Nichtfinanzielle Erklärung
1. ESRS 2 Allgemeine Angaben
1.1. Grundlagen für die Erstellung
1.1.1. DR BP-1 – Allgemeine Grundlagen für die Erstellung der nichtfinanziellen Erklärung
Diese nichtfinanzielle Erklärung wurde gemäß § 267a des österreichischen Unternehmensgesetzbuches (UGB) als Teil des Lageberichts des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den Anforderungen des österreichischen Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetzes (NaDiVeG) erstellt. Die nichtfinanzielle Erklärung wurde in Anlehnung an die European Sustainability Reporting Standards (ESRS) in Vorbereitung auf die Berichtspflicht gemäß der CSRD erstellt. Eine Anlehnung an das Berichtsrahmenwerk der ESRS impliziert, dass weder eine vollständige methodische noch eine inhaltliche Übereinstimmung der in die konsolidierte nichtfinanzielle Erklärung aufgenommenen qualitativen und quantitativen Berichtsinhalte beabsichtigt ist. Die angeführten Datenpunkte dienen als Orientierungshilfen. Jede Erwähnung innerhalb des Berichtstextes von „ESRS“ gilt als „in Anlehnung“.
(ESRS 2-BP-1.5a): Die nichtfinanzielle Erklärung der FACC AG für das Kalenderjahr 2025 wurde auf konsolidierter Basis erstellt. Wird in weiterer Folge dieses Berichtes von „nichtfinanziellen Erklärung“ gesprochen, so ist dies immer im konsolidierten Kontext zu verstehen.
(ESRS 2-BP-1.5b i+ii): Der Konsolidierungskreis der nichtfinanziellen Erklärung stimmt mit jenem des Konzernabschlusses überein. Keines der Tochterunternehmen der FACC AG (fortan „FACC“) ist demnach von der konsolidierten nichtfinanziellen Erklärung ausgeschlossen bzw. befreit.
(ESRS 2-BP-1.5c): Umfang der Bewertung von Auswirkungen, Risiken und Chancen (IROs):
Im Rahmen der Due-Diligence-Prozesse und der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse (DMA) analysierte FACC spezifische Aktivitäten entlang der Wertschöpfungskette, um wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen zu identifizieren. Diese Analyse konzentrierte sich auf:
1. Vorgelagerte Aktivitäten
• Rohstoffbeschaffung (ESRS E5, S2): Die Analyse der Hauptlieferanten und der Rohstoffbeschaffung wurde als wesentlich identifiziert, insbesondere im Hinblick auf die Ressourcenzuflüsse und die Einhaltung von Umweltstandards. Diese Aktivitäten wurden durch umfassende Lieferanten-Audits und
• die Bewertung von Zertifizierungen wie ISO 14001 intensiv geprüft, um sicherzustellen, dass alle Lieferanten den sozialen und ökologischen Standards entsprechen.
• Umwelt- und Sozialauswirkungen (ESRS E1, E2, S2): Die Einhaltung von Umweltstandards, wie die Reduktion von Emissionen (ESRS E1) und die Vermeidung von Umweltverschmutzung (ESRS E2), sowie die Sicherstellung fairer Arbeitspraktiken bei Lieferanten (ESRS S2) sind zentrale Aspekte der Due-Diligence-Prozesse.
2. Nachgelagerte Aktivitäten
• Produktnutzung und Entsorgung (ESRS E1, E2, E5): Die Bewertung der Verteilung, Nutzung und Entsorgung der Produkte wurde als wesentlich erachtet, um die Umweltauswirkungen während des gesamten Lebenszyklus der Produkte zu verstehen. Diese Aktivitäten sind wesentlich, da sie den ökologischen Fußabdruck der Produkte beeinflussen und zur Verbesserung der Recyclingfähigkeit beitragen. Hierbei spielt der effiziente Einsatz von Ressourcen (ESRS E5) ebenfalls eine Rolle.
• Soziale Verantwortung gegenüber eigenen Arbeitskräften (ESRS S1): FACC stellt sicher, dass die Arbeitsbedingungen der eigenen Belegschaft den sozialen Standards entsprechen und kontinuierlich verbessert werden. Das Wohlbefinden der Mitarbeiter ist ein wesentliches Thema, welches (u.a.) genauer unter den Angabepflichten des ESRS S1 beschrieben wird.
3. Nicht wesentliche Aktivitäten
• ESRS E3, E4, S3, S4: Aktivitäten im Zusammenhang mit Wasser- und Meeresressourcen, Biodiversität und Ökosystemen, betroffenen Gemeinschaften und Verbrauchern wurden als nicht wesentlich eingestuft, da sie keinen signifikanten Einfluss auf die strategischen Nachhaltigkeitsziele von FACC haben.
Für die Begründung der Wesentlichkeit wird auf die ESRS 2 IRO-1 sowie themenspezifische IRO-1 Angaben verwiesen.
(ESRS 2-BP-1.5d): FACC hat sich nicht dafür entschieden, bestimmte Informationen, die geistiges Eigentum, Know-how oder die Ergebnisse von Innovationen betreffen, gemäß ESRS 1 Abschnitt 7.7 zurückzuhalten.
1.1.2. DR BP-2 – Angaben im Zusammenhang mit spezifischen Umständen
(ESRS 2-BP-2.9a-b): Bei der Definition der Zeithorizonte hat sich FACC dazu entschlossen, die Definitionen des ESRS 1 (Sektion 6.4) zu übernehmen. Dies bedeutet:
a) in Bezug auf den kurzfristigen Zeithorizont: jener Zeitraum, den das Unternehmen in seinem Abschluss als Berichtszeitraum zugrunde gelegt hat,
b) für den mittelfristigen Zeithorizont: jener Zeitraum vom Ende des kurzfristigen Berichtszeitraums gemäß Buchstabe a) bis zu fünf Jahre
c) für den langfristigen Zeithorizont: jener Zeitraum von mehr als fünf Jahren
(ESRS 2-BP-2.10 a-c): Anbei findet sich eine Auflistung aller von FACC genutzten Metriken inklusive deren Quellen, für welche auch teilweise geschätzte Wertschöpfungsketten-Daten aus indirekten Quellen (z. B. Branchendurchschnitt, Durchschnitt Emissionsfaktoren) verwendet wurden
• a.) Verwendete Metriken
FACC erhebt und berichtet Treibhausgasemissionen gemäß dem Greenhouse Gas Protocol (Corporate Standard). Die Offenlegung umfasst folgende Metriken:
Scope 1 – Direkte Emissionen
• Mobile Verbrennung (z. B. Kraftstoffverbrauch von Unternehmensfahrzeugen)
• Stationäre Verbrennung (z. B. Erdgas, Heizöl)
• Flüchtige Emissionen (z. B. Kältemittelverluste)
Scope 2 – Indirekte energiebezogene Emissionen
• Sonstige eingekaufte Energie (z. B. Fernwärme, sofern zutreffend)
Die Emissionen werden in Tonnen CO₂-Äquivalenten (tCO₂e) ausgewiesen. Ergänzend sind die zugrunde liegenden Verbrauchsdaten (z. B. kWh, Liter, kg) dokumentiert.
• b) Datenquellen und Berechnungsmethodik
Die Berechnung der Emissionen basiert primär auf standortbezogenen Verbrauchsdaten aller konsolidierten Gesellschaften. Zu den Datenquellen zählen insbesondere:
• Energieabrechnungen der Versorgungsunternehmen
• Tankkarten- und Kraftstoffabrechnungen
• Interne Verbrauchserfassungen der Standorte
• Technische Aufzeichnungen zu Kältemittelmengen
• Meldungen der jeweiligen Tochtergesellschaften im Rahmen des konzernweiten Nachhaltigkeitsreportings
Die Umrechnung in CO₂-Äquivalente erfolgt unter Verwendung anerkannter Emissionsfaktoren, unter anderem aus:
• Nationalen Umweltbehörden
• DEFRA/UK Government GHG Conversion Factors
• Internationalen Energie- und Emissionsdatenbanken
• Länderspezifischen Strommix-Faktoren
Die Berechnung erfolgt konsistent nach den Vorgaben des GHG Protocol. Scope 2-Emissionen werden entsprechend der regulatorischen Anforderungen ausgewiesen.
• c) Verwendung von Schätzungen und indirekten Datenquellen
Sofern für bestimmte Emissionsquellen oder Teile der Wertschöpfungskette keine Primärdaten verfügbar sind, werden etablierte Schätzmethoden angewendet. Dabei kommen unter anderem folgende indirekte Quellen zum Einsatz:
• Branchendurchschnittswerte
• Durchschnittliche Emissionsfaktoren
Die verwendeten Schätzungen beruhen auf konservativen Annahmen, um das Risiko einer Untererfassung von Emissionen zu minimieren. Die Methodik wird regelmäßig überprüft und bei verbesserter Datenverfügbarkeit weiterentwickelt.
(ESRS 2-BP-2.11): Signifikante Schätzungen gab es bei der Erstellung des nichtfinanziellen Berichts zu folgenden Themen, wobei in den spezifischen ESRS genauer auf die Berechnungsmethodik eingegangen wird:
• Besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) (E2-5). Berichtet wurden SVHC unter Perspektive des Gesamtmaterials und nicht auf Basis der Reinstoffe. Die berichteten Gewichte sind daher die Summe des Gesamtegewichtes der Materialien und nicht die Summe der Reinstoffe, welche nach Schätzung nur etwa 10-15% des Materials sein werden. Spezifischere Berechnungsmethodiken dazu werden im Geschäftsjahr 2026 möglich sein.
(ESRS 2-BP-2.13 a-c): Im Vergleich zum vorherigen Geschäftsjahr gibt es keine berichtspflichtigen Änderungen zu vermelden.
(ESRS 2-BP-2.14 a-c): Im Vergleich zum vorherigen Geschäftsjahr gibt es keine berichtspflichtigen Fehler zu vermelden.
(ESRS 2-BP-2.15): FACC integriert in die nichtfinanzielle Erklärung zusätzliche Informationen aus anderen gesetzlichen Vorgaben und anerkannten Standards. Neben den Informationen, die gemäß den ESRS vorgeschrieben sind, umfasst der Bericht auch:
1. EU-Taxonomie (EU VO 2020/852): Ein eigenes Kapitel im Bericht ist der EU-Taxonomie gewidmet, das die Übereinstimmung der Geschäftstätigkeiten der FACC mit den Kriterien der EU-Taxonomie darstellt.
2. GHG-Protokoll: Die FACC verwendet das Greenhouse Gas (GHG) Protokoll zur Berichterstattung über die Treibhausgasemissionen. Diese Methodik wird angewendet, um die Emissionen in Scope 1 und 2 zu erfassen und zu berichten, und bietet eine umfassende Darstellung der Klimawirkungen des Unternehmens (siehe ESRS E1-6)
3. ILO-Menschenrechts-Standards: sind im Code of Conduct (CoC) und Supplier Code of Conduct (ScoC) der FACC enthalten und gelebt und werden in den ESRS S1 sowie S2 erwähnt. Gemeint sind in diesem Bericht unter den ILO-Menschenrechts-Standards stehts die Definition unter S2.SBM-3.10.
Durch die Einbeziehung dieser zusätzlichen Standards stellt FACC sicher, dass die nichtfinanzielle Erklärung umfassend und auf die relevanten regulatorischen Anforderungen abgestimmt ist. Die Anwendung dieser Standards wird in den entsprechenden Kapiteln des Berichts präzise referenziert.
1.2.1. DR GOV-1 – Die Rolle der Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane
(ESRS 2-GOV-1.21) (ESRS 2-GOV-1.21a (ESRS 2-GOV-1.21b) (ESRS 2-GOV-1.21c) (ESRS 2-GOV-1.21d) (ESRS 2-GOV-1.21e):
(ESRS 2-GOV-1.21b): Organisation und Arbeitsweise des Vorstands
Der Vorstand der FACC besteht gemäß ihrer Satzung aus mindestens zwei und maximal vier Personen. Im Referenzjahr 2025 waren es vier. Die Bestellung erfolgt durch den Aufsichtsrat.
Der Vorstand führt im Rahmen von Gesetz, Satzung und einer vorliegenden Geschäftsordnung die Geschäfte der FACC. Die Verteilung der Geschäfte unter den einzelnen Vorstandsmitgliedern erfolgt gemäß der Geschäftsordnung. In der Geschäftsordnung ist auch die Zusammenarbeit des Vorstands geregelt. Des Weiteren hat sich der Vorstand zur vollständigen Einhaltung der Regeln des ÖCGK verpflichtet.
CEO: Robert Machtlinger (1967)
Vorstandsvorsitzender
Erstbestellung: 2014
Ende der laufenden Funktionsperiode: 06/2030
Aufgabenbereiche: Vertrieb & Business Development, Produktion, Marketing, Unternehmenskommunikation, Forschung & Entwicklung, Qualität, Liegenschaften, Umwelt, Gesundheit & Arbeitsschutz.
Aufsichtsratsmandate in anderen Gesellschaften: Flughafen Linz GesmbH
CFO: Florian Heindl (1982)
Mitglied des Vorstands
Erstbestellung: 2024
Ende der laufenden Funktionsperiode: 04/2029
Aufgabenbereiche: Finanzen & Buchhaltung, Controlling & Budget, Steuern, Treasury & Versicherungen, Personalwesen, IT, Recht, Exportkontrolle & Compliance, Investor Relations, Investitionen, Tochtergesellschaften, Nachhaltigkeit.
Aufsichtsratsmandate in anderen Gesellschaften: keine
CSO: Tongyu Xu (1968)
Mitglied des Vorstands
Erstbestellung: 2024
Ende der laufenden Funktionsperiode: 04/2028
Aufgabenbereiche: Strategie, Einkauf, Logistik, Interne Revision, Internes Kontrollsystem & Unternehmenscompliance, China Business Relations, Risk Management, M&A.
Aufsichtsratsmandate in anderen Gesellschaften: keine
Im Geschäftsjahr 2025 ausgeschiedene Mitglieder des Vorstandes:
Andreas Ockel (1966)
Erstbestellung 2017
Ende der Funktionsperiode: 06/25
Aufsichtsrat
Chengkuan Wang (1968)
Vorsitzender
Erstbestellung: 2024
Ende der laufenden Funktionsperiode:
Hauptversammlung, die über das Geschäftsjahr 2028 beschließt
Aufsichtsratsmandate in anderen Gesellschaften: keine
Bin Wang (1972)
Stellvertretende Vorsitzende
Erstbestellung: 2025
Ende der laufenden Funktionsperiode:
Hauptversammlung, die über das Geschäftsjahr 2029 beschließt
Aufsichtsratsmandate in anderen Gesellschaften: keine
Xu Yang (1982)
Erstbestellung: 2025
Ende der laufenden Funktionsperiode:
Hauptversammlung, die über das Geschäftsjahr 2029 beschließt
Aufsichtsratsmandate in anderen Gesellschaften: keine
Weixi Gong (1962)
Erstbestellung: 2014
Ende der laufenden Funktionsperiode:
Hauptversammlung, die über das Geschäftsjahr 2026 beschließt
Aufsichtsratsmandate in anderen Gesellschaften: keine
Jiajia Dai (1978)
Entsendung: 2023
Ende der laufenden Funktionsperiode:
Hauptversammlung, die über das Geschäftsjahr 2027 beschließt
Aufsichtsratsmandate in anderen Gesellschaften: keine
Ian Chang (1954)
Erstbestellung: 2022
Ende der laufenden Funktionsperiode:
Hauptversammlung, die über das Geschäftsjahr 2026 beschließt
Aufsichtsratsmandate in anderen Gesellschaften: keine
Junqi Sheng (1972)
Erstbestellung: 2017
Ende der laufenden Funktionsperiode:
Hauptversammlung, die über das Geschäftsjahr 2026 beschließt
Aufsichtsratsmandate in anderen Gesellschaften: keine
Tom Williams (1952)
Erstbestellung: 2020
Ende der laufenden Funktionsperiode:
Hauptversammlung, die über das Geschäftsjahr 2026 beschließt
Aufsichtsratsmandate in anderen Gesellschaften: Co-Verwaltungsratsvorsitzender bei der Montana Aerospace AG
Vom Betriebsrat entsandte Mitglieder des Aufsichtsrats
Jürgen Fischer (1981)
Erstentsendung: 2021
Barbara Huber (1965)
Erstentsendung: 2014
Erwin Hofinger (1965)
Erstentsendung: 2024
Karin Klee (1981)
Erstentsendung: 2018
Im Geschäftsjahr 2025 ausgeschiedene Mitglieder des Aufsichtsrats
Jian Wang schied im Geschäftsjahr 2025 aus dem Aussichtsrat aus.
Unabhängigkeit der Mitglieder des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat hat die Leitlinien für die Unabhängigkeit gemäß Anhang 1 des ÖCGK übernommen. Danach haben alle Mitglieder des Aufsichtsrats (100 Prozent) erklärt, von der Gesellschaft und deren Vorstand unabhängig zu sein (C-Regel 53 ÖCGK).
Diversität
Bei der Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern hat die Hauptversammlung auf Anforderungen im Hinblick auf die fachliche und persönliche Qualifikation sowie die fachlich ausgewogene Zusammensetzung des Aufsichtsrats zu achten. Zusätzlich müssen Aspekte der Diversität (Geschlechtervielfalt) angemessen berücksichtigt werden. Neu gewählte Aufsichtsratsmitglieder haben sich angemessen über Aufbau und Aktivitäten des Unternehmens sowie über die Aufgaben und Verantwortlichkeiten von Aufsichtsräten zu informieren. Seit der Erstnotiz der FACC an der Wiener Börse sind Frauen im Aufsichtsrat vertreten. Zum Ende des Geschäftsjahres 2025 betrug der Anteil weiblicher Mitglieder des Aufsichtsrats 33 Prozent (vier von zwölf).
In Aufsichtsrat, Vorstand und in weiteren Top-Management-Positionen von FACC sind derzeit 16 Frauen vertreten. Keine Frau (0 Prozent) befindet sich im Vorstand. In den darunterliegenden Ebenen ist der Anteil weiblicher Führungskräfte wie in der Vergangenheit noch gering. Um diesem Umstand entgegenzuwirken, präsentiert sich FACC daher weiterhin auf Jobmessen und spricht gezielt Potenzialträgerinnen an. Darüber hinaus engagiert sich FACC in der Förderung von Mädchen in technischen Ausbildungen. Bei Neu- und Nachbesetzungen von Führungspositionen wird versucht, verstärkt Frauen zu gewinnen.
Vertretung der Mitarbeiter
FACC legt großen Wert auf die Vertretung ihrer Mitarbeiter und anderer Arbeitskräfte innerhalb des Unternehmens. Diese Vertretung erfolgt durch einen Betriebsrat (für Arbeiter, sowie Angestellte) an den österreichischen Standorten. Dieser vertritt die Interessen der Mitarbeiter und dient als Bindeglied zwischen der Belegschaft und der Unternehmensführung. Der Betriebsrat ist in Entscheidungsprozesse eingebunden und spielt eine wichtige Rolle bei der Verhandlung von Arbeitsbedingungen und -vereinbarungen.
Neben dem Betriebsrat gibt es für jeden Mitarbeiter der FACC, insbesondere bei den nicht-österreichischen Standorten ohne Betriebsrat, die Möglichkeit, sich jederzeit an die HR-Abteilung zu wenden. FACC fördert den offenen Dialog zwischen Mitarbeitern und Management durch regelmäßige Meetings, Feedback-Runden und Mitarbeiterbefragungen. Zusätzliche Kommunikationskanäle (etwa die Whistleblower-Hotline) ermöglichen es den Mitarbeitern, ihre Meinungen und Vorschläge einzubringen und aktiv an der Gestaltung des Arbeitsumfelds mitzuwirken.
Auch externe Arbeitskräfte, die im Rahmen von Projekten oder temporären Aufgaben für FACC tätig sind, werden in die Kommunikations- und Entscheidungsprozesse einbezogen, um sicherzustellen, dass ihre Perspektiven und Bedürfnisse berücksichtigt werden.
(ESRS 2-GOV-1.22c) (ESRS 2-GOV-1.22d): Der Vorstand, speziell der CSO (Chief Sustainability Officer) der FACC spielt eine entscheidende Rolle in den grundsätzlichen Governance-Prozessen.
Die Verantwortung für die ordnungsgemäße Ausgestaltung des Nachhaltigkeitsmanagements obliegt grundsätzlich dem CSO. Da es sich aber um eine Querschnittsmaterie handelt, die viele Fachbereiche (das Kernteam) betrifft, ist der Gesamtvorstand in die Thematik involviert. Darüber hinaus verantworten die jeweiligen Ressortvorstände (Vice Presidents, VPs) die in ihrem Aufgabenbereich liegenden Nachhaltigkeitsthemen.
Die Verantwortung für das Management wesentlicher Risiken und Auswirkungen ist an den Senior Manager CSR und Exportkontrolle delegiert, welcher in der LCIPS (Legal, Compliance, IP und Sustainability) -Abteilung unter Führung des General Counsel (Leiter der LCIPS-Abteilung) tätig ist. Der Senior Manager CSR und Exportkontrolle ist weiters für die Überwachung der CSR-Compliance-Aktivitäten und der nichtfinanziellen Risikomanagementaktivitäten zuständig und berichtet an den General Counsel, welcher wiederum in CSR-Angelegenheiten direkt an den CSO berichtet.
Gemeinsam mit dem Kernteam, bestehend aus Fachbereichsverantwortlichen der Bereiche Einkauf, Verkauf, Arbeitssicherheit, HR, Facility Management und Risikomanagement werden (unter anderem basierend auf gesammeltem Fachwissen) gemeinsam IROs bewertet und die DMA erstellt. Der General Counsel überwacht diesen Prozess und entsendet quartalsweise Steering-Committee-Einladungen an den CSO und den Senior Manager CSR und Exportkontrolle, um regelmäßig Fortschritte und Herausforderungen zu besprechen und zu diskutieren.
Ausrichtung der nichtfinanziellen strategischen Ziele und Chancen bei FACC:
Vorbereitung durch das Kernteam: Das Kernteam und der Senior Manager CSR und Exportkontrolle sowie weitere relevante Abteilungsleiter sammeln und analysieren Daten zu aktuellen Nachhaltigkeitstrends, regulatorischen Anforderungen und internen Leistungskennzahlen. Diese Informationen werden genutzt, um fundierte Vorschläge für strategische Ziele und Chancen zu entwickeln.
Entwicklung von Vorschlägen: Basierend auf der Analyse erarbeitet das Kernteam konkrete Vorschläge für die nichtfinanziellen strategischen Ziele. Diese Vorschläge beinhalten spezifische Maßnahmen, Zeitpläne und erwartete Ergebnisse, die auf die langfristigen Nachhaltigkeitsziele der FACC abgestimmt sind.
Abstimmung und Konsultation: Die erarbeiteten Vorschläge werden in einem Bottom-Up-Ansatz mit relevanten internen Stakeholdern abgestimmt. Dies umfasst Konsultationen mit verschiedenen Abteilungen, um sicherzustellen, dass die Vorschläge realistisch und umsetzbar sind und die Unterstützung der gesamten Organisation haben.
Präsentation an den Gesamtvorstand: Die abgestimmten Vorschläge werden dem Gesamtvorstand in einer formellen Sitzung präsentiert. Der General Counsel und der Senior Manager CSR und Exportkontrolle erläutern die strategischen Ziele und Chancen, die vorgeschlagenen Maßnahmen und die erwarteten Auswirkungen.
Entscheidungsfindung: Der Gesamtvorstand diskutiert die Vorschläge, berücksichtigt das Feedback und trifft eine Entscheidung über die Annahme und Umsetzung der strategischen Ziele. Dabei wird sichergestellt, dass die Entscheidungen im Einklang mit den übergeordneten Unternehmenszielen und der Nachhaltigkeitsstrategie stehen.
Umsetzung und Überwachung: Nach der Genehmigung durch den Vorstand werden die strategischen Ziele in die operativen Pläne integriert. Das Kernteam überwacht die Umsetzung und berichtet regelmäßig an den Vorstand über den Fortschritt und die erzielten Ergebnisse.
Durch die erstmalige Erstellung einer DMA musste sich das Unternehmen zuerst tiefer mit den identifizierten Auswirkungen, Risiken und Chancen (IROs) beschäftigen. Ziel ist es, in den nächsten ein bis drei Jahren klarere Prozesse und Zuständigkeiten zu definieren, einschließlich der Etablierung von Berichtslinien zu den administrativen Management- und Aufsichtsorganen.
Der Vorstand legt dem Aufsichtsrat die nichtfinanzielle Erklärung vor.
Es gibt außer den bereits erwähnten Vorgängen keine weiteren speziellen Kontrollen und Verfahren, die auf das Management von Auswirkungen, Risiken und Chancen angewendet werden. Das Unternehmen befindet sich im Prozess der Entwicklung dieser Rahmenwerke und plant, sie in Zukunft gemeinsam mit anderen internen Funktionen zu integrieren.
(ESRS 2-GOV-1.23) (ESRS 2-GOV-1.23a-b): Bei FACC wird die Verfügbarkeit und Entwicklung der erforderlichen Fähigkeiten und der Expertise zur Überwachung von Nachhaltigkeitsangelegenheiten durch folgende Ansätze sichergestellt:
Personalauswahl: Gut ausgebildetes, erfahrenes Personal wird mit der Verantwortung für die Thematik beauftragt.
Weiterbildungsmöglichkeiten: FACC bietet ihren Führungskräften und Mitarbeitern Zugang zu Schulungen und Workshops, um ihre Kenntnisse in Nachhaltigkeitsthemen zu erweitern. Diese Angebote sind flexibel und orientieren sich an den aktuellen Bedürfnissen.
Einbindung externer Expertise: Bei Bedarf zieht FACC externe Berater hinzu, um spezifische Nachhaltigkeitsthemen zu adressieren. Dies ermöglicht es, auf dem neuesten Stand der Entwicklungen zu bleiben und von externem Fachwissen zu profitieren.
Feedback und Anpassung: Durch informelle Feedbacks und regelmäßige Gespräche wird sichergestellt, dass die Führungsgremien die notwendigen Fähigkeiten entwickeln, um die Nachhaltigkeitsziele effektiv zu überwachen.
Fachwissen der Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane in Bezug auf Aspekte der Unternehmenspolitik:
Bei FACC verfügen die Führungsgremien über eine Vielzahl von Kompetenzen im Bereich Nachhaltigkeit, die sie direkt nutzen oder durch externe Ressourcen ergänzen können.
Interne Expertise: Mehrere Mitglieder der Führungsgremien, darunter der Senior Manager CSR und Exportkontrolle, bringen fundierte Kenntnisse in Nachhaltigkeitsthemen mit. Diese Expertise wird durch regelmäßige Fortbildungen und die Teilnahme an relevanten Konferenzen und Workshops ständig erweitert.
Externe Ressourcen: FACC nutzt externe Berater und Experten, um spezifische Nachhaltigkeitsfragen zu adressieren. Diese externen Partner bringen zusätzliches Fachwissen ein und unterstützen das Unternehmen dabei, Best Practices zu implementieren.
Netzwerke und Partnerschaften: FACC ist in verschiedenen Branchenverbänden und Nachhaltigkeitsinitiativen aktiv, die Zugang zu einem breiten Spektrum an Informationen und Fachwissen bieten. Diese Netzwerke ermöglichen es dem Unternehmen, aktuelle Trends und Entwicklungen im Bereich Nachhaltigkeit zu verfolgen und zu nutzen.
Die professionelle und divers aufgestellten Vorstands- und Aufsichtsratsgremien, mit internationaler Erfahrung in Wirtschaft und Luftfahrt, tragen dazu bei, dass FACC auf einem soliden Fundament in Sachen Nachhaltigkeit steht.
Die Fähigkeiten und Erfahrungen im Management- und Aufsichtsrat der FACC qualifizieren diese Gremien, um die vorgeschlagenen Richtlinien zur Steuerung wesentlicher Auswirkungen, Risiken und Chancen zu überprüfen und zu genehmigen.
Bei FACC sind die vorhandenen Fähigkeiten und die Expertise der Führungsgremien entscheidend für das effektive Management der identifizierten wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen (IROs). Die Expertise im Bereich Nachhaltigkeit ermöglicht es den Führungsgremien, die komplexen Zusammenhänge zwischen den Geschäftstätigkeiten der FACC und ihren ökologischen und sozialen Auswirkungen zu verstehen. Dies ist entscheidend, um fundierte Entscheidungen zu treffen, die sowohl den Unternehmenszielen als auch den Nachhaltigkeitsanforderungen gerecht werden.
Die vorhandenen Fähigkeiten helfen dabei, potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Risikominderung zu entwickeln. Dies umfasst sowohl die Einhaltung regulatorischer Anforderungen als auch die proaktive Anpassung an sich ändernde Marktbedingungen. Gleichzeitig unterstützt die Expertise der Führungsgremien FACC dabei, Chancen im Bereich Nachhaltigkeit zu identifizieren und zu nutzen, wie etwa die Entwicklung neuer, umweltfreundlicher Produkte oder die Optimierung von Prozessen zur Steigerung der Ressourceneffizienz.
Darüber hinaus nutzen die Führungsgremien ihre Fähigkeiten, um die strategische Ausrichtung der FACC im Hinblick auf Nachhaltigkeit kontinuierlich zu überprüfen und anzupassen. Dies stellt sicher, dass das Unternehmen nicht nur auf aktuelle Herausforderungen reagiert, sondern auch langfristige Nachhaltigkeitsziele verfolgt. Durch diese gezielte Nutzung von Fähigkeiten und der Expertise stellt FACC sicher, dass sie ihre wesentlichen IROs effektiv managt und ihre Nachhaltigkeitsstrategie erfolgreich umsetzen kann.
(G1-GOV 1.5) (G1-GOV 1.5a): Aufsichtsrat
Grundlage für das Handeln des Aufsichtsrats sind die Gesetze und Verordnungen, wie sie für in Österreich börsennotierte Gesellschaften anzuwenden sind, z. B. das Aktiengesetz und das Börsegesetz. Darüber hinaus hat sich der Aufsichtsrat den Regeln des ÖCGK verpflichtet. Bei den unternehmensinternen Regelungen sind primär die Satzung und die Geschäftsordnung bedeutsam. Grundsätzlich überwacht der Aufsichtsrat jedoch in letzter Instanz die Compliance der FACC.
Vorstand
Bei FACC wird Governance als Thema im Verantwortungsbereich des Gesamtvorstands gesehen.
Die Verantwortlichkeiten auf administrativer Ebene für verschiedene Fachbereiche liegen bei den Vice Presidents (E2) der FACC. Zur Ausbildung dieser bzw. zu den genauen Aufgabengebieten des Vorstandes, aber auch der Vice Presidents und des Aufsichtsrats siehe die Erläuterungen zu ESRS 2-GOV-1.23 sowie ESRS 2-GOV-1.23 a-b.
1.2.2. DR GOV-2 – Informationen und Nachhaltigkeitsaspekte, mit denen sich die Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane des Unternehmens befassen
(ESRS 2-GOV-2.26) (ESRS 2-GOV-2.26a): Der Senior Manager CSR und Exportkontrolle erstellt detaillierte Berichte, die vierteljährlich an das Steering Committee, einschließlich des Vorstands, übermittelt werden. Diese Berichte umfassen aktuelle Entwicklungen und innerhalb der nächsten zwei Geschäftsjahre durch den Fachbereich Risikomanagement wesentliche IROs sowie signifikante Änderungen, um sicherzustellen, dass der Vorstand regelmäßig auf dem neuesten Stand gebracht wird.
• Im Geschäftsjahr 2024, als die DMA und die Betrachtung der ESG-Auswirkungen, Risiken und Chancen zum ersten Mal durchgeführt wurden, wurde der Vorstand durch spezielle Sitzungen und Präsentationen über die Ergebnisse informiert. Diese Sitzungen fanden statt, sobald wesentliche Ergebnisse vorlagen, um sicherzustellen, dass der Vorstand umfassend über die neuen Erkenntnisse und die notwendigen Maßnahmen informiert war. Im Jahr 2025 gab es in der DMA bzw. bei den identifizierten IROSs keine Änderungen.
• Die Umsetzung von Due-Diligence-Praktiken im Bereich CSR wird ebenfalls vom Senior Manager CSR und Exportkontrolle überwacht und berichtet. Im Geschäftsjahr 2024 wurden die Ergebnisse der Due-Diligence-Analysen durch gezielte Berichterstattung an den Vorstand kommuniziert, um sicherzustellen, dass die Praktiken konsequent angewendet werden. Im Jahr 2025 gab es weder in der DMA, noch bei den identifizierten IROs Änderungen.
• In den kommenden ein bis zwei Jahren hat FACC einen niedergeschriebenen Prozess zum Ziel, welcher die Wirksamkeit von Richtlinien, Maßnahmen, Kennzahlen und Zielen (P, A, M und T) zur Behandlung wesentlicher IROs bewertet. Diese Berichte sollen eine Bewertung beinhalten, ob die Maßnahmen ihre gewünschten Ergebnisse erzielen.
Die aktuelle Berichterstattung erfolgt vierteljährlich während der Sitzungen des Steering Committees, um eine kontinuierliche Aufsicht und Verbesserung bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele des Unternehmens sicherzustellen.
(ESRS 2-GOV-2.26b): Da FACC im Jahr 2024 erstmals wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen (IROs) analysiert hat und diese noch nicht vollständig berücksichtigt sind, haben die administrativen Management- und Aufsichtsgremien noch nicht begonnen, diese Erkenntnisse schrittweise in die Unternehmensstrategie, in Entscheidungen über große Transaktionen sowie den Risikomanagementprozess zu integrieren.
Die erstmalige Analyse der IROs hat den Führungsgremien erste Einblicke in die potenziellen Herausforderungen und Chancen gegeben, die als Grundlage für die zukünftige strategische Planung und Entscheidungsfindung dienen. Obwohl die IROs noch nicht vollständig integriert sind, werden sie zukünftig bei der Überwachung der Unternehmensstrategie berücksichtigt, um sicherzustellen, dass die strategischen Ziele des Unternehmens zunehmend im Einklang mit den langfristigen Nachhaltigkeitszielen stehen.
Die Führungsgremien werden beginnen, potenzielle Trade-offs zwischen kurzfristigen Gewinnen und langfristigen Auswirkungen zu bewerten. Bei großen Transaktionen ist geplant, die IROs schrittweise in die Bewertung der finanziellen, ökologischen und sozialen Auswirkungen einbezogen, was den Führungsgremien hilft, fundierte Entscheidungen zu treffen, die die langfristige Stabilität und Nachhaltigkeit des Unternehmens fördern. Im bestehenden Risikomanagementprozess werden die nichtfinanziellen IROs in den nächsten Jahren nach und nach integriert, um sicherzustellen, dass potenzielle Risiken frühzeitig erkannt und geeignete Maßnahmen zur Risikominderung entwickelt werden.
(ESRS 2-GOV-2.26c): Im Berichtszeitraum haben die administrativen, Management- und Aufsichtsgremien eine Reihe wesentlicher Auswirkungen, Risiken und Chancen (IROs) behandelt. Hier sind einige der wichtigsten Themenbereiche:
Umweltauswirkungen
• CO2-Emissionen und Maßnahmen zur Reduktion
• Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft
Soziale und arbeitsrechtliche Risiken
• Arbeitsbedingungen und Arbeitsplatzsicherheit
• Einhaltung von Menschenrechten und von ethischen Standards
• Förderung der Diversität und Inklusion
Finanzielle Chancen und Risiken
• Finanzielle Stabilität und Liquidität
1.2.3. DR GOV-3 – Einbeziehung der nachhaltigkeitsbezogenen Leistung in Anreizsysteme
(ESRS 2-GOV-3.29 a-e): Vergütungsbestandteile
Die Gesamtvergütung besteht aus fixen und variablen Bestandteilen. Während die fixe Vergütung unabhängig vom Unternehmenserfolg gewährt wird, ist die variable Vergütung an die Erfüllung bestimmter, nachvollziehbarer Leistungskriterien geknüpft. Spezifische Anreizsysteme und Vergütungsrichtlinien, die direkt mit Nachhaltigkeitsthemen verknüpft sind:
• Fixe, erfolgsunabhängige Vergütungsbestandteile: Die fixen Vergütungsbestandteile umfassen das Grundgehalt, Pensionszusagen, Abfertigungszusagen, Sachbezüge und Nebenleistungen.
• Variable Vergütungsbestandteile basierend auf der Erfüllung von finanziellen und nichtfinanziellen Leistungskriterien, wobei die nichtfinanziellen Leistungskriterien jährlich vom Aufsichtsrat festgesetzt werden.
Den Vorstandsmitgliedern gebührt eine variable Vergütung. Diese ist von der wirtschaftlichen Entwicklung der FACC und von der Erreichung individuell vereinbarter Ziele abhängig. Die Leistungskriterien sind mit der nachhaltigen Wachstumsstrategie des Unternehmens abzustimmen, stellen eine leistungsabhängige Vergütung sicher und fördern eine verantwortungsvolle Managementkultur. Durch die Auszahlung im Folgejahr und anhand geprüfter und ausgewiesener Kriterien ist Fairness sichergestellt. Die Performance-Kriterien gewährleisten ein Gleichgewicht aus Finanz- und Effizienzindikatoren und bilden somit die nachhaltige Wachstumsstrategie des Unternehmens ab.
Voraussetzung für die Zahlung variabler Vergütungsbestandteile ist die Ausschüttung einer Dividende. Die Höhe des maximal erreichbaren Bonus für alle Vorstandsmitglieder ist mit 70 Prozent der Dividendenzahlung für das betroffene Geschäftsjahr limitiert. Die variable Vergütung ist mit 100 Prozent des jeweiligen Bruttogrundgehalts begrenzt. Neben quantitativen Kriterien bestehen auch qualitative Kriterien, die entsprechend der Ressortverantwortung des jeweiligen Vorstands festgelegt werden.
Wie bereits erwähnt, verfügt FACC jedoch zum Berichtszeitpunkt noch nicht über spezifische Anreizsysteme und Vergütungsrichtlinien, die direkt mit Nachhaltigkeitsthemen verknüpft sind. FACC prüft jedoch aktiv die Möglichkeit der Entwicklung und Implementierung solcher Anreizsysteme, die sich durch Transparenz, Fairness und Gleichheit auszeichnen und sicherstellen sollen, dass nachhaltigkeitsbezogene Leistungen anerkannt und belohnt werden. Derzeit werden keine spezifischen Leistungsindikatoren oder Zielvorgaben in Bezug auf Nachhaltigkeit zur Bewertung herangezogen. Folglich sind Nachhaltigkeitsindikatoren nicht als Leistungsmaßstäbe oder Benchmarks in den Vergütungspolitiken berücksichtigt, und die variable Vergütung hängt nicht von Nachhaltigkeitszielen oder -auswirkungen ab. In den Überlegungen zur Einführung solcher Systeme wird diskutiert, welche spezifischen Nachhaltigkeitsziele, wie die Reduktion der Treibhausgasemissionen, als Kriterien für die Bewertung in Betracht gezogen werden könnten. Auch wird erörtert, welchen Anteil nachhaltigkeitsbezogene Leistungskriterien an der variablen Vergütung ausmachen könnten. Diese möglichen Systeme werden entwickelt, um die Unternehmensstrategie mit den Nachhaltigkeitszielen in Einklang zu bringen. Die Bedingungen für solche Anreizsysteme und ihre jährliche Evaluierung würden von der Personalabteilung durchgeführt, wobei alle Änderungen der Genehmigung des Aufsichtsrats bedürfen.
(E1-GOV-3.13): Zum Berichtszeitpunkt berücksichtigte FACC zwar konkrete kurz- und langfristige Ziele zur Reduktion von CO2-Emissionen, jedoch wurden klimabezogene Überlegungen bis dato nicht in die Vergütung der Mitglieder der administrativen Management- und Aufsichtsgremien einbezogen. Bei FACC gibt es keine spezifischen finanziellen Anreize oder Boni, die an die Erreichung dieser CO2-Reduktionsziele gebunden sind, und es war im aktuellen Berichtszeitraum kein Prozentsatz der Vergütung mit klimabezogenen Überlegungen verknüpft. FACC definiert klimabezogene Überlegungen als Maßnahmen zur Reduktion von Kohlenstoffemissionen, zur Verbesserung der Energieeffizienz, zum Management von Klimarisiken sowie zum Erlangen von Umweltzertifizierungen wie ISO 14001. Während zum Stichtag keine finanziellen Anreize bestanden, prüft FACC wie bereits erwähnt aktiv die Möglichkeit, solche Überlegungen in zukünftige Vergütungsstrukturen zu integrieren, um die Klimaziele des Unternehmens besser zu unterstützen und nachhaltige Praktiken zu fördern.
1.2.4. DR GOV-4 – Erklärung zur Sorgfaltspflicht im Bereich der Nachhaltigkeit
(ESRS 2-GOV-4.30; 32): Um ein besseres Verständnis für die Due-Diligence-Prozesse der FACC zu gewinnen, wird auf folgende Offenlegungsverpflichtungen (DRs) und Due-Diligence-Prozesse (DPs) verwiesen:
Themen von Due Diligence in der nichtfinanziellen Erklärung:
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Kernbereiche der Due Dilligence | Paragrafen in der nichtfinanziellen Erklärung |
a) Einbettung der Due Diligence in Governance, Strategie und Geschäftsmodell | ESRS 2-GOV 2 26. a), b); ESRS 2-GOV 3 29., a), b), c), d), e) |
b) Einbindung der betroffenen Stakeholder in alle wichtigen Schritte der Due Diligence | ESRS 2-SBM 2 45. a) i.-v., S1 12., S2 9., S3 7., S4 8., ESRS 2-IRO 1, 53. b) iii., ESRS E1-2 24., ESRS E2-1 14., ESRS E5-1 14., ESRS S1-1 19., ESRS S2-1 16., ESRS S1-2 27. b)) |
c) Ermittlung und Bewertung negativer Auswirkungen | ESRS 2-IRO 1 53. a), e), g), E1 20. a), b) ii., c) i., 21., E2 11. a) |
d) Ergreifen von Maßnahmen zur Bewältigung dieser negativen Auswirkungen | ESRS E1-3 28., ESRS E2-2 18., ESRS E5-2 19., ESRS S1-4, ESRS S2-4. |
e) Überwachung der Wirksamkeit dieser Bemühungen und Kommunikation | ESRS E1-4, ESRS S1-5. |
| |
1.2.5. DR GOV-5 – Risikomanagement und interne Kontrollen der nichtfinanziellen Erklärung
(ESRS 2-GOV-5.36a-e): Zum Berichtszeitpunkt wurden auch keine spezifischen Hauptrisiken identifiziert oder Minderungsstrategien entwickelt.
Allerdings baut FACC gerade ein integriertes Risikomanagementsystem auf, in dem die nichtfinanziellen Risiken und die “Enterprise-Risks” mittels desselben Systems abgebildet sind. Es wird noch an einem Feinschliff des formalisierten Prozesses zur Identifikation, Bewertung und Priorisierung von Risiken in diesem Bereich gearbeitet.
Dementsprechend wurden auch noch keine spezifischen Hauptrisiken identifiziert oder Minderungsstrategien entwickelt.
FACC arbeitet daran, künftig ein umfassendes Risikomanagement- und internes Kontrollsystem zu entwickeln und zu implementieren, um die Genauigkeit, Vollständigkeit und Zuverlässigkeit der nichtfinanziellen Erklärung zu sichern. Diese geplanten Systeme sollen durch eine systematische Datenerfassung, regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter sowie durch die Nutzung moderner IT-Lösungen unterstützt werden.
Zukünftig sollen interne Kontrollmechanismen und regelmäßige Überprüfungen integriert werden, um sicherzustellen, dass alle Nachhaltigkeitsdaten korrekt und konform erfasst und berichtet werden.
1.3.1. DR SBM-1 – Marktposition, Strategie, Geschäftsmodell(e) und Wertschöpfungskette
(ESRS 2-SBM-1.40a-b) (ESRS 2-SBM-1.40a i): Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden werden durch die Produktion von Flugzeugkomponenten sowie durch Engineering-Leistungen und andere Leistungen im Zusammenhang mit der Produktion von Flugzeugkomponenten erwirtschaftet. Dabei gab es im Berichtsjahr keine zu meldenden Änderungen. Die Umsatzerlöse nach Art und Segment sowie nach geografischer Aufteilung sind nachstehend aufgeschlüsselt:
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| 2024 | 2025 | 2024 | 2025 | 2024 | 2025 | 2024 | 2025 |
| Aero- structures EUR'000 | Aero- structures EUR'000 | Engines & Nacelles EUR'000 | Engines & Nacelles EUR'000 | Cabin Interiors EUR'000 | Cabin Interiors EUR'000 | Summe
EUR'000 | Summe
EUR'000 |
Verkauf von Produkten | 315.737 | 327.705 | 133.675 | 156.359 | 354.292 | 422.938 | 803.704 | 907.002 |
Entwicklungs- und sonstige Dienstleistungen | 34.369 | 17.396 | 23.952 | 23.858 | 22.497 | 36.150 | 80.819 | 77.403 |
| 350.106 | 345.100 | 157.627 | 180.217 | 376.789 | 459.088 | 884.523 | 984.405 |
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(ESRS 2-SBM-1.40a ii): Signifikante Märkte für das Geschäftsjahr 2025
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| 2024 | 2025 |
| EUR'000 | EUR'000 |
Deutschland | 323.298 | 354.938 |
Kanada | 145.931 | 139.899 |
USA | 138.850 | 149.717 |
Großbritannien | 102.215 | 116.795 |
China | 50.175 | 79.031 |
Brasilien | 48.013 | 65.898 |
Sonstige Länder | 76.042 | 78.127 |
| 884.523 | 984.405 |
| | |
(ESRS 2-SBM-1.40a iii): Anzahl der Mitarbeiter, aufgeteilt auf alle Standorte (in Köpfen) zum Stand 31. Dezember 2025
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| 2024 | 2025 |
Gesamt | 4.039 | 4.050 |
Österreich | 3.247 | 3.218 |
Kroatien | 425 | 473 |
Kanada | 80 | 76 |
USA | 69 | 67 |
Indien | 125 | 137 |
China | 22 | 22 |
Slowakei | 71 | 57 |
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(ESRS 2-SBM-1.40e-g):
Nachhaltigkeitsziele der FACC
1.Geografische Auswirkungen
Die internen SMART-Ziele der FACC konzentrieren sich auf die Verbesserung interner Prozesse und Strukturen an den österreichischen Standorten und der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften. Diese Maßnahmen können indirekt positive Effekte auf die Umweltstandards in den Hauptregionen Europa, Nordamerika und Asien haben, indem sie als Vorbild für nachhaltige Praktiken dienen (Thermoset vs. Thermoplast, CO2-neutrale Produktion bis 2040, etc.). Aktuell gelten die Ziele noch nicht konzernweit, sondern nur an den österreichischen Standorten. In Zukunft sollen diese aber ausgeweitet werden.
2.Wesentliche Produktgruppen und Dienstleistungen
FACC fokussiert sich auf die Entwicklung und Produktion von Leichtbaukomponenten für die zivile Luftfahrtindustrie. Die Nachhaltigkeitsziele betreffen insbesondere die Implementierung energieeffizienter Produktionsverfahren und die Erhöhung des Einsatzes recycelbarer Materialien wie von Thermoplasten und biobasierten Materialien, um die Umweltbelastung zu reduzieren.
FACC bedient hauptsächlich Flugzeughersteller und teilweise Fluggesellschaften (vor allem im Maintenance, Repair and Operations (MRO)-Bereich). Diese Kunden profitieren von einer nachhaltigeren Produktpalette, die durch innovative und umweltfreundlichere Lösungen gekennzeichnet ist, auch wenn die Nachhaltigkeitsziele nicht direkt auf spezifische Kundengruppen abzielen. Leichtere Produkte reduzieren jedoch bei allen Abnehmern den Treibstoffverbrauch.
Die Nachhaltigkeitsziele der FACC gelten derzeit primär für den Standort in Österreich und berücksichtigen die lokalen gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen. FACC plant, diese Ziele schrittweise auf alle Standorte in Europa, Nordamerika und Asien auszuweiten, um eine einheitliche Nachhaltigkeitsstrategie zu verfolgen. Ebenso werden in den nächsten Jahren die Ziele schrittweise über die gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen angepasst.
5.Beziehungen zu Stakeholdern
FACC fördert eine transparente und nachhaltige Zusammenarbeit mit ihren Stakeholdern, darunter Kunden, Lieferanten und lokale Gemeinschaften. Dies wird durch regelmäßige interne Audits, durch eine aktive Kommunikation und die Veröffentlichung der nichtfinanziellen Erklärungen unterstützt. Diese Maßnahmen stärken das Vertrauen der Stakeholder und binden sie in die Nachhaltigkeitsbestrebungen der FACC ein (siehe dazu auch SBM-2).
6.Bewertung des aktuellen Status
FACC verfolgt den Fortschritt ihrer Nachhaltigkeitsziele durch interne Benchmarks und regelmäßige Bewertungen. Dies bedeutet, dass der Fortschritt der Ziele kontinuierlich überwacht wird, um Verbesserungsmaßnahmen zu identifizieren und sicherzustellen, dass die gesetzten Ziele erreicht werden (siehe dazu ESRS E1-4 und E5-3).
7. Bewertung der aktuellen bedeutenden Produkte und
Dienstleitungen
Leichtbaukomponenten für die zivile Luftfahrt: Diese Produktgruppe macht mehr als 90 Prozent (für Details siehe Kapitel „Taxonomie“) des Umsatzes von FACC aus und ist daher von wesentlicher Bedeutung. Die Nachhaltigkeitsziele konzentrieren sich auf die Implementierung energieeffizienter Produktionsverfahren und die Erhöhung des Einsatzes recycelbarer Materialien, um die Umweltbelastung zu reduzieren.
8. Nachhaltigkeitsbezogene Herausforderungen
Eine zentrale Herausforderung besteht darin, diese Nachhaltigkeitsziele effektiv in die gesamte Wertschöpfungskette zu integrieren. Dies erfordert kontinuierliche Anstrengungen, um sicherzustellen, dass alle Mitarbeiter und Abteilungen diese Ziele verstehen und umsetzen. Herausforderungen bzgl. der Geschäftsstrategie ergeben sich, unter anderen, durch Anforderungen, die CO₂-Emissionen zu reduzieren, indem leichtere und effizientere Flugzeugkomponenten entwickelt werden. Energieeffizienz ist ein zentraler Aspekt, der sowohl die Umweltbelastung verringert als auch Kosten spart. Die Integration der Kreislaufwirtschaft in die Wertschöpfungskette fördert den Einsatz recycelbarer Materialien und reduziert Abfall. Strenge regulatorische Anforderungen erfordern kontinuierliche Anpassungen und Investitionen in Compliance.
9. Bewertung der bedeutenden Märkte
Europäischer Markt: Der europäische Markt ist von besonderer Bedeutung, da er strenge regulatorische Anforderungen stellt, die FACC erfüllen muss, sowie ein prozentuell hoher Anteil des Umsatzes von FACC aus diesem Markt kommt. Der Fokus liegt hier auf der Einhaltung von Emissionswerten. Ebenso erachtet das Unternehmen hier einen Wettbewerbsvorteil, wenn es seinen Kunden den Umstieg von Thermoset auf Thermoplast anbieten kann. Den amerikanischen und asiatischen Markt sieht FACC aus diesem Blickwinkel lediglich als sekundär bzw. tertiär an.
10. Kritische Lösungen oder Projekte
• Schulungsprogramme: Die Initiierung von Schulungsprogrammen für Mitarbeiter soll das Bewusstsein für Nachhaltigkeit stärken.
• Forschung und Entwicklung: Investitionen in die Forschung und Entwicklung nachhaltiger Materialien und Produktionsprozesse stehen im Fokus, um langfristig umweltfreundlichere Produkte anbieten zu können.
• Ausbau der LCA-Projekte: Der Ausbau der Lebenszyklusanalysen (LCA) auf weitere Projekte innerhalb der FACC ist ein weiteres wichtiges Projekt.
(ESRS 2-SBM-1.42 a-c): Beschreibung des Geschäftsmodells und der Wertschöpfungskette der FACC auf der nächsten Seite:
FACC bezieht eine Vielzahl von hochwertigen Materialien und Technologien, die speziell für die Herstellung von Leichtbaukomponenten für die zivile Luftfahrt entwickelt wurden. Zu den wichtigsten gehören:
• Verbundwerkstoffe: Diese Materialien sind entscheidend für die Leichtbauweise der Flugzeugkomponenten und werden von spezialisierten Lieferanten bezogen, die strenge Qualitäts- und Nachhaltigkeitsstandards erfüllen.
• Metalle: Hochwertige Metalle (wie Titan, aber auch Aluminium), die für die strukturelle Integrität der Komponenten erforderlich sind, werden ebenfalls von ausgewählten Lieferanten bereitgestellt.
• Der Beschaffungsprozess der FACC ist durch strenge Auswahl- und Bewertungsverfahren gekennzeichnet, die regelmäßige Audits und Zertifizierungen der Lieferanten beinhalten, um kontinuierliche Verbesserungen und Innovationen zu fördern.
Die Outputs (Eigenfertigungsteile) der FACC umfassen innovative Flugzeugkomponenten, die spezifische Vorteile für verschiedene Stakeholder bieten:
• Mitarbeiter: FACC bietet ihren Mitarbeitern ein innovatives Arbeitsumfeld mit Fokus auf nachhaltige Praktiken und kontinuierliche Weiterbildungsmöglichkeiten. Dies stärkt die Mitarbeiterbindung und fördert eine engagierte Belegschaft.
• Kunden (Flugzeughersteller): Die Komponenten von FACC verbessern die Treibstoffeffizienz und Gesamtleistung der Flugzeuge. Leichtbaukomponenten in den Bereichen Flügel, Leitwerk und Rumpf sind seit über 30 Jahren die Kernkompetenz des Unternehmens. FACC fertigt Flügelkomponenten unterschiedlichster Art, die sowohl zur strukturellen Festigkeit als auch Aerodynamik der jeweiligen Flugzeuge einen wichtigen Beitrag leisten. Das Portfolio reicht dabei von einfachen Sandwich-Paneelen, über treibstoffsparende Flügelspitzen bis hin zu ersten Anwendungen für technologisch hochwertige Primärstrukturen (Wing Box Prototypen).
• Investoren: Durch die nachhaltige Wachstumsstrategie und Wettbewerbsfähigkeit will FACC attraktive Renditen anbieten. Investoren profitieren von der starken Marktposition und den kontinuierlichen Innovationen des Unternehmens.
• Lokale Gemeinschaften: FACC trägt zur wirtschaftlichen Entwicklung der Regionen bei, in denen sie tätig ist, indem das Unternehmen Arbeitsplätze schafft und technologische Fortschritte fördert. Dies stärkt die lokale Wirtschaft und bietet Ausbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten.
Hauptmerkmale der Wertschöpfungskette:
• Upstream: FACC arbeitet mit einer ausgewählten Gruppe von Rohstofflieferanten zusammen, die Materialien wie Verbundwerkstoffe und Metalle liefern. Diese Lieferanten sind strategische Partner, die durch langfristige Verträge und regelmäßige Qualitätskontrollen eingebunden sind. Ein Beispiel ist die Zusammenarbeit mit führenden Herstellern von Kohlefaserverbundstoffen (z. B. Toray Industries, Inc. oder Hexcel Corporation).
• Downstream: Die Hauptkunden (AIRBUS, EMBRAER, BOEING, etc.) der FACC sind führende Flugzeughersteller, die die Komponenten in ihre Flugzeuge integrieren. FACC entwickelt in enger Zusammenarbeit mit diesen Kunden maßgeschneiderte Lösungen, die den spezifischen Anforderungen entsprechen.
• Position in der Wertschöpfungskette: FACC nimmt eine zentrale Rolle in der Wertschöpfungskette ein, indem sie als Bindeglied zwischen Rohstofflieferanten und Flugzeugherstellern fungiert. Durch ihre Expertise in der Entwicklung und Produktion von Flugzeugkomponenten trägt FACC maßgeblich zur Innovationskraft und Effizienz der gesamten Kette bei.
1.3.2. DR SBM-2 – Interessen und Standpunkte der Interessenträger
(ESRS 2-SBM-2.45a)(ESRS 2-SBM-2.45a i)
Schlüssel-Stakeholder der FACC:
Mitarbeiter
• Standpunkte und Interessen: Mitarbeiter legen Wert auf ein sicheres und unterstützendes Arbeitsumfeld, das Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung und Weiterbildung bietet. Sie sind an fairen Arbeitsbedingungen, einer gerechten Vergütung und einer offenen Unternehmenskultur interessiert.
• Engagement der FACC: FACC fördert eine engagierte Belegschaft durch Schulungsprogramme, faire Arbeitspraktiken und Maßnahmen zur Förderung der Mitarbeiterzufriedenheit.
Kunden (Flugzeughersteller und Fluggesellschaften)
• Standpunkte und Interessen: Kunden erwarten qualitativ hochwertige, innovative und umweltfreundliche Produkte, die zur Verbesserung der Treibstoffeffizienz und zur Reduzierung der Betriebskosten beitragen. Sie sind an maßgeschneiderten Lösungen interessiert, die ihren spezifischen Anforderungen entsprechen.
• Engagement der FACC: FACC arbeitet eng mit ihren Kunden zusammen, um innovative Flugzeugkomponenten zu entwickeln, die den höchsten Standards entsprechen und nachhaltige Vorteile bieten.
Lieferanten
• Standpunkte und Interessen: Lieferanten sind an langfristigen Partnerschaften und fairen Geschäftsbedingungen interessiert. Sie erwarten klare Kommunikationswege und Unterstützung bei der Einhaltung von Qualitäts- und Nachhaltigkeitsstandards.
• Engagement der FACC: FACC pflegt enge Beziehungen zu ihren Lieferanten durch regelmäßige Audits, Schulungen und Unterstützung bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitsinitiativen.
Investoren
• Standpunkte und Interessen: Investoren suchen nach stabilen Renditen und einer nachhaltigen Wachstumsstrategie. Sie sind an der finanziellen Leistung des Unternehmens sowie an dessen Engagement für Innovation und Nachhaltigkeit interessiert.
• Engagement der FACC: FACC bietet durch ihre starke Marktposition und kontinuierliche Innovationen attraktive Investitionsmöglichkeiten und informiert Investoren regelmäßig über die Unternehmensentwicklung.
Gemeinschaften
• Standpunkte und Interessen: Gemeinschaften erwarten, dass FACC zur lokalen wirtschaftlichen Entwicklung beiträgt, Arbeitsplätze schafft und soziale Verantwortung übernimmt. Sie sind an der Unterstützung lokaler Initiativen und der Minimierung negativer Umweltauswirkungen interessiert.
• Engagement der FACC: FACC engagiert sich in den Gemeinschaften, in denen sie tätig ist, durch die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Förderung technologischer Fortschritte und die Unterstützung lokaler Projekte.
(ESRS 2-SBM-2.45a, i-iv): FACC setzt sich aktiv mit verschiedenen Stakeholder-Gruppen auseinander, einschließlich Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten, Investoren, Regulierungsbehörden, Gemeinschaften, und NGOs. Dieses Engagement stellt sicher, dass die Interessen und Ansichten der Stakeholder in die Unternehmensentscheidungen einfließen und fördert Transparenz, Vertrauen und Zusammenarbeit.
Der Zweck des Stakeholder-Engagements bei FACC ist vielfältig und auf mehrere Schlüsselaspekte ausgerichtet:
Förderung von Transparenz und Vertrauen
Ziel ist es, durch regelmäßige und offene Kommunikation das Vertrauen zwischen dem Unternehmen und seinen Stakeholdern zu stärken. Transparenz sorgt dafür, dass alle Beteiligten Zugang zu relevanten Informationen haben.
Verbesserung der Unternehmensstrategie
Durch das Einholen von Feedback und Anregungen von Stakeholdern kann FACC ihre Geschäftspraktiken und strategischen Ausrichtungen kontinuierlich verbessern und an die Bedürfnisse und Erwartungen der Stakeholder anpassen.
Erhöhung der Kundenzufriedenheit
Das Engagement mit Kunden zielt darauf ab, deren Zufriedenheit zu erhöhen, indem ihre Anforderungen und Erwartungen besser verstanden und erfüllt werden.
Förderung einer ethischen und nachhaltigen Lieferkette
Durch die Zusammenarbeit mit Lieferanten wird daran gearbeitet, soziale und umweltbezogene Standards entlang der Lieferkette zu fördern und sicherzustellen, dass ethische Geschäftspraktiken eingehalten werden.
Sicherstellung der Compliance und Risikominimierung
Der Dialog mit Regulierungsbehörden hilft dabei, gesetzliche Anforderungen zu erfüllen und Risiken zu minimieren, indem FACC stets auf dem aktuellen Stand der regulatorischen Entwicklungen bleibt.
Unterstützung der Gemeinschaften
Engagements mit Gemeinschaften und NGOs zielen darauf ab, die gesellschaftliche Verantwortung des Unternehmens zu stärken und positive Beiträge zur sozialen und ökologischen Entwicklung zu leisten.
Förderung von Innovation und Mitarbeiterzufriedenheit
Durch die aktive Einbindung von Mitarbeitern möchte FACC deren Zufriedenheit und Motivation steigern, während gleichzeitig innovative Ideen und Verbesserungsvorschläge gefördert werden.
(ESRS 2-SBM-2.45a v): FACC berücksichtigt die Ergebnisse des Stakeholder-Engagements durch einen strukturierten Prozess, der folgende Schritte umfasst:
• Systematische Analyse: Die Ergebnisse des Stakeholder-Engagements werden systematisch erfasst und analysiert. Dies erfolgt durch Umfragen, Interviews, Workshops sowie die tägliche intensive Zusammenarbeit bzw. den Austausch mit relevanten Stakeholdern von FACC und führt zu einem umfassenden Verständnis der Erwartungen und Anliegen der Stakeholder.
• Integration in die strategische Planung: Die erfassten Ergebnisse werden in die strategische Planung der FACC integriert. Dies bedeutet, dass identifizierte Themen und Prioritäten der Stakeholder in die Unternehmensstrategie einfließen und bei der Festlegung von Zielen und Maßnahmen berücksichtigt werden.
• Umsetzung konkreter Maßnahmen: Basierend auf der Analyse werden konkrete Maßnahmen zur Verbesserung entwickelt und umgesetzt. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Bedürfnisse und Erwartungen der Stakeholder zu adressieren und die Unternehmensleistung in relevanten Bereichen zu verbessern.
• Transparente Kommunikation: Die Ergebnisse werden mittels der jährlichen nichtfinanziellen Erklärung Berichts der FACC offengelegt.
Durch diesen Prozess stellt FACC sicher, dass die Ergebnisse des Stakeholder-Engagements effektiv genutzt werden, um die Unternehmensstrategie zu stärken und die Beziehungen zu den Stakeholdern zu verbessern.
(ESRS 2-SBM-2.45b) (ESRS 2-SBM-2.45c) (ESRS 2-SBM-2.45c i-iii): Erweiterte Offenlegung zur Verbindung zwischen Feedback und Maßnahmen
Durch die Analyse folgender Stakeholder und Themen will FACC die Interessen und Standpunkte im Zusammenhang mit ihrer Strategie und ihrem Geschäftsmodell besser nachvollziehen:
Mitarbeiter
Feedback: Mitarbeiter äußerten den Wunsch nach verbesserter Weiterbildung und einem stärkeren Fokus auf die Arbeitsplatzsicherheit.
Maßnahmen
• Eröffnung des FACC-Trainingscenters mit internen Schulungsprogrammen, welche auf technische und soziale Kompetenzen abzielen.
• Verbesserung der Arbeitsschutzrichtlinien und Durchführung regelmäßiger externer Audits zur ISO 45001 der FACC.
Kunden
Feedback: Kunden betonten die Bedeutung von technologischen Innovationen und konsistenter Produktqualität.
Maßnahmen
• Investitionen in F&E für neue Materialien und Fertigungstechnologien (etwa Thermoplaste).
• Regelmäßige externe Audits zu unserer ISO 9110 sowie ISO 9100 etc.
Lieferanten
Feedback: Lieferanten äußerten die Notwendigkeit einer transparenten Kommunikation und pünktlicher Zahlungen.
Maßnahmen
• Lieferantenportal zur besseren Nachverfolgbarkeit von Zahlungen und Kommunikationsprozessen.
• Einführung langfristiger Verträge mit ausgewählten Lieferanten, um stabile Partnerschaften zu fördern.
Investoren
Feedback: Investoren fordern verstärkte Transparenz in Bezug auf die Nachhaltigkeitsstrategie und die finanziellen Auswirkungen langfristiger Investitionen.
Maßnahmen
• Die jährlich veröffentlichte nichtfinanzielle Erklärung von FACC, die Fortschritte im Hinblick auf ESG-Ziele (Environmental, Social, Governance) detailliert darstellt.
• Entwicklung eines langfristigen Wachstumsplans, welcher Nachhaltigkeit als Kernelement integriert.
Gemeinschaften
Feedback: Gemeinschaften heben die Bedeutung lokaler Unterstützung und umweltfreundlicher Produktionspraktiken hervor.
Maßnahmen
• Initiierung von lokalen Projekten, die Bildungsinitiativen oder gemeinnützige Programme fördern (FACC-Stipendienvergabe).
• Reduktion des CO₂-Fußabdrucks durch Investitionen in erneuerbare Energien und energieeffiziente Produktionsprozesse.
(ESRS 2-SBM-2.45c) (ESRS 2-SBM-2.45c i): FACC hat strategische Anpassungen vorgenommen, um die Interessen und Ansichten ihrer Stakeholder zu berücksichtigen.
Mitarbeiter: Einführung eines verbesserten Weiterbildungsprogramms und von Initiativen zur Förderung der Arbeitsplatzsicherheit.
Kunden: Weitere Investitionen in Forschung und Entwicklung, um die Produktqualität und Innovationsfähigkeit zu steigern.
Lieferanten: Implementierung eines Lieferantenmanagementsystems, das faire Geschäftsbedingungen und nachhaltige Praktiken fördert.
Investoren: Stärkung der nichtfinanziellen Erklärung und Transparenzmaßnahmen.
Gemeinschaften: Verstärkung der sozialen und ökologischen Initiativen, um die lokale Gemeinschaft besser zu unterstützen.
(ESRS 2-SBM-2.45c ii): Geplante Schritte und Zeitrahmen:
Kurzfristig (Geschäftsjahr 2026): Einführung und Implementierung der neuen Weiterbildungsprogramme für die Mitarbeiter der FACC; Stärkung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, um Kundenanforderungen im Hinblick auf die Themen der Kreislaufwirtschaft abdecken zu können.
Mittelfristig (3-5 Jahre): Ausweitung der sozialen und ökologischen Initiativen auf internationale Standorte; Verbesserung der Lieferantenmanagementsysteme.
Langfristig: Kontinuierliche Anpassung der Strategien basierend auf dem laufenden Stakeholder-Feedback und der regulatorischen Änderungen.
(ESRS 2-SBM-2.45c iii): Auswirkungen auf das Stakeholder-Verhältnis:
Positive Beeinflussung: Die geplanten und umgesetzten Schritte werden voraussichtlich das Vertrauen und die Zufriedenheit der Stakeholder weiter stärken und zu einer intensiveren Bindung zwischen FACC und ihren Stakeholdern führen.
Stakeholder-Feedback: Der regelmäßige Dialog mit Stakeholdern wird aufrechterhalten, um die Wirksamkeit der Maßnahmen zu überprüfen und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen.
(ESRS 2-SBM-2.45d): Bei FACC werden Aufsichtsrat, Geschäftsführung sowie das Top-Management regelmäßig (mindestens einmal jährlich) über die Ansichten und Interessen der betroffenen Stakeholder bezüglich der nachhaltigkeitsbezogenen Auswirkungen des Unternehmens informiert.
Dies geschieht durch:
• Stakeholder-Befragungen und Feedback-Runden: Durch einen permanenten Informationsaustausch mit den Stakeholdern von FACC werden deren Ansichten zu den nachhaltigkeitsrelevanten Aktivitäten des Unternehmens eingeholt. Diese Feedback-Schleifen umfassen Mitarbeiter, Lieferanten, Kunden und Gemeinden usw. an den Standorten und werden in regelmäßigen Intervallen von der CSR-Abteilung zusammengetragen.
• Berichterstattung an die Gremien: Die Ergebnisse der Stakeholder-Befragungen sowie weitere Erkenntnisse zu den Interessen der Stakeholder werden dem Top-Management einmal jährlich vorgestellt sowie mittels des CSR-Steering-Committees dem CSO präsentiert.
• Austausch mit Experten und externe Beraterung: Bei Bedarf würden externe Experten hinzugezogen, um spezifische Anliegen der Stakeholder im Bereich Nachhaltigkeit zu analysieren.
(S1-SBM 2.12): FACC betrachtet ihre Belegschaft als zentralen Stakeholder und erkennt an, dass die Einbindung der Interessen und Rechte der Mitarbeiter wesentlich für den langfristigen Erfolg und die Nachhaltigkeit des Unternehmens sind. Um sicherzustellen, dass die Stimmen der Mitarbeiter gehört und ihre Interessen berücksichtigt werden, hat FACC mehrere Maßnahmen implementiert:
Regelmäßige Mitarbeiterbefragungen und Feedback-Gespräche
Bei FACC werden Umfragen durchgeführt, um die Meinungen, Bedürfnisse und Sorgen der Mitarbeiter zu erfassen (Mitarbeitergespräche, etc.). Dies umfasst Fragen zu Arbeitsbedingungen, Gesundheits- und Sicherheitsaspekten, Chancengleichheit sowie zum allgemeinen Arbeitsumfeld.
Integration der Ergebnisse in die Strategieentwicklung
Die Erkenntnisse aus den Mitarbeitergesprächen werden systematisch ausgewertet und fließen direkt in die strategischen Planungsprozesse der FACC ein. Zum Beispiel wurden auf Grundlage der Rückmeldungen strenge Richtlinien zur Gesundheit und Sicherheit entwickelt und durch Schulungsprogramme verstärkt. Als Resultat hat FACC seit Jahren an den österreichischen Standorten die ISO 45001-Zertifizierung.
Maßnahmen zur Verbesserung des Wohlbefindens und der Zufriedenheit der Mitarbeiter
Als Reaktion auf das Feedback aus der Belegschaft hat FACC diverse Maßnahmen wie etwa flexible Arbeitszeitmodelle, Programme zur Gesundheitsförderung und Initiativen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben eingeführt.
