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JAHRESFINANZBERICHT
2022
KONZERNABSCHLUSS FRAUENTHAL-GRUPPE 2022
3 KONZERNLAGEBERICHT
20 KONZERNABSCHLUSS
32 KONZERNANHANG
69 ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
72 ERKLÄRUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER
73 BESTÄTIGUNGSVERMERK
JAHRESABSCHLUSS FRAUENTHAL HOLDING AG 2022
78 LAGEBERICHT
96 JAHRESABSCHLUSS
114 ERKLÄRUNG DER GESETZLICHEN VERTETER
115 BESTÄTIGUNGSVERMERK
INHALTSVERZEICHNIS
KONZERNLAGEBERICHT
FRAUENTHAL HOLDING AG 2022
A. EINLEITUNG
DIE GRUPPE IM ÜBERBLICK
Im Geschäftsjahr 2022 trennt sich die Frauenthal-Gruppe von einer der drei Business Units in der Division Frauenthal Automotive, der
Business Unit Frauenthal Powertrain, in Form eines Management-Buy-outs. Frauenthal Powertrain war mit der Ausrichtung auf Ver-
brennungsmotoren vom Wandel der Antriebstechnologien und den derzeitigen Energiepreisen besonders betroffen.
Gemäß IFRS 5 wird über die veräußerte Business Unit Frauenthal Powertrain als aufgegebener Geschäftsbereich (Discontinued Opera-
tions) berichtet. Die Erläuterungen zur Geschäftsentwicklung beziehen sich zunächst auf den Gesamtkonzern und werden entspre-
chend IFRS 5 auf die fortzuführenden Geschäftsbereiche und den aufgegebenen Geschäftsbereich unterteilt. Die Daten der Vergleichs-
periode sind ebenfalls untergliedert in die fortzuführenden Geschäftsbereiche und den aufgegebenen Geschäftsbereich. Die fortzu-
führenden Geschäftsbereiche beinhalten die Division Frauenthal Handel sowie die Division Frauenthal Automotive mit den beiden
Business Units Frauenthal Gnotec und Frauenthal Airtank.
Die Frauenthal-Gruppe weist einen Gesamt-Umsatz in Höhe von MEUR 1.135,2 auf, der mit MEUR 1.057,1 aus den fortzuführenden
Geschäftsbereichen und mit MEUR 78,1 aus dem aufgegebenen Geschäftsbereich stammt. Insgesamt liegt der Gesamt-Umsatz damit
um MEUR 111,1 über dem Vorjahr (+10,9 %). Dieser Umsatzzuwachs ergibt sich in Höhe von MEUR 83,3 aus der Division Frauenthal
Handel und mit MEUR 36,0 aus den fortzuführenden Bereichen der Division Frauenthal Automotive. Die Division Frauenthal Handel
weist einen Jahresumsatz in Höhe von MEUR 823,6 (+11,3 %) auf, die fortzuführenden Bereiche der Division Frauenthal Automotive
erzielen im Geschäftsjahr 2022 einen Umsatz von MEUR 233,4 (+18,2 %).
Die Frauenthal-Gruppe erwirtschaftet 2022 ein Gesamt-EBITDA von MEUR 99,1 und liegt mit diesem Ergebnis um MEUR 38,1 über
dem Vorjahr – darin enthalten ist der Entkonsolidierungsertrag der Frauenthal Powertrain mit MEUR 15,6 sowie das Ergebnis des
aufgegebenen Geschäftsbereiches. Die fortzuführenden Bereiche der Division Frauenthal Automotive erzielen ein EBITDA in Höhe von
MEUR 17,3; der aufgegebene Geschäftsbereich verzeichnet inklusive dem Entkonsolidierungsertrag in Höhe von MEUR 15,6 ein
EBITDA von MEUR 17,1. Die Division Frauenthal Handel weist ein EBITDA von MEUR 66,9 aus und liegt damit um MEUR 28,1 (+72,6 %)
über dem Vorjahresergebnis.
Das Konzern-Eigenkapital steigt von MEUR 128,6 um MEUR 52,3 auf MEUR 180,9, was vorrangig auf das positive Jahresergebnis
zurückzuführen ist. Die Eigenkapitalquote von 25,9 % zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 erhöht sich per 31. Dezember 2022 auf
36,4 % – vor allem aufgrund des Jahresergebnisses, aber auch aufgrund des Wegfalls der Business Unit Frauenthal Powertrain, welche
ein negatives Eigenkapital aufwies.
WIRTSCHAFTLICHES UMFELD
Im Geschäftsjahr 2022 kommt es in den beiden Divisionen zu gegensätzlichen Entwicklungen der makroökonomischen Rahmenbe-
dingungen.
Die Division Frauenthal Handel bietet ein breites Portfolio an Produkten und Lösungen für seine Kunden im Sanitär-, Heizungs- und
Elektrogroßhandel an und ist maßgebend mit der österreichischen Bauwirtschaft verbunden. Stark steigende Baustoffpreise, Personal-
mangel sowie die hohe Inflation wirken sich negativ auf das Baugewerbe und somit auf das Bauwachstum (+ 0,2 %
1
gegenüber 2021)
aus. Dieser Trend ist im Bereich Neubau zu spüren. Gegensätzlich entwickeln sich die CO
2
-reduzierenden und energiekostensenkenden
Sanierungen und Investitionen wie in Wärmepumpen und Photovoltaik. Insbesondere die umfangreichen Förderaktionen, beispiels-
weise das Programm „Raus aus Öl und Gas“, wirken sich merkbar positiv auf die Division Frauenthal Handel aus. Das Gesamtwachstum
der Wirtschaft liegt um 4,8 % über dem Vorjahr.
1
94th Euroconstruct Country Report, Winter 2022.
3
Hingegen leidet der europäische Automobilmarkt nach wie vor unter den Folgen der COVID-19-Krise sowie an den Auswirkungen des
Ukraine-Russland-Krieges. Die Zulassungen im PKW-Markt
2
gehen um -5,5 % zurück, im Nutzfahrzeugmarkt
3
reduzieren sich die
Neuregistrierungen im Vergleich zu 2021 um -15,1 %. Hervorzuheben ist, dass sich im für Frauenthal wichtigen Segment der schweren
Nutzfahrzeuge ein gegenläufiger Effekt von +7,0 % im Vergleich zum Vorjahr ergibt. Im mittelschweren Segment geht das Volumen
um -11,6 % zurück, auch das volumenmäßig größte Segment der leichten Nutzfahrzeuge verringert sich um -18,4 %. Der europäische
Nutzfahrzeugmarkt schrumpft im Jahr 2022 auf 2,0 Millionen Einheiten, womit das Volumen unter jenes des Pandemiejahres 2020
(2,1 Mio. Einheiten) fällt. Dies ist in erster Linie durch die anhaltenden Probleme in den Lieferketten verursacht, welche die Verfügbar-
keit von Fahrzeugen während des gesamten Jahres beeinträchtigen. Der französische Markt ist mit -17,7 % am stärksten betroffen,
gefolgt von Spanien (-16,7 %), Deutschland (-11,0 %) und Italien (-10,5 %).
Der europäische PKW-Markt schrumpft um -5,5 %, was hauptsächlich auf die Auswirkungen des Komponentenmangels in der ersten
Jahreshälfte zurückzuführen ist. Obwohl sich der Markt von August bis Dezember 2022 verbessert hat, liegt das kumulierte Volumen
bei 10,6 Millionen Einheiten, dem niedrigsten Stand in der Region seit 1993 (9,2 Millionen Einheiten). Von den vier größten europäi-
schen Märkten konnte nur Deutschland im Jahr 2022 ein Wachstum verzeichnen (+1,1 %), was auf das gute Ergebnis im Dezember
zurückzuführen ist. Die anderen drei Märkte schneiden alle schlechter ab als im Jahr 2021: Italien verzeichnet den stärksten Rückgang
(-9,7 %), gefolgt von Frankreich (-7,8 %) und Spanien (-5,4 %).
Der für Frauenthal Automotive wichtigste Einzelkunde, Volvo PKW, verzeichnet in Europa einen Rückgang der Neuanmeldungen von
-12,5 %. Dies ist im Wesentlichen bedingt durch den Komponentenmangel in Europa und China – trotz voller Auftragsbücher mussten
die betroffenen Werke mehrmals für einige Tage schließen.
Weitere wesentliche Herausforderungen der Division Frauenthal Automotive liegen in den anhaltend hohen Rohmaterialkosten sowie
den gestiegenen Energie- und Personalkosten. Diese Entwicklung wird durch den Ukraine-Russland-Krieg zusätzlich beschleunigt und
verschärft.
FRAUENTHAL AUTOMOTIVE: UMSATZWACHSTUM TROTZ MARKTRÜCKGANG
Das Geschäftsjahr 2022 ist erneut geprägt von vielen Unsicherheiten und Herausforderungen. In den ersten Monaten des Jahres wird
mit Rekordausfällen im Personalbereich gekämpft: Aufgrund einer weiteren COVID-19-Welle in Mittel- und Osteuropa verzeichnet die
Division Frauenthal Automotive Krankenstandsraten von bis zu 40 %. Fast zeitgleich bricht der Ukraine-Russland-Krieg aus, der die
ohnehin bereits angekündigte Inflation für das Jahr 2022 zusätzlich in die Höhe treibt. Die Kundenabrufe verhalten sich über das
gesamte Jahr 2022 volatil und nicht vorhersehbar. Viele globale Lieferketten zeigen sich seit mehr als einem Jahr hochgradig instabil.
Der weltweite Mangel an Halbleitern, diversen Rohstoffen und Kabelbäumen zwingt die OEMs, deren Produktionskapazitäten zu
reduzieren. Engpässe in Verbindung mit Halbleitern führen zu mehrwöchigen Werksstillständen von Kunden, und die Produktionsstät-
ten der Division Frauenthal Automotive haben große Probleme, ihre Kapazitäten kurzfristig daran anzupassen.
Insgesamt gehen die Neuzulassungen von PKWs in Europa trotz der rekordtiefen Vergleichsbasis von 2021 zurück. Der LKW-Markt
schien im Jahr 2021 weniger von den globalen Lieferkettenproblemen betroffen gewesen zu sein, die initial vom Mangel an Halbleitern
ausgelöst wurden. Die Entwicklung im Jahr 2022 wird zusätzlich durch die Knappheit an Kabelbäumen und anderen Komponenten
verschärft, was zum signifikanten Rückgang der Neuregistrierungen auch im LKW-Bereich führt.
Erfreulich ist, dass es im abgelaufenen Geschäftsjahr allen Business Units gelingt, neue Kundenaufträge zu generieren und auslaufende
Mehrjahresvereinbarungen erfolgreich zu verlängern.
FRAUENTHAL HANDEL MIT UMSATZWACHSTUM
Die Geschäftsentwicklung der Division Frauenthal Handel ist von der Baukonjunktur in Österreich und von der Bereitschaft privater
Haushalte, in Sanierung und Erneuerung von Sanitär-, Heizungs-, Lüftungs- und Elektroeinrichtungen zu investieren, bestimmt. Die
steigenden Energiekosten und das nachhaltige Bewusstsein zum Klimaschutz führen zu einer höheren Bereitschaft zu Investitionen in
erneuerbare Energieanlagen und auch zur Sanierung und Erneuerung von Sanitär- und Heizungseinrichtungen. Insbesondere die För-
derprogramme der Bundesregierung entlasten private Haushalte und Betriebe beim Umstieg von einem fossil betriebenen auf ein
nachhaltiges Heizungssystem. Außerdem führt der gelungene Einstieg in den Elektrogroßhandel zu einem zusätzlichen Umsatzwachs-
tum außerhalb der angestammten Branche.
2
PKW-Markt siehe https://www.acea.auto/pc-registrations/passenger-car-registrations-4-6-in-2022-12-8-in-december/
3
Nutzfahrzeugmarkt siehe https://www.acea.auto/cv-registrations/commercial-vehicle-registrations-14-6-in-2022-5-1-in-december/
4
Die Sanierungsoffensive, die Preissteigerungen seitens der Industrie und die Verschiebung des Umsatzes zu Wärmepumpen, Wärme-
speicher und Photovoltaik führen zu einem Umsatzwachstum von 11,3 %. Die Ergebnisentwicklung basiert auf der Umsatzentwicklung
aufgrund der Preissteigerungen am Markt und dem Elektrowachstum, einer kontinuierlichen Margensteuerung und der Fokussierung
auf flexible und effiziente Kundenlösungen. Der Sanitär- und Heizungsmarkt ist weiterhin einem verschärften Verdrängungs- und
Preiskampf ausgesetzt, zusätzlich belastet der rückläufige Sanitärmarkt die Branche. Diese Marktbedingungen resultieren in einem
Umsatzwachstum von MEUR 83,3 bei einer steigenden Handelsmarge. Trotz des bestehenden Preiskampfes kann der Marktanteil der
Division Frauenthal Handel gehalten werden.
B. ERGEBNISANALYSE
Aufgrund des Verkaufs der Business Unit Frauenthal Powertrain wird die Gewinn-und-Verlust-Rechnung sowohl für den Gesamt-
Konzern als auch in die fortzuführenden Geschäftsbereiche und den aufgegebenen Geschäftsbereich aufgeteilt ausgewiesen. Die
nachfolgende Analyse bezieht sich – sofern nicht anders angegeben – auf den Gesamt-Konzern sowie die fortzuführenden Geschäfts-
bereiche. In der Vergleichsperiode 1–12/2021 wird das Ergebnis ebenso getrennt dargestellt.
UMSATZ
Der Konzernumsatz der Frauenthal-Gruppe liegt im Geschäftsjahr 2022 mit MEUR 1.135,2 um MEUR 111,1 bzw. 10,9 % über dem
Vorjahr und stellt den höchsten Umsatz in der Geschichte der Frauenthal-Gruppe dar.
Der Anstieg stammt mit MEUR 83,3 (11,3 %) aus der Division Frauenthal Handel und mit MEUR 36,0 (18,2 %) aus den fortzuführen-
den Bereichen der Division Frauenthal Automotive. Der Umsatz des aufgegebenen Geschäftsbereiches sinkt hingegen gegenüber dem
Vorjahr um MEUR -8,2.
UMSATZ NACH SEGMENTEN
in TEUR
2022
2021
Veränderung
Frauenthal Automotive
311.591
283.797
27.794
davon fortzuführende Geschäftsbereiche
233.449
197.444
36.005
davon aufgegebener Geschäftsbereich
78.142
86.353
-8.211
Frauenthal Handel
823.630
740.283
83.348
Holdings und Sonstige
7
7
0
Frauenthal-Gruppe
1.135.228
1.024.087
111.141
davon fortzuführende Geschäftsbereiche
1.057.086
937.734
119.352
davon aufgegebener Geschäftsbereich
78.142
86.353
-8.211
Das Geschäft der fortzuführenden Geschäftsbereiche der Division Frauenthal Automotive steigt gegenüber dem Vergleichszeitraum
um 18,2 %. Dieser Anstieg ist mit MEUR 27,4 auf die Business Unit Frauenthal Gnotec und mit MEUR 8,6 auf die Business Unit
Frauenthal Airtank zurückzuführen.
Der Umsatz der Division Frauenthal Handel steigt um 11,3 % und liegt im Geschäftsjahr 2022 bei MEUR 823,6. Dies ist vor allem auf
die Sanierungsoffensive, die Preissteigerungen seitens der Industrie und die Verschiebung des Umsatzes zu Wärmepumpen, Wärme-
speicher und Photovoltaik zurückzuführen.
Die erwirtschafteten Umsätze in Österreich in Höhe von MEUR 814,7 sind zum größten Teil der Division Frauenthal Handel zuzuordnen.
Die Umsätze in allen anderen Ländern sind im Wesentlichen auf die Division Frauenthal Automotive zurückzuführen, welche weltweit
agiert. Die Details der Umsätze nach Regionen sind der Konzern-Segmentberichterstattung zu entnehmen.
ERGEBNIS
Die Frauenthal-Gruppe erwirtschaftet 2022 ein Gesamt-EBITDA von MEUR 99,1 und liegt mit diesem Ergebnis um MEUR 38,1 über
dem Vorjahr. Die fortzuführenden Geschäftsbereiche der Frauenthal-Gruppe erzielen ein EBITDA von MEUR 82,0, das um MEUR 25,4
über dem Vorjahr liegt. Aus der Entkonsolidierung von Frauenthal Powertrain ergibt sich ein Entkonsolidierungsertrag in Höhe von
MEUR 15,6, der im EBITDA des aufgegebenen Geschäftsbereiches (MEUR 17,1) inkludiert ist.
Die fortzuführenden Geschäftsbereiche der Division Frauenthal Automotive erzielen ein EBITDA von MEUR 17,3 und liegen damit um
MEUR -2,2 unter dem Vorjahreswert.
5
Die Division Frauenthal Handel liegt um MEUR 28,1 über dem Vorjahreswert und kann somit MEUR 66,9 an EBITDA beisteuern – die
Ergebnisentwicklung basiert auf der Umsatzentwicklung aufgrund der Preissteigerungen am Markt und dem Elektrowachstum sowie
einer kontinuierlichen Margensteuerung.
EBITDA NACH SEGMENTEN
in TEUR
2022
2021
Veränderung
Frauenthal Automotive
34.425
23.953
10.472
davon fortzuführende Geschäftsbereiche
17.321
19.547
-2.226
davon aufgegebener Geschäftsbereich *
17.104
4.406
12.698
Frauenthal Handel
66.898
38.756
28.142
Holdings und Sonstige
-1.486
-1.635
149
Frauenthal-Gruppe
99.148
61.074
38.074
davon fortzuführende Geschäftsbereiche
82.044
56.668
25.376
davon aufgegebener Geschäftsbereich
17.104
4.406
12.698
in % vom Umsatz
8,7 %
6,0 %
2,8 %
in % vom Umsatz fortzuführende Geschäftsbereiche
7,8 %
6,0 %
1,7 %
* Der aufgegebene Geschäftsbereich beinhaltet im Jahr 2022 zusätzlich zum EBITDA der Business Unit Frauenthal Powertrain den Entkonsolidierungser-
trag iHv MEUR 15,6.
Die planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen erhöhen sich in den fortzuführenden Geschäfts-
bereichen gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um MEUR -0,4. Im Geschäftsjahr 2022 gibt es keine außerplanmäßigen
Abschreibungen (VJ: MEUR -4,9 im aufgegebenen Geschäftsbereich).
Das Finanzergebnis der Frauenthal-Gruppe in den fortzuführenden Geschäftsbereichen verschlechtert sich um MEUR -1,7 auf
MEUR -5,0 (VJ: MEUR -3,3 in den fortzuführenden Geschäftsbereichen) und ist vor allem auf höhere Zinsaufwendungen für Factoring
und Leasing sowie eine Abschreibung von Wertpapieren zurückzuführen.
Der gesamte Steueraufwand der fortzuführenden Geschäftsbereiche beträgt MEUR -11,2 und liegt damit um MEUR -7,5 über jenem
des Vorjahres. Dies ist vor allem auf die Ergebnisentwicklung sowie den Verbrauch von Verlustvorträgen in der österreichischen Steu-
ergruppe zurückzuführen.
6
ERGEBNISENTWICKLUNG
in TEUR
2022
2021
Veränderung
Umsatz
1.135.228
1.024.087
111.141
davon fortzuführende Geschäftsbereiche
1.057.086
937.734
119.353
davon aufgegebener Geschäftsbereich
78.142
86.354
-8.212
EBITDA
99.148
61.074
38.074
davon fortzuführende Geschäftsbereiche
82.044
56.668
25.376
davon aufgegebener Geschäftsbereich *
17.105
4.406
12.699
EBIT
65.525
22.267
43.258
davon fortzuführende Geschäftsbereiche
49.392
24.381
25.010
davon aufgegebener Geschäftsbereich *
16.133
-2.115
18.249
Finanzergebnis
-5.505
-3.950
-1.555
davon fortzuführende Geschäftsbereiche
-5.021
-3.344
-1.677
davon aufgegebener Geschäftsbereich
-484
-607
123
Ergebnis vor Steuern
60.020
18.316
41.705
davon fortzuführende Geschäftsbereiche
44.370
21.038
23.332
davon aufgegebener Geschäftsbereich *
15.650
-2.721
18.372
Ergebnis nach Steuern
48.537
14.130
34.407
davon fortzuführende Geschäftsbereiche
33.205
17.382
15.824
davon aufgegebener Geschäftsbereich *
15.332
-3.251
18.583
* Der aufgegebene Geschäftsbereich beinhaltet im Jahr 2022 zusätzlich zum Ergebnis des Business Unit Frauenthal Powertrain den Entkonsolidierungs-
ertrag iHv MEUR 15,6.
VERMÖGENS- UND FINANZLAGE
Die Bilanzsumme der Frauenthal-Gruppe steigt im Vergleich zum Vorjahr um MEUR 0,2 auf MEUR 496,9.
Die langfristigen Vermögenswerte sinken um MEUR -8,6 auf MEUR 201,3 im Vergleich zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 – dies
ist in Höhe von MEUR -10,5 auf den Abgang der Frauenthal Powertrain zurückzuführen.
Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhen sich um MEUR 8,8 gegenüber dem Vorjahr. Bei den Vorräten kommt es zu einem Anstieg
von MEUR 19,7 in der Division Frauenthal Handel aufgrund von vorgezogenen Einkäufen, um möglichen Preissteigerungen und Lie-
ferengpässen entgegenzuwirken. Gegenläufig sinken die Vorräte in der Division Frauenthal Automotive aufgrund des Abgangs von
Frauenthal Powertrain um MEUR 7,9 gegenüber dem Vorjahr. Während sich in der Frauenthal-Gruppe die Forderungen aus Lieferun-
gen und Leistungen gegenüber dem Vorjahr um MEUR 4,7 erhöhen, sinken die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um
MEUR -3,9.
Auf der Passivseite steigt das Eigenkapital von MEUR 128,6 um MEUR 52,3 auf MEUR 180,9. Hauptsächlich aufgrund des positiven
Jahresergebnisses iHv MEUR 48,5 und der versicherungsmathematischen Gewinne iHv MEUR 5,0. Gegenläufig verringert der Wäh-
rungsausgleichsposten das Eigenkapital um MEUR -1,3. Die Eigenkapitalquote von 36,4 % zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022
erhöht sich um 10,5 Prozentpunkte gegenüber dem Wert zum 31. Dezember 2021 iHv 25,9 %.
Der Rückgang der langfristigen Schulden um MEUR -38,6 ist in Höhe von MEUR -36,3 auf den Abgang von Frauenthal Powertrain
zurückzuführen. Die Personalrückstellungen verringern sich gegenüber dem Vorjahr um MEUR -31,8 auf MEUR 30,2 – diese Abwei-
chung resultiert mit MEUR -22,8 aus dem Abgang der Business Unit Frauenthal Powertrain und mit MEUR -6,4 aus gesunkenen Per-
sonalrückstellungen der fortzuführenden Geschäftsbereiche (die versicherungsmathematischen Gewinne aufgrund der gestiegenen
Zinssätze verringern die Personalrückstellungen um MEUR -5,0). Aufgrund des Verkaufs der Frauenthal Powertrain sinken die langfris-
tigen Finanzverbindlichkeiten um MEUR -7,0. Gegenläufig steigen die langfristigen Leasingverbindlichkeiten iHv MEUR 5,0 – dies ist
hauptsächlich auf gestiegene Leasingverbindlichkeiten in der Division Frauenthal Handel sowie in Frauenthal Gnotec China zurückzu-
führen; begründet ist dies in neuen Mietobjekten sowie der Aktualisierung der Einschätzung der Vertragslaufzeit bei unbefristeten
Mietverhältnissen. Die sonstigen langfristigen Schulden verringern sich gegenüber dem Vorjahr um MEUR -4,6.
Die kurzfristigen Schulden sinken um MEUR -13,6, wovon der Verkauf der Frauenthal Powertrain mit MEUR -12,9 zu Buche schlägt.
Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten reduzieren sich um MEUR -3,4 und die sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten sinken
um MEUR -11,5. Die Steuerrückstellung steigt aufgrund des Jahresergebnisses um MEUR 4,1 und die sonstigen kurzfristigen Rückstel-
lungen sinken um MEUR -3,1.
7
VERMÖGENS- UND FINANZLAGE
in TEUR
2022
2021
Veränderung
Langfristige Vermögenswerte
201.280
209.892
-8.612
Vorräte
191.659
185.179
6.480
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte
103.986
101.654
2.332
Summe Vermögenswerte
496.925
496.725
200
Eigenkapital
180.900
128.606
52.294
Langfristige Schulden
129.822
168.396
-38.574
Kurzfristige Schulden
186.203
199.723
-13.520
Summe Eigenkapital und Schulden
496.925
496.725
200
INVESTITIONEN (OHNE FINANZINVESTITIONEN)
Im Geschäftsjahr 2022 wurden MEUR 22,0 in die Umsetzung der Wachstums- und Qualitätsstrategie investiert. Die fortzuführenden
Geschäftsbereiche der Division Frauenthal Automotive investieren MEUR 11,0 schwerpunktmäßig in produktivitätsverbessernde Maß-
nahmen sowie Erweiterungen. Die Division Frauenthal Handel investiert MEUR 10,9 in die Erweiterung und Modernisierung der Logis-
tik- und Verkaufsflächen, in den Fuhrpark und in Digitalisierung.
Das Anlagevermögen der Frauenthal-Gruppe steigt um MEUR 0,6 von MEUR 196,0 auf MEUR 196,6.
ENTWICKLUNG ANLAGEVERMÖGEN
in TEUR
Immaterielles
Anlagevermögen
Sachanlagen
Nutzungsrechte
Leasing
Anlagen
gesamt
Buchwerte 01.01.2022
20.475
108.158
67.346
195.980
Abgang IFRS 5
-45
-7.994
-1.186
-9.225
IFRS 16 Modifikationen
0
0
18.050
18.050
Investitionen
1.169
20.807
6.325
28.301
Planmäßige Abschreibungen
-1.474
-14.558
-16.621
-32.653
Abgänge
0
-1.411
-1.224
-2.635
Währungsumrechnung und Sonstige
5
-884
-308
-1.187
Buchwerte 31.12.2022
20.130
104.118
72.382
196.631
8
KAPITALFLUSS- UND LIQUIDITÄTSENTWICKLUNG
Die Ausführungen zur Kapitalfluss- und Liquiditätsentwicklung beziehen sich auf die Gesamt-Werte der Frauenthal-Gruppe.
KAPITALFLUSSRECHNUNG
in TEUR
2022
2021
Veränderung
Kapitalfluss aus dem Ergebnis
74.374
56.478
17.895
davon aufgegebener Geschäftsbereich
1.308
3.775
-2.467
Kapitalfluss aus der operativen Geschäftstätigkeit
44.208
39.235
4.973
davon aufgegebener Geschäftsbereich
4.974
-2.356
7.330
Kapitalfluss aus der Investitionstätigkeit
-26.427
-20.119
-6.308
davon aufgegebener Geschäftsbereich
-6.138
-1.831
-4.307
Kapitalfluss aus der Finanzierungstätigkeit
-21.701
-24.653
2.952
davon aufgegebener Geschäftsbereich
-1.582
335
-1.917
Veränderung der liquiden Mittel
-3.920
-5.536
1.616
davon aufgegebener Geschäftsbereich
-2.747
-3.852
1.105
Liquide Mittel am Ende der Periode
44.572
48.492
-3.920
Der Kapitalfluss aus dem Ergebnis der Frauenthal-Gruppe steigt um MEUR 17,9 insbesondere aufgrund des höheren Ergebnisses.
Der Kapitalfluss aus der operativen Geschäftstätigkeit erhöht sich um MEUR 5,0, was auf die Veränderung des Working Capital vor
allem bei den Vorräten und den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zurückzuführen ist. Der Kapitalfluss aus der Investiti-
onstätigkeit beträgt MEUR -26,4. Die enthaltenen Investitionen für immaterielles Anlagevermögen und Sachanlagen belaufen sich im
Geschäftsjahr 2022 auf MEUR 22,2 (davon aus fortzuführenden Geschäftsbereichen MEUR 22,0).
Der Kapitalfluss aus der Finanzierungstätigkeit beträgt MEUR -21,7 und setzt sich wie folgt zusammen: Tilgung von Krediten
iHv MEUR -13,1 und Leasingverbindlichkeiten von MEUR -18,6 sowie Aufnahme von Krediten iHv MEUR 10,1 (wobei in dieser Position
der Höchststand an ausgenützten Betriebsmittellinien enthalten ist).
Die Nettoverschuldung der Frauenthal-Gruppe sinkt um MEUR 1,2 und beträgt per 31. Dezember 2022 MEUR 89,1 (Nettoverschul-
dung per 31. Dezember 2021: MEUR 90,3).
C. ANGABEN GEM. § 243A UGB
In der ordentlichen 33. Hauptversammlung der Gesellschaft vom 30. Juni 2022 wurde die vereinfachte Herabsetzung des Grundkapi-
tals um EUR 783.499 gemäß § 192 Abs 3 Z 2 und § 192 Abs 4 AktG durch Einziehung von 783.499 Stück eigener Aktien mit einem
anteiligen Betrag am Grundkapital von EUR 783.499 und die entsprechende Änderung der Satzung beschlossen. Infolgedessen redu-
ziert sich das Grundkapital der Gesellschaft auf EUR 8.651.491.
Die Frauenthal Holding AG weist ein Grundkapital von EUR 8.651.491,00 auf, das sich auf insgesamt 6.751.491 auf Inhaber lautende
Stückaktien und 1.900.000 nicht notierte Namensaktien verteilt. Jede Aktie ist am Grundkapital im gleichen Umfang beteiligt. Per
31. Dezember 2022 sind keine eigenen Aktien (VJ: 783.499 Stück) vorhanden. Der Anteil der eigenen Aktien beträgt somit 0,0 %
(VJ: 8,30 %) des Grundkapitals. Der Streubesitz beträgt 2.728.575 Stück Aktien, somit 31,54 % (VJ: 2.728.575 Stück Aktien,
28,92 %), wobei davon rund 12,71 % (VJ: 11,66 %) auf die MCI Miritz Citrus Ingredients GmbH entfallen. Der Anteil der Hauptakti-
onäre, der FT Holding GmbH und der Ventana Holding GmbH, beträgt 5.922.916 Stück Aktien, somit 68,46 % (VJ: 5.922.916 Stück
Aktien, 62,78 %).
Es bestehen keine besonderen Kontrollrechte für einzelne Aktionäre. Es bestehen keine über die gesetzlichen Vorschriften hinausge-
henden Rechte zur Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie zur Änderung der Satzung.
9
Der Vorstand wurde in der ordentlichen 33. Hauptversammlung vom 30. Juni 2022 ermächtigt, für die Dauer von fünf Jahren (a) das
Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats um insgesamt höchstens EUR 4.325.745,00 durch Ausgabe von bis
zu 4.325.745 auf Inhaber und/oder auf Namen lautenden Stückaktien mit Stimmrecht gegen Bareinlagen oder gegen Sacheinlagen
einmal oder mehrmals zu erhöhen, (b) hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre gegebenenfalls dann
ganz oder teilweise auszuschließen, wenn das Grundkapital (i) zum Zweck der Durchführung eines Programms für Mitarbeiterbeteili-
gung oder eines Aktienoptionsplans einschließlich von Mitgliedern des Vorstands und leitenden Angestellten jeweils der Gesellschaft
oder von mit dieser verbundenen Unternehmen, (ii) sonst gegen Bareinlage, wenn in Summe der rechnerisch auf die gegen Bareinlage
unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien entfallende Anteil am Grundkapital der Gesellschaft die Grenze von 20 %
(zwanzig Prozent) des Grundkapitals der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung nicht übersteigt, oder (iii) gegen
Sacheinlagen, insbesondere von Unternehmen, Unternehmensteilen, Betrieben, Teilbetrieben oder Anteilen an einer oder mehreren
Gesellschaften oder anderer mit einem Akquisitionsvorhaben im Zusammenhang stehenden Vermögensgegenstände oder zum Erwerb
sonstiger Vermögensgegenstände (einschließlich Forderungen Dritter gegen die Gesellschaft oder mit der Gesellschaft verbundenen
Unternehmen), erhöht wird sowie (c) mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Art der neu auszugebenden Aktien (auf Inhaber und/oder
auf Namen lautend), den Ausgabebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen, einschließlich der Einräumung eines mittelbaren
Bezugsrechts gemäß § 153 Abs 6 AktG, festzusetzen (Genehmigtes Kapital 2022).
In wesentlichen Liefer- und Bezugsverträgen des Konzerns sind Change-of-Control-Klauseln enthalten. Eine detaillierte Bekanntma-
chung dieser Vereinbarungen würde dem Konzern erheblichen Schaden zufügen und kann daher unterbleiben.
D. RISIKOBERICHT
Gemäß der Regel 69 des Österreichischen Corporate Governance Kodex wurde ein konzernweites Risikomanagementsystem (RMS)
eingerichtet. Risikoquellen werden systematisch identifiziert, bewertet und vordefinierte Strategien im Umgang mit den Risiken fest-
gelegt. Ein wesentliches Element des RMS sind Frühwarnindikatoren, die systematisch erfasst, analysiert und berichtet werden. Der
Umgang mit den Risiken ergibt sich aus der Einordnung in die Risikomatrix, die regelmäßig aktualisiert wird: aktives Management,
laufende Beobachtung oder fallweise Beobachtung. Das interne Kontrollsystem (IKS), dessen Kernelemente das Controlling, Reporting,
die interne Revision und die Managementmeetings auf allen Ebenen sind, wird laufend an die Erfordernisse des RMS angepasst.
ÜBERBLICK SITUATION COVID-19-KRISE
Division Frauenthal Automotive
Insgesamt bewältigt die Division Frauental Automotive das Jahr 2022 in vielerlei Hinsicht besser als der Branchendurchschnitt. Lokale
Lockdowns, Störungen in den globalen Lieferketten und Corona-Hotspots in der unmittelbaren Umgebung der Werke zwingen zu
einer kontinuierlichen Anpassung der Kapazitäts- und Ressourcenplanung. Durch den flexiblen Einsatz von Leihpersonal sowie Arbeits-
zeitkonten kann effektiv gegengesteuert werden. In Spitzenzeiten weisen einige Werke Krankenstandsraten von bis zu 40 % der
Belegschaft aus – bedingt durch Corona-Infektionen, direkten Kontakt mit Infizierten (Quarantäne) oder Kinderbetreuung. Dank des
außerordentlichen Engagements aller Mitarbeitenden und der lokalen Managementteams kann die Kundenversorgung trotzdem zu
jeder Zeit sichergestellt werden.
Division Frauenthal Handel
In der Division Frauenthal Handel kommt es im Jahr 2022 durch die COVID-19-Krise zu keinen besonderen Einschränkungen.
MARKTRISIKO
Die Automobilindustrie muss einen technologischen Wandel sowie die Konsequenzen der COVID-19-Krise (Verknappung bei den
Halbleitern, Preiserhöhung von Energie und Rohstoffen etc.) verkraften und bewältigen. Hinzu kommt die instabile politische Situation
insbesondere in Europa, die durch den Ukraine-Russland-Krieg initiiert wurde und für zusätzliche Unsicherheit im globalen Markt sorgt.
Das größte Marktrisiko besteht kurzfristig in Unterbrechungen der Lieferketten oder Personalmangel in den Montagewerken der OEM-
Kunden (Original Equipment Manufacturer).
Positiv könnte sich ein im Geschäftsjahr entstandener Auftragsbestand bei den Kunden auswirken, da die Auftragsbücher derzeit
überdurchschnittlich gut gefüllt sind.
PKW-Bereich (rund 55 % des Umsatzes von Frauenthal Automotive):
• Die Transformation in der Automobilbranche in Verbindung mit der Corona-Krise führt zu Neuevaluierungen der Produkt-
planungen der OEMs. Zahlreiche neue Fahrzeugprojekte werden gestoppt, verschoben oder verändert. Dies bedingt Chan-
cen und Risiken für Frauenthal Automotive, jedenfalls zusätzliche Planungsunsicherheit. Inwiefern diese Veränderungen für
Frauenthal Automotive positiv oder negativ sind, ist derzeit nicht abschätzbar.
10
• Für Frauenthal Gnotec hat die Entwicklung der Elektromobilität große Relevanz. Die aktuellen Markt- und Technologietrends
in Europa lassen einen starken Anstieg des Volumens an BEV
4
(Battery Electric Vehicles, also reinen E-Fahrzeugen) erwarten.
Nach den vorliegenden Zahlen haben sich deren Neuzulassungen im Jahr 2022 um 28 % gegenüber dem Vergleichszeit-
raum des Vorjahres erhöht. Seit dem MBO von Frauenthal Powertrain im November 2022 sieht sich Frauenthal Automotive
von dieser Entwicklung in der Industrie nicht unmittelbar betroffen.
• Im Berichtsjahr können vor allem im Produktbereich von Frauenthal Gnotec Neuaufträge von bestehenden Kunden gewon-
nen werden. Der Umsatzanteil dieses Neugeschäftes wird in den nächsten Jahren stark ansteigen. Verzögerungen im Hoch-
fahren neuer Fahrzeugmodelle sind nichts Ungewöhnliches und führen zu steigender Unsicherheit der Umsatzplanungen in
den kommenden Jahren, da das Neugeschäft ein wesentlicher Wachstumstreiber ist.
• Der US-Markt und der chinesische Markt gewinnen für Frauenthal Automotive zunehmend an Bedeutung; die Volatilität
dieser Märkte ist daher als zusätzlicher Chancen- bzw. Risikofaktor relevant.
• Die Krise und die technologische Transformation der Automobilbranche werden voraussichtlich auch erhebliche Auswirkun-
gen auf die Wettbewerbslandschaft der Automobilzulieferer haben. Zahlreiche, vor allem kleinere Zulieferer werden in Folge
der Krise finanziell instabil; inwiefern eine Marktbereinigung durch Insolvenzen stattfinden wird, hängt vom Verhalten der
OEM-Kunden ab, die nicht selten Lieferanten finanziell unterstützen, um Versorgungssicherheit zu gewährleisten bzw. hohe
Verlagerungskosten zu vermeiden.
• Ein weiterer Trend der Branche ist das zunehmende Outsourcing der OEM-Kunden, auch im Chassis-Bereich. Hier ist vor
allem Frauenthal Gnotec tätig. Zulieferer, die sowohl komplexere Komponenten herstellen als auch Design- und Entwick-
lungsleistungen anbieten können, haben einen Wettbewerbsvorteil. Auch hier weist Frauenthal Automotive eine gute Wett-
bewerbsfähigkeit auf: Engineering-Kompetenz und Kundennähe sind traditionelle Stärken. Der Entwicklung von Systemfä-
higkeit und Entwicklungskompetenz sind aber kapazitative Grenzen gesetzt. Sollten OEM-Kunden zunehmend Outsourcing-
Partner für immer komplexere Strukturen nachfragen, sowohl für Entwicklung als auch Produktion, wird Frauenthal Auto-
motive an Grenzen stoßen. Zurzeit sind aber keine diesbezüglich relevanten Markttrends erkennbar, die für Frauenthal
Automotive problematisch wären.
NFZ-Bereich (rund 45 % des Umsatzes von Frauenthal Automotive):
• Der NFZ-Markt entwickelt sich im Jahr 2022 stark negativ und schlechter als der PKW-Markt. Hier führt die Halbleiterkrise
sowie die Knappheit an Kabelbäumen zu signifikanten Ausfällen, was den Markt in Summe im Vergleich zum Vorjahr um
-15,1 % schrumpfen lässt. Der für Frauenthal relevante Markt der schweren Nutzfahrzeuge entwickelt sich gegenläufig und
wächst um +7,0 %.
• Im Bereich der schweren NFZ ist kurz- und mittelfristig keine Substitution der Verbrennungsmotoren durch elektrische An-
triebe in nennenswertem Ausmaß zu erwarten.
Als Folge des Ukraine-Russland-Konflikts kommt es wie erwartet zum Nachfragerückgang insbesondere im LKW-Markt und zu einer
weiteren deutlichen Erhöhung der ohnehin schon stark gestiegenen Energiekosten, insbesondere in Deutschland, Tschechien und der
Slowakei. Die bereits 2021 bestehenden Schwierigkeiten bei den Lieferketten, die Halbleiterverknappung sowie die steigende Inflation
beschleunigt sich teilweise massiv. Die Entwicklung der Stahlpreise kann sich im Berichtsjahr auf einem sehr hohen Level annähernd
stabilisieren. Versorgungsengpässe mit Kabelbäumen bleiben weiterhin ein Thema in der Branche, akute Probleme können aber zu-
meist von den OEMs selbst kompensiert werden. Unterjährig kommt es wie im Jahr davor zu einer Vielzahl an Produktionsunterbre-
chungen bei allen OEMs.
Die Division Frauenthal Handel hängt als Zulieferer des Baunebengewerbes mit dem Bereich Sanitär-, Heizungs- und Elektrogroßhandel
leicht zeitversetzt substanziell von der Baukonjunktur ab. Trotz der positiven Marktentwicklung im Jahr 2022, die allerdings von einer
Sonderkonjunktur und Preissteigerungen getrieben war, dominiert wie in den Vorjahren ein aggressiver Preiswettbewerb.
Die Wettbewerbslandschaft ist durch Lieferengpässe und Rohstoffpreissteigerungen gekennzeichnet. Ein mögliches Abflauen der In-
vestitionsbereitschaft aufgrund der Teuerungen spielt eine wesentliche Rolle.
Die Marke Kontinentale ist ein Fachhandelsunternehmen für Armaturen- und Rohrleitungstechnik insbesondere für Anwendungen im
Bereich Infrastruktur (Gas, Wasser, Kanal, Straße). Der Erfolg in diesem Geschäftsbereich ist von der Investitionsbereitschaft der Kom-
munen und Kommunalbetriebe sowie vom Investitionsbedarf der Industrie abhängig.
Die kurz- und mittelfristige Entwicklung der Baukonjunktur unterliegt der ständigen Beobachtung von Vertrieb und Einkauf. Der Vor-
stand wird laufend über die Marktentwicklung informiert.
4
BEV Entwicklung siehe https://www.acea.auto/fuel-pc/fuel-types-of-new-cars-battery-electric-12-1-hybrid-22-6-and-petrol-36-4-
market-share-full-year-2022/
11
KUNDENRISIKO
Bei den Herstellern von PKWs und Nutzfahrzeugen handelt es sich um sehr große, international tätige Unternehmen. Zum Berichts-
zeitpunkt sind keine Entwicklungen erkennbar, die Zahlungsausfälle der großen OEM-Kunden oder anderer großer Tier-1-Kunden
erwarten lassen. Frauenthal Automotive beliefert auch einige kleinere Tier-1-Lieferanten, bei denen Zahlungsausfälle auftreten können.
Diese Kunden machen einen untergeordneten Anteil des Geschäftsvolumens aus, und es bestehen Maßnahmen zur Begrenzung dieses
Risikos. Die regelmäßig auftretenden Zahlungsverzögerungen bei kleineren Forderungsbeträgen konnten in der Vergangenheit immer
einvernehmlich mit dem Kunden gelöst werden. Für einen Großteil der Kunden besteht im Rahmen von Factoring-Verträgen eine
Kreditausfallversicherung. Insgesamt ist das Risiko von Forderungsausfällen bei Frauenthal Automotive gering, Schadensfälle im Bereich
mehrerer EUR 100.000 können nicht vollständig ausgeschlossen werden. Die Situation wird aufgrund der Marktentwicklung im Ge-
schäftsjahr mit erhöhter Aufmerksamkeit verfolgt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind bei Frauenthal Automotive keine relevanten
Zahlungsausfälle aufgetreten.
Die Produktion der OEMs setzt das Funktionieren der gesamten Zulieferkette voraus. Neben den COVID-19-Maßnahmen, welche die
Verfügbarkeit von Personal gefährden und/oder Transportprobleme verursachen, stellt im Jahr 2022 die Verknappung an Halbleitern
ein weiteres Risiko insbesondere im PKW-Bereich dar, was Produktionsunterbrechungen bei einzelnen Kunden verursacht. Hinzu
kommt seit dem Ukraine-Russland-Krieg auch die Verknappung von Kabelbäumen, die ebenso im Bereich der Nutzfahrzeuge Auswir-
kungen zeigt. Die Effekte für Frauenthal Automotive sind aufgrund der großen Kundenanzahl gemildert, sofern keine Großlieferanten
für die gesamte Industrie ausfallen sollten. Frauenthal Automotive muss lieferfähig bleiben, weil ansonsten hohe Vertragsstrafen dro-
hen.
Frauenthal Automotive arbeitet mit einem Großteil der Kunden langjährig zusammen; dies umfasst auch die Mitarbeit an Produkt-
und Modelländerungen. Trotzdem erhöhen die Globalisierungsstrategien der OEM-Kunden und die Zollpolitik einiger Exportmärkte
(z. B. Brasilien, USA, China) das Risiko von Produktionsverlagerungen außerhalb Europas und steigern das Risiko, dass der Wettbewerb
durch außereuropäische Lieferanten zunimmt.
Darüber hinaus kann die Globalisierungsstrategie für Frauenthal Automotive zur Kundenforderung einer weltweiten Präsenz führen,
um die Stellung als Lieferant bei einzelnen Kunden aufrechtzuerhalten bzw. um neue Kunden zu gewinnen. Mit den Standorten in
Kunshan (China) und Fountain Inn (SC; USA) ist Frauenthal Automotive gut aufgestellt, um die Local-Content-Erfordernisse der Kunden
abzudecken.
Im Bereich der Produktion von Fahrzeugkomponenten wie Druckluftbehälter, Schweiß-, Stanz- und Umformteilen werden üblicher-
weise ein- oder mehrjährige Lieferverträge abgeschlossen, die die Produkte und Konditionen definieren, aber keine verbindlichen
Liefermengen für den Gesamtzeitraum festlegen, da diese von der Marktnachfrage abhängen. In der Regel schließen die Kunden keine
sogenannten Single-Source-Verträge ab. Dies bedeutet, dass aus vertraglicher Sicht Kunden ihre Bestellungen in bestimmten, begrenz-
ten Bandbreiten zu Wettbewerbern verlagern können. Faktisch ist es jedoch meist so, dass aus ökonomischen und technischen Grün-
den für einen Großteil der Teilenummern Frauenthal der einzige Lieferant ist und die Kunden kurz- bis mittelfristig keine Alternativlie-
feranten für einzelne Produkte haben. Der Abschluss und die Verlängerung von solchen Verträgen hängen von der Wettbewerbsfä-
higkeit des Zulieferers ab. Die Kundenentscheidungen werden dabei primär durch die Preise und die Fähigkeit, kontinuierliche Produk-
tivitätsverbesserungen und auch Kostensenkungen an die Kunden weiterzugeben, bestimmt. Darüber hinaus spielen Lieferfähigkeit,
Produktqualität, Zuverlässigkeit und technische Kompetenz bei Neuentwicklungen eine Rolle. Im Produktbereich der Business Unit
Frauenthal Gnotec bestehen überwiegend Aufträge für den gesamten Produktlebenszyklus der Fahrzeugmodelle bzw. Plattformen des
Kunden, sodass die Prognose der Umsatzentwicklung eine höhere Verlässlichkeit aufweist als in den anderen Produktbereichen.
Zwischen der Auftragserteilung, die in der Entwicklungsphase eines PKW- oder LKW-Modells erfolgt, und dem Produktionsanlauf
(SOP) kann ein Zeitraum von mehreren Jahren liegen, in dem Kapital in Form von Werkzeugen, Anlagevermögen oder Sicherheitsbe-
ständen gebunden sein kann. Frauenthal ist daher dem Risiko von Verzögerungen im Entwicklungs- und Markteinführungsprozess der
Kunden und nicht erreichten Vertriebszielen ausgesetzt. Diese Risiken werden durch genaues Monitoring der Kunden und durch ent-
sprechende Zahlungsziele mit Werkzeug- und Maschinenlieferanten sowie Finanzierungslösungen im Anlagebereich abgemildert.
Die bedeutendsten Risiken in den Kundenbeziehungen ergeben sich aus dem Markteintritt neuer Wettbewerber, die es den Kunden
erlauben, Preisdruck auszuüben. Obwohl die Kunden kurzfristig nur in Ausnahmefällen Volumen an Wettbewerber verlagern können,
kann sich Frauenthal Automotive dem kontinuierlichen Preisdruck der Kunden kaum entziehen, da die Ertragskraft der Fahrzeugher-
steller maßgeblich von den Einkaufspreisen und somit auch dem Preisdruck, den sie auf die Lieferanten ausüben können, bestimmt
ist. Um zu verhindern, dass OEM-Kunden aktiv Alternativlieferanten zu Frauenthal Automotive entwickeln, sind kontinuierliche Preis-
senkungen und damit einhergehend kontinuierliche Produktivitätsverbesserungen ein Kernelement des Geschäftsmodells. Der Fokus
der Investitionen liegt daher auf produktivitätssteigernden Maßnahmen, die meist mit der Automatisierung von Produktionsprozessen
erreicht werden.
12
Der Sanitär-, Heizungs- und Elektrogroßhandel ist geprägt von einer Vielzahl an Kunden aus der Installationsbranche, aber auch von
größeren Abnehmern wie Baumärkten, Bauträgern, öffentlichen Einrichtungen und Kommunen. Private Endabnehmer werden nicht
direkt beliefert. Maßgeblich für den Geschäftserfolg sind kompetitive Einkaufspreise und Einkaufsbedingungen für das Handelssorti-
ment, die logistische Leistungsfähigkeit bei Warenverfügbarkeit und Zustellung sowie die Vorfinanzierungsfunktion durch den Groß-
händler.
