TOGETHER
Jahresfinanzbericht
Mayr-Melnhof Karton AG
2021
Inhaltsverzeichnis
Konzernlagebericht
Die Positionierung der MM Gruppe und ihrer Divisionen
Entwicklung im Jahr 2021
2
7
18 Forschung und Entwicklung
22 Risikomanagement
31 Angaben nach § 243 a Abs 1 UGB
32 Konsolidierte nichtfinanzielle Erklärung nach § 267 a UGB
33 Ausblick
35 Konzernabschluss
123 Lagebericht und Jahresabschluss
der Mayr-Melnhof Karton AG
156 Konsolidierter Corporate Governance-Bericht
165 Erklärung des Vorstandes
Konzernlagebericht
Konzernlagebericht
1 DIE POSITIONIERUNG DER MM GRUPPE UND IHRER DIVISIONEN
Konzern
Karton, Papier, Packaging – nachhaltige Verpackungen für Konsumgüter
Die MM Gruppe (MM) ist in 2021 mit den strategischen Akquisitionen der Karton- und Papierwerke Kwidzyn, Polen, und
Kotkamills, Finnland, neben der bereits führenden Position bei Recyclingkarton in Europa in das (europäische) Spitzenfeld
der Anbieter von Frischfaserkarton aufgerückt. Zusätzlich wurden Kraftpapiere und ungestrichene Feinpapiere im Zuge
dieser Transaktionen als neue Geschäftsfelder aufgenommen, die gemeinsam mit Karton in der Division MM Board &
Paper (vormals MM Karton) geführt werden. Die Division MM Packaging ist ein führender Faltschachtelproduzent in Europa
und hält darüber hinaus auch eine führende Marktposition in mehreren Ländern außerhalb Europas.
Die beiden Divisionen der MM Gruppe werden mit eigenständiger Ergebnisverantwortung geführt und beliefern einander
zu Marktkonditionen. MM Board & Paper lieferte in 2021 rund 13 % des Kartonabsatzes an MM Packaging. Der überwie-
gende Teil der Kartonproduktion wird jedoch an Faltschachtelproduzenten außerhalb des Konzerns und damit an Mitbe-
werber von MM Packaging verkauft. MM Packaging bezog in 2021 mehr als ein Viertel der verarbeiteten Tonnage intern
von MM Board & Paper, wobei sich mit den jüngsten Akquisitionen das Potential für den internen Bezug erhöht hat.
Kreislaufwirtschaft – immanenter Teil des Geschäftsmodells
Karton wird im Wesentlichen als Rohstoff für die Erzeugung von Faltschachtelverpackungen eingesetzt. Faltschachteln
sind neben Kunststoff das bedeutendste Primärverpackungsmittel für Konsumgüter des täglichen Bedarfes. Zusätzlich zur
attraktiven Präsentation des Konsumgutes und zu dessen Schutz zeichnen sich Faltschachtelverpackungen im Besonderen
durch eine nachhaltige Produktion aus erneuerbaren und vielmals recyclebaren Faserstoffen aus. Verantwortungsvolle Kreis-
laufwirtschaft ist damit ein immanenter Teil des Geschäftes der MM Gruppe.
Regionaler Schwerpunkt Europa
Die Nachfrage nach Karton und Kartonverpackung korreliert mit dem Privatkonsum, vor allem von täglichen Bedarfsgütern,
und weist damit eine relative Resilienz auf. Dem Faltschachtelgeschäft kommt aufgrund von Transportkosten und Service-
anforderungen im Wesentlichen regionaler Charakter zu, wodurch der geografische Schwerpunkt unserer Unterneh-
menstätigkeit auf dem gut entwickelten und nachhaltigen europäischen Markt liegt. Demgegenüber hat der globale Kar-
tonhandel nur untergeordnete Bedeutung.
Kraftpapiere gehen insbesondere an die Lebensmittel-/Gastronomiebranche sowie die Laminatindustrie, ungestrichene
Feinpapiere (Office- und Druckpapiere) werden vor allem an Papier-/Bürobedarfshändler in Europa verkauft.
Wachstum, Effizienz, Nachhaltigkeit und Digitalisierung im Fokus
Die Schaffung langfristiger Wachstumsperspektiven steht im Zentrum der jüngsten strategischen Transformation der
MM Gruppe. Verbesserte Wettbewerbsfähigkeit sowie der Fokus auf Nachhaltigkeit und Innovation sollen dazu wesentlich
beitragen. Mit Zielsetzung struktureller Effizienzsteigerung erfolgten neben der Akquisition von zwei Großstandorten der
Ausstieg aus drei kleinen Kartonfabriken – Verkauf der Werke Baiersbronn und Eerbeek (2021), Schließung des Karton-
standortes Hirschwang (2020) – sowie Restrukturierungen im Packagingbereich in Deutschland. Ferner wurde das bisher
umfangreichste Investitionsprogramm auf den Weg gebracht, welches eine Mehrzahl von Projekten mit Schwerpunkten
auf Wachstum, Kosteneffizienz und technologischer Erneuerung an großen wettbewerbsfähigen Standorten beider Divisi-
onen umfasst. Mit Einrichtung der Konzernfunktion „Sustainability“ und moderner Systeme in diesem Bereich wird der
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Konzernlagebericht
zunehmenden Bedeutung von Nachhaltigkeit als Differenzierungskriterium am Markt Rechnung getragen. Für MM geht es
dabei insbesondere darum, das Potential aus dem Ersatz von Kunststoffverpackungen durch recyclebare Verpackungen
aus nachwachsenden Rohstoffen mit denselben Funktionen und demselben Komfort zu nutzen. Innovativere Lösungen
sind der Schlüssel zu diesem Wandel, weshalb das Innovationsmanagement von MM zusätzlich deutlich modernisiert und
ausgebaut wurde. Darüber hinaus zielt eine umfassende Harmonisierung und Optimierung der Systeme und Prozesse im
Zuge der Digitalisierung darauf ab, die Potentiale und Synergien der MM Gruppe langfristig noch besser wertschöpfend
nutzen zu können. Das Management-Team von MM wurde diesen Aufgabenstellungen entsprechend verbreitert und auch
um High Potentials ergänzt.
MM Board & Paper*
Führender Kartonproduzent mit attaktiver Position bei Kraftpapier und ungestrichenem Feinpapier
Die Division MM Board & Paper ist mit einer Jahreskapazität von 2,0 Millionen Tonnen Karton größter Kartonproduzent in
Europa (exkl. Flüssigkeitskarton). An sechs europäischen Produktionsstandorten wird ein vielfältiges Angebot an Karton-
produkten für ein breites Einsatzspektrum im Verpackungs- und Food-Service-Bereich gefertigt. Rund 65 % der Kapazität
entfallen auf gestrichenen Recyclingkarton und rund 35 % auf Frischfaserkarton. Darüber hinaus umfasst die Division eine
Jahreskapazität von rund 260.000 Tonnen Kraftpapier und 390.000 Tonnen ungestrichenem Feinpapier. Recyclingfasern, die
extern zugekauft werden, halten einen Anteil von rund 40 % an den jährlich eingesetzten Faserstoffen. Weitere rund 20 %
des Fasereinsatzes sind Holzschliff, der zum Großteil in den Kartonwerken und im divisionseigenen Faserwerk FollaCell in
Norwegen selbst erzeugt wird. Zellstoff, auf welchen rund 28 % des Faserbedarfes entfallen, wird zu rund 65 % selbst
erzeugt und zu rund 35 % zugekauft.
Karton und Papier – ein breites Einsatzspektrum
Die Kartonprodukte von MM werden in einer Vielzahl von Konsumgütermärkten des täglichen Bedarfes als Verpackungs-
material eingesetzt. Verwendungsschwerpunkte sind Food & Specialities, auf welche rund 89 % des Absatzes entfallen,
sowie der Bereich Premium mit einem Absatzanteil von 11 %. Kraftpapiere werden vor allem an die Lebensmittel-/Gast-
ronomiebranche und die Laminatindustrie verkauft, ungestrichene Feinpapiere insbesondere an Papier-/Bürobedarfs-
händler. Um den individuellen Anforderungen einzelner Marktsegmente bestmöglich zu entsprechen, sind die Produkt-
hauptgruppen von MM Board & Paper – Recyclingkarton, Frischfaserkarton, weiß gestrichener Recycling-Liner (hochwertig
bedruck- und veredelbare Deckenlage für Wellpappenprodukte in niedriger Grammatur), Packaging Kraft Paper, Saturating
Kraft Paper (Laminatpapier) sowie Food Service & Cupstock – als eigene Units in der Verkaufsorganisation eingerichtet.
Im Anschluss an die bereits nach den jüngsten Akquisitionen erfolgte Integration der Verkaufsorganisation soll mit einem
neuen Branding die Marktdurchdringung weiter erhöht werden.
Der geografischen Aufstellung von MM Board & Paper entsprechend ist Europa der Hauptmarkt, auf welchem in 2021
rund 89 % der Verkaufsmenge abgesetzt wurden. Darüber hinaus wird ein weltweites Vertriebsnetzwerk unterhalten, so-
dass mehr als 2.000 Kunden in rund 140 Ländern beliefert werden. Dies sind insbesondere Druckereibetriebe der mittel-
ständisch geprägten und stark fragmentierten europäischen Faltschachtelindustrie sowie Konsumgüterproduzenten und
die oben erwähnten Abnehmer im Papierbereich.
*
Namensänderung der Division von MM Karton auf MM Board & Paper nach Abschluss der Akquisition Kwidzyn und der damit einhergehenden Erweiterung
des Produktportfolios um „Kraftpapiere“ und „Ungestrichene Feinpapiere“.
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Konzernlagebericht
Wachstum durch Effizienz, Nachhaltigkeit und innovative Produkte
Als Schlüsselfaktor für weiteres Wachstum wurden nicht nur umfassende Investitionsprogramme für die Standorte Frohn-
leiten, Neuss und Kolicevo auf den Weg gebracht, sondern auch bereits bei den Neuakquisitionen Projekte aufgenommen.
