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JAHRESFINANZBERICHT 2020
INHALTSVERZEICHNIS
KONZERNABSCHLUSS FRAUENTHAL-GRUPPE 2020
3
Konzernlagebericht
21
Konzernabschluss
33
Konzernanhang
71
Abkürzungsverzeichnis
74
Erklärung der gesetzlichen Vertreter
75
Bestätigungsvermerk
JAHRESABSCHLUSS FRAUENTHAL HOLDING AG 2020
80
Lagebericht Frauenthal Holding AG
98
Jahresabschluss Frauenthal Holding AG
119
Erklärung der gesetzlichen Vertreter
120
Bestätigungsvermerk
3 KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNLAGEBERICHT
FRAUENTHAL HOLDING AG 2020
A. EINLEITUNG
DIE GRUPPE IM ÜBERBLICK
Die Frauenthal-Gruppe weist für das Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz in Höhe von MEUR 874,0 aus und liegt damit aufgrund der
COVID-19-Pandemie um MEUR -77,2 unter dem Vorjahr (-8,1 %). Während die Division Frauenthal Automotive einen Jahresumsatz
in Höhe von MEUR 229,0 (-28,9 %) aufweist, der um MEUR -93,1 geringer ist als im Vorjahr, erzielt die Division Frauenthal Handel im
Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz von MEUR 645,0. Somit verzeichnet die Division Frauenthal Handel ein Umsatzwachstum von
MEUR 15,9 (+2,5 %).
Die Frauenthal-Gruppe erwirtschaftet 2020 ein EBITDA von MEUR 37,7 und liegt mit diesem Ergebnis um MEUR -29,4 unter dem
Vorjahr. Der Rückgang ist mit MEUR 13,5 auf einen im Vorjahr enthaltenen Einmaleffekt aus einer Einigung im Zusammenhang mit
einem früheren Unternehmenserwerb zurückzuführen. Das Geschäftsjahr 2020 enthält einmalige Restrukturierungskosten in der Divi-
sion Frauenthal Automotive in Höhe von MEUR -4,5 betreffend die Schließung des Werkes Roßwein.
Die Division Frauenthal Automotive erzielt ein EBITDA von MEUR 7,8. Im Vorjahr war im EBITDA ein Einmaleffekt iHv MEUR 13,5 aus
einer Einigung im Zusammenhang mit einem früheren Unternehmenserwerb enthalten. Die operative Veränderung (ohne Einmalef-
fekte) beträgt MEUR -15,9 (-72,5 %) im Vergleich zum Vorjahr. Die Division Frauenthal Handel weist ein EBITDA von MEUR 30,7 aus
und liegt um MEUR -3,0 (-8,8 %) unter dem Vorjahr.
Das Konzern-Eigenkapital sinkt von MEUR 126,6 um MEUR -12,2 auf MEUR 114,4, was vorrangig auf das negative Jahresergebnis
zurückzuführen ist. Die Eigenkapitalquote von 28,6 % zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 verringert sich auf 25,9 % per
31. Dezember 2020.
WIRTSCHAFTLICHES UMFELD
Im Geschäftsjahr 2020 kommt es in den beiden Divisionen zu gegensätzlichen Entwicklungen der makroökonomischen Rahmenbe-
dingungen. Nach einem erwartungsgemäß positiven Start in das Jahr 2020 muss die Bauwirtschaft in Österreich aufgrund der COVID-
19-Pandemie zunächst empfindliche Einbußen hinnehmen. Die Baustellenschließungen in den letzten Märzwochen führen zu hohen
Produktionsausfällen im 1. und im 2. Quartal 2020, insbesondere im März, April und Mai. Für das Gesamtjahr 2020 wird im Bauwesen
mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 3,5 % gerechnet. Der Einbruch fällt damit jedoch schwächer aus als in anderen
Wirtschaftssektoren, die unmittelbar von behördlichen Schließungsmaßnahmen betroffen sind. Auch im europäischen Vergleich er-
weist sich die österreichische Bauwirtschaft als sehr robust. Nach dem Ende der Einschränkungen durch den ersten Lockdown erholt
sich die Bauwirtschaft einigermaßen schnell. So kann die Produktionslücke im Bauwesen bereits bis zu Beginn des Sommers geschlos-
sen werden; schon im Juni und Juli 2020 werden wieder die Produktions- und Beschäftigungsstände des Vorjahres erreicht. Im Herbst
verliert die Bauwirtschaft zwar wieder etwas an Fahrt, jedoch ist die Bauproduktion auch in der zweiten Jahreshälfte 2020 vergleichs-
weise wenig durch die Pandemie beeinträchtigt.
Hingegen wird der europäische Automobilmarkt von der COVID-19-Krise schwer getroffen. Die Zulassungen im PKW-Markt gehen
um -24,5 % zurück, im Nutzfahrzeugmarkt um -19,4 % und im wichtigen Segment der schweren Nutzfahrzeuge um -28,3 %. Den
stärksten Einbruch verzeichnen die südeuropäischen Märkte. Der PKW-Markt in Spanien geht um -32,3 %, der NFZ-Markt um
-26,1 % zurück. In Italien betragen die Rückgänge -27,9 % (PKW) und -15,1 % (NFZ), während sich Deutschland mit
-19,1 % (PKW) und -14,8 % (NFZ) etwas stabiler halten kann. Im Gesamtjahr 2020 sinken die Zulassungen bei Nutzfahrzeugen in
Europa gegenüber 2019 um 511.911 Einheiten auf 2.125.736 Fahrzeuge (-19,4 %). Das für Frauenthal wichtige Segment der schwe-
ren Nutzfahrzeuge verringert sich um 92.012 Einheiten auf 233.232 Fahrzeuge (-28,3 %). Im mittelschweren Segment geht das Vo-
lumen um -15.723 Einheiten auf 63.356 zurück (-19,9 %).
Das volumenmäßig größte Segment der leichten Nutzfahrzeuge sinkt um 393.697 Einheiten auf 1.793.353 (-18,0 %). Die Entwicklung
des für Frauenthal Automotive wichtigsten Einzelkunden, Volvo PKW, verläuft mit einem Rückgang von -15,6 % in Europa etwas
weniger dramatisch als jene des Gesamtmarktes. Der für Frauenthal Automotive zunehmend wichtige chinesische Markt erholt sich
relativ rasch und steigt 2020 um +7,5 %. Die wesentlichen Kunden, vor allem Volvo Cars, entwickeln sich besser als der Gesamtmarkt
in China. Der US-Markt spielt für Frauenthal eine noch untergeordnete Rolle.
KONZERNLAGEBERICHT 4
FRAUENTHAL AUTOMOTIVE: -29 % UMSATZRÜCKANG, NEUGESCHÄFT UND RESTRUKTURIERUNG VON
POWERTRAIN
Im März und April des abgelaufenen Geschäftsjahres stellt fast die gesamte europäische Automobilindustrie in Folge eines kurzfristigen
Zusammenbruchs der Supply Chain die Produktion für mehrere Wochen ein. Die in vielen Ländern verhängten „Lockdowns“ führen
zu Schließungen von Automobilhändlern und Zulassungsstellen. Ab etwa Juni beginnt sich die Produktion und der Automobilabsatz
wieder langsam zu erholen, um im 4. Quartal wieder ein Niveau auf annähernd „Vorkrisenniveau“ zu erreichen. Im Gesamtjahr führt
der Markteinbruch zu einem Umsatzrückgang in der Division Frauenthal Automotive von MEUR -93,1 (-28,9 %) gegenüber 2019.
Leicht abgefedert wird der Einbruch im europäischen OEM-Geschäft durch den Umsatz im chinesischen Markt (MEUR 16,8). In diesem
Markt profitiert Frauenthal von einer attraktiven Kundenstruktur. Die Business Unit Powertrain erleidet einen Umsatzrückgang über
Niveau des Gesamtmarktes (-37 %). Damit besteht akuter Bedarf zur Anpassung der Kapazitäten, da selbst bei Erholung des europä-
ischen Automobilmarktes ab 2021 das für Powertrain verfügbare Volumen bei weitem nicht ausreicht, um die vorhandenen Kapazitä-
ten profitabel auszulasten. Die dafür geeignete und effiziente Maßnahme ist die per Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres umge-
setzte Schließung des relativ kleinen Produktionsstandortes in Roßwein (110 MitarbeiterInnen). Die Kosten für einen entsprechenden
Sozialplan und sonstige von der Schließung ausgelösten Kosten betragen etwa MEUR 4,5 und sind zur Gänze im Jahresabschluss des
Berichtsjahres berücksichtigt. Diese Maßnahme sowie weitere bedeutende Kostenreduktionen am Standort in Plettenberg (etwa 425
MitarbeiterInnen) bewirken eine deutliche Reduktion der Fixkosten und eine Verbesserung der Produktivität. In diesem Marktumfeld
kann Frauenthal Automotive in der Business Unit Gnotec bedeutendes Neugeschäft mit neuen strategischen, aber auch mit bestehen-
den Kunden sowohl in Europa als auch in den USA gewinnen. Auch die Business Unit Airtank gewinnt einen großen Auftrag für
Druckluftbehälter aus Aluminium in den USA. Diese neuen Geschäfte werden ab 2022 zu nennenswertem organischem Umsatzwachs-
tum führen.
Der neu gegründete Standort von Gnotec in den USA nimmt im Berichtsjahr die Serienbelieferung auf.
FRAUENTHAL HANDEL MIT UMSATZWACHSTUM
In der COVID-19-Krise zeigt sich eine höhere Bereitschaft von Investitionen in private Haushalte, auch zur Sanierung und Erneuerung
von Sanitär- und Heizungseinrichtungen. Die Geschäftsentwicklung der Division Frauenthal Handel ist von der Baukonjunktur in Ös-
terreich bestimmt. Die gute Baukonjunktur, vor allem in den Bereichen sozialer Wohnbau und gewerblicher Bereich, führt zu einem
Umsatzwachstum von 2,5 %. Im Bereich des industriellen Tiefbaus sorgen rückläufige Industrieinvestitionen für stagnierende Umsätze,
in der Krise werden viele Großprojekte von öffentlichen Einrichtungen und Kommunen gestoppt. Die Margenentwicklung entspricht
nicht der Umsatzentwicklung, da der Sanitär- und Heizungsmarkt einerseits einem verschärften Verdrängungs- und Preiskampf aus-
gesetzt und andererseits von Mixverschiebungen in den Sparten gekennzeichnet ist. Diese Marktbedingungen resultieren in einem
Umsatzwachstum von MEUR 15,9 bei rückläufiger Handelsmarge. Trotz des Preiskampfes konnte der Marktanteil der Division Frau-
enthal Handel moderat gesteigert werden.
B. ERGEBNISANALYSE
UMSATZ
Der Konzernumsatz der Frauenthal-Gruppe liegt im Geschäftsjahr 2020 mit MEUR 874,0 um MEUR -77,2 bzw. -8,1 % unter dem
Vorjahr.
Der Rückgang stammt aus der Division Frauenthal Automotive mit MEUR -93,1 (-28,9 %), welcher im Wesentlichen auf die
COVID-19-Krise zurückzuführen ist.
Die Division Frauenthal Handel kann hingegen einen Umsatzzuwachs von MEUR 15,9 (+2,5 %) verzeichnen.
UMSATZ NACH SEGMENTEN (NUR AUSSENUMSATZ)
in TEUR
2020
2019
Veränderung
Frauenthal Automotive
229.022
322.130
-93.108
Frauenthal Handel
645.015
629.161
15.854
Holdings und Sonstige
7
1
6
Frauenthal-Gruppe
874.045
951.292
-77.247
Das Geschäft der Division Frauenthal Automotive sinkt gegenüber dem Vergleichszeitraum um -28,9 %. Dieser Rückgang ist mit
MEUR -43,8 auf die Business Unit Powertrain, mit MEUR -27,2 auf die Business Unit Gnotec und mit MEUR -18,6 auf die Business Unit
Druckluftbehälter zurückzuführen.
5 KONZERNLAGEBERICHT
Die Business Unit U-Bolts (Frauenthal Automotive Torun sp.zo.o.) wurde zum 30. Juni 2018 verkauft. Mit diesem Standort wurde im
Vorjahr aufgrund einer Vereinbarung mit dem Käufer Hendrickson ein externer Umsatz von MEUR 3,5 erzielt.
Der Umsatz der Division Frauenthal Handel steigt um 2,5 % und liegt im Geschäftsjahr 2020 bei MEUR 645,0. Dies ist vor allem auf
eine starke Umsatzleistung im 4. Quartal zurückzuführen, unterjährig kommt es zu starken negativen Umsatzschwankungen.
UMSATZ NACH REGIONEN
in TEUR
2020
2019
Veränderung
Österreich
653.006
642.865
10.141
Deutschland
42.254
70.812
-28.558
Frankreich
11.241
14.536
-3.295
Schweden
60.714
84.175
-23.461
Belgien
26.599
27.820
-1.221
Sonstige EU
45.073
66.984
-21.912
Sonstiges Europa
5.552
8.242
-2.690
Amerika
10.464
15.109
-4.644
Asien
17.744
19.933
-2.189
Sonstige
1.398
818
581
Frauenthal-Gruppe
874.045
951.292
-77.247
Die erwirtschafteten Umsätze in Österreich sind zum größten Teil der Division Frauenthal Handel zuzuordnen. Die Umsätze in allen
anderen Ländern sind im Wesentlichen auf die Division Frauenthal Automotive zurückzuführen, welche weltweit agiert.
ERGEBNIS
Die Frauenthal-Gruppe erwirtschaftet 2020 ein EBITDA von MEUR 37,7 und liegt mit diesem Ergebnis um MEUR -29,4 unter dem
Vorjahr. Die Division Frauenthal Automotive erzielt ein EBITDA von MEUR 7,8, in dem ein Sonderertrag iHv MEUR 1,8 enthalten ist.
Operativ (Bereinigung des EBITDA 2019 um das Ergebnis aus dem früheren Unternehmenserwerb MEUR 11,0) ergibt sich in der Division
Frauenthal Automotive aufgrund der COVID-19-Krise ein Rückgang von -72,5 % (MEUR -15,9) gegenüber dem Vorjahreswert. Zu-
sätzlich beinhaltet das EBITDA der Division Frauenthal Automotive im Geschäftsjahr 2020 einen Einmalaufwand iHv MEUR -4,5 für die
Schließung des Powertrain-Werks in Roßwein.
Die Division Frauenthal Handel liegt um MEUR -3,0 unter dem Vorjahreswert und kann somit MEUR 30,7 an EBITDA beisteuern –
steigende Kosten für Transport, Leiharbeitskräfte bei gleichzeitigem Margendruck sowie Aufwendungen aus versicherungsmathema-
tischen Berechnungen für Personalrückstellungen und Aufwendungen für mögliche Kundenforderungsausfälle sind die Gründe des
Rückgangs.
KONZERNLAGEBERICHT 6
EBITDA NACH SEGMENTEN
in TEUR
2020
2019
Veränderung
Frauenthal Automotive
7.835
32.911
-25.076
Frauenthal Automotive bereinigt
1)
6.035
21.937
-15.902
Frauenthal Handel
30.738
33.715
-2.977
Frauenthal Handel bereinigt
30.738
33.715
-2.977
Holdings und Sonstige
-853
474
-1.327
Sonstige bereinigt
2)
-853
-2.101
1.248
Frauenthal-Gruppe
37.720
67.100
-29.380
Frauenthal-Gruppe bereinigt
3)
35.920
53.551
-17.631
in % vom Umsatz
4,0 %
7,1 %
-3,1 %
in % vom Umsatz bereinigt
3)
3,8 %
5,6 %
-1,9 %
1)
2020: bereinigt um Sonderertrag iHv MEUR 1,8 aus einem Vergleich mit dem Berater bezüglich der EEG-Umlage
2019: bereinigt um Ergebnis aus Einigung im Zusammenhang mit einem früheren Unternehmenserwerb iHv MEUR 13,5 sowie Kosten-
verrechnungen der Holdings iHv MEUR 2,6
2)
2019: bereinigt um Kostenverrechnungen der Holdings in die Division Frauenthal Automotive iHv MEUR 2,6
3)
2020: bereinigt um Sonderertrag iHv MEUR 1,8 aus einem Vergleich mit dem Berater bezüglich der EEG-Umlage
2019: bereinigt um Ergebnis aus Einigung im Zusammenhang mit einem früheren Unternehmenserwerb MEUR 13,5
Auf Gruppenebene kann Frauenthal ein bereinigtes EBITDA von MEUR 35,9 erzielen, dies entspricht einer Reduktion gegenüber dem
Vorjahr von MEUR -17,6 (-32,9 %).
Die planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen erhöhen sich gegenüber dem Vergleichszeit-
raum des Vorjahres geringfügig um MEUR -0,6. Zusätzlich kommt es im ersten Halbjahr 2020 aufgrund eines in einem anlassbezoge-
nen (COVID-19-bedingten) Impairmenttest festgestellten Wertminderungsbedarfs in der Business Unit Powertrain zu außerplanmäßi-
gen Abschreibungen iHv MEUR -4,3 in der Division Frauenthal Automotive. Der Wertminderungsbedarf ist auf mittelfristig reduzierte
Umsatzerwartungen in Folge der schlechteren Konjunkturprognosen aufgrund der COVID-19-Krise zurückzuführen. In der Division
Frauenthal Handel ist eine außerplanmäßige Abschreibung der Eigenmarke Prisma iHv MEUR -4,5 enthalten, da im Jahr 2020 beschlos-
sen wird, dass diese aus Kostengründen nicht weiter am Markt angeboten wird und der Umstieg auf die Eigenmarke ALVA im
Jahr 2020 erfolgt.
Das Finanzergebnis der Frauenthal-Gruppe verschlechtert sich um MEUR -0,9 auf MEUR -7,2 (Vorjahr: MEUR -6,3) und ist vor allem
auf negative unrealisierte Währungseffekte bei Darlehen an verbundenen Unternehmen zurückzuführen.
Der gesamte Steueraufwand beträgt MEUR -3,9 und liegt um MEUR 0,7 unter jenem des Vorjahres. Während sich die laufenden
Steuern aufgrund des negativen Jahresergebnisses um MEUR 1,0 verringern, erhöhen sich die Steuern aus Vorperioden vor allem
aufgrund von auf geänderten ertragssteuerlichen Beurteilungen bei vergangenen Sachverhalten um MEUR 1,0 Der latente Steuerauf-
wand sinkt gegenüber dem Vorjahr um MEUR 0,7.
7 KONZERNLAGEBERICHT
ERGEBNISENTWICKLUNG
in TEUR
2020
2019
Veränderung
Umsatz
874.045
951.292
-77.247
EBITDA
37.720
67.100
-29.380
EBITDA bereinigt
1)
35.920
53.551
-17.631
EBIT
-3.653
35.129
-38.782
EBIT bereinigt
1)2)
3.365
21.580
-18.215
Finanzergebnis
-7.161
-6.263
-898
Ergebnis vor Steuern
-10.814
28.864
-39.678
Ergebnis vor Steuern bereinigt
1)2)
-3.796
15.315
-19.111
Ergebnis nach Steuern
-14.670
24.309
-38.979
Ergebnis nach Steuern bereinigt
1)2)
-7.652
10.760
-18.412
1)
2020: bereinigt um Sonderertrag iHv MEUR 1,8 aus einem Vergleich mit dem Berater bezüglich der EEG-Umlage
2019: bereinigt um Ergebnis aus Einigung im Zusammenhang mit einem früheren Unternehmenserwerb iHv MEUR 13,5
2)
2020: bereinigt um außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund von Impairment in der Division Frauenthal Automotive iHv MEUR 4,3 und um
außerplanmäßige Abschreibung der Marke Prisma in der Division Frauenthal Handel iHv MEUR 4,5
VERMÖGENS- UND FINANZLAGE
Die Bilanzsumme der Frauenthal-Gruppe sinkt im Vergleich zum Vorjahr um MEUR -1,2 auf MEUR 441,0.
Die langfristigen Vermögenswerte reduzieren sich um MEUR -8,7 auf MEUR 188,2 im Vergleich zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019
– dies ist einerseits auf die außerplanmäßigen Abschreibungen und andererseits auf reduzierte aktive latente Steuern zurückzuführen.
Die kurzfristigen Vermögenswerte steigen um MEUR 7,5 gegenüber dem Vorjahr. Einerseits kommt es aufgrund der Nutzung von
Instrumenten der Umsatzfinanzierung („Factoring“) zur Senkung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von MEUR -9,2,
und andererseits erhöhen sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente gegenüber dem Vorjahr um MEUR 13,7. Die Vorräte
steigen geringfügig von MEUR 151,7 auf MEUR 153,0.
Auf der Passivseite sinkt das Eigenkapital aufgrund des negativen Jahresergebnisses iHv MEUR -14,7 von MEUR 126,6 um MEUR -12,3
auf MEUR 114,4. Gegenläufig erhöhen die versicherungsmathematischen Gewinne auf Personalrückstellungen iHv MEUR 1,5 das
Eigenkapital. Die Eigenkapitalquote von 28,6 % zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 sinkt entsprechend auf 25,9 % per
31. Dezember 2020.
Der Anstieg der langfristigen Schulden um MEUR 5,4 ist auf gestiegene Leasingverbindlichkeiten iHv MEUR 10,2 hauptsächlich in der
Division Frauenthal Handel sowie in Gnotec Schweden zurückzuführen; begründet ist dies in der Aktualisierung der Einschätzung der
Vertragslaufzeit bei unbefristeten Mietverhältnissen sowie in neuen Objekten. Gegenläufig sinken die Finanzverbindlichkeiten und die
Personalrückstellungen.
Die kurzfristigen Schulden erhöhen sich um MEUR 5,6. In den sonstigen kurzfristigen Rückstellungen sind die Schließungskosten des
Powertrain-Werks in Roßwein iHv MEUR 4,5 enthalten.
VERMÖGENS- UND FINANZLAGE
in TEUR
2020
2019
Veränderung
Langfristige Vermögenswerte
188.231
196.956
-8.725
Vorräte
152.975
151.739
1.236
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte
99.800
93.531
6.269
Summe Vermögenswerte
441.006
442.225
-1.219
Eigenkapital
114.404
126.630
-12.226
Langfristige Schulden
158.481
153.121
5.360
Kurzfristige Schulden
168.121
162.474
5.647
Summe Eigenkapital und Schulden
441.006
442.225
-1.219
KONZERNLAGEBERICHT 8
Die Gesellschaft verfügt zum Bilanzstichtag über MEUR 176,3 zur Verfügung stehende Banklinien, davon Guthaben bei Kreditinstituten
iHv MEUR 54,0 sowie nicht ausgenutzte Banklinien von MEUR 122,3, davon auf Ebene der Muttergesellschaft Frauenthal Holding AG
MEUR 24,9. Das ausgenutzte Factoringvolumen beträgt in der Frauenthal-Gruppe zum 31. Dezember 2020 MEUR 64,7 (Vorjahr:
MEUR 62,6).
Die durchschnittliche Verzinsung für kurz- und langfristige ausgenützte Kredite sowie für Betriebsmittelfinanzierungen beträgt in der
Division Frauenthal Handel 1,83 % p.a. (mit Laufzeiten bis längstens 2025), in der Division Frauenthal Automotive 2,60 % p.a. (mit
Laufzeiten bis längstens 2028) und für Finanzierungen auf Ebene der Frauenthal Holding AG 2,36 % p.a. (mit Laufzeiten bis längstens
2021). Für Fremdfinanzierungen in Fremdwährungen gibt es einen Rahmen von MEUR 21,2 (Ausnutzung zum Stichtag: MEUR 13,1)
durch die lokale Finanzierung der Business Unit Gnotec.
INVESTITIONEN (OHNE FINANZINVESTITIONEN)
Im Geschäftsjahr 2020 wurden MEUR 10,4 in die Umsetzung der Wachstums- und Qualitätsstrategie investiert, wobei aufgrund der
COVID-19-Pandemie selektiv vorgegangen wurde. Die Division Frauenthal Automotive investiert schwerpunktmäßig in produktivitäts-
verbessernde Maßnahmen. Die Division Frauenthal Handel investiert MEUR 6,2 in den Fuhrpark, in Digitalisierung und in die Moderni-
sierung sowie die Erweiterung der Verkaufsoberfläche und Infrastruktur.
Das Anlagevermögen der Frauenthal-Gruppe reduziert sich um MEUR -5,3 von MEUR 177,2 auf MEUR 171,9 – dies ist vor allem auf
die außerplanmäßigen Abschreibungen iHv MEUR 8,8 sowie auf das reduzierte Investitionsvolumen aufgrund der COVID-19-Krise
zurückzuführen.
ENTWICKLUNG ANLAGEVERMÖGEN
in TEUR
Immaterielles
Anlagevermögen
Sachanlagen
Nutzungsrechte
Leasing
Anlagen
gesamt
Buchwerte 01.01.2020
27.276
117.950
31.932
177.158
IFRS 16 Modifikationen
0
0
21.964
21.964
Investitionen
1.094
9.314
4.396
14.804
Umbuchungen
42
-42
0
0
Planmäßige Abschreibungen
-2.367
-13.880
-16.308
-32.555
Außerplanmäßige Abschreibungen
-4.500
-4.318
0
-8.818
Abgänge
0
-686
-119
-805
Währungsumrechnung und Sonstige
-9
189
-53
127
Buchwerte 31.12.2020
21.536
108.527
41.811
171.874
KAPITALFLUSS- UND LIQUIDITÄTSENTWICKLUNG
Die Ausführungen zur Kapitalfluss- und Liquiditätsentwicklung beziehen sich auf die unbereinigten Werte der Frauenthal-Gruppe.
KAPITALFLUSSRECHNUNG
in TEUR
2020
2019
Veränderung
Kapitalfluss aus dem Ergebnis
34.722
44.528
-9.806
Kapitalfluss aus der operativen Geschäftstätigkeit
58.236
47.572
11.664
Kapitalfluss aus der Investitionstätigkeit
-10.314
-12.863
2.549
Kapitalfluss aus der Finanzierungstätigkeit
-34.220
-22.372
-11.848
Veränderung der liquiden Mittel
13.703
12.336
1.367
Liquide Mittel am Ende der Periode
54.027
40.325
13.702
Der Kapitalfluss aus dem Ergebnis der Frauenthal-Gruppe sinkt um MEUR -9,8 insbesondere aufgrund des geringeren Ergebnisses.
9 KONZERNLAGEBERICHT
Der Kapitalfluss aus der operativen Geschäftstätigkeit verbessert sich um MEUR 11,7, was auf die Veränderung des Working Capital
vor allem bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie den sonstigen Verbindlichkeiten zurückzuführen ist. Der
Kapitalfluss aus der Investitionstätigkeit beträgt MEUR -10,3. Die enthaltenen Investitionen für immaterielles Anlagevermögen und
Sachanlagen belaufen sich im Geschäftsjahr 2020 auf MEUR 10,4 und liegen aufgrund der COVID-19-Krise mit MEUR -9,6 unter dem
Vorjahreswert von MEUR 20,0.
Der Kapitalfluss aus der Finanzierungstätigkeit beträgt MEUR -34,7 und setzt sich wie folgt zusammen: Tilgung von Krediten iHv
MEUR -55,0 und Leasingverbindlichkeiten von MEUR -16,7 sowie Aufnahme von Krediten iHv MEUR 37,5 (wobei in dieser Position der
Höchststand an ausgenützten Betriebsmittellinien enthalten ist).
Die Nettoverschuldung der Frauenthal-Gruppe sinkt um MEUR -19,4 und beträgt per 31. Dezember 2020 MEUR 67,6 (Nettoverschul-
dung per 31. Dezember 2019: MEUR 87,0). Die verfügbaren Banklinien zum Bilanzstichtag betragen rund MEUR 122,3, miteinbezogen
sind die bei Kreditinstituten verfügbaren Guthaben von insgesamt MEUR 54,0. Das ausgenutzte Factoringvolumen beträgt in der
Frauenthal-Gruppe zum 31. Dezember 2020 MEUR 64,7 (Vorjahr: MEUR 62,6).
C. ANGABEN GEM. § 243A UGB
Die Frauenthal Holding AG weist ein Grundkapital von EUR 9.434.990 auf, das sich auf insgesamt 7.534.990 auf Inhaber lautende
Stückaktien und 1.900.000 nicht notierte Namensaktien verteilt. Jede Aktie ist am Grundkapital im gleichen Umfang beteiligt. Die
Anzahl der eigenen Aktien beträgt per 31. Dezember 2020 783.499 Stück (Vorjahr: 793.499 Stück) und verringert sich durch den
Verkauf von eigenen Aktien im Zuge eines Mitarbeiteroptionsprogramms im Vergleich zum Vorjahr um 10.000 Stück. Der Anteil der
eigenen Aktien beträgt somit 8,30 % (Vorjahr: 8,41 %) des Grundkapitals. Der Streubesitz beträgt 2.728.575 Stück Aktien, somit
28,92 % (Vorjahr: 2.718.575 Stück Aktien, 28,81 %), wobei davon rund 11,66 % auf die MCI Miritz Citrus Ingredients GmbH entfal-
len. Der Anteil der Hauptaktionäre, der FT Holding GmbH und der Ventana Holding GmbH, beträgt 5.922.916 Stück Aktien, somit
62,78 % (Vorjahr: 5.922.916 Stück Aktien, 62,78 %).
Es bestehen keine besonderen Kontrollrechte für einzelne Aktionäre. Es bestehen keine über die gesetzlichen Vorschriften hinausge-
henden Rechte zur Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie zur Änderung der Satzung.
Der Aufsichtsrat der Frauenthal Holding AG hat am 1. Juni 2011 einen Aktienoptionsplan 2012–2016 für Mitglieder des Vorstands
der Frauenthal Holding AG und für Führungskräfte der Frauenthal-Gruppe beschlossen. Am 20. April 2016 wurde ein weiteres fünf-
jähriges Aktienoptionsprogramm 2017–2021 für herausragende Leistungen in den Geschäftsjahren 2016 bis 2020 im Hinblick auf das
auslaufende Aktienoptionsprogramm beschlossen. Einbezogen sind die jeweiligen Vorstandsmitglieder und weitere ungefähr 10 bis
15 Führungskräfte der Frauenthal-Gruppe.
Der Vorstand wurde in der ordentlichen 28. Hauptversammlung vom 30. Mai 2017 ermächtigt, für die Dauer von fünf Jahren (a) das
Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats um insgesamt höchstens EUR 4.717.495 durch Ausgabe von bis zu
4.717.495 auf Inhaber und/oder auf Namen lautenden Stückaktien mit Stimmrecht gegen Bareinlagen oder gegen Sacheinlagen ein-
mal oder mehrmals zu erhöhen, (b) hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre gegebenenfalls dann
ganz oder teilweise auszuschließen, wenn das Grundkapital (i) zum Zweck der Durchführung eines Programms für Mitarbeiterbeteili-
gung oder eines Aktienoptionsplans einschließlich von Mitgliedern des Vorstands und leitenden Angestellten jeweils der Gesellschaft
oder von mit dieser verbundenen Unternehmen, (ii) sonst gegen Bareinlage, wenn in Summe der rechnerisch auf die gegen Bareinlage
unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien entfallende Anteil am Grundkapital der Gesellschaft die Grenze von 10 %
des Grundkapitals der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung nicht übersteigt, oder (iii) gegen Sacheinlagen,
insbesondere von Unternehmen, Unternehmensteilen, Betrieben, Teilbetrieben oder Anteilen an einer oder mehreren Gesellschaften
oder anderer mit einem Akquisitionsvorhaben im Zusammenhang stehenden Vermögensgegenstände oder zum Erwerb sonstiger Ver-
mögensgegenstände (einschließlich Forderungen Dritter gegen die Gesellschaft oder mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen),
erhöht wird sowie (c) mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Art der neu auszugebenden Aktien (auf Inhaber und/oder auf Namen
lautend), den Ausgabebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen, einschließlich der Einräumung eines mittelbaren Bezugsrechts
gemäß § 153 Abs 6 AktG, festzusetzen (Genehmigtes Kapital 2017).
In wesentlichen Liefer- und Bezugsverträgen des Konzerns sind Change-of-Control-Klauseln enthalten. Eine detaillierte Bekanntma-
chung dieser Vereinbarungen würde dem Konzern erheblichen Schaden zufügen und kann daher unterbleiben. Es bestehen keine
Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für
den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.
KONZERNLAGEBERICHT 10
D. RISIKOBERICHT
Gemäß der Regel 69 des Österreichischen Corporate Governance Kodex wurde ein konzernweites Risikomanagementsystem (RMS)
eingerichtet. Risikoquellen werden systematisch identifiziert, bewertet und vordefinierte Strategien im Umgang mit den Risiken fest-
gelegt. Ein wesentliches Element des RMS sind Frühwarnindikatoren, die systematisch erfasst, analysiert und berichtet werden. Der
Umgang mit den Risiken ergibt sich aus der Einordnung in die Risikomatrix, die regelmäßig aktualisiert wird: aktives Management,
laufende Beobachtung oder fallweise Beobachtung. Das interne Kontrollsystem (IKS), dessen Kernelemente das Controlling, Reporting,
die interne Revision und die Managementmeetings auf allen Ebenen sind, wird laufend an die Erfordernisse des RMS angepasst.
ÜBERBLICK SITUATION COVID-19-KRISE
Division Frauenthal Automotive
Insgesamt bewältigt Frauental Automotive das „Corona-Jahr“ 2020 in jeder Hinsicht besser, als es zu befürchten war. Auf die ab März
des abgelaufenen Geschäftsjahres mit voller Wucht ausgebrochene Krise hat Frauenthal Automotive rasch mit liquiditätssichernden
Maßnahmen reagiert: Alle Produktionswerke wurden kurzfristig für wenige Wochen geschlossen, um bestmöglich die Kurzarbeitsre-
gelungen zu nutzen, wobei erhebliche Unterschiede in den verschiedenen Ländern, in denen Frauenthal Automotive tätig ist, bestehen
(die effektivsten Kurzarbeitsbestimmungen weist Deutschland auf). Durch den Abbau von Working Capital und Reduktion bzw. Ver-
schieben von Teilen des Investitionsprogramms kann die Liquidität der Division, trotz Rückgangs des Cashflows aus dem Ergebnis,
gesichert werden. In begrenztem Umfang werden mit den Banken Kreditstundungen vereinbart. In der Business Unit Powertrain wird
ein Darlehen mit staatlicher Ausfallgarantie beansprucht, um den erwarteten Liquiditätsbedarf bei Anstieg der Produktion und not-
wendige Produktivitätsinvestitionen zu finanzieren. Das befürchtete Ausfallrisiko von Kundenforderungen ist bis zum Berichtszeitpunkt
nicht eingetroffen.
Allerdings ist aufgrund der staatlichen Unterstützungen und der Änderungen im Insolvenzrecht in vielen Staaten zu erwarten, dass mit
zeitlicher Verzögerung zahlreiche Unternehmen der automobilen Zulieferindustrie in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Davon kön-
nen auch vereinzelt kleine Kunden von Frauenthal Automotive betroffen sein. Das Management beachtet daher bestehende Lieferlimits
sehr genau. Strategisch zeigt sich, dass die OEM-Kunden bei der Neuvergabe von Aufträgen die finanzielle Stabilität von Lieferanten
insbesondere in der Bewältigung der COVID-19-Krise als auswahlentscheidenden Faktor immer stärker berücksichtigen. Die bedeu-
tenden Neuaufträge, die im Berichtsjahr gewonnen werden, sind auch darauf zurückzuführen, dass Frauenthal Automotive von den
OEM-Kunden als stabiler und verlässlicher Partner für die Zukunft gesehen wird.
Division Frauenthal Handel
Bei Frauenthal Handel kommt es während der von der österreichischen Bundesregierung verhängten Maßnahmen mit Lockdowns zu
starken Umsatzrückgängen, da per gesetzlicher Anordnung Schauräume und teilweise auch Abholmärkte geschlossen werden muss-
ten. Entsprechend den Maßnahmen der Bundesregierung zur Förderung von betroffenen Unternehmen und Arbeitnehmern werden
in der Frauenthal-Handelsgruppe alle Mittel in Betracht gezogen, die der Aufrechterhaltung der Geschäftstätigkeit und der Sicherung
der Profitabilität dienen. Basierend auf der erstellten Planungsrechnung, unter Berücksichtigung von mehreren Szenarien sind derzeit
keine bestandsgefährdenden Risiken abzusehen.
Frauenthal Handel wie auch Frauenthal Automotive ist an allen Standorten mit Corona-Infektionen und Quarantänen von
MitarbeiterInnen konfrontiert. Glücklicherweise sind bis zum Berichtszeitpunkt keine schwerwiegenden Krankheitsverläufe vorgefallen.
Zeitweise hat die reduzierte Verfügbarkeit von Personal zu einer sehr angespannten Lage im Handel und in der Produktion geführt. Es
konnten aber alle Kundenaufträge zeitgerecht ausgeliefert werden.
MARKTRISIKO
Die COVID-19-Situation trifft die Automobilindustrie, vor allem die PKW-Industrie, in einer Phase, die von bisher nie dagewesenen
technologischen Veränderungen geprägt ist. Die Industrie muss daher sowohl den technologischen Wandel als auch den massiven
Volumeneinbruch im Jahr 2020 verkraften und bewältigen. Ab dem 4. Quartal des Berichtsjahres zeichnet sich eine langsame Erholung
des europäischen Automobilmarktes ab. Das größte Marktrisiko besteht kurzfristig in Unterbrechungen der Lieferketten oder Perso-
nalmangel in den Montagewerken der OEM-Kunden (Original Equipment Manufacturer), die durch fortgesetzte Maßnahmen der
Pandemiebekämpfung ausgelöst werden könnten. Positiv könnte sich ein im Geschäftsjahr entstandener Investitionsstau, vor allem bei
Nutzfahrzeugen, auf die Marktentwicklung auswirken.
11 KONZERNLAGEBERICHT
PKW-Bereich (rund 55 % des Umsatzes von Frauenthal Automotive):
• Die Transformation in der Automobilbranche in Verbindung mit der Corona-Krise führt zu Neuevaluierungen der Produkt-
planungen der OEMs. Zahlreiche neue Fahrzeugprojekte werden gestoppt, verschoben oder verändert. Dies bedingt Chan-
cen und Risiken für Frauenthal Automotive, jedenfalls zusätzliche Planungsunsicherheit. Auch die Verschiebungen im Mix
der Antriebssysteme haben für Frauenthal Powertrain Bedeutung. Inwiefern in Summe diese Veränderungen für Frauenthal
Automotive positiv oder negativ sind, kann nicht vorhergesagt werden.
• Für Frauenthal Powertrain hat die Entwicklung der Elektromobilität große Relevanz. Die aktuellen Markt- und Technologie-
trends in Europa lassen einen starken Anstieg des Volumens an sogenannten „Plug-in Hybrids“ erwarten, also Fahrzeugen,
die weiterhin einen (kleineren) Verbrennungsmotor haben. Trotz des starken Wachstums ist das absolute Volumen an voll
elektrifizierten Fahrzeugen noch relativ gering. Dennoch muss davon ausgegangen werden, dass auf mittlere Sicht der
Bedarf an Pleuelstangen und Ausgleichswellen (die Produkte von Frauenthal Powertrain) zurückgehen wird. Vor diesem
Hintergrund erarbeitet Frauenthal Powertrain Strategien, um durch Gewinn von Anteilen im (schrumpfenden) Markt für
Verbrennungsmotoren, die Erschließung neuer Märkte und die Entwicklung von Produkten, die nicht für den Verbrennungs-
motor verwendet werden, Wachstum zu generieren.
• Im Berichtsjahr können vor allem im Produktbereich von Gnotec bedeutende Neuaufträge von bestehenden Kunden, aber
auch mit neuen Kunden gewonnen werden. Der Umsatzanteil dieses Neugeschäftes wird in den nächsten Jahren stark
ansteigen. Verzögerungen im Hochfahren neuer Fahrzeugmodelle sind nichts Ungewöhnliches und führen zu steigender
Unsicherheit der Umsatzplanungen in den kommenden Jahren, da das Neugeschäft ein wesentlicher Wachstumstreiber ist.
• Der US-Markt und der chinesische Markt gewinnen für Frauenthal Automotive zunehmend an Bedeutung; die Volatilität
dieser Märkte ist daher als zusätzlicher Chancen- bzw. Risikofaktor relevant.
• Die Krise und die technologische Transformation der Automobilbranche werden voraussichtlich auch erhebliche Auswirkun-
gen auf die Wettbewerbslandschaft der Automobilzulieferer haben. Zahlreiche, vor allem kleinere Zulieferer werden in Folge
der Krise finanziell instabil; inwiefern eine Marktbereinigung durch Insolvenzen stattfinden wird, hängt vom Verhalten der
OEM-Kunden ab, die nicht selten Lieferanten finanziell unterstützen, um Versorgungssicherheit zu gewährleisten bzw. hohe
Verlagerungskosten zu vermeiden. Tendenziell ist aber zu erwarten, dass Frauenthal Automotive als stabiles Unternehmen
Marktanteile von kleineren Wettbewerbern gewinnen wird. Auch die strategisch gute Positionierung, vor allem aufgrund
des globalen Footprints, stellt einen Anreiz für die Kunden dar, Geschäft zu Frauenthal Automotive zu verlagern.
• Ein weiterer Trend der Branche ist das zunehmende Outsourcing der OEM-Kunden, auch im Chassis-Bereich, wo vor allem
Gnotec tätig ist. Zulieferer, die sowohl komplexere Komponenten herstellen können als auch Design- und Entwicklungsleis-
tungen anbieten können, haben einen Wettbewerbsvorteil. Auch hier weist Frauenthal Automotive eine gute Wettbewerbs-
fähigkeit auf: Engineering-Kompetenz und Kundennähe sind traditionelle Stärken. Der Entwicklung von Systemfähigkeit
und Entwicklungskompetenz sind aber kapazitative Grenzen gesetzt. Sollten OEM-Kunden zunehmend Outsourcing-Partner
für immer komplexere Strukturen nachfragen, sowohl für Entwicklung als auch Produktion, wird Frauenthal Automotive an
Grenzen stoßen. Zurzeit sind aber keine diesbezüglichen relevanten Markttrends erkennbar, die für Frauenthal Automotive
problematisch wären.
NFZ-Bereich (rund 40 % des Umsatzes von Frauenthal Automotive):
• Die COVID-19-Situation ist in diesem Segment als Volumenkrise massiven Ausmaßes zu werten, da dieser Bereich vor allem
an der Industrieproduktion hängt, die in Folge der schweren Rezession im Jahr 2020 und der Unsicherheit über die Dauer
der Erholung einbricht. Im Geschäftsjahr geht das für Frauenthal Automotive sehr wichtige Marktsegment der schweren
Nutzfahrzeuge in Europa um -28,3 % zurück. Sollte sich die Dynamik ähnlicher Marktentwicklungen wie in der Vergangen-
heit wiederholen, so wird voraussichtlich in zwei bis drei Jahren das „Vorkrisenmarktniveau“ wieder erreicht werden, da
Investitionen in diesem Segment durchaus um ein bis zwei Jahre verschoben werden können.
• Der im Jahr 2020 entstandene „Investitionsstau“ im Markt wird sich daher voraussichtlich bis etwa 2023 auflösen. In diesem
Marktsegment besteht ein relevantes Aftermarket-Geschäft (Airtanks), das einen Teil des OEM-Rückganges abfängt. Auch
der Non-Automotive-Bereich (Bahn, Landwirtschaft, Spezialtrailer) leistet einen kleinen Beitrag zur Stabilisierung. Die Expo-
sition von Frauenthal Automotive im Segment der (schweren) NFZ ist rückläufig, ebenso wie die Abhängigkeit von singulären
Kunden.
• Der Nutzfahrzeugmarkt in Europa wird primär von den Konjunkturerwartungen der Transportunternehmen getrieben, da
die Industrieproduktion wesentlich die Nachfrage nach Transportleistungen insbesondere im Segment der schweren Nutz-
fahrzeuge bestimmt. Außerdem beeinflussen die Finanzierungsmöglichkeiten der Transportunternehmen die Nachfrage. Die
branchentypisch geringe Eigenkapitalausstattung und dadurch eingeschränkte Finanzierungsmöglichkeiten bewirken ein
sehr vorsichtiges Investitionsverhalten. Aufgrund der hohen globalen Arbeitsteilung in der Automobilindustrie ist diese Bran-
che besonders dem Risiko von vorübergehenden Versorgungsengpässen ausgesetzt. In der Vergangenheit gab es mehrere
Vorfälle, die zu kurzfristigen Unterbrechungen von Lieferketten geführt haben, was jedoch von der Industrie meist sehr
rasch gelöst wurde. (Auf die speziellen Risiken von Versorgungsengpässen durch Maßnahmen in der COVID-19-Krise wird
obenstehend hingewiesen.)
KONZERNLAGEBERICHT 12
Bei der Versorgung mit Vormaterial (Stahl) treten im Geschäftsjahr temporäre Engpässe auf. Einige Stahllieferanten reduzieren krisen-
bedingt ihre Kapazitäten. Frauenthal Automotive kann Produktionsunterbrechungen vermeiden, mit vorübergehend steigenden Stahl-
preisen muss aber gerechnet werden, insbesondere falls die Markterholung stärker ausfallen sollte. Schwankende Stahlpreise werden
überwiegend an die Kunden weitergegeben, allerdings mit Zeitverzögerung. Aus Gründen der Versorgungssicherheit, aber auch aus
Wettbewerbsgründen wird bei Frauenthal die Lieferantenbasis, insbesondere bei den Stahllieferanten, kontinuierlich ausgeweitet.
Die COVID-19-Krise stellt die Division Frauenthal Handel zu Beginn vor sehr große Herausforderungen, da die Auswirkungen absolut
nicht abschätzbar sind. So werden laufend verschiedenste Szenarien berechnet. In keinem Szenarium sind jedoch bestandsgefährdende
Risiken zu erkennen. Zur Minimierung möglicher Ergebnisrückgänge aufgrund der durch COVID-19 ausgelösten Restriktionen werden
sämtliche Möglichkeiten der staatlichen Förderungen und üblichen betriebswirtschaftlichen Optionen evaluiert. Diese reichen von För-
derungen, Stundungsoptionen für Steuern und Abgaben, Kurzarbeitszeitmodellen über Kosteneinsparungen bis hin zu Investitions-
kürzungen. Ganz wesentlich ist, zu jedem Zeitpunkt genug liquide Mittel zur Verfügung zu haben, um dem Umsatzrückgang entge-
genzuwirken. Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben ist die Division mit Schließungen von Schauräumen und Abholmärkten konfron-
tiert. Eine finanzielle langfristige Absicherung bzw. Refinanzierung erfolgt im Juni 2020.
Die Division Frauenthal Handel hängt als Zulieferer des Baunebengewerbes mit dem Bereich Sanitär- und Heizungsgroßhandel mit
einem leichten Zeitversatz direkt von der Baukonjunktur ab. Nach dem ersten Lockdown erholt sich die Bauwirtschaft einigermaßen
schnell. So können die Produktionslücken im Bauwesen bereits bis zum Beginn des Sommers geschlossen werden. Insbesondere in
den Monaten März bis Mai kommt es zu Umsatzrückgängen, wobei dann die Umsätze insbesondere im Herbst wieder stark ansteigen.
Trotz der grundsätzlich positiven Marktentwicklung zu Ende 2020, die allerdings vom Wachstum des großvolumigen Objektgeschäfts
getrieben war, dominiert ein aggressiver Preiswettbewerb. Die Wettbewerbslandschaft ist durch den Aufbau erheblicher Logistikka-
pazitäten mehrerer Wettbewerber gekennzeichnet; der entsprechende Auslastungsdruck bei stagnierendem Markt bewirkt teilweise
extreme Preisstellungen im Markt.
Die Marke Kontinentale ist ein Fachhandelsunternehmen für Armaturen- und Rohrleitungstechnik insbesondere für Anwendungen im
Bereich Infrastruktur (Gas, Wasser, Kanal, Straße). Der Erfolg in diesem Geschäftsbereich ist von der Investitionsbereitschaft der Kom-
munen und Kommunalbetriebe sowie vom Investitionsbedarf der Industrie abhängig. Aufgrund der COVID-19-Krise ist die Investiti-
onsbereitschaft jedoch sehr gering und bleibt auch bis Jahresende unter den Erwartungen. Insbesondere Kommunen stoppen Projekte
in der Pandemie, sie werden bis Jahresende und bis Anfang des Jahres 2021 nicht wieder aufgenommen.
Großprojekte im Tiefbaubereich können kurzfristige Impulse setzen, jedoch ist langfristig nur mit geringen Wachstumsraten zu rech-
nen. Die kurz- und mittelfristige Entwicklung der Baukonjunktur unterliegt der ständigen Beobachtung von Vertrieb und Einkauf. Der
Vorstand wird laufend über die Marktentwicklung informiert.
KUNDENRISIKO
Bei den Herstellern von PKWs und Nutzfahrzeugen handelt es sich um sehr große, international tätige Unternehmen. Zum Berichts-
zeitpunkt sind keine Entwicklungen erkennbar, die Zahlungsausfälle der großen OEM-Kunden oder anderer großer Tier-1-Kunden
erwarten lassen. Frauenthal Automotive beliefert auch einige kleinere Tier-1-Lieferanten, bei denen Zahlungsausfälle auftreten können.
Diese Kunden machen einen untergeordneten Anteil des Geschäftsvolumens aus, und es bestehen Maßnahmen zur Begrenzung dieses
Risikos. Die regelmäßig auftretenden Zahlungsverzögerungen bei kleineren Forderungsbeträgen konnten in der Vergangenheit immer
einvernehmlich mit dem Kunden gelöst werden. Für einen Großteil der Kunden besteht im Rahmen von Factoring-Verträgen eine
Kreditausfallversicherung. Insgesamt ist das Risiko von Forderungsausfällen bei Frauenthal Automotive gering, Schadensfälle im Bereich
mehrerer EUR 100.000 können nicht vollkommen ausgeschlossen werden. Die Situation wird aufgrund der Marktentwicklung im
Geschäftsjahr mit erhöhter Aufmerksamkeit verfolgt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind bei Frauenthal Automotive keine relevanten
Zahlungsausfälle aufgetreten.
Die Produktion der OEMs setzt das Funktionieren der gesamten Zulieferkette voraus. Solange COVID-19-Maßnahmen die Verfügbar-
keit von Personal gefährden und/oder Transportprobleme verursachen, ist das Risiko, dass es zu Produktionsunterbrechungen bei
einzelnen Kunden kommt, weil Lieferanten ausfallen, hoch. Die Auswirkungen für Frauenthal Automotive sind aufgrund der großen
Kundenanzahl gemildert, sofern keine Großlieferanten für die gesamte Industrie ausfallen sollten. Frauenthal Automotive muss liefer-
fähig bleiben, weil ansonsten hohe Vertragsstrafen drohen.
Frauenthal Automotive arbeitet mit einem Großteil der Kunden langjährig zusammen; dies umfasst auch die Mitarbeit an Produkt-
und Modelländerungen. Trotzdem erhöhen die Globalisierungsstrategie der OEM-Kunden und die Zollpolitik einiger Exportmärkte
(z. B. Brasilien, USA, China) das Risiko von Produktionsverlagerungen außerhalb Europas und steigern das Risiko, dass der Wettbewerb
durch außereuropäische Lieferanten zunimmt.
Darüber hinaus kann die Globalisierungsstrategie für Frauenthal Automotive zur Kundenforderung einer weltweiten Präsenz führen,
um die Stellung als Lieferanten bei einzelnen Kunden aufrecht zu erhalten bzw. um neue Kunden zu gewinnen. Mit den Standorten
in Kunshan (China) und Orangeburg (SC; USA) ist Frauenthal Automotive gut aufgestellt, um die Local-Content-Erfordernisse der
Kunden abzudecken.
13 KONZERNLAGEBERICHT
Im Bereich der Produktion von Fahrzeugkomponenten wie Druckluftbehälter, Schweiß-, Stanz- und Umformteilen und Pleuelstangen
werden üblicherweise ein- oder mehrjährige Lieferverträge abgeschlossen, die die Produkte und Konditionen definieren, aber keine
verbindlichen Liefermengen für den Gesamtzeitraum festlegen, da diese von der Marktnachfrage abhängen. In der Regel schließen die
Kunden keine sogenannten Single-Source-Verträge ab. Dies bedeutet, dass aus vertraglicher Sicht Kunden ihre Bestellungen in be-
stimmten, begrenzten Bandbreiten zu Wettbewerbern verlagern können. Faktisch ist es jedoch meist so, dass aus ökonomischen und
technischen Gründen für einen Großteil der Teilenummern Frauenthal der einzige Lieferant ist und die Kunden kurz- bis mittelfristig
keine Alternativlieferanten für einzelne Produkte haben. Der Abschluss und die Verlängerung von solchen Verträgen hängen von der
Wettbewerbsfähigkeit des Zulieferers ab. Die Kundenentscheidungen werden dabei primär durch die Preise und die Fähigkeit, durch
kontinuierliche Produktivitätsverbesserungen und auch Kostensenkungen an die Kunden weiterzugeben, bestimmt. Darüber hinaus
spielen Lieferfähigkeit, Produktqualität, Zuverlässigkeit und technische Kompetenz bei Neuentwicklungen eine Rolle. Im Produktbe-
reich der Business Unit Gnotec bestehen überwiegend Aufträge für den gesamten Produktlebenszyklus der Fahrzeugmodelle bzw.
Plattformen des Kunden, sodass die Prognose der Umsatzentwicklung eine höhere Verlässlichkeit aufweist als in den anderen Produkt-
bereichen.
In allen Produktbereichen können im Geschäftsjahr Aufträge für Neugeschäft, aber auch wichtige Folgeaufträge gewonnen werden.
Dies betrifft den europäischen, chinesischen und den US-Markt. Vor allem für den US-Markt werden im Berichtsjahr durch den Gewinn
von zwei bedeutenden Aufträgen die Grundlagen für die Entwicklung des Standortes in Orangeburg geschaffen.
Zwischen der Auftragserteilung, die in der Entwicklungsphase eines PKW- oder LKW-Modells erfolgt, und dem Produktionsanlauf kann
ein Zeitraum von mehreren Jahren liegen, in dem Kapital in Werkzeugen, Anlagevermögen oder Sicherheitsbeständen gebunden sein
kann. Frauenthal ist daher dem Risiko von Verzögerungen im Entwicklungs- und Markteinführungsprozess der Kunden und nicht
erreichten Vertriebszielen ausgesetzt. Diese Risiken werden durch genaues Monitoring der Kunden und durch entsprechende Zah-
lungsziele mit Werkzeug- und Maschinenlieferanten sowie Finanzierungslösungen im Anlagebereich abgemildert.