Respekt der Menschenrechte
Die Achtung der Menschenrechte der Mitarbeiter ist fest in der Unternehmenskultur verankert. FACC hat sich dazu verpflichtet, die Menschenrechte umfassend zu schützen, indem sie transparente, faire Arbeitsbedingungen sowie Schutzmaßnahmen gegen Diskriminierung und Mobbing bietet (weitere Details finden sich im CoC, der FACC).
Direkte Einbindung in die Entscheidungsprozesse
In wichtigen Entscheidungsprozessen werden die Anliegen der Mitarbeiter stets berücksichtigt. Ein Beispiel hierfür ist die Einbindung von Arbeitnehmervertretern (etwa der Betriebsrat) in die Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen, die die Belegschaft betreffen.
(S2-SBM 2.9): FACC hat die Interessen, Ansichten und Rechte der Beschäftigten in ihrer Wertschöpfungskette (Value Chain Workers) umfassend analysiert und bewertet, um sicherzustellen, dass ihre Strategie und ihr Geschäftsmodell diese Aspekte berücksichtigen.
FACC setzt sich nicht nur eigene Werte (z. B. mittels des Verhaltenskodex), sondern gibt diese Werte auch an die Lieferkette weiter (über den Supplier Code of Conduct). Regelmäßige Besuche bei Lieferanten sowie Desktop-Audits und Befragungen sollen sicherstellen, dass diese Werte auch eingehalten werden.
Integration in die Strategie und das Geschäftsmodell:
FACC hat mehrere Initiativen implementiert, die direkt aus den Ergebnissen dieser Engagements resultieren:
• Einhaltung von Menschenrechten: Strikte Einhaltung und Überwachung von Standards gemäß internationaler Arbeitsrechtsvorschriften (z. B. ILO-Konventionen).
• Code of Conduct: Einführung eines umfassenden Verhaltenskodex, der alle Partner in der Wertschöpfungskette zur Einhaltung sozialer und menschenrechtlicher Standards verpflichtet.
• Audit-Prozesse: Regelmäßige Audits zur Sicherstellung der Einhaltung dieser Standards und sofortiger Maßnahmen bei Abweichungen.
• Einführung bzw. Anpassung des Lieferantenbewertungsmodells C.O.M.P.E.T.E. von FACC.
Das C.O.M.P.E.T.E.-System von FACC umfasst Methoden und Tools zur kontinuierlichen Überwachung und Bewertung der Leistungsindikatoren von Lieferanten und beinhaltet zudem die Validierung nachhaltiger Praktiken bei Lieferanten (ökologische, soziale und wirtschaftliche).
1.3.3. DR SBM-3 – Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell
(ESRS 2-SBM-3.48a-h): Auf Basis der durchgeführten doppelten Wesentlichkeitsanalyse (DMA) hat die FACC wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks and Opportunities – IROs) in den Bereichen Klimawandel, Umweltverschmutzung, Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft, eigene Belegschaft, Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette sowie Unternehmensführung identifiziert. Zur besseren Übersichtlichkeit werden diese IROs thematisch aggregiert dargestellt. Die detaillierten und themenspezifischen Angaben zu den einzelnen IROs, einschließlich konkreter Maßnahmen, Kennzahlen und Zielsetzungen, erfolgen in den jeweils einschlägigen thematischen ESRS (E1, E2, E5, S1, S2 und G1). Alle in der DMA analysierten und als Ergebnis in den themenspezifischen Angaben berichteten IROs haben sowohl kurz als auch mittel- und langfristige Auswirkungen auf das Unternehmen.
Im Umweltbereich wirken sich regulatorische Anforderungen zu Klimaschutz, Energieeffizienz, Emissionen, Abfall- und Chemikalienmanagement sowohl aktuell als auch künftig auf Produktionsprozesse, Investitionsentscheidungen und operative Kosten aus. Gleichzeitig ergeben sich Chancen durch Effizienzsteigerungen, Materialeinsparungen und technologische Innovationen. Kurzfristig stehen insbesondere die Einhaltung regulatorischer Vorgaben und damit verbundene operative Effekte im Vordergrund, während sich mittelfristig Effizienzgewinne und eine Stabilisierung der Kostenstruktur ergeben können. Langfristig tragen Investitionen in umweltfreundliche Technologien und ressourcenschonende Prozesse zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit bei. Die wesentlichen Umwelt-IROs resultieren überwiegend aus den eigenen Geschäftstätigkeiten der FACC, insbesondere der energie- und materialintensiven Produktion, und teilweise aus der vorgelagerten Wertschöpfungskette. Umweltaspekte werden schrittweise in operative Steuerungsprozesse, Investitionsentscheidungen und die Standortentwicklung integriert. Der Aufbau strukturierter Konzepte, wie eines Klimakonzepts, eines Übergangsplans sowie von Kreislaufwirtschaftsansätzen, ist vorgesehen und wird die strategische Ausrichtung mittelfristig ergänzen.
Im sozialen Bereich beeinflussen sichere Arbeitsbedingungen, die Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeitender sowie verantwortungsvolle Lieferketten die Produktqualität, Lieferfähigkeit und Reputation der FACC. Risiken bestehen insbesondere im Zusammenhang mit der Fachkräfteverfügbarkeit sowie möglichen Verstößen gegen soziale Standards in der Lieferkette. Diese Themen wirken sich kurz- bis mittelfristig auf die operative Leistungsfähigkeit aus und entfalten langfristig strategische Bedeutung im Hinblick auf stabile Lieferketten, Arbeitgeberattraktivität und Reputation. Die sozialen IROs betreffen sowohl die eigene Belegschaft als auch Arbeitskräfte entlang der Wertschöpfungskette. Sie sind in der Personalstrategie sowie im Lieferantenmanagement verankert und werden durch Richtlinien, Audits, Schulungen und kontinuierliche Verbesserungsprozesse adressiert. Die konkreten Ausgestaltungen werden in den thematischen Angaben zu ESRS S1 und ESRS S2 dargestellt.
Eine funktionierende Unternehmensführung ist eine grundlegende Voraussetzung für regulatorische Konformität, stabile Kundenbeziehungen und langfristige Programmverträge in der Luftfahrtindustrie. Governance-bezogene IROs wirken sich kurzfristig insbesondere auf die Sicherstellung der Compliance aus und sind mittel- bis langfristig für die strategische und finanzielle Stabilität des Unternehmens von zentraler Bedeutung. Governance-Strukturen, Compliance-Systeme und Risikomanagementprozesse bilden den Rahmen für die Steuerung aller identifizierten IROs und sind integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie. Detaillierte Angaben erfolgen im thematischen Standard ESRS G1.
Zum Berichtszeitpunkt führen die identifizierten wesentlichen Risiken und Chancen nicht zu unmittelbaren, eindeutig quantifizierbaren Anpassungen der in den Finanzabschlüssen ausgewiesenen Vermögenswerte oder Schulden. Gleichwohl ist wohl davon auszugehen, dass sich mittel- bis langfristig finanzielle Effekte ergeben können, insbesondere durch Investitionen in Energieeffizienz, Umwelt- und Compliance-Maßnahmen sowie durch Aufwendungen zur Sicherung von Fachkräften und zur Stabilisierung der Lieferkette. Diese Effekte können sich auf die Kostenstruktur, Investitionsentscheidungen und die langfristige Ertragskraft der FACC auswirken. Eine weitergehende Quantifizierung erfolgt im Zuge der fortschreitenden strategischen Ausarbeitung und Integration in die Unternehmensplanung.
Geplante Investitionen betreffen insbesondere die Produktionsinfrastruktur, Effizienzmaßnahmen sowie organisatorische Weiterentwicklungen und werden im Rahmen der bestehenden Finanzierungsstruktur umgesetzt. Die Resilienz des Geschäftsmodells wird durch Compliance-Systeme und das Enterprise Risk Management unterstützt. Die qualitative Bewertung berücksichtigt kurz-, mittel- und langfristige Zeithorizonte; eine spezifische Resilienzanalyse aus CSR-Perspektive befindet sich derzeit im Aufbau. Gegenüber dem Vorjahr wurden keine neuen wesentlichen IROs identifiziert. Die bestehenden IROs wurden bestätigt und weiter präzisiert. Die identifizierten wesentlichen IROs werden vollständig durch die entsprechenden thematischen ESRS abgedeckt; zusätzliche unternehmensspezifische Angaben sind derzeit nicht erforderlich.
1.4. Auswirkungen, Risiken, und Chancen Management
1.4.1. DR IRO-1 – Beschreibung der Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen
(ESRS 2-IRO-1.53a-h): Alle vom ESRS vorgeschlagenen Punkte (inkl. Sub/Sub-Sub-Themen) wurden durch individuelle Analysen auf der niedrigsten Granularitätsebene (IROs) bewertet. Für die meisten Umweltthemen wurden differenzierte Bewertungen entlang der Wertschöpfungskette durchgeführt: eigene Betriebe / vorgelagerte / nachgelagerte Aktivitäten. Soweit solche Daten verfügbar und ausreichend genau sind, wurde eine quantitative Bewertung systematisch einer qualitativen Beurteilung vorgezogen. Die Bewertung wurde dokumentiert.
Auswirkungsmaterialität (tatsächliche oder potenzielle Auswirkungen auf Menschen und die Umwelt):
Das Unternehmen bewertete die tatsächlichen oder potenziellen Auswirkungen seiner Aktivitäten auf die Umwelt und Menschen - z. B. Mitarbeiter, Endnutzer und lokale Gemeinschaften. Die Bewertung erfolgte unter Berücksichtigung der Schwere (Umfang, Reichweite, Wiedergutmachbarkeit - für negative Auswirkungen) und der Wahrscheinlichkeit solcher Auswirkungen unter Verwendung vordefinierter Bewertungsraster. Der Wesentlichkeitsschwellenwert wurde unter Berücksichtigung der damit verbundenen "Schwere vs. Wahrscheinlichkeit"-Kombinationen festgelegt, die als relevant erachtet wurden, um die Wesentlichkeit widerzuspiegeln und die Themenpriorisierung zu unterstützen. Bei Themen, die potenzielle Auswirkungen auf Menschen betreffen, überstimmte ein hoher Schweregrad ein niedriges Wahrscheinlichkeitsrating. Alle Unternehmensaktivitäten und -standorte wurden in dieser Analyse berücksichtigt, mit einem Fokus auf die Herstellung von Luftfahrzeugbauteilen. Die gesamte Wertschöpfungskette (wie der FACC bekannt und abschätzbar) wurde berücksichtigt, wobei erneut der Schwerpunkt auf den Auswirkungen im Zusammenhang mit der Produktion von Luftfahrzeugbauteilen lag, da hieraus über 90 Prozent des Konzernumsatzes generiert wird. Diese Analyse stützte sich auch auf ein Verständnis der eigenen Betriebe, der Lieferkette oder anderer Geschäftsbeziehungen des Unternehmens, da das Vorhandensein und die Schwere potenzieller oder tatsächlicher nachteiliger Auswirkungen von verschiedenen Faktoren beeinflusst werden, wie z. B.: der Art der Industrie, Produkte/Dienstleistungen, Operationen und ihrer damit verbundenen inhärenten Risiken; dem Land und dem operativen Kontext, unter Berücksichtigung beispielsweise öffentlich zugänglicher Statistiken und Indizes oder der Existenz verwandter Umwelt- oder Sozialvorschriften oder relevanter freiwilliger Standards und der damit verbundenen Schwellenwerte oder anderer relevanter wissenschaftlicher Informationsquellen (z. B. planetare Grenzen, Umweltbelastungsatlas...). Bewertungswerte wurden soweit möglich durch quantifizierte Daten untermauert, unter Verwendung einer Vielzahl von Informationsquellen. Dazu gehören interne Informationen wie:
• Lebenszyklusanalyse, Informationen von thematischen Experten, bezogene interne Leistungskennzahlen (vergangene oder laufende Auswirkungen)
• Ergebnisse von Due-Diligence-Dritten, interne Kontrollberichte oder Informationen, die während Besuchen von Lieferantenstandorten gesammelt wurden (siehe C.O.M.P.E.T.E.- System, welches in späteren Kapiteln näher behandelt wird)
• Elemente aus Erkenntnissen und Warnungen von beispielsweise Desktop-Lieferanten-Nachhaltigkeitsreifebewertungen, Vor-Ort-Bewertungen (einschließlich sozialer Bewertungen) oder aus dem Beschwerdemechanismus (siehe ebenso C.O.M.P.E.T.E.- System)
• Eingaben, die im Rahmen des Stakeholder-Engagements erhalten wurden (siehe SBM-2)
• sowie externe Informationen wie thematische und sektorale Benchmarks oder öffentliche Berichte und regulatorische Schwellenwerte
Die Bewertung der Auswirkungsmaterialität wurde auch durch das Engagement mit Stakeholdern unterstützt, im Einklang mit dem insgesamt vorgestellten Ansatz zum Stakeholder-Engagement in der dedizierten Offenlegungsanforderung. Dies umfasst die direkte Konsultation interner und externer Experten, Informationen, die von Stakeholdern durch das kontinuierliche Stakeholder-Engagement gesammelt wurden, und von betroffenen Stakeholdern oder ihren relevanten Vertretern (z. B. Mitarbeiter durch Umfragen, Inhalte des sozialen Dialogs, Kundenfeedback...). Die Berücksichtigung regulatorischer Schwellenwerte, thematischer Standards oder Referenzrahmen wurde auch als Darstellung der Interessen der NGOs angesehen.
Auswirkungen auf das Unternehmen oder die finanzielle Wesentlichkeit:
Die potenziellen Auswirkungen von Nachhaltigkeitsthemen auf die finanzielle Leistung des Unternehmens wurden durch die Festlegung eines monetären Schwellenwerts bewertet. Dieser Schwellenwert dient als Maßstab, um die finanzielle Relevanz der identifizierten Nachhaltigkeitsthemen zu bestimmen. Zusätzlich wurden gleichwertige qualitative Auswirkungstypen berücksichtigt, um ein umfassendes Bild der potenziellen finanziellen Chancen und Risiken zu erhalten. Diese Bewertung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Risikomanager, um sicherzustellen, dass sowohl finanzielle als auch nicht-finanzielle Risiken und Chancen angemessen berücksichtigt werden. Der monetäre Schwellenwert wurde so festgelegt, dass er die potenziellen finanziellen Chancen und Risiken auf den Umsatz, die Betriebskosten und andere relevante finanzielle Kennzahlen des Unternehmens widerspiegelt.
Die Prüfung der Geschäfts- und Betriebsmodellabhängigkeiten des Unternehmens mit jedem Unterthema, einschließlich durch den Austausch mit thematischen Experten unterstützte das oben erwähnte Screening. Die doppelte Wesentlichkeitsbewertung wurde formell dem Exekutivausschuss und dem Board of Directors vorgestellt und genehmigt.
Die doppelte Wesentlichkeitsbewertung soll zukünftig die Priorisierung der Arbeit durch die interne Kontrolle unterstützen, indem sie klare Kriterien und Schwellenwerte für die Bewertung der finanziellen und nicht-finanziellen Risiken und Chancen bereitstellt. Diese Bewertung hilft der internen Kontrolle, die wichtigsten Bereiche zu identifizieren, die überwacht und gesteuert werden müssen, um die strategischen Ziele des Unternehmens zu erreichen. Durch die Fokussierung auf die wesentlichen Themen kann die interne Kontrolle dann ihre Ressourcen effizient einsetzen und sicherstellen, dass die größten Risiken und Chancen angemessen adressiert werden. Dies führt zu einer gezielten Überwachung und Anpassung der internen Prozesse, um die langfristige Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu gewährleisten. Hier befinden wir uns noch eher am Beginn des Prozesses.
Nachhaltigkeitsrisiken und -chancen sind aktuell noch nicht in das ERM-System und die Prozesse integriert, einschließlich ihrer Identifizierung, Bewertung und Verwaltung. In Zukunft sollen sie Teil des Unternehmensrisikobildes werden.
Auswirkungen werden durch die Due-Diligence-Prozesse des Unternehmens abgedeckt (etwa C.O.M.P.E.T.E., Audits, Risikomapping von Lieferanten, etc.), wie gegebenenfalls in den entsprechenden Offenlegungsanforderungen dargestellt. Gerade für die Themen ESRS E1-E5 müssen solche DD- Prozesse erst noch etabliert werden. Im Jahr 2024 führte FACC ihre doppelte Wesentlichkeitsbewertung das erste Mal durch. Zukünftig verfeinert FACC die Methodik, um sie mit den CSRD-Anforderungen weiter in Einklang zu bringen. Wie in den unverbindlichen Umsetzungshinweisen (Implementation Guidances) zur Wesentlichkeitsbewertung empfohlen, beabsichtigt das Unternehmen, seine wesentlichen Themen einmal jährlich zu bestätigen oder zu überprüfen (und zu aktualisieren), indem es berücksichtigt, ob wesentliche Änderungen in der organisatorischen und operativen Struktur des Unternehmens aufgetreten sind, ob externe Faktoren im Berichtsjahr aufgetreten sind und/oder ob wesentliche neue Informationen erhalten wurden, während das Unternehmen in seinem Verständnis von Themen und deren Auswirkungen, Risiken und Chancen voranschreitet. Abhängig von der Bedeutung dieser Ereignisse und Entwicklungen würde das Unternehmen entweder die bestehende DMA überprüfen oder eine vollständige DMA durchführen, um sicherzustellen, dass die wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen ordnungsgemäß berichtet werden. Der Überprüfungsprozess für das Geschäftsjahr 2025 ergab keine notwendigen Anpassungen. Für das Geschäftsjahr 2026 wird erneut geprüft.
Beschreibung der Verbindungen von Auswirkungen und Abhängigkeiten mit Risiken und Chancen:
FACC identifiziert systematisch die wesentlichen Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeiten und die damit verbundenen Abhängigkeiten durch die Durchführung einer Doppelten Wesentlichkeitsanalyse (DMA). Diese Analyse hilft, die potenziellen Risiken und Chancen zu bewerten, indem die Wahrscheinlichkeit und Schwere der Auswirkungen berücksichtigt werden.
Obwohl die Erkenntnisse aus der DMA derzeit noch nicht vollständig in die strategische Planung integriert sind, dienen sie als wertvolle Grundlage für zukünftige strategische Entscheidungen. FACC arbeitet daran, diese Erkenntnisse schrittweise in ihre strategische Planung einzubeziehen, um proaktiv auf Herausforderungen zu reagieren und Chancen zu nutzen. Eine kontinuierliche Überwachung der identifizierten Auswirkungen und Abhängigkeiten wird es dem Unternehmen ermöglichen, die Strategie bei Bedarf anzupassen und die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.
(ESRS 2-IRO-1.53c.i.): Die FACC berücksichtigt in der doppelten Wesentlichkeitsanalyse systematisch die Zusammenhänge zwischen identifizierten Auswirkungen und Abhängigkeiten sowie den daraus resultierenden Risiken und Chancen. Negative oder positive Auswirkungen sowie operative und strukturelle Abhängigkeiten werden auf potenzielle finanzielle oder strategische Risiken bzw. Chancen geprüft.
Umweltbezogene Aspekte wie Energie- und Ressourceneinsatz oder Umgang mit Gefahrstoffen werden mit regulatorischen, kostenbezogenen und repuUmweltbezogene Aspekte wie Energie- und Ressourceneinsatz oder Umgang mit Gefahrstoffen werden mit regulatorischen, kostenbezogenen und repuSoziale Auswirkungen zu Arbeitsbedingungen, Sicherheit und Qualifikation werden hinsichtlich Risiken für Leistungsfähigkeit, Lieferfähigkeit und Reputation sowie Chancen zur Fachkräftesicherung und stabilen Lieferketten bewertet.
Auch Abhängigkeiten von Lieferketten, regulatorischer Konformität und Governance-Strukturen fließen in die Analyse ein, um Risiken (z. B. Lieferunterbrechungen, Compliance-Verstöße) und Chancen (z. B. resiliente Geschäftsbeziehungen) konsistent zu erfassen.
(E1-IRO-1.20) (E1-IRO-1.20a): Klimarisikoanalyse
Eine Klimarisikoanalyse hat FACC bislang nicht durchgeführt, eine Durchführung ist aber im Jahr 2026 geplant.
(E2-IRO-1.11): Umweltverschmutzung
Der strukturierte Prozess der FACC zur Identifikation wesentlicher Auswirkungen, Risiken und Chancen hat ergeben, dass die Umweltbelastungen derzeit unwesentlich sind, mit Ausnahme von besorgniserregenden Stoffen (Substances of Concern, SoC) oder besonders besorgniserregenden Stoffen (Substances of Very High Concern, SVHC). Diese Einschätzung basiert auf der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse (DMA) und der Einbindung relevanter Stakeholder.
(E2-IRO-1.11a): Screening und Identifizierung tatsächlicher und potenzieller umweltbedingter Auswirkungen, Risiken und Chancen
Mithilfe eines integrierten Umweltmanagementsystems, insbesondere des Umweltmanagementsystems (EMS) nach ISO 14001, kann FACC ein detailliertes Screening durchführen, um potenzielle Umweltprobleme zu identifizieren. Wichtige Leistungsindikatoren wie Abfallaufkommen und Schadstoffe werden systematisch verfolgt, insbesondere diejenigen, die mit der Verwendung von REACH-relevanten Stoffen – die REACH-Verordnung gilt grundsätzlich für alle Stoffe (Chemikalien), die in der EU hergestellt oder verwendet werden, und für Stoffe in Gemischen oder Erzeugnissen – verbunden sind.
Um andererseits die Einbindung und das Engagement von FACC mit Stakeholdern (einschließlich Mitarbeitern, Lieferanten, Behörden und Kunden) während der Identifizierung von Umweltproblemen sicherzustellen, werden jährlich Audits, Feedback-Meetings und Bewertungen durchgeführt (z. B. ECCOS22-Audits, Kundenaudits oder Bewertungsportale wie Ecovadis/CDP), um die Genauigkeit der Daten und die Einhaltung von Umweltstandards sicherzustellen.
Methoden und Tools
Das Screening folgt einem systematischen Prozess zur Erfassung und Klassifizierung aller im Betrieb verwendeten Stoffe. Jeder Stoff wird gründlich auf seine potenziellen Umweltauswirkungen untersucht, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf seiner Einstufung als bedenklicher Stoff oder als besonders bedenklicher Stoff gemäß REACH liegt. Der Prozess folgt einer klar strukturierten Methodik, die aus drei Phasen besteht: Datenerfassung, Konformitätssicherung und Ergebnisse. Mithilfe des Tools für Umwelt, Gesundheit und Sicherheit (EHS) sowie spezieller chemischer Datenbanken, die auf die REACH-Vorschriften zugeschnitten sind, führt FACC eine detaillierte Analyse der Umweltauswirkungen von Stoffen in ihrer gesamten Lieferkette durch.
Datenerfassung
FACC führt jährlich eine Desktop-Bewertung ihrer Lieferkette durch, um die Umweltpraktiken und die Konformität ihrer Lieferanten zu bewerten. Die Bewertung durch CRIF (Centrale Rischi Finanziari) umfasst die Überprüfung der Nachhaltigkeitskompromisse der Lieferanten in Bezug auf Wasser- und CO2-Fußabdruckberechnungen, bewährte Praktiken im Abfallmanagement und die Sicherstellung, dass alle erforderlichen Zertifizierungen wie ISO 14001 für das Umweltmanagement auf dem neuesten Stand sind. Am Ende werden die Ergebnisse ausgewertet und mit den Lieferanten geteilt, um mögliche Verbesserungen in Bezug auf relevante Umweltbelastungen in ihrer Wertschöpfungskette zu identifizieren. Ziel ist es, die Einhaltung der Mindeststandards sicherzustellen.
In Bezug auf Kundendaten sind spezifische Verfahren zur Erfassung kundenbezogener Umweltdaten zwar noch nicht offiziell öffentlich dokumentiert, FACC integriert jedoch vierteljährliche Kundenfeedbacks und Überlegungen zur Umweltleistung in die Thematik der Umweltbelastung in ihrer Lieferkette.
(E2-IRO-1.11b): Zum Berichtsstichtag hat FACC noch keine Konsultationen mit betroffenen Gemeinden durchgeführt, um potenzielle umweltbelastungsbedingte Auswirkungen zu identifizieren und zu bewerten. In Zukunft plant FACC jedoch, solche Konsultationen umzusetzen, um potenzielle Umweltauswirkungen mit betroffenen Gemeinden besser zu verstehen und darauf basierend geeignete Maßnahmen zu ergreifen.
Gewährleistung der Einhaltung der Vorschriften
• FACC gewährleistet die Einhaltung der REACH-Verordnung (EG 1907/2006) durch einen strukturierten und analytischen Ansatz. Dies wird durch die Durchführung von Lieferanten-Audits und -bewertungen erreicht, bei denen die Einhaltung der REACH-Anforderungen, einschließlich Dokumentationsprüfungen für beschränkte Stoffe, überprüft wird. Darüber hinaus gibt es Überwachungsmechanismen, um nachzuverfolgen, dass Lieferanten Sicherheitsdatenblätter (SDB) und andere erforderliche Unterlagen für verwendete Chemikalien bereitstellen. Diese Maßnahmen stellen sicher, dass Lieferanten und Kunden innerhalb der Lieferkette die gesetzlichen Verpflichtungen erfüllen und mindern das Risiko von Nichteinhaltung und möglichen rechtlichen Strafen.
• FACC dokumentiert und kategorisiert alle in ihren Betrieben verwendeten Stoffe und Chemikalien systematisch anhand ihrer potenziellen Umweltauswirkungen und stellt so die Einhaltung der REACH-Vorschriften sicher. Dieser Prozess umfasst die Datenerfassung durch spezielle Chemikaliendatenbanken und EHS-Tools, die für die REACH-Konformität entwickelt wurden. Diese Tools ermöglichen die analytische Bewertung von Umweltrisiken entlang der Lieferkette und stellen sicher, dass bedenkliche Stoffe identifiziert und effektiv gehandhabt werden.
• Darüber hinaus unterstützt das integrierte Umweltmanagementsystem (EMS) von FACC die proaktive Identifizierung beschränkter Chemikalien, sodass das Unternehmen Umweltrisiken frühzeitig mindern kann. Durch die Kombination datenbasierter Bewertungen mit Maßnahmen zur Einhaltung gesetzlicher Vorschriften gewährleistet FACC eine strukturierte und effektive Methodik zur Reduzierung ihrer Umweltauswirkungen.
Ergebnisse des Screenings und der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse (DMA)
In den eigenen Betrieben bergen die Verwendung und die potenzielle Freisetzung dieser Stoffe Umwelt- und Regulierungsrisiken, die durch kontinuierliche Überwachung und Klassifizierung gemanagt werden. Innerhalb des eigenen Betriebs und der Lieferkette tragen das Vorhandensein und der Umgang mit solchen Stoffen zu negativen Umweltrisiken bei, was eine engere und ständige Zusammenarbeit mit den Lieferanten erfordert, um die Einhaltung der Vorschriften sicherzustellen und nicht zugelassene Materialien zu eliminieren.
Identifizierte wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen durch eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse
Die Identifizierung von Standorten, die von Verschmutzung betroffen sind, einschließlich solcher, die mit besorgniserregenden Stoffen oder besonders besorgniserregenden Stoffen umgehen, basiert auf der DMA und internen Konsultationen, bei denen Faktoren wie das Produktionsvolumen, die Anzahl der Beschäftigten und der Umfang der Tätigkeiten berücksichtigt wurden. Standorte wie Österreich und Kroatien mit bedeutenden Produktionsaktivitäten, oder solchen, die mit gefährlichen Stoffen umgehen oder diese lagern, wurden als besonders umweltgefährdend eingestuft. Anlagen in Kanada und den USA wurden als weniger umweltbelastend eingestuft, da sie nur in begrenztem Umfang Chemikalien verwenden und sich auf bestimmte Tätigkeiten beschränken. Im Gegensatz dazu wurden Standorte in China, Indien und der Slowakei, wo nicht produziert wird, als unwesentlich eingestuft. Die nachstehende Tabelle enthält eine Liste der Standorte, an denen die Umweltverschmutzung von wesentlicher Bedeutung ist.
| | | |
Standort | Aktivität | Wesentlichkeit | Begründung |
Österreich | Hauptsitz und primäre Produktionsanlagen; Innovations- und F&E-Zentrum | Nur SVHC/ SoC | Aufgrund des hohen Produktionsvolumens und der damit verbundenen potenziellen Umweltauswirkungen unterliegen diese Standorte einer strengen Leistungskontrolle. |
Kroatien | Komponentenfertigung und Montagevorgänge | Begrenzte SVHC/ SoC, unwesentlich | Aufgrund des geringeren Umfangs im Vergleich zur österreichischen Einrichtung ist die Nutzung minimal. |
Kanada | Technische Unterstützung und Aktivitäten in der Materialversorgungskette | Begrenzte SVHC/ SoC, unwesentlich | Aufgrund der geringeren Belegschaft und des begrenzten Umgangs mit Chemikalien weist dieser Standort ein geringeres Umweltrisikoprofil auf. |
USA | Kundensupport, Komponentenlieferung und After-Sales-Services | Begrenzte SVHC/ SoC, unwesentlich | Der Betrieb in den USA ist größtenteils serviceorientiert und erfordert einen minimalen Einsatz von Chemikalien – hauptsächlich beschränkt auf kleinere Reparaturen. |
China | Partnerschaft | unwesentlich | Keine Produktion und sehr wenige Mitarbeiter in den Büros |
Indien | Unterstützung bei der technischen Planung und bei Lieferantenpartnerschaften | unwesentlich | Keine Produktion und sehr wenige Mitarbeiter in den Büros |
Slowakei | Logistik- und Distributionszentrum | unwesentlich | Keine Produktion und sehr wenige Mitarbeiter in den Büros |
| | | |
Liste der Geschäftsaktivitäten, die mit Auswirkungen, Risiken und Chancen von Schadstoffen verbunden sind.
Eigene Betriebsabläufe:
• Produktion und Fertigung: Die Verwendung und potenzielle Freisetzung bedenklicher Stoffe während der Fertigungsprozesse, die zu Umweltverschmutzung und Gesundheitsrisiken führen.
• Abfallmanagement und -entsorgung: Unsachgemäße Entsorgung oder ineffizientes Abfallmanagement bedenklicher Stoffe während der Fertigungsprozesse kann zu Umweltverschmutzung führen.
Wertschöpfungskette:
F&E und Materialentwicklung: Der Umgang mit und die Freisetzung potenziell schädlicher Stoffe während der Materialentwicklung, insbesondere bei der Innovation und Erprobung neuer Produkte, tragen zu Umweltverschmutzung und Umweltrisiken bei.
(E5-IRO 1.11) (E5-IRO 1.11a): Das Unternehmen muss den Prozess zur Ermittlung wesentlicher Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit der Ressourcennutzung und der Kreislaufwirtschaft beschreiben.
FACC hat keine dedizierte LEAP-Analyse (Locate, Evaluate, Assess und Prepare) durchgeführt, sondern stattdessen im Rahmen des Due Diligence Materiality Assessment (DMA), der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse, Aspekte des Ressourcenverbrauchs und der Kreislaufwirtschaft bewertet. Bei dieser Bewertung wurden potenzielle und tatsächliche Auswirkungen, Risiken und Chancen innerhalb der eigenen Geschäftstätigkeit von FACC sowie entlang der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette berücksichtigt.
(E5-IRO 1.11b): Darüber hinaus hat FACC keine Konsultationen, insbesondere mit betroffenen Gemeinden, durchgeführt.
1.4.2. DR IRO-2 – In ESRS enthaltene von den Nachhaltigkeitserklärungen des Unternehmens abgedeckte Angabepflichten
(ESRS 2-IRO-2.54-59): Die Nachhaltigkeitserklärung der FACC wurde auf Grundlage der Ergebnisse der doppelten Wesentlichkeitsanalyse gemäß ESRS 1 Kapitel 3 erstellt und mittels Analyse einer ESRS-Datenpunktliste übergeleitet. Berichtet werden jene Disclosure Requirements der ESRS, die sich auf als wesentlich identifizierte Auswirkungen, Risiken und Chancen beziehen. Themen, die im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse als nicht wesentlich eingestuft wurden, werden entsprechend nicht berichtet oder nur kurz erläutert.
Die FACC stellt eine vollständige Übersicht der angewendeten Disclosure Requirements einschließlich der jeweiligen Fundstellen im Nachhaltigkeitsbericht zur Verfügung. Diese Übersicht umfasst auch Disclosure Requirements aus anderen EU-Rechtsakten gemäß Anhang B der ESRS. Für Themen, die als nicht wesentlich bewertet wurden, ist dies in der Übersicht explizit gekennzeichnet („Nicht materiell“).
Der Themenbereich Klimawandel (ESRS E1) wurde im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse als wesentlich eingestuft. Entsprechend werden ausgewählte Disclosure Requirements zu Klimaschutz, Energieverbrauch und Emissionen in Anlehnung an ESRS E1 berichtet. Eine detaillierte Klimarisikoanalyse wurde bislang nicht durchgeführt, ist jedoch für das Jahr 2026 geplant. Die Berichterstattung wird künftig auf Basis dieser Analyse weiterentwickelt.
Die Themen Wasser- und Meeresressourcen (ESRS E3), Biodiversität und Ökosysteme (ESRS E4), betroffene Gemeinschaften (ESRS S3) sowie Verbraucher und Endnutzer (ESRS S4) wurden als nicht wesentlich bewertet. Diese Einschätzung basiert auf der Art der Geschäftstätigkeit der FACC, den industriellen Rahmenbedingungen sowie der Ergebnisse der doppelten Wesentlichkeitsanalyse. Aus diesen Gründen werden die entsprechenden Disclosure Requirements nicht berichtet.
Die Bestimmung der wesentlichen Informationen erfolgte auf Grundlage der Kriterien gemäß ESRS 1 Abschnitt 3.2. Für Auswirkungen wurden insbesondere Schweregrad und Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet; für finanzielle Risiken und Chancen wurden potenzielle Auswirkungen auf Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die strategische Position berücksichtigt. Definierte Schwellenwerte und Bewertungsraster dienten der Priorisierung und Sicherstellung einer konsistenten Themenauswahl.
Content Index – Übersicht der Disclosure Requirements
ESRS | Disclosure Requirements in Anlehnung an ESRS | Berichtet | Wesentlich (ja/nein) | Verweis |
ESRS2 | BP-1 Grundlagen der Erstellung | Ja | Ja | ESRS 2, Kap. 1.1 |
ESRS2 | BP-2 Spezifische Umstände | Ja | Ja | ESRS 2, Kap. 1.1.2 |
ESRS2 | GOV-1 Rolle der Organe | Ja | Ja | ESRS 2, Kap. 1.2.1 |
ESRS2 | GOV-2 Nachhaltigkeitsinformationen | Ja | Ja | ESRS 2, Kap. 1.2.2 |
ESRS2 | GOV-3 Anreizsysteme | Ja | Ja | ESRS 2, Kap. 1.2.3 |
ESRS2 | GOV-4 Due-Diligence-Erklärung | Ja | Ja | ESRS 2, Kap. 1.2.4 |
ESRS2 | GOV-5 Risikomanagement & IKS | Ja | Ja | ESRS 2, Kap. 1.2.5 |
ESRS3 | SBM-1 Geschäftsmodell & Wertschöpfungskette | Ja | Ja | ESRS 2, Kap. 1.3.1 |
ESRS2 | SBM-2 Stakeholder | Ja | Ja | ESRS 2, Kap. 1.3.2 |
ESRS2 | SBM-3 Strategie & Nachhaltigkeit | Ja | Ja | ESRS 2, Kap. 1.3 |
ESRS2 | IRO-1 Ermittlung & Bewertung von IROs | Ja | Ja | ESRS 2, Kap. 1.4.1 |
ESRS2 | IRO-2 Steuerung von IROs | Ja | Ja | ESRS 2, Kap. 1.4.1 |
ESRS E1 | Klimawandel | Teilweise | Ja | Kap. 2.2 |
ESRS E2 | Umweltverschmutzung | Ja | Ja | Kap. 2.3 |
ESRS E3 | Wasser & Meeresressourcen | Nicht materiell | Nein | ESRS 2 – 4.1 |
ESRS E4 | Biodiversität & Ökosysteme | Nicht materiell | Nein | ESRS 2 – 4.1 |
ESRS E5 | Ressourcennutzung & Kreislaufwirtschaft | Ja | Ja | Kap. 2.4 |
ESRS S1 | Eigene Arbeitskräfte | Ja | Ja | Kap. 3.1 |
ESRS S2 | Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette | Ja | Ja | Kap. 3.2 |
ESRS S3 | Betroffene Gemeinschaften | Nicht materiell | Nein | ESRS 2 – 4.1 |
ESRS S4 | Verbraucher & Endnutzer | Nicht materiell | Nein | ESRS 2 – 4.1 |
ESRS G1 | Unternehmenspolitik & Governance | Ja | Ja | Kap. 4 |
EU-Rechtsdatenpunkte (Appendix B ESRS 2 §56) | | | | |
EU-Rechtsquelle | Datenpunkt | Status | Ja | Verweis |
CSRD / NaDiVeG | Nichtfinanzielle Erklärung | Ja | Ja | Gesamter NHB |
EU-Taxonomie | Umsätze, CapEx, OpEx | Ja | Ja | Kap. 2.1 |
Lieferkettensorgfalt | Soziale Mindeststandards | Ja | Ja | ESRS S2 |
Wasser / Biodiversität | - | Nicht materiell | Nein | ESRS 2 – 4.1 |
2.1. Taxonomie Offenlegungen
Angaben nach Artikel 8 der Verordnung (EU) 2020/852 (Taxonomie-Verordnung)
Die Taxonomie-Verordnung ist eine Schlüsselkomponente des Aktionsplans der Europäischen Kommission zur Umlenkung der Kapitalströme auf eine nachhaltigere Wirtschaft. Sie stellt einen wichtigen Schritt zur Erreichung der Kohlenstoffneutralität bis 2050 im Einklang mit den EU-Klimazielen dar und liefert ein Klassifizierungssystem für ökologisch nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten.
Im folgenden Abschnitt stellen wir den Anteil unseres Konzernumsatzes, der Investitionsausgaben (CapEx) und der Betriebsausgaben (OpEx) für den Berichtszeitraum 2025 im Hinblick auf die Taxonomiefähigkeit und -konformität von FACC dar.
Änderungen durch die delegierte Verordnung (EU) 2026/73
Im Zuge des Omnibus‑Vereinfachungspakets für die Nachhaltigkeitsberichterstattung wurde im Jänner 2026 ein neuer delegierter Rechtsakt veröffentlicht, der insbesondere die Berichterstattung im Rahmen der EU-Taxonomie vereinfacht. Dieser brachte teils weitreichende Erleichterungen wie die Einführung von Wesentlichkeitsschwellen für Unternehmen mit sich und ist bereits auf Geschäftsjahre, die zum 31.12.2025 enden, anwendbar. Die FACC macht von diesen Erleichterungen Gebrauch und berichtet in diesem Kapitel im Einklang mit den neuen Offenlegungsvorschriften. So wurde ein Teil der CapEx, der unter der Wesentlichkeitsschwelle liegt, nicht auf Fähigkeit und Konformität überprüft. Weitere Details sind im untenstehenden Kapitel beschrieben. Ebenso werden dieses Jahr die neuen Taxonomie‑Meldebögen berichtet.
Taxonomiefähigkeit
Mit der Veröffentlichung der Umweltziele 3-6 und der Erweiterung der Aktivitäten unter den Umweltzielen 1-2 (Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel) 2023, wurde das Geschäftsmodell von FACC zum größten Teil unter der Aktivität CCM 3.21 erfasst.
CCM 3.21 – Herstellung von Luftfahrzeugen unter dem Umweltziel Klimaschutz umfasst laut Beschreibung die Herstellung, Reparatur, Wartung, Instandhaltung, Nachrüstung, Konzeption, Umnutzung und Aufrüstung von Luftfahrzeugen sowie Luftfahrzeugbauteile und -ausrüstungen. Das Geschäftsmodell von FACC umfasst unter anderem die Entwicklung und Fertigung von zentralen Bauteilen wie Steuerflächen, Triebwerksverkleidungen und Kabinenausstattungen für Passagiermaschinen und Business Jets und fällt somit unter diese Tätigkeit. Dementsprechend kann 96,05 Prozent (2024: 97,3%) des Umsatzes von FACC als taxonomiefähig ausgewiesen werden
Neben der Haupttätigkeit hat die FACC im Jahr 2025 geringfügige Investitionen in Querschnittsaktivitäten getätigt. Um das Geschäftsmodell in den Meldebögen nachvollziehbar darzustellen, wurden diese Investitionen, da sie keine wesentlichen Wirtschaftstätigkeiten darstellen, als unwesentlich ausgewiesen. Im Berichtsjahr 2025 wurden daher 7,91 Prozent der CapEx als unwesentlich eingestuft, und der Meldebogen umfasst lediglich die getätigten Investitionskosten sowie die erwirtschafteten Umsatzerlöse aus der Haupttätigkeit CCM 3.21. Die als unwesentlich ausgewiesenen Tätigkeiten beziehen sich auf die Sektoren Verkehr sowie Baugewerbe und Immobilien.
Taxonomiekonformität
FACC kann für das Geschäftsjahr 2025 keine taxonomiekonformen Anteile ausweisen, da noch keine vollständige Klimarisikoanalyse im Einklang mit Anlage A durchgeführt wurde. Anlage A ist für CCM 3.21 ein technisches Bewertungskriterien gem. des "do no significant harm"-Prinzips (DNSH) zum Umweltziel „Anpassung an den Klimawandel“. Ohne die Einhaltung dieser Kriterien ist eine Konformität nicht gegeben. Dementsprechend können weder ein konformer Umsatz noch konforme Investitionen (CapEx) oder Betriebsausgaben (OpEx) ausgewiesen werden.
Leistungsindikatoren
Eine Doppelzählung unter mehreren Umweltzielen konnte vermieden werden, da die taxonomiefähige Tätigkeit CCM 3.21 ausschließlich dem Umweltziel Klimaschutz zugeordnet ist.
Umsatz
Der Nenner des Umsatzes gem. EU-Taxonomie entspricht den Umsatzerlösen gem. Konzerngewinn- und Verlustrechung (siehe Konzernanhang Note 8) und beträgt in Summe TEUR 984.405 (2024: TEUR 884.523). Ein Anteil von 96,05 Prozent (2024: 97,3%) kann dabei der Haupttätigkeit CCM 3.21 Herstellung von Luftfahrzeugen zugeordnet werden. Weitere taxonomiefähige Umsätze existieren bei FACC derzeit nicht. Der verbleibende Anteil von 3,95 Prozent ist daher als nicht-taxonomiefähig auszuweisen. Taxonomiekonforme Umsätze liegen derzeit aus o.g Gründe nicht vor.
CapEx
Die Investitionsausgaben laut EU-Taxonomie umfassen die Zugänge an Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten während des betrachteten Geschäftsjahres 2025 vor Abschreibungen und Neubewertungen und entsprechen damit den im Konzernanhang unter der Note 20 und 21 ausgewiesenen Zugängen in Höhe von TEUR 24.031 (2024: TEUR 34.242). Davon ist ein Anteil von 79,17 Prozent (2024: 76,2%) als taxonomiefähig zu klassifizieren. Der weitaus überwiegende Anteil entfällt dabei auf die Aktivität CCM 3.21 Herstellung von Luftfahrzeugen. Insgesamt fallen aufgrund des Geschäftsmodells von FACC nur ein geringer Anteil auf Wirtschaftstätigkeiten, die nicht der Tätigkeit CCM 3.21 entsprechen und daher als unwesentlich klassifiziert wurden. Taxonomiekonforme Investitionsausgaben können derzeit nicht ausgewiesen werden.
OpEx
Die Betriebsausgaben laut EU-Taxonomie umfassen bei FACC direkte, nicht kapitalisierte Kosten, die sich auf Forschung und Entwicklung, Gebäudesanierungsmaßnahmen, kurzfristiges Leasing, Wartung und Reparatur beziehen. Somit handelt es sich nach genannter Definition nur um 1,67% der betrieblichen Aufwendungen nach Konzernabschluss, die für den Nenner der OpEx-Kennzahl laut EU-Taxonomie herangezogen werden können. Aus diesem Grund wird die Kennzahl der Taxonomie als nicht wesentlich für das Geschäftsmodel der FACC eingestuft und ab dem Geschäftsjahr 2025 nicht mehr berichtet. Der taxonomiefähige und taxonomiekonforme Anteil am OpEx wird damit 2025 mit 0,0% angegeben. Der OpEx-Nenner belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf TEUR 15.929. Die Vorjahreszahl (TEUR 22.218) wurde entsprechend der präziseren Definition es OpEx-Nenners angepasst.
Änderungen zum Vorjahr
Aufgrund der Veröffentlichung der delegierten Verordnung (EU) 2026/73 werden dieses Jahr die neuen TaxonomieMeldebögen verwendet, und es wird von der Wesentlichkeitsschwelle Gebrauch gemacht. Unabhängig davon wurde in diesem Zusammenhang dieses Jahr die Wesentlichkeit der OpEx-Kennzahl neu evaluiert und als unwesentlich eingestuft. Somit wird in Bezug auf diese Kennzahl in Einklang mit Abschnitt 1.1.3.1. der delegierten Verordnung (EU) 2021/2178 nur der Nenner berichtet, und es wird angenommen, dass der gesamte OpEx nicht taxonomiefähig ist. Ebenso wurde die OpEx-‑Nenner‑ Definition‑ präzisiert, was zu einer Reduktion des Nenners gegenüber dem Vorjahr geführt hat. Weitere methodische Änderungen gab es keine.
2.2. ESRS E1: Klimawandel
2.2.1. DR E1-1 – Übergangsplan für den Klimaschutz
(E1-1.17) Zum Berichtsstichtag verfügte FACC noch über keinen Übergangsplan im Sinne von ESRS E1-1.17. Die Erhebung der Scope-1- und Scope-2-Emissionen erfolgte erstmals im Geschäftsjahr 2025 auf Basis der ESRS-konformen Methodik. Vor diesem Hintergrund wird FACC in den kommenden ein bis zwei Geschäftsjahren einen strukturierten Übergangsplan zur Dekarbonisierung entwickeln, der auf einer konsistenten, belastbaren Emissionsdatenbasis sowie darauf aufbauenden Zielsetzungen basiert. Der Übergangsplan wird nach seiner Finalisierung entsprechend den ESRS-Anforderungen offengelegt. Die zeitliche Staffelung ist erforderlich, um auf Basis erstmals ESRS-konform erhobener Emissionsdaten eine methodisch konsistente, realistische und steuerungsrelevante Übergangsplanung zu gewährleisten. Die Entwicklung eines Übergangsplans setzt stabile Basisjahre, belastbare Zielpfade sowie die Bewertung technischer und wirtschaftlicher Umsetzbarkeit voraus, die erst nach Vorliegen der neuen Datengrundlage valide vorgenommen werden können.
2.2.2. DR E1-2 – Strategien im Zusammenhang mit dem Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen (IROs)Negative Auswirkungen
Anpassung an den Klimawandel
• Eigenbetrieb: Treibhausgasemissionen (THG) aus der Produktion und dem internen Transport aufgrund der Nutzung fossiler Brennstoffe.
• Wertschöpfungskette: Treibhausgasemissionen aus der Rohstoffgewinnung, dem Transport und der Verarbeitung von Verbundwerkstoffen sowie logistikbezogene Emissionen.
Chancen
Energie
• Eigenbetrieb: Kosteneinsparungen durch verbesserte Energieeffizienz, Nutzung erneuerbarer Energien.
(E1-2.24): Konzepte
FACC engagiert sich grundsätzlich für die Unterstützung von Nachhaltigkeitszielen und arbeitet an der Weiterentwicklung eines strukturierten Ansatzes zur Bewältigung klimabezogener Risiken und Chancen, zur Steigerung der Energieeffizienz sowie zur Förderung erneuerbarer Energien. Die erstmalige ESRS-konforme Erhebung der Scope-1- und Scope-2-Emissionen im Geschäftsjahr 2025 bildet hierfür eine wesentliche Grundlage. Vor diesem Hintergrund plant FACC, innerhalb der nächsten zwei Geschäftsjahre ein unternehmensweites, konsistentes Klimakonzept zu entwickeln und umzusetzen, das auf einer belastbaren Datenbasis aufbaut und in die bestehenden Steuerungs- und Investitionsprozesse integriert ist.
Die zeitliche Verschiebung ist erforderlich, um sicherzustellen, dass das Klimakonzept auf einer stabilen, ESRS-konformen Emissionsdatenbasis sowie auf abgestimmten Zielsetzungen und Maßnahmen beruht. Ein vorzeitiges Klimakonzept würde aufgrund der geänderten Methodik und fehlender Zeitreihen keine ausreichende Aussagekraft für Steuerung, Investitionsentscheidungen und langfristige Wirksamkeit entfalten.
2.2.3. DR E1-3 – Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit den Klimastrategien
(E1-3.28): Dekarbonisierungshebel – Bewertung nachhaltiger Energieversorgungslösungen
Die folgende genannte Aktion soll FACC bei dem Ziel unterstützen, bis 2040 in Österreich eine Produktion zu erreichen, die bezogen auf Scope 1 und und Scope 2 vollständig auf erneuerbaren Energien basiert.
Zur Zielerreichung muss eine zentrale Herausforderung angegangen werden: der Verbrauch von Erdgas und erdgasbasierter Wärme, welche derzeit 75 Prozent der THG-Gesamtemissionen Scope 1- und Scope-2 (marktbezogen) der FACC (Österreich) ausmacht. Im Jahr 2024 hat FACC begonnen, nach alternativen Lösungen zu suchen und die erste Phase eines Projekts für eine nachhaltige Energieversorgung gestartet. Dieses Projekt untersucht die Entwicklung eines neuen Industriegebiets innerhalb des Sustainable Industrial Park (SIP) in Reichersberg, mit dem Ziel, ein effizientes und umweltfreundliches Energiesystem zu etablieren, indem regionale Synergien genutzt werden. Dies beinhaltet eine strategische Zusammenarbeit zwischen den lokalen Partnern, um die vorhandenen Ressourcen und Infrastrukturen zu nutzen, die Effizienz des Energiesystems zu maximieren und ein nachhaltigeres Energienetz zu schaffen.
Ein weiterer Schwerpunkt dieser Initiative ist die Einbindung der bestehenden Infrastruktur der Geothermieanlage St. Martin (GTS), die bereits Teile von St. Martin i.I., Ort i.I. und die benachbarte FACC Operations GmbH mit Fernwärme versorgt.
Die Energiedaten der Projektpartner wurden gesammelt und analysiert, um den Bedarf zu ermitteln und Optimierungsmöglichkeiten zu identifizieren. Verschiedene Technologien und Energieträger, die eine effiziente und erneuerbare Energieversorgung unterstützen, wurden in einer regionsspezifischen SWOT-Analyse bewertet.
Darüber hinaus wurden vier Szenarien für die zukünftige Energieversorgung entwickelt: ein Benchmark-Szenario, das die aktuelle Situation widerspiegelt, ein Business-as-usual-Szenario, ein Kooperations-Szenario, das die Zusammenarbeit zwischen den Projektpartnern in den Vordergrund stellt, und ein Szenario für eine Industrie-Stadt-Symbiose, dass eine breitere regionale Zusammenarbeit untersucht.
Die Analysen und Szenariobewertungen lieferten wertvolle Erkenntnisse über die Energiepotenziale und Herausforderungen für die Projektpartner WIPA Reichersberg, Geothermie St. Martin und FACC. Durch den Einsatz von erneuerbaren Energiequellen wie PV-Anlagen, Wärmepumpen und Abwärmeintegration können erhebliche Synergien erzielt werden. Dennoch bleiben wichtige Herausforderungen bestehen, insbesondere bei der Bewältigung von Spitzenlasten für das GTS-Netz, die durch Wärmepumpen und ein zusätzliches Heizwerk angegangen werden könnten.
Der Hochtemperatur-Energiebedarf von FACC könnte mit Ökostrom, Ökogas oder Hochtemperatur-Wärmepumpen gedeckt werden. Während das Szenario der gemeinsamen Biomassenutzung eine vielversprechende Option für die Spitzenlastabdeckung und die Reserveversorgung darstellt, erfordert es eine gründliche Bewertung der Lastprofilanpassungen und eine sorgfältige Prüfung der Emissionsauswirkungen, um die Übereinstimmung mit den Nachhaltigkeitszielen sicherzustellen.
Um diese Bemühungen voranzutreiben, überwacht ein spezielles Projektteam die Verfolgung der Initiativen zur treibhausgasneutralen Produktion, wobei ein Projektmanagement aktiv an der Sicherstellung ihrer Wirksamkeit beteiligt ist. Darüber hinaus wird in den nächsten drei Jahren eine detaillierte technisch-wirtschaftliche Machbarkeitsstudie ausgewertet, um die Lastprofilanalysen zu verfeinern, Synergien zu erkunden und verfügbare Abwärmequellen und regionale Kooperationsmöglichkeiten zu bewerten. Diese Schritte sind von entscheidender Bedeutung für die Verbesserung der Energieeffizienz und die Sicherstellung einer nachhaltigen, kostengünstigen Energieversorgung.
Umfang der wichtigsten Maßnahmen
• Die Umstellung umfasst die Verlagerung der Prozesswärme auf eine oder mehrere kombinierte Möglichkeiten: Biomasse, Photovoltaik- Systeme, Wärmepumpen und Abwärmenutzung.
• Der Schwerpunkt liegt auf Regionen mit hoher betrieblicher Auswirkung, insbesondere auf den vom Geothermiekraftwerk St. Martin (GTS) versorgten Gebieten und benachbarten Regionen wie St. Martin i.I. und Ort i.I., wo die FACC Operations GmbH ihren Sitz hat. In den kommenden Jahren werden auch die Möglichkeiten zur Umsetzung ähnlicher nachhaltiger Energielösungen an anderen Standorten von FACC weltweit geprüft.
• Die erste Forschungsphase begann im Jahr 2024, und die technisch-wirtschaftliche Machbarkeitsstudie wird voraussichtlich innerhalb der nächsten drei Jahre ausgewertet. Für die Fertigstellung des Projekts sind weitere zusätzliche Informationen zur weiteren Definition erforderlich.
OPEX und CAPEX - Dekarbonisierungshebel
Der Aktionsplan für den Nachhaltigen Industriepark (SIP) in Reicherberg sieht zukünftige Investitionen in Technologien für erneuerbare Energien vor, wobei die Investitionskosten (CAPEX) und Betriebskosten (OPEX) variieren. Da diese Investition- und Kostenfaktoren noch evaluiert werden, können zum jetzigen Zeitpunkt keine endgültigen Aussagen gemacht werden; sie werden jedoch in zukünftigen CSRD-Berichten in die Berichterstattung aufgenommen.
Vorläufige Bewertungen deuten darauf hin, dass Technologien wie Geothermie und Biomasse beträchtliche Anfangsinvestitionen erfordern, aber niedrigere Betriebskosten aufweisen. Auch solarthermische Systeme erfordern hohe Investitionskosten, haben aber im Laufe der Zeit niedrige Betriebskosten.
Künftige Investitionen in Wärmepumpen, elektrische Heizkessel, Wasserstoff und Biomethan erfordern eine sorgfältige Bewertung sowohl der Anfangsinvestitionen als auch der laufenden Kosten. Während Wasserstoff und Biomethan derzeit aufgrund der Beschaffung hohe Betriebskosten verursachen, können Fortschritte in der Technologie und Marktentwicklungen im Laufe der Zeit zu Kostensenkungen führen.
2.2.4. DR E1-4 – Ziele im Zusammenhang mit dem Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel
(E1-4.32): FACC hat sich ein klares Ziel für die Reduktion von Treibhausgasemissionen gesetzt, um wesentliche klimabezogene Auswirkungen, Risiken und Chancen zu managen. Bis 2040 soll die Produktion in Österreich vollständig auf erneuerbare Energie umgestellt werden. Das bedeutet, dass FACC die in den Produktionsstätten verwendeten fossilen Heizenergieträger auf erneuerbare Energie umstellen will. Bei der Elektrizität bezieht FACC bereits 100 Prozent Ökostrom in Österreich.
Um den Klimawandel abzumildern, konzentriert sich FACC auf die Reduktion von Treibhausgasemissionen aus dem eigenen Betrieb, einschließlich der Produktion, durch Schlüsselmaßnahmen, die sich auf nachhaltige Energieversorgungslösungen konzentrieren. (siehe E1-3)
Verhältnis des Ziels zu Konzepten: FACC hat noch kein Konzept verabschiedet (siehe E1-2), daher ist auch der Bezug zu den Zielen noch nicht hergestellt.
FACC setzt bis 2040 auf die Produktion von erneuerbaren Energien in allen Bereichen (Scope 1 und Scope 2), und zwar durch eine Reihe von Schlüsselmaßnahmen, die der Emissionsreduzierung Vorrang einräumen, ohne sich vollständig auf Kompensationsmaßnahmen zu verlassen. Das Ziel für erneuerbare Energien bezieht sich insbesondere auf Emissionen im Zusammenhang mit dem Energieverbrauch, einschließlich Strom und Heizung. Dieses Ziel gilt derzeit für alle FACC-Standorte in Österreich und soll in den nächsten 1 bis 2 Jahren auf den Rest unserer Standorte ausgeweitet werden.
Dies berücksichtigt den Kraftstoffverbrauch des FACC-Fuhrparks und die flüchtigen Emissionen nicht.
Definiertes Zielniveau: Nachdem Scope 1 und Scope 2 Emissionen im Geschäftsjahr 2025 das erste mal nach Vorgaben des ESRS berichtet wurden, wird die FACC sich im Geschäftsjahr 2026 neue Ziele setzen und das Basisjahr als 2025 definieren. FACC berechnet ihre Scope-1- und Scope-2-THG-Emissionen in Übereinstimmung mit dem GHG-Protokoll, indem sie markt- und standortbezogene Emissionen verwendet. FACC wendet für die Treibhausgasbilanzierung den Financial-Control-Ansatz gemäß GHG Protocol an.
Die primäre Metrik wird aber wohl weiterhin das Erreichen einer Produktion in Österreich sein, die sich bis 2040 vollständig auf erneuerbare Energien stützt.
In die Treibhausgasbilanz werden alle Gesellschaften einbezogen, über die FACC die finanzielle Kontrolle ausübt, d. h. Gesellschaften, die gemäß den Grundsätzen der Konzernrechnungslegung (IFRS) vollkonsolidiert werden. Für diese Gesellschaften werden die Treibhausgasemissionen mit 100 % berücksichtigt.
Die Zieldefinition wird wie bisher auch „buttom-up“ erfolgen. Bedeutet, die Abteilung für CSR wird erste Überlegungen für konkrete Ziele an den Facility Manager übermitteln, um konkrete Zielvorschläge dem Vorstand präsentieren zu können. Erst wenn dieser zustimmt, werden die Ziele dem Aufsichtrat vorgelegt.
Leistung im Vergleich zu den zu setzenden Zielen
• Energieüberwachung: FACC verfolgt monatlich den Energieverbrauch in allen österreichischen Produktionsanlagen, um Ineffizienzen und Verbesserungsbereiche zu identifizieren. Für die übrigen Produktionsstandorte wird der Energieverbrauch einmal jährlich erhoben. Die Überwachung der KPIs ermöglicht sofortige Korrekturaßnahmen und stellt sicher, dass der Energieverbrauch optimiert wird, um den Zielen zur Treibhausgasreduzierung zu entsprechen.
• Überprüfungen: Der Fortschritt in Richtung des Ziels einer Treibhausgasreduzierung Produktion wird jährlich bewertet. Diese Überprüfung analysiert den Energieverbrauch und die CO₂e-Emissionen, wobei der Schwerpunkt auf Schlüsselmaßnahmen wie der Implementierung neuer Heiz- und Stromtechnologien liegt. Zusätzlich wird der Fortschritt durch Leistungskennzahlen (KPIs) in Bezug auf Energieeinsparungen und Emissionsreduzierung im Zuge der Managementrieviews und jährlich bei der Erstellung des nicht-finanziellen- Berichts überwacht.
• Leistungsanalyse: Der Fortschritt von FACC auf dem Weg zu einer Produktion mittels erneuerbarer Energien, wird anhand der Gegenüberstellung der verbrauchten MWh (pro Jahr) durch erneuerbare Energien im Vergleich zu nichterneuerbaren Energien gemessen.
2.2.5. DR E1-5 – Energieverbrauch und Energiemix
(E1-5.37): Umfang
Die Analyse des Gesamtenergieverbrauchs aller FACC-Standorte zeigt, dass rund 90 Prozent des Energieverbrauchs des Konzerns auf Österreich entfallen, während rund 8 Prozent auf Kroatien entfallen. Der verbleibende Verbrauch verteilt sich auf andere Standorte und trägt nur geringfügig zum Gesamtenergieverbrauch und zur Treibhausgasbilanz bei. Um jedoch die Anforderungen an die Berichterstattung und Wesentlichkeit zu erfüllen und die Daten zugänglich zu machen, wurden alle Einrichtungen vollständig in die Endergebnisse einbezogen.
Die Energieverbrauchsdaten wurden direkt von den Energielieferanten bezogen und teilweise über interne Systeme, teilweise durch Jahresabrechnungen verwaltet, um ein hohes Maß an Genauigkeit zu gewährleisten.
Die angegebenen Daten decken den gesamten Konzern ab. Es wurde keine weitere externe Validierung durch Dritte durchgeführt.
Energieverbrauch (MWh)
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| 2025 |
Energieverbrauch gesamt | 104.622,2 |
Gesamtenergieverbrauch aus nicht erneuerbaren Quellen (fossilen Quellen) | 48.546,2 |
Anteil nicht erneuerbarer Energiequellen (fossiler Energiequellen) am gesamten Energieverbrauch | 46% |
Brennstoffverbrauch aus Kohle und Kohleprodukten | 0 |
Kraftstoffverbrauch aus Rohöl und Erdölprodukten | 1.930,4 |
Brennstoffverbrauch aus Erdgas | 37.312,7 |
Andere fossile Energieträger | 0 |
Verbrauch von gekauftem oder erworbenem Strom, Wärme, Dampf und Kälte aus fossilen Quellen | 9.303,1 |
Gesamtenergieverbrauch aus Kernenergiequellen | 10,7 |
Anteil des Verbrauchs aus Kern Energiequellen am Gesamtenergieverbrauch | 0% |
Gesamtenergieverbrauch aus erneuerbaren Quellen | 56.065,3 |
Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch | 54% |
Kraftstoffverbrauch aus erneuerbaren Quellen | 74,4 |
Verbrauch von gekauftem oder erworbenem Strom, Wärme, Dampf und Kälte aus erneuerbaren Quellen | 54.300,2 |
Verbrauch von selbst erzeugter, nicht-brennstoffbasierter erneuerbarer Energie | 1.690,7 |
| |
Sämtliche Stromverbräuche, bei denen kein Produkt- oder Versorgermix festgestellt werden konnte, wurden als fossile Brennstoffe angenommen bzw. ausgewiesen. Für die „Kantine Fischer“ lagen zum Berichtszeitraum noch keine Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 vor, weshalb die Daten von Jänner bis Dezember 2024 verwendet wurden. Angenommen wurde sodann eine Erhöhung von 3%.
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Nettoumsatzerlös | Einheit | 2025 |
Nettoumsatzerlös aus Aktivitäten in Sektoren mit hoher Klimaauswirkung werden zur Berechnung der Energieintensität verwendet | Mio. EUR | 984,4 |
Gesamtenergieverbrauch aus Aktivitäten in Sektoren mit hoher Klimabelastung | MWh | 104.622,2 |
Gesamtenergieverbrauch aus Aktivitäten in Sektoren mit hoher Klimaauswirkung im Verhältnis zum Nettoumsatz aus Aktivitäten in Sektoren mit hoher Klimaauswirkung | MWh/MEUR | 106,3 |
Nettoumsatzerlös (Sonstige) | Mio. EUR | - |
Umsatz (Finanzbericht) | Mio. EUR | 984,4 |
| | |
Die Nettoumsatzerlöse für die Berechnung der THG_Intensität kommen aus dem Konzern GuV.
(E1-5.AR 36): Energieintensität
FACC hat sich an die vorgegebene Methodik für die Offenlegung der Energieintensität (Gesamtenergieverbrauch pro Nettoumsatzerlös) in den Sektoren mit hoher Klimaauswirkung gehalten, in Übereinstimmung mit den im ESRS befindlichen Anforderungen. Dieser Prozess beinhaltet die Berechnung der Energieintensität, indem der Gesamtenergieverbrauch aus Aktivitäten in Sektoren mit hoher Klimaauswirkung (gemessen in MWh) durch den Nettoumsatzerlös aus diesen Aktivitäten (gemessen in Geldeinheiten, Euro) geteilt wird. Die verwendeten Nettoumsatzerlöse und die Ergebnisse dieser Berechnungen sind am Ende der beiden obigen Tabellen aufgeführt. Es waren keine wesentlichen Annahmen erforderlich, da die Daten direkt aus unserem integrierten SAP-System stammen.
(E1-5.42): Spezifische Sektoren mit hoher Klimaauswirkung, die zur Bestimmung der Energieintensität gemäß Absatz 40 verwendet werden.
Die Klassifizierung der Sektoren mit hoher Klimaauswirkung, die zur Bestimmung der Energieintensität verwendet wird, richtet sich nach den NACE-Kategorien C30.3.0 – Herstellung von Luft- und Raumfahrzeugen und dazugehörigen Maschinen und C33.1.6 – Reparatur und Wartung von Luft- und Raumfahrzeugen, wie in den Abschnitten A bis H und Abschnitt L der NACE dargelegt sowie wie in der Delegierten Verordnung (EU) 2022/1288 der Kommission definiert. Folglich wird der Gesamtumsatzerlös von FACC, wie im Konzernabschluss ausgewiesen, als gleichwertig mit den Nettoeinerlösen aus Aktivitäten in Sektoren mit hoher Klimaauswirkung angesehen.
2.2.6. Brutto-Scope-1-, -2-, und Gesamt-Treibhausgasemissionen (Scope 1 und Scope 2)
Treibhausgase - Treibhausgasemissionen (tCO2eq) | |
| 2025 |
Direkte Brutto-Treibhausgasemissionen (Scope 1) | 8.186,0 |
Indirekte Brutto-Treibhausgasemissionen (Scope 2) | - |
Indirekte Treibhausgasemissionen standortbezogen (Scope 2) | 8.013,0 |
Marktbasierte indirekte Treibhausgasemissionen (Scope 2) | 2.103,0 |
Gesamte Treibhausgasemissionen standortbasiert | 16.198,9 |
Gesamte Treibhausgasemissionen marktbasiert | 10.289,2 |
THG-Gesamtemissionen (standortbezogen) pro Nettoerlös [t CO2e / MEUR] | 16,5 |
THG-Gesamtemissionen (marktbezogen) pro Nettoerlös [t CO2e / MEUR] | 10,5 |
| |
Biogene – Nicht im Geltungsbereich der CO2-Emissionen (Scope 1) (tCO2e): 35
Biogene – Nicht im Geltungsbereich der CO2-Emissionen (Scope 2) (tCO2e): 435
In der obigen Tabelle sind Scope 3 Werte ausgenommen. Diese wurden im Geschäftsjahr 2025 noch nicht mitberechnet.
2.3. ESRS E2: Umweltverschmutzung
2.3.1. DR E2-1 - Strategie im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung
Der Ansatz von FACC zur Bestimmung ihrer wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen ist in den Allgemeinen Angaben beschrieben. Die Sorge um die Verschmutzung von Luft, Wasser und Boden ist aufgrund der Art der Geschäftstätigkeit von FACC, die sich auf die Herstellung von Luft- und Raumfahrtprodukten konzentriert, unwesentlich. Das Unternehmen arbeitet in kontrollierten Produktionsumgebungen, wie z. B. Reinräumen und Spezialanlagen, die die direkte Freisetzung von Schadstoffen minimieren. Darüber hinaus wendet FACC ein strenges Abfallmanagement an, das eine verantwortungsvolle Entsorgung von gefährlichen und nicht gefährlichen Abfällen gewährleistet. Das Unternehmen hält sich auch an die Protokolle für das Chemikalienmanagement, um die Verschmutzung der Umwelt durch schädliche Substanzen wirksam zu verhindern.
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen (IROs)
Bei FACC ist das Management der Auswirkungen von Gefahrstoffen sowohl im Betrieb als auch in der Lieferkette von entscheidender Bedeutung. Die Verwendung und mögliche Freisetzung solcher Stoffe bei der Herstellung kann Umwelt- und Gesundheitsrisiken mit sich bringen und erfordert eine strikte Einhaltung der Vorschriften, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden und die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten. In ähnlicher Weise können Stoffe innerhalb der Lieferkette zu Umweltrisiken, einschließlich Verschmutzung, beitragen. FACC muss ihre Lieferkette genau überwachen, um diese Risiken zu mindern und Möglichkeiten zur Verbesserung der Nachhaltigkeit und Einhaltung von Vorschriften zu schaffen.
Negative Auswirkungen
• Eigener Betrieb: Die Verwendung und mögliche Freisetzung bedenklicher Stoffe während der Herstellungsprozesse.
• Wertschöpfungskette: Das Vorhandensein und der Umgang mit solchen Stoffen innerhalb der Lieferkette, was zu Umweltrisiken beiträgt.
(ESRS 2.62): Konzepte
FACC hat noch keine dokumentierten Konzepte, die sich explizit mit der Vermeidung von Umweltverschmutzung und dem Umgang mit besonders besorgniserregenden Stoffen befasst. Dies ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass die Wesentlichkeitsprüfung gemäß den ESRS-Anforderungen in diesem Berichtsjahr zum ersten Mal durchgeführt wurde. Infolgedessen befinden sich die Konzepte von FACC noch im Prozess der Abstimmung von Nachhaltigkeitsinitiativen mit betrieblichen Prioritäten und sich entwickelnden rechtlichen Rahmenbedingungen. Nichtsdestotrotz ist sich das Unternehmen bewusst, wie wichtig es ist, die negativen Auswirkungen der Umweltverschmutzung, insbesondere im Zusammenhang mit gefährlichen Stoffen, die im Betrieb verwendet werden, zu mindern, und verpflichtet sich weiterhin, diese Überlegungen in seine Nachhaltigkeitsstrategie zu integrieren.