Der Wettbewerb zwischen den Großhändlern kann bei einem aggressiven Kampf um Marktanteile zu einem Preisverfall führen; aller-
dings ist aufgrund anderer, stabilisierender Elemente der Kundenbeziehung (Warenverfügbarkeit, logistische Verlässlichkeit, Finanzie-
rung, technische Betreuung, Schnittstellenanbindung, Eigenmarken etc.) der Preis nicht allein ausschlaggebend, sodass den Risiken
des Preiswettbewerbs mit diesen Leistungskomponenten entgegengewirkt werden kann. Aufgrund ihrer führenden Marktposition,
des flächendeckend ausgebauten Standortnetzes und der logistischen Leistungsfähigkeit ist die Division Frauenthal Handel im Wett-
bewerb sehr gut positioniert und für viele Kunden bevorzugter Lieferant.
Die Kunden sind überwiegend Gewerbetreibende mit den für die Installationsbranche und für kleine Unternehmensgrößen charakte-
ristischen Zahlungsrisiken. Eine Analyse von Europas Gläubigerschutzorganisation Creditreform hat gezeigt, dass die Zahl der Firmenin-
solvenzen im Jahr 2022 gegenüber dem Vorjahr um rund 60 % gestiegen ist. Besonders zu beachten ist der Anstieg um rund 96 %
bei den abgewiesenen Insolvenzverfahren des gesamten Wirtschaftsjahres 2022. Es ist davon auszugehen, dass ein weiterer Anstieg
im Jahr 2023 bevorsteht.
Um diesen Risiken entgegenzuwirken, wird aktives Kundenrisikomanagement betrieben. Kundenratings und Kreditlimits werden lau-
fend beobachtet und angepasst, um Insolvenzrisiken frühzeitig zu erkennen. Unregelmäßigkeiten im Zahlungsverhalten der Kunden
werden konsequent verfolgt. Belieferungslimits, die laufend an das Zahlungsverhalten angepasst werden, reduzieren das Forderungs-
ausfallsrisiko. Zusätzlich wird das Ausfallsrisiko von Zahlungen über Warenkreditversicherungen deutlich gemindert.
PERSONALBESCHAFFUNGSRISIKEN
Die Maßnahmen zur Bekämpfung der COVID-19-Situation führen an einigen Standorten von Frauenthal Automotive zu vorüberge-
henden Personalengpässen – meist bedingt durch Quarantänemaßnahmen. Besonders betroffen sind die Standorte Čadca (Slowakei),
Hustopeče (Tschechien) und Elterlein (Deutschland). Auch die schwedischen Standorte sind, wenn auch in geringerem Ausmaß, be-
troffen. Durch den Einsatz von Leiharbeitern, Zusatzschichten und Sonderfrachten kann die Kundenbelieferung jederzeit sichergestellt
werden. Diese Maßnahmen verursachen allerdings Zusatzkosten.
Abgesehen von der temporären Krisensituation ist der Personalmarkt in Tschechien und der Slowakei aufgrund des starken Wachstums
der Automobilindustrie in den CEE-Ländern (sowohl in OEM-Standorten als auch in der Zulieferindustrie) aus Arbeitgebersicht ungüns-
tig. Eine zunehmende Verknappung qualifizierter Arbeitskräfte ist prognostizierbar. Die Folgen dieser Entwicklung sind einerseits Lohn-
kostensteigerungen deutlich über den Produktivitätssteigerungen und zunehmende Risiken von Produktionsausfällen. Vor diesem Hin-
tergrund werden Gegenmaßnahmen ergriffen, die einerseits die Attraktivität von Frauenthal Automotive als Arbeitgeber steigern und
andererseits den Bedarf an Arbeitskräften durch Investitionen in Automatisierungsmaßnahmen reduzieren. Diese Maßnahmen zeigen
im Berichtsjahr bereits Wirkung. Schließlich stellt sich strategisch die Frage der Standortpolitik.
Die Problematik des allgemeinen Fachkräftemangels ist auch im Jahr 2022 das dominierende Arbeitsmarkt-Thema, das weiterhin auch
vor der Division Frauenthal Handel nicht Halt macht.
Bei einem wachstumsbedingt leicht steigenden Personalstand im Ausmaß von 3,7 % und damit eingehergehend einem Plus an neu
zu besetzenden Positionen ist die Anzahl der Bewerbungen pro offene Stelle im allgemeinen Durchschnitt weiterhin rückläufig, wobei
2022 in einzelnen Berufsfeldern regional erstmals nach mehreren Jahren auch wieder eine zarte Trendumkehr bemerkbar ist. So ist
beispielsweise ein leichtes Plus an verfügbaren LKW-Chauffeuren am Arbeitsmarkt zu registrieren, während es an qualifizierten Fach-
kräften etwa im Bereich der erneuerbaren Energie massiv mangelt.
Die Fluktuationsrate, also der Anteil der dienstnehmerinitiierten Austritte an der Gesamtbelegschaft, steigt von 7,01 % im Jahr 2021
auf 8,89 % im Jahr 2022 weiterhin an. Beide Werte liegen im Quervergleich mit anderen Unternehmen auf einem nach wie vor
niedrigen Niveau.
Die Unternehmensgruppe begegnet dieser Entwicklung mit einer breiten Offensive an Maßnahmen in den Bereichen „Attraktivität der
Arbeitgeber-Marke/n“, „Neue Wege in der Bewerberansprache“, „Aus- und Weiterbildung, Qualifikation, Um- und Aufschulung“
sowie allem voran dem sogenannten „Retention Management“, also der Bindung der bestehenden Mitarbeitenden an das Unterneh-
men.
2022 wurde die Markenarchitektur der Gruppe im Hinblick auf Wiederkennung und Attraktivität als Arbeitgeber überarbeitet, sodass
man nunmehr einheitlich unter der Dachmarke Frauenthal Handel Gruppe auftritt. Diese Maßnahme findet 2022 in der Zuerkennung
mehrerer Gütesiegel im Bereich Employer Branding bereits erfreulichen Niederschlag: So wird die Frauenthal Handel Gruppe etwa als
„Beliebter Lehrbetrieb“ und als „Top Company“ ausgezeichnet.
Ebenfalls in das aktuelle Berichtsjahr fällt die erfolgreiche Neugestaltung und Veröffentlichung des gruppeneigenen Karriereportals
„frauenthal-jobs.at“, in dessen Hintergrund mit „Onlyfy“ (www.onlyfy.com) ein gleichfalls 2022 neu implementiertes Bewerberma-
nagement-Tool zum Einsatz kommt.
13
Mit der konsequenten Fortsetzung des großen 2021 begonnenen divisionsweiten „Vision – Mission – Werte“-Prozesses mit dem
Leitmotiv des „Kunden-KOMPASS“ sowie einer Vielzahl an 2022 wieder in Präsenz abgehaltenen Mitarbeitenden-Events wurde massiv
in die Stärkung der Unternehmenskultur investiert.
Der außergewöhnliche Wert von 84 % Weiterempfehlungsquote auf der führenden Bewertungsplattform „kununu“, welcher sich
mehrheitlich aus den Feedbacks von aktuellen und ehemaligen Mitarbeitenden speist, liegt weit über allen relevanten Benchmarks und
attestiert, dass die Bestrebungen zur Attraktivierung der „Arbeitgebermarke Frauenthal Handel Gruppe“ Früchte tragen.
UMWELTRISIKEN
Die Unternehmen von Frauenthal Automotive erfüllen alle umweltrelevanten Auflagen, gesetzlichen Bestimmungen, Verordnungen
und Bescheide. Die Mitarbeitenden werden über alle Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsbelange umfassend informiert und ge-
schult.
Die Standorte von Frauenthal Automotive sind industrielle, metallverarbeitende Betriebe, die auch teilweise thermische Verfahren
(Härten, Warmformung, Schweißen) in der Fertigung einsetzen. Daraus ergeben sich generell Risiken aus den Abfällen und Abwässern
dieser Betriebe.
Einige Standorte befinden sich auf Liegenschaften, die schon seit vielen Jahrzehnten als Industriestandorte genutzt werden. Die daraus
resultierende Kontamination von Böden verursacht in der Regel kein Umweltrisiko, solange keine Emissionen auftreten oder die um-
weltrelevanten Auflagen verändert werden. Für einige Standorte liegen Berichte aus einer Umwelt-Due-Diligence vor. Dem Manage-
ment sind potenzielle Umweltrisiken bekannt und es werden daher die geeigneten Maßnahmen zur Minimierung von Umweltrisiken
getroffen.
Generell hat sich nach dem Verkauf der Business Units Stahlfedern (im Jahr 2014) und U-Bolts (im Jahr 2018) das Risiko von Umwelt-
schäden für die Frauenthal-Gruppe reduziert. Die von Frauenthal Automotive aktuell betriebenen Standorte weisen aufgrund der
Produktionsprozesse ein geringeres Umweltrisiko auf. Aus den Kaufverträgen für die verkaufte Business Unit U-Bolts bestehen ab dem
Jahr 2022 keine Umweltrisiken. Die gewährten Garantien sind mit Juni 2022 ausgelaufen.
Die Division Frauenthal Handel ist im Handel von Sanitär-, Heizungs- und Installationsprodukten und seit 2020 auch im Handel von
Elektromaterial tätig. Die Gruppe verfügt über eine österreichweite Vertriebs- und Logistikinfrastruktur sowie einen eigenen Fuhrpark.
Das Lagersortiment beinhaltet rund 50.000 überwiegend technische Artikel. Im Sortiment sind keine gefährlichen Güter mit potenzi-
eller Belastung für die Umwelt enthalten. Es gibt sowohl im Sanitär- als auch im Heizungssegment ein breites Handelssortiment an
Artikeln, die besonders umwelt-, energie- oder ressourcenschonend sind. Es sind diesbezüglich keine Umweltrisken bekannt. An eini-
gen Logistik-Standorten von Frauenthal Handel bestehen Umweltrisiken in Form von Lärmemissionen, die zu einer Einschränkung der
Betriebszeiten führen.
Für alle bekannten Risiken sind „Risk Owner“ definiert, die für das Management der Risiken zuständig sind. Über die Entwicklung der
Risiken wird sowohl in den regelmäßigen Risikoberichten als auch in monatlichen Management Reportings berichtet. Falls es Vor-
kommnisse gibt, die eine Änderung im Risikomanagement erfordern könnten, wird dies von den „Risk Owners“ an die jeweilige
Geschäftsführung und im Falle von bedeutenden Ereignissen an den Vorstand berichtet.
BETRIEBLICHE RISIKEN
Bremsdruckbehälter und Karosserieteile werden durch Erwärmung von Stahl, Umformprozesse (Pressen, Stanzen), teilweise Schweißen
und anschließender Oberflächenbehandlung erzeugt. Schweiß-, Stanz- und Umformteile werden meist in hochautomatisierten Pro-
duktionsprozessen hergestellt. Bei all diesen Prozessen gibt es Produktionsausfallsrisiken und Sicherheitsrisiken. Im Berichtsjahr waren
diesbezüglich keine signifikanten Vorfälle zu verzeichnen. Der Optimierung der Sicherheit in der Produktion wird über die gesetzlich
erforderlichen Standards hinaus ein hoher Stellenwert eingeräumt.
Durch Arbeits- und Verfahrensanweisungen, Schulungsmaßnahmen, laufende Instandhaltung und Überprüfung sowie durch den Ab-
schluss von Versicherungsverträgen werden Risiken möglichst minimiert.
Im Straßeneinsatz von Fahrzeugkomponenten können Qualitätsmängel in seltenen Fällen zu Materialbrüchen, undichten Bremssyste-
men oder frühzeitiger Korrosion führen. Ein umfassendes Qualitätssystem, das laufend intern und extern auditiert wird, verringert die
Wahrscheinlichkeit eines Schadenseintritts. Gleichzeitig sind für mögliche Schäden aus Produkthaftung und Rückrufmaßnahmen Ver-
sicherungen abgeschlossen worden. Die Versicherungssummen werden als ausreichend eingeschätzt.
Nicht versichert sind Gewährleistungskosten (Austausch fehlerhafter Produkte); diese können im Extremfall zu sehr hohen Ergebnis-
belastungen führen. Im Berichtsjahr gibt es diesbezüglich keine nennenswerten Vorfälle.
Nachdem das Pandemiegeschehen 2021 für das Management und die Belegschaft weitgehend unbekanntes Terrain darstellte, laute-
ten die Herausforderungen 2022 in der Division Frauenthal Handel schwerpunktmäßig „Absicherung des operativen Betriebs“ und
„Flexible Reaktion auf rasch wechselnde Rahmenbedingungen“.
14
Für die Ertragskraft der Division Frauenthal Handel sind kompetitive Einkaufsbedingungen und Einkaufspreise der Lieferanten von
großer Bedeutung. Einzelne dieser Lieferanten haben einen großen Marktanteil in Österreich und können daher nicht substituiert
werden. Gleichzeitig ist die Division Frauenthal Handel aufgrund des größten und österreichweiten Vertriebs- und Logistiknetzwerks
der wesentliche Partner in der Branche.
Die Verhandlung der Einkaufspreise ist Kernaufgabe des Top-Managements. Aufgrund der Marktstruktur ist Frauenthal Handel bestens
aufgestellt. Die Mitgliedschaft in der europaweiten Einkaufsgemeinschaft VGH sichert die Position gegenüber den Herstellern von
Sanitär- und Heizungsprodukten zusätzlich ab.
Im Bereich „Category Management“ wird laufend die Koordination zwischen den Funktionen von Einkauf, Verkauf, Disposition, Li-
quiditäts- und Produktmanagement verbessert. Das eingeführte Prognosesystem zur weiteren Optimierung der Bestellmengen und
damit des Lagerbestandes ermöglicht eine zielgerichtete Erhöhung der Warenverfügbarkeit.
Die Sicherheit der IT-Systeme, insbesondere der Schutz vor unbefugtem Zugriff und Manipulationen, wird regelmäßig intern überprüft.
Aufgrund der zunehmenden internen und externen Vernetzung sind die Risiken in diesem Bereich steigend. Entsprechend werden
auch Maßnahmen zur Erhöhung des Schutzes vor unberechtigten Systemzugriffen verstärkt. Darüber wird auch regelmäßig dem Prü-
fungsausschuss berichtet.
VERSORGUNGSRISIKO
Die Verfügbarkeit von Stahl wird bei allen Produkten durch längerfristige Lieferverträge sichergestellt. Die Vormaterialien der Produk-
tion bestehen überwiegend aus Commodities, für die es weltweit zahlreiche Lieferanten gibt. Es bestehen im Falle möglicher Roh-
stoffverknappung und starker Preissteigerungen bei Stahl und Vormaterialien Versorgungsrisiken. Preisveränderungen bei Stahl wer-
den durch entsprechende Vereinbarungen mit den Kunden auf die Verkaufspreise abgewälzt, wobei es unterschiedliche Preisanpas-
sungsintervalle gibt, sodass bei rasch steigenden oder sinkenden Stahlpreisen vorübergehend Nach- bzw. Vorteile gegenüber den
kalkulierten Margen entstehen. Diese Effekte neutralisieren sich erfahrungsgemäß in einem mehrjährigen Betrachtungszeitraum.
Das Einkaufsmanagement von Vormaterialien nimmt jede Business Unit selbst wahr.
Energiekosten haben einen erheblichen Einfluss auf die Produktionskosten und damit auf die Ertragslage von Frauenthal Automotive,
da Energiepreisschwankungen nicht automatisch an die Kunden weitergegeben werden können. Teilweise bestehen Sicherungsge-
schäfte für den Strombezug. Im energieintensivsten Bereich führen Erhöhungen der Stromtarife und Netzentgelte zu erheblichen
Kostensteigerungen, die nicht automatisch an die Kunden weitergegeben werden können. Durch Maßnahmen zur Verbesserung der
Energieeffizienz und Preisverhandlungen mit den Kunden kann begrenzt gegengesteuert werden.
Versorgungsengpässe bei Vormaterialien oder Energie sind möglich. Für alle relevanten Vormaterialien gibt es mehrere Lieferanten,
allerdings kann es beispielsweise im Falle von technischen Betriebsstörungen bei einzelnen Großlieferanten zu kurzfristigen Engpässen
kommen. Es bestehen aber keine strategischen Abhängigkeiten.
Der technische Großhandel befindet sich in einem ständigen Wandel und muss sich den Herausforderungen der Digitalisierung und
den steigenden Ansprüchen bei nachhaltigen Produkten stellen. Den Trends folgend werden in der Division Frauenthal Handel laufend
Prozessinnovationen in der Kundenabwicklung umgesetzt. Die auf Kundenbedürfnisse und -anforderungen maßgeschneiderte Busi-
ness-Plattform für die vier Marken mySHT mobil, ÖAG mobil, konti mobil und EMAT mobil ist eine dieser Lösungen. Einfache Abwick-
lungen wie digitaler Lieferschein, Smarte Produktsuche, Bestellmöglichkeiten über die App am Smartphone, Track & Trace in Echtzeit
auf einer Karte, Lieferaviso mit Push-Nachricht, nachhaltige Verpackungen und vor allem Warenverfügbarkeit schaffen einen Mehrwert
beim Kunden und sind ein wichtiger Teil der Kundenbindung.
Durchgängige digitale Prozesse sind die Grundvoraussetzung für den hohen Anteil an fehlerfreien Lieferungen von über 99,7 % (OTIF)
im Jahr 2022. Durch die laufende Verbesserung der Attraktivität der Kundenwebshops (JÖAG, mySHT, Kontino, elektromaterial.at)
kann der Umsatzanteil, der über den Shop abgewickelt wird, permanent ausgebaut werden. Die personalintensiven regionalen Call
Center werden dadurch entlastet und es bleibt mehr Zeit für aktive Beratung und Verkauf.
FINANZWIRTSCHAFTLICHE RISIKEN
Die Frauenthal Gruppe ist mit einer ausgewiesenen Eigenkapitalquote von 36,4 % im Jahr 2022 eigenkapitalmäßig gut aufgestellt.
Sowohl in der Division Handel als auch in der Division Automotive ergeben sich jedoch aufgrund der volatilen Geschäftsentwicklungen
unterjährig wesentlich höhere Ausnutzungen der Kreditlinien als zum Bilanzstichtag. Die beiden Divisionen sind hinsichtlich der finanz-
wirtschaftlichen Risiken unterschiedlich zu betrachten. In der Division Handel kommt es zu Jahresende traditionell zu sehr hohen
Kundeneingängen, die die Nettofinanzverbindlichkeiten zum Stichtag enorm verringern. Während zum Stichtag 31.12.2022 ein Net
Cash ausgewiesen werden kann, ist die Verschuldung unterjährig viel höher. Durch die hohen Kundeneingänge kommt es zum
31.12.2022 zu einer Bilanzverkürzung und zu einer Verbesserung der Eigenkapitalquote. In der Division Frauenthal Automotive sind
alle Produktionsstandorte mit lokalen Banken finanziert. Aufgrund des Umsatzrückganges sowie der Kostensteigerungen kommt es
unterjährig zu teilweise angespannten Liquiditätssituationen mit einer daraus resultierenden negativen Tendenz auf die Covenants bei
den lokalen Banken. In enger Abstimmung mit der Frauenthal-Holding erfolgt ein striktes Working Capital Management und eine
laufende Kommunikation mit den Banken. Beide Divisionen sind aufgrund der makroökonomischen Gegebenheiten wie Inflation und
der steigenden Zinsniveaus mit höheren Finanzierungskosten konfrontiert.
15
Die Finanzierung der Frauenthal-Gruppe erfolgt einerseits durch Konsortialfinanzierungen mehrerer führender österreichischer Banken
auf Ebene der Division Frauenthal Handel und andererseits durch Finanzierungen von lokalen Banken auf Business-Unit-Ebene der
Division Frauenthal Automotive.
Im Juni 2020 wurde die gesamte Division Frauenthal Handel langfristig auf weitere fünf Jahre refinanziert. Die Finanzierung enthält
eine endfällige (MEUR 13) und eine tilgende Tranche (MEUR 20) sowie eine Betriebsmittellinie über MEUR 35. Des Weiteren wurde
eine COVID-19-Sicherheitslinie in Höhe von MEUR 10 (Reduktion im Juni 2021, davor MEUR 30) bis 30. Juni 2022 abgeschlossen,
welche im Jahr 2022 bis zum 30. Juni 2023 verlängert und im Geschäftsjahr 2022 nie in Anspruch genommen wird.
Eine führende schwedische Bank finanziert die schwedischen Gesellschaften der Business Unit Frauenthal Gnotec, genauso wie zwei
deutsche Banken für die Finanzierung des Produktionsstandorts in Elterlein sorgen. In der Slowakei erfolgt die Finanzierung ebenso
mit einer lokalen Bank. Am Standort Hustopeče wird im Geschäftsjahr 2022 die letzte Finanzierung zur Fertigstellung des Debt Push-
downs durchgeführt, bis dato war der Standort noch über die Muttergesellschaft finanziert. Der chinesische Produktionsstandort in
China (Kunshan, nahe Shanghai) der Business Unit Frauenthal Gnotec verlängert alle seine Betriebsmittellinien bei lokalen chinesischen
Banken um ein weiteres Jahr. Von Frauenthal Gnotec China werden hauptsächlich chinesische Produktionswerke eines europäischen
PKW-Herstellers sowie ein großer chinesischer Automobilhersteller beliefert. Aufgrund des Produktportfolios (Umformteile und
Schweißbaugruppen) sind hohe Vorfinanzierungen vor allem für Presswerkzeuge und Maschinen erforderlich. Die Finanzierung des
Standorts wird durch lokale Finanzierungen (Anlageleasing), durch lokale Betriebsmittellinien mit chinesischen Banken und durch Dar-
lehen der schwedischen Muttergesellschaft Frauenthal Gnotec AB gedeckt.
Alle Kredite der operativen Gesellschaften in den Divisionen Frauenthal Handel und Frauenthal Automotive sind ohne Haftung seitens
der Frauenthal Holding AG gewährt. Die Kredite sind langfristig mit unterschiedlichen Laufzeiten bis 2028 und die Verzinsung ist
variabel auf EURIBOR- bzw. STIBOR-Basis. Darüber hinaus stehen für einen höheren Working-Capital-Bedarf ausreichend Betriebsmit-
tellinien zur Verfügung. Der Liquiditätsbedarf, die Überwachung der Einhaltung der Covenants und die Verhandlung von Anpassungen
der Vereinbarungen mit den Banken an die aktuellen Bedürfnisse werden im Rahmen der Treasury-Funktion von der Holding gesteuert
und detailliert überwacht.
Zusätzlich bestehen auf Ebene der Frauenthal Holding ausreichend freie Finanzierungslinien mit mehreren österreichischen Banken.
Der Konzern verfügt über Guthaben bei Kreditinstituten iHv MEUR 44,6 sowie ausreichend nicht ausgenutzte Banklinien. Das Facto-
ringvolumen beträgt MEUR 75,5. Zusätzlich bestehen mit den beteiligten Banken langjährige gute Geschäftsbeziehungen.
Zentraler Bestandteil der Liquiditätsplanung der Unternehmen der Frauenthal-Gruppe ist die Aufrechterhaltung der Fähigkeit, den
externen und internen Zahlungsverpflichtungen stets nachzukommen.
Zinsänderungsrisiken für den Konzern sind in der Bilanz- und Finanzierungssituation Ende 2022 von Relevanz, da die Zinsbasis über-
wiegend auf 3-Monats-EURIBOR-Basis bzw. in Schweden auf 1-Monats-STIBOR-Basis vereinbart wurde. Die Zinsentwicklung und das
damit verbundene Risiko werden laufend überwacht.
Der Einfluss volatiler Währungen (CZK) ist gering, da im Wesentlichen in Euro fakturiert wird und auch der Einkauf der Vormaterialien
überwiegend in Euro erfolgt. Diese Währungsrisiken sind daher im Wesentlichen im Jahr 2022 ungesichert und unterliegen einer
ständigen Beobachtung.
Der Einfluss der ebenso volatilen Schwedenkrone ist im Wesentlichen auf nicht liquiditätswirksame Bewertungseffekte (Translationsri-
siko) beschränkt.
Die Analyse zur Sensitivitätsanalyse von Währungs- und Zinsänderungen finden sich im Anhang unter Punkt 47 „Finanzinstrumente
und Risikoberichterstattung“, Abschnitt „Währungsänderungsrisiko“.
Aus der Finanzierungs- und Standortstruktur der Frauenthal-Gruppe ergeben sich finanzielle Risiken (dazu zählen Währungs-, Liquidi-
täts- und Zinsrisiken), die maßgeblichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können.
Die Frauenthal-Gruppe unterhält langjährige Geschäftsbeziehungen mit Banken in den Ländern Österreich, Deutschland, Slowakei,
Schweden, Tschechien und China und beobachtet laufend die makroökonomischen Umstände in Zusammenhang mit den seit März
2023 entstandenen Turbulenzen am Finanzmarkt. Die Frauenthal-Gruppe unterhält keine Geschäftsbeziehung mit den betroffenen
Banken Credit Suisse und Silicon Valley Bank.
COMPLIANCE-RISIKEN
Als börsennotiertes Unternehmen hat die Frauenthal Holding AG ein umfangreiches Regelwerk im Bereich der Corporate Governance
und des Börse- und Wertpapierrechts zu befolgen. Der Österreichische Corporate Governance Kodex wird laufend um neue Regelun-
gen erweitert. Durch Schulungen und Berücksichtigung von Compliance bei der Zielvorgabe und Evaluierung von Führungskräften
sollen Compliance-Risiken reduziert werden. Die Gesellschaft verfolgt die permanente Einhaltung aller gesetzlichen Bestimmungen mit
hoher Priorität, um Verletzungen zu vermeiden, die gegebenenfalls erheblichen Schaden für die Reputation des Unternehmens sowie
gesetzliche Sanktionen nach sich ziehen könnten. Darüber hinaus wird die Einhaltung hoher ethischer Standards in den Geschäftsbe-
ziehungen als wichtiges Element einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Unternehmenspolitik betrachtet. Als Lieferant für alle großen
europäischen Nutzfahrzeughersteller wird das Compliance-Verhalten auch von den Kunden evaluiert. Im Prüfungsausschuss des Auf-
sichtsrats werden regelmäßig mögliche Compliance-Risiken analysiert und Maßnahmen zur Stärkung der Compliance im Konzern
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besprochen. Im Berichtsjahr wurden die Verfahren zur Sicherung der Vertraulichkeit von Compliance-relevanten Informationen wei-
terentwickelt. Eine neue Compliance-Richtlinie trat per 1. Jänner 2021 in Kraft.
RECHNUNGSLEGUNG
Es gibt klare und strenge Richtlinien betreffend die Dokumentation der betrieblichen Vorgänge im gesamten Konzern. Der Rechnungs-
legungsprozess in den Konzerngesellschaften obliegt der Verantwortung der lokalen Finanzleitung. Von dieser werden die laufenden
Monatsergebnisse unter Verwendung der Konsolidierungssoftware Cognos an die zentrale Finanzabteilung des Konzerns übermittelt.
Die konsolidierten Ergebnisse werden nach detaillierter Analyse und Rücksprache mit den Finanzverantwortlichen der Konzerngesell-
schaften im Monatsbericht an den Vorstand, den Aufsichtsrat und das gesamte Management-Team berichtet.
Ausführliche Erläuterungen des Managements der operativen Einheiten erklären den Geschäftsverlauf. Ein konzernweites Accounting
Manual und regelmäßige Schulungen der Finanzverantwortlichen dienen der Vereinheitlichung aller relevanten Buchungsmethoden
und der Einhaltung der jeweils aktuellen internationalen Rechnungslegungsvorschriften. Neue oder geänderte IFRS-Standards werden
zentral in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Verantwortlichen für den ganzen Konzern eingeführt. In Vorbereitung auf die Nach-
haltigkeitskennzahlen werden Workshops mit den lokalen Verantwortlichen abgehalten.
Es gibt eine durchgängige Unterschriftsregelung, die die Freigabe von Rechnungen zur Zahlung klar regelt. Die buchmäßige Erfassung
der Geschäftsfälle erfolgt grundsätzlich elektronisch. Entsprechend den individuellen Notwendigkeiten sind Zugriffsrechte einzelner
Benutzer zentral durch die jeweilige IT-Abteilung verwaltet. Das Ausmaß der Berechtigungen unterliegt einer ständigen Anpassung.
Die digitale Datensicherung erfolgt ebenfalls durch die lokalen IT-Abteilungen. Nach einem detaillierten Sicherungsplan werden ver-
schiedene Backups täglich, wöchentlich oder monatlich durchgeführt. Andere Dokumente werden in geeigneten Archiven entspre-
chend den gesetzlichen Fristen aufbewahrt.
In den operativen Einheiten erfolgt die Buchung von Geschäftsfällen laufend. Zahlungen werden wöchentlich durchgeführt.
In den Gesellschaften sind durchgehend organisatorische Regelungen festgelegt, die gewährleisten, dass sämtliche buchungspflichti-
gen Geschäftsvorfälle in den Jahresabschluss einfließen. In Konzerngesellschaften mit voll integrierten ERP-Systemen werden bereits
bei der Bestellung von Waren automatisch interne Belege erstellt, die folglich einen routinemäßigen Freigabeprozess durchlaufen. Am
Ende des Monats überprüfen alle Finanzabteilungen die Vollständigkeit der Rechnungen. Um ein periodengenaues Bild der Finanzlage
zu erstellen, werden fehlende Rechnungen bei Bedarf abgegrenzt. Vor dem Bilanzstichtag werden von den wichtigsten Lieferanten
Bestätigungen zu den ausstehenden Beträgen eingeholt.
Um sicherzustellen, dass alle erforderlichen Rückstellungen gebildet werden, wird der aktuelle Geschäftsverlauf in den monatlichen
Managementmeetings mit dem Vorstand ausführlich besprochen und Maßnahmen abgeleitet. Das monatliche Berichtswesen bildet
die Basis für diese Besprechungen. Weiters hilft das eingeführte Vier-Augen-Prinzip in der Geschäftsführung alle künftig drohenden
Verbindlichkeiten zu erfassen.
Durch die intensive Kommunikation zwischen der zentralen Finanzabteilung und den Finanzverantwortlichen in den lokalen Gesell-
schaften werden Planabweichungen detailliert verfolgt.
Das monatliche Reporting beinhaltet detaillierte Abweichungsanalysen zu Ergebnissen, Bilanzpositionen und Cashflow-Statements der
einzelnen Business Units bzw. Segmente. Des Weiteren dient ein umfangreiches Kennzahlensystem der Erstellung interner Vergleiche
über längere Zeiträume. Gegebenenfalls werden Auffälligkeiten einer detaillierten Analyse unterzogen. Den Themen Kundenbezie-
hung, Produktivität, Liquiditätsmanagement und Personalstruktur wird dabei besondere Aufmerksamkeit geschenkt, wodurch mögli-
che Probleme vorzeitig erkannt werden können. Der Vorstand initiiert in Abstimmung mit dem Prüfungsausschuss regelmäßig Projekte
der internen Revision.
Die Cash-Bestände aller Konzerngesellschaften werden ständig beobachtet. Die Liquiditätsentwicklung wird dem Vorstand wöchent-
lich, dem Aufsichtsrat und damit auch dem Prüfungsausschuss monatlich berichtet. Sichergestellt wird die Korrektheit der Liquiditäts-
rechnung durch den monatlichen Abgleich von Cashflow-Statements und Bankständen. Den operativen Einheiten werden konkrete
monatliche Liquiditätsziele vorgegeben; Abweichungen führen zu vordefinierten Berichts- und Genehmigungsprozessen.
Die Risikoverantwortlichen der identifizierten Risiken sind klar definiert und berichten in oberster Instanz an den Vorstand. Im mindes-
tens zweimal jährlich erstellten Risikobericht werden die Risiken aktualisiert, bewertet und dem Prüfungsausschuss vorgelegt.
E. BERICHT ÜBER DIE FINANZLAGE
Oberstes Ziel ist die Sicherstellung der Finanzierung der Geschäftsaktivität in beiden Divisionen. Planungen sind für beide Divisionen
unterschiedlich, da für die Division Frauenthal Handel im Wesentlichen nur die Situation in Österreich relevant ist, während für die
Division Frauenthal Automotive vor allem der gesamte europäische Automobilmarkt, aber auch China und marginal die USA relevant
sind.
Wichtig ist die Risikoabschottung, also keine finanzielle Verflechtung zwischen den beiden Divisionen. Alle Gesellschaften bis auf den
Standort in den USA sind mit lokalen Banken finanziert.
17
Die durchschnittliche Verzinsung für kurz- und langfristige ausgenützte Kredite sowie für Betriebsmittelfinanzierungen beträgt in der
Division Frauenthal Handel 1,73 % p.a. (mit Laufzeiten bis längstens 2025), in der Division Frauenthal Automotive 2,53 % p.a. (mit
Laufzeiten bis längstens 2028) und für Finanzierungen auf Ebene der Frauenthal Holding AG 1,88 % p.a. (mit Laufzeiten bis längstens
2024).
Die in der Division Frauenthal Handel zusätzlich im Jahr 2020 verhandelte COVID-19-Linie (Sicherheitslinie) über MEUR 10 (2021: MEUR
10) wird aufgrund der guten Umsatz- und Ergebnisentwicklung und eines sehr guten Working Capital Managements nicht ausgenutzt.
F. INNOVATIONSBERICHT
In den Produktbereichen findet Innovation durch Verbesserung von Materialeigenschaften, Optimierung von Produktionsprozessen,
Entwicklung neuer Produktdesigns und die Suche nach neuen Einsatzmöglichkeiten für existierende Produkte statt. Innovation von
Produktionsprozessen kann die Neugestaltung eines Fabriklayouts zur Optimierung des Produktionsflusses, die Investition in qualitäts-
und produktivitätssteigernde Anlagen, die Feinabstimmung des Produktionsverfahrens oder eine Standardisierung und Stabilisierung
einzelner Fertigungsschritte bedeuten. Innovation im Produktdesign bedeutet beispielsweise die Vormontage mehrerer Komponenten,
um so den Einbauaufwand beim Kunden zu reduzieren oder das Design so zu optimieren, dass Materialeinsatz und Kosten reduziert
werden können. Vor allem in der Business Unit Frauenthal Gnotec ist die enge Zusammenarbeit mit dem Kunden in der Optimierung
des Produktdesigns von Bedeutung. Zu diesem Zweck sind bei mehreren Kunden Ingenieure von Frauenthal Gnotec vor Ort (soge-
nannte „Residential Engineers“) tätig.
Auch für interne Prozesse werden Innovationen angestrebt, sofern dadurch Kosten- und Qualitätsfortschritte erzielbar sind. Im Bereich
von Frauenthal Airtank wird an Produktdesigns mit geringerem Materialeinsatz (Kosten- und Gewichtsersparnis) gearbeitet. Bei diesen
Sicherheitsteilen sind jedoch die Zustimmung der Kunden und die Genehmigung des TÜV für alle Produktinnovationen erforderlich.
Die Produktinnovation bei Frauenthal Gnotec ist integraler Bestandteil des Geschäftsmodells: Kreative Engineering-Lösungen sind ein
signifikanter Wettbewerbsfaktor. Das Know-how der Frauenthal Gnotec-Gruppe besteht in der Beherrschung und Optimierung der
vielfältigen Prozesse der Blechumformung für die Herstellung einfacher bis hochkomplexer Stahlteile vorwiegend für die Automobilin-
dustrie. Die Automatisierung der Schweißprozesse ist ein Innovationsschwerpunkt, der Produktivitätssteigerung bei gleichzeitiger Qua-
litätsverbesserung zum Ziel hat. An einem innovativen Prozess als Alternative zum herkömmlichen Schweißverfahren wird gearbeitet.
Der technische Großhandel befindet sich in einem ständigen Wandel und muss sich den Herausforderungen der Digitalisierung und
den steigenden Ansprüchen bei nachhaltigen Produkten stellen. Den Trends folgend werden in der Division Frauenthal Handel laufend
Prozessinnovationen in der Kundenabwicklung umgesetzt. Die auf Kundenbedürfnisse und -anforderungen maßgeschneiderte Busi-
ness-Plattform für die vier Marken mySHT mobil, ÖAG mobil, konti mobil und EMAT mobil ist eine dieser Lösungen. Einfache Abwick-
lungen wie digitaler Lieferschein, Smarte Produktsuche, Bestellmöglichkeiten über die App am Smartphone, Track & Trace in Echtzeit
auf einer Karte, Lieferaviso mit Push-Nachricht, nachhaltige Verpackungen und vor allem Warenverfügbarkeit schaffen einen Mehrwert
beim Kunden und sind ein wichtiger Teil der Kundenbindung.
Durchgängige digitale Prozesse sind die Grundvoraussetzung für den hohen Anteil an fehlerfreien Lieferungen von über 99,7 % (OTIF)
im Jahr 2022. Durch die laufende Verbesserung der Attraktivität der Kundenwebshops (JÖAG, mySHT, Kontino, elektromaterial.at)
kann der Umsatzanteil, der über den Shop abgewickelt wird, permanent ausgebaut werden. Die personalintensiven regionalen Call
Center werden dadurch entlastet und es bleibt mehr Zeit für aktive Beratung und Verkauf.
G. AUSBLICK
Der Fokus des Managements liegt auf der Sicherung der Liquidität, der Stärkung der Kundenbeziehungen und der Verbesserung der
Kostenstruktur in den beiden Divisionen Frauenthal Automotive und Frauenthal Handel.
In der Division Frauenthal Automotive sind durch die Optimierung der Standorte in Schweden, den Gewinn von zwei Großaufträgen
in den USA und eines neuen strategischen Kunden im PKW-Bereich die Grundlagen für profitables Wachstum verbessert. Schließlich
ist Frauenthal Automotive in einer voraussichtlich von zahlreichen Insolvenzen geprägten Zulieferindustrie als stabiler Partner der Kun-
den gut positioniert, um Marktanteile zu gewinnen.
Die zukünftige Marktentwicklung wird maßgeblich von der Bewältigung und den Folgen der COVID-19 Krise, des China-Lockdowns
sowie des Ukraine-Russland-Krieges und der damit verbundenen Warenverfügbarkeit geprägt sein. Zusätzlich kommt es darauf an,
wie in Zukunft mit den Preisanstiegen bei Vor- und Rohmaterial sowie den steigenden Energiekosten umgegangen wird. Die Prognosen
für das Jahr 2023 beruhen auf der Annahme, dass die europäische Automobilindustrie die Produktion auf verbessertem Niveau, ohne
nennenswerte neuerliche Shutdowns und ohne Unterbrechungen von Lieferketten fortsetzt. Die Volatilität und Prognoseunsicherheit
ist enorm, sodass eine belastbare Vorschau auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung kaum möglich ist. Mit Engpässen an Materialien
und dadurch bedingten Produktionsausfällen in der Automobilindustrie ist daher auch zukünftig zu rechnen. Darüber hinaus bedrohen
massive Preiserhöhungen bei den Energiekosten und Vor- und Rohmaterial sowie damit einhergehende Versorgungsschwierigkeiten
die Profitabilität. Hier wird in allen Geschäftsbereichen mit Hochdruck daran gearbeitet die Effekte zu minimieren und die Versor-
gungssicherheit zu gewährleisten.
18
Die Division Frauenthal Handel hängt als Zulieferer des Baunebengewerbes leicht zeitversetzt direkt von der Baukonjunktur ab. Die oft
unterschiedliche Entwicklung im Neubau und der Renovierung sowohl im Teilbereich Wohnbau als auch im Bereich „übriger Hochbau“
wirkt in Summe stabilisierend. Weitere Einflussfaktoren stellen die Investitionsneigung der öffentlichen Hand sowie das private Kon-
sumverhalten dar, wobei auch hier im Langzeitvergleich jeglicher konjunktureller Auf- bzw. Abschwung die Branche nur zeitversetzt
und stark abgeschwächt trifft. Aufgrund der Rohstoffpreise, der teuren Zinslandschaft und der aktuellen Entwicklung der Inflation
besteht ein hoher Grad an Prognoseunsicherheit.
Die Entwicklung der Geschäftstätigkeit wird in den Folgejahren durch starken Preiskampf im Wettbewerb und mögliche Lieferengpässe
bestimmt werden. Ziel ist es, durch Investitionen, Prozessverbesserungen und Schulungen der Mitarbeitenden das Kundenservice wei-
ter zu verbessern, den Fokus auf den Kundennutzen zu setzen sowie gezielte Lagerzukäufe zu tätigen.
Aufgrund der aktuellen Unsicherheiten in beiden Divisionen Frauenthal Handel und Frauenthal Automotive hinsichtlich der Entwicklung
der Preise bei Energie, Rohstoffen, der Engpässe bei Materialien und Produkten ist eine seriöse Prognose mit einer belastbaren Vorschau
auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung kaum möglich.
Viele globale Lieferketten zeigen sich seit mehr als einem Jahr instabil. Hinzu kommen makroökonomische Gegebenheiten wie Inflation
und steigende Zinsniveaus welche nicht nur die Finanzierungkosten ansteigen lassen, sondern sich zudem auch auf zukünftige Inves-
titionsentscheidungen auswirken. Die Frauenthal-Gruppe rechnet weiterhin mit einer positiven Ertragslage, wenngleich die derzeitigen
makroökonomischen Gegebenheiten Unsicherheiten mit sich bringen. Aufgrund dieser Gegebenheiten ist eine verlässliche Vorhersage
für die Zukunft nicht prognostizierbar.
Im Bereich Business Development werden Akquisitionsmöglichkeiten zur Erweiterung des Kundenportfolios in allen zwei Business Units
analysiert.
Die Frauenthal Holding AG versteht sich als strategischer Investor, der an der nachhaltigen Schaffung von Shareholder Value orientiert
ist. Wenn die Frauenthal-Gruppe aufgrund limitierter Ressourcen und Kompetenzen oder aufgrund von Risikopräferenzen weiteres
Wachstum in einem Bereich nicht mehr adäquat unterstützen kann oder will, sind strategische Verkäufe von Geschäftsbereichen unter
Berücksichtigung der aktuellen Marktlage Optionen, die sorgfältig evaluiert werden. Die Optimierung der Investitionszyklen ist für die
langfristige, kontinuierliche Wertsteigerung des Unternehmens wesentlich. Dabei ist Frauenthal jedoch an keine extern vorgegebenen
Kriterien gebunden.
Auf der Website (www.frauenthal.at) sind neben umfangreichen Informationen über das Unternehmen auch Berichte, Unterlagen zu
Hauptversammlungen, Ad-hoc-Meldungen, Produktfotos etc. verfügbar. Der Corporate Governance Bericht der Frauenthal Holding
AG ist auf der Website unter Investor Relations/Corporate Governance abrufbar.