In der Business Unit Gnotec wird insbesondere seitens der Kunden des chinesischen Standortes gefordert, dass Gnotec in Zukunft die
Werkzeuge (vor allem Pressformen und Stanzwerkzeuge für die einzelnen Produkte) über den Verkaufspreis verrechnet und nicht wie
bisher in Europa üblich zur Gänze bei Produktionsbeginn. Dieses Abrechnungsmodell (SOT „Supplier Owned Tooling“) ist zwar profi-
tabel, könnte aber einen Anstieg des zu finanzierenden Working Capital verursachen. Im Falle von unerwarteten Absatzeinbrüchen
oder vertragswidrigem Verhalten der Kunden könnte auch die vollständige Amortisation der Werkzeuge über den Verkaufspreis ge-
fährdet sein. Das beschriebene potenzielle Risiko wird durch die Vereinbarung hoher Preisaufschläge für die Werkzeugkosten begrenzt.
Weiters wird dieses Modell nur mit Kunden praktiziert, zu denen eine strategisch starke Beziehung mit wechselseitigen Abhängigkeiten
besteht. Es bestehen ausreichende Finanzierungslinien zur Umsetzung dieses Modells, dem sich Gnotec aufgrund der Wettbewerbssi-
tuation nicht gänzlich entziehen kann.
Die bedeutendsten Risiken in den Kundenbeziehungen ergeben sich aus dem Markteintritt neuer Wettbewerber, die es den Kunden
erlauben, Preisdruck auszuüben. Obwohl die Kunden kurzfristig nur in Ausnahmefällen Volumen an Wettbewerber verlagern können,
kann sich Frauenthal Automotive dem kontinuierlichen Preisdruck der Kunden kaum entziehen, da die Ertragskraft der Fahrzeugher-
steller maßgeblich von den Einkaufspreisen und somit auch dem Preisdruck, den sie auf die Lieferanten ausüben können, bestimmt
ist. Um zu verhindern, dass OEM-Kunden aktiv Alternativlieferanten zu Frauenthal Automotive entwickeln, sind kontinuierliche Preis-
senkungen und daher kontinuierliche Produktivitätsverbesserungen ein Kernelement des Geschäftsmodells. Der Fokus der Investitionen
liegt daher auf produktivitätssteigernde Maßnahmen, die meist mit der Automatisierung von Produktionsprozessen erreicht werden.
Der Sanitär- und Heizungsgroßhandel ist geprägt von einer Vielzahl an Kunden aus der Installationsbranche, aber auch von größeren
Abnehmern wie Baumärkten, Bauträgern, öffentlichen Einrichtungen und Kommunen. Private Endabnehmer werden nicht direkt be-
liefert. Maßgeblich für den Geschäftserfolg sind kompetitive Einkaufspreise und Einkaufsbedingungen für das Handelssortiment, die
logistische Leistungsfähigkeit bei Warenverfügbarkeit und Zustellung sowie die Vorfinanzierungsfunktion durch den Großhändler.
Der Wettbewerb zwischen den Großhändlern kann bei einem aggressiven Kampf um Marktanteile zu einem Preisverfall führen; aller-
dings ist aufgrund anderer, stabilisierender Elemente der Kundenbeziehung (Warenverfügbarkeit, logistische Verlässlichkeit, Finanzie-
rung, technische Betreuung, Schnittstellenanbindung, Eigenmarken etc.) der Preis nicht allein ausschlaggebend, sodass den Risiken
des Preiswettbewerbs mit diesen Leistungskomponenten entgegengewirkt werden kann. Aufgrund ihrer führenden Marktposition,
des flächendeckend ausgebauten Standortnetzes und der logistischen Leistungsfähigkeit ist die Division Frauenthal Handel im Wett-
bewerb sehr gut positioniert und für viele Kunden bevorzugter Lieferant.
Die Kunden sind überwiegend Gewerbetreibende mit den für die Installationsbranche und für kleine Unternehmensgrößen charakte-
ristischen Zahlungsrisiken. Eine Analyse von Europas Gläubigerschutzorganisation Creditreform hat gezeigt, dass die Zahl der Firmenin-
solvenzen im Jahr 2020 auf ein Rekordniveau gesunken ist, und auch Privatinsolvenzen gab es so wenig wie zuletzt im Jahr 2006. Es
ist jedoch davon auszugehen, dass die große Insolvenzwelle im Jahr 2021 bevorsteht – spätestens dann, wenn staatliche Unterstüt-
zungen und Stundungen nachlassen.
Um diesen Risiken entgegenzuwirken, wird aktives Kundenrisikomanagement betrieben. Kundenratings und Kreditlimits werden lau-
fend beobachtet und angepasst, um Insolvenzrisiken frühzeitig zu erkennen. Unregelmäßigkeiten im Zahlungsverhalten der Kunden
werden konsequent verfolgt. Belieferungslimits, die laufend an das Zahlungsverhalten angepasst werden, reduzieren das Forderungs-
ausfallrisiko. Zusätzlich wird das Ausfallsrisiko von Zahlungen über Warenkreditversicherungen deutlich gemindert.
KONZERNLAGEBERICHT 14
PERSONALBESCHAFFUNGSRISIKEN
Die Maßnahmen zur Bekämpfung der COVID-19-Situation führen an einigen Standorten von Frauenthal Automotive zu vorüberge-
henden Personalengpässen – meist bedingt durch Quarantänemaßnahmen. Besonders betroffen sind die Standorte Čadca (Slowakei)
und Hustopeče (Tschechien). Auch die schwedischen Standorte sind, wenn auch in geringerem Ausmaß, betroffen. Durch den Einsatz
von Leiharbeitern, Zusatzschichten und Sonderfrachten kann die Kundenbelieferung jederzeit sichergestellt werden. Diese Maßnah-
men verursachen allerdings Zusatzkosten.
Abgesehen von der temporären Krisensituation ist der Personalmarkt in Tschechien und der Slowakei aufgrund des starken Wachstums
der Automobilindustrie in den CEE-Ländern (sowohl in OEM-Standorten als auch in der Zulieferindustrie) aus Arbeitgebersicht ungüns-
tig. Eine zunehmende Verknappung qualifizierter Arbeitskräfte ist prognostizierbar. Die Folgen dieser Entwicklung sind einerseits Lohn-
kostensteigerungen deutlich über den Produktivitätssteigerungen und zunehmende Risiken von Produktionsausfällen. Vor diesem Hin-
tergrund werden Gegenmaßnahmen ergriffen, die einerseits die Attraktivität von Frauenthal Automotive als Arbeitgeber steigern und
andererseits den Bedarf an Arbeitskräften durch Investitionen in Automatisierungsmaßnahmen reduzieren. Diese Maßnahmen zeigen
im Berichtsjahr bereits Wirkung. Schließlich stellt sich strategisch die Frage der Standortpolitik.
UMWELTRISIKEN
Die Unternehmen von Frauenthal Automotive erfüllen alle umweltrelevanten Auflagen, gesetzlichen Bestimmungen, Verordnungen
und Bescheide. Die MitarbeiterInnen werden über alle Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsbelange umfassend informiert und ge-
schult.
Die Standorte von Frauenthal Automotive sind industrielle, metallverarbeitende Betriebe, die auch teilweise thermische Verfahren
(Härten, Warmformung, Schweißen) in der Fertigung einsetzen. Daraus ergeben sich generell Risiken aus den Abfällen und Abwässern
dieser Betriebe.
Einige Standorte befinden sich auf Liegenschaften, die schon seit vielen Jahrzehnten als Industriestandorte genutzt werden. Die daraus
resultierende Kontamination von Böden verursacht in der Regel kein Umweltrisiko, solange keine Emissionen auftreten oder die um-
weltrelevanten Auflagen verändert werden. Für einige Standorte liegen Berichte aus einer Umwelt-Due-Diligence vor. Dem Manage-
ment sind potenzielle Umweltrisiken bekannt und es werden daher die geeigneten Maßnahmen zur Minimierung von Umweltrisiken
getroffen.
Generell hat sich nach dem Verkauf der Business Units Stahlfedern (im Jahr 2014) und U-Bolts (im Jahr 2018) das Risiko von Umwelt-
schäden für die Frauenthal-Gruppe reduziert. Die von Frauenthal Automotive aktuell betriebenen Standorte weisen aufgrund der
Produktionsprozesse ein geringeres Umweltrisiko auf. Aus den Kaufverträgen für die verkaufte Business Unit U-Bolts bestehen Um-
weltrisiken aufgrund der den Käufern gewährten Garantien. Diese sind betraglich und zeitlich limitiert. Zum Zeitpunkt der Berichtser-
stellung gibt es keine Hinweise, dass diese Garantien in Anspruch genommen werden könnten. Der Großteil der aus früheren Unter-
nehmensverkäufen bestehenden Garantien endete mit Ablauf der Garantiefrist am 31. Dezember 2019.
Die Division Frauenthal Handel ist im Handel von Sanitär-, Heizungs- und Installationsprodukten und seit 2020 auch im Handel von
Elektromaterial tätig. Die Gruppe verfügt über eine österreichweite Vertriebs- und Logistikinfrastruktur sowie einen eigenen Fuhrpark.
Das Lagersortiment beinhaltet 38.000 überwiegend technische Artikel. Im Sortiment sind keine gefährlichen Güter mit potenzieller
Belastung für die Umwelt enthalten. Es gibt sowohl im Sanitär- als auch Heizungssegment ein breites Handelssortiment an Artikeln,
die besonders umwelt-, energie- oder ressourcenschonend sind. Es sind diesbezüglich keine Umweltrisken bekannt. An einigen Logis-
tik-Standorten von Frauenthal Handel bestehen Umweltrisiken in Form von Lärmemissionen, die zu einer Einschränkung der Betriebs-
zeiten führen.
Für alle bekannten Risiken sind „Risk Owner“ definiert, die für das Management der Risiken zuständig sind. Über die Entwicklung der
Risiken wird sowohl in den regelmäßigen Risikoberichten als auch in monatlichen Management Reportings berichtet. Falls es Vor-
kommnisse gibt, die eine Änderung im Risikomanagement erfordern könnten, wird dies von den „Risk Owners“ an die jeweilige
Geschäftsführung und im Falle von bedeutenden Ereignissen an den Vorstand berichtet.
BETRIEBLICHE RISIKEN
Die COVID-19-Situation erfordert für einen noch nicht vorhersehbaren Zeitraum die Einrichtung von Schutzmaßnahmen zur Vermei-
dung von Infektionen in den Betrieben. Neben der Nutzung von Homeoffice in bestmöglichem Umfang werden entsprechend gesetz-
licher Vorgaben alle Schutzmaßnahmen umgesetzt. Dies kann in einzelnen Bereichen zu Produktivitätsverlusten führen. Der hohe
Automatisierungsgrad begrenzt dieses Risiko.
15 KONZERNLAGEBERICHT
Schmiedeteile (Pleuelstangen, Ausgleichswellen), Bremsdruckbehälter und Karosserieteile werden durch Erwärmung von Stahl, Um-
formprozesse (Schmiedehämmer, Pressen, Stanzen), teilweise Schweißen und anschließender Oberflächenbehandlung erzeugt.
Schmiede-, Schweiß-, Stanz- und Umformteile werden meist in hochautomatisierten Produktionsprozessen hergestellt. Bei all diesen
Prozessen gibt es Produktionsausfallsrisiken und Sicherheitsrisiken. Im Berichtsjahr waren diesbezüglich keine signifikanten Vorfälle zu
verzeichnen. Der Optimierung der Sicherheit in der Produktion wird über die gesetzlich erforderlichen Standards hinaus ein hoher
Stellenwert eingeräumt.
Durch Arbeits- und Verfahrensanweisungen, Schulungsmaßnahmen, laufende Instandhaltung und Überprüfung sowie durch den Ab-
schluss von Versicherungsverträgen werden Risiken möglichst minimiert.
Im Straßeneinsatz von Fahrzeugkomponenten können Qualitätsmängel in seltenen Fällen zu Materialbrüchen, undichten Bremssyste-
men oder frühzeitiger Korrosion führen. Ein umfassendes Qualitätssystem, das laufend intern und extern auditiert wird, verringert die
Wahrscheinlichkeit eines Schadenseintritts. Gleichzeitig sind für mögliche Schäden aus Produkthaftung und Rückrufmaßnahmen Ver-
sicherungen abgeschlossen worden. Die Versicherungssummen werden als ausreichend eingeschätzt.
Nicht versichert sind Gewährleistungskosten (Austausch fehlerhafter Produkte); diese können im Extremfall zu sehr hohen Ergebnis-
belastungen führen. Im Berichtsjahr gibt es diesbezüglich keine nennenswerten Vorfälle.
In der Division Frauenthal Handel wird Anfang 2020 die unternehmenseigene MitarbeiterInnen-App „BOXENFUNK“ eingeführt. Dieses
Instrument wird noch vor der COVID-19-Krise implementiert und ist daher vor allem bei Ausbruch der COVID-19-Pandemie ein essen-
zielles Tool, um MitarbeiterInnen stets zeitnah über aktuelle Maßnahmen zu informieren. Alle MitarbeiterInnen können damit nicht
nur am PC-Arbeitsplatz, sondern insbesondere über alle mobilen Endgeräte erreicht werden und auch untereinander kommunizieren.
Damit ist gewährleistet, dass wichtige Informationen in Echtzeit die gesamte Belegschaft erreichen – ergänzt durch Nachschlagebibli-
otheken, Umfragen und vieles mehr. Vor allem dient sie auch dazu, den sozialen Zusammenhalt trotz räumlicher Distanz nicht nur zu
erhalten, sondern sogar zu verstärken. Die Strategie, mit der die Division Frauenthal Handel der COVID -19-Pandemie begegnet, ist
und war davon geprägt, auf rasch wechselnde Rahmenbedingungen jeweils sofort zu reagieren und in vielem den Behörden und
öffentlichen Einrichtungen durch vorausschauendes, proaktives Krisenmanagement mehrere Schritte voraus zu sein.
Über alle verfügbaren Kommunikationskanäle und insbesondere über BOXENFUNK wurde und wird laufend informiert. Von ersten
Anzeichen der sich verbreitenden Pandemie im Februar über die betrieblichen Sicherheitsvorkehrungen, Details zu den behördlich
angeordneten Schließungen von Betriebsstätten, alles rund um das Thema Kurzarbeit bis zu Infektionsvorkommen im Unternehmen
wird anfangs in täglichen (!) Videobotschaften des Managements informiert, später mehrmals wöchentlich, woraus sich schließlich
entwickelt, dass nunmehr eine Nachricht des Managements jeden Freitag zu einer permanenten Einrichtung geworden ist.
Neben der konsequenten Einhaltung aller behördlichen Vorgaben setzt die Unternehmensgruppe eine Vielzahl an Eigeninitiativen, um
MitarbeiterInnen zu schützen und den Geschäftsbetrieb bestmöglich abzusichern. Maßnahmen, die in vielen anderen Unternehmen
erst wesentlich später eingeführt wurden, sind in der Division Frauenthal Handel bereits sehr früh etabliert: Aushänge, Abstandsmar-
kierungen, Masken-Tragen, Desinfektionsspender, Trennwände, aber auch ausgedünnte Anwesenheiten durch Wechseldienst, Tele-
Arbeit und nicht zuletzt die Einführung eines elektronischen Abstands-Warnsystems für alle 500 MitarbeiterInnen der stationären
Logistik, das akustische und optische Warnsignale abgibt, sobald zwei Personen einen definierten Mindestabstand unterschreiten und
im Fall einer gemeldeten Infektion eine sofortige Auswertung kritischer Nahkontakte der letzten Tage erlaubt.
Bereits seit August 2020 werden im Betrieb sowohl PCR-Gurgeltests als auch Antigen-Abstrich-Tests eingesetzt. Als „First Mover“
findet man diesbezüglich auch Resonanz in zahlreichen Medienberichten, etwa auch in der ORF-Sendung „Report“. Seit Ausbruch der
Pandemie bis Jahresende 2020 werden etwa 4 % aller Beschäftigten positiv auf das Corona-Virus getestet, wobei die gesetzten Maß-
nahmen zusammen mit einer konsequenten Kontakt-Rückverfolgung im Unternehmen bewirken, dass es in keinem einzigen dieser
Fälle zu einer Ausbreitung im Betrieb kommt.
Für die Ertragskraft der Frauenthal Handel sind kompetitive Einkaufsbedingungen und Einkaufspreise der Lieferanten von großer Be-
deutung. Einzelne dieser Lieferanten haben einen großen Marktanteil in Österreich und können daher nicht substituiert werden.
Gleichzeitig ist die Frauenthal Handel Gruppe aufgrund des größten und österreichweiten Vertriebs- und Logistiknetzwerks der we-
sentliche Partner in der Branche.
Die Verhandlung der Einkaufspreise ist Kernaufgabe des Top-Managements. Aufgrund der Marktstruktur ist Frauenthal Handel bestens
aufgestellt. Die Mitgliedschaft in der europaweiten Einkaufsgemeinschaft VGH sichert die Position gegenüber den Herstellern von
Sanitär- und Heizungsprodukten zusätzlich ab.
Im Bereich „Category Management“ wird die Koordination zwischen den Funktionen von Einkauf, Verkauf, Produktmanagement und
Disposition deutlich verbessert und ein neues Prognosesystem zur weiteren Optimierung der Bestellmengen und damit des Lagerbe-
standes bei gleichzeitiger Erhöhung der Verfügbarkeit eingeführt.
Die Sicherheit der IT-Systeme, insbesondere der Schutz vor unbefugtem Zugriff und Manipulationen, wird regelmäßig intern überprüft.
Aufgrund der zunehmenden internen und externen Vernetzung sind die Risiken in diesem Bereich steigend. Entsprechend werden
auch Maßnahmen zur Erhöhung des Schutzes vor unberechtigten Systemzugriffen verstärkt. Darüber wird auch regelmäßig dem Prü-
fungsausschuss berichtet.
KONZERNLAGEBERICHT 16
VERSORGUNGSRISIKO
Die COVID-19-Situation erhöht das Risiko des Ausfalls von Lieferanten, sei es durch Insolvenzen oder betriebliche Störungen. Dies kann
kurzfristig zu Produktionsunterbrechungen führen. Da die wesentlichen Lieferanten große Stahlkonzerne sind und in der Regel für alle
Materialien mehrere Alternativlieferanten zur Verfügung stehen, ist dieses erhöhte Versorgungsrisiko temporär begrenzt.
Die Verfügbarkeit von Stahl wird bei allen Produkten durch längerfristige Lieferverträge sichergestellt. Die Vormaterialien der Produk-
tion bestehen überwiegend aus Commodities, für die es weltweit zahlreiche Lieferanten gibt. Es bestehen im Falle möglicher Roh-
stoffverknappung und starker Preissteigerungen bei Stahl und Vormaterialien Versorgungsrisiken. Preisveränderungen bei Stahl wer-
den durch entsprechende Vereinbarungen mit den Kunden auf die Verkaufspreise abgewälzt, wobei es unterschiedliche Preisanpas-
sungsintervalle gibt, sodass bei rasch steigenden oder sinkenden Stahlpreisen vorübergehend Nach- bzw. Vorteile gegenüber den
kalkulierten Margen entstehen. Diese Effekte neutralisieren sich erfahrungsgemäß in einem mehrjährigen Betrachtungszeitraum.
Das Einkaufsmanagement von Vormaterialien nimmt jede Business Unit selbst wahr.
Energiekosten haben einen erheblichen Einfluss auf die Produktionskosten und damit auf die Ertragslage von Frauenthal Automotive,
da Energiepreisschwankungen nicht automatisch an die Kunden weitergegeben werden können. Teilweise bestehen Sicherungsge-
schäfte für den Strombezug. Im energieintensivsten Bereich (Frauenthal Powertrain) führen Erhöhungen der Stromtarife und Netzent-
gelte zu erheblichen Kostensteigerungen, die nicht automatisch an die Kunden weitergegeben werden können. Durch Maßnahmen
zur Verbesserung der Energieeffizienz und Preisverhandlungen mit den Kunden kann begrenzt gegengesteuert werden.
Versorgungsengpässe bei Vormaterialien oder Energie sind möglich. Für alle relevanten Vormaterialien gibt es mehrere Lieferanten,
allerdings kann es beispielsweise im Falle von technischen Betriebsstörungen bei einzelnen Großlieferanten zu kurzfristigen Engpässen
kommen. Es bestehen aber keine strategischen Abhängigkeiten.
EEG-UMLAGE POWERTRAIN
Aufgrund eines Formalfehlers bei der durch einen renommierten Berater vorbereiteten Antragstellung wurde die EEG-Förderung (Be-
grenzung der Energiekosten) für die Frauenthal Powertrain GmbH im Jahr 2018 versagt. Gegen den Bescheid wurde berufen. Die
Berufung wurde von der Behörde zurückgewiesen, womit der gerichtliche Berufungsweg beschritten werden muss. Knapp 50 % des
Schadens konnte durch Inanspruchnahme der Haftpflichtdeckung des Beraters geltend gemacht werden. Das Management erwartet
mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 50 %, dass eine vollständige Rückerstattung der Subvention für 2018 erfolgen wird, aller-
dings erst in mehreren Jahren, da voraussichtlich der volle Instanzenweg im gerichtlichen Berufungsverfahren beschritten werden
muss.
FINANZWIRTSCHAFTLICHE RISIKEN
In der COVID-19-Krise kommt es zu Liquiditätsbelastungen in allen Standorten und zu erhöhtem Finanzierungsbedarf. Es werden sehr
aktives Working Capital Management betrieben, Stundungen von Abgaben und Kredittilgungen in Anspruch genommen sowie ein
staatlich garantierter Kredit in Deutschland für die Business Unit Powertrain aufgenommen. Teilweise kommt es vor allem an Standor-
ten von Frauenthal Automotive zu Verschlechterungen der Covenants relevanter Kenngrößen in den Kreditverträgen. Es gibt aber zu
jedem Zeitpunkt eine offene und konstruktive Zusammenarbeit mit den langjährigen Bankpartnern, welche für bestmögliche Transpa-
renz sorgt. Zum Berichtszeitpunkt wurde allen Kredittilgungen und Stundungen von Abgaben, Steuern nachgekommen und es gibt
zum Berichtszeitpunkt keine Covenants-Brüche (vereinzelt wurden Covenants ausgesetzt). Im Juni 2020 wird die gesamte Division
Frauenthal Handel langfristig auf weitere fünf Jahre refinanziert. Die Finanzierung enthält eine endfällige (MEUR 13) und eine tilgende
Tranche (MEUR 20) sowie eine Betriebsmittellinie über MEUR 35. Des Weiteren wird eine COVID-19-Sicherheitslinie in Höhe von
MEUR 30 für ein Jahr abgeschlossen. Diese wird während der COVID-19-Krise im Geschäftsjahr 2020 nie in Anspruch genommen.
Die Finanzierung der Frauenthal-Gruppe wird einerseits durch Konsortialfinanzierungen mehrerer führender österreichischer Banken
auf Ebene der Division Frauenthal Handel und andererseits durch Finanzierungen von österreichischen Banken auf Business-Unit-Ebene
der Division Frauenthal Automotive bzw. durch eine führende schwedische Bank auf Business-Unit-Ebene Gnotec gesichert. Der chi-
nesische Produktionsstandort in China (Kunshan, nahe Shanghai) der Business Unit Gnotec verlängert alle seine Betriebsmittellinien
bei lokalen chinesischen Banken um ein weiteres Jahr. Von Gnotec Kunshan werden hauptsächlich chinesische Produktionswerke eines
europäischen PKW-Herstellers sowie ein großer chinesischer Automobilhersteller beliefert. Aufgrund des Produktportfolios (Umform-
teile und Schweißbaugruppen) sind hohe Vorfinanzierungen vor allem für Presswerkzeuge und Maschinen erforderlich. Die Finanzie-
rung des Standorts wird durch lokale Finanzierungen (Anlageleasing), durch lokale Betriebsmittellinien mit chinesischen Banken und
durch Darlehen der schwedischen Muttergesellschaft Gnotec AB gedeckt.
Alle Kredite der Frauenthal-Gruppe sind ohne Haftung seitens der Frauenthal Holding AG gewährt. Die Kredite sind langfristig mit
unterschiedlichen Laufzeiten bis 2028 und die Verzinsung ist variabel auf EURIBOR- bzw. STIBOR-Basis. Darüber hinaus stehen für
einen höheren Working-Capital-Bedarf ausreichend Betriebsmittellinien zur Verfügung. Der Liquiditätsbedarf, die Überwachung der
Einhaltung der Covenants und die Verhandlung von Anpassungen der Vereinbarungen mit den Banken an die aktuellen Bedürfnisse
werden im Rahmen der Treasury-Funktion von der Holding gesteuert und detailliert überwacht. Zusätzlich bestehen auf Ebene der
Frauenthal Holding Finanzierungslinien mit mehreren österreichischen Banken, von denen zum Bilanzstichtag MEUR 26 (ausgenutzt
MEUR 1,1) kurzfristig zugesagt waren und in Höhe von MEUR 24,9 nicht ausgenutzt waren.
17 KONZERNLAGEBERICHT
Der Konzern verfügt zum Bilanzstichtag über MEUR 176,3 zur Verfügung stehende Banklinien, davon Guthaben bei Kreditinstituten
iHv MEUR 54,0 sowie nicht ausgenutzte Banklinien iHv MEUR 122,3. Das Factoringvolumen beträgt MEUR 64,7. Zusätzlich bestehen
mit den beteiligten Banken langjährige gute Geschäftsbeziehungen. Damit war das Liquiditätsrisiko zum Bilanzstichtag niedrig.
Zentraler Bestandteil der Liquiditätsplanung der Unternehmen der Frauenthal-Gruppe ist die Aufrechterhaltung der Fähigkeit, den
externen und internen Zahlungsverpflichtungen stets nachzukommen.
Zinsänderungsrisiken für den Konzern sind in der Bilanz- und Finanzierungssituation Ende 2020 von Relevanz, da die Zinsbasis über-
wiegend auf 3-Monats-EURIBOR-Basis bzw. in Schweden auf 1-Monats-STIBOR-Basis vereinbart wurde. Die Zinsentwicklung und das
damit verbundene Risiko werden laufend überwacht. Da ein unerwartet rascher Anstieg der kurzfristigen Zinsen erhebliche negative
Auswirkungen auf die Refinanzierungskosten haben würde, bestehen für einen großen Teil des Finanzierungsvolumens Zinssicherun-
gen mittels SWAPs und CAPs.
Der Einfluss volatiler Währungen (CZK) ist gering, da im Wesentlichen in Euro fakturiert wird und auch der Einkauf der Vormaterialien
überwiegend in Euro erfolgt. Diese Währungsrisiken sind daher im Wesentlichen im Jahr 2020 ungesichert und unterliegen einer
ständigen Beobachtung.
Der Einfluss der ebenso volatilen Schwedenkrone ist im Wesentlichen auf nicht liquiditätswirksame Bewertungseffekte (Translationsri-
siko) beschränkt.
Die Analyse der abgeschlossenen Zinssicherungsgeschäfte und weitere Angaben zur Sensitivitätsanalyse von Währungs- und Zinsän-
derungen finden sich im Anhang unter dem Punkt 16 „Derivative Finanzinstrumente“, Punkt 29 „Derivative Finanzinstrumente und
Sicherungsbeziehungen“ sowie Punkt 45 „Finanzinstrumente und Risikoberichterstattung“, Abschnitt „Währungsänderungsrisiko“.
Aus der Finanzierungs- und Standortstruktur der Frauenthal-Gruppe ergeben sich finanzielle Risiken (dazu zählen Währungs-, Liquidi-
täts- und Zinsrisiken), die maßgeblichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können.
COMPLIANCE-RISIKEN
Als börsennotiertes Unternehmen hat die Frauenthal Holding AG ein umfangreiches Regelwerk im Bereich der Corporate Governance
und des Börse- und Wertpapierrechts zu befolgen. Der Österreichische Corporate Governance Kodex wird laufend um neue Regelun-
gen erweitert. Durch Schulungen und Berücksichtigung von Compliance bei der Zielvorgabe und Evaluierung von Führungskräften
sollen Compliance-Risiken reduziert werden. Die Gesellschaft verfolgt die permanente Einhaltung aller gesetzlichen Bestimmungen mit
hoher Priorität, um Verletzungen zu vermeiden, die gegebenenfalls erheblichen Schaden für die Reputation des Unternehmens sowie
gesetzliche Sanktionen nach sich ziehen könnten. Darüber hinaus wird die Einhaltung hoher ethischer Standards in den Geschäftsbe-
ziehungen als wichtiges Element einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Unternehmenspolitik betrachtet. Als Lieferant für alle großen
europäischen Nutzfahrzeughersteller wird das Compliance-Verhalten auch von den Kunden evaluiert. Im Prüfungsausschuss des Auf-
sichtsrats werden regelmäßig mögliche Compliance-Risiken analysiert und Maßnahmen zur Stärkung der Compliance im Konzern
besprochen. Im Berichtsjahr wurden die Verfahren zur Sicherung der Vertraulichkeit von Compliance-relevanten Informationen wei-
terentwickelt. Eine neue Compliance Richtlinie trat per 1. Jänner 2021 in Kraft.
RECHNUNGSLEGUNG
Es gibt klare und strenge Richtlinien betreffend die Dokumentation der betrieblichen Vorgänge im gesamten Konzern. Der Rechnungs-
legungsprozess in den Konzerngesellschaften obliegt der Verantwortung der lokalen Finanzleitung. Von dieser werden die laufenden
Monatsergebnisse unter Verwendung der Konsolidierungssoftware Cognos an die zentrale Finanzabteilung des Konzerns übermittelt.
Die konsolidierten Ergebnisse werden nach detaillierter Analyse und Rücksprache mit den Finanzverantwortlichen der Konzerngesell-
schaften im Monatsbericht an den Vorstand, den Aufsichtsrat und das gesamte Management-Team berichtet.
Ausführliche Erläuterungen des Managements der operativen Einheiten erklären den Geschäftsverlauf. Ein konzernweites Accounting
Manual und regelmäßige Schulungen der Finanzverantwortlichen dienen der Vereinheitlichung aller relevanten Buchungsmethoden
und der Einhaltung der jeweils aktuellen internationalen Rechnungslegungsvorschriften. Neue IFRS-Standards werden zentral in enger
Zusammenarbeit mit den lokalen Verantwortlichen für den ganzen Konzern eingeführt. Bei Neueinführung der IFRS-Standards werden
zusätzliche Schulungsmaßnahmen vorgenommen.
Es gibt eine durchgängige Unterschriftsregelung, die die Freigabe von Rechnungen zur Zahlung klar regelt. Die buchmäßige Erfassung
der Geschäftsfälle erfolgt grundsätzlich elektronisch. Entsprechend den individuellen Notwendigkeiten sind Zugriffsrechte einzelner
Benutzer zentral durch die jeweilige IT-Abteilung verwaltet. Das Ausmaß der Berechtigungen unterliegt einer ständigen Anpassung.
Die digitale Datensicherung erfolgt ebenfalls durch die lokalen IT-Abteilungen. Nach einem detaillierten Sicherungsplan werden ver-
schiedene Backups täglich, wöchentlich oder monatlich durchgeführt. Andere Dokumente werden in geeigneten Archiven entspre-
chend den gesetzlichen Fristen aufbewahrt.
In den operativen Einheiten erfolgt die Buchung von Geschäftsfällen laufend. Zahlungen werden wöchentlich durchgeführt.
KONZERNLAGEBERICHT 18
In den Gesellschaften sind durchgehend organisatorische Regelungen festgelegt, die gewährleisten, dass sämtliche buchungspflichti-
gen Geschäftsvorfälle in den Jahresabschluss einfließen. In Konzerngesellschaften mit voll integrierten ERP-Systemen werden bereits
bei der Bestellung von Waren automatisch interne Belege erstellt, die folglich einen routinemäßigen Freigabeprozess durchlaufen. Am
Ende des Monats überprüfen alle Finanzabteilungen die Vollständigkeit der Rechnungen. Um ein periodengenaues Bild der Finanzlage
zu erstellen, werden fehlende Rechnungen bei Bedarf abgegrenzt. Vor dem Bilanzstichtag werden von den wichtigsten Lieferanten
Bestätigungen zu den ausstehenden Beträgen eingeholt.
Um sicherzustellen, dass alle erforderlichen Rückstellungen gebildet werden, wird der aktuelle Geschäftsverlauf in den monatlichen
Managementmeetings mit dem Vorstand ausführlich besprochen und Maßnahmen abgeleitet. Das monatliche Berichtswesen bildet
die Basis für diese Besprechungen. Weiters hilft das eingeführte Vier-Augen-Prinzip in der Geschäftsführung alle künftig drohenden
Verbindlichkeiten zu erfassen.
Durch die intensive Kommunikation zwischen der zentralen Finanzabteilung und den Finanzverantwortlichen in den lokalen Gesell-
schaften werden Planabweichungen detailliert verfolgt.
Das monatliche Reporting beinhaltet detaillierte Abweichungsanalysen zu Ergebnissen, Bilanzpositionen und Cashflow-Statements der
einzelnen Segmente. Des Weiteren dient ein umfangreiches Kennzahlensystem der Erstellung interner Vergleiche über längere Zeit-
räume. Gegebenenfalls werden Auffälligkeiten einer detaillierten Analyse unterzogen. Den Themen Kundenbeziehung, Produktivität,
Liquiditätsmanagement und Personalstruktur wird dabei besondere Aufmerksamkeit geschenkt, wodurch mögliche Probleme vorzeitig
erkannt werden können. Der Vorstand initiiert in Abstimmung mit dem Prüfungsausschuss regelmäßig Projekte der internen Revision.
Die Cash-Bestände aller Konzerngesellschaften werden ständig beobachtet. Die Liquiditätsentwicklung wird dem Vorstand und den
Aufsichtsratsvorsitzenden wöchentlich, dem Aufsichtsrat und damit auch dem Prüfungsausschuss monatlich berichtet. Sichergestellt
wird die Korrektheit der Liquiditätsrechnung durch den monatlichen Abgleich von Cashflow-Statements und Bankständen. Den ope-
rativen Einheiten werden konkrete monatliche Liquiditätsziele vorgegeben; Abweichungen führen zu vordefinierten Berichts- und Ge-
nehmigungsprozessen.
Die Risikoverantwortlichen der identifizierten Risiken sind klar definiert und berichten in oberster Instanz an den Vorstand. Im mindes-
tens zweimal jährlich erstellten Risikobericht werden die Risiken aktualisiert, bewertet und dem Prüfungsausschuss vorgelegt.
E. BERICHT ÜBER DIE FINANZLAGE
Oberstes Ziel ist die Sicherstellung der Finanzierung der Geschäftsaktivität in beiden Divisionen. Planungen sind für beide Divisionen
unterschiedlich, da für die Division Frauenthal Handel im Wesentlichen nur die Situation in Österreich relevant ist, während für die
Division Frauenthal Automotive vor allem der gesamte europäische Automobilmarkt, aber auch China und marginal die USA relevant
sind.
Als Liquiditätsreserven dienen die freien Linien in der Frauenthal Holding AG sowie jene in allen Gesellschaften, diese belaufen sich
auf insgesamt MEUR 122,3 nicht ausgenutzter Rahmen. Wichtig ist die Risikoabschottung, also keine finanzielle Verflechtung zwischen
den beiden Divisionen. Alle Gesellschaften sind mit lokalen Banken finanziert, außer die Standorte in den USA.
Im Jahr 2020 kommt es aufgrund der COVID-19-Krise zu erheblichen Schwankungen bei der Liquidität bzw. zu einem höheren Liqui-
ditätsbedarf, so werden die vorhandenen Linien zum Teil sehr stark ausgenutzt. Es kommt aber nie zu gravierenden Liquiditätsengpäs-
sen, da man auch Stundungen von Tilgungen und Steuern nutzt. Die in der Division Frauenthal Handel zusätzlich im Jahr 2020 ver-
handelte Corona-Linie (Sicherheitslinie) über MEUR 30 wird nicht angegriffen, da Investitionen sehr stark zurückgefahren werden und
es ein sehr gutes Working Capital Management gibt.
19 KONZERNLAGEBERICHT
F. INNOVATIONSBERICHT
In den Produktbereichen findet Innovation durch Verbesserung von Materialeigenschaften, Optimierung von Produktionsprozessen,
Entwicklung neuer Produktdesigns und die Suche nach neuen Einsatzmöglichkeiten für existierende Produkte statt. Innovation von
Produktionsprozessen kann die Neugestaltung eines Fabriklayouts zur Optimierung des Produktionsflusses, die Investition in qualitäts-
und produktivitätssteigernde Anlagen, die Feinabstimmung des Produktionsverfahrens oder eine Standardisierung und Stabilisierung
einzelner Fertigungsschritte bedeuten. Innovation im Produktdesign bedeutet beispielsweise die Vormontage mehrerer Komponenten,
um so den Einbauaufwand beim Kunden zu reduzieren oder das Design so zu optimieren, dass Materialeinsatz und Kosten reduziert
werden können. Vor allem in der Business Unit Gnotec ist die enge Zusammenarbeit mit dem Kunden in der Optimierung des Pro-
duktdesigns von Bedeutung. Zu diesem Zweck sind bei mehreren Kunden Ingenieure von Gnotec vor Ort (sogenannte „Residential
Engineers“) tätig. Die Business Unit Powertrain entwickelt in Zusammenarbeit mit einem Stahlwerk eine verbesserte Stahlgüte, damit
die Bauteilmasse im Motor reduziert und dadurch eine höhere Effizienz des Motors erzielt wird. In einem „Innovation-Lab“ untersucht
Powertrain systematisch Produkte außerhalb des Antriebsstranges, die wettbewerbsfähig angeboten werden können. Aufgrund der
hohen Prozesskompetenz von Frauenthal Powertrain im Schmiedebereich bestehen dafür gute Chancen. Entscheidend ist, Produkte
zu finden, die auf den existierenden Anlagen effizient gefertigt werden können.
Auch für interne Prozesse werden Innovationen angestrebt, sofern dadurch Kosten- und Qualitätsfortschritte erzielbar sind. Im Bereich
der Airtanks wird an Produktdesigns mit geringerem Materialeinsatz (Kosten- und Gewichtsersparnis) gearbeitet. Bei diesen Sicher-
heitsteilen sind jedoch die Zustimmung der Kunden und die Genehmigung des TÜV für alle Produktinnovationen erforderlich.
Im Fertigungsprozess setzt Powertrain auf durchgängige Prozesssteuerung, um die Anlagennutzung zu steigern und Ausschuss zu
reduzieren. Innovative Werkzeugkonzepte werden mit deutlichen Kostenreduktionen bei verbesserter Produktqualität eingesetzt. In
Zusammenarbeit mit Lieferanten wurde in der Business Unit Powertrain ein Prozess entwickelt, der durch vollautomatisierte optische
Endkontrolle sowohl Geometrie- als auch Oberflächenfehler trennscharf erkennt. Dies ersetzt die manuelle Kontrolle bei reduziertem
Ausschuss. Die Produktinnovation bei Gnotec ist integraler Bestandteil des Geschäftsmodells: kreative Engineering-Lösungen sind ein
signifikanter Wettbewerbsfaktor. Das Know-how der Gnotec-Gruppe besteht in der Beherrschung und Optimierung der vielfältigen
Prozesse der Blechumformung für die Herstellung einfacher bis hochkomplexer Stahlteile vorwiegend für die Automobilindustrie. Die
Automatisierung der Schweißprozesse ist ein Innovationsschwerpunkt, der Produktivitätssteigerung bei gleichzeitiger Qualitätsverbes-
serung zum Ziel hat. An einem innovativen Prozess als Alternative zum herkömmlichen Schweißverfahren wird gearbeitet.
In der Division Frauenthal Handel werden laufend Prozessinnovationen in der Kundenabwicklung umgesetzt. Einfache Abwicklungen
wie digitaler Lieferschein, Bestellmöglichkeiten über Smartphone, Track & Trace, Lieferaviso und vor allem Warenverfügbarkeit schaffen
einen Mehrwert beim Kunden und sind ein wichtiger Teil der Kundenbindung. Durchgängige digitale Prozesse sind die Grundvoraus-
setzung für den hohen Anteil an fehlerfreien Lieferungen von über 99,7 % (OTIF) im Jahr 2020. Durch die laufende Verbesserung der
Attraktivität der Kundenwebshops (JÖAG, mySHT) kann der Umsatzanteil, der über den Shop abgewickelt wird, permanent ausgebaut
werden. Die personalintensiven regionalen Call Center werden dadurch entlastet und es bleibt mehr Zeit für aktive Beratung und
Verkauf.
G. AUSBLICK/AUSWIRKUNGEN COVID-19-KRISE
Der Fokus des Managements im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020 lag auf der Sicherung der Liquidität, der Stärkung der Kundenbe-
ziehungen und der Verbesserung der Kostenstruktur in beiden Divisionen Frauenthal Automotive und Frauenthal Handel.
In der Division Frauenthal Automotive, Business Unit Gnotec, sind durch die Optimierung der Standorte in Schweden, den Gewinn von
zwei Großaufträgen in den USA, den Gewinn eines neuen strategischen Kunden im PKW-Bereich und die rasche Integration der
Business Unit Airtanks in die Gnotec-Gruppe die Grundlagen für profitables Wachstum verbessert. In der Business Unit Powertrain
schafft die Schließung des Standortes in Roßwein eine wettbewerbsfähige Kostenstruktur bei Anpassung der Kapazitäten an ein re-
duziertes Marktvolumen. Schließlich ist Frauenthal Automotive in einer voraussichtlich von zahlreichen Insolvenzen geprägten Zulie-
ferindustrie als stabiler Partner der Kunden gut positioniert, um Marktanteile zu gewinnen. Die rasche Reaktion auf den Markteinbruch
im Geschäftsjahr 2020 und der Beginn der Markterholung ab dem 4. Quartal bewirken eine besser als zu erwartende Ergebnislage
und eine solide Liquidität. Auf dieser Basis und mit einer deutlich verbesserten Kostenstruktur ist der Ausblick für das Geschäftsjahr
2021 und danach positiv, obwohl die zweifellos bestehende hohe Unsicherheit der Marktentwicklung zum Berichtszeitpunkt große
Vorsicht vor allem in Hinblick auf Investitionen und liquiditätssichernde Maßnahmen verlangt. Gleichzeitig ist beabsichtigt, Wachs-
tumsprojekte durch Kapazitätsausbau voranzutreiben. Dies betrifft vor allem die Standorte der Gnotec-Gruppe in der Slowakei und
den USA.
KONZERNLAGEBERICHT 20
Die Division Frauenthal Handel hängt als Zulieferer des Baunebengewerbes mit einem leichten Zeitversatz direkt von der Baukonjunktur
ab. Die oft unterschiedliche Entwicklung im Neubau und der Renovierung sowohl im Teilbereich Wohnbau als auch im Bereich „übriger
Hochbau“ wirkt in Summe stabilisierend. Weitere Einflussfaktoren stellen die Investitionsneigung der öffentlichen Hand sowie das
private Konsumverhalten dar, wobei auch hier im Langzeitvergleich jeglicher konjunktureller Auf- bzw. Abschwung die Branche nur
zeitversetzt und stark abgeschwächt trifft. Aufgrund der aktuellen COVID-19-Pandemie und der durch die österreichische Bundesre-
gierung festgesetzten Maßnahmen zur Eindämmung besteht ein hoher Grad an Prognoseunsicherheit. Bei einer nachhaltigen Delle in
der Markt- und damit Umsatzentwicklung müssen Strukturkosten angepasst werden. Die Entwicklung der Geschäftstätigkeit wird
auch in den Folgejahren 2021/2022 durch starken Preiskampf im Wettbewerb bestimmt werden. Ziel ist es, durch Investitionen, Pro-
zessverbesserungen und Mitarbeiterschulungen das Kundenservice weiter zu verbessern und den Fokus auf den Kundennutzen zu
setzen. Sofern seitens der Regierung keine weiteren drastischen Maßnahmen gesetzt werden, z. B. neuerlicher Lockdown der Bau-
wirtschaft, oder Rückschläge bei der Impfstrategie eintreten, gehen wir von einer Fortsetzung der Entwicklung vom zweiten Halbjahr
2020 und 1. Quartal 2021 aus.
Im Bereich Business Development wird eine Akquisition in der Business Unit Gnotec, die das Kundenportfolio strategisch ergänzt,
angestrebt.
Die Frauenthal Holding AG versteht sich als strategischer Investor, der an der nachhaltigen Schaffung von Shareholder Value orientiert
ist. Wenn die Frauenthal-Gruppe aufgrund limitierter Ressourcen und Kompetenzen oder aufgrund von Risikopräferenzen weiteres
Wachstum in einem Bereich nicht mehr adäquat unterstützen kann oder will, sind strategische Verkäufe von Geschäftsbereichen unter
Berücksichtigung der aktuellen Marktlage Optionen, die sorgfältig evaluiert werden. Die Optimierung der Investitionszyklen ist für die
langfristige, kontinuierliche Wertsteigerung des Unternehmens wesentlich. Dabei ist Frauenthal jedoch an keine extern vorgegebenen
Kriterien gebunden.
Die Website (www.frauenthal.at) erscheint seit März 2021 in einem neuen modernen Bild, vor allem ist sie auf dem neuesten techni-
schen Stand. Auf der Website sind neben umfangreichen Informationen über das Unternehmen auch Berichte, Unterlagen zu Haupt-
versammlungen, Ad-hoc-Meldungen, Produktfotos etc. verfügbar. Der Corporate Governance Bericht der Frauenthal Holding AG ist
auf der Website unter Investor Relations/Corporate Governance abrufbar.
Wien, 22. April 2021
Frauenthal Holding AG
Mag. Erika Hochrieser Dr. Hannes Winkler Dipl.-Ing. Michael Ostermann
Vorstandsmitglied Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied
21 KONZERNABSCHLUSS
KONZERNABSCHLUSS FÜR 2020
FRAUENTHAL HOLDING AG
KONZERN-GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG
KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG
KONZERNBILANZ
KAPITALFLUSSRECHNUNG
ANLAGENSPIEGEL
SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
KONZERNANHANG
A. ALLGEMEINES
(1) INFORMATIONEN ZUM UNTERNEHMEN
(2) GRUNDLAGEN DER RECHNUNGSLEGUNG
(3) ERSTMALIG BZW. ZUKÜNFTIG ANZUWENDENDE
STANDARDS UND INTERPRETATIONEN
B. KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE
(4) KONSOLIDIERUNGSKREIS
(5) KAPITALKONSOLIDIERUNG
(6) WÄHRUNGSUMRECHNUNG
C. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN
(7) LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
(8) LATENTE STEUERN
(9) SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE UND
FINANZANLAGEN
(10) VORRÄTE
(11) FORDERUNGEN
(12) ZAHLUNGSMITTEL UND
ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE
(13) RÜCKSTELLUNGEN
(14) SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN
(15) VERBINDLICHKEITEN
(16) DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE
(17) ERTRAGSREALISIERUNG
(18) SCHÄTZUNGEN UND ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN
D. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ
(19) IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
(20) SACHANLAGEN
(21) NUTZUNGSRECHTE
(22) SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE UND
FINANZANLAGEN
(23) LATENTE STEUERN
(24) VORRÄTE
(25) FORDERUNGEN
(26) ZAHLUNGSMITEL UND
ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE
(27) EIGENKAPITAL
(28) VERBINDLICHKEITEN
(29) DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE UND
SICHERUNGSBEZIEHUNGEN
(30) RÜCKSTELLUNGEN
(31) EVENTUALVERBINDLICHKEITEN UND
VERBINDLICHKEITEN AUS
HAFTUNGSVERHÄLTNISSEN
E. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN-UND-
VERLUST-RECHNUNG
(32) UMSATZERLÖSE
(33) SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
(34) AUFWENDUNGEN FÜR MATERIAL UND SONSTIGE
BEZOGENE HERSTELLUNGSLEISTUNGEN
(35) PERSONAL
(36) ABSCHREIBUNGEN AUF IMMATERIELLE
GEGENSTÄNDE DES ANLAGEVERMÖGENS UND
SACHANLAGEN
(37) SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
(38) FINANZERFOLG
(39) ERTRAGSTEUERN
(40) ERGEBNIS JE AKTIE
F. ERLÄUTERUNGEN ZUR KAPITALFLUSSRECHNUNG
(CASHFLOW-STATEMENT)
(41) KAPITALFLUSS AUS DEM ERGEBNIS
(42) KAPITALFLUSS AUS DER OPERATIVEN
GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
(43) KAPITALFLUSS AUS DER INVESTITIONSTÄTIGKEIT
(44) KAPITALFLUSS AUS DER FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT
G. SONSTIGE ANGABEN
(45) FINANZINSTRUMENTE UND
RISIKOBERICHTERSTATTUNG
(46) SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
(47) ZIELE DES EIGENKAPITALMANAGEMENTS
(48) AKTIENOPTIONSPROGRAMM
(49) ANGABEN ÜBER DIE MITGLIEDER DER
UNTERNEHMENSORGANE
(50) ANGABEN ÜBER GESCHÄFTSFÄLLE MIT
NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN ODER PERSONEN
(51) ANGABEN ÜBER GESCHÄFTSFÄLLE NACH DEM
BILANZSTICHTAG
KONZERNABSCHLUSS 22
KONZERN-GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG
Anmerkung
in TEUR
2020
2019
(32)
UMSATZERLÖSE
874.045
951.292
Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen
-2.750
-694
Aktivierte Eigenleistungen
5
58
(33)
Sonstige betriebliche Erträge
10.421
22.973
(34)
Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen
-625.281
-674.562
(35)
Personalaufwand
-161.983
-171.896
(37)
Sonstige betriebliche Aufwendungen
-56.736
-60.071
EBITDA
37.720
67.100
(19,20,21,36)
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
-32.555
-31.971
(7)
Außerplanmäßige Abschreibungen
-8.818
-
Betriebserfolg (EBIT)
-3.653
35.129
(38)
Zinserträge
481
1.176
(38)
Zinsaufwendungen
-7.653
-7.493
(38)
Erträge aus dem Abgang von und Zuschreibungen zu Finanzanlagen
11
52
(38)
Finanzerfolg
-7.161
-6.265
ERGEBNIS VOR STEUERN
-10.814
28.864
(39)
Ertragsteuern
-3.856
-4.555
Ergebnis nach Steuern
-14.670
24.309
Jahresergebnis
-14.670
24.309
davon dem Mutterunternehmen zuzurechnender Ergebnisanteil
(Konzernergebnis)
-14.670
24.309
(40)
Ergebnis je Aktie
unverwässert
-1,70
2,82
verwässert
-1,70
2,81
KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG
Anmerkung
in TEUR
2020
2019
ERGEBNIS NACH STEUERN
-14.670
24.309
Gewinne und Verluste aus der Währungsumrechnung
986
-333
Cashflow-Hedges nach latenten Steuern
68
121
Summe der Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung
umgegliedert ("recycelt") werden
1.054
-212
(39)
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste Personalrückstellungen
1.516
-5.430
Summe der Posten, die nachträglich nicht in die Gewinn- und
Verlustrechnung umgegliedert ("recycelt") werden
1.516
-5.430
Sonstiges Gesamtergebnis
2.570
-5.642
Gesamtergebnis
-12.100
18.667
davon dem Mutterunternehmen zuzurechnender Gesamtergebnisanteil
-12.100
18.667
23 KONZERNABSCHLUSS
KONZERNBILANZ
Anmerkung
in TEUR
31.12.2020
31.12.2019
VERMÖGENSWERTE
Langfristige Vermögenswerte
(5,7,19)
Immaterielle Vermögenswerte
21.536
27.276
(21)
Nutzungsrechte Leasing
41.811
31.932
(7,20)
Sachanlagen
108.527
117.950
(9,22)
Finanzanlagen
40
35
(9,22)
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
2.288
2.144
(8,23)
Aktive latente Steuern
14.029
17.619
188.230
196.956
Kurzfristige Vermögenswerte
(10,24)
Vorräte
152.975
151.739
(11,25)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
24.499
33.734
(11,25)
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
3
490
(11,25)
Steuerforderungen
148
850
(11,25)
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
13.083
10.809
(11,25)
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte
8.041
7.323
(12,26)
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
54.027
40.325
252.775
245.270
Summe Vermögenswerte
441.006
442.225
EIGENKAPITAL UND SCHULDEN
Eigenkapital
(27)
Grundkapital
9.435
9.435
(27)
Kapitalrücklagen
21.548
21.754
(27)
Einbehaltene Ergebnisse
100.727
115.397
(27)
Sonstiges Ergebnis
-11.034
-13.604
(27)
Eigene Anteile
-6.273
-6.353
Eigenkapital der Eigentümer des Mutterunternehmens
114.404
126.630
Langfristige Schulden
(15,28)
Finanzverbindlichkeiten
62.154
66.048
(15,28)
Leasingverbindlichkeiten
27.157
16.962
(15,28)
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
0
173
(13,30)
Personalrückstellungen
62.501
63.551
(8,23)
Passive latente Steuern
3.023
3.502
(14,30)
Sonstige Rückstellungen
3.646
2.884
158.481
153.121
Kurzfristige Schulden
(15,28)
Finanzverbindlichkeiten
17.923
29.671
(15,28)
Leasingverbindlichkeiten
14.895
15.123
(15,28)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
86.912
86.817
(15,28)
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
7.885
4.792
(15,28)
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten
31.671
22.780
(28)
Steuerschulden
929
350
(14,30)
Sonstige Rückstellungen
7.906
2.941
168.121
162.474
Summe Eigenkapital und Schulden
441.006441.006
442.225
KONZERNABSCHLUSS 24
KAPITALFLUSSRECHNUNG
Anmerkung
in TEUR
2020
2019
Jahresergebnis
-14.670
24.309
Ergebnis aus Einigung im Zusammenhang mit einem früheren
Unternehmenserwerb
0
-13.549
Zinserträge und -aufwendungen
7.172
6.317
Ertragsteuern
3.856
4.555
Abschreibungen auf das Anlagevermögen
41.373
31.971
Zuschreibungen zum Anlagevermögen
-11
-52
Gewinne aus dem Abgang von Anlagevermögen
-117
-565
Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen
573
217
Veränderung langfristiger Rückstellungen
1.267
-3.496
Gezahlte Zinsen
-4.147
-3.970
Erhaltene Zinsen
379
423
Gezahlte Ertragsteuern
-413
-1.556
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen
-539
-77
(41)
Kapitalfluss aus dem Ergebnis
34.722
44.527
Veränderung Vorräte
-1.236
-1.680
Veränderung Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
9.235
10.479
Veränderung Forderungen verbundene Unternehmen
487
-490
Veränderung sonstiger Forderungen
-2.991
639
Veränderung kurzfristiger Rückstellungen
4.965
-251
Veränderung Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
95
-7.596
Veränderung sonstiger Verbindlichkeiten
12.137
1.944
Währungsumrechnungsbedingte Veränderungen
821
-1
(42)
Kapitalfluss aus der operativen Geschäftstätigkeit
58.236
47.571
(43)
Auszahlungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten
und Sachanlagen
-10.407
-20.023
Einzahlungen aus dem Verkauf von immateriellen Vermögenswerten
und Sachanlagen
231
1.010
Auszahlungen für den Erwerb von Finanzanlagen
-5
0
Auszahlungen aus dem Kauf von Wertpapieren
-133
0
Einzahlungen aus Einigung im Zusammenhang mit einem früheren
Unternehmenserwerb
0
6.150
(4,44)
Kapitalfluss aus der Investitionstätigkeit
-10.314
-12.863
Gewinnausschüttungen
0
-2.589
Verkauf eigene Anteile
20
70
Tilgung Leasing
-16.741
-16.178
Aufnahme von Krediten
37.464
27.662
Tilgung von Krediten
-54.963
-31.336
(45)
Kapitalfluss aus der Finanzierungstätigkeit
-34.220
-22.371
VERÄNDERUNG DER LIQUIDEN MITTEL
13.702
12.336
Anfangsbestand der liquiden Mittel
40.325
27.988
(26)
Endbestand der liquiden Mittel
54.027
40.325
25 KONZERNABSCHLUSS
ENTWICKLUNG DES EIGENKAPITALS
Sonstiges Ergebnis
Anmerkung
in TEUR
Grund-
kapital
Kapital-
rücklage
Einbehaltene
Ergebnisse
Währungs-
ausgleichs-
posten
Rücklage
Cash Flow
Hedges
Versicherungs-
mathematische
Gewinne/Verluste
gemäß IAS 19
Eigene
Anteile
EK der
Eigentümer
des Mutter-
unternehmens
Konzern-
kapital
Stand 01.01.2019
9.435
21.961
93.678
-5.081
-189
-2.692
-6.633
110.479
110.479
Jahresergebnis
24.309
24.309
24.309
Sonstiges Gesamtergebnis
-333
121
-5.430
-5.642
-5.642
Gesamtergebnis 2019
0
24.309
-333
121
-5.430
0
18.667
18.667
(27)
Gewinnausschüttung
-2.589
-2.589
-2.589
(27),(48)
Aktienoptionen
-207
280
73
73
Transaktionen mit Eigentümern
-207
-2.589
0
0
0
280
-2.516
-2.516
Stand 31.12.2019 = 01.01.2020
9.435
21.754
115.397
-5.414
-68
-8.122
-6.353
126.630
126.630
Jahresergebnis
-14.670
-14.670
-14.670
Sonstiges Gesamtergebnis
986
68
1.516
2.570
2.570
Gesamtergebnis 2020
0
-14.670
986
68
1.516
0
-12.100
-12.100
(27),(48)
Aktienoptionen
-206
80
-126
-126
Transaktionen mit Eigentümern
-206
0
0
0
0
80
-126
-126
STAND 31.12.2020
9.435
21.548
100.727
-4.428
0
-6.606
-6.273
114.404
114.404
KONZERNABSCHLUSS 26
ANLAGENSPIEGEL *
IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
in TEUR
Marken- und
Kundenbelie-
ferungsrechte
Kunden-
beziehungen,
Rechte,
Lizenzen
Firmenwerte
Entwicklungs-
aufwendungen
Summe
Anschaffungskosten / Herstellungskosten
Stand 01.01.2019
15.450
29.085
9.503
129
54.167
Kursdifferenzen
0
-202
0
0
-202
Zugänge
0
1.436
0
0
1.436
Abgänge
0
64
0
0
64
Umbuchungen
0
102
0
485
587
Stand 31.12.2019
15.450
30.357
9.503
614
55.924
Stand 01.01.2020
15.450
30.357
9.503
614
55.924
Kursdifferenzen
0
436
0
20
456
Zugänge
0
1.094
0
0
1.094
Abgänge
0
2.051
0
0
2.051
Umbuchungen
0
42
0
0
42
Stand 31.12.2020
15.450
29.878
9.503
634
55.465
Kumulierte Abschreibungen
Stand 01.01.2019
1.831
21.980
1.196
129
25.136
Stand 31.12.2019
1.883
25.061
1.196
508
28.648
Stand 01.01.2020
1.883
25.061
1.196
508
28.648
Stand 31.12.2020
6.460
25.710
1.196
563
33.929
Buchwerte 01.01.2019
13.619
7.105
8.307
0
29.031
Buchwerte 31.12.2019
13.567
5.296
8.307
106
27.276
Buchwerte 01.01.2020
13.567
5.296
8.307
106
27.276
Buchwerte 31.12.2020
8.990
4.168
8.307
71
21.536
Buchwerte 01.01.2019
13.619
7.105
8.307
0
29.031
Kursdifferenzen
0
-59
0
0
-59
Zugänge
0
1.436
0
0
1.436
Abgänge
0
0
0
0
0
Umbuchungen
0
102
0
143
245
Abschreibungen des Geschäftsjahres
52
3.288
0
37
3.377
davon planmäßige Abschreibung
52
3.288
0
37
3.377
Buchwerte 31.12.2019
13.567
5.296
8.307
106
27.276
Buchwerte 01.01.2020
13.567
5.296
8.307
106
27.276
Kursdifferenzen
0
-11
0
2
-9
Zugänge
0
1.094
0
0
1.094
Abgänge
0
0
0
0
0
Umbuchungen
0
42
0
0
42
Abschreibungen des Geschäftsjahres
4.577
2.253
0
37
6.867
davon planmäßige Abschreibung
77
2.253
0
37
2.367
davon außerplanmäßige Abschreibung
4.500
0
0
0
4.500
Buchwerte 31.12.2020
8.990
4.168
8.307
71
21.536
* Der Anlagenspiegel ist Teil des Konzernanhangs.