In den nächsten zwei bis drei Jahren wird FACC eine gründliche Analyse durchführen, um festzustellen, ob ein eigenes Umweltkonzept notwendig ist oder ob dieses Thema in bestehende Umweltkonzepte von FACC aufgenommen werden sollte. Falls erforderlich, wird diese Analyse klare Ziele für die Minimierung des Einsatzes von besonders besorgniserregenden Stoffen und die vollständige Einhaltung der Umweltvorschriften festlegen. Ziel ist es, sich an den einschlägigen Standards Dritter zu orientieren und diese Maßnahmen in den Betrieb und die Lieferkette von FACC zu integrieren.
2.3.2. DR E2-2 – Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung
(E2-2.18) (ESRS 2.62): Im Berichtsjahr wurden jedoch keine konkreten Maßnahmen im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung getroffen. FACC wird in den nächsten zwei bis drei Jahren Maßnahmen durchführen.
2.3.3. DR E2-3 – Ziele im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung
(E2-3.20) (ESRS 2.81): FACC hat noch keine spezifischen Ziele in Bezug auf die Umweltverschmutzung festgelegt, ist sich aber bewusst, wie wichtig es ist, die Umweltverschmutzung, insbesondere besorgniserregende und besonders besorgniserregende Stoffe, als Teil ihrer umfassenderen Nachhaltigkeitsstrategie zu behandeln. Das Unternehmen bewertet derzeit seine Umweltauswirkungen und entwickelt einen umfassenden Ansatz für das Umweltmanagement. In den nächsten zwei bis drei Jahren plant FACC, messbare Ziele zu definieren, die sich an den gesetzlichen Vorschriften und den Best Practices der Branche orientieren. Dieser Prozess umfasst die Auswertung von Emissionsdaten, die Identifizierung von Schlüsselbereichen für Verbesserungen und die Integration von Initiativen zur Verringerung der Umweltverschmutzung in bestehende Nachhaltigkeitsziele.
2.3.4. DR E2-5 – Besorgniserregende Stoffe und besonders besorgniserregende Stoffe
Umfang
FACC überwacht systematisch die Produktion, die Verwendung, den Vertrieb und die Beschaffung von besonders besorgniserregenden Stoffen (SVHC) in ihren Betrieben in Österreich, wo das hohe Produktionsvolumen und die potenziellen Umweltauswirkungen eine genaue Überwachung erfordern. Momentan verwendet werden solche Produkte lediglich in den Produktionsstandorten Österreich, Kroatien und Kanada. Die Definition von SOC und SVHC ergibt sich für die FACC dieses Jahr noch aus Artikel 13 und 14 der REACH-VO und nicht nach ESRS. Somit werden durch FACC die SVHC erhoben, und nicht die SOC gem. ESRS-Angabe. Als Ergebnis werden SOC in diesem Jahr nicht berichtet. Hintergrund ist die zugrunde liegende Definition der SOC.
Methodik und Annahmen
Dieser Prozess beinhaltet eine detaillierte Analyse aller relevanten Kategorien, wobei jede einzelne gründlich untersucht wird. Es wurden relevante Annahmen getroffen, um sicherzustellen, dass alle Stoffe, die im Rahmen der Geschäftstätigkeit von FACC verwendet oder erzeugt werden, berücksichtigt werden, einschließlich jener, die in Rohstoffen, Halbfertigprodukten und Endprodukten enthalten sind.
Gesamtmenge an SVHC, die bei der Produktion oder Beschaffung erzeugt oder verwendet werden
Zur Berechnung der Gesamtmenge besonders besorgniserregender Stoffe (SVHC) wurden Daten von den Wareneinkäufen aus SAP für das Jahr 2025 herangezogen. Diese Daten spiegeln die Menge der beschafften Materialien wider. Aufgrund der REACH-Verordnung werden Materialien, die als besonders besorgniserregende Stoffe oder SVHC eingestuft sind, normalerweise im EHS-Tool ausgewählt und verwaltet. Daher wurden die Materialnummern genau identifiziert und anschließend anhand ihrer Klassifizierung aus der Liste der beschafften Waren herausgefiltert.
Berichtet wurden SVHC unter Perspektive des Gesamtmaterials und nicht auf Basis der Reinstoffe. Die berichteten Gewichte sind daher die Summe des Gesamtgewichtes der Materialien und nicht die Summe der Reinstoffe, welche wohl nach Schätzung nur etwa 10-15% des Materials sein werden. Spezifischere Berechnungsmethodiken dazu werden im Geschäftsjahr 2026 möglich sein.
Das Gesamtgewicht der beschafften Materialien, die die Stoffe enthalten, wurde berechnet, indem die eingekaufte Menge mit der jeweiligen Dichte multipliziert wurde, was eine Gesamtmenge in Kilogramm ergab, die dann in Tonnen umgerechnet wurde. Diese Berechnung wurde ohne Annahmen durchgeführt, um die Genauigkeit der Daten zu gewährleisten.
Verlassen von Anlagen als Emissionen
Eine Schlüsselkomponente der Berechnung war die Schätzung, wie viel von jedem Material im Endprodukt verbleibt und wie viel bei der Verarbeitung verloren geht. Einige Emissionen, wie z. B. Lackierungs-Overspray, mussten geschätzt werden, da keine Datengrundlage vorhanden ist. In der unten angeführten Tabelle sind diese Annahmen für jeden Materialtyp aufgeführt. Die Daten wurden bisher nicht von einer dritten Partei überprüft.
Die Berechnung der Emissionen basiert auf der Annahme, dass ca. 75 - 90 Prozent des Materials im Bauteil verbleiben, während die restlichen 10 - 25 Prozent nicht an den Kunden gehen, sondern als Abfall entsorgt werden und somit zu den Emissionen beitragen.
Die Bewertungen und Schätzungen erfolgten durch die Überprüfung der bestehenden Produktgruppenklassifizierungen, die Berücksichtigung der Prozessabläufe und die Erstellung von Schätzungen auf der Grundlage dieser Daten.
Verlassen der Anlagen als Produkte
Für Produkte, die die Anlagen verlassen, werden keine Annahmen getroffen. Stattdessen wurden SAP-Daten aus dem Warenausgang für den Versand verwendet. Diese Daten werden gefiltert, um festzustellen, wie viele Produkte Stoffe enthalten, die als SVHC eingestuft sind. Die Gesamtmenge dieser Stoffe, die das Werk als Produkte verlassen, basiert direkt auf der Menge der verarbeiteten Materialien, so dass keine Schätzungen erforderlich sind.
Als „Produkt“ im Sinne des Datenpunktes gilt ein Material, welches in den Wareneingang kommt und im gleichen Gebinde an Kunden weiterversendet wird. Als „Teil von Produkt“ gilt ein Gut, welches auf FACC-Bauteilen enthalten ist (etwa Dichtmasse, Farbstoffe, Filler, Lacke, Kleber, etc).
Verlassen von Anlagen als Teil von Produkten
Diese Kategorie ähnelt der Berechnung des „Verlassens von Anlagen als Emissionen“. Ungefähr 10 bis 25 Prozent des Materials verbleiben als Abfall im Unternehmen und Tragen zu den Emissionen bei. Die restlichen 75 bis 90 Prozent des Gewichts werden in die Produkte integriert und verlassen die Anlagen als Teil des Endprodukts. Die Berechnung basiert auf Schätzungen und der Menge in Tonnen an Stoffen, die als Teil der Produkte das Unternehmen verlassen, wie in der folgenden Tabelle dargestellt.
Verlassen der Anlagen als Dienstleistungen
Bei FACC gibt es keine Dienstleistungen, die SVHC beinhalten würden, so dass diese Kategorie nicht zutrifft.
| | | |
Material | Prozesse Materialverbrauch | Prozent der im Endprodukt verbleibenden Material | Prozent des verwendeten Nettomaterials verlässt nicht die Anlage (Abfall) |
PREPREG | Rollenanfang/-ende, Randbeschnitt, Nesting-Abfall, Randstreifen, Fräszugaben (z. B. Ausschnitte) | 75-80% | 20-25% |
ADH-FILM | Rollenanfang/-ende, Randbeschnitt, Nesting-Abfall, Leiste, Fräszugaben (z. B. Ausschnitte); keine Ausrichtung erforderlich, dadurch weniger Abfall | 85-90% | 10-15% |
PAINT | Puffermaterial beim Mischen, Einstellen von Spritzgeräten, Spritznebel, zusätzliches Material zum Schleifen zwischen den Schichten, Nacharbeit, abgelaufene Materialchargen, Füllmaterialien (z. B. Pin Hole Filler) | 80-85% | 15-20% |
SEALANT | Kartuschengrößen, Einstellen von Handwerkzeugen, überschüssiges Material beim Versiegeln, Auspressen beim Fügen von Teilen, abgelaufene Materialchargen | 85-90% | 10-15% |
ADHESIVES | Puffermaterial beim Mischen, überschüssiges Material beim Laminieren, Reparaturen, Ausdrücken beim Verkleben, abgelaufene Chargen | 85% | 15% |
POTTING | Puffermaterial, Überschuss zum Auffüllen von Kernen, Material aus Reparaturen und abgelaufenen Chargen | 80% | 20% |
GEKOM & ROHMAT | Verwendung als Produktionshilfsmittel (außer in seltenen Fällen verbleiben sie nicht im Endprodukt) | n.A. | n.A. |
| | | |
Die Datenerfassung und der Berichtsprozess wurden durch die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit weiter unterstützt. FACC arbeitete eng mit verschiedenen Abteilungen zusammen, darunter Umwelt, Logistik, Einkauf, Produktion, Gesundheit und Sicherheit sowie Design.
Abschlussbericht und Verifizierung
Nachdem alle Daten gesammelt worden waren, wurden die Ergebnisse in der untenstehenden Tabelle zusammengefasst. Während der gesamten Produktionsprozesse stellt FACC sicher, dass nahezu alle SVHC gesammelt, überwacht und als Abfall unter strikter Einhaltung der internen Qualitäts- und Sicherheitsstandards (FQS) behandelt werden. Diese Standards, auf die FACC-Mitarbeiter über das Unternehmensnetzwerk zugreifen können, legen genaue Maßnahmen für die Handhabung, Lagerung und Entsorgung fest, um die Risiken für die Umwelt und die menschliche Gesundheit zu minimieren und gleichzeitig die Einhaltung aller Vorschriften zu gewährleisten. Die interne Methodik bietet zwar einen strukturierten Ansatz, die Daten wurden jedoch noch nicht von einer dritten Partei überprüft.
Besorgniserregende Stoffe und besonders besorgniserregende Stoffe
| |
| 2025 (t) |
Gesamtmenge an besonders besorgniserregenden Stoffen, die bei der Produktion entstehen oder verwendet werden oder die beschafft werden | 27,4 |
Gesamtmenge der besonders besorgniserregenden Stoffe, die die Anlage als Emissionen, als Produkte oder als Teil von Produkten oder Dienstleistungen verlassen | 27,4 |
Verlassen von Anlagen als Emissionen | 5,2 |
Verlassen der Einrichtungen als Produkte | 1,2 |
Verlassen von Anlagen als Teil von Produkten | 21,0 |
Verlassen von Anlagen als Dienstleistungen | 0,0 |
| |
2.4. ESRS E5: Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
Die Zukunft der Mobilität hängt stark von innovativen Technologien und Materialien ab. FACC geht mit der Entwicklung und dem Einsatz neuer Werkstoffe über die bisherigen Grenzen hinaus und treibt nachhaltigere, wirtschaftlichere und effizientere Produktionstechnologien für Faserverbundbauteile voran.
Um die Integration von Flugzeugteilen in eine Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen, forscht FACC intensiv an neuartigen Verarbeitungs- und Fertigungstechniken. Die Produkte von FACC sind zwar für den langfristigen Einsatz konzipiert, das Ziel ist jedoch, sie oder ihre Komponenten am Ende ihrer Lebensdauer zu recyceln. In den letzten Jahren hat sich das Unternehmen verstärkt auf die Entwicklung und Umsetzung von Prinzipien der Kreislaufwirtschaft konzentriert, um die Nachhaltigkeit in der Luftfahrt voranzutreiben.
2.4.1. DR E5-1 – Strategien im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen (IROs)
FACC hat die folgenden Auswirkungen, Risiken und Chancen (IROs) innerhalb des ESRS E5- Standards identifiziert, um die Ressourcenzuflüsse, -abflüsse und das Abfallmanagement innerhalb des Unternehmens zu managen.
Negative Auswirkungen:
• Ressourcenzuflüsse - Wertschöpfungskette: Auch in der Lieferkette besteht ein erheblicher Bedarf an Rohstoffen. Dies führt dazu, dass im Laufe des gesamten Produktionsprozesses immer mehr Ressourcen verbraucht werden, bis sie schließlich erschöpft sind, was zu einer Erschöpfung der Ressourcen über den gesamten Produktionszyklus hinweg beiträgt.
• Ressourcenzuflüsse - Eigener Betrieb: Die Produktionsprozesse von FACC erfordern einen erheblichen Rohstoffverbrauch, was zu einem hohen Ressourcenverbrauch führt.
Risiken:
• Abfallmanagement - Eigener Betrieb: Die Erzeugung von gefährlichen Abfällen kann zu erhöhten Entsorgungskosten und Ausgaben für die Einhaltung von Vorschriften führen.
(E5-1.14): Konzept
(ESRS 2.62): FACC hat noch keine spezifischen, eigenständigen Kreislaufwirtschaftskonzepte entwickelt, die sich mit den wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen befasst, die in der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse identifiziert wurden. FACC wird aktiv an der Entwicklung einer strukturierteren und umfassenderen Kreislaufwirtschaft arbeiten, die in den nächsten ein bis zwei Jahren formalisiert werden soll.
2.4.2. DR E5-2 – Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
(E5-2.19 a-b): Beschreibung der Maßnahmen
Maßnahme 1 - Übergang zu Thermoplasten
Der Übergang zu Thermoplasten ermöglicht eine Recyclingquote von 2 Prozent bis zur nächsten Produktgeneration. Bei dieser Leitaktion spielen Bemühungen zur Bewertung der Effizienz von Thermoplasten, wie z. B. das Recycling in geschlossenen Kreisläufen, die Weiterentwicklung von Leichtbaumaterialien und die Erforschung neuer Technologien, eine entscheidende Rolle. Diese Initiative befasst sich auch mit den beiden negativen Auswirkungen, die in der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse ermittelt wurden. Konkret zielt FACC darauf ab, den hohen Ressourcenverbrauch in der Wertschöpfungskette und im eigenen Betrieb durch die Reduktion des Rohstoffverbrauchs in den Fertigungsprozessen zu verringern.2
2 Kreislaufprozesse bei thermoplastischen Kunststoffen beinhalten das Recycling und die Wiederverwendung von Produktionsabfällen oder ausgedienten Komponenten, um Abfall und die Abhängigkeit von neuen Materialien zu reduzieren.
Maßnahme 2 - Produkttrennbarkeit und Einbettung der Kreislaufwirtschaft
FACC treibt die Entwicklung von modularen Produkten voran, um die Wiederverwendung am Ende des Lebenszyklus zu verbessern. Durch die Umsetzung von Design-for-Recycling trägt diese Leitaktion auch zur Erreichung des 2 Prozent-Recyclingziels für Thermoplaste bei, da der Fokus auf recycelbare Thermoplaste und modulare Designs die Trennbarkeit der Komponenten insgesamt erhöhen wird.
Diese Leitaktion befasst sich mit einem Risiko, das in der Wesentlichkeitsbewertung ermittelt wurde, indem sie das Aufkommen gefährlicher Abfälle durch eine verbesserte Trennbarkeit der Produkte verringert. Durch die Verbesserung der Wiederverwendung am Ende des Lebenszyklus und die Optimierung des Komponentendesigns minimiert FACC den Materialabfall, senkt die Entsorgungskosten und verringert die Kosten für die Einhaltung von Vorschriften im Zusammenhang mit der Entsorgung gefährlicher Abfälle.
Maßnahme 3 - Schulung zum Bewusstsein für Kreislaufwirtschaft
Diese Maßnahme ist eine Schlüsselmaßnahme auf freiwilliger Basis, da FACC das Bewusstsein und die Ausbildung ihrer Mitarbeiter fördern will, um ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Die Fertigstellung der E-Learning-Plattform für Mitarbeiterschulungen bis zum Jahr 2026 ist entscheidend, um das Risiko zu verringern, dass die Mitarbeiter nicht richtig über die Bedeutung von Best Practices im Recycling und kommende Vorschriften informiert werden. Zudem soll sichergestellt werden, dass sie auf zukünftige Anforderungen gut vorbereitet sind. Letztlich sollten die Schulungen spätestens 2027 beginnen und fortlaufend sein, da die Plattform für die eigene Belegschaft erreichbar sein sollte.
Alle drei, oben genannten Maßnahmen, erfordern keinen signifikanten CapEx oder OpEx.
Die nachstehende Tabelle gibt einen Überblick über den Umfang der Schlüsselaktionen, einschließlich der Aktivitäten, der Auswirkungen auf die vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette, der geografischen Reichweite, der betroffenen Interessengruppen und der Fortschritte der Aktionen.
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Maßnahmen | Zeithorizont | Umfang der Wertschöpfungskette | Geografischer Umfang | Betroffene Interessengruppen | Fortschritte |
Übergang zu Thermoplasten | Nächste Produktgeneration 3 | Eigene Betriebe: FACC AG | Österreich, Kroatien | Eigene Belegschaft | FACC befindet sich noch in der Forschungsphase, in der die Machbarkeit und Effizienz von Thermoplasten untersucht wird. Daher sind die erforderlichen Technologien und modulare Produktdesigns nach wie vor Bestandteil des Forschungsprozesses. |
Upstream | Weltweit | Lieferanten |
Downstream | Globale Kundenmärkte | Kunden |
Produkttrennbarkeit und Einbettung der Kreislaufwirtschaft | Nächste Produktgeneration 3 | Eigene Betriebe: FACC AG | Weltweit | Eigene Belegschaft |
Downstream | Globale Kundenmärkte | Kunden, Abfallverwertungspartner |
Schulung zum Bewusstsein für Kreislaufwirtschaft | 2027 - kontinuierlich | Eigene Betriebe: FACC AG | Weltweit | Eigene Belegschaft | FACC befindet sich noch in der Finalisierungsphase der E-Learning-Plattform für die Mitarbeiterschulung, die bis 2026 abgeschlossen sein soll. |
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3 Ein konkretes Jahr für den Start der nächsten Produktgeneration kann FACC noch nicht nennen, da sich die Entwicklung von Thermoplasten und deren Integration in den Flugzeugbau noch in der Forschung befinden.
2.4.3. DR E5-3 – Ziele im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
Das Ziel von FACC ist es, thermoplastische Faserverbundwerkstoffe als nachhaltigen Geschäftsstandard zu etablieren, sie von der Vorentwicklung bis zur Serienproduktion für die nächste Produktgeneration zu bringen und eine Recyclingquote von 2 Prozent durch geschlossene Kreislaufprozesse zu erreichen, die die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft unterstützen.
Durch die Verringerung des Rohstoffverbrauchs in der Wertschöpfungskette und im eigenen Betrieb trägt dieses Ziel dazu bei, den Zufluss von Ressourcen zu minimieren (negative Auswirkungen). Darüber hinaus unterstützt das Erreichen einer Recyclingquote von 2 Prozent durch geschlossene Kreislaufprozesse die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft und trägt dazu bei, die Entstehung gefährlicher Abfälle und die damit verbundenen Entsorgungskosten und regulatorischen Risiken zu minimieren.4
4 Geschlossene Kreislaufprozesse bei thermoplastischen Kunststoffen beinhalten das Recycling und die Wiederverwendung von Produktionsabfällen oder ausgedienten Komponenten, um Abfälle und die Abhängigkeit von neuen Materialien zu verringern.
(E5-3.23): Verhältnis des Ziels zu Konzepten: FACC hat noch kein Konzept verabschiedet (siehe (E5-1.14)), daher wurde der Bezug zum Ziel noch nicht hergestellt.
Definiertes Zielniveau
• Überführung von thermoplastischen Verbundwerkstoffen in die Serienproduktion für die nächste Produktgeneration.
• Erreichen einer Recyclingquote von 2 Prozent durch geschlossene Kreislaufprozesse.5
5 Eine Quantifizierung in absoluten Werten ist im vorliegenden Fall derzeit jedoch nicht möglich, da sich die Entwicklung von Thermoplasten sowie deren Integration in den Flugzeugbau noch in der Forschungs- und Entwicklungsphase befinden.
Umfang des Ziels: Das Ziel von FACC bezieht sich hauptsächlich auf die eigenen Aktivitäten und zielt darauf ab, eine Recyclingquote von 2 Prozent durch geschlossene Kreislaufprozesse innerhalb der Produktion zu erreichen. Dieses Ziel gilt für die Produktionsstätten von FACC und ist in die umfassenderen Prozesse für Abfallmanagement und Ressourceneffizienz integriert. Während der Schwerpunkt auf internen Prozessen liegt, werden gegebenenfalls auch vorgelagerte Lieferanten und nachgelagerte Kunden berücksichtigt, insbesondere bei der Materialauswahl und bei Recyclinginitiativen am Ende der Lebensdauer. Geografisch umfasst das Ziel alle FACC-Produktionsstandorte, wodurch ein einheitlicher Ansatz für die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft gewährleistet wird. Durch die Verwendung leichter, recycelbarer Materialien will FACC die Produktionskosten senken, die Transportemissionen aufgrund des geringeren Materialgewichts reduzieren und die wachsende Kundennachfrage nach umweltfreundlichen Lösungen erfüllen.
Basiswert: 0 Prozent, Basisjahr: 2024, Zielzeitraum: nächste Produktgeneration.3
Zeitraum und Meilensteine: FACC strebt an, thermoplastische Verbundwerkstoffe als Teil der nächsten Produktgeneration von der Vorentwicklung in die Serienproduktion zu überführen.3 Im Rahmen dieses langfristigen Ziels strebt das Unternehmen weiters eine Recyclingquote von 2 Prozent durch geschlossene Kreislaufprozesse an und unterstützt damit die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft.
Beschreibung der Methoden und wesentlichen Annahmen, die zur Festlegung des Ziels verwendet wurden: Um eine klare Grundlage für das Recyclingziel von 2 Prozent zu schaffen, rechnet FACC mit einer Ausschussquote von etwa 5 Prozent, sobald die thermoplastischen Verfahren vollständig umgesetzt sind. Allerdings können nicht alle Abfälle recycelt werden, da Beschränkungen wie Blitzschutz, Lacke oder Verunreinigungen auf Bauteilen den Anteil an recycelbarem Material reduzieren. Außerdem sind nicht alle Polymere für das Recycling geeignet. Das angenommene Recyclingpotenzial basiert auf den derzeitigen technologischen Möglichkeiten, der Materialverfügbarkeit und der Durchführbarkeit der Verarbeitung, die unter den folgenden Bedingungen zur Erreichung des realistischen 2 Prozent-Ziels beitragen können: Erstens ist die Sicherung des ersten Thermoplast-Vertrags bei FACC von wesentlicher Bedeutung, um einen konsistenten Rohstofffluss zu etablieren. Zweitens ist eine Materialqualifizierung für ein Press- oder Spritzgussmaterial mit Rezyklatanteil erforderlich, da dies noch nicht Industriestandard ist. Drittens muss bei der Einführung von rezyklatbasierten Komponenten in Flugzeugkabinen sichergestellt werden, dass die Materialeigenschaften den Leistungsstandards entsprechen. Und schließlich muss der Business Case tragfähig sein, da die Verarbeitung von Rezyklaten Kosten verursacht und nicht finanziell neutral ist.
Wissenschaftlicher Nachweis
• C.O.M.P.A.S.S.-Projekt: In Zusammenarbeit mit Partnern aus der Industrie erforscht FACC die Wiederaufbereitung von thermoplastischen Werkstoffen zur Herstellung hochwertiger Second-Life-Komponenten. Dieses Projekt zielt darauf ab, die Nachhaltigkeit von Luft- und Raumfahrtkomponenten durch die Verlängerung ihres Lebenszyklus zu verbessern.
• STEP-Projekt: Das Stamp-Forming Engagement Project (STEP) zielt darauf ab, das Produktdesign zu optimieren und die Qualität von Thermoplast-Composite-(TPC)-Bauteilen durch fortschrittliche Simulations- und Fertigungsverfahren zu verbessern. Durch die Einführung eines rechnergestützten Ansatzes zur Vorhersage von Oberflächenabweichungen sowie eines neuartigen Co-Konsolidierungs-Stanzformverfahrens ermöglicht das Projekt die effiziente Herstellung von Bauteilen mit variabler Dicke in einem einzigen Fertigungsschritt. Dies
• STEP-Projekt: Das Stamp-Forming Engagement Project (STEP) zielt darauf ab, das Produktdesign zu optimieren und die Qualität von Thermoplast-Composite-(TPC)-Bauteilen durch fortschrittliche Simulations- und Fertigungsverfahren zu verbessern. Durch die Einführung eines rechnergestützten Ansatzes zur Vorhersage von Oberflächenabweichungen sowie eines neuartigen Co-Konsolidierungs-Stanzformverfahrens ermöglicht das Projekt die effiziente Herstellung von Bauteilen mit variabler Dicke in einem einzigen Fertigungsschritt. Diese Innovationen fördern die Nachhaltigkeit in der Luft- und Raumfahrt, indem sie den Einsatz recycelbarer TPC-Materialien unterstützen, das Bauteilgewicht, den Energieverbrauch und Materialabfall reduzieren und somit zur Dekarbonisierung von Flugzeugen beitragen.
• Das C.O.M.P.A.S.S.-Projekt und STEP-Projekt konzentrieren sich auf die Erforschung des Potenzials von thermoplastischen Verbundwerkstoffen in der Luft- und Raumfahrtindustrie. Diese Projekte zielen darauf ab, Nachhaltigkeit und Effizienz zu verbessern, basieren aber nicht auf gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern auf einem potenzialorientierten Ansatz. Ihre Ergebnisse hängen von der laufenden Forschung und der Zusammenarbeit mit der Industrie ab, was sie zu vielversprechenden, aber noch nicht wissenschaftlich abgesicherten Lösungen macht.
Einbeziehung von Interessengruppen: Bei der Festlegung der Ziele waren nur die eigenen Mitarbeiter von FACC in den Prozess eingebunden. Das interne F&E-Team spielte mit seiner Expertise eine wichtige Schlüsselrolle.
Änderungen der Ziele und Methoden: An den Zielvorgaben hat sich nichts geändert. Die Methoden werden auf ihre Genauigkeit und die Anpassung an sich entwickelnde wissenschaftliche und regulatorische Standards überprüft.
Leistungsbewertung im Vergleich zu den Zielen
• Überwachung: FACC wird das Volumen der produzierten thermoplastischen Verbundwerkstoffprodukte sowie die erzielten Recyclingquoten verfolgen. Dabei nutzt FACC integrierte Umweltmanagementsysteme zur Erfassung und Analyse der Daten.
• Überprüfung: Jährliche Überprüfungen bewerten den Fortschritt im Hinblick auf Nachhaltigkeitsziele, wobei Anpassungen auf der Grundlage von Leistungstrends und betrieblichen Entwicklungen vorgenommen werden.
• Leistungsanalyse: Da sich das Projekt noch in der Forschungsphase befindet, liegen noch keine spezifischen Leistungsdaten vor, doch das Engagement von FACC für Forschung und Entwicklung wird durch die Teilnahme an Projekten wie C.O.M.P.A.S.S. und STEP belegt.
(E5-3.24/a): Das Ziel befasst sich speziell mit der Steigerung des zirkulären Produktdesigns, da es sich auf die Integration von leichten thermoplastischen Verbundwerkstoffen als nachhaltigen Standard im Produktionsprozess der FACC konzentriert. Aufgrund ihrer inhärenten Recyclingfähigkeit und ihres Potenzials zur Wiederaufbereitung sind thermoplastische Verbundwerkstoffe ein Schlüsselmaterial für die Ermöglichung geschlossener Fertigungskreisläufe. Die Überführung dieser Materialien von der Vorentwicklungsphase in die Serienproduktion für Produkte der nächsten Generation stellt einen bedeutenden Schritt zur Umsetzung der Prinzipien der Kreislaufwirtschaft dar. Durch die Einführung geschlossener Kreisläufe, die eine Recyclingquote von 2 Prozent erreichen, reduziert FACC-Abfall, verwendet wertvolle Materialien wieder und verringert die Abhängigkeit von Primärressourcen. Dies steht im Einklang mit dem umweltpolitischen Ziel von FACC, die Umweltbelastung durch Begrenzung des Verbrauchs natürlicher Ressourcen und die Reduzierung von Industrieabfällen zu minimieren.
(E5-3.25): Das Ziel bezieht sich auf die Hierarchieebene „Recycling“
(E5-3.26): Bei der Festlegung der Umweltziele stützt sich das Unternehmen derzeit nicht auf ökologische Schwellenwerte oder wissenschaftlich fundierte Zielsetzungsansätze wie die Leitlinien der Science-Based Targets Initiative for Nature (SBTN). Eine mögliche zukünftige Ausrichtung an wissenschaftlich fundierten Zielsetzungsansätzen wird im Rahmen der Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitsmanagements geprüft.
(E5-3.27): Alle genannten Ziele in Bezug auf Ressourcennutzung, Abfall und Kreislaufwirtschaft sind auf freiwilliger Basis festgelegt.
2.4.4. DR E5-4 – Ressourcenzuflüsse
Die Angaben zu den Resourcenzuflüsse liegen zum Berichtszeitpunkt noch nicht vor und konnten daher nicht berechnet werden. Sie werden im nächsten Berichtszyklus erhoben. Dabei werden die Methodik und die zugrunde liegenden Annahmen transparent dokumentiert, um eine vollständige und konsistente Berichterstattung gemäß E5-4 sicherzustellen.
2.4.5. DR E5-5 - Ressourcenabflüsse
Langlebigkeit und Reparierbarkeit der Produkte
Einer der Hauptschwerpunkte von FACC ist die Herstellung von Leichtbaukomponenten, die das „Buy-to-Fly- Ratio“ verbessern und gleichzeitig Haltbarkeit und Reparierbarkeit gewährleisten. Die meisten Komponenten sind für eine Lebensdauer von mehr als 20 Jahren ausgelegt und entsprechen damit der typischen Lebensdauer eines Flugzeugs. Zu den After-Sales-Aktivitäten gehören der Austausch von Ersatzteilen und die Bereitstellung globaler Wartungs-, Reparatur- und Überholungsdienste (MRO), um die Langlebigkeit der Produkte zu unterstützen. Derzeit gibt es jedoch kein etabliertes Bewertungssystem, um die Reparierbarkeit der Produkte zu beurteilen, und ein Recycling dieser Produkte ist aufgrund der Materialzusammensetzung derzeit nicht möglich.
Recycelbare Inhalte in Produkten und Verpackungen
Derzeit verwendet FACC keine recycelten Inhalte in ihren Produkten. Der prozentuale Anteil an wiederverwertbarem Inhalt in den Produkten und deren Verpackungen beträgt daher 0 Prozent. FACC erforscht jedoch laufend die Möglichkeiten zur Integration nachhaltiger Materialien, wo dies ohne Beeinträchtigung der Leistungs- und Sicherheitsstandards möglich ist.
Schlüsselsegmente und Darstellung der Verkaufsprodukte
In Bezug auf die verkauften Produkte und Materialien konzentriert sich FACC auf drei Schlüsselsegmente, die wesentlich zum Gesamtergebnis des Unternehmens beitragen. Die Daten werden auf Basis der Gesamtzahl der verkauften Serien-Shipsets dargestellt, da diese die wichtigsten Produkte in Bezug auf Produktion und Marktpräsenz darstellen.
Jeder Shipset besteht aus mehreren Komponenten und Materialien, wobei die Komplexität je nach Segment variiert. Um eine klarere und genauere Darstellung der Verkaufsdaten zu ermöglichen, ist die Berichterstattung nach Shipsets und nicht nach Einzelteilen oder Werkstoffen gegliedert.
Die Aufteilung der drei Schlüsselsegmente ist wie folgt:
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Schlüsselsegmente | Menge an Serien-Shipsets verkauft in 2025 |
Aerostructures | 8.426 Stück |
Engines & Nacelles | 2.308 Stück |
Cabin Interiors | 3.053 Stück |
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Zirkuläres Design und Ressourcenoptimierung
In den letzten Jahren hat FACC durch Forschung zur Emissions reduktion bei der nächsten Generation von Luft- und Raumfahrtprodukten aktiv zu einer nachhaltigen Luftfahrt beigetragen. Im Rahmen dieses Engagements beteiligte sich FACC am „Wing of Tomorrow“-Programm – einer ehrgeizigen Forschungsinitiative, deren Schwerpunkt auf der Entwicklung fortschrittlicher Flügeltechnologien liegt. Im Rahmen dieses Projekts unterstützte FACC die Bereitstellung von Daten zur Durchführung von Lebenszyklusanalysen und zum besseren Verständnis der Umweltauswirkungen der Verwendung leichterer Verbundwerkstoffe und einer klappbaren Flügelspitze, die die aerodynamische Effizienz verbessert und den Treibstoffverbrauch senkt.
Darüber hinaus optimiert FACC kontinuierlich Materialien von der Forschung und Entwicklung (F&E) bis zum operativen Einsatz und integriert Prinzipien der Kreislaufwirtschaft in ihre Produktionsprozesse. Ein wichtiger Schwerpunkt liegt auf der fortlaufenden Optimierung des Querruders – einer schwenkbaren Flugsteuerungsfläche an den Tragflächen, die für die Steuerung der Rollbewegung eines Flugzeugs verantwortlich ist. Die Bewertung der Umweltauswirkungen verschiedener Materialien wie Duroplasten und Thermoplasten durch Lebenszyklusanalysen hilft dabei, wichtige Optimierungspotenziale zu identifizieren. Darüber hinaus bleiben Produkte für die Kabinenausstattung – wie Gepäckablagen und Kabinenwände – ein entscheidendes Segment für die Weiterentwicklung alternativer Lösungen.
Gesamtgewicht der verkauften Produkte
(E5-5, AR27): Das Gesamtgewicht der im Berichtszeitraum der verkauften Produkte konnte im Rahmen des Ressourcenabflüsse nicht genau ermittelt werden. Dies hatte zur Folge, dass die erforderliche Berechnung nicht durchgeführt werden konnte.
Abfall
(E5-5.35): In Bezug auf die Art des FACC-Geschäfts bestehen die Ressourcenabflüsse hauptsächlich aus Verbundwerkstoffen, Metallen, Verpackungsmaterialien und chemischen Abfällen wie Lösungsmitteln oder Farben. Aus diesem Grund überwachte FACC 2025 ihre gesamte Abfallerzeugung genau und konzentrierte sich dabei sowohl auf gefährliche als auch auf ungefährliche Abfallströme.
FACC ist weiterhin bestrebt, ihr Abfallmanagementsystem zu optimieren und legt dabei einen starken Schwerpunkt auf die Steigerung von Recycling- und Verwertungsvorgängen, um den Anteil des zu entsorgenden Abfalls zu reduzieren.
(E5-5.37): Daten zu Abfällen
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Abfall | 2025 (t) |
Gesamtmenge gefährlicher Abfälle | 450,0 |
Gefährliche Abfälle, die von der Beseitigung abgeleitet wurden | 392,1 |
Gefährliche Abfälle, die aufgrund von Vorbereitung zur Wiederverwendung von der Beseitigung abgeleitet wurden | 0,0 |
Gefährliche Abfälle, die aufgrund von Recycling von der Beseitigung abgeleitet wurden | 1,3 |
Gefährliche Abfälle, die aufgrund sonstiger Verwertungsverfahren von der Beseitigung abgeleitet wurden | 390,8 |
Gefährliche Abfälle, die der Beseitigung zugeführt wurden, nach Art der Abfallbehandlung | 57,9 |
Gefährliche Abfälle, die der Beseitigung durch Verbrennung (thermische Beseitigung) zugeführt wurden | 0,0 |
Gefährliche Abfälle, die der Beseitigung durch Deponierung zugeführt wurden | 57,9 |
Gefährliche Abfälle, die sonstigen Beseitigungsverfahren zugeführt wurden | 0,0 |
Gesamtmenge nicht gefährlicher Abfälle | 3.164,9 |
Nicht gefährliche Abfälle, die von der Beseitigung abgeleitet wurden | 2.508,5 |
Nicht gefährliche Abfälle, die aufgrund von Vorbereitung zur Wiederverwendung von der Beseitigung abgeleitet wurden | 0,0 |
Nicht gefährliche Abfälle, die aufgrund von Recycling von der Beseitigung abgeleitet wurden | 1.092,9 |
Nicht gefährliche Abfälle, die aufgrund sonstiger Verwertungsverfahren von der Beseitigung abgeleitet wurden | 1.415,5 |
Nicht gefährliche Abfälle, die der Beseitigung zugeführt wurden, nach Art der Abfallbehandlung | 656,5 |
Nicht gefährliche Abfälle, die der Beseitigung durch Verbrennung zugeführt wurden | 0,0 |
Nicht gefährliche Abfälle, die der Beseitigung durch Deponierung zugeführt wurden | 656,5 |
Nicht gefährliche Abfälle, die sonstigen Beseitigungsverfahren zugeführt wurden | 0,0 |
Gesamtmenge der erzeugten Abfälle | 3.614,9 |
Gesamtmenge nicht recycelter Abfälle | 2.520,7 |
Anteil nicht recycelter Abfälle (%) | 69,73 |
Gesamtmenge recycelter Abfälle | 1.094,2 |
Anteil recycelter Abfälle (%) | 30,27 |
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(E5-5.40): Datengrundlage gemäß gesetzlichen Anforderungen
Die Erfassung der Abfalldaten bei der FACC AG erfolgt auf Basis der gesetzlichen Vorgaben des österreichischen Abfallwirtschaftsgesetzes (§ 17 AWG). Dieses verpflichtet Abfallerzeuger, -sammler und -behandler, jährlich fortlaufende Aufzeichnungen über Art, Menge, Herkunft und Verbleib der Abfälle zu führen.
Die Datenerhebung stützt sich daher primär auf prüfbare Unterlagen externer Entsorgungsunternehmen, insbesondere:
Durch diese Vorgehensweise wird eine hohe Datenqualität sowie vollständige Rückverfolgbarkeit sichergestellt. Grundsätzlich verwendet FACC ausschließlich dokumentierte und verifizierbare Mengenangaben; Schätzungen werden nur angewendet, wenn keine gemessenen Primärdaten verfügbar sind.
Die Einhaltung branchenspezifischer Standards erfolgt im Rahmen der geltenden gesetzlichen Verpflichtungen.
Für den Standort Kanada wurden die gefährlichen Abfälle mangels vollständiger Primärdaten proportional auf Basis des Verhältnisses des kanadischen Umsatzes zur österreichischen Betriebsleistung ermittelt.
Scope Waste – Schätzmethodik
Für zwei internationale Standorte lagen im Berichtsjahr 2025 keine standortspezifisch gemessenen Abfalldaten vor. Entsprechend den Vorgaben des ESRS E5 und unter Anwendung des Grundsatzes der bestmöglichen Schätzung wurde ein benchmarkbasierter Extrapolationsansatz angewandt.
Als Referenzstandort diente das Büro der Tochtergesellschaft in der Slowakei (Bratislava), für das verifizierte Abfalldaten für das Jahr 2025 vorliegen.
Im Jahr 2025 wurden dort:
• 768 kg nicht gefährlicher Rest- bzw. Siedlungsabfall
erfasst.
Auf dieser Basis wurde ein spezifischer Abfallkennwert pro Mitarbeitenden ermittelt.
Extrapolationsansatz
Die Hochrechnung der Abfallmengen erfolgte anhand der jeweiligen Mitarbeitendenzahl der betreffenden Standorte. Für das Jahr 2025 ausschließlich Indien und China. Dieser Ansatz gewährleistet eine konsistente, nachvollziehbare und reproduzierbare Schätzung auf Basis interner Vergleichsdaten.
Berücksichtigte Abfallarten
Die Schätzung umfasst ausschließlich nicht gefährliche Abfälle im Sinne des ESRS E5, insbesondere:
• Gemischter Siedlungsabfall / Restabfall
• Verpackungsabfälle (z. B. Kartonagen, Holzpaletten, Kunststoffe)
• Gemischte Bau- und Abbruchabfälle
• Nicht recycelte Abfälle bzw. Abfälle zur Deponierung
• Büro- und allgemeiner Restabfall
Gefährliche Abfälle sowie standortspezifische Sonderabfallströme sind nicht Bestandteil dieses Extrapolationsmodells (mit Ausnahme der separat beschriebenen proportionalen Ableitung für Kanada).
Die dargestellte Methodik wurde einheitlich auf alle geschätzten Entsorgungsarten angewandt. Eine zusätzliche externe Validierung durch Dritte erfolgte nicht
3.1. ESRS S1: Eigene Belegschaft
DR zu ESRS 2 SBM-3 – Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihre Wechselwirkung mit Strategie und Geschäftsmodell
(S1.SBM-3.10): FACC integriert soziale Nachhaltigkeitsziele in ihre strategische Planung, indem sie Initiativen zur Förderung von Vielfalt, Inklusion und fairen Arbeitsbedingungen umsetzt. Dazu gehören Programme zur beruflichen Weiterbildung und Entwicklung (wie etwa die “Expertenkarriere”), die darauf abzielen, die Fähigkeiten der Mitarbeiter kontinuierlich zu verbessern und ihre Karrierechancen zu erweitern.
Das Unternehmen legt großen Wert auf die Schaffung eines sicheren und gesunden Arbeitsumfelds, was durch die Implementierung von Gesundheits- und Sicherheitskonzepten nach internationalen Standards wie ISO 45001 unterstützt wird. Regelmäßige Schulungen und Sicherheitsübungen sind Teil dieser Bemühungen.
Darüber hinaus fördert FACC eine offene Unternehmenskultur, in der Mitarbeiter ermutigt werden, Feedback zu geben und sich aktiv an der Gestaltung des Arbeitsumfelds zu beteiligen. Dies wird durch regelmäßige Mitarbeiterbefragungen und Feedback-Schleifen unterstützt, um sicherzustellen, dass die Bedürfnisse und Erwartungen der Belegschaft berücksichtigt werden. Dasselbe gilt auch für die Vertreter der FACC-Mitarbeiter (den Betriebsrat).
(S1-SBM 3.13a) (S1-SBM 3.13b): FACC identifiziert und bewertet ihre wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen auf die eigene Belegschaft gemäß den Richtlinien in ESRS 2 IRO-1. Die folgenden Aspekte des strategischen Geschäftsmodells der FACC haben wesentlichen Einfluss auf ihre Mitarbeiter und tragen gleichzeitig zur Anpassung der Unternehmensstrategie und der Geschäftsmodelle bei.
i. Ursprung und Verbindung zu Strategie und Geschäftsmodellen
Eigener Betrieb (kurz-, mittel- und langfristig): Arbeitsplatzsicherheit und Qualität an den FACC-Standorten
FACC legt großen Wert auf stabile, sichere und qualitativ hochwertige Arbeitsplätze. Diese Strategie gewährleistet eine höhere Effizienz und Motivation der Mitarbeiter. Sicherheitsstandards und kontinuierliche Verbesserungsprogramme sollen gewährleisten, dass jedes Arbeitsumfeld frei von Unfällen und Verletzungen bleibt. Die jährliche, extern durchgeführte ISO 45001-Zertifizierung an den österreichischen Standorten (ausgenommen das Büro Wien) verdeutlicht zusätzlich das Engagement von FACC.
Eigener Betrieb (kurz-, mittel- und langfristig): Arbeitsbedingungen für eine höhere Flexibilität und eine bessere Work-Life-Balance
Die Strategie von FACC zur Förderung flexibler Arbeitsmodelle erlaubt es den Mitarbeitern, eine bessere Work-Life-Balance zu erreichen. Dies umfasst (wo umsetzbar) Home-Office-Möglichkeiten, flexible Arbeitszeiten und Teilzeitmodelle. Diese Maßnahmen verbessern die Arbeitszufriedenheit und die langfristige Mitarbeiterbindung.
Eigener Betrieb (kurz-, mittel- und langfristig): Vereinbarkeit von Familie und Beruf
FACC bietet Programme und Unterstützungsleistungen, die es den Mitarbeitern ermöglichen, Familie und Beruf besser zu vereinbaren. Dazu gehören flexible Arbeitszeiten, Eltern(teil)zeitregelungen und betriebliche Kinderbetreuung. Diese Initiativen zielen darauf ab, die Attraktivität als familienfreundlicher Arbeitgeber zu erhöhen und so talentierte Mitarbeiter langfristig zu halten.
ii. Informieren und Beitrag zur Anpassung der Strategie und des Geschäftsmodells:
Eigener Betrieb (kurz-, mittel- und langfristig): Erhöhung der Mitarbeiterzufriedenheit durch Inklusion und Diversity
Die Förderung einer DIE-Kultur (Diversity, Inclusion & Equality) ist ein wichtiger Bestandteil der FACC-Unternehmensstrategie. Initiativen wie Mentoring-Programme, das International Café (ein Sprachaustauschprogramm zwischen Mitarbeitern) oder das FACC-Frauennetzwerk Wings for Women tragen zur Schaffung eines integrativen Arbeitsumfelds bei. Diese Maßnahmen werden kontinuierlich evaluiert und angepasst, um ihre Effektivität zu maximieren.
Eigener Betrieb (kurz-, mittel- und langfristig): Erhöhung der Arbeitsplatzattraktivität durch Chancengleichheit, Schulungen und Inklusion
Durch gezielte Schulungsprogramme und Initiativen zur Förderung von Chancengleichheit und Inklusion stärkt FACC die Kompetenzentwicklung und Karrierechancen ihrer Mitarbeiter. Diese Maßnahmen verbessern die Wettbewerbsfähigkeit von FACC und tragen dazu bei, die besten Talente zu gewinnen und zu halten.
Eigener Betrieb (kurz-, mittel- und langfristig): Gleichbehandlung der Geschlechter in der Gehaltsstruktur
Gleichbehandlung und Transparenz in der Vergütungsstruktur sind zentrale Pfeiler der FACC-Unternehmenspolitik. Regelmäßige Überprüfungen der Gehaltsstrukturen stellen sicher, dass geschlechtsspezifische Einkommensunterschiede beseitigt werden. Diese Bemühungen tragen zur Schaffung eines gerechten und motivierenden Arbeitsumfelds bei.
FACC analysiert und berichtet über den Zusammenhang zwischen wesentlichen Chancen und Risiken, die sich aus den Auswirkungen und Abhängigkeiten des eigenen Personals ergeben, sowie deren Beziehung zur Strategie und zu den Geschäftsmodellen des Unternehmens.
Risiken und Chancen aus Impacts und Abhängigkeiten
Risiken (eigener Betrieb; kurz-, mittel- und langfristig):
• Kostensteigerungen durch unerwartet hohe tarifliche Gehaltserhöhungen. Es besteht die Möglichkeit, dass tarifliche Gehaltserhöhungen zu erheblichen Kostensteigerungen führen, die die finanzielle Stabilität des Unternehmens beeinträchtigen können. FACC analysiert und prognostiziert derartige Risiken kontinuierlich, um proaktiv Maßnahmen zur Kostenkontrolle zu entwickeln. Gerade im zentraleuropäischen Raum war dies in den vergangenen zwei bis drei Jahren ein großes Thema.
Chancen (eigener Betrieb, jeweils langfristig):
• Geringere Fluktuation durch flexible Arbeitszeiten und Work-Life-Balance. Flexible Arbeitsmodelle und Maßnahmen zur Verbesserung der Work-Life-Balance reduzieren die Fluktuationsrate und führen zu erheblichen Kosteneinsparungen bei der Rekrutierung und Schulung neuer Mitarbeiter.
• Geringere Fluktuation durch faire Vergütung. Eine faire und wettbewerbsfähige Vergütungsstruktur stärkt die Mitarbeiterbindung und senkt die Fluktuation, wodurch die Rekrutierungskosten langfristig reduziert werden.
• Geringere Fluktuation durch Aus- und Weiterbildungschancen. Durch Investitionen in Aus- und Weiterbildungsprogramme fördert FACC die berufliche Weiterentwicklung ihrer Mitarbeiter, was deren Zufriedenheit und Loyalität erhöht und die Fluktuationsrate senkt.
• Geringere Fluktuation durch Zugang zu fairer Gesundheitsversorgung. Zusätzliche Gesundheitsleistungen, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen, fördern das Wohlbefinden der Mitarbeiter und tragen zur Reduktion der Fluktuationsraten bei.
• Geringere Fluktuation durch Maßnahmen gegen Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz. Präventive Maßnahmen und gezielte Unterstützungsprogramme schaffen ein sicheres Arbeitsumfeld, welches die Mitarbeiterbindung stärkt und die Fluktuation reduziert.
• Geringere Fluktuation durch Vielfalt im Management und unter den Mitarbeitern. Eine vielfältige Belegschaft und Führungsebene fördert eine inklusivere Kultur, was die Zufriedenheit und Loyalität der Mitarbeiter erhöht und die Fluktuationskosten senkt.
Fazit
FACC betrachtet die Auswirkungen auf ihre Belegschaft als wichtigen Bestandteil ihrer strategischen und operativen Planungen. FACC möchte mittels diverser Methoden und Prozesse (Arbeitsplatzevaluierungen, Mitarbeiterbefragungen, Audits, etc.) sicherstellen, dass positive Auswirkungen wie Arbeitsplatzsicherheit, Work-Life-Balance und Inklusion maximiert und Risiken minimiert werden. Gleichzeitig nutzt FACC die sich daraus ergebenden Chancen effizient, um nachhaltigen Erfolg zu erzielen und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
(S1-SBM 3.14): Alle Personen in der eigenen Belegschaft des Unternehmens, die durch das Unternehmen wesentlich beeinträchtigt werden könnten, sind im Umfang der Offenlegung gemäß ESRS 2 enthalten.
(S1-SBM 3.14a): Arten von Mitarbeitern und Nicht-Mitarbeitern in der eigenen Belegschaft, die durch die Geschäftstätigkeit des Unternehmens wesentlich beeinträchtigt werden könnten, umfasst unter anderem:
• Executive Management: gesamter Vorstand, etc.
• Engineering & Technical Staff: Ingenieure, Techniker, etc.
• Health, Safety and Environment (HSE): HSE-Manager, Umweltwissenschaftler, etc.
• Project Management: Projektmanager, Projektkoordinatoren, etc.
• Finance & Accounting: Finanzanalysten, Buchhalter, etc.
• Human Resources: HR-Manager, Recruiter, etc.
• Information Technology: IT-Spezialisten
• Supply Chain and Procurement: Beschaffungs- und Lieferkettenmanager
• Sales & Marketing: Vertriebs- und Marketingmitarbeiter
• Legal & Compliance: Juristen, Compliance-Manager
Nicht-Mitarbeiter:
• Contractors: Auftragnehmer
• Consultants: Management- und technische Berater, etc.
• Freelancers: Freiberufler
• Vendors & Suppliers: Geräteanbieter, etc.
• Joint Venture Bodies: Regierungsinspektoren, Branchenregulierer, etc.
• Academia & Research Institutions: Akademische und Forschungseinrichtungen
• Labor Unions: Gewerkschaften
• Insurance Companies: Versicherungsunternehmen
• Investors & Analysts: Institutionelle Investoren, Aktienanalysten, etc.
• Community & Stakeholders: NGOs, Vertreter der lokalen Gemeinschaft, etc.
Diese Gruppen umfassen sowohl Angestellte als auch Selbstständige sowie Personen, die von Dritten bereitgestellt werden und hauptsächlich in Beschäftigungsaktivitäten tätig sind.
(S1-SBM 3.14b): Es wurden keine wesentlichen negativen Auswirkungen im Zuge des DMAs (Due Diligence Management Approach) identifiziert. Diese Einschätzung basiert auf den Ergebnissen des DMAs, welcher regelmäßig durchgeführt wird, um potenzielle Risiken und Auswirkungen auf die Belegschaft zu analysieren. Im Rahmen des DMAs wurden umfassende Gespräche mit Fachbereichsverantwortlichen geführt und Bewertungen vorgenommen, die gezeigt haben, dass die bestehenden Maßnahmen und Strategien von FACC effektiv sind, um negative Auswirkungen auf die Mitarbeiter zu minimieren.
Der DMA umfasst die systematische Erfassung von Daten und das Feedback von Mitarbeitern sowie die Überprüfung von Arbeitsbedingungen und Unternehmenspraktiken. Diese Prozesse haben bestätigt, dass FACC keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf ihre Belegschaft verzeichnet, was auf die erwähnten proaktiven Maßnahmen und die kontinuierliche Verbesserung der Arbeitsumgebung zurückzuführen ist.
(S1-SBM 3.14c): Beschreibung der Aktivitäten, die zu wesentlichen positiven Auswirkungen führen:
1. Arbeitsbedingungen im eigenen Betrieb, durch die die Mitarbeiter gesundheitliche Sicherheit erlangen:
• Aktivitäten: Implementierung von umfassenden Gesundheits- und Sicherheitsprogrammen, von regelmäßigen Schulungen und Sicherheitsüberprüfungen.
• Betroffene Gruppen: Health, Safety and Environment (HSE), Engineering & Technical Staff, Contractors.
2. Arbeitsbedingungen im eigenen Betrieb, die zu erhöhter Einbeziehung von Mitarbeitern und dadurch zu einer erhöhten Arbeitsplatzsicherheit führen:
• Aktivitäten: Einführung von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen und von regelmäßigen Feedback-Sitzungen.
• Betroffene Gruppen: Project Management, Human Resources, Executive Management.
3. Arbeitsbedingungen im eigenen Betrieb, die den Mitarbeitern eine höhere Flexibilität ermöglichen:
• Aktivitäten: Einführung von flexiblen Arbeitszeitmodellen und Home-Office-Möglichkeiten.
• Betroffene Gruppen: Information Technology, Finance & Accounting, Sales & Marketing.
4. Arbeitsbedingungen im eigenen Betrieb, die es den Mitarbeitern besser ermöglichen, Familie und Beruf zu kombinieren:
• Aktivitäten: Bereitstellung von Kinderbetreuungsangeboten und flexiblen Arbeitszeiten.
• Betroffene Gruppen: Human Resources, Executive Management, Engineering & Technical Staff.
5. Arbeitsbedingungen im eigenen Betrieb, durch die die Mitarbeiterzufriedenheit erhöht wird:
• Aktivitäten: Einführung von Mitarbeiteranerkennungsprogrammen und Verbesserung der Arbeitsumgebung.
• Betroffene Gruppen: Alle Mitarbeitergruppen, insbesondere Sales & Marketing, Supply Chain and Procurement.
6. Arbeitsbedingungen im eigenen Betrieb, durch die die Gesundheit oder Sicherheit am Arbeitsplatz erhöht wird:
• Aktivitäten: Regelmäßige Gesundheitschecks und Sicherheitsinspektionen.
• Betroffene Gruppen: Health, Safety and Environment (HSE), Engineering & Technical Staff, Contractors.
7. Erhöhung der Arbeitsplatzattraktivität durch Chancengleichheit, Diversität, Schulungen und Inklusion im eigenen Betrieb:
• Aktivitäten: Durchführung von Schulungen zu Diversität und Inklusion, Förderung von Chancengleichheit.
• Betroffene Gruppen: Human Resources, Legal & Compliance, Executive Management.
8. Sicherstellung des Schutzes der Privatsphäre der Mitarbeiter im eigenen Betrieb durch Einhaltung der DSGVO:
• Aktivitäten: Implementierung von Datenschutzkonzepten und von regelmäßigen Schulungen zur DSGVO.
• Betroffene Gruppen: Information Technology, Legal & Compliance, Human Resources.
(S1-SBM 3.14d) (S1-SBM 3.16): Beispiele für wesentliche Risiken:
Kostensteigerungen durch unerwartet hohe tarifliche Gehaltserhöhungen
Unerwartet hohe tarifliche Gehaltserhöhungen können die Betriebskosten erheblich erhöhen und die finanzielle Stabilität des Unternehmens beeinträchtigen. Dieses Risiko betrifft insbesondere alle Mitarbeiter in tarifgebundenen Positionen. Um dieses Risiko zu mindern, überwacht das Unternehmen kontinuierlich die Tarifverhandlungen und plant entsprechende Budgetreserven ein.
Konkrete Beispiele für die proaktiven Maßnahmen, die FACC entwickelt hat, um die Risiken tariflicher Gehaltserhöhungen zu managen:
• Effizienzsteigerungsprogramme: FACC hat Programme zur Steigerung der operativen Effizienz implementiert, um Kosten zu senken und die Auswirkungen von Gehaltserhöhungen auszugleichen. Dazu gehören Prozessoptimierungen in der Produktion und der Einsatz von Automatisierungstechnologien.
• Flexible Arbeitszeitmodelle: Durch die Einführung flexibler Arbeitszeitmodelle kann FACC besser auf Produktionsschwankungen reagieren und Personalkosten effizienter steuern.
• Verhandlungen mit Lieferanten: FACC führt regelmäßige Verhandlungen mit ihren Lieferanten, um bessere Konditionen zu erzielen und so die gestiegenen Personalkosten teilweise zu kompensieren.
• Investitionen in Weiterbildung: Durch gezielte Investitionen in die Weiterbildung der Mitarbeiter erhöht FACC deren Produktivität, was langfristig zur Kostensenkung beiträgt.
Verbindung zum durchgeführten DMA (Due Diligence Management Approach)
FACC integriert diese Maßnahmen in ihren Due Diligence Management Approach, indem sie Risiken kontinuierlich analysiert und bewertet, die sich aus tariflichen Gehaltserhöhungen ergeben. Der DMA umfasst regelmäßige Risikoanalysen, bei denen die finanziellen Auswirkungen von Gehaltserhöhungen bewertet werden. Auf Basis dieser Analysen werden die oben genannten Maßnahmen entwickelt und implementiert, um die finanzielle Stabilität von FACC zu gewährleisten. Die Verbindung zum DMA zeigt sich in der systematischen Erfassung und Bewertung von Risiken sowie in der proaktiven Entwicklung von Strategien zur Risikominderung.
Beispiele für wesentliche Chancen
Geringere Fluktuation (sinkende Recruiting-Kosten) durch die Ermöglichung von flexiblen Arbeitszeiten und Work-Life-Balance sowie durch die Förderung von Diversity und faire Vergütung:
Die Einführung flexibler Arbeitszeiten und die Förderung von Work-Life-Balance sowie Diversity und einer fairen Vergütung können die Mitarbeiterzufriedenheit und -bindung erhöhen, insbesondere für Eltern und Betreuungspersonen. Dies führt zu geringeren Fluktuationsraten und senkt die Kosten für die Rekrutierung und Einarbeitung neuer Mitarbeiter. Daher implementiert FACC flexible Arbeitszeitmodelle und fördert aktiv eine diverse und inklusive Unternehmenskultur.
Geringere Fluktuation (sinkende Recruiting-Kosten) durch Aus- & Weiterbildungschancen:
Investitionen in die Weiterbildung der Mitarbeiter erhöhen deren Fähigkeiten und Zufriedenheit, was zu einer geringeren Fluktuation führt, insbesondere bei jüngeren Mitarbeitern und solchen in technischen Rollen. FACC bietet umfangreiche Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten an, um die berufliche Entwicklung der Mitarbeiter zu fördern und deren Bindung an das Unternehmen zu stärken.
Geringere Fluktuation (sinkende Recruiting-Kosten) indem der Zugang zu einer angemessenen Gesundheitsversorgung ermöglicht wird (über die gesetzlichen Vorgaben hinaus):
Zusätzliche Gesundheitsleistungen verbessern die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter, was die Bindung an das Unternehmen stärkt und die Fluktuation reduziert – insbesondere von Mitarbeitern in körperlich anspruchsvollen Rollen. FACC bietet über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehende Gesundheitsprogramme und -leistungen an, um die Mitarbeitergesundheit zu fördern.
(S1-SBM 3.14e): FACC hat sich dem Ziel verpflichtet, ihren Beitrag zur Begrenzung der globalen Erwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius zu leisten, indem sie ihre Treibhausgasemissionen gemäß den Vorgaben des Pariser Klimaabkommens reduziert. Aktuell existieren jedoch noch keine konkreten Übergangspläne.
Wesentliche Risiken
Die Umstellung auf erneuerbare Energien und die Einführung neuer Technologien könnten eine Restrukturierung der Produktionsprozesse erfordern, was in einigen Bereichen zu einem Beschäftigungsverlust führen könnte. Dies betrifft insbesondere die Bereiche Engineering & Technical Staff, Contractors und Project Management.
Wesentliche Chancen
Gleichzeitig bieten diese Maßnahmen auch Chancen zur Schaffung neuer Arbeitsplätze und zur Umschulung der bestehenden Belegschaft. Die Einführung neuer Technologien und die Umstellung auf erneuerbare Energien können zu einer höheren Arbeitsplatzsicherheit und zu neuen Karrieremöglichkeiten führen. Dies betrifft insbesondere die Bereiche Information Technology, Human Resources und Engineering & Technical Staff.
Um diese Chancen zu nutzen und die Risiken zu minimieren, plant FACC umfangreiche Umschulungs- und Weiterbildungsprogramme für die betroffenen Mitarbeiter. Dies soll sicherstellen, dass die Belegschaft die notwendigen Fähigkeiten und Kenntnisse erwirbt, um in einer kohlenstoffarmen Wirtschaft erfolgreich zu sein.
Durch die Umsetzung dieser Maßnahmen verfolgt FACC eine ganzheitliche Dekarbonisierungsstrategie, die sowohl die direkten Emissionen in den eigenen Betrieben als auch die Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette adressiert und somit den langfristigen Zielen des Unternehmens sowie den Anforderungen des Pariser Klimaabkommens gerecht wird.
(S1-SBM 3.14f) (S1-SBM 3.14g): Erkennung von Hochrisiko-Betriebsstätten durch Identifizierung:
1. Geografische Risikofaktoren (regional oder auf Länderebene):
• Regionen mit erhöhtem Risiko: Südostasien, Sub-Sahara-Afrika, Mittlerer Osten
2. Sektorspezifische Risikofaktoren:
• Bau- und Infrastrukturentwicklung
• Lieferketten-Betriebsstätten
FACC verfügt unter anderem über eine Tochtergesellschaft in Südostasien. In dieser Region besteht aufgrund der schwachen Durchsetzung von Arbeitsgesetzen ein höheres Risiko für Zwangs- sowie für Kinderarbeit. Jedoch handelt es sich bei dieser Tochtergesellschaft in dieser Region lediglich um Büroanlagen und keine Produktionsstätten. FACC überwacht auch diese Tochtergesellschaft streng, um sicherzustellen, dass alle ethischen Standards eingehalten werden und frei von Zwangs- und Kinderarbeit sind.
Zusätzlich hat FACC Maßnahmen implementiert, um das Risiko von Zwangsarbeit und Kinderarbeit in ihren Lieferketten-Betriebsstätten zu minimieren. Dies umfasst regelmäßige Audits und Überprüfungen sowie, wenn nötig, die Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und Nichtregierungsorganisationen, um die Einhaltung der Arbeitsgesetze sicherzustellen.
Durch diese Maßnahmen stellt FACC sicher, dass alle Tochtergesellschaften weltweit den höchsten ethischen Standards entsprechen und keine Zwangsarbeit oder Pflichtarbeit stattfindet.
(S1-SBM 3.15): Identifikation von Risikogruppen:
• Geschlecht: Frauen könnten in bestimmten Arbeitsumgebungen einem höheren Risiko von Diskriminierung oder Belästigung ausgesetzt sein.
• Alter: Ältere Mitarbeiter könnten bei körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten einem höheren Verletzungsrisiko ausgesetzt sein.
• Behinderung: Mitarbeiter mit Behinderungen (gem. BEinstG in Österreich und ähnlichen, anwendbaren Gesetzen bei den anderen Standorten) könnten in bestimmten Arbeitsumgebungen oder bei bestimmten Tätigkeiten einem höheren Risiko von Unfällen oder Diskriminierung ausgesetzt sein.
• LGBTQ+: LGBTQ+-Mitarbeiter könnten einem höheren Risiko von Diskriminierung oder Belästigung ausgesetzt sein.
• Ethnizität: Mitarbeiter aus ethnischen Minderheiten könnten einem höheren Risiko von Diskriminierung oder Belästigung ausgesetzt sein.
Methodologie zur Identifizierung von Risiken
Mitarbeiterbefragungen und Feedback: FACC führt regelmäßige Umfragen und Feedback-Sitzungen durch, um die Erfahrungen und Bedenken der Mitarbeiter zu erfassen.
Datenanalyse: FACC führt regelmäßig Analysen von Mitarbeiterdaten durch, um Muster und Trends zu identifizieren, die auf erhöhte Risiken hinweisen könnten.
Vorfallmeldesysteme: FACC verfügt über Systeme zur Meldung von Vorfällen, um Risiken und Probleme frühzeitig zu erkennen.
Maßnahmen zur Risikominderung
Richtlinien und Governance: FACC hat Richtlinien zur Diversität und Inklusion sowie Anti-Diskriminierungs- und Belästigungsrichtlinien eingeführt.
Schulungs- und Sensibilisierungsprogramme: FACC verfügt über Programme zur Entwicklung von Führungskräften und zur Sensibilisierung im Hinblick auf die Themen Diversität und Inklusion.
Unterstützungssysteme und Ressourcen: FACC verfügt über Mentoring- und Sponsoring-Programme zur Unterstützung gefährdeter Gruppen.
Beschwerdemechanismen und Meldesysteme: FACC verfügt über Schutzmechanismen für Whistleblower und Systeme zur Meldung von Beschwerden.
Überwachung und kontinuierliche Verbesserung
Regelmäßige Bewertungen: FACC führt regelmäßig Arbeitsplatz-Audits und Mitarbeiterfeedback zur Bewertung der Wirksamkeit der Maßnahmen durch.
Berichterstattung und Transparenz: FACC veröffentlicht Jahresberichte und bindet ihre Stakeholder ein, um die Fortschritte und Herausforderungen transparent zu machen.
3.1.1. DR S1-1 – Strategien im Zusammenhang mit der eigenen Belegschaft
(S1-1.19):
Policy 1 – Code of Conduct (CoC)
Policy 2 – Datenschutz-Policy
Policy 3 – Health and Safety Policy
Der Code of Conduct behandelt neben den Themen Korruption und Bestechung sowie den menschenrechtlichen Belangen (z. B. faire Arbeitsbedingungen) folgende Bereiche: allgemeines Verhalten, Sicherheit und Gesundheitsschutz, Unternehmenseigentum, Interessenkonflikte, Kartellverbot, Insiderinformation, Exportkontrolle, Umweltschutz und Qualitätspolitik. Ebenso fordert das Unternehmen auch von seinen Kunden und Lieferanten gewisse Werte und Verhaltensgrundsätze ein. Dies ist wichtig, denn FACC möchte mit Partnern zusammenarbeiten, die dieselben Werte und Grund-sätze vertreten wie das Unternehmen selbst.
Relevante Auswirkungen, Risiken und Chancen (IROs)
• Erhöhung der Arbeitsplatzattraktivität infolge der Reduktion von Gewalt und Belästigung.
• Erhöhung der Arbeitsplatzattraktivität durch eine nicht-diskriminierende Gehaltsstruktur im eigenen Betrieb.
• Geringere Fluktuation (sinkende Recruiting-Kosten) durch Maßnahmen gegen Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz.
Die Datenschutz-Policy dient dazu, das Vertrauen der Stakeholder zu stärken, indem sie Transparenz über die Datenverarbeitungspraktiken des Unternehmens bietet und sicherstellt, dass personenbezogene Daten verantwortungsvoll und gesetzeskonform behandelt werden.
Relevante Auswirkungen, Risiken und Chancen (IROs)
• Sicherstellung des Schutzes der Privatsphäre der Mitarbeiter im eigenen Betrieb durch Einhaltung der DSGVO.
Die Health and Safety Policy befasst sich nach der ISO 45001 mit der Schaffung eines sicheren und gesunden Arbeitsumfelds durch die Implementierung eines systematischen Ansatzes zum Management von Arbeits- und Gesundheitsschutz.
Relevante Auswirkungen, Risiken und Chancen (IROs):
• Schaffung von Arbeitsbedingungen im eigenen Betrieb, durch die die Gesundheit oder Sicherheit am Arbeitsplatz erhöht wird.
Umfang des Konzepts:
Der Code of Conduct von FACC gilt für alle Mitarbeiter der FACC.
Die Datenschutz-Policy hingegen gilt für alle Mitarbeiter der Standorte innerhalb der Europäischen Union.
Die Health and Safety Policy gilt ebenso für alle Mitarbeiter an den österreichischen Standorten.
Öffentlich zugänglich ist lediglich der Code of Conduct über u. a. die Homepage oder das Intranet von FACC. Alle weiteren erwähnten Konzepte sind nur intern für FACC-Mitarbeiter über SAP oder das unternehmenseigene Intranet jederzeit abrufbar.
Verantwortungen bei FACC
Der General Counsel ist verantwortlich für die Implementierung und Umsetzung des Code of Conduct sowie der Datenschutz-Policy. Er berichtet direkt an den Finanzvorstand (CFO) und den Vertriebsvorstand (CSO) der FACC. Der Health and Safety Manager hingegen ist verantwortlich für die Health and Safety Policy. Bis einschließlich Juni 2025 berichtet er direkt an den Vorstand für das operative Geschäft (COO). Ab Juni erfolgt die Berichtslinie direkt an den Chief Executive Officer (CEO).
Die Health and Safety Policy wird regelmäßig im Zuge des externen ISO 45001-Audits überprüft.
Zugangsmöglichkeiten zum Konzept
Der Code of Conduct ist auf der FACC-Unternehmenswebsite zugänglich. FACC kommuniziert die Konzepte auch über interne Kanäle, um sicherzustellen, dass alle Mitarbeiter über den Inhalt informiert sind und ihn verstehen. Die Health and Safety Policy ist im FACC-Intranet zugänglich, und wird mittels Schulungen so kommuniziert, dass hier alle Mitarbeiter ebenfalls über den Inhalt informiert sind und ihn verstehen.