Wien, 19. April 2023
Frauenthal Holding AG
Mag. Erika Hochrieser Dr. Hannes Winkler Mag. Thomas Stadlhofer
Vorstandsmitglied Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied
19
KONZERNABSCHLUSS FÜR 2022
DER FRAUENTHAL HOLDING AG
INHALTVERZEICHNIS
KONZERN-GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG
KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG
KONZERNBILANZ
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG
ENTWICKLUNG DES KONZERN-EIGENKAPITALS
KONZERN-ANLAGENSPIEGEL
KONZERN-SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
A. ALLGEMEINES
(1) INFORMATIONEN ZUM UNTERNEHMEN
(2) GRUNDLAGEN DER RECHNNGSLEGUNG
(3) ERSTMALIG BZW. ZUKÜNFTIG ANZUWENDENDE
STANDARDS UND INTERPRETATIONEN
(4) NACHHALTIGKEIT, COVID-19-PANDEMIE, UKRAINE-
RUSSLAND UND LIEFERENGPÄSSE
B. KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE
(5) KONSOLIDIERUNGSKREIS
(6) AUSWIRKUNGEN DER
KONSOLIDIERUNGSKREISÄNDERUNGEN –
AUFGEGEBENER GESCHÄFTSBEREICH
(7) KAPITALKONSOLIDIERUNG
(8) WÄHRUNGSUMRECHNUNG
C. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN
(9) LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
(10) LATENTE STEUERN
(11) SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE UND
FINANZANLAGEN
(12) VORRÄTE
(13) FORDERUNGEN
(14) ZAHLUNGSMITTEL UND
ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE
(15) RÜCKSTELLUNGEN
(16) SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN
(17) VERBINDLICHKEITEN
(18) DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE
(19) ERTRAGSREALISIERUNG
(20) SCHÄTZUNGEN UND ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN
D. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ
(21) IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
(22) SACHANLAGEN
(23) NUTZUNGSRECHTE
(24) SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE UND
FINANZANLAGEN
(25) LATENTE STEUERN
(26) VORRÄTE
(27) FORDERUNGEN
(28) ZAHLUNGSMITTEL UND
ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE
(29) EIGENKAPITAL
(30) VERBINDLICHKEITEN
(31) DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE UND
SICHERUNGSBEZIEHUNGEN
(32) RÜCKSTELLUNGEN
(33) EVENTUALVERBINDLICHKEITEN UND
VERBINDLICHKEITEN AUS
HAFTUNGSVERHÄLTNISSEN
E. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN-UND-
VERLUST-RECHNUNG
(34) UMSATZERLÖSE
(35) SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
(36) AUFWENDUNGEN FÜR MATERIAL UND SONSTIGE
BEZOGENE HERSTELLUNGSLEISTUNGEN
(37) PERSONAL
(38) ABSCHREIBUNGEN AUF IMMATERIELLE
GEGENSTÄNDE DES ANLAGEVERMÖGENS UND
SACHANLAGEN
(39) SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
(40) FINANZERFOLG
(41) ERTRAGSTEUERN
(42) ERGEBNIS JE AKTIE
F. ERLÄUTERUNGEN ZUR KAPITALFLUSSRECHNUNG
(CASHFLOW-STATEMENT)
(43) KAPITALFLUSS AUS DEM ERGEBNIS
(44) KAPITALFLUSS AUS DER OPERATIVEN
GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
(45) KAPITALFLUSS AUS DER INVESTITIONSTÄTIGKEIT
(46) KAPITALFLUSS AUS DER FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT
G. SONSTIGE ANGABEN
(47) FINANZINSTRUMENTE UND
RISIKOBERICHTERSTATTUNG
(48) SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
(49) ZIELE DES EIGENKAPITALMANAGEMENTS
(50) ANGABEN ÜBER DIE MITGLIEDER DER
UNTERNEHMENSORGANE
(51) ANGABEN ÜBER GESCHÄFTSFÄLLE MIT
NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN ODER PERSONEN
(52) ANGABEN ÜBER EREIGENISSE NACH DEM
BILANZSTICHTAG
20
KONZERN-GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG
2022
2021
fortzuführende
aufgegebener
fortzuführende
aufgegebener
Geschäfts-
Geschäfts-
Geschäfts-
Geschäfts-
Anmerkung
in TEUR
bereiche
bereich
Gesamt
bereiche
bereich
Gesamt
(34)
UMSATZERLÖSE
1.057.086
78.142
1.135.228
937.734
86.353
1.024.087
Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen
676
643
1.320
1.338
-659
679
Aktivierte Eigenleistungen
82
0
82
71
0
71
(35)
Sonstige betriebliche Erträge
12.828
1.135
13.963
5.826
3.525
9.351
(6)
Entkonsolidierungsertrag
Aufwendungen für Material und sonstige bezogene
0
15.594
15.594
0
0
0
-767.510
-53.832
-821.342
-686.727
-52.882
-739.609
(36)
Herstellungsleistungen
(37)
Personalaufwand
-156.323
-21.016
-177.339
-147.397
-25.814
-173.211
(39)
Sonstige betriebliche Aufwendungen
-64.795
-3.563
-68.358
-54.176
-6.117
-60.293
EBITDA
82.044
17.104
99.148
56.668
4.406
61.074
(21),(22),(23),(38)
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
-32.652
-971
-33.623
-32.287
-1.589
-33.876
(9)
Außerplanmäßige Abschreibungen
0
0
0
0
-4.931
-4.931
Betriebserfolg (EBIT)
49.392
16.133
65.525
24.381
-2.114
22.267
(40)
Zinserträge
1.308
0
1.308
1.450
0
1.450
(40)
Zinsaufwendungen
-5.972
-483
-6.455
-4.695
-607
-5.302
(40)
Sonstige Finanzaufwendungen
-358
0
-358
-98
0
-98
(40)
Finanzerfolg
-5.022
-483
-5.505
-3.343
-607
-3.950
ERGEBNIS VOR STEUERN
44.370
15.650
60.020
21.038
-2.721
18.316
(41)
Ertragsteuern
-11.165
-318
-11.483
-3.656
-531
-4.186
Ergebnis nach Steuern
33.205
15.332
48.537
17.382
-3.252
14.130
Jahresergebnis
33.205
15.332
48.537
17.382
-3.252
14.130
davon dem Mutterunternehmen zuzurechnender Ergebnisanteil
(Konzernergebnis)
33.205
15.332
48.537
17.382
-3.252
14.130
(42)
Ergebnis je Aktie
unverwässert
3,84
1,77
5,61
2,01
-0,38
1,63
verwässert
3,84
1,77
5,61
2,01
-0,38
1,63
21
KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG
2022
2021
fortzuführende
aufgegebener
fortzuführende
aufgegebener
Geschäfts-
Geschäfts-
Geschäfts-
Geschäfts-
Anmerkung
in TEUR
bereiche
bereich
Gesamt
bereiche
bereich
Gesamt
ERGEBNIS NACH STEUERN
33.205
15.332
48.537
17.382
-3.252
14.130
Gewinne und Verluste aus der Währungsumrechnung
-1.351
11
-1.340
-53
2
-51
Summe der Posten, die nachträglich in die Gewinn- und
-1.351
11
-1.340
-53
2
-51
Verlustrechnung umgegliedert ("recycelt") werden
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste
3.104
1.940
5.044
-59
182
123
(41)
Personalrückstellungen
Summe der Posten, die nachträglich nicht in die Gewinn- und
3.104
1.940
5.044
-59
182
123
Verlustrechnung umgegliedert ("recycelt") werden
Sonstiges Gesamtergebnis
1.753
1.951
3.704
-112
184
72
Gesamtergebnis
34.958
17.283
52.241
17.270
-3.068
14.202
davon dem Mutterunternehmen zuzurechnender
34.958
17.283
52.241
17.270
-3.068
14.202
Gesamtergebnisanteil
22
KONZERNBILANZ
Anmerkung
in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
VERMÖGENSWERTE
Langfristige Vermögenswerte
(7),(9),(21)
Immaterielle Vermögenswerte
20.130
20.475
(23)
Nutzungsrechte Leasing
72.382
67.346
(9)(22)
Sachanlagen
104.119
108.158
(11),(24)
Finanzanlagen
40
40
(11),(24)
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
2.028
2.189
(10),(25)
Aktive latente Steuern
2.581
11.683
201.280
209.892
Kurzfristige Vermögenswerte
(12),(26)
Vorräte
191.659
185.179
(13),(27)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
38.465
33.792
(13),(27)
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
1
8
(13),(27)
Steuerforderungen
703
164
(13),(27)
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
14.384
12.638
(13),(27)
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte
5.861
6.561
(14),(28)
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
44.572
48.492
295.645
286.833
Summe Vermögenswerte
496.925
496.725
EIGENKAPITAL UND SCHULDEN
Eigenkapital
(29)
Grundkapital
8.652
9.435
(29)
Kapitalrücklagen
22.331
21.548
(29)
Einbehaltene Ergebnisse
159.159
114.857
(29)
Sonstiges Ergebnis
-9.243
-10.962
(29)
Eigene Anteile
0
-6.273
Eigenkapital der Eigentümer des Mutterunternehmens
180.900
128.606
Langfristige Schulden
(17),(30)
Finanzverbindlichkeiten
38.387
45.374
(17),(30)
Leasingverbindlichkeiten
57.601
52.792
(15),(32)
Personalrückstellungen
30.165
61.975
(10),(25)
Passive latente Steuern
2.895
3.518
(16),(32)
Sonstige Rückstellungen
775
4.737
129.823
168.396
Kurzfristige Schulden
(17),(30)
Finanzverbindlichkeiten
22.198
25.612
(17),(30)
Leasingverbindlichkeiten
15.505
15.061
(17),(30)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
93.596
96.789
(17),(30)
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
14.510
11.349
(17),(30)
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten
34.919
46.459
(30)
Steuerschulden
4.523
429
(16),(32)
Sonstige Rückstellungen
952
4.024
186.203
199.723
Summe Eigenkapital und Schulden
496.925
496.725
23
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG
Anmerkung
in TEUR
2022
2021
Jahresergebnis
48.537
14.130
Entkonsolidierungsergebnis
-15.594
0
Zinserträge und -aufwendungen
5.147
3.852
Ertragsteuern
11.483
4.186
Abschreibungen auf das Anlagevermögen
33.623
38.808
Gewinne aus dem Abgang von Anlagevermögen
-606
-355
Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen
136
451
Aufwendungen aus Finanzanlagen und Wertpapieren
358
98
Veränderung langfristiger Rückstellungen
-2.830
234
Gezahlte Zinsen
-3.746
-3.994
Erhaltene Zinsen
362
437
Gezahlte Ertragsteuern
-2.496
-1.369
(43)
Kapitalfluss aus dem Ergebnis
74.374
56.478
davon aufgegebener Geschäftsbereich
1.308
3.775
Veränderung Vorräte
-14.387
-32.204
Veränderung Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
-9.773
-9.293
Veränderung Forderungen verbundene Unternehmen
7
-6
Veränderung sonstiger Forderungen
-3.554
1.425
Veränderung kurzfristiger Rückstellungen
-35
-3.882
Veränderung Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
2.059
9.877
Veränderung sonstiger Verbindlichkeiten
-4.369
17.693
Währungsumrechnungsbedingte Veränderungen
-114
-852
(44)
Kapitalfluss aus der operativen Geschäftstätigkeit
44.208
39.235
davon aufgegebener Geschäftsbereich
4.974
-2.356
Auszahlungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten
(45)
-22.228
-21.281
und Sachanlagen
Einzahlungen aus dem Verkauf von immateriellen Vermögenswerten
1.886
662
und Sachanlagen
Auszahlungen aus dem Kauf von Wertpapieren
-196
0
Zahlungsmittel
Einzahlungen aus dem Verkauf von Tochterunternehmen abzüglich abgehender
-5.889
0
Einzahlungen aus gewährten Darlehen
0
500
(5),(45)
Kapitalfluss aus der Investitionstätigkeit
-26.427
-20.119
davon aufgegebener Geschäftsbereich
-6.138
-1.831
Tilgung Leasing
-18.610
-16.712
Aufnahme von Krediten
10.056
9.448
Tilgung von Krediten
-13.147
-17.389
(46)
Kapitalfluss aus der Finanzierungstätigkeit
-21.701
-24.653
davon aufgegebener Geschäftsbereich
-1.582
335
VERÄNDERUNG DER LIQUIDEN MITTEL
-3.920
-5.536
davon aufgegebener Geschäftsbereich
-2.746
-3.852
Anfangsbestand der liquiden Mittel
48.492
54.027
(14)
Endbestand der liquiden Mittel
44.572
48.492
24
ENTWICKLUNG DES KONZERN-EIGENKAPITALS
Versicherungs-
EK der
Währungs-
mathematische
Eigentümer
Grund-
Kapital-
Einbehaltene
ausgleichs-
Gewinne/Verluste
Eigene
des Mutter-
Konzern-
Anmerkung
in TEUR
kapital
rücklage
Ergebnisse
posten
gemäß IAS 19
Anteile
unternehmens
kapital
Stand 01.01.2021
9.435
21.548
100.727
-4.428
-6.606
-6.273
114.404
114.404
Jahresergebnis
14.130
14.130
14.130
Sonstiges Gesamtergebnis
-51
123
72
72
Gesamtergebnis 2021
0
14.130
-51
123
0
14.202
14.202
Stand 31.12.2021 = 01.01.2022
9.435
21.548
114.857
-4.479
-6.483
-6.273
128.606
128.606
Jahresergebnis
48.537
48.537
48.537
Sonstiges Gesamtergebnis
-1.340
5.044
3.704
3.704
Gesamtergebnis 2022
0
48.537
-1.340
5.044
0
52.241
52.241
Abgang IAS 19 Rücklage iZm Abgang IFRS
1.985
-1.985
0
0
5
Abgang IFRS 9 Änderung iZm Abgang
53
53
53
IFRS 5
Einziehung eigener Anteile
-783
783
-6.273
6.273
0
0
Transaktionen mit Eigentümern
-783
783
-6.273
0
0
6.273
0
0
STAND 31.12.2022
8.652
22.331
159.159
-5.819
-3.424
0
180.900
180.900
25
KONZERN-ANLAGENSPIEGEL*
IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Kunden-
Marken- und
beziehungen,
Kundenbelie-
Rechte,
Entwicklungs-
in TEUR
ferungsrechte
Lizenzen
Firmenwerte
aufwendungen
Summe
Anschaffungskosten / Herstellungskosten
Stand 01.01.2021
15.450
29.878
9.503
634
55.465
Kursdifferenzen
0
-205
0
-11
-216
Zugänge
0
1.255
0
0
1.255
Abgänge
0
1.777
0
0
1.777
Stand 31.12.2021
15.450
29.151
9.503
623
54.727
Stand 01.01.2022
15.450
29.151
9.503
623
54.727
Abgang IFRS 5
0
-1.189
0
0
-1.189
Kursdifferenzen
0
-871
0
-39
-910
Zugänge
0
1.169
0
0
1.169
Abgänge
0
86
0
0
86
Stand 31.12.2022
15.450
28.174
9.503
585
53.711
Kumulierte Abschreibungen
Stand 01.01.2021
6.460
25.710
1.196
563
33.929
Stand 31.12.2021
6.769
25.695
1.196
592
34.252
Stand 01.01.2022
6.769
25.695
1.196
592
34.252
Stand 31.12.2022
6.898
24.904
1.196
585
33.581
Buchwerte 01.01.2021
8.990
4.168
8.307
71
21.536
Buchwerte 31.12.2021
8.681
3.456
8.307
31
20.475
Buchwerte 01.01.2022
8.681
3.456
8.307
31
20.475
Buchwerte 31.12.2022
8.552
3.270
8.307
0
20.130
Buchwerte 01.01.2021
8.990
4.168
8.307
71
21.536
Kursdifferenzen
0
12
0
-1
11
Zugänge
0
1.255
0
0
1.255
Abgänge
0
9
0
0
9
Abschreibungen des Geschäftsjahres
309
1.970
0
39
2.318
davon planmäßige Abschreibung
309
1.635
0
39
1.983
davon außerplanmäßige Abschreibung
0
335
0
0
335
Buchwerte 31.12.2021
8.681
3.456
8.307
31
20.475
Buchwerte 01.01.2022
8.681
3.456
8.307
31
20.475
Abgang IFRS 5
0
-45
0
0
-45
Kursdifferenzen
0
5
0
-1
5
Zugänge
0
1.169
0
0
1.169
Abschreibungen des Geschäftsjahres
129
1.315
0
30
1.474
davon planmäßige Abschreibung
129
1.315
0
30
1.474
Buchwerte 31.12.2022
8.552
3.270
8.307
0
20.130
* Der Konzern-Anlagenspiegel ist Teil des Konzernanhangs .
26
KONZERN-ANLAGENSPIEGEL*
SACHANLAGEN
Andere
Anlagen,
Geleistete
Technische
Betriebs- und
Anzahlungen
Grundstücke
Anlagen
Geschäfts-
und Anlagen im
in TEUR
und Bauten
und Maschinen
ausstattung
Bau
Summe
Anschaffungskosten / Herstellungskosten
Stand 01.01.2021
77.626
84.391
63.305
4.540
229.862
Kursdifferenzen
212
1.062
52
32
1.358
Zugänge
1.136
1.671
5.448
11.769
20.024
Abgänge
2.026
2.598
4.203
15
8.842
Umbuchungen
-17
676
661
-1.320
0
Stand 31.12.2021
76.931
85.202
65.263
15.006
242.402
Stand 01.01.2022
76.931
85.202
65.263
15.006
242.402
Abgang IFRS 5
-8.542
-17.078
-1.567
-3.087
-30.274
Kursdifferenzen
-236
-1.007
-101
-98
-1.442
Zugänge
4.861
4.239
5.383
6.324
20.807
Abgänge
2.335
2.657
4.529
0
9.521
Umbuchungen
73
3.338
2.748
-6.159
0
Stand 31.12.2022
70.752
72.037
67.197
11.986
221.972
Kumulierte Abschreibungen
Stand 01.01.2021
30.571
49.719
41.113
-67
121.336
Stand 31.12.2021
34.639
55.424
44.248
-68
134.243
Stand 01.01.2022
34.639
55.424
44.248
-68
134.243
Stand 31.12.2022
30.336
43.087
44.498
-68
117.853
Buchwerte 01.01.2021
47.055
34.672
22.192
4.607
108.526
Buchwerte 31.12.2021
42.292
29.778
21.015
15.074
108.159
Buchwerte 01.01.2022
42.292
29.778
21.015
15.074
108.159
Buchwerte 31.12.2022
40.416
28.950
22.699
12.054
104.119
Buchwerte 01.01.2021
47.055
34.672
22.192
4.607
108.527
Kursdifferenzen
143
570
10
33
756
Zugänge
1.136
1.671
5.448
11.769
20.024
Abgänge
229
188
323
15
755
Umbuchungen
-17
676
661
-1.320
0
Abschreibungen des Geschäftsjahres
5.796
7.623
6.973
0
20.392
davon planmäßige Abschreibung
3.391
5.861
6.544
0
15.796
davon außerplanmäßige Abschreibung
2.405
1.762
429
0
4.596
Buchwerte 31.12.2021
42.292
29.778
21.015
15.074
108.158
Buchwerte 01.01.2022
42.292
29.778
21.015
15.074
108.158
Abgang IFRS 5
-3.060
-1.828
-19
-3.087
-7.994
Kursdifferenzen
-110
-666
-10
-98
-884
Zugänge
4.861
4.239
5.383
6.324
20.807
Abgänge
1.053
182
176
0
1.411
Umbuchungen
73
3.338
2.748
-6.159
0
Abschreibungen des Geschäftsjahres
2.587
5.729
6.242
0
14.558
davon planmäßige Abschreibung
2.587
5.729
6.242
0
14.558
Buchwerte 31.12.2022
40.416
28.950
22.699
12.054
104.119
* Der Konzern-Anlagenspiegel ist Teil des Konzernanhangs.
27
KONZERN-ANLAGENSPIEGEL*
NUTZUNGSRECHTE LEASING
Andere
Anlagen,
Technische
Betriebs- und
Grundstücke
Anlagen
Geschäfts-
in TEUR
und Bauten
Fahrzeuge
und Maschinen
ausstattung
Summe
Anschaffungskosten
Stand 01.01.2021
63.162
4.851
5.006
1.362
74.381
IFRS 16 Modifizierungen
26.184
-22
0
-356
25.806
Kursdifferenzen
99
7
269
1
376
Zugänge
15.881
481
157
535
17.054
Abgänge
3.072
204
0
10
3.286
Stand 31.12.2021
102.254
5.114
5.432
1.531
114.331
Stand 01.01.2022
102.254
5.114
5.432
1.531
114.331
IFRS 16 Modifizierungen
17.911
78
-1
62
18.050
Abgang IFRS 5
-391
-1.422
0
-642
-2.455
Kursdifferenzen
-487
-44
-181
-1
-713
Zugänge
4.894
1.385
18
28
6.325
Abgänge
3.905
272
0
0
4.177
Stand 31.12.2022
120.276
4.840
5.268
977
131.361
Kumulierte Abschreibungen
Stand 01.01.2021
25.970
2.329
3.819
451
32.569
Stand 31.12.2021
38.629
3.090
4.574
692
46.985
Stand 01.01.2022
38.629
3.090
4.574
692
46.985
Stand 31.12.2022
50.999
2.675
4.741
564
58.979
Buchwerte 01.01.2021
37.192
2.522
1.187
910
41.811
Buchwerte 31.12.2021
63.625
2.024
858
838
67.346
Buchwerte 01.01.2022
63.625
2.024
858
838
67.346
Buchwerte 31.12.2022
69.277
2.165
527
412
72.382
Buchwerte 01.01.2021
37.192
2.522
1.187
910
41.811
IFRS 16 Modifizierungen
26.184
-22
0
-356
25.806
Kursdifferenzen
6
2
26
0
34
Zugänge
15.881
481
157
535
17.054
Abgänge
1.263
0
0
0
1.263
Abschreibungen des Geschäftsjahres
14.375
959
512
251
16.097
Buchwerte 31.12.2021
63.625
2.024
858
838
67.346
Buchwerte 01.01.2022
63.625
2.024
858
838
67.346
IFRS 16 Modifizierungen
17.911
78
-1
62
18.050
Abgang IFRS 5
-151
-727
0
-308
-1.186
Kursdifferenzen
-299
-15
5
1
-308
Zugänge
4.894
1.385
18
28
6.325
Abgänge
1.223
1
0
0
1.224
Umbuchungen
0
178
-178
0
0
Abschreibungen des Geschäftsjahres
15.480
757
175
209
16.621
davon planmäßige Abschreibung
15.480
757
175
209
16.621
Buchwerte 31.12.2022
69.277
2.165
527
412
72.382
* Der Konzern-Anlagenspiegel ist Teil des Konzernanhangs.
28
KONZERN-SEGMENTBERICHTERSTATTUNG*
STRATEGISCHE GESCHÄFTSFELDER
Frauenthal Automotive
Frauenthal Handel
Holdings und Sonstige
Konzern-Eliminierungen
Frauenthal-Gruppe
in TEUR
2022
2021
2022
2021
2022
2021
2022
2021
2022
2021
Fremdkapital
94.568
148.156
222.746
216.554
10.557
7.034
-11.846
-3.625
316.025
368.119
Vermögen
144.177
174.988
343.027
304.579
21.672
20.844
-11.951
-3.685
496.925
496.725
REGIONEN NACH STANDORTEN/GESELLSCHAFTSSITZ
Durchschnittliche Beschäftigte
Sachanlagen, Nutzungsrechte Leasing
und Immaterielles Vermögen
2022
2022
2022
2021
2021
2021
in TEUR
2022
2021
fortzuführende
aufgegebener
gesamt
fortzuführende
aufgegebener
gesamt
Geschäftsbereiche
Geschäftsbereich
Geschäftsbereiche
Geschäftsbereich
Österreich
132.162
124.904
1.640
0
1.640
1.586
0
1.586
Deutschland
12.314
19.786
216
399
615
219
454
673
Schweden
18.408
22.508
374
0
374
404
0
404
Sonstige Länder
33.746
28.781
607
0
607
592
0
592
Frauenthal-Gruppe
196.631
195.979
2.837
399
3.236
2.801
454
3.255
* Die Konzern-Segmentberichterstattung ist Teil des Konzernanhangs.
29
KONZERN-SEGMENTBERICHTERSTATTUNG*
STRATEGISCHE GESCHÄFTSFELDER
Frauenthal Automotive
Frauenthal Handel
Holdings und Sonstige
Konzern-
Frauenthal-Gruppe
Eliminierungen
2022
2022
2022
2021
2021
2021
2022
2021
2022
2021
2022
2021
2022
2022
2022
2021
2021
2021
fortzuführende
aufgegebener
Gesamt
fortzuführende
aufgegebener
Gesamt
fortzuführende
aufgegebener
Gesamt
fortzuführende
aufgegebener
Gesamt
Geschäfts-
Geschäfts-
Geschäfts-
Geschäfts-
Geschäfts-
Geschäfts-
Geschäfts-
Geschäfts-
in TEUR
bereiche
bereich
bereiche
bereich
bereiche
bereich
bereiche
bereich
Außenumsatz
233.449
78.142
311.591
197.443
86.354
283.797
823.630
740.283
7
7
0
0
1.057.086
78.142
1.135.228
937.733
86.354
1.024.087
Innenumsatz
0
0
0
0
0
0
0
0
2.116
2.092
-2.116
-2.092
0
0
0
0
0
0
Umsatz gesamt
233.449
78.142
311.591
197.443
86.354
283.797
823.630
740.283
2.123
2.099
-2.116
-2.092
1.057.086
78.142
1.135.228
937.733
86.354
1.024.087
Entkonsolidierungs
0
15.594
15.594
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
15.594
15.594
0
0
0
-ertrag
EBITDA
17.322
17.104
34.426
19.547
4.406
23.953
66.898
38.756
-1.485
-1.635
-690
0
82.045
17.104
99.148
56.668
4.406
61.074
EBITDA
17.322
1.510
18.832
19.547
4.406
23.953
66.898
38.756
-1.485
-1.635
-690
0
82.045
1.510
83.555
56.668
4.406
61.07 4
bereinigt
1)
Abschreibungen
-10.000
-971
-10.971
-10.043
-6.521
-16.564
-22.792
-21.787
-442
-456
582
0
-32.652
-971
-33.623
-32.287
-6.521
-38.807
davon
außerplanmäßige
0
0
0
0
4.931
4.931
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
4.931
4.931
Abschreibung
Betriebserfolg
7.322
16.133
23.455
9.504
-2.114
7.390
44.106
16.969
-1.927
-2.091
-108
0
49.392
16.133
65.525
24.382
-2.114
22.267
(EBIT)
Betriebserfolg
(EBIT) bereinigt
7.322
539
7.861
9.504
2.816
12.320
44.106
16.969
-1.927
-2.091
-108
0
49.392
539
49.931
24.382
2.816
27.19 8
1)2)
Zinserträge
1.067
0
1.067
1.273
0
1.273
222
176
56
36
-38
-35
1.307
0
1.307
1.450
0
1.450
Zinsaufwendungen
-1.806
-484
-2.290
-1.283
-607
-1.890
-3.949
-3.152
-256
-294
41
35
-5.972
-484
-6.457
-4.694
-607
-5.302
Sonstiges
0
0
0
0
0
0
-358
-98
0
0
0
0
-358
0
-358
-98
0
-98
Finanzergebnis
Ergebnis vor
6.584
15.649
22.233
9.493
-2.721
6.772
40.021
13.895
-2.127
-2.349
-105
0
44.370
15.650
60.020
21.039
-2.721
18.316
Steuern
Ergebnis vor
Steuern bereinigt
6.584
55
6.639
9.493
2.209
11.703
40.021
13.895
-2.127
-2.349
-105
0
44.370
55
44.428
21.039
2.209
23.24 6
1)2)
Steuern vom
Einkommen und
-1.848
-318
-2.166
-890
-531
-1.420
-9.823
-2.868
482
103
26
0
-11.165
-318
-11.483
-3.656
-530
-4.186
Ertrag
Ergebnis nach
4.734
15.332
20.066
8.603
-3.252
5.352
30.197
11.027
-1.645
-2.247
-81
0
33.205
15.332
48.537
17.383
-3.252
14.130
Steuern
Ergebnis nach
Steuern bereinigt
4.734
-262
4.472
8.603
1.678
10.283
30.197
11.027
-1.645
-2.247
-81
0
33.205
-262
32.943
17.383
1.678
19.06 0
12))
Investitionen
3)
10.970
252
11.222
8.911
1.852
10.763
10.934
10.493
72
25
0
0
21.976
252
22.228
19.429
1.852
21.281
Mitarbeiter
1.200
399
1.599
1.216
454
1.670
1.628
1.575
9
10
0
0
2.837
399
3.236
2.801
454
3.255
1) 2022: bereinigt um den Entkonsolidierungsertrag der Business Unit Frauenthal Powertrain
2) 2021: bereinigt um außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund von Impairment in der Division Frauenthal Automotive
3) Im Geschäftsjahr 2022 und 2021 werden die Investitionen ohne Investitionen in Nutzungsrechte Leasing dargestellt.
* Die Konzern-Segmentberichterstattung ist Teil des Konzernanhangs.
30
KONZERN-SEGMENTBERICHTERSTATTUNG*
UMSATZ IN REGIONEN NACH ENDKUNDEN
Frauenthal Automotive
Frauenthal Handel
Holdings und Sonstige
Frauenthal-Gruppe
2022
2022
2022
2021
2021
2021
2022
2021
2022
2021
2022
2022
2022
2021
2021
2021
in TEUR
fortzuführende
aufgegebener
Gesamt
fortzuführende
aufgegebener
Gesamt
fortzuführende
aufgegebener
Gesamt
fortzuführende
aufgegebener
Gesamt
Geschäftsbereiche
Geschäftsbereich
Geschäftsbereiche
Geschäftsbereich
Geschäftsbereiche
Geschäftsbereich
Geschäftsbereiche
Geschäftsbereich
Österreich
1.905
6.676
8.581
2.534
12.069
14.603
806.160
726.241
7
7
808.072
6.676
814.748
728.783
12.069
740.851
Deutschland
25.813
21.214
47.027
21.956
22.095
44.051
12.367
9.591
0
0
38.180
21.214
59.394
31.547
22.095
53.642
Frankreich
15.254
4.246
19.500
11.769
3.784
15.553
3
4
0
0
15.257
4.246
19.503
11.773
3.784
15.557
Schweden
62.049
11.343
73.392
61.496
12.547
74.044
3
4
0
0
62.052
11.343
73.395
61.500
12.547
74.048
Belgien
46.032
0
46.032
34.887
0
34.887
84
727
0
0
46.116
0
46.116
35.614
0
35.614
Sonstige EU
45.626
17.087
62.713
40.157
17.961
58.118
3.741
2.891
0
0
49.367
17.087
66.454
43.048
17.961
61.009
Sonstiges Europa
1.083
7.506
8.589
853
5.517
6.370
1.158
688
0
0
2.240
7.506
9.746
1.540
5.517
7.058
Amerika
7.419
10.029
17.448
3.133
9.746
12.879
34
69
0
0
7.453
10.029
17.482
3.202
9.746
12.948
Asien
24.025
41
24.065
19.735
2.634
22.369
22
16
0
0
24.047
41
24.088
19.751
2.634
22.385
Sonstige
4.244
0
4.244
923
0
923
57
52
0
0
4.301
0
4.301
975
0
975
Summe
233.449
78.142
311.591
197.444
86.354
283.797
823.630
740.283
7
7
1.057.086
78.142
1.135.228
937.733
86.354
1.024.087
* Die Konzern-Segmentberichterstattung ist Teil des Konzernanhangs
31
KONZERNANHANG FÜR 2022
DER FRAUENTHAL HOLDING AG
A. ALLGEMEINES
(1) INFORMATIONEN ZUM UNTERNEHMEN
Die Frauenthal Holding AG ist im Firmenbuchgericht Wien unter FN 83990s registriert. Die Geschäftsanschrift lautet: Frauenthal
Holding AG, Rooseveltplatz 10, 1090 Wien, Österreich.
Die Frauenthal-Gruppe, ein österreichischer börsennotierter Mischkonzern, umfasst zwei Unternehmensbereiche. Die
Geschäftstätigkeit ihrer Konzerngesellschaften beinhaltet zum einen die Division Frauenthal Handel und zum anderen die Division
Frauenthal Automotive.
(2) GRUNDLAGEN DER RECHNNGSLEGUNG
Die Aufstellung dieses Konzernabschlusses erfolgt in Anwendung von § 245a UGB nach international anerkannten
Rechnungslegungsgrundsätzen. Der Konzernabschluss der Frauenthal Holding AG („Frauenthal-Gruppe“, „Frauenthal Konzern“ oder
„der Konzernabschluss“) zum 31. Dezember 2022 wurde nach den Vorschriften der am Abschlussstichtag gültigen Richtlinien, des
vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in
der Europäischen Union anzuwenden sind, erstellt.
Die im Bericht dargelegten Berechnungen sind EDV-technisch ermittelt worden. Die Darstellung der Werte erfolgt mittels kaufmännisch
gerundeter Zahlen, weshalb sich Rundungsdifferenzen ergeben können. Aus diesem Grund kann die manuelle Berechnung von Werten
zu Abweichungen bei den ausgewiesenen Zwischen- und Gesamtsummen führen.
(3) ERSTMALIG BZW. ZUKÜNFTIG ANZUWENDENDE STANDARDS UND INTERPRETATIONEN
Sofern nicht nachfolgend anders angegeben, ergeben sich aus der zukünftigen Anwendung der folgenden geänderten Standards
voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss, da diese lediglich Klarstellungen betreffen oder nicht
anwendbar sind.
(3.1) Folgende neue bzw. geänderte Standards und Interpretationen wurden erstmalig im Geschäftsjahr
2022 angewendet
Neuer Standard oder Änderung
Datum der
Datum der
Datum der
Veröffentlichung
Übernahme
erstmaligen
durch IASB
in EU-Recht
Anwendung
laut EU-Recht
Änderungen von
- IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse
- IAS 16 Sachanlagen
14.05.2020
28.06.2021
01.01.2022
- IAS 37 Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und
Eventualforderungen
Jährliche Verbesserungen 2018 - 2020
32
(3.2) Folgende in EU-Recht übernommene IFRS Standards wurden bis zum Bilanzstichtag herausgegeben,
sind aber erst in späteren Berichtsperioden verpflichtend anzuwenden.
Neuer Standard oder Änderung
Datum der
Datum der
Datum der
Veröffentlichung
Übernahme
erstmaligen
durch IASB
in EU-Recht
Anwendung
laut EU-Recht
IFRS 17 Versicherungsverträge, einschließlich Änderungen von
18.05.2017
19.11.2021
01.01.2023
IFRS 17
25.06.2020
Änderung von IAS 1 Darstellung des Abschlusses und IFRS
Practice Statement 2: Offenlegung von Bilanzierungs- und
12.02.2021
02.03.2022
01.01.2023
Bewertungsmethoden
Änderung
von
IAS
8
Rechnungslegungsmethoden,
Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen
12.02.2021
02.03.2022
01.01.2023
und
Fehlern:
Definition
von
rechnungslegungsbezogenen
Schätzungen
Änderung von IAS 12 Ertragsteuern: Latente Steuern, die sich
auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer
07.05.2021
11.08.2022
01.01.2023
einzigen Transaktion entstehen
Änderung von IFRS 17
Versicherungsverträge: Erstmalige
09.12.2021
08.09.2022
01.01.2023
Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 - Vergleichsinformationen
(3.3) Nachfolgende Standards sowie Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards, die vom
IASB herausgegeben wurden, sind im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 noch nicht
verpflichtend anzuwenden. Deren Anwendung setzt voraus, dass sie im Rahmen des IFRS-
Übernahmeverfahrens („Endorsement“) der EU angenommen werden.
Neuer Standard oder Änderung
Datum der
Datum der
(Übernahme in EU-Recht ausstehend)
Veröffentlichung
erstmaligen
durch IASB
Anwendung
laut IASB
Änderung von IAS 1 Darstellung des Abschlusses:
23.01.2020
•
Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig
01.01.2024
•
Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig –
15.07.2020
Verschiebung der erstmaligen Anwendung
31.10.2022
•
Langfristige Schulden mit Nebenbedingungen
Änderung von IFRS 16 Leasingverhältnissen:
22.09.2022
01.01.2024
Leasingverbindlichkeit bei Sale and Leaseback
33
(4) NACHHALTIGKEIT, COVID-19-PANDEMIE, UKRAINE-RUSSLAND UND LIEFERENGPÄSSE
NACHHALTIGKEIT
Umweltorientierung und Ressourcenschonung sind sowohl aus geschäftsstrategischen Gründen als auch aufgrund der Werthaltung
des Managements und der Mitarbeitenden der Frauenthal-Gruppe eine wichtige Zielsetzung. In beiden Divisionen bieten sich
zahlreiche Ansatzpunkte zur Förderung von umwelt- und ressourcenschonenden Technologien. Beispiele dafür sind im
Automobilbereich der Einsatz wasserlöslicher Lackierungsmittel, Investitionen in energiesparende Produktionsprozesse und die
Reduktion des Materialeinsatzes durch verbessertes Produktdesign. Ein Beispiel aus der Division Frauenthal Handel ist der Ausbau
unserer Beratungszentren für Heizungsanlagen. Wir beraten unsere Kundschaft beim Verkauf von energieeffizienten
Heizungssystemen. Die Forcierung von Produkten im Sanitärbereich, die den Energie- und Wasserverbrauch reduzieren, ist ebenso ein
Beitrag zur Förderung des Umweltbewusstseins.
Als börsennotiertes Unternehmen ist Frauenthal für interne und externe Stakeholder in hohem Maße transparent. Das Vertrauen
unserer Mitarbeitenden und jenes von Kunden/innen, Lieferanten, Geschäftspartnern sowie Aktionären hängt auch von der
wahrgenommenen Zukunftsorientierung unseres Handelns ab.
Die aktuellen Markt- und Technologietrends in Europa lassen einen starken Anstieg des Volumens an BEV
(Battery Electric Vehicles,
also reinen E-Fahrzeugen) erwarten. Seit dem Management-Buy-Out der Business Unit Frauenthal Powertrain im November 2022 sieht
sich Frauenthal Automotive von dieser Entwicklung in der Industrie nicht unmittelbar betroffen.
Weitere Details können dem Nachhaltigkeitsbericht 2022 der Frauenthal-Gruppe unter www.frauenthal.at/de/berichte.html
entnommen werden.
COVID-19-PANDEMIE, UKRAINE-RUSSLAND UND LIEFERENGPÄSSE
Das Geschäftsjahr 2022 ist erneut geprägt von vielen Unsicherheiten und Herausforderungen. In den ersten Monaten des Jahres wird
mit Rekordausfällen im Personalbereich gekämpft: Aufgrund einer weiteren COVID-19-Welle in Mittel- und Osteuropa verzeichnet die
Division Frauenthal Automotive Krankenstandsraten von bis zu 40 %.
Fast zeitgleich bricht der Ukraine-Russland-Krieg aus. Die Frauenthal-Gruppe hat zwar keine Gesellschaften sowie keine wesentlichen
wirtschaftlichen Aktivitäten in der Ukraine und in Russland, allerdings treibt dieser Konflikt die ohnehin bereits angekündigte Inflation
für das Jahr 2022 zusätzlich in die Höhe.
Die Kundenabrufe verhalten sich über das gesamte Jahr 2022 volatil und nicht vorhersehbar. Viele globale Lieferketten zeigen sich seit
mehr als einem Jahr hochgradig instabil. Der weltweite Mangel an Halbleitern, diversen Rohstoffen und Kabelbäumen zwingt die
OEMs, deren Produktionskapazitäten zu reduzieren. Engpässe in Verbindung mit Halbleitern führen zu mehrwöchigen
Werksstillständen von Kunden, und die Produktionsstätten der Division Frauenthal Automotive haben große Probleme, ihre
Kapazitäten kurzfristig daran anzupassen.
Die makroökonomischen Gegebenheiten (Inflation, ansteigendes Zinsniveau, Lieferkettenprobleme) werden im Zuge der
Bilanzerstellung bei der Bewertung von Forderungen und Rückstellungen berücksichtigt.
34
B. KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE
(5) KONSOLIDIERUNGSKREIS
Der Konsolidierungskreis wurde gemäß IFRS 10 festgelegt. Gegenüber dem 31. Dezember 2021 verändert sich die Anzahl der
einbezogenen Gesellschaften wie folgt:
AKQUISITIONEN UND NEUGRÜNDUNGEN
Sitz
Anteil am Kapital
Abschluss
mittelbar
unmittelbar
stichtag
Frauenthal Gnotec Tool Development AB
Göteborg, Schweden
100,00%
31.12.
Frauenthal Gnotec Trade (Kunshan) Co. Ltd.
Kunshan, Volksrepublik China
100,00%
31.12 .
AUFGEGEBENER GESCHÄFTSBEREICH
Am 18. November 2022 wurde der Vertrag für die Veräußerung der Business Unit Frauenthal Powertrain durch ein Management-Buy-
out unterzeichnet. Folgende Tochtergesellschaften wurden verkauft und zum 31.10.2022 entkonsolidiert :
Sitz
Anteil am Kapital
Abschluss
mittelbar
unmittelbar
stichtag
(Vorjahr)
Linnemann Schnetzer Beteiligungs GmbH
Elterlein, Deutschland
100,00%
31.12.
Frauenthal Powertrain Management GmbH & Co KG
Plettenberg, Deutschland
100,00%
31.12.
Frauenthal Powertrain Plettenberg GmbH
Plettenberg, Deutschland
100,00%
31.12.
Frauenthal Roßwein GmbH
Roßwein, Deutschland
100,00%
31.12.
Frauenthal Powertrain US LLC
Bloomfield Hills, USA
100,00%
31.12.
Die Anzahl der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften hat sich im Geschäftsjahr 2022 wie folgt verändert:
2022
Inland
Ausland
Gesamt
Einbezogen zum 31.12.2021
8
16
24
Akquisitionen und Neugründungen
0
2
2
Aufgegebener Geschäftsbereich
0
-5
-5
Einbezogen zum 31.12.2022
8
13
21
35
Folgende Unternehmen werden im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen:
Sitz
Anteil am Kapital
Abschluss
mittelbar
unmittelbar
stichtag
Frauenthal Immobilien GmbH
Wien, Österreich
100,00%
31.12.
FRAUENTHAL HANDEL
Frauenthal Haustechnik Beteiligungs GmbH
Wien, Österreich
100,00%
31.12.
Frauenthal Handel Gruppe AG
(vormals Frauenthal Service AG)
Wien, Österreich
100,00%
31.12.
Frauenthal Handel GmbH
Wels, Österreich
100,00%
31.12.
SHT Haustechnik GmbH
Perchtoldsdorf, Österreich
100,00%
31.12.
1a Installateur-Marketingberatung für Gas-, Sanitär-
und Heizungsinstallateure GmbH
Perchtoldsdorf, Österreich
100,00%
31.12.
OVI Online Vertrieb für Installateurbedarf GmbH
Chemnitz, Deutschland
100,00%
31.12.
B&E Service GmbH
Wien, Österreich
100,00%
31.12.
FRAUENTHAL AUTOMOTIVE
Frauenthal Automotive GmbH
Wien, Österreich
100,00%
31.12.
Frauenthal Airtank Elterlein GmbH
Elterlein, Deutschland
100,00%
31.12.
Frauenthal Airtank Hustopeče s.r.o.
Hustopeče, Tschechien
100,00%
31.12.
Frauenthal Automotive Service GmbH
Elterlein, Deutschland
100,00%
31.12.
Frauenthal Gnotec AB
Göteborg, Schweden
100,00%
31.12.
Gnotec Asia Holding Ltd.
Hongkong, Hongkong
100,00%
31.12.
Frauenthal Gnotec China Co. Ltd.
Kunshan, Volksrepublik China
100,00%
31.12.
Frauenthal Gnotec Slovakia s.r.o.
Cadca, Slowakei
100,00%
31.12.
Frauenthal Gnotec Sweden AB
Kinnared, Schweden
100,00%
31.12.
Frauenthal Gnotec Inc.
Fountain Inn, USA
100,00%
31.12.
Frauenthal Gnotec Germany GmbH
Hamburg, Deutschland
100,00%
31.12.
Frauenthal Gnotec Tool Development AB
Göteborg, Schweden
100,00%
31.12.
Frauenthal Gnotec Trade (Kunshan) Co. Ltd.
Kunshan, Volksrepublik China
100,00%
31.12.
Die G – S Company, s.r.o. mit Sitz in Bánovce nad Bebravou, Slowakei wurde am 23. Dezember 2020 gegründet und wird aufgrund
der untergeordneten Bedeutung nicht in die Konsolidierung einbezogen. Zum 31. Dezember 2022 werden mittelbar 100,00 % der
Anteile am Kapital gehalten.
Die Techno Heat GmbH mit Sitz in Wien, Österreich wurde am 7. August 2018 akquiriert und wird aufgrund der untergeordneten
Bedeutung nicht in die Konsolidierung einbezogen. Zum 31. Dezember 2022 werden mittelbar 100,00 % der Anteile am Kapital
gehalten.
Die Frauenthal Automotive Holding GmbH mit Sitz in Wien, Österreich, welche aufgrund der untergeordneten Bedeutung nicht in die
Konsolidierung einbezogen wird, befindet sich zum Stichtag 31. Dezember 2022 in Liquidation. Außer den zuletzt genannten
Gesellschaften gab es im Vorjahr keine weiteren Gesellschaften, die aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung nicht konsolidiert
wurden.
(6) AUSWIRKUNGEN DER KONSOLIDIERUNGSKREISÄNDERUNGEN – AUFGEGEBENER GESCHÄFTSBEREICH
Am 18. November 2022 wurde der Vertrag für die Veräußerung der Business Unit Frauenthal Powertrain durch ein Management-Buy-
out unterzeichnet. Frauenthal Powertrain ist mit seinem Produktionsstandort in Plettenberg (D) sowie einem Vertriebsbüro in den USA
führend in der Produktion von Schmiedepleuel und Ausgleichswellen. Die gesamte Business Unit Frauenthal Powertrain wurde an die
m3 holding GmbH verkauft. In der aktuellen Situation ist Frauenthal Powertrain als unabhängiges, mittelständiges Unternehmen besser
aufgestellt, weil es flexibler und individueller agieren kann.
Die Business Unit Frauenthal Powertrain wurde dem Segment Automotive zugerechnet.
36
Die abgehenden Vermögenswerte und Schulden setzen sich wie folgt zusammen:
31.10.2022
Beizulegender
in TEUR
Zeitwert
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte
43
Nutzungsrechte Leasing
669
Sachanlagen
7.766
Aktive latente Steuern
2.019
10.496
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte
7.907
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
5.099
Forderungen gegenüber fortzuführenden Geschäftsbereichen
43
Steuerforderungen
1.433
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
993
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte
82
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
5.889
21.447
Langfristige Schulden
Finanzverbindlichkeiten
7.000
Leasingverbindlichkeiten
257
Personalrückstellungen
22.797
Passive latente Steuern
830
Sonstige Rückstellungen
3.747
34.630
Kurzfristige Schulden
Finanzverbindlichkeiten
60
Leasingverbindlichkeiten
452
Verbindlichkeiten gegenüber fortzuführenden Geschäftsbereichen
31
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
5.252
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
56
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten
3.975
Steuerschulden
43
Sonstige Rückstellungen
3.037
12.907
Reinvermögen
-15.594
Reinvermögen
-15.594
Kaufpreis
0
Entkonsolidierungsertrag
15.594
davon aus Umgliederung Währungsumrechnungsrücklage
-12
Kapitalfluss aus der Investitionstätigkeit
Einzahlungen Kaufpreis
0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
-5.889
Nettozahlungsmittelfluss aus dem Verkauf
-5.889
Durch den Verkauf des Geschäftsbereichs gingen TEUR 5.889 an Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ab, das
Entkonsolidierungsergebnis beträgt TEUR 15.594.
37
Aufgliederung des Steueraufwandes des aufgegebenen Geschäftsbereiches:
in TEUR
01-10/2022
2021
Steuern vom Einkommen und Ertrag
-56
-2
Steuern aus Vorperioden
0
74
Veränderung der latenten Steuern
-262
-603
-318
-531
Es fielen keine Steuern auf das Verkaufsergebnis an.
(7) KAPITALKONSOLIDIERUNG
Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Die Anschaffungskosten eines
Unternehmenserwerbs bemessen sich als Summe der übertragenen Gegenleistung, bewertet mit dem beizulegenden Zeitwert zum
Erwerbszeitpunkt, und der Anteile ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen Unternehmen. Bei jedem
Unternehmenszusammenschluss bewertet die Frauenthal Holding AG die Anteile ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen
Unternehmen entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens des
erworbenen Unternehmens. Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses angefallene Kosten werden als Aufwand erfasst.
Der den beizulegenden Zeitwert dieses Nettovermögens übersteigende Betrag der Anschaffungskosten wird als Firmenwert
ausgewiesen.
Firmenwerte aus dem Erwerb von Gesellschaften werden gemäß IFRS 3 nicht planmäßig abgeschrieben, sondern zumindest zu jedem
Bilanzstichtag auf ihren künftigen wirtschaftlichen Nutzen geprüft. In Höhe des Betrags, der nicht mehr durch den erwarteten
künftigen Nutzen gedeckt ist, ist eine erfolgswirksame außerplanmäßige Abschreibung vorzunehmen .
(8) WÄHRUNGSUMRECHNUNG
Die Umrechnung der in fremder Währung aufgestellten Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen
Tochterunternehmen in Euro erfolgt auf Basis des Konzepts der funktionalen Währung (IAS 21 „The Effects of Changes in Foreign
Exchange Rates“) nach der modifizierten Stichtagskursmethode.
Da die Tochtergesellschaften ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbständig betreiben, ist
die funktionale Währung identisch mit der jeweiligen Landeswährung der Gesellschaft. Im Konzernabschluss werden daher die
Aufwendungen und Erträge aus Abschlüssen von Tochterunternehmen, die in fremder Währung aufgestellt sind, zum
Jahresdurchschnittskurs, Vermögenswerte und Schulden zum Devisenmittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet.
Der sich aus der Umrechnung des Eigenkapitals ergebende Währungsunterschied wird mit der Währungsrücklage verrechnet. Die
Umrechnungsdifferenzen, die aus abweichenden Umrechnungskursen in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung resultieren, werden
ebenfalls erfolgsneutral in der Währungsrücklage ausgewiesen.
In den Einzelabschlüssen der Frauenthal Holding AG und der Tochterunternehmen, welche in den Konzernabschluss einfließen, werden
Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten zum aktuellen Tageskurs bewertet. Zum Bilanzstichtag eingetretene Kursgewinne
und -verluste werden erfolgswirksam berücksichtigt.
Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse der wichtigsten Währungen haben sich im Verhältnis zu EUR 1,00
wie folgt verändert:
1 EURO ENTSPRICHT
Stichtagskurs
Durchschnittskurs
31.12.2022
31.12.2021
2022
2021
Tschechische Republik
CZK
24,1150
24,8600
24,5650
25,6450
Schweden
SEK
10,1218
10,2503
10,6571
10,1562
Hongkong
HKD
8,3163
8,8333
8,2223
9,1856
China
CNY
7,3582
7,1947
7,0744
7,6069
USA
USD
1,0666
1,1326
1,0500
1,1816
38
C. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN
Die Jahresabschlüsse sämtlicher in den Konzernabschluss einbezogener Unternehmen werden entsprechend IFRS 10 nach einheitlichen
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt.
(9) LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Werthaltigkeitsprüfungen von Firmenwerten, sonstigen immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen werden bei Eintreten von
Impairmenttriggern bzw. für Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer (Marken) zumindest
einmal jährlich im 4. Quartal durchgeführt. Ein Vermögenswert ist gem. IAS 36.8 wertgemindert, wenn sein Buchwert („Carrying
amount“) seinen erzielbaren Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag ist gem. IAS 36.18 der höhere der beiden Beträge aus
beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten („Fair Value less costs to sell/Fair Value“) und dem Nutzungswert („Value in
Use“).
Sie basieren grundsätzlich auf einer Value in Use Berechnung auf Basis der geschätzten künftigen abgezinsten Netto-Zahlungsströmen,
die aus der fortgesetzten Nutzung eines Vermögenswertes und seinem Abgang am Ende der Nutzungsdauer zu erwarten sind.
Faktoren wie geringere Umsatzerlöse und daraus resultierende niedrigere Netto-Zahlungsströme sowie Änderungen der verwendeten
Abzinsungsfaktoren können zu einer Wertminderung führen. Die Unsicherheit bezüglich des Eintritts der zugrunde gelegten Parameter
steigt an, je weiter die Planung in die Zukunft reicht. Die Bewertungen der Zahlungsmittel generierenden Einheiten basieren auf den
erwarteten Zahlungsströmen, die mit durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC) nach Unternehmenssteuern abgezinst werden.
Für die Frauenthal-Gruppe stellt der Russland-Ukraine Konflikt keinen Impairmenttrigger dar, da die Frauenthal-Gruppe über keine
Vermögenswerte in der Ukraine und in Russland verfügt und keine relevanten Umsätze in den beiden Ländern generiert.
Für die SHT-Gruppe (SHT Haustechnik GmbH, 1a Installateur-Marketingberatung für Gas-, Sanitär- und Heizungsinstallateure GmbH),
die Gesellschaft Frauenthal Handel GmbH und die Gesellschaft Frauenthal Handel Gruppe AG wird ein gemeinsames Reporting erstellt,
es gibt eine gemeinsame Steuerung und Planung, und es werden alle wesentlichen Führungsentscheidungen von ein und demselben
Personenkreis getroffen. Es ergibt sich somit die CGU Frauenthal Handel.
Die Werthaltigkeit von Firmenwerten und Marken (= immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer) wurde mittels
DCF-Verfahren getestet. Der Bewertung liegt das im November 2022 erstellte Budget für 2023 sowie eine Mittelfristplanung bis 2027
zugrunde. Die Annahmen zur Marktentwicklung basieren sowohl auf internen Erfahrungswerten als auch renommierten externen
Marktstudien.
Für die CGU Frauenthal Handel geht man aufgrund der letztgültigen Prognosen für die Entwicklung der Bauwirtschaft in Österreich
(Euroconstruct) von einem geringfügigem Marktwachstum von 0,2 % (VJ: 2,6 %) und einer durchschnittlichen EBIT-Marge von 2,2 %
bis 2,4 % (VJ: 2,2 % bis 2,5 %) in den Folgejahren aus. Der erzielbare Betrag der CGU wurde anhand des Nutzungswerts ermittelt.
Der für die CGU Frauenthal Handel mit einem WACC nach Steuern von 7,55 % (31.12.2021: 8,54 %) durchgeführte
Wertminderungstest ergab keinen Wertminderungsbedarf.
IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Erworbene und selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 38 aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass mit der
Nutzung des Vermögenswertes ein zukünftiger wirtschaftlicher Vorteil verbunden ist und die Kosten des Vermögenswertes zuverlässig
bestimmt werden können.
Entwicklungsaufwendungen der Frauenthal-Gruppe werden gemäß IAS 38 nur als selbst geschaffene immaterielle
Vermögenswerte aktiviert, wenn die Entwicklungskosten verlässlich bewertet werden können, das Produkt oder das Verfahren
technisch und kommerziell geeignet ist, ein künftiger wirtschaftlicher Nutzen wahrscheinlich ist und der Konzern sowohl beabsichtigt
als auch über genügend Ressourcen verfügt, die Entwicklung abzuschließen und den Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen.
Sonstige Entwicklungsausgaben werden im Gewinn oder Verlust erfasst, sobald sie anfallen. Aktivierte Entwicklungsausgaben werden
zu Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen bewertet. Ausgaben für Forschungstätigkeiten werden im Gewinn oder
Verlust erfasst, wenn sie anfallen.
Es wurden im Geschäftsjahr 2022 für Forschung und Entwicklung TEUR 26 (VJ: TEUR 23) ausgegeben, welche in den Aufwendungen
erfasst wurden.
Kundenbeziehungen sind als Ergebnis der Purchase Price Allocation in der Division Frauenthal Automotive bei der Firma Frauenthal
Gnotec AB als immaterielle Vermögenswerte aktiviert, die bereits vollständig abgeschrieben sind.