27 KONZERNABSCHLUSS
ANLAGENSPIEGEL *
SACHANLAGEN
in TEUR
Grundstücke
und Bauten
Technische
Anlagen
und Maschinen
Andere
Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts-
ausstattung
Geleistete
Anzahlungen
und Anlagen im
Bau
Summe
Anschaffungskosten / Herstellungskosten
Stand 01.01.2019
76.400
66.895
68.522
7.848
219.665
IFRS 16 Reklassifizierung
0
-4.296
-1.597
0
-5.893
Kursdifferenzen
-44
-101
33
-35
-147
Zugänge
1.363
4.482
7.677
5.792
19.314
Abgänge
1.062
183
3.359
0
4.604
Umbuchungen
509
11.565
-7.426
-5.235
-587
Stand 31.12.2019
77.166
78.362
63.850
8.370
227.748
Stand 01.01.2020
77.166
78.362
63.850
8.370
227.748
Kursdifferenzen
71
172
35
-34
244
Zugänge
637
1.329
3.988
3.360
9.314
Abgänge
752
2.292
4.746
-388
7.402
Umbuchungen
504
6.820
178
-7.544
-42
Stand 31.12.2020
77.626
84.391
63.305
4.540
229.862
Kumulierte Abschreibungen
Stand 01.01.2019
25.254
39.891
38.918
-67
103.996
Stand 31.12.2019
27.216
43.465
39.185
-67
109.799
Stand 01.01.2020
27.216
43.465
39.185
-67
109.799
Stand 31.12.2020
30.571
49.719
41.113
-67
121.336
Buchwerte 01.01.2019
51.146
27.004
29.604
7.915
115.670
Buchwerte 31.12.2019
49.950
34.897
24.665
8.437
117.950
Buchwerte 01.01.2020
49.950
34.897
24.665
8.437
117.950
Buchwerte 31.12.2020
47.055
34.672
22.192
4.607
108.526
Buchwerte 01.01.2019
51.146
27.004
29.604
7.915
115.670
IFRS 16 Reklassifizierung
0
-1.984
-101
0
-2.085
Kursdifferenzen
-44
-143
39
-35
-183
Zugänge
1.363
4.482
7.677
5.792
19.314
Abgänge
267
0
1.006
0
1.273
Umbuchungen
509
9.850
-5.369
-5.235
-245
Abschreibungen des Geschäftsjahres
2.757
4.312
6.179
0
13.248
davon planmäßige Abschreibung
2.757
4.312
6.179
0
13.248
Buchwerte 31.12.2019
49.950
34.897
24.665
8.437
117.950
Buchwerte 01.01.2020
49.950
34.897
24.665
8.437
117.950
Kursdifferenzen
33
189
1
-34
189
Zugänge
637
1.329
3.988
3.360
9.314
Abgänge
242
451
438
-445
686
Umbuchungen
504
6.820
178
-7.544
-42
Abschreibungen des Geschäftsjahres
3.827
8.112
6.202
57
18.198
davon planmäßige Abschreibung
2.785
4.945
6.093
57
13.880
davon außerplanmäßige Abschreibung
1.042
3.167
109
0
4.318
Buchwerte 31.12.2020
47.055
34.672
22.192
4.607
108.527
* Der Anlagenspiegel ist Teil des Konzernanhangs.
KONZERNABSCHLUSS 28
ANLAGENSPIEGEL *
NUTZUNGSRECHTE LEASING
in TEUR
Grundstücke
und Bauten
Fahrzeuge
Technische
Anlagen
und Maschinen
Andere
Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts-
ausstattung
Summe
Anschaffungskosten
Stand 01.01.2019
30.217
1.118
19
131
31.485
IFRS 16 Reklassifizierung
0
1.723
4.170
0
5.893
Kursdifferenzen
-11
-2
-15
-1
-29
Zugänge
10.873
1.914
285
760
13.832
Abgänge
550
567
16
0
1.133
Stand 31.12.2019
40.529
4.186
4.443
890
50.048
Stand 01.01.2020
40.529
4.186
4.443
890
50.048
IFRS 16 Modifizierungen
21.647
324
-10
3
21.963
Kursdifferenzen
-51
8
10
3
-30
Zugänge
2.415
705
688
588
4.396
Abgänge
1.378
372
125
122
1.997
Stand 31.12.2020
63.162
4.851
5.006
1.362
74.381
Kumulierte Abschreibungen
Stand 01.01.2019
0
0
0
0
0
IFRS 16 Reklassifizierung
0
1.495
2.313
0
3.808
Stand 31.12.2019
13.054
1.735
3.080
247
18.116
Stand 01.01.2020
13.054
1.735
3.080
247
18.116
Stand 31.12.2020
25.970
2.329
3.819
451
32.569
Buchwerte 01.01.2019
30.217
1.111
27
131
31.486
Buchwerte 31.12.2019
27.475
2.451
1.363
643
31.932
Buchwerte 01.01.2020
27.475
2.451
1.363
643
31.932
Buchwerte 31.12.2020
37.192
2.522
1.187
910
41.811
Buchwerte 01.01.2019
30.217
1.111
27
131
31.486
IFRS 16 Reklassifizierung
0
228
1.857
0
2.085
Kursdifferenzen
-10
-6
0
-2
-18
Zugänge
10.873
1.914
285
760
13.832
Abgänge
101
6
0
0
107
Abschreibungen des Geschäftsjahres
13.504
790
806
246
15.346
davon planmäßige Abschreibung
13.504
790
806
246
15.346
Buchwerte 31.12.2019
27.475
2.451
1.363
643
31.932
Buchwerte 01.01.2020
27.475
2.451
1.363
643
31.932
IFRS 16 Modifizierungen
21.647
324
-10
3
21.963
Kursdifferenzen
-60
-1
7
1
-53
Zugänge
2.415
705
688
588
4.396
Abgänge
0
-2
121
0
119
Abschreibungen des Geschäftsjahres
14.285
959
740
324
16.308
Buchwerte 31.12.2020
37.192
2.522
1.187
910
41.811
* Der Anlagenspiegel ist Teil des Konzernanhangs.
29 KONZERNABSCHLUSS
SEGMENTBERICHTERSTATTUNG*
STRATEGISCHE GESCHÄFTSFELDER
Frauenthal Automotive
Frauenthal Handel
Holdings und Sonstige
Konzern-Eliminierungen
Frauenthal-Gruppe
in TEUR
2020
2019
2020
2019
2020
2019
2020
2019
2020
2019
Außenumsatz
229.022
322.130
645.015
629.161
7
1
0
0
874.045
951.292
Innenumsatz
0
0
0
0
2.100
2.600
-2.100
-2.600
0
0
Umsatz gesamt
229.022
322.130
645.015
629.161
2.107
2.601
-2.100
-2.600
874.045
951.292
EBITDA
7.835
32.911
30.738
33.715
-852
474
0
0
37.720
67.100
Bereinigung Einmaleffekte
1)
-1.800
-10.974
0
0
0
-2.575
0
0
-1.800
-13.549
EBITDA bereinigt
1)
6.035
21.937
30.738
33.715
-852
-2.101
0
0
35.920
53.551
Abschreibungen
-15.861
-11.933
-25.044
-19.558
-468
-480
0
0
-41.373
-31.971
davon außerplanmäßige Abschreibung
4.318
0
4.500
0
0
0
0
0
8.818
0
Betriebserfolg (EBIT)
-8.026
20.978
5.694
14.157
-1.320
-6
0
0
-3.653
35.129
Betriebserfolg (EBIT) bereinigt
1) 2)
-5.508
10.004
10.194
14.157
-1.320
-2.581
0
0
3.366
21.580
Zinserträge
237
823
244
353
50
31
-50
-31
481
1.176
Zinsaufwendungen
-3.926
-3.818
-3.390
-3.260
-387
-446
50
31
-7.653
-7.492
Sonstiges Finanzergebnis
0
0
11
52
0
0
0
0
11
52
Ergebnis vor Steuern
-11.715
17.983
2.559
11.302
-1.657
-421
0
0
-10.814
28.864
Ergebnis vor Steuern bereinigt
1) 2)
-9.197
7.009
7.059
11.302
-1.657
-2.996
0
0
-3.795
15.315
Steuern vom Einkommen und Ertrag
-4.437
-2.826
-1.127
-2.058
1.376
661
331
-331
-3.856
-4.555
Ergebnis nach Steuern
-16.152
15.157
1.432
9.244
-281
240
331
-331
-14.670
24.309
Ergebnis nach Steuern bereinigt
1) 2)
-13.634
4.183
5.932
9.244
-281
-2.335
331
-331
-7.652
10.760
Investitionen
3)
4.198
11.373
6.185
8.581
24
69
0
0
10.407
20.023
Mitarbeiter
1.729
2.043
1.553
1.463
10
11
0
0
3.292
3.517
1) 2020: bereinigt um Sonderertrag iHv MEUR 1,8 aus einem Vergleich mit dem Berater bezüglich der EEG-Umlage
2019: bereinigt um Ergebnis aus Einigung im Zusammenhang mit einem früheren Unternehmenserwerb MEUR 13,5
2) 2020: bereinigt um außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund von Impairment in der Division Frauenthal Automotive und außerplanmäßige Abschreibung der Marke Prisma in der Division Frauenthal Handel
3) Im Geschäftsjahr 2020 und 2019 werden die Investitionen ohne Investitionen in Nutzungsrechte Leasing dargestellt. Darstellung ohne Finanzinvestitionen im Geschäftsjahr 2020 iHv 5 TEUR
* Die Segmentberichterstattung ist Teil des Konzernanhangs.
KONZERNABSCHLUSS 30
SEGMENTBERICHTERSTATTUNG*
STRATEGISCHE GESCHÄFTSFELDER
Frauenthal Automotive
Frauenthal Handel
Holdings und Sonstige
Konzern-Eliminierungen
Frauenthal-Gruppe
in TEUR
2020
2019
2020
2019
2020
2019
2020
2019
2020
2019
Fremdkapital
139.237
137.890
182.283
168.553
8.733
12.760
-3.652
-3.608
326.602
315.595
Vermögen
160.594
172.987
264.022
253.781
20.066
19.503
-3.676
-4.045
441.006
442.226
REGIONEN NACH STANDORTEN/GESELLSCHAFTSSITZ
Sachanlagen, Nutzungsrechte
Leasing und Immaterielles
Vermögen
Durchschnittliche Beschäftigte
in TEUR
2020
2019
2020
2019
Österreich
101.458
100.619
1.564
1.476
Deutschland
24.662
30.597
813
963
Schweden
20.244
20.691
362
405
Sonstige Länder
25.510
25.251
553
673
Frauenthal-Gruppe
171.874
177.158
3.292
3.517
* Die Segmentberichterstattung ist Teil des Konzernanhangs.
31 KONZERNABSCHLUSS
SEGMENTBERICHTERSTATTUNG*
UMSATZ IN REGIONEN NACH ENDKUNDEN
Frauenthal Automotive
Frauenthal Handel
Holdings und Sonstige
Frauenthal-Gruppe
in TEUR
2020
2019
2020
2019
2020
2019
2020
2019
Österreich
14.292
19.165
638.707
623.698
7
1
653.006
642.865
Deutschland
39.708
68.778
2.546
2.034
0
0
42.254
70.812
Frankreich
11.238
14.534
3
1
0
0
11.241
14.536
Schweden
60.714
84.175
0
0
0
0
60.714
84.175
Belgien
26.599
27.820
0
0
0
0
26.599
27.820
Sonstige EU
42.499
64.622
2.574
2.362
0
0
45.073
66.984
Sonstiges Europa
4.515
7.259
1.037
982
0
0
5.552
8.242
Amerika
10.373
15.035
91
74
0
0
10.464
15.109
Asien
17.736
19.931
8
2
0
0
17.744
19.933
Sonstige
1.348
811
50
7
0
0
1.398
818
Summe
229.022
322.130
645.015
629.161
7
1
874.045
951.292
* Die Segmentberichterstattung ist Teil des Konzernanhangs
33 KONZERNANHANG
KONZERNANHANG FÜR 2020
DER FRAUENTHAL HOLDING AG
A. ALLGEMEINES
(1) INFORMATIONEN ZUM UNTERNEHMEN
Die Frauenthal Holding AG ist im Firmenbuchgericht Wien unter FN 83990s registriert. Die Geschäftsanschrift lautet: Frauenthal
Holding AG, Rooseveltplatz 10, 1090 Wien, Österreich.
Die Frauenthal-Gruppe, ein österreichischer börsennotierter Mischkonzern, umfasst zwei Unternehmensbereiche. Die
Geschäftstätigkeit ihrer Konzerngesellschaften beinhaltet zum einen die Division Frauenthal Handel und zum anderen die Division
Frauenthal Automotive.
(2) GRUNDLAGEN DER RECHNUNGSLEGUNG
Die Aufstellung dieses Konzernabschlusses erfolgt in Anwendung von § 245a UGB nach international anerkannten
Rechnungslegungsgrundsätzen. Der Konzernabschluss der Frauenthal Holding AG („Frauenthal-Gruppe“, „Frauenthal Konzern“ oder
„der Konzernabschluss“) zum 31. Dezember 2020 wurde nach den Vorschriften der am Abschlussstichtag gültigen Richtlinien, des
vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in
der Europäischen Union anzuwenden sind, erstellt.
Die im Bericht dargelegten Berechnungen sind EDV-technisch ermittelt worden. Die Darstellung der Werte erfolgt mittels kaufmännisch
gerundeter Zahlen, weshalb sich Rundungsdifferenzen ergeben können. Aus diesem Grund kann die manuelle Berechnung von Werten
zu Abweichungen bei den ausgewiesenen Zwischen- und Gesamtsummen führen.
(3) ERSTMALIG BZW. ZUKÜNFTIG ANZUWENDENDE STANDARDS UND INTERPRETATIONEN
Sofern nicht nachfolgend anders angegeben, ergeben sich aus der zukünftigen Anwendung der folgenden geänderten Standards
voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss, da diese lediglich Klarstellungen betreffen oder nicht
anwendbar sind.
(3.1) Folgende neue bzw. geänderte Standards und Interpretationen wurden erstmalig im Geschäftsjahr 2020
angewendet
Neuer Standard oder Änderung
Datum der
Veröffentlichung
durch IASB
Datum der
Übernahme
in EU-Recht
Datum der
erstmaligen
Anwendung
laut EU-Recht
Änderung von IAS 1 Darstellung des Abschlusses und IAS 8
Rechnungslegungsmethoden: Definition von Wesentlichkeit
31.10.2018
29.11.2019
01.01.2020
Änderungen an IFRS 2, IFRS 3, IFRS 6, IFRS 14, IAS 1, IAS 8,
IAS 34, IAS 37, IAS 38, IFRIC 12, IFRIC 19, IFRIC 20, IFRIC 22
und SIC-32 zwecks Aktualisierung dieser Verlautbarungen im
Hinblick auf darin enthaltene Verweise auf das und Zitate aus
dem Rahmenkonzept oder zwecks Klarstellung, auf welche
Version des Rahmenkonzepts sie sich beziehen
29.03.2018
29.11.2019
01.01.2020
IBOR-Reform: Änderung von IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7
26.09.2019
15.01.2020
01.01.2020
Änderung von IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse:
Definition eines Geschäftsbetriebs
22.10.2018
21.4.2020
01.01.2020
KONZERNANHANG 34
(3.2) Folgende in EU-Recht übernommene IFRS Standards wurden bis zum Bilanzstichtag herausgegeben, sind aber
erst in späteren Berichtsperioden verpflichtend anzuwenden.
Neuer Standard oder Änderung
Datum der
Veröffentlichung
durch IASB
Datum der
Übernahme
in EU-Recht
Datum der
erstmaligen
Anwendung
laut EU-Recht
Änderung zu IFRS 4 Versicherungsverträge: Verschiebung von
IFRS 9
25.6.2020
15.12.2020
01.01.2021
Änderung von IFRS 16 Leasingverhältnisse: COVID-19
bedingte Mietzugeständnisse
28.05.2020
09.10.2020
01.06.2020
IBOR-Reform: Änderung von IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und
IFRS 16 – Phase 2
27.8.2020
13.01.2021
01.01.2021
Änderung von IFRS 16 Leasingverhältnisse: COVID-19 bedingte Mietzugeständnisse
Die Änderungen stellen eine Erleichterung in Bezug auf die Darstellung von Anpassungen des Mietzinses aufgrund der COVID-19-
Pandemie dar. Demnach können Effekte aus COVID-bedingten Änderungen im Mietzins entgegen den allgemeinen Regeln direkt in
der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden, wenn diese im Zeitraum bis Ende Juni 2021 fällig gewesen wären. Weitere
Informationen sind dem Punkt (33) Sonstige betriebliche Erträge zu entnehmen.
(3.3) Nachfolgende Standards sowie Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards, die vom IASB
herausgegeben wurden, sind im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 noch nicht verpflichtend
anzuwenden. Deren Anwendung setzt voraus, dass sie im Rahmen des IFRS-Übernahmeverfahrens
(„Endorsement“) der EU angenommen werden.
Neuer Standard oder Änderung
(Übernahme in EU-Recht ausstehend)
Datum der
Veröffentlichung
durch IASB
Datum der
erstmaligen
Anwendung
laut IASB
Änderungen von
• IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse
• IAS 16 Sachanlagen
• IAS 37 Rückstellungen, Eventualverbindlich-keiten und
Eventualforderungen
Jährliche Verbesserungen 2018-2020
14.5.2020
01.01.2022
IFRS 17 Versicherungsverträge inkl. Änderungen zu IFRS 17
vom 25.06.2020
18.05.2017
25.06.2020
01.01.2023
Änderung von IAS 1: Klassifizierung von Schulden als kurz-
oder langfristig
23.01.2020
01.01.2023
Änderung von IAS 1 Darstellung des Abschlusses und IFRS
Practice Statement 2: Offenlegung von Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden
12.02.2021
01.01.2023
Änderung von IAS 8 Rechnungslegungsmethoden,
Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen
und Fehler: Definition von rechnungslegungsbezogenen
Schätzungen
12.02.2021
01.01.2023
35 KONZERNANHANG
B. KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE
(4) KONSOLIDIERUNGSKREIS
Der Konsolidierungskreis wurde gemäß IFRS 10 festgelegt. Gegenüber dem 31. Dezember 2019 haben sich keine Änderungen bei den
Beteiligungsansätzen ergeben. Die Anzahl der einbezogenen Gesellschaften veränderte sich wie folgt:
NEUGRÜNDUNGEN
Sitz
Anteil am Kapital
Abschluss-
stichtag
mittelbar
unmittelbar
B&E Service GmbH
Wien, Österreich
100,00%
31.12.
Die B&E Service GmbH wurde im Geschäftsjahr 2020 neu gegründet.
VERSCHMELZUNGEN
Im Geschäftsjahr 2020 ist folgende Gesellschaft aus dem Konzern ausgeschieden:
Sitz
Anteil am Kapital
Abschluss-
stichtag
mittelbar
unmittelbar
Linnemann Schnetzer GmbH
Elterlein, Deutschland
100,00%
31.12.
Die Linnemann Schnetzer GmbH wurde in die Frauenthal Automotive Elterlein GmbH verschmolzen.
Die Anzahl der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften hat sich im Geschäftsjahr 2020 wie folgt verändert:
2020
Inland
Ausland
Gesamt
Einbezogen zum 31.12.2019
7
17
24
Neugründungen
1
0
1
Verschmelzungen
0
-1
-1
Einbezogen zum 31.12.2020
8
16
24
KONZERNANHANG 36
Folgende Unternehmen werden im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen:
Sitz
Anteil am Kapital
Abschluss-
stichtag
mittelbar
unmittelbar
Frauenthal Immobilien GmbH
Wien, Österreich
100,00%
31.12.
FRAUENTHAL HANDEL
Frauenthal Haustechnik Beteiligungs GmbH
Wien, Österreich
100,00%
31.12.
Frauenthal Service AG
Wien, Österreich
100,00%
31.12.
Frauenthal Handel GmbH
Wien, Österreich
100,00%
31.12.
SHT Haustechnik GmbH
Perchtoldsdorf, Österreich
100,00%
31.12.
1a Installateur-Marketingberatung für Gas-, Sanitär- und
Heizungsinstallateure GmbH
Wien, Österreich
100,00%
31.12.
OVI Online Vertrieb für Installateurbedarf GmbH
Chemnitz, Deutschland
100,00%
31.12.
B&E Service GmbH
Wien, Österreich
100,00%
31.12.
FRAUENTHAL AUTOMOTIVE
Frauenthal Automotive GmbH
Wien, Österreich
100,00%
31.12.
Frauenthal Automotive Elterlein GmbH
Elterlein, Deutschland
100,00%
31.12.
Frauenthal Automotive Hustopeče s.r.o.
Hustopeče, Tschechien
100,00%
31.12.
Frauenthal Automotive Service GmbH
Elterlein, Deutschland
100,00%
31.12.
Linnemann Schnetzer Beteiligungs GmbH
Elterlein, Deutschland
100,00%
31.12.
Frauenthal Powertrain Management GmbH
Plettenberg, Deutschland
100,00%
31.12.
Frauenthal Powertrain GmbH
Plettenberg Deutschland
100,00%
31.12.
Frauenthal Roßwein GmbH
Roßwein, Deutschland
100,00%
31.12.
Frauenthal Powertrain US LLC
Bloomfield Hills, USA
100,00%
31.12.
Gnotec AB
Göteborg, Schweden
100,00%
31.12.
Gnotec Asia Holding Ltd.
Hongkong, Volksrepublik
China
100,00%
31.12.
Gnotec Automotive Parts (Kunshan) Co. Ltd.
Kunshan, Volksrepublik
China
100,00%
31.12.
Gnotec Cadca s.r.o.
Cadca, Slowakei
100,00%
31.12.
Gnotec Sweden AB
Kinnared, Schweden
100,00%
31.12.
Gnotec Inc.
Orangeburg, USA
100,00%
31.12.
GNOTEC Germany GmbH
Hamburg, Deutschland
100,00%
31.12.
Die G – S Company, s.r.o mit Sitz in Bánovce nad Bebravou, Slowakei wurde am 23. Dezember 2020 gegründet und wird aufgrund
der untergeordneten Bedeutung nicht in die Konsolidierung einbezogen. Zum 31. Dezember 2020 werden mittelbar 100,00 % der
Anteile am Kapital gehalten.
Die Techno Heat GmbH mit Sitz in Wien, Österreich wurde am 7. August 2018 akquiriert und wird aufgrund der untergeordneten
Bedeutung nicht in die Konsolidierung einbezogen. Zum 31. Dezember 2020 werden mittelbar 100,00 % der Anteile am Kapital
gehalten.
Die Frauenthal Automotive Holding GmbH mit Sitz in Wien, Österreich, welche aufgrund der untergeordneten Bedeutung nicht in die
Konsolidierung einbezogen wird, befindet sich zum Stichtag 31. Dezember 2020 in Liquidation. Außer der zuletzt genannten
Gesellschaften gab es im Vorjahr keine weiteren Gesellschaften, die aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung nicht konsolidiert
wurden.
(5) KAPITALKONSOLIDIERUNG
Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Die Anschaffungskosten eines
Unternehmenserwerbs bemessen sich als Summe der übertragenen Gegenleistung, bewertet mit dem beizulegenden Zeitwert zum
Erwerbszeitpunkt, und der Anteile ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen Unternehmen. Bei jedem
Unternehmenszusammenschluss bewertet die Frauenthal Holding AG die Anteile ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen
Unternehmen entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens des
erworbenen Unternehmens. Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses angefallene Kosten werden als Aufwand erfasst.
Der den beizulegenden Zeitwert dieses Nettovermögens übersteigende Betrag der Anschaffungskosten wird als Firmenwert
ausgewiesen.
Firmenwerte aus dem Erwerb von Gesellschaften werden gemäß IFRS 3 nicht planmäßig abgeschrieben, sondern zumindest zu jedem
Bilanzstichtag auf ihren künftigen wirtschaftlichen Nutzen geprüft. In Höhe des Betrags, der nicht mehr durch den erwarteten
künftigen Nutzen gedeckt ist, ist eine erfolgswirksame außerplanmäßige Abschreibung vorzunehmen.
37 KONZERNANHANG
(6) WÄHRUNGSUMRECHNUNG
Die Umrechnung der in fremder Währung aufgestellten Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen
Tochterunternehmen in Euro erfolgt auf Basis des Konzepts der funktionalen Währung (IAS 21 „The Effects of Changes in Foreign
Exchange Rates“) nach der modifizierten Stichtagskursmethode.
Da die Tochtergesellschaften ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbständig betreiben, ist
die funktionale Währung identisch mit der jeweiligen Landeswährung der Gesellschaft. Im Konzernabschluss werden daher die
Aufwendungen und Erträge aus Abschlüssen von Tochterunternehmen, die in fremder Währung aufgestellt sind, zum
Jahresdurchschnittskurs, Vermögenswerte und Schulden zum Devisenmittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet.
Der sich aus der Umrechnung des Eigenkapitals ergebende Währungsunterschied wird mit der Währungsrücklage verrechnet. Die
Umrechnungsdifferenzen, die aus abweichenden Umrechnungskursen in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung resultieren, werden
ebenfalls erfolgsneutral in der Währungsrücklage ausgewiesen.
In den Einzelabschlüssen der Frauenthal Holding AG und der Tochterunternehmen, welche in den Konzernabschluss einfließen, werden
Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten zum aktuellen Tageskurs bewertet. Zum Bilanzstichtag eingetretene Kursgewinne
und -verluste werden erfolgswirksam berücksichtigt.
Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse der wichtigsten Währungen haben sich im Verhältnis zu EUR 1,00
wie folgt verändert:
1 EURO ENTSPRICHT
Stichtagskurs
Durchschnittskurs
31.12.2020
31.12.2019
2020
2019
Tschechische Republik
CZK
26,2450
25,4100
26,4440
25,6722
Schweden
SEK
10,0343
10,4468
10,4815
10,5824
Hongkong
HKD
9,5142
8,7473
8,8966
8,7692
China
CNY
8,0225
7,8205
7,8975
7,7237
USA
USD
1,2271
1,1234
1,1470
1,1195
KONZERNANHANG 38
C. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN
Die Jahresabschlüsse sämtlicher in den Konzernabschluss einbezogener Unternehmen werden entsprechend IFRS 10 nach einheitlichen
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt.
(7) LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Werthaltigkeitsprüfungen von Firmenwerten, sonstigen immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen werden bei Eintreten von
Impairmenttriggern bzw. für Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer (Marken) zumindest
einmal jährlich im 4. Quartal durchgeführt. Sie basieren grundsätzlich auf geschätzten künftigen abgezinsten Netto-Zahlungsströmen,
die aus der fortgesetzten Nutzung eines Vermögenswertes und seinem Abgang am Ende der Nutzungsdauer zu erwarten sind.
Faktoren wie geringere Umsatzerlöse und daraus resultierende niedrigere Netto-Zahlungsströme sowie Änderungen der verwendeten
Abzinsungsfaktoren können zu einer Wertminderung führen. Die Unsicherheit bezüglich des Eintritts der zugrunde gelegten Parameter
steigt an, je weiter die Planung in die Zukunft reicht. Die Bewertungen der Zahlungsmittel generierenden Einheiten basieren auf den
erwarteten Zahlungsströmen, die mit durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC) nach Unternehmenssteuern abgezinst werden.
Aufgrund der COVID-19 Pandemie als Impairmenttrigger wurden in der ersten Jahreshälfte für alle Cash Generating Units
(„zahlungsmittelgenerierende Einheit“ bzw. „CGU“) per 30.6.2020 Werthaltigkeitsprüfungen durchgeführt. Im Zuge dessen wurde
in der CGU Powertrain ein Wertminderungsbedarf, bei einem WACC nach Steuern von 7,01% (31.12.2019: 7,16%) iHv MEUR -4,3
festgestellt und Sachanlagen in dieser Höhe außerplanmäßig abgeschrieben. Als Basis für die Prüfung der Wertminderung wurde eine
Geschäftsplanung erstellt, deren mittelfristige Umsatzentwicklung auf Marktanalysen sowie internen Erwartungen beruhte. Diese
Analysen gingen zum 30.06.2020 davon aus, dass die Marktnachfrage bis zum Jahr 2023 wieder das Vorkrisenniveau des Jahres 2019
erreicht. Für die CGU Powertrain bedeutet dies (unter Berücksichtigung von auslaufenden Verträgen) nach dem starken
Umsatzrückgang im Jahr 2020 (ca -40 %) einen Umsatzanstieg im Jahr 2021 von +20 %, im Jahr 2022 von +8 % und im Jahr 2023
von +2 %.
In der zweiten Jahreshälfte 2020 kam es zum Beschluss sowie der Umsetzung, ein Werk der CGU Powertrain (Roßwein) zu schließen.
Dies stellte erneut einen Impairmenttrigger dar, weswegen eine Werthaltigkeitsprüfung per 31.12.2020 durchgeführt wurde. In der
Planung per 31.12.2020 sind aktuelle Erwartungen zur Marktentwicklung berücksichtigt, welche von einer langsameren Erholung in
den nächsten Jahren ausgehen. Aufgrund der Schließung des Werks in Roßwein und der damit verbundenen Kostenreduktion, wurden
trotz der gesunkenen Umsatzerwartungen durch den Werthaltigkeitstest die Buchwerte (unter Berücksichtigung der unterjährigen
Wertminderung iHv MEUR -4,3) der Vermögenswerte der CGU Powertrain keiner weiteren Wertminderung unterzogen. Der WACC
nach Steuern betrug zum 31.12.2020 7,02% (31.12.2019: 7,16%).
Für die SHT-Gruppe (SHT Haustechnik GmbH, 1a Installateur-Marketingberatung für Gas-, Sanitär- und Heizungsinstallateure GmbH),
die Gesellschaft Frauenthal Handel GmbH und die Gesellschaft Frauenthal Service AG wird ein gemeinsames Reporting erstellt, es gibt
eine gemeinsame Steuerung und Planung, und es werden alle wesentlichen Führungsentscheidungen von ein und demselben
Personenkreis getroffen. Es ergibt sich somit die CGU Handel.
Die Werthaltigkeit von Firmenwerten und Marken (= immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer) wurde mittels
DCF-Verfahren getestet. Der Bewertung liegt das im November 2020 erstellte Budget für 2021 sowie eine Mittelfristplanung bis 2025
zugrunde. Die Annahmen zur Marktentwicklung basieren sowohl auf internen Erfahrungswerten als auch renommierten externen
Marktstudien.
Für die CGU Handel geht man aufgrund der letztgültigen Prognosen für die Entwicklung der Bauwirtschaft in Österreich
(Euroconstruct) von einem moderaten Marktwachstum von 2,2 % (VJ: 1,3 %) und einer durchschnittlichen EBIT-Marge von 1,8% bis
2,0% (VJ: 1,6% bis 2,5%) in den Folgejahren aus. Der erzielbare Betrag der CGU wurde anhand des Nutzungswerts ermittelt. Der für
die CGU Handel mit einem WACC nach Steuern von 8,17 % (31.12.2019: 6,26 %) durchgeführte Wertminderungstest ergab keinen
Wertminderungsbedarf, da dort COVID-19 nur temporär negative Auswirkungen hatte. Bei den Marken- und
Kundenbelieferungsrechten ergab sich jedoch ein Wertminderungsbedarf iHv MEUR 4,5, da im Jahr 2020 beschlossen wurde, die in
dieser Position erfasste Marke Prisma vom Markt zu nehmen und durch die Eigenmarke ALVA zu ersetzen. Nach der außerordentlichen
Abwertung der Marke Prisma beträgt der Buchwert zum 31.12.2020 für Firmenwert und Marken MEUR 14,3 (31.12.2019: MEUR
18,8).
IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Erworbene und selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 38 aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass mit der
Nutzung des Vermögenswertes ein zukünftiger wirtschaftlicher Vorteil verbunden ist und die Kosten des Vermögenswertes zuverlässig
bestimmt werden können.
Entwicklungsaufwendungen der Frauenthal-Gruppe werden gemäß IAS 38 nur als selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte
aktiviert, wenn die Entwicklungskosten verlässlich bewertet werden können, das Produkt oder das Verfahren technisch und
kommerziell geeignet ist, ein künftiger wirtschaftlicher Nutzen wahrscheinlich ist und der Konzern sowohl beabsichtigt als auch über
genügend Ressourcen verfügt, die Entwicklung abzuschließen und den Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen. Sonstige
Entwicklungsausgaben werden im Gewinn oder Verlust erfasst, sobald sie anfallen. Aktivierte Entwicklungsausgaben werden zu
Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen bewertet. Ausgaben für Forschungstätigkeiten werden im Gewinn oder
Verlust erfasst, wenn sie anfallen.
39 KONZERNANHANG
Es wurden im Geschäftsjahr 2020 für Forschung und Entwicklung TEUR 35 (VJ: TEUR 75) ausgegeben, welche in den Aufwendungen
erfasst wurden.
Kundenbeziehungen sind als Ergebnis der Purchase Price Allocation in der Division Frauenthal Automotive bei der Firma Gnotec AB als
immaterielle Vermögenswerte aktiviert, die bereits vollständig abgeschrieben sind.
Die Position Marken- und Kundenbelieferungsrechte enthält einerseits im Zuge des Erwerbs der Division Frauenthal Handel erworbene
Marken, bei denen derzeit keine Änderungsabsichten bestehen, die laufend gepflegt werden, deren Nutzungsende nicht absehbar ist
und die daher eine unbestimmte Nutzungsdauer aufweisen. Weiters sind darin Kundenbelieferungsrechte für Installateure der Division
Frauenthal Handel enthalten, die bereits zum Zeitpunkt der Akquisition bestehende Kundenbelieferungsrechte beinhalten, derzeit
unbefristet sind und nur durch Kündigung beendet werden können. Die Abschreibung erfolgt entsprechend den Kündigungen dieser
Belieferungsrechte.
Die übrigen immateriellen Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten angesetzt und – bei
bestimmbarer Nutzungsdauer – entsprechend ihrer Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben.
in Jahren
Sonstige immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer
3 bis 10
SACHANLAGEN
Das gesamte Sachanlagevermögen unterliegt einer betrieblichen Nutzung und wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten
vermindert um planmäßige, nutzungsbedingte Abschreibungen bewertet. Die planmäßigen Abschreibungen werden nach der linearen
Methode vorgenommen. Geringwertige Vermögenswerte des Anlagevermögens, die aus steuerlichen Gründen in den lokalen
Abschlüssen sofort abgeschrieben werden, werden auch im Konzernabschluss aus Wesentlichkeitsgründen im Zugangsjahr voll
abgeschrieben und als Abgänge ausgewiesen.
Zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten zählen neben dem Kaufpreis und den direkt zurechenbaren Kosten, um den
Vermögenswert zu dem Standort und in den erforderlichen, vom Management beabsichtigten, betriebsbereiten Zustand zu bringen,
auch die geschätzten Kosten für den Abbruch und das Abräumen des Gegenstands sowie die Wiederherstellung des Standorts, an
dem er sich befindet. Besteht ein Vermögenswert des Sachanlagevermögens aus mehreren Bestandteilen mit unterschiedlichen
Nutzungsdauern, werden die einzelnen wesentlichen Bestandteile über ihre individuellen Nutzungsdauern abgeschrieben.
Die planmäßigen Abschreibungen für das Sachanlagevermögen unterliegen konzerneinheitlich nachfolgenden Nutzungsdauern:
in Jahren
Betriebs- und Geschäftsgebäude
10 bis 50
Technische Anlagen und Maschinen
5 bis 20
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
3 bis 10
Die Abschreibungsdauer richtet sich nach der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer. Im Zugangsjahr werden
Vermögenswerte des Sachanlagevermögens zeitanteilig abgeschrieben. Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen umfassen
neben den direkt zurechenbaren Kosten auch anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie produktions- bzw.
leistungserstellungsbezogene Verwaltungskosten.
Bei Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Wenn der Grund für eine früher durchgeführte
außerplanmäßige Abschreibung entfallen ist, erfolgt eine Zuschreibung auf die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten.
Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen enthalten alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie
angemessene Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten. Finanzierungskosten werden nur dann aktiviert, wenn es sich um
qualifizierte langfristige Vermögenswerte handelt. Die Finanzierungskosten werden dann als Teil der Anschaffungs- oder
Herstellungskosten angesetzt. Im Jahr 2020 wurden keine Finanzierungskosten für qualifizierte langfristige Vermögenswerte aktiviert.
Investitionszuschüsse werden gemäß Konzernrichtlinien direkt mit den Anschaffungskosten saldiert (Nettomethode). Für weitere
Informationen wird auf den Punkt (20) Sachanlagen verwiesen.
NUTZUNGSRECHTE
Gemäß IFRS 16 werden für Verträge aus Miet- und Leasingverhältnissen Nutzungsrechte bzw. Verbindlichkeiten angesetzt, welche
über die voraussichtliche Vertragsdauer abgeschrieben bzw. verzinst werden.
Die Laufzeiten der Verträge werden nach der voraussichtlichen Vertragsdauer unter Berücksichtigung von Verlängerungsoptionen und
Kündigungszeiten gewählt. Bei befristeten Verträgen wird die in dem Vertrag unterstellte Laufzeit gewählt. Die Vertragslaufzeiten
werden halbjährlich oder bei Vorliegen von Triggering Events überprüft. Bei der Erfassung der Verträge und bei der Kalkulation wird
darauf geachtet, Nebenleistungen wie zum Beispiel Betriebskosten getrennt von den Mieten und Leasingaufwendungen auszuweisen.
Die Ausnahme für kurzfristige Leasingverhältnisse (bis zu 1 Jahr) wird nicht in Anspruch genommen. Für ähnlich ausgestalte
Leasingverträge werden einheitliche Abzinsungssätze verwendet. Bei der Ansetzung von neuen Leasingverhältnissen hat sich die
Frauenthal-Gruppe dazu entschieden die Ausnahmeregelung für Leasingverhältnisse von geringem Wert anzuwenden.
KONZERNANHANG 40
(8) LATENTE STEUERN
Gemäß IAS 12 werden für alle temporären Differenzen zwischen dem Buchwert eines Vermögenswerts oder eines Schuldpostens und
seinem steuerlichen Wert latente Steuern bilanziert. Für alle zu versteuernden temporären Differenzen ist eine latente Steuerschuld
anzusetzen, es sei denn, die latente Steuerschuld erwächst aus dem erstmaligen Ansatz des Geschäfts- oder Firmenwertes oder dem
erstmaligen Ansatz eines Vermögenswertes oder einer Schuld bei einem Geschäftsvorfall, welcher kein
Unternehmenszusammenschluss ist und zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das bilanzielle Ergebnis (vor Ertragsteuern) noch
das zu versteuernde Ergebnis (den steuerlichen Verlust) beeinflusst.
Darüber hinaus werden gemäß IAS 12.34 zukünftige Steuerentlastungen aufgrund von steuerlichen Verlustvorträgen durch einen
Abgrenzungsposten berücksichtigt, wenn mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden kann, dass in Zukunft
steuerpflichtige Erträge in ausreichender Höhe zur Verrechnung mit den Verlustvorträgen zu erwarten sind. Soweit eine Verrechnung
nicht mehr wahrscheinlich ist, werden Wertberichtigungen vorgenommen. Aktive und passive Steuerlatenzen werden saldiert
ausgewiesen, soweit die Voraussetzungen nach IAS 12.74 vorliegen.
Bei der Beurteilung der Realisierbarkeit der latenten Steuern überprüft der Vorstand, ob es wahrscheinlich ist, dass alle aktiven latenten
Steuern realisiert werden.
(9) SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE UND FINANZANLAGEN
Die in den langfristigen finanziellen Vermögenswerten und Finanzanlagen ausgewiesenen Wertpapiere sind als „Finanzinstrument
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ gemäß IFRS 9 einzustufen und werden erfolgswirksam mit dem beizulegenden
Zeitwert bewertet. Die Wertermittlung erfolgt auf Basis der Rechnungskurse der entsprechenden Investmentfondsanteile.
Zinsen aus Wertpapieren werden periodengerecht abgegrenzt und im sonstigen Zinsergebnis ausgewiesen. Ergebnisse aus nicht
konsolidierten Beteiligungen und übrigen sonstigen Finanzanlagen werden im sonstigen Finanzergebnis dargestellt.
Im Geschäftsjahr 2020 sind die Zins-Caps aufgrund des positiven Marktwertes unter finanzielle Vermögenswerte ausgewiesen. Weitere
Informationen siehe Punkt (29).
(10) VORRÄTE
Die Bewertung der Vorräte an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen erfolgt zu Anschaffungskosten oder zu einem allfälligen niedrigeren
Nettoveräußerungswert zum Abschlussstichtag. Die Bewertung des Einsatzes und des Bestandes der Vorräte erfolgt nach dem
gleitenden Durchschnittspreisverfahren oder in einzelnen Fällen nach dem FIFO-Verfahren.
Unfertige und fertige Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten oder mit dem niedrigeren Nettoveräußerungswert am
Abschlussstichtag bewertet. Die Herstellungskosten umfassen die direkt zurechenbaren Kosten (Fertigungsmaterial und
Fertigungslöhne), anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsnahe Verwaltungsgemeinkosten.
Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer oder geminderter Verwertbarkeit ergeben, werden durch Abwertungen berücksichtigt.
(11) FORDERUNGEN
Forderungen werden gemäß IFRS 9 mit den fortgeschriebenen Anschaffungskosten, gegebenenfalls vermindert um
Wertberichtigungen, ausgewiesen. Fremdwährungsforderungen werden zum Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden gemäß dem Konzept der lebenslangen Kreditausfälle (erwarteten
Kreditausfälle aufgrund aller möglichen Ausfallereignisse während der erwarteten Laufzeit) bewertet. Hierfür wird im Rahmen einer
Wertberichtigungsmatrix mittels einer Vergangenheitsanalyse und der Einschätzung zukünftiger Entwicklungen der
Wertberichtigungsbedarf ermittelt. Erst bei Insolvenz oder erfolgloser rechtlicher Geltendmachung wird die Forderung ausgebucht.
Wertminderungen werden erfolgswirksam rückgängig gemacht.
(12) ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten im Wesentlichen Guthaben bei Banken und Kassenbestände, die zu
fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. Die Bewertung erfolgt zu Tageswerten am Bilanzstichtag.
(13) RÜCKSTELLUNGEN
LEISTUNGSORIENTIERTE PLÄNE
Sämtliche Sozialkapitalrückstellungen (Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen, Jubiläumsgelder) werden gemäß IAS 19
– Leistungen an Arbeitnehmer – nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ermittelt (Projected Unit Credit Method).
Pläne für Pensionen betreffen Leistungszusagen in Österreich, Deutschland und Schweden. Pläne für Abfertigungen betreffen
Leistungszusagen in Österreich.
Für zwei pensionierte Mitarbeiter österreichischer Firmen bestehen Einzelzusagen für eine Alterspension, welche nach Ablauf von
10 Dienstjahren bei der Gesellschaft gewährt wurden.
41 KONZERNANHANG
Angestellte, deren Dienstverhältnisse österreichischem Recht unterliegen, haben, wenn das betreffende Dienstverhältnis vor dem
1. Jänner 2003 begonnen und ununterbrochen mindestens 3 Jahre gedauert hat, Anspruch auf eine Abfertigung bei Auflösung des
Dienstverhältnisses bei Erreichen des gesetzlichen Pensionsalters und auch dann, wenn das Dienstverhältnis durch Kündigung seitens
des Dienstgebers endet. Die Höhe der Abfertigung ist abhängig von der Höhe des Bezuges zum Zeitpunkt der Auflösung und von der
Dauer des Dienstverhältnisses. Diese Ansprüche der Dienstnehmer sind daher wie Ansprüche aus leistungsorientierten Pensionsplänen
zu behandeln, wobei Planvermögen zur Deckung dieser Ansprüche nicht vorliegt.
In Österreich erhalten Mitarbeiter aufgrund von kollektivvertraglichen Vereinbarungen nach Erreichung eines bestimmten Dienstjahres
Jubiläumsgelder. Die Rückstellung für Jubiläumsgelder wurde gemäß den Bestimmungen des IAS 19 zu anderen langfristig fälligen
Leistungen ermittelt.
Mitarbeiter von deutschen Gesellschaften haben aufgrund von Betriebsvereinbarungen Anspruch auf eine Invaliditäts- und Altersrente,
die nach Ablauf von 10 Arbeitsjahren im Dienst des Unternehmens gewährt werden.
Mitarbeiter von schwedischen Gesellschaften haben aufgrund von Betriebsvereinbarungen Anspruch auf eine Betriebspension.
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste bei Pensions- und Abfertigungsrückstellungen werden sofort erfolgsneutral im
sonstigen Ergebnis sowie die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste von Jubiläumsgeldrückstellungen sofort
erfolgswirksam in der Erfolgsrechnung als Personalaufwand erfasst. Der laufende Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand
ausgewiesen. Der Zinsaufwand der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen wird in der Position Zinsaufwendungen
erfasst.
Die für die versicherungsmathematischen Berechnungen zugrunde gelegten Parameter sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen.
Rückstellungen für
Pensionen
Rückstellungen für
Abfertigungen und Jubiläumsgelder
Parameter
2020
2019
2020
2019
SCHWEDEN
Abzinsungsfaktor
1,20%
1,40%
n.a.
n.a.
Durchschnittliche Bezugs- bzw.
Pensionserhöhung
1,50%
1,70%
n.a.
n.a.
Duration
18 Jahre
18 Jahre
n.a.
n.a.
ÜBRIGE LÄNDER
Abzinsungsfaktor
0,80% - 0,90%
0,9% - 1,10%
0,80% - 0,90%
0,9% - 1,10%
Durchschnittliche Bezugs- bzw.
Pensionserhöhung
0,00% - 2,00%
0,00% - 2,00%
0,00% - 2,00%
0,00% - 2,00%
Duration
4 - 18 Jahre
5 - 19 Jahre
8 - 12 Jahre
9 - 12 Jahre
BEITRAGSORIENTIERTE PLÄNE
Von den leistungsorientierten Plänen, für welche Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen gebildet werden müssen, werden
beitragsorientierte Pläne unterschieden. Bei Beitragszusagen besteht der Aufwand lediglich aus den zu zahlenden Beiträgen und wird
direkt im Personalaufwand erfasst.
Für österreichische Mitarbeiter, deren Dienstverhältnis nach dem 31. Dezember 2002 begonnen hat, werden Abfertigungsansprüche
in ein beitragsorientiertes System einbezahlt (Mitarbeitervorsorgekasse).
Weitere Angaben zu Versorgungsplänen für Arbeitnehmer können dem Punkt (30) Rückstellungen entnommen werden.
(14) SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN
Diese Rückstellungen werden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken zum voraussichtlichen Erfüllungsbetrag bewertet und
dürfen nicht mit Erstattungen verrechnet werden. Der Erfüllungsbetrag wird auf der Basis einer bestmöglichen Schätzung berechnet.
Langfristige Rückstellungen werden abgezinst, wenn der Effekt hieraus wesentlich ist. Für Restrukturierungskosten im Zusammenhang
mit Werksschließungen werden Rückstellungen gebildet.
(15) VERBINDLICHKEITEN
Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode angesetzt.
(16) DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE
Die Frauenthal-Gruppe verwendet derivative Finanzinstrumente (Zinsswaps, -caps), um sich gegen Zinsänderungsrisiken bei variablen
Fremdfinanzierungen abzusichern. Des Weiteren gab es im Geschäftsjahr 2020 FX-Forwards für die Währung der Tschechischen Krone,
die unterjährig ausgelaufen sind. Derivate werden nicht als spekulative Anlagen eingesetzt. In Ausübung des einmaligen Wahlrechts
gemäß IFRS 9.7.2.21 wird Frauenthal IAS 39 für die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften weiter anwenden.
KONZERNANHANG 42
Die derivativen Finanzinstrumente werden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses und in den Folgeperioden mit dem beizulegenden
Zeitwert bewertet. Derivative Finanzinstrumente werden als langfristige Vermögenswerte oder langfristige Verbindlichkeiten
ausgewiesen, wenn die verbleibende Laufzeit des Instruments mehr als zwölf Monate beträgt und nicht erwartet wird, dass diese
innerhalb von zwölf Monaten realisiert oder abgewickelt wird. Der Ausweis erfolgt entsprechend der Marktbewertung unter den
sonstigen finanziellen Vermögenswerten oder sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten. Die Effektivität von Sicherungsbeziehungen
wird jeweils zu Beginn der Sicherungsbeziehung und durch regelmäßige Sicherstellung, ob zwischen dem gesicherten Grundgeschäft
und dem Sicherungsinstrument eine wirtschaftliche Beziehung besteht, geprüft.