(S1-1.20) (S1-1.20a): Respekt für Menschenrechte, einschließlich Arbeitsrechte
FACC verpflichtet sich zur Achtung der Menschen- und Arbeitsrechte aller Mitarbeiter, wie sie in den Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) verankert sind. FACC verbietet Diskriminierung aufgrund von Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Alter, Religion, sexueller Orientierung, nationaler Herkunft, Behinderung oder anderen geschützten Merkmalen. Zudem setzt sich FACC für faire Löhne, Gleichberechtigung und Diversität durch zahlreiche Initiativen ein.
So wurde FACC für ihre vielfältigen Maßnahmen in puncto Vereinbarkeit von Beruf und Familie als familienfreundliche Arbeitgeberin mit einem staatlichen Gütezeichen ausgezeichnet.
Flexible Arbeitszeitmodelle oder das Angebot ganztägiger Kinderbetreuung tragen bei FACC seit Jahren wesentlich zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei. Mit der Gründung des Frauennetzwerkes FACC Wings for Women wurde vor zwei Jahren ein weiterer wichtiger Schritt zur Unterstützung von Frauen während ihres Berufslebens und damit verbunden auch für mehr Chancengleichheit gesetzt.
Über 300 Arbeitszeitmodelle
Über 300 unterschiedliche Arbeitszeitmodelle im Unternehmen unterstreichen die Flexibilität, die FACC ihren Mitarbeitern bei der Gestaltung ihrer Arbeitszeit bietet. Im Vordergrund steht die Schaffung eines Umfelds, das besonders auf die Bedürfnisse von Familien eingeht. Dazu zählt u. a. ein Fokus auf Jobsharing – auch bei Führungspositionen. Dadurch wird in Teilzeit arbeitenden Müttern oder Vätern die lückenlose Fortsetzung ihrer Karriere ermöglicht. Neben Gleitzeit und Home-Office wird Eltern angeboten, ihre Arbeitszeiten aufeinander abzustimmen. Mit sogenannten gegengleichen Schichten besteht diese Möglichkeit auch für Produktionsmitarbeiter.
FACC als eine der attraktivsten Arbeitgebermarken Österreichs
Im Wettbewerb um die besten Arbeitskräfte spielen Maßnahmen für mehr Diversität und Familienfreundlichkeit eine große Rolle – auch angesichts des nach wie vor bestehenden Fachkräftemangels. Die erfolgreiche Positionierung von FACC als familienfreundliche Arbeitgeberin zeigt sich auch an einer groß angelegten Studie des Personaldienstleisters Randstad, innerhalb welcher FACC österreichweit zu den sechs besten Arbeitgebern zählte. In Oberösterreich wurde der erste Platz erreicht. Auch der Erhalt des Leading Employer Award 2024 unterstreicht die Position von FACC als einer der TOP-Arbeitgeber Österreichs.
(S1-1.20b): Engagement mit der eigenen Belegschaft
FACC schätzt eine offene und transparente Kommunikation mit der Belegschaft und fördert ein Umfeld des gegenseitigen Respekts und der Zusammenarbeit. FACC pflegt dahingehend offene Kommunikationswege durch regelmäßige Meetings und Feedback-Mechanismen, um die Anliegen der Belegschaft zu verstehen und anzugehen. Zudem unterstützt FACC Mitarbeitervertretungen (den Betriebsrat) und fördert eine inklusive Unternehmenskultur. Die Vermeidung von Benachteiligungen einzelner Mitarbeiter – z. B. durch eine Ungleichbehandlung bei der Einstellung, der Entlohnung, den Aufstiegschancen oder bei Aus- und Weiterbildung – erhöht die Attraktivität des Arbeitsplatzes und ist daher für FACC ein zentrales Anliegen. Deshalb setzt FACC stark auf Chancengleichheit, Inklusion und gelebte Diversität.
(S1-1.20c): FACC ist bestrebt, Menschenrechtsauswirkungen, die sich aus ihren Aktivitäten ergeben, zu adressieren, wirksame Abhilfemaßnahmen bereitzustellen und sicherzustellen, dass betroffene Personen angemessene Unterstützung erhalten.
FACC hat robuste Beschwerdemechanismen (Whistleblowersystem) eingerichtet, die allen Mitarbeitern zugänglich sind, um sicherzustellen, dass Beschwerden und Bedenken umgehend und fair behandelt werden. Zudem pflegt FACC eine Kultur der offenen Kommunikation, wobei jeder Mitarbeiter angehalten ist, das direkte Gespräch mit seinem Vorgesetzten zu suchen. Auch die FACC Mitarbeitervertreter können jederzeit angesteuert werden. Sollte es zu einer Meldung (anonym oder nicht) kommen, wird diese von den zuständigen Mitarbeitern im Compliance Bereich behandelt und untersucht.
(S1-1.21) (S1-1.22): Ausrichtung der Richtlinien an international anerkannten Instrumenten
Die Menschenrechts- und Arbeitsrechtspolitiken von FACC sind an den Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und der ISO 45001-Norm ausgerichtet. Die ILO-Konventionen bilden die Grundlage für die Verpflichtung von FACC zu fairen Arbeitsbedingungen und zur Achtung der Arbeitsrechte. Die ISO 45001-Zertifizierung unterstützt FACC dabei an den österreichischen Standorten (ausgenommen von der Zertifizierung in Österreich ist das Büro in Wien), ein sicheres und gesundes Arbeitsumfeld zu gewährleisten. FACC integriert diese Standards in ihren Richtlinien (Code of Conduct, Arbeitsanweisungen, etc.) durch einen strukturierten Überprüfungsprozess, der sicherstellt, dass alle neuen Versionen der Richtlinien mit den internationalen Arbeitsrechts- und Sicherheitsstandards übereinstimmen sowie inhaltlich an die UN Guiding Principles on Business and Human Rights angelehnt sind. Darüber hinaus bietet FACC Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen an und implementiert umfassende Monitoring- und Berichtssysteme, um die Einhaltung dieser Standards kontinuierlich zu überwachen und zu verbessern. Diese Ansätze stärken das Engagement von FACC für die Sicherheit, Gesundheit und Rechte ihrer Mitarbeiter. Zudem bietet FACC Pflichtschulungen innerhalb des Unternehmens an, um das Wissen und die Achtsamkeit für diese Themen zu erhöhen. Die Unternehmensrichtlinien adressieren explizit die Themen Menschenhandel, Zwangsarbeit und Kinderarbeit. FACC verpflichtet sich, alle Formen von Zwangs- und Kinderarbeit strikt abzulehnen und sicherzustellen, dass in ihrer gesamten Lieferkette keine Praktiken des Menschenhandels vorkommen. Diese Verpflichtungen sind in den Verhaltenskodizes und Lieferantenrichtlinien von FACC verankert. Zudem führt FACC regelmäßige Audits und Schulungen durch, um die Einhaltung dieser Standards zu gewährleisten.
(S1-1.23): Gemäß der Health and Safety Policy von FACC und der ISO 45001-Norm werden Unfälle und Beinaheunfälle, sowie deren Ursachen, genau analysiert und seitens FACC wird durch einen hohen Trainings- und Schulungsaufwand an einer kontinuierlichen Verbesserung der Arbeitsroutine und Sicherheit gearbeitet. So wurde in ein neues Trainingscenter investiert, um das Onboarding neuer Mitarbeiter laufend zu verbessern und auch der Internationalisierung der Belegschaft verstärkt Rechnung zu tragen. Konzernweit neu eingeführt wurden außerdem Sicherheitsvideos, worin Mitarbeiter die korrekte Anwendung des Hautschutzes sowie das richtige Verhalten im internen Werksverkehr vermittelt wird. Die Videos laufen auf den Bildschirmen am Shopfloor, sind multilingual gestaltet und somit für alle Mitarbeiter verständlich. Etablierte Instrumente der Arbeitssicherheit und Unfallverhütung bei FACC sind Prozesse, wie eine konzernweite Meldeplattform für Beinaheunfälle und unsichere Zustände, eine strukturierte Aufarbeitung und Maßnahmensetzung bei Arbeitsunfällen, Safety Walks mit einem Teilnehmerfeld von Mitarbeitern bis zum Vorstand und regelmäßige Zero Accident Gate Meetings, bei denen Maßnahmen von Führungskräften und Präventivfachkräften festgelegt und deren Umsetzung proaktiv überwacht werden.
(S1-1.24a): FACC akzeptiert keine Form von Diskriminierung, die auch im Code of Conduct verankert ist. Inhaltlich umfassen der Code of Conduct unter anderem die Förderung von Chancengleichheit, die Verhinderung von Belästigung, Nicht-Vergeltung und Initiativen zur Vielfalt und Inklusion. Ziel von FACC ist es, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei von Diskriminierung und Belästigung ist und gleiche Chancen für alle bietet.
(S1-1.24b): Der Code of Conduct von FACC deckt spezifisch Diskriminierungsgründe ab, darunter rassische und ethnische Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, sexuelle Orientierung, Geschlechtsidentität, Behinderung, Alter, Religion, politische Meinung, nationale Herkunft oder soziale Herkunft. Diese Richtlinien stellen sicher, dass alle Mitarbeiter fair und gerecht behandelt werden, in Übereinstimmung mit lokalen Gesetzen und internationalen Standards. Weitere, über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehende Maßnahmen werden aktuell nicht ergriffen.
(S1-1.24c): Zum Berichtsstichtag gab es bei FACC keine spezifischen Richtlinienverpflichtungen, die sich auf Inklusion oder positive Maßnahmen für besonders gefährdete Gruppen innerhalb der Belegschaft beziehen.
(S1-1.24d): Offenlegung, ob und wie diese Richtlinien durch spezifische Verfahren umgesetzt werden, um Diskriminierung zu verhindern, zu mindern und zu bekämpfen, sowie um Vielfalt und Inklusion im Allgemeinen zu fördern:
Zum Berichtsstichtag gab es bei FACC keine spezifischen Verfahren zur Umsetzung solcher Richtlinien, da aktuell keine spezifischen Richtlinienverpflichtungen bestehen.
Bei der Entwicklung der Health and Safety Policy, der Datenschutz-Policy und des Code of Conduct berücksichtigte FACC die Interessen ihrer wichtigsten Stakeholder:
Health and Safety Policy
Interne Stakeholder: Die Bedürfnisse und Sicherheitsanforderungen der Mitarbeiter wurden durch regelmäßige Konsultationen mit Arbeitsmedizinern durchgeführt. Dies stellt sicher, dass die Arbeitsumgebung sicher und gesundheitsfördernd gestaltet ist. Das Feedback von Mitarbeitern wird hier selbstverständlich miteinbezogen und als sehr wichtig erachtet.
Externe Stakeholder: FACC beachtete auch die Erwartungen von Regulierungsbehörden und Kundenvorgaben, um sicherzustellen, dass die Policy den höchsten Standards entspricht.
Datenschutz-Policy
Mitarbeiter und Kunden: Die Policy wurde unter Berücksichtigung der Privatsphäre und des Schutzes personenbezogener Daten entwickelt
Regulierungsbehörden: Die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und der Schutz der Datenintegrität standen im Mittelpunkt der Policy-Entwicklung.
Code of Conduct (CoC)
Mitarbeiter: Die Entwicklung des Code of Conduct erfolgte unter Einbeziehung von Mitarbeiterfeedback – in Vertretung durch den Betriebsrat, um sicherzustellen, dass die Konzepte praktikabel und verständlich sind.
Geschäftspartner: Die Erwartungen und Anforderungen von Kunden und Lieferanten wurden einbezogen, um sicherzustellen, dass der Code of Conduct auch in der Zusammenarbeit mit externen Partnern anwendbar ist.
(ESRS 2.62): Für alle, aktuell nicht in S1-1.19 erwähnten IROS, existieren bis dato noch keine Konzepte bei FACC.
FACC befindet sich in einem kontinuierlichen Prozess der Überprüfung und Anpassung ihrer Strategien und Prozesse. Im Zuge des erstmalig durchgeführten DMA wurde FACC auch auf fehlende niedergeschriebene Prozesse aufmerksam. Die entsprechenden Konzepte sollen kurz- bis mittelfristig entwickelt werden. Im Geschäftsjahr 2025 gab es noch keine finalen, berichtsfähigen Inhalte.
3.1.2. DR S1-2 – Verfahren zur Einbeziehung eigener Arbeitskräfte und von Arbeitnehmervertretern in Bezug auf Auswirkungen
(S1-2.27) (S1-2.27a-e): Die Einbindung der Mitarbeiter der FACC erfolgt sowohl direkt mit der eigenen Belegschaft als auch über Arbeitnehmervertreter (Betriebsrat), welche im Zuge der DMA aber auch in anderen (teilweise externen) Audits über ihre gewonnene Sichtweise berichten. Ebenso werden Informationen, Wünsche, Anregungen, Beschwerden, teilweise direkt an HR herangetragen. Auch hier werden im Zuge der DMA sowie in anderen – teilweise externen – Audits und Management Reviews die gewonnenen Informationen berichtet. Eigene, speziell dafür abgestellte Mitarbeiter (außerhalb des Betriebsrates) gibt es aktuell dafür nicht.
Die Auswirkungen des Transformationsprozesses im Sinne von CO2-Minderungen sind aktuell noch zu gering, um tatsächliche Auswirkungen innerhalb der Belegschaft zu haben bzw. Maßnahmen implementieren zu müssen.
Die Einbindung erfolgt auf verschiedenen Stufen, einschließlich regelmäßiger Umfragen und Feedback-Sitzungen (Mitarbeitergespräche), Mitarbeiterforen und -ausschüssen sowie Veranstaltungen (z. B. FACC Wings for Women, Betriebsversammlungen), aber auch durch Schulungen und Meldesysteme. Diese Aktivitäten finden teils jährlich, vierteljährlich und anlassbezogen statt. Beispielsweise werden Mitarbeitergespräche jährlich und Wings for Women Veranstaltungen quartalsweise durchgeführt.
Verantwortungen bei der FACC
Die Leiterin der Personalabteilung (Vice President HR), die direkt an den Vorstandsvorsitzenden (CEO) berichtet, ist verantwortlich für die Überwachung dieser Einbindung und dafür, dass die Ergebnisse verwertet werden.
Konzepte
Der Code of Conduct der FACC, als globale Rahmenvereinbarung mit Arbeitnehmervertretern, ermöglicht es dem Unternehmen, zusätzlich zu seinen Initiativen und Plattformen, Einblicke in die Sichtweisen der eigenen Arbeitskräfte zu erhalten:
• Regelmäßige Konsultationen: Der Code of Conduct wird regelmäßig evaluiert und bei Bedarf angepasst. Dies fordert Treffen und Konsultationen mit Arbeitnehmervertretern (dem Betriebsrat), bei denen Anliegen und Perspektiven der Belegschaft direkt diskutiert werden können. Diese Treffen bieten eine Plattform für den offenen Austausch und helfen, aktuelle Themen und Herausforderungen zu identifizieren.
• Whistleblower-System: Ein integraler Bestandteil des Codes of Conduct ist ein Whistleblower-System, das den Mitarbeitern ermöglicht, Verstöße gegen Menschenrechte oder andere Bedenken anonym zu melden. Dies trägt dazu bei, dass FACC ein umfassendes Bild von den Herausforderungen und Bedürfnissen der Belegschaft erhält.
• Durch diese Maßnahmen stellt der Code of Conduct sicher, dass FACC kontinuierlich Einblicke in die Perspektiven ihrer Belegschaft erhält und diese in die Unternehmensstrategie und
-entscheidungen einfließen lässt.
Die Wirksamkeit der Einbindung wird durch die Analyse von Mitarbeiterfeedback aus Umfragen, Meetings, Ausschüssen, Audits und direkten Gesprächen bewertet. Das Unternehmen erarbeitet bei Bedarf Maßnahmen, basierend auf diesem Feedback, und verfolgt einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess, um sicherzustellen, dass die Einbindung effektiv ist.
(S1-2.28): FACC identifiziert „gefährdete“ Gruppen wie Frauen oder Migranten und führt maßgeschneiderte Einbindungsinitiativen durch. Dazu gehören die Zusammenarbeit mit Arbeitnehmervertretern, Schulungs- und Sensibilisierungsprogramme sowie spezielle Veranstaltungen, um sicherzustellen, dass die Perspektiven dieser Gruppen berücksichtigt werden.
(S1-2.AR-25):
a) FACC engagiert sich speziell für gefährdete oder marginalisierte Personen, indem das Unternehmen spezifische Ansätze verfolgt und potenziellen Barrieren besondere Aufmerksamkeit schenkt.
b) Das Unternehmen berücksichtigt potenzielle Barrieren wie sprachliche und kulturelle Unterschiede und Geschlechtergleichgewichte sowie Spaltungen innerhalb einer Gemeinschaft oder Gruppe.
c) FACC stellt sicher, dass die Informationen für die Belegschaft verständlich und zugänglich sind, indem geeignete Kommunikationskanäle in Deutsch, aber auch in Englisch angeboten und genutzt werden.
d) Bei auftretenden Interessenkonflikten innerhalb der Belegschaft wird versucht, diese durch transparente Prozesse und Gespräche, eine etwaige Verschiebung innerhalb der Verantwortungskette durch Zuständigkeitsveränderungen zu lösen. 2025 gab es einen Vorfall, der wie oben beschrieben behandelt wurde.
e) FACC achtet darauf, die Menschenrechte der Arbeitskräfte des Unternehmens zu respektieren, einschließlich ihrer Rechte auf Privatsphäre und Meinungsfreiheit durch Einhaltung des CoCs sowie der anwendbaren gesetzlichen Vorgaben an den jeweiligen Standorten.
3.1.3. DR S1-3 – Verfahren zur Behebung negativer Auswirkungen und Kanäle, über die eigene Arbeitskräfte Bedenken äußern können
(S1-3.32) (S1-3.32a): FACC hat Prozesse implementiert, um negative Auswirkungen auf die eigene Belegschaft zu identifizieren, zu melden, zu bewerten und zu beheben.
Diese Prozesse umfassen
• Identifikation und Meldung: Mitarbeiter werden ermutigt, Probleme über verschiedene Kanäle zu melden, einschließlich direkter Vorgesetzter, der Personalabteilung oder anonym über die FACC-Hotline.
• Bewertung und Untersuchung: Gemeldete Probleme werden von einem geschulten Team bewertet und untersucht, um die Ursache und den Umfang der negativen Auswirkungen zu bestimmen.
• Lösung und Abhilfe: Nach der Untersuchung werden geeignete Maßnahmen ergriffen, um die Probleme zu lösen und die negativen Auswirkungen zu beheben.
• Nachverfolgung und Feedback: Die Wirksamkeit der Abhilfemaßnahmen wird durch die Nachverfolgung und das Feedback von Mitarbeitern überwacht, um sicherzustellen, dass ähnliche Probleme nicht erneut auftreten.
• Bewertung der Wirksamkeit: FACC bewertet die Wirksamkeit der bereitgestellten Abhilfemaßnahmen durch die Überwachung des Mitarbeiterfeedbacks, die Verfolgung der Umsetzungsfristen und die Bewertung, ob ähnliche Probleme erneut auftreten können.
(S1-3.32b): FACC bietet mehrere Kanäle, über die die eigene Belegschaft Bedenken äußern und adressieren kann:
Direkte Kommunikation: Mitarbeiter können Bedenken direkt mit ihren Vorgesetzten, Abteilungsleitern oder mit benannten HR-Vertretern besprechen.
Anonyme Meldung: Es gibt eine anonyme Hotline (Whistleblower-Hotline), über die Mitarbeiter Bedenken melden können, ohne ihre Identität preiszugeben.
Offene-Tür-Politik: Führungskräfte und HR-Vertreter sowie der Betriebsrat stehen jederzeit für Gespräche zur Verfügung, um Bedenken und Probleme zu besprechen.
(S1-3.32c): FACC hat einen formellen Beschwerdebehandlungsmechanismus eingerichtet:
Benannte Personen: Geschulte HR- sowie Legal-Mitarbeiter überwachen den Beschwerdeprozess und stellen sicher, dass alle Beschwerden konsistent und fair behandelt werden.
Definierte Verfahren: Es gibt klare Verfahren zur Einreichung, Untersuchung und Lösung von Beschwerden in der Whistleblower Policy von FACC.
Dokumentation und Verfolgung: Alle Beschwerden werden dokumentiert und ihr Fortschritt wird von der Einreichung bis zur Lösung verfolgt, um Transparenz und Verantwortlichkeit zu gewährleisten.
(S1-3.32d): FACC unterstützt die Verfügbarkeit dieser Kanäle durch:
Schulung und Bewusstsein: Bereitstellung von Schulungen für Mitarbeiter und Führungskräfte zur Nutzung der Beschwerdekanäle und zur Bewusstseinsschaffung der Bedeutung offener Kommunikation.
Zugänglichkeit der Kanäle: Sicherstellung, dass alle FACC-Mitarbeiter einen einfachen Zugang zu den Beschwerdekanälen haben, unabhängig von ihrer Position oder ihrem Standort.
Kampagnen zur Bewusstseinsschaffung: Durch das Anbringen von Postern in den Gebäuden, durch Desktop-Notifikationen auf Arbeitsgeräten oder in der Mitarbeiter Space-App werden Mitarbeiter auf diese Möglichkeiten hingewiesen.
(S1-3.32e): FACC verwendet folgende Methoden zur Verfolgung und Überwachung von aufgeworfenen Problemen:
Verfolgungsmechanismen: Nutzung von Verfolgungssystemen, um den Fortschritt von Beschwerden von der Einreichung bis zur Lösung zu überwachen und Transparenz und Verantwortlichkeit sicherzustellen.
Feedback-Schleifen: Mitarbeiter Feedback (etwa über die 2025 durchgeführte Mitarbeiterbefragung) wird gesammelt, um die Wirksamkeit der Beschwerdekanäle zu bewerten und kontinuierliche Verbesserungen vorzunehmen.
(S1-3.33): Auf Basis der folgenden Themen bewertet FACC, ob die eigene Belegschaft über die Strukturen und Prozesse zur Äußerung von Bedenken informiert ist und diesen vertraut:
Mitarbeiterbefragungen und Feedback-Mechanismen: Regelmäßige Umfragen und Feedback-Sitzungen, um das Bewusstsein und Vertrauen der Mitarbeiter zu bewerten.
Schulungs- und Bewusstseinsprogramme: Schulungen und Programme zur Sensibilisierung über die verfügbaren Kanäle und deren Nutzung.
Nutzung und Analyse der Kanäle: Überwachung der Nutzung der Beschwerdekanäle und Analyse der eingegangenen Beschwerden.
Im Code of Conduct der FACC wird ganz klar festgehalten, dass Meldungen über die FACC-Whistleblower-Hotline erwünscht sind. Das Unternehmen erachtet Meldungen als Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln und garantiert seinen Mitarbeitern, dass Meldungen keine Vergeltungsmaßnahmen folgen.
3.1.4. DR S1-4 – Ergreifung von Maßnahmen in Bezug auf wesentliche Auswirkungen und Ansätze zur Minderung wesentlicher Risiken und zur Nutzung wesentlicher Chancen im Zusammenhang mit der eigenen Belegschaft sowie die Wirksamkeit dieser Maßnahmen und Ansätze
(S1-4.37): Zertifizierung Beruf und Familie: FACC hat mit Ende des Geschäftsjahres 2024 bzw. Beginn des Geschäftsjahres 2025 die Zertifizierungsphase für „Beruf und Familie“ positiv abgeschlossen. Die Zertifizierung „Beruf und Familie“ in Österreich kann darauf hindeuten, dass Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben umgesetzt werden. Eine Zertifizierung dieser Form kann dazu beitragen, Aspekte wie Mitarbeiterzufriedenheit und -bindung zu unterstützen, die Attraktivität als Arbeitgeber zu erhöhen und die Unternehmensreputation zu stärken. Zudem kann sie Impulse für maßgeschneiderte Lösungen zur Verbesserung der Work-Life-Balance geben.
Wings for Women: Ein Programm zur Förderung von Frauen im Unternehmen, das Mentoring und Karriereentwicklungsmöglichkeiten bietet, um die Gleichstellung der Geschlechter zu fördern.
International Café: Eine Initiative zur Förderung interkultureller Zusammenarbeit und des Austauschs zwischen internationalen und lokalen Mitarbeitern.
Arbeitszeitmodelle: Einführung flexibler Arbeitszeitmodelle, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Mitarbeiter gerecht zu werden und die Work-Life-Balance zu verbessern.
Onboarding Journey seit Jänner 2025: Einführung eines neuen Onboarding-Prozesses, bei dem neue Mitarbeiter über die Space-App wichtige Informationen erhalten und durch Meinungsumfragen am Ende des Prozesses Feedback geben können.
Maßnahmen
Unternehmensweite Umsetzung: Alle Maßnahmen gelten für alle Mitarbeiter und Standorte der FACC in Österreich, mit besonderem Fokus auf die Förderung der Vielfalt und Inklusion sowie der Work-Life-Balance.
Fokus auf Vielfalt und Inklusion: Spezielle Programme wie Wings for Women und das International Café zielen darauf ab, die Diversität im Unternehmen zu stärken und eine inklusive Unternehmenskultur zu fördern.
Zeithorizonte für die Umsetzung der wichtigsten Maßnahmen
Zertifizierung Beruf und Familie: Der Zertifizierungsprozess war mit Jänner 2025 abgeschlossen. Der Maßnahmenplan wird darauffolgend in der FACC implementiert.
Wings for Women und International Café: Diese Programme sind laufend aktiv, mit regelmäßigen Evaluierungen zur Verbesserung.
Arbeitszeitmodelle: Flexibilisierungen sind bereits eingeführt und werden fortlaufend angepasst.
Onboarding Journey: Startete im Januar 2025 mit kontinuierlichen Updates basierend auf dem Feedback aus den Meinungsumfragen.
(S1-4-38a-d): Gesundheit und Sicherheit: Implementierung strenger Sicherheitsprotokolle und regelmäßiger Schulungen, um die gesundheitliche Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten.
Flexibilität und Work-Life-Balance: Einführung flexibler Arbeitszeitmodelle und Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, um die Mitarbeiterzufriedenheit zu erhöhen.
Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen: Bei Vorfällen werden sofortige Maßnahmen ergriffen, einschließlich medizinischer Unterstützung und Anpassungen am Arbeitsplatz, um zukünftige Risiken zu minimieren.
Alle bereits erwähnten Maßnahmen: Karriereentwicklung und Schulungen: Bereitstellung von Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, um die Arbeitsplatzattraktivität zu erhöhen.
Diversität und Inklusion: Förderung von Chancengleichheit und einer nicht-diskriminierenden Gehaltsstruktur.
Schutz der Privatsphäre: Einhaltung der DSGVO zur Sicherstellung des Schutzes der Mitarbeiterdaten.
Regelmäßige Überwachung: Durchführung von regelmäßigen Sicherheitsinspektionen (etwa von täglichen Safety Walkthroughs und permanente Evaluierung der Arbeitsplätze durch Arbeitsmediziner) und Audits.
Mitarbeiterfeedback: Nutzung von Umfragen und Feedback-Mechanismen (z. B. Whistleblower Hotline), um die Zufriedenheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter zu bewerten.
Unabhängige Audits: Durchführung unabhängiger Bewertungen zur Sicherstellung der Einhaltung von Richtlinien und zur Identifizierung von Verbesserungsmöglichkeiten.
(S1-4-39): Um die geeigneten Maßnahmen als Reaktion auf bestimmte tatsächliche oder potenzielle negative Auswirkungen auf die eigene Belegschaft zu ermitteln, nutzt FACC die Einbindung von Stakeholdern. Durch die Zusammenarbeit mit ihren Mitarbeitern, Arbeitnehmervertretern und Gewerkschaften erhält das Unternehmen wertvolle Einblicke in mögliche negative Auswirkungen und versteht die Perspektiven und Anliegen seiner Stakeholder. Darüber hinaus gewährleistet das Unternehmen die Einhaltung gesetzlicher und behördlicher Vorschriften, indem es seine internen Praktiken an relevanten Arbeitsgesetzen, Vorschriften und internationalen Menschenrechtsstandards ausrichtet.
(S1-4-40) (S1-4-40a): Kostensteigerungen durch unerwartet hohe tarifliche Gehaltserhöhungen: Um dieses Risiko zu mindern, plant FACC die Einführung langfristiger Gehaltsstrategien und regelmäßiger Marktanalysen, um Gehaltserhöhungen besser vorherzusehen und zu budgetieren. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen wird durch regelmäßige Finanzanalysen und Budgetüberprüfungen überwacht.
(S1-4-40b): Geringere Fluktuation durch flexible Arbeitszeiten und Work-Life-Balance: Um diese Chance zu nutzen, setzt FACC auf flexible Arbeitszeitmodelle und fördert die Work-Life-Balance, was zu einer höheren Mitarbeiterbindung und geringeren Recruiting-Kosten führt.
Geringere Fluktuation durch angemessene und faire Vergütung: FACC stellt sicher, dass ihre Vergütungsstrukturen wettbewerbsfähig und fair sind, um die Mitarbeiterzufriedenheit zu erhöhen und die Fluktuation zu senken.
Geringere Fluktuation durch Chancen in der Aus- und Weiterbildung: FACC bietet umfangreiche Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten an, um die berufliche Entwicklung ihrer Mitarbeiter zu fördern und ihre Bindung an das Unternehmen zu stärken.
Geringere Fluktuation durch Zugang zu Gesundheitsversorgung: FACC bietet über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehende Gesundheitsleistungen an, um das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter zu fördern und ihre Loyalität zum Unternehmen zu erhöhen.
(S1-4-41): Offenlegung, ob und wie das Unternehmen sicherstellt, dass seine eigenen Praktiken keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die eigene Belegschaft verursachen oder dazu beitragen:
FACC hat verschiedene Maßnahmen implementiert, um sicherzustellen, dass die eigenen Praktiken keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die eigene Belegschaft verursachen oder dazu beitragen. Diese Maßnahmen umfassen:
1. Robustes Gesundheits- und Sicherheitsmanagementsystem
FACC hat ein umfassendes Gesundheits- und Sicherheitsmanagementsystem implementiert, das sicherstellt, dass alle Arbeitsplätze sicher und gesund sind. Dieses System umfasst Konzepte, Verfahren und Kontrollen zur Vermeidung von Unfällen und Gesundheitsrisiken.
2. Regelmäßige Sicherheits-Audits und Inspektionen
FACC führt regelmäßige Sicherheits-Audits und Inspektionen durch, um sicherzustellen, dass alle Arbeitsplätze den höchsten Sicherheitsstandards entsprechen. Diese Audits helfen dabei, potenzielle Gefahren frühzeitig zu erkennen und zu beheben.
3. Mitarbeiterschulung und -entwicklung
FACC bietet regelmäßige Schulungen und Weiterbildungsprogramme für Mitarbeiter an, um zu gewährleisten, dass sie über die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen, um sicher und effizient zu arbeiten. Diese Schulungen umfassen Themen wie Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und berufliche Entwicklung.
4. Zusammenarbeit mit der Industrie und Regulierungsbehörden
FACC arbeitet eng mit Branchenverbänden und Regulierungsbehörden zusammen (etwa mit Verbänden wie der European Aviation Safety Agency (EASA), der International Air Transport Association (IATA)), um sicherzustellen, dass alle Praktiken den gesetzlichen Anforderungen und Branchenstandards entsprechen. Diese Zusammenarbeit hilft dabei, bewährte Verfahren zu teilen und kontinuierliche Verbesserungen zu fördern.
5. Beschwerdemechanismen und Feedback-Kanäle
FACC hat Mechanismen eingerichtet, über welche Mitarbeiter Bedenken und Beschwerden äußern können. Diese Kanäle sind darauf ausgelegt, Probleme schnell zu identifizieren und zu lösen, um negative Auswirkungen auf die Belegschaft zu minimieren.
6. Datenschutz und Datennutzung
FACC stellt sicher, dass alle Praktiken im Umgang mit Mitarbeiterdaten den Datenschutzgesetzen entsprechen. Dies umfasst die Implementierung von Datenschutzkonzepten, dem Monitoring etwaiger Meldungen und Vorfällen sowie regelmäßige Schulungen zur DSGVO, um die Privatsphäre der Mitarbeiter zu schützen.
Umgang mit Spannungen zwischen der Vermeidung oder Minderung wesentlicher negativer Auswirkungen und anderen geschäftlichen Zwängen:
FACC erkennt an, dass es gelegentlich Spannungen zwischen der Vermeidung oder Minderung wesentlicher negativer Auswirkungen und anderen geschäftlichen Zwängen geben kann. In solchen Fällen verfolgt FACC einen ausgewogenen Ansatz, der die folgenden Maßnahmen umfasst:
• Transparente Kommunikation: FACC fördert eine offene und transparente Kommunikation mit ihren Mitarbeitern, um sicherzustellen, dass sie über die getroffenen Entscheidungen und deren Auswirkungen informiert sind. Dies umfasst regelmäßige Meetings und Informationsveranstaltungen.
• FACC strebt nach ausgewogenen Lösungen, die sowohl die Vermeidung oder Minderung negativer Auswirkungen als auch die Erfüllung geschäftlicher Anforderungen ermöglichen. Dazu können unter anderem die Anpassung von Arbeitsprozessen, die Einführung neuer Technologien oder die Umgestaltung von Arbeitsplätzen gehören. Derzeit erfolgt die Berichterstattung noch in Anlehnung an die ESRS‑Vorgaben. Zum jetzigen Zeitpunkt liegen noch keine umfassenden Auswertungen oder Ergebnisse vor, die aufzeigen, wie sich die bisherigen Maßnahmen und Aktivitäten von FACC auf die eigene Belegschaft ausgewirkt haben.
Aktuell gibt es noch kein Zusammenspiel zwischen Risikomanagement und den analysierten IROs im Bereich der eigenen Belegschaft. Dementsprechend wurden auch externe Abhängigkeiten noch nicht evaluiert.
(S1-4-43): FACC weist derzeit Ressourcen für die Schulung und Weiterbildung der Mitarbeiter zu, um das Verständnis und das Management wesentlicher Auswirkungen zu verbessern. Im letzten Jahr wurden viele Arbeistunden unserer Mitarbeiter für Schulungen zu Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und beruflicher Entwicklung verwendet. Darüber hinaus investiert FACC kontinuierlich in Gesundheits- und Sicherheitsprogramme, einschließlich der Bereitstellung von Schutzausrüstung und der Durchführung regelmäßiger Sicherheitsinspektionen. Ein Team von geschulten HR-Mitarbeitern überwacht die Implementierung dieser Maßnahmen und stellt sicher, dass alle Arbeitsplätze den höchsten Sicherheitsstandards entsprechen. Unabhängige Untersuchungsteams bearbeiten Berichte über negative Auswirkungen und Vergeltungsmaßnahmen, um Unparteilichkeit und Fairness im Lösungsprozess zu gewährleisten.
Durch diese Maßnahmen stellt FACC sicher, dass die eigenen Praktiken keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Belegschaft verursachen oder dazu beitragen und gleichzeitig die geschäftlichen Anforderungen erfüllt werden.
3.1.5. DR S1-5 – Ziele im Zusammenhang mit der Bewältigung wesentlicher negativer Auswirkungen, der Förderung positiver Auswirkungen und dem Umgang mit wesentlichen Risiken und Chancen
(ESRS 2.62) (ESRS 2.81): Die nach ISO 45001 zertifizierte FACC verzeichnete im Geschäftsjahr 2025 an ihren österreichischen Standorten eine Lost Time Injury Frequency Rate (LTIFR/1.000.000) von 8,4. Damit wurde das angestrebte Ziel von 10,0 klar unterschritten und eine weitere Verbesserung gegenüber dem Vorjahreswert von 11,4 erzielt.
Für das Geschäftsjahr 2026 hat sich FACC das Ziel gesetzt, die LTIFR auf 8,0 zu senken. Da das Ergebnis 2025 bereits ein sehr gutes und deutlich verbessertes Sicherheitsniveau widerspiegelt, liegt der Fokus für 2026 darauf, dieses Niveau vorrangig zu stabilisieren und nachhaltig zu halten. Vor diesem Hintergrund wurde das Ziel bewusst moderat auf 8,0 festgelegt.
Die Ursachen für Arbeitsunfälle und Beinaheunfälle werden bei FACC genau analysiert und es wird durch einen hohen Trainings- und Schulungsaufwand an einer kontinuierlichen Verbesserung der Arbeitsroutine und Sicherheit gearbeitet. So wurde 2024 in ein neues Trainingscenter investiert, um das Onboarding neuer Mitarbeiter laufend zu verbessern und auch der Internationalisierung der Belegschaft verstärkt Rechnung zu tragen. Neu eingeführt wurden außerdem konzernweit Sicherheitsvideos, worin Mitarbeiter die korrekte Anwendung des Hautschutzes sowie richtiges Verhalten im internen Werksverkehr vermittelt wird. Die Videos laufen auf den Bildschirmen am Shopfloor, sind multilingual gestaltet und somit für alle Mitarbeiter verständlich. Etablierte Instrumente der Arbeitssicherheit und Unfallverhütung bei FACC sind Prozesse wie: eine konzernweite Meldeplattform für Beinaheunfälle und unsichere Zustände, strukturierte Aufarbeitung und Maßnahmensetzung bei Arbeitsunfällen, Safety Walks mit einem Teilnehmerfeld von Mitarbeitern bis zum Vorstand und regelmäßige Zero Accident Gate Meetings, bei denen Maßnahmen von Führungskräften und Präventivfachkräften festgelegt und deren Umsetzung proaktiv überwacht werden.
Diese Kennzahl wird analysiert und monatlich mittels einer Software (PlanRadar) in Management-Meetings dem Vorstand in regelmäßigen Abständen übermittelt. Unfälle oder Beinaheunfälle werden analysiert und die Gründe nach Gesprächen mit den Betroffenen beseitigt, um weitere Vorfälle zu verhindern.
Momentan hat FACC dieses Ziel lediglich von Jahr zu Jahr und nicht in der Health and Safety Policy niedergeschrieben. FACC will dies in den nächsten ein bis zwei Jahren ändern, indem sie zu diesem Ziel ein „SMART-Ziel“ entwickelt und es in der entsprechenden Policy verankert.
(S1-4-47a-c) Weder die Mitarbeiter der FACC, noch ihre Vertreter sind bei der Erstellung der oben genannten Ziele, oder bei der Verfolgung eben jener involviert. Jedoch werden die Ergebnisse dem Betriebsrat (Vertreter) in den mehrmals im Jahr stattfindenden Managementmeetings sowie in der jährlichen nichtfinanziellen Erklärung der ganzen Belegschaft dargelegt
3.1.6. DR S1-6 – Merkmale der Beschäftigten des Unternehmens
Für sämtliche Kennzahlen, berichtet hier unter ESRS S1-6 MDR-M aber in Folge auch S1-8 MDR-M, S1-9 MDR-M, S1-10 MDR-M, S1-14 MDR-M, S1-16 MDR-M, S1-17 MDR-M gilt: FACC wendet bei allen internen oder externen Mitarbeitern, unabhängig vom Standort, alle geltenden sozialen Standards an, die auch von vor Ort befindlichen Behörden überwacht und teilweise überprüft werden.
Darüber hinaus werden alle erfassten Kennzahlen zu den Themen aus dem SAP-System von FACC analysiert und wurden von keiner anderen Stelle verifiziert.
(S1-6.50a): Die folgende Tabelle zeigt die Gesamtmitarbeiterzahl der FACC weltweit:
| |
Geschlecht | Anzahl der Mitarbeiter (Köpfe) zum 31.12.2024 | Anzahl der Mitarbeiter (Köpfe) zum 31.12.2025 |
Frauen | 1.259 | 1.273 |
Männer | 2.780 | 2.777 |
Andere | - | - |
Nicht angegeben | - | - |
Summe | 4.039 | 4.050 |
| |
Die im aktuellen Berichtsjahr dargestellten Kennzahlen beziehen sich ausschließlich auf die eigene Belegschaft und schließen Leasing‑Mitarbeiter aus. Ebenso werden ruhende Dienstverhältnisse, wie beispielsweise Mitarbeitende in familienbedingten Freistellungen (z. B. Elternurlaub), nicht in den ausgewiesenen Zahlen berücksichtigt.
Leasing‑Mitarbeitende werden im Abschnitt S1‑7 berichtet. Weiterführende Informationen zu Mitarbeitenden in familienbedingter Freistellung können unter Punkt 3.1.15 (DR S1‑15) eingesehen werden. Praktikanten sowie Ferialmitarbeitende werden nicht berichtet.
Die folgende Tabelle zeigt die Gesamtzahl der Mitarbeiter, aufgeschlüsselt nach Ländern, in denen das Unternehmen 50 oder mehr Mitarbeiter beschäftigt, die mindestens 10 Prozent der Gesamtzahl seiner Mitarbeiter ausmachen:
| |
Land | Anzahl der Mitarbeiter (Köpfe) zum 31.12.2024 | Anzahl der Mitarbeiter (Köpfe) zum 31.12.2025 |
Österreich | 3.247 | 3.218 |
Kroatien | 425 | 473 |
| |
(S1-6.50b): Die folgende Tabelle zeigt die Gesamtzahl der Mitarbeiter (Kopfzahl), aufgeschlüsselt nach Geschlecht und Art der Beschäftigung, zum 31.12.2025.
| | | | |
Frauen | Männer | Andere | Nicht angegeben | Gesamt |
Anzahl der Mitarbeiter (Köpfe) |
1.273 | 2.777 | - | - | 4.050 |
Anzahl unbefristeter Mitarbeiter (Köpfe) |
1.273 | 2.777 | - | - | 4.050 |
Anzahl befristeter Mitarbeiter (Köpfe) |
0 | 0 | - | - | 0 |
Anzahl von “non-guaranteed hours” Mitarbeiter (Köpfe) |
0 | 0 | - | - | 0 |
(*) Geschlechterangaben wurden wie von den Mitarbeitern angegeben übernommen |
| | | | |
Die Definitionen für die Tabelleninhalte ergeben sich alle aus den nationalen gesetzlichen Gegebenheiten, welche nicht abweichend voneinander sind.
(S1-6.50c) (S1-6.50d-e) (S1-6.AR.59): Für die Mitarbeiterfluktuationsberechnung verwendet FACC die Gesamtzahl der Mitarbeiter, die freiwillig oder aufgrund von Entlassung, Pensionierung oder Tod im Dienst ausscheiden. Die Mitarbeiterzahlen wurden als Kopfzahl gemeldet. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl wurde als Durchschnitt von 12 Monaten berechnet.
| Austritte 01.01.-31.12.2024 in Köpfen | Austritte 01.01.-31.12.2025 in Köpfen |
Österreich | 486 | 344 |
Kanada | 14 | 16 |
China | 0 | 1 |
Kroatien | 74 | 106 |
Indien | 3 | 6 |
Slowakei | 6 | 13 |
USA | 29 | 18 |
| | |
| Fluktuationsrate per 31.12.2024 in % | Fluktuationsrate per 31.12.2025 in % |
Österreich | 15,00 | 11,19 |
Kanada | 14,89 | 20,23 |
China | 0 | 4,55 |
Kroatien | 17,41 | 23,66 |
Indien | 2,40 | 4,58 |
Slowakei | 9,38 | 20,61 |
USA | 29,59 | 26,47 |
| | |
(S1-6.50f): Die Angaben zur Gesamtzahl der Mitarbeiter nach Geschlecht und Land sind identisch mit jenen im Konzernabschluss, zu finden unter Note 15.
(S1-6.51) (S1-6.52): Mitarbeiterinformationen aufgeschlüsselt nach Regionen
| | | | |
Berichtsjahr 2025 |
Österreich | Rest Europas | Mittlerer Osten und Afrika | Rest der Welt | Gesamt |
Summe der Mitarbeiter (Köpfe) |
3.218 | 530 | 137 | 165 | 4.050 |
Anzahl an unbefristeten Mitarbeitern (Köpfe) |
3.218 | 530 | 137 | 165 | 4.050 |
Anzahl an befristeten Mitarbeitern (Köpfe) |
0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Anzahl der “non-guaranteed hours” Mitarbeiter (Köpfe) |
0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Anzahl an Vollzeit Mitarbeiter (Köpfe) |
2.851 | 526 | 137 | 164 | 3.678 |
Anzahl an Teilzeit Mitarbeiter (Köpfe) |
367 | 4 | 0 | 1 | 372 |
| | | | |
3.1.7. DR S1-7 – Merkmale der nicht angestellten Beschäftigten in der eigenen Belegschaft des Unternehmens
(S1-7.55a) (S1-7.55b): Daten zu nicht angestellten Beschäftigten („externen Mitarbeitern“) in der eigenen Belegschaft
| 2025 |
Gesamtzahl externer Mitarbeiter in der eigenen Belegschaft – selbstständige Arbeitnehmer | 1 |
Gesamtzahl externer Mitarbeiter in der eigenen Belegschaft – Arbeitnehmer, die von Unternehmen gestellt werden, die hauptsächlich Beschäftigungstätigkeiten ausüben | 220 |
Gesamtzahl externer Mitarbeiter in der eigenen Belegschaft | 221 |
Die Zahlen wurden generiert aus dem HR-Informationssystem von SAP und sind Werte in Köpfen zum 31.12.2025.
3.1.8. DR S1-8 – Tarifvertragliche Abdeckung und sozialer Dialog
(S1-8.60a-c) (S1-8.61) (S1-8.62) (S1-8.63a-b) (S1-8.63b): Für die Mitarbeiter von FACC an den “signifikanten Standorten” gemäß ESRS, namentlich in Kroatien, gibt es aktuell keinen Kollektivvertrag oder eigenen Betriebsrat. Auch gibt es keine Zusammenarbeit diesbezüglich mit der EWC oder ähnlichen lokalen Verbänden. Alle angegebenen Kennzahlen wurden von keiner weiteren Stelle geprüft.
(S1-8.AR 70): Die Mitarbeiter an den österreichischen Standorten unterliegen dem Kollektivvertrag der Holzindustrie. Für die Tochtergesellschaft CoLT Prüf und Test GmbH kommt darüber hinaus der Kollektivvertrag „Information und Consulting Österreichs“ zur Anwendung. Sowohl Arbeiter als auch Angestellte sind durch einen Betriebsrat vertreten, welcher jederzeit direkt angesprochen werden kann.
Eigene Belegschaft in der Region (innerhalb des EWR), die durch Tarifverträge und Vereinbarungen zum Sozialdialog abgedeckt ist, nach Abdeckungsgrad und Region:
| | | |
| Tarifbindung | Sozialdialog |
Abdeckungsrate | Mitarbeiter (EWR) | Mitarbeiter (Nicht-EWR) | Interessen- vertreter (EWR) |
0-19% | | | |
20-39% | | | |
40-59% | | | |
60-79% | | | |
80-100% | Österreich, Kroatien | | Österreich, Kroatien |
| | | |
3.1.9. DR S1-9 – Diversitätsparameter
(S1-9.66a): Alle erhobenen Kennzahlen zu den Themen werden aus dem SAP der FACC generiert und von keiner weiteren Stelle verifiziert.
Daten zum Top-Management
| | 2024 | 2025 |
Frauen | 6 | 5 |
%-Anteil im Top-Management | 14,63 | 13,51 |
Männer | 35 | 32 |
%-Anteil im Top-Management | 85,37 | 86,49 |
Andere | 0 | 0 |
%-Anteil im Top-Management | 0 | 0 |
Nicht angegeben | 0 | 0 |
%-Anteil im Top-Management | 0 | 0 |
Summe gesamt (Köpfe) | 41 | 37 |
| |
(S1-9.AR 71): FACC hat bei der Offenlegung der Geschlechterverteilung im Top-Management folgende Ebenen berücksichtigt: Ebene 1 (Vorstand) sowie Ebene 2, welche direkt unterhalb der Vorstandsebene agiert.
(S1-9.66b): Beschäftigtendaten nach Altersgruppen
| | 2024 | 2025 |
Summe der Mitarbeiter (Köpfe) | 4.039 | 4.050 |
Anzahl unter 30 Jahren (Köpfe) | 961 | 873 |
%-Anteil Mitarbeiter unter 30 Jahren | 23,79 | 21,56 |
Anzahl Mitarbeiter zwischen 30 und 50 Jahren (Köpfe) | 2.445 | 2.503 |
%-Anteil Mitarbeiter zwischen 30 und 50 Jahren | 60,53 | 61,80 |
Anzahl über 50 Jahren (Köpfe) | 633 | 674 |
%-Anteil Mitarbeiter über 50 Jahren | 15,67 | 16,64 |
3.1.10. DR S1-10 – Angemessene Entlohnung
(S1-10.69) (S1-10.70) (S1-10.71): FACC stellt sicher, dass alle ihre Mitarbeiter ein angemessenes Entgelt erhalten, welches den geltenden Benchmarks entspricht, und bietet keine Entlohnung unterhalb des lokalen gesetzlichen Mindestentgelts an. Bezüglich aller Personen, die nicht direkt bei FACC (inkl. Töchter) angestellt sind, kann dies seitens des Unternehmens nicht vollständig beurteilt werden. Jedoch legt FACC großen Wert darauf, dass alle ihre Geschäftspartner sich an den CoC bzw. SCoC von FACC halten.
Es ist FACC bis dato nicht bekannt, dass sich das Unternehmen nicht an Mindeststandards (des EWR sowie außerhalb des EWR) gehalten hätte.
Alle erfassten Kennzahlen zu den Themen werden aus dem SAP-System der FACC analysiert und von keiner weiteren Stelle verifiziert.
3.1.11. DR S1-11 – Sozialschutz
| | | |
Land | Angestellte | Arbeiter | Externe |
Österreich | | | |
(S1-11.74a): Krankheit | j | j | j |
(S1-11.74b): Arbeitslosenschutz beginnend mit der Einstellung | j | j | j |
(S1-11.74c): Arbeitsunfall und (erworbene) Behinderung | j | j | j |
(S1-11.74d): Elternzeit | j | j | j |
(S1-11.74e): Ruhestand | j | j | j |
Kanada | | | |
(S1-11.74a): Krankheit | j | j | j |
(S1-11.74b): Arbeitslosenschutz beginnend mit der Einstellung | j | j | j |
(S1-11.74c): Arbeitsunfall und (erworbene) Behinderung | j | j | j |
(S1-11.74d): Elternzeit | j | j | j |
(S1-11.74e): Ruhestand | j | j | j |
China | | | |
(S1-11.74a): Krankheit | j | j | j |
(S1-11.74b): Arbeitslosenschutz beginnend mit der Einstellung | j | j | n |
(S1-11.74c): Arbeitsunfall und (erworbene) Behinderung | j | j | n |
(S1-11.74d): Elternzeit | j | j | j |
(S1-11.74e): Ruhestand | j | j | j |
Kroatien | | | |
(S1-11.74a): Krankheit | j | j | j |
(S1-11.74b): Arbeitslosenschutz beginnend mit der Einstellung | j | j | j |
(S1-11.74c): Arbeitsunfall und (erworbene) Behinderung | j | j | j |
(S1-11.74d): Elternzeit | j | j | j |
(S1-11.74e): Ruhestand | j | j | j |
Indien | | | |
(S1-11.74a): Krankheit | n | n | n |
(S1-11.74b): Arbeitslosenschutz beginnend mit der Einstellung | n | n | n |
(S1-11.74c): Arbeitsunfall und (erworbene) Behinderung | j | j | n |
(S1-11.74d): Elternzeit | j | j | n |
(S1-11.74e): Ruhestand | j | j | n |
Slowakei | | | |
(S1-11.74a): Krankheit | j | j | n.A. |
(S1-11.74b): Arbeitslosenschutz beginnend mit der Einstellung | j | j | n.A. |
(S1-11.74c): Arbeitsunfall und (erworbene) Behinderung | j | j | n.A. |
(S1-11.74d): Elternzeit | j | j | n.A. |
(S1-11.74e): Ruhestand | j | j | n.A. |
USA | | | |
(S1-11.74a): Krankheit | j | j | n.A. |
(S1-11.74b): Arbeitslosenschutz beginnend mit der Einstellung | j | j | n.A. |
(S1-11.74c): Arbeitsunfall und (erworbene) Behinderung | j | j | n.A. |
(S1-11.74d): Elternzeit | n | n | n.A. |
(S1-11.74e): Ruhestand | j | j | n.A. |
| | | |
3.1.12. DR S1-12 - Menschen mit Behinderungen
(S1-12.79) (S1-12.80) (S1-12.AR 76):
Die Angaben wurden in Anlehnung mit der in ESRS S1‑12 definierten Begriffsbestimmung und Berechnungsmethodik erstellt.
| | | | | |
Menschen mit Behinderungen | Frauen % | Männer % | Andere % | Nicht angegeben % | % der gesamten Belegschaft |
2024 | 1,19 | 1,94 | 0 | 0 | 1,70 |
2025 | 1,49 | 1,87 | 0 | 0 | 1,75 |
| | | | | |
3.1.13. DR S1-13 – Parameter für Schulungen und Kompetenzentwicklung
(S1-13.83a-b (S1-13.84) (S1-13.85): Karriereentwicklung, Leistungsbeurteilungen und Weiterbildungsstunden
| Prozentsatz der Mitarbeiter, die an regelmäßigen Leistungs- und Karriereentwicklungsbeurteilungen teilgenommen haben | Gewichtete durchschnittliche Anzahl der Schulungsstunden pro Mitarbeiter |
Frauen | 99,76% | 15,45 |
Männer | 99,50% | 14,01 |
Andere | n.A. | n.A. |
Nicht angegeben | n.A. | n.A. |
Gesamt | 99,58% | 14,47 |
3.1.14. DR S1-14 – Parameter für Gesundheitsschutz und Sicherheit
(S1-14.88a-e) (S1-14.89): Alle erhobenen Kennzahlen zu den Themen werden aus dem SAP oder H&S-Tool von FACC analysiert. Diese werden im Zuge der jährlichen ISO-45001-Auditierung überprüft.
Für die vorliegenden Auswertungen wird der Begriff „Mitarbeiter“ auf alle arbeitsvertraglich angestellten Personen des Unternehmens angewendet, einschließlich Vollzeit, Teilzeit und befristet Beschäftigten. Nicht einbezogen sind Praktikanten oder Personen ohne aktives Dienstverhältnis. Der Begriff „externe Mitarbeiter“ umfasst sämtliche nicht direkt beim Unternehmen angestellten Arbeitskräfte, die z.B. über Dienstleister oder Zeitarbeitsfirmen für das Unternehmen tätig sind. Diese Personen sind rechtlich nicht Arbeitnehmer des Unternehmens.
Gesundheits- und Sicherheitskennzahlen | | Mitarbeiter | Externe Mitarbeiter |
| 2024 | 2025 | 2024 | 2025 |
Prozentsatz der eigenen Arbeitnehmer, die durch ein Gesundheits- und Sicherheitsmanagementsystem auf der Grundlage gesetzlicher Anforderungen und (oder) anerkannter Standards oder Richtlinien abgedeckt sind | 100% | 100% | n.A. | n.A. |
Anzahl der Todesfälle infolge von Arbeitsunfällen | 0 | 0 | n.A. | n.A. |
Anzahl der Todesfälle aufgrund arbeitsbedingter Erkrankungen | 0 | 0 | n.A. | n.A. |
Anzahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle | 67 | 50 | n.A. | 1 |
Quote der meldepflichtigen Arbeitsunfälle in Österreich | 2,2 | 8,40 | n.A. | n.A. |
Quote der meldepflichtigen Arbeitsunfälle in Kanada | 5 | 2,63 | n.A. | n.A. |
Quote der meldepflichtigen Arbeitsunfälle in Kroatien | 1,41 | 5,44 | n.A. | n.A. |
Quote der meldepflichtigen Arbeitsunfälle in USA | n.A. | 25,26 | n.A. | n.A. |
Anzahl der meldepflichtigen arbeitsbedingten Erkrankungen (Berechnungsmethode in Anlehnung an ESRS S1-14) | 4 | 11 | n.A. | n.A. |
Anzahl der verlorenen Tage durch Arbeitsunfälle und Todesfälle (durch Arbeitsunfälle) sowie arbeitsbedingte Erkrankungen und Todesfälle aufgrund von Erkrankungen | 1.506 | 932,71 | n.A. | n.A. |
3.1.15. DR S1-15 – Parameter für die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben
Für die vorliegende Berichterstattung definiert FACC familienbedingte Freistellungen als Abwesenheiten, die Beschäftigte aufgrund familiärer Verpflichtungen oder Betreuungsaufgaben in Anspruch nehmen. Dazu zählen insbesondere Elternkarenz, Mutterschutz‑ und Vaterschaftsfreistellungen.
Familienbezogene Freistellungen
Anteil der anspruchsberechtigten Arbeitnehmer, die familienbedingte Freistellung genommen haben | 2024 | 2025 |
Frauen | 25,81% | 31,42% |
Männer | 14,57% | 16,24% |
Andere | n.A. | n.A. |
Nicht angegeben | n.A. | n.A. |
Summe | 18,00% | 21,01% |
Insgesamt haben die Möglichkeiten der familienbedingten Frei-
stellung (siehe S1-15.93a) im Geschäftsjahr 2025 400 Frauen und 451 Männer über den gesamten Konzern wahrgenommen. Der in der Tabelle angegebene Prozentwert ist in geschlechterspezifischer Relation zur Gesamtbelegschaft (in Köpfen) betrachtet worden.
3.1.16. DR S1-16 – Vergütungsparameter (Verdienstunterschiede und Gesamtvergütung)
(S1-16.97a-c) (S1-16.AR 98): Gehalts- und Lohngefälle zwischen den Geschlechtern in Österreich
Im Jahr 2025 beträgt das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen bei Angestellten 14,60 Prozent und bei Arbeitern 2,93 Prozent.
Der Gender Pay Gap wird im aktuellen Berichtsjahr ausschließlich für Österreich offengelegt. Die Berechnung basiert auf dem Basisstundenlohn aller zum Stichtag 31.12.2025 aktiven Mitarbeiter; variable Vergütungsbestandteile wurden nicht berücksichtigt.
Im Rahmen der Berichterstattung des Gender Pay Gaps wurde die Einbeziehung von Teilzeitkräften wie folgt festgelegt: Die Berücksichtigung erfolgt auf Ebene der Kopfanzahl (Headcount) und nicht auf Basis von Vollzeitäquivalenten (FTE).
Derzeit wird konzernweit eine einheitliche Methodik zur Erhebung und Berechnung des Gender Pay Gaps entwickelt, einschließlich harmonisierter Datengrundlagen und Berechnungsvorgaben gemäß ESRS S1. Ab dem kommenden Berichtsjahr wird der Gender Pay Gap für alle Tochtergesellschaften nach der neuen Standardmethodik berichtet.
3.1.17. DR S1-17 – Vorfälle, Beschwerden und schwerwiegende Auswirkungen im Zusammenhang mit Menschenrechten
(S1‑17.104a–b) (S1‑17.AR 106):
Vorfälle, Beschwerden und schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen
| 2024 | 2025 |
Anzahl der Diskriminierungsvorfälle | 0 | 0 |
Anzahl der Beschwerden, die über Kanäle eingereicht wurden, über die die eigenen Arbeitnehmer ihre Bedenken äußern konnten | 0 | 2* |
Anzahl der bei den Nationalen Kontaktstellen für OECD-multinationale Unternehmen eingereichten Beschwerden | 0 | 0 |
Höhe der Geldbußen, Strafen und Schadensersatzzahlungen aufgrund von Verstößen gegen soziale und menschenrechtliche Faktoren | 0 | 0 |
Anzahl schwerwiegender Menschenrechtsverstöße und -vorfälle im Zusammenhang mit der eigenen Belegschaft | 0 | 0 |
Anzahl schwerwiegender Menschenrechtsverstöße und -vorfälle im Zusammenhang mit der eigenen Belegschaft, die gegen die Prinzipien des UN Global Compact und die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen verstoßen | 0 | 0 |
Höhe der Geldbußen, Strafen und Entschädigungen für schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen und Vorfälle im Zusammenhang mit der eigenen Belegschaft | 0 | 0 |
Anzahl schwerwiegender Menschenrechtsfälle, in denen das Engagement dazu beitrug, den Betroffenen Wiedergutmachung zu verschaffen | 0 | 0 |
* Darin enthalten ausschließlich Meldungen aus dem internen Beschwerdemechanismus zu arbeitsplatzbezogenen Anliegen.
(S1-10.75): Das Vorhandensein von sozialen Standards und die
Möglichkeit der FACC-Mitarbeiter diese zu nutzen, führen nach Meinung des Unternehmens zu einer erhöhten Mitarbeiterzufriedenheit und Sicherheit am Arbeitsplatz.
3.2. ESRS S2: Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette
(S2.SBM-3.10): Die FACC integriert Nachhaltigkeit systematisch in ihr Geschäftsmodell und ihre Wertschöpfungskette. Dies umfasst den Einsatz umweltfreundlicher Materialien und emissionsarmer Produktionsverfahren ebenso wie die Berücksichtigung sozialer und menschenrechtlicher Anforderungen entlang der Lieferkette. Grundlage bildet eine Nachhaltigkeitsstrategie, die sich an international anerkannten Standards (etwa den UN Global Compact mit seinen zehn Prinzipien zu Menschenrechten, Arbeitsnormen, Umwelt und Korruptionsbekämpfung, ILO-Kernarbeitsnormen als Referenz für faire Arbeitsbedingungen, Arbeitssicherheit und Arbeitnehmerrechte, Internationale Umwelt- und Managementstandards (z. B. ISO 14001, ISO 45001), soweit in den operativen Prozessen angewendet) orientiert und alle relevanten Stufen der Wertschöpfungskette einbezieht.
Ein zentraler Bestandteil dieser Strategie ist die enge Zusammenarbeit mit Lieferanten und Geschäftspartnern, um die Einhaltung sozialer und ökologischer Mindeststandards sicherzustellen. Hierzu zählen insbesondere Anforderungen an Arbeitsbedingungen, Arbeitssicherheit, Qualifikation der Arbeitskräfte sowie die Achtung der Menschenrechte. Die Umsetzung wird durch strukturierte Due-Diligence-Prozesse, Lieferantenbewertungen und risikobasierte Audits unterstützt.
Zur Förderung eines einheitlichen Verständnisses von ESG-Anforderungen setzt FACC auf Schulungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen, die sowohl intern wirken als auch als Referenzrahmen für die Kommunikation mit Lieferanten dienen. Dadurch werden Erwartungen an verantwortungsvolle Arbeits- und Produktionsbedingungen entlang der Wertschöpfungskette transparent gemacht.
Darüber hinaus tragen Investitionen in CO₂-reduzierende Technologien und nachhaltige Produktionsprozesse indirekt zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Wertschöpfungskette bei, etwa durch sicherere Arbeitsumfelder, effizientere Prozesse und die Stärkung langfristig stabiler Lieferantenbeziehungen. Auf diese Weise stellt die FACC sicher, dass Nachhaltigkeit fest in der Geschäftsstrategie verankert ist und kontinuierlich zur Verbesserung der sozialen und ökologischen Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit beiträgt.
(S2-SBM 3.11): FACC hat versucht, die relevantesten Gruppen an Arbeitnehmer in der Wertschöpfungskette, die wesentlich vom Unternehmen betroffen sind, im Anwendungsbereich der Offenlegung unter ESRS 2 zu betrachten.
(S2-SBM 3.11a): FACC hat folgende Gruppen von Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette identifiziert, die durch die eigenen Tätigkeiten, Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsbeziehungen des Unternehmens potenziell wesentlich betroffen sein können, einschließlich der jeweils relevanten Auswirkungen:
• Arbeitskräfte auf dem Unternehmensgelände, die nicht zur eigenen Belegschaft gehören (z. B. Leiharbeitnehmer, Mitarbeiter von Dienstleistungs- oder Werkvertragsunternehmen):
• Diese Arbeitskräfte können wesentlich von Auswirkungen im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz betroffen sein, insbesondere durch den Einsatz in produktionsnahen Bereichen, unterschiedliche Sicherheitsunterweisungen sowie begrenzte Einbindung in interne Präventions- und Schulungsmaßnahmen.
• Arbeitskräfte in der vorgelagerten Wertschöpfungskette (z. B. in der Metall- oder Mineraliengewinnung sowie in materialintensiven Vorproduktionsstufen):
• In diesen Bereichen bestehen potenziell wesentliche negative Auswirkungen in Bezug auf Arbeits- und Gesundheitsschutz, Arbeitszeiten, Entlohnung sowie die Achtung von Arbeits- und Menschenrechten, insbesondere in Regionen mit erhöhtem sozialem oder regulatorischem Risiko.
• Arbeitskräfte in der nachgelagerten Wertschöpfungskette (z. B. Logistik, Transport, Lagerhaltung oder Vertrieb):
• Diese Arbeitskräfte können durch die Anforderungen an Termintreue, Produktions- und Lieferpläne der FACC wesentlich betroffen sein, was sich in erhöhtem Arbeitsdruck, sicherheitsrelevanten Belastungen oder unregelmäßigen Arbeitszeiten äußern kann.
• Besonders gefährdete Arbeitskräfte (z. B. Wanderarbeiter, Frauen oder junge Arbeitnehmer):
• Diese Gruppen können entlang der Wertschöpfungskette überproportional von negativen Auswirkungen wie eingeschränktem Zugang zu Arbeitsschutzmaßnahmen, Diskriminierung, unzureichender Entlohnung oder mangelnder arbeitsrechtlicher Absicherung betroffen sein.
(S2-SBM 3.11b): Die FACC erkennt, dass in bestimmten Regionen und Branchen der vorgelagerten Wertschöpfungskette, insbesondere in Ländern mit schwachen arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen, ein erhöhtes Risiko von Kinder- und Zwangsarbeit bestehen kann. Diese Risiken betreffen vor allem Arbeitskräfte bei Zulieferern und Unterauftragnehmern, etwa in rohstoff- und materialintensiven Vorstufen der Lieferkette.
Auch wenn die eigenen Standorte der FACC in diesen Regionen überwiegend administrative Funktionen mit hochqualifizierten Arbeitskräften erfüllen und keine Produktionsaktivitäten umfassen, können die genannten Risiken mittelbar über Geschäftsbeziehungen und Beschaffungsprozesse entstehen. Entsprechend richtet FACC ihren Fokus im Rahmen von ESRS S2 auf die Identifikation und Bewertung von Risiken im Zusammenhang mit Kinder- und Zwangsarbeit bei Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette.
Dies erfolgt insbesondere durch die Festlegung verbindlicher sozialer Mindestanforderungen für alle Lieferanten, risikobasierte Due-Diligence-Prozesse sowie Präventions- und Kontrollmechanismen entlang der vorgelagerten Wertschöpfungskette.
(S2-SBM 3.11c): Die DMA der FACC ergab folgende zwei negativen Auswirkungen (für die Wertschöpfungskette, mittelfristig):
• Arbeitsbedingungen in der Wertschöpfungskette, die zu unsicheren Beschäftigungsverhältnissen führen: Diese negativen Auswirkungen sind weit verbreitet/systematisch da sie in verschiedenen Bereichen der Wertschöpfungskette auftreten können und oft mit strukturellen Problemen im Hinblick auf die Beschäftigungssicherheit verbunden sind.
• Systematische Benachteiligung von Personen in der Wertschöpfungskette: Diese negativen Auswirkungen sind ebenfalls weit verbreitet/systematisch da sie auf tief verwurzelte Diskriminierung und Ungleichheiten in verschiedenen Regionen und Geschäftsbeziehungen hinweisen können.
(S2-SBM 3.11d): Die DMA der FACC ergab folgende positive Auswirkungen (für die Wertschöpfungskette, mittelfristig):
• Arbeitsbedingungen in der Wertschöpfungskette, die zu erhöhter Arbeitsplatzsicherheit führen.
• Aktivitäten, die zu positiven Auswirkungen führen: Das C.O.M.P.E.T.E.-Programm der FACC verbessert die Arbeitsplatzsicherheit durch gezielte Schulungen und Weiterbildungsmaßnahmen, sowie das Schaffen eines gesteigerten Bewusstseins bezüglich des Themas CSR bei den Lieferanten von FACC durch Fragebögen, sowie On-Site und Desktop-Audits. Ebenso trägt die ISO 45001-Zertifizierung von FACC erheblich zu erhöhter Sicherheit am Arbeitsplatz an den österreichischen Produktionsstandorten bei, was sich indirekt positiv auf die Sicherheit von Externen und Besuchern auswirkt. Auch hat FACC eine umfangreiche Trainingsmatrix mit zahlreichen fachspezifischen Schulungen für ihre Mitarbeiter. All diese Aktivitäten zielen darauf ab, die Fähigkeiten der Mitarbeiter zu stärken und sie auf technologische Veränderungen in einem sicheren Arbeitsumfeld vorzubereiten.
• Arten von Arbeitnehmern, die positiv betroffen sind: Besonders positiv betroffen sind Produktionsmitarbeiter und technische Fachkräfte, die direkt in den Fertigungsprozessen der FACC tätig sind. Diese Mitarbeiter profitieren von den Schulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen, die ihre berufliche Entwicklung fördern und ihre Arbeitsplatzsicherheit erhöhen.
(S2-SBM 3.11e): FACC hat folgende Risiken in ihrer DMA analysiert (für die Wertschöpfungskette, mittelfristig):
• Bußgelder/Prozesskosten/Umsatzeinbußen durch arbeitsrechtliche Vorfälle von Geschäftspartnern: Ein wesentliches Risiko besteht darin, dass arbeitsrechtliche Verstöße von Geschäftspartnern zu erheblichen finanziellen Belastungen von FACC führen können, einschließlich Bußgeldern und Prozesskosten. Dies kann auch das Ansehen des Unternehmens schädigen und zu Umsatzeinbußen führen.
• Bußgelder/Prozesskosten/Umsatzeinbußen infolge von Vorfällen psychischer oder physischer Gesundheitsprobleme in der Wertschöpfungskette: Gesundheitsprobleme in der Wertschöpfungskette können zu rechtlichen Konsequenzen und finanziellen Verlusten führen. Solche Vorfälle können die Produktivität beeinträchtigen und das Risiko von Bußgeldern und Prozesskosten erhöhen.
• Bußgelder/Prozesskosten/Umsatzeinbußen durch systematische Benachteiligung von Personen in der Wertschöpfungskette: Systematische Benachteiligung kann zu rechtlichen Auseinandersetzungen und finanziellen Strafen führen. Darüber hinaus kann dies das Image von FACC negativ beeinflussen und potenziell zu Umsatzeinbußen führen, wenn Kunden oder Partner das Unternehmen meiden.