Zielsetzung ist es, durch technologische Neuerungen das Produktprogramm auf neue Möglichkeiten am Markt auszurich-
ten und mit mehr Effizienz und Nachhaltigkeit noch wettbewerbsfähiger zu werden. Ein abgestimmter Prozess zwischen
Innovationstätigkeit, Produktentwicklung und Kommerzialisierung zielt auf die kontinuierliche Verbesserung bestehender
Lösungen und Prozesse sowie die Erschließung neuer Einsatzmöglichkeiten und Marktpotentiale ab. MM Board & Paper
verfolgt dabei einen Ansatz, welcher Aspekte aus der gesamten Wertschöpfungskette zur Differenzierung auf dem Markt
berücksichtigt. Hohe Qualität, Funktionalität, Sicherheit und Nachhaltigkeit unserer Produkte sowie umfassende Kompe-
tenz und modernste Serviceleistungen zeichnen das Angebot bei Board & Paper aus.
„Plastiksubstitution“ – Potential und nachhaltiges Ziel
Im Zuge steigender Nachfrage nach nachhaltigen Verpackungslösungen setzt sich der Trend zu „Plastiksubstitution“ weiter
fort. Ziel von MM Board & Paper ist es, neue Möglichkeiten im Austausch von Kunststoffverpackungen durch umwelt-
freundliche, innovative Lösungen aus Karton und Papier zu schaffen und die Funktionalitäten ohne Einsatz von Kunststof-
fen weiter zu erhöhen. Ein messbarer Einfluss dieses Trends auf unseren Karton- und Papierabsatz ist weiter schwer ein-
zuschätzen. Unsere Ambition ist jedoch, diesen strategisch zu nutzen, um schneller als der Markt zu wachsen.
Leistungsstarke Standorte
MM hat in 2020/2021 eine Konzentration der Produktion auf die leistungsstärksten Standorte vollzogen. Zum Jahresende
2021 wird auf acht leistungsstarken Kartonmaschinen und vier Papiermaschinen an sechs Standorten produziert. Die
Maschinen sind jeweils auf bestimmte Produktqualitäten ausgerichtet: drei auf Recyclingkarton, zwei auf Frischfaserkarton,
eine auf weiß gestrichenen Recycling-Liner sowie zwei weitere Kartonmaschinen flexibel sowohl auf Recycling- als auch
auf Frischfaserkartonqualitäten. Darüber hinaus produzieren zwei Papiermaschinen ungestrichene Feinpapiere und zwei
weitere jeweils Packaging Kraft Paper bzw. Saturating Kraft Paper. Die Maschinen werden kontinuierlich auf dem Stand
der Technik mit Fokus auf Wachstumspotential und Wettbewerbsstärke weiterentwickelt.
Fasern und Energie im Zentrum
Altpapier ist der strategisch bedeutendste Rohstoff bei der Produktion von gestrichenem Recyclingkarton, Holzschliff bei
Frischfaserkarton sowie Zellstoff bei Kraft- und Feinpapieren. Darüber hinaus sind Energie, Chemikalien und Logistik wei-
tere wesentliche Kostenfaktoren. Die hochqualitative Bedruckbarkeit von Karton wird durch die Applikation eines Striches
aus Kalk, Füllstoffen und Bindemittel auf der Kartonaußenfläche erreicht.
MM Board & Paper bezieht Recyclingfasern zur Gänze aus Europa, vorwiegend auf dem Spotmarkt. Ferner werden in
kleinerem Ausmaß längerfristige Bezugsmöglichkeiten von Kommunen und Entsorgern genutzt. Aufgrund des guten euro-
päischen Altpapieraufkommens infolge hoher Recyclingquoten und bestehender Aufkommensreserven erachten wir die
Verfügbarkeit des Rohstoffes Altpapier als nachhaltig gesichert. Auch bei Holz als Ausgangsstoff für Holzschliff und Zell-
stoff sehen wir die Versorgung aufgrund des laufenden Bezuges aus nachhaltiger Forstwirtschaft als gegeben. Wie die
Situation infolge von Covid-19 zeigte, kann es jedoch zu massiven Schwankungen bei Aufkommen und Preisen kommen.
Als Energieträger wird von MM Board & Paper vorrangig Erdgas genutzt. Der verstärkte Einsatz erneuerbarer Energieträger,
wie z. B. Biomasse, ist langfristige Zielsetzung.
Starker Wettbewerb in der Kartonindustrie
MM Board & Paper ist der einzige europäische Anbieter mit jeweils mehreren großen Produktionsstandorten von
Recycling- und Frischfaserkarton und darüber hinaus der einzige europäische Kartonerzeuger mit einem substantiellen
weiteren Standbein in der Faltschachtelerzeugung. Die drei größten skandinavischen Anbieter sind ausschließlich im Be-
reich Frischfaserkarton tätig.
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Konzernlagebericht
Der Kapazitätszuwachs bei Recyclingkarton erfolgt in Europa seit Jahrzehnten durch die laufende technologische Moder-
nisierung bestehender Anlagen („creeping capacity increase“). Bei Frischfaserkarton führte insbesondere der strukturbe-
dingte Wechsel von grafischen Papieren hin zu Verpackungskartonprodukten in den letzten Jahren zu Neukapazitäten,
welche zum Teil auch außerhalb Europas abgesetzt werden.
MM Packaging
Ein führender Faltschachtelproduzent
Faltschachtelverpackungen für Konsumgüter des täglichen Bedarfes stehen im Zentrum des Geschäftes von MM Packaging.
Im Jahr 2021 wurden rund 708.000 Tonnen Recycling- und Frischfaserkarton sowie 145.000 Tonnen Papier verarbeitet und
Umsatzerlöse von 1.641,6 Mio. EUR erzielt. MM Packaging ist damit nicht nur ein führender Faltschachtelproduzent in
Europa, sondern auch einer der größten weltweit. Aufgrund von Transportkosten und Serviceanforderungen haben Falt-
schachtelverpackungen einen begrenzten Lieferradius und sind dadurch vorwiegend als regionales Produkt definiert. Da
die Markteintrittsbarrieren in der Faltschachtelbranche im Vergleich zur Kartonindustrie niedriger sind, ist das Geschäft
durch anhaltend intensiven Verdrängungswettbewerb gekennzeichnet.
Die Produktion von Faltschachtelverpackungen ist ein mehrstufiger Prozess, der sich vereinfacht wie folgt darstellen lässt:
Karton wird bedruckt, im darauffolgenden Stanzvorgang gerillt und in einzelne Verpackungszuschnitte geteilt, welche in-
dividuell nach Anspruch der Abnehmerbranche in der abschließenden Prozessstufe gefaltet und verklebt werden. Darüber
hinaus kommt eine große Vielfalt von Verfahren zur Verpackungsveredelung zum Einsatz. Der Versand und Transport der
Verpackungen erfolgt in der Regel in gefaltetem Zustand in Überkartons. Die Verpackungsbefüllung mit Konsumgütern
findet weitgehend an den Abpackanlagen durch den Kunden statt. Mit dem Anspruch auf Best Industrial Practice setzt
MM Packaging sämtliche gängigen Preprint-, Druck- und Veredelungstechnologien auf dem Stand der Technik ein.
Die Produktion von Wellpappe ist eine gegenüber Karton und Faltschachtel unterschiedliche Industriesparte mit anderen
Produkten und Märkten, in der MM Packaging nicht tätig ist. Eine Überschneidung besteht bei Konsumgüterverpackungen
aus Feinwelle (Mikrowelle), welche auch an einigen spezialisierten Standorten von MM Packaging produziert werden.
Diese verbinden die Stabilität der Welle mit der ausgezeichneten Bedruckbarkeit von Karton.
Internationales Standortnetzwerk stets nahe am Kunden
Geografischer Schwerpunkt des Standortnetzes von MM Packaging, bestehend aus 43 Werken in 18 Ländern, ist Europa.
Darüber hinaus wird auch in einzelnen Ländern des Mittleren Ostens, Südamerikas und in Fernost eine führende Position
gehalten. Neben der breiten lokalen Präsenz schaffen wir durch die Spezialisierung unserer Standorte auf spezifische
Markt- bzw. Produktsegmente aus den Bereichen Food & Specialities sowie Premium Wettbewerbsvorteile durch entspre-
chendes Know-how und kontinuierliche Weiterentwicklung. Auf den Hauptabsatzmarkt Europa entfallen rund 82 % der
Umsatzerlöse, auf die Märkte Mittlerer Osten/Asien 11 % sowie auf Nord- und Südamerika 7 %. Zielsetzung unserer
Standortpolitik ist es, unsere Kunden aus wettbewerbsstarken, geografisch gut positionierten Produktionsbetrieben zu
beliefern.
Belieferung eines breiten Branchenspektrums schafft Balance und Potential
MM Packaging deckt bei Verpackungen für Konsumgüter des täglichen Bedarfes ein breites Branchenportfolio ab und
schafft damit sowohl Potential als auch ein solides Maß an Resilienz. Die beiden Märkte Food & Specialities und Premium
tragen zu etwa gleichen Teilen zum Umsatz von MM Packaging bei. Das hoch spezialisierte Premiumgeschäft umfasst die
Bereiche Pharma, Beauty & Personal Care sowie Cigarette. Die Konzentration der Organisation von MM Packaging auf
einzelne spezialisierte Business Units ermöglicht es, den individuellen Markt- und Produktanforderungen mit zielgerichte-
tem Know-how zu entsprechen.
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Konzernlagebericht
Der überwiegende Teil des Geschäftes wird mit großen multinationalen Konsumgüterproduzenten erwirtschaftet, auf die
rund 80 % der Umsatzerlöse entfallen. Die Vergabe des Bedarfes über Tenderverfahren und mehrjährige Bezugsvereinba-
rungen sind die Regel im internationalen Großkundengeschäft. Der übrige Teil des Absatzes erfolgt an lokale Kunden.
Insgesamt beliefert MM Packaging weltweit über 1.700 Kunden.