Bei derivativen Finanzinstrumenten, die gemäß IAS 39 für eine Absicherung künftiger Zahlungsströme qualifiziert sind (Cashflow-
Hedge), wird die Veränderung des beizulegenden Zeitwertes des effektiven Teils des Sicherungsinstrumentes im sonstigen Ergebnis
ausgewiesen. Ein etwaiger ineffektiver Teil der Veränderung des beizulegenden Zeitwertes des Sicherungsinstrumentes wird ab Eintritt
der Ineffektivität ergebniswirksam erfasst. Bei Realisierung des gesicherten Grundgeschäftes erfolgt die ergebniswirksame Erfassung.
Zum 31.12.2020 sind keine derivativen Finanzinstrumente als Cashflow Hedge designiert.
Im Geschäftsjahr 2020 sind die Zins-Caps (sowie die FX-Forwards im Geschäftsjahr 2019) aufgrund des positiven Marktwertes unter
Sonstige finanzielle Vermögenswerte und der Zins-Swap aufgrund des negativen Marktwertes unter Sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten ausgewiesen. Weitere Informationen siehe Punkt (29).
(17) ERTRAGSREALISIERUNG
Umsatzerlöse aus Verkäufen von Produkten gemäß IFRS 15 werden mit dem Eigentums- bzw. Gefahrenübergang an den Kunden
erfasst, wenn ein Preis vereinbart oder bestimmbar ist und von dessen Bezahlung ausgegangen werden kann. Die Umsatzerlöse sind
abzüglich Skonti, Preisnachlässen, Kundenboni und Rabatten ausgewiesen. Zinsen sind unter Anwendung der Effektivzinsmethode
gemäß IFRS 9 erfasst worden und werden als solche in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesen.
Die Frauenthal-Gruppe realisiert Umsatzerlöse in der Division Frauenthal Handel als Großhändler mit eigenem Vertrieb zudem werden
die Produkte von Installateurpartnern an Endkunden veräußert und in der Division Frauenthal Automotive mit der Produktion von
Werkzeugen und Bauteilen für die Automotive-Kunden.
Division Frauenthal Handel:
Die Leistungsverpflichtung beschränkt sich immer nur auf das Handelsgeschäft und es gibt keine zusätzlichen Leistungsverpflichtungen
in den Kundenverträgen, bei der Lieferung oder innerhalb der angewendeten gesetzlichen Gewährleistungsfrist. Zusätzliche
Serviceangebote zu den Produktlieferungen werden dem Kunden nicht angeboten.
Ermessensabhängige Jahresprämien an Vertriebsmitarbeiter sind an den Unternehmenserfolg bzw. individuellen
Leistungsbeurteilungen gekoppelt, welche nicht als Vertragskosten aktiviert werden, da es sich nicht um zusätzliche Kosten für die
Vertragsanbahnung handelt und sie nicht unmittelbar an einzelnen identifizierbaren Verträgen geknüpft sind. Mit den Installateur-
Partnerbetrieben bestehen Jahresbonusvereinbarungen, die nicht fix an einzelne Aufträge gekoppelt sind.
Den Kunden werden branchenüblich kurze Zahlungsziele ohne signifikanter Finanzierungskomponente gewährt. Variable
Gegenleistungen gemäß IFRS 15, die zu einer Reduktion des Transaktionspreises führen, betreffen v.a. Jahresboni. Solche variablen
Kaufpreisanpassungen werden periodenrein abgegrenzt und von den Umsatzerlösen absaldiert. Die Erfassung von Jahresboni erfolgt
auf Einzelbasis. Sofern gegenüber einem Kunden, dem ein Jahresboni zuzuweisen ist, noch eine offene Forderung besteht, wird der
Boni gegen die offene Forderung absaldiert. Im Falle, dass keine offene Forderung besteht, wird künftig eine Vertragsverbindlichkeit
gebildet. Den Anforderungen des IFRS 15.50ff im Zusammenhang mit der Berücksichtigung von variablen Gegenleistungen im
Transaktionspreis wird damit bereits im Rahmen der Bilanzierung Folge geleistet. Auf Grund der vorherrschenden Einzelbetrachtung
sowie der klar definierten Jahresboni sind keine wesentlichen Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Abgrenzung vorhanden.
Rückgaberechte sind in der Division Frauenthal Handel nur von untergeordneter Bedeutung. Gemäß IFRS 15 erfolgt die Verbuchung
für erwartete Retouren wie folgt: Die Umsatzrealisierung findet grundsätzlich nur in der Höhe statt, in der es hochwahrscheinlich ist,
dass keine spätere signifikante Umsatzreversierung stattfinden wird. Der Wert der Retouren zum Stichtag wird auf Basis von
Erfahrungswerten ermittelt. Neben der Verbindlichkeit (Vertragsverbindlichkeit) für den abgegrenzten Umsatz wird zusätzlich auch ein
Vermögenswert für die erwarteten Retouren aktiviert. Die Kundenverträge enthalten keine Optionen zum vergünstigten Erwerb
zusätzlicher Güter, die in der Art ausgestaltet sind, dass sie eine separate Leistungsverpflichtung darstellen könnten.
Im Zusammenhang mit der Verbuchung von Retouren in der Division Frauenthal Handel wurden Vertragsverbindlichkeiten von
TEUR 813 (VJ: TEUR 568) und Vertragsvermögenswerte von TEUR 215 (VJ: TEUR 334) bilanziert.
Als Großhändler ohne eigene Produktion erfolgt die Umsatzrealisierung ausschließlich zeitpunktbezogen. Das Verschaffen der
Verfügungsmacht und damit der Kontrollübergang erfolgten mit der Auslieferung beim Kunden bzw. bei Abholung durch den Kunden
„ab Werk“.
Division Frauenthal Automotive:
Als Automotive Zulieferer erbringen die Gesellschaften in der Division Frauenthal Automotive sowohl die Produktion von Bauteilen als
auch von Werkzeugen für die Kunden. Da die CGUs für die gleichen Kunden die Bauteile und Werkzeuge erzeugen, wird insbesondere
untersucht, ob die Produktion als separate Leistungsverpflichtung zu beurteilen ist. Das bedeutet, ob die Werkzeuge als Einzelstück
(ohne Bauteil) verkauft werden können und ob der Kunde mit den Werkzeugen die Bauteile bei einem anderen Lieferanten fertigen
lassen kann.
43 KONZERNANHANG
Bei der Vertragsanalyse wurde festgestellt, dass kein gemeinsames Leistungsbündel aus Werkzeugen und Bauteilen vorliegt. In den
Fällen, in denen der Kunde auch das Werkzeug erhält, könnte er die Bauteile mit dem gelieferten Werkzeug von einem anderen
Lieferanten fertigen lassen bzw. es besteht die Möglichkeit, dass Werkzeuge ohne Bauteile verkauft werden können.
Es liegen somit separate Leistungsverpflichtungen iSd IFRS 15.27 vor, da die im Vertrag enthaltenen Güter bzw. Dienstleistungen
einzeln abgrenzbar sind. Die Erlösrealisierungen hat daher wie bisher für separate Leistungsverpflichtungen getrennt zu erfolgen.
Den Kunden werden branchenübliche Zahlungsziele zwischen 30 und 90 Tagen ohne signifikanter Finanzierungskomponente gewährt.
Negative variable Vergütungen wie z.B. Nomination Fees werden von den CGUs nicht geleistet. Aufgrund der Dauerverträge mit den
Automobilherstellern fallen in der Regel auch keine relevanten Vertragskosten an.
Wird ein Werkzeug durch eine der CGUs erstellt, so verbleibt dies grundsätzlich so lange im Eigentum der Gesellschaft, solange es
nicht an den Kunden übertragen wurde und in dessen Verfügungsmacht gelangt. Weiters besteht auch kein durchsetzbares Recht auf
Zahlung der erbrachten Leistung, solange der Kunde nicht über Eigentum bzw. Kontrolle verfügt. Eine zeitraumbezogene
Umsatzrealisierung scheidet somit ebenfalls aus und es ist die zeitpunktbezogene Umsatzrealisierung bei Lieferung des Werkzeugs
maßgeblich.
Im Rahmen der Bauteilproduktion stellen Lieferabrufe die konkrete Leistungsverpflichtung dar. Der Kunde erlangt die
Verfügungsmacht über seine Bauteile erst, nachdem diese geliefert wurden. Gleichzeitig entsteht auch erst zu diesem Zeitpunkt ein
Zahlungsanspruch in voller Höhe. Folglich erfolgt die Realisierung von Bauteillieferungen zeitpunktbezogen gemäß IFRS 15 im
Zeitpunkt der Verschaffung der Verfügungsmacht.
In den Divisionen Frauenthal Handel und Frauenthal Automotive bestehen erhaltene Anzahlungen für noch nicht erbrachte Leistungen;
die Vertragsverbindlichkeiten daraus betragen TEUR 3.956 (VJ: TEUR 2.655). Zusätzlich bestehen im Konzern Vertragsverbindlichkeiten
aus Bonusverpflichtungen von TEUR 12.260 (VJ: TEUR 6.230).
(18) SCHÄTZUNGEN UND ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN
Im Zuge der Erstellung des Konzernabschlusses muss der Vorstand Schätzungen vornehmen und Annahmen treffen, die die Höhe der
ausgewiesenen Vermögenswerte und Schulden, der angeführten Eventualforderungen und -verbindlichkeiten am Bilanzstichtag und
die Aufwendungen und Erträge während des Berichtszeitraumes beeinflussen können. Die tatsächlichen Werte können von diesen
Schätzungen abweichen.
Hinsichtlich Schätzungsunsicherheiten im immateriellen und Sachanlagevermögen wird auf die Ausführungen zu Impairmenttests
unter Punkt (7) Langfristige Vermögenswerte verwiesen.
Schätzungsunsicherheiten für Personalrückstellungen werden mittels Sensitivitäten unter Punkt (13) Rückstellungen behandelt.
Weitere Schätzungsunsicherheiten bestehen in den Vorräten, Forderungen und sonstigen Rückstellungen in betriebsgewöhnlichem
Umfang. Hinsichtlich Buchwerte, Wertberichtigungen und weiterer Details siehe Anhang Punkte (24), (25), (30).
KONZERNANHANG 44
D. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ
(19) IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Das immaterielle Vermögen beinhaltet Firmenwerte in Höhe von TEUR 8.306 (VJ: TEUR 8.306).
in TEUR
31.12.2019
Zugang
Abgang
Abschreibung
31.12.2020
Frauenthal Handel
8.306
0
0
0
8.306
Frauenthal Gruppe
8.306
0
0
0
8.306
Als weitere wesentliche Bestandteile des immateriellen Anlagevermögens sind Kundenbeziehungen, Marken- und
Kundenbelieferungsrechte und Lizenzen in den verschiedenen Teilkonzernen aktiviert. Die Position Marken- und
Kundenbelieferungsrechte enthält Markenrechte mit unbestimmter Nutzungsdauer in Höhe von TEUR 5.950 (VJ: TEUR 10.450). Im
Geschäftsjahr 2020 wurde außerplanmäßige Abschreibung iHv TEUR 4.500 der Marke Prisma in der Division Frauenthal Handel
vorgenommen.
Für weitere Informationen wird auf Punkt (7) Langfristige Vermögenswerte und den Anlagenspiegel – Entwicklung der immateriellen
Vermögenswerte verwiesen.
(20) SACHANLAGEN
Im Geschäftsjahr wurden außerplanmäßige Abwertungen iHv TEUR 4.318 vorgenommen. Für weitere Informationen wird auf Punkt
(7) Langfristige Vermögenswerte verwiesen.
Es wurden im Geschäftsjahr TEUR 19 (VJ: TEUR 0) an Investitionszuschüssen mittels der Nettomethode im Anlagevermögen verbucht.
Zum 31. Dezember 2020 bestehen Verpfändungen von Sachanlagevermögen zugunsten von Bankverbindlichkeiten in Höhe von TEUR
46.664 (VJ: TEUR 57.921).
(21) NUTZUNGSRECHTE
Die Frauenthal-Gruppe hat diverse Verträge, im Wesentlichen handelt es sich um Mieten von Immobilien in der Division Frauenthal
Handel. Durch die Anwendung von IFRS 16 werden für diese Verträge Nutzungsrechte und Verbindlichkeiten angesetzt, welche über
die voraussichtliche Vertragsdauer abgeschrieben sowie verzinst werden.
Die Laufzeiten der Verträge werden nach der voraussichtlichen Vertragsdauer unter Berücksichtigung von Verlängerungsoptionen und
Kündigungszeiten gewählt. Bei befristeten Verträgen wird die in dem Vertrag unterstellte Laufzeit gewählt.
Abschreibungen auf Nutzungsrechte werden in der Position „Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen“
der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen und betragen TEUR 16.308 (VJ: TEUR 15.347). Der Ausweis der Zinsaufwendungen
wird im Posten „Zinsaufwendungen“ dargestellt – diese betragen TEUR 1.036 (VJ: TEUR 895. Aus Leasingverhältnissen kam es in der
laufenden Periode zu einem Abfluss liquider Mittel in Höhe von TEUR 16.741 (VJ: TEUR 16.178).
Die Erlöse aus untervermieteten Grundstücken und Gebäuden betragen TEUR 381 (VJ: TEUR 543). Die Nutzungsrechte werden in der
Position Nutzungsrechte Leasing iHv TEUR 41.811 (VJ: TEUR 31.932) und die Verbindlichkeiten aus den Nutzungsrechten werden bei
den lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten iHv TEUR 42.052 (VJ: TEUR 32.085) dargestellt. Die Veränderung der
Nutzungsrechte respektive Verbindlichkeiten sind auf eine Aktualisierung der Einschätzung der Vertragslaufzeit bei unbefristeten
Mietverhältnissen sowie neuen Objekten hauptsächlich in der Division Frauenthal Handel sowie in Gnotec Schweden zurückzuführen.
Zum 31.12.2020 betragen die Aufwendungen für Leasingverhältnisse von geringem Wert TEUR 623 (VJ: TEUR 616).
Für weitere Informationen wird auf den Anlagenspiegel verwiesen. Die Fälligkeitsanalyse ist unter Punkt (45) Finanzinstrumente und
Risikoberichterstattung dargestellt.
(22) SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE UND FINANZANLAGEN
In der Position Sonstige finanzielle Vermögenswerte sind Wertpapiere und in der Position Finanzanlagen sind mehrere nicht
konsolidierte Beteiligungen enthalten. Diese werden gemäß IFRS 9 als „Finanzinstrument erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertet“ klassifiziert.
Im Frauenthal Konzern sind Wertpapiere in der Division Frauenthal Handel von TEUR 2.288 (VJ: TEUR 2.144) und Finanzanlagen von
TEUR 40 (VJ: TEUR 35) bilanziert. Im Geschäftsjahr 2020 sind die Zins-Caps von TEUR 0 (VJ: TEUR 0) aufgrund des geringfügigen
positiven Marktwertes unter finanzielle Vermögenswerte ausgewiesen. Weitere Informationen zu den Zins-Caps siehe Punkt (29).
45 KONZERNANHANG
(23) LATENTE STEUERN
Der Ermittlung der latenten Steuerabgrenzung liegt der jeweils gültige Steuersatz bzw. bei angekündigten Steuersatzänderungen der
künftig gültige Steuersatz zugrunde. Die Zusammensetzung der Steuerabgrenzung ist aus der folgenden Tabelle ersichtlich:
AUFGLIEDERUNG LATENTE STEUERN
2020
2019
in TEUR
Aktiva
Passiva
Aktiva
Passiva
Wertunterschiede in Bilanzpositionen
8.520
-6.869
11.913
-8.663
Immaterielle Vermögenswerte
0
-2.298
0
-3.572
Leasing
18
-221
19
-461
Sachanlagen
1.475
-4.317
2.309
-4.496
Sonstige Vermögenswerte
215
-31
285
-44
Personalrückstellungen
8.947
0
8.746
0
Sonstige Rückstellungen
601
-4
262
-55
Finanzverbindlichkeiten und Sonstige Schulden
187
0
292
-36
Abzüglich temporäre Wertunterschiede in Bilanzpositionen, für welche in
der Bilanz kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde
-2.923
0
0
0
Steuerliche Verlustvorträge und Beteiligungsabschreibungen
11.113
0
12.770
0
Steuerliche Verlustvorträge und Beteiligungsabschreibungen
31.922
0
30.318
0
Abzüglich Verlustvorträge und Beteiligungsabschreibungen, für welche in
der Bilanz kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde
-20.808
0
-17.548
0
Passive Latente Steuern "Periodiseringsfond"
0
-1.758
0
-1.904
Gnotec Gruppe
0
-1.758
0
-1.904
Aktive/Passive Steuerabgrenzungen
19.633
-8.627
24.684
-10.567
Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen gegenüber
derselben Steuerbehörde
-5.604
5.604
-7.065
7.065
Stand der latenten Steuern per 31.12.
14.029
-3.023
17.619
-3.502
VERÄNDERUNG LATENTE STEUERN
2020
2019
in TEUR
Aktiva
Passiva
Aktiva
Passiva
Stand der latenten Steuern per 1.1.
17.619
-3.502
19.267
-4.596
Ergebnisneutrale Veränderung
der latenten Steuerabgrenzungen
-721
-221
2.161
0
davon aus versicherungsmathematischen Gewinnen/Verlusten
Personalrückstellungen
-691
0
2.135
0
davon auf Cashflow Hedges
-22
0
-9
0
davon aus Währungsumrechnung
-8
-221
35
0
Ergebniswirksame Veränderung
der latenten Steuerabgrenzungen
-2.869
701
-3.809
1.094
Stand der latenten Steuern per 31.12.
14.029
-3.023
17.619
-3.502
Es gibt im Frauenthal Konzern drei verschiedene Steuergruppen, wobei bei der österreichischen Gruppe als Umlagemethode die
Belastungsmethode angewandt wird und bei den beiden deutschen Steuergruppe ein Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen
wurde.
KONZERNANHANG 46
Unternehmen in Schweden dürfen jährlich eine Steuerrücklage bilden („Periodiseringsfond“) - maximal 25 % des Ergebnisses vor
Steuern können in diese Rücklage eingestellt werden. Jede Dotierung bildet eine eigene Rücklage, die innerhalb von 6 Jahren
verbraucht und im Einkommen ausgewiesen werden muss. Ziel dieser Regel ist es, den Unternehmen eine Möglichkeit zu bieten
Verluste mit Vorjahresgewinnen zu verrechnen. In den schwedischen Gesellschaften beträgt die Rücklage zum 31. Dezember 2020
MSEK 85,6 (MEUR 8,5) (VJ: 96,5 (MEUR 9,2)), auf die passive latente Steuern gebildet wurden.
Nur für jene Verlustvorträge, die in einem Zeitraum von 5 Jahren verwertet werden können, wurden aktive latente Steuern gebildet.
Im Konzern wurden wegen mangelnder zukünftiger Verwertbarkeit auf folgende Verlustvorträge keine aktiven latenten Steuern
gebildet, welche einen zusätzlichen Aktivposten in Höhe von TEUR 20.808 (VJ: TEUR 17.548) ergeben würden:
in TEUR
2020
2019
Nicht aktivierte Verlustvorträge Körperschaftsteuer
75.342
63.907
Nicht aktivierte Verlustvorträge Gewerbesteuer
57.512
49.213
Fehlender zusätzlicher Aktivposten
20.808
17.548
Die nicht aktivierten steuerlichen Verlustvorträge der Körperschaftsteuer iHv TEUR 75.342 (VJ: TEUR 63.907) und der Gewerbesteuer
iHv TEUR 57.512 (VJ: TEUR 49.213) können auf unbegrenzte Dauer verwendet werden. Aufgrund mangelnder zukünftiger
Wahrscheinlichkeit der Verwertung wurden nicht auf alle vorhandenen temporären Differenzen latente Steuern gebildet
(Wertberichtigung gem. IAS 12.29 iHv TEUR 2.923 (VJ: TEUR 0).
Die Saldierung von aktiven und passiven latenten Steuern erfolgt entsprechend den Voraussetzungen von IAS 12.74. Eine detaillierte
Darstellung der Entwicklung der Steuerabgrenzung sowie des Steuerertrages ist unter Punkt (39) abgebildet.
(24) VORRÄTE
Der ausgewiesene Vorratsbestand setzt sich wie folgt zusammen:
in TEUR
2020
2019
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
11.564
14.617
Unfertige Erzeugnisse
6.208
7.398
Fertige Erzeugnisse und Waren
135.145
129.441
Geleistete Anzahlungen
58
283
Vorräte
152.975
151.739
Die wertberichtigten Vorräte sind folgender Tabelle zu entnehmen:
in TEUR
2020
2019
Stand Wertberichtigungen Vorräte am 1.1.
8.896
6.774
Kursdifferenzen
55
-5
Zuführungen (Aufwendungen für Wertberichtigungen)
438
2.384
Verbrauch
-19
-263
Auflösungen
-4
5
Stand Wertberichtigungen Vorräte am 31.12.
9.365
8.896
Der Anstieg der Wertberichtigungen resultiert hauptsächlich aus der Materialpreisbewertung in der ÖAG.
Zum 31. Dezember 2020 bestehen Verpfändungen von Vorräten zugunsten von Bankverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 13.119
(VJ: TEUR 18.340).
47 KONZERNANHANG
(25) FORDERUNGEN
Sämtliche Forderungen sind kurzfristig und haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Die Forderungen setzen sich wie folgt
zusammen:
in TEUR
2020
2019
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (netto)
24.499
33.734
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
3
490
Steuerforderungen
148
850
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
13.083
10.809
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte
8.041
7.323
Forderungen
45.773
53.206
Die Position Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 24.499 (VJ: TEUR 33.734) ist im Vergleich zum Vorjahr
um TEUR 9.235 gesunken. Dies resultiert im Wesentlichen aus geringeren Umsätzen zum Jahresende in der Division Frauenthal
Automotive und der Nutzung von Factoring in beiden Divisionen zur Senkung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. In
der Position Sonstige finanzielle Vermögenswerte sind insbesondere Forderungen gegenüber Finanzämtern und diverse sonstige
Forderungen in der Division Frauenthal Handel und Division Frauenthal Automotive enthalten. Die Ausfallswahrscheinlichkeit der
sonstigen finanziellen Vermögenswerte ist als gering einzustufen und ist aufgrund der betraglichen Unwesentlichkeit nicht angegeben.
In der Position Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte sind vor allem Vorauszahlungen enthalten.
Zum 31. Dezember 2020 bestehen Verpfändungen von Forderungen zugunsten von Bankverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 27.721
(VJ: TEUR 27.421).
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich folgendermaßen entwickelt:
in TEUR
31.12.2020
31.12.2019
Bruttoforderungen aus Lieferungen und Leistungen
29.636
37.496
Wertberichtigungen
-5.138
-3.762
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (netto)
24.499
33.734
Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:
in TEUR
2020
2019
Stand Wertberichtigungen Forderungen am 1.1.
3.762
3.431
Kursdifferenzen
5
1
Zuführungen
3.300
1.252
Verbrauch
-749
-729
Auflösungen
-984
-84
Veränderung aufgrund Neubewertung Expected Credit Loss (IFRS 9)
-196
-109
Stand Wertberichtigungen Forderungen am 31.12.
5.138
3.762
Der Anstieg der Wertberichtigungen ist hauptsächlich auf die Bildung von zusätzlichen Wertberichtigungen aufgrund der
Bonitätsverschlechterungen durch die COVID-19 Krise zurückzuführen.
Forderungen werden gemäß IFRS 9 mit den fortgeschriebenen Anschaffungskosten, gegebenenfalls vermindert um
Wertberichtigungen, ausgewiesen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden gemäß dem Konzept der lebenslangen
Kreditausfälle (erwarteten Kreditausfälle aufgrund aller möglichen Ausfallereignisse während der erwarteten Laufzeit) bewertet. Zur
Ermittlung der erwarteten Kreditverluste wird der vereinfachte Ansatz nach IFRS 9 angewendet. Demzufolge werden für Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen, die die Kriterien gemeinsamer Risikoeinstufungen und Überfälligkeitstage entsprechen,
Wertberichtigungen in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste gebildet.
KONZERNANHANG 48
Die Wertberichtigung für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31. Dezember 2020 wurde wie folgt ermittelt.
WERTBERICHTIGUNG DER FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
überfällig
31.12.2020
nicht überfällig
1-30 Tage
31-60 Tage
61-90 Tage
über 91 Tage
Gesamt
Bruttowerte in TEUR
20.612
2.838
1.982
1.763
2.441
29.636
Erwartete Verluste
0,6%
21,1%
62,9%
89,8%
65,4%
17,3%
Wertberichtigung in TEUR
114
598
1.246
1.583
1.596
5.138
Die Wertberichtigung für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31. Dezember 2019 wurde wie folgt ermittelt.
WERTBERICHTIGUNG DER FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
überfällig
31.12.2019
nicht überfällig
1-30 Tage
31-60 Tage
61-90 Tage
über 91 Tage
Gesamt
Bruttowerte in TEUR
26.261
5.239
1.819
1.405
2.771
37.496
Erwartete Verluste
0,2%
7,9%
50,4%
82,4%
44,0%
10,0%
Wertberichtigung in TEUR
52
416
916
1.158
1.219
3.762
Hinsichtlich des wertberichtigten Bestands der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind zum Abschlussstichtag noch keine
Tatsachen bekannt, dass wesentliche Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden.
EVENTUALFORDERUNGEN
Die Frauenthal-Gruppe wies zum 31. Dezember 2019 Eventualforderungen von ca. MEUR 4 aus. Aufgrund eines Formalfehlers bei der
durch einen renommierten Berater vorbereiteten Antragstellung wurde die EEG-Förderung (Begrenzung der Energiekosten) für die
Frauenthal Powertrain GmbH im Jahr 2018 versagt. Gegen den Bescheid wurde berufen. Die Berufung wurde von der Behörde
zurückgewiesen, weshalb der gerichtliche Berufungsweg beschritten wurde. Laut Einschätzungen von spezialisierten Anwälten
bestehen Chancen auf eine positive Berufungsentscheidung im gerichtlichen Berufungsweg, der vermutlich aber mehrere Jahre dauern
kann. Darüber hinaus wurde versucht, den Schaden durch Inanspruchnahme der Haftpflichtdeckung des Beraters zu mindern.
Diesbezügliche Verhandlungen führten im Geschäftsjahr 2020 zu einem Vergleich und der Abgeltung eines Teils des Schadens
iHv MEUR 1,8 durch den Berater. Das Management erwartet mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 50 %, dass eine vollständige
Rückerstattung der Subvention für 2018 erfolgen wird, wenn auch gegebenenfalls erst in mehreren Jahren. Es bestehen somit zum
31. Dezember 2020 weiterhin Eventualforderungen von ca MEUR 2.
(26) ZAHLUNGSMITEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE
in TEUR
31.12.2020
31.12.2019
Guthaben bei Kreditinstituten
53.943
40.219
Kassenbestände
84
106
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
54.027
40.325
Zum 31. Dezember 2020 bestehen Verpfändungen von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten zugunsten von
Bankverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 8.796 (VJ: TEUR 5.962).
(27) EIGENKAPITAL
GRUNDKAPITAL
Die Entwicklung des Eigenkapitals im Geschäftsjahr 2020 ist in der Tabelle „Entwicklung des Eigenkapitals“, Beilage IV dargestellt.
Das zum Bilanzstichtag per 31. Dezember 2020 im Firmenbuch eingetragene Grundkapital beträgt EUR 9.434.990,00 (VJ: EUR
9.434.990,00) und ist zur Gänze eingezahlt. Das Grundkapital verteilt sich auf insgesamt 7.534.990 auf Inhaber lautende Stückaktien
und 1.900.000 auf Namen lautende Stückaktien, die nicht zum Börsenhandel zugelassen sind. Jede Aktie ist am Grundkapital im
gleichen Umfang beteiligt. Jede Stückaktie gewährt das Recht auf eine Stimme in der Hauptversammlung der Gesellschaft. Der auf
eine Stückaktie entfallende anteilige Betrag am Grundkapital beträgt EUR 1,00.
49 KONZERNANHANG
Der Vorstand wurde in der ordentlichen 28. Hauptversammlung vom 30. Mai 2017 ermächtigt, für die Dauer von fünf Jahren (a) das
Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats um insgesamt höchstens EUR 4.717.495,-- durch Ausgabe von bis zu
4.717.495 auf Inhaber und/oder auf Namen lautenden Stückaktien mit Stimmrecht gegen Bareinlagen oder gegen Sacheinlagen
einmal oder mehrmals zu erhöhen, (b) hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre gegebenenfalls dann
ganz oder teilweise auszuschließen, wenn das Grundkapital (i) zum Zweck der Durchführung eines Programms für
Mitarbeiterbeteiligung oder eines Aktienoptionsplans einschließlich von Mitgliedern des Vorstands und leitenden Angestellten jeweils
der Gesellschaft oder von mit dieser verbundenen Unternehmen, (ii) sonst gegen Bareinlage, wenn in Summe der rechnerisch auf die
gegen Bareinlage unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien entfallende Anteil am Grundkapital der Gesellschaft die
Grenze von 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung nicht übersteigt, oder (iii) gegen
Sacheinlagen, insbesondere von Unternehmen, Unternehmensteilen, Betrieben, Teilbetrieben oder Anteilen an einer oder mehreren
Gesellschaften oder anderen mit einem Akquisitionsvorhaben im Zusammenhang stehender Vermögensgegenstände oder zum Erwerb
sonstiger Vermögensgegenstände (einschließlich Forderungen Dritter gegen die Gesellschaft oder mit der Gesellschaft verbundenen
Unternehmen), erhöht wird sowie (c) mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Art der neu auszugebenden Aktien (auf Inhaber und/oder
auf Namen lautend), den Ausgabebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen, einschließlich der Einräumung eines mittelbaren
Bezugsrechts gemäß § 153 Abs 6 AktG, festzusetzen (Genehmigtes Kapital 2017).
KAPITALRÜCKLAGE
Die Kapitalrücklagen resultieren aus Agios im Zusammenhang mit Bar- und Sachkapitalerhöhungen sowie den im Eigenkapital zu
erfassenden Beträgen aus den Aktienoptionsprogrammen siehe Punkt (48).
Der beizulegende Zeitwert der anteilsbasierenden Vergütungen wird über den Erdienungszeitraum in der Konzern-Gewinn-und-
Verlust-Rechnung im Personalaufwand als Aufwand/Ertrag und in der Kapitalrücklage als Zugang/Abgang erfasst. Dies führte im
Geschäftsjahr 2020 zu einem Rückgang in Höhe von TEUR 146 (VJ: Zugang iHv TEUR 3). Im Jahr 2020 wurden 10.000 Stück der vor
3 Jahren zugeteilten Aktienoptionen ausgeübt. Die Differenz zwischen dem Anschaffungswert der eigenen Aktien und dem
Bezugspreis bei Ausgabe in Höhe von TEUR 60 (VJ: TEUR 210) wurde als Abgang erfasst. Aus dem Aktienprogramm ergibt sich in
Summe ein Rückgang im Posten Kapitalrücklagen in Höhe von TEUR -206 (VJ: Abgang TEUR -207).
EINBEHALTENE ERGEBNISSE
In den kumulierten Ergebnissen werden die Gewinnrücklage und kumulierte Ergebnisse ausgewiesen.
SONSTIGES ERGEBNIS
Das sonstige Ergebnis in Höhe von TEUR -11.034 (VJ: TEUR -13.604) beinhaltet Währungsausgleichsposten in Höhe von TEUR -4.428
(VJ: TEUR -5.414), versicherungsmathematische Verluste gemäß IAS 19 in Höhe von TEUR -6.606 (VJ: TEUR -8.122) und die Rücklage
für Cash Flow Hedges in Höhe von TEUR 0 (VJ: TEUR -68).
Im sonstigen Ergebnis sind in der Veränderung der Rücklage für Cash Flow Hedges latente Steuern von TEUR 22 (VJ: TEUR 53)
enthalten. In der Veränderung der Rücklage für versicherungsmathematische Gewinne und Verluste sind latente Steuern von TEUR -
691 (VJ: TEUR 2.135) berücksichtigt.
EIGENE ANTEILE
Die Anzahl der eigenen Aktien beträgt 783.499 Stück und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr durch Ausübung von
Aktienoptionen um 10.000 Stück (Bezugspreis TEUR 20) (VJ: 35.000 Stück, Bezugspreis TEUR 70) reduziert. Durch die Ausübung von
Aktienoptionen entstand, bei einem Buchwert der Aktien von TEUR 80 (VJ: TEUR 280), eine Reduktion der Kapitalrücklage um TEUR
60 (VJ: TEUR 210). Der Anteil der eigenen Aktien beträgt 8,30 % (VJ: 8,41 %) des Grundkapitals.
Eigene Aktien
Anzahl Stück
Anteil am
Grundkapital in EUR
Anteil am
Grundkapital in %
Stand 31.12.2019
793.499
793.499
8,41
Verkauf
-10.000
-10.000
-0,11
Stand 31.12.2020
783.499
783.499
8,30
NICHT BEHERRSCHENDE ANTEILE
Es bestehen im Geschäftsjahr 2020 keine Anteile fremder Gesellschafter (VJ: keine).
GEWINNAUSSCHÜTTUNG
Es wurde im Geschäftsjahr 2020 keine Dividende an Aktionäre ausgeschüttet.
KONZERNANHANG 50
ERGEBNISVERWENDUNGSVORSCHLAG
Der Vorstand schlägt vor, den Bilanzgewinn der Frauenthal Holding AG in Höhe von TEUR 2.807 auf neue Rechnung vorzutragen.
(28) VERBINDLICHKEITEN
Die Aufgliederung der Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2020 nach ihrer Restlaufzeit stellt sich wie folgt dar:
in TEUR
Gesamt-
betrag
Restlaufzeit
dinglich
besichert
bis 1 Jahr
1 - 5
Jahre
über 5
Jahre
Finanzverbindlichkeiten
80.077
17.923
59.247
2.906
77.357
Leasingverbindlichkeiten
42.052
14.895
26.437
720
42.052
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
86.912
86.912
0
0
0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
7.885
7.885
0
0
0
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten
31.671
31.671
0
0
0
Verbindlichkeiten gesamt
248.598
159.287
85.685
3.626
119.409
Der Zins-Swap wird aufgrund des negativen Marktwertes unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Weitere
Informationen siehe Punkt (29).
Die Vergleichswerte des Verbindlichkeitenspiegels zum 31. Dezember 2019 stellen sich wie folgt dar:
in TEUR
Gesamt-
betrag
Restlaufzeit
dinglich
besichert
bis 1 Jahr
1 - 5
Jahre
über 5
Jahre
Finanzverbindlichkeiten
95.719
29.671
58.198
7.850
85.167
Leasingverbindlichkeiten
32.085
15.123
15.264
1.698
32.085
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
86.817
86.817
0
0
0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
4.965
4.792
173
0
0
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten
22.780
22.780
0
0
0
Verbindlichkeiten gesamt
242.367
159.183
73.636
9.548
117.252
Die Finanzverbindlichkeiten enthalten Kredite und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 80.077
(VJ: TEUR 95.719). Die Veränderung der Leasingverbindlichkeiten iHv TEUR 9.967 sind eine Aktualisierung der Einschätzung der
Vertragslaufzeit bei unbefristeten Mietverhältnissen sowie neuen Objekten hauptsächlich in der Division Frauenthal Handel sowie in
Gnotec Schweden zurückzuführen. In den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten sind Lohn- und Gehaltsverbindlichkeiten in Höhe
von TEUR 7.850 (VJ: TEUR 4.792) enthalten.
Nachfolgend wird eine detaillierte Aufstellung zu den sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten dargestellt:
in TEUR
2020
2019
Veränderung
Personalverbindlichkeiten aus Abgrenzungen
2.875
3.046
-171
Steuerverbindlichkeiten
11.119
9.225
1.894
Bonusverpflichtungen (Vertragsverbindlichkeiten)
12.260
6.230
6.030
Noch nicht erhaltene Rechnungen/
passive Rechnungsabgrenzungen
2.381
2.170
212
Gewährleistung und Schadensfälle
382
462
-80
Übrige sonstige Verbindlichkeiten
2.653
1.646
1.007
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten
31.671
22.780
8.891
Der Anstieg in der Position Steuerverbindlichkeiten sind auf gestiegene Umsätze zu Jahresende in der Division Frauenthal Handel
zurückzuführen. Die Position Bonusverpflichtungen und Vertragsverpflichtungen ist im Zusammenhang mit Verrechnungen von
Jahresbonusforderungen mit Lieferanten in der Division Frauenthal Handel sowie in Gnotec Schweden für Abgrenzungen für
Preisreduktionen von Kunden gestiegen.
Die Position Steuerverbindlichkeiten enthält im Wesentlichen sonstige Steuern iHv TEUR 10.419 (VJ: TEUR 8.154), die vor allem aus
Lohnsteuern und Umsatzsteuern resultieren.
Die Bilanzposition Steuerschulden in Höhe von TEUR 929 (VJ: TEUR 350) enthält Rückstellungen für Steuern aus Einkommen und
Ertrag.
51 KONZERNANHANG
(29) DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE UND SICHERUNGSBEZIEHUNGEN
Zum 31. Dezember 2020 hält Frauenthal folgende derivative Finanzinstrumente, die bis 31.12.2019 nach IAS 39 erfolgsneutral als
Cashflow-Hedges erfasst wurden und zum 31. Dezember 2020 ergebniswirksam erfasst werden:
Derivat
Beginn
Ende
Referenzwert
in TEUR
Fixierter
Zinssatz
in %
Referenzzinssatz
Marktwert
31.12.2020
in TEUR
Marktwert
31.12.2019
in TEUR
Zins-Swap
01.07.2016
31.03.2021
50
0,275
3M-EURIBOR
-34
-173
Im Jahr 2020 beträgt die Marktwertänderung des Zins-Swap TEUR 139 (VJ: TEUR 80). Die Wertänderung des gesicherten
Grundgeschäfts betrug im Vorjahr TEUR -80. Das Grundgeschäft des Zins-Swaps waren die Finanzierungen der Division Frauenthal
Automotive und Division Frauenthal Handel mit variabler EURIBOR-Verzinsung. In dem Geschäftsjahr 2020 ist das Grundgeschäft zur
Gänze weggefallen und führte dazu, dass die Sicherungsbeziehung ineffektiv wurde. Dies führte zur Realisation der bislang
erfolgsneutral erfassen Fair-Value-Änderungen (Recycling).
Zum 31. Dezember 2020 hält Frauenthal folgende derivative Finanzinstrumente, die ergebniswirksam erfasst wurden:
Derivat
Beginn
Ende
Referenzwert
in TEUR
Fixierter
Zinssatz
in %
Referenzzinssatz
Marktwert
31.12.2020
in TEUR
Marktwert
31.12.2019
in TEUR
Zins-Cap
01.07.2016
30.06.2021
25.000
3,000
3M-EURIBOR
0
0
Zins-Cap
01.02.2017
31.12.2021
20.000
2,000
3M-EURIBOR
0
0
Im Jahr 2020 gab es resultierend aus dem Zins-Swap Cashflows (Auszahlungen) in Höhe von TEUR 139 (VJ: TEUR 139).
Zum 31.12.2020 gab es zur Absicherung von EUR-Cashflows keine FX-Forwards (31.12.2019: TEUR 206).
SENSITIVITÄTSANALYSE ZU DERIVATIVEN FINANZINSTRUMENTEN
Die Sensitivitätsanalyse erfolgt hierbei auf Basis einer möglichen Veränderung der Zinssätze für das jeweilige Folgejahr.
Marktwert Swap in TEUR
Verringerung/Erhöhung
31.12.2020
31.12.2019
in Basispunkten
-50
0
-1
+50
0
66
Die Schwankungen von +/- 50 BP vom Marktwert des Swaps betrifft in beiden Divisionen das Konzernergebnis.
Marktwert Cap 2016 abgeschlossen in TEUR
Verringerung/Erhöhung
31.12.2020
31.12.2019
in Basispunkten
-50
0
0
+50
0
0
Marktwert Cap 2017 abgeschlossen in TEUR
Verringerung/Erhöhung
31.12.2020
31.12.2019
in Basispunkten
-50
0
0
+50
0
1
Die Schwankungen von +/- 50 BP vom Marktwert des Caps betreffen das Konzernergebnis.
KONZERNANHANG 52
(30) RÜCKSTELLUNGEN
PERSONALRÜCKSTELLUNGEN
Die Personalrückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
in TEUR
Rückstellung
für Pensionen
Rückstellung für
Abfertigungen
Rückstellung
für Jubiläumsgelder
Summe
2020
2019
2020
2019
2020
2019
2020
2019
Stand 1.1.
42.733
36.578
14.794
13.625
6.024
5.817
63.551
56.020
Zuweisung
1.487
7.078
552
2.042
1.852
576
3.891
9.697
Verwendung
-1.489
-1.599
-1.141
-1.130
-426
-475
-3.056
-3.204
Auflösung
-2.324
0
-412
0
0
0
-2.736
0
Zinsaufwand
455
735
147
257
106
106
708
1.098
Kursdifferenzen
144
-60
0
0
0
0
144
-60
Stand 31.12.
41.006
42.733
13.939
14.794
7.556
6.024
62.501
63.551
Die Rückstellung für Pensionen betreffen mit TEUR 27.515 (VJ: TEUR 29.255) Standorte in Deutschland, mit TEUR 9.938
(VJ: TEUR 9.967) Standorte in Österreich und mit TEUR 3.553 (VJ: TEUR 3.510). Die Auflösung der Rückstellung für Pensionen resultiert
im Wesentlichen aus einem Sterbefall.
Der Nettobarwert der Verpflichtungen für Abfertigungen und Pensionen hat sich bei einem Zinssatz von 0,8 % bis 1,20 % im
Geschäftsjahr 2020 wie folgt entwickelt:
in TEUR
Pension
Abfertigung
Nettobarwert der Verpflichtungen 31.12.2019
42.733
14.794
Laufender Dienstzeitaufwand
957
551
Zinsaufwand
455
147
Zahlungen
-1.488
-1.141
Versicherungsmathematische Gewinne (-) / Verluste (+)
-1.795
-412
- aus der Änderung von finanziellen Annahmen
1.053
4
- aus der Änderung von erfahrungsbedingten Anpassungen
-2.847
-416
Währungsdifferenzen
144
0
Nettobarwert der Verpflichtungen 31.12.2020
41.006
13.939
Der Nettobarwert der Verpflichtungen für Abfertigungen und Pensionen hat sich bei einem Zinssatz von 0,9 % bis 1,40 % im
Geschäftsjahr 2019 wie folgt entwickelt:
in TEUR
Pension
Abfertigung
Nettobarwert der Verpflichtungen 31.12.2018
36.578
13.625
Laufender Dienstzeitaufwand
1.028
527
Zinsaufwand
735
257
Zahlungen
-1.599
-1.130
Versicherungsmathematische Gewinne (-) / Verluste (+)
6.050
1.515
- aus der Änderung von finanziellen Annahmen
5.365
1.280
- aus der Änderung von erfahrungsbedingten Anpassungen
685
235
Währungsdifferenzen
-60
0
Nettobarwert der Verpflichtungen 31.12.2019
42.733
14.794
53 KONZERNANHANG
SENSITIVITÄTSANALYSE ZU DEN PERSONALRÜCKSTELLUNGEN
Würden die Berechnungen der Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen, Jubiläumsgeld statt mit dem für das Jahr 2020
verwendeten Zinssatz mit einem um 0,5 % geänderten Zinssatz erfolgen, würde sich das Gesamtergebnis der Frauenthal-Gruppe wie
aus den folgenden Tabellen ersichtlich, verändern:
ZINSSATZÄNDERUNG
in TEUR
2020
Szenario -0,5%
Abweichung
Rückstellung für Pensionen
41.006
44.257
-3.251
davon Schweden
3.553
3.888
-336
Rückstellung für Abfertigungen
13.939
14.773
-834
Rückstellung für Jubiläumsgeld
7.556
7.927
-371
Rückstellungen gesamt
62.501
66.957
-4.456
ZINSSATZÄNDERUNG
in TEUR
2020
Szenario +0,5%
Abweichung
Rückstellung für Pensionen
41.006
36.547
4.459
davon Schweden
3.553
3.259
294
Rückstellung für Abfertigungen
13.939
13.171
768
Rückstellung für Jubiläumsgeld
7.556
7.194
362
Rückstellungen gesamt
62.501
56.912
5.589
Würde man die Berechnungen der Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen, Jubiläumsgeld statt mit dem für das Jahr 2020
verwendeten Gehaltstrend mit einem um 0,25 % geänderten Gehaltstrend berechnen, würde sich das Gesamtergebnis der Frauenthal-
Gruppe wie aus den folgenden Tabellen ersichtlich verändern:
GEHALTSTREND
in TEUR
2020
Szenario -0,25%
Abweichung
Rückstellung für Pensionen
41.006
40.472
534
davon Schweden
3.553
3.402
151
Rückstellung für Abfertigungen
13.939
13.551
387
Rückstellung für Jubiläumsgeld
7.556
7.377
179
Rückstellungen gesamt
62.501
61.400
1.100
GEHALTSTREND
in TEUR
2020
Szenario +0,25%
Abweichung
Rückstellung für Pensionen
41.006
41.569
-563
davon Schweden
3.553
3.713
-160
Rückstellung für Abfertigungen
13.939
14.341
-402
Rückstellung für Jubiläumsgeld
7.556
7.742
-186
Rückstellungen gesamt
62.501
63.651
-1.151
KONZERNANHANG 54
SONSTIGE LANGFRISTIGE UND KURZFRISTIGE RÜCKSTELLUNGEN
Die sonstigen lang- und kurzfristigen Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:
in TEUR
Sonstige langfristige Rückstellungen
Sonstige kurzfristige Rückstellungen
2020
2019
2020
2019
Stand 1.1.
2.885
5.328
2.941
3.192
Zuweisung
1.506
772
8.311
2.325
Verwendung
-638
-491
-2.504
-2.161
Auflösung
-98
-2.728
-841
-416
Kursdifferenzen
-8
3
-1
0
Stand 31.12.
3.646
2.885
7.906
2.941
Die wesentlichsten Änderungen in den langfristigen Rückstellungen resultieren aus der Division Frauenthal Automotive. Diese Position
beinhaltet eine Zuweisung von TEUR 1.025 betreffend Drohverlustrückstellungen, welche für schlechtere Deckungsbeiträge einzelner
Artikel gebildet wurde.
Die übrigen sonstigen kurzfristigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Prämienrückstellungen sowie
Restrukturierungsrückstellungen für die Schließung des Werkes Roßwein. Von den Gesamtkosten iHv TEUR 4.463 (umfassen im
Wesentlichen Personalfreisetzungskosten und sonstige Kosten) wurde zum Stichtag 31.12.2020 eine Rückstellung iHv 3.712 gebildet.
Der Restbetrag von TEUR 751 ist im Geschäftsjahr 2020 bereits verwendet worden und im Personalaufwand enthalten.
(31) EVENTUALVERBINDLICHKEITEN UND VERBINDLICHKEITEN AUS HAFTUNGSVERHÄLTNISSEN
Der Frauenthal Konzern weist zum 31. Dezember 2020 Eventualverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 6.346 (VJ: TEUR 6.484) aus
Haftungsverhältnissen gegenüber Dritten aus.
Alle anderen drohenden Risiken wurden im Bereich der Rückstellungen und sonstigen Verbindlichkeiten berücksichtigt.
Die Frauenthal Holding AG und ihre Tochtergesellschaften sind zum Abschlussstichtag in keine nennenswerten Rechtsstreitigkeiten
involviert, für die nicht durch Rückstellungen vorgesorgt wurde. Außer den angeführten Miet- und Leasingverpflichtungen bestehen
keine über den normalen Geschäftsbetrieb hinausgehenden langfristigen Vertragsbeziehungen oder Auflagen aus
Umweltschutzgründen, die für den Konzern zu in der Konzernbilanz nicht ausgewiesenen erheblichen finanziellen Verpflichtungen
führen könnten.
55 KONZERNANHANG
E. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG
Die Darstellung der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren.
(32) UMSATZERLÖSE
Der größte Teil der Umsatzerlöse entfällt auch im Geschäftsjahr 2020 auf die Mitgliedsländer der EU, da die Division Frauenthal Handel
zum Großteil Umsätze in Österreich aufweist und dieser den größten Umsatzbeitrag liefert. Bei den Umsatzerlösen handelt es sich im
Wesentlichen um Erlöse aus dem Verkauf von Gütern.
in TEUR
2020
2019
Veränderung
Österreich
653.006
642.865
10.141
Deutschland
42.254
70.812
-28.558
Sonstige EU
143.627
193.515
-49.888
Amerika
10.464
15.109
-4.644
Asien
17.744
19.933
-2.189
Sonstige Länder
6.950
9.059
-2.109
Umsatzerlöse
874.045
951.292
-77.247
Gemäß IFRS 15 werden nachfolgend die Umsatzerlöse nach Produktgruppen aufgegliedert. Die Umsatzerlöse nach geografischen
Regionen befindet sich im Segmentbericht.
UMSÄTZE NACH PRODUKTEN
Frauenthal
Automotive
Frauenthal Handel
Holdings und
Sonstige
Frauenthal-Gruppe
in TEUR
2020
2019
2020
2019
2020
2019
2020
2019
Airtanks (Druckluftbehälter)
46.094
64.734
-
-
-
-
46.094
64.734
U-Bolts (Briden) *
0
3.477
-
-
-
-
-
3.477
Powertrain (Pleuel und
Ausgleichwellen)
73.204
117.002
-
-
-
-
73.204
117.002
Gnotec (Metall-Komponenten)
109.724
136.917
-
-
-
-
109.724
136.917
Handel
-
-
645.015
629.161
-
-
645.015
629.161
Sonstige (Mieterträge)
-
-
7
1
7
1
Summe
229.022
322.130
645.015
629.161
7
1
874.045
951.292
* TSA Hendrickson 2019: TEUR 3.477
Die Beteiligung an der Frauenthal Automotive Toruń sp.zo.o., Produkt U-Bolts (Briden), welche in den Tabellen nach Produkten und
Regionen enthalten ist, wurde bereits im Geschäftsjahr 2018 veräußert. Bis Ende 2019 kam es noch zur Fakturierung von Umsätzen
iHv MEUR 3,5 für TSA.
KONZERNANHANG 56
(33) SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
Es werden die folgenden Beträge ausgewiesen:
in TEUR
2020
2019
Veränderung
Ergebnis aus Einigung im Zusammenhang mit einem früheren
Unternehmenserwerb
0
13.549
-13.549
Erträge aus einem Vergleich mit dem Berater bzgl. EEG-Umlage
1.800
0
1.800
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen
939
3.126
-2.188
Erhaltene Boni und Zuschüsse
2.792
2.274
518
Auflösung von Abgrenzungen
1.093
1.018
75
Miet- und Betriebskostenerträge
425
597
-172
Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen
216
565
-349
Kursgewinne
390
505
-115
Versicherungsentschädigungen
24
47
-23
Erträge aus Versicherungsvergütungen
25
16
9
Übrige sonstige Erträge
2.716
1.273
1.443
Sonstige betriebliche Erträge
10.421
22.972
-12.551
Der Anstieg der Boni und Zuschüsse steht in Verbindung mit Lieferantenzuschüssen der Division Frauenthal Handel für getätigte
Werbeaufwendungen. Siehe dazu Punkt (37) wo die sonstigen Vertriebskosten eine ähnliche Entwicklung zeigen.
Die wesentlichen Veränderungen der übrigen sonstigen betrieblichen Erträge resultieren aus Erträgen aus Mietreduktionen aufgrund
der COVID-19 Krise iHv TEUR 253 und Zuschüssen der öffentlichen Hand iHv TEUR 672, die nicht in den Personalaufwendungen erfasst
wurden. Weitere Informationen betreffend die öffentlichen Zuschüsse im Zusammenhang mit der Kurzarbeit sind dem Kapitel (35)
Personal zu entnehmen
(34) AUFWENDUNGEN FÜR MATERIAL UND SONSTIGE BEZOGENE HERSTELLUNGSLEISTUNGEN
Der Aufwand setzt sich aus den folgenden Beträgen zusammen:
In den Materialaufwendungen sind keine Wertminderungen auf den Nettoveräußerungswert von Vorräten (VJ: TEUR 0) enthalten
(siehe Punkt (24)).
in TEUR
2020
2019
Veränderung
Materialaufwendungen
595.934
633.261
-37.327
Aufwendungen für bezogene Leistungen
29.347
41.301
-11.953
Summe
625.281
674.562
-49.280
(35) PERSONAL
Die durchschnittliche Zahl der Arbeiter und Angestellten stellt sich wie folgt dar:
2020
2019
Veränderung
Arbeiter
1.905
2.164
-259
Angestellte
1.387
1.353
34
Summe
3.292
3.517
-225
Die Veränderung der durchschnittlichen Personalzahl ergibt sich einerseits aufgrund der Reduktion in der Division Frauenthal
Automotive um -314 Personen (aufgrund der Marktsituation und der COVID-19-Pandemie im Geschäftsjahr 2020) und andererseits
aufgrund des Anstiegs um 90 Personen in der Division Frauenthal Handel aufgrund des Aufbaus der neuen Geschäftszweige
Elektromaterial und Montage Services.
57 KONZERNANHANG
Die Zusammensetzung des Personalaufwands stellt sich in folgender Tabelle dar:
in TEUR
2020
2019
Veränderung
Löhne und Gehälter
119.584
131.686
-12.102
Aufwendungen für Abfertigungen
6.074
1.599
4.475
Aufwendungen für Altersversorgung
2.628
2.388
240
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene
Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige
Abgaben und Pflichtbeiträge
32.728
34.994
-2.266
Sonstige Sozialaufwendungen
970
1.230
-260
Personalaufwand
161.983
171.896
-9.913
In den österreichischen Gesellschaften wurden aufgrund des Betrieblichen Mitarbeitervorsorgegesetzes (BMVG) sowie vertraglicher
Zusagen beitragsorientierte Zahlungen in Höhe von TEUR 801 (VJ: TEUR 762) geleistet.