(S2-SBM 3.12): FACC hat bisher keinen spezifischen Prozess entwickelt, um ein Verständnis dafür zu erlangen, wie Arbeitnehmer in der gesamten Wertschöpfungskette mit bestimmten Merkmalen einem größeren Risiko ausgesetzt sein könnten. Es gibt keine systematische Identifikation von Risikogruppen wie Geschlecht, Alter, Behinderung, LGBTQ+ oder ethnische Zugehörigkeit. Bei Erstanlage von direkten Lieferanten finden Befragungen in Form eines Fragebogens zu allgemeinen nichtfinanziellen Themen statt. Voraussetzung für eine Geschäftsbeziehung ist stets die Unterzeichnung des FACC-Lieferanten CoCs. Audits finden das ganze Jahr (desktop oder auch on-site) in Stichproben aus dem gesamten Lieferantenpool statt.
(S2-SBM 3.13): FACC hat derzeit keine spezifischen Risiken und Chancen identifiziert, die sich ausschließlich auf bestimmte Gruppen von Arbeitnehmern in der Wertschöpfungskette beziehen, wie z. B. bestimmte Altersgruppen oder Arbeitnehmer in einer bestimmten Fabrik oder einem bestimmten Land. Alle identifizierten Risiken und Chancen werden derzeit als für die gesamte Belegschaft in der Wertschöpfungskette relevant betrachtet.
3.2.1. DR S2-1 – Strategien im Zusammenhang mit Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette
(S2-1.16): Der SCoC gibt jene Werte, welche FACC als wichtig für ihre eigene Belegschaft ansieht, verpflichtend an die direkten Lieferanten weiter und wird durch regelmäßige Lieferantenaudits überprüft. FACC möchte damit erreichen, dass die firmeninternen Werte auch von den Geschäftspartnern eingehalten und an deren eigene Belegschaft weitergegeben werden bzw. diese im besten Fall auch davon profitiert.
Relevante Auswirkungen, Risiken und Chancen (IROs)
• Arbeitsbedingungen in der Wertschöpfungskette, die zu unsicheren Beschäftigungsverhältnissen führen.
• Arbeitsbedingungen in der Wertschöpfungskette, die zu erhöhter Arbeitsplatzsicherheit führen.
• Systematische Benachteiligung von Personen in der Wertschöpfungskette.
• Bußgelder/Prozesskosten/Umsatzeinbußen durch arbeitsrechtliche Vorfälle von Geschäftspartnern.
• Bußgelder/Prozesskosten/Umsatzeinbußen infolge von Vorfällen psychischer oder physischer Gesundheitsprobleme in der Wertschöpfungskette.
• Bußgelder/Prozesskosten/Umsatzeinbußen durch systematische Benachteiligung von Personen in der Wertschöpfungskette.
Die Health and Safety Policy befasst sich nach der ISO 45001 mit der Schaffung eines sicheren und gesunden Arbeitsumfelds durch die Implementierung eines systematischen Ansatzes zum Management von Arbeits- und Gesundheitsschutz.
Relevante Auswirkungen, Risiken und Chancen (IROs)
• Arbeitsbedingungen in der Wertschöpfungskette, die zu unsicheren Beschäftigungsverhältnissen führen.
• Arbeitsbedingungen in der Wertschöpfungskette, die zu erhöhter Arbeitsplatzsicherheit führen.
Umfang des Konzepts
Der FACC SCoC gilt verpflichtend für alle direkten Lieferanten der FACC.
Die Health and Safety Policy gilt für alle Mitarbeiter an den österreichischen Standorten. Durch die Umsetzung der ISO 45001 und den dadurch gewonnenen Sicherheitsstandard an den österreichischen Standorten der FACC, wird zudem ein positiver Effekt auf jene Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette erwartet, die sich als externe Mitarbeiter auf dem Firmengelände der FACC in Österreich aufhalten.
Verantwortlichkeiten bei FACC
Der General Counsel ist verantwortlich für die Implementierung und Umsetzung des CoC. Er berichtet direkt an den CFO und den CSO der FACC. Der Vice President Procurement ist verantwortlich für Inhalt und Einhaltung des SCoC. Er berichtete bis 24. Juni 2025 direkt an den COO. Nach Rücktritt des COOs nun an den CSO. Der Health and Safety Manager hingegen ist verantwortlich für die Health and Safety Policy. Er berichtet ebenso seit 24. Juni 2025 nicht mehr an den COO, sondern an den CEO.
Der Supplier Code of Conduct vertritt die Ansichten der International Labour Organization (ILO) Standards und hinterfragt, unter anderem, Arbeitssicherheitsthemen und prekäre Arbeit.
Die Health and Safety Policy wird regelmäßig im Zuge des externen ISO 45001-Audits überprüft.
Berücksichtigung der Interessen von Schlüssel-Stakeholdern
Bei der Festlegung des SoC hat FACC wichtige Anliegen und Interessen von einzelnen Stakeholdern wahrgenommen und im Dokument integriert. Dazu gehören Partner in der Wertschöpfungskette, speziell Kunden, aber auch Behörden (Gesetzgeber). Dies soll sicherstellen, dass die Konzepte die Erwartungen und Bedürfnisse der Stakeholder berücksichtigen und eine nachhaltige Zusammenarbeit fördert.
Verfügbarkeit des Konzepts für die Interessengruppen
Der SCoC wird jedem Lieferanten zur Verfügung gestellt und muss unterzeichnet werden. Die Health and Safety Policy ist auf dem FACC-Intranet zugänglich und wird mittels Schulungen so kommuniziert, dass alle Mitarbeiter über den Inhalt informiert sind und ihn verstehen.
(S2-1.17a-c): Die FACC berücksichtigt Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette im Rahmen ihrer unternehmensweiten Richtlinien und Verfahren, insbesondere im Lieferantenmanagement und in der Beschaffungsstrategie. Zentrale Grundlage bildet dabei insbesondere der SCoC, welcher soziale Mindeststandards zu Arbeitsbedingungen, Arbeitssicherheit, Menschenrechten und Nichtdiskriminierung festlegt.
Diese Anforderungen gelten für alle wesentlichen Lieferanten und Geschäftspartner entlang der vorgelagerten Wertschöpfungskette und sind integraler Bestandteil der Lieferantenauswahl, -bewertung und -weiterentwicklung. Die Berücksichtigung von Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette erfolgt dabei risikobasiert, unter Berücksichtigung von Länder-, Branchen- und Tätigkeitsrisiken.
FACC engagiert sich für die Einbindung von Arbeitnehmern in der Wertschöpfungskette durch verschiedene Methoden und Prozesse. Dazu gehört das C.O.M.P.E.T.E.-System, das als Plattform für den Austausch und die Weiterentwicklung dient. Zusätzlich gibt es eine Whistleblower-Hotline, die es den Arbeitnehmern ermöglicht, Bedenken anonym zu melden. FACC führt regelmäßig interne und externe Audits durch, einschließlich solcher mit Kunden und Behörden, um die Einhaltung von Standards sicherzustellen. Zudem ist das Unternehmen nach ISO 45001 zertifiziert, was den Fokus auf Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz unterstreicht. Audits bei Lieferanten werden ebenfalls durchgeführt, um die Einhaltung der Menschenrechts- und Arbeitskonzepte entlang der Wertschöpfungskette zu überwachen.
Durch den CoC verpflichten sich FACC zur Einhaltung der ILO-Standards (Für weitere Spezifikationen zu den ILO-Standards siehe S2-SBM-3.10 sowie BP2.15).
Da die FACC in der Regel keine direkte arbeitsrechtliche Kontrolle über Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette ausübt, erfolgt die Einflussnahme primär über Geschäftsbeziehungen. Diese umfasst insbesondere die vertragliche Verankerung sozialer Mindestanforderungen, die Kommunikation von Erwartungen an Lieferanten sowie die Durchführung risikobasierter Prüf- und Dialogformate.
Im Rahmen des Lieferantenmanagements nutzt die FACC unter anderem Lieferantenaudits, Selbstauskünfte sowie den regelmäßigen Austausch mit Geschäftspartnern, um die Einhaltung der definierten sozialen Standards zu fördern. Bei identifizierten Abweichungen werden geeignete Maßnahmen zur Verbesserung eingeleitet, die von Korrekturmaßnahmenplänen bis hin zu einer Überprüfung der Geschäftsbeziehung reichen können. Ziel ist es, schrittweise Verbesserungen der Arbeitsbedingungen entlang der Wertschöpfungskette zu unterstützen.
(S2-1.18): FACC verfügt über einen (Lieferanten-) Verhaltenskodex, der die Einhaltung der ILO-Standards beinhaltet. Dieser Kodex verbietet ausdrücklich jede Form von moderner Sklaverei, einschließlich des Menschenhandels, der Zwangs- oder Pflichtarbeit und der Kinderarbeit.
(S2-1.AR-15) (S2-1.19): Die Konzepte der FACC (SCoC) in Bezug auf Arbeiter in der Wertschöpfungskette sind mit den Standards der ILO-Grundsatzerklärung über grundlegende Prinzipien und Rechte bei der Arbeit abgestimmt. Zusätzlich richtet sich das Unternehmen nach den Anforderungen der ISO 45001-Norm, um Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz entlang der eigenen Belegschaft zu fördern, wovon indirekt auch externe Mitarbeiter aus der Wertschöpfungskette, welche sich an den Standorten der österreichischen Produktionsstätten befinden, profitieren.
Die Umsetzung erfolgt durch den Verhaltenskodex und spezifische Managementsysteme, die eine Einhaltung dieser Standards sicherstellen. Es wurden bisher keine Fälle von Nichteinhaltung der ILO-Grundsätze in der Wertschöpfungskette gemeldet.
3.2.2. DR S2-2 – Verfahren zur Einbeziehung der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette in Bezug auf Auswirkungen
(S2-2.22a-d): FACC engagiert sich direkt mit Arbeitnehmern in der Wertschöpfungskette oder deren legitimen Vertretern, um deren Perspektiven in Entscheidungen einzubeziehen. Das reicht vom direkten Kontakt im Arbeitsalltag bis hin zu regelmäßigen Audits bei Lieferanten (desktop und auch on-site).
FACC führt ihr Engagement in Bezug auf die Entwicklung und Aktualisierung von Konzepten durch den regelmäßigen Austausch mit Kunden und Lieferanten. Obwohl außerhalb des Tagesgeschäftes und Audits keine direkte Konsultation mit den Arbeitern in der Wertschöpfungskette stattfindet, werden die Anforderungen und Anliegen dieser Stakeholder durch den kontinuierlichen Dialog mit Kunden und Lieferanten berücksichtigt und, wo nötig, in den Supplier Code of Conduct aufgenommen.
Stufen des Engagements:
Frühe Phase der Konzept-Formulierung: In dieser Phase werden die Informationen und Rückmeldungen, die im täglichen Austausch mit Kunden und Lieferanten gesammelt werden, genutzt, um die Konzepte zu gestalten.
Art des Engagements:
Regelmäßiger Austausch: Der Dialog mit Kunden und Lieferanten erfolgt kontinuierlich und informell, um sicherzustellen, dass die Konzepte den aktuellen Anforderungen und Anliegen entsprechen.
Häufigkeit des Engagements:
Täglicher Austausch: FACC steht in ständigem Kontakt mit seinen Kunden und Lieferanten, was eine ständige Anpassung und Aktualisierung des Konzepts gewährleistet.
Durch diesen Ansatz möchte FACC sicherstellen, dass die Konzepte die Bedürfnisse und Erwartungen der Wertschöpfungskette widerspiegeln – auch ohne direkte Konsultation der Arbeiter.
Zuständigkeiten:
FACC hat keine Person angestellt, die explizit für dieses Thema zuständig wäre. Vielmehr ist es ein Sammeln von Informationen der verschiedensten Fachbereiche, welche das Feedback bei der Erstellung der fachspezifischen Konzepte nutzen.
FACC hatte zum Berichtsstichtag keine Global Framework Agreements mit globalen Gewerkschaftsföderationen.
3.2.3. DR S2-3 – Verfahren zur Behebung negativer Auswirkungen und Kanäle für Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette zur Äußerung von Bedenken
(S2-3.27a-d): FACC verfolgt einen strukturierten Ansatz zur Abhilfe bei etwaigen negativen Auswirkungen auf Arbeitnehmer in der Wertschöpfungskette. Hierzu gehört ein vertraulicher Beschwerdemechanismus, über welchen Probleme gemeldet werden können (Whistleblower-Hotline auf der Homepage der FACC). Abhilfemaßnahmen werden gezielt auf die spezifischen Beschwerden zugeschnitten und deren Wirksamkeit wird durch Nachbefragungen überprüft.
FACC stellt verschiedene Kanäle bereit, über die Arbeitnehmer in der Wertschöpfungskette ihre Anliegen melden können, darunter:
• Eine Whistleblower-Hotline (direkt von FACC angeboten und nicht von einem Dritten), die anonym genutzt werden kann und allen Arbeitern zugänglich ist sowie physische Vorschlagsboxen an zentralen Standorten.
FACC unterstützt die Verfügbarkeit dieser Kanäle durch:
• Schulungen und Bewusstseinsbildung: Mitarbeiter und Manager in der Belegschaft werden geschult, um die Nutzung und die Nutzbarkeit der Beschwerdekanäle zu verstehen, zu fördern und die Bedeutung offener Kommunikation auch für Lieferanten und Kunden hervorzuheben.
• Barrierefreie Kanäle: Die Beschwerdekanäle sind einfach zugänglich, z. B. durch mehrsprachige Anleitungen und flexible Kommunikationsmöglichkeiten.
• FACC bearbeitet und überwacht durch qualifiziertes Personal den Fortschritt eingegangener Beschwerden von der Einreichung bis zur Lösung, um Transparenz sowie eine Rechenschaftspflicht zu gewährleisten. Feedback-Schleifen werden eingerichtet, um kontinuierliche Verbesserungen sicherzustellen, und betroffene Stakeholder werden in die Bewertung der Effektivität der Kanäle einbezogen. Die Einbeziehung betroffener Stakeholder in die Bewertung der Effektivität der Beschwerdekanäle erfolgt insbesondere durch strukturierte Rückmeldungen im Rahmen der Nachbearbeitung abgeschlossener Fälle sowie durch die Auswertung von Feedback aus Lieferantendialogen, soweit dies sachgerecht und möglich ist.
(S2-3.28): FACC kommuniziert ihre Konzepte und Prozesse klar und transparent an ihre Lieferanten, die wiederum dafür verantwortlich sind, diese Informationen an die Arbeitnehmer in der Wertschöpfungskette weiterzugeben. Dies geschieht durch regelmäßige Meetings und schriftliche Kommunikation. Die FACC arbeitet mit dem Dienstleister CRIF zusammen, um die Einhaltung von Umwelt‑, Sozial‑ und Governance‑Standards (ESG) bei ihren Lieferanten zu überwachen. Die dabei eingesetzte ESG‑Bewertungsplattform Synesgy ermöglicht eine rechtskonforme und gültige ESG‑Bewertung, die auf den aktuellen gesetzlichen Anforderungen basiert.
Wir haben unsere Lieferanten darüber informiert, dass für die Aufrechterhaltung der Geschäftsbeziehung mit der FACC eine gültige ESG‑Zertifizierung erforderlich ist. Noch verfügen nicht alle Lieferanten über diese Zertifizierung, allerdings arbeitet die FACC kontinuierlich daran, die Anzahl der zertifizierten Lieferanten zu erhöhen.
Im Jahr 2025 wurde erneut eine Erinnerung an die Lieferanten versendet, ihre ESG‑Zertifizierung zu erneuern, sofern diese bereits abgelaufen war. Damit unterstreicht die FACC kontinuierlich die Bedeutung und Dringlichkeit dieses Themas. Eine zusätzliche Schulung ist derzeit nicht notwendig, da ESG‑Anforderungen ohnehin im Rahmen der CRIF‑Zertifizierung behandelt werden und zudem Bestandteil des C.O.M.P.E.T.E.-Reports sind.
FACC geht davon aus, dass dem Hinweisgebersystem vertraut wird, da es zumindest intern von der Belegschaft genutzt wird. Externe Meldungen gab es zum Berichtsstichtag keine, es wird jedoch dennoch von einer Akzeptanz auch innerhalb der Wertschöpfungskette ausgegangen.
Konzept zum Schutz vor Vergeltungsmaßnahmen befinden sich im Code of Conduct der FACC, womit sich das Unternehmen verpflichtet, diese einzuhalten (siehe ESRS G1-1).
(S2-3.29): In den nächsten Jahren sollen die Kanäle weiter ausgeweitet werden, um sie einem noch größeren Spektrum der Wertschöpfungskette zugänglich zu machen.
3.2.4. DR S2-4 – Ergreifung von Maßnahmen in Bezug auf wesentliche Auswirkungen auf Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette und Ansätze zum Management wesentlicher Risiken und zur Nutzung wesentlicher Chancen im Zusammenhang mit Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette sowie die Wirksamkeit dieser Maßnahmen
(ESRS 2.62): Zum Berichtsstichtag hatte die FACC keine spezifischen Abhilfemaßnahmen in Bezug auf Menschenrechtsverletzungen bei Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette umgesetzt. Der Hintergrund ist, dass sich das Unternehmen im Berichtsjahr noch in einer strukturierten Evaluierungsphase befand, in der bestehende Prozesse, Risiken und potenzielle Ansatzpunkte zur Prävention und Abhilfe analysiert wurden. Im Rahmen der doppelten Wesentlichkeitsanalyse wurden potenzielle negative Auswirkungen auf Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette untersucht; tatsächliche wesentliche negative Auswirkungen, die konkrete Abhilfemaßnahmen erforderlich gemacht hätten, wurden dabei nicht identifiziert.
Auf Basis der Ergebnisse dieser Evaluierung plant die FACC, innerhalb der nächsten zwölf Monate bestehende Prozesse gezielt weiterzuentwickeln und um zusätzliche Maßnahmen zu ergänzen. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf der Arbeitskräfteperspektive in der Wertschöpfungskette. Vorgesehen sind unter anderem eine Ausweitung der sozialen Bewertung von Lieferanten mit Blick auf Arbeits- und Menschenrechtsstandards, eine stärkere Einbindung von Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette in Schulungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen zum Thema Whistleblowing sowie eine vertiefte Berücksichtigung sozialer Aspekte in Lieferantenaudits.
Im Geschäftsjahr 2025 lagen der FACC keine Hinweise oder Anzeichen auf tatsächliche Menschenrechtsverletzungen bei Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette vor. Dieses Ergebnis basiert auf den durchgeführten stichprobenartigen On-Site-Audits, Fragebögen sowie Gesprächen mit Lieferanten.
3.2.5. DR S2-5 – Ziele im Zusammenhang mit der Bewältigung wesentlicher negativer Auswirkungen, der Förderung positiver Auswirkungen und dem Umgang mit wesentlichen Risiken und Chancen
(ESRS 2.81): FACC hatte zum Berichtsstichtag keine spezifischen Ziele in Bezug auf das betreffende Nachhaltigkeitsthema ergriffen. Der Grund dafür ist, dass sich FACC aktuell in der Evaluationsphase zu diesem Thema befindet, um die besten Ansätze zur Umsetzung effektiver und nachhaltiger Maßnahmen zu identifizieren. Wie bereits erwähnt, wurden im Rahmen der Wesentlichkeitsbewertung lediglich potenzielle negative Auswirkungen analysiert, jedoch keine tatsächlichen wesentlichen negativen Auswirkungen identifiziert, die eine Abhilfe oder eben Ziele erforderlich machen. FACC plant, hier weiterhin umfassend und stetig zu evaluieren, jedoch, gab es bis zum jetzigen Zeitpunkt keinerlei Anzeichen auf tatsächliche Verletzungen oder Probleme zu diesem Thema innerhalb der FACC-Wertschöpfungskette.
4. Governance-Informationen
4.1. ESRS G1: Unternehmenspolitik
4.1.1. DR G1-1 – Strategien in Bezug auf Unternehmenspolitik und Unternehmenskultur
Konzepte zur Geschäftsethik und Förderung der Unternehmenskultur
(G1-1.7) (G1-1.10b):
• Policy 1 Code of Conduct
• Policy 2 Supplier Code of Conduct
Policy 1 – Code of Conduct
Allgemeine Ziele
Der CoC von FACC verfolgt das Ziel, eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Bestechung und Korruption im Unternehmen zu etablieren und ist mit dem Konzept und Vorgaben der United Nations Convention im Einklang. Dies wird durch regelmäßige Schulungen und Self-Assessments für risikobehaftete Bereiche wie den Einkauf und die Logistik unterstützt.
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen (IROs)
Auf Basis des CoC kommt es zu positiven Auswirkungen wie:
• (Eigener Betrieb, langfristig) der Stärkung einer positiven Unternehmenskultur
• (Wertschöpfungskette, langfristig) der stärkeren Einbindung von Shareholdern.
Als Chancen in diesem Zusammenhang werden:
• (Eigener Betrieb, langfristig) eine Umsatzsteigerung durch attraktive Arbeitsplätze betrachtet.
Zu den identifizierten Risiken zählen für FACC:
• (Wertschöpfungskette, langfristig) mögliche Ausfälle durch Geschäfte mit Unternehmen, die von regulatorischen Änderungen betroffen sind.
Überwachungsprozesse
Der CoC wird mittels Schulungen (Teil der Welcome Schulung), jährlichen Self Assessments mit unterschiedlichem Fokus und einer Whistleblower-Hotline sowie einer Lieferanten-Due-Diligence durch die Compliance Abteilung der FACC überwacht. Seit dem Jahr 2025 gibt es einen jährlichen, internern, „Compliance Newsletter“, um das Bewusstsein für Korruption innerhalb der Belegschaft weiter zu schärfen.
Policy 2 – Supplier Code of Conduct
Allgemeine Ziele
Der SCoC zielt darauf ab, die Einhaltung sozialer, ökologischer und ethischer Standards durch Geschäftspartner sicherzustellen und ist mit dem Konzept und Vorgaben der United Nations Convention im Einklang. Dies wird durch ein Responsible-Business-Partners-Programm sowie das C.O.M.P.E.T.E.-System von FACC unterstützt.
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen (IROs)
Die positiven Auswirkungen, welche seitens FACC im Hinblick auf den SCoC (Management von Lieferanten) erhoben wurden, sind:
• (Wertschöpfungskette, Kurz-, Mittel-, und langfristig) Sicherstellung der Einhaltung von sozialen und umweltbezogenen Kriterien für eigene Lieferanten
• (Wertschöpfungskette, Kurz-, Mittel-, und langfristig) Sicherstellung der Einhaltung von sozialen und umweltbezogenen Kriterien für Unternehmen in der Wertschöpfungskette
Zu den identifizierten Chancen zählen für FACC:
• (Wertschöpfungskette, langfristig) Planungssicherheit/Kosteneinsparungen durch langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Lieferanten
• (Wertschöpfungskette, langfristig) Neukundenakquise durch strenge soziale und umweltbezogene Kriterien für Lieferanten
• (Wertschöpfungskette, langfristig) Überwachungsprozesse
Die Einhaltung des SCoC wird durch jährliche Audits (Desktop und On-Site) und das C.O.M.P.E.T.E.-System sichergestellt, welches auf Kostenbewusstsein, operative Exzellenz, Marktkenntnis, Partnerschaftsentwicklung, Prozesseffizienz, Technologieeinsatz und Ethik fokussiert.
Geltungsbereich des Konzepts
Der CoC gilt für alle globalen operativen Betriebseinheiten von FACC mit Fokus auf die Upstream-Aktivitäten an den Produktionsstätten – also überall da, wo Transparenz entscheidend ist.
Der Supplier CoC hingegen wird aktuell nur von allen österreichischen Standorten aus angewendet.
Verantwortung der Thematik innerhalb der FACC
Das General Counsel ist für die Umsetzung des CoC verantwortlich und berichtet an den Finanzvorstand (CFO) und den CSO. Unterstützt wird er vom Senior Manager CSR und Exportkontrolle sowie dem Legal Counsel für Compliance. Der Vice President Procurement ist für den SCoC verantwortlich und berichtet an den CSO.
Governance-Strukturen und Entscheidungsprozesse
(G1-1.9): FACC hat einen strukturierten Ansatz zur Etablierung, Entwicklung, Förderung und Bewertung ihrer Unternehmenskultur, um ein positives und nachhaltiges Arbeitsumfeld zu schaffen.
Etablierung: Die Grundlage der Unternehmenskultur von FACC wird durch die Definition von Kernwerten gelegt, die im Einklang mit der Vision und Mission des Unternehmens stehen und bereits im Code of Conduct verankert sind. Dazu gehört das Engagement der Führungsebene, die als Vorbild dient und die Unternehmenswerte aktiv vorlebt.
Unsere menschlichen Werte
Wertschätzung und Teamgeist
Die Wertschätzung unserer Kunden und Kollegen sowie unserer Arbeit und Aufgaben bildet die Grundlage unserer Unternehmensphilosophie. Der FACC-Teamgeist baut darauf auf und ist ein prägendes Merkmal des gesamten Unternehmens. Ein Teil des FACC-Teams zu sein, soll Freude machen sowie Zufriedenheit und Erfolg mit sich bringen.
Unsere Unternehmenswerte
Leistung und Erfolg
Unser FACC-Wertekompass leitet uns stets zu unseren menschlichen und unternehmerischen Werten.
Unsere Kunden müssen sich voll auf uns verlassen können. Deshalb bekennen wir uns zu Leistung und Erfolg. Denn ohne Leistung kann es keinen Erfolg geben. Und kein Unternehmen kann ohne Erfolg bestehen. Als Team legen wir mehr Wert auf den gemeinsamen Erfolg als auf den Erfolg eines Einzelnen.
Unsere ökologischen Werte
Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit ist Teil der DNA von FACC. Seit der Herstellung unseres ersten Bauteils sorgen wir für leichtere, leisere und effizientere Flugzeuge. Wir leisten einen wirksamen Beitrag zur Verringerung der CO2-Emissionen von Flugzeugen und möchten unser Nachhaltigkeitsengagement unter Beweis stellen, indem wir im Einklang mit den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (SDGs) handeln.
Ein umfassendes Onboarding-Programm gewährleistet, dass neue Mitarbeiter diese Werte von Anfang an verstehen und sich mit ihnen identifizieren können. Während der Einarbeitungsphase werden ihnen die Unternehmenswerte und -prinzipien durch verschiedene Schulungen vermittelt.
Entwicklung
Um die Unternehmenskultur kontinuierlich weiterzuentwickeln, fördert FACC das Engagement der Mitarbeiter durch regelmäßige Trainings, Workshops und Veranstaltungen, die auf die Verbesserung der Teamarbeit und die persönliche Weiterentwicklung abzielen. Es werden Programme zur Förderung der Vielfalt und Inklusion angeboten, die sicherstellen, dass alle Mitarbeiter sich wertgeschätzt und respektiert fühlen. Mitarbeiterbefragungen und Feedback-Instrumente sind wesentliche Bestandteile der FACC-Strategie, um sicherzustellen, dass die Bedürfnisse und Meinungen der Mitarbeiter in die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur einfließen.
Förderung
Die Promotion der Unternehmenskultur erfolgt durch eine effektive interne Kommunikation, die die Werte und Ziele von FACC regelmäßig hervorhebt. Wichtige Kommunikationskanäle umfassen das Intranet, Newsletter, die FACC Space App und regelmäßig stattfindende Meetings. Zusätzlich werden Veranstaltungen und Aktivitäten organisiert, die den Teamgeist stärken und die Werte des Unternehmens lebendig halten.
Bewertung
Die Bewertung der Unternehmenskultur erfolgt durch regelmäßige Assessments und Feedback-Mechanismen (wie etwa durch die Whistleblower-Hotline), die ermöglichen, kulturelle Stärken und Schwächen zu identifizieren. Dies geschieht unter anderem durch Mitarbeiterbefragungen, regelmäßige Feedback-Runden und Leistungsmessungen. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse passt FACC ihre Strategien kontinuierlich an, um sicherzustellen, dass die Kultur in allen Bereichen des Unternehmens verankert bleibt und sich weiterentwickelt.
Förderung der Unternehmenskultur und Geschäftsethik
(G1.10a) (G1.10c) (G1.10g): Mechanismen zur Identifikation, Meldung und Untersuchung von Bedenken bezüglich rechtswidrigem Verhalten oder Verhalten im Widerspruch zum Verhaltenskodex.
FACC hat Mechanismen zur Identifikation, Meldung und Untersuchung von Bedenken bezüglich rechtswidrigem Verhalten oder Verstößen gegen den Code of Conduct etabliert. Mitarbeiter und externe Stakeholder können Verstöße über eine spezielle E-Mail-Adresse und Hotline, die von der Compliance Abteilung betreut wird, melden. Meldungen können auch anonym eingebracht werden. Erfolgen diese unter Angabe der Identität des Melders, ist ein entsprechender Schutz der Identität durch deren Geheimhaltung und die Zweckbindung sowie durch technische Maßnahmen gewährleistet. So findet grundsätzlich keine Offenlegung der Daten gegenüber Dritten statt und es sind entsprechende Zugriffsbeschränkungen implementiert. Sichergestellt ist ferner der Schutz des Melders vor Vergeltungsmaßnahmen – unter anderem auch durch entsprechende Anweisungen in unternehmensinternen Konzepten (dem Code of Conduct sowie der Whistleblower Policy).
Nach Eingang einer Meldung erfolgt eine systematische Erfassung und erste Bewertung durch den Compliance-Beauftragten, gefolgt von einer umfassenden Untersuchung in Zusammenarbeit mit relevanten Abteilungen und gegebenenfalls externen Experten. Der Compliance Abteilung wird in diesem Zusammenhang die entsprechende Weisungsfreiheit durch den Vorstand eingeräumt. Für den Fall von Interessenskonflikten ist eine Verweisungsregelung vorgesehen. Die Untersuchungsergebnisse werden dem Vorstand präsentiert, die dann über entsprechende Maßnahmen – gegebenenfalls unter Beiziehung der Personalabteilung – entscheidet.
Regelmäßige Schulungen und Informationsveranstaltungen stellen sicher, dass alle FACC-Mitarbeiter über die Meldewege informiert sind. Gesetzliche Informationspflichten werden eingehalten. Ferner erfolgen regelmäßig Informationskampagnen innerhalb des Unternehmens. Diese Mechanismen bieten klare und sichere Wege für interne und externe Stakeholder, Bedenken bezüglich rechtswidrigem Verhalten oder Verstöße gegen interne Richtlinien zu melden und eine transparente Untersuchung und Kommunikation der Ergebnisse zu gewährleisten.
Der Code of Conduct wird allen Mitarbeitern bereits beim FACC Welcome Training vorgestellt und inhaltlich behandelt.
Die Schulung umfasst einen Überblick über den Code of Conduct in Bezug auf ethische Geschäftspraktiken, die Meldung von Verstößen über die Whistleblower Hotline und mögliche Auswirkungen einer unterlassenen Meldung.
(G1-1.10h) Unternehmensbereiche, bei welchen FACC die größten Risiken für Bestechung und Korruption identifiziert hat, sind folgende:
• Einkauf (z. B. Bestechung im Austausch für günstige Konditionen oder Auftragsvergaben)
• Verkauf (z B. Bestechung, um Geschäfte oder günstige Konditionen von Kunden zu erhalten)
• Logistik (z. B. Bestechung, um Geschäfte oder günstige Konditionen an spezielle Speditionen zu vergeben)
• Finanz- und Rechnungswesen (z. B. Mitarbeiter, die wichtige Finanztransaktionen abwickeln)
• HR (z B. im Hinblick auf Einstellungen, Beförderungen, Vertragsverhandlungen)
• Top-Management (z. B. könnte die Befugnis, wichtige Geschäftsentscheidungen zu treffen, zu Möglichkeiten für Bestechung und Korruption in großem Umfang führen)
4.1.2. DR G1-2 – Management der Beziehungen zu Lieferanten
Mechanismen zur Überwachung und Sicherstellung der Compliance
(G1 2.62): Strategie zur Verhinderung von Zahlungsverzug
Ziele
Aktuell hat die FACC noch keine dedizierte Policy, die eine Verhinderung von Zahlungsverzügen explizit beinhaltet. FACC will jedoch auf den bereits bestehenden, wenn auch nicht explizit niedergeschriebenen, sowie gelebten Praktiken weiter aufbauen und in den nächsten ein bis zwei Jahren hierzu eine Policy entwickeln.
FACC ist die Standardisierung und Sicherstellung rechtzeitiger Zahlungen an alle Lieferanten ein großes Anliegen. Die wichtigsten Ziele umfassen die Implementierung standardisierter Zahlungsbedingungen und die Etablierung klarer und konsistenter Zahlungsbedingungen in allen Lieferantenverträgen, um rechtzeitige und vorhersehbare Zahlungen zu gewährleisten. Wie erwähnt wird das aktuell zwar gelebt, aber wurde noch nicht in einer Policy niedergeschrieben.
4.1.3. DR G1-3 – Verhinderung und Aufdeckung von Korruption und Bestechung
Risikomanagement und interne Kontrollsysteme
(G1-3.18) (G1-3.18a): Bereits in den Geschäftsjahren 2017/2018 startete FACC eine Kommunikationsinitiative, um das Bewusstsein für den Code of Conduct, aber auch für Compliance im Allgemeinen in der ganzen Unternehmensgruppe zu stärken. Im Rahmen dieser Initiative wurde der Code of Conduct angepasst und allen weltweiten Mitarbeitern des Konzerns in einer gesonderten Aussendung des Vorstands zur Kenntnis gebracht.
Weiters werden die FACC-Mitarbeiter seither in gesonderten Trainings regelmäßig (teils jährlich, teils alle zwei Jahre, abhängig von äußeren Umständen und Anlässen) zu den übergeordneten Themen Compliance, Antikorruption, Geschenkannahmen, Geldwäsche und Terrorismusprävention, Exportkontrolle, Lieferketten-Compliance und Datenschutz geschult. Die stetige Arbeit an der Good Governance ist bei FACC eine Querschnittsdisziplin, an der diverse Organisationseinheiten wie Kommunikation, Legal, Business Strategy, Internal Audits, aber auch IT- Security und CSR beteiligt sind. Die Abteilung Legal ist dabei führend für den Code of Conduct verantwortlich und dient als zentrale Anlaufstelle für Compliance-Fragen im Unternehmen.
Die Whistleblowing-Hotline von FACC ist ein internes System, das es Meldenden ermöglicht, auf Verstöße gegen den Code of Conduct des Unternehmens hinzuweisen. Die Whistelblower können dabei auch völlig anonym bleiben, sie sind gesetzlich geschützt und können Anliegen und Bedenken vertraulich weitergeben. Das System ist seit 15. Dezember 2021 aktiv, ist rund um die Uhr nutzbar und wird in der Whistleblowing Policy von FACC beschrieben. Relevante CAPEX oder OPEX gibt es dahingehend nicht zu vermelden.
(G1-3.18b): Die Compliance Abteilung agiert im Zusammenhang mit dem Whistleblower-System der FACC weisungsfrei und unabhängig von internen Berichtslinien. Im Falle eines Interessenkonflikts eines Mitarbeiters der Compliance Abteilung besteht eine Stellvertreterregelung, wonach ein Mitarbeiter ohne Konflikt übernimmt.
(G1-3.18c): Nach Abschluss der Untersuchungen erfolgt ein standardisiertes Reporting an den Vorstand samt Handlungsempfehlung. Sofern auch arbeitsrechtliche Konsequenzen im Raum stehen, erfolgt die Beiziehung der Personalabteilung.
Hinsichtlich der Untersuchungen zu Korruption oder Bestechungsthemen bestehen (derzeit) keine gesonderten Verfahrensregeln. Ein Reporting erfolgt im Anlassfall ebenfalls standardisiert und wie zuvor erläutert.
Prozesse zur Identifikation und Bewertung von Risiken
(G1-3.20): Die Mitarbeiter von FACC am österreichischen Standort werden bereits in der Welcome-Schulung auf die Whistleblower-Hotline und deren Verfügbarkeit über das Intranet (genauso wie auf den Code of Conduct und die FACC-Schulungsunterlagen) hingewiesen. Ebenso erfolgen über das Jahr hinweg zahlreiche Informationskampagnen (über Plakate, Desktop-Schoner, etc.).
Maßnahmen zur Risikominderung und Überwachung
(G1-3.21 a-c): FACC legt großen Wert auf die Prävention von Korruption und Bestechung und hat daher Schulungsprogramme entwickelt, um ihre Mitarbeiter in diesen Bereichen zu sensibilisieren und zu schulen. Die Programme sind darauf ausgelegt, das Bewusstsein für ethische Geschäftspraktiken zu stärken und sicherzustellen, dass Mitarbeiter die Unternehmensrichtlinien und gesetzlichen Anforderungen verstehen und einhalten.
Die Schulungen decken eine Vielzahl von Themen ab (siehe Tabelle unten für den Standort Österreich), darunter die Erkennung und Vermeidung von Korruption und Bestechung, die Bedeutung von Compliance und ethischem Verhalten sowie die spezifischen Richtlinien und Verfahren der FACC.
Die Schulungen sind für alle Mitarbeiter der FACC in Österreich in verschiedenem Ausmaß (siehe Tabelle unten) verpflichtend, insbesondere für diejenigen in Positionen mit erhöhtem Risiko für Korruption, wie z. B. im Einkauf, Vertrieb und Management.
Die Schulungen werden regelmäßig (siehe Tabelle unten) angeboten, um sicherzustellen, dass das Wissen aktuell bleibt und neue Mitarbeiter schnell integriert werden. Nach Abschluss der Schulungen wird das Verständnis der Teilnehmer durch Feedback-Runden bewertet, um die Effektivität der Programme sicherzustellen und kontinuierliche Verbesserungen zu ermöglichen.
Die FACC stellt sicher, dass Mitglieder der administrativen, Aufsichts- und Managementgremien regelmäßig (siehe Tabelle unten) an Schulungen zu Anti-Korruption und Anti-Bestechung teilnehmen. Diese Schulungen sind darauf ausgelegt, die Führungskräfte über die neuesten Entwicklungen, Risiken und Best Practices in diesen Bereichen zu informieren und ihre Rolle bei der Förderung einer ethischen Unternehmenskultur zu stärken.
Vorstand: Diese Schulungen sollen für diesen Teilnehmerkreis die Bedeutung von Governance und Compliance in der Unternehmensführung betonen.
Aufsichtsrat: Die Mitglieder des Aufsichtsrats werden in den rechtlichen Rahmenbedingungen und den internen Richtlinien der FACC geschult, um ihre Aufsichtsfunktion effektiv wahrnehmen zu können.
Executive Management: Das Executive Management Team erhält Schulungen, die sich auf die praktische Umsetzung von Anti-Korruptionsrichtlinien und -verfahren konzentrieren. Diese Schulungen beinhalten Praxisbeispiele und Szenarien, die den Führungskräften helfen, ethische Entscheidungen in komplexen Situationen zu treffen.
Von Schulungsprogrammen abgedeckte gefährdete Funktionen
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| „Risikobehaftete-Funktionen“ | Manager | AMSB | Andere Mitarbeiter |
Schulungsabdeckung | | | | |
Gesamt | 369 | 523 | 15 | 368 |
Summe von Trainings erhalten (Köpfe) | 0 | 25 (4,78%) | 15 | 368 |
Art der Schulung und Dauer | | | | |
Präsenzschulung (Stunden) | 0 | 0 | 0 | 1h |
Computergestütztes Training (Stunden) | 0,5h | 0,5h | 0,5h | 0 |
Freiwilliges computergestütztes Training (Stunden) | 0 | 0 | 0 | 0 |
Frequenz | | | | |
Wie oft ist eine Schulung erforderlich | 12-18 Monate | jährlich | jährlich | einmalig bei Onboarding |
Behandelte Themen | | | | |
Definition von Korruption | Unangemessene Gewährung oder Entgegennahme von Geschenken und Einladungen | Unangemessene Gewährung oder Entgegennahme von Geschenken und Einladungen | Unangemessene Gewährung oder Entgegennahme von Geschenken und Einladungen | Unangemessene Gewährung oder Entgegennahme von Geschenken und Einladungen |
Richtlinie | Code of Conduct | Code of Conduct | Code of Conduct | Code of Conduct |
Onboarding (“Welcome Training”) | vom Einzelfall abhängig, grundsätzlich „Zero Tollerance“ | vom Einzelfall abhängig, grundsätzlich „Zero Tollerance“ | vom Einzelfall abhängig, grundsätzlich „Zero Tollerance“ | vom Einzelfall abhängig, grundsätzlich „Zero Tollerance“ |
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Das Zeitfenster bei Schulungen für „Risikobehaftete-Funktionen“ von 12- 18 Monate kommt basierend auf Verfügbarkeit der internen Trainer, sowie Aktualität des Themas selbst zustande. Ebenso erhalten Personen in „Risikobehaftete-Funktionen“ diese Schulungen in regelmäßigen Abständen (wenn auch in einem kürzeren Gesamtausmaß von etwa 30 Minuten), weil sie in Ausübung ihrer Tätigkeit potenziell exponierter für dieses Thema sind. Aktuell findet hier gerade eine Umstrukturierung des Schulungssystems statt, auch für Manager, welche in Q2 des Geschäftsjahres 2026 abgeschlossen werden soll. „Andere Mitarbeiter“ hingen bekommen die Schulungen einmalig im Sinne der Welcome- Schulung. FACC sieht hier keine bzw. nur geringe Berührungen mit dem Thema wodurch nach Meinung des Unternehmens eine einmalige Schulung im Zuge des Onboardings ausreichend ist.
4.1.4. DR G1-4 – Bestätigte Korruptions- oder Bestechungsfälle
Transparenz und Berichterstattung über Governance-Praktiken
(G1-4.24) (G1-4.24a): Anzahl der Verurteilungen: 0
Die Höhe der Geldstrafen für Verstöße gegen Anti-Korruptions- und Anti-Bestechungsgesetze betrug im Geschäftsjahr 2025 EUR 0,00.
(G1-4.24b): Weiters gab es im Geschäftsjahr 2025 keine bekannten Verstöße gegen die Anti-Korruption-Regelungen von FACC.
4.1.5. DR G1-6 – Zahlungspraktiken
(G1-6.33) (G1-6.33a): Im Durchschnitt erhalten die Lieferanten innerhalb von 53,7 Tagen ihr Geld von FACC, was innerhalb der vereinbarten Zahlungsbedingungen liegt. Diese Zahl wird vom Bereich Controlling ermittelt und ist Teil des monatlichen Reportings an den Vorstand. Der Working Capital Manager von FACC verwendet die Zahl zudem für seine internen Analysen.
Bei FACC erfolgt die Realisierung von Umsatzerlösen aus dem Verkauf von Produkten sowie aus Entwicklungsdienstleistungen und aus sonstigen Dienstleistungen fast ausschließlich zeitpunktbezogen.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben üblicherweise Zahlungsziele bis zu 90 Tage, bei Forderungen aus kundenbezogenen Entwicklungsleistungen und Vertragsvermögenswerten bestehen teilweise Zahlungspläne mit Meilensteinzahlungen.
(G1-6.33b): Bei FACC gibt es keine Standardzahlungsbedinung. Zahlungsbedinungen werden in der Regel mit Zahlungen zwischen 30 Tagen und 90 Tagen vereinbart (siehe unten). Es handelt sich dabei aber immer um individuelle Verhandlungspunkte, welche mit den Lieferanten ausgehandelt werden (ähnlich wie Preis und/oder Incoterms, etc.).
• Knapp 7 % der Lieferanten von FACC erhalten ihre Forderungen (ohne Abzug) innerhalb von 14 Tagen
• Knapp 47 % der Lieferanten von FACC erhalten ihre Forderungen (ohne Abzug) innerhalb von 30 Tagen.
• Knapp 13 % der Lieferanten von FACC erhalten ihre Forderungen (ohne Abzug) innerhalb von 60 Tagen.
• Knapp 11 % der Lieferanten von FACC erhalten ihre Forderungen (ohne Abzug) innerhalb von 90 Tagen.
Als Berechnungsgrundlage für diese Werte dient die Relation des Gesamteinkaufswertes (exkl. Konsignation) von Materialien. Die restlichen Prozent ergeben sich durch kleinere Variationen bei den Zahlungsmodalitäten (etwa die Hinzugabe von 1 % – 5 % Skonto).
(G1-6.33c): Zum Bilanzstichtag gab es keine anhängigen Gerichtsverfahren bei FACC wegen verspäteter Zahlungen.
Die Weltwirtschaft entwickelte sich 2025 insgesamt moderat, blieb jedoch hinter ihrem langfristigen Durchschnittswachstum zurück. Das globale reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) erhöhte sich um rund 3,2 %, nachdem bereits 2024 eine vergleichbare Dynamik verzeichnet worden war. Damit zeigte sich die Weltkonjunktur trotz anhaltender geopolitischer Spannungen, handelspolitischer Unsicherheiten und struktureller Anpassungsprozesse insgesamt widerstandsfähig. Die globale Inflation ging weiter zurück und lag 2025 bei etwa 4,1 %. In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften näherte sich die Teuerung schrittweise den Zielwerten der Notenbanken an, während sie in einigen Schwellenländern weiterhin erhöht blieb.
In den USA wuchs die Wirtschaftsleistung 2025 um rund 2,0 %. Damit verlangsamte sich die Dynamik gegenüber den außergewöhnlich starken Vorjahren, blieb jedoch im internationalen Vergleich solide. Getragen wurde das Wachstum vor allem von einer weiterhin robusten privaten Konsumnachfrage sowie von hohen Investitionen in Zukunftstechnologien, insbesondere in den Bereichen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Der Arbeitsmarkt zeigte sich stabil, wenngleich erste Anzeichen einer Normalisierung sichtbar wurden. Die Inflation ging weiter zurück, verharrte jedoch in Teilbereichen noch oberhalb des Zielwerts von 2 %, was die geldpolitische Ausrichtung weiterhin beeinflusste.
Die wirtschaftliche Entwicklung in der Eurozone verlief 2025 deutlich verhaltener. Das reale BIP stieg um etwa 0,9 %. Während sich einzelne Mitgliedstaaten, insbesondere Spanien, vergleichsweise dynamisch entwickelten, blieb das Wachstum in den großen Volkswirtschaften wie Deutschland und Frankreich schwach. Belastend wirkten eine gedämpfte Industrieproduktion, strukturelle Wettbewerbsherausforderungen sowie eine insgesamt zurückhaltende Investitionstätigkeit. Die Inflation im Euroraum ging weiter zurück und erreichte im Jahresdurchschnitt rund 2,3 %, womit sie sich dem Zielwert der Europäische Zentralbank weiter annäherte.
In Asien blieb die wirtschaftliche Dynamik im globalen Vergleich am stärksten. China verzeichnete 2025 ein Wachstum von rund 4,6 %, wobei strukturelle Anpassungen im Immobiliensektor und eine moderatere Exportentwicklung dämpfend wirkten. Indien blieb mit einem BIP-Anstieg von etwa 6,5 % eine der am schnellsten wachsenden großen Volkswirtschaften weltweit, getragen von einer starken Binnennachfrage und umfangreichen Infrastrukturinvestitionen. Auch zahlreiche südostasiatische Volkswirtschaften entwickelten sich robust, wenn auch mit teilweise geringerer Dynamik als in den Vorjahren. Insgesamt leistete Asien erneut den größten Beitrag zum globalen Wirtschaftswachstum.
Zusammenfassend war die Weltwirtschaft im Jahr 2025 durch ein moderates, regional differenziertes Wachstum gekennzeichnet. Während die USA eine solide Expansion aufwiesen und Asien seine Rolle als globaler Wachstumsmotor bestätigte, blieb Europa hinter den anderen großen Wirtschaftsregionen zurück. Sinkende Inflationsraten und eine schrittweise Lockerung der Geldpolitik wirkten stabilisierend, gleichzeitig blieben geopolitische Spannungen, handelspolitische Risiken sowie strukturelle Herausforderungen prägende Einflussfaktoren des globalen Umfelds.
Am Devisenmarkt wertete der Euro gegenüber dem US‑Dollar spürbar auf. Zum Jahresende notierte das Währungspaar bei rund 1,17 USD je EUR, unterstützt durch die Aussicht auf ein Ende des EZB‑Zinssenkungszyklus und eingepreiste stärkere Zinssenkungen der FED.
Die globalen Aktienmärkte entwickelten sich trotz der hohen geopolitischen und wirtschaftspolitischen Unsicherheit 2025 sehr positiv, wenn auch mit teils starken Schwankungen. Für 2026 zeichnet sich ein von Stabilisierung geprägtes Kapitalmarktumfeld ab: Sinkende Inflationsraten und moderatere Zinsen wirken unterstützend, während das reale Wachstum in Europa voraussichtlich verhalten bleibt.
Der Internationale Währungsfonds erwartet für die Jahre 2026 und 2027 eine Fortsetzung des robusten, wenn auch unter Trend verlaufenden Weltwirtschaftswachstums von jeweils rund 3,3 bzw. 3,2 Prozent, womit die Dynamik in etwa auf dem Niveau des Jahres 2025 verbleibt. Dieses Wachstum wird vor allem in Nordamerika und Teilen Asiens von anhaltend hohen Investitionen in neue Technologien, insbesondere im Bereich der künstlichen Intelligenz, getragen und durch eine unterstützende Fiskalpolitik durch überwiegend günstige Finanzierungsbedingungen. Parallel dazu wird ein weiterer Rückgang der globalen Gesamtinflation prognostiziert: von geschätzten 4,1 Prozent im Jahr 2025 auf 3,8 Prozent im Jahr 2026 und 3,4 Prozent im Jahr 2027. Die Rückkehr zum jeweiligen Inflationsziel dürfte in den USA etwas langsamer verlaufen als in anderen großen Volkswirtschaften.
6. BRANCHENWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN
Die IATA-Daten für 2025 zeigen das nächste Rekordjahr für die Luftfahrt: Mit einer durchschnittlichen Sitzplatzauslastung von 83,6 Prozent erreicht man den höchsten jemals in einem Jahr verzeichneten Wert. Sowohl das inländische als auch das internationale Passagieraufkommen verzeichneten 2025 ein moderates Wachstum. Der Inlandsverkehr stieg um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während der internationale Verkehr um 7,1 Prozent wuchs.
Die Nachfrage stieg in allen Regionen. Afrikanische Fluggesellschaften verzeichneten das höchste Jahreswachstum, mit einem Anstieg der Passagiernachfrage um 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Fluggesellschaften im asiatisch-pazifischen Raum belegten mit einem Anstieg der Passagierkilometer um 7,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr den zweiten Platz. Lateinamerika und die Karibik sowie der Nahe Osten folgten mit Wachstumsraten über dem Branchendurchschnitt. Das Verkehrsaufkommen der europäischen Fluggesellschaften stieg um 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während die nordamerikanischen Fluggesellschaften mit 0,4 Prozent den geringsten Verkehrsanstieg gegenüber dem Vorjahr verzeichneten.
Gleichzeitig sieht sich die Branche nach wie vor mit Herausforderungen konfrontiert. Trotz anhaltend hoher Nachfrage steht die Industrie auch im Jahr 2026 vor Lieferkettenproblemen, die eingeschränkte Verfügbarkeit kritischer Flugzeugsysteme – insbesondere von Triebwerken – sind weiterhin zentrale Themen für die zivile Luftfahrtindustrie. Solche Engpässe führen dazu, dass der geplante Raten-Hochlauf bei einzelnen Flugzeugfamilien langsamer geplant werden muss als ursprünglich angenommen. Die jüngsten Aussagen des Airbus-Managements unterstreichen, dass die Branche weiterhin mit Versorgungsengpässen umgehen muss.
Airbus und Boeing steigert Auslieferungen
Im Jahr 2025 verzeichnete Airbus 1.000 Bruttoaufträge, von denen nach Abzug von Stornierungen 889 Nettoaufträge verblieben. Insgesamt lieferte das Unternehmen 793 Flugzeuge an 91 Kunden aus (2024: 766 Flugzeuge). Airbus hat das Lieferziel für 2025 erreicht, musste die Prognose im November 2025 aber von ursprünglich 820 auf 790 Flugzeuge korrigieren. Der Auftragsbestand von Airbus stieg zum Jahresende auf 8.754 Flugzeuge.
Boeing konnte im vergangenen Jahr 600 Passagier- und Frachtflugzeuge ausliefern, 252 Maschinen mehr als im Vorjahr (348). Auch die Auftragseingänge zeigen die Erholung des Flugzeugherstellers. Boeing verzeichnete im vergangenen Jahr Nettobestellungen für 1.175 Flugzeuge und übertraf damit erstmals seit 2018 seinen europäischen Konkurrenten Airbus. Nach Stornierungen blieben netto 1.173 Bestellungen übrig. Der Auftragsbestand von Boeing belief sich zum 31.12.2025 auf 6.720 Flugzeuge, nach bilanzrechtlichen ASC‑606‑Bereinigungen weist der Konzern einen wirtschaftlich anerkannten Backlog von 6.130 Jets aus.
Embraer, der drittgrößte Flugzeughersteller der Welt, hat sich als
eigenständiger Mitbewerber neben Boeing und Airbus positioniert. Im Jahr 2025 lieferte das brasilianische Unternehmen insgesamt 244 Flugzeuge in verschiedenen Geschäftsbereichen aus (2024: 206).
Im Jahr 2025 hat Comac die Auslieferungen seines Schmalrumpfflugzeugs C919 weiter gesteigert und nach Branchenschätzungen rund 15 Maschinen an Kunden übergeben, nach etwa 12 Flugzeugen im Jahr 2024. Parallel dazu nimmt der Anteil chinesischer Verkehrsflugzeuge in der heimischen Flotte kontinuierlich zu: Seit 2019 ist er von etwa 1,3 Prozent auf rund 4,7 Prozent gewachsen. COMAC hat für die C919 über 1.000 Bestellungen von Airlines im Orderbuch und verfolgt das Ziel die Fertigungsraten in den kommenden Jahren stufenweise zu erhöhen. COMAC errichtet hierfür gerade eine zweite C919 Flugzeug Montagelinie. Weiters hat COMAC mit den Entwicklungsarbeiten an seinem neuen Großraumflugzeug C929 gestartet mit dem Ziel noch vor 2030 den Erstflug zu absolvieren.
Auch 2025 ist Bombardier einer der wichtigsten Flugzeughersteller im Premiumsegment der Geschäftsflugzeuge und profitiert von der anhaltend hohen Nachfrage nach den Modellen Global und Challenger. Die Global 7500 dominiert weiterhin das Ultra-Long-Range-Segment und die neue Global 8000 tritt mit einer Reichweite von rund 8.000 nautischen Meilen in den Markt ein. Nordamerika bleibt der wichtigste Absatzmarkt, während die Nachfrage in Asien und im Nahen Osten weiter deutlich wächst.
Luftfahrt und Nachhaltigkeit
Die Luftfahrtindustrie steht vor einer doppelten Herausforderung: Mit steigenden Passagierzahlen wächst die Dringlichkeit, fossile Treibstoffe zu ersetzen und die CO₂-Emissionen deutlich zu reduzieren. Eine Schlüsselrolle spielt dabei Sustainable Aviation Fuel (SAF), ein nachhaltiger Flugkraftstoff, der aus Biomasse, Abfällen oder synthetischen Quellen gewonnen wird. Der Einsatz von SAF nimmt stetig zu, auch wenn er bisher nur einen kleinen Teil des weltweit verwendeten Flugtreibstoffs ersetzt.
Seit dem 1. Jänner 2026 gilt die verpflichtende 2‑Prozent‑Beimischungsquote gemäß EU‑Verordnung ReFuelEU Aviation, und die Branche hält das Ziel ein. Der SAF‑Anteil steigt nur langsam, doch Produktionskapazitäten wachsen dank neuer Anlagen in Frankreich, Skandinavien und den USA. Airlines wie Air France‑KLM erweitern Verträge, um die 6‑Prozent‑Ziele bis 2030 vorzubereiten. Bis 2030 soll der Anteil nachhaltiger Kraftstoffe auf 6 Prozent steigen, bis 2050 sollen mehr als zwei Drittel (70 Prozent) des Flugtreibstoffs aus nachhaltigen Quellen stammen.
Die ambitionierten Klimaziele der Luftfahrtbranche bleiben bestehen. Bis 2050 soll der Luftverkehr klimaneutral werden. Dies erfordert jedoch eine enge Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Herstellern und Betreibern. Massive Investitionen in Forschung, Entwicklung und Infrastruktur sind unerlässlich. Während SAF, Wasserstoff und elektrische Antriebe als Schlüsseltechnologien gelten, wird eine vollständige Substitution fossiler Treibstoffe in den nächsten Jahrzehnten nur durch einen Mix verschiedener Maßnahmen und politischer Anreize realistisch sein.
Angaben gemäß § 243 a UGB
Der FACC-Konzern ist ein österreichischer Flugzeugzulieferer mit Sitz in Ried im Innkreis, der sich mit der Forschung, Entwicklung,
Produktion und Wartung von Komponenten für die zivile Luftfahrt-
industrie befasst.
Das Geschäftsmodell stützt sich auf folgende Kernkompetenzen:
7.1. Forschung, Entwicklung und Technologiekompetenz
FACC legt großen Wert auf Forschung und Technologie (F&T), um
innovative Leichtbaulösungen für die zivile Luftfahrt zu schaffen. Im Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) stehen folgende Themen im Fokus:
Prozessinnovation: Optimierung und Weiterentwicklung moderner Fertigungstechnologien.
Konstruktionslösungen: Erarbeitung von Designkonzepten, die
Effizienz und Funktionalität steigern.
Digitalisierung und Automatisierung: Fertigungstechnologien für das robotergestützte Ablegen von Faserverbundwerkstoffen mittels Automated Tape Laying, Pick & Place oder Automated Fiber
Placement, um den Fertigungsprozess effizienter und skalierbarer zu gestalten.
FACC hat alle nötigen Zulassungen, um seine Expertise in die frühen Entwicklungsphasen neuer Flugzeugmodelle einzubringen und um innovative Lösungen anzubieten, die perfekt auf die Anforderungen der Kunden abgestimmt sind.
7.2. Serienfertigung und Kundenorientierung
Neben der technologischen Entwicklung ist die Fertigung hoch-
wertiger Bauteile ein zentraler Bestandteil des Geschäftsmodells. FACC arbeitet eng mit führenden Flugzeug- und Triebwerksherstellern zusammen, um maßgeschneiderte Komponenten in Serie zu produzieren.
Komponentenfertigung: Herstellung von Struktur- und Triebwerksbauteilen (z. B. Flügel-, Rumpf- und Triebwerksteile) sowie Kabinenelementen (z. B. Gepäckfächer, Wandverkleidungen).
Kundenspezifische Lösungen: Anpassung von Produkten an die
individuellen Spezifikationen der Kunden.
Qualitätsmanagement: Strenge und auf die jeweiligen Komponenten abgestimmte Kontrollen im gesamten Wertschöpfungsprozess, um die hohen Sicherheits- und Qualitätsanforderungen der Luftfahrtindustrie zu erfüllen.
FACC übernimmt die Verantwortung für die Konstruktion, Produktion und die Lieferung fertiger Baugruppen.
Aufgrund der unterschiedlichen Anwendungen, denen die Produkte von FACC dienen, wurden drei operative Segmente gebildet.
• Aerostructures ist für die Entwicklung, die Fertigung, den Vertrieb und die Reparatur von Strukturbauteilen verantwortlich.
• Engines & Nacelles steht für die Fertigung, den Vertrieb und die Reparatur von Triebwerksbauteilen und Triebwerksverkleidungen.
• Cabin Interior beschäftigt sich mit der Entwicklung, der Fertigung, dem Vertrieb und der Reparatur von Innenausstattungen.
7.3. Wartung, Reparatur und Instandhaltung
Erweitert wurde das Produktangebot, divisionsübergreifend, um Dienstleistungen in den Bereichen Wartung, Reparatur und Instandhaltung.
Aftermarket-Services: FACC bietet Reparatur-, Wartungs- und Überholungsdienste für Luftfahrtkomponenten an, wodurch bestehende Flugzeugflotten über ihren gesamten Lebenszyklus unterstützt werden.
Ersatzteilmanagement: Schnelle und zuverlässige Bereitstellung von Ersatzteilen für Fluggesellschaften und Wartungsunternehmen, um Standzeiten zu minimieren.
Nachhaltige Lebenszyklusverlängerung: Durch innovative Reparaturtechniken und nachhaltige Materialien trägt FACC dazu bei, die Nutzungsdauer von Bauteilen zu verlängern und den Materialverbrauch zu reduzieren.
Nach Abschluss der Verträge mit den Kunden und der internen Auftragsabwicklung werden die beauftragten Teile und Komponenten in den Werken des Konzerns und teilweise bei strategischen Partnern gefertigt. Neben den drei operativen Segmenten umfasst das
Gesamtunternehmen noch die zentralen Dienste, Strategie,
Marketing & Unternehmenskommunikation, Personalwesen,
Innovation & Forschung, Einkauf, Qualität, Logistik, Gebäude-
management, Umwelt, Gesundheit & Arbeitsschutz, Finanzen,
Controlling, Steuern, Treasury, IT, Recht, Investor Relations, Interne Revision und Risikomanagement. Diese zentralen Dienste unterstützen die operativen Segmente im Rahmen einer Matrixorganisation bei der Erfüllung ihrer Aufgaben.
Die Strategie 2030 der FACC zielt darauf ab, die Rolle als innovativer Anbieter von Leichtbaulösungen in der Luftfahrtindustrie
kontinuierlich zu stärken und weiterzuentwickeln. Die Schwerpunkte der Strategie lassen sich wie folgt zusammenfassen.
8.1. Performance im Fokus
Fokus der FACC bleibt die zivile Luftfahrt. Als langjähriger und verlässlicher Fertigungs- und Entwicklungspartner der großen Flugzeughersteller sowie Triebwerksproduzenten kann FACC nicht nur auf hochqualitative Produkte, sondern auch auf beste Kundenbeziehungen verweisen. Diese will FACC weiter vertiefen, ganz im Sinne der langfristigen Planbarkeit, die gerade in der Luftfahrt-
industrie von großer Bedeutung ist. Im Fokus ist dabei insbesondere die finanzielle Stabilität sicherzustellen und die Profitabilität nachhaltig zu steigern. Im Kerngeschäft – der zivilen Luftfahrt – wächst die FACC durch:
die Erhöhung von Marktanteilen
die Erweiterung des Kunden- und Produktportfolios
den Ausbau des Kompetenzportfolios durch Bildung strategischer Partnerschaften
den Fokus auf integrierte Subsysteme wie zum Beispiel Primär-
strukturen und Gesamtkabinenkonzepte
8.2. Nachhaltige Transformation
Die FACC AG setzt auf eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie, die auf Innovation, Effizienz und soziale Verantwortung ausgerichtet ist. Ziel ist es, den Wandel in der Luftfahrtbranche aktiv mitzugestalten und nachhaltige Werte entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu schaffen. Die zentralen Maßnahmen sind:
Innovative und nachhaltige Produkte entwickeln: Durch den Einsatz zirkulärer Designs werden Bauteile und Materialien entwickelt, die den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft entsprechen und den Lebenszyklus der Produkte verlängern.
Nachhaltige Energiequellen priorisieren: FACC plant, den Anteil nachhaltiger Energiequellen bis 2030 von derzeit 60 Prozent auf
90 Prozent zu erhöhen. Der Fokus liegt auf Geothermie, Wasserkraft und Photovoltaik, um die CO₂-Bilanz der Produktionsprozesse
signifikant zu verbessern.
Offene und inklusive Unternehmenskultur fördern: FACC setzt auf die Zertifizierung als familienfreundlicher Arbeitgeber und hat im Jahr 2025 die Auszeichnung „Beruf und Familie“ erhalten.
Die Förderung einer Unternehmenskultur, die Diversität, Gleichheit und Inklusion (DEI) aktiv lebt, steht im Fokus. Über 50 Nationalitäten im Unternehmen werden durch Initiativen wie „International Cafés“ unterstützt, um den internationalen Kolleginnen und Kollegen den Aufbau interner Netzwerke und die Orientierung im beruflichen und persönlichen Umfeld zu erleichtern.
Gleichberechtigung stärken: Das Frauen-Netzwerk „FACC
Wings for Women“ ermutigt Frauen, ihr Potenzial zu entfalten, fördert Karrierechancen und setzt sich für die Sichtbarkeit weiblicher Talente ein.
Ein robustes Compliance-System sicherstellen: Die Robustheit des Compliance Management Systems wird jährlich durch externe Audits überprüft, um ein Höchstmaß an Transparenz und Integrität zu gewährleisten. Darüber hinaus werden die Mitarbeiterschulungen jährlich weiterentwickelt, um eine kontinuierliche Sensibilisierung und Verantwortungsübernahme sicherzustellen.
Effizienz durch kontinuierliche Verbesserung steigern: FACC hat sich verpflichtet, die ESG-Bewertungen (derzeit EcoVadis und CDP) bis 2027, um mindestens einen Score-Punkt zu verbessern. Dieser kontinuierliche Fortschritt spiegelt das Engagement des
Unternehmens wider, ökologische, soziale und unternehmerische Nachhaltigkeit zu fördern.
Zusätzlich wird bis Ende 2026 eine E-Learning-Plattform eingeführt, die Schulungen zu Nachhaltigkeit und ethischen Geschäftspraktiken für alle Mitarbeiter anbietet. Ziel ist es, das Bewusstsein, die Eigenverantwortung und das Engagement aller Mitarbeiter zu stärken.
8.3. Neue Märkte und Diversifikation
FACC erweitert kontinuierlich ihr Kunden- und Produktportfolio. Auf Basis ihrer Leichtbaukompetenz will sie verstärkt in den neuen
Märkten wie Advanced Air Mobility (AAM) wachsen und damit ihr
Produktportfolio weiter diversifizieren.
Das Prinzip der Dekarbonisierung gilt für alle Mobilitätsanbieter, egal ob Flugzeug, Bahn oder Auto. Damit ergeben sich für FACC völlig neue Marktchancen mit potenziellem Umsatzwachstum durch Entwicklung, Fertigung und Wartung. Flugtaxis und Drohnen etwa, die in der Logistik eingesetzt werden, um Pakete auf die "letzte Meile" zu bringen oder im medizinischen Bereich zum Transport dringend benötigter Organe. In den Metropolen der Welt gewinnt diese Form der Mobilität zunehmend an Bedeutung.
9. ENTWICKLUNG DES FACC-KONZERNS
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| 2023 | 2024 | 2025 |
Umsatz | 736,2 | 884,5 | 984,4 |
davon Produktumsatz | 693,3 | 803,7 | 907,0 |
davon Entwicklungsumsatz | 42,9 | 80,8 | 77,4 |
EBIT (berichtet) | 17,5 | 28,3 | 42,3 |
EBIT-Marge (operativ) | 2,4 % | 3,2 % | 4,3 % |
Ergebnis je Aktie | 0,20 | 0,14 | 0,46 |
| | | |
Im Geschäftsjahr 2025 erzielte der FACC-Konzern einen Umsatz von 984,4 Mio. EUR und verzeichnete damit ein Umsatzwachstum in Höhe von 99,9 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr (2024: 884,5 Mio. EUR). Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich der Umsatz somit um rund
11 Prozent. Dieser Zuwachs resultiert nach wie vor maßgeblich aus einer konstant steigenden Anzahl an Kundenabrufen . Speziell die beiden
Segmente Engines & Nacelles sowie Cabin Interiors konnten von der insgesamt positiven Marktentwicklung profitieren. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Division Cabin Interiors um 21,8 Prozent gewachsen. Mit einem Umsatzanteil von 46,6 Prozent am Gesamtumsatz ist sie zugleich die größte Division der FACC. Aerostructures ist mit einem Anteil von 35,1 Prozent am Gesamtumsatz die zweitgrößte Division der FACC, entwickelte sich im Vergleich zum Vorjahr jedoch leicht rückläufig. Ursächlich für den Rückgang sind niedrigere Entwicklungsumsätze bzw. die geringere Abrechnung von Meilensteinzahlungen aus solchen Entwicklungsaufträgen als im Vorjahreszeitraum. Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Division Engines & Nacelles ein Umsatzwachstum von 14,3 Prozent verzeichnen. Mit einem Umsatzanteil von 18,3 Prozent am Gesamtumsatz sind die Projekte in Zusammenhang mit Triebwerksbauteilen aber nach wie vor das kleinste Segment der FACC.
Airbus ist mit einem Anteil von 46,2 Prozent am Gesamtumsatz nach wie vor der größte Kunde der FACC. Die Projekte auf der Airbus A320 Familie sind mit über 37 Prozent Anteil am Gesamtumsatz in den Divisionen Cabin Interiors und Aerostructures die umsatzstärksten Projekte. Im Bereich Engines & Nacelles wurden im vergangenen Jahr wesentliche Umsätze mit den Triebwerksherstellern Pratt & Whitney und Rolls Royce, dem Kunden Collins für Triebwerksverkleidungen sowie den steigenden Raten in Zusammenhang mit den AAM-Projekten erzielt.
Das ausgewiesene Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag im
Geschäftsjahr 2025 bei 42,3 Mio. EUR (2024: 28,3 Mio. EUR) und entspricht den Erwartungen des Managements. Einen negativen Einfluss auf das Ergebnis haben Rohmaterialkostensteigerungen im Bereich der Divisionen Aerostructures. Es wurden Gegenmaßnahmen eingeleitet bzw. umgesetzt, diese werden ab dem ersten Quartal 2026 zu beginnen wirken und die momentanen Belastungen teilweise kompensieren. Die Einsparungseffekte aus den Fertigungsverlagerungen insbesondere in der Division Cabin Interiors trugen wesentlich zur Ergebnisverbesserung im Jahr 2025 bei. Die bis 2027 geplanten Verlagerungsaktivitäten werden schrittweise weiter zu einer nachhaltigen Erhöhung der Ertragskraft führen.
Aufgrund der nach wie vor hohen Standortkosten in Österreich, wo nach wie vor der größte Teil der Wertschöpfung erwirtschaftet wird, sind weitere effizienzsteigernde Maßnahmen ein äußerst wichtiger Bestandteil zur Absicherung einer nachhaltigen Ergebnisverbesserung der FACC. Skaleneffekte, Produktivitätssteigerung, Materialpreisanpassungen durch die Neuordnung der Supply Chain, Sachkostenreduktion sowie das Forcieren der Auslastungssteigerung im neuen Werk 6 in Kroatien, zählen dabei zu den wesentlichen Themen.