Die Position Marken- und Kundenbelieferungsrechte enthält einerseits im Zuge des Erwerbs der Division Frauenthal Handel
erworbene Marken, bei denen derzeit keine Änderungsabsichten bestehen, die laufend gepflegt werden, deren Nutzungsende nicht
absehbar ist und die daher eine unbestimmte Nutzungsdauer aufweisen. Weiters sind darin Kundenbelieferungsrechte für Installateure
der Division Frauenthal Handel enthalten, die bereits zum Zeitpunkt der Akquisition bestehende Kundenbelieferungsrechte beinhalten,
derzeit unbefristet sind und nur durch Kündigung beendet werden können. Die Abschreibung erfolgt entsprechend den Kündigungen
dieser Belieferungsrechte.
39
Die übrigen immateriellen Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten angesetzt und – bei
bestimmbarer Nutzungsdauer – entsprechend ihrer Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben.
in Jahren
Sonstige immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer
3 bis 10
SACHANLAGEN
Das gesamte Sachanlagevermögen unterliegt einer betrieblichen Nutzung und wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten
vermindert um planmäßige, nutzungsbedingte Abschreibungen bewertet. Die planmäßigen Abschreibungen werden nach der linearen
Methode vorgenommen. Geringwertige Vermögenswerte des Anlagevermögens, die aus steuerlichen Gründen in den lokalen
Abschlüssen sofort abgeschrieben werden, werden auch im Konzernabschluss aus Wesentlichkeitsgründen im Zugangsjahr voll
abgeschrieben und als Abgänge ausgewiesen.
Zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten zählen neben dem Kaufpreis und den direkt zurechenbaren Kosten, um den
Vermögenswert zu dem Standort und in den erforderlichen, vom Management beabsichtigten, betriebsbereiten Zustand zu bringen,
auch die geschätzten Kosten für den Abbruch und das Abräumen des Gegenstands sowie die Wiederherstellung des Standorts, an
dem er sich befindet. Besteht ein Vermögenswert des Sachanlagevermögens aus mehreren Bestandteilen mit unterschiedlichen
Nutzungsdauern, werden die einzelnen wesentlichen Bestandteile über ihre individuellen Nutzungsdauern abgeschrieben.
Die planmäßigen Abschreibungen für das Sachanlagevermögen unterliegen konzerneinheitlich nachfolgenden Nutzungsdauern:
in Jahren
Betriebs- und Geschäftsgebäude
10 bis 50
Technische Anlagen und Maschinen
5 bis 20
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
3 bis 10
Die Abschreibungsdauer richtet sich nach der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer. Im Zugangsjahr werden
Vermögenswerte des Sachanlagevermögens zeitanteilig abgeschrieben. Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen umfassen
neben den direkt zurechenbaren Kosten auch anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie produktions- bzw.
leistungserstellungsbezogene Verwaltungskosten.
Bei Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Wenn der Grund für eine früher durchgeführte
außerplanmäßige Abschreibung entfallen ist, erfolgt eine Zuschreibung auf die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten.
Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen enthalten alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie
angemessene Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten. Finanzierungskosten werden nur dann aktiviert, wenn es sich um
qualifizierte langfristige Vermögenswerte handelt. Die Finanzierungskosten werden dann als Teil der Anschaffungs- oder
Herstellungskosten angesetzt. Im Jahr 2022 wurden keine Finanzierungskosten für qualifizierte langfristige Vermögenswerte aktiviert.
Investitionszuschüsse werden gemäß Konzernrichtlinien direkt mit den Anschaffungskosten saldiert (Nettomethode). Für weitere
Informationen wird auf den Punkt (22) Sachanlagen verwiesen.
NUTZUNGSRECHTE
Gemäß IFRS 16 werden für Verträge aus Miet- und Leasingverhältnissen Nutzungsrechte bzw. Verbindlichkeiten angesetzt, welche
über die voraussichtliche Vertragsdauer abgeschrieben bzw. verzinst werden.
Die Laufzeiten der Verträge werden nach der voraussichtlichen Vertragsdauer unter Berücksichtigung von Verlängerungsoptionen und
Kündigungszeiten gewählt. Bei befristeten Verträgen wird die in dem Vertrag unterstellte Laufzeit gewählt. Die Vertragslaufzeiten
werden halbjährlich oder bei Vorliegen von Triggering Events überprüft. Bei der Erfassung der Verträge und bei der Kalkulation wird
darauf geachtet, Nebenleistungen wie zum Beispiel Betriebskosten getrennt von den Mieten und Leasingaufwendungen auszuweisen.
Bei unbefristeten Verträgen wird die Laufzeit jährlich überprüft und abhängig von der Laufzeiteinschätzung entsprechend gewählt.
Die Ausnahme für kurzfristige Leasingverhältnisse (bis zu 1 Jahr) wird in Anspruch genommen. Für ähnlich ausgestalte Leasingverträge
werden einheitliche Abzinsungssätze verwendet. Bei der Ansetzung von neuen Leasingverhältnissen hat sich die Frauenthal-Gruppe
dazu entschieden, die Ausnahmeregelung für Leasingverhältnisse von geringem Wert anzuwenden.
(10) LATENTE STEUERN
Gemäß IAS 12 werden für alle temporären Differenzen zwischen dem Buchwert eines Vermögenswerts oder eines Schuldpostens und
seinem steuerlichen Wert latente Steuern bilanziert. Für alle zu versteuernden temporären Differenzen ist eine latente Steuerschuld
anzusetzen, es sei denn, die latente Steuerschuld erwächst aus dem erstmaligen Ansatz des Geschäfts- oder Firmenwertes oder dem
erstmaligen Ansatz eines Vermögenswertes oder einer Schuld bei einem Geschäftsvorfall, welcher kein
Unternehmenszusammenschluss ist und zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das bilanzielle Ergebnis (vor Ertragsteuern) noch
das zu versteuernde Ergebnis (den steuerlichen Verlust) beeinflusst.
Darüber hinaus werden gemäß IAS 12.34 zukünftige Steuerentlastungen aufgrund von steuerlichen Verlustvorträgen durch einen
Abgrenzungsposten berücksichtigt, wenn mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden kann, dass in Zukunft
40
steuerpflichtige Erträge in ausreichender Höhe zur Verrechnung mit den Verlustvorträgen zu erwarten sind. Soweit eine Verrechnung
nicht mehr wahrscheinlich ist, werden Wertberichtigungen vorgenommen. Aktive und passive Steuerlatenzen werden saldiert
ausgewiesen, soweit die Voraussetzungen nach IAS 12.74 vorliegen.
Bei der Beurteilung der Realisierbarkeit der latenten Steuern überprüft der Vorstand, ob es wahrscheinlich ist, dass alle aktiven latenten
Steuern realisiert werden.
(11) SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE UND FINANZANLAGEN
Die in den langfristigen finanziellen Vermögenswerten und Finanzanlagen ausgewiesenen Wertpapiere sind als „Finanzinstrument
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ gemäß IFRS 9 einzustufen und werden erfolgswirksam mit dem beizulegenden
Zeitwert bewertet. Die Wertermittlung erfolgt auf Basis der Rechnungskurse der entsprechenden Investmentfondsanteile.
Zinsen aus Wertpapieren werden periodengerecht abgegrenzt und im sonstigen Zinsergebnis ausgewiesen. Ergebnisse aus nicht
konsolidierten Beteiligungen und übrigen sonstigen Finanzanlagen werden im sonstigen Finanzergebnis dargestellt.
Im Geschäftsjahr 2021 sind die Zins-Caps und der Zins-Swap ausgelaufen. Weitere Informationen siehe Punkt (31).
(12) VORRÄTE
Die Bewertung der Vorräte an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen erfolgt zu Anschaffungskosten oder zu einem allfälligen niedrigeren
Nettoveräußerungswert zum Abschlussstichtag. Die Bewertung des Einsatzes und des Bestandes der Vorräte erfolgt nach dem
gleitenden Durchschnittspreisverfahren oder in einzelnen Fällen nach dem FIFO-Verfahren.
Unfertige und fertige Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten oder mit dem niedrigeren Nettoveräußerungswert am
Abschlussstichtag bewertet. Die Herstellungskosten umfassen die direkt zurechenbaren Kosten (Fertigungsmaterial und
Fertigungslöhne), anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsnahe Verwaltungsgemeinkosten.
Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer oder geminderter Verwertbarkeit ergeben, werden durch Abwertungen berücksichtigt.
(13) FORDERUNGEN
Forderungen werden gemäß IFRS 9 mit den fortgeschriebenen Anschaffungskosten, gegebenenfalls vermindert um
Wertberichtigungen, ausgewiesen. Fremdwährungsforderungen werden zum Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden gemäß dem Konzept der lebenslangen Kreditausfälle (erwarteten
Kreditausfälle aufgrund aller möglichen Ausfallereignisse während der erwarteten Laufzeit) bewertet. Hierfür wird im Rahmen einer
Wertberichtigungsmatrix mittels einer Vergangenheitsanalyse und der Einschätzung zukünftiger Entwicklungen der
Wertberichtigungsbedarf ermittelt. Erst bei Insolvenz oder erfolgloser rechtlicher Geltendmachung wird die Forderung ausgebucht.
Wertminderungen werden erfolgswirksam rückgängig gemacht.
(14) ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten im Wesentlichen Guthaben bei Banken und Kassenbestände, die zu
fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. Die Bewertung erfolgt zu Tageswerten am Bilanzstichtag.
41
(15) RÜCKSTELLUNGEN
LEISTUNGSORIENTIERTE PLÄNE
Sämtliche Sozialkapitalrückstellungen (Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen, Jubiläumsgelder) werden gemäß IAS 19
– Leistungen an Arbeitnehmer – nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ermittelt (Projected Unit Credit Method).
Pläne für Pensionen betreffen Leistungszusagen in Österreich, Deutschland und Schweden. Pläne für Abfertigungen betreffen
Leistungszusagen in Österreich.
Für zwei pensionierte Mitarbeiter österreichischer Firmen bestehen Einzelzusagen für eine Alterspension, welche nach Ablauf von
10 Dienstjahren bei der Gesellschaft gewährt wurden.
Angestellte, deren Dienstverhältnisse österreichischem Recht unterliegen, haben, wenn das betreffende Dienstverhältnis vor dem
1. Jänner 2003 begonnen und ununterbrochen mindestens 3 Jahre gedauert hat, Anspruch auf eine Abfertigung bei Auflösung des
Dienstverhältnisses bei Erreichen des gesetzlichen Pensionsalters und auch dann, wenn das Dienstverhältnis durch Kündigung seitens
des Dienstgebers endet. Die Höhe der Abfertigung ist abhängig von der Höhe des Bezuges zum Zeitpunkt der Auflösung und von der
Dauer des Dienstverhältnisses. Diese Ansprüche der Dienstnehmer sind daher, wie Ansprüche aus leistungsorientierten Pensionsplänen
zu behandeln, wobei Planvermögen zur Deckung dieser Ansprüche nicht vorliegt.
In Österreich erhalten Mitarbeitende aufgrund von kollektivvertraglichen Vereinbarungen nach Erreichung eines bestimmten
Dienstjahres Jubiläumsgelder. Die Rückstellung für Jubiläumsgelder wurde gemäß den Bestimmungen des IAS 19 zu anderen langfristig
fälligen Leistungen ermittelt.
Mitarbeiter von deutschen Gesellschaften haben aufgrund von Betriebsvereinbarungen Anspruch auf eine Invaliditäts- und Altersrente,
die nach Ablauf von 10 Arbeitsjahren im Dienst des Unternehmens gewährt werden.
Mitarbeiter von schwedischen Gesellschaften haben aufgrund von Betriebsvereinbarungen Anspruch auf eine Betriebspension.
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste bei Pensions- und Abfertigungsrückstellungen werden sofort erfolgsneutral im
sonstigen Ergebnis sowie die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste von Jubiläumsgeldrückstellungen sofort
erfolgswirksam in der Erfolgsrechnung als Personalaufwand erfasst. Der laufende Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand
ausgewiesen. Der Zinsaufwand der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen wird in der Position Zinsaufwendungen
erfasst.
Die für die versicherungsmathematischen Berechnungen zugrunde gelegten Parameter sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen.
Rückstellungen für
Rückstellungen für
Pensionen
Abfertigungen und Jubiläumsgelder
Parameter
2022
2021
2022
2021
SCHWEDEN
Abzinsungsfaktor
4,20 %
1,50 %
n.a.
n.a.
Durchschnittliche Bezugs- bzw.
2,10 %
1,80 %
n.a.
n.a.
Pensionserhöhung
Duration
14 Jahre
17 Jahre
n.a.
n.a.
ÜBRIGE LÄNDER
Abzinsungsfaktor
4,10 % -
4,20 %
1,00 % -
1,20 %
4,10 % -
4,20 %
1,00 % -
1,20 %
Durchschnittliche Bezugs- bzw.
2,00 % -
5,80 %
1,50 % -
2,40 %
1,50 % -
4,40 %
1,50 % -
2,00 %
Pensionserhöhung
Duration
8 Jahre
14 Jahre
10 Jahre
11 Jahre
BEITRAGSORIENTIERTE PLÄNE
Von den leistungsorientierten Plänen, für welche Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen gebildet werden müssen, werden
beitragsorientierte Pläne unterschieden. Bei Beitragszusagen besteht der Aufwand lediglich aus den zu zahlenden Beiträgen und wird
direkt im Personalaufwand erfasst.
Für österreichische Mitarbeiter, deren Dienstverhältnis nach dem 31. Dezember 2002 begonnen hat, werden Abfertigungsansprüche
in ein beitragsorientiertes System einbezahlt (Mitarbeitervorsorgekasse).
Weitere Angaben zu Versorgungsplänen für Arbeitnehmer können dem Punkt (32) Rückstellungen entnommen werden.
42
(16) SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN
Diese Rückstellungen werden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken zum voraussichtlichen Erfüllungsbetrag bewertet und
dürfen nicht mit Erstattungen verrechnet werden. Der Erfüllungsbetrag wird auf der Basis einer bestmöglichen Schätzung berechnet.
Langfristige Rückstellungen werden abgezinst, wenn der Effekt hieraus wesentlich ist.
(17) VERBINDLICHKEITEN
Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode angesetzt.
(18) DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE
Zum Stichtag 31.12.2022 bestehen keine derivativen Finanzinstrumente mehr. Weitere Informationen siehe Punkt (31).
(19) ERTRAGSREALISIERUNG
Umsatzerlöse aus Verkäufen von Produkten gemäß IFRS 15 werden mit dem Eigentums- bzw. Gefahrenübergang an den Kunden
erfasst, wenn ein Preis vereinbart oder bestimmbar ist und von dessen Bezahlung ausgegangen werden kann. Die Umsatzerlöse sind
abzüglich Skonti, Preisnachlässen, Kundenboni und Rabatten ausgewiesen. Zinsen sind unter Anwendung der Effektivzinsmethode
gemäß IFRS 9 erfasst worden und werden als solche in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesen.
Die Frauenthal-Gruppe realisiert Umsatzerlöse in der Division Frauenthal Handel als Großhändler mit eigenem Vertrieb, zudem werden
die Produkte von Installateurpartnern an Endkunden veräußert und in der Division Frauenthal Automotive mit der Produktion von
Werkzeugen und Bauteilen für die Automotive-Kunden.
Division Frauenthal Handel:
Die Leistungsverpflichtung beschränkt sich immer nur auf das Handelsgeschäft und es gibt keine zusätzlichen Leistungsverpflichtungen
in den Kundenverträgen, bei der Lieferung oder innerhalb der angewendeten gesetzlichen Gewährleistungsfrist. Zusätzliche
Serviceangebote zu den Produktlieferungen werden dem Kunden nicht angeboten.
Ermessensabhängige Jahresprämien an Vertriebsmitarbeiter sind an den Unternehmenserfolg bzw. individuellen
Leistungsbeurteilungen gekoppelt, welche nicht als Vertragskosten aktiviert werden, da es sich nicht um zusätzliche Kosten für die
Vertragsanbahnung handelt und sie nicht unmittelbar an einzelnen identifizierbaren Verträgen geknüpft sind. Mit den Installateur-
Partnerbetrieben bestehen Jahresbonusvereinbarungen, die nicht fix an einzelne Aufträge gekoppelt sind.
Den Kunden werden branchenüblich kurze Zahlungsziele ohne signifikanter Finanzierungskomponente gewährt. Variable
Gegenleistungen gemäß IFRS 15, die zu einer Reduktion des Transaktionspreises führen, betreffen v.a. Jahresboni. Solche variablen
Kaufpreisanpassungen werden periodenrein abgegrenzt und von den Umsatzerlösen absaldiert. Die Erfassung von Jahresboni erfolgt
auf Einzelbasis. Sofern gegenüber einem Kunden, dem ein Jahresboni zuzuweisen ist, noch eine offene Forderung besteht, wird der
Boni gegen die offene Forderung absaldiert. Im Falle, dass keine offene Forderung besteht, wird künftig eine Vertragsverbindlichkeit
gebildet. Den Anforderungen des IFRS 15.50ff im Zusammenhang mit der Berücksichtigung von variablen Gegenleistungen im
Transaktionspreis wird damit bereits im Rahmen der Bilanzierung Folge geleistet. Auf Grund der vorherrschenden Einzelbetrachtung
sowie der klar definierten Jahresboni sind keine wesentlichen Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Abgrenzung vorhanden.
Rückgaberechte sind in der Division Frauenthal Handel nur von untergeordneter Bedeutung. Gemäß IFRS 15 erfolgt die Verbuchung
für erwartete Retouren wie folgt: Die Umsatzrealisierung findet grundsätzlich nur in der Höhe statt, in der es hochwahrscheinlich ist,
dass keine spätere signifikante Umsatzreversierung stattfinden wird.
43
Der Wert der Retouren zum Stichtag wird auf Basis von Erfahrungswerten ermittelt. Neben der Verbindlichkeit (Vertragsverbindlichkeit)
für den abgegrenzten Umsatz wird zusätzlich auch ein Vermögenswert für die erwarteten Retouren aktiviert. Die Kundenverträge
enthalten keine Optionen zum vergünstigten Erwerb zusätzlicher Güter, die in der Art ausgestaltet sind, dass sie eine separate
Leistungsverpflichtung darstellen könnten.
Im Zusammenhang mit der Verbuchung von Retouren in der Division Frauenthal Handel wurden Vertragsverbindlichkeiten von
TEUR 3.992 (VJ: TEUR 2.450) und Vertragsvermögenswerte von TEUR 1.270 (VJ: TEUR 1.330) bilanziert.
Als Großhändler ohne eigene Produktion erfolgt die Umsatzrealisierung ausschließlich zeitpunktbezogen. Das Verschaffen der
Verfügungsmacht und damit der Kontrollübergang erfolgten mit der Auslieferung beim Kunden bzw. bei Abholung durch den Kunden
„ab Werk“.
Division Frauenthal Automotive:
Als Automotive Zulieferer erbringen die Gesellschaften in der Division Frauenthal Automotive sowohl die Produktion von Bauteilen als
auch von Werkzeugen für die Kunden. Da die CGUs für die gleichen Kunden die Bauteile und Werkzeuge erzeugen, wird insbesondere
untersucht, ob die Produktion als separate Leistungsverpflichtung zu beurteilen ist. Das bedeutet, ob die Werkzeuge als Einzelstück
(ohne Bauteil) verkauft werden können und ob der Kunde mit den Werkzeugen die Bauteile bei einem anderen Lieferanten fertigen
lassen kann.
Bei der Vertragsanalyse wurde festgestellt, dass kein gemeinsames Leistungsbündel aus Werkzeugen und Bauteilen vorliegt. In den
Fällen, in denen der Kunde auch das Werkzeug erhält, könnte er die Bauteile mit dem gelieferten Werkzeug von einem anderen
Lieferanten fertigen lassen bzw. es besteht die Möglichkeit, dass Werkzeuge ohne Bauteile verkauft werden können.
Es liegen somit separate Leistungsverpflichtungen iSd IFRS 15.27 vor, da die im Vertrag enthaltenen Güter bzw. Dienstleistungen
einzeln abgrenzbar sind. Die Erlösrealisierungen hat daher wie bisher für separate Leistungsverpflichtungen getrennt zu erfolgen.
Den Kunden werden branchenübliche Zahlungsziele zwischen 30 und 90 Tagen ohne signifikanter Finanzierungskomponente gewährt.
Negative variable Vergütungen wie z. B. Nomination Fees werden von den CGUs nicht geleistet. Aufgrund der Dauerverträge mit den
Automobilherstellern fallen in der Regel auch keine relevanten Vertragskosten an.
Wird ein Werkzeug durch eine der CGUs erstellt, so verbleibt dies grundsätzlich so lange im Eigentum der Gesellschaft, solange es
nicht an den Kunden übertragen wurde und in dessen Verfügungsmacht gelangt. Weiters besteht auch kein durchsetzbares Recht auf
Zahlung der erbrachten Leistung, solange der Kunde nicht über Eigentum bzw. Kontrolle verfügt. Eine zeitraumbezogene
Umsatzrealisierung scheidet somit ebenfalls aus und es ist die zeitpunktbezogene Umsatzrealisierung bei Lieferung des Werkzeugs
maßgeblich.
Im Rahmen der Bauteilproduktion stellen Lieferabrufe die konkrete Leistungsverpflichtung dar. Der Kunde erlangt die
Verfügungsmacht über seine Bauteile erst, nachdem diese geliefert wurden. Gleichzeitig entsteht auch erst zu diesem Zeitpunkt ein
Zahlungsanspruch in voller Höhe. Folglich erfolgt die Realisierung von Bauteillieferungen zeitpunktbezogen gemäß IFRS 15 im
Zeitpunkt der Verschaffung der Verfügungsmacht.
In den Divisionen Frauenthal Handel und Frauenthal Automotive bestehen erhaltene Anzahlungen für noch nicht erbrachte Leistungen;
die Vertragsverbindlichkeiten daraus betragen TEUR 3.258 (VJ: TEUR 4.468). Zusätzlich bestehen im Konzern Vertragsverbindlichkeiten
aus Bonusverpflichtungen von TEUR 14.200 (VJ: TEUR 16.616).
(20) SCHÄTZUNGEN UND ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN
Im Zuge der Erstellung des Konzernabschlusses muss der Vorstand Schätzungen vornehmen und Annahmen treffen, die die Höhe der
ausgewiesenen Vermögenswerte und Schulden, der angeführten Eventualforderungen und -verbindlichkeiten am Bilanzstichtag und
die Aufwendungen und Erträge während des Berichtszeitraumes beeinflussen können. Die tatsächlichen Werte können von diesen
Schätzungen abweichen.
Hinsichtlich Schätzungsunsicherheiten im immateriellen und Sachanlagevermögen wird auf die Ausführungen zu Impairmenttests
unter Punkt (9) Langfristige Vermögenswerte verwiesen.
Schätzungsunsicherheiten für Personalrückstellungen werden mittels Sensitivitäten unter Punkt (15) Rückstellungen behandelt.
Weitere Schätzungsunsicherheiten bestehen in den Vorräten, Forderungen und sonstigen Rückstellungen in betriebsgewöhnlichem
Umfang. Hinsichtlich Buchwerte, Wertberichtigungen und weiterer Details siehe Anhang Punkte (26), (27), (32).
44
D. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ
(21) IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Das immaterielle Vermögen beinhaltet Firmenwerte in Höhe von TEUR 8.307 (VJ: TEUR 8.307).
in TEUR
31.12.2021
Zugang
Abgang
Abschreibung
31.12.2022
Frauenthal Handel
8.307
0
0
0
8.307
Frauenthal-Gruppe
8.307
0
0
0
8.307
Als weitere wesentliche Bestandteile des immateriellen Anlagevermögens sind Kundenbeziehungen, Marken- und
Kundenbelieferungsrechte und Lizenzen in den verschiedenen Teilkonzernen aktiviert. Die Position Marken- und
Kundenbelieferungsrechte enthält Markenrechte mit unbestimmter Nutzungsdauer in Höhe von TEUR 5.950 (VJ: TEUR 5.950).
Für weitere Informationen wird auf Punkt (9) Langfristige Vermögenswerte und den Anlagenspiegel – Entwicklung der immateriellen
Vermögenswerte verwiesen.
(22) SACHANLAGEN
Im abgelaufenen Geschäftsjahr kam es zu keinen außerplanmäßigen Abwertungen, im Vorjahr wurden außerplanmäßige
Abwertungen iHv TEUR 4.596 im Sachanlagevermögen sowie TEUR 335 im immateriellen Anlagevermögen beim aufgegebenen
Geschäftsbereich Powertrain vorgenommen. Für weitere Informationen wird auf Punkt (9) Langfristige Vermögenswerte verwiesen.
Es wurden im Geschäftsjahr TEUR 288 (VJ: TEUR 581) an Investitionszuschüssen im Anlagevermögen erfasst.
Zum 31. Dezember 2022 bestehen Verpfändungen von Sachanlagevermögen zugunsten von Bankverbindlichkeiten in Höhe von
TEUR 34.451 (VJ: TEUR 43.503).
(23) NUTZUNGSRECHTE
Die Frauenthal-Gruppe hat diverse Verträge, im Wesentlichen handelt es sich um Mieten von Immobilien in der Division Frauenthal
Handel. Durch die Anwendung von IFRS 16 werden für diese Verträge Nutzungsrechte und Verbindlichkeiten angesetzt, welche über
die voraussichtliche Vertragsdauer abgeschrieben sowie verzinst werden.
Die Laufzeiten der Verträge werden nach der voraussichtlichen Vertragsdauer unter Berücksichtigung von Verlängerungsoptionen und
Kündigungszeiten gewählt. Bei befristeten Verträgen wird die in dem Vertrag unterstellte Laufzeit gewählt.
Abschreibungen auf Nutzungsrechte werden in der Position „Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen“
der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen und betragen TEUR 16.621 (VJ: TEUR 15.488). Der Ausweis der Zinsaufwendungen
wird im Posten „Zinsaufwendungen“ dargestellt – diese betragen TEUR 1.434 (VJ: TEUR 884). Aus Leasingverhältnissen kam es in der
laufenden Periode zu einem Abfluss liquider Mittel in Höhe von TEUR 18.610 (VJ: TEUR 16.712).
Die Erlöse aus untervermieteten Grundstücken und Gebäuden betragen TEUR 402 (VJ: TEUR 396). Die Nutzungsrechte werden in der
Position Nutzungsrechte Leasing iHv TEUR 72.382 (VJ: TEUR 67.346) und die Verbindlichkeiten aus den Nutzungsrechten werden bei
den lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten iHv TEUR 73.105 (VJ: TEUR 67.854) dargestellt. Die Veränderung der
Nutzungsrechte respektive Verbindlichkeiten sind auf eine Aktualisierung der Einschätzung der Vertragslaufzeit bei unbefristeten
Mietverhältnissen sowie neuen Objekten hauptsächlich in der Division Frauenthal Handel sowie in Frauenthal Gnotec Schweden und
Frauenthal Gnotec USA zurückzuführen.
Zum 31.12.2022 betragen die Aufwendungen für Leasingverhältnisse von geringem Wert TEUR 1.178 (VJ: TEUR 648).
Für weitere Informationen wird auf den Anlagenspiegel verwiesen. Die Fälligkeitsanalyse ist unter Punkt (47) Finanzinstrumente und
Risikoberichterstattung dargestellt.
(24) SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE UND FINANZANLAGEN
In der Position Sonstige finanzielle Vermögenswerte sind Wertpapiere und in der Position Finanzanlagen sind mehrere nicht
konsolidierte Beteiligungen enthalten. Diese werden gemäß IFRS 9 als „Finanzinstrument erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertet“ klassifiziert.
Im Frauenthal Konzern sind Wertpapiere in der Division Frauenthal Handel von TEUR 2.027 (VJ: TEUR 2.189) und Finanzanlagen von
TEUR 40 (VJ: TEUR 40) bilanziert.
45
(25) LATENTE STEUERN
Der Ermittlung der latenten Steuerabgrenzung liegt der jeweils gültige Steuersatz bzw. bei angekündigten Steuersatzänderungen der
künftig gültige Steuersatz zugrunde. Die Zusammensetzung der Steuerabgrenzung ist aus der folgenden Tabelle ersichtlich:
AUFGLIEDERUNG LATENTE STEUERN
2022
2021
in TEUR
Aktiva
Passiva
Aktiva
Passiva
Wertunterschiede in Bilanzpositionen
3.604
-6.582
7.615
-7.184
Immaterielle Vermögenswerte
0
-1.981
81
-2.204
Nutzungsrechte
26
-306
36
-193
Sachanlagen
124
-4.206
2.169
-4.749
Sonstige Vermögenswerte
340
-7
276
-31
Personalrückstellungen
3.064
0
8.584
0
Sonstige Rückstellungen
1
-82
1.019
-7
Finanzverbindlichkeiten und Sonstige Schulden
50
0
162
0
Abzüglich temporäre Wertunterschiede in Bilanzpositionen, für
welche in der Bilanz kein latenter Steueranspruch angesetzt
0
0
-4.711
0
wurde
Steuerliche Verlustvorträge und
4.050
0
9.397
0
Beteiligungsabschreibungen
Steuerliche Verlustvorträge und Beteiligungsabschreibungen
15.602
0
28.005
0
Abzüglich Verlustvorträge und Beteiligungsabschreibungen, für
welche in der Bilanz kein latenter Steueranspruch angesetzt
-11.552
0
-18.607
0
wurde
Passive Latente Steuern "Periodiseringsfond"
0
-1.386
0
-1.662
Gnotec Gruppe
0
-1.386
0
-1.662
Aktive/Passive Steuerabgrenzungen
7.654
-7.968
17.012
-8.847
Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen
-5.073
5.073
-5.329
5.329
gegenüber derselben Steuerbehörde
Stand der latenten Steuern per 31.12.
2.581
-2.895
11.683
-3.518
VERÄNDERUNG LATENTE STEUERN
2022
2021
in TEUR
Aktiva
Passiva
Aktiva
Passiva
Stand der latenten Steuern per 1.1.
11.683
-3.518
14.029
-3.023
Ergebnisneutrale Veränderung
-1.893
247
-39
62
der latenten Steuerabgrenzungen
davon aus versicherungsmathematischen Gewinnen/Verlusten
-1.027
0
16
0
Personalrückstellungen fortzuführende Geschäftsbereiche
davon aus versicherungsmathematischen Gewinnen/Verlusten
-895
0
-84
0
Personalrückstellungen aufgegebener Geschäftsbereich
davon aus Währungsumrechnung
29
247
29
62
Ergebniswirksame Veränderung
der latenten Steuerabgrenzungen fortzuführende
-5.758
376
-1.704
-557
Geschäftsbereiche
Ergebniswirksame Veränderung
der latenten Steuerabgrenzungen aufgegebener
-262
0
-603
0
Geschäftsbereich
Abgang IFRS 5
-1.189
0
0
0
Stand der latenten Steuern per 31.12.
2.581
-2.895
11.683
-3.518
46
Im Geschäftsjahr 2022 lagen im Frauenthal Konzern drei verschiedene Steuergruppen vor, wobei bei der österreichischen Gruppe als
Umlagemethode die Belastungsmethode angewandt wird und bei den beiden deutschen Steuergruppen ein Gewinnabführungsvertrag
abgeschlossen wurde.
Unternehmen in Schweden dürfen jährlich eine Steuerrücklage bilden („Periodiseringsfond“) - maximal 25 % des Ergebnisses vor
Steuern können in diese Rücklage eingestellt werden. Jede Dotierung bildet eine eigene Rücklage, die innerhalb von 6 Jahren
verbraucht und im Einkommen ausgewiesen werden muss. Ziel dieser Regel ist es, den Unternehmen eine Möglichkeit zu bieten
Verluste mit Vorjahresgewinnen zu verrechnen. In den schwedischen Gesellschaften beträgt die Rücklage zum 31. Dezember 2022
MSEK 74,8 (MEUR 6,7) (VJ: MSEK 82,7 (MEUR 8,1)), auf die passive latente Steuern gebildet wurden. Latente Steueransprüche iSd IAS
12.82 wurden aufgrund positiver Ertragsaussichten im Automotive Bereich iHv TEUR 549 (VJ: TEUR 1.683) aktiviert.
Nur für jene Verlustvorträge, die in einem Zeitraum von 5 Jahren verwertet werden können, wurden aktive latente Steuern gebildet.
Im Konzern wurden wegen mangelnder zukünftiger Verwertbarkeit auf folgende Verlustvorträge keine aktiven latenten Steuern
gebildet, welche einen zusätzlichen Aktivposten in Höhe von TEUR 11.552 (VJ: TEUR 18.607) ergeben würden:
in TEUR
2022
2021
Nicht aktivierte Verlustvorträge Körperschaftsteuer
44.544
65.186
Nicht aktivierte Verlustvorträge Gewerbesteuer
31.405
56.807
Fehlender zusätzlicher Aktivposten
11.552
18.607
Die nicht aktivierten steuerlichen Verlustvorträge der Körperschaftsteuer iHv TEUR 44.544 (VJ: TEUR 65.186) und der Gewerbesteuer
iHv TEUR 31.405 (VJ: TEUR 56.807) können auf unbegrenzte Dauer verwendet werden. Aufgrund der zukünftigen Wahrscheinlichkeit
der Verwertung wurden heuer auf alle vorhandenen temporären Differenzen latente Steuern gebildet (im Vorjahr wurde eine
Wertberichtigung gem. IAS 12.29 iHv TEUR 4.711 vorgenommen).
Die Saldierung von aktiven und passiven latenten Steuern erfolgt entsprechend den Voraussetzungen von IAS 12.74. Eine detaillierte
Darstellung der Entwicklung der Steuerabgrenzung sowie des Steuerertrages ist unter Punkt (41) abgebildet.
(26) VORRÄTE
Der ausgewiesene Vorratsbestand setzt sich wie folgt zusammen:
in TEUR
2022
2021
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
15.491
22.388
Unfertige Erzeugnisse
174.624
161.360
Fertige Erzeugnisse und Waren
1.105
1.369
Geleistete Anzahlungen
438
62
Vorräte
191.659
185.179
Die wertberichtigten Vorräte sind folgender Tabelle zu entnehmen:
Der Rückgang der Wertberichtigung resultiert hauptsächlich aus dem Abgang der aufgegebenen Business Unit Powertrain lt. IFRS 5.
In den Zuführungen sind hauptsächlich Lagerwertkorrekturen bei Artikeln mit hoher Reichweite, geringer Drehung und erhöhten
Teuerungszuschlägen in der Division Frauenthal Handel enthalten. Zusätzlich wurden in den Aufwendungen für Material
in TEUR
2022
2021
Stand Wertberichtigungen Vorräte am 1.1.
11.438
9.365
Abgang IFRS 5
-2.278
0
Kursdifferenzen
-53
-25
Zuführungen (Aufwendungen für Wertberichtigungen)
1.212
2.637
Verbrauch
-473
-425
Auflösungen
-151
-114
Stand Wertberichtigungen Vorräte am 31.12.
9.695
11.438
47
Abschreibungen auf Artikelbasis für jene Waren erfasst, welche nicht mehr als reguläre Lagerware angesehen werden können
(gemessen am letzten Einkauf sowie der Drehung des Artikels bzw. nach Verwendung als Ausstellungsstück in Schauräumen).
Zum 31. Dezember 2022 bestehen Verpfändungen von Vorräten zugunsten von Bankverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 21.227
(VJ: TEUR 20.793).
(27) FORDERUNGEN
Sämtliche Forderungen sind kurzfristig und haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Die Forderungen setzen sich wie folgt
zusammen:
in TEUR
2022
2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (netto)
38.465
33.792
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
1
8
Steuerforderungen
703
164
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
14.384
12.638
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte
5.861
6.561
Forderungen
59.415
53.163
Die Position Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 38.465 (VJ: TEUR 33.792) ist im Vergleich zum Vorjahr
um TEUR 4.673 gestiegen. Dies resultiert im Wesentlichen aus höheren Umsätzen zum Jahresende in der Division Frauenthal Handel.
In der Position Sonstige finanzielle Vermögenswerte sind insbesondere Forderungen gegenüber Finanzämtern und diverse sonstige
Forderungen in der Division Frauenthal Handel und Division Frauenthal Automotive enthalten. Die Ausfallswahrscheinlichkeit der
sonstigen finanziellen Vermögenswerte ist als gering einzustufen und ist aufgrund der betraglichen Unwesentlichkeit nicht angegeben.
In der Position Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte sind vor allem Vorauszahlungen enthalten.
Zum 31. Dezember 2022 bestehen Verpfändungen von Forderungen zugunsten von Bankverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 43.622
(VJ: TEUR 27.360).
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich folgendermaßen entwickelt:
in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
Bruttoforderungen aus Lieferungen und Leistungen
48.289
43.127
Wertberichtigungen
-9.824
-9.335
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (netto)
38.465
33.792
Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:
in TEUR
2022
2021
Stand Wertberichtigungen Forderungen am 1.1.
9.335
5.138
Abgang IFRS 5
-583
0
Zuführungen
3.945
5.835
Verbrauch
-778
-457
Auflösungen
-2.185
-1.306
Veränderung aufgrund Neubewertung Expected Credit Loss (IFRS 9)
90
125
Stand Wertberichtigungen Forderungen am 31.12.
9.824
9.335
Forderungen werden gemäß IFRS 9 mit den fortgeschriebenen Anschaffungskosten, gegebenenfalls vermindert um
Wertberichtigungen, ausgewiesen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden gemäß dem Konzept der lebenslangen
Kreditausfälle (erwarteten Kreditausfälle aufgrund aller möglichen Ausfallereignisse während der erwarteten Laufzeit) bewertet. Zur
Ermittlung der erwarteten Kreditverluste wird der vereinfachte Ansatz nach IFRS 9 angewendet. Demzufolge werden für Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen, die die Kriterien gemeinsamer Risikoeinstufungen und Überfälligkeitstage entsprechen,
Wertberichtigungen in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste gebildet.
48
Die Fälligkeiten der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31. Dezember 2022 wurde wie folgt ermittelt:
FÄLLIGKEITEN DER FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
Überfällig
31.12.2022
nicht überfällig
1-30 Tage
31-60 Tage
61-90 Tage
über 91 Tage
Gesamt
Bruttowerte in TEUR
25.490
7.482
4.292
3.925
7.101
48.289
Die Fälligkeiten der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31. Dezember 2021 wurde wie folgt ermittelt.
FÄLLIGKEITEN DER FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
Überfällig
31.12.2021
nicht überfällig
1-30 Tage
31-60 Tage
61-90 Tage
über 91 Tage
Gesamt
Bruttowerte in TEUR
30.116
3.079
3.211
3.154
3.566
43.127
Hinsichtlich des wertberichtigten Bestands der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind zum Abschlussstichtag noch keine
Tatsachen bekannt, dass wesentliche Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden.
(28) ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE
in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
Guthaben bei Kreditinstituten
44.486
48.412
Schwebende Geldbewegungen
3
0
Kassenbestände
83
80
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
44.572
48.492
Zum 31. Dezember 2022 bestehen Verpfändungen von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten zugunsten von
Bankverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 2.589 (VJ: TEUR 3.605).
(29) EIGENKAPITAL
GRUNDKAPITAL
Die Entwicklung des Eigenkapitals im Geschäftsjahr 2022 ist in der Tabelle „Entwicklung des Eigenkapitals“, Beilage IV dargestellt.
In der 33. ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft vom 30. Juni 2022 wurde die vereinfachte Herabsetzung des Grundkapitals
um EUR 783.499 gemäß § 192 Abs 3 Z 2 und § 192 Abs 4 AktG durch Einziehung von 783.499 Stück eigener Aktien mit einem
anteiligen Betrag am Grundkapital von EUR 783.499 und die entsprechende Änderung der Satzung beschlossen. Das zum
Bilanzstichtag per 31. Dezember 2022 im Firmenbuch eingetragene Grundkapital beträgt EUR 8.651.491,00 (VJ: EUR 9.434.990,00)
und ist zur Gänze eingezahlt. Das Grundkapital verteilt sich auf insgesamt 6.751.491 (VJ: 7.534.990) auf Inhaber lautende Stückaktien
und 1.900.000 auf Namen lautende Stückaktien, die nicht zum Börsenhandel zugelassen sind. Jede Aktie ist am Grundkapital im
gleichen Umfang beteiligt. Jede Stückaktie gewährt das Recht auf eine Stimme in der Hauptversammlung der Gesellschaft. Der auf
eine Stückaktie entfallende anteilige Betrag am Grundkapital beträgt EUR 1,00.
49
Der Vorstand wurde in der ordentlichen 33. Hauptversammlung vom 30. Juni 2022 ermächtigt, für die Dauer von fünf Jahren (a) das
Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats um insgesamt höchstens EUR 4.325.745,00 durch Ausgabe von bis
zu 4.325.745,00 auf Inhaber und/oder auf Namen lautenden Stückaktien mit Stimmrecht gegen Bareinlagen oder gegen Sacheinlagen
einmal oder mehrmals zu erhöhen, (b) hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre gegebenenfalls dann
ganz oder teilweise auszuschließen, wenn das Grundkapital (i) zum Zweck der Durchführung eines Programms für
Mitarbeiterbeteiligung oder eines Aktienoptionsplans einschließlich von Mitgliedern des Vorstands und leitenden Angestellten jeweils
der Gesellschaft oder von mit dieser verbundenen Unternehmen, (ii) sonst gegen Bareinlage, wenn in Summe der rechnerisch auf die
gegen Bareinlage unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien entfallende Anteil am Grundkapital der Gesellschaft die
Grenze von 20 % (zwanzig Prozent) des Grundkapitals der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung nicht
übersteigt, oder (iii) gegen Sacheinlagen, insbesondere von Unternehmen, Unternehmensteilen, Betrieben, Teilbetrieben oder Anteilen
an einer oder mehreren Gesellschaften oder anderen mit einem Akquisitionsvorhaben im Zusammenhang stehender
Vermögensgegenstände oder zum Erwerb sonstiger Vermögensgegenstände (einschließlich Forderungen Dritter gegen die Gesellschaft
oder mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen), erhöht wird sowie (c) mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Art der neu
auszugebenden Aktien (auf Inhaber und/oder auf Namen lautend), den Ausgabebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen,
einschließlich der Einräumung eines mittelbaren Bezugsrechts gemäß § 153 Abs 6 AktG, festzusetzen (Genehmigtes Kapital 2022).
KAPITALRÜCKLAGE
Die Kapitalrücklagen resultieren aus Agios im Zusammenhang mit Bar- und Sachkapitalerhöhungen sowie iHv EUR 783.499 aus der
gebundenen Rücklage die im Rahmen der vereinfachten Herabsetzung des Grundkapitals gemäß § 229 Abs 2 Z5 UGB eingestellt
wurde.
EINBEHALTENE ERGEBNISSE
In den einbehaltenen Ergebnissen werden die Gewinnrücklage und die kumulierten Ergebnisse ausgewiesen.
SONSTIGES ERGEBNIS
Das sonstige Ergebnis in Höhe von TEUR -9.243 (VJ: TEUR -10.962) beinhaltet Währungsausgleichsposten in Höhe von TEUR -5.819
(VJ: TEUR -4.479) und versicherungsmathematische Verluste gemäß IAS 19 in Höhe von TEUR -3.424 (VJ: TEUR -6.483).
Im sonstigen Ergebnis sind in der Veränderung der Rücklage für versicherungsmathematische Gewinne und Verluste latente Steuern
von TEUR -1.922 (VJ: TEUR -67) berücksichtigt.
EIGENE ANTEILE
Es sind keine eigenen Aktien zum 31.12.2022 vorhanden – diese wurden laut dem Beschluss der vereinfachten Herabsetzung des
Grundkapitals in der 33. ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft vom 30. Juni 2022 eingezogen. Der Anteil der eigenen
Aktien beträgt 0,00 % (VJ: 8,30 %) des Grundkapitals.
Anteil am
Anteil am
Eigene Aktien
Anzahl Stück
Grundkapital
Grundkapital in %
in EUR
Stand 31.12.2021
783.499
783.499
8,30
Stand 31.12.2022
0
0
0,00
NICHT BEHERRSCHENDE ANTEILE
Es bestehen im Geschäftsjahr 2022 keine Anteile fremder Gesellschafter (VJ: keine).
GEWINNAUSSCHÜTTUNG
Es wurde im Geschäftsjahr 2022 keine Dividende an Aktionäre ausgeschüttet.
ERGEBNISVERWENDUNGSVORSCHLAG
Der Bilanzgewinn der Frauenthal Holding AG beträgt TEUR 585. Grundsätzlich soll dem gegenwärtigen unsicheren wirtschaftlichen
Umfeld Rechnung getragen und die Bilanzstruktur im Sinne einer sorgfältigen und umsichtigen Finanzpolitik weiter gestärkt werden.
Ein Gewinnverwendungsvorschlag wird von Vorstand und Aufsichtsrat zeitgerecht der Hauptversammlung zur Entscheidung
vorgelegt werden.
50
(30) VERBINDLICHKEITEN
Die Aufgliederung der Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2022 nach ihrer Restlaufzeit stellt sich wie folgt dar:
Restlaufzeit
Gesamt-
bis 1 Jahr
1 - 5
über 5
dinglich
in TEUR
betrag
Jahre
Jahre
besichert
Finanzverbindlichkeiten
60.585
22.198
31.908
6.480
57.645
Leasingverbindlichkeiten
73.105
15.505
30.840
26.761
73.105
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
93.596
93.596
0
0
0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
14.510
14.510
0
0
0
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten
34.919
34.918
0
0
0
Verbindlichkeiten gesamt
276.715
180.727
62.747
33.241
130.750
Die Vergleichswerte des Verbindlichkeitenspiegels zum 31. Dezember 2021 stellen sich wie folgt dar:
Restlaufzeit
in TEUR
Gesamt-
1 - 5
über 5
dinglich
betrag
bis 1 Jahr
besichert
Jahre
Jahre
Finanzverbindlichkeiten
70.986
25.612
42.933
2.441
68.982
Leasingverbindlichkeiten
67.854
15.061
27.931
24.861
67.854
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
96.789
96.789
0
0
0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
11.349
11.349
0
0
0
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten
46.459
46.459
0
0
0
Verbindlichkeiten gesamt
293.436
195.270
70.864
27.302
136.836
Die Finanzverbindlichkeiten enthalten Kredite und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 60.585
(VJ: TEUR 70.986). Die Veränderung beruht im Wesentlichen auf den Wegfall der Finanzverbindlichkeiten aufgrund des Verkaufs der
Business Unit Frauenthal Powertrain. Die Veränderung Leasingverbindlichkeiten iHv TEUR 5.251 sind auf eine Aktualisierung der
Einschätzung der Vertragslaufzeit bei unbefristeten Mietverhältnissen sowie auf neue Objekte hauptsächlich in der Division Frauenthal
Handel zurückzuführen. In den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten sind Lohn- und Gehaltsverbindlichkeiten in Höhe von TEUR
14.494 (VJ: TEUR 11.349) enthalten.
Nachfolgend wird eine detaillierte Aufstellung zu den sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten dargestellt:
in TEUR
2022
2021
Veränderung
Personalverbindlichkeiten aus Abgrenzungen
2.344
3.258
-915
Steuerverbindlichkeiten
11.831
13.263
-1.432
Bonusverpflichtungen (Vertragsverbindlichkeiten)
14.200
16.616
-2.416
Noch nicht erhaltene Rechnungen/
2.527
3.105
-578
passive Rechnungsabgrenzungen
Gewährleistung und Schadensfälle
159
452
-293
Übrige sonstige Verbindlichkeiten
3.858
9.765
-5.907
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten
34.919
46.459
-11.540
Die Reduktion in der Position Steuerverbindlichkeiten ist auf Tilgungen in der Division Frauenthal Handel zurückzuführen. Die Position
Bonusverpflichtungen und Vertragsverpflichtungen ist im Zusammenhang mit Verrechnungen von Jahresbonusforderungen mit
Lieferanten in der Division Frauenthal Handel sowie in Frauenthal Gnotec Schweden für Abgrenzungen für Preisreduktionen von
Kunden gesunken.
Die Position Steuerverbindlichkeiten enthält im Wesentlichen sonstige Steuern iHv TEUR 11.468 (VJ: TEUR 12.350), die vor allem aus
Lohnsteuern und Umsatzsteuern resultieren.
Die Bilanzposition Steuerschulden in Höhe von TEUR 4.523 (VJ: TEUR 429) enthält Rückstellungen für Steuern aus Einkommen und
Ertrag.
51
(31) DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE UND SICHERUNGSBEZIEHUNGEN
Zum 31. Dezember 2022 sind alle Derivate ausgelaufen.
Im Jahr 2022 gab es resultierend aus dem Zins-Swap Cashflows (Auszahlungen) in Höhe von TEUR 0 (VJ: TEUR 34).
Zum 31.12.2022 gibt es zur Absicherung von EUR-Cashflows keine FX-Forwards (31.12.2021: keine).
(32) RÜCKSTELLUNGEN
PERSONALRÜCKSTELLUNGEN
Die Personalrückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
Rückstellung
Rückstellung für
Rückstellung
Summe
in TEUR
für Pensionen
Abfertigungen
für Jubiläumsgelder
2022
2021
2022
2021
2022
2021
2022
2021
Stand 1.1.
40.266
41.006
13.417
13.939
8.291
7.556
61.975
62.501
Abgang IFRS 5
-22.496
0
0
0
-301
0
-22.797
0
Zuweisung
1.133
783
475
677
502
976
2.111
2.438
Verwendung
-1.473
-1.559
-988
-1.310
-309
-347
-2.770
-3.217
Auflösung
-6.020
-244
-1.495
0
-1.245
0
-8.760
-244
Zinsaufwand
404
356
132
112
106
106
642
573
Kursdifferenzen
-235
-75
0
0
0
0
-235
-75
Stand 31.12.