Gemäß IAS 20 werden die geleisteten Zuschüsse aus öffentlicher Hand (Kurzarbeitsbeihilfen COVID-19) in den Konzerngesellschaften
in der Position Löhne und Gehälter saldiert. Im Konzern wurden bzw. werden in den Ländern Schweden, Deutschland, Slowakei und
Österreich Zuschüsse der öffentlichen Hand für Kurzarbeit in Anspruch genommen. Im Personalaufwand wurden staatliche Zuschüsse
in Zusammenhang mit der COVID-19 Kurzarbeit iHv TEUR 11.255 saldiert. Es gibt in diesem Zusammenhang keine unerfüllten
Bedingungen und sonstigen Eventualverbindlichkeiten mit den staatlichen Unterstützungen.
(36) ABSCHREIBUNGEN AUF IMMATERIELLE GEGENSTÄNDE DES ANLAGEVERMÖGENS UND SACHANLAGEN
Die Aufgliederung der Jahresabschreibungen nach einzelnen Posten ist im Anlagenspiegel ersichtlich. Hinsichtlich außerplanmäßiger
Abschreibungen siehe Punkt (7), (19) und (20).
(37) SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
in TEUR
2020
2019
Veränderung
Frachtkosten
12.573
13.707
-1.134
Fremdleistungen
8.137
8.943
-806
Verwaltungskosten
7.612
8.567
-955
Rechts- und Beratungsaufwendungen
3.912
5.400
-1.488
Sonstige Vertriebskosten
5.906
5.074
832
Geleastes Personal
1.425
3.848
-2.423
Reisekosten
1.347
2.486
-1.139
Versicherungsaufwendungen
2.442
2.207
236
Personalbeschaffung und Ausbildung
749
1.125
-376
Fremdreparaturen
801
968
-167
Forderungswertberichtigungen und -abschreibungen
1.593
792
802
Kursverluste
715
495
220
Bankgebühren
476
557
-81
Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen
583
217
366
Entsorgungskosten
313
180
133
Steuern, soweit sie nicht unter Steuern vom
Einkommen und Ertrag fallen
234
121
113
Übrige Aufwendungen
7.917
5.384
2.533
Sonstige betriebliche Aufwendungen
56.736
60.071
-3.335
Das Bild der sonstigen betrieblichen Aufwendungen hat sich im Vergleich zum Vorjahr leicht verändert. Die Auswirkungen der
COVID-19 Pandemie finden in einer Verringerung der Frachtkosten, des Aufwandes für Leasingpersonals, der Reisekosten, sowie einem
Rückgang der Fremdleistungen Niederschlag. Der Anstieg der übrigen Aufwendungen ist vor allem auf Restrukturierungskosten im
Zusammenhang mit der Schließung des Standorts Roßwein sowie Kosten für Arbeitskleidung (COVID-19 Schutz) zurückzuführen.
KONZERNANHANG 58
Im Geschäftsjahr 2020 wurden folgende Aufwendungen für den Abschlussprüfer BDO Austria GmbH und dessen inländische
Netzwerkgesellschaften, ergebniswirksam erfasst:
in TEUR
2020
2019
Prüfung des Jahres- bzw. Konzernabschlusses
86
87
Andere Bestätigungsleistungen
233
240
Steuerberatungsleistungen
227
233
Sonstige Leistungen
50
53
Summe
596
613
(38) FINANZERFOLG
in TEUR
2020
2019
Veränderung
Zinserträge
481
1.176
-695
Zinsaufwendungen
-7.653
-7.493
-160
Sonstige Finanzerträge
11
52
-40
Summe
-7.161
-6.265
-896
(39) ERTRAGSTEUERN
STEUERN VOM EINKOMMEN UND ERTRAG
Der auf die Konzernmuttergesellschaft Frauenthal Holding AG anwendbare Steuersatz beträgt 25 %. In der Position „Ertragsteuern“
in Höhe von TEUR -3.856 (VJ: TEUR -4.555) entfallen TEUR -707 (VJ: TEUR -1.692) auf den laufenden Steueraufwand. Die Steuern aus
Vorperioden iHv TEUR -982 (VJ: TEUR 4) sind vor allem auf geänderte ertragssteuerliche Beurteilungen vergangener Sachverhalte
zurückzuführen.
Im Geschäftsjahr 2020 wurden TEUR 413 (VJ: TEUR 1.556) an Steuern bezahlt.
Aufgliederung der Brutto- und Nettobeträge der Gesamtergebnisrechnung:
in TEUR
2020
2019
Gewinne und Verluste aus Zeitwertbewertung vor Steuern
91
131
Steuern
-22
-10
Gewinne und Verluste aus Zeitwertbewertung nach Steuern
68
121
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste
Personalrückstellungen vor Steuern
2.207
-7.565
Steuern
-691
2.135
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste
Personalrückstellungen nach Steuern
1.516
-5.430
59 KONZERNANHANG
Hinsichtlich der Zusammensetzung der Steuerabgrenzung wird auf Punkt (23) verwiesen. Die Überleitung vom Ergebnis vor Steuern
auf den in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesenen Aufwand an Ertragsteuern stellt sich wie folgt dar:
ÜBERLEITUNG VOM GESETZLICHEN STEUERSATZ ENTSPRECHENDEN STEUERAUFWAND ZUM EFFEKTIVEN STEUERAUFWAND
in TEUR
1-12/2020
1-12/2019
Ergebnis vor Steuern
-10.814
28.864
Steuerertrag/-aufwand zum entsprechenden Steuersatz von 25%
2.704
-7.216
Steuerliche Auswirkungen
Steueraufwand aus Vorperioden
-982
4
Nutzung bisher nicht aktivierter Verlustvorträge
524
93
Nicht aktivierte Verluste des Geschäftsjahres
-4.467
-176
Veränderung Aktivierung von Verlustvorträgen und Beteiligungsabschreibungen
-1.369
-320
Sonstige betriebliche Erträge steuerfrei
0
3.125
Anpassung Ansatzdifferenzen nach IAS 12.29
-2.923
0
Permanente steuerliche Differenzen und Sonstiges
1.141
28
Unterschiedliche Steuersätze der Tochterunternehmen
1.492
-93
Steuersatzänderungen bei der Bewertung latenter Steuern
25
0
Gesamte Steuerliche Auswirkungen
-6.559
2.661
Effektive Steuerbelastung
-3.856
-4.555
Laufende Steuern
-707
-1.692
Steuern aus Vorperioden
-982
4
Latente Steuern
-2.167
-2.867
Ertragsteuern laut Gesamtergebnisrechnung
-3.856
-4.555
Effektiver Steuersatz
-36%
16%
(40) ERGEBNIS JE AKTIE
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie liegt bei durchschnittlich gewichteten 8.648.240 Stück (VJ: 8.624.340 Stück) im Umlauf
befindlicher Aktien bei EUR -1,70 (VJ: EUR 2,82). Das verwässerte Ergebnis je Aktie liegt bei durchschnittlich gewichteten 8.651.133
Stück (VJ: 8.648.926 Stück) im Umlauf befindlicher Aktien bei EUR -1,70 (VJ: EUR 2,81).
Der Verwässerungseffekt ergibt sich aus dem Aktienoptionsprogramm (siehe Punkt (48)). Aus der Differenz des Marktpreises und des
Ausübungspreises und der ausstehenden Optionen ergibt sich ein verwässernder Anteil von 2.893 Stück (VJ: 24.586 Stück).
Der Berechnung der Ergebnisse je Aktie wurden folgende Aktien und Ergebnisse zugrunde gelegt:
Stückaktien
2020
2019
Anzahl der ausgegebenen Aktien
9.434.990
9.434.990
Durchschnittlicher Bestand eigener Aktien
-786.750
-810.650
Im Umlauf befindliche Aktien (= Anzahl der Aktien unverwässert)
8.648.240
8.624.340
Durchschnittlich ausstehende Aktienoptionen
2.893
24.586
Anzahl der Aktien verwässert
8.651.133
8.648.926
in TEUR
2020
2019
Ergebnis unverwässert/verwässert = den Aktionären des Mutterunternehmens
zuzurechnendes Ergebnis nach Steuern
-14.670
24.309
KONZERNANHANG 60
F. ERLÄUTERUNGEN ZUR KAPITALFLUSSRECHNUNG (CASHFLOW-STATEMENT)
Die Kapitalflussrechnung wurde nach der indirekten Methode erstellt. Die Nettogeldflüsse (Cashflows) werden nach den Bereichen
der operativen Geschäftstätigkeit, der Investitionstätigkeit und der Finanzierungstätigkeit gegliedert. Der Saldo der Nettogeldflüsse
zeigt die Veränderung des Fonds der liquiden Mittel zum Ende des Geschäftsjahres.
(41) KAPITALFLUSS AUS DEM ERGEBNIS
Im Kapitalfluss aus dem Ergebnis wird der Jahresüberschuss/-fehlbetrag um nicht zahlungswirksame Aufwendungen/Erträge, um die
Veränderung langfristiger Rückstellungen sowie um das Ergebnis aus den Anlageverkäufen bereinigt.
Die Zinserträge enthalten keine aus wertgeminderten finanziellen Vermögenswerten zugeflossenen Erträge.
Sonstige zahlungswirksame Aufwendungen beinhalten unbare IFRS 16 Buchwertabgänge sowie COVID-19 Mietnachlässe.
(42) KAPITALFLUSS AUS DER OPERATIVEN GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
Ausgehend vom Kapitalfluss aus dem Ergebnis wird der Kapitalfluss aus der operativen Geschäftstätigkeit um die Veränderung der
Mittelbindung im Working Capital bereinigt.
(43) KAPITALFLUSS AUS DER INVESTITIONSTÄTIGKEIT
Im Kapitalfluss aus der Investitionstätigkeit sind unter anderem Investitionen in das immaterielle Vermögen sowie in das
Sachanlagevermögen ausgewiesen.
(44) KAPITALFLUSS AUS DER FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT
In diesem Bereich werden sämtliche Zu- und Abflüsse im Rahmen der Eigenkapital- und Fremdkapitalfinanzierung erfasst. Die
Veränderung der eigenen Aktien wird gemäß IAS 7.17 in der Kapitalflussrechnung aus der Finanzierungstätigkeit ausgewiesen. Die
bezahlten und erhaltenen Zinsen und Steuern sind in der Kapitalflussrechnung aus dem Ergebnis ausgewiesen.
Gemäß IAS 7 wird die Überleitungsrechnung des Kapitalflusses aus Finanzierungstätigkeit nachfolgend dargestellt:
FINAN ZIELLE VE RBIND LICHKEIT EN
in TEUR
Bewertungs-
kategorie
Beizulegender
Zeitwert *
31.12.2019
Buchwert
31.12.2019
Zahlungs-
wirksamer
Kapitalfluss
Wechselkurs-
änderung
Änderungen
beizulegender
Zeitwert
Effektiv-
verzinsung
IFRS 16
Sonstige
Veränderungen **
Beizulegender
Zeitwert *
31.12.2020
Buchwert
31.12.2020
La ngfristige Verbindlichke iten
Finanzverbindlichkeiten
FLAC 66.048 66.048 29.379 378 354 -34.005 62.154 62.154
Leasing FLAC 16.962 16.962 -1 10.195 27.157 27.157
Derivate FVTPL 173 173 -139 -34 0 0
Kurzfristige Verbindlichke iten
Finanzverbindlichkeiten
FLAC 29.671 29.671 -46.878 -42 0 35.172 17.923 17.923
Leasing FLAC 15.123 15.123 -16.741 -36 16.549 14.895 14.895
Derivate FVTPL 0 0 34 34 34
Zahlungsunwirksam
61 KONZERNANHANG
* Die Finanzverbindlichkeiten sind weitestgehend variabel verzinst. Die Bonität des Unternehmens ist in diesen Konditionen berücksichtigt und daher stellt
der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar.
** Sonstige Veränderungen umfassen zahlungsunwirksame Bewegungen und unbare Zinsen, die in der Kapitalflussrechnung als Kapitalfluss aus dem
Ergebnis dargestellt werden. 2020 handelt es sich im Wesentlichen um Änderungen in der Darstellung der Fristigkeiten.
G. SONSTIGE ANGABEN
(45) FINANZINSTRUMENTE UND RISIKOBERICHTERSTATTUNG
Der Frauenthal Konzern hält originäre Finanzinstrumente, wozu insbesondere Finanzinstrumente wie Wertpapiere, Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen (Grundgeschäfte), Guthaben bei Kreditinstituten, kurz- und langfristige Finanzverbindlichkeiten und
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zählen. Der Bestand der originären Finanzinstrumente ist in der Konzernbilanz
ausgewiesen.
LIQUIDITÄTSRISIKO
Das Liquiditätsrisiko ist durch die Kapitalflussstruktur der operativen Bereiche sowie der ausreichend bestehenden Kreditrahmen relativ
gering. Der Liquiditätsbedarf für das laufende operative Geschäft im Konzern kann aus dem laufenden Kapitalfluss gedeckt werden
und wird im Rahmen der Treasury-Funktion der Holding gesteuert.
Das Liquiditätsrisiko der Gesellschaft ist als gering einzustufen, da der Gesellschaft zum Bilanzstichtag TEUR 176.293
(VJ: TEUR 122.466) verfügbare Banklinien zur Verfügung stehen, davon Guthaben bei Kreditinstituten TEUR 54.027 (VJ: TEUR 40.325)
sowie nicht ausgenutzte Banklinien von TEUR 122.265 (VJ: TEUR 82.141), davon auf Ebene der Muttergesellschaft
Frauenthal Holding AG kurzfristig TEUR 24.925 (VJ: TEUR 18.620). Zusätzlich bestehen mit den beteiligten Banken langjährige gute
Geschäftsbeziehungen. Das ausgenutzte Factoringvolumen in der Frauenthal-Gruppe beträgt TEUR 64.658 (VJ: TEUR 62.567).
Die Finanzierung der Frauenthal-Gruppe wird einerseits durch Konsortialfinanzierungen mehrerer führender österreichischer Banken
auf Ebene der Division Frauenthal Handel und andererseits durch Finanzierungen von österreichischen Banken auf CGU Ebene der
Division Frauenthal Automotive bzw. durch eine führende schwedische Bank auf Ebene CGU Gnotec von MEUR 21,2 (VJ: MEUR 22,7)
gesichert. Der chinesische Standort der CGU Gnotec hat im Berichtsjahr Betriebsmittellinien von MEUR 1,6 (VJ: MEUR 1,5) von vier
lokalen chinesischen Banken erhalten.
Für die Finanzierungen wurden umfangreiche, jedoch übliche Sicherheiten gewährt. Die Sicherungsverträge betreffen die
Vermögenswerte Sachanlagevermögen, Forderungen, Vorräte und Zahlungsmittel und haben eine Laufzeit von bis zu 2028.
Die Planannahmen für die Divisionen Frauenthal Automotive und Frauenthal Handel lassen aus der operativen Geschäftstätigkeit einen
positiven Kapitalfluss erwarten, wobei zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses die weiteren Auswirkungen der COVID-19-
Krise noch nicht final determiniert werden können. Die Liquiditätssituation auf Gruppenebene wird durch die COVID-19-Krise zwar
belastet und wird zusätzlich saisonal schwanken, es wird aber in Hinblick im Sinne des going concerns kein Liquiditätsengpass erwartet.
Für akquisitionsgetriebenes Wachstum ist die Eigenkapital- / Liquiditätsausstattung ein limitierender Faktor und für weiteres Wachstum
durch Akquisition sind Kapitalmaßnahmen erforderlich.
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
in TEUR
Bewertungs-
kategorie
Beizulegend
er Zeitwert *
31.12.2018
Buchwert
31.12.2018
Zahlungs-
wirksamer
Kapitalfluss
IFRS 16
Erstan-
wendung
Wechsel-
kursänderu
ng
Änderungen
beizulegender
Zeitwert
Effektiv-
verzinsung
IFRS 16
Sonstige
Veränderungen **
Beizulegender
Zeitwert *
31.12.2019
Buchwert
31.12.2019
La ngfristige Verbindlichk eiten
Finanzverbindlichkeiten FLAC 72.938 72.938 -6.011 -194 49 -735 66.048 66.048
Leasing FLAC 705 705 11.512 3 4.742 16.962 16.962
Derivate HACC/FVTPL 253 253 -80 173 173
Kurzfristige Verbindlichk eiten
Finanzverbindlichkeiten FLAC 25.832 25.832 2.337 11 5 1.487 29.671 29.671
Leasing FLAC 1.398 1.398 -16.178 19.973 9.930 15.123 15.123
Zahlungsunwirksam
KONZERNANHANG 62
Aus der folgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen
Verbindlichkeiten ersichtlich:
Buchwert
Cash Flow 2021
Cash Flow 2022
in TEUR
31.12.2020
Zins
Tilgung
Zins
Tilgung
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten
216.927
2.039
127.615
1.663
19.372
Finanzverbindlichkeiten
80.077
1.390
17.923
1.233
11.078
Leasingverbindlichkeiten
42.052
649
14.895
430
8.294
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
86.912
0
86.912
0
0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
7.885
0
7.885
0
0
Cash Flow 2023-25
Cash Flow 2026ff.
in TEUR
Zins
Tilgung
Zins
Tilgung
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten
2.918
54.732
745
15.561
Finanzverbindlichkeiten
2.403
37.248
704
14.181
Leasingverbindlichkeiten
515
17.484
42
1.379
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
0
0
0
0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
0
0
0
0
Einbezogen wurden alle Instrumente, die am Stichtag zum 31. Dezember 2020 im Bestand waren und für die bereits Zahlungen
vertraglich vereinbart waren. Budgetzahlen für zukünftige neue Verbindlichkeiten sind nicht einbezogen worden. Die
Fremdwährungsbeträge wurden jeweils mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten sind
immer dem frühesten Zeitraster zugeordnet.
Die Vergleichszahlen für 2019 stellen sich wie folgt dar:
Buchwert
Cash Flow 2020
Cash Flow 2021
in TEUR
31.12.2019
Zins
Tilgung
Zins
Tilgung
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten
219.587
2.148
136.408
1.236
42.826
Finanzverbindlichkeiten
95.719
1.661
29.676
941
37.836
Leasingverbindlichkeiten
32.085
487
15.123
295
4.817
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
86.817
0
86.817
0
0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
4.965
0
4.792
0
173
Cash Flow 2022-24
Cash Flow 2025ff.
in TEUR
Zins
Tilgung
Zins
Tilgung
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten
1.348
21.384
451
19.023
Finanzverbindlichkeiten
929
12.331
317
15.931
Leasingverbindlichkeiten
418
9.053
135
3.092
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
0
0
0
0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
0
0
0
0
ZINSÄNDERUNGSRISIKO
Das wichtigste Zinsänderungsrisiko des Konzerns geht auf langfristige Kreditaufnahmen mit variablen Zinsen zurück. Die Finanzierung
der Frauenthal-Gruppe wird durch variabel verzinste Konsortialfinanzierungen mehrerer führender österreichischer Banken auf Ebene
der Division Frauenthal Handel und durch variabel verzinste Finanzierungen von österreichischen Banken auf CGU Ebene der Division
Frauenthal Automotive bzw. durch eine führende schwedische Bank auf Ebene CGU Gnotec gesichert. Die Kredite sind ohne Haftung
seitens der Frauenthal Holding AG gewährt. Die Kredite sind langfristig mit unterschiedlichen Laufzeiten bis 2028 und die Verzinsung
ist variabel auf EURIBOR- bzw. STIBOR-Basis. Darüber hinaus stehen für einen höheren Working Capital Bedarf ausreichend
Betriebsmittellinien im Konzern zur Verfügung.
Zum 31. Dezember 2020 betragen die langfristigen Finanzverbindlichkeiten TEUR 62.154 (VJ: TEUR 66.048) und die kurzfristigen
Finanzierungsvereinbarungen TEUR 17.923 (VJ: TEUR 29.671).
63 KONZERNANHANG
Zinsänderungsrisiken für den Konzern sind in der Bilanz- und Finanzierungssituation Ende 2020 von Relevanz, da die Zinsbasis
überwiegend variabel auf EURIBOR-Basis vereinbart wurde. Die Zinsentwicklung und das damit verbundene Risiko werden laufend
überwacht. Die Frauenthal-Gruppe verwendet derivative Finanzinstrumente (Zinsswaps, -caps), um sich gegen Zinsänderungsrisiken
bei variablen Fremdfinanzierungen abzusichern. Weitere Informationen zu den derivativen Finanzinstrumenten unter Punkt (16) und
(29).
Marktzinssatzänderungen von originären Finanzinstrumenten mit fester Verzinsung wirken sich nur dann auf das Ergebnis aus, wenn
diese zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind. Im Sinne von IFRS 7 unterliegen die oben dargestellten, zu fortgeführten
Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumente mit fester Verzinsung keinen Zinsänderungsrisiken.
Zinsänderungsrisiken aus variabel verzinslichen Finanzinstrumenten werden gemäß IFRS 7 mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt.
Wenn der Marktzinssatz der variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2020 um 100 Basispunkte höher gewesen
wäre, wäre das Ergebnis um etwa TEUR 1.091 (VJ: TEUR 816) geringer gewesen.
AUSFALLS- UND KREDITRISIKO/ABSICHERUNGEN
Dem Ausfalls- und Kreditrisiko von Forderungen und dem Risiko des Zahlungsverzugs der Vertragspartner wird in beiden Divisionen
durch regelmäßige Kreditprüfungen entsprochen. Eine Analyse von Europas Gläubigerschutzorganisation Creditreform hat gezeigt,
dass die Zahl der Firmeninsolvenzen im Jahr 2020 auf ein Rekordniveau gesunken ist, und auch Privatinsolvenzen gab es so wenig wie
zuletzt im Jahr 2006. Wir gehen jedoch davon aus, dass die große Insolvenzwelle im Jahr 2021 bevorsteht, spätestens dann, wenn
staatliche Unterstützungen und Stundungen nachlassen.
Um diesen Risiken entgegenzuwirken, wird aktives Kundenrisikomanagement betrieben. Kundenratings und Kreditlimits werden
laufend beobachtet und angepasst, um Insolvenzrisiken frühzeitig zu erkennen. Unregelmäßigkeiten im Zahlungsverhalten der Kunden
werden konsequent verfolgt. Belieferungslimits, die laufend an das Zahlungsverhalten angepasst werden, reduzieren das
Forderungsausfallrisiko. Zusätzlich wird das Ausfallsrisiko von Zahlungen über Warenkreditversicherungen deutlich gemindert.
In der Division Frauenthal Handel wird durch den Einsatz von Kreditversicherungen das Ausfalls- und Kreditrisiko abgefedert.
Forderungen mit einem erhöhten Ausfallsrisiko werden einzelwertberichtigt. Durch die COVID-19 Krise gab es im Geschäftsjahr 2020
einen Anstieg der vorgenommenen Wertberichtigungen.
In der Division Frauenthal Automotive werden üblicherweise Ein- oder Mehrjahresverträge abgeschlossen, die die Produkte und
Konditionen definieren, die Liefermengen für den Gesamtzeitraum aber nicht verbindlich festlegen. Der Abschluss bzw. die
Verlängerung von solchen Verträgen hängt von der Wettbewerbsfähigkeit des Zulieferers ab, die primär durch die Preise der
angebotenen Produkte, aber auch durch die Lieferfähigkeit, logistische und qualitative Verlässlichkeit und durch die Fähigkeit zur
Zusammenarbeit mit dem Kunden bei Neuentwicklungen bestimmt wird. Deshalb werden Produktqualität, Liefertreue und
Kundenzufriedenheit laufend beobachtet, um bei auffallenden Zielabweichungen schnell reagieren zu können.
Das Debitorenmanagement wurde deshalb bereits in den Vorjahren verstärkt und zentralisiert. Die Basis hierfür bildet eine detaillierte
Überwachung aller Zahlungsverzögerungen. Der Vorstand wird über wesentliche Unregelmäßigkeiten monatlich informiert,
gleichzeitig werden entsprechende Maßnahmen auf allen beteiligten Ebenen gesetzt, sodass jede Rechnung vom kaufmännischen
Außendienst verfolgt werden kann.
Auch im laufenden Geschäftsjahr werden die Entwicklungen der CDS-Spreads der wichtigsten Kunden monatlich beobachtet. Ein
Credit Default Swap ist ein Finanzprodukt, mit dem Ausfallsrisiken gehandelt werden. Die am Markt gehandelte Prämie (CDS-Spread)
spiegelt die Einschätzung der Bonität wider.
In der Division Frauenthal Automotive wird mit großen internationalen Kunden Factoring betrieben, wobei hier das Risiko des
Zahlungsausfalls überwiegend auf die Factoring-Gesellschaften übertragen wurde.
In der Division Frauenthal Handel wird im Geschäftsbereich Haustechnik eine Vielzahl von gewerblichen Kunden, wie
Installationsunternehmen für Sanitär, Heizungs- und Lüftungstechnik, Unternehmen im Anlagenbau sowie Kunden aus dem
Baunebengewerbe bedient. Im Geschäftsbereich Kontinentale sind vorrangig Kunden aus dem Kommunalbereich sowie
Industrieunternehmen tätig. Das Unternehmen steht mit über 5.000 Kunden in Österreich in regelmäßiger Geschäftsverbindung,
wobei es zu, vor allem für die Installationsbranche und für die kleinen Unternehmensgrößen, charakteristischen Zahlungsausfallsrisiken
kommen kann.
Maßgeblich für den Geschäftserfolg sind vorteilhafte Einkaufsbedingungen für das Sortiment, die logistische Leistungsfähigkeit wie
rasche Warenverfügbarkeit und fehlerfreie Belieferung an die Baustelle sowie die Vorfinanzierung durch den Materiallieferanten. Eine
Differenzierung über das Produkt ist mit Ausnahme von Eigenmarken nicht möglich, daher kann der Wettbewerb zwischen den
Großhändlern bei einem aggressiven Kampf um Marktanteile zu einem erheblichen Preisverfall führen.
Folgende Absicherungen sind in der Division Frauenthal Handel zu nennen: Zur frühzeitigen Erkennung, zur Bewertung und zum
richtigen Umgang mit bestehenden Risiken wird eine spezialisierte Steuerungs- und Kontrollsoftware verwendet.
KONZERNANHANG 64
Dem Ausfalls- und Kreditrisiko und dem Risiko des Zahlungsverzugs der Kunden wird durch regelmäßige Bonitäts- und
Kreditlimitüberprüfungen, durch aktives Kreditmanagement, die interne Vergabe von Kreditlimits sowie durch Kreditversicherungen
von wesentlichen Teilen der Kundenforderungen entsprochen. Nennenswerte Risiken aus Großprojekten bzw. Klumpenrisiken
bestehen aufgrund der großen Anzahl an Kundenbeziehungen nicht. Dieses Risikomanagementsystem ist integrierter Bestandteil des
gesamten Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesses.
Weiters ist Sicherheit der Informationstechnologie in der Frauenthal Handel Gruppe ein wichtiges Thema. Dem wird durch State-of-
the-Art-Technologien, vor allem für Datensicherung und Firewall, einem hochverfügbaren Rechenzentrum in Verbindung mit
redundanten Leitungen und Katastrophenplanung Rechnung getragen.
Das maximale Ausfallsrisiko entspricht dem Buchwert der finanziellen Vermögenswerte.
WÄHRUNGSÄNDERUNGSRISIKO
Die wesentlichen Kunden der Frauenthal-Gruppe sowie die Hauptproduktionsstätten befinden sich im Euroraum. Folglich wird das
Währungsrisiko der Frauenthal-Gruppe aus der laufenden operativen Tätigkeit als gering eingeschätzt.
Die wesentlichsten Risiken betreffen Tätigkeiten und Cashflows in SEK. Die Entwicklung der SEK wird laufend beobachtet. Auf Basis
der Erkenntnisse werden gegebenenfalls Absicherungsgeschäfte getätigt.
Diese Währungsrisiken sind daher, bis auf geringfügige Absicherungen in SEK, ungesichert und unterliegen einer ständigen
Beobachtung. Zusätzlich könnten diese bei Bedarf abgesichert werden.
Auf Basis der nachfolgend dargestellten zum Stichtag aushaftenden finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in
Fremdwährung ergeben sich bei Änderung der wesentlichen Fremdwährungen folgende Auswirkungen auf das Ergebnis und
entsprechend auf das Eigenkapital:
TRANSLATIONSRISIKO 2020
Summe in lokaler
Währung (in
Tausend)
Summe
inTEUR
Exposure
in TEUR
mögliche Gewinne
in TEUR*
mögliche Verluste
in TEUR*
TCZK
Forderungen
9.055
345
345
38
-31
Verbindlichkeiten
0
0
TUSD
Forderungen
426
347
243
27
-22
Verbindlichkeiten
129
105
TSEK
Forderungen
8.958
893
497
55
-45
Verbindlichkeiten
3.973
396
TEUR
Forderungen
2.057
2.057
21
-2
2
Verbindlichkeiten
2.036
2.036
SUMME
1.105
119
-96
* Annahme: Kursänderung jeweils um +/- 10 %
Die Beträge in den Währungen CNY und HKD sind unbedeutend.
65 KONZERNANHANG
ZEITWERTE
In der folgenden Tabelle sind die Buchwerte, die Zeitwerte und die Bewertungskategorien der finanziellen Vermögenswerte und
Verbindlichkeiten dargestellt. Der Zeitwert der übrigen originären Finanzinstrumente entspricht aufgrund der täglichen
beziehungsweise kurzfristigen Fälligkeiten im Wesentlichen dem Buchwert.
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
in TEUR
Bewertungs-
kategorie
nach
IFRS 9 **
Beizulegender
Zeitwert
31.12.2020
Buchwert
31.12.2020
Beizulegender
Zeitwert
31.12.2019
Buchwert
31.12.2019
Sonstige langfristige finanzielle
Vermögenswerte
2.288
2.288
2.144
2.144
davon Wertpapiere
FVTPL
2.288
2.288
2.144
2.144
davon Derivate
FVTPL
0
0
0
0
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen
AC
*
24.499
*
33.734
Forderungen gegenüber verbundenen
Unternehmen
AC
*
3
*
490
Sonstige finanzielle Forderungen
AC
*
13.083
*
10.809
davon Derivate
FVTPL
0
0
206
206
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
AC
*
54.027
*
40.325
Beteiligung an anderen Unternehmen
FVTPL
40
40
35
35
davon aggregiert nach Bewertungskategorie
IFRS 9
At Amortised Cost
AC
91.612
85.152
Fair value through Profit and Loss
FVTPL
2.323
2.323
2.385
2.385
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
in TEUR
Bewertungs-
kategorie
nach
IFRS 9 **
Beizulegender
Zeitwert
31.12.2020
Buchwert
31.12.2020
Beizulegender
Zeitwert
31.12.2019
Buchwert
31.12.2019
Langfristige Verbindlichkeiten
Finanzverbindlichkeiten
AC
62.154
1)
62.154
66.048
1)
66.048
Leasingverbindlichkeiten
AC
27.157
27.157
16.962
16.962
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
AC
0
0
173
173
davon Derivate
FVTPL
0
0
173
173
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Finanzverbindlichkeiten
AC
17.923
1)
17.923
29.671
1)
29.671
Leasingverbindlichkeiten
AC
14.895
14.895
15.123
15.123
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen
AC
*
86.912
*
86.817
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
AC
*
7.885
*
4.792
davon Derivate
FVTPL
34
34
0
0
davon aggregiert nach
Bewertungskategorien IFRS 9
At Amortised Cost
AC
0
174.875
0
187.328
Fair Value Through Profit and Loss
FVTPL
34
34
173
173
1)
Die Finanzverbindlichkeiten sind weitestgehend variabel verzinst. Die Bonität des Unternehmens ist in diesen Konditionen berücksichtigt und
daher stellt der Buchwert wie bei den übrigen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten einen angemessenen Näherungswert für
den beizulegenden Zeitwert dieser Finanzinstrumente dar.
* Der Buchwert stellt gemäß IFRS 7.29 einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar.
** AC (At Amortised Cost): Fortgeführte Anschaffungskosten
FVTPL (Fair Value Through Profit and Loss): Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet
HACC (Cashflow Hedge Accounting): Sicherungsinstrumente
KONZERNANHANG 66
Die folgenden Finanzinstrumente wurden zum beizulegenden Zeitwert bewertet, sie können folgenden Zeitwerthierarchien
zugeordnet werden:
ZEITWERTHIERARCHIE
in TEUR
Bewertungs-
kategorie
nach
IFRS 9 **
Beizulegender
Zeitwert
31.12.2020
Buchwert
31.12.2020
Beizulegender
Zeitwert
31.12.2019
Buchwert
31.12.2019
1. Stufe
Wertpapiere
FVTPL
2.288
2.288
2.144
2.144
2. Stufe
Derivate
FVTPL
0
0
206
206
Derivate
HACC/FVTPL
34
34
173
173
** FVTPL (Fair Value Through Profit and Loss): Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet
HACC (Cashflow Hedge Accounting): Sicherungsinstrumente
Bewertungs-
kategorie nach
IFRS 9
in TEUR
Nettoergebnisse 2020
Nettoergebnisse 2019
At Amortised Cost - Aktiva
AC
-1.124
629
- Wertberichtigungen
-1.376
-160
- Kursgewinne und -verluste
-325
10
- Finanzerträge
577
779
At Amortised Cost - Passiva
AC
-7.514
-7.351
- Zinsaufwendungen
-7.514
-7.351
at fair value through profit or loss
FVTPL
-235
255
- Zinsaufwendungen Cap
0
-3
- Veränderung aus Wertpapieren
-96
397
- Zinsaufwendungen Swap
-139
-139
(46) SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
In der Frauenthal-Gruppe werden die Divisionen Frauenthal Automotive und Frauenthal Handel als operative Segmente geführt und
über das EBIT gesteuert. Die Klassifizierung in die einzelnen Segmente erfolgt aufgrund des internen Reportings und der Unterschiede
zwischen den produzierten und vertriebenen Produkten und Dienstleistungen.
Frauenthal Handel vertreibt die führenden Sanitär-, Heizungs-, Installationstechnik- und Elektromaterialmarken sowie die Eigenmarken
ALVA und die Exklusivmarke Passion.
Frauenthal Automotive ist als Zulieferer für Hersteller von Nutzfahrzeugen und PKW tätig. Das Produktionsprogramm umfasst die
Herstellung von Pleuel, Ausgleichswellen, Press- und Schweißkomponenten und Druckluftbehältern für Bremssysteme. Die
Produktionsstandorte befinden sich in Deutschland, Tschechien, Slowakei, Schweden, China und den USA.
Die Intrasegmentumsätze umfassen im Wesentlichen Managementleistungen und Kostenumlagen der Holdinggesellschaften, die nach
festen Stundensätzen bzw. nach der Kostenaufschlagsmethode bewertet werden.
Die detaillierten Angaben zur Segmentberichterstattung sind in einer gesonderten Übersichtstabelle ersichtlich. In der Tabelle Umsatz
in Regionen nach Endkunden erfolgte die Zuweisung der Umsätze nach dem Sitz des Kunden. Die dort angegebenen Umsätze
entsprechen den Angaben des IFRS 8.33.
67 KONZERNANHANG
(47) ZIELE DES EIGENKAPITALMANAGEMENTS
Ziele des Eigenkapitalmanagements des Konzerns sind die Sicherstellung der Unternehmensfortführung sowie die Erhaltung einer
adäquaten Eigenkapitalquote von etwa 30 % im IFRS-Konzernabschluss. Zum Bilanzstichtag konnte ein Eigenkapital von TEUR 114.366
(VJ: TEUR 126.630) ausgewiesen werden. Die Eigenkapitalquote reduziert sich von 28,6 % auf 25,9 %.
Frauenthal ist ein auf Wachstum ausgerichtetes Unternehmen, was sich in der Unternehmensstrategie widerspiegelt. Bei der
Gestaltung der Dividendenpolitik steht die finanzielle Vorsorge für die Finanzierung der Wachstumsstrategie im Vordergrund.
Das Net Gearing – bei dem das Konzerneigenkapital in Verhältnis zum Risiko (der Verschuldung) gesetzt wird – ist 2020 von 68,69
% auf 59,11 % gesunken, da die Verschuldung gesunken ist. Die Nettoverschuldung verringerte sich von TEUR 86.979 auf TEUR
67.600. Die Nettoverschuldung setzt sich aus lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten auf der Passivseite sowie
Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten auf der Aktivseite zusammen.
Die verzinslichen Nettoschulden sind, die um verzinsliche Aktiva saldierten verzinslichen Schulden. Wirtschaftliches Eigenkapital ist das
bilanzielle Eigenkapital.
in TEUR
2016
2017
2018
2019
2020
Finanzverbindlichkeiten
98 694
113 885
100 873
127 805
122 127
Vendor Loan
0
7 129
7 030
0
0
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
-9 932
-26 714
-27 988
-40 325
-54 027
Gewährte Darlehen
-500
-1 005
-500
-500
-500
Verschuldung
88 262
93 295
79 414
86 979
67 600
Gearing Ratio in %
86,70%
98,84%
71,88%
68,69%
59,11%
(48) AKTIENOPTIONSPROGRAMM
Der Aufsichtsrat der Frauenthal Holding AG hat am 1. Juni 2011 einen Aktienoptionsplan 2012–2016 für Mitglieder des Vorstands
der Frauenthal Holding AG und für Führungskräfte der Frauenthal-Gruppe beschlossen. Bei diesem Programm erfolgten die letzten
möglichen Ausübungen im Jahr 2019, somit gibt es zum Bilanzstichtag keine (2019: neun) bezugsberechtigten Teilnehmer.
Am 20. April 2016 wurde ein weiteres fünfjähriges Aktienoptionsprogramm im Hinblick auf das auslaufende erste
Aktienoptionsprogramm beschlossen. Einbezogen sind die jeweiligen Vorstandsmitglieder und weitere ungefähr 10 bis 15
Führungskräfte der Frauenthal-Gruppe. Auf Basis einer diskretionären Entscheidung des Aufsichtsrats der Frauenthal Holding AG
können im Rahmen des Aktienoptionsprogramms jedem Programmteilnehmer für herausragende Leistungen in den Geschäftsjahren
2016 bis 2020 jährlich bis zu höchstens 10.000 Stück Optionen, die zum Bezug von je einer auf Inhaber lautenden, nennwertlosen
Stückaktie der Frauenthal Holding AG zum Bezugspreis von EUR 2,00 je Aktie berechtigen, gewährt werden. Gewährte Optionen sind
nicht übertragbar und sind nach Ablauf von drei Jahren ab Zuteilung drei Wochen lang ausschließlich vom Begünstigten
höchstpersönlich ausübbar. Für die so erworbenen Aktien soll eine Behaltefrist von 36 Monaten gelten. Als besonderer langfristiger
Anreiz soll weiters im Ermessen des Aufsichtsrats die Möglichkeit bestehen, TOP-Führungskräften davon abweichend im Jahr des
Ablaufs einer allfälligen Funktionsperiode jeweils bis zu höchstens 50.000 Stück Optionen zuzuteilen und für diese Optionen
abweichende Ausübungs- und Behaltefristen festzulegen, insbesondere wenn sie in der ablaufenden Funktionsperiode maßgeblich
zum Shareholder-Value und zum Erfolg der Frauenthal-Gruppe beigetragen haben. Insgesamt können unter dem
Aktienoptionsprogramm maximal 250.000 Aktienoptionen zugeteilt werden.
Es wurden im Jahr 2020 keine Optionen gewährt, deshalb beläuft sich der Schätzwert der gewährten Optionen 2020 auf TEUR 0
(VJ: TEUR 0) und entspricht dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert der Option bestimmt sich mit dem ursprünglichen
Tag der Annahme des Optionsprogramms und wird über einen Zeitraum verteilt, über den die Teilnehmer den bedingungslosen
Anspruch auf die gewährten Optionen erwerben. Zur Berechnung des Optionsplans wurde das Modell „Black-Scholes“ (diskretes
Modell) unter Zugrundelegung des Optionsmodells „Amerikanische Option“ angewendet. Hierbei wird der Wert einer Option durch
diverse Parameter bestimmt, wie zum Beispiel aktueller Aktienkurs (Quelle: Bloomberg), Basispreis (EUR 2), Restlaufzeit der Option
(42–90 Monate), fristenkongruenter Zinssatz.
KONZERNANHANG 68
Die ausübbaren Aktienoptionen haben sich wie folgt entwickelt:
Anzahl Aktienoptionen
2020
2019
Stand 1.1.
10.000
45.000
ausgeübte Optionen
-10.000
-35.000
Stand 31.12.
0
10.000
Die Anzahl der insgesamt bis 31.12.2020 gewährten bzw. im Jahr 2020 gewährten bzw. ausgeübten Optionen teilen sich für folgende
Gruppen wie folgt auf:
Gruppe
Anzahl insgesamt
gewährte Optionen
Anzahl gewährte Optionen
in 2020
Anzahl ausgeübte
Optionen in 2020
Arbeitnehmer
10.000 Stück
0 Stück
0 Stück
leitende Angestellte
100.000 Stück
0 Stück
10.000 Stück
Dr. Martin Sailer
40.000 Stück
0 Stück
0 Stück
Gesamt
150.000 Stück
0 Stück
10.000 Stück
Die gewährten Optionen sind jeweils ab dem dritten Jahrestag ab jeweiliger Zuteilung bis zum Ablauf desselben Geschäftsjahrs
ausübbar. Im Falle des Übertritts in den Ruhestand gemäß den jeweils anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen ist der Planteilnehmer
berechtigt, alle bis zu dem Termin des Übertritts in den Ruhestand zugeteilte Optionen sofort auszuüben. Übt er die Optionen nicht
innerhalb von drei Monaten ab Übertritt in den Ruhestand aus, so verfallen alle zugeteilten, aber nicht ausgeübten Optionen. Im Fall
des Ablebens oder im Fall des Ausscheidens eines Planteilnehmers wegen Berufsunfähigkeit werden alle bis dahin zugeteilten, aber
nicht ausgeübten Optionen mit ihrem Wert zu diesem Termin in bar abgerufen. Für den Fall, dass der Wert der Optionen negativ sein
sollte, erfolgt keine Abfindung.
Für die aufgrund Ausübung der Optionen erworbenen Aktien gilt eine Behaltefrist von 36 Monaten. Jeder Teilnehmer am
Aktienoptionsplan ist aber berechtigt, so viele der aufgrund Ausübung der Optionen erworbenen Aktien vor Ablauf der Behaltefrist
– aber nicht während der regulären oder im Einzelfall verhängten Handelssperren – zu verkaufen, wie erforderlich ist, damit er oder
sie seine oder ihre persönliche Einkommensteuer in Bezug auf die Ausübung der Optionen aus dem Netto-Veräußerungserlös (d.h.
abzüglich allfälliger Steuern auf den Veräußerungserlös) entrichten kann. Im Fall des Übertritts in den Ruhestand oder des Ausscheidens
infolge Berufsunfähigkeit ist der Planteilnehmer berechtigt, alle aufgrund Ausübung der Optionen erworbenen Aktien nach Übertritt
in den Ruhestand oder nach Ausscheiden infolge Berufsunfähigkeit, aber vor Ablauf der Behaltefrist zu veräußern. Alle Optionen sind
nicht übertragbar.
Im Geschäftsjahr 2020 wurden 0 Stück (VJ: 0 Stück) auf Inhaber lautende, nennwertlose Stückaktien an Mitglieder des Vorstands der
Frauenthal Holding AG und an weitere Führungskräfte der Frauenthal-Gruppe gewährt. Es gilt eine Behaltefrist von drei Jahren ab
Ausübung der Optionen. Es wurden im Geschäftsjahr 2020 10.000 Stück für leitende Angestellte (VJ: 35.000 Stück) ausgeübt. Der
Aktienkurs am Tag der Ausübung war EUR 18,1.
Der beizulegende Zeitwert der gewährten Optionen wird als Personalaufwand erfasst, wobei die Gegenbuchung im Eigenkapital
erfolgt. Der beizulegende Zeitwert wird am Tag der Gewährung bestimmt und über einen Zeitraum verteilt, über den die Mitarbeiter
den bedingungslosen Anspruch auf die gewährten Optionen erwerben (Erdienungszeitraum).
(49) ANGABEN ÜBER DIE MITGLIEDER DER UNTERNEHMENSORGANE
Der Aufsichtsrat der Frauenthal Holding AG besteht aktuell aus fünf (VJ: fünf) von der Hauptversammlung gewählten Mitgliedern und
drei (VJ: drei) vom Konzernbetriebsrat entsandten Mitgliedern. Im Geschäftsjahr 2020 bestand der Aufsichtsrat, gewählt von der
Hauptversammlung, aus den folgenden Mitgliedern:
Mag. Johann Schallert
Vorsitzender seit 1. Jänner 2018
Mitglied seit 20. Mai 2015
Dr. Dietmar Kubis
Stellvertreter des Vorsitzenden seit 27. Juni 2016
Mitglied seit 10. Februar 1999
Dr. Johannes Strohmayer
Mitglied seit 2. Juni 2010
Dr. Andreas Staribacher
Mitglied seit 5. Juni 2018
Dipl. Betriebswirtin Claudia Beermann
Mitglied seit 19. Juni 2019
69 KONZERNANHANG
Im Geschäftsjahr 2020 hat der Konzernbetriebsrat August Enzian, Klaus Kreitschek und Thomas Zwettler als Mitglieder in den
Aufsichtsrat entsandt:
August Enzian
Mitglied seit 27. September 2010
Klaus Kreitschek
Mitglied seit 1. Dezember 2019
Thomas Zwettler
Mitglied seit 1. Jänner 2015
Die Bezüge für die Mitglieder des Aufsichtsrates betrugen für das Berichtsjahr TEUR 123 (VJ: TEUR 151).
Die Vorstände der Frauenthal Holding AG sind:
Dr. Hannes Winkler
Vorsitzender seit 1. Jänner 2018
Dr. Martin Sailer
Mitglied seit 25. September 2008
bis 11. Jänner 2021
Mag. Erika Hochrieser
Mitglied seit 5. Juni 2018
Dipl.-Ing. Michael Ostermann
Mitglied seit 1. Jänner 2021
Im Geschäftsjahr 2020 betragen die Bruttobezüge inklusive Pensionskassenzahlungen und Unfallversicherungsbeiträge für die
Vorstandsmitglieder der Frauenthal Holding AG TEUR 1.283, davon fixe Vergütung TEUR 1.074, davon variable Vergütung TEUR 175,
davon Pensionskassenzahlungen TEUR 30 und davon Versicherungsbeiträge TEUR 4 (VJ: Insgesamt TEUR 1.342, davon fixe Vergütung
TEUR 1.061, davon variable Vergütung TEUR 247, davon Pensionskassenzahlungen TEUR 30 und davon Versicherungsbeiträge
TEUR 4). In den fixen Vergütungen sind TEUR 429 (VJ: 448) für die Verrechnung des Vorstandsvorsitzenden aus einem
Dienstleistungsvertrag mit der Ventana Holding GmbH enthalten.
Dem Vorstand wurden so wie im Vorjahr keine Optionen gewährt. Vom Vorstand wurden so wie im Vorjahr keine Optionen, die für
die Funktion als Vorstand gewährt wurden, ausgeübt. Für die Vorstandsmitglieder der Frauenthal Holding AG betrugen die Zahlungen
in die Mitarbeitervorsorgekasse im Geschäftsjahr 2020 TEUR 14 (VJ: TEUR 16). Die Auszahlung der Altersversorgung ist an keine
Leistungskriterien gebunden. Bei Beendigung der Funktion haben die Vorstandsmitglieder keine vertraglichen Abfertigungsansprüche.
Die Vorstandsvergütung besteht aus einem fixen Basisgehalt sowie aus einem variablen erfolgsabhängigen Bestandteil von TEUR 0 bis
zu maximal TEUR 200 brutto jährlich, welcher sich nach der persönlichen Leistung jedes Vorstandsmitglieds richtet, sofern ein
erfolgsabhängiger Bestandteil vereinbart wurde. Dieser variable Anteil setzt sich aus qualitativen und quantitativen Zielvereinbarungen
zusammen. Die quantitativen Ziele umfassen Kriterien der Budgeterreichung und der Liquidität. Die qualitativen Ziele sind für einzelne
Geschäftsbereiche, für das Gesamtunternehmen sowie Führungs- und Personalentwicklung vereinbart.
Die Frauenthal Holding AG hat für Vorstände, Geschäftsführer und Aufsichtsräte im Konzern eine „Directors and Officers“ (D&O)-
Versicherung abgeschlossen. Die Kosten dafür belaufen sich im Geschäftsjahr 2020 auf TEUR 41 (VJ: TEUR 41).
(50) ANGABEN ÜBER GESCHÄFTSFÄLLE MIT NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN ODER PERSONEN
Die Ventana Holding GmbH, die EPE European Private Equity S.A. ("EPE S.A.") und Herr Dr. Hannes Winkler kontrollieren gemeinsam
(mittelbar und unmittelbar) die Tridelta HEAL Beteiligungsgesellschaft S.A. ("Tridelta S.A."), welche wiederum mittelbar (über die FT
Holding GmbH) eine Beteiligung von 5.904.724 Aktien, somit eine Beteiligung im Ausmaß von 62,58 % des Grundkapitals und der
Stimmrechte der Frauenthal Holding AG hält (8,30 % des Grundkapitals der Frauenthal Holding AG werden von dieser als eigene
Aktien gehalten, 28,92 % befinden sich im Streubesitz, 0,19% werden direkt von der Ventana Holding GmbH gehalten). Der
Konzernabschluss der Frauenthal Holding AG, Wien, wird in den Konzernabschluss der Ventana Holding GmbH, Wien, die den
Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen erstellt, miteinbezogen. Weiterführende Informationen zur
Beteiligungsstruktur sind auf der Frauenthal Homepage unter Investor Relations abrufbar.
Zwischen Unternehmen der Frauenthal-Gruppe und zu nahestehenden Unternehmen und Personen bestehen Geschäftsbeziehungen
im Miet- und Dienstleistungsbereich, deren Gesamtvolumen im Jahr 2020 auf ähnlichem Niveau wie im Vergleichszeitraum liegt.
Zwischen Unternehmen der Frauenthal-Gruppe und nahestehenden Unternehmen sowie Personen bestehen Geschäftsbeziehungen
im Miet- und Dienstleistungsbereich, deren Gesamtvolumen im Geschäftsjahr 2020 TEUR 5.148 (VJ: TEUR 4.972) betrug.
Gesellschaften der Validus-Gruppe verrechneten Nettomieten in Höhe von TEUR 4.719 (VJ: TEUR 4.524) für Büro-, Gewerbe- und
Lagerflächen der SHT Haustechnik GmbH sowie für den Standort am Rooseveltplatz 10, 1090 Wien, wo sämtliche Konzernbereiche
der Frauenthal Holding AG sowie die oberste Leitung der Division Frauenthal Automotive eingemietet sind. Die Erhöhung im Vergleich
zum Vorjahr ist auf Indexanpassungen zurückzuführen. Zusätzlich zu den Nettomieten werden die Betriebskosten weiterbelastet. Die
Miethöhe orientiert sich überall an marktüblichen Preisen und wurde einem Fremdvergleich unterzogen, der durch externe Gutachten
bestätigt ist. Validus Immobilienholding GmbH samt den ihr zuzurechnenden Tochtergesellschaften steht Dr. Hannes Winkler nahe.
Die Vergütung für den Vorstandsvorsitzenden Dr. Hannes Winkler wurde in Höhe von TEUR 429 (VJ: TEUR 448) von Ventana Holding
GmbH an Frauenthal Holding AG verrechnet. Es handelt sich um eine fixe Vergütung, Dr. Winkler hat keinen variablen
Remunerationbestandteil im Gegensatz zu den anderen Vorstandsmitgliedern und nimmt nicht am Aktienoptionsprogramm teil.
KONZERNANHANG 70
Im Gegenzug verrechneten Unternehmen der Frauenthal-Gruppe für EDV-Dienstleistungen TEUR 9 (VJ: TEUR 9). Des Weiteren wurde
im Vorjahr eine Liegenschaft der Frauenthal-Gruppe an eine Gesellschaft der Validus-Gruppe um TEUR 490 verkauft. Dieser Betrag
wurde im Geschäftsjahr 2019 als offene Forderung ausgewiesen und im Geschäftsjahr 2020 zur Gänze beglichen.
Die oben angeführten Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen sind zu fremdüblichen Konditionen getätigt
worden.
(51) ANGABEN ÜBER GESCHÄFTSFÄLLE NACH DEM BILANZSTICHTAG
Zwischen dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 und der Freigabe dieses Berichts zur Veröffentlichung am 22. April 2021 gab es
keine wesentlichen angabepflichtigen Ereignisse.
Der Vorstand der Frauenthal Holding AG hat den Konzernabschluss am 22. April 2021 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben.
Wien, 22. April 2021
Frauenthal Holding AG
Mag. Erika Hochrieser Dr. Hannes Winkler Dipl.-Ing. Michael Ostermann
Vorstandsmitglied Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied
71 ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
Abkürzungsverzeichnis
ABS
Asset-Backed-Securities
AFS
Available for Sale
BIP
Bruttoinlandsprodukt
BMVG
Betriebliches Mitarbeitervorsorgegesetz
CDS
Credit Default Swap
CGU
Cash Generating Unit
CNY
Chinesischer Yuan
CZK
Tschechische Krone
D&O
Directors and Officers
DCF-Methode
Discounted Cash Flow-Methode
DBO
Defined Benefit Obligation
EBIT
Earnings Before Interest and Taxes
Betriebsergebnis, operatives Ergebnis vor Hinzurechnung von Finanzergebnis und Steuern
EBITA
Earnings Before Interest, Taxes and Amortisation
Betriebsergebnis vor Abzug der Firmenwert-Abschreibung
EBITDA
Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortisation
Betriebsergebnis vor Abschreibungen = Brutto Cash Flow
EDV
Elektronische Datenverarbeitung
EEG
Erneuerbare-Energien-Gesetz
EGT
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
ERP
Enterprise Resource Planning
EU
Europäische Union
EUR
Euro
FA
Frauenthal Automotive
FIFO
First-in-First-out
FLAC
Financial Liabilities measured at Amortised Costs
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS 72
FN
Firmenbuchnummer
GuV
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
HFT
Held for Trading
HKD
Hong-Kong Dollar
HR
Human Resources
IAASB
International Auditing and Assurance Standards Board
IAS
International Accounting Standards
IASB
International Accounting Standards Board
IFAC
International Federation of Accountants
IFRIC
International Financial Reporting Interpretations Committee
IFRS
International Financial Reporting Standards
ISA
International Standards on Auditing
ISC
Installateur Service Center
kg
Kilogramm
LAR
Loans and Receivables
LKW
Lastkraftwagen
lt.
