Mitglied seit 1. Jänner 2015
Die Bezüge für die Mitglieder des Aufsichtsrates betragen für das Berichtsjahr TEUR 129 (VJ: TEUR 101).
Vorschüsse bzw. Kredite gem. § 237 Abs. 1 Z 3 UGB für Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats wurden nicht
gewährt. Es wurden auch keine Haftungsverhältnisse für die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats
eingegangen.
(5) VORSCHLAG ZUR VERWENDUNG DES ERGEBNISSES
Der Vorstand schlägt vor den Bilanzgewinn der Frauenthal Holding AG in Höhe von TEUR 66 auf neue Rechnung
vorzutragen und keine Dividende auszuschütten.
EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG
Zwischen dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 und der Freigabe dieses Berichts zur Veröffentlichung am 25. April
2024 haben der Vorstand und der Aufsichtsrat am 20. März 2024 den Rückerwerb eigener Aktien im Wege eines
öffentlichen (Teil-)Angebots gemäß §§ 4 ff ÜbG beschlossen. Die Frauenthal Holding AG kann bis zu 865.149
(entspricht höchstens 10 % des Grundkapitals) eigene im Amtlichen Handel der Wiener Börse notierte Inhaberaktien
der Gesellschaft zu einem Angebotspreis von je EUR 23,80 im Rahmen des öffentlichen Angebots erwerben. Die
Angebotsfrist soll am oder um den 26. April 2024 beginnen und voraussichtlich vier Wochen betragen. Bei einem
Rückkauf der maximalen Stückzahl von 865.149 Aktien würde sich das Eigenkapital um MEUR 20,6 reduzieren.
Am 18. April 2024 wurde eine Ad-hoc Meldung bezüglich des verhaltenen Ausblicks für das Geschäftsjahr 2024 der
Frauenthal-Gruppe veröffentlicht einer ersten Einschätzung nach werden aus heutiger Sicht keine negativen
Auswirkungen auf Vermögenswerte für das Jahr 2024 erwartet.
Wien, am 25. April 2024
Frauenthal Holding AG
Dr. Hannes Winkler Mag. Erika Hochrieser
Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied
ERKLÄRUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden
Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das
Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein glichst getreues Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und
Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden
Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den
Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein glichst getreues
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und
Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.
Wien, 25. April 2024
Frauenthal Holding AG
Dr. Hannes Winkler
Mag. Erika Hochrieser
Vorstandsvorsitzender
Vorstandsmitglied
BESTÄTIGUNGSVERMERK
BERICHT ZUM JAHRESABSCHLUSS
PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben den Jahresabschluss der Frauenthal Holding AG, Wien, bestehend aus der Bilanz zum 31.12.2023, der
Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt
ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31.12.2023 sowie der Ertragslage der Gesellschaft
für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen
unternehmensrechtlichen Vorschriften.
GRUNDLAGE FÜR DAS PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-
VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese
Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten
nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die
Prüfung des Jahresabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der
Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und
berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit
diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum
Datum des Bestätigungsvermerks ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu
diesem Datum zu dienen.
BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen
am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte
wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres
Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:
1. Bewertung des Finanzanlagevermögens
1. Bewertung des Finanzanlagevermögens
Sachverhalt und Verweis auf weitergehende
Informationen
Prüferisches Vorgehen
Die Frauenthal Holding AG ist oberste operative
Konzernmutter einer multinational tigen
Unternehmensgruppe. Das Finanzanlagever-
mögen stellt im Jahresabschluss der Frauenthal
Holding AG mit rd. 79 % der Bilanzsumme den
wesentlichsten Posten dar. Die Werthaltigkeit
der Beteiligungsansätze der wesentlichen
Beteiligungen wird im Frauenthal Konzern
zumindest einmal pro Jahr mittels eines
Bewertungsmodells nach dem Discounted
Cashflow-Verfahren getestet.