11.579
40.266
11.541
13.417
7.044
8.291
30.165
61.975
Der Management-Buy-Out der Business Unit Frauenthal Powertrain im Geschäftsjahr 2022 wurde unter Abgang IFRS 5 dargestellt. Die
Rückstellung für Pensionen betreffen mit TEUR 1.639 (VJ: TEUR 27.495) Standorte in Deutschland (wobei hier die Veränderungen i.W.
aus o.g. Abgang resultiert), mit TEUR 7.634 (VJ: TEUR 9.340) Standorte in Österreich und mit TEUR 2.306 (VJ: TEUR 3.430) Standorte
in Schweden. Die Auflösung der Rückstellung für Pensionen resultiert im Wesentlichen aus der Anpassung der Zinssätze für die
Berechnung.
Der Nettobarwert der Verpflichtungen für Abfertigungen und Pensionen hat sich bei einem Zinssatz von 4,10 % bis 4,20 % im
Geschäftsjahr 2022 wie folgt entwickelt:
in TEUR
Pension
Abfertigung
Nettobarwert der Verpflichtungen 31.12.2021
40.266
13.417
Abgang IFRS 5
-22.496
0
Laufender Dienstzeitaufwand
20
475
Zinsaufwand
404
132
Zahlungen
-875
-988
Versicherungsmathematische Gewinne (-) / Verluste (+)
-5.471
-1.495
- aus der Änderung von finanziellen Annahmen
-5.848
-1.953
- aus der Änderung von demographischen Annahmen
-106
0
- aus der Änderung von erfahrungsbedingten Anpassungen
482
458
Währungsdifferenzen
-269
0
Nettobarwert der Verpflichtungen 31.12.2022
11.579
11.542
52
Der Nettobarwert der Verpflichtungen für Abfertigungen und Pensionen hat sich bei einem Zinssatz von 1,00 % bis 1,50 % im
Geschäftsjahr 2021 wie folgt entwickelt:
in TEUR
Pension
Abfertigung
Nettobarwert der Verpflichtungen 31.12.2020
41.006
13.939
Laufender Dienstzeitaufwand
742
512
Zinsaufwand
356
112
Zahlungen
-1.407
-1.310
Versicherungsmathematische Gewinne (-) / Verluste (+)
-355
165
- aus der Änderung von finanziellen Annahmen
-1.357
84
- aus der Änderung von erfahrungsbedingten Anpassungen
1.002
81
Währungsdifferenzen
-75
0
Nettobarwert der Verpflichtungen 31.12.2021
40.266
13.417
SENSITIVITÄTSANALYSE ZU DEN PERSONALRÜCKSTELLUNGEN
Würden die Berechnungen der Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen, Jubiläumsgeld statt mit dem für das Jahr 2022
verwendeten Zinssatz mit einem um 0,5 %-Punkte geänderten Zinssatz erfolgen, würde sich das Gesamtergebnis der Frauenthal-
Gruppe wie aus den folgenden Tabellen ersichtlich verändern:
ZINSSATZÄNDERUNG
in TEUR
2022
Szenario -0,5 %
Abweichung
Rückstellung für Pensionen
11.579
12.238
-659
davon Schweden
2.306
2.465
-159
Rückstellung für Abfertigungen
11.542
12.141
-600
Rückstellung für Jubiläumsgeld
7.045
7.368
-324
Rückstellungen gesamt
30.165
31.747
-1.582
ZINSSATZÄNDERUNG
in TEUR
2022
Szenario + 0,5 %
Abweichung
Rückstellung für Pensionen
11.579
10.981
598
davon Schweden
2.306
2.163
143
Rückstellung für Abfertigungen
11.542
10.958
584
Rückstellung für Jubiläumsgeld
7.045
6.745
300
Rückstellungen gesamt
30.165
28.684
1.481
Würde man die Berechnungen der Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen, Jubiläumsgeld statt mit dem für das Jahr 2022
verwendeten Gehaltstrend mit einem um 0,25 %-Punkte geänderten Gehaltstrend berechnen, würde sich das Gesamtergebnis der
Frauenthal-Gruppe wie aus den folgenden Tabellen ersichtlich verändern:
GEHALTSTREND
in TEUR
2022
Szenario -0,25 %
Abweichung
Rückstellung für Pensionen
11.579
11.268
311
davon Schweden
2.306
2.231
74
Rückstellung für Abfertigungen
11.542
11.238
304
Rückstellung für Jubiläumsgeld
7.045
6.913
131
Rückstellungen gesamt
30.165
29.419
746
53
GEHALTSTREND
in TEUR
2022
Szenario +0,25 %
Abweichung
Rückstellung für Pensionen
11.579
11.904
-325
davon Schweden
2.306
2.384
-78
Rückstellung für Abfertigungen
11.542
11.828
-286
Rückstellung für Jubiläumsgeld
7.045
7.180
-135
Rückstellungen gesamt
30.165
30.912
-746
SONSTIGE LANGFRISTIGE UND KURZFRISTIGE RÜCKSTELLUNGEN
Die sonstigen lang- und kurzfristigen Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:
in TEUR
Sonstige langfristige Rückstellungen
Sonstige kurzfristige Rückstellungen
2022
2021
2022
2021
Stand 1.1.
4.737
3.646
4.024
7.906
Abgang IFRS 5
-3.488
0
-2.161
0
Zuweisung
39
1.390
721
3.387
Verwendung
-221
-306
-1.057
-4.769
Auflösung
-100
0
-540
-2.508
Kursdifferenzen
-193
7
-35
1
Stand 31.12.
774
4.737
952
4.024
Die wesentlichsten Änderungen in den langfristigen und kurzfristigen Rückstellungen resultieren aus dem Abgang gem. IFRS 5
aufgrund des Management-Buy-Out der Business Unit Frauenthal Powertrain.
(33) EVENTUALVERBINDLICHKEITEN UND VERBINDLICHKEITEN AUS HAFTUNGSVERHÄLTNISSEN
Der Frauenthal Konzern weist zum 31. Dezember 2022 Eventualverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 7.051 (VJ: TEUR 5.314) aus
Haftungsverhältnissen gegenüber Dritten aus.
Alle anderen drohenden Risiken wurden im Bereich der Rückstellungen und sonstigen Verbindlichkeiten berücksichtigt.
Die Frauenthal Holding AG und ihre Tochtergesellschaften sind zum Abschlussstichtag in keine nennenswerten Rechtsstreitigkeiten
involviert, für die nicht durch Rückstellungen vorgesorgt wurde. Außer den angeführten Miet- und Leasingverpflichtungen bestehen
keine über den normalen Geschäftsbetrieb hinausgehenden langfristigen Vertragsbeziehungen oder Auflagen aus
Umweltschutzgründen, die für den Konzern zu in der Konzernbilanz nicht ausgewiesenen erheblichen finanziellen Verpflichtungen
führen könnten.
54
E. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG
Die Darstellung der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren.
Die Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung beziehen sich auf die fortzuführenden Geschäftsbereiche,
sofern nicht anders angegeben.
(34) UMSATZERLÖSE
Der größte Teil der Umsatzerlöse entfällt auch im Geschäftsjahr 2022 auf die Mitgliedsländer der EU, da die Division Frauenthal Handel
zum Großteil Umsätze in Österreich aufweist und diese den größten Umsatzbeitrag liefern. Bei den Umsatzerlösen handelt es sich im
Wesentlichen um Erlöse aus dem Verkauf von Gütern.
2022
2021
in TEUR
Veränderung
Österreich
808.072
728.783
79.290
Deutschland
38.180
31.547
6.633
Sonstige EU
172.793
151.936
20.857
Amerika
7.453
3.202
4.251
Asien
24.047
19.751
4.296
Sonstige Länder
6.540
2.517
4.023
Umsatzerlöse
1.057.086
937.735
119.351
Gemäß IFRS 15 werden nachfolgend die Umsatzerlöse nach Produktgruppen aufgegliedert. Die Umsatzerlöse nach geografischen
Regionen befindet sich im Segmentbericht.
UMSÄTZE NACH PRODUKTEN
Frauenthal
Frauenthal Handel
Holdings und
Frauenthal-Gruppe
Automotive
Sonstige
in TEUR
2022
2021
2022
2021
2022
2021
2022
2021
Frauenthal Airtank
64.601
56.041
-
-
-
-
64.601
56.041
(Druckluftbehälter)
Frauenthal Gnotec (Metall-
Komponenten)
168.848
141.403
-
-
-
-
168.848
141.403
Handel
-
-
823.630
740.283
-
-
823.630
740.283
Sonstige (Mieterträge)
-
-
7
7
7
7
Summe
233.449
197.445
823.630
740.283
7
7
1.057.086
937.735
(35) SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
Es werden die folgenden Beträge ausgewiesen:
in TEUR
2022
2021
Veränderung
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen
2.777
682
2.095
Erhaltene Boni und Zuschüsse
4.096
1.562
2.531
Erträge aus Weiterverrechnungen
1.469
1.354
115
Miet- und Betriebskostenerträge
606
453
153
Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen
606
346
260
Kursgewinne
946
318
628
Übrige sonstige Erträge
2.328
1.108
1.220
Sonstige betriebliche Erträge
12.828
5.826
7.002
55
Die Veränderung der Boni und Zuschüsse steht in Verbindung mit Lieferantenzuschüssen der Division Frauenthal Handel für getätigte
Werbeaufwendungen. Siehe dazu Punkt (39), wo die sonstigen Vertriebskosten eine ähnliche Entwicklung zeigen. Die höheren Erträge
aus der Auflösung von Rückstellungen resultieren im Wesentlichen aus der Auflösung von Personalrückstellungen aus der Division
Frauenthal Handel.
In den übrigen sonstigen Erträgen sind Zuschüsse der öffentlichen Hand iHv TEUR 0 (VJ: TEUR 17) enthalten, die nicht in den
Personalaufwendungen erfasst wurden. Weitere Informationen betreffend die öffentlichen Zuschüsse im Zusammenhang mit der
Kurzarbeit und Erstattungen für COVID-19 Erkrankungen sind dem Kapitel (37) Personal zu entnehmen. Weiters sind in den übrigen
sonstigen betrieblichen Erträgen div. Zuschüsse (v.a. aus der Division Frauenthal Handel) betreffend Lehrlingsförderung bzw.
Ausbildungen AMS iHv TEUR 327 enthalten. In der Division Frauenthal Automotive konnten hier Energiekompensationen mit
Lieferanten iHv TEUR 760 verbucht werden.
(36) AUFWENDUNGEN FÜR MATERIAL UND SONSTIGE BEZOGENE HERSTELLUNGSLEISTUNGEN
Der Aufwand setzt sich aus den folgenden Beträgen zusammen:
In den Materialaufwendungen sind keine Wertminderungen auf den Nettoveräußerungswert von Vorräten (VJ: TEUR 0) enthalten
(siehe Punkt (26)).
in TEUR
2022
2021
Veränderung
Materialaufwendungen
736.429
661.504
74.925
Aufwendungen für bezogene Leistungen
31.081
25.223
5.858
Summe
767.510
686.727
80.783
(37) PERSONAL
Die durchschnittliche Zahl der Arbeiter und Angestellten für die fortzuführenden Geschäftsbereiche stellt sich wie folgt dar:
2022
2021
Veränderung
Arbeiter
1.510
1.461
49
Angestellte
1.327
1.340
-13
Summe
2.837
2.801
36
Die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl für das Jahr 2021 wurde um die aufgegebene Business Unit Frauenthal Powertrain bereinigt.
Die Veränderung der durchschnittlichen Personalzahl ergibt sich einerseits durch die Reduktion um -16 in der Division Frauenthal
Automotive aufgrund der Marktsituation im Geschäftsjahr 2022 und andererseits aufgrund des Anstiegs um +52 in der Division
Frauenthal Handel infolge des erhöhten Volumens und aufgrund der Weiterentwicklung der neuen Geschäftszweige Elektromaterial
und Montage Services.
Die Zusammensetzung des Personalaufwands stellt sich in folgender Tabelle dar:
in TEUR
2022
2021
Veränderung
Löhne und Gehälter
118.575
111.561
7.013
Aufwendungen für Abfertigungen
620
602
18
Aufwendungen für Altersversorgung
2.682
2.832
-150
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene
Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige
31.632
31.228
404
Abgaben und Pflichtbeiträge
Sonstige Sozialaufwendungen
2.814
1.173
1.641
Personalaufwand
156.323
147.397
8.926
In den österreichischen Gesellschaften wurden aufgrund des Betrieblichen Mitarbeitervorsorgegesetzes (BMVG) sowie vertraglicher
Zusagen beitragsorientierte Zahlungen in Höhe von TEUR 1.101 (VJ: TEUR 920) geleistet.
56
Gemäß IAS 20 werden die geleisteten Zuschüsse aus öffentlicher Hand (Kurzarbeitsbeihilfen COVID-19) in den Konzerngesellschaften
in der Position Löhne und Gehälter saldiert. Im Konzern wurden bzw. werden in den Ländern Deutschland und Österreich Zuschüsse
der öffentlichen Hand in Anspruch genommen. Im Personalaufwand wurden staatliche Zuschüsse in Form von Erstattungen aufgrund
von COVID-19 Erkrankungen iHv TEUR 369 (VJ: TEUR 1.104) saldiert. Es gibt in diesem Zusammenhang keine unerfüllten Bedingungen
und sonstigen Eventualverbindlichkeiten mit den staatlichen Unterstützungen.
(38) ABSCHREIBUNGEN AUF IMMATERIELLE GEGENSTÄNDE DES ANLAGEVERMÖGENS UND SACHANLAGEN
Die Aufgliederung der Jahresabschreibungen nach einzelnen Posten ist im Anlagenspiegel ersichtlich. Hinsichtlich außerplanmäßiger
Abschreibungen siehe Punkt (9), (21) und (22).
(39) SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
in TEUR
2022
2021
Veränderung
Frachtkosten
18.676
14.556
4.120
Fremdleistungen
9.847
8.558
1.289
Verwaltungskosten
7.874
7.459
415
Rechts- und Beratungsaufwendungen
5.190
3.990
1.200
Sonstige Vertriebskosten
8.181
5.075
3.106
Geleastes Personal
438
428
10
Reisekosten
2.276
1.595
682
Versicherungsaufwendungen
2.034
1.756
277
Personalbeschaffung und Ausbildung
1.419
973
446
Fremdreparaturen
1.080
992
88
Forderungswertberichtigungen und -abschreibungen
1.284
2.661
-1.377
Kursverluste
324
355
-31
Bankgebühren
546
476
70
Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen
134
451
-316
Entsorgungskosten
176
124
52
Steuern, soweit sie nicht unter Steuern vom
330
101
229
Einkommen und Ertrag fallen
Übrige Aufwendungen
4.986
4.626
360
Sonstige betriebliche Aufwendungen
64.795
54.176
10.619
Das Bild der sonstigen betrieblichen Aufwendungen hat sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt verändert: Der Anstieg der
Frachtkosten ist, ebenso wie der Anstieg der Fremdleistungen und der Anstieg der Vertriebskosten, auf eine bessere konjunkturelle
Lage zurückzuführen. Die Nachwehen der COVID-19-Pandemie, die im Vorjahr zu einem Anstieg der Forderungswertberichtigungen
und -abschreibungen geführt haben, haben sich 2022 wieder normalisiert, was zu einem Absinken o.g. Position führt. Die übrigen
Aufwendungen beinhalten vor allem Reinigungskosten sowie Kosten für Arbeitskleidung.
Folgende Leistungen wurden durch den Abschlussprüfer und dessen inländische Netzwerkgesellschaften an die Frauenthal-Gruppe
erbracht (Wertangaben jeweils netto):
in TEUR
2022
2021
Prüfung des Jahres- bzw. Konzernabschlusses
89
88
Andere Bestätigungsleistungen
266
236
Steuerberatungsleistungen
288
281
Sonstige Leistungen
92
46
Summe
735
652
57
(40) FINANZERFOLG
in TEUR
2022
2021
Veränderung
Zinserträge
1.308
1.450
-142
Zinsaufwendungen
-5.972
-4.695
-1.277
Sonstige Finanzaufwendungen
-358
-98
-259
Summe
-5.022
-3.343
-1.678
Die Veränderung der Zinsaufwendungen ergibt sich aus den steigenden Zinsen. In den sonstigen Finanzaufwendungen ist im
Wesentlichen die Abwertung von Wertpapieren des Anlagevermögens in der Frauenthal Handel Gruppe AG enthalten.
(41) ERTRAGSTEUERN
STEUERN VOM EINKOMMEN UND ERTRAG
Der auf die Konzernmuttergesellschaft Frauenthal Holding AG anwendbare Steuersatz beträgt 25 %. Das Ökosoziale
Steuerreformgesetz 2022 Teil I, welches unter anderem auch eine stufenweise Senkung des Körperschaftsteuersatzes in Österreich in
2023 auf 24 % und in 2024 auf 23 % vorsieht, wurde im Jänner 2022 beschlossen. Wäre die Senkung bereits in 2022 wirksam
gewesen, wäre der laufende Steueraufwand um rd. TEUR 165 (bei 24 %) bzw. TEUR 330 (bei 23 %) geringer entfallen.
In der Position „Ertragsteuern“ aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen in Höhe von TEUR -11.165 (VJ: TEUR -3.656) entfallen
TEUR -5.448 (VJ: TEUR -1.502) auf den laufenden Steueraufwand. Die Steuern aus Vorperioden iHv TEUR -336 (VJ: TEUR 109) sind vor
allem auf geänderte ertragssteuerliche Beurteilungen vergangener Sachverhalte zurückzuführen.
Im Geschäftsjahr 2022 wurden in den fortzuführenden Geschäftsbereichen TEUR 2.440 (VJ: TEUR 1.149) an Steuern bezahlt.
Aufgliederung der Brutto- und Nettobeträge der Gesamtergebnisrechnung:
in TEUR
2022
2021
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste
Personalrückstellungen vor Steuern
4.131
-76
Steuern
-1.026
17
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste
Personalrückstellungen nach Steuern fortzuführende Geschäftsbereiche
3.104
-59
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste
Personalrückstellungen vor Steuern
2.836
266
Steuern
-895
-84
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste
Personalrückstellungen nach Steuern aufgegebener Geschäftsbereich
1.940
182
58
Hinsichtlich der Zusammensetzung der Steuerabgrenzung wird auf Punkt (25) verwiesen. Die Überleitung vom Ergebnis vor Steuern
auf den in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesenen Aufwand an Ertragsteuern stellt sich wie folgt dar:
ÜBERLEITUNG VOM GESETZLICHEN STEUERSATZ ENTSPRECHENDEN STEUERAUFWAND ZUM EFFEKTIVEN
STEUERAUFWAND
in TEUR
1-12/2022
1-12/2021
Ergebnis vor Steuern
44.370
21.038
Steueraufwand/-ertrag zum entsprechenden Steuersatz von 25 %
-11.093
-5.260
Steuerliche Auswirkungen
Steuern aus Vorperioden
-336
109
Nutzung bisher nicht aktivierter Verlustvorträge / Beteiligungsabschreibungen
250
1.000
Nicht aktivierte Verluste des Geschäftsjahres
-292
-78
Veränderung Aktivierung von Verlustvorträgen und Beteiligungsabschreibungen
-879
721
Permanente steuerliche Differenzen und Sonstiges
1.151
-393
Unterschiedliche Steuersätze der Tochterunternehmen
49
245
Steuersatzänderungen bei der Bewertung latenter Steuern
-15
0
Gesamte Steuerliche Auswirkungen
-72
1.604
Effektive Steuerbelastung
-11.165
-3.656
Laufende Steuern
-5.448
-1.502
Steuern aus Vorperioden
-336
109
Latente Steuern
-5.380
-2.263
Ertragsteuern laut Gesamtergebnisrechnung
-11.165
-3.656
Effektiver Steuersatz
25 %
17 %
Das Ökosoziale Steuerreformgesetz 2022 Teil I, welches unter anderem auch eine stufenweise Senkung des Körperschaftsteuersatzes
bis 2024 von 25 % auf 23 % vorsieht, wurde im Jänner 2022 beschlossen. Da die Umkehr der Latenzen überwiegend in Jahren ab
2024 erwartet wird, wurde ab 31.12.2022 ein einheitlicher Körperschaftsteuersatz für die österreichischen Konzerngesellschaften von
23 % bei der Aktivierung von Ansatzdifferenzen herangezogen .
(42) ERGEBNIS JE AKTIE
Das unverwässerte sowie das verwässerte Gesamt-Ergebnis je Aktie sind im Geschäftsjahr 2022 ident und liegen bei durchschnittlich
gewichteten 8.651.491 Stück (VJ: 8.651.491 Stück) im Umlauf befindlicher Aktien bei EUR 5,61 (VJ: EUR 1,63). Das Ergebnis je Aktie
aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen beträgt im Geschäftsjahr 2022 EUR 3,84 (VJ: EUR 2,01).
Der Berechnung der Ergebnisse je Aktie wurden folgende Aktien und Ergebnisse zugrunde gelegt:
Stückaktien
2022
2021
Anzahl der ausgegebenen Aktien
8.651.491
9.434.990
Durchschnittlicher Bestand eigener Aktien
0
-783.499
Im Umlauf befindliche Aktien (= Anzahl der Aktien unverwässert / verwässert)
8.651.491
8.651.491
in TEUR
2022
2021
Ergebnis unverwässert/verwässert = den Aktionären des Mutterunternehmens
48.537
14.130
zuzurechnendes Ergebnis nach Steuern
davon aus fortzuführenden Geschäftsbereichen
33.205
17.382
davon aus aufgegebenem Geschäftsbereich
15.332
-3.252
59
F. ERLÄUTERUNGEN ZUR KAPITALFLUSSRECHNUNG (CASHFLOW-STATEMENT)
Die Kapitalflussrechnung wurde nach der indirekten Methode erstellt. Die Nettogeldflüsse (Cashflows) werden nach den Bereichen
der operativen Geschäftstätigkeit, der Investitionstätigkeit und der Finanzierungstätigkeit gegliedert. Der Saldo der Nettogeldflüsse
zeigt die Veränderung des Fonds der liquiden Mittel zum Ende des Geschäftsjahres.
(43) KAPITALFLUSS AUS DEM ERGEBNIS
Im Kapitalfluss aus dem Ergebnis wird der Jahresüberschuss/-fehlbetrag um nicht zahlungswirksame Aufwendungen/Erträge, um die
Veränderung langfristiger Rückstellungen sowie um das Ergebnis aus den Anlageverkäufen bereinigt.
Die Zinserträge enthalten keine aus wertgeminderten finanziellen Vermögenswerten zugeflossenen Erträge.
(44) KAPITALFLUSS AUS DER OPERATIVEN GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
Ausgehend vom Kapitalfluss aus dem Ergebnis wird der Kapitalfluss aus der operativen Geschäftstätigkeit um die Veränderung der
Mittelbindung im Working Capital bereinigt.
(45) KAPITALFLUSS AUS DER INVESTITIONSTÄTIGKEIT
Im Kapitalfluss aus der Investitionstätigkeit sind unter anderem Investitionen in das immaterielle Vermögen sowie in das
Sachanlagevermögen ausgewiesen. Weiters werden aus dem Management-Buy-Out der Business Unit Powertrain resultierende
Abgänge in Höhe von MEUR 5,9 hier ausgewiesen.
(46) KAPITALFLUSS AUS DER FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT
In diesem Bereich werden sämtliche Zu- und Abflüsse im Rahmen der Eigenkapital- und Fremdkapitalfinanzierung erfasst. Die bezahlten
und erhaltenen Zinsen und Steuern sind in der Kapitalflussrechnung aus dem Ergebnis ausgewiesen.
Gemäß IAS 7 wird die Überleitungsrechnung des Kapitalflusses aus Finanzierungstätigkeit nachfolgend dargestellt:
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Zahlungsunwirksam
Bewertungs-
Beizulegender
Buchwert
Zahlungs-wirksamer
Wechselkurs-
Änderungen
Effektiv-
IFRS
Beizulegender
Buchwert
in TEUR
kategorie
Zeitwert
31.12.2021
Kapitalfluss
änderung
beizulegender
verzinsung
16
Sonstige Veränderungen **
Zeitwert
31.12.2022
31.12.2021
Zeitwert
31.12.2022
Langfristige Verbindlichkeiten
Finanzverbindlichkeiten
FLAC
45.374
45.374
8.805
-623
177
-15.345
38.387
38.387
Leasing
FLAC
52.792
52.792
0
-445
0
5.254
0
57.601
57.601
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Finanzverbindlichkeiten
FLAC
25.612
25.612
-11.896
-70
0
0
8.552
22.198
22.198
Leasing
FLAC
15.061
15.061
-18.610
0
0
19.054
0
15.505
15.505
60
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Zahlungsunwirksam
Beizulegender
Zahlungs-
Änderungen
Sonstige
Beizulegender
Bewertungs-
Buchwert
Wechselkurs-
Effektiv-
IFRS
Buchwert
in TEUR
Zeitwert
wirksamer
beizulegender
Veränderungen
Zeitwert
kategorie
31.12.2020
änderung
verzinsung
16
31.12.2021
31.12.2020
Kapitalfluss
Zeitwert
**
31.12.2021
Langfristige Verbindlichkeiten
Finanzverbindlichkeiten
FLAC
62.154
62.154
4.016
-207
248
-20.837
45.374
45.374
Leasing
FLAC
27.157
27.157
40
25.595
52.792
52.792
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Finanzverbindlichkeiten
FLAC
17.923
17.923
-11.956
186
0
19.459
25.612
25.612
Leasing
FLAC
14.895
14.895
-16.712
0
16.878
15.061
15.061
Derivate
FVTPL
34
34
-34
0
0
* Die Finanzverbindlichkeiten sind weitestgehend variabel verzinst. Die Bonität des Unternehmens ist in diesen Konditionen berücksichtigt und daher stellt
der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar.
** Sonstige Veränderungen umfassen zahlungsunwirksame Bewegungen und unbare Zinsen, die in der Kapitalflussrechnung als Kapitalfluss aus dem
Ergebnis dargestellt werden. 2022 und 2021 handelt es sich einerseits im Wesentlichen um Änderungen in der Darstellung der Fristigkeiten und
andererseits um den Abgang der Finanzverbindlichkeiten der Business Unit Powertrain lt. IFRS 5.
G. SONSTIGE ANGABEN
(47) FINANZINSTRUMENTE UND RISIKOBERICHTERSTATTUNG
Der Frauenthal Konzern hält originäre Finanzinstrumente, wozu insbesondere Finanzinstrumente wie Wertpapiere, Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen (Grundgeschäfte), Guthaben bei Kreditinstituten, kurz- und langfristige Finanzverbindlichkeiten und
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zählen. Der Bestand der originären Finanzinstrumente ist in der Konzernbilanz
ausgewiesen.
LIQUIDITÄTSRISIKO
Das Liquiditätsrisiko ist durch die Kapitalflussstruktur der operativen Bereiche sowie der ausreichend bestehenden Kreditrahmen relativ
gering. Der Liquiditätsbedarf für das laufende operative Geschäft im Konzern kann aus dem laufenden Kapitalfluss gedeckt werden
und wird im Rahmen der Treasury-Funktion der Holding gesteuert.
Das Liquiditätsrisiko der Gesellschaft ist als gering einzustufen, da die Gesellschaft zum Bilanzstichtag über Guthaben bei
Kreditinstituten iHv TEUR 44.572 (VJ: TEUR 48.492) sowie über ausreichend nicht ausgenutzte Banklinien verfügt. Zusätzlich bestehen
mit den beteiligten Banken langjährige gute Geschäftsbeziehungen. Das ausgenutzte Factoringvolumen in der Frauenthal-Gruppe
beträgt TEUR 75.470 (VJ: TEUR 75.858).
Die Frauenthal-Gruppe wird einerseits durch Konsortialfinanzierungen mehrerer führender österreichischer Banken auf Ebene der
Division Frauenthal Handel und andererseits durch Finanzierungen von lokalen Banken auf CGU Ebene der Division Frauenthal
Automotive bzw. durch eine führende schwedische Bank auf Ebene CGU Frauenthal Gnotec von MEUR 15,3 (VJ: MEUR 16,1)
finanziert. Der chinesische Standort der CGU Frauenthal Gnotec hat im Berichtsjahr Betriebsmittellinien von MEUR 2,8 (VJ: MEUR 1,8)
von vier lokalen chinesischen Banken erhalten.
Für die Finanzierungen wurden umfangreiche, jedoch übliche Sicherheiten gewährt. Die Sicherungsverträge betreffen die
Vermögenswerte Sachanlagevermögen, Forderungen, Vorräte und Zahlungsmittel und haben eine Laufzeit bis 2028.
Die Planannahmen für die Divisionen Frauenthal Automotive und Frauenthal Handel lassen aus der operativen Geschäftstätigkeit einen
positiven Kapitalfluss erwarten, wobei zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses die weiteren Auswirkungen der multiplen
makroökonomischen Krisen noch nicht final determiniert werden können. Die Liquiditätssituation auf Gruppenebene wird durch die
erwähnten Faktoren zwar belastet und wird zusätzlich saisonal schwanken, es wird aber in Hinblick im Sinne des going concerns kein
Liquiditätsengpass erwartet. Für akquisitionsgetriebenes Wachstum ist die Eigenkapital- / Liquiditätsausstattung ein limitierender Faktor
und für weiteres Wachstum durch Akquisition sind Kapitalmaßnahmen erforderlich.
61
Aus der folgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen
Verbindlichkeiten ersichtlich:
Buchwert
Cash Flow 2023
Cash Flow 2024
in TEUR
31.12.2022
Zins
Tilgung
Zins
Tilgung
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten
241.796
3.391
145.808
2.598
17.595
Finanzverbindlichkeiten
60.585
1.477
22.198
1.040
8.864
Leasingverbindlichkeiten
73.105
1.914
15.505
1.558
8.732
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
93.596
0
93.596
0
0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
14.510
0
14.510
0
0
Cash Flow 2025-27
Cash Flow 2028ff.
in TEUR
Zins
Tilgung
Zins
Tilgung
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten
4.041
43.549
2.087
35.021
Finanzverbindlichkeiten
762
21.482
121
8.219
Leasingverbindlichkeiten
3.279
22.067
1.966
26.802
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
0
0
0
0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
0
0
0
0
Einbezogen wurden alle Instrumente, die am Stichtag zum 31. Dezember 2022 im Bestand waren und für die bereits Zahlungen
vertraglich vereinbart waren. Budgetzahlen für zukünftige neue Verbindlichkeiten sind nicht einbezogen worden. Die
Fremdwährungsbeträge wurden jeweils mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten sind
immer dem frühesten Zeitraster zugeordnet.
Die Vergleichszahlen für 2021 stellen sich wie folgt dar:
Buchwert
Cash Flow 2022
Cash Flow 2023
in TEUR
31.12.2021
Zins
Tilgung
Zins
Tilgung
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten
246.978
2.394
148.811
1.779
18.000
Finanzverbindlichkeiten
70.986
1.289
25.612
886
9.828
Leasingverbindlichkeiten
67.854
1.106
15.061
893
8.172
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
96.789
0
96.789
0
0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
11.349
0
11.349
0
0
Cash Flow 2024-26
Cash Flow 2027ff.
in TEUR
Zins
Tilgung
Zins
Tilgung
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten
3.137
50.771
1.614
29.644
Finanzverbindlichkeiten
1.261
31.012
248
4.783
Leasingverbindlichkeiten
1.876
19.759
1.366
24.861
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
0
0
0
0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
0
0
0
0
ZINSÄNDERUNGSRISIKO
Das wichtigste Zinsänderungsrisiko des Konzerns geht auf langfristige Kreditaufnahmen mit variablen Zinsen zurück. Die Finanzierung
der Frauenthal-Gruppe wird durch variabel und fix verzinste Konsortialfinanzierungen mehrerer führender österreichischer Banken auf
Ebene der Division Frauenthal Handel und durch variabel verzinste Finanzierungen von österreichischen Banken auf CGU Ebene der
Division Frauenthal Automotive bzw. durch eine führende schwedische Bank auf Ebene CGU Frauenthal Gnotec gesichert. Die Kredite
sind ohne Haftung seitens der Frauenthal Holding AG gewährt. Die Kredite sind langfristig mit unterschiedlichen Laufzeiten bis 2028
und die Verzinsung ist variabel auf EURIBOR- bzw. STIBOR-Basis. Darüber hinaus stehen für einen höheren Working Capital Bedarf
ausreichend Betriebsmittellinien im Konzern zur Verfügung.
62
Zum 31. Dezember 2022 betragen die langfristigen Finanzverbindlichkeiten TEUR 38.387 (VJ: TEUR 45.374) und die kurzfristigen
Finanzierungsvereinbarungen TEUR 22.198 (VJ: TEUR 25.612).
Zinsänderungsrisiken für den Konzern sind in der Bilanz- und Finanzierungssituation Ende 2022 von Relevanz, da die Zinsbasis
überwiegend variabel auf EURIBOR-Basis vereinbart wurde. Die Zinsentwicklung und das damit verbundene Risiko werden laufend
überwacht. Mit 31.12.2022 sind keine derivativen Finanzinstrumente vorhanden.
Marktzinssatzänderungen von originären Finanzinstrumenten mit fester Verzinsung wirken sich nur dann auf das Ergebnis aus, wenn
diese zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind. Im Sinne von IFRS 7 unterliegen die oben dargestellten, zu fortgeführten
Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumente mit fester Verzinsung keinen Zinsänderungsrisiken.
Zinsänderungsrisiken aus variabel verzinslichen Finanzinstrumenten werden gemäß IFRS 7 mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt.
Wenn der Marktzinssatz der variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2022 um 100 Basispunkte höher gewesen
wäre, wäre das Ergebnis um etwa TEUR 692 (VJ: TEUR 807) geringer gewesen.
AUSFALLS- UND KREDITRISIKO/ABSICHERUNGEN
Dem Ausfalls- und Kreditrisiko von Forderungen und dem Risiko des Zahlungsverzugs der Vertragspartner wird in beiden Divisionen
durch regelmäßige Kreditprüfungen entsprochen
Um diesen Risiken entgegenzuwirken, wird aktives Kundenrisikomanagement betrieben. Kundenratings und Kreditlimits werden
laufend beobachtet und angepasst, um Insolvenzrisiken frühzeitig zu erkennen. Unregelmäßigkeiten im Zahlungsverhalten der Kunden
werden konsequent verfolgt. Belieferungslimits, die laufend an das Zahlungsverhalten angepasst werden, reduzieren das
Forderungsausfallrisiko. Zusätzlich wird das Ausfallsrisiko von Zahlungen über Warenkreditversicherungen deutlich gemindert.
In der Division Frauenthal Handel wird durch den Einsatz von Kreditversicherungen das Ausfalls- und Kreditrisiko abgefedert.
Forderungen mit einem erhöhten Ausfallsrisiko werden einzelwertberichtigt. Durch die multiplen makroökonomischen Krisen gab es
im Geschäftsjahr 2022 einen Anstieg der vorgenommenen Wertberichtigungen.
In der Division Frauenthal Automotive werden üblicherweise Ein- oder Mehrjahresverträge abgeschlossen, die die Produkte und
Konditionen definieren, die Liefermengen für den Gesamtzeitraum aber nicht verbindlich festlegen. Der Abschluss bzw. die
Verlängerung von solchen Verträgen hängt von der Wettbewerbsfähigkeit des Zulieferers ab, die primär durch die Preise der
angebotenen Produkte, aber auch durch die Lieferfähigkeit, logistische und qualitative Verlässlichkeit und durch die Fähigkeit zur
Zusammenarbeit mit dem Kunden bei Neuentwicklungen bestimmt wird. Deshalb werden Produktqualität, Liefertreue und
Kundenzufriedenheit laufend beobachtet, um bei auffallenden Zielabweichungen schnell reagieren zu können.
Das Debitorenmanagement wurde deshalb bereits in den Vorjahren verstärkt und zentralisiert. Die Basis hierfür bildet eine detaillierte
Überwachung aller Zahlungsverzögerungen. Der Vorstand wird über wesentliche Unregelmäßigkeiten monatlich informiert,
gleichzeitig werden entsprechende Maßnahmen auf allen beteiligten Ebenen gesetzt, sodass jede Rechnung vom kaufmännischen
Außendienst verfolgt werden kann.
Auch im laufenden Geschäftsjahr werden die Entwicklungen der CDS-Spreads der wichtigsten Kunden monatlich beobachtet. Ein
Credit Default Swap ist ein Finanzprodukt, mit dem Ausfallsrisiken gehandelt werden. Die am Markt gehandelte Prämie (CDS-Spread)
spiegelt die Einschätzung der Bonität wider.
In der Division Frauenthal Automotive wird mit großen internationalen Kunden Factoring betrieben, wobei hier das Risiko des
Zahlungsausfalls überwiegend auf die Factoring-Gesellschaften übertragen wurde.
In der Division Frauenthal Handel wird im Geschäftsbereich Haustechnik eine Vielzahl von gewerblichen Kunden, wie
Installationsunternehmen für Sanitär, Heizungs- und Lüftungstechnik, Unternehmen im Anlagenbau sowie Kunden aus dem
Baunebengewerbe bedient. Im Geschäftsbereich Kontinentale sind vorrangig Kunden aus dem Kommunalbereich sowie
Industrieunternehmen tätig. Das Unternehmen steht mit über 5.000 Kunden in Österreich in regelmäßiger Geschäftsverbindung,
wobei es zu, vor allem für die Installationsbranche und für die kleinen Unternehmensgrößen, charakteristischen Zahlungsausfallsrisiken
kommen kann.
Maßgeblich für den Geschäftserfolg sind vorteilhafte Einkaufsbedingungen für das Sortiment, die logistische Leistungsfähigkeit wie
rasche Warenverfügbarkeit und fehlerfreie Belieferung an die Baustelle sowie die Vorfinanzierung durch den Materiallieferanten. Eine
Differenzierung über das Produkt ist mit Ausnahme von Eigenmarken nicht möglich, daher kann der Wettbewerb zwischen den
Großhändlern bei einem aggressiven Kampf um Marktanteile zu einem erheblichen Preisverfall führen.
Folgende Absicherungen sind in der Division Frauenthal Handel zu nennen: Zur frühzeitigen Erkennung, zur Bewertung und zum
richtigen Umgang mit bestehenden Risiken wird eine spezialisierte Steuerungs- und Kontrollsoftware verwendet.
63
Dem Ausfalls- und Kreditrisiko und dem Risiko des Zahlungsverzugs der Kunden wird durch regelmäßige Bonitäts- und
Kreditlimitüberprüfungen, durch aktives Kreditmanagement, die interne Vergabe von Kreditlimits sowie durch Kreditversicherungen
von wesentlichen Teilen der Kundenforderungen entsprochen. Nennenswerte Risiken aus Großprojekten bzw. Klumpenrisiken
bestehen aufgrund der großen Anzahl an Kundenbeziehungen nicht. Dieses Risikomanagementsystem ist integrierter Bestandteil des
gesamten Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesses.
Weiters ist Sicherheit der Informationstechnologie in der Frauenthal Handel Gruppe ein wichtiges Thema. Dem wird durch State-of-
the-Art-Technologien, vor allem für Datensicherung und Firewall, einem hochverfügbaren Rechenzentrum in Verbindung mit
redundanten Leitungen und Katastrophenplanung Rechnung getragen.
Das maximale Ausfallsrisiko entspricht dem Buchwert der finanziellen Vermögenswerte.
WÄHRUNGSÄNDERUNGSRISIKO
Die wesentlichen Kunden der Frauenthal-Gruppe sowie die Hauptproduktionsstätten befinden sich im Euroraum. Folglich wird das
Währungsrisiko der Frauenthal-Gruppe aus der laufenden operativen Tätigkeit als gering eingeschätzt.
Die wesentlichsten Risiken betreffen Tätigkeiten und Cashflows in SEK. Die Entwicklung der SEK wird laufend beobachtet. Auf Basis
der Erkenntnisse werden gegebenenfalls Absicherungsgeschäfte getätigt.
Diese Währungsrisiken sind daher ungesichert und unterliegen einer ständigen Beobachtung. Zusätzlich könnten diese bei Bedarf
abgesichert werden.
Auf Basis der nachfolgend dargestellten zum Stichtag aushaftenden finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in
Fremdwährung ergeben sich bei Änderung der wesentlichen Fremdwährungen folgende Auswirkungen auf das Ergebnis und
entsprechend auf das Eigenkapital:
TRANSLATIONSRISIKO 2022
Summe in lokaler
Summe
Exposure
mögliche
mögliche
Währung (in
in TEUR
in TEUR
Gewinne
Verluste
Tausend)
in TEUR*
in TEUR*
Forderungen
0
0
TCZK
-2
0
0
Verbindlichkeiten
42
2
Forderungen
0
0
TUSD
-164
-18
15
Verbindlichkeiten
176
165
Forderungen
1.136
102
TSEK
-305
-34
28
Verbindlichkeiten
4.527
407
Forderungen
532
532
TEUR
-1.715
156
-191
Verbindlichkeiten
2.247
2.247
SUMME
-2.186
104
-148
* Annahme: Kursänderung jeweils um +/- 10 %
Die Beträge in den Währungen CNY und HKD sind unbedeutend.
64
ZEITWERTE
In der folgenden Tabelle sind die Buchwerte, die Zeitwerte und die Bewertungskategorien der finanziellen Vermögenswerte und
Verbindlichkeiten dargestellt. Der Zeitwert der übrigen originären Finanzinstrumente entspricht aufgrund der täglichen
beziehungsweise kurzfristigen Fälligkeiten im Wesentlichen dem Buchwert.
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Bewertungs-
in TEUR
kategorie
Beizulegender
Beizulegender
nach
Zeitwert
Buchwert
Zeitwert
Buchwert
IFRS 9 **
31.12.2022
31.12.2022
31.12.2021
31.12.2021
Sonstige langfristige finanzielle
2.028
2.028
2.189
2.189
Vermögenswerte
davon Wertpapiere
FVTPL
2.028
2.028
2.189
2.189
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
AC
38.465
33.792
Forderungen gegenüber verbundenen
AC
1
8
Unternehmen
Sonstige finanzielle Forderungen
AC
14.384
12.638
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
AC
44.572
48.492
Beteiligung an anderen Unternehmen
FVTPL
40
40
40
40
davon aggregiert nach
Bewertungskategorie IFRS 9
At Amortised Cost
AC
97.422
94.930
Fair value through Profit and Loss
FVTPL
2.068
2.068
2.229
2.229
*
*
*
*
*
*
*
*
*
*
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Bewertungs-
in TEUR
kategorie
Beizulegender
Beizulegender
nach
Zeitwert
Buchwert
Zeitwert
Buchwert
IFRS 9 **
31.12.2022
31.12.2022
31.12.2021
31.12.2021
Langfristige Verbindlichkeiten
Finanzverbindlichkeiten
AC
38.387
1)
38.387
45.374
1)
45.374
Leasingverbindlichkeiten
AC
57.601
57.601
52.792
52.792
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Finanzverbindlichkeiten
AC
22.198
1)
22.198
25.612
1)
25.612
Leasingverbindlichkeiten
AC
15.505
15.505
15.061
15.061
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
AC
93.596
96.789
Leistungen
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
AC
14.510
11.349
davon Derivate
FVTPL
0
0
0
0
davon aggregiert nach
Bewertungskategorien IFRS 9
At Amortised Cost
AC
0
241.797
0
246.978
*
*
*
*
1)
Die Finanzverbindlichkeiten sind weitestgehend variabel verzinst. Die Bonität des Unternehmens ist in diesen Konditionen berücksichtigt und
daher stellt der Buchwert wie bei den übrigen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten einen angemessenen Näherungswert für
den beizulegenden Zeitwert dieser Finanzinstrumente dar.
* Der Buchwert stellt gemäß IFRS 7.29 einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar.
** AC (At Amortised Cost): Fortgeführte Anschaffungskosten
FVTPL (Fair Value Through Profit and Loss): Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
65
Die folgenden Finanzinstrumente wurden zum beizulegenden Zeitwert bewertet, sie können folgenden Zeitwerthierarchien
zugeordnet werden:
ZEITWERTHIERARCHIE
Bewertungs-
kategorie
Beizulegender
Beizulegender
in TEUR
nach
Zeitwert
Buchwert
Zeitwert
Buchwert
IFRS 9 **
31.12.2022
31.12.2022
31.12.2021
31.12.2021
1. Stufe
Wertpapiere
FVTPL
2.028
2.028
2.189
2.189
**
FVTPL (Fair Value Through Profit and Loss): Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet
Bewertungs-
kategorie nach
in TEUR
Nettoergebnisse 2022
Nettoergebnisse 2021
IFRS 9
At Amortised Cost – Aktiva
AC
1.684
-2.559
- Wertberichtigungen
-489
-4.197
davon fortzuführende Geschäftsbereiche
-478
-4.219
davon aufgegebener Geschäftsbereiche
-11
22
- Kursgewinne und -verluste
704
89
davon fortzuführende Geschäftsbereiche
622
-37
davon aufgegebener Geschäftsbereiche
82
126
- Finanzerträge
1.469
1.549
At Amortised Cost – Passiva
AC
-5.972
-5.268
- Zinsaufwendungen
-5.972
-5.268
davon fortzuführende Geschäftsbereiche
-5.488
-4.661
davon aufgegebener Geschäftsbereiche
-484
-607
at fair value through profit or loss
FVTPL
-161
-133
- Veränderung aus Wertpapieren
-161
-99
- Zinsaufwendungen Swap
0
-34
(48) SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
In der Frauenthal-Gruppe werden die Divisionen Frauenthal Automotive und Frauenthal Handel als operative Segmente geführt
und über das EBIT gesteuert. Die Klassifizierung in die einzelnen Segmente erfolgt aufgrund des internen Reportings und der
Unterschiede zwischen den produzierten und vertriebenen Produkten und Dienstleistungen.
Frauenthal Handel vertreibt die führenden Sanitär-, Heizungs-, Installationstechnik- und Elektromaterialmarken sowie die Eigenmarken
ALVA und die Exklusivmarke Passion.
Frauenthal Automotive ist als Zulieferer für Hersteller von Nutzfahrzeugen und PKW tätig. Das Produktionsprogramm umfasst die
Herstellung von Press- und Schweißkomponenten und Druckluftbehältern für Bremssysteme. Die Produktionsstandorte befinden sich
in Deutschland, Tschechien, Slowakei, Schweden, China und den USA.
Im Jahr 2022 wurde die Business Unit Frauenthal Powertrain aufgegeben.
Die Intrasegmentumsätze umfassen im Wesentlichen Managementleistungen und Kostenumlagen der Holdinggesellschaften, die nach
festen Stundensätzen bzw. nach der Kostenaufschlagsmethode bewertet werden.
Die detaillierten Angaben zur Segmentberichterstattung sind in einer gesonderten Übersichtstabelle ersichtlich. In der Tabelle Umsatz
in Regionen nach Endkunden erfolgte die Zuweisung der Umsätze nach dem Sitz des Kunden. Die dort angegebenen Umsätze
entsprechen den Angaben des IFRS 8.33.
(49) ZIELE DES EIGENKAPITALMANAGEMENTS
Ziele des Eigenkapitalmanagements des Konzerns sind die Sicherstellung der Unternehmensfortführung sowie die Erhaltung einer
adäquaten Eigenkapitalquote von über 30 % im IFRS-Konzernabschluss. Zum Bilanzstichtag konnte ein Eigenkapital von TEUR 180.900
(VJ: TEUR 128.606) ausgewiesen werden. Die Eigenkapitalquote steigt im Vergleich zum Vorjahr um 10,5 %-Punkte auf 36,4 %.
Frauenthal ist ein auf Wachstum ausgerichtetes Unternehmen, was sich in der Unternehmensstrategie widerspiegelt. Bei der
Gestaltung der Dividendenpolitik steht die finanzielle Vorsorge für die Finanzierung der Wachstumsstrategie im Vordergrund.
66
Das Net Gearing – bei dem das Konzerneigenkapital in Verhältnis zum Risiko (der Verschuldung) gesetzt wird – ist 2022 von 70,2 %
auf 49,3 % gesunken, da die Finanzleasingverbindlichkeiten gesunken sind und sich das Eigenkapital erhöht hat. Die
Nettoverschuldung verringert sich somit von TEUR 90.343 auf TEUR 89.114. Die Nettoverschuldung setzt sich aus lang- und
kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten auf der Passivseite sowie Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten auf der Aktivseite
zusammen.