Laut
MEUR
Million(en) Euro
MSEK
Million(en) schwedische Kronen
NFZ
Nutzfahrzeug
NOPAT
Net Operating Profit After Tax
EBITA - bereinigte Steuern (Pauschalsatz 25 %)
NOx
Stickoxide
OEM
Original Equipment Manufacturer
p.a.
per anno
PoC
Percentage of Completion
ROCE
Return on Capital Employed
Nettorendite auf das eingesetzte Kapital
73 ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
ROCE = NOPAT / CE
SAP
Systemanalyse und Programmentwicklung
SEK
Schwedische Krone
SHT
SHT Haustechnik GmbH
TEUR
Tausend Euro
UGB
Unternehmensgesetzbuch
USD
United States Dollar
WACC
Weighted Average Cost of Capital
Durchschnittliche Kapitalkosten, die das Unternehmen für sein Fremd- und Eigenkapital auf den
Finanzmärkten zahlen muss
ERKLÄRUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER 74
ERKLÄRUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER
Der Vorstand erklärt, dass der nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellte Konzernabschluss
des Frauenthal-Konzerns nach bestem Wissen ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der
Gesamtheit der in die Konsolidierung einbezogenen Unternehmen vermittelt. Ebenso vermittelt der Lagebericht ein
möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Frauenthal-Konzerns und gibt Auskunft über den
Geschäftsverlauf und die Auswirkung bestehender bzw. künftiger Risiken auf die Geschäftstätigkeit des Frauenthal-
Konzerns.
Wien, 22. April 2021
Frauenthal Holding AG
Mag. Erika Hochrieser Dr. Hannes Winkler Dipl.- Ing. Michael Ostermann
Vorstandsmitglied Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied
75 BESTÄTIGUNGSVERMERK ZUM KONZERNABSCHLUSS
BESTÄTIGUNGSVERMERK
BERICHT ZUM KONZERNABSCHLUSS
PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben den Konzernabschluss der Frauenthal Holding AG, Wien, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) bestehend aus der
Konzernbilanz zum 31. Dezember 2020, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Kon-
zerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und
dem Konzernanhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst ge-
treues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2020 sowie der Ertragslage des Konzerns für das an diesem Stichtag
endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind
(IFRS), und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.
GRUNDLAGE FÜR DAS PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und den öster-
reichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der Interna-
tional Standards on Auditing (ISA).
Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers
für die Prüfung des Konzernabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig
in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere
sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns
erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum des Bestätigungsvermerks ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser
Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten
für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer
Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein
gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:
1. Werthaltigkeit der aktiven latenten Steuern
2. Impairment Tests CGU Powertrain
1. WERTHALTIGKEIT DER AKTIVEN LATENTEN STEUERN
SACHVERHALT UND VERWEIS AUF WEITERGEHENDE INFORMATIONEN
Im Konzern der Frauenthal Holding AG bestehen drei Steuergruppen (eine in Österreich, zwei in Deutschland), in denen wesentliche
Teile der bilanzierten aktiven latenten Steuern zu realisieren sind.
Nach Saldierung mit passiven Steuerlatenzen gegenüber derselben Steuerbehörde, werden aktive latente Steuern in Höhe von MEUR
14,0 (2019: MEUR 17,6) ausgewiesen, wobei MEUR 13,8 (2019: MEUR 17,0) auf die genannten Steuergruppen entfallen. Darin ent-
halten sind MEUR 10,7 (2019: MEUR 12,0) aktive latente Steuern für Verlustvorträge und steuerlich zu verteilende Beteiligungsab-
schreibungen, die in den genannten Steuergruppen vorhanden sind.
Die Bewertung der aktiven latenten Steuern unterliegt wesentlichen Schätzungen und Ermessensentscheidungen. Die wesentlichen
Risiken bestehen in der Schätzung der künftig zur Verfügung stehenden steuerlichen Ergebnisse. Das Management der Frauenthal
Holding AG leitet auf Grundlage einer Mittelfristplanung die steuerlichen Ergebnisse ab und hat jene Beträge als werthaltig beurteilt,
die in den nächsten fünf Jahren voraussichtlich verwertet werden können.
Die Angaben zu den aktiven latenten Steuern sind im Konzernanhang in den Abschnitten (8) und (23) zu finden.
PRÜFERISCHES VORGEHEN
Wir haben den Ansatz und die Bewertung der latenten Steuern und die diesbezüglich wesentlichen Annahmen zu den Ertragserwar-
tungen beurteilt.
Ein Schwerpunkt im Rahmen dieser Prüfung lag in der Plausibilisierung der Realisierbarkeit der geplanten Ergebnisse der einzelnen
Konzerngesellschaften. Im Zuge unserer Prüfung haben wir ein Verständnis über die wesentlichen Planungsparameter und Werttreiber
in diesen Planungsrechnungen erlangt.
BESTÄTIGUNGSVERMERK ZUM KONZERNABSCHLUSS 76
Die wesentlichen Planungsparameter für die Ergebnisentwicklung der Frauenthal Holding AG und der einzelnen Mitglieder der öster-
reichischen und deutschen Steuergruppen wurden verplausibilisiert und kritisch gewürdigt. Darüber hinaus wurde das Berechnungs-
schema nachvollzogen und auf rechnerische Richtigkeit überprüft.
Die Überleitung der geplanten unternehmens-rechtlichen Ergebniserwartungen der Frauenthal Holding AG und der Mitglieder der
Steuergruppen auf die steuerlichen Ergebnisse in Bezug auf die Berücksichtigung der zwingenden wesentlichen steuerlichen Vorschrif-
ten wurde nachvollzogen.
Weiters wurde die Einhaltung der Vorschriften zu Saldierungen durch eine Überleitung der Werte aller Einzelgesellschaften auf die
Angaben im Konzernabschluss und die Vollständigkeit und Richtigkeit der Anhangsangaben überprüft
2. IMPAIRMENT TESTS CGU POWERTRAIN
SACHVERHALT UND VERWEIS AUF WEITERGEHENDE INFORMATIONEN
Für die CGU Powertrain ergaben sich im Jahr 2020 durch COVID-19 Pandemie sowie durch die Schließung des Werks in Rosswein
jeweils Triggering Events iSd IAS 36. Aus diesem Grund wurde für die Cash Generating Unit eine Werthaltigkeitsprüfung durchgeführt.
Für die CGU Powertrain ergab sich daraus ein Wertminderungsbedarf iHv MEUR -4,3 im Geschäftsjahr 2020 der zu einer Abschreibung
der Sachanlagen führte.
Der Impairment-Test zur Überprüfung der Werthaltigkeit der Vermögenswerte erfordert wesentliche Schätzungen über die zukünftige
Entwicklung der Erlöse und Aufwendungen und den daraus resultierenden Zahlungsmittelüberschüssen sowie Annahmen zur Festle-
gung des verwendeten Diskontierungszinssatzes (DCF-Methode). Diesen Bewertungen liegen Schätzungen zugrunde, die mit Unsi-
cherheit behaftet sind. Für den Abschluss besteht das Risiko einer falschen Bewertung der betroffenen Vermögenswerte.
Die Angaben zum Impairment-Test finden sich im Abschnitt 7 des Konzernanhangs.
PRÜFERISCHES VORGEHEN
Wir haben die Angemessenheit der zukunftsbezogenen Schätzungen und wesentlichen Annahmen sowie der herangezogenen Be-
rechnungsmethoden unter Einbeziehung von Bewertungsspezialisten beurteilt.
Ein Schwerpunkt im Rahmen dieser Prüfung lag in der Plausibilisierung der Ertragserwartungen der CGU. Im Zuge unserer Prüfung
haben wir ein Verständnis über die Planungssystematik und den Planungsprozess sowie die wesentlichen Planungsparameter und
Werttreiber in diesen Planungsrechnungen erlangt.
Wir haben die wesentlichen Planungsparameter und Werttreiber für die Ergebnis- und Cash Flow-Planung der CGU plausibilisiert und
kritisch gewürdigt. Darüber hinaus wurde das Berechnungsschema nachvollzogen und auf rechnerische Richtigkeit überprüft.
Die Angemessenheit der Höhe der Diskontierungszinssätze wurde durch die alternative Ableitung der für die Bestimmung der Diskon-
tierungszinssätze maßgeblichen Parameter einschließlich der durchschnittlichen Kapitalkosten („weighted average cost of capital“) auf
Basis einer eigenen Peer Group beurteilt.
Zur Risikobeurteilung möglicher Abweichungen von Ergebnis- und Cash Flow-Schätzungen sowie Abweichungen von den abgeleiteten
durchschnittlichen Kapitalkosten wurden Sensitivitätsrechnungen vorgenommen.
SONSTIGE INFORMATIONEN
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informatio-
nen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk. Der Geschäfts-
bericht wird uns voraussichtlich nach diesem Datum zur Verfügung gestellt.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir werden dazu keine Art der
Zusicherung geben.
In Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu
lesen und zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder zu unseren bei der
Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum des Bestätigungsvermerks des Abschlussprüfers erlangten sonstigen
Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen
vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
VERANTWORTLICHKEITEN DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES FÜR DEN
KONZERNABSCHLUSS
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung
mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild
der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen
Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von falschen Dar-
stellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
77 BESTÄTIGUNGSVERMERK ZUM KONZERNABSCHLUSS
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fort-
führung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit –
sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwen-
den, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigten, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit
einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns
VERANTWORTLICHKEITEN DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen
Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungs-
urteil beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und
den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Ab-
schlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolo-
sen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünf-
tigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entschei-
dungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Ab-
schlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen
aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
› Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtü-
mern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnach-
weise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen
Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultieren-
des, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstel-
lungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
› Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen
zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit
des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.
› Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die
Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusam-
menhängende Angaben.
› Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes, der Fortführung
der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Ver-treter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine
wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit
des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine
wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im
Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren.
Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungs-
nachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unter-
nehmenstätigkeit zur Folge haben.
› Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob
der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst
getreues Bild erreicht wird.
› Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten
innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung,
Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der
Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontroll-
system, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unab-
hängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünf-
tigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und - sofern einschlägig - damit zusammenhängende
Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die
am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungs-
BESTÄTIGUNGSVERMERK ZUM KONZERNABSCHLUSS 78
sachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvor-
schriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt
nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer
solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN
BERICHT ZUM KONZERNLAGEBERICHT
Der Konzernlagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem
Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichi-
schen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zu-
treffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den
Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.
ZUSÄTZLICHE ANGABEN NACH ARTIKEL 10 DER EU-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 5. Juni 2020 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 4. August 2020 vom Aufsichts-
rat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2000 Abschlussprüfer.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsaus-
schuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der
Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
Wir haben für die geprüfte Gesellschaft und für von dieser beherrschten Unternehmen keine Leistungen, zusätzlich zur Konzernab-
schlussprüfung erbracht, die nicht im Konzernabschluss angegeben worden sind.
AUFTRAGSVERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Peter Bartos.
Wien, am 22. April 2021
BDO Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
Mag. Peter Bartos
Wirtschaftsprüfer
ppa. Christoph Leutgeb, MSc (WU)
Wirtschaftsprüfer
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen.
Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für
abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.
LAGEBERICHT 80
LAGEBERICHT
FRAUENTHAL HOLDING AG 2020
JAHRESABSCHLUSS
A. EINLEITUNG
(1) DIE FRAUENTHAL HOLDING AG IM ÜBERBLICK
Die Frauenthal Holding AG ist im Firmenbuchgericht Wien unter FN 83990 s registriert. Die Geschäftsanschrift lautet:
Frauenthal Holding AG, Rooseveltplatz 10, 1090 Wien, Österreich.
Die Frauenthal Holding AG ist die Muttergesellschaft von 27 Gesellschaften (2019: 26 Gesellschaften), welche unter
der einheitlichen Leitung dieser stehen. Als Holdinggesellschaft der Frauenthal-Gruppe, ein österreichischer börsenno-
tierter Mischkonzern, umfasst die Frauenthal Holding AG zwei Unternehmensbereiche. Die Geschäftstätigkeit ihrer Kon-
zerngesellschaften beinhaltet zum einen die Division Frauenthal Handel, zum anderen die Division Frauenthal Automo-
tive.
(2) WIRTSCHAFTLICHES UMFELD
Im Geschäftsjahr 2020 gab es zwei gegensätzliche Entwicklungen der makroökonomischen Rahmenbedingungen in
den beiden Divisionen. Nach einem erwartungsgemäß positiven Start in das Jahr 2020 musste in Österreich die Bau-
wirtschaft durch die COVID-19-Pandemie zuerst empfindliche Einbußen hinnehmen. Die Baustellenschließungen in den
letzten Märzwochen führten zu hohen Produktionsausfällen im ersten und im zweiten Quartal 2020, insbesondere im
März, April und Mai. Für das Gesamtjahr 2020 wurde im Bauwesen mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um
3,5 % gerechnet. Der Einbruch fiel damit jedoch schwächer aus als in anderen Wirtschaftssektoren, die unmittelbar von
behördlichen Schließungsmaßnahmen betroffen waren. Auch im europäischen Vergleich erwies sich die österreichische
Bauwirtschaft als sehr robust. Nach dem Ende der Einschränkungen durch den ersten Lockdown konnte sich die Bau-
wirtschaft einigermaßen schnell erholen. So konnte die Produktionslücke im Bauwesen bereits bis zum Beginn des
Sommers geschlossen werden; schon im Juni und Juli 2020 wurden wieder die Produktions- und Beschäftigungsstände
des Vorjahres erreicht. Im Herbst verlor die Bauwirtschaft zwar wieder etwas an Fahrt, jedoch war die Bauwirtschaft
auch in der zweiten Jahreshälfte 2020 vergleichsweise wenig durch die Pandemie beeinträchtigt.
Hingegen wurde der europäische Automobilmarkt von der COVID-19 Krise schwer getroffen. Die Zulassungen im PKW-
Markt gingen um -24,5 % zurück, im Nutzfahrzeugmarkt um -19,4 % und im wichtigen Segment der schweren Nutz-
fahrzeuge um -28,3 %. Den stärksten Rückgang verzeichneten die südeuropäischen Märkte. Der PKW-Markt in Spanien
ging um -32,3%, der NFZ-Markt um -26,1% zurück. In Italien betrugen die Rückgänge -27,9 % (PKW) und -15,1%
(NFZ), während sich Deutschland etwas besser mit -19,1 % (PKW) und -14,8 % (NFZ) entwickelt. Im Gesamtjahr 2020
sanken die Zulassungen bei Nutzfahrzeugen in Europa gegenüber 2019 um 511.911 Einheiten auf 2.125.736 Fahrzeuge
(-19,4 %). Das für Frauenthal wichtige Segment der schweren Nutzfahrzeuge sank um 92.012 Einheiten auf 233.232
Fahrzeuge (-28,3 %). Im mittelschweren Segment geht das Volumen um -15.723 Einheiten auf 63.356 zurück (-19,9
%).
Das volumenmäßig größte Segment der leichten Nutzfahrzeuge sank um 393.697 Einheiten auf 1.793.353 (-18,0 %).
Die Entwicklung des für Frauenthal Automotive wichtigsten Einzelkunden, Volvo PKW, verläuft etwas besser als der
Gesamtmarkt mit einem Rückgang von -15,6 % in Europa. Der für Frauenthal Automotive zunehmend wichtige chine-
sische Markt hat sich relativ rasch erholt und stieg in 2020 um +7,5 %. Die wesentlichen Kunden, vor allem Volvo Cars,
entwickelten sich besser als der Gesamtmarkt in China. Der US-Markt spielte für Frauenthal eine noch untergeordnete
Rolle.
81 LAGEBERICHT
(3) FRAUENTHAL AUTOMOTIVE -29 % UMSATZRÜCKANG, NEUGESCHÄFTE UND RESTRUKTURIERUNG
VON POWERTRAIN
Im März und April des Geschäftsjahres stellt fast die gesamte europäische Automobilindustrie in Folge eines kurzfristigen
Zusammenbruchs der Supply Chain die Produktion für mehrere Wochen ein. Die in vielen Ländern verhängten „Lock-
downs“ führen zu Schließungen von Automobilhändlern und Zulassungsstellen. Ab etwa Juni beginnt sich die Produk-
tion und der Automobilabsatz wieder langsam zu erholen, um im 4. Quartal wieder ein Niveau auf annährend „Vorkri-
senniveau“ zu erreichen. Im Gesamtjahr führt der Markteinbruch zu einem Umsatzrückgang in der Division Frauenthal
Automotive von MEUR -93,1 (-28,9 %) gegenüber 2019. Leicht abgefedert wird der Einbruch im europäischen OEM-
Geschäft durch den Umsatz im chinesischen Markt (MEUR 16,8). In diesem Markt profitiert Frauenthal von einer attrak-
tiven Kundenstruktur. Die Business Unit Powertrain erleidet einen Umsatzrückgang über Niveau des Gesamtmarktes (-
37 %). Damit besteht akuter Bedarf zur Anpassung der Kapazitäten, da selbst bei Erholung des europäischen Automo-
bilmarktes ab 2021 das für Powertrain verfügbare Volumen bei weitem nicht ausreicht, um die vorhandenen Kapazitä-
ten profitabel auszulasten. Die dafür geeignete und effiziente Maßnahme war die Schließung des relativ kleinen Pro-
duktionsstandortes in Roßwein (110 Mitarbeiter), die per Ende des Geschäftsjahres umgesetzt wurde. Die Kosten für
einen entsprechenden Sozialplan und sonstige von der Schließung ausgelösten Kosten betragen etwa MEUR 4,5 und
sind zur Gänze im Jahresabschluss des Geschäftsjahres berücksichtigt. Diese Maßnahme sowie weitere bedeutende
Kostenreduktionen am Standort in Plettenberg (ca 425 Mitarbeiter) bewirken eine deutliche Reduktion der Fixkosten
und Verbesserung der Produktivität. In diesem Marktumfeld kann Frauenthal Automotive in der Business Unit Gnotec
bedeutendes Neugeschäft mit neuen strategischen, aber auch mit bestehenden Kunden sowohl in Europa als auch in
den USA gewinnen. Auch die Business Unit Airtank gewinnt einen großen Auftrag für Druckluftbehälter aus Aluminium
in den USA. Diese neuen Geschäfte werden beginnend ab 2022 zu nennenswertem organischem Umsatzwachstum
führen.
Der neu gegründete Standort von Gnotec in den USA nimmt im Berichtsjahr die Serienbelieferung auf
(4) FRAUENTHAL HANDEL MIT UMSATZWACHSTUM
In der COVID-19 Krise zeigt sich eine höhere Bereitschaft von Investitionen in private Haushalte, in Sanierung und
Erneuerung von Sanitär- und Heizungseinrichtungen. Die Geschäftsentwicklung der Division Frauenthal Handel ist von
der Baukonjunktur in Österreich bestimmt. Die gute Baukonjunktur, vor allem in den Bereichen sozialer Wohnbau und
gewerblicher Bereich, führt zu einem Umsatzwachstum von 2,5 %. Im Bereich des industriellen Tiefbaus sorgen rück-
läufige Industrieinvestitionen für stagnierende Umsätze, vor allem wurden in der Krise viele Großprojekte von öffentli-
chen Einrichtungen und Kommunen gestoppt. Die Margenentwicklung entspricht nicht der Umsatzentwicklung, da der
Sanitär- und Heizungsmarkt einerseits einem verschärften Verdrängungs- und Preiskampf ausgesetzt und andererseits
von Mixverschiebungen in den Sparten gekennzeichnet ist. Diese Marktbedingungen resultieren in einem Umsatz-
wachstum von MEUR 15,9 bei rückläufiger Handelsmarge. Trotz des Preiskampfes konnte der Marktanteil der Frauent-
hal Handel moderat gesteigert werden.
LAGEBERICHT 82
B. ERGEBNISANALYSE
(1) UMSATZ
Der Umsatz (samt sonstiger betrieblicher Erträge) der Frauenthal Holding AG nach UGB liegt im Geschäftsjahr 2020 mit
TEUR 2.537 (Vorjahr: TEUR 5.343) um insgesamt TEUR 2.806 unter dem Vorjahreswert. Dies resultiert hauptsächlich
aus geringeren Verrechnungen an Konzerngesellschaften (insbesondere höhere Verrechnung im VJ aufgrund der Eini-
gung im Zusammenhang mit einem früheren Unternehmenserwerb).
in TEUR
2020
2019
Veränderung
Umsatzerlöse und sonstige Erträge
2.537
5.343
-2.806
Personalaufwand
-1.527
-2.013
487
Sonstige betriebliche Aufwendungen
-2.772
-3.760
988
EBITDA
-1.762
-430
-1.331
Abschreibungen
-74
-85
11
Betriebsergebnis (EBIT)
-1.835
-515
-1.320
Erträge aus Beteiligungen an verb. Unternehmen
4.920
6.300
-1.380
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge/Aufwendungen
-172
-241
69
Finanzergebnis
4.748
6.059
-1.310
Ergebnis vor Steuern
2.913
5.543
-2.630
Steuern vom Einkommen
1.843
1.315
528
Ergebnis nach Steuern = Jahresüberschuss
4.756
6.858
-2.102
Zuweisung zu Gewinnrücklagen
-4.750
-4.200
-550
Gewinn- / Verlustvortrag aus dem Vorjahr
2.801
142
2.658
Bilanzgewinn
2.807
2.801
6
(2) ERGEBNIS
Das Betriebsergebnis (EBIT) der Frauenthal Holding AG liegt mit TEUR -1.835
(Vorjahr: TEUR -515) um TEUR -1.320 unter dem Vorjahreswert, was hauptsächlich aus den bereits erwähnten geringe-
ren Verrechnungen an Konzerngesellschaften resultiert.
Der Personalaufwand ist um TEUR 487 im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Dies resultiert aus Erträgen aus dem Akti-
enoptionsprogramm iHv TEUR 146, COVID-19 Kurzarbeitsförderungen und Gehaltsverzichten sowie geringeren Prä-
mienrückstellungen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind um TEUR 988 gesunken, dies resultiert aus den
bereits erwähnten geringeren Verrechnungen von Rechts- und Beratungsaufwendungen an Konzerngesellschaften im
Vergleich zum Vorjahr.
Das Finanzergebnis beinhaltet in der Position Erträge aus Beteiligungen eine Dividende der Tochtergesellschaft
Frauenthal Haustechnik Beteiligungs GmbH in Höhe von TEUR 4.920 (Vorjahr: TEUR 4.800) sowie von der Frauenthal
Automotive GmbH in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 1.500).
Die Steuern vom Einkommen beinhalten Körperschaftssteuern iHv TEUR -175 (2019: TEUR -299), Steueraufwand aus
Vorperioden iHv TEUR -296 (2019: TEUR 0), Steuerumlagen der Gesellschaften für das Geschäftsjahr 2020 in Höhe von
TEUR 2.188 (2019: TEUR 1.137), die Veränderung der aktiven latenten Steuern in Höhe von TEUR -257 (2019: TEUR -
65) sowie die Bildung einer Rückstellung für bereits zugewiesene, jedoch nicht abgegoltene Verluste von Gruppenmit-
gliedern in Höhe von TEUR 382 (2019: TEUR 543).
Das Jahresergebnis nach Steuern der Frauenthal Holding AG beträgt somit im Jahr 2020 TEUR 4.756 (2019: TEUR
6.858). Die negative Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Höhe von TEUR 2.102 ist im Wesentlichen auf niedrigere
Dividendenerträgen zurückzuführen. Es wurden TEUR 4.750 (2019: TEUR 4.200) zu den freien Rücklagen zugewiesen.
Unter Berücksichtigung des Gewinnvortrages iHv TEUR 2.801 (2019: TEUR 142) beträgt der Bilanzgewinn der Frauent-
hal Holding AG daher zum 31.12.2020 TEUR 2.807 (Vorjahr: TEUR 2.801). Im Jahr 2020 wurde keine Dividende (2019:
TEUR 2.589) ausgeschüttet.
83 LAGEBERICHT
(3) VERMÖGENS- UND FINANZLAGE
Die Bilanzsumme der Frauenthal Holding AG steigt geringfügig im Vergleich zum Vorjahr von TEUR 101.726 auf
TEUR 102.326, also um TEUR 600.
in TEUR AKTIVA
31.12.2020
31.12.2019
Veränderung
Immaterielle Vermögensgegenstände
0
0
0
Sachanlagen
107
156
-50
Finanzanlagen
89.762
89.762
0
Anlagevermögen
89.868
89.918
-50
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
3.511
2.672
838
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände
87
146
-59
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten
22
19
3
Umlaufvermögen
3.620
2.837
782
Rechnungsabgrenzungen
157
33
124
Aktive latente Steuern
8.681
8.938
-257
Summe AKTIVA
102.326
101.726
600
Die Aktivposten haben sich im Vergleich zum Vorjahr geringfügig verändert. Die Veränderung resultiert im Wesentlichen
aus Forderungen aus Steuern gegenüber Gruppenmitgliedern der Steuergruppe.
Die aktiven latenten Steuern haben sich um TEUR 257 reduziert. Dazu wird auf Punkt II. 3. des Anhangs verwiesen.
in TEUR PASSIVA
31.12.2020
31.12.2019
Veränderung
Eingefordertes Grundkapital
9.435
9.435
0
abzgl. Nennbetrag eigener Anteile
-783
-793
10
Ausgegebenes Grundkapital
8.651
8.641
10
Kapitalrücklagen
22.566
22.470
96
Optionsrücklage
0
242
-242
Gewinnrücklagen
64.447
59.687
4.760
Bilanzgewinn
2.807
2.801
6
Eigenkapital
98.471
93.841
4.630
Eigenkapitalquote (in %)
96,23%
92,25%
3,98%
Steuerrückstellungen
1.672
1.789
-117
Sonstige Rückstellungen
749
964
-215
Rückstellungen
2.421
2.753
-332
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
1.098
4.374
-3.276
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
60
684
-624
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
0
9
-9
Sonstige Verbindlichkeiten
276
65
211
Verbindlichkeiten
1.434
5.133
-3.698
Summe PASSIVA
102.326
101.726
600
Der Anstieg des Eigenkapitals ist vorrangig auf die Erträge aus Beteiligungen für das Geschäftsjahr 2020 sowie auf
Veränderungen der Steuern zurückzuführen. Dadurch steigt die Eigenkapitalquote gegenüber dem Vorjahr um 3,98 %
von 92,25 % auf 96,23 %.
LAGEBERICHT 84
Der Rückgang der Steuerrückstellungen um TEUR 117 ist auf die Reduzierung der Rückstellung für zugewiesene, jedoch
noch nicht abgegoltene Verluste von Gruppenmitgliedern zurückzuführen. Die sonstigen Rückstellungen sind aufgrund
von Verbräuchen um TEUR 215 zurückgegangen.
Aufgrund der Dividendenerträge im Geschäftsjahr 2020 sind die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten gesunken
(im Wesentlichen alle kurzfristig).
(4) GELDFLUSSRECHNUNG
in TEUR
2020
2019
Ergebnis nach Steuern
4.756
6.858
Abschreibungen auf Vermögensgegenstände
des Investitionsbereichs
74
85
Erträge aus dem Abgang von Vermögensgegenständen
des Investitionsbereichs
-22
-1
Sonstige zahlungsunwirksame Erträge/Aufwendungen
-199
-1
Dividendenerträge
-4.920
-6.300
Zinserträge und -aufwendungen
172
241
Geldfluss aus dem Ergebnis
-139
883
Zunahme/Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Ak-
tiva
-647
145
Zunahme/Abnahme von Rückstellungen
-278
-409
Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer
Passiva
-422
121
Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit
-1.486
740
Einzahlungen aus Anlagenabgang
22
1
Auszahlungen für Anlagenzugang
-24
-69
Einzahlungen aus Beteiligungs- und Zinserträgen
4.920
6.313
Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit
4.917
6.245
Einzahlungen Verkauf eigene Anteile
20
70
Veränderung Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
-3.276
-4.197
Auszahlung Dividende
0
-2.589
Auszahlungen für Zinsen und ähnliche Aufwendungen
-172
-274
Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit
-3.428
-6.990
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands
3
-5
Finanzmittelbestand am Beginn der Periode
19
24
Finanzmittelbestand am Ende der Periode
22
19
Der Posten Geldfluss aus dem Ergebnis weist im Geschäftsjahr 2020 einen Betrag in Höhe von TEUR -139 (2019: TEUR
883) aus, welcher geringere Verrechnungen an Konzerngesellschaften enthält. Der Posten sonstige zahlungsunwirk-
same Erträge/Aufwendungen enthält Erträge aus der Auflösungen von Rückstellungen iHv TEUR -54 (2019: TEUR -4).
Im Jahr 2020 haben sich im Wesentlichen die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um TEUR -624 erhöht
bzw. die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ggü. verbundenden Unternehmen um TEUR 838 vermindert,
was zu einem Netto- Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit von TEUR -1.486 führt.
Resultierend aus Dividendenerträgen hat sich der Posten „Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten“
reduziert, da Verbindlichkeiten bedient wurden. Im Jahr 2020 wurde keine Dividende ausgeschüttet.
85 LAGEBERICHT
C. ANGABEN GEM. § 243A UGB
Die Frauenthal Holding AG weist ein Grundkapital von EUR 9.434.990 auf, das sich auf insgesamt 7.534.990 auf Inha-
ber lautende Stückaktien und 1.900.000 nicht notierte Namensaktien verteilt. Jede Aktie ist am Grundkapital im glei-
chen Umfang beteiligt. Die Anzahl der eigenen Aktien beträgt per 31. Dezember 2020 783.499 Stück (Vorjahr: 793.499
Stück) und verringert sich durch den Verkauf von eigenen Aktien im Zuge eines Mitarbeiteroptionsprogramms im Ver-
gleich zum Vorjahr um 10.000 Stück. Der Anteil der eigenen Aktien beträgt somit 8,30 % (Vorjahr: 8,41 %) des
Grundkapitals. Der Streubesitz beträgt 2.728.575 Stück Aktien, somit 28,92 % (Vorjahr: 2.718.575 Stück Aktien, 28,81
%), wobei davon rd. 11,66% auf die MCI Miritz Citrus Ingredients GmbH entfallen. Der Anteil der Hauptaktionäre, der
FT Holding GmbH und der Ventana Holding GmbH beträgt 5.922.916 Stück Aktien, somit 62,78 % (Vorjahr: 5.922.916
Stück Aktien, 62,78 %).
Es bestehen keine besonderen Kontrollrechte für einzelne Aktionäre. Es bestehen keine über die gesetzlichen Vorschrif-
ten hinausgehenden Rechte zur Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie
zur Änderung der Satzung.
Der Aufsichtsrat der Frauenthal Holding AG hat am 1. Juni 2011 einen Aktienoptionsplan 2012–2016 für Mitglieder
des Vorstands der Frauenthal Holding AG und für Führungskräfte der Frauenthal-Gruppe beschlossen. Am 20. April
2016 wurde ein weiteres fünfjähriges Aktienoptionsprogramm 2017-2021 für herausragende Leistungen in den Ge-
schäftsjahren 2016 bis 2020 im Hinblick auf das auslaufende Aktienoptionsprogramm beschlossen. Einbezogen sind
die jeweiligen Vorstandsmitglieder und weitere ungefähr 10 bis 15 Führungskräfte der Frauenthal-Gruppe.
Der Vorstand wurde in der ordentlichen 28. Hauptversammlung vom 30. Mai 2017 ermächtigt, für die Dauer von fünf
Jahren (a) das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats um insgesamt höchstens
EUR 4.717.495,-- durch Ausgabe von bis zu 4.717.495 auf Inhaber und/oder auf Namen lautenden Stückaktien mit
Stimmrecht gegen Bareinlagen oder gegen Sacheinlagen einmal oder mehrmals zu erhöhen, (b) hierbei mit Zustimmung
des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre gegebenenfalls dann ganz oder teilweise auszuschließen, wenn das
Grundkapital (i) zum Zweck der Durchführung eines Programms für Mitarbeiterbeteiligung oder eines Aktienoptions-
plans einschließlich von Mitgliedern des Vorstands und leitenden Angestellten jeweils der Gesellschaft oder von mit
dieser verbundenen Unternehmen, (ii) sonst gegen Bareinlage, wenn in Summe der rechnerisch auf die gegen Barein-
lage unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien entfallende Anteil am Grundkapital der Gesellschaft die
Grenze von 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung nicht übersteigt,
oder (iii) gegen Sacheinlagen, insbesondere von Unternehmen, Unternehmensteilen, Betrieben, Teilbetrieben oder An-
teilen an einer oder mehreren Gesellschaften oder anderen mit einem Akquisitionsvorhaben im Zusammenhang ste-
hender Vermögensgegenstände oder zum Erwerb sonstiger Vermögensgegenstände (einschließlich Forderungen Dritter
gegen die Gesellschaft oder mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen), erhöht wird sowie (c) mit Zustimmung
des Aufsichtsrats die Art der neu auszugebenden Aktien (auf Inhaber und/oder auf Namen lautend), den Ausgabebetrag
sowie die sonstigen Ausgabebedingungen, einschließlich der Einräumung eines mittelbaren Bezugsrechts gemäß § 153
Abs 6 AktG, festzusetzen (Genehmigtes Kapital 2017).
In wesentlichen Liefer- und Bezugsverträgen des Konzerns sind Change-of-Control-Klauseln enthalten. Eine detaillierte
Bekanntmachung dieser Vereinbarungen würde dem Konzern erheblichen Schaden zufügen und kann daher unterblei-
ben. Es bestehen keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichts-
ratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.
Gemäß der Regel 69 des Österreichischen Corporate Governance Kodex wurde ein konzernweites Risikomanagement-
system (RMS) eingerichtet. Risikoquellen werden systematisch identifiziert, bewertet und vordefinierte Strategien im
Umgang mit den Risiken festgelegt. Ein wesentliches Element des RMS sind Frühwarnindikatoren, die systematisch
erfasst, analysiert und berichtet werden. Der Umgang mit den Risiken ergibt sich aus der Einordnung in die Risikomatrix,
die regelmäßig aktualisiert wird: aktives Management, laufende Beobachtung oder fallweise Beobachtung. Das interne
Kontrollsystem (IKS), dessen Kernelemente das Controlling, Reporting, die interne Revision und die Managementmee-
tings auf allen Ebenen sind, wird laufend an die Erfordernisse des RMS angepasst.
LAGEBERICHT 86
(5) ÜBERBLICK SITUATION COVID-19 KRISE
Division Frauenthal Automotive
Insgesamt bewältigt Frauental Automotive das „Corona-Jahr“ 2020 in jeder Hinsicht besser als es zu befürchten war.
Auf die ab März des Geschäftsjahres mit voller Wucht ausgebrochene Krise hat Frauenthal Automotive rasch mit liqui-
ditätssichernden Maßnahmen reagiert: alle Produktionswerke wurden kurzfristig für wenige Wochen geschlossen, um
bestmöglich die Kurzarbeitsregelungen zu nutzen, wobei erhebliche Unterschiede in den verschiedenen Ländern in
denen Frauenthal Automotive tätig ist bestehen (die effektivsten Kurzarbeitsbestimmungen weist Deutschland auf).
Durch den Abbau von Working Capital und Reduktion bzw. Verschieben von Teilen des Investitionsprogramms kann
die Liquidität der Division, trotz Rückgangs des Cash Flow aus dem Ergebnis, gesichert werden. In begrenztem Umfang
werden mit den Banken Kreditstundungen vereinbart. In der Business Unit Powertrain wird ein Darlehen mit staatlicher
Ausfallgarantie beansprucht, um den erwarteten Liquiditätsbedarf bei Anstieg der Produktion und notwendige Produk-
tivitätsinvestitionen zu finanzieren. Das befürchtete Ausfallrisiko von Kundenforderungen ist bis zum Berichtszeitpunkt
nicht eingetroffen.
Allerdings ist aufgrund der staatlichen Unterstützungen und die Änderungen im Insolvenzrecht in vielen Staaten zu
erwarten, dass mit zeitlicher Verzögerung zahlreiche Unternehmen der automobilen Zulieferindustrie in finanzielle
Schwierigkeiten geraten. Davon könne auch vereinzelt kleine Kunden von Frauenthal Automotive betroffen sein. Das
Management beachtet daher bestehende Lieferlimits sehr genau. Strategisch zeigt sich, dass die OEM Kunden bei der
Neuvergabe von Aufträgen die finanzielle Stabilität von Lieferanten insbesondere in der Bewältigung der Corona-Krise
als auswahlentscheidenden Faktor immer stärker berücksichtigen. Die bedeutenden Neuaufträge, die im Geschäftsjahr
gewonnen werden, sind auch darauf zurückzuführen, dass Frauenthal Automotive von den OEM-Kunden als stabiler
und verlässlicher Partner für die Zukunft gesehen wird.
Division Frauenthal Handel
Die COVID-19 Krise hat in der Division bewirkt, dass es während der von der österreichischen Bundesregierung ver-
hängten Maßnahmen mit Lockdowns zu starken Umsatzrückgängen gekommen ist, da durch gesetzliche Anordnungen
Schauräumen und teilweisen auch Abholmärkte geschlossen werden mussten. Entsprechend den Maßnahmen der Bun-
desregierung zur Förderung von betroffenen Unternehmen und Arbeitnehmern, werden in der Frauenthal Handels-
gruppe alle Mittel in Betracht gezogen, die der Aufrechterhaltung der Geschäftstätigkeit und der Sicherung der Profi-
tabilität dienen. Basierend auf der erstellten Planungsrechnung, unter Berücksichtigung von mehreren Szenarien sind
derzeit keine bestandsgefährdenden Risiken abzusehen.
Frauenthal Handel wie auch Frauenthal Automotive ist an allen Standorten mit Corona-Infektionen und Quarantänen
von MitarbeiterInnen konfrontiert. Glücklicherweise sind bis zum Berichtszeitpunkt keine schwerwiegenden Krankheits-
verläufe vorgefallen. Zeitweise hat die reduzierte Verfügbarkeit von Personal zu einer sehr angespannten Lage im Handel
und in der Produktion geführt. Es konnten aber alle Kundenaufträge zeitgerecht ausgeliefert werden.
(6) MARKTRISIKO
Die COVID-19 Situation traf die Automobilindustrie, vor allem die PKW-Industrie, in einer Phase, die von bisher nie
dagewesenen technologischen Veränderungen geprägt war. Die Industrie musste daher sowohl den technologischen
Wandel als auch den massiven Volumeneinbruch im Jahr 2020 verkraften und bewältigen. Ab dem vierten Quartal des
Berichtsjahres zeichnete sich eine langsame Erholung des europäischen Automobilmarktes ab. Das größte Marktrisiko
besteht kurzfristig in Unterbrechungen der Lieferketten oder Personalmangel in den Montagewerken der OEM Kunden
(Original Equipment Manufacturer), die durch fortgesetzte Maßnahmen der Pandemiebekämpfung ausgelöst werden
könnten. Positiv könnte sich ein im Geschäftsjahr entstandener Investitionsstau, vor allem bei Nutzfahrzeugen, auf die
Marktentwicklung auswirken.
PKW-Bereich (ca 55 % des Umsatzes von Frauenthal Automotive):
• Die Transformation in der Automobilbranche in Verbindung mit der Corona-Krise führte zu Neuevaluierungen
der Produktplanungen der OEM’s. Zahlreiche neue Fahrzeugprojekte wurden gestoppt, verschoben oder ver-
ändert. Dies bedingt Chancen und Risiken für Frauenthal Automotive, jedenfalls zusätzliche Planungsunsicher-
heit. Auch die Verschiebungen im Mix der Antriebssysteme haben für Frauenthal Powertrain Bedeutung. In-
wiefern in Summe diese Veränderungen für Frauenthal Automotive positiv oder negativ sind, kann nicht vor-
hergesagt werden.
• Für Frauenthal Powertrain hat die Entwicklung der Elektromobilität große Relevanz. Die aktuellen Markt-
und Technolgietrends in Europa lassen einen starken Anstieg des Volumens an sog. „plug-in Hybrids“ er-
warten, d.h. Fahrzeuge die weiterhin einen (kleineren) Verbrennungsmotor haben.
87 LAGEBERICHT
Trotz des starken Wachstums ist das absolute Volumen an voll elektrifizierten Fahrzeugen noch relativ ge-
ring. Dennoch muss davon ausgegangen werden, dass auf mittlere Sicht der Bedarf an Pleuelstangen und
Ausgleichswellen (die Produkte von Frauenthal Powertrain) zurückgehen wird. Vor diesem Hintergrund erar-
beitet Frauenthal Powertrain Strategien um durch Gewinn von Anteilen im (schrumpfenden) Markt für Ver-
brennungsmotoren, die Erschließung neuer Märkte und der Entwicklung von Produkten, die nicht für den
Verbrennungsmotor verwendet werden, Wachstum zu generieren.
• Im Geschäftsjahr konnten vor allem im Produktbereich von Gnotec bedeutende Neuaufträge von bestehenden
Kunden aber auch mit neuen Kunden gewonnen werden. Der Umsatzanteil dieses Neugeschäftes wird in den
nächsten Jahren stark ansteigen. Verzögerungen im Hochfahren neuer Fahrzeugmodelle sind nichts Unge-
wöhnliches und führen zu steigender Unsicherheit der Umsatzplanungen in den kommenden Jahren, da das
Neugeschäft ein wesentlicher Wachstumstreiber ist.
• Der US-Markt und der chinesische Markt gewinnen für Frauenthal Automotive zunehmend an Bedeutung; die
Volatilität dieser Märkte ist daher als zusätzlicher Chancen- bzw. Risikofaktor relevant.
• Die Krise und die technologische Transformation der Automobilbranche werden voraussichtlich auch erhebli-
che Auswirkungen auf die Wettbewerbslandschaft der Automobilzulieferer haben. Zahlreiche, vor allem klei-
nere Zulieferer, werden in Folge der Krise finanziell instabil; inwiefern eine Marktbereinigung durch Insolven-
zen stattfinden wird, hängt vom Verhalten der OEM Kunden ab, die nicht selten Lieferanten finanziell unter-
stützen, um Versorgungssicherheit zu gewährleisten bzw. hohe Verlagerungskosten zu vermeiden. Tendenziell
ist aber zu erwarten, dass Frauenthal Automotive als stabiles Unternehmen Marktanteile von kleineren Wett-
bewerbern gewinnen wird. Auch die strategisch gute Positionierung, v.a. aufgrund des globalen Footprints,
stellt einen Anreiz für die Kunden dar, Geschäft zu Frauenthal Automotive zu verlagern.
• Ein weiterer Trend der Branche ist das zunehmende Outsourcing der OEM Kunden, auch im Chassis-Bereich,
wo v.a. Gnotec tätig ist. Zulieferer, die sowohl komplexere Komponenten herstellen können als auch Design-
und Entwicklungsleistungen anbieten können haben einen Wettbewerbsvorteil. Auch hier weist Frauenthal
Automotive eine gute Wettbewerbsfähigkeit auf: Engineering-Kompetenz und Kundennähe sind traditionelle
Stärken. Der Entwicklung von Systemfähigkeit und Entwicklungskompetenz sind aber kapazitative Grenzen
gesetzt. Sollten OEM Kunden zunehmend Outsourcing-Partner für immer komplexere Strukturen, sowohl für
die Entwicklung als auch Produktion, wird Frauenthal Automotive an Grenzen stoßen. Zurzeit sind aber keine
diesbezüglichen relevanten Markttrends erkennbar, die für Frauenthal Automotive problematisch wären.
NFZ-Bereich (ca 40 % des Umsatzes von Frauenthal Automotive):
• Die COVID-19 Situation ist in diesem Segment als Volumenkrise massiven Ausmaßes zu werten, da dieser
Bereich vor allem an der Industrieproduktion hängt, die in Folge der schweren Rezession im Jahr 2020 und
der Unsicherheit über die Dauer der Erholung einbricht. Im Geschäftsjahr ist das für Frauenthal Automotive
sehr wichtige Marktsegment der schweren Nutzfahrzeuge in Europa um -28,3 % zurückgegangen. Sollte sich
die Dynamik ähnlicher Marktentwicklungen wie in der Vergangenheit wiederholen, so wird voraussichtlich in
2-3 Jahre das „Vorkrisenmarktniveau“ wieder erreicht werden, da Investitionen in diesem Segment durchaus
um 1-2 Jahre verschoben werden können.
• Der im Jahr 2020 entstandene „Investitionsstau“ im Markt wird sich daher voraussichtlich bis etwa 2023
auflösen. In diesem Marktsegment besteht ein relevantes Aftermarket-Geschäft (Airtanks), das einen Teil des
OEM-Rückganges abfängt. Auch der non-automotive-Bereich (Bahn, Landwirtschaft, Spezialtrailer) leistet ei-
nen kleinen Beitrag zur Stabilisierung. Die Exposition von Frauenthal Automotive im Segment der (schweren)
NFZ ist rückläufig, ebenso wie die Abhängigkeit von singulären Kunden.
• Der Nutzfahrzeugmarkt in Europa wird primär von den Konjunkturerwartungen der Transportunternehmen
getrieben, da die Industrieproduktion wesentlich die Nachfrage nach Transportleistungen insbesondere im
Segment der schweren Nutzfahrzeuge bestimmt. Außerdem beeinflussen die Finanzierungsmöglichkeiten der
Transportunternehmen die Nachfrage. Die branchentypisch geringe Eigenkapitalausstattung und dadurch ein-
geschränkte Finanzierungsmöglichkeiten bewirken ein sehr vorsichtiges Investitionsverhalten. Aufgrund der
hohen globalen Arbeitsteilung in der Automobilindustrie ist diese Branche besonders dem Risiko von vorüber-
gehenden Versorgungsengpässen ausgesetzt. In der Vergangenheit gab es mehrere Vorfälle, die zu kurzfristi-
gen Unterbrechungen von Lieferketten geführt haben, die jedoch von der Industrie meist sehr rasch gelöst
wurden. (Auf die speziellen Risiken von Versorgungsengpässen durch Maßnahmen in der Corona-Krise wird
obenstehend hingewiesen.)
LAGEBERICHT 88
Bei der Versorgung mit Vormaterial (Stahl), sind im Geschäftsjahr temporäre Engpässe aufgetreten. Einige Stahlliefe-
ranten reduzierten krisenbedingt ihre Kapazitäten. Frauenthal Automotive konnte Produktionsunterbrechungen ver-
meiden, mit vorübergehend steigenden Stahlpreisen muss aber gerechnet werden, insbesondere falls die Markterho-
lung stärker ausfallen sollte. Schwankende Stahlpreise werden überwiegend an die Kunden weitergegeben, allerdings
mit Zeitverzögerung. Aus Gründen der Versorgungssicherheit, aber auch aus Wettbewerbsgründen wird bei Frauenthal
die Lieferantenbasis, insbesondere bei den Stahllieferanten, kontinuierlich ausgeweitet.
Die COVID-19-Krise stellte die Division Frauenthal Handel zu Beginn der Krise vor sehr große Herausforderungen, da
die Auswirkungen absolut nicht abschätzbar waren, so wurden laufend verschiedenste Szenarien berechnet. In allen
Szenarien waren aber nie bestandsgefährdende Risiken zu erkennen. Zur Minimierung möglicher Ergebnisrückgänge,
der durch COVID-19 ausgelösten Restriktionen, wurden sämtliche Möglichkeiten der staatlichen Förderungen und üb-
lichen betriebswirtschaftlichen Optionen evaluiert. Diese reichten von Förderungen, Stundungsoptionen für Steuern
und Abgaben, Kurzarbeitszeitmodellen über Kosteneinsparungen bis hin zu Investitionskürzungen. Ganz wesentlich
war, zu jedem Zeitpunkt genug liquide Mittel zur Verfügung zu haben, um dem Umsatzrückgang entgegenzuwirken.
Konfrontiert war man aufgrund der gesetzlichen Vorgaben mit Schließungen von Schauräumen und Abholmärkten.
Eine finanzielle langfristige Absicherung bzw. Refinanzierung folgte im Juni 2020.
Die Division Frauenthal Handel hängt als Zulieferer des Baunebengewerbes mit dem Bereich Sanitär- und Heizungs-
großhandel mit einem leichten Zeitversatz direkt von der Baukonjunktur ab. Nach dem ersten Lockdown konnte sich
die Bauwirtschaft einigermaßen schnell erholen. So konnten die Produktionslücken im Bauwesen bereits bis zum Beginn
des Sommers geschlossen werden. Daher kam es insbesondere in den Monaten März bis Mai zu Umsatzrückgängen,
wobei dann die Umsätze insbesondere im Herbst wieder stark angestiegen sind.
Trotz der grundsätzlich positiven Marktentwicklung zu Ende 2020, die allerdings vom Wachstum des großvolumigen
Objektgeschäfts getrieben war, hat ein aggressiver Preiswettbewerb dominiert. Die Wettbewerbslandschaft ist durch
den Aufbau erheblicher Logistikkapazitäten mehrerer Wettbewerber gekennzeichnet; der entsprechende Auslastungs-
druck bei stagnierendem Markt bewirkt teilweise extreme Preisstellungen im Markt.
Die Marke Kontinentale ist ein Fachhandelsunternehmen für Armaturen- und Rohrleitungstechnik insbesondere für
Anwendungen im Bereich Infrastruktur (Gas, Wasser, Kanal, Straße). Der Erfolg in diesem Geschäftsbereich ist von der
Investitionsbereitschaft der Kommunen und Kommunalbetriebe sowie vom Investitionsbedarf der Industrie abhängig.
Aufgrund der COVID-19-Krise war die Investitionsbereitschaft jedoch sehr gering und blieb auch bis Jahresende unter
den Erwartungen. Insbesondere Kommunen haben Projekte in der Pandemie gestoppt und wurden bis Jahresende und
bis Anfang des Jahres 2021 nicht wieder aufgenommen.
Großprojekte im Tiefbaubereich können kurzfristige Impulse setzen, jedoch ist langfristig nur mit geringen Wachstums-
raten zu rechnen. Die kurz- und mittelfristige Entwicklung der Baukonjunktur unterliegt der ständigen Beobachtung
von Vertrieb und Einkauf. Der Vorstand wird laufend über die Marktentwicklung informiert.
(7) KUNDENRISIKO
Bei den Herstellern von PKWs und Nutzfahrzeugen handelt es sich um sehr große, international tätige Unternehmen.
Zum Berichtszeitpunkt sind keine Entwicklungen erkennbar, die Zahlungsausfälle der großen OEM-Kunden oder ande-
rer großer Tier 1 Kunden erwarten lassen. Frauenthal Automotive beliefert auch einige kleinere Tier 1 – Lieferanten, bei
denen Zahlungsausfälle auftreten können. Diese Kunden machen einen untergeordneten Anteil des Geschäftsvolumens
aus und es bestehen Maßnahmen zur Begrenzung dieses Risikos. Die regelmäßig auftretenden Zahlungsverzögerungen
bei kleineren Forderungsbeträgen konnten in der Vergangenheit immer einvernehmlich mit dem Kunden gelöst werden.
Für einen Großteil der Kunden besteht im Rahmen von Factoring-Verträgen eine Kreditausfallversicherung. Insgesamt
ist das Risiko von Forderungsausfällen bei Frauenthal Automotive gering, Schadensfälle im Bereich mehrerer EUR
100.000 können nicht vollkommen ausgeschlossen werden. Die Situation wird aufgrund der Marktentwicklung im Ge-
schäftsjahr mit erhöhter Aufmerksamkeit verfolgt. Im Geschäftsjahr sind bei Frauenthal Automotive keine relevanten
Zahlungsausfälle aufgetreten.
Die Produktion der OEM’S setzt das Funktionieren der gesamten Zulieferkette voraus. Solange COVID-19 Maßnahmen
die Verfügbarkeit von Personal gefährden und/oder Transportprobleme verursachen ist das Risiko, dass es zu Produkti-
onsunterbrechungen bei einzelnen Kunden kommt, weil Lieferanten ausfallen, hoch. Die Auswirkungen für Frauenthal
Automotive sind aufgrund der großen Kundenanzahl gemildert, sofern keine Großlieferanten für die gesamte Industrie
ausfallen sollten. Frauenthal Automotive muss lieferfähig bleiben, weil ansonsten hohe Vertragsstrafen drohen.
89 LAGEBERICHT
Frauenthal Automotive arbeitet mit einem Großteil der Kunden langjährig zusammen; dies umfasst auch die Mitarbeit
an Produkt- und Modelländerungen. Trotzdem erhöhen die Globalisierungsstrategie der OEM-Kunden und die Zollpo-
litik einiger Exportmärkte (z.B. Brasilien, USA, China) das Risiko von Produktionsverlagerungen außerhalb Europas und
steigern das Risiko, dass der Wettbewerb durch außereuropäische Lieferanten zunimmt.
Darüber hinaus kann die Globalisierungsstrategie für Frauenthal Automotive zur Kundenforderung einer weltweiten
Präsenz führen, um die Stellung als Lieferanten bei einzelnen Kunden aufrecht zu erhalten bzw. um neue Kunden zu
gewinnen. Mit den Standorten in Kunshan (China) und Orangeburg (SC; USA) ist Frauenthal Automotive gut aufgestellt,
um die Local Content – Erfordernisse der Kunden abzudecken.
Im Bereich der Produktion von Fahrzeugkomponenten wie Druckluftbehälter, Schweiß-, Stanz- und Umformteilen und
Pleuelstangen werden üblicherweise ein- oder mehrjährige Lieferverträge abgeschlossen, die die Produkte und Konditi-
onen definieren, aber keine verbindlichen Liefermengen für den Gesamtzeitraum festlegen, da diese von der Markt-
nachfrage abhängen. In der Regel schließen die Kunden keine sogenannten „Single-Source-Verträge“ ab. Dies bedeu-
tet, dass aus vertraglicher Sicht Kunden ihre Bestellungen in bestimmten, begrenzten Bandbreiten zu Wettbewerbern
verlagern können. Faktisch ist es jedoch meist so, dass aus ökonomischen und technischen Gründen für einen Großteil
der Teilenummern Frauenthal der einzige Lieferant ist und die Kunden kurz- bis mittelfristig keine Alternativlieferanten
für einzelne Produkte haben. Der Abschluss und die Verlängerung von solchen Verträgen hängen von der Wettbe-
werbsfähigkeit des Zulieferers ab. Die Kundenentscheidungen werden dabei primär durch die Preise und die Fähigkeit,
durch kontinuierliche Produktivitätsverbesserungen auch Kostensenkungen an die Kunden weiterzugeben, bestimmt.