Karton – strategischer Rohstoff
Die Faltschachtelproduktion setzt an Karton als zentralem Rohstoff auf. Dieser ist sowohl bedeutendster Input- als auch
Kostenfaktor. Die Wahl des eingesetzten Kartons richtet sich zum einen nach der Funktionalität der Verpackung, zum
anderen nach den individuellen Anforderungen einzelner Konsumgüterbranchen bzw. -hersteller. Dem divisionalen Profit-
Center-Prinzip des Konzerns entsprechend kauft MM Packaging den Bedarf an Recycling- und Frischfaserkarton bzw. Pa-
pieren über eine eigene Beschaffungsorganisation zu. Im Geschäft mit internationalen Konsumgütererzeugern wird der
Kartonbezug auch vom Kunden entschieden bzw. verhandelt. Bedeutende Kartonpreisänderungen werden in der Regel im
Rahmen längerfristiger Liefervereinbarungen durch entsprechende Klauseln, die sich auf Referenzwerte beziehen, berück-
sichtigt. Neben Karton und Papier sind Farben, Lacke und Werkzeuge weitere bedeutende Rohstoffe von MM Packaging.
Die Personalintensität liegt durchwegs über jener der Kartonproduktion.
Investition in Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit – Wachstum, organisch und über Akquisitionen
Die Nachfrage nach Faltschachtelverpackungen korreliert ähnlich wie der Kartonmarkt mit dem Privatkonsum. Infolge des
Schwerpunktes auf Verpackungen für Konsumgüter des täglichen Bedarfes ist diese im reifen Hauptmarkt Europa von
hoher Kontinuität geprägt. Ziel von MM Packaging ist es, sowohl durch verstärkte Wettbewerbskraft als auch durch die
gezielte Ausrichtung auf Zukunftsmärkte, wie z. B. Pharma, organisch und über Akquisitionen weiterzuwachsen.
Dazu investieren wir in modernste Technologien und entwickeln attraktive Standorte nahe unseren Kunden. So wird bei-
spielsweise, um am Marktwachstum in Zentral-Ost-Europa zu partizipieren und die günstigeren Kosten zu nutzen, der
große Standort MMP Neupack Polska (Petersona) verdoppelt und ein weiteres Verpackungswerk in Polen (Emerald) ge-
baut. Ferner wurde der Ausbau von MMP Werken zu kritischer Größe in Großbritannien, Österreich und Rumänien in Angriff
genommen. Darüber hinaus werden schrittweise Modernisierungen im Maschinenpark (Druck-, Stanz- und Klebebereich)
zur Effizienzsteigerung und Entwicklung am Stand der Technik (u. a. Digitaldruck) durchgeführt.
Ziel ist es, mit dem Anspruch auf Best Industrial Practice weiterzuwachsen. Schwerpunkte liegen dabei auf der verstärkten
Spezialisierung von Standorten, Automatisierung und Digitalisierung sowie der Entwicklung innovativer, nachhaltiger Ver-
packungen. Daher geben wir auch viel Raum für Innovationen, damit laufender Wandel, insbesondere beim Ersatz von
Kunststoffverpackungen, gelingen kann.
Den Expansions- und Akquisitionskurs wird MM Packaging wie bisher risikobewusst und wertorientiert mit dem Anspruch
auf eine nachhaltig hohe Ergebnisqualität fortsetzen.
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2 ENTWICKLUNG IM JAHR 2021
Allgemeine Wirtschaftslage
Die Weltwirtschaft war in 2021 im Wesentlichen durch die Erholung nach dem coronabedingten Einbruch des Vorjahres
gekennzeichnet, welche jedoch regional in unterschiedlicher Geschwindigkeit erfolgte. Während die Wirtschaftsleistung
Chinas und der USA wieder das Vorkrisenniveau erreichte, konnten die großen Volkswirtschaften der EU die Rückgänge
des BIP noch nicht gänzlich aufholen. Länder, welche vor allem von kontaktintensiven Wirtschaftsbereichen, wie Touris-
mus, abhängig sind, waren hier benachteiligt. Maßgeblich zur wirtschaftlichen Erholung trugen die anhaltend expansive
Geld- und Fiskalpolitik sowie die fortschreitende Immunisierung der Bevölkerung durch wirksame Impfstoffe bei. Somit
konnten Eindämmungsmaßnahmen bis zur Jahreshälfte hin wieder großteils gelockert werden, wodurch der Privatkonsum
weiter an Schwung gewann. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung und weltweiten Angebots- und Lieferengpässen nahmen
aber auch die Preise auf den Rohstoffmärkten massiv Fahrt auf. Dies belastete ab dem 2. Quartal vor allem die Industrie-
produktion, und die wirtschaftliche Erholung verlor an Dynamik. Drastisch steigende Preise für Treibstoffe, Gas und Strom
führten schließlich zum Jahresende hin zur höchsten Inflation seit Jahrzehnten.
Branchenentwicklung
Im Zuge der gesamtwirtschaftlichen Erholung verzeichnete die Nachfrage auf den Karton- und Faltschachtelmärkten sowie
bei Papieren in 2021 eine starke Dynamik. Gleichzeitig führte der massive Anstieg von Faser- und Transportkosten und
später auch bei Energiekosten zu einer Serie signifikanter Preiserhöhungen im Jahresverlauf.
Altpapierpreise stiegen vor allem infolge hoher Nachfrage, zusätzlicher Kapazitäten bei den verarbeitenden Industrien, wie
z. B. Wellpappe, sowie pandemiebedingt niedrigerer Lagerstände und anhaltend niedrigerer Sammelaufkommen bei grafi-
schen Papieren weiter drastisch an. Zellstoff verzeichnete insbesondere aufgrund starker Nachfrage, logistischer Ein-
schränkungen, verlängerter Produktionsstillstände und der Aufwärtsdynamik aus Asien ebenfalls einen deutlichen Preis-
anstieg. Hackschnitzel entwickelten sich demgegenüber mit weitgehend konstanten Preisen. Gas- und Strompreise
verzeichneten ab Oktober nachfragebedingt, aber auch infolge politischer Spannungen einen galoppierenden Anstieg mit
teilweise einer Vervierfachung der Gaspreise zum bisherigen Niveau. Darüber hinaus waren jedoch auch viele andere
Inputfaktoren wie Farben, Lacke, technische Chemikalien oder Verpackungsmaterial durch starke Teuerung mit anhalten-
der Tendenz gekennzeichnet.
Das Thema Nachhaltigkeit bei Verpackungen, insbesondere die Substitution von Kunststoff, ist weiter ins Zentrum gerückt
und wird von allen Teilnehmern in der Wertschöpfungskette, Karton-/Papier- und Faltschachtelproduzenten sowie Kon-
sumgüterherstellern und Einzelhandel proaktiv vorangetrieben. Aufgrund der Vollbeschäftigung der Industrien konnten
Umstellungen in 2021 jedoch nur langsam Platz greifen.
Kapazitätserhöhungen in der Kartonindustrie konzentrierten sich in 2021 am europäischen Kernmarkt vor allem auf lau-
fende Investitionstätigkeit in bereits bestehende Anlagen. An der europäischen Peripherie kam es zur Inbetriebnahme je
einer neuen Recycling- und Frischfaserkartonmaschine. Der Erwerb von Kotkamills und des Werkes Kwidzyn durch MM
markierte die bedeutendste Veränderung am europäischen Kartonmarkt. Im Bereich Faltschachtel erreichte Graphic
Packaging (US) durch die Übernahme von AR Packaging auch in Europa eine führende Position. Zudem setzte sich das
Engagement von Finanzinvestoren im Sektor weiter fort. Insgesamt hat die starke Kostenbelastung in 2021 vor allem den
Druck auf kleinere Unternehmen der Karton- und Faltschachtelindustrie deutlich erhöht. Die Anbieterstruktur bei
Packaging bleibt insgesamt weiter von starker Fragmentierung geprägt.
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Konzernlagebericht
Geschäftsverlauf 2021
Konzern
Die MM Gruppe konnte das Geschäftsjahr 2021, das durch historisch einzigartige Kostensteigerungen insbesondere bei
Energie, Altpapier und Zellstoff geprägt war, insgesamt erfolgreich abschließen. Der starke Druck auf die Margen wurde
durch Preiserhöhungen, welche aufgrund vertraglicher Bindungen nur zeitversetzt umgesetzt werden konnten, sukzessive
kompensiert. Die anhaltend starke Nachfrage nach Kartonverpackungen und Papieren und damit hohe Auslastung in bei-
den Divisionen bot dazu eine maßgebliche Unterstützung.
Der Anstieg des betrieblichen Ergebnisses um 16,5 % auf 269,6 Mio. EUR wird zu einem Gutteil von beiden Divisionen
getragen. Während MM Packaging eine recht robuste laufende Entwicklung verzeichnete, ist der Ergebnisanstieg bei
MM Board & Paper im Wesentlichen auf Einmaleffekte aus strukturellen Veränderungen zurückzuführen.
Mit den Akquisitionen der Karton- und Papierwerke Kwidzyn in Polen und Kotkamills in Finnland sowie dem Verkauf der beiden
kleineren Kartonwerke, Baiersbronn und Eerbeek, und dem Auf-Schiene-Bringen mehrerer Großinvestitionen zur Steigerung
von Effizienz, Innovation und Nachhaltigkeit war 2021 neben den operativen Herausforderungen ein Jahr bedeutender strate-
gischer Transformationen bei MM. Grundlegende Zielsetzung ist es, durch verstärkte Wettbewerbsfähigkeit langfristiges
Wachstum bei nachhaltigen faserbasierten Verpackungslösungen sowie eine Steigerung der Profitabilität zu ermöglichen.
Durch die Zukäufe im Frischfaserbereich hat MM nicht nur die Position als der führende Karton- und Faltschachtelerzeuger
in Europa gefestigt, sondern auch zwei neue Kernprodukte, Kraftpapiere und ungestrichene Feinpapiere, erworben, die
interessantes Potential bieten und in der Division MM Board & Paper geführt werden.
Der soliden Ergebnisentwicklung entsprechend wird der 28. Ordentlichen Hauptversammlung am 27. April 2022 eine
Dividendenerhöhung auf 3,50 EUR je Aktie (2020: 3,20 EUR) für das Geschäftsjahr 2021 vorgeschlagen.