Die verzinslichen Nettoschulden sind, die um verzinsliche Aktiva saldierten, verzinslichen Schulden. Wirtschaftliches Eigenkapital ist das
bilanzielle Eigenkapital.
in TEUR
2018*
2019
2020
2021
2022
Finanzverbindlichkeiten
98.770
95.719
80.077
70.986
60.585
Leasingverbindlichkleiten
2.102
32.086
42.050
67.854
73.105
Vendor Loan
7.030
0
0
0
0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
-27.988
-40.325
-54.027
-48.492
-44.572
Gewährte Darlehen
-500
-500
-500
-5
-5
Verschuldung
79.414
86.979
67.600
90.343
89.114
Gearing Ratio in %
71,9 %
68,7 %
59,1 %
70,2 %
49,3 %
Verschuldung ohne Leasingverbindlichkeiten
77.312
54.893
25.550
22.489
16.008
Gearing Ratio in % ohne
70,0 %
43,3 %
22,3 %
17,5 %
8,8 %
Leasingverbindlichkeiten
*Im Jahr 2018 fand der IFRS 16 Leasingverhältnisse noch keine Anwendung, diese erfolgt ab 2019
(50) ANGABEN ÜBER DIE MITGLIEDER DER UNTERNEHMENSORGANE
Der Aufsichtsrat der Frauenthal Holding AG besteht aktuell aus vier (VJ: vier) von der Hauptversammlung gewählten Mitgliedern und
zwei (VJ: zwei) vom Konzernbetriebsrat entsandten Mitgliedern. Im Geschäftsjahr 2022 bestand der Aufsichtsrat, gewählt von der
Hauptversammlung, aus den folgenden Mitgliedern:
Dipl.-Bw Claudia Beermann
Vorsitzende seit 11. Juni 2021
Mitglied seit 19. Juni 2019
Dr. Andreas Staribacher
Stellvertreter der Vorsitzenden seit 11. Juni 2021
Mitglied seit 5. Juni 2018
Dr. Johannes Strohmayer
Mitglied seit 2. Juni 2010
Dr. Christian Tassul
Mitglied seit 11. Juni 2021
Im Geschäftsjahr 2022 hat der Konzernbetriebsrat Thomas Zwettler und Johann Parcer als Mitglieder in den Aufsichtsrat entsandt:
Thomas Zwettler
Mitglied seit 1. Jänner 2015
Johann Parcer
Mitglied seit 30. November 2022
August Enzian
Mitglied seit 27. September 2010
bis 30. November 2022
Die Bezüge für die Mitglieder des Aufsichtsrates betrugen für das Berichtsjahr TEUR 101 (VJ: TEUR 124).
Die Vorstände der Frauenthal Holding AG sind:
Dr. Hannes Winkler
Vorsitzender seit 1. Jänner 2018
Mag. Erika Hochrieser
Mitglied seit 5. Juni 2018
Mag. Thomas Stadlhofer
Mitglied seit 1. Jänner 2023
DI Michael Ostermann
Mitglied seit 1. Jänner 2021
bis 18. November 2022
67
Im Geschäftsjahr 2022 betragen die Bruttobezüge inklusive Pensionskassenzahlungen und Versicherungsbeiträge für die
Vorstandsmitglieder der Frauenthal Holding AG TEUR 1.353, davon fixe Vergütung TEUR 1.050, davon variable Vergütung TEUR 265,
davon Pensionskassenzahlungen TEUR 31 und davon Versicherungsbeiträge TEUR 7 (VJ: Insgesamt TEUR 1.426, davon fixe Vergütung
TEUR 1.043, davon Ausgleichszahlung TEUR 220, davon variable Vergütung TEUR 119, davon Pensionskassenzahlungen TEUR 37 und
davon Versicherungsbeiträge TEUR 7). In den fixen Vergütungen sind TEUR 403 (VJ: TEUR 403) für die Verrechnung des
Vorstandsvorsitzenden aus einem Dienstleistungsvertrag mit der Ventana Holding GmbH enthalten.
Für die Vorstandsmitglieder der Frauenthal Holding AG betrugen die Zahlungen in die Mitarbeitervorsorgekasse im Geschäftsjahr 2022
TEUR 13 (VJ: TEUR 10). Die Auszahlung der Altersversorgung ist an keine Leistungskriterien gebunden. Bei Beendigung der Funktion
haben die Vorstandsmitglieder keine vertraglichen Abfertigungsansprüche.
Die Vorstandsvergütung besteht aus einem fixen Basisgehalt sowie aus einem variablen erfolgsabhängigen Bestandteil von TEUR 0 bis
zu maximal TEUR 165 brutto jährlich, welcher sich nach der persönlichen Leistung jedes Vorstandsmitglieds richtet, sofern ein
erfolgsabhängiger Bestandteil vereinbart wurde. Dieser variable Anteil setzt sich aus qualitativen und quantitativen Zielvereinbarungen
zusammen. Die quantitativen Ziele umfassen Kriterien der Budgeterreichung und der Liquidität. Die qualitativen Ziele sind für einzelne
Geschäftsbereiche, für das Gesamtunternehmen sowie Führungs- und Personalentwicklung vereinbart.
Die Frauenthal Holding AG hat für Vorstände, Geschäftsführer und Aufsichtsräte im Konzern eine „Directors and Officers“ (D&O)-
Versicherung abgeschlossen. Die Kosten dafür belaufen sich im Geschäftsjahr 2022 auf TEUR 67 (VJ: TEUR 51).
(51) ANGABEN ÜBER GESCHÄFTSFÄLLE MIT NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN ODER PERSONEN
Die Ventana Holding GmbH, die EPE European Private Equity S.A. ("EPE S.A.") und Herr Dr. Hannes Winkler kontrollieren gemeinsam
(mittelbar und unmittelbar) die Tridelta HEAL Beteiligungsgesellschaft S.A. ("Tridelta S.A."), welche wiederum mittelbar (über die FT
Holding GmbH ) eine Beteiligung von 5.922.916 Aktien (inkl der 0,21 % direkt von der Ventana Holding GmbH gehaltenen Aktien),
somit eine Beteiligung im Ausmaß von 68,46 % des Grundkapitals und der Stimmrechte der Frauenthal Holding AG hält (31,54 %
befinden sich im Streubesitz). Der Konzernabschluss der Frauenthal Holding AG, Wien, wird in den Konzernabschluss der Ventana
Holding GmbH, Wien, die den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen erstellt, zum 31.12.2022 miteinbezogen.
Weiterführende Informationen zur Beteiligungsstruktur sind auf der Frauenthal Homepage unter Investor Relations abrufbar.
Zwischen Unternehmen der Frauenthal-Gruppe und nahestehenden Unternehmen sowie Personen bestehen Geschäftsbeziehungen
im Miet- und Dienstleistungsbereich, deren Gesamtvolumen im Geschäftsjahr 2022 TEUR 5.041 (VJ: TEUR 4.627) betrug.
Gesellschaften der Validus-Gruppe verrechneten Nettomieten in Höhe von TEUR 4.583 (VJ: TEUR 4.213) für Büro-, Gewerbe- und
Lagerflächen der SHT Haustechnik GmbH sowie für den Standort am Rooseveltplatz 10, 1090 Wien, wo sämtliche Konzernbereiche
der Frauenthal Holding AG sowie die oberste Leitung der Division Frauenthal Automotive eingemietet sind. Die Erhöhung im Vergleich
zum Vorjahr ist auf Indexierungen zurückzuführen. Zusätzlich zu den Nettomieten werden die Betriebskosten weiterbelastet. Die
Miethöhe orientiert sich überall an marktüblichen Preisen und wurde einem Fremdvergleich unterzogen, der durch externe Gutachten
bestätigt ist. Validus Immobilienholding GmbH samt den ihr zuzurechnenden Tochtergesellschaften steht Dr. Hannes Winkler nahe.
Die Vergütung für den Vorstandsvorsitzenden Dr. Hannes Winkler wurde in Höhe von TEUR 403 (VJ: TEUR 403) von Ventana Holding
GmbH an Frauenthal Holding AG verrechnet. Es handelt sich um eine fixe Vergütung, Dr. Winkler hat keinen variablen
Remunerationbestandteil im Gegensatz zu den anderen Vorstandsmitgliedern.
Im Gegenzug verrechneten Unternehmen der Frauenthal-Gruppe für EDV-Dienstleistungen TEUR 9 (VJ: TEUR 8). Es wurden im
Geschäftsjahr 2022 Beratungsleistungen durch Frieders, Tassul & Partner iHv TEUR 55 (VJ: TEUR 11) in Anspruch genommen.
Die oben angeführten Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen sind zu fremdüblichen Konditionen getätigt
worden.
(52) ANGABEN ÜBER EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG
Zwischen dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 und der Freigabe dieses Berichts zur Veröffentlichung am 19. April 2023 gab es
keine wesentlichen angabepflichtigen Ereignisse.
Der Vorstand der Frauenthal Holding AG hat den Konzernabschluss am 19. April 2023 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben.
Wien, 19. April 2023
Frauenthal Holding AG
Mag. Erika Hochrieser Dr. Hannes Winkler Mag. Thomas Stadlhofer
Vorstandsmitglied Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied
68
Abkürzungsverzeichnis
AC
At Amortised Cost
Fortgeführte Anschaffungskosten
AktG
Aktiengesetz
BEV
Battery Electric Vehicles
BMVG
Betriebliches Mitarbeitervorsorgegesetz
CDS
Credit Default Swap
CEE-Länder
Mittel- und osteuropäische Länder
CGU
Cash Generating Unit
CNY
Chinesischer Yuan
ct/kWh
Cents pro Kilowattstunde
CZK
Tschechische Krone
D&O
Directors and Officers
DCF-Verfahren
Discounted Cash Flow-Methode
DSGVO
Datenschutzgrundverordnung
EBIT
Earnings Before Interest and Taxes
Betriebsergebnis, operatives Ergebnis vor Hinzurechnung von Finanzergebnis und Steuern
EBITDA
Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortisation
Betriebsergebnis vor Abschreibungen = Brutto Cash Flow
EDV
Elektronische Datenverarbeitung
EEG
Erneuerbare-Energien-Gesetz
ERP
Enterprise Resource Planning
EU
Europäische Union
EUR
Euro
EU-VO
Europäische Union Verordnung
FIFO
First-in-First-out
69
FLAC
Financial Liabilities measured at Amortised Costs
FN
Firmenbuchnummer
FVTPL
Fair Value Through Profit and Loss
Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet
GuV
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
HKD
Hong-Kong Dollar
IAS
International Accounting Standards
IASB
International Accounting Standards Board
IFRS
International Financial Reporting Standards
iHv
in Höhe von
IKS
internes Kontrollsystem
iSd
im Sinne des
LKW
Lastkraftwagen
MEUR
Million(en) Euro
MSEK
Million(en) schwedische Kronen
NFZ
Nutzfahrzeug
OEM
Original Equipment Manufacturer
OTIF
on-time in-full
p.a.
per anno
PKW
Personenkraftwagen
RMS
Risikomanagementsystem
SC
South Carolina
SEK
Schwedische Krone
TCZK
Tausend Tschechische Krone
TEUR
Tausend Euro
TSEK
Tausend Schwedische Krone
TUSD
Tausend United States Dollar
70
UGB
Unternehmensgesetzbuch
USD
United States Dollar
VJ
Vorjahr
WACC
Weighted Average Cost of Capital
Durchschnittliche Kapitalkosten, die das Unternehmen für sein Fremd- und Eigenkapital auf den
Finanzmärkten zahlen muss
71
ERKLÄRUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER
Der Vorstand erklärt, dass der nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellte Konzernabschluss
des Frauenthal-Konzerns nach bestem Wissen ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der
Gesamtheit der in die Konsolidierung einbezogenen Unternehmen vermittelt. Ebenso vermittelt der Lagebericht ein
möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Frauenthal-Konzerns und gibt Auskunft über den
Geschäftsverlauf und die Auswirkung bestehender bzw. künftiger Risiken auf die Geschäftstätigkeit des Frauenthal-
Konzerns.
Wien, 19. April 2023
Frauenthal Holding AG
Mag. Erika Hochrieser Dr. Hannes Winkler Mag. Thomas Stadlhofer
Vorstandsmitglied Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied
72
BESTÄTIGUNGSVERMERK
BERICHT ZUM KONZERNABSCHLUSS
PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben den Konzernabschluss der Frauenthal Holding AG, Wien, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern),
bestehend aus der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzernbilanz
zum 31. Dezember 2022, der Konzerngeldflussrechnung und der Darstellung der Komponenten des Eigenkapitals und
ihrer Entwicklung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein
möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2022 sowie der Ertragslage und der Zah-
lungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International
Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind (IFRS), und den zusätzlichen Anforderungen des
§ 245a UGB.
GRUNDLAGE FÜR DAS PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO)
und den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern
die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften
und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses“
unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit
den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen be-
ruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns
erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum des Bestätigungsvermerks ausreichend und geeignet sind, um als Grund-
lage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am
bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im
Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils
hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:
• 1. Impairmenttest CGU Handel
1. IMPAIRMENTTEST CGU HANDEL
SACHVERHALT UND VERWEIS AUF WEITERGEHENDE INFORMATIONEN
Im Zuge der Erstellung des Konzernabschlusses wurde für die CGU Handel, in der die im Konzernabschluss bilanzierten
Firmenwerte sowie Markenrechte mit unbestimmter Nutzungsdauer enthalten sind, eine Werthaltigkeitsprüfung
durchgeführt. Bei dieser wurde für das Geschäftsjahr 2022 kein Wertminderungsbedarf identifiziert.
Ein Vermögenswert ist gem. IAS 36.8 wertgemindert, wenn sein Buchwert („Carrying amount“) seinen erzielbaren
Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag ist gem. IAS 36.18 der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert
abzüglich Veräußerungskosten („Fair Value less costs to sell“) und dem Nutzungswert („Value in Use“).
Der Value in Use zur Überprüfung der Werthaltigkeit der Vermögenswerte erfordert wesentliche Schätzungen über
die zukünftige Entwicklung der Erlöse und Aufwendungen und den daraus resultierenden Zahlungsmittelüberschüs-
sen sowie Annahmen zur Festlegung des verwendeten Diskontierungszinssatzes (DCF-Methode). Diesen Bewertungen
liegen Schätzungen zugrunde, die mit Unsicherheit behaftet sind. Für den Abschluss besteht das Risiko einer falschen
Bewertung der betroffenen Vermögenswerte.
Die Angaben zum Impairmenttest der CGU Handel finden sich im Abschnitt 9 des Konzernanhangs.
73
PRÜFERISCHES VORGEHEN
Wir haben geprüft, ob das Ergebnis der Berechnung – kein Wertminderungsbedarf zum 31. Dezember 2022 - in allen
wesentlichen Belangen mit den Vorschriften des IAS 36 übereinstimmt.
Zur Prüfung der Value in Use Berechnung haben wir die Angemessenheit der zukunftsbezogenen Schätzungen und
wesentlichen Annahmen sowie der herangezogenen Berechnungsmethoden unter Einbeziehung von Bewertungsspe-
zialisten beurteilt.
Ein Schwerpunkt im Rahmen dieser Prüfung lag in der Plausibilisierung der Ertragserwartungen der CGU. Im Zuge
unserer Prüfung haben wir ein Verständnis über die Planungssystematik und den Planungsprozess sowie die wesentli-
chen Planungsparameter und Werttreiber in diesen Planungsrechnungen erlangt.
Wir haben die wesentlichen Planungsparameter und Werttreiber für die Ergebnis- und Cash Flow-Planung der CGU
plausibilisiert und kritisch gewürdigt. Darüber hinaus wurde das Berechnungsschema nachvollzogen und auf rechneri-
sche Richtigkeit überprüft.
Die Angemessenheit der Höhe der Diskontierungszinssätze wurde durch die alternative Ableitung der für die Bestim-
mung der Diskontierungszinssätze maßgeblichen Parameter einschließlich der durchschnittlichen Kapitalkosten
(„weighted average cost of capital“) auf Basis einer eigenen Peer Group beurteilt.
Zur Risikobeurteilung möglicher Abweichungen von Ergebnis- und Cash Flow-Schätzungen sowie Abweichungen von
den abgeleiteten durchschnittlichen Kapitalkosten wurden Sensitivitätsrechnungen vorgenommen.
SONSTIGE INFORMATIONEN
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen beinhalten
alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestä-
tigungsvermerk.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir geben dazu
keine Art der Zusicherung.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen In-
formationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Kon-
zernabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch
dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche
Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben
in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
VERANTWORTLICHKEITEN DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES AUFSICHTSRATES FÜR DEN KONZERN-
ABSCHLUSS
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in
Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a
UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die
gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung
eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen
Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Kon-
zerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung
der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fort-
führung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den
Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.
74
VERANTWORTLICHKEITEN DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentli-
chen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu
erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Ga-
rantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche
Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irr-
tümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise
erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Ent-
scheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und den österreichischen Grundsätzen ordnungs-
mäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung
pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
➢ Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen
oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und
erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu
dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt
werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fäl-
schungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kon-
trollen beinhalten können.
➢ Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungs-
handlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein
Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.
➢ Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmetho-
den sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rech-
nungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
➢ Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes, der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten
Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten be-
steht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen
können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in
unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder,
falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerun-
gen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige
Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstä-
tigkeit zur Folge haben.
➢ Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der An-
gaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise
wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
➢ Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Ge-
schäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind ver-
antwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Al-
leinverantwortung für unser Prüfungsurteil.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche
Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer
Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderun-
gen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachver-
halte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und -
sofern einschlägig - damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen
Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die
besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk,
es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir
bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden
75
sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das
öffentliche Interesse übersteigen würden.
SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN
BERICHT ZUM KONZERNLAGEBERICHT
Der Konzernlagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob
er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt
wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den
österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durch-
geführt.
URTEIL
Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden
enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.
ERKLÄRUNG
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses
über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.
ZUSÄTZLICHE ANGABEN NACH ARTIKEL 10 DER EU-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 30. Juni 2022 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 09. August
2022 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2000 Abschlussprüfer.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an
den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht haben und dass
wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
AUFTRAGSVERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Peter Bartos.
Wien, am 19. April 2023
BDO Assurance GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
(als Gesamtrechtsnachfolgerin der BDO Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft)
Mag. Peter Bartos ppa. Christoph Leutgeb, MSc (WU)
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestä-
tigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen
Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.
76
77
LAGEBERICHT
FRAUENTHAL HOLDING AG 2022
JAHRESABSCHLUSS
A. EINLEITUNG
(1) DIE FRAUENTHAL HOLDING AG IM ÜBERBLICK
Die Frauenthal Holding AG ist im Firmenbuchgericht Wien unter FN 83990 s registriert. Die Geschäftsanschrift lautet:
Frauenthal Holding AG, Rooseveltplatz 10, 1090 Wien, Österreich.
Im Geschäftsjahr 2022 trennt sich die Frauenthal-Gruppe von einer der drei Business Units in der Division Frauenthal
Automotive, der Business Unit Frauenthal Powertrain, in Form eines Management-Buy-outs. Frauenthal Powertrain war
mit der Ausrichtung auf Verbrennungsmotoren vom Wandel der Antriebstechnologien und den derzeitigen Energie-
preisen besonders betroffen.
Die Frauenthal Holding AG ist die Muttergesellschaft von 24 Gesellschaften (2021: 27 Gesellschaften), welche unter
der einheitlichen Leitung dieser stehen. Als Holdinggesellschaft der Frauenthal-Gruppe, ein österreichischer börsenno-
tierter Mischkonzern, umfasst die Frauenthal Holding AG zwei Unternehmensbereiche. Die Geschäftstätigkeit ihrer Kon-
zerngesellschaften beinhaltet zum einen die Division Frauenthal Handel, zum anderen die Division Frauenthal Automo-
tive.
(2) WIRTSCHAFTLICHES UMFELD
Im Geschäftsjahr 2022 kommt es in den beiden Divisionen zu gegensätzlichen Entwicklungen der makroökonomischen
Rahmenbedingungen.
Die Division Frauenthal Handel bietet ein breites Portfolio an Produkten und Lösungen für seine Kunden im Sanitär-,
Heizungs- und Elektrogroßhandel an und ist maßgebend mit der österreichischen Bauwirtschaft verbunden. Stark stei-
gende Baustoffpreise, Personalmangel sowie die hohe Inflation wirken sich negativ auf das Baugewerbe und somit auf
das Bauwachstum (+ 0,2 %
1
gegenüber 2021) aus. Dieser Trend ist im Bereich Neubau zu spüren. Gegensätzlich ent-
wickeln sich die CO
2
-reduzierenden und energiekostensenkenden Sanierungen und Investitionen wie in Wärmepumpen
und Photovoltaik. Insbesondere die umfangreichen Förderaktionen, beispielsweise das Programm „Raus aus Öl und
Gas“, wirken sich merkbar positiv auf die Division Frauenthal Handel aus. Das Gesamtwachstum der Wirtschaft liegt
um 4,8 % über dem Vorjahr.
Hingegen leidet der europäische Automobilmarkt nach wie vor unter den Folgen der COVID-19-Krise sowie an den
Auswirkungen des Ukraine-Russland-Krieges. Die Zulassungen im PKW-Markt
2
gehen um -5,5 % zurück, im Nutzfahr-
zeugmarkt
3
reduzieren sich die Neuregistrierungen im Vergleich zu 2021 um -15,1 %. Hervorzuheben ist, dass sich im
für Frauenthal wichtigen Segment der schweren Nutzfahrzeuge ein gegenläufiger Effekt von +7,0 % im Vergleich zum
Vorjahr ergibt. Im mittelschweren Segment geht das Volumen um -11,6 % zurück, auch das volumenmäßig größte
Segment der leichten Nutzfahrzeuge verringert sich um -18,4 %. Der europäische Nutzfahrzeugmarkt schrumpft im
Jahr 2022 auf 2,0 Millionen Einheiten, womit das Volumen unter jenes des Pandemiejahres 2020 (2,1 Mio. Einheiten)
fällt.
1
94th Euroconstruct Country Report, Winter 2022.
2
PKW-Markt siehe https://www.acea.auto/pc-registrations/passenger-car-registrations-4-6-in-2022-12-8-in-december/
3
Nutzfahrzeugmarkt siehe https://www.acea.auto/cv-registrations/commercial-vehicle-registrations-14-6-in-2022-5-1-in-december/
78
Dies ist in erster Linie durch die anhaltenden Probleme in den Lieferketten verursacht, welche die Verfügbarkeit von
Fahrzeugen während des gesamten Jahres beeinträchtigen. Der französische Markt ist mit -17,7 % am stärksten be-
troffen, gefolgt von Spanien (-16,7 %), Deutschland (-11,0 %) und Italien (-10,5 %).
Der europäische PKW-Markt schrumpft um -5,5 %, was hauptsächlich auf die Auswirkungen des Komponentenman-
gels in der ersten Jahreshälfte zurückzuführen ist. Obwohl sich der Markt von August bis Dezember 2022 verbessert
hat, liegt das kumulierte Volumen bei 10,6 Millionen Einheiten, dem niedrigsten Stand in der Region seit 1993 (9,2
Millionen Einheiten). Von den vier größten europäischen Märkten konnte nur Deutschland im Jahr 2022 ein Wachstum
verzeichnen (+1,1 %), was auf das gute Ergebnis im Dezember zurückzuführen ist. Die anderen drei Märkte schneiden
alle schlechter ab als im Jahr 2021: Italien verzeichnet den stärksten Rückgang (-9,7 %), gefolgt von Frankreich (-7,8 %)
und Spanien (-5,4 %).
Der für Frauenthal Automotive wichtigste Einzelkunde, Volvo PKW, verzeichnet in Europa einen Rückgang der Neuan-
meldungen von -12,5 %. Dies ist im Wesentlichen bedingt durch den Komponentenmangel in Europa und China –
trotz voller Auftragsbücher mussten die betroffenen Werke mehrmals für einige Tage schließen.
Weitere wesentliche Herausforderungen der Division Frauenthal Automotive liegen in den anhaltend hohen Rohmate-
rialkosten sowie den gestiegenen Energie- und Personalkosten. Diese Entwicklung wird durch den Ukraine-Russland-
Krieg zusätzlich beschleunigt und verschärft.
(3) FRAUENTHAL AUTOMOTIVE: UMSATZWACHSTUM TROTZ MARKTRÜCKGANG
Das Geschäftsjahr 2022 ist erneut geprägt von vielen Unsicherheiten und Herausforderungen. In den ersten Monaten
des Jahres wird mit Rekordausfällen im Personalbereich gekämpft: Aufgrund einer weiteren COVID-19-Welle in Mittel-
und Osteuropa verzeichnet die Division Frauenthal Automotive Krankenstandsraten von bis zu 40 %. Fast zeitgleich
bricht der Ukraine-Russland-Krieg aus, der die ohnehin bereits angekündigte Inflation für das Jahr 2022 zusätzlich in
die Höhe treibt. Die Kundenabrufe verhalten sich über das gesamte Jahr 2022 volatil und nicht vorhersehbar. Viele
globale Lieferketten zeigen sich seit mehr als einem Jahr hochgradig instabil. Der weltweite Mangel an Halbleitern,
diversen Rohstoffen und Kabelbäumen zwingt die OEMs, deren Produktionskapazitäten zu reduzieren. Engpässe in
Verbindung mit Halbleitern führen zu mehrwöchigen Werksstillständen von Kunden, und die Produktionsstätten der
Division Frauenthal Automotive haben große Probleme, ihre Kapazitäten kurzfristig daran anzupassen.
Insgesamt gehen die Neuzulassungen von PKWs in Europa trotz der rekordtiefen Vergleichsbasis von 2021 zurück. Der
LKW-Markt schien im Jahr 2021 weniger von den globalen Lieferkettenproblemen betroffen gewesen zu sein, die initial
vom Mangel an Halbleitern ausgelöst wurden. Die Entwicklung im Jahr 2022 wird zusätzlich durch die Knappheit an
Kabelbäumen und anderen Komponenten verschärft, was zum signifikanten Rückgang der Neuregistrierungen auch im
LKW-Bereich führt.
Erfreulich ist, dass es im abgelaufenen Geschäftsjahr allen Business Units gelingt, neue Kundenaufträge zu generieren
und auslaufende Mehrjahresvereinbarungen erfolgreich zu verlängern.
(4) FRAUENTHAL HANDEL MIT UMSATZWACHSTUM
Die Geschäftsentwicklung der Division Frauenthal Handel ist von der Baukonjunktur in Österreich und von der Bereit-
schaft privater Haushalte, in Sanierung und Erneuerung von Sanitär-, Heizungs-, Lüftungs- und Elektroeinrichtungen zu
investieren, bestimmt. Die steigenden Energiekosten und das nachhaltige Bewusstsein zum Klimaschutz führen zu einer
höheren Bereitschaft zu Investitionen in erneuerbare Energieanlagen und auch zur Sanierung und Erneuerung von Sa-
nitär- und Heizungseinrichtungen. Insbesondere die Förderprogramme der Bundesregierung entlasten private Haushalte
und Betriebe beim Umstieg von einem fossil betriebenen auf ein nachhaltiges Heizungssystem. Außerdem führt der
gelungene Einstieg in den Elektrogroßhandel zu einem zusätzlichen Umsatzwachstum außerhalb der angestammten
Branche.
Die Sanierungsoffensive, die Preissteigerungen seitens der Industrie und die Verschiebung des Umsatzes zu Wärme-
pumpen, Wärmespeicher und Photovoltaik führen zu einem Umsatzwachstum von 11,3 %. Die Ergebnisentwicklung
basiert auf der Umsatzentwicklung aufgrund der Preissteigerungen am Markt und dem Elektrowachstum, einer konti-
nuierlichen Margensteuerung und der Fokussierung auf flexible und effiziente Kundenlösungen. Der Sanitär- und Hei-
zungsmarkt ist weiterhin einem verschärften Verdrängungs- und Preiskampf ausgesetzt, zusätzlich belastet der rück-
läufige Sanitärmarkt die Branche. Diese Marktbedingungen resultieren in einem Umsatzwachstum von MEUR 83,3 bei
einer steigenden Handelsmarge. Trotz des bestehenden Preiskampfes kann der Marktanteil der Division Frauenthal
Handel gehalten werden.
79
B. ERGEBNISANALYSE
(1) UMSATZ
Der Umsatz (samt sonstiger betrieblicher Erträge) der Frauenthal Holding AG nach UGB liegt im Geschäftsjahr 2022 mit
TEUR 2.101 (Vorjahr: TEUR 2.211) um insgesamt TEUR 110 unter dem Vorjahreswert. Dies resultiert hauptsächlich aus
geringeren Verrechnungen an Konzerngesellschaften.
in TEUR
2022
2021
Veränderung
Umsatzerlöse und sonstige Erträge
2.101
2.211
-110
Personalaufwand
-1.807
-2.077
271
Sonstige betriebliche Aufwendungen
-2.771
-2.694
-77
EBITDA
-2.477
-2.561
84
Abschreibungen
-33
-62
29
Betriebsergebnis (EBIT)
-2.510
-2.623
113
Erträge aus Beteiligungen an verb. Unternehmen
0
4.800
-4.800
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge/Aufwendungen
-70
-111
40
Finanzergebnis
-70
4.689
-4.760
Ergebnis vor Steuern
-2.580
2.066
-4.647
Steuern vom Einkommen
359
633
-275
Ergebnis nach Steuern
-2.222
2.699
-4.921
Zuweisung zu Gewinnrücklagen
0
-2.699
2.699
Gewinn- / Verlustvortrag aus dem Vorjahr
2.807
2.807
0
Bilanzgewinn
585
2.807
-2.222
(2) ERGEBNIS
Das Betriebsergebnis (EBIT) der Frauenthal Holding AG liegt mit TEUR -2.510
(Vorjahr: TEUR -2.623) um TEUR 113 über dem Vorjahreswert, was hauptsächlich aus dem geringeren Personalaufwand
resultiert.
Der Personalaufwand ist um TEUR 271 im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Dies resultiert aus geringeren Gehältern
aufgrund des Abgangs von Mitarbeitern unterjährig. Weiters wurden Prämienrückstellungen in 2022 iHv TEUR 32 (VJ:
TEUR 180) dotiert. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind um TEUR 77 gesunken, dies resultiert aus den ge-
ringeren Rechts- und Beratungsaufwendungen sowie gesunkenen Spesen des Geldverkehrs im Vergleich zum Vorjahr.
Das Finanzergebnis beinhaltet in der Position Erträge aus Beteiligungen eine Dividende der Tochtergesellschaft
Frauenthal Haustechnik Beteiligungs GmbH in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 4.800).
Die Steuern vom Einkommen beinhalten Körperschaftssteuern iHv TEUR -4.112 (2021: TEUR -215), Steueraufwand aus
Vorperioden iHv TEUR -41 (2021: TEUR -159), Steuerumlagen der Gesellschaften für das Geschäftsjahr 2022 in Höhe
von TEUR 9.321 (2021: TEUR 3.155), die Veränderung der aktiven latenten Steuern in Höhe von TEUR -4.573 (2021:
TEUR -2.584) sowie die Bildung einer Rückstellung für bereits zugewiesene, jedoch nicht abgegoltene Verluste von
Gruppenmitgliedern in Höhe von TEUR -237 (2021: TEUR 437).
Das Jahresergebnis nach Steuern der Frauenthal Holding AG beträgt somit im Jahr 2022 TEUR -2.222 (2021: TEUR
2.699). Die negative Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Höhe von TEUR 4.921 ist im Wesentlichen darauf zurück-
zuführen, dass es keine Gewinnausschüttung aus den Tochterunternehmen gab, sowie auf die starke Veränderung der
aktiven latenten Steuern, der KöSt und der Steuerumlagen zurückzuführen. Es wurden TEUR 0 (2021: TEUR 2.699) zu
den freien Rücklagen zugewiesen. Unter Berücksichtigung des Gewinnvortrages iHv TEUR 2.807 (2021: TEUR 2.807)
beträgt der Bilanzgewinn der Frauenthal Holding AG daher zum 31.12.2022 TEUR 585 (Vorjahr: TEUR 2.807).
80
(3) VERMÖGENS- UND FINANZLAGE
Die Bilanzsumme der Frauenthal Holding AG steigt im Vergleich zum Vorjahr von TEUR 103.648 auf TEUR 105.558,
also um TEUR 1.910.
AKTIVA in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
Verände-
rung
Immaterielle Vermögensgegenstände
7
13
-7
Sachanlagen
73
28
46
Finanzanlagen
90.812
89.762
1.050
Anlagevermögen
90.891
89.802
1.089
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
9.756
3.573
6.183
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände
82
86
-4
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten
2.974
3.987
-1.013
Umlaufvermögen
12.812
7.646
5.166
Rechnungsabgrenzungen
331
103
228
Aktive latente Steuern
1.524
6.097
-4.573
Summe AKTIVA
105.558
103.648
1.910
Die Aktivposten haben sich im Vergleich zum Vorjahr geringfügig verändert. Die Veränderung resultiert im Wesentlichen
aus der Veränderung des Guthabens bei Kreditinstituten, sowie den Forderungen gegenüber verbundenen Unterneh-
men, die aus Steuerumlagen resultieren. Weiters ist der Forderungsverzicht gegenüber der Frauenthal Airtank Elterlein
GmbH als Veränderung in den Finanzanlagen sichtbar.
Die aktiven latenten Steuern haben sich um TEUR -4.573 reduziert. Dazu wird auf Punkt II. 3. des Anhangs verwiesen.
PASSIVA in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
Veränderung
Eingefordertes Grundkapital
8.651
9.434
-783
abzgl. Nennbetrag eigener Anteile
0
-783
783
Ausgegebenes Grundkapital
8.651
8.651
0
Kapitalrücklagen
23.349
22.566
783
Gewinnrücklagen
66.363
67.147
-783
Bilanzgewinn
585
2.807
-2.222
Eigenkapital
98.949
101.171
-2.222
Eigenkapitalquote (in %)
93,74%
97,61%
-3,87%
Steuerrückstellungen
5.173
1.083
4.090
Sonstige Rückstellungen
1.022
953
69
Rückstellungen
6.195
2.036
4.158
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
5
42
-37
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
21
70
-49
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
49
43
6
Sonstige Verbindlichkeiten
340
286
53
Verbindlichkeiten
415
442
-27
Summe PASSIVA
105.558
103.648
1.910
Der Rückgang des Eigenkapitals ist vorrangig auf den Jahresverlust im Geschäftsjahr 2022 zurückzuführen. Zudem
konnten die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (im Wesentlichen alle kurzfristig) reduziert werden. Dadurch
sinkt die Eigenkapitalquote gegenüber dem Vorjahr um -3,87 % von 97,61% auf 93,61 %.
81
Der Anstieg der Steuerrückstellungen um TEUR 4.090 ist auf den Verbrauch der bisher vorhandenen Verlustvorträge
zurückzuführen. Die sonstigen Rückstellungen sind im Wesentlichen aufgrund von Dotierungen für Personalrückstel-
lungen um TEUR 69 gestiegen.
(4) GELDFLUSSRECHNUNG
in TEUR
2022
2021
Ergebnis nach Steuern
-2.222
2.699
Abschreibungen auf Vermögensgegenstände
des Investitionsbereichs
33
62
Erträge aus dem Abgang von Vermögensgegenständen
des Investitionsbereichs
0
-13
Sonstige zahlungsunwirksame Erträge/Aufwendungen
-4
-11
Dividendenerträge
0
-4.800
Zinserträge und -aufwendungen
99
111
Geldfluss aus dem Ergebnis
-2.094
-1.950
Zunahme/Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Ak-
tiva
-1.834
2.575
Zunahme/Abnahme von Rückstellungen
4.162
-376
Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer
Passiva
11
63
Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit
246
313
Einzahlungen aus Anlagenabgang
0
42
Auszahlungen für Anlagenzugang
-72
-25
Auszahlungen für Finanzanlagenzugänge und Zuschüsse
-1.050
0
Einzahlungen aus Beteiligungs- und Zinserträgen
0
4.800
Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit
-1.122
4.817
Einzahlungen Verkauf eigene Anteile
0
0
Veränderung Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
-37
-1.056
Auszahlungen für Zinsen und ähnliche Aufwendungen
-99
-109
Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit
-136
-1.165
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands
-1.013
3.965
Finanzmittelbestand am Beginn der Periode
3.987
22
Finanzmittelbestand am Ende der Periode
2.974
3.987
Der Posten Geldfluss aus dem Ergebnis weist im Geschäftsjahr 2022 einen Betrag in Höhe von TEUR -2.122 (2021: TEUR
-1.950) aus, welcher höhere Verrechnungen an Konzerngesellschaften enthält. Der Posten sonstige zahlungsunwirk-
same Erträge/Aufwendungen enthält Erträge aus den Auflösungen von Rückstellungen iHv TEUR -4 (2021: TEUR -9).
Im Jahr 2022 haben sich im Wesentlichen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um TEUR 1.834 erhöht
bzw. die Rückstellungen um TEUR 4.162 vermindert aufgrund der Steuergruppe, was zu einem Netto- Geldfluss aus
laufender Geschäftstätigkeit von TEUR 246 führt.
Im Jahr 2022 wurde keine Dividende ausgeschüttet.
82
C. ANGABEN GEM. § 243A UGB
In der ordentlichen 33. Hauptversammlung der Gesellschaft vom 30. Juni 2022 wurde die vereinfachte Herabsetzung
des Grundkapitals um EUR 783.499 gemäß § 192 Abs 3 Z 2 und § 192 Abs 4 AktG durch Einziehung von 783.499
Stück eigener Aktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von EUR 783.499 und die entsprechende Änderung
der Satzung beschlossen. Infolgedessen reduziert sich das Grundkapital der Gesellschaft auf EUR 8.651.491.
Die Frauenthal Holding AG weist ein Grundkapital von EUR 8.651.491,00 auf, das sich auf insgesamt 6.751.491 auf
Inhaber lautende Stückaktien und 1.900.000 nicht notierte Namensaktien verteilt. Jede Aktie ist am Grundkapital im
gleichen Umfang beteiligt. Per 31. Dezember 2022 sind keine eigenen Aktien (VJ: 783.499 Stück) vorhanden. Der Anteil
der eigenen Aktien beträgt somit 0,0 % (VJ: 8,30 %) des Grundkapitals. Der Streubesitz beträgt 2.728.575 Stück
Aktien, somit 31,54 % (VJ: 2.728.575 Stück Aktien, 28,92 %), wobei davon rund 12,71 % (VJ: 11,66 %) auf die MCI
Miritz Citrus Ingredients GmbH entfallen. Der Anteil der Hauptaktionäre, der FT Holding GmbH und der Ventana Hol-
ding GmbH, beträgt 5.922.916 Stück Aktien, somit 68,46 % (VJ: 5.922.916 Stück Aktien, 62,78 %).
Es bestehen keine besonderen Kontrollrechte für einzelne Aktionäre. Es bestehen keine über die gesetzlichen Vorschrif-
ten hinausgehenden Rechte zur Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie
zur Änderung der Satzung.
Der Vorstand wurde in der ordentlichen 33. Hauptversammlung vom 30. Juni 2022 ermächtigt, für die Dauer von fünf
Jahren (a) das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats um insgesamt höchstens
EUR 4.325.745,00 durch Ausgabe von bis zu 4.325.745 auf Inhaber und/oder auf Namen lautenden Stückaktien mit
Stimmrecht gegen Bareinlagen oder gegen Sacheinlagen einmal oder mehrmals zu erhöhen, (b) hierbei mit Zustimmung
des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre gegebenenfalls dann ganz oder teilweise auszuschließen, wenn das
Grundkapital (i) zum Zweck der Durchführung eines Programms für Mitarbeiterbeteiligung oder eines Aktienoptions-
plans einschließlich von Mitgliedern des Vorstands und leitenden Angestellten jeweils der Gesellschaft oder von mit
dieser verbundenen Unternehmen, (ii) sonst gegen Bareinlage, wenn in Summe der rechnerisch auf die gegen Barein-
lage unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien entfallende Anteil am Grundkapital der Gesellschaft die
Grenze von 20 % (zwanzig Prozent) des Grundkapitals der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung
nicht übersteigt, oder (iii) gegen Sacheinlagen, insbesondere von Unternehmen, Unternehmensteilen, Betrieben, Teil-
betrieben oder Anteilen an einer oder mehreren Gesellschaften oder anderer mit einem Akquisitionsvorhaben im Zu-
sammenhang stehenden Vermögensgegenstände oder zum Erwerb sonstiger Vermögensgegenstände (einschließlich
Forderungen Dritter gegen die Gesellschaft oder mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen), erhöht wird sowie
(c) mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Art der neu auszugebenden Aktien (auf Inhaber und/oder auf Namen lautend),
den Ausgabebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen, einschließlich der Einräumung eines mittelbaren Be-
zugsrechts gemäß § 153 Abs 6 AktG, festzusetzen (Genehmigtes Kapital 2022).
In wesentlichen Liefer- und Bezugsverträgen des Konzerns sind Change-of-Control-Klauseln enthalten. Eine detaillierte
Bekanntmachung dieser Vereinbarungen würde dem Konzern erheblichen Schaden zufügen und kann daher unterblei-
ben.
D. RISIKOBERICHT
Gemäß der Regel 69 des Österreichischen Corporate Governance Kodex wurde ein konzernweites Risikomanagement-
system (RMS) eingerichtet. Risikoquellen werden systematisch identifiziert, bewertet und vordefinierte Strategien im
Umgang mit den Risiken festgelegt. Ein wesentliches Element des RMS sind Frühwarnindikatoren, die systematisch
erfasst, analysiert und berichtet werden. Der Umgang mit den Risiken ergibt sich aus der Einordnung in die Risikomatrix,
die regelmäßig aktualisiert wird: aktives Management, laufende Beobachtung oder fallweise Beobachtung. Das interne
Kontrollsystem (IKS), dessen Kernelemente das Controlling, Reporting, die interne Revision und die Managementmee-
tings auf allen Ebenen sind, wird laufend an die Erfordernisse des RMS angepasst.
83
(1) ÜBERBLICK SITUATION COVID-19 KRISE
Division Frauenthal Automotive
Insgesamt bewältigt die Division Frauental Automotive das Jahr 2022 in vielerlei Hinsicht besser als der Branchendurch-
schnitt. Lokale Lockdowns, Störungen in den globalen Lieferketten und Corona-Hotspots in der unmittelbaren Umge-
bung der Werke zwingen zu einer kontinuierlichen Anpassung der Kapazitäts- und Ressourcenplanung. Durch den
flexiblen Einsatz von Leihpersonal sowie Arbeitszeitkonten kann effektiv gegengesteuert werden. In Spitzenzeiten wei-
sen einige Werke Krankenstandsraten von bis zu 40 % der Belegschaft aus – bedingt durch Corona-Infektionen, direk-
ten Kontakt mit Infizierten (Quarantäne) oder Kinderbetreuung. Dank des außerordentlichen Engagements aller Mitar-
beitenden und der lokalen Managementteams kann die Kundenversorgung trotzdem zu jeder Zeit sichergestellt wer-
den.
Division Frauenthal Handel
In der Division Frauenthal Handel kommt es im Jahr 2022 durch die COVID-19-Krise zu keinen besonderen Einschrän-
kungen.
(2) MARKTRISIKO
Die Automobilindustrie muss einen technologischen Wandel sowie die Konsequenzen der COVID-19-Krise (Verknap-
pung bei den Halbleitern, Preiserhöhung von Energie und Rohstoffen etc.) verkraften und bewältigen. Hinzu kommt
die instabile politische Situation insbesondere in Europa, die durch den Ukraine-Russland-Krieg initiiert wurde und für
zusätzliche Unsicherheit im globalen Markt sorgt. Das größte Marktrisiko besteht kurzfristig in Unterbrechungen der
Lieferketten oder Personalmangel in den Montagewerken der OEM-Kunden (Original Equipment Manufacturer).
Positiv könnte sich ein im Geschäftsjahr entstandener Auftragsbestand bei den Kunden auswirken, da die Auftragsbü-
cher derzeit überdurchschnittlich gut gefüllt sind.
PKW-Bereich (rund 55 % des Umsatzes von Frauenthal Automotive):
• Die Transformation in der Automobilbranche in Verbindung mit der Corona-Krise führt zu Neuevaluierungen
der Produktplanungen der OEMs. Zahlreiche neue Fahrzeugprojekte werden gestoppt, verschoben oder ver-
ändert. Dies bedingt Chancen und Risiken für Frauenthal Automotive, jedenfalls zusätzliche Planungsunsicher-
heit. Inwiefern diese Veränderungen für Frauenthal Automotive positiv oder negativ sind, ist derzeit nicht
abschätzbar.
• Für Frauenthal Gnotec hat die Entwicklung der Elektromobilität große Relevanz. Die aktuellen Markt- und
Technologietrends in Europa lassen einen starken Anstieg des Volumens an BEV
4
(Battery Electric Vehicles,
also reinen E-Fahrzeugen) erwarten. Nach den vorliegenden Zahlen haben sich deren Neuzulassungen im Jahr
2022 um 28 % gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres erhöht. Seit dem MBO von Frauenthal Po-
wertrain im November 2022 sieht sich Frauenthal Automotive von dieser Entwicklung in der Industrie nicht
unmittelbar betroffen.
• Im Berichtsjahr können vor allem im Produktbereich von Frauenthal Gnotec Neuaufträge von bestehenden
Kunden gewonnen werden. Der Umsatzanteil dieses Neugeschäftes wird in den nächsten Jahren stark anstei-
gen. Verzögerungen im Hochfahren neuer Fahrzeugmodelle sind nichts Ungewöhnliches und führen zu stei-
gender Unsicherheit der Umsatzplanungen in den kommenden Jahren, da das Neugeschäft ein wesentlicher
Wachstumstreiber ist.
• Der US-Markt und der chinesische Markt gewinnen für Frauenthal Automotive zunehmend an Bedeutung; die
Volatilität dieser Märkte ist daher als zusätzlicher Chancen- bzw. Risikofaktor relevant.
• Die Krise und die technologische Transformation der Automobilbranche werden voraussichtlich auch erhebli-
che Auswirkungen auf die Wettbewerbslandschaft der Automobilzulieferer haben. Zahlreiche, vor allem klei-
nere Zulieferer werden in Folge der Krise finanziell instabil; inwiefern eine Marktbereinigung durch Insolvenzen
4
BEV Entwicklung siehe https://www.acea.auto/fuel-pc/fuel-types-of-new-cars-battery-electric-12-1-hybrid-22-6-and-
petrol-36-4-market-share-full-year-2022/
84
stattfinden wird, hängt vom Verhalten der OEM-Kunden ab, die nicht selten Lieferanten finanziell unterstüt-
zen, um Versorgungssicherheit zu gewährleisten bzw. hohe Verlagerungskosten zu vermeiden.
• Ein weiterer Trend der Branche ist das zunehmende Outsourcing der OEM-Kunden, auch im Chassis-Bereich.
Hier ist vor allem Frauenthal Gnotec tätig. Zulieferer, die sowohl komplexere Komponenten herstellen als auch
Design- und Entwicklungsleistungen anbieten können, haben einen Wettbewerbsvorteil. Auch hier weist Frau-
enthal Automotive eine gute Wettbewerbsfähigkeit auf: Engineering-Kompetenz und Kundennähe sind tra-
ditionelle Stärken. Der Entwicklung von Systemfähigkeit und Entwicklungskompetenz sind aber kapazitative
Grenzen gesetzt. Sollten OEM-Kunden zunehmend Outsourcing-Partner für immer komplexere Strukturen
nachfragen, sowohl für Entwicklung als auch Produktion, wird Frauenthal Automotive an Grenzen stoßen.
Zurzeit sind aber keine diesbezüglich relevanten Markttrends erkennbar, die für Frauenthal Automotive prob-
lematisch wären.
NFZ-Bereich (rund 45 % des Umsatzes von Frauenthal Automotive):
• Der NFZ-Markt entwickelt sich im Jahr 2022 stark negativ und schlechter als der PKW-Markt. Hier führt die
Halbleiterkrise sowie die Knappheit an Kabelbäumen zu signifikanten Ausfällen, was den Markt in Summe im
Vergleich zum Vorjahr um -15,1 % schrumpfen lässt. Der für Frauenthal relevante Markt der schweren Nutz-
fahrzeuge entwickelt sich gegenläufig und wächst um +7,0 %.
• Im Bereich der schweren NFZ ist kurz- und mittelfristig keine Substitution der Verbrennungsmotoren durch
elektrische Antriebe in nennenswertem Ausmaß zu erwarten.
Als Folge des Ukraine-Russland-Konflikts kommt es wie erwartet zum Nachfragerückgang insbesondere im LKW-Markt
und zu einer weiteren deutlichen Erhöhung der ohnehin schon stark gestiegenen Energiekosten, insbesondere in
Deutschland, Tschechien und der Slowakei. Die bereits 2021 bestehenden Schwierigkeiten bei den Lieferketten, die
Halbleiterverknappung sowie die steigende Inflation beschleunigt sich teilweise massiv. Die Entwicklung der Stahlpreise
kann sich im Berichtsjahr auf einem sehr hohen Level annähernd stabilisieren. Versorgungsengpässe mit Kabelbäumen
bleiben weiterhin ein Thema in der Branche, akute Probleme können aber zumeist von den OEMs selbst kompensiert
werden. Unterjährig kommt es wie im Jahr davor zu einer Vielzahl an Produktionsunterbrechungen bei allen OEMs.
Die Division Frauenthal Handel hängt als Zulieferer des Baunebengewerbes mit dem Bereich Sanitär-, Heizungs- und
Elektrogroßhandel leicht zeitversetzt substanziell von der Baukonjunktur ab. Trotz der positiven Marktentwicklung im
Jahr 2022, die allerdings von einer Sonderkonjunktur und Preissteigerungen getrieben war, dominiert wie in den Vor-
jahren ein aggressiver Preiswettbewerb.
Die Wettbewerbslandschaft ist durch Lieferengpässe und Rohstoffpreissteigerungen gekennzeichnet. Ein mögliches Ab-
flauen der Investitionsbereitschaft aufgrund der Teuerungen spielt eine wesentliche Rolle.
Die Marke Kontinentale ist ein Fachhandelsunternehmen für Armaturen- und Rohrleitungstechnik insbesondere für
Anwendungen im Bereich Infrastruktur (Gas, Wasser, Kanal, Straße). Der Erfolg in diesem Geschäftsbereich ist von der
Investitionsbereitschaft der Kommunen und Kommunalbetriebe sowie vom Investitionsbedarf der Industrie abhängig.
Die kurz- und mittelfristige Entwicklung der Baukonjunktur unterliegt der ständigen Beobachtung von Vertrieb und
Einkauf. Der Vorstand wird laufend über die Marktentwicklung informiert.
(3) KUNDENRISIKO
Bei den Herstellern von PKWs und Nutzfahrzeugen handelt es sich um sehr große, international tätige Unternehmen.