Darüber hinaus spielen Lieferfähigkeit, Produktqualität, Zuverlässigkeit und technische Kompetenz bei Neuentwicklun-
gen eine Rolle. Im Produktbereich der Business Unit Gnotec bestehen überwiegend Aufträge für den gesamten Pro-
duktlebenszyklus der Fahrzeugmodelle bzw. Plattformen des Kunden, sodass die Prognose der Umsatzentwicklung eine
höhere Verlässlichkeit aufweist als in den anderen Produktbereichen.
In allen Produktbereichen konnten im Geschäftsjahr Aufträge für Neugeschäft, aber auch wichtige Folgeaufträge ge-
wonnen werden. Dies betrifft den europäischen, chinesischen und den US-Markt. Vor allem für den US-Markt sind im
Geschäftsjahr durch den Gewinn von zwei bedeutenden Aufträgen die Grundlagen für die Entwicklung des Standortes
in Orangeburg geschaffen.
Zwischen der Auftragserteilung, die in der Entwicklungsphase eines PKW- oder LKW-Modells erfolgt, und dem Produk-
tionsanlauf kann ein Zeitraum von mehreren Jahren liegen, in dem Kapital in Werkzeugen, Anlagevermögen oder Si-
cherheitsbeständen gebunden sein kann. Frauenthal ist daher dem Risiko von Verzögerungen im Entwicklungs- und
Markteinführungsprozess der Kunden und nicht erreichten Vertriebszielen ausgesetzt. Diese Risiken werden durch ge-
naues Monitoring der Kunden und durch entsprechende Zahlungsziele mit Werkzeug- und Maschinenlieferanten sowie
Finanzierungslösungen im Anlagebereich abgemildert.
In der Business Unit Gnotec wird insbesondere seitens der Kunden des chinesischen Standortes gefordert, dass Gnotec
in Zukunft die Werkzeuge (v.a. Pressformen und Stanzwerkzeuge für die einzelnen Produkte) über den Verkaufspreis
verrechnet und nicht wie bisher in Europa üblich zur Gänze bei Produktionsbeginn. Dieses Abrechnungsmodell (SOT
„Supplier Owned Tooling“) ist zwar profitabel, könnte aber einen Anstieg des zu finanzierenden Working Capital ver-
ursachen. Im Falle von unerwarteten Absatzeinbrüchen oder vertragswidrigem Verhalten der Kunden, könnte auch die
vollständige Amortisation der Werkzeuge über den Verkaufspreis gefährdet sein. Das beschriebene potenzielle Risiko
wird durch die Vereinbarung hoher Preisaufschläge für die Werkzeugkosten begrenzt. Weiters wird dieses Modell nur
mit Kunden praktiziert, zu denen eine strategisch starke Beziehung mit wechselseitigen Abhängigkeiten besteht. Es
bestehen ausreichende Finanzierungslinien zur Umsetzung dieses Modells, dem sich Gnotec aufgrund der Wettbe-
werbssituation nicht gänzlich entziehen kann.
Die bedeutendsten Risiken in den Kundenbeziehungen ergeben sich aus dem Markteintritt neuer Wettbewerber, die es
den Kunden erlauben, Preisdruck auszuüben. Obwohl die Kunden kurzfristig nur in Ausnahmefällen Volumen an Wett-
bewerber verlagern können, kann sich Frauenthal Automotive dem kontinuierlichen Preisdruck der Kunden kaum ent-
ziehen, da die Ertragskraft der Fahrzeughersteller maßgeblich von den Einkaufspreisen und somit auch dem Preisdruck,
den sie auf die Lieferanten ausüben können, bestimmt ist. Um zu verhindern, dass OEM-Kunden aktiv Alternativliefe-
ranten zu Frauenthal Automotive entwickeln, sind kontinuierliche Preissenkungen, und daher kontinuierliche Produkti-
vitätsverbesserungen ein Kernelement des Geschäftsmodells. Der Fokus der Investitionen liegt daher auf produktivitäts-
steigernde Maßnahmen, die meist mit der Automatisierung von Produktionsprozessen erreicht werden.
LAGEBERICHT 90
Der Sanitär- und Heizungsgroßhandel ist geprägt von einer Vielzahl an Kunden aus der Installationsbranche, aber auch
von größeren Abnehmern wie Baumärkten, Bauträgern, öffentlichen Einrichtungen und Kommunen. Private Endabneh-
mer werden nicht direkt beliefert. Maßgeblich für den Geschäftserfolg sind kompetitive Einkaufspreise und Einkaufsbe-
dingungen für das Handelssortiment, die logistische Leistungsfähigkeit bei Warenverfügbarkeit und Zustellung sowie
die Vorfinanzierungs-funktion durch den Großhändler.
Der Wettbewerb zwischen den Großhändlern kann bei einem aggressiven Kampf um Marktanteile zu einem Preisverfall
führen; allerdings ist aufgrund anderer, stabilisierender Elemente der Kundenbeziehung (Warenverfügbarkeit, logisti-
sche Verlässlichkeit, Finanzierung, technische Betreuung, Schnittstellenanbindung, Eigenmarken etc.) der Preis nicht
allein ausschlaggebend, sodass den Risiken des Preiswettbewerbs mit diesen Leistungskomponenten entgegengewirkt
werden kann. Aufgrund ihrer führenden Marktposition, des flächendeckend ausgebauten Standortnetzes und der lo-
gistischen Leistungsfähigkeit ist die Division Frauenthal Handel im Wettbewerb sehr gut positioniert und für viele Kun-
den bevorzugter Lieferant.
Die Kunden sind überwiegend Gewerbetreibende mit den für die Installationsbranche und für kleine Unternehmens-
größen charakteristischen Zahlungsrisiken. Eine Analyse von Europas Gläubigerschutzorganisation Creditreform hat ge-
zeigt, dass die Zahl der Firmeninsolvenzen im Jahr 2020 auf ein Rekordniveau gesunken ist, und auch Privatinsolvenzen
gab es so wenig wie zuletzt im Jahr 2006. Wir gehen jedoch davon aus, dass die große Insolvenzwelle im Jahr 2021
bevorsteht, spätestens dann, wenn staatliche Unterstützungen und Stundungen nachlassen.
Um diesen Risiken entgegenzuwirken, wird aktives Kundenrisikomanagement betrieben. Kundenratings und Kreditli-
mits werden laufend beobachtet und angepasst, um Insolvenzrisiken frühzeitig zu erkennen. Unregelmäßigkeiten im
Zahlungsverhalten der Kunden werden konsequent verfolgt. Belieferungslimits, die laufend an das Zahlungsverhalten
angepasst werden, reduzieren das Forderungsausfallrisiko. Zusätzlich wird das Ausfallsrisiko von Zahlungen über Wa-
renkreditversicherungen deutlich gemindert.
(8) PERSONALBESCHAFFUNGSRISIKEN
Die Maßnahmen zur Bekämpfung der COVID-19 Situation führen an einigen Standorten von Frauenthal Automotive zu
vorübergehenden Personalengpässen (meist bedingt durch Quarantänemaßnahmen). Besonders betroffen sind die
Standorte Čadca (Slowakei) und Hustopeče (Tschechien). Auch die schwedischen Standorte sind, wenn auch in gerin-
gerem Ausmaß, betroffen. Durch den Einsatz von Leiharbeitern, Zusatzschichten und Sonderfrachten kann die Kunden-
belieferung jederzeit sichergestellt werden. Diese Maßnahmen verursachen allerdings Zusatzkosten.
Abgesehen von der temporären Krisensituation ist der Personalmarkt in Tschechien und der Slowakei aufgrund des
starken Wachstums der Automobilindustrie in den CEE-Ländern (sowohl in OEM Standorten als auch in der Zulieferin-
dustrie) aus Arbeitgebersicht ungünstig. Eine zunehmende Verknappung qualifizierter Arbeitskräfte ist prognostizierbar.
Die Folgen dieser Entwicklung sind einerseits Lohnkostensteigerungen deutlich über den Produktivitätssteigerungen
und zunehmende Risiken von Produktionsausfällen. Vor diesem Hintergrund werden Gegenmaßnahmen ergriffen, die
einerseits die Attraktivität von Frauenthal Automotive als Arbeitgeber steigern und andererseits den Bedarf an Arbeits-
kräften durch Investitionen in Automatisierungsmaßnahmen reduzieren. Diese Maßnahmen zeigen im Berichtsjahr be-
reits Wirkung. Schließlich stellt sich strategisch die Frage der Standortpolitik.
(9) UMWELTRISIKEN
Die Unternehmen von Frauenthal Automotive erfüllen alle umweltrelevanten Auflagen, gesetzlichen Bestimmungen,
Verordnungen und Bescheide. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden über alle Umwelt-, Gesundheits- und Si-
cherheitsbelange umfassend informiert und geschult.
Die Standorte von Frauenthal Automotive sind industrielle, metallverarbeitende Betriebe, die auch teilweise thermische
Verfahren (Härten, Warmformung, Schweißen) in der Fertigung einsetzen. Daraus ergeben sich generell Risiken aus den
Abfällen und Abwässern dieser Betriebe.
Einige Standorte befinden sich auf Liegenschaften, die schon seit vielen Jahrzehnten als Industriestandorte genutzt
werden. Die daraus resultierende Kontamination von Böden verursacht in der Regel kein Umweltrisiko so lange keine
Emissionen auftreten oder die umweltrelevanten Auflagen verändert werden. Für einige Standorte liegen Berichte aus
einer Umwelt Due Diligence vor. Dem Management sind potenzielle Umweltrisiken bekannt und es werden daher die
geeigneten Maßnahmen zur Minimierung von Umweltrisiken getroffen.
91 LAGEBERICHT
Generell hat sich nach dem Verkauf der Business Units „Stahlfedern“ (im Jahr 2014) und „U-Bolts“ (im Jahr 2018) das
Risiko von Umweltschäden für die Frauenthal-Gruppe reduziert. Die von Frauenthal Automotive aktuell betriebenen
Standorte weisen aufgrund der Produktionsprozesse ein geringeres Umweltrisiko auf. Aus den Kaufverträgen für die
verkaufte Business Unit U-Bolts bestehen Umweltrisiken aufgrund der den Käufern gewährten Garantien. Diese sind
betraglich und zeitlich limitiert. Zum Zeitpunkt der Berichtserstellung gibt es keine Hinweise, dass diese Garantien in
Anspruch genommen werden könnten. Der Großteil der aus früheren Unternehmensverkäufen bestehenden Garantien
endete mit Ablauf der Garantiefrist am 31. Dezember 2019.
Die Division Frauenthal Handel ist im Handel von Sanitär, Heizungs- und Installationsprodukten und seit 2020 auch im
Handel von Elektromaterial tätig. Die Gruppe verfügt über eine österreichweite Vertriebs- und Logistikinfrastruktur so-
wie einen eigenen Fuhrpark. Das Lagersortiment beinhaltet 38.000 überwiegend technische Artikel. Im Sortiment sind
keine gefährlichen Güter mit potenzieller Belastung für die Umwelt enthalten. Es gibt sowohl im Sanitär- als auch
Heizungssegment ein breites Handelssortiment an Artikeln die besonders umwelt-, energie- oder ressourcenschonend
sind. Es sind diesbezüglich keine Umweltrisken bekannt. An einigen Logistik-Standorten von Frauenthal Handel beste-
hen Umweltrisiken in Form von Lärmemissionen, die zu einer Einschränkung der Betriebszeiten führen.
Für alle bekannten Risiken sind „Risk Owner“ definiert, die für das Management der Risiken zuständig sind. Über die
Entwicklung der Risiken wird sowohl in den regelmäßigen Risikoberichten als auch in monatlichen Management Repor-
tings berichtet. Falls es Vorkommnisse gibt, die eine Änderung im Risikomanagement erfordern könnten, wird dies von
den „Risk Owners“ an die jeweilige Geschäftsführung und im Falle von bedeutenden Ereignissen an den Vorstand
berichtet.
(10) BETRIEBLICHE RISIKEN
Die COVID-19 Situation erfordert für einen noch nicht vorhersehbaren Zeitraum die Einrichtung von Schutzmaßnahmen
zur Vermeidung von Infektionen in den Betrieben. Neben der Nutzung von Homeoffice in bestmöglichem Umfang
werden entsprechend gesetzlicher Vorgaben alle Schutzmaßnahmen umgesetzt. Dies kann in einzelnen Bereichen zu
Produktivitätsverlusten führen. Der hohe Automatisierungsgrad begrenzt dieses Risiko.
Schmiedeteile (Pleuelstangen, Ausgleichswellen), Bremsdruckbehälter und Karosserieteile werden durch Erwärmung
von Stahl, Umformprozesse (Schmiedehämmer, Pressen, Stanzen), teilweise Schweißen und anschließender Oberflä-
chenbehandlung erzeugt. Schmiede-, Schweiß-, Stanz- und Umformteile werden meist in hochautomatisierten Produk-
tionsprozessen hergestellt. Bei all diesen Prozessen gibt es Produktionsausfallsrisiken und Sicherheitsrisiken. Im Berichts-
jahr waren diesbezüglich keine signifikanten Vorfälle zu verzeichnen. Der Optimierung der Sicherheit in der Produktion
wird über die gesetzlich erforderlichen Standards hinaus ein hoher Stellenwert eingeräumt.
Durch Arbeits- und Verfahrensanweisungen, Schulungsmaßnahmen, laufende Instandhaltung und Überprüfung sowie
durch den Abschluss von Versicherungsverträgen werden Risiken möglichst minimiert.
Im Straßeneinsatz von Fahrzeugkomponenten können Qualitätsmängel in seltenen Fällen zu Materialbrüchen, undich-
ten Bremssystemen oder frühzeitiger Korrosion führen. Ein umfassendes Qualitätssystem, das laufend intern und extern
auditiert wird, verringert die Wahrscheinlichkeit eines Schadenseintritts. Gleichzeitig sind für mögliche Schäden aus
Produkthaftung und Rückrufmaßnahmen Versicherungen abgeschlossen worden. Die Versicherungssummen werden
als ausreichend eingeschätzt.
Nicht versichert sind Gewährleistungskosten (Austausch fehlerhafter Produkte); diese können im Extremfall zu sehr
hohen Ergebnisbelastungen führen. Im Berichtsjahr gibt es diesbezüglich keine nennenswerten Vorfälle.
In der Division Frauenthal Handel wurde Anfang 2020 die unternehmenseigene MitarbeiterInnen-App „BOXENFUNK“
eingeführt. Dieses Instrument wurde noch vor der COVID-19-Krise implementiert, welches folglich vor allem bei Aus-
bruch der Corona-Pandemie ein essenzielles Tool war, um MitarbeiterInnen stets zeitnah über aktuelle Maßnahmen zu
informieren. Alle MitarbeiterInnen nicht nur am PC-Arbeitsplatz, sondern insbesondere über alle mobilen Endgeräte
werden damit erreicht und können auch untereinander kommunizieren. Damit ist gewährleistet, dass wichtige Infor-
mationen in Echtzeit die gesamte Belegschaft erreichen - ergänzt durch Nachschlagebibliotheken, Umfragen und vieles
mehr vor allem auch sozialen Zusammenhalt trotz räumlicher Distanz nicht nur zu erhalten, sondern sogar zu verstärken.
Die Strategie, mit der die Division Frauenthal Handel der Corona-Pandemie begegnet, ist und war davon geprägt, auf
rasch wechselnde Rahmenbedingungen jeweils sofort zu reagieren und in vielem durch vorausschauendes, proaktives
Krisenmanagement Behörden und öffentlichen Einrichtungen jeweils mehrere Schritte voraus zu sein.
LAGEBERICHT 92
Über alle verfügbaren Kommunikationskanäle und insbesondere über BOXENFUNK wurde und wird laufend informiert.
Von ersten Anzeichen der sich verbreitenden Pandemie im Februar über die betrieblichen Sicherheitsvorkehrungen,
Details zu den behördlich angeordneten Schließungen von Betriebsstätten, alles rund um das Thema Kurzarbeit bis zu
Infektionsvorkommen im Unternehmen wurde anfangs in täglichen (!) Videobotschaften des Managements informiert,
später mehrmals wöchentlich, woraus sich schließlich entwickelt hat, dass nunmehr eine Nachricht des Managements
jeden Freitag zu einer permanenten Einrichtung geworden ist.
Neben der konsequenten Einhaltung aller behördlichen Vorgaben hat die Unternehmensgruppe eine Vielzahl an Eigen-
initiativen gesetzt, um MitarbeiterInnen zu schützen und den Geschäftsbetrieb bestmöglich abzusichern. Maßnahmen,
die in vielen anderen Unternehmen erst wesentlich später eingeführt wurden, waren in der Division Frauenthal Handel
bereits sehr früh etabliert. Aushänge, Abstandsmarkierungen, Masken-Tragen, Desinfektionsspender, Trennwände aber
auch verdünnte Anwesenheiten durch Wechseldienst, Tele-Arbeit und nicht zuletzt die Einführung eines elektronischen
Abstands-Warn-Systems für alle 500 MitarbeiterInnen der stationären Logistik, das akustische und optische Warnsignale
abgibt, sobald zwei Personen einen definierten Mindestabstand unterschreiten und im Fall einer gemeldeten Infektion
eine sofortige Auswertung kritischer Nahkontakte der letzten Tage erlaubt.
Bereits seit August 2020 werden im Betrieb sowohl PCR-Gurgeltests als auch Antigen-Abstrich-Tests eingesetzt. Als
"first mover" fand man diesbezüglich auch Resonanz in zahlreichen Medienberichten, etwa auch in der ORF-Sendung
"Report". Seit Ausbruch der Pandemie bis Jahresende 2020 wurden etwa 4 % aller Beschäftigten positiv auf das
Corona-Virus getestet, wobei die gesetzten Maßnahmen zusammen mit einer konsequenten Kontakt-Rückverfolgung
im Unternehmen sichern konnten, dass es in keinem einzigen dieser Fälle zu einer Ausbreitung im Betrieb gekommen
ist.
Für die Ertragskraft der Frauenthal Handel sind kompetitive Einkaufsbedingungen und Einkaufspreise der Lieferanten
von großer Bedeutung. Einzelne dieser Lieferanten haben einen großen Marktanteil in Österreich und können daher
nicht substituiert werden. Gleichzeitig ist die Frauenthal Handel Gruppe aufgrund des größten und österreichweiten
Vertriebs- und Logistiknetzwerks der wesentliche Partner in der Branche.
Die Verhandlung der Einkaufspreise ist Kernaufgabe des Top-Managements. Aufgrund der Marktstruktur ist Frauenthal
Handel bestens aufgestellt. Die Mitgliedschaft in der europaweiten Einkaufsgemeinschaft VGH sichert die Position ge-
genüber den Herstellern von Sanitär- und Heizungsprodukten zusätzlich ab.
Im Bereich „Category Management“ wurde die Koordination zwischen den Funktionen von Einkauf, Verkauf, Produkt-
management und Disposition deutlich verbessert und ein neues Prognosesystem zur weiteren Optimierung der Bestell-
mengen und damit des Lagerbestandes bei gleichzeitiger Erhöhung der Verfügbarkeit eingeführt.
Die Sicherheit der IT-Systeme, insbesondere der Schutz vor unbefugtem Zugriff und Manipulationen, wird regelmäßig
intern überprüft. Aufgrund der zunehmenden internen und externen Vernetzung sind die Risiken in diesem Bereich
steigend. Entsprechend werden auch Maßnahmen zur Erhöhung des Schutzes vor unberechtigten Systemzugriffen ver-
stärkt. Darüber wird auch regelmäßig dem Prüfungsausschuss berichtet.
(11) VERSORGUNGSRISIKO
Die COVID-19 Situation erhöht das Risiko des Ausfalls von Lieferanten, sei es durch Insolvenzen oder betriebliche Stö-
rungen. Dies kann kurzfristig zu Produktionsunterbrechungen führen. Da die wesentlichen Lieferanten große Stahlkon-
zerne sind und in der Regel für alle Materialien mehrere Alternativlieferanten zur Verfügung stehen, ist dieses erhöhte
Versorgungsrisiko temporär begrenzt.
Die Verfügbarkeit von Stahl wird bei allen Produkten durch längerfristige Lieferverträge sichergestellt. Die Vormateria-
lien der Produktion bestehen überwiegend aus Commodities, für die es weltweit zahlreiche Lieferanten gibt. Es beste-
hen im Falle möglicher Rohstoffverknappung und starker Preissteigerungen bei Stahl und Vormaterialien Versorgungs-
risiken. Preisveränderungen bei Stahl werden durch entsprechende Vereinbarungen mit den Kunden auf die Verkaufs-
preise abgewälzt, wobei es unterschiedliche Preisanpassungsintervalle gibt, sodass bei rasch steigenden oder sinkenden
Stahlpreisen vorübergehend Nach- bzw. Vorteile gegenüber den kalkulierten Margen entstehen. Diese Effekte neutra-
lisieren sich erfahrungsgemäß in einem mehrjährigen Betrachtungszeitraum.
Das Einkaufsmanagement von Vormaterialien nimmt jede Business Unit selbst wahr.
Energiekosten haben einen erheblichen Einfluss auf die Produktionskosten und damit auf die Ertragslage von Frauenthal
Automotive, da Energiepreisschwankungen nicht automatisch an die Kunden weitergegeben werden können. Teilweise
bestehen Sicherungsgeschäfte für den Strombezug.
93 LAGEBERICHT
Im energieintensivsten Bereich (Frauenthal Powertrain) führen Erhöhungen der Stromtarife und Netzentgelte zu erheb-
lichen Kostensteigerungen, die nicht automatisch an die Kunden weitergegeben werden können. Durch Maßnahmen
zur Verbesserung der Energieeffizienz und Preisverhandlungen mit den Kunden kann begrenzt gegengesteuert werden.
Versorgungsengpässe bei Vormaterialien oder Energie sind möglich. Für alle relevanten Vormaterialien gibt es mehrere
Lieferanten, allerdings kann es beispielsweise bei technischen Betriebsstörungen bei einzelnen Großlieferanten zu kurz-
fristigen Engpässen kommen. Es bestehen aber keine strategischen Abhängigkeiten.
(12) EEG-UMLAGE POWERTRAIN
Aufgrund eines Formalfehlers bei der durch einen renommierten Berater vorbereiteten Antragstellung wurde die EEG-
Förderung (Begrenzung der Energiekosten) für die Frauenthal Powertrain GmbH im Jahr 2018 versagt. Gegen den
Bescheid wurde berufen. Die Berufung wurde von der Behörde zurückgewiesen, womit der gerichtliche Berufungsweg
beschritten werden muss. Knapp 50 % des Schadens konnte durch Inanspruchnahme der Haftpflichtdeckung des Be-
raters geltend gemacht werden. Das Management erwartet mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 50 %, dass eine
vollständige Rückerstattung der Subvention für 2018 erfolgen wird, allerdings erst in mehreren Jahren, da voraussicht-
lich der volle Instanzenweg im gerichtlichen Berufungsverfahren beschritten werden muss.
(13) FINANZWIRTSCHAFTLICHE RISIKEN
In der COVID-19-Krise kam es zu Liquiditätsbelastungen in allen Standorten und zu erhöhten Finanzierungsbedarfen.
Es wurde sehr aktives Working Capital Management betrieben, Stundungen von Abgaben, Kredittilgungen in Anspruch
genommen sowie ein staatlich garantierter Kredit in Deutschland für die Business Unit Powertrain aufgenommen. Teil-
weise kam es vor allem in Frauenthal Automotive Standorten zu Verschlechterungen der Covenants relevanter Kenn-
größen in den Kreditverträgen. Es gab aber zu jedem Zeitpunkt eine offene und konstruktive Zusammenarbeit mit den
langjährigen Bankpartnern, welche für bestmögliche Transparenz sorgte. Zum Berichtszeitpunkt wurde allen Kredittil-
gungen und Stundungen von Abgaben, Steuern nachgekommen und es gibt zum Berichtszeitpunkt keine Covenants
Brüche (vereinzelt wurden Covenants ausgesetzt). Im Juni 2020 wurde die gesamte Division Handel langfristig auf wei-
tere fünf Jahre refinanziert. Die Finanzierung enthält eine endfällige (MEUR 13) sowie eine tilgende Tranche (MEUR 20)
sowie eine Betriebsmittellinie über MEUR 35. Des Weiteren wurde eine COVID-Sicherheitslinie in Höhe von MEUR 30
für ein Jahr abgeschlossen. Diese wurde während der COVID-19-Krise im Geschäftsjahr 2020 nie in Anspruch genom-
men.
Die Finanzierung der Frauenthal-Gruppe wird einerseits durch Konsortialfinanzierungen mehrerer führender österrei-
chischer Banken auf Ebene der Division Frauenthal Handel und andererseits durch Finanzierungen von österreichischen
Banken auf Business Unit Ebene der Division Frauenthal Automotive bzw. durch eine führende schwedische Bank auf
Ebene Business Unit Gnotec gesichert. Der chinesische Produktionsstandort in China (Kunshan, Nahe Shanghai) der
Business Unit Gnotec hat alle seine Betriebsmittellinien bei lokalen chinesischen Banken um ein weiteres Jahr verlängert.
Von Gnotec Kunshan werden hauptsächlich chinesische Produktionswerke eines europäischen PKW-Herstellers sowie
ein großer chinesischer Automobilhersteller beliefert. Wegen des Produktportfolios (Umformteile und Schweißbaugrup-
pen) sind hohe Vorfinanzierungen vor allem für Presswerkzeuge und Maschinen erforderlich. Die Finanzierung des
Standorts wird durch lokale Finanzierungen (Anlageleasing), durch lokale Betriebsmittellinien mit chinesischen Banken
und durch Darlehen der schwedischen Muttergesellschaft Gnotec AB gedeckt.
Alle Kredite der Frauenthal-Gruppe sind ohne Haftung seitens der Frauenthal Holding AG gewährt. Die Kredite sind
langfristig mit unterschiedlichen Laufzeiten bis 2028 und die Verzinsung ist variabel auf EURIBOR- bzw. STIBOR-Basis.
Darüber hinaus stehen für einen höheren Working Capital Bedarf ausreichend Betriebsmittellinien zur Verfügung. Der
Liquiditätsbedarf, die Überwachung der Einhaltung der Covenants und die Verhandlung von Anpassungen der Verein-
barungen mit den Banken an die aktuellen Bedürfnisse werden im Rahmen der Treasury-Funktion von der Holding
gesteuert und detailliert überwacht. Zusätzlich bestehen auf Ebene der Frauenthal Holding Finanzierungslinien mit meh-
reren österreichischen Banken, von denen zum Bilanzstichtag MEUR 26 (ausgenutzt MEUR 1,1) kurzfristig zugesagt
waren und in Höhe von MEUR 24,9 nicht ausgenutzt waren.
Der Konzern verfügt zum Bilanzstichtag über MEUR 176,3 zur Verfügung stehende Banklinien, davon Guthaben bei
Kreditinstituten MEUR 54,0 sowie nicht ausgenutzte Banklinien von MEUR 122,3. Das Factoringvolumen beträgt MEUR
64,7. Zusätzlich bestehen mit den beteiligten Banken langjährige gute Geschäftsbeziehungen. Damit war das Liquidi-
tätsrisiko zum Bilanzstichtag niedrig.
LAGEBERICHT 94
Zentraler Bestandteil der Liquiditätsplanung der Unternehmen der Frauenthal-Gruppe ist die Aufrechterhaltung der Fä-
higkeit, den externen und internen Zahlungsverpflichtungen stets nachzukommen.
Zinsänderungsrisiken für den Konzern sind in der Bilanz- und Finanzierungssituation Ende 2020 von Relevanz, da die
Zinsbasis überwiegend auf 3-Monats-EURIBOR-Basis bzw. in Schweden auf 1-Monats-STIBOR-Basis vereinbart wurde.
Die Zinsentwicklung und das damit verbundene Risiko werden laufend überwacht. Da ein unerwartet rascher Anstieg
der kurzfristigen Zinsen erhebliche negative Auswirkungen auf die Refinanzierungskosten haben würde, bestehen für
einen großen Teil des Finanzierungsvolumens Zinssicherungen mittels SWAPs und CAPs.
Der Einfluss volatiler Währungen (CZK) ist gering, da im Wesentlichen in Euro fakturiert wird und auch der Einkauf der
Vormaterialien überwiegend in Euro erfolgt. Diese Währungsrisiken sind daher im Wesentlichen im Jahr 2020 ungesi-
chert und unterliegen einer ständigen Beobachtung.
Der Einfluss der ebenso volatilen Schwedenkrone ist im Wesentlichen auf nicht liquiditätswirksame Bewertungseffekte
(Translationsrisiko) beschränkt.
Die Analyse der abgeschlossenen Zinssicherungsgeschäfte und weitere Angaben zur Sensitivitätsanalyse von Währungs-
und Zinsänderungen finden sich im Anhang unter dem Punkt 16 „Derivative Finanzinstrumente“, Punkt 29 „Derivative
Finanzinstrumente und Sicherungsbeziehungen“ sowie Punkt 45 „Finanzinstrumente und Risikoberichterstattung“, Ab-
schnitt „Währungsänderungsrisiko“.
Aus der Finanzierungs- und Standortstruktur der Frauenthal-Gruppe ergeben sich finanzielle Risiken (dazu zählen Wäh-
rungs-, Liquiditäts- und Zinsrisiken), die maßgeblichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben kön-
nen.
(14) COMPLIANCE-RISIKEN
Als börsennotiertes Unternehmen hat die Frauenthal Holding AG ein umfangreiches Regelwerk im Bereich der Corpo-
rate Governance und des Börse- und Wertpapierrechts zu befolgen. Der Österreichische Corporate Governance Kodex
wird laufend um neue Regelungen erweitert. Durch Schulungen und Berücksichtigung von Compliance bei der Zielvor-
gabe und Evaluierung von Führungskräften sollen Compliance-Risiken reduziert werden. Die Gesellschaft verfolgt die
permanente Einhaltung aller gesetzlichen Bestimmungen mit hoher Priorität, um Verletzungen zu vermeiden, die gege-
benenfalls erheblichen Schaden für die Reputation des Unternehmens sowie gesetzliche Sanktionen nach sich ziehen
könnten. Darüber hinaus wird die Einhaltung hoher ethischer Standards in den Geschäftsbeziehungen als wichtiges
Element einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Unternehmenspolitik betrachtet. Als Lieferant für alle großen europä-
ischen Nutzfahrzeughersteller wird das Compliance-Verhalten auch von den Kunden evaluiert. Im Prüfungsausschuss
des Aufsichtsrats werden regelmäßig mögliche Compliance-Risiken analysiert und Maßnahmen zur Stärkung der Com-
pliance im Konzern besprochen. Im Berichtsjahr wurden die Verfahren zur Sicherung der Vertraulichkeit von Compli-
ance-relevanten Informationen weiterentwickelt. Eine neue Compliance Richtlinie trat per 1. Jänner 2021 in Kraft.
(15) RECHNUNGSLEGUNG
Es gibt klare und strenge Richtlinien betreffend die Dokumentation der betrieblichen Vorgänge im gesamten Konzern.
Der Rechnungslegungsprozess in den Konzerngesellschaften obliegt der Verantwortung der lokalen Finanzleitung. Von
dieser werden die laufenden Monatsergebnisse unter Verwendung der Konsolidierungssoftware Cognos an die zentrale
Finanzabteilung des Konzerns übermittelt. Die konsolidierten Ergebnisse werden nach detaillierter Analyse und Rück-
sprache mit den Finanzverantwortlichen der Konzerngesellschaften im Monatsbericht an den Vorstand, den Aufsichtsrat
und das gesamte Management-Team berichtet.
Ausführliche Erläuterungen des Managements der operativen Einheiten erklären den Geschäftsverlauf. Ein konzernwei-
tes Accounting Manual und regelmäßige Schulungen der Finanzverantwortlichen dienen der Vereinheitlichung aller
relevanten Buchungsmethoden und der Einhaltung der jeweils aktuellen internationalen Rechnungslegungsvorschriften.
Neue IFRS Standards werden zentral in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Verantwortlichen für den ganzen Kon-
zern eingeführt. Bei Neueinführung der IFRS Standards werden zusätzliche Schulungsmaßnahmen vorgenommen.
Es gibt eine durchgängige Unterschriftsregelung, die die Freigabe von Rechnungen zur Zahlung klar regelt. Die buch-
mäßige Erfassung der Geschäftsfälle erfolgt grundsätzlich elektronisch. Entsprechend den individuellen Notwendigkei-
ten sind Zugriffsrechte einzelner Benutzer zentral durch die jeweilige IT-Abteilung verwaltet. Das Ausmaß der Berechti-
gungen unterliegt einer ständigen Anpassung. Die digitale Datensicherung erfolgt ebenfalls durch die lokalen IT-
Abteilungen. Nach einem detaillierten Sicherungsplan werden verschiedene Backups täglich, wöchentlich oder monat-
lich durchgeführt. Andere Dokumente werden in geeigneten Archiven entsprechend den gesetzlichen Fristen aufbe-
wahrt.
95 LAGEBERICHT
In den operativen Einheiten erfolgt die Buchung von Geschäftsfällen laufend. Zahlungen werden wöchentlich durchge-
führt.
In den Gesellschaften sind durchgehend organisatorische Regelungen festgelegt, die gewährleisten, dass sämtliche bu-
chungspflichtigen Geschäftsvorfälle in den Jahresabschluss einfließen. In Konzerngesellschaften mit voll integrierten
ERP-Systemen werden bereits bei der Bestellung von Waren automatisch interne Belege erstellt, die folglich einen rou-
tinemäßigen Freigabeprozess durchlaufen. Am Ende des Monats überprüfen alle Finanzabteilungen die Vollständigkeit
der Rechnungen. Um ein periodengenaues Bild der Finanzlage zu erstellen, werden fehlende Rechnungen bei Bedarf
abgegrenzt. Vor dem Bilanzstichtag werden von den wichtigsten Lieferanten Bestätigungen zu den ausstehenden Be-
trägen eingeholt.
Um sicherzustellen, dass alle erforderlichen Rückstellungen gebildet werden, wird der aktuelle Geschäftsverlauf in den
monatlichen Managementmeetings mit dem Vorstand ausführlich besprochen und Maßnahmen abgeleitet. Das mo-
natliche Berichtswesen bildet die Basis für diese Besprechungen. Weiters hilft das eingeführte Vier-Augen-Prinzip in der
Geschäftsführung alle künftig drohenden Verbindlichkeiten zu erfassen.
Durch die intensive Kommunikation zwischen der zentralen Finanzabteilung und den Finanzverantwortlichen in den
lokalen Gesellschaften werden Planabweichungen detailliert verfolgt.
Das monatliche Reporting beinhaltet detaillierte Abweichungsanalysen zu Ergebnissen, Bilanzpositionen und Cashflow-
Statements der einzelnen Segmente. Des Weiteren dient ein umfangreiches Kennzahlensystem der Erstellung interner
Vergleiche über längere Zeiträume. Gegebenenfalls werden Auffälligkeiten einer detaillierten Analyse unterzogen. Den
Themen Kundenbeziehung, Produktivität, Liquiditätsmanagement und Personalstruktur wird dabei besondere Aufmerk-
samkeit geschenkt, wodurch mögliche Probleme vorzeitig erkannt werden können. Der Vorstand initiiert in Abstim-
mung mit dem Prüfungsausschuss regelmäßig Projekte der internen Revision.
Die Cash-Bestände aller Konzerngesellschaften werden ständig beobachtet. Die Liquiditätsentwicklung wird dem Vor-
stand und den Aufsichtsratsvorsitzenden wöchentlich, dem Aufsichtsrat und damit auch dem Prüfungsausschuss mo-
natlich berichtet. Sichergestellt wird die Korrektheit der Liquiditätsrechnung durch den monatlichen Abgleich von Cash-
flow-Statements und Bankständen. Den operativen Einheiten werden konkrete monatliche Liquiditätsziele vorgegeben;
Abweichungen führen zu vordefinierten Berichts- und Genehmigungsprozessen.
Die Risikoverantwortlichen der identifizierten Risiken sind klar definiert und berichten in oberster Instanz an den Vor-
stand. Im mindestens zweimal jährlich erstellten Risikobericht werden die Risiken aktualisiert, bewertet und dem Prü-
fungsausschuss vorgelegt.
D. BERICHT ÜBER DIE FINANZLAGE
Oberstes Ziel ist die Sicherstellung der Finanzierung der Geschäftsaktivität in beiden Divisionen. Planungen sind für beide
Divisionen unterschiedlich, da für die Division Frauenthal Handel im Wesentlichen nur die Situation in Österreich relevant
ist, während für die Division Frauenthal Automotive vor allem der gesamte europäische Automobilmarkt aber auch
China und marginal die USA relevant sind.
Als Liquiditätsreserven dienen die freien Linien in der Frauenthal Holding AG sowie in allen Gesellschaften, diese belau-
fen sich auf insgesamt MEUR 122,3 nicht ausgenutzte Rahmen. Wichtig ist die Risikoabschottung, keine finanzielle
Verflechtung, zwischen den beiden Divisionen. Alle Gesellschaften sind mit lokalen Banken finanziert, außer die Stand-
orte in den USA.
Im Jahr 2020 kam es aufgrund der COVID-19-Krise zu erheblichen Schwankungen bei der Liquidität bzw. zu einem
höheren Liquiditätsbedarf, so wurden die vorhandenen Linien zum Teil sehr stark ausgenutzt, es kam aber nie zu gra-
vierenden Liquiditätsengpässen, da man auch Stundungen von Tilgungen und Steuern nutzte. Die in der Division Frau-
enthal Handel zusätzlich im Jahr 2020 verhandelte Corona-Linie (Sicherheitslinie) über MEUR 30 wurde nicht angegrif-
fen, da Investitionen sehr stark zurückgefahren wurden und es ein sehr gutes Working Capital Management gibt.
LAGEBERICHT 96
E. INNOVATIONSBERICHT
In den Produktbereichen findet Innovation durch Verbesserung von Materialeigenschaften, Optimierung von Produkti-
onsprozessen, Entwicklung neuer Produktdesigns und der Suche nach neuen Einsatzmöglichkeiten für existierende Pro-
dukte statt. Innovation von Produktionsprozessen kann die Neugestaltung eines Fabriklayouts zur Optimierung des
Produktionsflusses, die Investition in qualitäts- und produktivitätssteigernde Anlagen, die Feinabstimmung des Produk-
tionsverfahrens oder eine Standardisierung und Stabilisierung einzelner Fertigungsschritte bedeuten. Innovation im Pro-
duktdesign bedeutet beispielsweise die Vormontage mehrerer Komponenten, um so den Einbauaufwand beim Kunden
zu reduzieren oder das Design so zu optimieren, dass Materialeinsatz und Kosten reduziert werden können. Vor allem
in der Business Unit Gnotec ist die enge Zusammenarbeit mit dem Kunden in der Optimierung des Produktdesigns von
Bedeutung. Zu diesem Zweck sind bei mehreren Kunden Ingenieure von Gnotec vor Ort (sogenannte „residential engi-
neers“) tätig. Die Business Unit Powertrain entwickelt in Zusammenarbeit mit einem Stahlwerk eine verbesserte Stahl-
güte damit die Bauteilmasse im Motor reduziert werden und dadurch eine höhere Effizienz des Motors erzielt wird. In
einem „Innovation-Lab“ untersucht Powertrain systematisch Produkte außerhalb des Antriebsstranges, die wettbe-
werbsfähige angeboten werden können. Aufgrund der hohen Prozesskompetenz von Frauenthal Powertrain im Schmie-
debereich bestehen dafür gute Chancen. Entscheidend ist, Produkte zu finden, die auf den existierenden Anlagen effi-
zient gefertigt werden können.
Auch für interne Prozesse werden Innovationen angestrebt, sofern dadurch Kosten- und Qualitätsfortschritte erzielbar
sind. Im Bereich der Airtanks wird an Produktdesigns mit geringerem Materialeinsatz gearbeitet (Kosten- und Ge-
wichtsersparnis) gearbeitet. Bei diesen Sicherheitsteilen sind jedoch die Zustimmung der Kunden und die Genehmigung
des TÜV für alle Produktinnovationen erforderlich.
Im Fertigungsprozess setzt Powertrain auf durchgängige Prozesssteuerung, um die Anlagennutzung zu steigern und
Ausschuss zu reduzieren. Innovative Werkzeugkonzepte werden mit deutlichen Kostenreduktionen bei verbesserter
Produktqualität eingesetzt. In Zusammenarbeit mit Lieferanten wurde in der Business Unit Powertrain ein Prozess ent-
wickelt, der durch vollautomatisierte optische Endkontrolle sowohl Geometrie- als auch Oberflächenfehler trennscharf
erkennt. Dies ersetzt die manuelle Kontrolle bei reduziertem Ausschuss. Die Produktinnovation bei Gnotec ist integraler
Bestandteil des Geschäftsmodells: kreative Engineering-Lösungen sind ein signifikanter Wettbewerbsfaktor. Das Know-
how der Gnotec-Gruppe besteht in der Beherrschung und Optimierung der vielfältigen Prozesse der Blechumformung
für die Herstellung einfacher bis hoch komplexer Stahlteile vorwiegend für die Automobilindustrie. Die Automatisierung
der Schweißprozesse ist ein Innovationsschwerpunkt, der Produktivitätssteigerung bei gleichzeitiger Qualitätsverbesse-
rung zum Ziel hat. An einem innovativen Prozess als Alternative zum herkömmlichen Schweißverfahren wird gearbeitet.
In der Division Frauenthal Handel werden laufend Prozessinnovationen in der Kundenabwicklung umgesetzt. Einfache
Abwicklungen wie digitaler Lieferschein, Bestellmöglichkeiten über Smartphone, Track & Trace, Lieferaviso und vor
allem Warenverfügbarkeit schaffen einen Mehrwert beim Kunden und sind ein wichtiger Teil der Kundenbindung.
Durchgängige digitale Prozesse sind die Grundvoraussetzung für den hohen Anteil an fehlerfreien Lieferungen von über
99,7 % (OTIF) im Jahr 2020. Durch die laufende Verbesserung der Attraktivität der Kundenwebshops (JÖAG, mySHT)
kann der Umsatzanteil, der über den Shop abgewickelt wird, permanent ausgebaut werden. Die personalintensiven
regionalen Call Center werden dadurch entlastet und es bleibt mehr Zeit für aktive Beratung und Verkauf.
F. AUSBLICK/AUSWIRKUNGEN COVID-19-KRISE
Der Fokus des Managements im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020 lag auf der Sicherung der Liquidität, der Stärkung
der Kundenbeziehungen und der Verbesserung der Kostenstruktur in beiden Divisionen Frauenthal Automotive und
Frauenthal Handel.
In der Division Frauenthal Automotive, Business Unit Gnotec, sind durch die Optimierung der Standorte in Schweden,
den Gewinn von zwei Großaufträgen in den USA, den Gewinn eines neuen strategischen Kunden im PKW-Bereich und
die rasche Integration der Business Unit Airtanks in die Gnotec-Gruppe die Grundlagen für profitables Wachstum ver-
bessert. In der Business Unit Powertrain schafft die Schließung des Standortes in Roßwein eine wettbewerbsfähige
Kostenstruktur bei Anpassung der Kapazitäten an ein reduziertes Marktvolumen. Schließlich ist Frauenthal Automotive
in einer voraussichtlich von zahlreichen Insolvenzen geprägten Zulieferindustrie als stabiler Partner der Kunden gut po-
sitioniert, um Marktanteile zu gewinnen. Die rasche Reaktion auf den Markteinbruch im Geschäftsjahr 2020 und der
Beginn der Markterholung ab dem vierten Quartal bewirken eine besser als zu erwartende Ergebnislage und eine solide
Liquidität.
97 LAGEBERICHT
Auf dieser Basis und mit einer deutlich verbesserten Kostenstruktur ist der Ausblick für das Geschäftsjahr 2021 und
danach positiv, obwohl die zweifellos bestehende hohe Unsicherheit der Marktentwicklung zum Berichtszeitpunkt
große Vorsicht vor allem in Hinblick auf Investitionen und liquiditätssichernde Maßnahmen verlangt. Gleichzeitig ist
beabsichtigt, Wachstumsprojekte durch Kapazitätsausbau voranzutreiben. Dies betrifft vor allem die Standorte der Gno-
tec Gruppe in der Slowakei und den USA.
Die Division Frauenthal Handel hängt als Zulieferer des Baunebengewerbes mit einem leichten Zeitversatz direkt von
der Baukonjunktur ab. Die oft unterschiedliche Entwicklung im Neubau und der Renovierung sowohl im Teilbereich
Wohnbau als auch im Bereich „übriger Hochbau“ wirkt in Summe stabilisierend. Weitere Einflussfaktoren stellen die
Investitionsneigung der öffentlichen Hand, sowie das private Konsumverhalten dar, wobei auch hier im Langzeitver-
gleich jeglicher konjunkturelle Auf- bzw. Abschwung die Branche nur zeitversetzt und stark abgeschwächt trifft. Auf-
grund der aktuellen COVID-19 Pandemie und der durch die österreichische Bundesregierung festgesetzten Maßnahmen
zur Eindämmung besteht ein hoher Grad an Prognoseunsicherheit. Bei einer nachhaltigen Delle in der Markt- und damit
Umsatzentwicklung müssen Strukturkosten angepasst werden. Die Entwicklung der Geschäftstätigkeit wird auch in den
Folgejahren 2021/2022 durch starken Preiskampf im Wettbewerb bestimmt werden. Ziel ist es, durch Investitionen,
Prozessverbesserungen und Mitarbeiterschulungen das Kundenservice weiter zu verbessern und den Fokus auf den
Kundennutzen zu setzen. Sofern seitens der Regierung keine weiteren drastischen Maßnahmen gesetzt werden, z.B.
neuerlicher Lockdown der Bauwirtschaft oder keine Rückschläge bei der Impfstrategie, gehen wir von einer Fortsetzung
der Entwicklung vom zweiten Halbjahr 2020 und ersten Quartal 2021.
Im Bereich Business Development wird eine Akquisition in der Business Unit Gnotec, die das Kundenportfolio strategisch
ergänzt, angestrebt.
Die Frauenthal Holding AG versteht sich als strategischer Investor, der an der nachhaltigen Schaffung von Shareholder
Value orientiert ist. Wenn die Frauenthal-Gruppe aufgrund limitierter Ressourcen und Kompetenzen oder aufgrund von
Risikopräferenzen weiteres Wachstum in einem Bereich nicht mehr adäquat unterstützen kann oder will, sind strategi-
sche Verkäufe von Geschäftsbereichen, unter Berücksichtigung der aktuellen Marktlage, Optionen, die sorgfältig eva-
luiert werden. Die Optimierung der Investitionszyklen ist für die langfristige, kontinuierliche Wertsteigerung des Unter-
nehmens wesentlich. Dabei ist Frauenthal jedoch an keine extern vorgegebenen Kriterien gebunden.
Die Website (www.frauenthal.at) erscheint seit März 2021 in einem neuen modernen Bild, vor allem ist sie auf dem
neuesten technischen Stand. Auf der Website sind neben umfangreichen Informationen über das Unternehmen, Be-
richte, Unterlagen zu Hauptversammlungen, Ad-hoc-Meldungen, Produktfotos etc. verfügbar. Der Corporate Gover-
nance Bericht der Frauenthal Holding AG ist auf der Website unter Investor Relations/Corporate Governance abrufbar.
Wien, 22. April 2021
Frauenthal Holding AG
Mag. Erika Hochrieser Dr. Hannes Winkler Dipl.-Ing. Michael Ostermann
Vorstandsmitglied Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied
98 JAHRESABSCHLUSS
GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG
EINZELABSCHLUSS FRAUENTHAL HOLDING AG
in EUR
2020
2019
UMSATZERLÖSE
2.461.443
5.338.532
Sonstige betriebliche Erträge
75.847
4.397
Personalaufwand
-1.526.619
-2.013.211
Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagever-
mögens und Sachanlagen
-73.720
-84.903
Sonstige betriebliche Aufwendungen
-2.772.179
-3.760.077
BETRIEBSERGEBNIS (EBIT)
-1.835.229
-515.262
Erträge aus Beteiligungen an verbundenen Unternehmen
4.920.000
6.300.000
Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen/Erträge
-171.803
-241.282
Finanzergebnis
4.748.197
6.058.718
Ergebnis vor Steuern
2.912.968
5.543.455
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
1.843.047
1.315.012
Ergebnis nach Steuern
4.756.015
6.858.467
Jahresüberschuss
4.756.015
6.858.467
Zuweisung zu Gewinnrücklagen
-4.750.000
-4.200.000
Jahresgewinn
6.015
2.658.467
Gewinn-/Verlustvortrag aus dem Vorjahr
2.800.684
142.218
BILANZGEWINN
2.806.699
2.800.684
JAHRESABSCHLUSS 99
BILANZ
EINZELABSCHLUSS FRAUENTHAL HOLDING AG
AKTIVA
in EUR
31.12.2020
31.12.2019
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände
1
1
Sachanlagen
106.810
156.413
Finanzanlagen
89.761.506
89.761.506
89.868.318
89.917.920
Umlaufvermögen
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
3.510.650
2.672.482
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände
87.036
145.852
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten
21.914
18.961
3.619.600
2.837.294
Rechnungsabgrenzungen
157.430
33.087
Aktive latente Steuern
8.681.000
8.937.900
Summe AKTIVA
102.326.348
101.726.202
PASSIVA
in EUR
31.12.2020
31.12.2019
Eigenkapital
Einbezahltes Grundkapital
8.651.491
8.641.491
Kapitalrücklagen
22.565.811
22.469.511
Optionsrücklage
0
241.904
Gewinnrücklagen
64.447.101
59.687.101
Bilanzgewinn
2.806.699
2.800.684
98.471.102
93.840.691
Rückstellungen
Steuerrückstellungen
1.671.528
1.789.000
Sonstige Rückstellungen
749.350
963.900
2.420.878
2.752.900
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
1.098.282
4.374.477
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
60.095
683.975
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
0
8.961
Sonstige Verbindlichkeiten
275.992
65.198
1.434.368
5.132.611
Summe PASSIVA
102.326.348
101.726.202
100 JAHRESABSCHLUSS
ANLAGESPIEGEL
Entwicklung der Anschaffungs- und Herstellungskosten
Entwicklung der Abschreibungen
Buchwerte
Stand
01.01.2020
EUR
Zugang
EUR
Umbu-
chung
EUR
Abgang
EUR
Stand
31.12.2020
EUR
Stand
01.01.2020
EUR
Zugang
EUR
Abgang
EUR
Stand
31.12.2020
EUR
Stand
31.12.2019
EUR
Stand
31.12.2020
EUR
A.
Anlagevermögen
I.
Immaterielle Vermögensgegenstände
1.
Lizenzen und
Datenverarbeitungsprogramme
211 031,62
0,00
0,00
0,00
211 031,62
211 030,32
0,00
0,00
211 030,32
1,30
1,30
II.
Sachanlagen
1.
Betriebs- und
Geschäftsausstattung
726 683,82
24 118,24
0,00
138 108,89
612 693,17
570 270,81
73 720,09
138 107,98
505 882,92
156 413,01
106 810,25
III.
Finanzanlagen
1.
Anteile an verbundenen
Unternehmen
95 511 796,76
0,00
0,00
0,00
95 511 796,76
5 750 290,78
0,00
0,00
5 750 290,78
89 761 505,98
89 761 505,98
SUMME ANLAGENSPIEGEL
96 449 512,20
24 118,24
0,00
138 108,89
96 335 521,55
6 531 591,91
73 720,09
138 107,98
6 467 204,02
89 917 920,29
89 868 317,53
JAHRESABSCHLUSS 101
I. ANHANG
zur Bilanz zum 31.12.2020 und Gewinn- und Verlustrechnung für 1-12/2020
der
FRAUENTHAL HOLDING AG
I. ERLÄUTERUNGEN DER BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN
(1) ALLGEMEINES
Der vorliegende Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften der §§ 189 ff des Unternehmensgesetzbuches (UGB)
unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein
möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.
Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte unter Beachtung des Grundsatzes der Vollständigkeit.
Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung
beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt.
Dem Vorsichtsprinzip wurde dadurch Rechnung getragen, dass nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne
ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wurden berücksichtigt.
Die bisher angewandten Bewertungsmethoden wurden bei der Erstellung des vorliegenden Jahresabschlusses
beibehalten.
Auf den Jahresabschluss werden die Rechnungslegungsbestimmungen in der geltenden Fassung angewendet.
(2) ANLAGEVERMÖGEN
a) IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um die
planmäßigen Abschreibungen bewertet. Die planmäßigen Abschreibungen wurden linear vorgenommen. Folgende
Nutzungsdauer wird den planmäßigen Abschreibungen zugrunde gelegt:
Lizenzen und Datenverarbeitungsprogramme 3 Jahre
b) SACHANLAGEN
Die Bewertung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige
Abschreibungen. Geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu einem Einzelanschaffungswert von EUR 800,00 (2019: EUR
400,00) werden im Jahr des Zuganges voll abgeschrieben. Die planmäßigen Abschreibungen werden linear
entsprechend der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer vorgenommen. Folgende Nutzungsdauer wird
den planmäßigen Abschreibungen zugrunde gelegt:
Fuhrpark 5 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 5 - 10 Jahre
EDV 3 Jahre
102 JAHRESABSCHLUSS
Außerplanmäßige Abschreibungen werden zusätzlich vorgenommen, wenn voraussichtlich dauernde
Wertminderungen, die über den nutzungsbedingten Werteverzehr hinausgehen, eintreten.
c) FINANZANLAGEN
Die Finanzanlagen werden mit den Anschaffungskosten, bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.
Wesentlichen dauerhaften Wertminderungen wird durch die Vornahme außerplanmäßiger Abschreibungen Rechnung
getragen.
(3) UMLAUFVERMÖGEN
a) FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nennbetrag angesetzt.
Im Falle erkennbarer Einzelrisiken wird der niedrigere beizulegende Wert ermittelt und angesetzt.
b) KASSENBESTAND, GUTHABEN BEI KREDITINSTITUTEN
Der Posten beinhaltet den Kassenbestand sowie Guthaben bei Kreditinstituten.
(4) AKTIVE LATENTE STEUERN
Für Unterschiede zwischen den unternehmensrechtlichen und den steuerrechtlichen Wertansätzen bei
Vermögensgegenständen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten, die sich in späteren
Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, wird bei einer sich ergebenden Steuerbelastung eine Rückstellung für
passive latente Steuern und bei einer sich ergebenden Steuerentlastung ein Posten für aktive latente Steuern in der
Bilanz angesetzt.