Konzerngewinn- und -verlustrechnungen
Konzerngewinn- und -verlustrechnungen (Kurzfassung)
(in Mio. EUR)
2021
3.069,7
269,6
2020
2.528,4
231,4
(9,4)
+/-
+ 21,4 %
+ 16,5 %
Umsatzerlöse
Betriebliches Ergebnis
Finanz- und Beteiligungsergebnis
Steuern vom Einkommen und Ertrag
Jahresüberschuss
(25,1)
(53,8)
(59,8)
162,2
190,7
+ 17,5 %
Die konsolidierten Umsatzerlöse des Konzerns erreichten 3.069,7 Mio. EUR und lagen damit um 21,4 % bzw. 541,3 Mio. EUR
über dem Vorjahreswert (2020: 2.528,4 Mio. EUR). Dieser Anstieg resultierte im Wesentlichen akquisitionsbedingt aus
der Division Board & Paper. In der geografischen Verteilung der Umsatzerlöse lag der Schwerpunkt mit 54,2 % (2020:
55,2 %) unverändert auf Westeuropa, gefolgt von gestiegenen Anteilen in Osteuropa mit 32,4 % (2020: 28,3 %) und einem
Rückgang des Umsatzanteiles außerhalb Europas auf 13,4 % (2020: 16,5 %). Die konzerninternen Umsätze erhöhten sich auf
133,0 Mio. EUR (2020: 116,6 Mio. EUR) und betrafen im Wesentlichen Lieferungen von MM Board & Paper an MM Packaging.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
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Konzernlagebericht
Konzernumsatz nach Regionen
(in %)
2021
2020
53,3 %
1,9 %
Westeuropa (exkl. Österreich)
Österreich
52,1 %
2,1 %
Osteuropa (inkl. Türkei)
Asien und MENA
Nord- und Südamerika
Sonstige
32,4 %
7,9 %
28,3 %
10,2 %
4,9 %
4,8 %
0,7 %
1,4 %
Gesamt
100,0 %
100,0 %
Herstellungskosten
Anteil an den Umsatzerlösen
(in Mio. EUR)
2021
1.798,6
375,3
2020
1.317,9
363,3
+/-
36,5 %
3,3 %
2021
58,6 %
12,2 %
4,1 %
2020
Materialaufwand und bezogene Leistungen
Personalaufwand
52,1 %
14,4 %
5,7 %
1)
Abschreibungen
125,8
144,0
- 12,6 %
28,3 %
26,1 %
Sonstiger Aufwand
113,9
88,7
3,7 %
3,5 %
Herstellungskosten
2.413,6
1.913,9
78,6 %
75,7 %
1) inkl. Wertminderungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
Die Herstellungskosten zur Erbringung der betrieblichen Leistung stiegen gegenüber 2020 um 499,7 Mio. EUR bzw.
26,1 % auf 2.413,6 Mio. EUR (2020: 1.913,9 Mio. EUR). Diese Erhöhung resultierte insbesondere aus der Ausweitung des
Geschäftsvolumens infolge der Akquisitionen sowie gestiegenen Faser- und Energiekosten. Damit und aufgrund verzöger-
ter Kostenweitergabe veränderte sich der Anteil an den Umsatzerlösen von 75,7 % auf 78,6 %.
Vertriebs- und Verwaltungskosten, sonstige betriebliche Aufwendungen
Anteil an den Umsatzerlösen
(in Mio. EUR)
2021
165,2
25,6
2020
163,2
23,5
+/-
1,2 %
2021
5,4 %
0,8 %
9,1 %
2020
6,4 %
0,9 %
8,6 %
Personalaufwand
1)
Abschreibungen
8,7 %
Sonstiger Aufwand
280,6
216,2
29,8 %
Vertriebs- und Verwaltungskosten,
sonstige betriebliche Aufwendungen
471,4
402,9
17,0 %
15,3 %
15,9 %
1) inkl. Wertminderungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
Die Vertriebs- und Verwaltungskosten sowie sonstige betriebliche Aufwendungen erhöhten sich ebenfalls, vor allem ak-
quisitionsbedingt, von 402,9 Mio. EUR auf 471,4 Mio. EUR. Ihr Anteil an den Umsatzerlösen wurde mit 15,3 % (2020:
15,9 %) konstant gehalten.
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Konzernlagebericht
Mit 269,6 Mio. EUR wurde ein betriebliches Ergebnis um 16,5 % bzw. 38,2 Mio. EUR über dem Vorjahr (2020: 231,4 Mio. EUR)
erzielt. Rund 55 % dieses Zuwachses entfallen auf MM Board & Paper und rund 45 % auf MM Packaging. Einmalaufwen-
dungen aus der Erstkonsolidierung der Werke Kwidzyn und Kotkamills in Höhe von 26,3 Mio. EUR, welche insbesondere
auf Akquisitionsnebenkosten inklusive Transaktionssteuern und Vorratsbewertung zurückzuführen sind, sowie Restruktu-
rierungsaufwendungen in der Division MM Packaging von 20,1 Mio. EUR standen einem Einmalertrag aus dem Verkauf
der Werke Eerbeek und Baiersbronn in Höhe von 46,1 Mio. EUR (nach Transaktionsnebenkosten) gegenüber. Im Vorjahr
waren Sondereffekte in Höhe von -64,0 Mio. EUR zu berücksichtigen. Die Operating Margin des Konzerns lag somit bei
8,8 % (2020: 9,2 %), der Return on Capital Employed bei 12,8 % (2020: 13,7 %). Das EBITDA stieg um 5,5 % bzw. 22,1 Mio. EUR
auf 421,0 Mio. EUR (2020: 398,9 Mio. EUR), womit die EBITDA Margin 13,7 % erreichte (2020: 15,8 %).
Finanzerträgen in Höhe von 3,3 Mio. EUR (2020: 1,7 Mio. EUR) standen Finanzaufwendungen von -24,4 Mio. EUR (2020:
-7,9 Mio. EUR) gegenüber. Letztere stiegen vor allem aufgrund der Aufnahme von Schuldscheindarlehen und Namensschuld-
verschreibungen zur Finanzierung der Akquisitionen und organischer Wachstumsprojekte. Das „Sonstige Finanzergebnis –
netto“ belief sich vor allem aufgrund von Änderungen im Fremdwährungsergebnis auf -4,0 Mio. EUR (2020: -3,2 Mio. EUR).
Das Ergebnis vor Steuern lag demnach mit 244,5 Mio. EUR um 10,1 % über dem Vorjahr (2020: 222,1 Mio. EUR). Die
Steuern vom Einkommen und Ertrag beliefen sich auf 53,8 Mio. EUR (2020: 59,8 Mio. EUR), woraus sich ein effektiver
Konzernsteuersatz von 22,0 % (2020: 27,0 %) ergibt. Die Reduktion gegenüber dem Vorjahr resultiert vor allem aus steu-
erfreien Erträgen aus den Unternehmensverkäufen.
Jahresüberschuss, Gewinn je Aktie
Der Jahresüberschuss erhöhte sich damit um 17,5 % bzw. 28,5 Mio. EUR auf 190,7 Mio. EUR (2020: 162,2 Mio. EUR), die
Umsatzrentabilität blieb nahezu konstant zum Vorjahr bei 6,2 % (2020: 6,4 %). Im Geschäftsjahr 2021 befanden sich
unverändert 20.000.000 Aktien im Umlauf, sodass sich ein Gewinn je Aktie von 9,46 EUR (2020: 8,06 EUR) bezogen auf den
den Aktionären der Gesellschaft zuzurechnenden Jahresüberschuss in Höhe von 189,2 Mio. EUR (2020: 161,2 Mio. EUR)
errechnet.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
10
Konzernlagebericht
Vermögen, Kapitalausstattung, Liquidität
Konzernbilanzen (Kurzfassung)
(in Mio. EUR)
31. Dez. 2021
31. Dez. 2020
1.397,9
1.001,7
2.399,6
1.547,1
397,2
Langfristige Vermögenswerte
Kurzfristige Vermögenswerte
Summe Aktiva
2.460,0
1.554,2
4.014,2
1.661,9
1.569,4
782,9
Eigenkapital
Langfristige Verbindlichkeiten
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Summe Passiva
455,3
4.014,2
2.399,6
Das Gesamtvermögen des Konzerns belief sich per 31. Dezember 2021 auf 4.014,2 Mio. EUR und lag damit um
1.614,6 Mio. EUR über dem Wert zum Ultimo 2020 (2.399,6 Mio. EUR). Dieser Anstieg ist vor allem auf die Erstkonsoli-
dierung der Neuakquisitionen zurückzuführen. Das Konzerneigenkapital stieg von 1.547,1 Mio. EUR (31. Dezember 2020)
auf 1.661,9 Mio. EUR, wobei dem Jahresüberschuss die Dividendenzahlung mindernd gegenüberstand. Die Eigenkapital-
rentabilität lag bei 11,9 % nach 10,6 % im Vorjahr.
Die Finanzverbindlichkeiten haben überwiegend langfristigen Charakter und erhöhten sich von 268,4 Mio. EUR zum Jahres-
ende 2020 auf 1.423,1 Mio. EUR zum 31. Dezember 2021. Diese Zunahme resultiert insbesondere aus der Aufnahme von
Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen in Höhe von 1.125,0 Mio. EUR. Mit einer Eigenkapitalquote von
41,4 % (31. Dezember 2020: 64,5 %) bleibt die MM Gruppe weiter solide finanziert.
Bei verfügbaren Zahlungsmitteln des Konzerns in Höhe von 359,5 Mio. EUR (31. Dezember 2020: 146,2 Mio. EUR) stieg
die Nettoverschuldung von 122,2 Mio. EUR auf 1.063,5 Mio. EUR zum Ultimo 2021. Dem Konzern standen ferner jederzeit
ausnutzbare Kreditlinien und -rahmen in Höhe von 472,6 Mio. EUR (31. Dezember 2020: 902,5 Mio. EUR) zur Verfügung.
Die langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich vor allem akquisitionsbedingt von 1.397,9 Mio. EUR auf 2.460,0 Mio. EUR.