Zum Berichtszeitpunkt sind keine Entwicklungen erkennbar, die Zahlungsausfälle der großen OEM-Kunden oder ande-
rer großer Tier-1-Kunden erwarten lassen. Frauenthal Automotive beliefert auch einige kleinere Tier-1-Lieferanten, bei
denen Zahlungsausfälle auftreten können. Diese Kunden machen einen untergeordneten Anteil des Geschäftsvolumens
aus, und es bestehen Maßnahmen zur Begrenzung dieses Risikos. Die regelmäßig auftretenden Zahlungsverzögerungen
bei kleineren Forderungsbeträgen konnten in der Vergangenheit immer einvernehmlich mit dem Kunden gelöst werden.
Für einen Großteil der Kunden besteht im Rahmen von Factoring-Verträgen eine Kreditausfallversicherung. Insgesamt
ist das Risiko von Forderungsausfällen bei Frauenthal Automotive gering, Schadensfälle im Bereich mehrerer EUR
100.000 können nicht vollständig ausgeschlossen werden. Die Situation wird aufgrund der Marktentwicklung im Ge-
schäftsjahr mit erhöhter Aufmerksamkeit verfolgt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind bei Frauenthal Automotive keine
relevanten Zahlungsausfälle aufgetreten.
Die Produktion der OEMs setzt das Funktionieren der gesamten Zulieferkette voraus. Neben den COVID-19-
Maßnahmen, welche die Verfügbarkeit von Personal gefährden und/oder Transportprobleme verursachen, stellt im Jahr
85
2022 die Verknappung an Halbleitern ein weiteres Risiko insbesondere im PKW-Bereich dar, was Produktionsunterbre-
chungen bei einzelnen Kunden verursacht. Hinzu kommt seit dem Ukraine-Russland-Krieg auch die Verknappung von
Kabelbäumen, die ebenso im Bereich der Nutzfahrzeuge Auswirkungen zeigt. Die Effekte für Frauenthal Automotive
sind aufgrund der großen Kundenanzahl gemildert, sofern keine Großlieferanten für die gesamte Industrie ausfallen
sollten. Frauenthal Automotive muss lieferfähig bleiben, weil ansonsten hohe Vertragsstrafen drohen.
Frauenthal Automotive arbeitet mit einem Großteil der Kunden langjährig zusammen; dies umfasst auch die Mitarbeit
an Produkt- und Modelländerungen. Trotzdem erhöhen die Globalisierungsstrategien der OEM-Kunden und die Zoll-
politik einiger Exportmärkte
(z. B. Brasilien, USA, China) das Risiko von Produktionsverlagerungen außerhalb Europas und steigern das Risiko, dass
der Wettbewerb durch außereuropäische Lieferanten zunimmt.
Darüber hinaus kann die Globalisierungsstrategie für Frauenthal Automotive zur Kundenforderung einer weltweiten
Präsenz führen, um die Stellung als Lieferant bei einzelnen Kunden aufrechtzuerhalten bzw. um neue Kunden zu ge-
winnen. Mit den Standorten in Kunshan (China) und Fountain Inn (SC; USA) ist Frauenthal Automotive gut aufgestellt,
um die Local-Content-Erfordernisse der Kunden abzudecken.
Im Bereich der Produktion von Fahrzeugkomponenten wie Druckluftbehälter, Schweiß-, Stanz- und Umformteilen wer-
den üblicherweise ein- oder mehrjährige Lieferverträge abgeschlossen, die die Produkte und Konditionen definieren,
aber keine verbindlichen Liefermengen für den Gesamtzeitraum festlegen, da diese von der Marktnachfrage abhängen.
In der Regel schließen die Kunden keine sogenannten Single-Source-Verträge ab. Dies bedeutet, dass aus vertraglicher
Sicht Kunden ihre Bestellungen in bestimmten, begrenzten Bandbreiten zu Wettbewerbern verlagern können. Faktisch
ist es jedoch meist so, dass aus ökonomischen und technischen Gründen für einen Großteil der Teilenummern Frauent-
hal der einzige Lieferant ist und die Kunden kurz- bis mittelfristig keine Alternativlieferanten für einzelne Produkte
haben. Der Abschluss und die Verlängerung von solchen Verträgen hängen von der Wettbewerbsfähigkeit des Zuliefe-
rers ab. Die Kundenentscheidungen werden dabei primär durch die Preise und die Fähigkeit, kontinuierliche Produkti-
vitätsverbesserungen und auch Kostensenkungen an die Kunden weiterzugeben, bestimmt. Darüber hinaus spielen
Lieferfähigkeit, Produktqualität, Zuverlässigkeit und technische Kompetenz bei Neuentwicklungen eine Rolle. Im Pro-
duktbereich der Business Unit Frauenthal Gnotec bestehen überwiegend Aufträge für den gesamten Produktlebenszyk-
lus der Fahrzeugmodelle bzw. Plattformen des Kunden, sodass die Prognose der Umsatzentwicklung eine höhere Ver-
lässlichkeit aufweist als in den anderen Produktbereichen.
Zwischen der Auftragserteilung, die in der Entwicklungsphase eines PKW- oder LKW-Modells erfolgt, und dem Produk-
tionsanlauf (SOP) kann ein Zeitraum von mehreren Jahren liegen, in dem Kapital in Form von Werkzeugen, Anlagever-
mögen oder Sicherheitsbeständen gebunden sein kann. Frauenthal ist daher dem Risiko von Verzögerungen im Ent-
wicklungs- und Markteinführungsprozess der Kunden und nicht erreichten Vertriebszielen ausgesetzt. Diese Risiken
werden durch genaues Monitoring der Kunden und durch entsprechende Zahlungsziele mit Werkzeug- und Maschi-
nenlieferanten sowie Finanzierungslösungen im Anlagebereich abgemildert.
Die bedeutendsten Risiken in den Kundenbeziehungen ergeben sich aus dem Markteintritt neuer Wettbewerber, die es
den Kunden erlauben, Preisdruck auszuüben. Obwohl die Kunden kurzfristig nur in Ausnahmefällen Volumen an Wett-
bewerber verlagern können, kann sich Frauenthal Automotive dem kontinuierlichen Preisdruck der Kunden kaum ent-
ziehen, da die Ertragskraft der Fahrzeughersteller maßgeblich von den Einkaufspreisen und somit auch dem Preisdruck,
den sie auf die Lieferanten ausüben können, bestimmt ist. Um zu verhindern, dass OEM-Kunden aktiv Alternativliefe-
ranten zu Frauenthal Automotive entwickeln, sind kontinuierliche Preissenkungen und damit einhergehend kontinuier-
liche Produktivitätsverbesserungen ein Kernelement des Geschäftsmodells. Der Fokus der Investitionen liegt daher auf
produktivitätssteigernden Maßnahmen, die meist mit der Automatisierung von Produktionsprozessen erreicht werden.
86
Der Sanitär-, Heizungs- und Elektrogroßhandel ist geprägt von einer Vielzahl an Kunden aus der Installationsbranche,
aber auch von größeren Abnehmern wie Baumärkten, Bauträgern, öffentlichen Einrichtungen und Kommunen. Private
Endabnehmer werden nicht direkt beliefert. Maßgeblich für den Geschäftserfolg sind kompetitive Einkaufspreise und
Einkaufsbedingungen für das Handelssortiment, die logistische Leistungsfähigkeit bei Warenverfügbarkeit und Zustel-
lung sowie die Vorfinanzierungsfunktion durch den Großhändler.
Der Wettbewerb zwischen den Großhändlern kann bei einem aggressiven Kampf um Marktanteile zu einem Preisverfall
führen; allerdings ist aufgrund anderer, stabilisierender Elemente der Kundenbeziehung (Warenverfügbarkeit, logisti-
sche Verlässlichkeit, Finanzierung, technische Betreuung, Schnittstellenanbindung, Eigenmarken etc.) der Preis nicht
allein ausschlaggebend, sodass den Risiken des Preiswettbewerbs mit diesen Leistungskomponenten entgegengewirkt
werden kann. Aufgrund ihrer führenden Marktposition, des flächendeckend ausgebauten Standortnetzes und der lo-
gistischen Leistungsfähigkeit ist die Division Frauenthal Handel im Wettbewerb sehr gut positioniert und für viele Kun-
den bevorzugter Lieferant.
Die Kunden sind überwiegend Gewerbetreibende mit den für die Installationsbranche und für kleine Unternehmens-
größen charakteristischen Zahlungsrisiken. Eine Analyse von Europas Gläubigerschutzorganisation Creditreform hat ge-
zeigt, dass die Zahl der Firmeninsolvenzen im Jahr 2022 gegenüber dem Vorjahr um rund 60 % gestiegen ist. Besonders
zu beachten ist der Anstieg um rund 96 % bei den abgewiesenen Insolvenzverfahren des gesamten Wirtschaftsjahres
2022. Es ist davon auszugehen, dass ein weiterer Anstieg im Jahr 2023 bevorsteht.
Um diesen Risiken entgegenzuwirken, wird aktives Kundenrisikomanagement betrieben. Kundenratings und Kreditli-
mits werden laufend beobachtet und angepasst, um Insolvenzrisiken frühzeitig zu erkennen. Unregelmäßigkeiten im
Zahlungsverhalten der Kunden werden konsequent verfolgt. Belieferungslimits, die laufend an das Zahlungsverhalten
angepasst werden, reduzieren das Forderungsausfallsrisiko. Zusätzlich wird das Ausfallsrisiko von Zahlungen über Wa-
renkreditversicherungen deutlich gemindert.
(4) PERSONALBESCHAFFUNGSRISIKEN
Die Maßnahmen zur Bekämpfung der COVID-19-Situation führen an einigen Standorten von Frauenthal Automotive
zu vorübergehenden Personalengpässen – meist bedingt durch Quarantänemaßnahmen. Besonders betroffen sind die
Standorte Čadca (Slowakei), Hustopeče (Tschechien) und Elterlein (Deutschland). Auch die schwedischen Standorte
sind, wenn auch in geringerem Ausmaß, betroffen. Durch den Einsatz von Leiharbeitern, Zusatzschichten und Sonder-
frachten kann die Kundenbelieferung jederzeit sichergestellt werden. Diese Maßnahmen verursachen allerdings Zusatz-
kosten.
Abgesehen von der temporären Krisensituation ist der Personalmarkt in Tschechien und der Slowakei aufgrund des
starken Wachstums der Automobilindustrie in den CEE-Ländern (sowohl in OEM-Standorten als auch in der Zulieferin-
dustrie) aus Arbeitgebersicht ungünstig. Eine zunehmende Verknappung qualifizierter Arbeitskräfte ist prognostizierbar.
Die Folgen dieser Entwicklung sind einerseits Lohnkostensteigerungen deutlich über den Produktivitätssteigerungen
und zunehmende Risiken von Produktionsausfällen. Vor diesem Hintergrund werden Gegenmaßnahmen ergriffen, die
einerseits die Attraktivität von Frauenthal Automotive als Arbeitgeber steigern und andererseits den Bedarf an Arbeits-
kräften durch Investitionen in Automatisierungsmaßnahmen reduzieren. Diese Maßnahmen zeigen im Berichtsjahr be-
reits Wirkung. Schließlich stellt sich strategisch die Frage der Standortpolitik.
Die Problematik des allgemeinen Fachkräftemangels ist auch im Jahr 2022 das dominierende Arbeitsmarkt-Thema, das
weiterhin auch vor der Division Frauenthal Handel nicht Halt macht.
Bei einem wachstumsbedingt leicht steigenden Personalstand im Ausmaß von 3,7 % und damit eingehergehend einem
Plus an neu zu besetzenden Positionen ist die Anzahl der Bewerbungen pro offene Stelle im allgemeinen Durchschnitt
weiterhin rückläufig, wobei 2022 in einzelnen Berufsfeldern regional erstmals nach mehreren Jahren auch wieder eine
zarte Trendumkehr bemerkbar ist. So ist beispielsweise ein leichtes Plus an verfügbaren LKW-Chauffeuren am Arbeits-
markt zu registrieren, während es an qualifizierten Fachkräften etwa im Bereich der erneuerbaren Energie massiv man-
gelt.
Die Fluktuationsrate, also der Anteil der dienstnehmerinitiierten Austritte an der Gesamtbelegschaft, steigt von 7,01 %
im Jahr 2021 auf 8,89 % im Jahr 2022 weiterhin an. Beide Werte liegen im Quervergleich mit anderen Unternehmen
auf einem nach wie vor niedrigen Niveau.
Die Unternehmensgruppe begegnet dieser Entwicklung mit einer breiten Offensive an Maßnahmen in den Bereichen
„Attraktivität der Arbeitgeber-Marke/n“, „Neue Wege in der Bewerberansprache“, „Aus- und Weiterbildung, Qualifi-
kation, Um- und Aufschulung“ sowie allem voran dem sogenannten „Retention Management“, also der Bindung der
bestehenden Mitarbeitenden an das Unternehmen.
87
2022 wurde die Markenarchitektur der Gruppe im Hinblick auf Wiederkennung und Attraktivität als Arbeitgeber über-
arbeitet, sodass man nunmehr einheitlich unter der Dachmarke Frauenthal Handel Gruppe auftritt. Diese Maßnahme
findet 2022 in der Zuerkennung mehrerer Gütesiegel im Bereich Employer Branding bereits erfreulichen Niederschlag:
So wird die Frauenthal Handel Gruppe etwa als „Beliebter Lehrbetrieb“ und als „Top Company“ ausgezeichnet.
Ebenfalls in das aktuelle Berichtsjahr fällt die erfolgreiche Neugestaltung und Veröffentlichung des gruppeneigenen
Karriereportals „frauenthal-jobs.at“, in dessen Hintergrund mit „Onlyfy“ (www.onlyfy.com) ein gleichfalls 2022 neu
implementiertes Bewerbermanagement-Tool zum Einsatz kommt.
Mit der konsequenten Fortsetzung des großen 2021 begonnenen divisionsweiten „Vision – Mission – Werte“-Prozesses
mit dem Leitmotiv des „Kunden-KOMPASS“ sowie einer Vielzahl an 2022 wieder in Präsenz abgehaltenen Mitarbeiten-
den-Events wurde massiv in die Stärkung der Unternehmenskultur investiert.
Der außergewöhnliche Wert von 84 % Weiterempfehlungsquote auf der führenden Bewertungsplattform „kununu“,
welcher sich mehrheitlich aus den Feedbacks von aktuellen und ehemaligen Mitarbeitenden speist, liegt weit über
allen relevanten Benchmarks und attestiert, dass die Bestrebungen zur Attraktivierung der „Arbeitgebermarke Frau-
enthal Handel Gruppe“ Früchte tragen.
(5) UMWELTRISIKEN
Die Unternehmen von Frauenthal Automotive erfüllen alle umweltrelevanten Auflagen, gesetzlichen Bestimmungen,
Verordnungen und Bescheide. Die Mitarbeitenden werden über alle Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsbelange
umfassend informiert und geschult.
Die Standorte von Frauenthal Automotive sind industrielle, metallverarbeitende Betriebe, die auch teilweise thermische
Verfahren (Härten, Warmformung, Schweißen) in der Fertigung einsetzen. Daraus ergeben sich generell Risiken aus den
Abfällen und Abwässern dieser Betriebe.
Einige Standorte befinden sich auf Liegenschaften, die schon seit vielen Jahrzehnten als Industriestandorte genutzt
werden. Die daraus resultierende Kontamination von Böden verursacht in der Regel kein Umweltrisiko, solange keine
Emissionen auftreten oder die umweltrelevanten Auflagen verändert werden. Für einige Standorte liegen Berichte aus
einer Umwelt-Due-Diligence vor. Dem Management sind potenzielle Umweltrisiken bekannt und es werden daher die
geeigneten Maßnahmen zur Minimierung von Umweltrisiken getroffen.
Generell hat sich nach dem Verkauf der Business Units Stahlfedern (im Jahr 2014) und U-Bolts (im Jahr 2018) das Risiko
von Umweltschäden für die Frauenthal-Gruppe reduziert. Die von Frauenthal Automotive aktuell betriebenen Standorte
weisen aufgrund der Produktionsprozesse ein geringeres Umweltrisiko auf. Aus den Kaufverträgen für die verkaufte
Business Unit U-Bolts bestehen ab dem Jahr 2022 keine Umweltrisiken. Die gewährten Garantien sind mit Juni 2022
ausgelaufen.
Die Division Frauenthal Handel ist im Handel von Sanitär-, Heizungs- und Installationsprodukten und seit 2020 auch im
Handel von Elektromaterial tätig. Die Gruppe verfügt über eine österreichweite Vertriebs- und Logistikinfrastruktur so-
wie einen eigenen Fuhrpark. Das Lagersortiment beinhaltet rund 50.000 überwiegend technische Artikel. Im Sortiment
sind keine gefährlichen Güter mit potenzieller Belastung für die Umwelt enthalten. Es gibt sowohl im Sanitär- als auch
im Heizungssegment ein breites Handelssortiment an Artikeln, die besonders umwelt-, energie- oder ressourcenscho-
nend sind. Es sind diesbezüglich keine Umweltrisken bekannt. An einigen Logistik-Standorten von Frauenthal Handel
bestehen Umweltrisiken in Form von Lärmemissionen, die zu einer Einschränkung der Betriebszeiten führen.
Für alle bekannten Risiken sind „Risk Owner“ definiert, die für das Management der Risiken zuständig sind. Über die
Entwicklung der Risiken wird sowohl in den regelmäßigen Risikoberichten als auch in monatlichen Management Repor-
tings berichtet. Falls es Vorkommnisse gibt, die eine Änderung im Risikomanagement erfordern könnten, wird dies von
den „Risk Owners“ an die jeweilige Geschäftsführung und im Falle von bedeutenden Ereignissen an den Vorstand
berichtet.
(6) BETRIEBLICHE RISIKEN
Bremsdruckbehälter und Karosserieteile werden durch Erwärmung von Stahl, Umformprozesse (Pressen, Stanzen), teil-
weise Schweißen und anschließender Oberflächenbehandlung erzeugt. Schweiß-, Stanz- und Umformteile werden
meist in hochautomatisierten Produktionsprozessen hergestellt. Bei all diesen Prozessen gibt es Produktionsausfallsrisi-
ken und Sicherheitsrisiken. Im Berichtsjahr waren diesbezüglich keine signifikanten Vorfälle zu verzeichnen. Der Opti-
mierung der Sicherheit in der Produktion wird über die gesetzlich erforderlichen Standards hinaus ein hoher Stellenwert
eingeräumt.
88
Durch Arbeits- und Verfahrensanweisungen, Schulungsmaßnahmen, laufende Instandhaltung und Überprüfung sowie
durch den Abschluss von Versicherungsverträgen werden Risiken möglichst minimiert.
Im Straßeneinsatz von Fahrzeugkomponenten können Qualitätsmängel in seltenen Fällen zu Materialbrüchen, undich-
ten Bremssystemen oder frühzeitiger Korrosion führen. Ein umfassendes Qualitätssystem, das laufend intern und extern
auditiert wird, verringert die Wahrscheinlichkeit eines Schadenseintritts. Gleichzeitig sind für mögliche Schäden aus
Produkthaftung und Rückrufmaßnahmen Versicherungen abgeschlossen worden. Die Versicherungssummen werden
als ausreichend eingeschätzt.
Nicht versichert sind Gewährleistungskosten (Austausch fehlerhafter Produkte); diese können im Extremfall zu sehr
hohen Ergebnisbelastungen führen. Im Berichtsjahr gibt es diesbezüglich keine nennenswerten Vorfälle.
Nachdem das Pandemiegeschehen 2021 für das Management und die Belegschaft weitgehend unbekanntes Terrain
darstellte, lauteten die Herausforderungen 2022 in der Division Frauenthal Handel schwerpunktmäßig „Absicherung
des operativen Betriebs“ und „Flexible Reaktion auf rasch wechselnde Rahmenbedingungen“.
Für die Ertragskraft der Division Frauenthal Handel sind kompetitive Einkaufsbedingungen und Einkaufspreise der Lie-
feranten von großer Bedeutung. Einzelne dieser Lieferanten haben einen großen Marktanteil in Österreich und können
daher nicht substituiert werden. Gleichzeitig ist die Division Frauenthal Handel aufgrund des größten und österreich-
weiten Vertriebs- und Logistiknetzwerks der wesentliche Partner in der Branche.
Die Verhandlung der Einkaufspreise ist Kernaufgabe des Top-Managements. Aufgrund der Marktstruktur ist Frauenthal
Handel bestens aufgestellt. Die Mitgliedschaft in der europaweiten Einkaufsgemeinschaft VGH sichert die Position ge-
genüber den Herstellern von Sanitär- und Heizungsprodukten zusätzlich ab.
Im Bereich „Category Management“ wird laufend die Koordination zwischen den Funktionen von Einkauf, Verkauf,
Disposition, Liquiditäts- und Produktmanagement verbessert. Das eingeführte Prognosesystem zur weiteren Optimie-
rung der Bestellmengen und damit des Lagerbestandes ermöglicht eine zielgerichtete Erhöhung der Warenverfügbar-
keit.
Die Sicherheit der IT-Systeme, insbesondere der Schutz vor unbefugtem Zugriff und Manipulationen, wird regelmäßig
intern überprüft. Aufgrund der zunehmenden internen und externen Vernetzung sind die Risiken in diesem Bereich
steigend. Entsprechend werden auch Maßnahmen zur Erhöhung des Schutzes vor unberechtigten Systemzugriffen
verstärkt. Darüber wird auch regelmäßig dem Prüfungsausschuss berichtet.
(7) VERSORGUNGSRISIKO
Die Verfügbarkeit von Stahl wird bei allen Produkten durch längerfristige Lieferverträge sichergestellt. Die Vormateria-
lien der Produktion bestehen überwiegend aus Commodities, für die es weltweit zahlreiche Lieferanten gibt. Es beste-
hen im Falle möglicher Rohstoffverknappung und starker Preissteigerungen bei Stahl und Vormaterialien Versorgungs-
risiken. Preisveränderungen bei Stahl werden durch entsprechende Vereinbarungen mit den Kunden auf die Verkaufs-
preise abgewälzt, wobei es unterschiedliche Preisanpassungsintervalle gibt, sodass bei rasch steigenden oder sinkenden
Stahlpreisen vorübergehend Nach- bzw. Vorteile gegenüber den kalkulierten Margen entstehen. Diese Effekte neutra-
lisieren sich erfahrungsgemäß in einem mehrjährigen Betrachtungszeitraum.
Das Einkaufsmanagement von Vormaterialien nimmt jede Business Unit selbst wahr.
Energiekosten haben einen erheblichen Einfluss auf die Produktionskosten und damit auf die Ertragslage von Frauenthal
Automotive, da Energiepreisschwankungen nicht automatisch an die Kunden weitergegeben werden können. Teilweise
bestehen Sicherungsgeschäfte für den Strombezug. Im energieintensivsten Bereich führen Erhöhungen der Stromtarife
und Netzentgelte zu erheblichen Kostensteigerungen, die nicht automatisch an die Kunden weitergegeben werden
können. Durch Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und Preisverhandlungen mit den Kunden kann be-
grenzt gegengesteuert werden.
Versorgungsengpässe bei Vormaterialien oder Energie sind möglich. Für alle relevanten Vormaterialien gibt es mehrere
Lieferanten, allerdings kann es beispielsweise im Falle von technischen Betriebsstörungen bei einzelnen Großlieferanten
zu kurzfristigen Engpässen kommen. Es bestehen aber keine strategischen Abhängigkeiten.
Der technische Großhandel befindet sich in einem ständigen Wandel und muss sich den Herausforderungen der Digi-
talisierung und den steigenden Ansprüchen bei nachhaltigen Produkten stellen. Den Trends folgend werden in der
Division Frauenthal Handel laufend Prozessinnovationen in der Kundenabwicklung umgesetzt. Die auf Kundenbedürf-
nisse und -anforderungen maßgeschneiderte Business-Plattform für die vier Marken mySHT mobil, ÖAG mobil, konti
mobil und EMAT mobil ist eine dieser Lösungen. Einfache Abwicklungen wie digitaler Lieferschein, Smarte Produktsu-
che, Bestellmöglichkeiten über die App am Smartphone, Track & Trace in Echtzeit auf einer Karte, Lieferaviso mit Push-
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Nachricht, nachhaltige Verpackungen und vor allem Warenverfügbarkeit schaffen einen Mehrwert beim Kunden und
sind ein wichtiger Teil der Kundenbindung.
Durchgängige digitale Prozesse sind die Grundvoraussetzung für den hohen Anteil an fehlerfreien Lieferungen von über
99,7 % (OTIF) im Jahr 2022. Durch die laufende Verbesserung der Attraktivität der Kundenwebshops (JÖAG, mySHT,
Kontino, elektromaterial.at) kann der Umsatzanteil, der über den Shop abgewickelt wird, permanent ausgebaut wer-
den. Die personalintensiven regionalen Call Center werden dadurch entlastet und es bleibt mehr Zeit für aktive Beratung
und Verkauf.
(8) FINANZWIRTSCHAFTLICHE RISIKEN
Die Frauenthal Gruppe ist mit einer ausgewiesenen Eigenkapitalquote von 36,5 % im Jahr 2022 eigenkapitalmäßig gut
aufgestellt. Sowohl in der Division Handel als auch in der Division Automotive ergeben sich jedoch aufgrund der volatilen
Geschäftsentwicklungen unterjährig wesentlich höhere Ausnutzungen der Kreditlinien als zum Bilanzstichtag. Die bei-
den Divisionen sind hinsichtlich der finanzwirtschaftlichen Risiken unterschiedlich zu betrachten. In der Division Handel
kommt es zu Jahresende traditionell zu sehr hohen Kundeneingängen, die die Nettofinanzverbindlichkeiten zum Stich-
tag enorm verringern. Während zum Stichtag 31.12.2022 ein Net Cash ausgewiesen werden kann, ist die Verschuldung
unterjährig viel höher. Durch die hohen Kundeneingänge kommt es zum 31.12.2022 zu einer Bilanzverkürzung und zu
einer Verbesserung der Eigenkapitalquote. In der Division Automotive sind alle Produktionsstandorte mit lokalen Banken
finanziert. Aufgrund des Umsatzrückganges sowie der Kostensteigerungen kommt es unterjährig zu teilweise ange-
spannten Liquiditätssituationen mit entsprechenden negativen Auswirkungen auf die Covenants bei den lokalen Ban-
ken. In enger Abstimmung mit der Frauenthal-Holding erfolgt ein striktes Working Capital Management und eine lau-
fende Kommunikation mit den Banken. Beide Divisionen sind aufgrund der makroökonomischen Gegebenheiten wie
Inflation und der steigenden Zinsniveaus mit höheren Finanzierungskosten konfrontiert.
Die Finanzierung der Frauenthal-Gruppe erfolgt einerseits durch Konsortialfinanzierungen mehrerer führender österrei-
chischer Banken auf Ebene der Division Frauenthal Handel und andererseits durch Finanzierungen von lokalen Banken
auf Business-Unit-Ebene der Division Frauenthal Automotive.
Im Juni 2020 wurde die gesamte Division Frauenthal Handel langfristig auf weitere fünf Jahre refinanziert. Die Finan-
zierung enthält eine endfällige (MEUR 13) und eine tilgende Tranche (MEUR 20) sowie eine Betriebsmittellinie über
MEUR 35. Des Weiteren wurde eine COVID-19-Sicherheitslinie in Höhe von MEUR 10 (Reduktion im Juni 2021, davor
MEUR 30) bis 30. Juni 2022 abgeschlossen, welche im Jahr 2022 bis zum 30. Juni 2023 verlängert und im Geschäftsjahr
2022 nie in Anspruch genommen wird.
Eine führende schwedische Bank finanziert die schwedischen Gesellschaften der Business Unit Frauenthal Gnotec, ge-
nauso wie zwei deutsche Banken für die Finanzierung des Produktionsstandorts in Elterlein sorgen. In der Slowakei
erfolgt die Finanzierung ebenso mit einer lokalen Bank. Am Standort Hustopeče wird im Geschäftsjahr 2022 die letzte
Finanzierung zur Fertigstellung des Debt Pushdowns durchgeführt, bis dato war der Standort noch über die Mutterge-
sellschaft finanziert. Der chinesische Produktionsstandort in China (Kunshan, nahe Shanghai) der Business Unit Frauent-
hal Gnotec verlängert alle seine Betriebsmittellinien bei lokalen chinesischen Banken um ein weiteres Jahr. Von Frau-
enthal Gnotec China werden hauptsächlich chinesische Produktionswerke eines europäischen PKW-Herstellers sowie
ein großer chinesischer Automobilhersteller beliefert. Aufgrund des Produktportfolios (Umformteile und Schweißbau-
gruppen) sind hohe Vorfinanzierungen vor allem für Presswerkzeuge und Maschinen erforderlich. Die Finanzierung des
Standorts wird durch lokale Finanzierungen (Anlageleasing), durch lokale Betriebsmittellinien mit chinesischen Banken
und durch Darlehen der schwedischen Muttergesellschaft Frauenthal Gnotec AB gedeckt.
Alle Kredite der operativen Gesellschaften in der Division Handel sowie Automotive sind ohne Haftung seitens der
Frauenthal Holding AG gewährt. Die Kredite sind langfristig mit unterschiedlichen Laufzeiten bis 2028 und die Verzin-
sung ist variabel auf EURIBOR- bzw. STIBOR-Basis. Darüber hinaus stehen für einen höheren Working-Capital-Bedarf
ausreichend Betriebsmittellinien zur Verfügung. Der Liquiditätsbedarf, die Überwachung der Einhaltung der Covenants
und die Verhandlung von Anpassungen der Vereinbarungen mit den Banken an die aktuellen Bedürfnisse werden im
Rahmen der Treasury-Funktion von der Holding gesteuert und detailliert überwacht.
Zusätzlich bestehen auf Ebene der Frauenthal Holding ausreichend freie Finanzierungslinien mit mehreren österreichi-
schen Banken.
90
Der Konzern verfügt über Guthaben bei Kreditinstituten iHv MEUR 44,6 sowie ausreichend nicht ausgenutzte Bankli-
nien. Das Factoringvolumen beträgt MEUR 75,5. Zusätzlich bestehen mit den beteiligten Banken langjährige gute Ge-
schäftsbeziehungen.
Zentraler Bestandteil der Liquiditätsplanung der Unternehmen der Frauenthal-Gruppe ist die Aufrechterhaltung der Fä-
higkeit, den externen und internen Zahlungsverpflichtungen stets nachzukommen.
Zinsänderungsrisiken für den Konzern sind in der Bilanz- und Finanzierungssituation Ende 2022 von Relevanz, da die
Zinsbasis überwiegend auf 3-Monats-EURIBOR-Basis bzw. in Schweden auf 1-Monats-STIBOR-Basis vereinbart wurde.
Die Zinsentwicklung und das damit verbundene Risiko werden laufend überwacht.
Der Einfluss volatiler Währungen (CZK) ist gering, da im Wesentlichen in Euro fakturiert wird und auch der Einkauf der
Vormaterialien überwiegend in Euro erfolgt. Diese Währungsrisiken sind daher im Wesentlichen im Jahr 2022 ungesi-
chert und unterliegen einer ständigen Beobachtung.
Der Einfluss der ebenso volatilen Schwedenkrone ist im Wesentlichen auf nicht liquiditätswirksame Bewertungseffekte
(Translationsrisiko) beschränkt.
Aus der Finanzierungs- und Standortstruktur der Frauenthal-Gruppe ergeben sich finanzielle Risiken (dazu zählen Wäh-
rungs-, Liquiditäts- und Zinsrisiken), die maßgeblichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben kön-
nen.
Die Frauenthal-Gruppe unterhält langjährige Geschäftsbeziehungen mit Banken in den Ländern Österreich, Deutsch-
land, Slowakei, Schweden, Tschechien und China und beobachtet laufend die makroökonomischen Umstände in Zu-
sammenhang mit den seit März 2023 entstandenen Turbulenzen am Finanzmarkt. Die Frauenthal-Gruppe unterhält
keine Geschäftsbeziehung mit den betroffenen Banken Credit Suisse und Silicon Valley Bank.
(9) COMPLIANCE-RISIKEN
Als börsennotiertes Unternehmen hat die Frauenthal Holding AG ein umfangreiches Regelwerk im Bereich der Corpo-
rate Governance und des Börse- und Wertpapierrechts zu befolgen. Der Österreichische Corporate Governance Kodex
wird laufend um neue Regelungen erweitert. Durch Schulungen und Berücksichtigung von Compliance bei der Zielvor-
gabe und Evaluierung von Führungskräften sollen Compliance-Risiken reduziert werden. Die Gesellschaft verfolgt die
permanente Einhaltung aller gesetzlichen Bestimmungen mit hoher Priorität, um Verletzungen zu vermeiden, die gege-
benenfalls erheblichen Schaden für die Reputation des Unternehmens sowie gesetzliche Sanktionen nach sich ziehen
könnten. Darüber hinaus wird die Einhaltung hoher ethischer Standards in den Geschäftsbeziehungen als wichtiges
Element einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Unternehmenspolitik betrachtet. Als Lieferant für alle großen europä-
ischen Nutzfahrzeughersteller wird das Compliance-Verhalten auch von den Kunden evaluiert. Im Prüfungsausschuss
des Aufsichtsrats werden regelmäßig mögliche Compliance-Risiken analysiert und Maßnahmen zur Stärkung der Com-
pliance im Konzern besprochen. Im Berichtsjahr wurden die Verfahren zur Sicherung der Vertraulichkeit von Compli-
ance-relevanten Informationen weiterentwickelt. Eine neue Compliance-Richtlinie trat per 1. Jänner 2021 in Kraft.
(10) RECHNUNGSLEGUNG
Es gibt klare und strenge Richtlinien betreffend die Dokumentation der betrieblichen Vorgänge im gesamten Konzern.
Der Rechnungslegungsprozess in den Konzerngesellschaften obliegt der Verantwortung der lokalen Finanzleitung. Von
dieser werden die laufenden Monatsergebnisse unter Verwendung der Konsolidierungssoftware Cognos an die zentrale
Finanzabteilung des Konzerns übermittelt. Die konsolidierten Ergebnisse werden nach detaillierter Analyse und Rück-
sprache mit den Finanzverantwortlichen der Konzerngesellschaften im Monatsbericht an den Vorstand, den Aufsichtsrat
und das gesamte Management-Team berichtet.
Ausführliche Erläuterungen des Managements der operativen Einheiten erklären den Geschäftsverlauf. Ein konzernwei-
tes Accounting Manual und regelmäßige Schulungen der Finanzverantwortlichen dienen der Vereinheitlichung aller
relevanten Buchungsmethoden und der Einhaltung der jeweils aktuellen internationalen Rechnungslegungsvorschriften.
Neue oder geänderte IFRS-Standards werden zentral in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Verantwortlichen für
den ganzen Konzern eingeführt. In Vorbereitung auf die Nachhaltigkeitskennzahlen werden Workshops mit den lokalen
Verantwortlichen abgehalten.
Es gibt eine durchgängige Unterschriftsregelung, die die Freigabe von Rechnungen zur Zahlung klar regelt. Die buch-
mäßige Erfassung der Geschäftsfälle erfolgt grundsätzlich elektronisch. Entsprechend den individuellen Notwendigkei-
ten sind Zugriffsrechte einzelner Benutzer zentral durch die jeweilige IT-Abteilung verwaltet. Das Ausmaß der Berechti-
gungen unterliegt einer ständigen Anpassung. Die digitale Datensicherung erfolgt ebenfalls durch die lokalen IT-
91
Abteilungen. Nach einem detaillierten Sicherungsplan werden verschiedene Backups täglich, wöchentlich oder monat-
lich durchgeführt. Andere Dokumente werden in geeigneten Archiven entsprechend den gesetzlichen Fristen aufbe-
wahrt.
In den operativen Einheiten erfolgt die Buchung von Geschäftsfällen laufend. Zahlungen werden wöchentlich durchge-
führt.
In den Gesellschaften sind durchgehend organisatorische Regelungen festgelegt, die gewährleisten, dass sämtliche bu-
chungspflichtigen Geschäftsvorfälle in den Jahresabschluss einfließen. In Konzerngesellschaften mit voll integrierten
ERP-Systemen werden bereits bei der Bestellung von Waren automatisch interne Belege erstellt, die folglich einen rou-
tinemäßigen Freigabeprozess durchlaufen. Am Ende des Monats überprüfen alle Finanzabteilungen die Vollständigkeit
der Rechnungen. Um ein periodengenaues Bild der Finanzlage zu erstellen, werden fehlende Rechnungen bei Bedarf
abgegrenzt. Vor dem Bilanzstichtag werden von den wichtigsten Lieferanten Bestätigungen zu den ausstehenden Be-
trägen eingeholt.
Um sicherzustellen, dass alle erforderlichen Rückstellungen gebildet werden, wird der aktuelle Geschäftsverlauf in den
monatlichen Managementmeetings mit dem Vorstand ausführlich besprochen und Maßnahmen abgeleitet. Das mo-
natliche Berichtswesen bildet die Basis für diese Besprechungen. Weiters hilft das eingeführte Vier-Augen-Prinzip in der
Geschäftsführung alle künftig drohenden Verbindlichkeiten zu erfassen.
Durch die intensive Kommunikation zwischen der zentralen Finanzabteilung und den Finanzverantwortlichen in den
lokalen Gesellschaften werden Planabweichungen detailliert verfolgt.
Das monatliche Reporting beinhaltet detaillierte Abweichungsanalysen zu Ergebnissen, Bilanzpositionen und Cashflow-
Statements der einzelnen Business Units bzw. Segmente. Des Weiteren dient ein umfangreiches Kennzahlensystem der
Erstellung interner Vergleiche über längere Zeiträume. Gegebenenfalls werden Auffälligkeiten einer detaillierten Analyse
unterzogen. Den Themen Kundenbeziehung, Produktivität, Liquiditätsmanagement und Personalstruktur wird dabei
besondere Aufmerksamkeit geschenkt, wodurch mögliche Probleme vorzeitig erkannt werden können. Der Vorstand
initiiert in Abstimmung mit dem Prüfungsausschuss regelmäßig Projekte der internen Revision.
Die Cash-Bestände aller Konzerngesellschaften werden ständig beobachtet. Die Liquiditätsentwicklung wird dem Vor-
stand wöchentlich, dem Aufsichtsrat und damit auch dem Prüfungsausschuss monatlich berichtet. Sichergestellt wird
die Korrektheit der Liquiditätsrechnung durch den monatlichen Abgleich von Cashflow-Statements und Bankständen.
Den operativen Einheiten werden konkrete monatliche Liquiditätsziele vorgegeben; Abweichungen führen zu vordefi-
nierten Berichts- und Genehmigungsprozessen.
Die Risikoverantwortlichen der identifizierten Risiken sind klar definiert und berichten in oberster Instanz an den Vor-
stand. Im mindestens zweimal jährlich erstellten Risikobericht werden die Risiken aktualisiert, bewertet und dem Prü-
fungsausschuss vorgelegt.
E. BERICHT ÜBER DIE FINANZLAGE
Oberstes Ziel ist die Sicherstellung der Finanzierung der Geschäftsaktivität in beiden Divisionen. Planungen sind für beide
Divisionen unterschiedlich, da für die Division Frauenthal Handel im Wesentlichen nur die Situation in Österreich relevant
ist, während für die Division Frauenthal Automotive vor allem der gesamte europäische Automobilmarkt, aber auch
China und marginal die USA relevant sind.
Wichtig ist die Risikoabschottung, also keine finanzielle Verflechtung zwischen den beiden Divisionen. Alle Gesellschaf-
ten bis auf den Standort in den USA sind mit lokalen Banken finanziert.
Die durchschnittliche Verzinsung für kurz- und langfristige ausgenützte Kredite sowie für Betriebsmittelfinanzierungen
beträgt in der Division Frauenthal Handel 1,73 % p.a. (mit Laufzeiten bis längstens 2025), in der Division Frauenthal
Automotive 2,53 % p.a. (mit Laufzeiten bis längstens 2028) und für Finanzierungen auf Ebene der Frauenthal Holding
AG 1,88 % p.a. (mit Laufzeiten bis längstens 2024).
Die in der Division Frauenthal Handel zusätzlich im Jahr 2020 verhandelte COVID-19-Linie (Sicherheitslinie) über MEUR
10 (2021: MEUR 10) wird aufgrund der guten Umsatz- und Ergebnisentwicklung und eines sehr guten Working Capital
Managements nicht ausgenutzt.
92
F. INNOVATIONSBERICHT
In den Produktbereichen findet Innovation durch Verbesserung von Materialeigenschaften, Optimierung von Produkti-
onsprozessen, Entwicklung neuer Produktdesigns und die Suche nach neuen Einsatzmöglichkeiten für existierende Pro-
dukte statt. Innovation von Produktionsprozessen kann die Neugestaltung eines Fabriklayouts zur Optimierung des
Produktionsflusses, die Investition in qualitäts- und produktivitätssteigernde Anlagen, die Feinabstimmung des Produk-
tionsverfahrens oder eine Standardisierung und Stabilisierung einzelner Fertigungsschritte bedeuten. Innovation im Pro-
duktdesign bedeutet beispielsweise die Vormontage mehrerer Komponenten, um so den Einbauaufwand beim Kunden
zu reduzieren oder das Design so zu optimieren, dass Materialeinsatz und Kosten reduziert werden können. Vor allem
in der Business Unit Frauenthal Gnotec ist die enge Zusammenarbeit mit dem Kunden in der Optimierung des Produkt-
designs von Bedeutung. Zu diesem Zweck sind bei mehreren Kunden Ingenieure von Frauenthal Gnotec vor Ort (soge-
nannte „Residential Engineers“) tätig.
Auch für interne Prozesse werden Innovationen angestrebt, sofern dadurch Kosten- und Qualitätsfortschritte erzielbar
sind. Im Bereich von Frauenthal Airtank wird an Produktdesigns mit geringerem Materialeinsatz (Kosten- und Ge-
wichtsersparnis) gearbeitet. Bei diesen Sicherheitsteilen sind jedoch die Zustimmung der Kunden und die Genehmigung
des TÜV für alle Produktinnovationen erforderlich.
Die Produktinnovation bei Frauenthal Gnotec ist integraler Bestandteil des Geschäftsmodells: Kreative Engineering-Lö-
sungen sind ein signifikanter Wettbewerbsfaktor. Das Know-how der Frauenthal Gnotec-Gruppe besteht in der Beherr-
schung und Optimierung der vielfältigen Prozesse der Blechumformung für die Herstellung einfacher bis hochkomplexer
Stahlteile vorwiegend für die Automobilindustrie. Die Automatisierung der Schweißprozesse ist ein Innovationsschwer-
punkt, der Produktivitätssteigerung bei gleichzeitiger Qualitätsverbesserung zum Ziel hat. An einem innovativen Prozess
als Alternative zum herkömmlichen Schweißverfahren wird gearbeitet.
Der technische Großhandel befindet sich in einem ständigen Wandel und muss sich den Herausforderungen der Digi-
talisierung und den steigenden Ansprüchen bei nachhaltigen Produkten stellen. Den Trends folgend werden in der
Division Frauenthal Handel laufend Prozessinnovationen in der Kundenabwicklung umgesetzt. Die auf Kundenbedürf-
nisse und -anforderungen maßgeschneiderte Business-Plattform für die vier Marken mySHT mobil, ÖAG mobil, konti
mobil und EMAT mobil ist eine dieser Lösungen. Einfache Abwicklungen wie digitaler Lieferschein, Smarte Produktsu-
che, Bestellmöglichkeiten über die App am Smartphone, Track & Trace in Echtzeit auf einer Karte, Lieferaviso mit Push-
Nachricht, nachhaltige Verpackungen und vor allem Warenverfügbarkeit schaffen einen Mehrwert beim Kunden und
sind ein wichtiger Teil der Kundenbindung.
Durchgängige digitale Prozesse sind die Grundvoraussetzung für den hohen Anteil an fehlerfreien Lieferungen von über
99,7 % (OTIF) im Jahr 2022. Durch die laufende Verbesserung der Attraktivität der Kundenwebshops (JÖAG, mySHT,
Kontino, elektromaterial.at) kann der Umsatzanteil, der über den Shop abgewickelt wird, permanent ausgebaut wer-
den. Die personalintensiven regionalen Call Center werden dadurch entlastet und es bleibt mehr Zeit für aktive Beratung
und Verkauf.
G. NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
Im Berichtsjahr hat uns das Thema Arbeitskräftemangel noch stärker als davor beschäftigt. Eine Reihe von Maßnahmen-
paketen wurde gestartet, um dem entgegenzuwirken. Erfreulicherweise wurde die Division Frauenthal Handel mit dem
Gütesiegel „Beliebter Lehrbetrieb 2022/23“sowie mit „Top Company 2023“ von Kununu ausgezeichnet. Die Themen
Energie, verantwortungsvoller Ressourceneinsatz und Umweltschutz beschäftigten die Frauenthal-Gruppe im Berichts-
jahr besonders intensiv. Aufgrund der massiven Teuerungswelle wurde der Umstieg in Richtung nachhaltiger Energie
beschleunigt: So wurde im Bereich der Division Frauenthal Automotive eine PV-Anlage in Frauenthal Airtank Elterlein in
Betrieb genommen, um die Energieautarkie zu voranzutreiben. Die Frauenthal-Gruppe setzt weiterhin auf verantwor-
tungsvollen Ressourceneinsatz. Eine Vielzahl an Projekten wurde gestartet bzw. umgesetzt, um mit Material und Energie
sparsam umzugehen und dem Thema Umweltschutz aktiv zu begegnen.
Umweltorientierung und Ressourcenschonung sind sowohl aus geschäftsstrategischen Gründen als auch aufgrund der
Werthaltung des Managements und der Mitarbeitenden der Frauenthal-Gruppe eine wichtige Zielsetzung. In beiden
Divisionen bieten sich zahlreiche Ansatzpunkte zur Förderung von umwelt- und ressourcenschonenden Technologien.
Beispiele dafür sind im Automobilbereich der Einsatz wasserlöslicher Lackierungsmittel, Investitionen in energiesparende
Produktionsprozesse und die Reduktion des Materialeinsatzes durch verbessertes Produktdesign. Ein Beispiel aus der
93
Division Frauenthal Handel ist der Ausbau unserer Beratungszentren für Heizungsanlagen. Wir beraten unsere Kund-
schaft beim Verkauf von energieeffizienten Heizungssystemen. Die Forcierung von Produkten im Sanitärbereich, die
den Energie- und Wasserverbrauch reduzieren, ist ebenso ein Beitrag zur Förderung des Umweltbewusstseins.
Als börsennotiertes Unternehmen ist Frauenthal für interne und externe Stakeholder in hohem Maße transparent. Das
Vertrauen unserer Mitarbeitenden und jenes von Kundschaft, Lieferanten, Geschäftspartnern sowie Aktionären hängt
auch von der wahrgenommenen Zukunftsorientierung unseres Handelns ab.
Die aktuellen Markt- und Technologietrends in Europa lassen einen starken Anstieg des Volumens an BEV (Battery
Electric Vehicles, also reinen E-Fahrzeugen) erwarten. Seit dem Management-Buy-Out der Business Unit Frauenthal
Powertrain im November 2022 sieht sich Frauenthal Automotive von dieser Entwicklung in der Industrie nicht unmittel-
bar betroffen.
Weitere Details können dem Nachhaltigkeitsbericht 2022 der Frauenthal-Gruppe unter www.frauenthal.at/de/be-
richte.html entnommen werden.
H. AUSBLICK
Der Fokus des Managements liegt auf der Sicherung der Liquidität, der Stärkung der Kundenbeziehungen und der
Verbesserung der Kostenstruktur in den beiden Divisionen Frauenthal Automotive und Frauenthal Handel.
In der Division Frauenthal Automotive sind durch die Optimierung der Standorte in Schweden, den Gewinn von zwei
Großaufträgen in den USA und eines neuen strategischen Kunden im PKW-Bereich die Grundlagen für profitables
Wachstum verbessert. Schließlich ist Frauenthal Automotive in einer voraussichtlich von zahlreichen Insolvenzen ge-
prägten Zulieferindustrie als stabiler Partner der Kunden gut positioniert, um Marktanteile zu gewinnen.
Die zukünftige Marktentwicklung wird maßgeblich von der Bewältigung und den Folgen der COVID-19 Krise, des
China-Lockdowns sowie des Ukraine-Russland-Krieges und der damit verbundenen Warenverfügbarkeit geprägt sein.
Zusätzlich kommt es darauf an, wie in Zukunft mit den Preisanstiegen bei Vor- und Rohmaterial sowie den steigenden
Energiekosten umgegangen wird. Die Prognosen für das Jahr 2023 beruhen auf der Annahme, dass die europäische
Automobilindustrie die Produktion auf verbessertem Niveau, ohne nennenswerte neuerliche Shutdowns und ohne Un-
terbrechungen von Lieferketten fortsetzt. Die Volatilität und Prognoseunsicherheit ist enorm, sodass eine belastbare
Vorschau auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung kaum möglich ist. Mit Engpässen an Materialien und dadurch be-
dingten Produktionsausfällen in der Automobilindustrie ist daher auch zukünftig zu rechnen. Darüber hinaus bedrohen
massive Preiserhöhungen bei den Energiekosten und Vor- und Rohmaterial sowie damit einhergehende Versorgungs-
schwierigkeiten die Profitabilität. Hier wird in allen Geschäftsbereichen mit Hochdruck daran gearbeitet die Effekte zu
minimieren und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Die Division Frauenthal Handel hängt als Zulieferer des Baunebengewerbes leicht zeitversetzt direkt von der Baukon-
junktur ab. Die oft unterschiedliche Entwicklung im Neubau und der Renovierung sowohl im Teilbereich Wohnbau als
auch im Bereich „übriger Hochbau“ wirkt in Summe stabilisierend. Weitere Einflussfaktoren stellen die Investitionsnei-
gung der öffentlichen Hand sowie das private Konsumverhalten dar, wobei auch hier im Langzeitvergleich jeglicher
konjunktureller Auf- bzw. Abschwung die Branche nur zeitversetzt und stark abgeschwächt trifft. Aufgrund der Roh-
stoffpreise, der teuren Zinslandschaft und der aktuellen Entwicklung der Inflation besteht ein hoher Grad an Prognose-
unsicherheit.