Die Frauenthal Holding AG hat aufgrund ausreichender zukünftiger Ergebnisse in der Steuergruppe gemäß Rz 51 iVm
Erläuterungen zu Rz 55 Pkt. 2.a) der AFRAC-Stellungnahme 30 „Latente Steuern im Jahres- und Konzernabschluss“
auch für latente Steuerguthaben aus Ansatzdifferenzen von Gruppenmitgliedern eine Steuerabgrenzung erfasst,
sofern diese mangels eigenen positiven Ergebnissen nicht bereits in den Jahresabschlüssen aktiviert wurden (weitere
Erläuterungen dazu siehe Abschnitt II.3.).
Darüber hinaus werden gem. § 198 Abs 9 UGB aktive latente Steuern für bestehende steuerliche Verlustvorträge in
jenem Ausmaß gebildet, als ausreichende passive latente Steuern vorhanden sind, oder darüber hinaus überzeugende
substantielle Hinweise vorliegen, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Nutzung dieser Verlustvorträge
in den nächsten fünf Jahren zur Verfügung stehen wird.
Der Ansatz von aktiven latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge ist gerechtfertigt, weil die Nutzung der
Verlustvorträge nachhaltig bereits ab dem folgenden Jahr wahrscheinlich ist.
Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt mit dem aktuellen Körperschaftsteuersatz von 25% ohne
Berücksichtigung einer Abzinsung.
Die Steuerumlagevereinbarung sieht vor, dass der Gruppenträger dem Gruppenmitglied für übernommene steuerliche
Verluste keine negative Umlage gutschreibt, sofern diese auf Gruppenebene nicht verwendet werden. Jedoch muss
das Gruppenmitglied in späteren Jahren bei steuerlichen Gewinnen so lange keine positive Steuerumlage abführen,
bis diese Verluste verbraucht sind („interner Verlustvortrag“). Für diese künftige Verpflichtung wurde seitens des
Gruppenträgers eine Rückstellung für künftige Steuerbelastung gebildet, wobei hierbei die Fähigkeit der
Gruppenmitglieder in den nächsten fünf Jahren steuerliche Gewinne zu erzielen berücksichtigt wurde.
(5) RÜCKSTELLUNGEN
Der Posten Steuerrückstellungen enthält die Vorsorge für bereits zugewiesene, aber nicht abgegoltene Verluste von
Gruppenmitgliedern sowie noch nicht veranlagte Körperschaftssteuer (siehe Abschnitt I.4).
Die Rückstellung für Jubiläumsgelder wurde nach anerkannten finanzmathematischen Grundsätzen nach dem
Teilwertverfahren auf Basis eines Rechnungszinssatzes von 1,00 % (VJ: 1,30 %), einer durchschnittlichen
Bezugserhöhung von 3,95 % (VJ: 4,15 %) und des gesetzlichen Pensionsantrittsalters ermittelt.
JAHRESABSCHLUSS 103
Der Zinssatz entspricht dem stichtagsbezogenen Marktzinssatz für Anleihen von Unternehmen mit hochklassiger
Bonitätseinstufung, die mit der durchschnittlichen Restlaufzeit der Verpflichtung sowie der Währung, in der das
Unternehmen die Leistungen zu erbringen hat, übereinstimmen. Als durchschnittliche Restlaufzeit wurde
vereinfachend eine Restlaufzeit von 15 Jahren angenommenen.
Die übrigen Rückstellungen werden unter Beachtung des Vorsichtsprinzips für alle im Zeitpunkt der Bilanzerstellung
erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung gebildet und
mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.
(6) VERBINDLICHKEITEN
Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.
104 JAHRESABSCHLUSS
II. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ
(1) ANLAGEVERMÖGEN
Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens und die Aufgliederung der Jahresabschreibung nach
einzelnen Posten sind im angeschlossenen Anlagenspiegel ersichtlich.
Finanzanlagen
Die Finanzanlagen weisen per 31.12.2020 die folgende Zusammensetzung auf:
Zusammensetzung:
Anteil
Anschaffungs-
Buchwert
in
kosten
%
EUR
EUR
Frauenthal Automotive Holding GmbH
in Liqu., Wien
100,00
5.750.290,78
0,00
Frauenthal Automotive GmbH, Wien
100,00
70.866.480,92
70.866.480,92
Frauenthal Haustechnik Beteiligungs GmbH, Wien
100,00
18.777.638,64
18.777.638,64
Frauenthal Immobilien GmbH, Wien
100,00
142.386,42
117.386,42
95.536.796,76
89.761.505,98
Im Geschäftsjahr 2020 liegen weder Zu- noch Abgänge im Finanzanlagevermögen vor.
(2) FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände weisen folgende
Zusammensetzung und Fristigkeiten auf:
Forderungsspiegel zum
Gesamtbetrag
Restlaufzeiten
31.12.2020
bis 1 Jahr
über 1 Jahr
EUR
EUR
EUR
1.
Forderungen gegenüber verbundenen
Unternehmen
3.510.650,48
3.344.637,48
166.013,00
2.
sonstige Forderungen und
Vermögensgegenstände
87.035,61
87.035,61
0,00
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
3.597.686,09
3.431.673,09
166.013,00
Forderungsspiegel zum
Gesamtbetrag
Restlaufzeiten
31.12.2019
bis 1 Jahr
über 1 Jahr
EUR
EUR
EUR
1.
Forderungen gegenüber verbundenen
Unternehmen
2.672.482,28
2.494.662,28
177.820,00
2.
sonstige Forderungen und
Vermögensgegenstände
145.851,53
145.851,53
0,00
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
2.818.333,81
2.640.513,81
177.820,00
Der Posten sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände in Höhe von EUR 87.035,61 enthält keine Erträge
(VJ: EUR 0), die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden.
JAHRESABSCHLUSS 105
Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen gliedern sich wie folgt:
31.12.2020
31.12.2019
EUR
EUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
241.244,66
657.930,76
Sonstige Forderungen
davon Steuerumlagen
3.269.405,74
3.269.405,74
2.014.551,52
1.994.945,52
3.510.650,40
2.672.482,28
Zusammensetzung
31.12.2020
31.12.2019
EUR
EUR
Forderungen aus Verrechnungen und Steuerumlagen
Frauenthal Automotive Hustopece sro, Hustopece
22.500,00
21.350,00
Frauenthal Service AG, Wien
0,00
21.239,99
Frauenthal Powertrain Management GmbH & CO KG, Plettenberg
1.154,73
84.456,37
Frauenthal Powertrain GmbH, Plettenberg
22.500,00
0,00
Frauenthal Haustechnik Beteiligungs GmbH, Wien
0,00
300,00
Frauenthal Immobilien GmbH, Wien
166.013,00
179.320,00
1a Installateur Marketingberatung für Gas-, Sanitär- und Heizungsinstallateure GmbH, Wien
18.661,00
45.425,52
SHT Haustechnik GmbH, Perchtoldsdorf
2.271.367,83
1.877.466,00
Frauenthal Handel GmbH, Wien
810.514,00
129.660,00
Frauenthal Automotive Elterlein GmbH, Elterlein
33.205,00
40.600,00
Frauenthal Automotive Service GmbH, Elterlein
3.033,32
0,00
Gnotec AB, Göteborg
153.640,00
149.850,00
Frauenthal Automotive GmbH, Wien
5.211,60
119.814,40
Techno Heat GmbH, Wien
2.850,00
3.000,00
3.510.650,48
2.672.482,28
(3) AKTIVE LATENTE STEUERN
Per 31.12.2020 beträgt der Posten aktive latenten Steuern EUR 8.681.000,00 (31.12.2019: EUR 8.937.900,00).
Die aktiven latenten Steuern zum Bilanzstichtag wurden für steuerliche Verlustvorträge, Beteiligungsabschreibungen
der Vorjahre und temporäre Differenzen zwischen dem steuerlichen und unternehmensrechtlichen Wertansatz für
folgende Posten bzw. Vermögensgegenstände und Schulden gebildet (Erläuterungen zum Ansatz siehe Punkt I(4)):
in EUR
01.01.2020
31.12.2020
eigene Ansatz-
differenzen
und
Verlustvorträge
Ansatz-
differenzen
Tochter-
unternehmen
Summe
eigene Ansatz-
differenzen
und
Verlustvorträge
Ansatz-
differenzen
Tochter-
unternehmen
Summe
Erfolg-
wirksame
Änderung
Anlagevermögen
5.326,81
0,00
5.326,81
3.949,94
0,00
3.949,94
-1.376,87
Siebtelabschreibungen
23.286,48
2.416.054,91
2.439.341,39
25.896,89
3.704.141,23
3.730.038,12
1.290.696,73
Geldbeschaffungskosten
0,00
23.848,64
23.848,64
0,00
14.156,14
14.156,14
-9.692,50
Jubiläumsgeldrückstellung
9.900,00
250,00
10.150,00
11.600,00
500,00
12.100,00
1.950,00
Sonstiges
69.606,25
0,00
69.606,25
45.755,80
0,00
45.755,80
-23.850,45
Verlustvorträge
6.389.626,91
0,00
6.389.626,91
4.875.000,00
0,00
4.875.000,00
-1.514.626,91
6.497.746,45
2.440.153,55
8.937.900,00
4.962.202,63
3.718.797,37
8.681.000,00
-256.900,00
(4) EIGENKAPITAL
Die Frauenthal Holding AG weist ein Grundkapital von EUR 9.434.990 auf, das sich auf insgesamt 7.534.990 auf
Inhaber lautende Stückaktien und 1.900.000 nicht notierte Namensaktien verteilt. Jede Aktie ist am Grundkapital im
gleichen Umfang beteiligt. Die Anzahl der eigenen Aktien beträgt per 31.12.2020 783.499 Stück (VJ: 793.499 Stück)
und verringert sich durch den Verkauf von eigenen Aktien im Zuge eines Mitarbeiteroptionsprogramms im Vergleich
zum Vorjahr um 10.000 Stück.
106 JAHRESABSCHLUSS
Der Anteil der eigenen Aktien beträgt somit 8,30 % (VJ: 8,41 %) des Grundkapitals. Im Streubesitz befinden sich
2.728.575 Stück Aktien, das sind 28,92 % (VJ: 2.718.575 Stück Aktien, 28,81 %), der Anteil der Hauptaktionäre, der
FT Holding GmbH und der Ventana Holding GmbH beträgt 5.922.916 Stück Aktien, somit 62,78 % (VJ: 5.922.916
Stück Aktien, 62,78 %)
Die Ermächtigung zum Erwerb eigener Anteile wurde dem Vorstand durch Beschlussfassung in der
12. Hauptversammlung erteilt. In der 13. Hauptversammlung wurde diese Ermächtigung erneuert.
Auf Basis dieser Beschlüsse war der Vorstand ermächtigt, bis 25. Juli 2004 bis zu 87.500 eigene Aktien zu einem Preis
von EUR 10,00 bis maximal EUR 30,00 pro Stück zu erwerben.
Eigene Anteile
Anzahl
Grundkapital
Anteil am
Grundkapital
Stk
EUR
%
Stand am 31.12.2019
793.499
793.499,00
8,41
Verkauf
-10.000
-10.000,00
-0,10
Stand am 31.12.2020
783.499
783.499,00
8,30
Der Vorstand wurde in der ordentlichen 28. Hauptversammlung vom 30. Mai 2017 ermächtigt, für die Dauer von fünf
Jahren (a) das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats um insgesamt höchstens EUR
4.717.495,-- durch Ausgabe von bis zu 4.717.495 auf Inhaber und/oder auf Namen lautenden Stückaktien mit
Stimmrecht gegen Bareinlagen oder gegen Sacheinlagen einmal oder mehrmals zu erhöhen, (b) hierbei mit
Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre gegebenenfalls dann ganz oder teilweise
auszuschließen, wenn das Grundkapital (i) zum Zweck der Durchführung eines Programms für Mitarbeiterbeteiligung
oder eines Aktienoptionsplans einschließlich von Mitgliedern des Vorstands und leitenden Angestellten jeweils der
Gesellschaft oder von mit dieser verbundenen Unternehmen, (ii) sonst gegen Bareinlage, wenn in Summe der
rechnerisch auf die gegen Bareinlage unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien entfallende Anteil am
Grundkapital der Gesellschaft die Grenze von 10% des Grundkapitals der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Ausübung
der Ermächtigung nicht übersteigt, oder (iii) gegen Sacheinlagen, insbesondere von Unternehmen,
Unternehmensteilen, Betrieben, Teilbetrieben oder Anteilen an einer oder mehreren Gesellschaften oder anderen mit
einem Akquisitionsvorhaben im Zusammenhang stehender Vermögensgegenstände oder zum Erwerb sonstiger
Vermögensgegenstände (einschließlich Forderungen Dritter gegen die Gesellschaft oder mit der Gesellschaft
verbundenen Unternehmen), erhöht wird sowie (c) mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Art der neu auszugebenden
Aktien (auf Inhaber und/oder auf Namen lautend), den Ausgabebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen,
einschließlich der Einräumung eines mittelbaren Bezugsrechts gemäß § 153 Abs 6 AktG, festzusetzen (Genehmigtes
Kapital 2017).
Siehe dazu auch Punkt IV.5 Aktienoptionsprogramm.
(5) RÜCKSTELLUNGEN
Die Steuerrückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
31.12.2020
31.12.2019
EUR
EUR
Rückstellung für Steuern nach dem KStG
464.927,70
200.000,00
Rückstellung für bereits zugewiesene, jedoch nicht
abgegoltene Verluste von Gruppenmitgliedern
1.206.600,00
1.589.000,00
1.671.527,70
1.789.000,00
Die sonstigen Rückstellungen gliedern sich wie folgt:
31.12.2020
31.12.2019
EUR
EUR
Jubiläumsgelder
64.900,00
60.700,00
nicht konsumierte Urlaubstage
105.000,00
71.200,00
Veröffentlichungskosten
68.000,00
68.000,00
Beratungskosten
Prämien
68.500,00
190.950,00
67.700,00
496.300,00
übrige kurzfristig
252.000,00
200.000,00
749.350,00
963.900,00
Die übrigen kurzfristigen Rückstellungen sind vor allem für vertragliche Ansprüche aus dem Verkauf einer ehemaligen
Tochtergesellschaft gebildet worden, deren Inanspruchnahme auf TEUR 300 begrenzt sind.
JAHRESABSCHLUSS 107
(6) VERBINDLICHKEITEN
Die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten weisen folgende Zusammensetzung und Fristigkeiten auf:
Verbindlichkeitenspiegel zum
Gesamtbetrag
Restlaufzeiten
dinglich
31.12.2020
bis 1 Jahr
1 - 5 Jahre
über 5 Jahre
besichert
EUR
EUR
EUR
EUR
EUR
1.
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
1.098.281,57
1.097.548,64
732,93
0,00
0,00
2.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
60.094,90
60.094,90
0,00
0,00
0,00
3.
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
4.
sonstige Verbindlichkeiten,
275.991,97
275.991,97
0,00
0,00
0,00
davon aus Steuern
24.657,60
24.657,60
davon im Rahmen der sozialen
Sicherheit
18.816,79
18.816,79
davon aus
Abgrenzungen
275.991,97
275.991,97
Verbindlichkeiten gesamt
1.434.368,44
1.433.635,51
732,93
0,00
0,00
Verbindlichkeitenspiegel zum
Gesamtbetrag
Restlaufzeiten
dinglich
31.12.2019
bis 1 Jahr
1 - 5 Jahre
über 5 Jahre
besichert
EUR
EUR
EUR
EUR
EUR
1.
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
4.374.477,11
1.380.138,27
2.994.338,84
0,00
0,00
2.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
683.975,15
683.975,15
0,00
0,00
0,00
3.
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
8.961,21
8.961,21
0,00
0,00
0,00
4.
sonstige Verbindlichkeiten,
65.197,79
65.197,79
0,00
0,00
0,00
davon aus Steuern
3.537,45
3.537,45
davon im Rahmen der sozialen
Sicherheit
18.488,92
24.227,29
davon aus
Abgrenzungen
65.197,79
297.619,39
Verbindlichkeiten gesamt
5.132.611,26
2.138.272,42
2.994.338,84
0,00
0,00
In den sonstigen Verbindlichkeiten zum 31.12.2020 sind Aufwendungen in Höhe von EUR 30.022,43 (VJ: EUR
65.197,79) enthalten, die erst nach dem 31. Dezember 2020 zahlungswirksam werden.
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen gliedern sich wie folgt:
Zusammensetzung:
31.12.2020
31.12.2019
EUR
EUR
Verbindlichkeiten aus Lieferung & Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
Frauenthal Powertrain Management GmbH, Plettenberg
0,00
8.961,21
0,00
8.961,21
108 JAHRESABSCHLUSS
(7) SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN
Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen
Wir prognostizieren die künftigen Miet- und Leasingverpflichtungen wie folgt:
2020
2019
TEUR
TEUR
für das folgende Geschäftsjahr
283
292
für die fünf folgenden Geschäftsjahre
642
648
(8) HAFTUNGSVERHÄLTNISSE
Die Gesellschaft weist Verbindlichkeiten aus Haftungsverhältnissen mit folgender Zusammensetzung auf:
31.12.2020
31.12.2019
EUR
EUR
Garantien
6.231.248,16
6.579.998,16
Sonstige Haftungsverhältnisse
10.922.867,00
12.399.968,00
Summe
17.154.115,16
18.979.966,16
Es besteht seit dem Jahr 2015 eine Globalgarantie der Frauenthal Holding AG gegenüber der Raiffeisen-Landesbank-
Steiermark AG für die Kreditverbindlichkeiten der Frauenthal Immobilien GmbH, welche im Jahr 2015 einen
Liegenschaftsankauf finanzierte. Der aushaftende Kreditbetrag beläuft sich per 31.12.2020 auf TEUR 5.231
(31.12.2019: TEUR 5.580). Eine weitere Bankgarantie in Höhe von TEUR 1.000 (VJ: TEUR 1.000) besteht gegenüber
der Raiffeisen-Landesbank-Steiermark AG im Zusammenhang mit dem Verkauf der Gesellschaft Frauenthal
Automotive Torun Sp.zo.o. im Jahr 2018.
Per 31.12.2020 betragen die sonstigen Haftungsverhältnisse TEUR 10.923 (VJ: TEUR 12.400). Dabei handelt es sich
unter anderem um Personalverpflichtungen iHv TEUR 7.077 (VJ: TEUR 8.554) welche für Tochterunternehmen
übernommen wurde. Das Risiko der tatsächlichen Inanspruchnahme der Frauenthal Holding AG wurde zum Großteil
auf einen Dritten übertragen. Für die Frauenthal Automotive Holding GmbH in Liqu. besteht eine weitere Haftung iHv
TEUR 146 (VJ: TEUR 146). Die Frauenthal Holding AG hat weiters eine schadensabhängige Haftungsgrenze im
Zusammenhang mit dem Verkauf der Gesellschaft Frauenthal Automotive Torun Sp.zo.o. iHv TEUR 3.700 (VJ: TEUR
3.700) übernommen.
(9) ANGABEN ZU FINANZINSTRUMENTEN
Die Gesellschaft verfügt zum Bilanzstichtag über derivative Finanzinstrumente.
Die Frauenthal Holding AG hat im Interesse ihrer Tochterunternehmen Frauenthal Automotive GmbH, Frauenthal
Service AG sowie Frauenthal Haustechnik Beteiligungs GmbH per 28.06.2016 einen SWAP-Vertrag abgeschlossen.
Dieser diente zur Absicherung des Zinsrisikos, welches aus dem Kreditvertrag der Division Handel (Vertrag vom
18.11.2016) sowie der Division Automotive (Vertrag vom 21.03.2016) aufgrund der variablen Verzinsung entsteht.
Kreditinstitut:
Raiffeisen-Landesbank Steiermark
Geschäftsart:
OTC Fixpreisgeschäft
Laufzeit:
01. Juli 2016 – 31. März 2021
Nominale gesamt:
50.000.000,00
davon Anteil Frauenthal Automotive GmbH
23.000.000,00 (46 %)
davon Anteil Frauenthal Service AG
21.000.000,00 (42 %)
davon Anteil Frauenthal Haustechnik Beteiligungs GmbH
6.000.000,00 (12 %)
Fixzinszahlung:
0,275% p.a.
Der beizulegende Wert des SWAP beträgt zum 31.12.2020 EUR -34.416,43 (31.12.2019: EUR -173.404,47). Da dem
negativen Marktwert des Swaps positive Ansprüche der jeweiligen Tochtergesellschaften in gleicher Höhe
gegenüberstehen, wurde eine Bewertungseinheit gebildet.
JAHRESABSCHLUSS 109
Die Bilanzierung des Swaps erfolgt anteilig bei den jeweiligen Tochtergesellschaften, als wirtschaftliche Eigentümer,
da die Rechte und Pflichten dieser Vereinbarung anteilig an diese Gesellschaften übertragen wurde.
Des Weiteren hat die Frauenthal Holding AG im Interesse ihres Tochterunternehmens Frauenthal Service AG am 30.
Juni 2016 mit der Oberbank einen CAP-Vertrag in Höhe von EUR 25.000.000,00 abgeschlossen, um das Risiko eines
starken Zinsanstiegs zu minimieren.
Der Vertrag beinhaltet folgende Eckdaten:
Kreditinstitut:
Oberbank
Laufzeit:
1. Juli 2016 – 30. Juni 2021
Nominale gesamt:
25.000.000,00
davon Anteil Frauenthal Service AG
25.000.000,00 (100%)
Basis-Preis (Strike)
3 %
Optionsprämie
0,235 % vom abzusichernden Volumen
(EUR 58.750,00)
Der beizulegende Wert des CAP beträgt zum 31.12.2020 TEUR 0 (31.12.2019: TEUR 0).
Weiters hat die Frauenthal Holding AG im Interesse ihres Tochterunternehmens Frauenthal Service AG am 19. Jänner
2017 mit der Bank Austria Unicredit Group einen zweiten CAP-Vertrag zur Minimierung des Risikos eines starken
Zinsanstiegs der revolvierenden Fazilität über EUR 20.000.000,00 abgeschlossen. Der Vertrag beinhaltet folgende
Eckdaten:
Kreditinstitut:
Bank Austria UniCredit Group
Laufzeit:
1. Februar 2017 – 31. Dezember 2021
Nominale gesamt:
20.000.000,00
davon Anteil Frauenthal Service AG
20.000.000,00 (100%)
Basis-Preis (Strike)
2 %
Optionsprämie
0,50% vom abzusichernden Volumen (EUR
100.000,00)
Der beizulegende Wert des CAP beträgt zum 31.12.2020 TEUR 0 (31.12.2019: TEUR 0)
Die Bilanzierung des Cap erfolgt bei der Tochtergesellschaft Frauenthal Service AG, als wirtschaftlicher Eigentümer, da
die Rechte und Pflichten dieser Vereinbarung anteilig an diese Gesellschaften übertragen wurde.
Sämtliche Kosten im Zusammenhang mit den abgeschlossenen Finanzinstrumenten werden im Ausmaß des Anteils an
der Nominale an die jeweiligen Tochtergesellschaften weiterverrechnet. Die aus den abgeschlossenen SWAP sowie
CAP resultierenden und an die Tochtergesellschaften weiterverrechneten Kosten für das Geschäftsjahr 2020 belaufen
sich auf insgesamt EUR 139.791,66 (SWAP: EUR 139.791,66 / CAP: EUR 0,00). (VJ: EUR 139.409,72 (SWAP: EUR
139.409,72 / CAP: EUR 0,00)).
110 JAHRESABSCHLUSS
III. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt.
(1) UMSATZERLÖSE
Die Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt:
- nach geographisch bestimmten Märkten
2020
2019
EUR
EUR
Inlandsumsätze
1.119.648,39
1.548.711,32
Auslandsumsätze
1.341.794,98
3.789.820,65
2.461.443,37
5.338.531,97
Bei den Umsatzerlösen handelt es sich um Managementumlagen, Erlöse aus der Untervermietung von Gebäuden und
Weiterverrechnungen an Konzerngesellschaften für besorgte Versicherungs- und Beratungsleistungen.
(2) PERSONALAUFWAND
Im Personalaufwand sind für das Geschäftsjahr 2020 Zuschüsse im Zusammenhang mit der COVID-19 Kurzarbeit iHv
EUR 33.091,46 (VJ: EUR 0,00) enthalten. Es gibt in diesem Zusammenhang keine unerfüllten Bedingungen und
sonstigen Eventualverbindlichkeiten mit den staatlichen Unterstützungen.
Aufwendungen für Jubiläumsgeldrückstellungen
Der Posten Gehälter enthält eine Dotierung iHv EUR 2.700,00 (VJ: EUR 11.440,00) der Rückstellung für
Jubiläumsgelder. Die Veränderung der Rückstellung für Jubiläumsgelder wurde in Höhe von EUR 2.700,00 im
Personalaufwand erfasst. Die auf die Änderung des Zinsniveaus enthaltenen Änderungen in Höhe von EUR 1.500,00
wurde im Finanzergebnis erfasst.
Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen
Der Posten Gehälter enthält Erträge iHv EUR 145.603,65 (VJ: Aufwendungen iHv EUR 3.047,00) für anteilsbasierte
Vergütungen. Details zum Aktienoptionsprogramm sind unter Punkt IV(5) zu finden.
(3) LEISTUNGEN AN BETRIEBLICHE MITARBEITERVORSORGEKASSEN
Die Aufwendungen für Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen setzen sich wie folgt zusammen:
2020
2019
EUR
EUR
Mitglieder des Vorstandes
Leitende Angestellte
Sonstige Mitarbeiter
13.770,79
4.363,63
8.069,22
15.773,72
6.163,26
6.967,80
26.203,64
28.904.78
JAHRESABSCHLUSS 111
(4) AUFWENDUNGEN FÜR ALTERSVERSORGUNG
Die Aufwendungen für Altersversorgung setzen sich wie folgt zusammen:
2020
2019
EUR
EUR
Mitglieder des Vorstandes
Leitende Angestellte
30.437,79
10.507,56
29.840,98
17.725,47
40.945,35
47.566,45
Es handelt sich hier um Zusagen, für die ausschließlich Beiträge zu leisten sind.
(5) ERTRÄGE AUS BETEILIGUNGEN
2020
2019
EUR
EUR
Dividendenerträge
Frauenthal Automotive GmbH, Wien
0,00
1.500.000,00
Frauenthal Haustechnik Beteiligungs GmbH, Wien
4.920.000,00
4.800.000,00
4.920.000,00
6.300.000,00
(6) AUFWENDUNGEN AUS FINANZANLAGEN
Im Jahr 2020 sowie im Vorjahr fielen keine Aufwendungen aus Finanzanlagen an.
(7) STEUERN VOM EINKOMMEN
Im Geschäftsjahr 2005 wurde zwischen der Frauenthal Holding AG als Gruppenträger und Gesellschaften der
Frauenthal Gruppe als Gruppenmitglieder ein Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag abgeschlossen. Per 31.12.2020
werden folgende Gesellschaften als Gruppenmitglieder in die Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG einbezogen:
- Frauenthal Holding AG, Wien
- Frauenthal Immobilien GmbH, Wien
- Frauenthal Automotive Holding GmbH in Liqu., Wien
- Frauenthal Automotive GmbH, Wien
- Frauenthal Haustechnik Beteiligungs GmbH, Wien
- Frauenthal Service AG, Wien
- SHT Haustechnik GmbH, Perchtoldsdorf
- 1a Installateur-Marketingberatung für Gas-, Sanitär- und Heizungsinstallateure GmbH, Wien
- Frauenthal Handel GmbH, Wien
- B&E Service GmbH, Wien
- Techno Heat GmbH, Wien
Als Umlagemethode wird die Belastungsmethode angewendet.
112 JAHRESABSCHLUSS
Der Posten Steuern vom Einkommen setzt sich wie folgt zusammen:
2020
2019
EUR
EUR
Körperschaftsteuer
-175.000,00
-299.499,00
Steueraufwand Vorperioden
-295.738,95
0,00
Gruppenumlagen
2.188.285,83
1.136.810,52
Veränderung Rückstellung für die Abgeltung von Verlusten
von Gruppenmitgliedern
382.400,00
542.900,00
Veränderung aktiver latenter Steuern
-256.900,00
-65.200,00
1.843.046,88
1.315.011,52
Per 31. Dezember 2020 existieren steuerliche Verluste von Gruppenmitgliedern in Höhe von TEUR 12.519 (VJ: TEUR
11.974), für die noch keine Vergütung vorgenommen wurde. Gemäß Erläuterung 2.a zu RZ 55 der AFRAC-
Stellungnahme 30 „Latente Steuern im Jahres- und Konzernabschluss“ hat der Gruppenträger auf diese künftigen
steuerlichen Ansprüche aus steuerlichen Verlustvorträgen latente Steuern teilweise aktiviert, da überzeugende
substantielle Hinweise vorliegen, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Einkommen im Planungszeitraum zur
Verfügung stehen wird (siehe dazu auch Abschnitt I. 4). Grundsätzlich ist für diese künftige Steuerbelastung
gegenüber dem verlustzuweisenden Gruppenmitglied eine Rückstellung iSd § 198 Abs. 8 Z 1 UGB zu bilden. Diese
Verpflichtung entfällt allerdings sofern auf Basis der Steuerplanungsrechnung des Gruppenmitglieds ein
steuerpflichtiger Gewinn im Planungszeitraum nicht erwartet wird und es daher an der für die Passivierung einer
Rückstellung erforderlichen Wahrscheinlichkeit einer Inanspruchnahme fehlt. Auf Basis der Steuerplanungen der
Gruppenmitglieder wurde per 31. Dezember 2020 somit für bereits zugewiesene Verluste in Höhe von TEUR 4.826
(VJ: TEUR 6.356), die im Planungszeitraum bzw. in absehbarer Zeit verwertet werden, eine Rückstellung iSd § 198
Abs. 8 Z 1 UGB, die im Posten Steuerrückstellungen ausgewiesen wird, erfasst. Für die restlichen bereits
zugewiesenen Verluste wurde mangels ausreichender Ertragskraft des jeweiligen Gruppenmitgliedes keine
Rückstellung erfasst.
Per 31. Dezember 2020 sind steuerliche Verluste in Höhe von TEUR 19.500 (VJ: TEUR 25.559) vorhanden, für die
aktive latente Steuern erfasst wurden da überzeugende substantielle Hinweise vorliegen, dass ein ausreichendes zu
versteuerndes Einkommen im Planungszeitraum zur Verfügung stehen wird.
Innerhalb der Steuergruppe der Frauenthal Holding AG bestehen per 31.12.2020 TEUR 14.054 (31.12.2019: TEUR
13.118) quasi permanente Differenzen iZm einer Firmenwertabschreibung auf einen Beteiligungsansatz, für welche
gemäß AFRAC Stellungnahme 30 „Latente Steuern im Jahresabschluss“ (Rz 62) mangels Veräußerungsabsicht keine
Rückstellung für latente Steuern gebildet wurde.
(8) AUFWENDUNGEN FÜR ABSCHLUSSPRÜFER
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden folgende Aufwendungen für den Abschlussprüfer BDO Austria GmbH und
dessen inländische Netzwerkgesellschaften erfasst:
2020
EUR
2019
EUR
Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses
85.800,00
86.600,00
andere Bestätigungsleistungen
12.000,00
7.000,00
Steuerberatungsleistungen
81.100,00
68.400,00
sonstige Leistungen
18.100,00
29.600,00
Summe
197.000,00
191.600,00
Hinsichtlich der Angabe der ergebniswirksam erfassten Aufwendungen inklusive von der Frauenthal Holding AG
beherrschten Unternehmen verweisen wir auf die Angabe im Konzernanhang.
JAHRESABSCHLUSS 113
IV. SONSTIGE ANGABEN
(1) BEZIEHUNGEN ZU VERBUNDENEN UNTERNEHMEN
Neben der Ausübung der Holdingfunktionen für alle Konzernunternehmen, bestehen zu folgenden
Konzernunternehmen regelmäßige geschäftliche Beziehungen in Form von Leistungsbeziehungen oder im Rahmen
der Steuergruppe.
• Frauenthal Service AG, Wien
• Frauenthal Immobilien GmbH, Wien
• Frauenthal Haustechnik Beteiligungs GmbH
• Frauenthal Automotive Holding GmbH in Liqu., Wien
• Frauenthal Automotive GmbH, Wien
• SHT Haustechnik GmbH, Perchtoldsdorf
• Frauenthal Handel GmbH, Wien
• Frauenthal Automotive Hustopeče s.r.o., Hustopeče
• Frauenthal Automotive Elterlein GmbH, Elterlein
• Gnotec AB, Göteborg
• Frauenthal Powertrain Management GmbH & Co KG, Plettenberg
• Frauenthal Powertrain GmbH, Plettenberg
• B&E Service GmbH, Wien
• Techno Heat GmbH, Wien
Die fixe Vergütung für den Vorstandsvorsitzenden Dr. Hannes Winkler wurde in Höhe von TEUR 429 (VJ: TEUR 448)
von Ventana Holding GmbH an Frauenthal Holding AG verrechnet. Dr. Winkler hat keinen variablen
Remunerationbestandteil im Gegensatz zu den anderen Vorstandsmitgliedern und nimmt nicht am
Aktienoptionsprogramm teil.
Der Jahresabschluss der Frauenthal Holding AG, Wien, wird in den Konzernabschluss der Ventana Holding GmbH,
Wien, die den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen erstellt, miteinbezogen. Der
Konzernabschluss der Ventana Holding GmbH wird beim zuständigen Firmenbuchgericht Wien unter der Nummer
FN187931w offengelegt.
114 JAHRESABSCHLUSS
(2) ANGABEN ZU BETEILIGUNGSUNTERNEHMEN
Das Eigenkapital und die Jahresergebnisse der Beteiligungen 2020 stellen sich wie folgt dar:
Beteiligung
Sitz
Anteil
Eigenkapital
31.12.2020
Jahresergebnis
2020
%
EUR
EUR
Frauenthal Automotive Holding GmbH in Liqu.
Frauenthal Automotive GmbH
Wien, Österreich
Wien, Österreich
100,00
100,00
-347.857,45
58.474.310,85
-280,00
-8.216.875,35
Frauenthal Haustechnik Beteiligungs GmbH
Wien, Österreich
100,00
81.974.518,40
10.672.401,70
Frauenthal Immobilien GmbH
Wien, Österreich
100,00
1.346.503,99
265.882,25
Im Vorjahr stellten sich das Eigenkapital und die Jahresergebnisse der Beteiligungen wie folgt dar:
Beteiligung
Sitz
Anteil
Eigenkapital
31.12.2019
Jahresergebnis
2019
%
EUR
EUR
Frauenthal Automotive Holding GmbH in Liqu.
Frauenthal Automotive GmbH
Wien, Österreich
Wien, Österreich
100,00
100,00
-347.577,45
66.691.186,20
-314,93
-7.049.428,36
Frauenthal Haustechnik Beteiligungs GmbH
Wien, Österreich
100,00
78.422.116,70
12.484.513,45
Frauenthal Immobilien GmbH
Wien, Österreich
100,00
1.080.621,74
256.556,33
(3) DURCHSCHNITTLICHE ZAHL DER MITARBEITER
Die Anzahl der Beschäftigten betrug im Jahresdurchschnitt:
2020
2019
Angestellte
10
11
Gesamt
10
11
(4) ANGABEN ÜBER DIE MITGLIEDER DER UNTERNEHMENSORGANE
Vorstand der Frauenthal Holding AG sind:
Dr. Hannes Winkler Vorsitzender seit 1. Jänner 2018
Dr. Martin Sailer Mitglied seit 25. September 2008
bis 11. Jänner 2021
Mag. Erika Hochrieser Mitglied seit 5. Juni 2018
Dipl.-Ing. Michael Ostermann Mitglied seit 1. Jänner 2021
Im Geschäftsjahr 2020 betrugen die Bruttobezüge inklusive Pensionskassenzahlungen und
Unfallversicherungsbeiträge sowie Auszahlungen von verbundenen Unternehmen für die Vorstandsmitglieder der
Frauenthal Holding AG TEUR 1.283 (VJ: TEUR 1.342). In den Vergütungen sind TEUR 429 (fixe Vergütung, kein
variabler Bestandteil) für die Verrechnung des Vorstandsvorsitzenden aus einem Dienstleistungsvertrag mit der
Ventana Holding GmbH enthalten (VJ: 448). Die Auszahlung der Altersversorgung ist an keine Leistungskriterien
gebunden. Bei Beendigung der Funktion haben die Vorstandsmitglieder keine vertraglichen Abfertigungsansprüche.
JAHRESABSCHLUSS 115
Der Aufsichtsrat der Frauenthal Holding AG besteht aktuell aus fünf (VJ: fünf) von der Hauptversammlung gewählten
Mitgliedern und drei (VJ: drei) vom Konzernbetriebsrat entsandten Mitgliedern. Im Geschäftsjahr 2020 bestand der
Aufsichtsrat, gewählt von der Hauptversammlung, aus den folgenden Mitgliedern:
Mag. Johann Schallert
Vorsitzender seit 1. Jänner 2018
Mitglied seit 20. Mai 2015
Dr. Dietmar Kubis
Stellvertreter des Vorsitzenden seit 27. Juni 2016
Mitglied seit 10. Februar 1999
Dr. Johannes Strohmayer
Mitglied seit 2. Juni 2010
Dr. Andreas Staribacher
Mitglied seit 5. Juni 2018
Claudia Beermann
Mitglied seit 19. Juni 2019
Der Konzernbetriebsrat hat August Enzian, Klaus Kreitschek und Thomas Zwettler als Mitglieder in den Aufsichtsrat
entsandt:
August Enzian
Mitglied seit 27. September 2010
Klaus Kreitschek
Mitglied seit 1. Dezember 2019
Thomas Zwettler
Mitglied seit 1. Jänner 2015
Die Bezüge für die Mitglieder des Aufsichtsrates betragen für das Berichtsjahr TEUR 123 (VJ: TEUR 151).
Vorschüsse, Kredite gem. § 237 Abs. 1 Z 3 UGB für Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats wurden nicht
gewährt. Es wurden auch keine Haftungsverhältnisse für die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats
eingegangen.
(5) AKTIENOPTIONSPROGRAMME
Der Aufsichtsrat der Frauenthal Holding AG hat am 1. Juni 2011 einen Aktienoptionsplan 2012–2016 für Mitglieder
des Vorstands der Frauenthal Holding AG und für Führungskräfte der Frauenthal-Gruppe beschlossen. Bei diesem
Programm erfolgten die letzten möglichen Ausübungen im Jahr 2019, somit gibt es zum Bilanzstichtag keine (2019:
neun) bezugsberechtigten Teilnehmer.
Am 20. April 2016 wurde ein weiteres fünfjähriges Aktienoptionsprogramm im Hinblick auf das auslaufende erste
Aktienoptionsprogramm beschlossen. Einbezogen sind die jeweiligen Vorstandsmitglieder und weitere ungefähr 10
bis 15 Führungskräfte der Frauenthal-Gruppe. Auf Basis einer diskretionären Entscheidung des Aufsichtsrats der
Frauenthal Holding AG können im Rahmen des Aktienoptionsprogramms jedem Programmteilnehmer für
herausragende Leistungen in den Geschäftsjahren 2016 bis 2020 jährlich bis zu höchstens 10.000 Stück Optionen,
die zum Bezug von je einer auf Inhaber lautenden, nennwertlosen Stückaktie der Frauenthal Holding AG zum
Bezugspreis von EUR 2,00 je Aktie berechtigen, gewährt werden. Gewährte Optionen sind nicht übertragbar und sind
nach Ablauf von drei Jahren ab Zuteilung drei Wochen lang ausschließlich vom Begünstigten höchstpersönlich
ausübbar. Für die so erworbenen Aktien soll eine Behaltefrist von 36 Monaten gelten. Als besonderer langfristiger
Anreiz soll weiters im Ermessen des Aufsichtsrats die Möglichkeit bestehen, TOP-Führungskräften davon abweichend
im Jahr des Ablaufs einer allfälligen Funktionsperiode jeweils bis zu höchstens 50.000 Stück Optionen zuzuteilen und
für diese Optionen abweichende Ausübungs- und Behaltefristen festzulegen, insbesondere wenn sie in der
ablaufenden Funktionsperiode maßgeblich zum Shareholder-Value und zum Erfolg der Frauenthal-Gruppe
beigetragen haben. Insgesamt können unter dem Aktienoptionsprogramm maximal 250.000 Aktienoptionen
zugeteilt werden.
Es wurden im Jahr 2020 keine Optionen gewährt, deshalb beläuft sich der Schätzwert der gewährten Optionen 2020
auf TEUR 0 (VJ: TEUR 0) und entspricht dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert der Option bestimmt
sich mit dem ursprünglichen Tag der Annahme des Optionsprogramms und wird über einen Zeitraum verteilt, über
den die Teilnehmer den bedingungslosen Anspruch auf die gewährten Optionen erwerben. Zur Berechnung des
Optionsplans wurde das Modell „Black-Scholes“ (diskretes Modell) unter Zugrundelegung des Optionsmodells
„Amerikanische Option“ angewendet.
Hierbei wird der Wert einer Option durch diverse Parameter bestimmt, wie zum Beispiel aktueller Aktienkurs (Quelle:
Bloomberg), Basispreis (EUR 2), Restlaufzeit der Option (42–90 Monate), fristenkongruenter Zinssatz.
116 JAHRESABSCHLUSS
Die ausübbaren Aktienoptionen haben sich wie folgt entwickelt:
2020
2019
Stück
Stück
Stand 1.1.
10.000
45.000
gewährte Optionen
verfallene Optionen
0
0
0
0
ausgeübte Optionen
-10.000
-35.000
Stand 31.12.
0
10.000
Die Anzahl der insgesamt bis 31.12.2020 gewährten bzw. in 2020 gewährten bzw. ausgeübten Optionen teilen sich
für folgende Gruppen wie folgt auf:
Gruppe
Anzahl insgesamt
gewährte Optionen
Anzahl gewährte
Optionen in 2020
Anzahl ausgeübte
Optionen in 2020
Arbeitnehmer
10.000 Stück
0 Stück
0 Stück
leitende Angestellte
100.000 Stück
0 Stück
10.000 Stück
Dr. Martin Sailer
40.000 Stück
0 Stück
0 Stück
150.000 Stück
0 Stück
10.000 Stück
Die gewährten Optionen sind jeweils ab dem dritten Jahrestag ab jeweiliger Zuteilung bis zum Ablauf desselben
Geschäftsjahrs ausübbar. Im Falle des Übertritts in den Ruhestand gemäß den jeweils anwendbaren gesetzlichen
Bestimmungen ist der Planteilnehmer berechtigt, alle bis zu dem Termin des Übertritts in den Ruhestand zugeteilte
Optionen sofort auszuüben. Übt er die Optionen nicht innerhalb von drei Monaten ab Übertritt in den Ruhestand aus,
so verfallen alle zugeteilten, aber nicht ausgeübten Optionen. Im Fall des Ablebens oder im Fall des Ausscheidens
eines Planteilnehmers wegen Berufsunfähigkeit werden alle bis dahin zugeteilten, aber nicht ausgeübten Optionen
mit ihrem Wert zu diesem Termin in bar abgerufen. Für den Fall, dass der Wert der Optionen negativ sein sollte,
erfolgt keine Abfindung.
Für die aufgrund Ausübung der Optionen erworbenen Aktien gilt eine Behaltefrist von 36 Monaten. Jeder Teilnehmer
am Aktienoptionsplan ist aber berechtigt, so viele der aufgrund Ausübung der Optionen erworbenen Aktien vor
Ablauf der Behaltefrist – aber nicht während der regulären oder im Einzelfall verhängten Handelssperren – zu
verkaufen, wie erforderlich ist, damit er oder sie seine oder ihre persönliche Einkommensteuer in Bezug auf die
Ausübung der Optionen aus dem Netto-Veräußerungserlös (d.h. abzüglich allfälliger Steuern auf den
Veräußerungserlös) entrichten kann. Im Fall des Übertritts in den Ruhestand oder des Ausscheidens infolge
Berufsunfähigkeit ist der Planteilnehmer berechtigt, alle aufgrund Ausübung der Optionen erworbenen Aktien nach
Übertritt in den Ruhestand oder nach Ausscheiden infolge Berufsunfähigkeit, aber vor Ablauf der Behaltefrist zu
veräußern. Alle Optionen sind nicht übertragbar.
Im Geschäftsjahr 2020 wurden 0 Stück (VJ: 0 Stück) auf Inhaber lautende, nennwertlose Stückaktien an Mitglieder
des Vorstands der Frauenthal Holding AG und an weitere Führungskräfte der Frauenthal-Gruppe gewährt. Es gilt eine
Behaltefrist von drei Jahren ab Ausübung der Optionen. Es wurden im Geschäftsjahr 2020 10.000 Stück für leitende
Angestellte (VJ: 35.000 Stück) ausgeübt. Der Aktienkurs am Tag der Ausübung war EUR 18,1.
Der beizulegende Zeitwert der gewährten Optionen wird als Personalaufwand erfasst, wobei die Gegenbuchung im
Eigenkapital erfolgt. Der beizulegende Zeitwert wird am Tag der Gewährung bestimmt und über einen Zeitraum
verteilt, über den die Mitarbeiter den bedingungslosen Anspruch auf die gewährten Optionen erwerben
(Erdienungszeitraum).
JAHRESABSCHLUSS 117
(6) VORSCHLAG ZUR VERWENDUNG DES ERGEBNISSES
Der Vorstand schlägt vor, den Bilanzgewinn der Frauenthal Holding AG in Höhe von EUR 2.806.699,13 auf neue
Rechnung vorzutragen.
(7) EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG
Zwischen dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 und der Freigabe dieses Berichts zur Veröffentlichung am 22. April
2021 gab es keine wesentlichen angabepflichtigen Ereignisse.
Wien, am 22. April 2021
Frauenthal Holding AG
Mag. Erika Hochrieser Dr. Hannes Winkler Dipl.-Ing. Michael Ostermann
Vorstandsmitglied Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied
AIRTANK
119 ERKLÄRUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER
ERKLÄRUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards
aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so
darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der
Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards
aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die
Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht,
und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt
ist.
Wien, 22. April 2021
Frauenthal Holding AG
Mag. Erika Hochrieser Dr. Hannes Winkler Dipl.-Ing. Michael Ostermann
Vorstandsmitglied Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied
BESTÄTIGUNGSVERMERK ZUM EINZELABSCHLUSS 120
BESTÄTIGUNGSVERMERK
BERICHT ZUM EINZELABSCHLUSS
PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben den Jahresabschluss der Frauenthal Holding AG, Wien, bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2020, der Gewinn-
und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst ge-
treues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2020 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag
endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
GRUNDLAGE FÜR DAS PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den
österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der In-
ternational Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Ver-
antwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrie-
ben.
Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtli-
chen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir
sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum des Bestätigungsvermerks ausreichend und ge-
eignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten
für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prü-
fung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein geson-
dertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:
1. Bewertung des Finanzanlagevermögens
2. Ansatz und Bewertung der aktiven latenten Steuern
1. BEWERTUNG DES FINANZANLAGEVERMÖGENS
SACHVERHALT UND VERWEIS AUF WEITERGEHENDE INFORMATIONEN
Die Frauenthal Holding AG ist oberste operative Konzernmutter einer multinational tätigen Unternehmensgruppe. Das Finanzanlage-
vermögen stellt im Jahresabschluss der Frauenthal Holding AG mit rd. 88 % der Bilanzsumme somit den wesentlichsten Posten dar.
Die Werthaltigkeit der Beteiligungsansätze der wesentlichen Beteiligungen wird im Frauenthal Konzern zumindest einmal pro Jahr
mittels eines Bewertungsmodells nach dem Discounted Cashflow-Verfahren getestet.
Das Ergebnis dieser Bewertung ist von der Einschätzung der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse durch die gesetzlichen Vertreter sowie
des Diskontierungszinssatzes abhängig und daher mit Schätzunsicherheit behaftet. Die wesentlichen Risiken bestehen in der Schätzung
der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse.
In Abschnitt I. 2. c) des Anhangs sind die Angaben zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und unter Abschnitt
II. 1. des Anhangs die Zusammensetzung des Postens Finanzanlagen erläutert.
PRÜFERISCHES VORGEHEN
Wir haben die Angemessenheit der zukunftsbezogenen Schätzungen und wesentlichen Annahmen sowie der herangezogenen Be-
rechnungsmethoden unter Einbeziehung von Bewertungsspezialisten beurteilt.
Dabei haben wir uns mit den in der von der Unternehmensleitung freigegebenen und dem Aufsichtsrat gebilligten Planungsrechnung
angesetzten Prämissen und wesentlichen Werttreibern befasst, um die Angemessenheit dieser Planungen zu verifizieren.
Ein Schwerpunkt im Rahmen dieser Prüfung lag in der Plausibilisierung der Ertragserwartungen der Tochtergesellschaften und Teilkon-
zerneinheiten. Im Zuge unserer Prüfung haben wir ein Verständnis über die Planungssystematik und den Planungsprozess sowie die
wesentlichen Planungsparameter und Werttreiber in diesen Planungsrechnungen erlangt.
121 BESTÄTIGUNGSVERMERK ZUM EINZELABSCHLUSS
Wir haben die wesentlichen Planungsparameter und Werttreiber für die Ergebnis- und Cash Flow-Planung der einzelnen Tochterge-
sellschaften plausibilisiert und kritisch gewürdigt. Darüber hinaus wurde das Berechnungsschema nachvollzogen und auf rechnerische
Richtigkeit überprüft.
Die Angemessenheit der Höhe der Diskontierungszinssätze wurde durch die alternative Ableitung der für die Bestimmung der Diskon-
tierungszinssätze maßgeblichen Parameter einschließlich der durchschnittlichen Kapitalkosten („weighted average cost of capital“) auf
Basis einer eigenen Peer Group beurteilt.
Zur Risikobeurteilung möglicher Abweichungen von Ergebnis- und Cash Flow-Schätzungen sowie Abweichungen von den abgeleiteten
durchschnittlichen Kapitalkosten wurden Sensitivitätsrechnungen vorgenommen.
2. ANSATZ UND BEWERTUNG DER AKTIVEN LATENTEN STEUERN
SACHVERHALT UND VERWEIS AUF WEITERGEHENDE INFORMATIONEN
Die Gesellschaft ist Gruppenträgerin einer österreichischen Gruppe gem. § 9 KStG („Steuergruppe“) und weist wesentliche aktive
latente Steuern aus, wobei vom Wahlrecht Gebrauch gemacht wurde aktive latente Steuern auf Verlustvorträge zu bilden.
Die Bewertung der aktiven latenten Steuern unterliegt wesentlichen Schätzungen und Ermessensentscheidungen. Die wesentlichen
Risiken bestehen in der Schätzung der künftig zur Verfügung stehenden steuerlichen Ergebnisse. Das Management der Frauenthal
Holding AG leitet auf Grundlage einer Mittelfristplanung die steuerlichen Ergebnisse ab und hat jene Beträge als werthaltig beurteilt,
die in den nächsten fünf Jahren voraussichtlich verwertet werden können.
In Abschnitt I. 4. des Anhangs sind die Angaben zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und unter Abschnitt
II. 3. des Anhangs die Zusammensetzung des Postens Aktive latente Steuern erläutert.
PRÜFERISCHES VORGEHEN
Wir haben den Ansatz und die Bewertung der latenten Steuern und die diesbezüglich wesentlichen Annahmen zu den Ertragserwar-
tungen der Mitglieder der österreichischen Steuergruppe („Gruppenmitglieder“) beurteilt.
Ein Schwerpunkt im Rahmen dieser Prüfung lag in der Plausibilisierung der Realisierbarkeit der geplanten Ergebnisse der Frauenthal
Holding AG und der Gruppenmitglieder. Im Zuge unserer Prüfung haben wir ein Verständnis über die wesentlichen Planungsparameter
und Werttreiber in diesen Planungsrechnungen erlangt, diese plausibilisiert und kritisch gewürdigt. Darüber hinaus wurde das Berech-
nungsschema nachvollzogen, kritisch gewürdigt und auf rechnerische Richtigkeit überprüft.
Weiters wurde die Überleitung der geplanten unternehmensrechtlichen Ergebniserwartungen der Frauenthal Holding AG und der
Gruppenmitglieder auf die steuerlichen Ergebnisse in Bezug auf die Berücksichtigung der zwingenden wesentlichen steuerlichen Vor-
schriften nachvollzogen.
VERANTWORTLICHKEITEN DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES FÜR DEN
JAHRESABSCHLUSS
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung
mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig
erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von
dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fort-
führung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit –
sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwen-
den, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigten, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit
einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.
VERANTWORTLICHKEITEN DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen
Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungs-
urteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung
mit der EU-VO und den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern,
durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen
können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder
insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaft-
lichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen
aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
BESTÄTIGUNGSVERMERK ZUM EINZELABSCHLUSS 122
Darüber hinaus gilt:
› Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtü-
mern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnach-
weise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen
Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultieren-
des, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstel-
lungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
› Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen
zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit
des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
› Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die
Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusam-
menhängende Angaben.
› Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung
der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine
wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit
der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine
wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im
Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir
ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnach-
weise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unterneh-
menstätigkeit zur Folge haben.
› Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der
Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues
Bild erreicht wird.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der
Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontroll-
system, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unab-
hängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünf-
tigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende
Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die
am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungs-
sachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvor-
schriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt
nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer
solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN
BERICHT ZUM LAGEBERICHT
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresab-
schluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen un-
ternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach
§ 243a UGB zutreffenden Angaben und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Ge-
sellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.
ZUSÄTZLICHE ANGABEN NACH ARTIKEL 10 DER EU-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 5. Juni 2020 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 4. August 2020 vom Aufsichts-
rat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2000 Abschlussprüfer.
123 BESTÄTIGUNGSVERMERK ZUM EINZELABSCHLUSS
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Jahresabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsaus-
schuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der
Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
Wir haben für die geprüfte Gesellschaft und für von dieser beherrschten Unternehmen keine Leistungen zusätzlich zur Abschlussprü-
fung erbracht, die nicht im Jahres- oder Konzernabschluss angegeben worden sind.
AUFTRAGSVERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Peter Bartos.
Wien, am 22. April 2021
BDO Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
Mag. Peter Bartos
Wirtschaftsprüfer
ppa. Christoph Leutgeb, MSc (WU)
Wirtschaftsprüfer
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen.
Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende
Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.