Analog verzeichneten auch die kurzfristigen Vermögenswerte einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr von 1.001,7 Mio. EUR
auf 1.554,2 Mio. EUR.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
11
Konzernlagebericht
Cash Flow-Entwicklung
Konzerngeldflussrechnungen (Kurzfassung)
(in Mio. EUR)
2021
2020
318,2
(142,9)
(150,8)
(5,1)
Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit
Einfluss von Wechselkursänderungen
Veränderung der Zahlungsmittel (< 3 Monate)
Zahlungsmittel (< 3 Monate) zum Jahresende
269,8
(891,4)
836,9
(2,0)
213,3
359,5
19,4
146,2
Der Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit lag mit 269,8 Mio. EUR um 48,4 Mio. EUR unter dem Vergleichswert (2020:
318,2 Mio. EUR). Diese Veränderung resultiert im Wesentlichen aus einem niedrigeren cashwirksamen Ergebnis. Einem
Rückgang im Working Capital im Vorjahr stand ein Aufbau im aktuellen Jahr gegenüber.
Der Cash Flow aus der Investitionstätigkeit veränderte sich von -142,9 Mio. EUR auf -891,4 Mio. EUR. Diese Veränderung
stammt im Wesentlichen aus der Bezahlung der Kaufpreise für den Erwerb des Werkes Kwidzyn in Höhe von rund
676,5 Mio. EUR und von Kotkamills von rund 203,1 Mio. EUR, welchen Einzahlungen aus dem Verkauf der Werke Eerbeek
und Baiersbronn in Höhe von rund 152,2 Mio. EUR gegenüberstanden. Die Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen
und immateriellen Vermögenswerten erhöhten sich dem intensivierten Investitionsprogramm entsprechend von
152,8 Mio. EUR auf 248,4 Mio. EUR.
Investitionsauszahlungen von MM Board & Paper in Höhe von 103,4 Mio. EUR (2020: 93,5 Mio. EUR) betrafen vor allem
technische Modernisierungen und Erweiterungen mit Schwerpunkten an den Standorten Frohnleiten, Österreich, Kolicevo,
Slowenien, und Neuss, Deutschland.
Schwerpunkte der Investitionsauszahlungen von MM Packaging in Höhe von 145,0 Mio. EUR (2020: 59,3 Mio. EUR) lagen
auf Erweiterungen sowie technologischen Modernisierungen in Polen, Großbritannien, Österreich und Russland.
Der Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit veränderte sich vor allem aufgrund der Aufnahme von Schuldscheindarlehen
und Namensschuldverschreibungen von -150,8 Mio. EUR auf 836,9 Mio. EUR.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
12
Konzernlagebericht
Weitere Informationen und Ereignisse
Erwerb der Werke Kotkamills und Kwidzyn
Am 2. August 2021 wurde der im Dezember 2020 vereinbarte Erwerb von Kotkamills, Finnland, zu einem Kaufpreis von
203,1 Mio. EUR abgeschlossen.
MM Kotkamills betreibt eine der modernsten Frischfaserkartonmaschinen in Europa (Baujahr 2016) mit einer geplanten
Kapazität von 400.000 Tonnen, eine Maschine für Saturating Kraft Paper/Imprägnierpapier mit einer Kapazität von
170.000 Tonnen, durch die das Unternehmen zu den weltweit führenden Produzenten zählt, sowie ein Sägewerk.
Am 6. August 2021 wurde der Mitte Februar 2021 vereinbarte Erwerb des Werkes Kwidzyn, Polen, abgeschlossen. Der
Kaufpreis betrug 676,5 Mio. EUR.
MM Kwidzyn betreibt am integrierten Zellstoff- und Papierstandort Kwidzyn ein Zellstoffwerk mit einer Jahreskapazität von
rund 400.000 Tonnen und vier verbundene Karton-/Papiermaschinen. Das Kernstück ist eine FBB-Maschine mit 260.000
Tonnen Jahreskapazität Karton. Darüber hinaus ist MM Kwidzyn mit einer Papiermaschine in den Bereich MF-Kraftpapier
eingestiegen, um die wachsende Nachfrage nach flexiblen faserbasierten Verpackungsprodukten mit einer Jahreskapazität
von 75.000 Tonnen zu bedienen. Ferner betreibt MM Kwidzyn zwei der attraktivsten Kopierpapiermaschinen (UWF) in
Europa mit einer jährlichen Gesamtkapazität von 410.000 Tonnen.
Durch die Akquisitionen wird die Position von MM am Frischfaserkartonmarkt (FBB) mit einem attraktiven Angebot an
Barrierekartonlösungen sowie innovativen, nachhaltigen und kosteneffizienten Sorten gestärkt und die etablierte Markt-
position in Recyclingkarton ergänzt. Darüber hinaus erweitert MM das Produktportfolio mit Kraftpapieren und ungestri-
chenen Feinpapieren (UWF), die mit eigener Zellstoffproduktion rückwärtsintegriert sind.
Verkauf der Frischfaserkartonwerke Eerbeek und Baiersbronn
Im August 2021 hat die Division MM Board & Paper 100 % der Anteile an den Frischfaserkartonwerken in Eerbeek, Nieder-
lande, und Baiersbronn, Deutschland, an eine Tochtergesellschaft von Fonds, die von Oaktree Capital Management, L.P.
(„Oaktree“), gemanagt werden, um einen Kaufpreis von 110,5 Mio. EUR verkauft. Zusätzlich hat die Käuferin MM die beste-
henden konzerninternen Darlehens- und Cashpoolverbindlichkeiten in Höhe von 41,7 Mio. EUR abgegolten.
Eerbeek und Baiersbronn haben zusammen eine Jahreskapazität von rund 245.000 Tonnen Frischfaserkarton (FBB), wel-
che auf zwei Kartonmaschinen produziert wird.
Aufnahme von Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen in Höhe von 1.125,0 Mio. EUR
Ende Februar hat die Mayr-Melnhof Karton AG Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen in einem Ge-
samtvolumen von 1 Milliarde EUR erfolgreich bei einem breit gestreuten Kreis institutioneller Investoren im In- und Ausland
platziert. Die Transaktion umfasst Tranchen mit sowohl fester als auch variabler Verzinsung über Laufzeiten von 5 bis 15
Jahren mit einer durchschnittlichen Laufzeit von 8,8 Jahren und einem durchschnittlichen Zinssatz von 1,5 %. Darüber
hinaus wurden per 30. September 2021 weitere Namensschuldverschreibungen in Höhe von 125,0 Mio. EUR mit einer
Laufzeit von 18 Jahren und einem fixen Zinssatz von 1,88 % begeben. Die Emissionserlöse dienen zur Finanzierung der
Akquisition der Werke Kotkamills, Finnland, und Kwidzyn, Polen, sowie für attraktive organische Wachstumsprojekte.
MM Gruppe verpflichtet sich zu Netto-Null-Emissionen bis 2050
Die MM Gruppe unterstützt die globale Initiative „Business Ambition for 1.5°C“, die u. a. von der Science Based Targets
initiative und dem UN Global Compact ins Leben gerufen wurde. Im Zuge dessen hat sich MM dazu verpflichtet, wissen-
schaftlich fundierte Emissionsreduktionsziele über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg festzulegen, um die globale
Erwärmung auf 1,5°C über dem vorindustriellen Niveau zu halten. Darüber hinaus strebt MM bis spätestens 2050 Netto-
Null-Emissionen an.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
13
Konzernlagebericht
Definition der Kennzahlen
EBITDA (Earnings before Interest, Income Taxes, Depreciation and Amortization)
Betriebliches Ergebnis zuzüglich Abschreibungen und Wertminderungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte.
EBITDA Margin
EBITDA dividiert durch die Umsatzerlöse.
Eigenkapitalquote
Eigenkapital dividiert durch die Bilanzsumme.
Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity, ROE)
Jahresüberschuss dividiert durch das durchschnittliche Eigenkapital.
Mitarbeiter
Mitarbeiterstand zum Jahresende inklusive Lehrlingen und aliquot berücksichtigter Teilzeitkräfte.
Nettoverschuldung/Nettoliquidität
Kurz- und langfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten inklusive Leasingverbindlichkeiten gemäß IFRS 16 abzüglich
Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten. Sofern ein Überhang der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
über die Finanzverbindlichkeiten besteht, liegt eine Nettoliquidität vor.
Operating Margin
Betriebliches Ergebnis dividiert durch die Umsatzerlöse.
Return on Capital Employed (ROCE)
Betriebliches Ergebnis dividiert durch die Summe aus durchschnittlichem Eigenkapital, aus den durchschnittlichen kurz-
und langfristigen verzinslichen Finanzverbindlichkeiten inklusive Leasingverbindlichkeiten gemäß IFRS 16 sowie abzüglich
des durchschnittlichen Bestandes an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten.
Umsatzrentabilität
Jahresüberschuss dividiert durch die Umsatzerlöse.
Sämtliche Kennzahlen wurden ausschließlich auf Basis der Angaben im Konzernabschluss berechnet.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
14
Konzernlagebericht
Geschäftsverlauf in den Divisionen
MM Board & Paper
Die europäischen Kartonmärkte wie auch die Märkte für Kraftpapiere und ungestrichenes Feinpapier waren in 2021 durch
starke Nachfrage gekennzeichnet. Dies ist einerseits auf eine Wiederauffüllung der während der Pandemie reduzierten
Supply Chain zurückzuführen sowie andererseits der Mengensicherung infolge stark gestiegener Lieferzeiten und teilweise
dem Ausbleiben von Importen aus Asien geschuldet. Mit rund 340.000 Tonnen lag der durchschnittliche Auftragsstand
daher und aufgrund der erstmaligen Einbeziehung der Akquisitionen über dem Vergleichswert des Vorjahres (2020:
100.000 Tonnen). Trotz vereinzelter Lieferverzögerungen aufgrund fehlender Transportressourcen (z.B. LKW-Fahrer) konn-
ten die Produktion und Versorgung unserer Kunden gewährleistet werden. Analog zum Vorjahr belief sich die Kapazitäts-
auslastung auf 97 %.