Zentrales Ziel des Finanzmanagements von FACC ist es, jederzeit die ausreichende Liquidität des Konzerns sicherzustellen, finanzielle Risiken zu vermeiden und die finanzielle Flexibilität zu gewährleisten. Zur Sicherung der Liquidität und zur Verringerung von Risiken nutzt FACC verschiedene interne und externe Finanzierungsquellen mit unterschiedlichen Fristigkeiten. Die längerfristige Liquiditätsprognose erfolgt auf Basis der operativen Planung des Konzerns. Der Mittelzufluss aus der operativen Tätigkeit der Geschäftssegmente stellt die Hauptliquiditätsquelle des Konzerns dar. Dadurch werden der externe Finanzierungsbedarf und die Zinsaufwendungen reduziert. Zur Sicherung der Liquidität nutzt FACC zudem verschiedene Finanzierungsinstrumente wie Schuldscheindarlehen, Kreditvereinbarungen, Leasingmodelle sowie Factoring-Programme.
Finanzierungsinstrumente
In den Treasury-Grundsätzen von FACC sind die Bankpolitik, Grundsätze der Finanzierungsvereinbarungen, das Liquiditäts- und Finanzanlagenmanagement sowie das Management von Währungs- und Zinsrisiken geregelt. Gemäß den Grundsätzen des Konzerns werden alle Kreditlinien durch die Treasury-Abteilung konzernweit verwaltet.
Zum Finanzierungspotenzial aus dem genehmigten und bedingten
Kapital sowie zu den Finanzierungsquellen wird auf die Erläuterungen im Konzernanhang unter Note 39 verwiesen. Damit hat FACC die wesentlichen Voraussetzungen für eine nachhaltige und stabile
Finanzierung geschaffen.
Die abgegrenzten Zinsaufwendungen sind in den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten enthalten.
Bestimmte Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch Pfandrechtseinräumungen an betrieblichen Liegenschaften, sowie durch Bundeshaftungen für Kredite besichert. Der Exportkredit im Kontrollbankverfahren wird durch Exportforderungen in Höhe von 120 Prozent des ausstehenden Kreditvertrages besichert. Die Sicherheiten für bestimmte Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten im Zusammenhang mit Grundstücken und Gebäuden betrugen 15.966 TEUR (Vorjahr: 15.966 TEUR).
Schuldscheindarlehen
Am 31. Juli 2019 wurden Schuldscheindarlehen in einer Gesamthöhe von 70.000 TEUR emittiert. Die einzelnen Tranchen sind sowohl fix als auch variabel verzinst und nach fünf, sieben und zehn Jahren zur Rückzahlung fällig. Die Finanzierungsverträge enthalten eine Zinserhöhungsklausel von 50 Basispunkten, falls Net Financial Debt/EBITDA einen Wert von 3,75 übersteigt. Diese Zinserhöhungsklausel kam seit dem Geschäftsjahr 2020 zur Anwendung und entfiel ab dem Geschäftsjahr 2024 wieder. Die Kennzahl wird jährlich getestet. Es besteht kein Kündigungsrecht für den Gläubiger.
Am 31. Juli 2024 wurden Schuldscheindarlehen in einer Gesamthöhe von 24.000 TEUR zur teilweisen Refinanzierung der abgelaufenen Schuldscheindarlehen (in Höhe von 24.500 TEUR) vom 31. Juli 2019 emittiert. Die einzelnen Tranchen sind sowohl fix als auch variabel verzinst und nach drei, fünf und sieben Jahren zur Rückzahlung fällig. Die Finanzierungsverträge enthalten eine Zinssenkungsklausel von 25 Basispunkten, falls das Verhältnis Net Financial Debt/EBITDA einen Wert von 3,5 unterschreitet. Zudem besteht ein Kündigungsrecht der Gläubiger, sofern die Eigenkapitalquote nicht mindestens 20 Prozent beträgt. Die Kennzahlen werden jährlich zum 31. Dezember getestet. Die Financial Covenants für dieses Schuldscheindarlehen wurden zum 31. Dezember 2025 eingehalten. Der Konzern erwartet, dass die jährlich zu erfüllenden Covenants auch in den nächsten 12 Monaten nach dem Abschlussstichtag eingehalten werden.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 war das Schuldscheindarlehen vom 31. Juli 2019 mit 45.500 TEUR (Vorjahr: 45.500 TEUR) und das Schuldscheindarlehen vom 31. Juli 2024 mit 24.000 TEUR (Vorjahr: 24.000 TEUR) enthalten.
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Konsortialkredit
Der ursprünglich am 29. August 2018 abgeschlossene Konsortialkredit über 225.000 TEUR, wurde seitdem mehrmals abgeändert und zuletzt mit Wirkung zum 23. Oktober 2025 mit fünf teilnehmenden Banken erneut angepasst. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 bestehen vier Fazilitäten mit verschiedenen Verwendungszwecken. Drei dieser Fazilitäten betreffen OeKB-Programme. Eine OeKB-Beteiligungsfinanzierung mit einem Betrag in Höhe von ursprünglich 36.000 TEUR und ein OeKB-Exportinvest mit einem Betrag in Höhe von ursprünglich 33.526 TEUR wurden in der Abänderung vom 17. Februar 2023 abgeschlossen. Sie haben eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2027. Der OeKB-Kontrollbankrefinanzierungsrahmen (KRR) in Höhe von 50.000 TEUR wurde mit Wirkung zum 23. Oktober 2025 um ein Jahr bis zum 17. Februar 2027 verlängert. Ein aus dem ursprünglich am 29. August 2018 abgeschlossenen Konsortialkredit bestehender OeKB-Exportinvest in Höhe von ursprünglich 25.000 TEUR wurde am 30. Juni 2025 zurückgezahlt. Die revolvierende Kreditlinie mit einem Volumen von 95.500 TEUR wurde mit Wirkung zum 23. Oktober 2025 um ein Jahr bis zum 17. Februar 2027 verlängert. Die FACC AG und die FACC Solutions Croatia d.o.o. fungieren weiterhin als Garantiegeber. Bis auf den Kontrollbankrefinanzierungsrahmen und die Beteiligungsfinanzierung, die durch Forderungen besichert sind, sind alle Fazilitäten unbesichert.
Als Financial Covenants für den Konsortialkredit wurden folgende festgelegt:
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| 31.12.2025 | 31.12.2026 |
Net Financial Debt/EBITDA | ☐ 3,75 | ☐ 3,50 |
Eigenkapitalquote in Prozent | 25 % | 25 % |
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Die Financial Covenants für den Konsortialkredit zum jeweiligen
Jahresende gelten auch zum 30. Juni des jeweiligen Jahres (z. B. gilt am 30. Juni 2026 3,50 wie am 31. Dezember 2026) und werden halbjährlich getestet. Bei einem Überschreiten der Kennzahlen besteht ein Kündigungsrecht der Gläubiger.
Für alle relevanten Stichtage nach dem 31. Dezember 2025 ist ein Net Financial Debt/EBITDA von 3,5 sowie eine Eigenkapital-Quote von mindestens 25 Prozent notwendig.
Der Konzern erwartet, dass die halbjährlich zu erfüllenden Covenants im Zeitraum von 12 Monaten nach dem Abschlussstichtag eingehalten werden.
Zum Jahresende 2025 war die revolvierende Kreditlinie mit 20.000 TEUR (Vorjahr: 25.000 TEUR), der Kontrollbank-
refinanzierungsrahmen mit 50.000 TEUR (Vorjahr: 50.000 TEUR), die Beteiligungsfinanzierung mit 19.200 TEUR (Vorjahr 24.800 TEUR) und der Exportinvest mit 17.881 TEUR (Vorjahr: 25.179 TEUR) ausgenutzt.
Der Konsortialkredit läuft Mitte Februar 2027 bzw. im Dezember 2027 aus. Aufgrund der aktuellen Geschäftsentwicklung, der Planungen des FACC-Konzerns und der regelmäßig stattfindenden Bankengespräche gibt es keine Anzeichen, dass Refinanzierungen bei bestehenden Finanzierungspartnern nicht durchgeführt werden können.
Darlehen außerhalb des Konsortialkredites
Am 17. September 2024 wurde ein Darlehen über 15.000 TEUR abgeschlossen und in der Folge zur Gänze ausgenutzt. Die Tranche ist variabel und nach drei Jahren zur Rückzahlung fällig. Der Finanzierungsvertrag enthält eine Zinssenkungsklausel von 30 Basispunkten, falls das Verhältnis Net Financial Debt/EBITDA einen Wert von 3,0 unterschreitet und eine Zinserhöhungsklausel, falls das Verhältnis Net Financial Debt/EBITDA einen Wert von 4,5 überschreitet.
Zum Jahresende 2025 wurde dieses bilaterale Darlehen mit 15.000 TEUR (Vorjahr: 15.000 TEUR) ausgenutzt.
9.1.1. Liquiditätsanalyse
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| 2023 in Mio. EUR | 2024 in Mio. EUR | 2025 in Mio. EUR |
Cashflow aus laufender Tätigkeit | 36,6 | 32,0 | 80,8 |
Cashflow aus Investitionstätigkeit | –19,4 | –24,3 | –21,6 |
Free Cashflow | 17,2 | 7,7 | 59,1 |
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | –12,3 | –45,9 | –60,1 |
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Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands | 4,9 | –38,2 | –0,9 |
Bewertungseffekte aus Fremdwährungsunterschieden | –9,0 | –1,4 | –5,3 |
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Finanzmittelbestand am Beginn der Periode | 102,7 | 98,6 | 59,0 |
Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 98,6 | 59,0 | 52,7 |
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Eine der zentralen Steuerungsgrößen von FACC ist die Kennzahl Free Cashflow. Den Free Cashflow ermittelt FACC aus der Kombination der Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit und aus Investitionstätigkeit.
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit lag im Berichtsjahr 2025 bei 80,8 Mio. EUR und somit um 48,8 Mio. EUR über dem Vorjahreswert von 32,0 Mio. EUR. Die Veränderung kommt im Wesentlichen aus einem Anstieg des operativen Ergebnisses und der Veränderung im Working Capital. Leicht gesunkene Forderungen, reduzierte Verbindlichkeiten und Vorräte, speziell im Bereich der Halbfabrikate, unter Berücksichtigung einer wesentlich höheren Betriebsleistung im Vergleich zum Vorjahr trugen im Wesentlichen zu der Erhöhung bei.
Cashflow aus Investitionstätigkeit
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich im Berichtsjahr 2025 auf –21,6 Mio. EUR gegenüber –24,3 Mio. EUR im Vorjahr. Zu dieser Reduktion trugen insbesondere die geringeren Auszahlungen für Gebäude im Allgemeinen bei.
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
Im Berichtsjahr 2025 lag der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit bei –60,1 Mio. EUR (2024: –45,9 Mio. EUR).
Free Cashflow
Im Berichtsjahr 2025 lag der Free Cashflow bei 59,1 Mio. EUR.
9.1.2. Nettofinanzverbindlichkeiten
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| 2023 | 2024 | 2025 |
Schuldscheindarlehen | 70,0 | 69,5 | 69,5 |
Leasingverbindlichkeiten | 72,1 | 74,0 | 70,4 |
Sonstige Finanzverbindlichkeiten | 165,8 | 156,3 | 128,7 |
Bruttofinanzverbindlichkeiten | 307,9 | 299,8 | 268,5 |
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Abzüglich | | | |
Liquide Mittel | 98,6 | 59,0 | 52,7 |
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Nettofinanzverbindlichkeiten | 209,3 | 240,8 | 215,8 |
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Die für die Konzernfinanzierung wesentliche Kennzahl Nettofinanzverbindlichkeiten/EBITDA entwickelte sich wie folgt:
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| 31.12.2023 in Mio. EUR | 31.12.2023 in Mio. EUR | 31.12.2025 in Mio. EUR |
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) | 17,5 | 28,3 | 42,3 |
Zuzüglich/abzüglich | | | |
Abschreibungen und Wertminderungen | 23,1 | 24,0 | 25,7 |
Amortisierung Vertragserfüllungskosten | 16,0 | 14,6 | 12,8 |
Wertminderung Vertragserfüllungskosten | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
EBITDA (angepasst) | 56,6 | 66,9 | 80,8 |
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Nettofinanzverbindlichkeiten/EBITDA (angepasst) | 3,68 | 3,60 | 2,67 |
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| 31.12.2023 in Mio. EUR | 31.12.2024 in Mio. EUR | 31.12.2025 in Mio. EUR |
Langfristiges Vermögen | 319,2 | 320,8 | 290,7 |
Kurzfristiges Vermögen | 387,3 | 389,7 | 391,1 |
Aktiva | 706,5 | 710,5 | 681,8 |
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Eigenkapital | 220,6 | 215,8 | 249,0 |
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Langfristige Schulden | 182,8 | 208,1 | 145,9 |
Kurzfristige Schulden | 303,1 | 286,6 | 286,9 |
Schulden | 485,9 | 494,7 | 432,8 |
| | | |
Eigenkapital und Schulden | 706,5 | 710,5 | 681,8 |
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Eigenkapitalquote in Prozent | 31,2 | 30,4 | 36,5 |
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Das langfristige Vermögen des FACC-Konzerns belief sich zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 auf 290,7 Mio. EUR (Vergleichszeitraum 2024: 320,8 Mio. EUR).
Das kurzfristige Vermögen erhöhte sich im Vergleichszeitraum um 1,4 Mio. EUR. Der Bestand an liquiden Mitteln reduzierte sich um 6,3 Mio. EUR auf 52,7 Mio. EUR. Die Vorräte sanken von 178,3 Mio. EUR zu Ende des Geschäftsjahrs 2024 auf 175,7 Mio. EUR am 31. Dezember 2025. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beliefen sich zum 31. Dezember 2025 auf 68,8 Mio. EUR.
Das Eigenkapital des FACC-Konzerns erreichte zum Ende des Berichtsjahres einen Wert von 249,0 Mio. EUR. Dies entspricht einer Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2025 von 36,5 Prozent (2024: 30,4 Prozent).
Innerhalb der langfristigen Schulden sanken die sonstigen
Finanzverbindlichkeiten von 52,1 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2024 auf 41,3 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2025.
Bei den kurzfristigen Schulden sanken die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen im Vergleich zum Vorjahr um 9,1 Mio. EUR auf 90,0 Mio. EUR.
Aufgrund der teilweisen Refinanzierung des Schuldscheindarlehens vom 31. Juli 2019 mit einer Gesamthöhe von 24,0 Mio. EUR und mit Laufzeiten von 3 – 7 Jahren sind zum 31. Dezember 2025 sämtliche Schuldscheindarlehen unter den langfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.
10. ENTWICKLUNG DER SEGMENTE
Die Segmentberichterstattung folgt der internen Steuerung und
Berichterstattung des FACC-Konzerns.
Die zentrale Erfolgsgröße, anhand derer die Steuerung der Geschäftssegmente erfolgt und die an die verantwortliche Unternehmensinstanz (Vorstand der FACC AG) berichtet wird, ist das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT). Aufgrund der unterschiedlichen Anwendungen, denen die Produkte dienen, wurden drei operative Segmente gebildet:
• Aerostructures: Entwicklung, Fertigung, Vertrieb und Reparatur von Strukturbauteilen
• Engines & Nacelles: Entwicklung, Fertigung, Vertrieb und
Reparatur von Triebwerksbauteilen
• Cabin Interiors: Entwicklung, Fertigung, Vertrieb und Reparatur von Innenausstattungen
10.1. Segment Aerostructures
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| 2023 in Mio. EUR | 2024 in Mio. EUR | 2025 in Mio. EUR |
Umsatzerlöse | 272,4 | 350,1 | 345,1 |
EBIT (berichtet) | 12,9 | 15,4 | 7,2 |
EBIT-Marge (berichtet) | 4,7 % | 4,4 % | 2,1 % |
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Der Umsatz im Segment Aerostructures belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf 345,1 Mio. EUR (2024: 350,1 Mio. EUR). Die Division ist mit einem Anteil von 35,1 Prozent am Gesamtumsatz das zweitgrößte Segment der FACC, entwickelte sich im Vergleich zum Vorjahr jedoch leicht rückläufig. Ursächlich für den Rückgang sind niedrigere Entwicklungsumsätze bzw. die geringere Abrechnung von Meilensteinzahlungen aus solchen Entwicklungsaufträgen als im Vorjahreszeitraum. Die Airbus A320-Familie ist nach wie vor der größte Umsatzträger in der Division Aerostructures, gefolgt von der Airbus A220 und der Airbus A350-Plattform.
Einen negativen Einfluss auf das Ergebnis im Geschäftsjahr 2025 haben im Bereich Aerostructures wie bereits im Geschäftsjahr 2024 deutliche Rohmaterialkostensteigerungen.
10.2. Segment Engines & Nacelles
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| 2023 in Mio. EUR | 2024 in Mio. EUR | 2025 in Mio. EUR |
Umsatzerlöse | 129,7 | 157,6 | 180,2 |
EBIT (berichtet) | 13,5 | 19,1 | 21,8 |
EBIT-Marge (berichtet) | 10,4 % | 12,1 % | 12,1 % |
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Der Umsatz des Segments Engines & Nacelles erreichte im Geschäftsjahr 2025 einen Wert von 180,2 Mio. EUR (2024: 157,6 Mio. EUR). Die umsatzstärksten Kunden in diesem Segment sind weiterhin die Triebwerkshersteller Rolls Royce, Pratt & Whitney und Collins Aerospace. Das Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 2025 ist insbesondere auf die steigenden Bauraten der Programme Boeing 787 und Airbus A350 sowie den Anstieg im Bereich AAM zurückzuführen.
Mit einer EBIT-Marge von 12,1 Prozent für das Geschäftsjahr 2025 erzielte die umsatzmäßig kleinste Division den höchsten Ergebnisbeitrag.
10.3. Segment Cabin Interiors
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| 2023 in Mio. EUR | 2024 in Mio. EUR | 2025 in Mio. EUR |
Umsatzerlöse | 334,1 | 376,8 | 459,1 |
EBIT (berichtet) | –8,9 | –6,2 | 13,3 |
EBIT-Marge (berichtet) | –2,7 % | –1,6 % | 2,9 % |
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Mit einem Anteil von rund 46,6 Prozent am Gesamtumsatz ist die
Division Cabin Interiors das umsatzstärkste Segment. Im Geschäftsjahr 2025 betrug der Umsatz in diesem Bereich 459,1 Mio. EUR (2024: 376,8 Mio. EUR). Auch hier spiegelt sich die allgemeine Marktnachfrage wider. Die Airbus A320-Familie trug wesentlich zum Umsatzanstieg bei. Zudem konnten die Business-Jet-Plattformen sowie die chinesischen Plattformen mit steigenden Raten zum Umsatzanstieg in der Division Cabin Interiors beitragen.
Positiv auf das Ergebnis wirkt sich die Fertigungsverlagerung nach Kroatien aus. Im Geschäftsjahr 2025 manifestierten sich die zahlreichen Anstrengungen der Vergangenheit in einer positiven EBIT-Marge von 2,9 Prozent.
11.1. Grundsätze des Risikomanagements
Ein effektives Risikomanagement ist ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensführung und trägt maßgeblich zur Sicherung des nachhaltigen Erfolgs der FACC AG und ihrer Tochterunternehmen, einschließlich der FACC Operations GmbH, bei. Ziel ist es, Risiken frühzeitig zu identifizieren, angemessen zu analysieren und zu bewerten sowie wirksam zu steuern. Dadurch werden sowohl strategische als auch operative Ziele unterstützt. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass potenziell bestandsgefährdende Entwicklungen rechtzeitig erkannt und Schäden abgewendet werden.
Die FACC AG hat ein umfassendes Risikomanagementsystem (ERM) implementiert, dass sich an international anerkannten Standards wie dem COSO-II-Rahmenwerk und der ISO 31000 orientiert. Das System unterstützt die Einhaltung gesetzlicher und interner Vorgaben und ist weitgehend in strategische sowie operative Entscheidungsprozesse integriert. Das zentrale Risikomanagement stellt hierfür Methoden bereit und verantwortet die Berichterstattung sowie die Überwachung der definierten Mindeststandards.
11.2. Aufbau- und Ablauforganisation des Risikomanagements
Das ERM der FACC AG ist dezentral organisiert und kombiniert zentrale Steuerung mit lokaler Verantwortung. Diese Struktur ermöglicht eine wirksame Beurteilung und Steuerung von Risiken über alle Unternehmensebenen und Bereiche hinweg.
Die zentrale Risikomanagementfunktion ist für die Bereitstellung von Methoden und Tools sowie für die Definition und Überwachung einheitlicher Mindeststandards verantwortlich. Sie koordiniert und aggregiert die gemeldeten Risiken und stellt sicher, dass diese regelmäßig auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft werden.
Die Verantwortung für die Identifikation, Analyse und Bewertung von Risiken liegt bei den Risikoeignern in den operativen Einheiten und Tochtergesellschaften. Dadurch wird das Risikobewusstsein in den operativen Bereichen gestärkt, eine gelebte Risikokultur unterstützt und sichergestellt, dass Risiken dort gesteuert werden, wo sie entstehen.
Ein zentrales Element des ERM der FACC AG ist das auf Vorstandsebene angesiedelte Risiko-Komitee, das mindestens zweimal jährlich tagt. Es setzt sich aus den Mitgliedern des Vorstands sowie wesentlichen internen Stakeholdern des Risikomanagements zusammen. Ziel des Risiko-Komitees ist es, die wichtigsten risikorelevanten Themen, Erkenntnisse und Ereignisse zu bewerten und mögliche Maßnahmen zu diskutieren. Die Ergebnisse fließen in die strategische und operative Entscheidungsfindung des Vorstands ein.
Der Aufsichtsrat wird im Rahmen des Audit Committees regelmäßig über die Risikosituation informiert. Diese Berichterstattung umfasst wesentliche Risiken sowie Maßnahmen zur Steuerung und Minimierung potenzieller Unsicherheiten und Gefahren.
Das zentrale Risikomanagement stellt sicher, dass alle Risiken in einem zentralen IT-gestützten System erfasst und halbjährlich aktualisiert werden. Dies ermöglicht eine effiziente Aggregation und Konsolidierung der Risiken auf Konzernebene und gewährleistet eine einheitliche und transparente Berichterstattung.
11.3. Überwachung und Wirksamkeit
Die Wirksamkeit des ERM wird durch kontinuierliche Überwachungs- und Verbesserungsprozesse sichergestellt. Dabei werden Optimierungspotenziale identifiziert und umgesetzt, wobei interne und externe Anforderungen berücksichtigt werden.
Das ERM wird regelmäßig von Internal Audit geprüft, um sicherzustellen, dass die festgelegten Mindeststandards eingehalten und wirksam umgesetzt werden. Zusätzlich erfolgt einmal jährlich eine Funktionsprüfung durch den Abschlussprüfer gemäß Regel 83 des Österreichischen Corporate Governance Kodex. Diese Prüfung dient der Beurteilung, ob das ERM wirksam und angemessen ausgestaltet ist und unterstützt die kontinuierliche Weiterentwicklung. Die Ergebnisse dieser Überwachungs- und Prüfungsprozesse werden regelmäßig an den Vorstand sowie den Aufsichtsrat der FACC AG berichtet.
Anzumerken ist, dass das ERM zwar als angemessen und wirksam bewertet wird, jedoch systemimmanente Grenzen bestehen, die die Funktionsfähigkeit eines jeden Risikomanagementsystems ein-schränken können. Selbst ein sorgfältig ausgestaltetes und effektiv umgesetztes System kann nicht gewährleisten, dass alle Risiken rechtzeitig erkannt oder vollständig vermieden werden.
Die wesentlichen Risikofelder stellen sich wie folgt dar:
11.4. Strategische Risiken
Die strategischen Risiken der FACC AG ergeben sich insbesondere aus externen Einflüssen, regulatorischen Anforderungen und branchenspezifischen Herausforderungen. Sie können wesentliche Auswirkungen auf die Umsetzung der Unternehmensstrategie, insbesondere der Strategie 2030, sowie auf die nachhaltige Geschäftsentwicklung haben. In einem Marktumfeld mit hohen Innovations- und Kostenanforderungen ist die frühzeitige Identifikation und Steuerung strategischer Risiken daher wesentlich, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Das ERM ermöglicht es, strategische Risiken frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen zu steuern. Nachfolgend werden wesentliche Risikofelder dargestellt, darunter die Abhängigkeit von wenigen Schlüsselunternehmen in der globalen Luftfahrtindustrie, die Komplexität internationaler Lieferketten sowie die Herausforderungen eines zunehmend regulierten Umfelds.
Abhängigkeit von globaler Luftfahrtindustrie und Marktstrukturen
Die Luftfahrtbranche ist von einer begrenzten Anzahl an Flugzeugherstellern (OEMs) geprägt. Daraus ergibt sich eine hohe Abhängigkeit zu wenigen Schlüsselunternehmen. Änderungen beispielsweise in den Ratenhochlaufstrategien, Bedarfsplänen oder wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dieser Großkunden können unmittelbare Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung haben. Zusätzlich erschweren die langfristigen Entwicklungszyklen der Branche sowie intensive Preisverhandlungen die Anpassungsfähigkeit an sich schnell verändernde Marktbedingungen.
Zur Minderung dieser Risiken setzt FACC auf die Diversifizierung der Kundenbasis und den Ausbau neuer Geschäftsfelder. Im Rahmen der jährlichen Budgetplanung werden die von den OEMs angekündigten Bedarfe analysiert und auf Basis von Marktanalysen, externen Indikatoren sowie branchenspezifischen Trends plausibilisiert. Daraus abgeleitete Zu- oder Abschläge werden in die Planungen integriert. Dies ermöglicht es, frühzeitig auf Abweichungen zu reagieren und die eigene Produktion flexibler zu steuern.
Abhängigkeit von der Lieferkette
Die globalen und komplexen Lieferketten der Luftfahrtindustrie sind anfällig für geopolitische Spannungen, Rohstoffknappheit und externe Ereignisse wie Naturkatastrophen. Gleichzeitig unterliegen sie hohen Qualitätsanforderungen und strengen Qualifizierungsprozessen. Zudem sind Lieferanten häufig durch OEMs vorgegeben. Bestimmte Bauteile oder Materialien sind oft nur von einzelnen Herstellern verfügbar (Single Source), was die Flexibilität in der Beschaffung einschränken und das Risiko von Engpässen erhöhen kann.
FACC begegnet diesen Herausforderungen mit einem vorausschauenden Lieferkettenmanagement, das auf Diversifizierung, strategische Partnerschaften und eine optimierte Lagerhaltung ausgerichtet ist. Die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten wird laufend analysiert, um frühzeitig alternative Bezugsquellen zu identifizieren und Versorgungsrisiken zu minimieren.
Regulatorisches Umfeld
Die Luftfahrtbranche ist durch ein streng reguliertes Umfeld geprägt, das laufend neuen Anforderungen unterliegt. Verschärfte Exportkontrollen, wachsende Handelshemmnisse und strengere Umweltauflagen beeinflussen Geschäftsabläufe entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Politische und wirtschaftliche Entwicklungen können den Zugang zu bestimmten Märkten einschränken, zusätzliche Genehmigungspflichten auslösen und administrative Aufwände erhöhen.
Für FACC ergeben sich daraus Herausforderungen in der Material-
beschaffung, der Lieferkette und der Markterschließung. Strengere Exportkontrollen können beispielsweise den Handel mit bestimmten Ländern oder den Zugang zu essenziellen Rohstoffen, Erzeugnissen und Technologien erschweren. Gleichzeitig erfordern regulatorische Änderungen eine laufende Anpassung der internen Prozesse, um die Einhaltung neuer Vorschriften sicherzustellen und Verzögerungen in der Lieferkette zu vermeiden.
Zur Steuerung dieser Risiken beobachtet FACC die regulatorischen Rahmenbedingungen kontinuierlich und arbeitet eng mit Kunden, Zulieferern und Behörden zusammen. Durch vorausschauende Planungen und gezielte Maßnahmen wird sichergestellt, dass das Unternehmen flexibel auf neue Vorgaben reagieren kann, um die globale Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.
Die FACC AG operiert in einem globalen, wettbewerbsintensiven und konjunkturabhängigen Marktumfeld. Dieses ist wesentlich von der weltweiten Luftverkehrsnachfrage, wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und geopolitischen Entwicklungen geprägt. Die Geschäftstätigkeit ist dabei eng mit der Ertragssituation kommerzieller Fluggesellschaften und deren Bestellverhalten bei den Flugzeugherstellern verknüpft. Makroökonomische Faktoren wie Passagieraufkommen und Treibstoffpreise beeinflussen die Bedarfsplanung der OEMs und damit die Bestellungen an FACC wesentlich.
Ein spezifisches Risiko ergibt sich aus Änderungen der Auslieferungspläne der Flugzeughersteller. Reduzierte Produktionsraten oder zeitliche Verschiebungen bei Auslieferungen können zu kurzfristigen Anpassungen der Bestellmengen der von FACC produzierten Komponenten führen. Dies kann zu Umsatzeinbußen führen und die Amortisation von Entwicklungskosten verzögern, wodurch die Rentabilität einzelner Programme nachhaltig beeinträchtigt werden kann. Darüber hinaus kann es infolge der nicht synchron verlaufenden Produktionszyklen und Bedarfsanpassungen zu einer Kapitalbindung aufgrund steigender Lagerbestände kommen, was das Working Capital zusätzlich belastet.
Zur Minderung und Steuerung dieser Risiken verfolgt FACC eine mehrgleisige Strategie:
• Agile Produktionsprozesse und ein optimiertes Bestandsmanagement ermöglichen eine zeitnahe Reaktion auf kurzfristige Bedarfsanpassungen. Eine enge Abstimmung mit Kunden unterstützt dabei, Änderungen frühzeitig zu erkennen und in die Planung zu integrieren.
• Die Erweiterung des Produktportfolios sowie die geografische Ausweitung der Marktpräsenz, insbesondere in Schlüsselmärkten in Amerika, Europa und Asien, tragen zur Risikostreuung bei. Zusätzlich wird die Positionierung als Entwicklungspartner für bestehende Flugzeugtypen genutzt, um durch Umrüstungsaufträge die Abhängigkeit von Neubestellungen zu reduzieren. Initiativen im Bereich Advanced Air Mobility (AAM) ergänzen das bestehende Geschäftsmodell und stärken die langfristige Marktposition.
Diese Maßnahmen unterstützen FACC dabei, den Herausforderungen eines volatilen Absatzmarktes aktiv zu begegnen und die langfristige Stabilität sowie das nachhaltige Wachstum zu sichern.
Operative Risiken umfassen sämtliche Gefahren, die unmittelbar aus den Produktions- und Geschäftsprozessen der FACC AG resultieren. In einer Branche mit hohen Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen ist ihre systematische Erkennung und Steuerung ein zentraler Faktor für den langfristigen Unternehmenserfolg. Das Interne Kontrollsystem (IKS) dient dabei als wesentliches Instrument, um Prozessrisiken frühzeitig dort zu erfassen, wo sie entstehen, und geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten.
Operative Risiken können neben technologischen und organisatorischen Aspekten auch durch externe Faktoren wie globale Lieferengpässe oder geopolitische Entwicklungen verstärkt werden. Die nachfolgenden Abschnitte beschreiben wesentliche Risikokategorien, darunter Risiken in Bezug auf Informationssicherheit, Einkaufs- und Lieferantenrisiken, Produkthaftungs- und Qualitätsrisiken sowie das Risiko von Betriebsunterbrechungen. Ziel ist es, einen Überblick über relevante Gefahrenquellen und die jeweiligen Steuerungsmechanismen zu geben, die im Rahmen der operativen Abläufe und des ERM kontinuierlich überwacht und bei Bedarf angepasst werden.
Risiken in Bezug auf Informationssicherheit
FACC ist im Rahmen ihrer Geschäftsprozesse verschiedenen Informations-, IT- und Systemrisiken ausgesetzt. Diese können im ungünstigsten Fall sowohl administrative als auch produktionstechnische Systeme und Anlagen beeinträchtigen. Mit fortschreitender Digitalisierung und einer steigenden Anzahl von Mitarbeitenden, die ortsunabhängig, beispielsweise im Homeoffice, arbeiten, nimmt die Angriffsfläche für Cyberangriffe zu.
Typische Risikofaktoren sind Cybercrime-Attacken wie Hacking, Phishing oder Ransomware, Social-Engineering-Szenarien. Vorfälle, die zum Verlust, zur Manipulation oder zur Verschlüsselung kritischer und sensibler Daten führen, können erhebliche Auswirkungen auf die Reputation und die finanzielle Stabilität der FACC AG haben.
Zur Steuerung dieser Risiken setzt FACC ein mehrstufiges Sicherheitskonzept ein. Im Bereich IT & Security werden Sicherheitsmaßnahmen laufend implementiert und an aktuelle Bedrohungslagen angepasst. Dazu zählen unter anderem Firewall-Systeme, kontinuierliche Netzwerküberwachung, Zugriffs- und Berechtigungskonzepte, regelmäßige und kontrollierte Software-Updates sowie weitere technische, organisatorische und prozessuale Maßnahmen. Die Wirksamkeit wird regelmäßig durch externe Audits, Penetrationstests und Zertifizierungen überprüft. Ergänzend dazu finden wiederkehrende Mitarbeiterschulungen und Informationskampagnen statt, um das Bewusstsein für Betrugsversuche (z. B. Social Engineering) und Cybergefahren zu schärfen.
Die physische Sicherheit an den Produktions- und Unternehmensstandorten wird beispielsweise durch Zutrittskontrollen und weitere Schutzmaßnahmen gewährleistet. Auf diese Weise minimiert FACC das Risiko von Beeinträchtigungen sowohl im administrativen als auch im produktionstechnischen Bereich und reduziert potenzielle Reputations- und Vermögensschäden durch Cyberangriffe.
Einkaufs- und Lieferantenrisiken
FACC führt im Einkaufsbereich systematische Risikobewertungen der Zulieferketten durch, um potenzielle Störungen wie globale Lieferengpässe, volatile Rohstoffmärkte oder geopolitische Unsicherheiten frühzeitig zu erkennen und zu steuern. Lieferverzögerungen und Engpässe bestehen in der Luftfahrtindustrie nach wie vor und können sich als Ripple-Effekt entlang der Lieferkette ausbreiten. In der Folge kann es zu kurzzeitigen Produktionsstopps, längeren Durchlaufzeiten, erhöhten Kosten und höherem Kapitalbedarf kommen, was die Liefertreue und damit die Planungssicherheit von FACC beeinträchtigen kann.
Zur Minderung dieser Risiken setzt FACC auf strategische Partnerschaften und regelmäßige Lieferantenaudits. Eine verpflichtende Erstmusterprüfung zu Projektbeginn sowie bei wesentlichen Änderungen unterstützt die frühzeitige Erkennung potenzieller Produktrisiken. Die Bewertung von Lieferqualität und Liefertreue erfolgt kontinuierlich über ein systemgestütztes Verfahren. Abweichungen werden systematisch erfasst, analysiert und an das Management berichtet. Auf diese Weise stärkt FACC ihre Resilienz in der gesamten Lieferkette und gewährleistet auch unter unsicheren Rahmenbedingungen hohe Qualitäts- und Sicherheitsstandards in der Luftfahrt.
Produkthaftungs- und Qualitätsrisiken
Als Zulieferer in der Luftfahrtindustrie entwickelt und produziert FACC Komponenten, die in Flugzeugen oder Triebwerken verbaut werden. Potenzielle Fehler oder Funktionsmängel könnten daher Eigentum, Gesundheit oder das Leben Dritter gefährden, was eine konsequente Fokussierung auf Produktsicherheit erfordert. Da FACC die Haftung gegenüber Kunden, Verbrauchern oder Dritten weder vertraglich einschränken noch ausschließen kann, werden sämtliche Produkte bereits während des Herstellungsprozesses kontinuierlichen Funktions- und Qualitätskontrollen unterzogen. Abschließende Prüfungen vor Auslieferung stellen zudem sicher, dass alle vereinbarten Spezifikationen und behördlichen Anforderungen erfüllt werden.
In Projekten, für die FACC die Entwicklungsverantwortung trägt, besteht aufgrund möglicher Konstruktionsfehler ein erhöhtes Risiko. Dieses wird durch ein systematisches Qualitätsmanagement weitestgehend minimiert, das regelmäßige Kontrollschritte in allen Entwicklungsphasen sowie zielgerichtete Fehlermöglichkeits- und Einflussanalysen (FMEA) umfasst. Ergänzend dokumentiert und archiviert FACC alle qualitätsrelevanten Schritte (Quality Records) in einem unternehmenseigenen Archivierungssystem. Damit wird sichergestellt, dass sämtliche Leistungen und Produkte den festgelegten Vorgaben sowie den behördlichen Freigaben entsprechen.
Trotz angemessener Produkthaftungsversicherungen könnten sich Qualitätsmängel oder -fehler im Ernstfall negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens auswirken.
Betriebsunterbrechungsrisiko
Die Fertigungsstätten und Anlagen werden laufend instand gehalten und gewartet, um das Risiko von Betriebsstörungen oder längeren Produktionsausfällen zu reduzieren. Das Betriebsunterbrechungsrisiko ist zudem durch eine Betriebsunterbrechungsversicherung mit einer Haftungszeit von 24 Monaten abgesichert.
Rechtliche Risiken ergeben sich aus den vielfältigen gesetzlichen Vorgaben und Vorschriften, denen die FACC AG im nationalen und internationalen Umfeld unterliegt. Ein wirksames Compliance-Management ist wesentlich, um Verstöße zu verhindern oder frühzeitig zu erkennen und geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten. Darüber hinaus tragen klare vertragliche Regelungen und interne Kontrollmechanismen dazu bei, finanzielle und reputationsbezogene Auswirkungen zu minimieren.
Die nachfolgenden Abschnitte behandeln wesentliche rechtliche Risikofelder, darunter potenzielle Rechtsstreitigkeiten sowie Risiken im Zusammenhang mit geistigem Eigentum. Dabei wird dargestellt, wie FACC rechtliche Entwicklungen beobachtet und Anforderungen in den Geschäftsabläufen verankert, um die Unternehmensinteressen wirksam zu schützen.
Risiken aus Rechtsstreitigkeiten
FACC ist unregelmäßig in Zivilgerichtsverfahren involviert, die aus der laufenden Geschäftstätigkeit entstehen können. Für einzelne Verfahren werden Rückstellungen gebildet, um mögliche Verbindlichkeiten abzudecken. Die Bemessung der Rückstellungen basiert auf Einschätzungen qualifizierter Fachexperten und externer Rechtsberater.
Sofern ein negativer Ausgang bei Verfahren als sehr unwahrscheinlich beurteilt wird oder der potenzielle Ausgang derzeit nicht verlässlich quantifizierbar ist, werden keine Rückstellungen gebildet. Unabhängig davon können negative Entwicklungen in Gerichtsverfahren die Reputation des Unternehmens beeinträchtigen. Zur Steuerung dieses Risikos werden geeignete Kommunikations- und Risikomanagementmaßnahmen umgesetzt.
Risiken in Bezug auf geistiges Eigentum
Maßgeblicher Erfolgsfaktor für die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit von FACC ist der Schutz des geistigen Eigentums aus Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten. Deshalb ist es eine zentrale Aufgabe, dieses Wissen gegen Missbrauch und Entwendung zu schützen. FACC nutzt hierfür unter anderem Geheimhaltungsvereinbarungen und Patente. Allerdings können Patentrechtsanfechtungen nicht vollständig ausgeschlossen werden.
FACC operiert in einem hochtechnologischen und stetig wachsenden Umfeld, das von einer umfangreichen Patentlandschaft geprägt ist. Um unbeabsichtigte Patentrechtsverletzungen zu vermeiden, betreibt FACC umfangreiche Patentrecherchen. Ein Restrisiko bleibt jedoch bestehen.
11.8. Finanzielle Risiken
Das operative Geschäft der FACC AG ist verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt, darunter Währungs-, Zins-, Liquiditäts- und Kreditrisiken. Das Risikomanagement des Konzerns richtet den Fokus daher unter anderem auf die Überwachung der Volatilität an den Finanzmärkten und auf Maßnahmen zur Begrenzung potenziell negativer Auswirkungen auf die finanzielle Stabilität.
Die Verantwortung für die Identifikation, Bewertung und Absicherung dieser Risiken liegt im Bereich Investor Relations, Treasury & Insurance der dabei eng mit den operativen Einheiten des Konzerns zusammenarbeitet. Weiterführende Informationen zu finanziellen Risiken und den entsprechenden Risikomanagementstrategien sind in Note 45 des Konzernanhangs enthalten.
11.9. Nachhaltigkeitsrisiken
Im Einklang mit den relevanten Vorgaben orientiert sich FACC bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung am Prinzip der doppelten Wesentlichkeit. Dabei wird sowohl untersucht, welche wesentlichen Auswirkungen ihre Geschäftstätigkeit, Geschäftsbeziehungen sowie Produkte und Dienstleistungen auf Umwelt-, Sozial-, Arbeitnehmer- und Menschenrechtsbelange sowie auf die Bekämpfung von Korruption und Bestechung haben (Inside-Out-Perspektive), als auch, welche Risiken und Chancen sich aus diesen Faktoren für FACC selbst ergeben (Outside-In-Perspektive). Die aus der Outside-in-Perspektive abgeleiteten Risiken sind weitestgehend über das ERM in die konzernweite Risikoidentifikation, -bewertung und -steuerung integriert. Eine detaillierte Darstellung der identifizierten Nachhaltigkeitsrisiken ist dem Nachhaltigkeitsbericht der FACC AG zu entnehmen.
In die Risikosteuerung fließen zudem zunehmend auch Environmental-, Social- und Governance-(ESG)-Aspekte ein, um frühzeitig auf mögliche Auswirkungen reagieren zu können und die langfristige Wertschöpfung des Unternehmens zu sichern.
Die Gesamtrisikosituation der FACC AG ergibt sich aus den dargestellten Risikofeldern und deren Wechselwirkungen sowie aus der konzernweiten Aggregation und Konsolidierung der im ERM erfassten Einzelrisiken. Auf Grundlage der derzeit vorliegenden Informationen und Einschätzungen wird eine bestandsgefährdende Entwicklung im Geschäftsjahr 2026 als hinreichend unwahrscheinlich eingestuft.
12. FORSCHUNG, ENTWICKLUNG UND INNOVATION
FACC investiert laufend in Forschung und Entwicklung (F&E), um sich mit neuartigen Anwendungen und Prozessen am Markt zu behaupten, die Anforderungen der Kunden auf immer bessere Art zu lösen und weitere Geschäftsfelder zu erschließen. Der Fokus liegt dabei auf proprietärer Eigenentwicklung, um das generierte Wissen für alle derzeitigen und zukünftigen Kunden des Unternehmens einsetzen zu können. Des Weiteren werden strategische Kooperationen mit Kunden und Forschungseinrichtungen zur Optimierung von Produkten eingegangen. Nicht zuletzt sollte hier ein gemeinsam mit Airbus gestartetes Forschungsunterfangen unter dem „Clean Aviation Europe EU Programm“ genannt werden.
Im Geschäftsjahr 2025 wendete FACC 60 Mio. EUR bzw. knapp 7 Prozent ihres Umsatzes für unternehmens- und kundenbezogene Forschungs- und Entwicklungsleistungen auf.
Aktives und rasches Agieren im Bereich Forschung und Innovation sieht FACC grundsätzlich als Garanten für zukünftigen Unternehmenserfolg und betrachtet dies daher auch künftig als Hauptansatz, um sich im Markt von Mitbewerbern zu unterscheiden. FACC beschäftigt sich intensiv mit der effizienten Fertigung von Faserverbundkomponenten sowie deren Einfluss auf die CO2-Bilanz, um die Erreichung der geforderten Klimaziele zu unterstützen. Die Auseinandersetzung mit neuen Fertigungstechnologien, die eine hochratenfähige und klimafreundliche Produktion von Leichtbaukomponenten erlauben, ist Kernaufgabe der Forschungs- und Innovationsabteilung von FACC.
Generell arbeitet FACC laufend an neuen Produktlösungen sowie
Material- und Fertigungstechnologien. Aktuell legt das Unternehmen seine Forschungsschwerpunkte auf folgende wesentliche Themen:
• Ratenfähige Duroplast Fertigungsprozesse
• Thermoplastische Materialien und Fertigungsprozesse
• Kabinenmaterialien auf Basis thermoplastischer- und duroplastischer Faserverbundwerkstoffe Leistbarer Leichtbau als Schlüsseltechnologie
• Automatisierung und Digitalisierung der Faserverbundfertigung
Patente und Preise
2025 wurden 5 Patente zur Anmeldung gebracht und für 45 Patente hat FACC eine Patenterteilung erhalten. Per Ende Dezember 2025 hielt FACC somit 571 aufrechte Patente bzw. Patentanmeldungen.
Zum bereits zweiten Mal in Folge wurde die FACC AG im Jahr 2025 von Embraer als Supplier of the Year ausgezeichnet. Auch von Comac wurde die FACC AG für den erfolgreichen Hochlauf der Produktion von C919-Komponenten mit einem Supplier of the Year Award besonders gewürdigt. Ein Meilenstein ist zudem der Aero Excellence™ Award in Bronze für das Werk 4 in Reichersberg: Damit zählt die FACC zum exklusiven Kreis von nur elf Luftfahrtunternehmen weltweit, die diesen neuen internationalen Standard für höchste Fertigungsqualität erfüllen. Auch als Arbeitgeberin setzt die FACC Maßstäbe – bestätigt durch die Auszeichnung als familienfreundliches Unternehmen sowie die Spitzenleistungen des „FACC Future Teams“ beim WKO-Lehrlingswettbewerb.
Ratenfähige Thermoset Fertigungsprozesse
Auch im Jahr 2025 hat FACC den Backbone der Composite-Herstellung, faserverstärkte Duroplaste und zugehörige Prozesse, in Richtung Ratenfähigkeit, Technologieskalierung und Prozesszeitreduktion weiterentwickelt und den Technologiereifegrad weiter erhöht. Identifiziert wurde ein kabinentaugliches, brandbeständiges Epoxidharz-Prepreg-System, das die Oberflächengüte deutlich verbessert. Parallel erzielt FACC signifikante Fortschritte mit schnellhärtenden Struktur-Prepregs; deren Einsatz ist bereits in einem Kundenprojekt vorgesehen. Ergänzend wurden 2‑Komponenten‑RTM‑Harzsysteme für Strukturbauteile weiterentwickelt, um Zykluszeiten zu verkürzen, robuste Injektions- und Aushärteprozesse sicherzustellen und die Serienfähigkeit vorzubereiten. Das Potenzial wurde im EU-Forschungsprojekt „UP-Wing“ gemeinsam mit AIRBUS, DLR und HEXCEL demonstriert.
Thermoplastische Materialien und Fertigungsprozesse
FACC hat 2025 den eingeschlagenen Entwicklungspfad für faserverstärkte Thermoplaste konsequent fortgeführt und den Technologiereifegrad (TRL) thermoplastischer Fertigungsprozesse sukzessive erhöht. Thermoplastische Bauteile ermöglichen die wirtschaftliche Verbindung von Hochratenfähigkeit, Leichtgewicht und Kreislaufwirtschaft; erste einschlägige Anfragen für Struktur-, Triebwerks- und Kabinenanwendungen belegen die wachsende Marktnähe. In Zusammenarbeit mit OEMs wurden automatisierte Prozessschritte, darunter thermoplastbasierte Faserablage via Automated Fiber Placement und Pick&Place, vertieft und Prozessfenster validiert. Signifikante Fortschritte gelangen bei der Konsolidierung gewichtsoptimierter Laminatstrukturen (Tailored Blanks). Zusammen mit der etablierten Hochtemperatur-Konsolidier- und -Umformpresse können zentrale Fertigungsschritte inhouse abgebildet werden, ein weiterer Schritt zu höherem TRL, Prozessstabilität und industrieller Skalierbarkeit.
Kabinenmaterialien auf Basis Thermoplastischer- und duroplastischer Faserverbundwerkstoffe.
Im Geschäftsjahr 2025 treibt FACC Innovationen entlang der Werkstoff- und Prozesskette voran. Im Fokus stehen thermoplastische Sandwichmaterialien, deren homogener Aufbau innovative Recyclingkonzepte und geschlossene Stoffkreisläufe ermöglicht. Neue Auslegungs- und Fertigungsstrategien heben die Produktionseffizienz, verkürzen Taktzeiten und verbessern die Umweltbilanz. Parallel erweitert FACC das Portfolio an Epoxidharzen zur Anwendung in der Kabine und setzen konsequent auf REACH-konforme Materialsysteme, um regulatorische Zukunftssicherheit mit erstklassiger Performance zu verbinden. Design-to-Cost, datenbasierte Materialauswahl und prozessintegrierte Qualitätsmethoden senken die Kosten ohne Kompromisse bei Funktionalität und Sicherheit. So stärkt FACC seine Technologieführerschaft im nachhaltigen Leichtbau und übersetzt Innovation gezielt in industrielle Wertschöpfung. Um die angestrebte CO2-Reduktion bewerten zu können, beschäftigt sich FACC des Weiteren mit der Erfassung von Daten für das anschließende Life-Cycle Assessment (LCA).
Leistbarer Leichtbau als Schlüsseltechnologie
Im Geschäftsjahr 2025 fokussiert die FACC-Forschung, Innovation und Technologie konsequent auf leistbaren Leichtbau. Als Schlüsseltechnologie ermöglicht er die Gewinnung neuer Kundenaufträge durch wettbewerbsfähige Kosten und kurze Industrialisierungszeiten. Schwerpunkte sind Design-to-Cost/-Sustainability, materialeffiziente Konstruktionen und ressourcenschonende Prozesse entlang der Wertschöpfungskette. Durch gezielte Materialeinsparung und die Nutzung hochperformanter Werkstoffe werden Gewicht, Kosten und Umweltwirkungen reduziert, ohne Leistungsanforderungen zu kompromittieren. Digitale Entwicklungsmethoden und effiziente Fertigung steigern Geschwindigkeit und Qualität von Konzept bis Serie. Strategische Kooperationen mit Kunden und Forschungspartnern sichern Transfer in marktreife Lösungen und stärken FACC als Innovationspartner für nachhaltigen, kosteneffizienten Leichtbau.
Automatisierung und Digitalisierung der Faserverbundfertigung
Die F&E Aktivitäten fokussieren stark auf Automatisierung und Digitalisierung der Faserverbundproduktion zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit. Der Automated Fiber Placement (AFP) Prozess wird für die Fertigung komplexer Strukturbauteile benötigt und 2026 industriell skaliert, um reproduzierbare Qualität, kurze Durchlaufzeiten und effiziente Materialnutzung zu erreichen. Für kleinere Komponenten etabliert FACC Pick&Place-Lösungen mit kamerageführter Teilehandhabung zur sicheren, stabilen Serienfertigung. Die Digitalisierung der Aushärtegradmessung ermöglicht Inline-Qualitätsüberwachung, rückverfolgbare Prozessdaten und frühzeitige Fehlererkennung. Durch die Vernetzung der Daten mit weiteren Fertigungsparametern werden Stabilität, Effizienz und First-Time-Right-Quoten in der Herstellung von Faserverbundbauteilen weiter gesteigert. Diese Initiativen stärken Skalierbarkeit, Prozesssicherheit und Kostenführerschaft im Leichtbau und unterstützen eine wettbewerbsfähige Produktion.
Zum Stichtag 31. Dezember 2025 betrug der Mitarbeiterstand des FACC-Konzerns 3.907 Vollzeitäquivalente (FTE) (Vorjahr: 3.850 FTE).
In Österreich waren zum 31. Dezember 2025 3.074 FTE beschäftigt
(Vorjahr: 3.059 FTE). Dies entspricht rund 78,7 Prozent der gesamten
Belegschaft des Konzerns (Vorjahr: 79,5 Prozent).
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| Arbeiter | Angestellte | Gesamt |
Central Services | 323 | 483 | 806 |
Aerostructures | 766 | 183 | 949 |
Engines & Nacelles | 341 | 112 | 453 |
Cabin Interiors | 602 | 150 | 752 |
Tochtergesellschaften | 504 | 400 | 904 |
FACC AG | 0 | 43 | 43 |
Summe | 2.536 | 1.371 | 3.907 |
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Die Internationalität von FACC spiegelt sich auch in ihrer
Mitarbeiterstruktur wider. An den österreichischen Standorten waren zum Bilanzstichtag Staatsangehörige aus 56 Nationen aller Kontinente beschäftigt. 45 Prozent der Belegschaft besaßen die österreichische Staatsbürgerschaft, 14 Prozent kamen aus Deutschland. Der Anteil von Frauen an der Gesamtbelegschaft lag mit 30 Prozent weiterhin auf hohem Niveau. Der Frauenanteil in der Lehrlingsausbildung von FACC betrug 36 Prozent.
13.1. Motivation und Gesundheit: FACC als Vorreiterin bei
Mitarbeiterzufriedenheit
Eine motivierte und einsatzkräftige Belegschaft ist in Zeiten des allgemeinen Arbeitskräftemangels und generell in herausfordernden Zeiten unerlässlich.
Mitarbeiterbefragung
Im Zeitraum vom 30. September bis 14. Oktober 2025 wurde an allen österreichischen Standorten der FACC eine Mitarbeiterbefragung durchgeführt. Ziel der Befragung war es, ein ehrliches und umfassendes Bild darüber zu gewinnen, wie die Mitarbeitende ihre tägliche Arbeit, die Zusammenarbeit im Unternehmen sowie die zentralen Rahmenbedingungen bei FACC wahrnehmen.
Insgesamt wurden 3.330 Mitarbeitende zur Teilnahme eingeladen, wobei eine Rücklaufquote von 38% erreicht wurde. Die Befragung wurde online in sechs Sprachen durchgeführt, um eine möglichst breite Beteiligung zu gewährleisten. Die Ergebnisse der Befragung werden Anfang 2026 vorliegen. Darauf aufbauend werden konkrete Maßnahmen abgeleitet, mit dem Ziel, die Mitarbeiterzufriedenheit sowie die langfristige Bindung an FACC weiter zu stärken.
LIFE Program
Seit dem Jahr 2023 bietet FACC das Life Program an. Das LIFE Program besteht aus fünf Säulen: Vital LIFE, Career LIFE, Green LIFE, Family LIFE und Social LIFE. Hinter jeder Säule findet sich eine Vielzahl von Benefits zu unterschiedlichen Themen und Aktionen zur Erhaltung und Förderung von Gesundheit, Motivation und Zufriedenheit für die Mitarbeiter:
Vital LIFE
Geboten werden vielfältige Aktivitäten zur Gesundheitsförderung
sowohl im physischen als auch im psychisch-mentalen Bereich.
Mitarbeiter können unter anderem bei Impfaktionen gegen FSME und Grippe teilnehmen, Gesundheitsvorsorge im Rahmen von jährlichen Blutspendeaktionen oder auch jederzeit online abrufbare Fitnessvideos in Anspruch nehmen.
Career LIFE
Career LIFE stellt die Entwicklung von Mitarbeitern in den Mittelpunkt. So bietet etwa das Programm der Expertenkarriere Weiter-
entwicklungsmöglichkeiten für Experten abseits der klassischen
Managementkarriere. Dadurch werden Experten sichtbar im Unternehmen und erfahren gezielt Anerkennung für ihre Leistungen. In der Projektkarriere wurden zusätzlich auch Karrierewege im Projektmanagement definiert und transparent.
Green LIFE
Green LIFE stellt das Thema Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt. Neben einer Second Hand Verkaufsplattform haben Mitarbeiter auch die Möglichkeit, Fahrräder oder E-Bikes zu leasen und so von steuerlichen Vorteilen zu profitieren:
Seit Juni 2022 bietet FACC ihrer Belegschaft an, ein Fahrrad oder
E-Bike zu leasen. FACC will mit der Aktion „Jobrad“ mehr nachhaltige Bewegung in den Berufsalltag bringen. Die Mitarbeiter können dazu beim Fahrradhändler ein Rad ihrer Wahl aussuchen und zwischen mehreren Leasing- und Versicherungsvarianten wählen. Der Vorteil liegt darin, dass die Leasingrate bei Abzug durch FACC im Rahmen der Personalverrechnung steuermindernd abgerechnet wird.
FACC setzt nicht nur in der Luftfahrt auf nachhaltige Technologien und Mobilitätskonzepte, sondern auch beim alltäglichen Berufsverkehr. So wurde in Kooperation mit dem OÖV eine Bushaltestelle in unmittelbarer Nähe des Firmenstandortes in St. Martin errichtet und die Abfahrzeiten mit den Schichtzeiten koordiniert, sodass Mitarbeitern die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln auf dem Weg zur und von der Arbeit ermöglicht wird.
Family LIFE
In puncto Flexibilität möchte FACC gerade auch den berufstätigen
Mitarbeitern den Spagat zwischen Job und Familie erleichtern. Es gibt sowohl unterjährig als auch während der Sommerferien gestützte Kinderbetreuungsplätze in den FACC Kids Clubs. Neben St. Martin i. I. besteht auch ein Kids Club in Ried i. I., um noch mehr gute Betreuungsplätze für die Kinder von Crew-Mitgliedern bereithalten zu können. Darüber hinaus beweist FACC größtmögliche Flexibilität, um persönliche und berufliche Bedürfnisse bestmöglich zu vereinbaren, dazu gehören unter anderem die Elternteilzeit und der Papamonat sowie flexible Arbeitszeitmodelle, Homeoffice, etc.
Immer wichtiger werden in diesem Zusammenhang auch die unterschiedlichen Arbeitszeitmodelle. Auch hier hat FACC sehr früh
erkannt, dass hochflexible Modelle attraktiv für die Belegschaft und potenzielle neue Crew-Mitglieder sind. Deshalb bietet FACC neben einer Gleitzeitregelung für Angestellte und neben der Möglichkeit zur Einarbeitung von Fenstertagen bis zu zehn Gleittage oder sogar bis zu 15 Gleit-Freitage an. Zudem gilt bei FACC eine besonders flexible Home-Office-Regelung: Arbeiten zuhause liegt allein in der Absprache zwischen Mitarbeiter und Führungskraft und unterliegt sonst, unter Berücksichtigung der gesetzlichen Rahmenbedingungen, keiner
Limitation. Im Geschäftsjahr 2025 verbrachten FACC-Mitarbeiter 33.774 Tage im Home Office. Darüber hinaus ermöglicht FACC eine Vielzahl an Teilzeitarbeitsmodellen, die besonders von Personen mit Kinderbetreuungsaufgaben oder zur beruflichen Weiterentwicklung genutzt werden.
Aufgrund des bisherigen Engagements und gleichzeitig als Weichenstellung für die Zukunft hat FACC im Herbst 2024 den Zertifizierungsprozess zur Erlangung des staatlichen Gütezeichens „berufundfamilie“ durchlaufen. Unter Miteinbeziehung von Vertretern der Belegschaft sowie der Führungskräfte wurden die bestehenden Maßnahmen beleuchtet sowie Schwerpunkte für die Zukunft definiert. Im Dezember 2024 wurde seitens des Audit-Kuratoriums das Grundzertifikat „berufundfamilie“ erteilt, welches bis 4. Dezember 2027 gültig ist.
Social LIFE
Um zu den Besten zu gehören, braucht es Engagement, Teamspirit und Innovationsgeist. FACC will mit ihren Mitarbeitern nicht nur Erfolge erreichen, sondern diese auch gemeinsam feiern. So gibt es neben dem Team-Award Leonardo, der jährlich die besonderen Teamleistungen auszeichnet, diverse Mitarbeiter-Events wie z B. eine Weihnachtsfeier, sowie Pausenbereiche und Kantinen.
13.2. Personalentwicklung und -förderung
Academy
Konstante Investitionen in die Ausbildung der gesamten Belegschaft sind ein wesentlicher Faktor für den Unternehmenserfolg von FACC. Nach dem Motto „Lebenslanges Lernen“ bietet sie zu diesem Zweck umfassende berufsbegleitende Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Drehscheibe dafür ist die FACC Academy, die im Geschäftsjahr 2025 in Summe 746 interne Trainings organisierte, an denen 8.126 Beschäftigte teilnahmen. Darüber hinaus fanden über 50 externe FACC-Trainings statt, in denen mehr als 550 Mitarbeiter geschult wurden. Mit über 30 durchgeführten Sprachtrainings fördert FACC gezielt die Integration der internationalen Mitarbeitenden.
Um mit den zeitlichen Ressourcen ihrer Belegschaft verantwortungsvoll umzugehen, bietet FACC ausgewählte Schulungen schon seit längerem via E-Learning an. E-Learning-Inhalte werden auch durch interne Entwickler erstellt, um das Spektrum gezielt auf die Belegschaft und das Unternehmen zuzuschneiden. Neben den bereits bestehenden E-Learnings wurde auch 2025 das Angebot weiter ausgebaut. Im Vergleich zum Vorjahr, konnten die online Lernstunden verdoppelt werden. Die Lerneinheiten können direkt am Arbeitsplatz über das SAP-System von FACC absolviert werden.
Damit sichergestellt ist, dass die Belegschaft sämtliche Anforderungen für ihren Job erfüllt, hat FACC darüber hinaus ihre Trainingsmatrix sowohl für die österreichischen als auch für die internationalen Standorte in kontinuierlicher Überarbeitung. Der sogenannte „LSO-Lerner“/ „Manager Self Service“ in SAP bietet jeder Führungskraft und jedem Crew-Mitglied zu jedem Zeitpunkt einen Überblick, welche Qualifikationen für die Ausübung der jeweiligen Tätigkeit bereits vorliegen oder noch erworben werden müssen. Interne Trainings können direkt gebucht, zusätzlicher Schulungsbedarf kann jederzeit bei der FACC Academy gemeldet werden. Die laufende Erweiterung des Trainingsangebots umfasst unter anderem neue spezifische Ausbildungen für Vorgesetzte im Arbeiterbereich, Führungskräfte oder im Projektmanagement tätige Angestellte.
Auch die Lernatmosphäre wurde in der neuen FACC Academy adaptiert, ausgebaut und kontinuierlich verbessert und angepasst. Vier
Schulungsräume mit modernster Präsentationstechnik, ein helles
Atrium und eine Videowall für Events sorgen für den perfekten Lernbetrieb. Ein hervorragend ausgebildetes Trainerteam bringt neue und bestehende Crew-Mitglieder auf die höchste Know-how Stufe. Neu eintretende Kollegen starten mit dem Onboarding direkt in der Academy und werden je nach Ausbildungszweig bis zu zwei Wochen durchgehend unterrichtet.
Entwicklungspfade
Für die persönliche und berufliche Entwicklung der Mitarbeiter ebenso wie für den Erfolg des Unternehmens ist es wichtig, dass Know-how und Talente der Crew möglichst gut eingebracht und angewendet werden können. Die unterschiedlichen Qualifikationen und Stärken der Mitarbeiter werden in drei Entwicklungswegen
gebündelt:
Management-Laufbahn:
Hier kommt es vor allem auf die Führungsqualitäten, das proaktive strategische Denken, die Breite des Handlungsspielraums und den
Impact auf den betriebswirtschaftlichen Erfolg an.
Experten-Laufbahn:
Ein hohes Maß an Expertise, Fachwissen, Erfahrung, Eigenständigkeit und Verantwortung im jeweiligen Fachgebiet zeichnet Mitarbeiter in diesem Bereich aus.
Projekt-Laufbahn:
Die Bedeutung und Größe des Projekts sowie die Rolle, die man im Projekt einnimmt, stehen hier genauso im Vordergrund wie
Organisationstalent und Flexibilität.
Die Umsetzung der Entwicklungspfade und die entsprechende
Zuordnung der Angestellten in die jeweiligen Stufen wurde Mitte 2022 gestartet. Aufgrund der jährlich stattfindenden Review-Gespräche ist dies ein fortlaufender Prozess.
Employer Branding
Der Fokus im Bereich Employer Branding lag 2025 neben dem
konstanten Ausbau der Arbeitgeber-Marke vor allem auf der An-
sprache und dem Recruiting von Arbeitskräften im Produktions-
bereich. Dabei wurden verschiedene Recruitingplattformen zum Einsatz gebracht und die Zusammenarbeit mit externen Partnern forciert.
Die zahlreichen Kooperationen mit Behörden, Stiftungen, Schulen oder forschungsnahen Institutionen wurden fortgeführt, sodass FACC rasch die richtigen Personen und das richtige Know-how mit an Bord holen kann.
Im Bereich Social Media wurden mit Erfolg die gängigsten unterschiedlichen Plattformen mit verschiedene Video-Kampagnen bespielt. Zusätzlich wird im Social Media-Recruiting auch auf KI-Tools gesetzt, die das Targeting noch präziser umsetzen.
Neue Recruiting Software
Weiters wurde eine neue Recruiting Software eingeführt und erfolgreich etabliert. Diese hat einen positiven Effekt sowohl auf die Employee Journey als auch auf die Zusammenarbeit zwischen den Bereichen, die erheblich erleichtert wurde.
Das Onboarding-Programm wird laufend adaptiert. U.a. wurde eine Onboarding Journey über die interne Kommunikationsplattform Space App eingeführt, mit dem Ziel den Einstieg ins Unternehmen zur erleichtern und die Integration zu fördern.
Teamgeist
Im vergangenen Jahr wurden außerdem zahlreiche Initiativen gesetzt, um den internen Zusammenhalt zu fördern. Ein besonderer Fokus lag dabei auf Maßnahmen, die Teamgeist, kulturellen Austausch und persönliche Vernetzung unterstützen.
Als wichtige interne Veranstaltungen sind die jährliche Weihnachtsfeier und die Jubilarfeier hervorzuheben. 2025 wurden rund 270 Mitarbeiter für insgesamt 4.565 Jahre Erfahrung geehrt und gefeiert. Mit mehr als 1.300 Anmeldungen war auch die diesjährige Weihnachtsfeier wieder ein voller Erfolg. Ein Fixpunkt im Rahmenprogramm der Weihnachtsfeier ist der begehrte Leonardo-Team-Award, der bereits zum 10. Mal verliehen wurde. Anlässlich dieses Jubiläums gab es einige Neuerungen. Eine davon wurde direkt auf der Weihnachtsfeier umgesetzt. Zum ersten Mal konnten auch die Mitarbeiter im Zuge eines Live-Votings ihren Leonardo Crew-Favorit wählen.
Ein zentrales Element waren die vielfältigen Sportevents, über die via SpaceApp informiert wurde und zu deren Teilnahme die Mitarbeiter motiviert wurden. Ob gemeinsame Läufe oder andere sportliche Freizeitaktivitäten – diese Formate tragen maßgeblich dazu bei, den Teamspirit zu stärken, bereichsübergreifende Kontakte zu fördern und ein aktives, gesundheitsbewusstes Arbeitsumfeld zu schaffen.
Mit diesen Maßnahmen werden klare Akzente für ein wertschätzendes, inklusives und gemeinschaftlich geprägtes Arbeitsumfeld gesetzt, das die Unternehmenskultur nachhaltig stärkt.
Young Talents
Für Kinder und Jugendliche bis 13 Jahre wird zwei Mal im Jahr in Kooperation mit der Industriellenvereinigung ein „Kindertag der Industrie“ angeboten, bei dem schon die Kleinsten in die Welt der Luftfahrt, Leichtbau und MINT-Berufe eingeführt werden.
Auch das Masterprogramm für Studierende kam wieder bewährt zum Einsatz. Es bietet Masterstudenten sehr flexible Arbeitszeiten und somit die Möglichkeit, Praxiserfahrung in der Luft- und Raumfahrt zu erlangen und eine enge Verbindung mit FACC aufzubauen.
Vor allem die Zusammenarbeit mit Schulen war eines der vorrangigen Employer Branding Ziele im letzten Jahr. Weiterhin werden die 3 Patenklassen gut betreut und es werden Projekte, Diplomarbeiten und Ferialpraktika vergeben. Weiters werden verschiedene Workshops für Schüler, wie z.B. Bewerbungstrainings, SAP Training, etc. angeboten, die den Karriereeinstieg erleichtern sollen.
Im Rahmen von Exkursionen diverser Bildungseinrichtungen (Schulen, Unis, FHs, etc.) hatten wir die Gelegenheit rund 500 Besucher bei uns zu begrüßen und einen Einblick in das Unternehmen zu bieten.
Das Projekt FACC HELD Drohne geht in die Abschlussphase. Im Rahmen dieses Projektes wurden Schüler der HTL Ried, HTL Andorf, HTL Braunau und HTL Vöcklabruck eingeladen, eine Paketdrohne zu entwickeln und zu produzieren. Die Schüler arbeiten in einem gemeinsamen schulübergreifenden Team zusammen, wobei jede Schule
einen fachlichen Schwerpunkt übernimmt. Das Projekt beinhaltet zwei Praktika sowie die Möglichkeit einer Diplomarbeit. Im Herbst hat der Testflug der Drohne erfolgreich stattgefunden. Das HELD Drohnen Projekt ist für FACC eine gute Möglichkeit, die Bekanntheit in den Schulen zu festigen.
Als internationales Unternehmen, mit einer Belegschaft aus
56 Ländern, legt FACC besonderen Wert auf gelebte Interkulturalität. Um die gute Zusammenarbeit zu gewährleisten, absolviert ein großer Teil von ihnen Sprachtrainings sowie Trainings rund um das Thema Interkulturalität.
International Cafés
Mehrmals jährlich bietet dieses Format einen offenen, informellen Rahmen, um über kulturelle Besonderheiten in Österreich, alltagsrelevante Themen sowie Fragen rund um das Ankommen und Arbeiten im neuen Umfeld zu sprechen. Das International Café unterstützt nicht nur die soziale Integration, sondern schafft auch Raum für Austausch, Verständnis und interkulturelle Vernetzung.
Zudem werden individuelle und maßgeschneiderte Informationen und Lösungen für alle Aspekte des täglichen Lebens durch eine
Kooperation mit dem Verein „Initiative Lebensraum Innviertel" bereitgestellt. Der Themenschwerpunkt jeder Veranstaltung richtet sich nach den Bedürfnissen und Wünschen der internationalen
Belegschaft.
13.4. Interne Nachwuchsvorsorge
Hohen Stellenwert genießt bei FACC auch die Lehrlingsausbildung. So standen mit Ende des Geschäftsjahres 2025 in Summe 51 Lehrlinge in zehn verschiedenen Berufsbildern bei FACC in Ausbildung. Als sichtbares Zeichen für die Qualität seiner Lehrlingsausbildung trägt das Unternehmen das Gütesiegel „Staatlich ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb“, welches vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft verliehen wurde.