Das Ergebnis dieser Bewertung ist von der
Einschätzung der künftigen
Zahlungsmittelzuflüsse durch die gesetzlichen
Vertreter sowie des Diskontierungszinssatzes
abhängig und daher mit Schätzunsicherheit
behaftet. Die wesentlichen Risiken bestehen in
der Schätzung der künftigen
Zahlungsmittelzuflüsse.
In Abschnitt I. 2. c) des Anhangs sind die
Angaben zu den angewandten Bilanzierungs-
und Bewertungsmethoden und unter Abschnitt
II. 1. des Anhangs die Zusammensetzung des
Postens Finanzanlagen erläutert.
Wir haben die Angemessenheit der
zukunftsbezogenen Schätzungen und
wesentlichen Annahmen sowie der
herangezogenen Berechnungsmethoden unter
Einbeziehung von Bewertungsspezialisten
beurteilt.
Dabei haben wir uns mit den in der von der
Unternehmensleitung freigegebenen und dem
Aufsichtsrat gebilligten Planungsrechnung
angesetzten Prämissen und wesentlichen
Werttreibern befasst, um die Angemessenheit
dieser Planungen zu verifizieren.
Ein Schwerpunkt im Rahmen dieser Prüfung lag
in der Plausibilisierung der Ertragserwartungen
der Tochtergesellschaften und
Teilkonzerneinheiten. Im Zuge unserer Prüfung
haben wir ein Verständnis über die
Planungssystematik und den Planungsprozess
sowie die wesentlichen Planungsparameter und
Werttreiber in diesen Planungsrechnungen
erlangt.
Wir haben die wesentlichen Planungsparameter
und Werttreiber für die Ergebnis- und Cash Flow-
Planung der einzelnen Tochtergesellschaften
plausibilisiert und kritisch gewürdigt. Darüber
hinaus wurde das Berechnungsschema
nachvollzogen und auf rechnerische Richtigkeit
überprüft.
Die Angemessenheit der Höhe der
Diskontierungszinssätze wurde durch die
alternative Ableitung der für die Bestimmung der
Diskontierungszinssätze maßgeblichen Parameter
einschließlich der durchschnittlichen
Kapitalkosten („weighted average cost of
capital“) auf Basis einer eigenen Peer Group
beurteilt.
Zur Risikobeurteilung möglicher Abweichungen
von Ergebnis- und Cash Flow-Schätzungen sowie
Abweichungen von den abgeleiteten
durchschnittlichen Kapitalkosten wurden
Sensitivitätsrechnungen vorgenommen.
VERANTWORTLICHKEITEN DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES FÜR DEN
JAHRESABSCHLUSS
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in
Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter
verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines
Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen
Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der
Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit sofern einschlägig anzugeben, sowie dafür, den
Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die
gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit
einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.
VERANTWORTLICHKEITEN DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von
wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen
Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß
an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und den österreichischen
Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte
Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche
Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen,
wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage
dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten
Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen
Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen
sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser
Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche
Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen
kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen
oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um
Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit
dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten
Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten
geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes
der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der
erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder
Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche
Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben
im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser
Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum
unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten
können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der
Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer
Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante
zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger
bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen
Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle
Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie
sich auf unsere Unabhängigkeit und sofern einschlägig damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen
auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben,
diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren
und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem
Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des
Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem
Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen
einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN
BERICHT ZUM LAGEBERICHT
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er
mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt
wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den
österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts
durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden,
enthält die nach § 243a UGB zutreffenden Angaben und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen
Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht
festgestellt.
ZUSÄTZLICHE ANGABEN NACH ARTIKEL 10 DER EU-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 14.6.2023 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 4.7.2023
vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2000 Abschlussprüfer.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Jahresabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an
den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht haben und
dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft
gewahrt haben.
AUFTRAGSVERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Peter Bartos.
Wien, am 25.4.2024
BDO Assurance GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
Mag. Peter Bartos ppa. Christoph Leutgeb, MSc (WU)
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten
Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss
samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.