Infolge nachfrage- und angebotsbedingt massiver Steigerungen bei Rohstoffkosten (insbesondere Fasern, Chemikalien,
Verpackungsmaterialien, Transport) sowie Energie wurden mehrere Preiserhöhungen umgesetzt. Aufgrund vertraglicher
Bindungen erfolgen diese jedoch oft zeitversetzt zum Preisanstieg auf den Beschaffungsmärkten. Zellstoff- und Altpapier-
preise setzten nach einem rasanten Anstieg im ersten Halbjahr auch in der zweiten Jahreshälfte die Aufwärtsbewegung
weiter fort. Gründe für den signifikanten Altpapierpreisanstieg sind unverändert vor allem die starke Nachfrage der Well-
pappen-Industrie sowie der Aufkommensrückgang bei Magazinpapieren und Zeitungsdruck.
Die Integration der strategischen Akquisitionen der Karton- und Papierwerke Kwidzyn, Polen, und Kotkamills, Finnland,
bildete in 2021 einen besonderen Schwerpunkt. MM Board & Paper hat mit den Zukäufen nicht nur die Position bei
Frischfaserkarton gestärkt, sondern auch zwei neue Kernprodukte, Kraftpapiere und ungestrichene Feinpapiere, erwor-
ben. Als Teil der Transformation wurden die beiden kleineren Kartonwerke, Baiersbronn und Eerbeek, veräußert. Darüber
hinaus wurden Großinvestitionen mit Schwerpunkt auf Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit durch Effizienz, Innovation und
Nachhaltigkeit an den Standorten Frohnleiten, Österreich, Neuss, Deutschland, und Kolicevo, Slowenien, auf den Weg
gebracht.
Die Entwicklung der Divisionskennzahlen ist in besonderem Maße durch die Änderungen im Konsolidierungskreis geprägt.
Die Produktion lag mit 2.069.000 Tonnen akquisitionsbedingt 21,0 % über dem Vorjahreswert (2020: 1.710.000 Tonnen).
Davon entfielen 1.320.000 Tonnen (64 %) auf Recyclingkarton und 502.000 Tonnen (24 %) auf Frischfaserkarton (2020:
1.365.000 Tonnen bzw. 80 % und 345.000 Tonnen bzw. 20 %). Die übrigen 247.000 Tonnen (12,0 %) entfielen auf die
neuen Produktbereiche Kraftpapiere und ungestrichene Feinpapiere. Bezogen auf den durchschnittlichen Mitarbeiterstand
wurden 616 Tonnen (2020: 693 Tonnen) pro Mitarbeiter erzeugt. Der Absatz erhöhte sich analog zur Produktion um
22,7 % auf 2.092.000 Tonnen (2020: 1.704.000 Tonnen).
Die Umsatzerlöse lagen mit 1.561,1 Mio. EUR insbesondere akquisitionsbedingt um 48,6 % bzw. 510,3 Mio. EUR über
dem Vergleichswert (2020: 1.050,8 Mio. EUR). Mit einem Anteil von rund 61 % in Westeuropa (2020: 66 %) und 32 % in
Osteuropa (2020: 22 %) wurde wieder mehr auf den europäischen Märkten abgesetzt, wodurch der Verkaufsanteil in Län-
der außerhalb Europas auf 7 % (2020: 12 %) zurückging.
MM Packaging war mit einem Lieferanteil von rund 13 % bzw. 236.000 Tonnen Karton (2020: 13 % bzw. 226.000 Tonnen)
unverändert größter Kunde von MM Board & Paper.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
15
Konzernlagebericht
Das betriebliche Ergebnis war vor allem durch die gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten, welche erst zeitverzögert über
höhere Verkaufspreise kompensiert werden konnten, belastet. Insgesamt erhöhte sich dieses jedoch vor allem durch die
Verbuchung von Einmaleffekten aus den Veränderungen im Konsolidierungskreis um 24,2 % auf 107,7 Mio. EUR (2020:
86,7 Mio. EUR). Die Operating Margin belief sich auf 6,9 % (2020: 8,3 %), der Return on Capital Employed auf 11,0 %
(2020: 14,5 %). Der Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit betrug 108,7 Mio. EUR nach 126,3 Mio. EUR im Jahr zuvor.
Divisionskennzahlen MM Board & Paper
(in Mio. EUR)
Umsatzerlöse
EBITDA
2020
1.050,8
164,7
86,7
+/-
+ 48,6 %
+ 12,5 %
+ 24,2 %
- 135 bp
- 13,9 %
- 355 bp
+ 22,7 %
+ 7,6 %
2021
1.561,1
185,2
107,7
6,9 %
1)
Betriebliches Ergebnis
Operating Margin (%)
8,3 %
Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit
Return on Capital Employed (%)
Verkaufte Tonnage (in Tausend t)
Karton
108,7
11,0 %
2.092
1.834
93
126,3
14,5 %
1.704
1.704
n.a.
Kraftpapiere
Ungestrichene Feinpapiere
Produzierte Tonnage (in Tausend t)
1) inklusive Umsatzerlösen zwischen den Divisionen
165
n.a.
2.069
1.710
+ 21,0 %
MM Packaging
Ähnlich wie bei Board & Paper waren auch die europäischen Faltschachtelmärkte in 2021 durch anhaltend starke Nach-
frage gekennzeichnet. MM Packaging verzeichnete vor diesem Hintergrund in sämtlichen Food- als auch Non-Food-
Anwendungsbereichen hohe Auftragseingänge. Der Absatz lag hierbei vor allem in den Bereichen Pharma, Beauty &
Personal Care deutlich über dem Vorjahr. Parallel dazu wurden jedoch sämtliche Geschäftsbereiche von einem zunehmend
dynamischen Anstieg der Inputkosten wie Karton, Papier, Farben, Lacke und Verpackungsmaterial erfasst. Die Weitergabe
dieser Kostensteigerungen an die Kunden sowie die Aufrechterhaltung der Materialversorgung und Lieferfähigkeit standen
daher im Mittelpunkt des laufenden Geschäftes. Beides ist MM Packaging gelungen, wobei die Kostenweitergabe entspre-
chend vertraglicher Bedingungen zwar sukzessive, aber infolge laufend weiterer Erhöhungen oft zeitverzögert erfolgte.
Um am Marktwachstum in Zentral-Ost-Europa zu partizipieren und günstigere Kosten zu nutzen, wurde die Verdoppelung
des größten polnischen Werkes MMP Neupack Polska Petersona in Bydgoszcz vorangetrieben und der Bau eines neuen
Verpackungswerkes Emerald in Polen nahe Warschau auf den Weg gebracht. Darüber hinaus befinden sich Erweiterungs-
investitionen für den Ausbau von Standorten zu kritischer Größe und Ausrichtung auf Wachstumsmärkte, wie nachhaltige,
plastikfreie Verpackungen in Österreich, Rumänien und Großbritannien, erfolgreich in Umsetzung. Gleichzeitig wurden
notwendige strukturelle Anpassungsmaßnahmen zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit und Absicherung des Bestands-
geschäftes fortgesetzt. Dies betraf insbesondere den deutschen Verpackungsstandort MM Graphia Bielefeld, welcher per
Ende September 2021 den Betrieb einstellte. In diesem Zusammenhang waren Einmalaufwendungen in Höhe von
20,1 Mio. EUR zu verbuchen.
Die verarbeitete Tonnage Karton und Papier lag mit 853.000 Tonnen leicht über dem Vorjahreswert (2020: 847.000 Tonnen).
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
16
Konzernlagebericht
Die Umsatzerlöse stiegen primär mengenbedingt um 3,0 % auf 1.641,6 Mio. EUR (2020: 1.594,2 Mio. EUR). Diese verteil-
ten sich zu 49 % und 33 % auf West- und Osteuropa sowie zu 18 % auf außereuropäisches Geschäft (2020: 50 %; 32 %;
18 %). MM Packaging beliefert in verschiedenen Konsumgüterbranchen mehr als 1.700 Kunden. Die beiden Hauptmärkte
sind Food & Specialities sowie Premium, wobei Letzterer die Bereiche Pharma, Beauty & Personal Care und Cigarette
umfasst. Infolge der hohen Konzentration in den Abnehmerindustrien entfällt ein bedeutender Anteil des Geschäftes auf
multinationale Großkunden, sodass in 2021 mit den Top-Fünf-Kunden rund 40 % (2020: 40 %) der Umsatzerlöse erwirt-
schaftet wurden.
Das betriebliche Ergebnis konnte vor allem mengenbedingt und aufgrund gesteigerter Kosteneffizienz um 11,9 % bzw.
17,2 Mio. EUR auf 161,9 Mio. EUR (2020: 144,7 Mio. EUR) gesteigert werden. Die Operating Margin belief sich demnach
auf 9,9 % (2020: 9,1 %). Der Return on Capital Employed betrug 14,4 % (2020: 13,2 %), der Cash Flow aus der Geschäfts-
tätigkeit 161,1 Mio. EUR nach 191,9 Mio. EUR in 2020.
Divisionskennzahlen MM Packaging
(in Mio. EUR)
Umsatzerlöse
EBITDA
2020
1.594,2
234,2
144,7
9,1 %
+/-
+ 3,0 %
+ 0,7 %
+ 11,9 %
+ 79 bp
+ 124 bp
- 16,1 %
+ 0,7 %
2021
1.641,6
235,8
161,9
9,9 %
1)
Betriebliches Ergebnis
Operating Margin (%)
Return on Capital Employed (%)
Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit
Verarbeitete Tonnage (in Tausend t)
1) inklusive Umsatzerlösen zwischen den Divisionen
14,4 %
161,1
853
13,2 %
191,9
847
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
17
Konzernlagebericht
3 FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Im Zentrum der Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten der MM Gruppe steht die nachhaltige Sicherung und Stärkung
der Wettbewerbs- und Wachstumsfähigkeit des Konzerns. Innovation wird dabei als Prozess gelebt, der zeitgerechte Lö-
sungen für zukünftige Herausforderungen und Chancen liefern soll und neue nachhaltige Lösungen schafft, welche auch
über bisherige Geschäftsfelder hinausgehen können. MM hat den Anspruch, Markt- und Zukunftstrends frühzeitig zu iden-
tifizieren und für die Kunden sowie die gesamte Gruppe wertbringend zu nutzen. Damit dies langfristig gelingt, greifen wir
auf ein breites Ressourcenspektrum in und außerhalb unserer Organisation zurück, schaffen regelmäßig Raum und An-
reize, damit sich Neues entwickeln kann, und investieren kontinuierlich in Fortschritt und die Zukunft von MM.