Jungen engagierten Aspiranten bietet FACC hoch spezialisierte
Ausbildungen in Konstruktion, Metalltechnik mit Hauptmodul
Zerspanungstechnik, Kunststoffverfahrenstechnik, Faserverbundtechnik, Kunststofftechnik, Prozesstechnik, IT-Systemtechnik, Applikationsentwicklung – Coding, Einkauf und Betriebslogistik. Schon während ihrer Ausbildungszeit stehen den Lehrlingen im Unternehmen die neuesten Technologien und Anlagen zur Verfügung. Damit erhalten sie bei FACC die Möglichkeit, sich mit Innovationsgeist und Engagement zu Experten der Zukunft zu entwickeln.
Mit dem „FACC Future Team“ setzt FACC langfristig auf Nachwuchs. Um in diesem umkämpften Markt zu bestehen, sind die bewährten Anreize für Lehrlinge u. a. sieben Wochen Urlaub, Gratismittagessen, Prämien für erfolgreiche Berufsschulabschlüsse, u. v. m.
Im Geschäftsjahr 2019 wurde im Studienzweig „Leichtbau- und
Composite-Werkstoffe“ an der FH-Wels erstmals ein FACC-Stipendium vergeben. Für 2025 konnten wieder zwei neue Studierende für diesen Studiengang gewonnen werden. Die Studierenden werden mit monatlichen finanziellen Zuwendungen unterstützt. Darüber hinaus übernimmt FACC die Studiengebühren, bietet Praktika in ihren eigenen Werken, die Betreuung durch kompetente Mitarbeiter von FACC sowie die Teilnahme an Trainings und zahlreiche weitere Benefits an. In Summe bietet FACC nun sechs Studenten des Leichtbau- und Composite Lehrgangs der FH-Wels ein Stipendium an.
Die Bedeutung von Diversität und Internationalität als Erfolgsfaktoren in Unternehmen ist unbestreitbar. Die Vielfalt von über 50 Nationen bringt eine Fülle von unterschiedlichen Perspektiven und Anforderungen mit sich, welcher sich FACC bewusst ist.
Ein Fokus auf die Aspekte des lebensphasengerechten Arbeitens ermöglicht nicht nur Vielfalt in der Belegschaft, sondern eröffnet gleichzeitig Chancen für Wachstum in Zeiten des Fachkräftemangels. In den letzten Jahren hat sich die Zahl der unterschiedlichen Arbeitszeitmodelle bei FACC vervielfacht: Im Vordergrund stehen Flexibilität für die Beschäftigten sowie neue Ansätze, die es auch Teilzeitbeschäftigten ermöglichen, Führungspositionen zu übernehmen.
Neben Gleitzeit und Home Office wird beispielsweise Eltern an-
geboten, ihre Arbeitszeiten aufeinander abzustimmen. Mit so-
genannten gegengleichen Schichten besteht diese Möglichkeit nun auch für Produktionsmitarbeiter.
Jobsharing
Beim Jobsharing werden z. B. Quer- bzw. Umsteigern, Karenzrück-
kehrern oder Personen in Weiterbildung hochflexible Möglichkeiten der Arbeitszeitgestaltung angeboten. Dabei geht es auch um Ältere, um aus dem Unternehmen Ausscheidende und darum, ihr Wissen und ihre Erfahrung durch innovative Angebote und Arbeitsmodelle in der Organisation zu halten.
Frauenförderung
Das Mentoring Programm richtet sich an Schülerinnen der 4. HTL-
Klassen. FACC ist in bewährter Weise bei diesem Programm vertreten und bietet aktuell zwei Schülerinnen der HTL Andorf einen FACC-internen Mentor, der den jungen Frauen als Sparringpartner zur Verfügung steht. Weiters bietet FACC den Teilnehmerinnen ein Praktikum im Sommer sowie die Möglichkeit einer Diplomarbeit.
FACC Wings for Women
Im September 2023 gelang der großartige Start des FACC
Wings for Women-Netzwerkes mit einer Auftaktveranstaltung, an der rund 130 Personen teilgenommen haben. Ziel des Netzwerkes ist die Förderung der Chancengleichheit, Female Empowerment
und Frauen für Führungspositionen zu begeistern. Im Rahmen des Netzwerkes werden pro Jahr mehrere Veranstaltungen angeboten, bei denen durch Impulse von Experten,
Workshops und Networking-Möglichkeiten gezielte Inputs
zur beruflichen Förderung von Frauen erfolgen. So wurden seit der Gründung 2024 neben Veranstaltungen bei FACC vor Ort mit Workshops und KeyNotes auch Kooperationen in der Umgebung genutzt, um die Teilnahme an Veranstaltungen zu interessanten Themen (z. B. Finanzthemen speziell für Frauen) zu ermöglichen.
Diese Maßnahmen tragen nicht nur zur Entwicklung einer vielfältigen und inklusiven Unternehmenskultur bei, sondern stärken nachhaltig die Innovationskraft, die Positionierung des Unternehmens als attraktive Arbeitgeberin für sowohl Bewerber als auch für die bestehenden Mitarbeiter und letztlich den Erfolg auf globaler Ebene. Als besondere Auszeichnung erhielt FACC Wings for Women dafür den Preis des Landes Oberösterreich „Starke Frauen. Starkes Land“.
Mit der Wingman-Kampagne wurde bewusst auf die Einbindung der Führungskräfte zur Potentialidentifikation und -förderung gesetzt. Unternehmensintern wurden männliche Role Models gewonnen, um das Thema Chancengleichheit und Potentialförderung voranzutreiben. Die Einführung von sogenannten Wingman spielt eine zentrale Rolle bei der Förderung von Gleichstellung im Unternehmen, da sie als wertvolle Multiplikatoren und Mentoren fungieren.
14. BERICHT ÜBER DIE ZWEIGNIEDERLASSUNGEN
Die FACC AG betreibt keine Zweigniederlassungen.
15. ANGABEN GEMÄSS § 243a UGB
15.1. Berichterstattung über wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess
Gemäß § 243a Abs. 2 UGB ist FACC verpflichtet, die wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess zu beschreiben. Der
Vorstand der FACC AG hat gemäß § 82 AktG dafür zu sorgen, dass ein Rechnungswesen und ein internes Kontrollsystem geführt werden, die den Anforderungen des Unternehmens entsprechen. Somit liegt es in der Verantwortung des Vorstands, ein angemessenes internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den
Rechnungslegungsprozess einzurichten.
Die wesentlichen Merkmale des Risikomanagements und des internen Kontrollsystems sind im Risikomanagementhandbuch sowie im
Finanzhandbuch von FACC festgehalten. Dabei wurden unter anderem wesentliche Finanz- und Controlling-Prozesse sowie deren
entsprechende Risiken beschrieben und identifiziert.
Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem ist so
konzipiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und korrekte Erfassung
aller Geschäftsprozesse und Transaktionen gewährleistet ist und
somit jederzeit fundierte Aussagen über die aktuelle Geschäftslage des Unternehmens getroffen werden können.
Zu den Maßnahmen und Regeln zählen unter anderem Funktions-
trennung, Vier-Augen-Prinzip, Unterschriftenordnung, ausschließlich kollektive und auf wenige Personen eingeschränkte Zeichnungsermächtigungen für Zahlungen sowie systemunterstützte Prüfungen durch die verwendete EDV-Software SAP.
Bei FACC wird diese Software seit mehr als zehn Jahren in fast allen Unternehmensbereichen eingesetzt. Die Ordnungsmäßigkeit der SAP-Systeme wurde in allen betroffenen Geschäftsprozessen umgesetzt.
Im Rahmen des monatlichen Reportings an den Vorstand und die zweite Berichtsebene werden insbesondere Plan-Ist-Vergleiche berichtet. Der Aufsichtsrat der FACC AG wird in seinen viertel-jährlich stattfindenden Sitzungen über die aktuelle Geschäfts-
entwicklung und die Prognose für den weiteren Geschäftsverlauf des Konzerns unterrichtet. In den Sitzungen des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats wurden unter anderem auch Themen wie das interne Kontrollsystem und das Risikomanagement sowie Maßnahmen zur Minderung der internen Kontrollrisiken behandelt.
Im Rahmen des Budgetierungsprozesses werden Budgetkosten je
Kostenstelle geplant. Jeder Kostenstellenverantwortliche ist für die Einhaltung der budgetierten Kosten sowie die geplanten
Investitionen verantwortlich. Alle Investitionsvorhaben sind mit dem Vorstand abzustimmen. Über das Budget hinausgehende
Investitionen unterliegen der Genehmigung des Aufsichtsrats.
15.2. Angaben zu Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechten und damit verbundenen Verpflichtungen
Das Grundkapital der FACC AG belief sich zum 31. Dezember 2025 auf 45.790.000 EUR und ist in 45.790.000 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien unterteilt. Sämtliche Aktien sind zum Handel im Segment Prime Market der Wiener Börse zugelassen. Jede Aktie entspricht einer Stimme in der Hauptversammlung.
Zum 31. Dezember 2025 war die AVIC Cabin Systems Co. Limited
(vormals FACC International Company Limited) direkt bzw.
indirekt mit 55,5 Prozent an FACC beteiligt.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 waren keine weiteren
Aktionäre bekannt, die eine Beteiligung am Grundkapital von mehr als 10 Prozent hielten.
Der im Streubesitz befindliche Anteil der FACC-Aktien zum Stichtag 31. Dezember 2025 betrug 44,5 Prozent oder 20.397.364 Stück.
Es existieren keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.
15.3. Genehmigtes Kapital
In der 9. ordentlichen Hauptversammlung vom 8. Mai 2023 wurde ein Beschluss zum Widerruf, der in der 5. ordentlichen Hauptversammlung vom 9. Juli 2019 erteilten Ermächtigung des Vorstandes, binnen fünf Jahren ab Eintragung der entsprechenden Satzungsänderung im Firmenbuch – allenfalls in mehreren Tranchen – das Grundkapital der Gesellschaft gegen Bar- und/oder Sacheinlagen, um bis zu 9.000.000,00 EUR zu erhöhen. Gleichzeitig wurde der Vorstand ermächtigt, unter Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft innerhalb von fünf Jahren ab Eintragung der am 8. Mai 2023 beschlossenen Satzungsänderung im Firmenbuch, allenfalls in mehreren Tranchen, gegen Bareinlagen um bis zu 19.895.000,00 EUR durch Ausgabe von bis zu 19.895.000 Stück neue auf Inhaber lautende Stückaktien zu erhöhen. Die Ausgabe der neuen Aktien kann auch unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre erfolgen.
In der ordentlichen Hauptversammlung vom 9. Juli 2019 wurde ein genehmigtes bedingtes Kapital beschlossen, welches am 29.11.2024 ausgelaufen ist. In der ordentlichen Hauptversammlung vom 06.05.2025 wurde das bedingt genehmigte Kapitel erneut beschlossen. Der Vorstand ist demnach berechtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats innerhalb von längstens fünf Jahren ab Eintragung des genehmigten bedingten Kapitals im Firmenbuch das Grundkapital um bis zu Nominale 3.000.000,00 EUR durch Ausgabe von bis zu 3.000.000 neuen
Aktien gegen Bareinlage zu erhöhen. Dieses genehmigte bedingte Kapital dient der Einräumung von Aktienoptionen an
Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens im Rahmen eines Aktienoptionsplans der Gesellschaft. Die Kapitalerhöhung ist zweckgebunden und darf nur so weit durchgeführt
werden, als Inhaber von Optionen aus einem Aktienoptionsplan der Gesellschaft diese ausüben.
15.5. Bestimmungen zur Ernennung von Vorstand und Aufsichtsrat
Solange die AVIC Cabin Systems Co. Limited (vormals FACC
International Company Limited) Aktionärin von FACC mit einer
Beteiligung von zumindest 25 Prozent des jeweils geltenden Grundkapitals ist, hat diese gemäß Punkt 11 der Satzung von FACC das Recht, bis zu einem Drittel aller Mitglieder des Aufsichtsrats zu ernennen.
Darüber hinaus bestehen keine Satzungsbestimmungen, die über die gesetzlichen Bestimmungen zur Ernennung von Vorstand und
Aufsichtsrat sowie zur Änderung der Satzung hinausgehende
Regelungen enthalten.
Zum 31. Dezember 2025 hielt die FACC AG keine eigenen Aktien.
Beschränkungen hinsichtlich der Stimmrechte der FACC-Aktien und deren Übertragung, auch aus Vereinbarungen zwischen
Aktionären, sind FACC nicht bekannt.
Es bestehen keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen FACC und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.
In den Vereinbarungen betreffend das Schuldscheindarlehen aus dem Jahr 2019 und die Konsortialfinanzierung aus dem Jahr 2018 sind Change-of-Control-Klauseln enthalten. Die Darlehensgeber sind berechtigt, zu kündigen, wenn
• eine Person oder eine Gruppe von gemeinsam vorgehenden
Personen die (direkte oder indirekte) Kontrolle über die Garantin (die FACC AG) erlangt, oder
• die Garantin (die FACC AG) direkt oder indirekt nicht mehr
zumindest 75 Prozent der Kapitalanteile oder der Stimmrechte am Darlehensnehmer (der FACC Operations GmbH) hält oder
kontrolliert.
16.1. Der zivile Luftfahrtmarkt
Branchenwirtschaftliche Rahmenbedingungen in der Luftfahrt
Die Luftfahrtbranche setzte 2025 ihren Wachstumskurs fort. Weltweit reisten laut IATA rund 5,2 Milliarden Passagiere, was einem neuen Allzeithoch entspricht. Die durchschnittliche Sitzplatzauslastung stieg leicht auf rund 84 Prozent, während die verkehrsbezogenen Personenkilometer (RPK) im Vergleich zu 2024 um 5,8 Prozent zunahmen. Besonders stark wuchs erneut der Verkehr in der Asien-Pazifik-Region, angetrieben durch den Ausbau internationaler Strecken.
Bis zum Jahr 2044 benötigt der Markt gemäß aktuellen Analysen der OEMs rund 43.420 neue und effiziente Flugzeuge.
Branchenausblick 2026 – Raten steigen weiter, Verfügbarkeit von Triebwerken steuert Flugzeugbauraten
Für das Geschäftsjahr 2026 wird erwartet, dass die Luftfahrt-branche ihren Wachstumskurs fortsetzt. Das anhaltende Nachfragewachstum in der gesamten Branche geht mit einem weiterhin dynamischen Umfeld einher. Die Lieferketten im Bereich Luftfahrt bleiben trotz der jüngsten Entspannung bei einigen Komponenten bis mindestens 2027 unter Druck. Engpässe gibt es aktuell insbesondere bei den Triebwerksherstellern.
Alle Kunden der FACC kommunizieren ein weiters Ansteigen der Bedarfe im Jahr 2026.
Wesentliche Projekte im Geschäftsjahr 2026
Das Langfrist-Orderbuch ist mit über 6 Milliarden USD auf einem historischen Höchststand und sichert eine hohe Auslastung für die kommenden Jahre. Dies ist ein starkes Fundament für die nächsten Jahre, mit dem die FACC das zukünftige Wachstum gut planen kann.
Zwar stellen die eingeschränkte Verfügbarkeit kritischer Flugzeugsysteme – insbesondere von Triebwerken – weiterhin zentrale Themen für die zivile Luftfahrtindustrie dar, die FACC-Einschätzungen für das Geschäftsjahr 2026 berücksichtige diese Effekte, die Umsatzplanung basiert auf konservativen Annahmen. Das FACC-Management beobachtet die Entwicklungen bei OEM-Bedarfen und der globalen Supply Chain genau und kann bei Bedarf frühzeitig und flexibel reagieren. Das gesamtwirtschaftliche Umfeld war im Geschäftsjahr 2025 weiterhin von hoher Dynamik geprägt. Die hohen Standortkosten in Europa, insbesondere in Österreich, führten zu spürbaren Kostensteigerungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Auch die FACC blieb von diesen inflationären Effekten nicht unberührt. Durch vorausschauendes Kostenmanagement, laufende Effizienzsteigerungsmaßnahmen sowie eine konsequente Steuerung unserer Beschaffungs- und Preisstrategie konnten die Auswirkungen abgefedert werden.
Positive Effekte des Effizienzprogramms CORE
Der Vorstand hat im 4. Quartal 2024 ein Effizienzsteigerungsprogramm beschlossen. Dieses Programm umfasst fünf Teilprojekte, die gemeinsam bis zum Ende des Jahres 2026 zu einer deutlichen Verbesserung der operativen Profitabilität (EBIT) sowie des operativen Cashflows führen sollen. Die fünf Teilprojekte sind:
• Effizienzsteigerung in der Produktion durch Nutzung der Lernkurveneffekte und die damit verbundenen Produktivitätserhöhungen, Prozessverbesserungen, Steigerung der Auslastung in Kroatien und der weiteren Stabilisierung der Supply Chain.
• Anpassungen der Verkaufspreise zur teilweisen Kompensation von Inflationskosten.
• Preissenkungen bei Lieferanten durch Neuvergabe von Verträgen, Nachverhandlungen bestehender Verträge, Verlagerung von Supply Chains in wettbewerbsfähige Regionen sowie Fortführung der C.O.M.P.E.T.E-Initiativen aus den Vorjahren.
• Reduktion allgemeiner Sach- und Fixkosten durch Implementierung eines klassischen Sparprogramms.
• Nachhaltige Reduktion der Lagerbestände durch Prozessverbesserungen im Verlauf der gesamten Wertschöpfungskette mit Unterstützung eines externen Beratungshauses.
• Alle angesprochenen Kategorien tragen bereits zur Ergebnisverbesserung im Jahr 2025 bei. Größere Herausforderungen bestehen insbesondere noch im Bereich der Materialkosten. Hier arbeitet das Management intensiv an einer Restrukturierung der internationalen Supply-Chain, um auch hier die gesetzten Ziele erreichen zu können. Die Wirksamkeit des CORE Programms wird auch dadurch unterstrichen, dass erstmals seit mehreren Jahren alle drei Divisionen positive operative Ergebnisse (EBIT) erwirtschaftet haben.
CORE wird FACC auch das Geschäftsjahr 2026 begleiten und bestimmen. Die übergeordnete Zielsetzung der FACC ist auch für das Jahr 2026 eine weitere nachhaltige Steigerung der operativen Profitabilität in allen Divisionen sowie des Free Cashflows, um das Finanzprofil des Konzerns weiter zu verbessern.
Das FACC-Management rechnet weiterhin mit einem Umsatzanstieg in sämtlichen Geschäftssegmenten. Die anhaltend hohe weltweite Nachfrage nach neuen Flugzeugen bleibt unverändert zu den Vorjahren führt jedoch dazu, dass sowohl die OEMs als auch die nachgelagerten Tier‑1‑Zulieferer weiterhin mit der Stabilisierung der Lieferkettensituation beschäftigt sind. Zwar hat sich diese im Vergleich zu den letzten Jahren verbessert, das FACC Management geht jedoch auch für 2026 noch einer hohen Dynamik in der Lieferkette aus. Zusätzlich verstärken geopolitische Spannungen die allgemeine Unsicherheit. FACC begegnet dieser komplexen Lage mit agilen Organisations- und Planungsmodellen, um die Lieferfähigkeit gegenüber den Kunden jederzeit sicherzustellen, unter anderem durch eine verstärkte Local‑for‑Local‑Produktion.
Als weiterhin stark wachsender Geschäftsbereich wird der
Advanced Air Mobility-Bereich (AAM/Drohnen-Geschäft) an-
gesehen. Insgesamt arbeitet FACC weiterhin mit vier Unter-
nehmen an AAM-Projekten, die sich in unterschiedlichen Entwicklungsstadien befinden.
Der Luftfahrtmarkt wächst somit und FACC wächst mit. In den nächsten fünf Jahren plant FACC:
● Ca. 300 Mio. Euro Investitionen in Standorte, Technologien und Projekte
● rund 1.500 neue Arbeitsplätze weltweit
Diese Investitionen müssen getätigt werden, um den wirtschaftlichen Erfolg langfristig zu sichern. Es wird in die Erforschung und der Entwicklung neuer Technologien und Materialien investiert. FACC stellt so sicher seinen Kunden neue Leichtbausystem für die nächste Flugzeuggeneration anbieten zu können.
Um die Kapazitäten für das bestehende Geschäft und den Ratenhochlauf sicherzustellen, ist eine Erweiterung der Produktionsstandorte erforderlich. Im Geschäftsjahr 2026 wird ein Werkserweiterungsprojekt im Bereich Aerostructures in Österreich gestartet, um auch die bereits bestehenden Fertigungswerke, Maschinen und Testkapazitäten bestmöglich nutzen zu können. Insgesamt wird diese Investition mehr als 100 Millionen Euro betragen und sich über die Jahre 2026 bis 2029 verteilen.
Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet das Management der FACC auf Basis der allgemeinen Prognosen sowie der derzeit verfügbaren Kundenprognosen ein weiteres Umsatzwachstum im Bereich von 5 bis 15 Prozent. FACC beobachtet die Entwicklungen in der Supply-Chain genau, um etwaige negative Änderungen der Kundenabrufe frühzeitig antizipieren zu können. Das operative Ergebnis soll sich durch zu erwartende Skaleneffekte sowie durch Effekte aus dem Effizienzsteigerungsprogramm CORE weiter verbessern. Diese Prognose gilt unter der Voraussetzung, dass sich die gesamtwirtschaftlichen und geopolitischen Rahmenbedingungen im Jahr 2026 nicht weiter verschlechtern und die von den FACC-Kunden übermittelten Planungsdaten nicht geändert werden.
Ried im Innkreis, am 9. März 2026
Robert Machtlinger e.h.
Vorsitzender des Vorstands
Florian Heindl e.h.
Mitglied des Vorstands
Tongyu Xu e.h.
Mitglied des Vorstands
Lagebericht der FACC AG
für das Geschäftsjahr 2025
Die Weltwirtschaft entwickelte sich 2025 insgesamt moderat, blieb jedoch hinter ihrem langfristigen Durchschnittswachstum zurück. Das globale reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) erhöhte sich um rund 3,2 %, nachdem bereits 2024 eine vergleichbare Dynamik verzeichnet worden war. Damit zeigte sich die Weltkonjunktur trotz anhaltender geopolitischer Spannungen, handelspolitischer Unsicherheiten und struktureller Anpassungsprozesse insgesamt widerstandsfähig. Die globale Inflation ging weiter zurück und lag 2025 bei etwa 4,1 %. In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften näherte sich die Teuerung schrittweise den Zielwerten der Notenbanken an, während sie in einigen Schwellenländern weiterhin erhöht blieb.
In den USA wuchs die Wirtschaftsleistung 2025 um rund 2,0 %. Damit verlangsamte sich die Dynamik gegenüber den außergewöhnlich starken Vorjahren, blieb jedoch im internationalen Vergleich solide. Getragen wurde das Wachstum vor allem von einer weiterhin robusten privaten Konsumnachfrage sowie von hohen Investitionen in Zukunftstechnologien, insbesondere in den Bereichen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Der Arbeitsmarkt zeigte sich stabil, wenngleich erste Anzeichen einer Normalisierung sichtbar wurden. Die Inflation ging weiter zurück, verharrte jedoch in Teilbereichen noch oberhalb des Zielwerts von 2 %, was die geldpolitische Ausrichtung weiterhin beeinflusste.
Die wirtschaftliche Entwicklung in der Eurozone verlief 2025 deutlich verhaltener. Das reale BIP stieg um etwa 0,9 %. Während sich einzelne Mitgliedstaaten, insbesondere Spanien, vergleichsweise dynamisch entwickelten, blieb das Wachstum in den großen Volkswirtschaften wie Deutschland und Frankreich schwach. Belastend wirkten eine gedämpfte Industrieproduktion, strukturelle Wettbewerbsherausforderungen sowie eine insgesamt zurückhaltende Investitionstätigkeit. Die Inflation im Euroraum ging weiter zurück und erreichte im Jahresdurchschnitt rund 2,3 %, womit sie sich dem Zielwert der Europäische Zentralbank weiter annäherte.
In Asien blieb die wirtschaftliche Dynamik im globalen Vergleich am stärksten. China verzeichnete 2025 ein Wachstum von rund 4,6 %, wobei strukturelle Anpassungen im Immobiliensektor und eine moderatere Exportentwicklung dämpfend wirkten. Indien blieb mit einem BIP-Anstieg von etwa 6,5 % eine der am schnellsten wachsenden großen Volkswirtschaften weltweit, getragen von einer starken Binnennachfrage und umfangreichen Infrastrukturinvestitionen. Auch zahlreiche südostasiatische Volkswirtschaften entwickelten sich robust, wenn auch mit teilweise geringerer Dynamik als in den Vorjahren. Insgesamt leistete Asien erneut den größten Beitrag zum globalen Wirtschaftswachstum.
Zusammenfassend war die Weltwirtschaft im Jahr 2025 durch ein moderates, regional differenziertes Wachstum gekennzeichnet. Während die USA eine solide Expansion aufwiesen und Asien seine Rolle als globaler Wachstumsmotor bestätigte, blieb Europa hinter den anderen großen Wirtschaftsregionen zurück. Sinkende Inflationsraten und eine schrittweise Lockerung der Geldpolitik wirkten stabilisierend, gleichzeitig blieben geopolitische Spannungen, handelspolitische Risiken sowie strukturelle Herausforderungen prägende Einflussfaktoren des globalen Umfelds.
Am Devisenmarkt wertete der Euro gegenüber dem US‑Dollar spürbar auf. Zum Jahresende notierte das Währungspaar bei rund 1,17 USD je EUR, unterstützt durch die Aussicht auf ein Ende des EZB‑Zinssenkungszyklus und eingepreiste stärkere Zinssenkungen der FED.
Die globalen Aktienmärkte entwickelten sich trotz der hohen geopolitischen und wirtschaftspolitischen Unsicherheit 2025 sehr positiv, wenn auch mit teils starken Schwankungen. Für 2026 zeichnet sich ein von Stabilisierung geprägtes Kapitalmarktumfeld ab: Sinkende Inflationsraten und moderatere Zinsen wirken unterstützend, während das reale Wachstum in Europa voraussichtlich verhalten bleibt.
Der Internationale Währungsfonds erwartet für die Jahre 2026 und 2027 eine Fortsetzung des robusten, wenn auch unter Trend verlaufenden Weltwirtschaftswachstums von jeweils rund 3,3 bzw. 3,2 Prozent, womit die Dynamik in etwa auf dem Niveau des Jahres 2025 verbleibt. Dieses Wachstum wird vor allem in Nordamerika und Teilen Asiens von anhaltend hohen Investitionen in neue Technologien, insbesondere im Bereich der künstlichen Intelligenz, getragen und durch eine unterstützende Fiskalpolitik durch überwiegend günstige Finanzierungsbedingungen. Parallel dazu wird ein weiterer Rückgang der globalen Gesamtinflation prognostiziert: von geschätzten 4,1 Prozent im Jahr 2025 auf 3,8 Prozent im Jahr 2026 und 3,4 Prozent im Jahr 2027. Die Rückkehr zum jeweiligen Inflationsziel dürfte in den USA etwas langsamer verlaufen als in anderen großen Volkswirtschaften.
2. BRANCHENWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN
Die IATA-Daten für 2025 zeigen das nächste Rekordjahr für die Luftfahrt: Mit einer durchschnittlichen Sitzplatzauslastung von 83,6 Prozent erreicht man den höchsten jemals in einem Jahr verzeichneten Wert. Sowohl das inländische als auch das internationale Passagieraufkommen verzeichneten 2025 ein moderates Wachstum. Der Inlandsverkehr stieg um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während der internationale Verkehr um 7,1 Prozent wuchs.
Die Nachfrage stieg in allen Regionen. Afrikanische Fluggesellschaften verzeichneten das höchste Jahreswachstum, mit einem Anstieg der Passagiernachfrage um 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Fluggesellschaften im asiatisch-pazifischen Raum belegten mit einem Anstieg der Passagierkilometer um 7,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr den zweiten Platz. Lateinamerika und die Karibik sowie der Nahe Osten folgten mit Wachstumsraten über dem Branchendurchschnitt. Das Verkehrsaufkommen der europäischen Fluggesellschaften stieg um 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während die nordamerikanischen Fluggesellschaften mit 0,4 Prozent den geringsten Verkehrsanstieg gegenüber dem Vorjahr verzeichneten.
Gleichzeitig sieht sich die Branche nach wie vor mit Herausforderungen konfrontiert. Trotz anhaltend hoher Nachfrage steht die Industrie auch im Jahr 2026 vor Lieferkettenproblemen, die eingeschränkte Verfügbarkeit kritischer Flugzeugsysteme – insbesondere von Triebwerken – sind weiterhin zentrale Themen für die zivile Luftfahrtindustrie. Solche Engpässe führen dazu, dass der geplante Raten-Hochlauf bei einzelnen Flugzeugfamilien langsamer geplant werden muss als ursprünglich angenommen. Die jüngsten Aussagen des Airbus-Managements unterstreichen, dass die Branche weiterhin mit Versorgungsengpässen umgehen muss.
Airbus und Boeing steigert Auslieferungen
Im Jahr 2025 verzeichnete Airbus 1.000 Bruttoaufträge, von denen nach Abzug von Stornierungen 889 Nettoaufträge verblieben. Insgesamt lieferte das Unternehmen 793 Flugzeuge an 91 Kunden aus (2024: 766 Flugzeuge). Airbus hat das Lieferziel für 2025 erreicht, musste die Prognose im November 2025 aber von ursprünglich 820 auf 790 Flugzeuge korrigieren. Der Auftragsbestand von Airbus stieg zum Jahresende auf 8.754 Flugzeuge.
Boeing konnte im vergangenen Jahr 600 Passagier- und Frachtflugzeuge ausliefern, 252 Maschinen mehr als im Vorjahr (348). Auch die Auftragseingänge zeigen die Erholung des Flugzeugherstellers. Boeing verzeichnete im vergangenen Jahr Nettobestellungen für 1.175 Flugzeuge und übertraf damit erstmals seit 2018 seinen europäischen Konkurrenten Airbus. Nach Stornierungen blieben netto 1.173 Bestellungen übrig. Der Auftragsbestand von Boeing belief sich zum 31.12.2025 auf 6.720 Flugzeuge, nach bilanzrechtlichen ASC‑606‑Bereinigungen weist der Konzern einen wirtschaftlich anerkannten Backlog von 6.130 Jets aus.
Embraer, der drittgrößte Flugzeughersteller der Welt, hat sich als
eigenständiger Mitbewerber neben Boeing und Airbus positioniert. Im Jahr 2025 lieferte das brasilianische Unternehmen insgesamt 244 Flugzeuge in verschiedenen Geschäftsbereichen aus (2024: 206).
Im Jahr 2025 hat Comac die Auslieferungen seines Schmalrumpfflugzeugs C919 weiter gesteigert und nach Branchenschätzungen rund 15 Maschinen an Kunden übergeben, nach etwa 12 Flugzeugen im Jahr 2024. Parallel dazu nimmt der Anteil chinesischer Verkehrsflugzeuge in der heimischen Flotte kontinuierlich zu: Seit 2019 ist er von etwa 1,3 Prozent auf rund 4,7 Prozent gewachsen. COMAC hat für die C919 über 1.000 Bestellungen von Airlines im Orderbuch und verfolgt das Ziel die Fertigungsraten in den kommenden Jahren stufenweise zu erhöhen. COMAC errichtet hierfür gerade eine zweite C919 Flugzeug Montagelinie. Weiters hat COMAC mit den Entwicklungsarbeiten an seinem neuen Großraumflugzeug C929 gestartet mit dem Ziel noch vor 2030 den Erstflug zu absolvieren.
Auch 2025 ist Bombardier einer der wichtigsten Flugzeughersteller im Premiumsegment der Geschäftsflugzeuge und profitiert von der anhaltend hohen Nachfrage nach den Modellen Global und Challenger. Die Global 7500 dominiert weiterhin das Ultra-Long-Range-Segment und die neue Global 8000 tritt mit einer Reichweite von rund 8.000 nautischen Meilen in den Markt ein. Nordamerika bleibt der wichtigste Absatzmarkt, während die Nachfrage in Asien und im Nahen Osten weiter deutlich wächst.
Luftfahrt und Nachhaltigkeit
Die Luftfahrtindustrie steht vor einer doppelten Herausforderung: Mit steigenden Passagierzahlen wächst die Dringlichkeit, fossile Treibstoffe zu ersetzen und die CO₂-Emissionen deutlich zu reduzieren. Eine Schlüsselrolle spielt dabei Sustainable Aviation Fuel (SAF), ein nachhaltiger Flugkraftstoff, der aus Biomasse, Abfällen oder synthetischen Quellen gewonnen wird. Der Einsatz von SAF nimmt stetig zu, auch wenn er bisher nur einen kleinen Teil des weltweit verwendeten Flugtreibstoffs ersetzt.
Seit dem 1. Jänner 2026 gilt die verpflichtende 2‑Prozent‑Beimischungsquote gemäß EU‑Verordnung ReFuelEU Aviation, und die Branche hält das Ziel ein. Der SAF‑Anteil steigt nur langsam, doch Produktionskapazitäten wachsen dank neuer Anlagen in Frankreich, Skandinavien und den USA. Airlines wie Air France‑KLM erweitern Verträge, um die 6‑Prozent‑Ziele bis 2030 vorzubereiten. Bis 2030 soll der Anteil nachhaltiger Kraftstoffe auf 6 Prozent steigen, bis 2050 sollen mehr als zwei Drittel (70 Prozent) des Flugtreibstoffs aus nachhaltigen Quellen stammen.
Die ambitionierten Klimaziele der Luftfahrtbranche bleiben bestehen. Bis 2050 soll der Luftverkehr klimaneutral werden. Dies erfordert jedoch eine enge Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Herstellern und Betreibern. Massive Investitionen in Forschung, Entwicklung und Infrastruktur sind unerlässlich. Während SAF, Wasserstoff und elektrische Antriebe als Schlüsseltechnologien gelten, wird eine vollständige Substitution fossiler Treibstoffe in den nächsten Jahrzehnten nur durch einen Mix verschiedener Maßnahmen und politischer Anreize realistisch sein.
Angaben gemäß § 243 UGB
Der FACC-Konzern ist ein österreichischer Flugzeugzulieferer mit Sitz in Ried im Innkreis, der sich mit der Forschung, Entwicklung,
Produktion und Wartung von Komponenten für die zivile Luftfahrt-
industrie befasst.
Das Geschäftsmodell stützt sich auf folgende Kernkompetenzen:
3.1. Forschung, Entwicklung und Technologiekompetenz
FACC legt großen Wert auf Forschung und Technologie (F&T), um
innovative Leichtbaulösungen für die zivile Luftfahrt zu schaffen. Im Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) stehen folgende Themen im Fokus:
Prozessinnovation: Optimierung und Weiterentwicklung moderner Fertigungstechnologien.
Konstruktionslösungen: Erarbeitung von Designkonzepten, die
Effizienz und Funktionalität steigern.
Digitalisierung und Automatisierung: Fertigungstechnologien für das robotergestützte Ablegen von Faserverbundwerkstoffen mittels Automated Tape Laying, Pick & Place oder Automated Fiber
Placement, um den Fertigungsprozess effizienter und skalierbarer zu gestalten.
FACC hat alle nötigen Zulassungen, um seine Expertise in die frühen Entwicklungsphasen neuer Flugzeugmodelle einzubringen und um innovative Lösungen anzubieten, die perfekt auf die Anforderungen der Kunden abgestimmt sind.
3.2. Serienfertigung und Kundenorientierung
Neben der technologischen Entwicklung ist die Fertigung hoch-
wertiger Bauteile ein zentraler Bestandteil des Geschäftsmodells. FACC arbeitet eng mit führenden Flugzeug- und Triebwerksherstellern zusammen, um maßgeschneiderte Komponenten in Serie zu produzieren.
Komponentenfertigung: Herstellung von Struktur- und Triebwerksbauteilen (z. B. Flügel-, Rumpf- und Triebwerksteile) sowie Kabinenelementen (z. B. Gepäckfächer, Wandverkleidungen).
Kundenspezifische Lösungen: Anpassung von Produkten an die
individuellen Spezifikationen der Kunden.
Qualitätsmanagement: Strenge und auf die jeweiligen Komponenten abgestimmte Kontrollen im gesamten Wertschöpfungsprozess, um die hohen Sicherheits- und Qualitätsanforderungen der Luftfahrtindustrie zu erfüllen.
FACC übernimmt die Verantwortung für die Konstruktion, Produktion und die Lieferung fertiger Baugruppen.
Aufgrund der unterschiedlichen Anwendungen, denen die Produkte von FACC dienen, wurden drei operative Segmente gebildet.
• Aerostructures ist für die Entwicklung, die Fertigung, den Vertrieb und die Reparatur von Strukturbauteilen verantwortlich.
• Engines & Nacelles steht für die Fertigung, den Vertrieb und die Reparatur von Triebwerksbauteilen und Triebwerksverkleidungen.
• Cabin Interior beschäftigt sich mit der Entwicklung, der Fertigung, dem Vertrieb und der Reparatur von Innenausstattungen.
3.3. Wartung, Reparatur und Instandhaltung
Erweitert wurde das Produktangebot, divisionsübergreifend, um Dienstleistungen in den Bereichen Wartung, Reparatur und Instandhaltung.
Aftermarket-Services: FACC bietet Reparatur-, Wartungs- und Überholungsdienste für Luftfahrtkomponenten an, wodurch bestehende Flugzeugflotten über ihren gesamten Lebenszyklus unterstützt werden.
Ersatzteilmanagement: Schnelle und zuverlässige Bereitstellung von Ersatzteilen für Fluggesellschaften und Wartungsunternehmen, um Standzeiten zu minimieren.
Nachhaltige Lebenszyklusverlängerung: Durch innovative Reparaturtechniken und nachhaltige Materialien trägt FACC dazu bei, die Nutzungsdauer von Bauteilen zu verlängern und den Materialverbrauch zu reduzieren.
Nach Abschluss der Verträge mit den Kunden und der internen Auftragsabwicklung werden die beauftragten Teile und Komponenten in den Werken des Konzerns und teilweise bei strategischen Partnern gefertigt. Neben den drei operativen Segmenten umfasst das
Gesamtunternehmen noch die zentralen Dienste, Strategie,
Marketing & Unternehmenskommunikation, Personalwesen,
Innovation & Forschung, Einkauf, Qualität, Logistik, Gebäude-
management, Umwelt, Gesundheit & Arbeitsschutz, Finanzen,
Controlling, Steuern, Treasury, IT, Recht, Investor Relations, Interne Revision und Risikomanagement. Diese zentralen Dienste unterstützen die operativen Segmente im Rahmen einer Matrixorganisation bei der Erfüllung ihrer Aufgaben.
Die Strategie 2030 der FACC zielt darauf ab, die Rolle als innovativer Anbieter von Leichtbaulösungen in der Luftfahrtindustrie
kontinuierlich zu stärken und weiterzuentwickeln. Die Schwerpunkte der Strategie lassen sich wie folgt zusammenfassen.
4.1. Performance im Fokus
Fokus der FACC bleibt die zivile Luftfahrt. Als langjähriger und verlässlicher Fertigungs- und Entwicklungspartner der großen Flugzeughersteller sowie Triebwerksproduzenten kann FACC nicht nur auf hochqualitative Produkte, sondern auch auf beste Kundenbeziehungen verweisen. Diese will FACC weiter vertiefen, ganz im Sinne der langfristigen Planbarkeit, die gerade in der Luftfahrt-
industrie von großer Bedeutung ist. Im Fokus ist dabei insbesondere die finanzielle Stabilität sicherzustellen und die Profitabilität nachhaltig zu steigern. Im Kerngeschäft – der zivilen Luftfahrt – wächst die FACC durch:
die Erhöhung von Marktanteilen
die Erweiterung des Kunden- und Produktportfolios
den Ausbau des Kompetenzportfolios durch Bildung strategischer Partnerschaften
den Fokus auf integrierte Subsysteme wie zum Beispiel Primär-
strukturen und Gesamtkabinenkonzepte
4.2. Nachhaltige Transformation
Die FACC AG setzt auf eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie, die auf Innovation, Effizienz und soziale Verantwortung ausgerichtet ist. Ziel ist es, den Wandel in der Luftfahrtbranche aktiv mitzugestalten und nachhaltige Werte entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu schaffen. Die zentralen Maßnahmen sind:
Innovative und nachhaltige Produkte entwickeln: Durch den Einsatz zirkulärer Designs werden Bauteile und Materialien entwickelt, die den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft entsprechen und den Lebenszyklus der Produkte verlängern.
Nachhaltige Energiequellen priorisieren: FACC plant, den Anteil nachhaltiger Energiequellen bis 2030 von derzeit 60 Prozent auf
90 Prozent zu erhöhen. Der Fokus liegt auf Geothermie, Wasserkraft und Photovoltaik, um die CO₂-Bilanz der Produktionsprozesse
signifikant zu verbessern.
Offene und inklusive Unternehmenskultur fördern: FACC setzt auf die Zertifizierung als familienfreundlicher Arbeitgeber und hat im Jahr 2025 die Auszeichnung „Beruf und Familie“ erhalten.
Die Förderung einer Unternehmenskultur, die Diversität, Gleichheit und Inklusion (DEI) aktiv lebt, steht im Fokus. Über 50 Nationalitäten im Unternehmen werden durch Initiativen wie „International Cafés“ unterstützt, um den internationalen Kolleginnen und Kollegen den Aufbau interner Netzwerke und die Orientierung im beruflichen und persönlichen Umfeld zu erleichtern.
Gleichberechtigung stärken: Das Frauen-Netzwerk „FACC
Wings for Women“ ermutigt Frauen, ihr Potenzial zu entfalten, fördert Karrierechancen und setzt sich für die Sichtbarkeit weiblicher Talente ein.
Ein robustes Compliance-System sicherstellen: Die Robustheit des Compliance Management Systems wird jährlich durch externe Audits überprüft, um ein Höchstmaß an Transparenz und Integrität zu gewährleisten. Darüber hinaus werden die Mitarbeiterschulungen jährlich weiterentwickelt, um eine kontinuierliche Sensibilisierung und Verantwortungsübernahme sicherzustellen.
Effizienz durch kontinuierliche Verbesserung steigern: FACC hat sich verpflichtet, die ESG-Bewertungen (derzeit EcoVadis und CDP) bis 2027, um mindestens einen Score-Punkt zu verbessern. Dieser kontinuierliche Fortschritt spiegelt das Engagement des
Unternehmens wider, ökologische, soziale und unternehmerische Nachhaltigkeit zu fördern.
Zusätzlich wird bis Ende 2026 eine E-Learning-Plattform eingeführt, die Schulungen zu Nachhaltigkeit und ethischen Geschäftspraktiken für alle Mitarbeiter anbietet. Ziel ist es, das Bewusstsein, die Eigenverantwortung und das Engagement aller Mitarbeiter zu stärken.
4.3. Neue Märkte und Diversifikation
FACC erweitert kontinuierlich ihr Kunden- und Produktportfolio. Auf Basis ihrer Leichtbaukompetenz will sie verstärkt in den neuen
Märkten wie Advanced Air Mobility (AAM) wachsen und damit ihr
Produktportfolio weiter diversifizieren.
Das Prinzip der Dekarbonisierung gilt für alle Mobilitätsanbieter, egal ob Flugzeug, Bahn oder Auto. Damit ergeben sich für FACC völlig neue Marktchancen mit potenziellem Umsatzwachstum durch Entwicklung, Fertigung und Wartung. Flugtaxis und Drohnen etwa, die in der Logistik eingesetzt werden, um Pakete auf die "letzte Meile" zu bringen oder im medizinischen Bereich zum Transport dringend benötigter Organe. In den Metropolen der Welt gewinnt diese Form der Mobilität zunehmend an Bedeutung.
5. Entwicklung der FACC AG
Der FACC AG obliegt die Holdingfunktion. Als Muttergesellschaft der FACC Operations GmbH übernimmt sie Managementtätigkeiten und Financial Services für den Konzern. Zahlenangaben für den Einzelabschluss der FACC AG erfolgen nach UGB, jene für den FACC-Konzern nach IFRS.
Die Umsatzerlöse von 14,1 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2025 (2024 10,9 Mio. EUR) resultieren aus Verrechnungen von Managementleistungen gegenüber der FACC Operations GmbH.
Das Ergebnis vor Steuern der FACC AG beläuft sich zum 31.12.2025 auf 1,9 Mio. EUR (2024: 1,9 Mio. EUR).
Die FACC AG erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Jahresüberschuss von 1,4 Mio. EUR (2024: Jahresüberschuss von 0,7 Mio. EUR). Das Eigenkapital veränderte sich im Geschäftsjahr 2025 auf 297,1 Mio. EUR gegenüber 295,8 Mio. EUR im Vorjahr.
Die Eigenkapitalquote der FACC AG betrug zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 85,5 Prozent (2024: 85,6 Prozent).
6. ENTWICKLUNG DES FACC-KONZERNS
| | | |
| 2023 | 2024 | 2025 |
Umsatz | 736,2 | 884,5 | 984,4 |
davon Produktumsatz | 693,3 | 803,7 | 907,0 |
davon Entwicklungsumsatz | 42,9 | 80,8 | 77,4 |
EBIT (berichtet) | 17,5 | 28,3 | 42,3 |
EBIT-Marge (operativ) | 2,4 % | 3,2 % | 4,3 % |
Ergebnis je Aktie | 0,20 | 0,14 | 0,46 |
| | | |
Im Geschäftsjahr 2025 erzielte der FACC-Konzern einen Umsatz von 984,4 Mio. EUR und verzeichnete damit ein Umsatzwachstum in Höhe von 99,9 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr (2024: 884,5 Mio. EUR). Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich der Umsatz somit um rund
11 Prozent. Dieser Zuwachs resultiert nach wie vor maßgeblich aus einer konstant steigenden Anzahl an Kundenabrufen . Speziell die beiden
Segmente Engines & Nacelles sowie Cabin Interiors konnten von der insgesamt positiven Marktentwicklung profitieren. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Division Cabin Interiors um 21,8 Prozent gewachsen. Mit einem Umsatzanteil von 46,6 Prozent am Gesamtumsatz ist sie zugleich die größte Division der FACC. Aerostructures ist mit einem Anteil von 35,1 Prozent am Gesamtumsatz die zweitgrößte Division der FACC, entwickelte sich im Vergleich zum Vorjahr jedoch leicht rückläufig. Ursächlich für den Rückgang sind niedrigere Entwicklungsumsätze bzw. die geringere Abrechnung von Meilensteinzahlungen aus solchen Entwicklungsaufträgen als im Vorjahreszeitraum. Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Division Engines & Nacelles ein Umsatzwachstum von 14,3 Prozent verzeichnen. Mit einem Umsatzanteil von 18,3 Prozent am Gesamtumsatz sind die Projekte in Zusammenhang mit Triebwerksbauteilen aber nach wie vor das kleinste Segment der FACC.
Airbus ist mit einem Anteil von 46,2 Prozent am Gesamtumsatz nach wie vor der größte Kunde der FACC. Die Projekte auf der Airbus A320 Familie sind mit über 37 Prozent Anteil am Gesamtumsatz in den Divisionen Cabin Interiors und Aerostructures die umsatzstärksten Projekte. Im Bereich Engines & Nacelles wurden im vergangenen Jahr wesentliche Umsätze mit den Triebwerksherstellern Pratt & Whitney und Rolls Royce, dem Kunden Collins für Triebwerksverkleidungen sowie den steigenden Raten in Zusammenhang mit den AAM-Projekten erzielt.
Das ausgewiesene Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag im
Geschäftsjahr 2025 bei 42,3 Mio. EUR (2024: 28,3 Mio. EUR) und entspricht den Erwartungen des Managements. Einen negativen Einfluss auf das Ergebnis haben Rohmaterialkostensteigerungen im Bereich der Divisionen Aerostructures. Es wurden Gegenmaßnahmen eingeleitet bzw. umgesetzt, diese werden ab dem ersten Quartal 2026 zu beginnen wirken und die momentanen Belastungen teilweise kompensieren. Die Einsparungseffekte aus den Fertigungsverlagerungen insbesondere in der Division Cabin Interiors trugen wesentlich zur Ergebnisverbesserung im Jahr 2025 bei. Die bis 2027 geplanten Verlagerungsaktivitäten werden schrittweise weiter zu einer nachhaltigen Erhöhung der Ertragskraft führen.
Aufgrund der nach wie vor hohen Standortkosten in Österreich, wo nach wie vor der größte Teil der Wertschöpfung erwirtschaftet wird, sind weitere effizienzsteigernde Maßnahmen ein äußerst wichtiger Bestandteil zur Absicherung einer nachhaltigen Ergebnisverbesserung der FACC. Skaleneffekte, Produktivitätssteigerung, Materialpreisanpassungen durch die Neuordnung der Supply Chain, Sachkostenreduktion sowie das Forcieren der Auslastungssteigerung im neuen Werk 6 in Kroatien, zählen dabei zu den wesentlichen Themen.
Zentrales Ziel des Finanzmanagements von FACC ist es, jederzeit die ausreichende Liquidität des Konzerns sicherzustellen, finanzielle Risiken zu vermeiden und die finanzielle Flexibilität zu gewährleisten. Zur Sicherung der Liquidität und zur Verringerung von Risiken nutzt FACC verschiedene interne und externe Finanzierungsquellen mit unterschiedlichen Fristigkeiten. Die längerfristige Liquiditätsprognose erfolgt auf Basis der operativen Planung des Konzerns. Der Mittelzufluss aus der operativen Tätigkeit der Geschäftssegmente stellt die Hauptliquiditätsquelle des Konzerns dar. Dadurch werden der externe Finanzierungsbedarf und die Zinsaufwendungen reduziert. Zur Sicherung der Liquidität nutzt FACC zudem verschiedene Finanzierungsinstrumente wie Schuldscheindarlehen, Kreditvereinbarungen, Leasingmodelle sowie Factoring-Programme.
Finanzierungsinstrumente
In den Treasury-Grundsätzen von FACC sind die Bankpolitik, Grundsätze der Finanzierungsvereinbarungen, das Liquiditäts- und Finanzanlagenmanagement sowie das Management von Währungs- und Zinsrisiken geregelt. Gemäß den Grundsätzen des Konzerns werden alle Kreditlinien durch die Treasury-Abteilung konzernweit verwaltet.
Zum Finanzierungspotenzial aus dem genehmigten und bedingten
Kapital sowie zu den Finanzierungsquellen wird auf die Erläuterungen im Konzernanhang unter Note 39 verwiesen. Damit hat FACC die wesentlichen Voraussetzungen für eine nachhaltige und stabile
Finanzierung geschaffen.
Die abgegrenzten Zinsaufwendungen sind in den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten enthalten.
Bestimmte Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch Pfandrechtseinräumungen an betrieblichen Liegenschaften, sowie durch Bundeshaftungen für Kredite besichert. Der Exportkredit im Kontrollbankverfahren wird durch Exportforderungen in Höhe von 120 Prozent des ausstehenden Kreditvertrages besichert. Die Sicherheiten für bestimmte Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten im Zusammenhang mit Grundstücken und Gebäuden betrugen 15.966 TEUR (Vorjahr: 15.966 TEUR).
Schuldscheindarlehen
Am 31. Juli 2019 wurden Schuldscheindarlehen in einer Gesamthöhe von 70.000 TEUR emittiert. Die einzelnen Tranchen sind sowohl fix als auch variabel verzinst und nach fünf, sieben und zehn Jahren zur Rückzahlung fällig. Die Finanzierungsverträge enthalten eine Zinserhöhungsklausel von 50 Basispunkten, falls Net Financial Debt/EBITDA einen Wert von 3,75 übersteigt. Diese Zinserhöhungsklausel kam seit dem Geschäftsjahr 2020 zur Anwendung und entfiel ab dem Geschäftsjahr 2024 wieder. Die Kennzahl wird jährlich getestet. Es besteht kein Kündigungsrecht für den Gläubiger.
Am 31. Juli 2024 wurden Schuldscheindarlehen in einer Gesamthöhe von 24.000 TEUR zur teilweisen Refinanzierung der abgelaufenen Schuldscheindarlehen (in Höhe von 24.500 TEUR) vom 31. Juli 2019 emittiert. Die einzelnen Tranchen sind sowohl fix als auch variabel verzinst und nach drei, fünf und sieben Jahren zur Rückzahlung fällig. Die Finanzierungsverträge enthalten eine Zinssenkungsklausel von 25 Basispunkten, falls das Verhältnis Net Financial Debt/EBITDA einen Wert von 3,5 unterschreitet. Zudem besteht ein Kündigungsrecht der Gläubiger, sofern die Eigenkapitalquote nicht mindestens 20 Prozent beträgt. Die Kennzahlen werden jährlich zum 31. Dezember getestet. Die Financial Covenants für dieses Schuldscheindarlehen wurden zum 31. Dezember 2025 eingehalten. Der Konzern erwartet, dass die jährlich zu erfüllenden Covenants auch in den nächsten 12 Monaten nach dem Abschlussstichtag eingehalten werden.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 war das Schuldscheindarlehen vom 31. Juli 2019 mit 45.500 TEUR (Vorjahr: 45.500 TEUR) und das Schuldscheindarlehen vom 31. Juli 2024 mit 24.000 TEUR (Vorjahr: 24.000 TEUR) enthalten.
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Konsortialkredit
Der ursprünglich am 29. August 2018 abgeschlossene Konsortialkredit über 225.000 TEUR, wurde seitdem mehrmals abgeändert und zuletzt mit Wirkung zum 23. Oktober 2025 mit fünf teilnehmenden Banken erneut angepasst. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 bestehen vier Fazilitäten mit verschiedenen Verwendungszwecken. Drei dieser Fazilitäten betreffen OeKB-Programme. Eine OeKB-Beteiligungsfinanzierung mit einem Betrag in Höhe von ursprünglich 36.000 TEUR und ein OeKB-Exportinvest mit einem Betrag in Höhe von ursprünglich 33.526 TEUR wurden in der Abänderung vom 17. Februar 2023 abgeschlossen. Sie haben eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2027. Der OeKB-Kontrollbankrefinanzierungsrahmen (KRR) in Höhe von 50.000 TEUR wurde mit Wirkung zum 23. Oktober 2025 um ein Jahr bis zum 17. Februar 2027 verlängert. Ein aus dem ursprünglich am 29. August 2018 abgeschlossenen Konsortialkredit bestehender OeKB-Exportinvest in Höhe von ursprünglich 25.000 TEUR wurde am 30. Juni 2025 zurückgezahlt. Die revolvierende Kreditlinie mit einem Volumen von 95.500 TEUR wurde mit Wirkung zum 23. Oktober 2025 um ein Jahr bis zum 17. Februar 2027 verlängert. Die FACC AG und die FACC Solutions Croatia d.o.o. fungieren weiterhin als Garantiegeber. Bis auf den Kontrollbankrefinanzierungsrahmen und die Beteiligungsfinanzierung, die durch Forderungen besichert sind, sind alle Fazilitäten unbesichert.
Als Financial Covenants für den Konsortialkredit wurden folgende festgelegt:
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| 31.12.2025 | 31.12.2026 |
Net Financial Debt/EBITDA | ☐ 3,75 | ☐ 3,50 |
Eigenkapitalquote in Prozent | 25 % | 25 % |
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Die Financial Covenants für den Konsortialkredit zum jeweiligen
Jahresende gelten auch zum 30. Juni des jeweiligen Jahres (z. B. gilt am 30. Juni 2026 3,50 wie am 31. Dezember 2026) und werden halbjährlich getestet. Bei einem Überschreiten der Kennzahlen besteht ein Kündigungsrecht der Gläubiger.
Für alle relevanten Stichtage nach dem 31. Dezember 2025 ist ein Net Financial Debt/EBITDA von 3,5 sowie eine Eigenkapital-Quote von mindestens 25 Prozent notwendig.
Der Konzern erwartet, dass die halbjährlich zu erfüllenden Covenants im Zeitraum von 12 Monaten nach dem Abschlussstichtag eingehalten werden.
Zum Jahresende 2025 war die revolvierende Kreditlinie mit 20.000 TEUR (Vorjahr: 25.000 TEUR), der Kontrollbank-
refinanzierungsrahmen mit 50.000 TEUR (Vorjahr: 50.000 TEUR), die Beteiligungsfinanzierung mit 19.200 TEUR (Vorjahr 24.800 TEUR) und der Exportinvest mit 17.881 TEUR (Vorjahr: 25.179 TEUR) ausgenutzt.
Der Konsortialkredit läuft Mitte Februar 2027 bzw. im Dezember 2027 aus. Aufgrund der aktuellen Geschäftsentwicklung, der Planungen des FACC-Konzerns und der regelmäßig stattfindenden Bankengespräche gibt es keine Anzeichen, dass Refinanzierungen bei bestehenden Finanzierungspartnern nicht durchgeführt werden können.
Darlehen außerhalb des Konsortialkredites
Am 17. September 2024 wurde ein Darlehen über 15.000 TEUR abgeschlossen und in der Folge zur Gänze ausgenutzt. Die Tranche ist variabel und nach drei Jahren zur Rückzahlung fällig. Der Finanzierungsvertrag enthält eine Zinssenkungsklausel von 30 Basispunkten, falls das Verhältnis Net Financial Debt/EBITDA einen Wert von 3,0 unterschreitet und eine Zinserhöhungsklausel, falls das Verhältnis Net Financial Debt/EBITDA einen Wert von 4,5 überschreitet.
Zum Jahresende 2025 wurde dieses bilaterale Darlehen mit 15.000 TEUR (Vorjahr: 15.000 TEUR) ausgenutzt.
6.1.1. Liquiditätsanalyse
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| 2023 in Mio. EUR | 2024 in Mio. EUR | 2025 in Mio. EUR |
Cashflow aus laufender Tätigkeit | 36,6 | 32,0 | 80,8 |
Cashflow aus Investitionstätigkeit | –19,4 | –24,3 | –21,6 |
Free Cashflow | 17,2 | 7,7 | 59,1 |
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | –12,3 | –45,9 | –60,1 |
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Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands | 4,9 | –38,2 | –0,9 |
Bewertungseffekte aus Fremdwährungsunterschieden | –9,0 | –1,4 | –5,3 |
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Finanzmittelbestand am Beginn der Periode | 102,7 | 98,6 | 59,0 |
Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 98,6 | 59,0 | 52,7 |
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Eine der zentralen Steuerungsgrößen von FACC ist die Kennzahl Free Cashflow. Den Free Cashflow ermittelt FACC aus der Kombination der Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit und aus Investitionstätigkeit.
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit lag im Berichtsjahr 2025 bei 80,8 Mio. EUR und somit um 48,8 Mio. EUR über dem Vorjahreswert von 32,0 Mio. EUR. Die Veränderung kommt im Wesentlichen aus einem Anstieg des operativen Ergebnisses und der Veränderung im Working Capital. Leicht gesunkene Forderungen, reduzierte Verbindlichkeiten und Vorräte, speziell im Bereich der Halbfabrikate, unter Berücksichtigung einer wesentlich höheren Betriebsleistung im Vergleich zum Vorjahr trugen im Wesentlichen zu der Erhöhung bei.
Cashflow aus Investitionstätigkeit
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich im Berichtsjahr 2025 auf –21,6 Mio. EUR gegenüber –24,3 Mio. EUR im Vorjahr. Zu dieser Reduktion trugen insbesondere die geringeren Auszahlungen für Gebäude im Allgemeinen bei.
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
Im Berichtsjahr 2025 lag der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit bei –60,1 Mio. EUR (2024: –45,9 Mio. EUR).
Free Cashflow
Im Berichtsjahr 2025 lag der Free Cashflow bei 59,1 Mio. EUR.
6.1.2. Nettofinanzverbindlichkeiten
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| 2023 | 2024 | 2025 |
Schuldscheindarlehen | 70,0 | 69,5 | 69,5 |
Leasingverbindlichkeiten | 72,1 | 74,0 | 70,4 |
Sonstige Finanzverbindlichkeiten | 165,8 | 156,3 | 128,7 |
Bruttofinanzverbindlichkeiten | 307,9 | 299,8 | 268,6 |
| | | |
Abzüglich | | | |
Liquide Mittel | 98,6 | 59,0 | 52,7 |
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Nettofinanzverbindlichkeiten | 209,3 | 240,8 | 215,8 |
| | | |
Die für die Konzernfinanzierung wesentliche Kennzahl Nettofinanzverbindlichkeiten/EBITDA entwickelte sich wie folgt:
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| 31.12.2023 in Mio. EUR | 31.12.2023 in Mio. EUR | 31.12.2025 in Mio. EUR |
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) | 17,5 | 28,3 | 42,3 |
Zuzüglich/abzüglich | | | |
Abschreibungen und Wertminderungen | 23,1 | 24,0 | 25,7 |
Amortisierung Vertragserfüllungskosten | 16,0 | 14,6 | 12,8 |
Wertminderung Vertragserfüllungskosten | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
EBITDA (angepasst) | 56,6 | 66,9 | 80,8 |
| | | |
Nettofinanzverbindlichkeiten/EBITDA (angepasst) | 3,68 | 3,60 | 2,67 |
| | | |
| | | |
| 31.12.2023 in Mio. EUR | 31.12.2024 in Mio. EUR | 31.12.2025 in Mio. EUR |
Langfristiges Vermögen | 319,2 | 320,8 | 290,7 |
Kurzfristiges Vermögen | 387,3 | 389,7 | 391,1 |
Aktiva | 706,5 | 710,5 | 681,8 |
| | | |
Eigenkapital | 220,6 | 215,8 | 249,0 |
| | | |
Langfristige Schulden | 182,8 | 208,1 | 145,9 |
Kurzfristige Schulden | 303,1 | 286,6 | 286,9 |
Schulden | 485,9 | 494,7 | 432,8 |
| | | |
Eigenkapital und Schulden | 706,5 | 710,5 | 681,8 |
| | | |
Eigenkapitalquote in Prozent | 31,2 | 30,4 | 36,5 |
| | | |
Das langfristige Vermögen des FACC-Konzerns belief sich zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 auf 290,7 Mio. EUR (Vergleichszeitraum 2024: 320,8 Mio. EUR).
Das kurzfristige Vermögen erhöhte sich im Vergleichszeitraum um 1,4 Mio. EUR. Der Bestand an liquiden Mitteln reduzierte sich um 6,3 Mio. EUR auf 52,7 Mio. EUR. Die Vorräte sanken von 178,3 Mio. EUR zu Ende des Geschäftsjahrs 2024 auf 175,7 Mio. EUR am 31. Dezember 2025. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beliefen sich zum 31. Dezember 2025 auf 68,8 Mio. EUR.
Das Eigenkapital des FACC-Konzerns erreichte zum Ende des Berichtsjahres einen Wert von 249,0 Mio. EUR. Dies entspricht einer Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2025 von 36,5 Prozent (2024: 30,4 Prozent).
Innerhalb der langfristigen Schulden sanken die sonstigen
Finanzverbindlichkeiten von 52,1 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2024 auf 41,3 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2025.
Bei den kurzfristigen Schulden sanken die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen im Vergleich zum Vorjahr um 9,1 Mio. EUR auf 90,0 Mio. EUR.
Aufgrund der teilweisen Refinanzierung des Schuldscheindarlehens vom 31. Juli 2019 mit einer Gesamthöhe von 24,0 Mio. EUR und mit Laufzeiten von 3 – 7 Jahren sind zum 31. Dezember 2025 sämtliche Schuldscheindarlehen unter den langfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.
7. ENTWICKLUNG DER SEGMENTE
Die Segmentberichterstattung folgt der internen Steuerung und Berichterstattung des FACC-Konzerns.
Die zentrale Erfolgsgröße, anhand derer die Steuerung der Geschäftssegmente erfolgt und die an die verantwortliche Unternehmensinstanz (Vorstand der FACC AG) berichtet wird, ist das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT). Aufgrund der unterschiedlichen Anwendungen, denen die Produkte dienen, wurden drei operative Segmente gebildet:
• Aerostructures: Entwicklung, Fertigung, Vertrieb und Reparatur von Strukturbauteilen
• Engines & Nacelles: Entwicklung, Fertigung, Vertrieb und Reparatur von Triebwerksbauteilen
• Cabin Interiors: Entwicklung, Fertigung, Vertrieb und Reparatur von Innenausstattungen
7.1. Segment Aerostructures
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| 2023 in Mio. EUR | 2024 in Mio. EUR | 2025 in Mio. EUR |
Umsatzerlöse | 272,4 | 350,1 | 345,1 |
EBIT (berichtet) | 12,9 | 15,4 | 7,2 |
EBIT-Marge (berichtet) | 4,7 % | 4,4 % | 2,1 % |
| | | |
Der Umsatz im Segment Aerostructures belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf 345,1 Mio. EUR (2024: 350,1 Mio. EUR). Die Division ist mit einem Anteil von 35,1 Prozent am Gesamtumsatz das zweitgrößte Segment der FACC, entwickelte sich im Vergleich zum Vorjahr jedoch leicht rückläufig. Ursächlich für den Rückgang sind niedrigere Entwicklungsumsätze bzw. die geringere Abrechnung von Meilensteinzahlungen aus solchen Entwicklungsaufträgen als im Vorjahreszeitraum. Die Airbus A320-Familie ist nach wie vor der größte Umsatzträger in der Division Aerostructures, gefolgt von der Airbus A220 und der Airbus A350-Plattform.
Einen negativen Einfluss auf das Ergebnis im Geschäftsjahr 2025 haben im Bereich Aerostructures wie bereits im Geschäftsjahr 2024 deutliche Rohmaterialkostensteigerungen.
7.2. Segment Engines & Nacelles
| | | |
| 2023 in Mio. EUR | 2024 in Mio. EUR | 2025 in Mio. EUR |
Umsatzerlöse | 129,7 | 157,6 | 180,2 |
EBIT (berichtet) | 13,5 | 19,1 | 21,8 |
EBIT-Marge (berichtet) | 10,4 % | 12,1 % | 12,1 % |
| | | |
Der Umsatz des Segments Engines & Nacelles erreichte im Geschäftsjahr 2025 einen Wert von 180,2 Mio. EUR (2024: 157,6 Mio. EUR). Die umsatzstärksten Kunden in diesem Segment sind weiterhin die Triebwerkshersteller Rolls Royce, Pratt & Whitney und Collins Aerospace. Das Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 2025 ist insbesondere auf die steigenden Bauraten der Programme Boeing 787 und Airbus A350 sowie den Anstieg im Bereich AAM zurückzuführen.
Mit einer EBIT-Marge von 12,1 Prozent für das Geschäftsjahr 2025 erzielte die umsatzmäßig kleinste Division den höchsten Ergebnisbeitrag.
7.3. Segment Cabin Interiors
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| 2023 in Mio. EUR | 2024 in Mio. EUR | 2025 in Mio. EUR |
Umsatzerlöse | 334,1 | 376,8 | 459,1 |
EBIT (berichtet) | –8,9 | –6,2 | 13,3 |
EBIT-Marge (berichtet) | –2,7 % | –1,6 % | 2,9 % |
| | | |
Mit einem Anteil von rund 46,6 Prozent am Gesamtumsatz ist die
Division Cabin Interiors das umsatzstärkste Segment. Im Geschäftsjahr 2025 betrug der Umsatz in diesem Bereich 459,1 Mio. EUR (2024: 376,8 Mio. EUR). Auch hier spiegelt sich die allgemeine Marktnachfrage wider. Die Airbus A320-Familie trug wesentlich zum Umsatzanstieg bei. Zudem konnten die Business-Jet-Plattformen sowie die chinesischen Plattformen mit steigenden Raten zum Umsatzanstieg in der Division Cabin Interiors beitragen.
Positiv auf das Ergebnis wirkt sich die Fertigungsverlagerung nach Kroatien aus. Im Geschäftsjahr 2025 manifestierten sich die zahlreichen Anstrengungen der Vergangenheit in einer positiven EBIT-Marge von 2,9 Prozent.
8.1. Grundsätze des Risikomanagements
Ein effektives Risikomanagement ist ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensführung und trägt maßgeblich zur Sicherung des nachhaltigen Erfolgs der FACC AG und ihrer Tochterunternehmen, einschließlich der FACC Operations GmbH, bei. Ziel ist es, Risiken frühzeitig zu identifizieren, angemessen zu analysieren und zu bewerten sowie wirksam zu steuern. Dadurch werden sowohl strategische als auch operative Ziele unterstützt. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass potenziell bestandsgefährdende Entwicklungen rechtzeitig erkannt und Schäden abgewendet werden.
Die FACC AG hat ein umfassendes Risikomanagementsystem (ERM) implementiert, dass sich an international anerkannten Standards wie dem COSO-II-Rahmenwerk und der ISO 31000 orientiert. Das System unterstützt die Einhaltung gesetzlicher und interner Vorgaben und ist weitgehend in strategische sowie operative Entscheidungsprozesse integriert. Das zentrale Risikomanagement stellt hierfür Methoden bereit und verantwortet die Berichterstattung sowie die Überwachung der definierten Mindeststandards.
8.2. Aufbau- und Ablauforganisation des Risikomanagements
Das ERM der FACC AG ist dezentral organisiert und kombiniert zentrale Steuerung mit lokaler Verantwortung. Diese Struktur ermöglicht eine wirksame Beurteilung und Steuerung von Risiken über alle Unternehmensebenen und Bereiche hinweg.
Die zentrale Risikomanagementfunktion ist für die Bereitstellung von Methoden und Tools sowie für die Definition und Überwachung einheitlicher Mindeststandards verantwortlich. Sie koordiniert und aggregiert die gemeldeten Risiken und stellt sicher, dass diese regelmäßig auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft werden.
Die Verantwortung für die Identifikation, Analyse und Bewertung von Risiken liegt bei den Risikoeignern in den operativen Einheiten und Tochtergesellschaften. Dadurch wird das Risikobewusstsein in den operativen Bereichen gestärkt, eine gelebte Risikokultur unterstützt und sichergestellt, dass Risiken dort gesteuert werden, wo sie entstehen.
Ein zentrales Element des ERM der FACC AG ist das auf Vorstandsebene angesiedelte Risiko-Komitee, das mindestens zweimal jährlich tagt. Es setzt sich aus den Mitgliedern des Vorstands sowie wesentlichen internen Stakeholdern des Risikomanagements zusammen. Ziel des Risiko-Komitees ist es, die wichtigsten risikorelevanten Themen, Erkenntnisse und Ereignisse zu bewerten und mögliche Maßnahmen zu diskutieren. Die Ergebnisse fließen in die strategische und operative Entscheidungsfindung des Vorstands ein.