Die Entwicklung der Geschäftstätigkeit wird in den Folgejahren durch starken Preiskampf im Wettbewerb und mögliche
Lieferengpässe bestimmt werden. Ziel ist es, durch Investitionen, Prozessverbesserungen und Schulungen der Mitarbei-
tenden das Kundenservice weiter zu verbessern, den Fokus auf den Kundennutzen zu setzen sowie gezielte Lagerzu-
käufe zu tätigen.
Aufgrund der aktuellen Unsicherheiten in beiden Divisionen Frauenthal Handel und Frauenthal Automotive hinsichtlich
der Entwicklung der Preise bei Energie, Rohstoffen, der Engpässe bei Materialien und Produkten ist eine seriöse Prog-
nose mit einer belastbaren Vorschau auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung kaum möglich.
Viele globale Lieferketten zeigen sich seit mehr als einem Jahr instabil. Hinzu kommen makroökonomische Gegeben-
heiten wie Inflation und steigende Zinsniveaus welche nicht nur die Finanzierungkosten ansteigen lassen, sondern sich
zudem auch auf zukünftige Investitionsentscheidungen auswirken. Die Frauenthal-Gruppe rechnet weiterhin mit einer
positiven Ertragslage, wenngleich die derzeitigen makroökonomischen Gegebenheiten Unsicherheiten mit sich bringen.
94
Im Bereich Business Development werden Akquisitionsmöglichkeiten zur Erweiterung des Kundenportfolios in allen
zwei Business Units analysiert.
Die Frauenthal Holding AG versteht sich als strategischer Investor, der an der nachhaltigen Schaffung von Shareholder
Value orientiert ist. Wenn die Frauenthal-Gruppe aufgrund limitierter Ressourcen und Kompetenzen oder aufgrund von
Risikopräferenzen weiteres Wachstum in einem Bereich nicht mehr adäquat unterstützen kann oder will, sind strategi-
sche Verkäufe von Geschäftsbereichen unter Berücksichtigung der aktuellen Marktlage Optionen, die sorgfältig evalu-
iert werden. Die Optimierung der Investitionszyklen ist für die langfristige, kontinuierliche Wertsteigerung des Unter-
nehmens wesentlich. Dabei ist Frauenthal jedoch an keine extern vorgegebenen Kriterien gebunden.
Auf der Website (www.frauenthal.at) sind neben umfangreichen Informationen über das Unternehmen auch Berichte,
Unterlagen zu Hauptversammlungen, Ad-hoc-Meldungen, Produktfotos etc. verfügbar. Der Corporate Governance Be-
richt der Frauenthal Holding AG ist auf der Website unter Investor Relations/Corporate Governance abrufbar.
Wien, 19. April 2023
Frauenthal Holding AG
Mag. Erika Hochrieser Dr. Hannes Winkler Mag. Thomas Stadlhofer
Vorstandsmitglied Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied
95
GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG
EINZELABSCHLUSS FRAUENTHAL HOLDING AG
in EUR
2022
2021
UMSATZERLÖSE
2 093 843
2 188 563
Sonstige betriebliche Erträge
6 929
22 149
Personalaufwand
-1 806 572
-2 077 477
Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagever-
mögens und Sachanlagen
-33 204
-62 030
Sonstige betriebliche Aufwendungen
-2 771 201
-2 694 423
BETRIEBSERGEBNIS (EBIT)
-2 510 205
-2 623 219
Erträge aus Beteiligungen an verbundenen Unternehmen
0
4 800 000
Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen/Erträge
-70 249
-110 625
Finanzergebnis
-70 249
4 689 375
Ergebnis vor Steuern
-2 580 454
2 066 156
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
358 505
633 322
Ergebnis nach Steuern
-2 221 948
2 699 477
Jahresfehlbetrag / Jahresüberschuss
-2 221 948
2 699 477
Zuweisung zu Gewinnrücklagen
0
-2 699 477
Jahresverlust / Jahresgewinn
-2 221 948
0
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr
2 806 699
2 806 699
BILANZGEWINN
584 751
2 806 699
96
BILANZ
EINZELABSCHLUSS FRAUENTHAL HOLDING AG
AKTIVA
in EUR
31.12.2022
31.12.2021
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände
6 635
13 268
Sachanlagen
73 151
27 536
Finanzanlagen
90 811 506
89 761 506
90 891 291
89 802 310
Umlaufvermögen
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
9 756 191
3 573 255
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände
81 793
86 058
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten
2 974 245
3 987 157
12 812 229
7 646 469
Rechnungsabgrenzungen
330 641
102 971
Aktive latente Steuern
1 523 900
6 096 700
Summe AKTIVA
105 558 061
103 648 449
PASSIVA
in EUR
31.12.2022
31.12.2021
Eigenkapital
Einbezahltes Grundkapital
8.651.491
8.641.491
Kapitalrücklagen
23 349 310
22 565 811
Gewinnrücklagen
66 363 080
67 146 579
Bilanzgewinn/-verlust
584 751
2 806 699
98 948 631
101 170 579
Rückstellungen
Steuerrückstellungen
5 172 700
1 083 027
Sonstige Rückstellungen
1 021 900
953 300
6 194 600
2 036 327
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
4 938
42 380
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
21 355
70 364
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
48 857
42 600
Sonstige Verbindlichkeiten
339 681
286 199
414 830
441 543
Summe PASSIVA
105 558 061
103 648 449
97
ANLAGESPIEGEL
Entwicklung der Anschaffungs- und Herstellungskosten
Entwicklung der Abschreibungen
Buchwerte
Stand
01.01.2022
EUR
Zugang
EUR
Abgang
EUR
Stand
31.12.2022
EUR
Stand
01.01.2022
EUR
Zugang
EUR
Abgang
EUR
Stand
31.12.2022
EUR
Stand
31.12.2021
EUR
Stand
31.12.2022
EUR
A.
Anlagevermögen
I.
Immaterielle Vermögensgegenstände
1.
Lizenzen und
Datenverarbeitungsprogramme
230 931,62
0,00
0,00
230 931,62
217 663,67
6 633,36
0,00
224 297,03
13 267,95
6 634,59
II.
Sachanlagen
1.
Betriebs- und
Geschäftsausstattung
545 248,42
72 185,77
2 245,80
615 188,39
517 712,55
26 570,95
2 245,80
542 037,70
27 535,87
73 150,69
III.
Finanzanlagen
1.
Anteile an verbundenen
Unternehmen
95 511 796,76
1 050 000,00
0,00
96 561 796,76
5 750 290,78
0,00
0,00
5 750 290,78
89 761 505,98
90 811 505,98
SUMME ANLAGENSPIEGEL
96 287 976,80
1 122 185,77
2 245,80
97 407 916,77
6 485 667,00
33 204,31
2 245,80
6 516 625,51
89 802 309,80
90 891 291,26
98
ANHANG
zur Bilanz zum 31.12.2022 und Gewinn- und Verlustrechnung für 1-12/2022
der
FRAUENTHAL HOLDING AG
I. ERLÄUTERUNGEN DER BILANZIERUNGS- UND
BEWERTUNGSMETHODEN
(1) ALLGEMEINES
Der vorliegende Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften der §§ 189 ff des Unternehmensgesetzbuches (UGB)
unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein
möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.
Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte unter Beachtung des Grundsatzes der Vollständigkeit.
Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung
beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt.
Dem Vorsichtsprinzip wurde dadurch Rechnung getragen, dass nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne
ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wurden berücksichtigt.
Die bisher angewandten Bewertungsmethoden wurden bei der Erstellung des vorliegenden Jahresabschlusses
beibehalten.
Auf den Jahresabschluss werden die Rechnungslegungsbestimmungen in der geltenden Fassung angewendet.
(2) ANLAGEVERMÖGEN
a) IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um die
planmäßigen Abschreibungen bewertet. Die planmäßigen Abschreibungen wurden linear vorgenommen. Folgende
Nutzungsdauer wird den planmäßigen Abschreibungen zugrunde gelegt:
Lizenzen und Datenverarbeitungsprogramme 3 Jahre
b) SACHANLAGEN
Die Bewertung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige
Abschreibungen. Geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu einem Einzelanschaffungswert von EUR 800,00 (2021: EUR
800,00) werden im Jahr des Zuganges voll abgeschrieben. Die planmäßigen Abschreibungen werden linear
entsprechend der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer vorgenommen.
99
Folgende Nutzungsdauern werden den planmäßigen Abschreibungen zugrunde gelegt:
Fuhrpark 5 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 5 - 10 Jahre
EDV 3 Jahre
Außerplanmäßige Abschreibungen werden zusätzlich vorgenommen, wenn voraussichtlich dauernde
Wertminderungen, die über den nutzungsbedingten Werteverzehr hinausgehen, eintreten.
c) FINANZANLAGEN
Die Finanzanlagen werden mit den Anschaffungskosten, bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.
Wesentlichen dauerhaften Wertminderungen wird durch die Vornahme außerplanmäßiger Abschreibungen Rechnung
getragen.
(3) UMLAUFVERMÖGEN
a) FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nennbetrag angesetzt.
Im Falle erkennbarer Einzelrisiken wird der niedrigere beizulegende Wert ermittelt und angesetzt.
b) KASSENBESTAND, GUTHABEN BEI KREDITINSTITUTEN
Der Posten beinhaltet den Kassenbestand sowie Guthaben bei Kreditinstituten.
(4) AKTIVE LATENTE STEUERN
Für Unterschiede zwischen den unternehmensrechtlichen und den steuerrechtlichen Wertansätzen bei
Vermögensgegenständen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten, die sich in späteren
Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, wird bei einer sich ergebenden Steuerbelastung eine Rückstellung für
passive latente Steuern und bei einer sich ergebenden Steuerentlastung ein Posten für aktive latente Steuern in der
Bilanz angesetzt.
Die Frauenthal Holding AG hat aufgrund ausreichender zukünftiger Ergebnisse in der Steuergruppe gemäß Rz 51 iVm
Erläuterungen zu Rz 55 Pkt. 2.a) der AFRAC-Stellungnahme 30 „Latente Steuern im Jahres- und Konzernabschluss“
auch für latente Steuerguthaben aus Ansatzdifferenzen von Gruppenmitgliedern eine Steuerabgrenzung erfasst,
sofern diese mangels eigener positiver Ergebnisse nicht bereits in den Jahresabschlüssen aktiviert wurden (weitere
Erläuterungen dazu siehe Abschnitt II.3.).
Darüber hinaus werden gem. § 198 Abs 9 UGB aktive latente Steuern für bestehende steuerliche Verlustvorträge in
jenem Ausmaß gebildet, als ausreichende passive latente Steuern vorhanden sind, oder darüber hinaus überzeugende
substantielle Hinweise vorliegen, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Nutzung dieser Verlustvorträge
in den nächsten fünf Jahren zur Verfügung stehen wird.
Das Ökosoziale Steuerreformgesetz 2022 Teil I, welches unter anderem auch eine stufenweise Senkung des
Körperschaftsteuersatzes bis 2024 von 25 % auf 23 % vorsieht, wurde im Jänner 2022 beschlossen. Da die Umkehr
der Latenzen überwiegend in Jahren ab 2024 erwartet wird, wurde ab 31.12.2022 ein einheitlicher
Körperschaftsteuersatz von 23 % bei der Aktivierung von Ansatzdifferenzen herangezogen.
100
(5) RÜCKSTELLUNGEN
Der Posten Steuerrückstellungen enthält die Vorsorge für noch nicht veranlagte Körperschaftsteuer sowie bereits
zugewiesene, aber nicht abgegoltene Verluste von Gruppenmitgliedern. Die Steuerumlagevereinbarung sieht vor,
dass der Gruppenträger dem Gruppenmitglied für übernommene steuerliche Verluste keine negative Umlage
gutschreibt, sofern diese auf Gruppenebene nicht verwendet werden. Jedoch muss das Gruppenmitglied in späteren
Jahren bei steuerlichen Gewinnen so lange keine positive Steuerumlage abführen, bis diese Verluste verbraucht sind
(„interner Verlustvortrag“). Für diese künftige Verpflichtung wurde seitens des Gruppenträgers eine Rückstellung für
künftige Steuerbelastung gebildet, wobei hierbei die Fähigkeit der Gruppenmitglieder, in den nächsten fünf Jahren
steuerliche Gewinne zu erzielen, berücksichtigt wurde.
Die Rückstellung für Jubiläumsgelder wurde nach anerkannten finanzmathematischen Grundsätzen nach dem
Teilwertverfahren auf Basis eines Rechnungszinssatzes von 4,21 % (VJ: 1,31 %), einer durchschnittlichen
Bezugserhöhung von 9,34 % (VJ: 5,32 %) und des gesetzlichen Pensionsantrittsalters ermittelt.
Der Zinssatz entspricht dem stichtagsbezogenen Marktzinssatz für Anleihen von Unternehmen mit hochklassiger
Bonitätseinstufung, die mit der durchschnittlichen Restlaufzeit der Verpflichtung sowie der Währung, in der das
Unternehmen die Leistungen zu erbringen hat, übereinstimmen. Als durchschnittliche Restlaufzeit wurde
vereinfachend eine Restlaufzeit von 15 Jahren angenommenen.
Die übrigen Rückstellungen werden unter Beachtung des Vorsichtsprinzips für alle im Zeitpunkt der Bilanzerstellung
erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung gebildet und
mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.
(6) VERBINDLICHKEITEN
Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.
101
II. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ
(1) ANLAGEVERMÖGEN
Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens und die Aufgliederung der Jahresabschreibung nach
einzelnen Posten sind im angeschlossenen Anlagenspiegel ersichtlich.
Finanzanlagen
Die Finanzanlagen weisen per 31.12.2022 die folgende Zusammensetzung auf:
Zusammensetzung:
Anteil
Anschaffungs-
Buchwert
in
kosten
%
EUR
EUR
Frauenthal Automotive Holding GmbH
in Liqu., Wien
100,00
5.750.290,78
0,00
Frauenthal Automotive GmbH, Wien
100,00
71.916.480,92
71.916.480,92
Frauenthal Haustechnik Beteiligungs GmbH, Wien
100,00
18.777.638,64
18.777.638,64
Frauenthal Immobilien GmbH, Wien
100,00
117.386,42
117.386,42
96.561.796,76
90.891.505,98
Zugänge:
Der Beteiligungsansatz an der Frauenthal Automotive GmbH erhöhte sich im Jahr 2022 durch einen
Großmutterzuschuss an die Frauenthal Airtank Elterlein GmbH iHv EUR 1.050.000,00.
Abgänge:
Im Geschäftsjahr 2022 liegen keine Abgänge im Finanzanlagevermögen vor.
(2) FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände weisen folgende
Zusammensetzung und Fristigkeiten auf:
Forderungsspiegel zum
Gesamtbetrag
Restlaufzeiten
31.12.2022
bis 1 Jahr
über 1 Jahr
EUR
EUR
EUR
1.
Forderungen gegenüber verbundenen
Unternehmen
9.756.191,07
9.756.191,07
0,00
2.
sonstige Forderungen und
Vermögensgegenstände
81.792,74
81.792,74
0,00
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
9.837.983,81
9.837.983,81
0,00
Forderungsspiegel zum
Gesamtbetrag
Restlaufzeiten
31.12.2021
bis 1 Jahr
über 1 Jahr
EUR
EUR
EUR
1.
Forderungen gegenüber verbundenen
Unternehmen
3.573.254,71
3.360.396,71
212.858,00
2.
sonstige Forderungen und
Vermögensgegenstände
86.057,60
86.057,60
0,00
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
3.659.312,31
3.446.454,31
212.858,00
Der Posten sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände in Höhe von EUR 81.792,74 enthält keine Erträge, die
erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden (VJ: EUR 4.517,88).
102
Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen gliedern sich wie folgt:
31.12.2022
31.12.2021
EUR
EUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
281.927,70
370.606,83
Sonstige Forderungen
davon Steuerumlagen
9.474.263,37
9.474.263,37
3.202.647,88
3.202.647,88
9.756.191,07
3.573.254,71
Zusammensetzung
31.12.2022
31.12.2021
EUR
EUR
Forderungen aus Verrechnungen und Steuerumlagen
Frauenthal Airtank Hustopeče s.r.o., Hustopeče
24.655,33
22.500,00
Frauenthal Handel Gruppe AG (vormals: Frauenthal Service AG), Wien
33.215,00
37.350,00
Frauenthal Powertrain Management GmbH & Co KG, Plettenberg
0,00
37.742,00
Frauenthal Powertrain Plettenberg GmbH, Plettenberg
0,00
22.350,00
Frauenthal Immobilien GmbH, Wien
262.671,00
212.858,00
1a Installateur Marketingberatung für Gas-, Sanitär- und Heizungsinstallateure GmbH,
Wien
19.200,00
23.706,00
SHT Haustechnik GmbH, Perchtoldsdorf
4.179.196,25
2.387.997,95
Frauenthal Handel GmbH, Wien
5.011.996,34
688.261,36
Frauenthal Airtank Elterlein GmbH, Elterlein
14.811,63
11.500,00
Frauenthal Gnotec AB, Göteborg
166.149,74
112.731,65
Frauenthal Automotive GmbH, Wien
43.095,78
8.157,75
Techno Heat GmbH, Wien
1.200,00
8.400,00
9.756.191,07
3.573.254,71
(3) AKTIVE LATENTE STEUERN
Per 31.12.2022 beträgt der Posten aktive latenten Steuern EUR 1.523.900,00 (31.12.2021: EUR 6.096.700,00). Es
besteht eine Ausschüttungssperre gemäß § 235 Abs 2 UGB in Höhe der bilanzierten aktiven latenten Steuern.
Die aktiven latenten Steuern zum Bilanzstichtag wurden für steuerliche Verlustvorträge, Beteiligungsabschreibungen
der Vorjahre und temporäre Differenzen zwischen dem steuerlichen und unternehmensrechtlichen Wertansatz für
folgende Posten bzw. Vermögensgegenstände und Schulden gebildet (Erläuterungen zum Ansatz siehe Punkt I(4)):
in EUR
01.01.2022
31.12.2022
eigene Ansatz-
differenzen und
Verlustvorträge
Ansatz-
differenzen
Tochter-
unternehmen
Summe
eigene
Ansatz-
differenzen
und
Verlustvortr
äge
Ansatz-
differenzen
Tochter-
unternehmen
Summe
Erfolg-
wirksame
Änderung
Anlagevermögen
3.334,86
0,00
3.334,86
2.368,80
0,00
2.368,80
-966,06
Siebtelabschreibungen
20.195,04
2.081.720,50
2.101.915,54
14.376,64
1.490.362,57
1.504.739,21
-597.176,33
Geldbeschaffungskosten
1.833,33
4.463,65
6.296,98
806,99
0,00
806,99
-5.489,99
Jubiläumsgeldrückstellung
12.325,00
975,00
13.300,00
15.985,00
0,00
15.985,00
2.685,00
Sonstiges
21.852,62
0,00
21.852,62
0,00
0,00
0,00
-21.852,62
Verlustvorträge
3.950.000,00
0,00
3.950.000,00
0,00
0,00
0,00
-3.950.000,00
4.009.540,85
2.087.159,15
6.096.700,00
33.537,43
1.490.362,57
1.523.900,00
-4.572.800,00
103
(4) EIGENKAPITAL
In der 33. ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft vom 30. Juni 2022 wurde die vereinfachte Herabsetzung
des Grundkapitals um EUR 783.499,00 gemäß § 192 Abs 3 Z 2 und § 192 Abs 4 AktG durch Einziehung von 783.499
Stück eigener Aktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von EUR 783.499,00 und die entsprechende
Änderung der Satzung beschlossen.
Die Frauenthal Holding AG weist ein Grundkapital von EUR 8.651.491,00 (VJ: 9.434.990,00) auf, das sich auf
insgesamt 6.751.491 (VJ: 7.534.990) auf Inhaber lautende Stückaktien und 1.900.000 nicht notierte Namensaktien
verteilt. Jede Aktie ist am Grundkapital im gleichen Umfang beteiligt. Die Anzahl der eigenen Aktien beträgt per
31.12.2022 0 Stück (VJ: 783.499 Stück). Der Anteil der eigenen Aktien beträgt somit 0,00 % (VJ: 8,30 %) des
Grundkapitals. Der Streubesitz beträgt 2.728.575 Stück Aktien, somit 31,54 % (VJ: 2.728.575 Stück Aktien, 28,92
%), wobei davon rund 12,71 % (VJ: 11,66 %) auf die MCI Miritz Citrus Ingredients GmbH entfallen. Der Anteil der
Hauptaktionäre, der FT Holding GmbH und der Ventana Holding GmbH, beträgt 5.922.916 Stück Aktien, somit 68,46
% (VJ: 5.922.916 Stück Aktien, 62,78 %).
Die Ermächtigung zum Erwerb eigener Anteile wurde dem Vorstand durch Beschlussfassung in der
12. Hauptversammlung erteilt. In der 13. Hauptversammlung wurde diese Ermächtigung erneuert.
Eigene Anteile
Anzahl
Grundkapital
Anteil am
Grundkapital
Stk
EUR
%
Stand am 31.12.2021
783.499
783.499,00
8,30
Verkauf
0
0
Einzug eigener Anteile
-783.499
-783.499,00
-8,30
Stand am 31.12.2022
0
0
0
Der Vorstand wurde in der ordentlichen 33. Hauptversammlung vom 30. Juni 2022 ermächtigt, für die Dauer von
fünf Jahren (a) das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats um insgesamt höchstens EUR
4.325.745,00 durch Ausgabe von bis zu 4.325.745,00 auf Inhaber und/oder auf Namen lautenden Stückaktien mit
Stimmrecht gegen Bareinlagen oder gegen Sacheinlagen einmal oder mehrmals zu erhöhen, (b) hierbei mit
Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre gegebenenfalls dann ganz oder teilweise
auszuschließen, wenn das Grundkapital (i) zum Zweck der Durchführung eines Programms für Mitarbeiterbeteiligung
oder eines Aktienoptionsplans einschließlich von Mitgliedern des Vorstands und leitenden Angestellten jeweils der
Gesellschaft oder von mit dieser verbundenen Unternehmen, (ii) sonst gegen Bareinlage, wenn in Summe der
rechnerisch auf die gegen Bareinlage unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien entfallende Anteil am
Grundkapital der Gesellschaft die Grenze von 20 % (zwanzig Prozent) des Grundkapitals der Gesellschaft zum
Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung nicht übersteigt, oder (iii) gegen Sacheinlagen, insbesondere von
Unternehmen, Unternehmensteilen, Betrieben, Teilbetrieben oder Anteilen an einer oder mehreren Gesellschaften
oder anderen mit einem Akquisitionsvorhaben im Zusammenhang stehender Vermögensgegenstände oder zum
Erwerb sonstiger Vermögensgegenstände (einschließlich Forderungen Dritter gegen die Gesellschaft oder mit der
Gesellschaft verbundenen Unternehmen), erhöht wird sowie (c) mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Art der neu
auszugebenden Aktien (auf Inhaber und/oder auf Namen lautend), den Ausgabebetrag sowie die sonstigen
Ausgabebedingungen, einschließlich der Einräumung eines mittelbaren Bezugsrechts gemäß § 153 Abs 6 AktG,
festzusetzen (Genehmigtes Kapital 2022).
104
(5) RÜCKSTELLUNGEN
Die Steuerrückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
31.12.2022
31.12.2021
EUR
EUR
Rückstellung für Körperschaftsteuer
4.165.500,00
312.927,21
Rückstellung für bereits zugewiesene, jedoch nicht
abgegoltene Verluste von Gruppenmitgliedern
1.007.200,00
770.100,00
5.172.700,00
1.083.027,21
Die sonstigen Rückstellungen gliedern sich wie folgt:
31.12.2022
31.12.2021
EUR
EUR
Jubiläumsgelder
86.600,00
66.800,00
nicht konsumierte Urlaubstage
135.400,00
148.700,00
Veröffentlichungskosten
90.000,00
80.000,00
Beratungskosten
Prämien
106.800,00
403.100,00
86.500,00
371.300,00
übrige kurzfristig
200.000,00
200.000,00
1.021.900,00
953.300,00
Die übrigen kurzfristigen Rückstellungen sind vor allem für vertragliche Ansprüche aus dem Verkauf einer ehemaligen
Tochtergesellschaft gebildet worden, deren Inanspruchnahme auf TEUR 200 begrenzt sind.
(6) VERBINDLICHKEITEN
Die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten weisen folgende Zusammensetzung und Fristigkeiten auf:
Verbindlichkeitenspiegel zum
Gesamtbetrag
Restlaufzeiten
dinglich
31.12.2022
bis 1 Jahr
1 - 5 Jahre
über 5 Jahre
besichert
EUR
EUR
EUR
EUR
EUR
1.
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
4.937,50
4.937,50
0,00
0,00
0,00
2.
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen
und Leistungen
21.354,64
21.354,64
0,00
0,00
0,00
3.
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
48.857,38
48.857,38
0,00
0,00
0,00
4.
sonstige Verbindlichkeiten,
339.680,55
339.680,55
0,00
0,00
0,00
davon aus Steuern
3.867,83
3.867,83
davon im Rahmen der
sozialen Sicherheit
19.990,95
19.990,95
davon aus
Abgrenzungen
315.821,77
315.821,77
Verbindlichkeiten gesamt
414.830,07
414.830,07
0,00
0,00
0,00
105
Verbindlichkeitenspiegel zum
Gesamtbetrag
Restlaufzeiten
dinglich
31.12.2021
bis 1 Jahr
1 - 5 Jahre
über 5 Jahre
besichert
EUR
EUR
EUR
EUR
EUR
1.
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
42.379,93
3.375,00
39.004,93
0,00
0,00
2.
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen
und Leistungen
70.363,93
70.363,93
0,00
0,00
0,00
3.
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
42.600,00
42.600,00
0,00
0,00
0,00
4.
sonstige Verbindlichkeiten,
286.198,80
286.198,80
0,00
0,00
0,00
davon aus Steuern
10.308,09
10.308,09
davon im Rahmen der
sozialen Sicherheit
17.619,60
17.619,60
davon aus
Abgrenzungen
258.271,11
258.271,11
Verbindlichkeiten gesamt
441.542,66
402.537,73
39.004,93
0,00
0,00
In den sonstigen Verbindlichkeiten zum 31.12.2022 sind Aufwendungen in Höhe von EUR 113.326,63 (VJ: EUR
55.775,96) enthalten, die erst nach dem 31. Dezember 2022 zahlungswirksam werden.
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen gliedern sich wie folgt:
Zusammensetzung:
31.12.2022
31.12.2021
EUR
EUR
Verbindlichkeiten aus Lieferung & Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
Frauenthal Handel Gruppe AG (vormals: Frauenthal Service AG), Wien
6.257,38
0,00
Frauenthal Automotive GmbH, Wien
42.600,00
42.600,00
48.857,38
42.600,00
(7) SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN
Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen
Wir prognostizieren die künftigen Miet- und Leasingverpflichtungen wie folgt:
2022
2021
TEUR
TEUR
für das folgende Geschäftsjahr
325
296
für die fünf folgenden Geschäftsjahre
325
296
106
(8) HAFTUNGSVERHÄLTNISSE
Die Gesellschaft weist Verbindlichkeiten aus Haftungsverhältnissen mit folgender Zusammensetzung auf:
31.12.2022
31.12.2021
EUR
EUR
Garantien
4.301.248,16
4.766.248,16
Sonstige Haftungsverhältnisse
0,00
10.370.562,00
Summe
4.301.248,16
15.136.810,16
Es besteht seit dem Jahr 2015 eine Globalgarantie der Frauenthal Holding AG gegenüber der Raiffeisen-Landesbank-
Steiermark AG für die Kreditverbindlichkeiten der Frauenthal Immobilien GmbH, welche im Jahr 2015 einen
Liegenschaftsankauf finanzierte. Der aushaftende Kreditbetrag beläuft sich per 31.12.2022 auf TEUR 4.301
(31.12.2021: TEUR 4.766).
Per 31.12.2022 betragen die sonstigen Haftungsverhältnisse TEUR 0 (VJ: TEUR 10.371). Der Rückgang ist vorrangig
auf das Management Buy Out der Business Unit Powertrain zurückzuführen. Die Frauenthal Holding AG hat weiters
eine schadensabhängige Haftungsgrenze im Zusammenhang mit dem Verkauf der Gesellschaft Frauenthal
Automotive Torun Sp.zo.o. iHv TEUR 3.700 übernommen, die per 30. Juni 2022 ausgelaufen und somit weggefallen
ist.
(9) ANGABEN ZU FINANZINSTRUMENTEN
Die Gesellschaft verfügt zum Bilanzstichtag über keine derivativen Finanzinstrumente. Der SWAP sowie die CAPs sind
bereits im Vorjahr 2021 ausgelaufen.
Sämtliche Kosten im Zusammenhang mit den abgeschlossenen Finanzinstrumenten wurden im Ausmaß des Anteils an
der Nominale an die jeweiligen Tochtergesellschaften weiterverrechnet. Die aus den ausgelaufenen SWAP sowie CAP
resultierenden und an die Tochtergesellschaften weiterverrechneten Kosten für das vergangene Geschäftsjahr 2021
beliefen sich auf insgesamt EUR 34.375,00 (SWAP: EUR 34.375,00 / CAP: EUR 0,00).
107
III. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt.
(1) UMSATZERLÖSE
Die Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt:
- nach geographisch bestimmten Märkten
2022
2021
EUR
EUR
Inlandsumsätze
1.017.723,53
1.038.123,03
Auslandsumsätze
1.076.119,62
1.150.439,53
2.093.843,15
2.188.562,56
Bei den Umsatzerlösen handelt es sich vorrangig um Leistungen im Bereich Werbung, Treasury, rechtlichen &
steuerlichen Fragestellungen, Unterstützung bei Versicherungsthemen sowie IT. Darüber hinaus bestehen Erlöse aus
der Untervermietung von Gebäuden und Weiterverrechnungen an Konzerngesellschaften für besorgte Versicherungs-
und Beratungsleistungen.
(2) PERSONALAUFWAND
Im Personalaufwand sind für das Geschäftsjahr 2022 keine Zuschüsse im Zusammenhang mit COVID-19 (VJ: EUR
10.161,54) enthalten. Es gibt in diesem Zusammenhang keine unerfüllten Bedingungen und sonstigen
Eventualverbindlichkeiten mit staatlichen Unterstützungen.
Aufwendungen für Jubiläumsgeldrückstellungen
Der Posten Gehälter enthält eine Dotierung iHv EUR 48.400,00 (VJ: EUR 3.400,00) der Rückstellung für
Jubiläumsgelder. Die auf die Änderung des Zinsniveaus entfallenden Änderungen in Höhe von
EUR -28.600,00 wurde im Finanzergebnis erfasst.
(3) LEISTUNGEN AN BETRIEBLICHE MITARBEITERVORSORGEKASSEN
Die Aufwendungen für Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen setzen sich wie folgt zusammen:
2022
2021
EUR
EUR
Mitglieder des Vorstandes
Leitende Angestellte
Sonstige Mitarbeiter
12.625,50
1.280,30
8.164,13
10.092,33
980,46
9.612,92
22.069,93
20.685,71
108
(4) AUFWENDUNGEN FÜR ALTERSVERSORGUNG
Die Aufwendungen für Altersversorgung setzen sich wie folgt zusammen:
2022
2021
EUR
EUR
Mitglieder des Vorstandes
30.623,76
37.523,28
30.623,76
37.523,28
Es handelt sich hier um Zusagen, für die ausschließlich Beiträge zu leisten sind.
(5) ERTRÄGE AUS BETEILIGUNGEN
2022
2021
EUR
EUR
Dividendenerträge
Frauenthal Haustechnik Beteiligungs GmbH, Wien
0,00
4.800.000,00
0,00
4.800.000,00
(6) AUFWENDUNGEN AUS FINANZANLAGEN
Im Jahr 2022 sowie im Vorjahr fielen keine Aufwendungen aus Finanzanlagen an.
(7) STEUERN VOM EINKOMMEN
Im Geschäftsjahr 2005 wurde zwischen der Frauenthal Holding AG als Gruppenträger und Gesellschaften der
Frauenthal Gruppe als Gruppenmitglieder ein Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag abgeschlossen. Per 31.12.2022
werden folgende Gesellschaften als Gruppenmitglieder in die Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG einbezogen:
- Frauenthal Holding AG, Wien
- Frauenthal Immobilien GmbH, Wien
- Frauenthal Automotive Holding GmbH in Liqu., Wien
- Frauenthal Automotive GmbH, Wien
- Frauenthal Haustechnik Beteiligungs GmbH, Wien
- Frauenthal Handel Gruppe AG (vormals: Frauenthal Service AG), Wien
- SHT Haustechnik GmbH, Perchtoldsdorf
- 1a Installateur-Marketingberatung für Gas-, Sanitär- und Heizungsinstallateure GmbH, Wien
- Frauenthal Handel GmbH, Wien
- B&E Service GmbH, Wien
- Techno Heat GmbH, Wien
Als Umlagemethode wird die Belastungsmethode angewendet.
109
Der Posten Steuern vom Einkommen setzt sich wie folgt zusammen:
2022
2021
EUR
EUR
Körperschaftsteuer
-4.112.000,00
-214.516,37
Steueraufwand Vorperioden
-41.000,00
-159.295,70
Gruppenumlagen
9.321.405,49
3.154.933,60
Veränderung Rückstellung für die Abgeltung von Verlusten
von Gruppenmitgliedern
-237.100,00
436.500,00
Veränderung aktiver latenter Steuern
-4.572.800,00
-2.584.300,00
358.505,49
633.321,53
Per 31. Dezember 2022 existieren steuerliche Verlustvorträge von Gruppenmitgliedern in Höhe von TEUR 18.519 (VJ:
TEUR 16.887), für die noch keine Vergütung vorgenommen wurde. Grundsätzlich ist für diese künftige
Steuerbelastung gegenüber dem verlustzuweisenden Gruppenmitglied eine Rückstellung iSd § 198 Abs. 8 Z 1 UGB zu
bilden. Diese Verpflichtung entfällt allerdings sofern auf Basis der Steuerplanungsrechnung des Gruppenmitglieds ein
steuerpflichtiger Gewinn im Planungszeitraum nicht erwartet wird und es daher an der für die Passivierung einer
Rückstellung erforderlichen Wahrscheinlichkeit einer Inanspruchnahme fehlt. Auf Basis der Steuerplanungen der
Gruppenmitglieder wurde per 31. Dezember 2022 somit für bereits zugewiesene Verluste in Höhe von TEUR 4.379
(VJ: TEUR 3.080), die im Planungszeitraum bzw. in absehbarer Zeit verwertet werden, eine Rückstellung iSd § 198
Abs. 8 Z 1 UGB, die im Posten Steuerrückstellungen ausgewiesen wird, erfasst. Für die restlichen bereits
zugewiesenen Verluste wurde mangels ausreichender Ertragskraft des jeweiligen Gruppenmitgliedes keine
Rückstellung erfasst.
Per 31. Dezember 2022 sind keine steuerlichen Verlustevorträge mehr vorhanden (VJ: TEUR 15.800), für die aktive
latente Steuern erfasst wurden.
Innerhalb der Steuergruppe der Frauenthal Holding AG bestehen per 31.12.2022 TEUR 8.408 (31.12.21 TEUR 8.408)
quasi permanente Differenzen iZm einer Firmenwertabschreibung auf einen Beteiligungsansatz, für welche gemäß
AFRAC Stellungnahme 30 „Latente Steuern im Jahresabschluss“ (Rz 62) mangels Veräußerungsabsicht keine
Rückstellung für latente Steuern gebildet wurde.
(8) AUFWENDUNGEN FÜR ABSCHLUSSPRÜFER
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden folgende Aufwendungen für den Abschlussprüfer und dessen inländische
Netzwerkgesellschaften erfasst:
2022
EUR
2021
EUR
Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses
89.000,00
88.000,00
andere Bestätigungsleistungen
27.900,00
6.900,00
Steuerberatungsleistungen
89.440,00
95.089,60
sonstige Leistungen
72.123,63
38.690,00
Summe
278.463,63
228.679,60
Hinsichtlich der Angabe der ergebniswirksam erfassten Aufwendungen inklusive von der Frauenthal Holding AG
beherrschten Unternehmen verweisen wir auf die Angabe im Konzernanhang.
110
IV. SONSTIGE ANGABEN
(1) BEZIEHUNGEN ZU VERBUNDENEN UNTERNEHMEN
Neben der Ausübung der Holdingfunktionen für alle Konzernunternehmen, bestehen zu folgenden
Konzernunternehmen regelmäßige geschäftliche Beziehungen in Form von Leistungsbeziehungen oder im Rahmen
der Steuergruppe.
• Frauenthal Handel Gruppe AG (vormals: Frauenthal Service AG), Wien
• Frauenthal Immobilien GmbH, Wien
• Frauenthal Haustechnik Beteiligungs GmbH, Wien
• Frauenthal Automotive Holding GmbH in Liqu., Wien
• Frauenthal Automotive GmbH, Wien
• SHT Haustechnik GmbH, Perchtoldsdorf
• Frauenthal Handel GmbH, Wien
• Frauenthal Airtank Hustopeče s.r.o., Hustopeče
• Frauenthal Airtank Elterlein GmbH, Elterlein
• Frauenthal Gnotec AB, Göteborg
• B&E Service GmbH, Wien
• Techno Heat GmbH, Wien
Die fixe Vergütung für den Vorstandsvorsitzenden Dr. Hannes Winkler wurde in Höhe von TEUR 403 (VJ: TEUR 403)
von der Ventana Holding GmbH an die Frauenthal Holding AG verrechnet. Dr. Winkler hat - im Gegensatz zu den
anderen Vorstandsmitgliedern - keinen variablen Remunerationbestandteil.
Der Jahresabschluss der Frauenthal Holding AG, Wien, wird zum 31.12.2022 in den Konzernabschluss der Ventana
Holding GmbH, Wien, die den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen erstellt, miteinbezogen. Der
Konzernabschluss der Ventana Holding GmbH wird beim zuständigen Firmenbuchgericht Wien unter der Nummer
FN187931w offengelegt.
(2) ANGABEN ZU BETEILIGUNGSUNTERNEHMEN
Das Eigenkapital und die Jahresergebnisse der Beteiligungen 2022 stellen sich wie folgt dar:
Beteiligung
Sitz
Anteil
Eigenkapital
31.12.2022
Jahresergebnis
2022
%
EUR
EUR
Frauenthal Automotive Holding GmbH in
Liqu.
Frauenthal Automotive GmbH
Wien,
Österreich
Wien,
Österreich
100,00
100,00
-192.417,38
64.120.912,00
-280,00
3.782.494,00
Frauenthal Haustechnik Beteiligungs GmbH
Wien,
Österreich
100,00
86.770.727,57
4.800.623,28
Frauenthal Immobilien GmbH
Wien,
Österreich
100,00
1.969.052,69
330.712,50
111
Im Vorjahr stellten sich das Eigenkapital und die Jahresergebnisse der Beteiligungen wie folgt dar:
Beteiligung
Sitz
Anteil
Eigenkapital
31.12.2021
Jahresergebnis
2021
%
EUR
EUR
Frauenthal Automotive Holding GmbH in Liqu.
Frauenthal Automotive GmbH
Wien, Österreich
Wien, Österreich
100,00
100,00
-192.137,38
60.338.417,79
155.720,00
1.864.106,94
Frauenthal Haustechnik Beteiligungs GmbH
Wien, Österreich
100,00
81.970.104,29
4.795.585,89
Frauenthal Immobilien GmbH
Wien, Österreich
100,00
1.638.340,20
291.836,20
(3) DURCHSCHNITTLICHE ZAHL DER MITARBEITER
Die Anzahl der Beschäftigten betrug im Jahresdurchschnitt:
2022
2021
Angestellte
9
10
Gesamt
9
10
(4) ANGABEN ÜBER DIE MITGLIEDER DER UNTERNEHMENSORGANE
Die Vorstände der Frauenthal Holding AG sind:
Dr. Hannes Winkler Vorsitzender seit 1. Jänner 2018
Mag. Erika Hochrieser Mitglied seit 5. Juni 2018
DI Michael Ostermann Mitglied von 1. Jänner 2021 bis 18. November 2022
Mag. Thomas Stadlhofer Mitglied ab 1. Jänner 2023
Im Geschäftsjahr 2022 betrugen die Bruttobezüge inklusive Pensionskassenzahlungen und Versicherungsbeiträge
sowie Auszahlungen von verbundenen Unternehmen für die Vorstandsmitglieder der Frauenthal Holding AG TEUR
1.353 (VJ: TEUR 1.426). In den Vergütungen sind TEUR 403 (fixe Vergütung, kein variabler Bestandteil) für die
Verrechnung des Vorstandsvorsitzenden aus einem Dienstleistungsvertrag mit der Ventana Holding GmbH enthalten
(VJ: TEUR 403). Die Auszahlung der Altersversorgung ist an keine Leistungskriterien gebunden. Bei Beendigung der
Funktion haben die Vorstandsmitglieder keine vertraglichen Abfertigungsansprüche.
Der Aufsichtsrat der Frauenthal Holding AG besteht aktuell aus vier (VJ: vier) von der Hauptversammlung gewählten
Mitgliedern und zwei (VJ: zwei) vom Konzernbetriebsrat entsandten Mitgliedern. Im Geschäftsjahr 2022 bestand der
Aufsichtsrat, gewählt von der Hauptversammlung, aus den folgenden Mitgliedern:
Dipl.- Bw. Claudia Beermann
Vorsitzende seit 11. Juni 2021
Mitglied seit 19. Juni 2019
Dr. Johannes Strohmayer
Mitglied seit 2. Juni 2010
Dr. Andreas Staribacher
Stellvertreter der Vorsitzenden seit 11. Juni 2021
Mitglied seit 5. Juni 2018
Dr. Christian Tassul
Mitglied seit 11. Juni 2021
112
Der Konzernbetriebsrat hat folgende Mitglieder in den Aufsichtsrat entsandt:
August Enzian
Mitglied von 27. September 2010
bis 30. November 2022
Johann Parcer
Mitglied seit 30. November 2022
Thomas Zwettler
Mitglied seit 1. Jänner 2015
Die Bezüge für die Mitglieder des Aufsichtsrates betragen für das Berichtsjahr TEUR 101 (VJ: TEUR 124).
Vorschüsse bzw. Kredite gem. § 237 Abs. 1 Z 3 UGB für Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats wurden nicht
gewährt. Es wurden auch keine Haftungsverhältnisse für die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats
eingegangen.
(5) VORSCHLAG ZUR VERWENDUNG DES ERGEBNISSES
Der Bilanzgewinn der Frauenthal Holding AG beträgt TEUR 585. Grundsätzlich soll dem gegenwärtigen unsicheren
wirtschaftlichen Umfeld Rechnung getragen und die Bilanzstruktur im Sinne einer sorgfältigen und umsichtigen
Finanzpolitik weiter gestärkt werden. Ein Gewinnverwendungsvorschlag wird von Vorstand und Aufsichtsrat
zeitgerecht der Hauptversammlung zur Entscheidung vorgelegt werden.
EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG
Zwischen dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 und der Freigabe dieses Berichts zur Veröffentlichung am 19. April
2023 gab es keine wesentlichen angabepflichtigen Ereignisse.
Wien, am 19. April 2023
Frauenthal Holding AG
Mag. Erika Hochrieser Dr. Hannes Winkler Mag. Thomas Stadlhofer
Vorstandsmitglied Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied
113
ERKLÄRUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards
aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so
darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der
Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards
aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die
Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht,
und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt
ist.
Wien, 19. April 2023
Frauenthal Holding AG
Mag. Erika Hochrieser Dr. Hannes Winkler Mag. Thomas Stadlhofer
Vorstandsmitglied Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied
114
BESTÄTIGUNGSVERMERK
BERICHT ZUM JAHRESABSCHLUSS
PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben den Jahresabschluss der Frauenthal Holding AG, Wien, bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022,
der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein
möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2022, sowie der Ertragslage der Gesellschaft
für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtli-
chen Vorschriften.
GRUNDLAGE FÜR DAS PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO)
und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfor-
dern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschrif-
ten und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses“
unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstim-
mung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere
sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass
die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum des Bestätigungsvermerks ausreichend und geeignet sind,
um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am
bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im
Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils
hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:
• Bewertung des Finanzanlagevermögens
1. BEWERTUNG DES FINANZANLAGEVERMÖGENS
SACHVERHALT UND VERWEIS AUF WEITERGEHENDE INFORMATIONEN
Die Frauenthal Holding AG ist oberste operative Konzernmutter einer multinational tätigen Unternehmensgruppe. Das
Finanzanlagevermögen stellt im Jahresabschluss der Frauenthal Holding AG mit rd. 86 % der Bilanzsumme somit den
wesentlichsten Posten dar. Die Werthaltigkeit der Beteiligungsansätze der wesentlichen Beteiligungen wird im Frauent-
hal Konzern zumindest einmal pro Jahr mittels eines Bewertungsmodells nach dem Discounted Cashflow-Verfahren
getestet.
Das Ergebnis dieser Bewertung ist von der Einschätzung der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse durch die gesetzlichen
Vertreter sowie des Diskontierungszinssatzes abhängig und daher mit Schätzunsicherheit behaftet. Die wesentlichen
Risiken bestehen in der Schätzung der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse.
In Abschnitt I. 2. c) des Anhangs sind die Angaben zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
und unter Abschnitt II. 1. des Anhangs die Zusammensetzung des Postens Finanzanlagen erläutert.
115
PRÜFERISCHES VORGEHEN
Wir haben die Angemessenheit der zukunftsbezogenen Schätzungen und wesentlichen Annahmen sowie der herange-
zogenen Berechnungsmethoden unter Einbeziehung von Bewertungsspezialisten beurteilt.
Dabei haben wir uns mit den in der von der Unternehmensleitung freigegebenen und dem Aufsichtsrat gebilligten
Planungsrechnung angesetzten Prämissen und wesentlichen Werttreibern befasst, um die Angemessenheit dieser Pla-
nungen zu verifizieren.
Ein Schwerpunkt im Rahmen dieser Prüfung lag in der Plausibilisierung der Ertragserwartungen der Tochtergesellschaf-
ten und Teilkonzerneinheiten. Im Zuge unserer Prüfung haben wir ein Verständnis über die Planungssystematik und
den Planungsprozess sowie die wesentlichen Planungsparameter und Werttreiber in diesen Planungsrechnungen er-
langt.
Wir haben die wesentlichen Planungsparameter und Werttreiber für die Ergebnis- und Cash Flow-Planung der einzelnen
Tochtergesellschaften plausibilisiert und kritisch gewürdigt. Darüber hinaus wurde das Berechnungsschema nachvollzo-
gen und auf rechnerische Richtigkeit überprüft.
Die Angemessenheit der Höhe der Diskontierungszinssätze wurde durch die alternative Ableitung der für die Bestim-
mung der Diskontierungszinssätze maßgeblichen Parameter einschließlich der durchschnittlichen Kapitalkosten
(„weighted average cost of capital“) auf Basis einer eigenen Peer Group beurteilt.
Zur Risikobeurteilung möglicher Abweichungen von Ergebnis- und Cash Flow-Schätzungen sowie Abweichungen von
den abgeleiteten durchschnittlichen Kapitalkosten wurden Sensitivitätsrechnungen vorgenommen.
VERANTWORTLICHKEITEN DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES
FÜR DEN JAHRESABSCHLUSS
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Über-
einstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermö-
gens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die
internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der
frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesell-
schaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung
der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fort-
führung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die
Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.
VERANTWORTLICHKEITEN DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen
falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu ertei-
len, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie
dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Ab-
schlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Dar-
stellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern
resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet
werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen
von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ord-
nungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschluss-
prüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
116
Darüber hinaus gilt:
➢ Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Hand-
lungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie
durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prü-
fungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellun-
gen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives
Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Au-
ßerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
➢ Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um
Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem
Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
➢ Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsme-
thoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der
Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
➢ Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes
der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der
erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Ge-
gebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unterneh-
menstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit
besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresab-
schluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modi-
fizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungs-
vermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr
der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
➢ Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der
Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise
wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche
Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer
Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderun-
gen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachver-
halte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und –
sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen
Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die
besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk,
es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir
bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden
sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das
öffentliche Interesse übersteigen würden.
SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN
BERICHT ZUM LAGEBERICHT
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit
dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den öster-
reichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.
117
URTEIL
Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, ent-
hält die nach § 243a UGB zutreffenden Angaben und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.
ERKLÄRUNG
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses
über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.
ZUSÄTZLICHE ANGABEN NACH ARTIKEL 10 DER EU-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 30. Juni 2022 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 09. August
2022 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2000 Abschlussprüfer.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Jahresabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den
Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht haben und dass
wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft ge-
wahrt haben.
AUFTRAGSVERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Peter Bartos.
Wien, am 19. April 2023
BDO Assurance GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
(als Gesamtrechtsnachfolgerin der BDO Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesell-
schaft)
Mag. Peter Bartos ppa. Christoph Leutgeb, MSc (WU)
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten
Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss
samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.
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