Die Innovationstätigkeiten werden einerseits durch den Anspruch stetiger Produkt- und Prozessoptimierungen getrieben,
andererseits sind es mitunter sich ändernde gesetzliche Rahmenbedingungen, die Weiterentwicklung bedingen. Nicht zu-
letzt ist die Erschließung neuer, zukünftiger Geschäftsfelder und Zielanwendungen Antrieb für die Innovationsaktivitäten.
Die Entwicklung bzw. Umsetzung von Produktinnovationen erfolgt stets unter Berücksichtigung möglicher Risiken zur Pro-
duktsicherheit und Wahrung der Chancen aus der Entwicklung innovativer und nachhaltiger Verpackungslösungen.
Moderner Innovationsprozess
Eine neu aufgesetzte Innovations- und Produktentwicklungsorganisation sowie der kontinuierlich weiterentwickelte Inno-
vationsprozess sorgen dafür, dass Innovationen von der Ideenfindung bis zur Umsetzung gezielt von den notwendigen
Ressourcen und entsprechenden Expertinnen und Experten unserer Fachabteilungen begleitet werden. Der Fokus ist da-
rauf ausgerichtet, dass Innovationen im Detail evaluiert und möglichst zeitnah als Projekte umgesetzt werden, um den
Anforderungen an modernste technologische Funktionalität, Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit zu entsprechen. Zur
Gewährleistung von Qualität und Sicherheit setzen wir auf externe Zertifizierungen. Sie sind ein wichtiger Nachweis für
Kunden und Endnutzer, dass unsere Produktinnovationen nachhaltig, sozial verträglich und gesundheitlich unbedenklich
sind. Darüber hinaus dienen sie zum Nachweis der rechtlichen Compliance im Bereich Produktsicherheit. Das regelmäßige
Überprüfen sowohl bestehender Produkte als auch innovativer Lösungen auf Einhaltung der Zertifizierungskriterien ge-
währleistet gleichzeitig eine rigorose Qualitätssicherung, die auch nach außen hin sichtbar wird.
Um allen Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, durch eigene Ideen in den Innovationsprozess miteinbezogen werden zu
können, wurde zusätzlich die interne Ideenplattform „we.invent“ ins Leben gerufen. Die Beiträge werden in einem Stage-
Gate-Prozess bewertet und zur Umsetzung gebracht.
Nachhaltigkeit im Fokus
Sowohl die Corona-Pandemie als auch der Klimawandel führen vor Augen, dass Sicherheit und Wohlstand davon abhängen,
wie wir Gemeingüter, wie öffentliche Gesundheit und Klimastabilität, langfristig erhalten: Die Gesellschaft und die Wirt-
schaft müssen widerstandsfähig, nachhaltig und klimafreundlich aufgebaut sein. Karton und Papier gewinnen dadurch als
umweltfreundliche Verpackung an Bedeutung, denn die Umsetzung von Kreislaufwirtschaft ist seit jeher ein fester Be-
standteil der Entwicklungs- und Innovationstätigkeit der MM Gruppe. Zielsetzung von MM ist es daher, die Chance zu
nutzen, Kunden dahingehend zu unterstützen, Plastik mit innovativen, aber auch bewährten Lösungen aus Papier und
Karton zu ersetzen. Damit folgen wir auch dem aktuell prägenden Trend zu nachhaltigen, plastikfreien Verpackungen mit
natürlichem Auftritt sowie hoher Convenience und Sicherheit und perfekter Einbindung in den Onlinevertrieb.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
18
Konzernlagebericht
Fortschreitende Digitalisierung im Konzern
Konzentrierte sich die Digitalisierung in den vergangenen Jahren insbesondere auf digitale Verkaufs- und Serviceplattfor-
men, hat MM nunmehr den Weg zu einer Gesamtmodernisierung der IT-Landschaft im Konzern eingeschlagen, welche
Unternehmens-Ressourcen-Planung (ERP), Produktionsplanung und Produktionssteuerung umfassen. Dies ist einerseits
eine Herausforderung für unsere Organisation, aber auch gleichzeitig ein deutlicher Schritt nach vorne. Am Ende dieses
mehrjährigen Prozesses wird MM mit neuen Wettbewerbsvorteilen noch besser aufgestellt sein.
Gleichzeitig erfährt die Automatisation von Arbeitsabläufen und Logistikprozessen in beiden Divisionen fortschreitende
Durchdringung, ebenfalls mit dem Ziel, zusätzliche Wettbewerbsvorteile zu schaffen. Damit einher geht auch die Entste-
hung einer Vielzahl neuer qualifizierter Funktionen im Konzern.
Innovationstätigkeit 2021 in der Division MM Board & Paper
Die Innovations- und Forschungsaktivitäten werden einerseits vom Anspruch stetiger Verbesserung aller Produkte von
MM Board & Paper bzw. deren Eigenschaften getrieben, andererseits sind es mitunter sich ändernde gesetzliche Rahmen-
bedingungen, die Weiterentwicklung bedingen. Nicht zuletzt ist die Erschließung neuer, zukünftiger Geschäftsfelder An-
trieb für neue Produktentwicklungen.
Das Forschungs- und Entwicklungszentrum von MM Board & Paper am Standort Frohnleiten erarbeitet gemeinsam mit
den am Standort MM Kotkamills vorhandenen Kapazitäten sowie externen Forschungseinrichtungen die Umsetzung grund-
legender Erkenntnisse im Kontext von Wissenschaft und Produktion. Dies gewährleistet einen industrienahen Zugang so-
wie rasche Umsetzung. Zielsetzung ist es, dadurch insbesondere den aktuellen Erfordernissen hinsichtlich nachwachsen-
der Rohstoffe im Austausch von mineralölbasierten Ausgangsmaterialien sowie nachhaltiger Produktion in einer
geschlossenen Kreislaufwirtschaft zu entsprechen.
Damit im Zusammenhang stehend, lagen in 2021 die Schwerpunkte einerseits in der Vertiefung angewandter Forschung
zu neuesten Beschichtungstechnologien, sowohl die Art der Beschichtung als auch die dabei eingesetzten Materialien
betreffend, und andererseits in den durch den Erwerb der beiden neuen Standorte Kotkamills und Kwidzyn sich eröffnen-
den Möglichkeiten, neue Anwendungen zu erschließen.
Ein weiterer Schwerpunkt betraf die Behandlung der für faserbasierte Verpackungslösungen eingesetzten Zellulosefasern
zur Verbesserung sowohl mechanischer als auch sensorischer Eigenschaften, unter Gewinnung der bei dieser Behandlung
erhaltenen Wertstoffe.
Themen wie „Mikroplastik“ sowie die „Single Use Plastic Directive“ wurden im Kontext der umfassenden strukturellen
Änderungen bei MM Board & Paper behandelt, mit dem Ziel, das Portfolio an umweltfreundlichen, innovativen Lebensmit-
telverpackungen aus Karton oder Papier zielstrebig auszuweiten.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
19
Konzernlagebericht
Innovationstätigkeit 2021 in der Division MM Packaging
MM Packaging Innovationsnetzwerk
Mit der Installation eines „Head of Innovation MMP“ und einer damit verbundenen, neuen Innovationsorganisation wurde
das Innovationsnetzwerk von MM Packaging in 2021 weiter ausgebaut. Dieses stellt sicher, dass das gesamte technische
Know-how der MM Gruppe für die Bedürfnisse und Anforderungen unserer Kunden genutzt werden kann. Es setzt sich aus
folgenden Einheiten zusammen: aus PacProject, dem kreativen Innovationszentrum in Hamburg (seit Anfang 2021 zu
100 % in die neue Innovationsorganisation integriert), dem Premium Printing Center in Trier sowie dem Technical Account
Management-Team zur Koordination gezielter Kundenbriefings mit den lokalen Packaging-Development-Centern und ein-
zelnen Werken und dem Forschungs- und Entwicklungszentrum der Tann-Gruppe. Um auch die Bedürfnisse des Kunden
hinsichtlich technischer Ausrichtung bzw. Ausstattung zu berücksichtigen, erfolgt eine enge Abstimmung mit dem Divisi-
onal Technical Support Team. Damit einher geht auch eine enge Zusammenarbeit mit MM Board & Paper im Bereich der
Innovation.
Bei PacProject in Hamburg werden in enger Abstimmung mit dem Kunden Konzeptstudien bis hin zu ersten Prototypen
erstellt. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Technical Account Management-Team werden bereits in diesem Sta-
dium erste Machbarkeitsanalysen durchgeführt. Im Premium Printing Center in Trier kommen hochinnovative Technologien
zur Anwendung, um Verpackungsdesigns mit außergewöhnlichen Effekten in kürzester Zeit zu realisieren. Die Nachfrage
unserer Kunden zu „E-Trainings/Learning“ hat im Bereich Innovation stark zugenommen. Daher bieten wir maßgeschnei-
derte Trendworkshops, Ideenworkshops und technische Trainings an.
Aktuelle Innovationsschwerpunkte
Die Pandemie hat uns gezeigt, wie wichtig unsere Verpackungsprodukte für die Gesellschaft sind. Der Druck auf Kunst-
stoffverpackungen steigt weiter, E-Commerce boomt und die Art und Weise, wie wir zusammenarbeiten, hat sich stark
verändert. Noch nie war es so faszinierend und herausfordernd, diesen sich schnell ändernden Rahmenbedingungen mit
innovativen Ideen auf allen Ebenen zu begegnen.
In 2021 waren die Innovationstätigkeiten von MM Packaging insbesondere auf die Thematik Nachhaltigkeit gerichtet. In
diesem Zusammenhang wurde gemeinsam mit Kunden, Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen an der Optimie-
rung kreislaufgerechter Verpackungen sowie an der Entwicklung neuer Produkte gearbeitet.