Der Aufsichtsrat wird im Rahmen des Audit Committees regelmäßig über die Risikosituation informiert. Diese Berichterstattung umfasst wesentliche Risiken sowie Maßnahmen zur Steuerung und Minimierung potenzieller Unsicherheiten und Gefahren.
Das zentrale Risikomanagement stellt sicher, dass alle Risiken in einem zentralen IT-gestützten System erfasst und halbjährlich aktualisiert werden. Dies ermöglicht eine effiziente Aggregation und Konsolidierung der Risiken auf Konzernebene und gewährleistet eine einheitliche und transparente Berichterstattung.
8.3. Überwachung und Wirksamkeit
Die Wirksamkeit des ERM wird durch kontinuierliche Überwachungs- und Verbesserungsprozesse sichergestellt. Dabei werden Optimierungspotenziale identifiziert und umgesetzt, wobei interne und externe Anforderungen berücksichtigt werden.
Das ERM wird regelmäßig von Internal Audit geprüft, um sicherzustellen, dass die festgelegten Mindeststandards eingehalten und wirksam umgesetzt werden. Zusätzlich erfolgt einmal jährlich eine Funktionsprüfung durch den Abschlussprüfer gemäß Regel 83 des Österreichischen Corporate Governance Kodex. Diese Prüfung dient der Beurteilung, ob das ERM wirksam und angemessen ausgestaltet ist und unterstützt die kontinuierliche Weiterentwicklung. Die Ergebnisse dieser Überwachungs- und Prüfungsprozesse werden regelmäßig an den Vorstand sowie den Aufsichtsrat der FACC AG berichtet.
Anzumerken ist, dass das ERM zwar als angemessen und wirksam bewertet wird, jedoch systemimmanente Grenzen bestehen, die die Funktionsfähigkeit eines jeden Risikomanagementsystems ein-schränken können. Selbst ein sorgfältig ausgestaltetes und effektiv umgesetztes System kann nicht gewährleisten, dass alle Risiken rechtzeitig erkannt oder vollständig vermieden werden.
Die wesentlichen Risikofelder stellen sich wie folgt dar:
8.4. Strategische Risiken
Die strategischen Risiken der FACC AG ergeben sich insbesondere aus externen Einflüssen, regulatorischen Anforderungen und branchenspezifischen Herausforderungen. Sie können wesentliche Auswirkungen auf die Umsetzung der Unternehmensstrategie, insbesondere der Strategie 2030, sowie auf die nachhaltige Geschäftsentwicklung haben. In einem Marktumfeld mit hohen Innovations- und Kostenanforderungen ist die frühzeitige Identifikation und Steuerung strategischer Risiken daher wesentlich, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Das ERM ermöglicht es, strategische Risiken frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen zu steuern. Nachfolgend werden wesentliche Risikofelder dargestellt, darunter die Abhängigkeit von wenigen Schlüsselunternehmen in der globalen Luftfahrtindustrie, die Komplexität internationaler Lieferketten sowie die Herausforderungen eines zunehmend regulierten Umfelds.
Abhängigkeit von globaler Luftfahrtindustrie und Marktstrukturen
Die Luftfahrtbranche ist von einer begrenzten Anzahl an Flugzeugherstellern (OEMs) geprägt. Daraus ergibt sich eine hohe Abhängigkeit zu wenigen Schlüsselunternehmen. Änderungen beispielsweise in den Ratenhochlaufstrategien, Bedarfsplänen oder wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dieser Großkunden können unmittelbare Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung haben. Zusätzlich erschweren die langfristigen Entwicklungszyklen der Branche sowie intensive Preisverhandlungen die Anpassungsfähigkeit an sich schnell verändernde Marktbedingungen.
Zur Minderung dieser Risiken setzt FACC auf die Diversifizierung der Kundenbasis und den Ausbau neuer Geschäftsfelder. Im Rahmen der jährlichen Budgetplanung werden die von den OEMs angekündigten Bedarfe analysiert und auf Basis von Marktanalysen, externen Indikatoren sowie branchenspezifischen Trends plausibilisiert. Daraus abgeleitete Zu- oder Abschläge werden in die Planungen integriert. Dies ermöglicht es, frühzeitig auf Abweichungen zu reagieren und die eigene Produktion flexibler zu steuern.
Abhängigkeit von der Lieferkette
Die globalen und komplexen Lieferketten der Luftfahrtindustrie sind anfällig für geopolitische Spannungen, Rohstoffknappheit und externe Ereignisse wie Naturkatastrophen. Gleichzeitig unterliegen sie hohen Qualitätsanforderungen und strengen Qualifizierungsprozessen. Zudem sind Lieferanten häufig durch OEMs vorgegeben. Bestimmte Bauteile oder Materialien sind oft nur von einzelnen Herstellern verfügbar (Single Source), was die Flexibilität in der Beschaffung einschränken und das Risiko von Engpässen erhöhen kann.
FACC begegnet diesen Herausforderungen mit einem vorausschauenden Lieferkettenmanagement, das auf Diversifizierung, strategische Partnerschaften und eine optimierte Lagerhaltung ausgerichtet ist. Die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten wird laufend analysiert, um frühzeitig alternative Bezugsquellen zu identifizieren und Versorgungsrisiken zu minimieren.
Regulatorisches Umfeld
Die Luftfahrtbranche ist durch ein streng reguliertes Umfeld geprägt, das laufend neuen Anforderungen unterliegt. Verschärfte Exportkontrollen, wachsende Handelshemmnisse und strengere Umweltauflagen beeinflussen Geschäftsabläufe entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Politische und wirtschaftliche Entwicklungen können den Zugang zu bestimmten Märkten einschränken, zusätzliche Genehmigungspflichten auslösen und administrative Aufwände erhöhen.
Für FACC ergeben sich daraus Herausforderungen in der Material-
beschaffung, der Lieferkette und der Markterschließung. Strengere Exportkontrollen können beispielsweise den Handel mit bestimmten Ländern oder den Zugang zu essenziellen Rohstoffen, Erzeugnissen und Technologien erschweren. Gleichzeitig erfordern regulatorische Änderungen eine laufende Anpassung der internen Prozesse, um die Einhaltung neuer Vorschriften sicherzustellen und Verzögerungen in der Lieferkette zu vermeiden.
Zur Steuerung dieser Risiken beobachtet FACC die regulatorischen Rahmenbedingungen kontinuierlich und arbeitet eng mit Kunden, Zulieferern und Behörden zusammen. Durch vorausschauende Planungen und gezielte Maßnahmen wird sichergestellt, dass das Unternehmen flexibel auf neue Vorgaben reagieren kann, um die globale Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.
Die FACC AG operiert in einem globalen, wettbewerbsintensiven und konjunkturabhängigen Marktumfeld. Dieses ist wesentlich von der weltweiten Luftverkehrsnachfrage, wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und geopolitischen Entwicklungen geprägt. Die Geschäftstätigkeit ist dabei eng mit der Ertragssituation kommerzieller Fluggesellschaften und deren Bestellverhalten bei den Flugzeugherstellern verknüpft. Makroökonomische Faktoren wie Passagieraufkommen und Treibstoffpreise beeinflussen die Bedarfsplanung der OEMs und damit die Bestellungen an FACC wesentlich.
Ein spezifisches Risiko ergibt sich aus Änderungen der Auslieferungspläne der Flugzeughersteller. Reduzierte Produktionsraten oder zeitliche Verschiebungen bei Auslieferungen können zu kurzfristigen Anpassungen der Bestellmengen der von FACC produzierten Komponenten führen. Dies kann zu Umsatzeinbußen führen und die Amortisation von Entwicklungskosten verzögern, wodurch die Rentabilität einzelner Programme nachhaltig beeinträchtigt werden kann. Darüber hinaus kann es infolge der nicht synchron verlaufenden Produktionszyklen und Bedarfsanpassungen zu einer Kapitalbindung aufgrund steigender Lagerbestände kommen, was das Working Capital zusätzlich belastet.
Zur Minderung und Steuerung dieser Risiken verfolgt FACC eine mehrgleisige Strategie:
• Agile Produktionsprozesse und ein optimiertes Bestandsmanagement ermöglichen eine zeitnahe Reaktion auf kurzfristige Bedarfsanpassungen. Eine enge Abstimmung mit Kunden unterstützt dabei, Änderungen frühzeitig zu erkennen und in die Planung zu integrieren.
• Die Erweiterung des Produktportfolios sowie die geografische Ausweitung der Marktpräsenz, insbesondere in Schlüsselmärkten in Amerika, Europa und Asien, tragen zur Risikostreuung bei. Zusätzlich wird die Positionierung als Entwicklungspartner für bestehende Flugzeugtypen genutzt, um durch Umrüstungsaufträge die Abhängigkeit von Neubestellungen zu reduzieren. Initiativen im Bereich Advanced Air Mobility (AAM) ergänzen das bestehende Geschäftsmodell und stärken die langfristige Marktposition.
Diese Maßnahmen unterstützen FACC dabei, den Herausforderungen eines volatilen Absatzmarktes aktiv zu begegnen und die langfristige Stabilität sowie das nachhaltige Wachstum zu sichern.
Operative Risiken umfassen sämtliche Gefahren, die unmittelbar aus den Produktions- und Geschäftsprozessen der FACC AG resultieren. In einer Branche mit hohen Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen ist ihre systematische Erkennung und Steuerung ein zentraler Faktor für den langfristigen Unternehmenserfolg. Das Interne Kontrollsystem (IKS) dient dabei als wesentliches Instrument, um Prozessrisiken frühzeitig dort zu erfassen, wo sie entstehen, und geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten.
Operative Risiken können neben technologischen und organisatorischen Aspekten auch durch externe Faktoren wie globale Lieferengpässe oder geopolitische Entwicklungen verstärkt werden. Die nachfolgenden Abschnitte beschreiben wesentliche Risikokategorien, darunter Risiken in Bezug auf Informationssicherheit, Einkaufs- und Lieferantenrisiken, Produkthaftungs- und Qualitätsrisiken sowie das Risiko von Betriebsunterbrechungen. Ziel ist es, einen Überblick über relevante Gefahrenquellen und die jeweiligen Steuerungsmechanismen zu geben, die im Rahmen der operativen Abläufe und des ERM kontinuierlich überwacht und bei Bedarf angepasst werden.
Risiken in Bezug auf Informationssicherheit
FACC ist im Rahmen ihrer Geschäftsprozesse verschiedenen Informations-, IT- und Systemrisiken ausgesetzt. Diese können im ungünstigsten Fall sowohl administrative als auch produktionstechnische Systeme und Anlagen beeinträchtigen. Mit fortschreitender Digitalisierung und einer steigenden Anzahl von Mitarbeitenden, die ortsunabhängig, beispielsweise im Homeoffice, arbeiten, nimmt die Angriffsfläche für Cyberangriffe zu.
Typische Risikofaktoren sind Cybercrime-Attacken wie Hacking, Phishing oder Ransomware, Social-Engineering-Szenarien. Vorfälle, die zum Verlust, zur Manipulation oder zur Verschlüsselung kritischer und sensibler Daten führen, können erhebliche Auswirkungen auf die Reputation und die finanzielle Stabilität der FACC AG haben.
Zur Steuerung dieser Risiken setzt FACC ein mehrstufiges Sicherheitskonzept ein. Im Bereich IT & Security werden Sicherheitsmaßnahmen laufend implementiert und an aktuelle Bedrohungslagen angepasst. Dazu zählen unter anderem Firewall-Systeme, kontinuierliche Netzwerküberwachung, Zugriffs- und Berechtigungskonzepte, regelmäßige und kontrollierte Software-Updates sowie weitere technische, organisatorische und prozessuale Maßnahmen. Die Wirksamkeit wird regelmäßig durch externe Audits, Penetrationstests und Zertifizierungen überprüft. Ergänzend dazu finden wiederkehrende Mitarbeiterschulungen und Informationskampagnen statt, um das Bewusstsein für Betrugsversuche (z. B. Social Engineering) und Cybergefahren zu schärfen.
Die physische Sicherheit an den Produktions- und Unternehmensstandorten wird beispielsweise durch Zutrittskontrollen und weitere Schutzmaßnahmen gewährleistet. Auf diese Weise minimiert FACC das Risiko von Beeinträchtigungen sowohl im administrativen als auch im produktionstechnischen Bereich und reduziert potenzielle Reputations- und Vermögensschäden durch Cyberangriffe.
Einkaufs- und Lieferantenrisiken
FACC führt im Einkaufsbereich systematische Risikobewertungen der Zulieferketten durch, um potenzielle Störungen wie globale Lieferengpässe, volatile Rohstoffmärkte oder geopolitische Unsicherheiten frühzeitig zu erkennen und zu steuern. Lieferverzögerungen und Engpässe bestehen in der Luftfahrtindustrie nach wie vor und können sich als Ripple-Effekt entlang der Lieferkette ausbreiten. In der Folge kann es zu kurzzeitigen Produktionsstopps, längeren Durchlaufzeiten, erhöhten Kosten und höherem Kapitalbedarf kommen, was die Liefertreue und damit die Planungssicherheit von FACC beeinträchtigen kann.
Zur Minderung dieser Risiken setzt FACC auf strategische Partnerschaften und regelmäßige Lieferantenaudits. Eine verpflichtende Erstmusterprüfung zu Projektbeginn sowie bei wesentlichen Änderungen unterstützt die frühzeitige Erkennung potenzieller Produktrisiken. Die Bewertung von Lieferqualität und Liefertreue erfolgt kontinuierlich über ein systemgestütztes Verfahren. Abweichungen werden systematisch erfasst, analysiert und an das Management berichtet. Auf diese Weise stärkt FACC ihre Resilienz in der gesamten Lieferkette und gewährleistet auch unter unsicheren Rahmenbedingungen hohe Qualitäts- und Sicherheitsstandards in der Luftfahrt.
Produkthaftungs- und Qualitätsrisiken
Als Zulieferer in der Luftfahrtindustrie entwickelt und produziert FACC Komponenten, die in Flugzeugen oder Triebwerken verbaut werden. Potenzielle Fehler oder Funktionsmängel könnten daher Eigentum, Gesundheit oder das Leben Dritter gefährden, was eine konsequente Fokussierung auf Produktsicherheit erfordert. Da FACC die Haftung gegenüber Kunden, Verbrauchern oder Dritten weder vertraglich einschränken noch ausschließen kann, werden sämtliche Produkte bereits während des Herstellungsprozesses kontinuierlichen Funktions- und Qualitätskontrollen unterzogen. Abschließende Prüfungen vor Auslieferung stellen zudem sicher, dass alle vereinbarten Spezifikationen und behördlichen Anforderungen erfüllt werden.
In Projekten, für die FACC die Entwicklungsverantwortung trägt, besteht aufgrund möglicher Konstruktionsfehler ein erhöhtes Risiko. Dieses wird durch ein systematisches Qualitätsmanagement weitestgehend minimiert, das regelmäßige Kontrollschritte in allen Entwicklungsphasen sowie zielgerichtete Fehlermöglichkeits- und Einflussanalysen (FMEA) umfasst. Ergänzend dokumentiert und archiviert FACC alle qualitätsrelevanten Schritte (Quality Records) in einem unternehmenseigenen Archivierungssystem. Damit wird sichergestellt, dass sämtliche Leistungen und Produkte den festgelegten Vorgaben sowie den behördlichen Freigaben entsprechen.
Trotz angemessener Produkthaftungsversicherungen könnten sich Qualitätsmängel oder -fehler im Ernstfall negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens auswirken.
Betriebsunterbrechungsrisiko
Die Fertigungsstätten und Anlagen werden laufend instand gehalten und gewartet, um das Risiko von Betriebsstörungen oder längeren Produktionsausfällen zu reduzieren. Das Betriebsunterbrechungsrisiko ist zudem durch eine Betriebsunterbrechungsversicherung mit einer Haftungszeit von 24 Monaten abgesichert.
Rechtliche Risiken ergeben sich aus den vielfältigen gesetzlichen Vorgaben und Vorschriften, denen die FACC AG im nationalen und internationalen Umfeld unterliegt. Ein wirksames Compliance-Management ist wesentlich, um Verstöße zu verhindern oder frühzeitig zu erkennen und geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten. Darüber hinaus tragen klare vertragliche Regelungen und interne Kontrollmechanismen dazu bei, finanzielle und reputationsbezogene Auswirkungen zu minimieren.
Die nachfolgenden Abschnitte behandeln wesentliche rechtliche Risikofelder, darunter potenzielle Rechtsstreitigkeiten sowie Risiken im Zusammenhang mit geistigem Eigentum. Dabei wird dargestellt, wie FACC rechtliche Entwicklungen beobachtet und Anforderungen in den Geschäftsabläufen verankert, um die Unternehmensinteressen wirksam zu schützen.
Risiken aus Rechtsstreitigkeiten
FACC ist unregelmäßig in Zivilgerichtsverfahren involviert, die aus der laufenden Geschäftstätigkeit entstehen können. Für einzelne Verfahren werden Rückstellungen gebildet, um mögliche Verbindlichkeiten abzudecken. Die Bemessung der Rückstellungen basiert auf Einschätzungen qualifizierter Fachexperten und externer Rechtsberater.
Sofern ein negativer Ausgang bei Verfahren als sehr unwahrscheinlich beurteilt wird oder der potenzielle Ausgang derzeit nicht verlässlich quantifizierbar ist, werden keine Rückstellungen gebildet. Unabhängig davon können negative Entwicklungen in Gerichtsverfahren die Reputation des Unternehmens beeinträchtigen. Zur Steuerung dieses Risikos werden geeignete Kommunikations- und Risikomanagementmaßnahmen umgesetzt.
Risiken in Bezug auf geistiges Eigentum
Maßgeblicher Erfolgsfaktor für die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit von FACC ist der Schutz des geistigen Eigentums aus Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten. Deshalb ist es eine zentrale Aufgabe, dieses Wissen gegen Missbrauch und Entwendung zu schützen. FACC nutzt hierfür unter anderem Geheimhaltungsvereinbarungen und Patente. Allerdings können Patentrechtsanfechtungen nicht vollständig ausgeschlossen werden.
FACC operiert in einem hochtechnologischen und stetig wachsenden Umfeld, das von einer umfangreichen Patentlandschaft geprägt ist. Um unbeabsichtigte Patentrechtsverletzungen zu vermeiden, betreibt FACC umfangreiche Patentrecherchen. Ein Restrisiko bleibt jedoch bestehen.
Das operative Geschäft der FACC AG ist verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt, darunter Währungs-, Zins-, Liquiditäts- und Kreditrisiken. Das Risikomanagement des Konzerns richtet den Fokus daher unter anderem auf die Überwachung der Volatilität an den Finanzmärkten und auf Maßnahmen zur Begrenzung potenziell negativer Auswirkungen auf die finanzielle Stabilität.
Die Verantwortung für die Identifikation, Bewertung und Absicherung dieser Risiken liegt im Bereich Investor Relations, Treasury & Insurance der dabei eng mit den operativen Einheiten des Konzerns zusammenarbeitet. Weiterführende Informationen zu finanziellen Risiken und den entsprechenden Risikomanagementstrategien sind in Note 45 des Konzernanhangs enthalten.
8.9. Nachhaltigkeitsrisiken
Im Einklang mit den relevanten Vorgaben orientiert sich FACC bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung am Prinzip der doppelten Wesentlichkeit. Dabei wird sowohl untersucht, welche wesentlichen Auswirkungen ihre Geschäftstätigkeit, Geschäftsbeziehungen sowie Produkte und Dienstleistungen auf Umwelt-, Sozial-, Arbeitnehmer- und Menschenrechtsbelange sowie auf die Bekämpfung von Korruption und Bestechung haben (Inside-Out-Perspektive), als auch, welche Risiken und Chancen sich aus diesen Faktoren für FACC selbst ergeben (Outside-In-Perspektive). Die aus der Outside-in-Perspektive abgeleiteten Risiken sind weitestgehend über das ERM in die konzernweite Risikoidentifikation, -bewertung und -steuerung integriert. Eine detaillierte Darstellung der identifizierten Nachhaltigkeitsrisiken ist dem Nachhaltigkeitsbericht der FACC AG zu entnehmen.
In die Risikosteuerung fließen zudem zunehmend auch Environmental-, Social- und Governance-(ESG)-Aspekte ein, um frühzeitig auf mögliche Auswirkungen reagieren zu können und die langfristige Wertschöpfung des Unternehmens zu sichern.
Die Gesamtrisikosituation der FACC AG ergibt sich aus den dargestellten Risikofeldern und deren Wechselwirkungen sowie aus der konzernweiten Aggregation und Konsolidierung der im ERM erfassten Einzelrisiken. Auf Grundlage der derzeit vorliegenden Informationen und Einschätzungen wird eine bestandsgefährdende Entwicklung im Geschäftsjahr 2026 als hinreichend unwahrscheinlich eingestuft.
9. FORSCHUNG, ENTWICKLUNG UND INNOVATION
FACC investiert laufend in Forschung und Entwicklung (F&E), um sich mit neuartigen Anwendungen und Prozessen am Markt zu behaupten, die Anforderungen der Kunden auf immer bessere Art zu lösen und weitere Geschäftsfelder zu erschließen. Der Fokus liegt dabei auf proprietärer Eigenentwicklung, um das generierte Wissen für alle derzeitigen und zukünftigen Kunden des Unternehmens einsetzen zu können. Des Weiteren werden strategische Kooperationen mit Kunden und Forschungseinrichtungen zur Optimierung von Produkten eingegangen. Nicht zuletzt sollte hier ein gemeinsam mit Airbus gestartetes Forschungsunterfangen unter dem „Clean Aviation Europe EU Programm“ genannt werden.
Im Geschäftsjahr 2025 wendete FACC 60 Mio. EUR bzw. knapp 7 Prozent ihres Umsatzes für unternehmens- und kundenbezogene Forschungs- und Entwicklungsleistungen auf.
Aktives und rasches Agieren im Bereich Forschung und Innovation sieht FACC grundsätzlich als Garanten für zukünftigen Unternehmenserfolg und betrachtet dies daher auch künftig als Hauptansatz, um sich im Markt von Mitbewerbern zu unterscheiden. FACC beschäftigt sich intensiv mit der effizienten Fertigung von Faserverbundkomponenten sowie deren Einfluss auf die CO2-Bilanz, um die Erreichung der geforderten Klimaziele zu unterstützen. Die Auseinandersetzung mit neuen Fertigungstechnologien, die eine hochratenfähige und klimafreundliche Produktion von Leichtbaukomponenten erlauben, ist Kernaufgabe der Forschungs- und Innovationsabteilung von FACC.
Generell arbeitet FACC laufend an neuen Produktlösungen sowie
Material- und Fertigungstechnologien. Aktuell legt das Unternehmen seine Forschungsschwerpunkte auf folgende wesentliche Themen:
• Ratenfähige Duroplast Fertigungsprozesse
• Thermoplastische Materialien und Fertigungsprozesse
• Kabinenmaterialien auf Basis thermoplastischer- und duroplastischer Faserverbundwerkstoffe Leistbarer Leichtbau als Schlüsseltechnologie
• Automatisierung und Digitalisierung der Faserverbundfertigung
Patente und Preise
2025 wurden 5 Patente zur Anmeldung gebracht und für 45 Patente hat FACC eine Patenterteilung erhalten. Per Ende Dezember 2025 hielt FACC somit 571 aufrechte Patente bzw. Patentanmeldungen.
Zum bereits zweiten Mal in Folge wurde die FACC AG im Jahr 2025 von Embraer als Supplier of the Year ausgezeichnet. Auch von Comac wurde die FACC AG für den erfolgreichen Hochlauf der Produktion von C919-Komponenten mit einem Supplier of the Year Award besonders gewürdigt. Ein Meilenstein ist zudem der Aero Excellence™ Award in Bronze für das Werk 4 in Reichersberg: Damit zählt die FACC zum exklusiven Kreis von nur elf Luftfahrtunternehmen weltweit, die diesen neuen internationalen Standard für höchste Fertigungsqualität erfüllen. Auch als Arbeitgeberin setzt die FACC Maßstäbe – bestätigt durch die Auszeichnung als familienfreundliches Unternehmen sowie die Spitzenleistungen des „FACC Future Teams“ beim WKO-Lehrlingswettbewerb.
Ratenfähige Thermoset Fertigungsprozesse
Auch im Jahr 2025 hat FACC den Backbone der Composite-Herstellung, faserverstärkte Duroplaste und zugehörige Prozesse, in Richtung Ratenfähigkeit, Technologieskalierung und Prozesszeitreduktion weiterentwickelt und den Technologiereifegrad weiter erhöht. Identifiziert wurde ein kabinentaugliches, brandbeständiges Epoxidharz-Prepreg-System, das die Oberflächengüte deutlich verbessert. Parallel erzielt FACC signifikante Fortschritte mit schnellhärtenden Struktur-Prepregs; deren Einsatz ist bereits in einem Kundenprojekt vorgesehen. Ergänzend wurden 2‑Komponenten‑RTM‑Harzsysteme für Strukturbauteile weiterentwickelt, um Zykluszeiten zu verkürzen, robuste Injektions- und Aushärteprozesse sicherzustellen und die Serienfähigkeit vorzubereiten. Das Potenzial wurde im EU-Forschungsprojekt „UP-Wing“ gemeinsam mit AIRBUS, DLR und HEXCEL demonstriert.
Thermoplastische Materialien und Fertigungsprozesse
FACC hat 2025 den eingeschlagenen Entwicklungspfad für faserverstärkte Thermoplaste konsequent fortgeführt und den Technologiereifegrad (TRL) thermoplastischer Fertigungsprozesse sukzessive erhöht. Thermoplastische Bauteile ermöglichen die wirtschaftliche Verbindung von Hochratenfähigkeit, Leichtgewicht und Kreislaufwirtschaft; erste einschlägige Anfragen für Struktur-, Triebwerks- und Kabinenanwendungen belegen die wachsende Marktnähe. In Zusammenarbeit mit OEMs wurden automatisierte Prozessschritte, darunter thermoplastbasierte Faserablage via Automated Fiber Placement und Pick&Place, vertieft und Prozessfenster validiert. Signifikante Fortschritte gelangen bei der Konsolidierung gewichtsoptimierter Laminatstrukturen (Tailored Blanks). Zusammen mit der etablierten Hochtemperatur-Konsolidier- und -Umformpresse können zentrale Fertigungsschritte inhouse abgebildet werden, ein weiterer Schritt zu höherem TRL, Prozessstabilität und industrieller Skalierbarkeit.
Kabinenmaterialien auf Basis Thermoplastischer- und duroplastischer Faserverbundwerkstoffe.
Im Geschäftsjahr 2025 treibt FACC Innovationen entlang der Werkstoff- und Prozesskette voran. Im Fokus stehen thermoplastische Sandwichmaterialien, deren homogener Aufbau innovative Recyclingkonzepte und geschlossene Stoffkreisläufe ermöglicht. Neue Auslegungs- und Fertigungsstrategien heben die Produktionseffizienz, verkürzen Taktzeiten und verbessern die Umweltbilanz. Parallel erweitert FACC das Portfolio an Epoxidharzen zur Anwendung in der Kabine und setzen konsequent auf REACH-konforme Materialsysteme, um regulatorische Zukunftssicherheit mit erstklassiger Performance zu verbinden. Design-to-Cost, datenbasierte Materialauswahl und prozessintegrierte Qualitätsmethoden senken die Kosten ohne Kompromisse bei Funktionalität und Sicherheit. So stärkt FACC seine Technologieführerschaft im nachhaltigen Leichtbau und übersetzt Innovation gezielt in industrielle Wertschöpfung. Um die angestrebte CO2-Reduktion bewerten zu können, beschäftigt sich FACC des Weiteren mit der Erfassung von Daten für das anschließende Life-Cycle Assessment (LCA).
Leistbarer Leichtbau als Schlüsseltechnologie
Im Geschäftsjahr 2025 fokussiert die FACC-Forschung, Innovation und Technologie konsequent auf leistbaren Leichtbau. Als Schlüsseltechnologie ermöglicht er die Gewinnung neuer Kundenaufträge durch wettbewerbsfähige Kosten und kurze Industrialisierungszeiten. Schwerpunkte sind Design-to-Cost/-Sustainability, materialeffiziente Konstruktionen und ressourcenschonende Prozesse entlang der Wertschöpfungskette. Durch gezielte Materialeinsparung und die Nutzung hochperformanter Werkstoffe werden Gewicht, Kosten und Umweltwirkungen reduziert, ohne Leistungsanforderungen zu kompromittieren. Digitale Entwicklungsmethoden und effiziente Fertigung steigern Geschwindigkeit und Qualität von Konzept bis Serie. Strategische Kooperationen mit Kunden und Forschungspartnern sichern Transfer in marktreife Lösungen und stärken FACC als Innovationspartner für nachhaltigen, kosteneffizienten Leichtbau.
Automatisierung und Digitalisierung der Faserverbundfertigung
Die F&E Aktivitäten fokussieren stark auf Automatisierung und Digitalisierung der Faserverbundproduktion zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit. Der Automated Fiber Placement (AFP) Prozess wird für die Fertigung komplexer Strukturbauteile benötigt und 2026 industriell skaliert, um reproduzierbare Qualität, kurze Durchlaufzeiten und effiziente Materialnutzung zu erreichen. Für kleinere Komponenten etabliert FACC Pick&Place-Lösungen mit kamerageführter Teilehandhabung zur sicheren, stabilen Serienfertigung. Die Digitalisierung der Aushärtegradmessung ermöglicht Inline-Qualitätsüberwachung, rückverfolgbare Prozessdaten und frühzeitige Fehlererkennung. Durch die Vernetzung der Daten mit weiteren Fertigungsparametern werden Stabilität, Effizienz und First-Time-Right-Quoten in der Herstellung von Faserverbundbauteilen weiter gesteigert. Diese Initiativen stärken Skalierbarkeit, Prozesssicherheit und Kostenführerschaft im Leichtbau und unterstützen eine wettbewerbsfähige Produktion.
Zum Stichtag 31. Dezember 2025 betrug der Mitarbeiterstand des FACC-Konzerns 3.907 Vollzeitäquivalente (FTE) (Vorjahr: 3.850 FTE).
In Österreich waren zum 31. Dezember 2025 3.074 FTE beschäftigt
(Vorjahr: 3.059 FTE). Dies entspricht rund 78,7 Prozent der gesamten
Belegschaft des Konzerns (Vorjahr: 79,5 Prozent).
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| Arbeiter | Angestellte | Gesamt |
Central Services | 323 | 483 | 806 |
Aerostructures | 766 | 183 | 949 |
Engines & Nacelles | 341 | 112 | 453 |
Cabin Interiors | 602 | 150 | 752 |
Tochtergesellschaften | 504 | 400 | 904 |
FACC AG | 0 | 43 | 43 |
Summe | 2.536 | 1.371 | 3.907 |
| | | |
Die Internationalität von FACC spiegelt sich auch in ihrer
Mitarbeiterstruktur wider. An den österreichischen Standorten waren zum Bilanzstichtag Staatsangehörige aus 56 Nationen aller Kontinente beschäftigt. 45 Prozent der Belegschaft besaßen die österreichische Staatsbürgerschaft, 14 Prozent kamen aus Deutschland. Der Anteil von Frauen an der Gesamtbelegschaft lag mit 30 Prozent weiterhin auf hohem Niveau. Der Frauenanteil in der Lehrlingsausbildung von FACC betrug 36 Prozent.
10.1. Motivation und Gesundheit: FACC als Vorreiterin bei Mitarbeiterzufriedenheit
Eine motivierte und einsatzkräftige Belegschaft ist in Zeiten des allgemeinen Arbeitskräftemangels und generell in herausfordernden Zeiten unerlässlich.
Mitarbeiterbefragung
Im Zeitraum vom 30. September bis 14. Oktober 2025 wurde an allen österreichischen Standorten der FACC eine Mitarbeiterbefragung durchgeführt. Ziel der Befragung war es, ein ehrliches und umfassendes Bild darüber zu gewinnen, wie die Mitarbeitende ihre tägliche Arbeit, die Zusammenarbeit im Unternehmen sowie die zentralen Rahmenbedingungen bei FACC wahrnehmen.
Insgesamt wurden 3.330 Mitarbeitende zur Teilnahme eingeladen, wobei eine Rücklaufquote von 38% erreicht wurde. Die Befragung wurde online in sechs Sprachen durchgeführt, um eine möglichst breite Beteiligung zu gewährleisten. Die Ergebnisse der Befragung werden Anfang 2026 vorliegen. Darauf aufbauend werden konkrete Maßnahmen abgeleitet, mit dem Ziel, die Mitarbeiterzufriedenheit sowie die langfristige Bindung an FACC weiter zu stärken.
LIFE Program
Seit dem Jahr 2023 bietet FACC das Life Program an. Das LIFE Program besteht aus fünf Säulen: Vital LIFE, Career LIFE, Green LIFE, Family LIFE und Social LIFE. Hinter jeder Säule findet sich eine Vielzahl von Benefits zu unterschiedlichen Themen und Aktionen zur Erhaltung und Förderung von Gesundheit, Motivation und Zufriedenheit für die Mitarbeiter:
Vital LIFE
Geboten werden vielfältige Aktivitäten zur Gesundheitsförderung
sowohl im physischen als auch im psychisch-mentalen Bereich.
Mitarbeiter können unter anderem bei Impfaktionen gegen FSME und Grippe teilnehmen, Gesundheitsvorsorge im Rahmen von jährlichen Blutspendeaktionen oder auch jederzeit online abrufbare Fitnessvideos in Anspruch nehmen.
Career LIFE
Career LIFE stellt die Entwicklung von Mitarbeitern in den Mittelpunkt. So bietet etwa das Programm der Expertenkarriere Weiter-
entwicklungsmöglichkeiten für Experten abseits der klassischen
Managementkarriere. Dadurch werden Experten sichtbar im Unternehmen und erfahren gezielt Anerkennung für ihre Leistungen. In der Projektkarriere wurden zusätzlich auch Karrierewege im Projektmanagement definiert und transparent.
Green LIFE
Green LIFE stellt das Thema Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt. Neben einer Second Hand Verkaufsplattform haben Mitarbeiter auch die Möglichkeit, Fahrräder oder E-Bikes zu leasen und so von steuerlichen Vorteilen zu profitieren:
Seit Juni 2022 bietet FACC ihrer Belegschaft an, ein Fahrrad oder
E-Bike zu leasen. FACC will mit der Aktion „Jobrad“ mehr nachhaltige Bewegung in den Berufsalltag bringen. Die Mitarbeiter können dazu beim Fahrradhändler ein Rad ihrer Wahl aussuchen und zwischen mehreren Leasing- und Versicherungsvarianten wählen. Der Vorteil liegt darin, dass die Leasingrate bei Abzug durch FACC im Rahmen der Personalverrechnung steuermindernd abgerechnet wird.
FACC setzt nicht nur in der Luftfahrt auf nachhaltige Technologien und Mobilitätskonzepte, sondern auch beim alltäglichen Berufsverkehr. So wurde in Kooperation mit dem OÖV eine Bushaltestelle in unmittelbarer Nähe des Firmenstandortes in St. Martin errichtet und die Abfahrzeiten mit den Schichtzeiten koordiniert, sodass Mitarbeitern die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln auf dem Weg zur und von der Arbeit ermöglicht wird.
Family LIFE
In puncto Flexibilität möchte FACC gerade auch den berufstätigen
Mitarbeitern den Spagat zwischen Job und Familie erleichtern. Es gibt sowohl unterjährig als auch während der Sommerferien gestützte Kinderbetreuungsplätze in den FACC Kids Clubs. Neben St. Martin i. I. besteht auch ein Kids Club in Ried i. I., um noch mehr gute Betreuungsplätze für die Kinder von Crew-Mitgliedern bereithalten zu können. Darüber hinaus beweist FACC größtmögliche Flexibilität, um persönliche und berufliche Bedürfnisse bestmöglich zu vereinbaren, dazu gehören unter anderem die Elternteilzeit und der Papamonat sowie flexible Arbeitszeitmodelle, Homeoffice, etc.
Immer wichtiger werden in diesem Zusammenhang auch die unterschiedlichen Arbeitszeitmodelle. Auch hier hat FACC sehr früh
erkannt, dass hochflexible Modelle attraktiv für die Belegschaft und potenzielle neue Crew-Mitglieder sind. Deshalb bietet FACC neben einer Gleitzeitregelung für Angestellte und neben der Möglichkeit zur Einarbeitung von Fenstertagen bis zu zehn Gleittage oder sogar bis zu 15 Gleit-Freitage an. Zudem gilt bei FACC eine besonders flexible Home-Office-Regelung: Arbeiten zuhause liegt allein in der Absprache zwischen Mitarbeiter und Führungskraft und unterliegt sonst, unter Berücksichtigung der gesetzlichen Rahmenbedingungen, keiner
Limitation. Im Geschäftsjahr 2025 verbrachten FACC-Mitarbeiter 33.774 Tage im Home Office. Darüber hinaus ermöglicht FACC eine Vielzahl an Teilzeitarbeitsmodellen, die besonders von Personen mit Kinderbetreuungsaufgaben oder zur beruflichen Weiterentwicklung genutzt werden.
Aufgrund des bisherigen Engagements und gleichzeitig als Weichenstellung für die Zukunft hat FACC im Herbst 2024 den Zertifizierungsprozess zur Erlangung des staatlichen Gütezeichens „berufundfamilie“ durchlaufen. Unter Miteinbeziehung von Vertretern der Belegschaft sowie der Führungskräfte wurden die bestehenden Maßnahmen beleuchtet sowie Schwerpunkte für die Zukunft definiert. Im Dezember 2024 wurde seitens des Audit-Kuratoriums das Grundzertifikat „berufundfamilie“ erteilt, welches bis 4. Dezember 2027 gültig ist.
Social LIFE
Um zu den Besten zu gehören, braucht es Engagement, Teamspirit und Innovationsgeist. FACC will mit ihren Mitarbeitern nicht nur Erfolge erreichen, sondern diese auch gemeinsam feiern. So gibt es neben dem Team-Award Leonardo, der jährlich die besonderen Teamleistungen auszeichnet, diverse Mitarbeiter-Events wie z B. eine Weihnachtsfeier, sowie Pausenbereiche und Kantinen.
10.2. Personalentwicklung und -förderung
Academy
Konstante Investitionen in die Ausbildung der gesamten Belegschaft sind ein wesentlicher Faktor für den Unternehmenserfolg von FACC. Nach dem Motto „Lebenslanges Lernen“ bietet sie zu diesem Zweck umfassende berufsbegleitende Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Drehscheibe dafür ist die FACC Academy, die im Geschäftsjahr 2025 in Summe 746 interne Trainings organisierte, an denen 8.126 Beschäftigte teilnahmen. Darüber hinaus fanden über 50 externe FACC-Trainings statt, in denen mehr als 550 Mitarbeiter geschult wurden. Mit über 30 durchgeführten Sprachtrainings fördert FACC gezielt die Integration der internationalen Mitarbeitenden.
Um mit den zeitlichen Ressourcen ihrer Belegschaft verantwortungsvoll umzugehen, bietet FACC ausgewählte Schulungen schon seit längerem via E-Learning an. E-Learning-Inhalte werden auch durch interne Entwickler erstellt, um das Spektrum gezielt auf die Belegschaft und das Unternehmen zuzuschneiden. Neben den bereits bestehenden E-Learnings wurde auch 2025 das Angebot weiter ausgebaut. Im Vergleich zum Vorjahr, konnten die online Lernstunden verdoppelt werden. Die Lerneinheiten können direkt am Arbeitsplatz über das SAP-System von FACC absolviert werden.
Damit sichergestellt ist, dass die Belegschaft sämtliche Anforderungen für ihren Job erfüllt, hat FACC darüber hinaus ihre Trainingsmatrix sowohl für die österreichischen als auch für die internationalen Standorte in kontinuierlicher Überarbeitung. Der sogenannte „LSO-Lerner“/ „Manager Self Service“ in SAP bietet jeder Führungskraft und jedem Crew-Mitglied zu jedem Zeitpunkt einen Überblick, welche Qualifikationen für die Ausübung der jeweiligen Tätigkeit bereits vorliegen oder noch erworben werden müssen. Interne Trainings können direkt gebucht, zusätzlicher Schulungsbedarf kann jederzeit bei der FACC Academy gemeldet werden. Die laufende Erweiterung des Trainingsangebots umfasst unter anderem neue spezifische Ausbildungen für Vorgesetzte im Arbeiterbereich, Führungskräfte oder im Projektmanagement tätige Angestellte.
Auch die Lernatmosphäre wurde in der neuen FACC Academy adaptiert, ausgebaut und kontinuierlich verbessert und angepasst. Vier
Schulungsräume mit modernster Präsentationstechnik, ein helles
Atrium und eine Videowall für Events sorgen für den perfekten Lernbetrieb. Ein hervorragend ausgebildetes Trainerteam bringt neue und bestehende Crew-Mitglieder auf die höchste Know-how Stufe. Neu eintretende Kollegen starten mit dem Onboarding direkt in der Academy und werden je nach Ausbildungszweig bis zu zwei Wochen durchgehend unterrichtet.
Entwicklungspfade
Für die persönliche und berufliche Entwicklung der Mitarbeiter ebenso wie für den Erfolg des Unternehmens ist es wichtig, dass Know-how und Talente der Crew möglichst gut eingebracht und angewendet werden können. Die unterschiedlichen Qualifikationen und Stärken der Mitarbeiter werden in drei Entwicklungswegen
gebündelt:
Management-Laufbahn:
Hier kommt es vor allem auf die Führungsqualitäten, das proaktive strategische Denken, die Breite des Handlungsspielraums und den
Impact auf den betriebswirtschaftlichen Erfolg an.
Experten-Laufbahn:
Ein hohes Maß an Expertise, Fachwissen, Erfahrung, Eigenständigkeit und Verantwortung im jeweiligen Fachgebiet zeichnet Mitarbeiter in diesem Bereich aus.
Projekt-Laufbahn:
Die Bedeutung und Größe des Projekts sowie die Rolle, die man im Projekt einnimmt, stehen hier genauso im Vordergrund wie
Organisationstalent und Flexibilität.
Die Umsetzung der Entwicklungspfade und die entsprechende
Zuordnung der Angestellten in die jeweiligen Stufen wurde Mitte 2022 gestartet. Aufgrund der jährlich stattfindenden Review-Gespräche ist dies ein fortlaufender Prozess.
Employer Branding
Der Fokus im Bereich Employer Branding lag 2025 neben dem
konstanten Ausbau der Arbeitgeber-Marke vor allem auf der An-
sprache und dem Recruiting von Arbeitskräften im Produktions-
bereich. Dabei wurden verschiedene Recruitingplattformen zum Einsatz gebracht und die Zusammenarbeit mit externen Partnern forciert.
Die zahlreichen Kooperationen mit Behörden, Stiftungen, Schulen oder forschungsnahen Institutionen wurden fortgeführt, sodass FACC rasch die richtigen Personen und das richtige Know-how mit an Bord holen kann.
Im Bereich Social Media wurden mit Erfolg die gängigsten unterschiedlichen Plattformen mit verschiedene Video-Kampagnen bespielt. Zusätzlich wird im Social Media-Recruiting auch auf KI-Tools gesetzt, die das Targeting noch präziser umsetzen.
Neue Recruiting Software
Weiters wurde eine neue Recruiting Software eingeführt und erfolgreich etabliert. Diese hat einen positiven Effekt sowohl auf die Employee Journey als auch auf die Zusammenarbeit zwischen den Bereichen, die erheblich erleichtert wurde.
Das Onboarding-Programm wird laufend adaptiert. U.a. wurde eine Onboarding Journey über die interne Kommunikationsplattform Space App eingeführt, mit dem Ziel den Einstieg ins Unternehmen zur erleichtern und die Integration zu fördern.
Teamgeist
Im vergangenen Jahr wurden außerdem zahlreiche Initiativen gesetzt, um den internen Zusammenhalt zu fördern. Ein besonderer Fokus lag dabei auf Maßnahmen, die Teamgeist, kulturellen Austausch und persönliche Vernetzung unterstützen.
Als wichtige interne Veranstaltungen sind die jährliche Weihnachtsfeier und die Jubilarfeier hervorzuheben. 2025 wurden rund 270 Mitarbeiter für insgesamt 4.565 Jahre Erfahrung geehrt und gefeiert. Mit mehr als 1.300 Anmeldungen war auch die diesjährige Weihnachtsfeier wieder ein voller Erfolg. Ein Fixpunkt im Rahmenprogramm der Weihnachtsfeier ist der begehrte Leonardo-Team-Award, der bereits zum 10. Mal verliehen wurde. Anlässlich dieses Jubiläums gab es einige Neuerungen. Eine davon wurde direkt auf der Weihnachtsfeier umgesetzt. Zum ersten Mal konnten auch die Mitarbeiter im Zuge eines Live-Votings ihren Leonardo Crew-Favorit wählen.
Ein zentrales Element waren die vielfältigen Sportevents, über die via SpaceApp informiert wurde und zu deren Teilnahme die Mitarbeiter motiviert wurden. Ob gemeinsame Läufe oder andere sportliche Freizeitaktivitäten – diese Formate tragen maßgeblich dazu bei, den Teamspirit zu stärken, bereichsübergreifende Kontakte zu fördern und ein aktives, gesundheitsbewusstes Arbeitsumfeld zu schaffen.
Mit diesen Maßnahmen werden klare Akzente für ein wertschätzendes, inklusives und gemeinschaftlich geprägtes Arbeitsumfeld gesetzt, das die Unternehmenskultur nachhaltig stärkt.
Young Talents
Für Kinder und Jugendliche bis 13 Jahre wird zwei Mal im Jahr in Kooperation mit der Industriellenvereinigung ein „Kindertag der Industrie“ angeboten, bei dem schon die Kleinsten in die Welt der Luftfahrt, Leichtbau und MINT-Berufe eingeführt werden.
Auch das Masterprogramm für Studierende kam wieder bewährt zum Einsatz. Es bietet Masterstudenten sehr flexible Arbeitszeiten und somit die Möglichkeit, Praxiserfahrung in der Luft- und Raumfahrt zu erlangen und eine enge Verbindung mit FACC aufzubauen.
Vor allem die Zusammenarbeit mit Schulen war eines der vorrangigen Employer Branding Ziele im letzten Jahr. Weiterhin werden die 3 Patenklassen gut betreut und es werden Projekte, Diplomarbeiten und Ferialpraktika vergeben. Weiters werden verschiedene Workshops für Schüler, wie z.B. Bewerbungstrainings, SAP Training, etc. angeboten, die den Karriereeinstieg erleichtern sollen.
Im Rahmen von Exkursionen diverser Bildungseinrichtungen (Schulen, Unis, FHs, etc.) hatten wir die Gelegenheit rund 500 Besucher bei uns zu begrüßen und einen Einblick in das Unternehmen zu bieten.
Das Projekt FACC HELD Drohne geht in die Abschlussphase. Im Rahmen dieses Projektes wurden Schüler der HTL Ried, HTL Andorf, HTL Braunau und HTL Vöcklabruck eingeladen, eine Paketdrohne zu entwickeln und zu produzieren. Die Schüler arbeiten in einem gemeinsamen schulübergreifenden Team zusammen, wobei jede Schule
einen fachlichen Schwerpunkt übernimmt. Das Projekt beinhaltet zwei Praktika sowie die Möglichkeit einer Diplomarbeit. Im Herbst hat der Testflug der Drohne erfolgreich stattgefunden. Das HELD Drohnen Projekt ist für FACC eine gute Möglichkeit, die Bekanntheit in den Schulen zu festigen.
Als internationales Unternehmen, mit einer Belegschaft aus
56 Ländern, legt FACC besonderen Wert auf gelebte Interkulturalität. Um die gute Zusammenarbeit zu gewährleisten, absolviert ein großer Teil von ihnen Sprachtrainings sowie Trainings rund um das Thema Interkulturalität.
International Cafés
Mehrmals jährlich bietet dieses Format einen offenen, informellen Rahmen, um über kulturelle Besonderheiten in Österreich, alltagsrelevante Themen sowie Fragen rund um das Ankommen und Arbeiten im neuen Umfeld zu sprechen. Das International Café unterstützt nicht nur die soziale Integration, sondern schafft auch Raum für Austausch, Verständnis und interkulturelle Vernetzung.
Zudem werden individuelle und maßgeschneiderte Informationen und Lösungen für alle Aspekte des täglichen Lebens durch eine
Kooperation mit dem Verein „Initiative Lebensraum Innviertel" bereitgestellt. Der Themenschwerpunkt jeder Veranstaltung richtet sich nach den Bedürfnissen und Wünschen der internationalen
Belegschaft.
10.4. Interne Nachwuchsvorsorge
Hohen Stellenwert genießt bei FACC auch die Lehrlingsausbildung. So standen mit Ende des Geschäftsjahres 2025 in Summe 51 Lehrlinge in zehn verschiedenen Berufsbildern bei FACC in Ausbildung. Als sichtbares Zeichen für die Qualität seiner Lehrlingsausbildung trägt das Unternehmen das Gütesiegel „Staatlich ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb“, welches vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft verliehen wurde.
Jungen engagierten Aspiranten bietet FACC hoch spezialisierte
Ausbildungen in Konstruktion, Metalltechnik mit Hauptmodul
Zerspanungstechnik, Kunststoffverfahrenstechnik, Faserverbundtechnik, Kunststofftechnik, Prozesstechnik, IT-Systemtechnik, Applikationsentwicklung – Coding, Einkauf und Betriebslogistik. Schon während ihrer Ausbildungszeit stehen den Lehrlingen im Unternehmen die neuesten Technologien und Anlagen zur Verfügung. Damit erhalten sie bei FACC die Möglichkeit, sich mit Innovationsgeist und Engagement zu Experten der Zukunft zu entwickeln.
Mit dem „FACC Future Team“ setzt FACC langfristig auf Nachwuchs. Um in diesem umkämpften Markt zu bestehen, sind die bewährten Anreize für Lehrlinge u. a. sieben Wochen Urlaub, Gratismittagessen, Prämien für erfolgreiche Berufsschulabschlüsse, u. v. m.
Im Geschäftsjahr 2019 wurde im Studienzweig „Leichtbau- und
Composite-Werkstoffe“ an der FH-Wels erstmals ein FACC-Stipendium vergeben. Für 2025 konnten wieder zwei neue Studierende für diesen Studiengang gewonnen werden. Die Studierenden werden mit monatlichen finanziellen Zuwendungen unterstützt. Darüber hinaus übernimmt FACC die Studiengebühren, bietet Praktika in ihren eigenen Werken, die Betreuung durch kompetente Mitarbeiter von FACC sowie die Teilnahme an Trainings und zahlreiche weitere Benefits an. In Summe bietet FACC nun sechs Studenten des Leichtbau- und Composite Lehrgangs der FH-Wels ein Stipendium an.
Die Bedeutung von Diversität und Internationalität als Erfolgsfaktoren in Unternehmen ist unbestreitbar. Die Vielfalt von über 50 Nationen bringt eine Fülle von unterschiedlichen Perspektiven und Anforderungen mit sich, welcher sich FACC bewusst ist.
Ein Fokus auf die Aspekte des lebensphasengerechten Arbeitens ermöglicht nicht nur Vielfalt in der Belegschaft, sondern eröffnet gleichzeitig Chancen für Wachstum in Zeiten des Fachkräftemangels. In den letzten Jahren hat sich die Zahl der unterschiedlichen Arbeitszeitmodelle bei FACC vervielfacht: Im Vordergrund stehen Flexibilität für die Beschäftigten sowie neue Ansätze, die es auch Teilzeitbeschäftigten ermöglichen, Führungspositionen zu übernehmen.
Neben Gleitzeit und Home Office wird beispielsweise Eltern an-
geboten, ihre Arbeitszeiten aufeinander abzustimmen. Mit so-
genannten gegengleichen Schichten besteht diese Möglichkeit nun auch für Produktionsmitarbeiter.
Jobsharing
Beim Jobsharing werden z. B. Quer- bzw. Umsteigern, Karenzrück-
kehrern oder Personen in Weiterbildung hochflexible Möglichkeiten der Arbeitszeitgestaltung angeboten. Dabei geht es auch um Ältere, um aus dem Unternehmen Ausscheidende und darum, ihr Wissen und ihre Erfahrung durch innovative Angebote und Arbeitsmodelle in der Organisation zu halten.
Frauenförderung
Das Mentoring Programm richtet sich an Schülerinnen der 4. HTL-
Klassen. FACC ist in bewährter Weise bei diesem Programm vertreten und bietet aktuell zwei Schülerinnen der HTL Andorf einen FACC-internen Mentor, der den jungen Frauen als Sparringpartner zur Verfügung steht. Weiters bietet FACC den Teilnehmerinnen ein Praktikum im Sommer sowie die Möglichkeit einer Diplomarbeit.
FACC Wings for Women
Im September 2023 gelang der großartige Start des FACC
Wings for Women-Netzwerkes mit einer Auftaktveranstaltung, an der rund 130 Personen teilgenommen haben. Ziel des Netzwerkes ist die Förderung der Chancengleichheit, Female Empowerment
und Frauen für Führungspositionen zu begeistern. Im Rahmen des Netzwerkes werden pro Jahr mehrere Veranstaltungen angeboten, bei denen durch Impulse von Experten,
Workshops und Networking-Möglichkeiten gezielte Inputs
zur beruflichen Förderung von Frauen erfolgen. So wurden seit der Gründung 2024 neben Veranstaltungen bei FACC vor Ort mit Workshops und KeyNotes auch Kooperationen in der Umgebung genutzt, um die Teilnahme an Veranstaltungen zu interessanten Themen (z. B. Finanzthemen speziell für Frauen) zu ermöglichen.
Diese Maßnahmen tragen nicht nur zur Entwicklung einer vielfältigen und inklusiven Unternehmenskultur bei, sondern stärken nachhaltig die Innovationskraft, die Positionierung des Unternehmens als attraktive Arbeitgeberin für sowohl Bewerber als auch für die bestehenden Mitarbeiter und letztlich den Erfolg auf globaler Ebene. Als besondere Auszeichnung erhielt FACC Wings for Women dafür den Preis des Landes Oberösterreich „Starke Frauen. Starkes Land“.
Mit der Wingman-Kampagne wurde bewusst auf die Einbindung der Führungskräfte zur Potentialidentifikation und -förderung gesetzt. Unternehmensintern wurden männliche Role Models gewonnen, um das Thema Chancengleichheit und Potentialförderung voranzutreiben. Die Einführung von sogenannten Wingman spielt eine zentrale Rolle bei der Förderung von Gleichstellung im Unternehmen, da sie als wertvolle Multiplikatoren und Mentoren fungieren.
11. BERICHT ÜBER DIE ZWEIGNIEDERLASSUNGEN
Die FACC AG betreibt keine Zweigniederlassungen.
12. ANGABEN GEMÄSS § 243A UGB
12.1. Berichterstattung über wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess
Gemäß § 243a Abs. 2 UGB ist FACC verpflichtet, die wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess zu beschreiben. Der Vorstand der FACC AG hat gemäß § 82 AktG dafür zu sorgen, dass ein Rechnungswesen und ein internes Kontrollsystem geführt werden, die den Anforderungen des Unternehmens entsprechen. Somit liegt es in der Verantwortung des Vorstands, ein angemessenes internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess einzurichten.
Die wesentlichen Merkmale des Risikomanagements und des internen Kontrollsystems sind im Risikomanagementhandbuch sowie im Finanzhandbuch von FACC festgehalten. Dabei wurden unter anderem wesentliche Finanz- und Controlling-Prozesse sowie deren entsprechende Risiken beschrieben und identifiziert.
Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem ist so konzipiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und korrekte Erfassung aller Geschäftsprozesse und Transaktionen gewährleistet ist und somit jederzeit fundierte Aussagen über die aktuelle Geschäftslage des Unternehmens getroffen werden können.
Zu den Maßnahmen und Regeln zählen unter anderem Funktionstrennung, Vier-Augen-Prinzip, Unterschriftenordnung, ausschließlich kollektive und auf wenige Personen eingeschränkte Zeichnungsermächtigungen für Zahlungen sowie systemunterstützte Prüfungen durch die verwendete EDV-Software SAP.
Bei FACC wird diese Software seit mehr als zehn Jahren in fast allen Unternehmensbereichen eingesetzt. Die Ordnungsmäßigkeit der SAP-Systeme wurde in allen betroffenen Geschäftsprozessen umgesetzt.
Im Rahmen des monatlichen Reportings an den Vorstand und die zweite Berichtsebene werden insbesondere Soll-Ist-Vergleiche berichtet. Der Aufsichtsrat der FACC AG wird in seinen vierteljährlich stattfindenden Sitzungen über die aktuelle Geschäftsentwicklung und die Prognose für den weiteren Geschäftsverlauf des Konzerns unterrichtet. In den Sitzungen des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats wurden unter anderem auch Themen wie das interne Kontrollsystem und das Risikomanagement sowie Maßnahmen zur Minderung der internen Kontrollrisiken behandelt.
Im Rahmen des Budgetierungsprozesses werden Budgetkosten je Kostenstelle geplant. Jeder Kostenstellenverantwortliche ist für die Einhaltung der budgetierten Kosten sowie die geplanten Investitionen verantwortlich. Alle Investitionsvorhaben sind mit dem Vorstand abzustimmen. Über das Budget hinausgehende Investitionen unterliegen der Genehmigung des Aufsichtsrats.
12.2. Angaben zu Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechten und damit verbundenen Verpflichtungen
Das Grundkapital der FACC AG belief sich zum 31. Dezember 2025 auf 45.790.000 EUR und ist in 45.790.000 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien unterteilt. Sämtliche Aktien sind zum Handel im Segment Prime Market der Wiener Börse zugelassen. Jede Aktie entspricht einer Stimme in der Hauptversammlung.
Zum 31. Dezember 2025 war die AVIC Cabin Systems Co. Limited
(vormals FACC International Company Limited) direkt bzw.
indirekt mit 55,5 Prozent an FACC beteiligt.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 waren keine weiteren
Aktionäre bekannt, die eine Beteiligung am Grundkapital von mehr als 10 Prozent hielten.
Der im Streubesitz befindliche Anteil der FACC-Aktien zum Stichtag 31. Dezember 2025 betrug 44,5 Prozent oder 20.397.364 Stück.
Es existieren keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.
12.3. Genehmigtes Kapital
In der 9. ordentlichen Hauptversammlung vom 8. Mai 2023 wurde ein Beschluss zum Widerruf, der in der 5. ordentlichen Hauptversammlung vom 9. Juli 2019 erteilten Ermächtigung des Vorstandes, binnen fünf Jahren ab Eintragung der entsprechenden Satzungsänderung im Firmenbuch – allenfalls in mehreren Tranchen – das Grundkapital der Gesellschaft gegen Bar- und / oder Sacheinlagen, um bis zu EUR 9.000.000,00 zu erhöhen. Gleichzeitig wurde der Vorstand ermächtigt, unter Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft innerhalb von fünf Jahren ab Eintragung der am 08.05.2023 beschlossenen Satzungsänderung im Firmenbuch, allenfalls in mehreren Tranchen, gegen Bar- und / oder Sacheinlagen um bis zu EUR 19.895.000,00 -- durch Ausgabe von bis zu 19.895.000 Stück neue auf Inhaber lautende Stückaktien zu erhöhen. Die Ausgabe der neuen Aktien kann auch unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre erfolgen.
In der ordentlichen Hauptversammlung vom 9. Juli 2019 wurde ein genehmigtes bedingtes Kapital beschlossen, welches am 29.11.2024 ausgelaufen ist. In der ordentlichen Hauptversammlung vom 06.05.2025 wurde das bedingt genehmigte Kapitel erneut beschlossen. Der Vorstand ist demnach berechtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats innerhalb von längstens fünf Jahren ab Eintragung des genehmigten bedingten Kapitals im Firmenbuch das Grundkapital um bis zu Nominale 3.000.000,00 EUR durch Ausgabe von bis zu 3.000.000 neuen
Aktien gegen Bareinlage zu erhöhen. Dieses genehmigte bedingte Kapital dient der Einräumung von Aktienoptionen an
Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens im Rahmen eines Aktienoptionsplans der Gesellschaft. Die Kapitalerhöhung ist zweckgebunden und darf nur so weit durchgeführt
werden, als Inhaber von Optionen aus einem Aktienoptionsplan der Gesellschaft diese ausüben.
12.5. Bestimmungen zur Ernennung von Vorstand und Aufsichtsrat
Solange die AVIC Cabin Systems Co. Limited (vormals FACC International Company Limited) Aktionärin von FACC mit einer Beteiligung von zumindest 25 Prozent des jeweils geltenden Grundkapitals ist, hat diese gemäß Punkt 11 der Satzung von FACC das Recht, bis zu einem Drittel aller Mitglieder des Aufsichtsrats zu ernennen.
Darüber hinaus bestehen keine Satzungsbestimmungen, die über die gesetzlichen Bestimmungen zur Ernennung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie zur Änderung der Satzung hinausgehende Regelungen enthalten.
Zum 31. Dezember 2025 hielt die FACC AG keine eigenen Aktien.
Beschränkungen hinsichtlich der Stimmrechte der FACC-Aktien und deren Übertragung, auch aus Vereinbarungen zwischen Aktionären, sind FACC nicht bekannt.
Es bestehen keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen FACC und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.
In den Vereinbarungen betreffend das Schuldscheindarlehen aus dem Jahr 2019 und die Konsortialfinanzierung aus dem Jahr 2018 sind Change-of-Control-Klauseln enthalten. Die Darlehensgeber sind berechtigt zu kündigen, wenn
• eine Person oder eine Gruppe von gemeinsam vorgehenden Personen die (direkte oder indirekte) Kontrolle über die Garantin (die FACC AG) erlangt, oder
• die Garantin (die FACC AG) direkt oder indirekt nicht mehr zumindest 75 Prozent der Kapitalanteile oder der Stimmrechte am Darlehensnehmer (der FACC Operations GmbH) hält oder kontrolliert.
13.1. Der zivile Luftfahrtmarkt
Branchenwirtschaftliche Rahmenbedingungen in der Luftfahrt
Die Luftfahrtbranche setzte 2025 ihren Wachstumskurs fort. Weltweit reisten laut IATA rund 5,2 Milliarden Passagiere, was einem neuen Allzeithoch entspricht. Die durchschnittliche Sitzplatzauslastung stieg leicht auf rund 84 Prozent, während die verkehrsbezogenen Personenkilometer (RPK) im Vergleich zu 2024 um 5,8 Prozent zunahmen. Besonders stark wuchs erneut der Verkehr in der Asien-Pazifik-Region, angetrieben durch den Ausbau internationaler Strecken.
Bis zum Jahr 2044 benötigt der Markt gemäß aktuellen Analysen der OEMs rund 43.420 neue und effiziente Flugzeuge.
Branchenausblick 2026 – Raten steigen weiter, Verfügbarkeit von Triebwerken steuert Flugzeugbauraten
Für das Geschäftsjahr 2026 wird erwartet, dass die Luftfahrt-branche ihren Wachstumskurs fortsetzt. Das anhaltende Nachfragewachstum in der gesamten Branche geht mit einem weiterhin dynamischen Umfeld einher. Die Lieferketten im Bereich Luftfahrt bleiben trotz der jüngsten Entspannung bei einigen Komponenten bis mindestens 2027 unter Druck. Engpässe gibt es aktuell insbesondere bei den Triebwerksherstellern.
Alle Kunden der FACC kommunizieren ein weiters Ansteigen der Bedarfe im Jahr 2026.
Wesentliche Projekte im Geschäftsjahr 2026
Das Langfrist-Orderbuch ist mit über 6 Milliarden USD auf einem historischen Höchststand und sichert eine hohe Auslastung für die kommenden Jahre. Dies ist ein starkes Fundament für die nächsten Jahre, mit dem die FACC das zukünftige Wachstum gut planen kann.
Zwar stellen die eingeschränkte Verfügbarkeit kritischer Flugzeugsysteme – insbesondere von Triebwerken – weiterhin zentrale Themen für die zivile Luftfahrtindustrie dar, die FACC-Einschätzungen für das Geschäftsjahr 2026 berücksichtige diese Effekte, die Umsatzplanung basiert auf konservativen Annahmen. Das FACC-Management beobachtet die Entwicklungen bei OEM-Bedarfen und der globalen Supply Chain genau und kann bei Bedarf frühzeitig und flexibel reagieren. Das gesamtwirtschaftliche Umfeld war im Geschäftsjahr 2025 weiterhin von hoher Dynamik geprägt. Die hohen Standortkosten in Europa, insbesondere in Österreich, führten zu spürbaren Kostensteigerungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Auch die FACC blieb von diesen inflationären Effekten nicht unberührt. Durch vorausschauendes Kostenmanagement, laufende Effizienzsteigerungsmaßnahmen sowie eine konsequente Steuerung unserer Beschaffungs- und Preisstrategie konnten die Auswirkungen abgefedert werden.
Positive Effekte des Effizienzprogramms CORE
Der Vorstand hat im 4. Quartal 2024 ein Effizienzsteigerungsprogramm beschlossen. Dieses Programm umfasst fünf Teilprojekte, die gemeinsam bis zum Ende des Jahres 2026 zu einer deutlichen Verbesserung der operativen Profitabilität (EBIT) sowie des operativen Cashflows führen sollen. Die fünf Teilprojekte sind:
• Effizienzsteigerung in der Produktion durch Nutzung der Lernkurveneffekte und die damit verbundenen Produktivitätserhöhungen, Prozessverbesserungen, Steigerung der Auslastung in Kroatien und der weiteren Stabilisierung der Supply Chain.
• Anpassungen der Verkaufspreise zur teilweisen Kompensation von Inflationskosten.
• Preissenkungen bei Lieferanten durch Neuvergabe von Verträgen, Nachverhandlungen bestehender Verträge, Verlagerung von Supply Chains in wettbewerbsfähige Regionen sowie Fortführung der C.O.M.P.E.T.E-Initiativen aus den Vorjahren.
• Reduktion allgemeiner Sach- und Fixkosten durch Implementierung eines klassischen Sparprogramms.
• Nachhaltige Reduktion der Lagerbestände durch Prozessverbesserungen im Verlauf der gesamten Wertschöpfungskette mit Unterstützung eines externen Beratungshauses.
• Alle angesprochenen Kategorien tragen bereits zur Ergebnisverbesserung im Jahr 2025 bei. Größere Herausforderungen bestehen insbesondere noch im Bereich der Materialkosten. Hier arbeitet das Management intensiv an einer Restrukturierung der internationalen Supply-Chain, um auch hier die gesetzten Ziele erreichen zu können. Die Wirksamkeit des CORE Programms wird auch dadurch unterstrichen, dass erstmals seit mehreren Jahren alle drei Divisionen positive operative Ergebnisse (EBIT) erwirtschaftet haben.
CORE wird FACC auch das Geschäftsjahr 2026 begleiten und bestimmen. Die übergeordnete Zielsetzung der FACC ist auch für das Jahr 2026 eine weitere nachhaltige Steigerung der operativen Profitabilität in allen Divisionen sowie des Free Cashflows, um das Finanzprofil des Konzerns weiter zu verbessern.
Das FACC-Management rechnet weiterhin mit einem Umsatzanstieg in sämtlichen Geschäftssegmenten. Die anhaltend hohe weltweite Nachfrage nach neuen Flugzeugen bleibt unverändert zu den Vorjahren führt jedoch dazu, dass sowohl die OEMs als auch die nachgelagerten Tier‑1‑Zulieferer weiterhin mit der Stabilisierung der Lieferkettensituation beschäftigt sind. Zwar hat sich diese im Vergleich zu den letzten Jahren verbessert, das FACC Management geht jedoch auch für 2026 noch einer hohen Dynamik in der Lieferkette aus. Zusätzlich verstärken geopolitische Spannungen die allgemeine Unsicherheit. FACC begegnet dieser komplexen Lage mit agilen Organisations- und Planungsmodellen, um die Lieferfähigkeit gegenüber den Kunden jederzeit sicherzustellen, unter anderem durch eine verstärkte Local‑for‑Local‑Produktion.
Als weiterhin stark wachsender Geschäftsbereich wird der
Advanced Air Mobility-Bereich (AAM/Drohnen-Geschäft) an-
gesehen. Insgesamt arbeitet FACC weiterhin mit vier Unter-
nehmen an AAM-Projekten, die sich in unterschiedlichen Entwicklungsstadien befinden.
Der Luftfahrtmarkt wächst somit und FACC wächst mit. In den nächsten fünf Jahren plant FACC:
● Ca. 300 Mio. Euro Investitionen in Standorte, Technologien und Projekte
● rund 1.500 neue Arbeitsplätze weltweit
Diese Investitionen müssen getätigt werden, um den wirtschaftlichen Erfolg langfristig zu sichern. Es wird in die Erforschung und der Entwicklung neuer Technologien und Materialien investiert. FACC stellt so sicher seinen Kunden neue Leichtbausystem für die nächste Flugzeuggeneration anbieten zu können.
Um die Kapazitäten für das bestehende Geschäft und den Ratenhochlauf sicherzustellen, ist eine Erweiterung der Produktionsstandorte erforderlich. Im Geschäftsjahr 2026 wird ein Werkserweiterungsprojekt im Bereich Aerostructures in Österreich gestartet, um auch die bereits bestehenden Fertigungswerke, Maschinen und Testkapazitäten bestmöglich nutzen zu können. Insgesamt wird diese Investition mehr als 100 Millionen Euro betragen und sich über die Jahre 2026 bis 2029 verteilen.
Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet das Management der FACC auf Basis der allgemeinen Prognosen sowie der derzeit verfügbaren Kundenprognosen ein weiteres Umsatzwachstum im Bereich von 5 bis 15 Prozent. FACC beobachtet die Entwicklungen in der Supply-Chain genau, um etwaige negative Änderungen der Kundenabrufe frühzeitig antizipieren zu können. Das operative Ergebnis soll sich durch zu erwartende Skaleneffekte sowie durch Effekte aus dem Effizienzsteigerungsprogramm CORE weiter verbessern. Diese Prognose gilt unter der Voraussetzung, dass sich die gesamtwirtschaftlichen und geopolitischen Rahmenbedingungen im Jahr 2026 nicht weiter verschlechtern und die von den FACC-Kunden übermittelten Planungsdaten nicht geändert werden.
Ried im Innkreis, am 9. März 2026
Robert Machtlinger e.h.
Vorsitzender des Vorstands
Florian Heindl e.h.
Mitglied des Vorstands
Tongyu Xu e.h.
Mitglied des Vorstands