Ein Innovationsschwerpunkt betraf daher den Ersatz von Plastikumverpackungen durch Papierlösungen. Mit dem spezifi-
schen Know-how im Bereich Papierverarbeitung, Barriereeigenschaften und Abpackprozess am Standort MM Innovaprint
in Bielefeld konnten in diesem Zusammenhang namhafte Marken von Plastik- auf Papierumverpackung umgestellt werden.
Um die Nachhaltigkeitsaspekte bereits bei der Entwicklung eines Produktes zu berücksichtigen und Kostenvorteile für die
Kunden vorzulegen, wurde „Cost-Initiative in advance“ weiterverfolgt. Bei dieser Initiative handelt es sich um die Berech-
nung der Kosten für bestellte Produkte bereits bei der Planung unter Beachtung des Nachhaltigkeitsaspektes. Vor Beginn
eines neuen Projektes werden verschiedene Varianten mit Rücksicht auf die technischen Aspekte, Marktanforderungen,
Design und Kosten des neuen Produktes berechnet und dem Kunden zur Auswahl präsentiert.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
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Konzernlagebericht
MMe.commerce experience
Coronabedingt hat die Nachfrage nach E-Commerce-Verpackungen signifikant zugenommen. Auf der neu etablierten
MMe-Plattform bietet MM intelligente und innovative E-Commerce-Verpackungslösungen, welche von Karton bis zum Ein-
satz von Wellpappe reichen. Auf E-Commerce spezialisierte Werke von MM Packaging befinden sich aktuell in Rumänien,
Österreich und Polen.
Auszeichnungen für besondere Nachhaltigkeit
Bei den European Carton Excellence Awards durften sich MM Packaging und MM Board & Paper über einen gemeinsamen
Preis in der Kategorie Food & Drink Packaging, Recycled Fibre für das Produkt „MM Basket“ freuen. Diese aus Browncolor-
Recyclingkarton produzierte und von MM Packaging patentierte Lösung wurde zum Aufbewahren und Tragen von Steinobst
als Alternative zu herkömmlichen Kunststoff-Tiefziehschalen entwickelt. Die Jury konnte vor allem durch die Verbindung
von Funktionalität mit ansprechendem Design und Nachhaltigkeit überzeugt werden.
Zusätzlich wurde MM Board & Paper mit einem Preis in der Kategorie Food & Drink Packaging, Virgin Fibre für eine Le-
bensmittelverpackung ausgezeichnet, welche die Botschaft der Nachhaltigkeit und Natürlichkeit besonders gut vermitteln
konnte. Darüber hinaus gab es noch zwei Gold-Awards für weitere innovative Verpackungslösungen.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
21
Konzernlagebericht
4 RISIKOMANAGEMENT
Die MM Gruppe steht im Rahmen ihrer internationalen Geschäftstätigkeit einer Vielzahl von allgemeinen sowie branchen-
spezifischen Risiken gegenüber. Infolge der Korrelation der Nachfrage nach den Produkten beider Divisionen, MM Board &
Paper und MM Packaging, mit dem Privatkonsum hat vor allem die konjunkturelle Entwicklung wesentlichen Einfluss auf
die Risikosituation des Konzerns. Durch den geografischen Geschäftsschwerpunkt in Europa und den aufgrund von Trans-
portkosten und Service vorwiegend regionalen Charakter von Karton, Papier und Packaging kommt den wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen in den großen europäischen Volkswirtschaften besondere Bedeutung zu. Auf der Beschaffungsseite
hat vor allem die Entwicklung auf den Faserstoff- und Energiemärkten bei der Risikobetrachtung besondere Relevanz.
Im Geschäftsjahr 2021 standen neben der Covid-19-Pandemie vor allem massive Preissteigerungen auf den Rohstoff- und
Energiemärkten sowie die Sicherung der Lieferfähigkeit im Zentrum des Risikomanagements. Ein weiterer Schwerpunkt
lag auf der Integration der Neuakquisitionen MM Kotkamills und MM Kwidzyn in das Risikomanagement der Gruppe. Auf-
grund der Situation im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen Russland und der Ukraine wurden auch geopolitische
Konflikte und damit in Zusammenhang stehende Risiken und Auswirkungen innerhalb der bestehenden Risikofelder be-
trachtet. Die MM Gruppe beobachtet genau die Entwicklungen wie auch die internationalen Maßnahmen, um mögliche
Auswirkungen auf den Konzern frühzeitig einschätzen zu können. Obwohl der Konzern zahlreiche effektive Maßnahmen,
insbesondere zur Weitergabe der Kostensteigerungen und zur Aufrechterhaltung der Lieferkette und des Betriebes, einge-
leitet hat, wurden die Risiken der Verfügbarkeit von Rohstoffen für MM Packaging, Sustainability sowie Verfügbarkeit von
Human Resources höher als im Vorjahr eingeschätzt. Ferner wurde auch die potentielle Schadenshöhe aus Energie/Emis-
sionszertifikaten höher klassifiziert. Ein höheres Schadenspotential hinsichtlich der Verfügbarkeit von Rohstoffen für
MM Board & Paper folgte den Akquisitionen MM Kotkamills und MM Kwidzyn. Unter Berücksichtigung der bereits im
Einsatz befindlichen Sicherungs- und Steuerungsinstrumente sowie der Frühwarnindikatoren sind zurzeit allerdings keine
wesentlichen bestandsgefährdenden oder die Entwicklung beeinträchtigenden Risiken erkennbar.
Durch die jahrelange klare Fokussierung auf die Kerngeschäftsbereiche verfügt die MM Gruppe über eine solide Grund-
lage, potentielle Risiken frühzeitig zu erkennen und mögliche Folgen daraus in adäquater Weise einzuschätzen. Der Um-
gang mit Risiken ist in einem Risikomanagementprozess dargelegt. Er umfasst die systematische Identifikation, Bewertung,
Steuerung und Berichterstattung von wesentlichen, den Bestand des Konzerns potentiell gefährdenden und/oder dessen
Entwicklung beeinträchtigenden Ereignissen und Risiken. Den Begriff Risiko definieren wir als eine negative Abweichung
von den Unternehmenszielen, die durch ein Ereignis, welches mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit in der Zukunft
eintritt, hervorgerufen wird. Das Risikomanagementsystem zielt darauf ab, wesentliche Risiken durch geeignete Maßnah-
men auf ein akzeptables Maß zu begrenzen. Der Bestand sowie die Wertschöpfungsfähigkeit des Konzerns sollen dadurch
nachhaltig abgesichert werden.
Für jedes identifizierte und für den Konzern als wesentlich erachtete Risiko werden unter Berücksichtigung der konzern-
weiten Risikopolitik spezifische Kontroll-, Steuerungs- und Sicherungsmaßnahmen zur Bewältigung bestimmt. Diese Maß-
nahmen werden kontinuierlich evaluiert und weiterentwickelt bzw. ergänzt. Sie sind darauf ausgerichtet, die Risikosituation
des Konzerns zu verbessern, ohne aber mögliche Chancen zu mindern.
Der Vorstand ist für das Risikomanagement des Konzerns verantwortlich. Er gibt die Risikopolitik, die insgesamt von einer
konservativen Haltung geprägt ist, vor und legt die Rahmenbedingungen des konzernweiten Risikomanagements fest. Ri-
sikovermeidung und Risikoreduktion stehen im Vordergrund und werden, soweit wirtschaftlich vertretbar, durch geeignete
Steuerungsmaßnahmen erzielt sowie durch das Versicherungsprogramm des Konzerns ergänzt.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
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Konzernlagebericht
Die Stabsstelle „Risk Management Compliance“ berichtet direkt an den Vorstand und stellt sicher, dass das Risikoma-
nagement im Auftrag und im Sinne des Vorstandes umgesetzt und betrieben wird. Jedem als wesentlich erachteten Risi-
kofeld ist ein Risikofeldverantwortlicher mit entsprechendem Expertenwissen zugeordnet, in dessen Aufgabenfeld die Ana-
lyse, Bewertung, Steuerung und Überwachung der jeweiligen Risiken fallen. Der Risikomanagementprozess findet somit
nicht isoliert statt, sondern als integraler Bestandteil der Organisation und ihrer Abläufe. Die Bewertung der identifizierten
Risiken erfolgt hinsichtlich des möglichen Schadenspotentials und der Eintrittswahrscheinlichkeit sowohl vor als auch nach
der Durchführung von Sicherungs- und Steuerungsmaßnahmen.
Der Konzernabschlussprüfer beurteilt die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements und berichtet darüber an den Auf-
sichtsrat und Vorstand.
Nachstehend werden die für den Konzern als wesentlich erachteten Risikofelder sowie Maßnahmen zu deren Bewältigung
beschrieben.
Verkauf
Der Bedarf an Kartonverpackungen und Papierprodukten von MM korreliert mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung,
insbesondere aber mit der Nachfrage nach Gütern des täglichen Bedarfes. Marktrisiken können daher vor allem aus der
konjunkturellen Entwicklung sowie den regulativen und politischen Rahmenbedingungen in einzelnen Absatzmärkten er-
wachsen.
Die Absatzmärkte von MM Board & Paper und MM Packaging sind aufgrund ausreichend vorhandener Kapazitäten der
Anbieter von intensivem Wettbewerb geprägt. Der Konzern verfolgt daher die Strategie, durch Steigerung der Wettbe-
werbsfähigkeit über Effizienzgewinne, Nachhaltigkeit und Innovation die Marktposition beider Divisionen langfristig zu be-
haupten und weiter auszubauen.
Der Konzern zählt insgesamt mehrere Tausend Kunden. MM Board & Paper verkauft Rohkarton zum Großteil an die mit-
telständisch geprägte europäische Faltschachtelindustrie. Kraftpapiere gehen insbesondere an die Lebensmittel-/Gastro-
nomiebranche sowie die Laminatindustrie, ungestrichene Feinpapiere (Office- und Druckpapiere) werden vor allem an
Papier-/Bürobedarfshändler in Europa verkauft. Die Division MM Board & Paper erwirtschaftet mit 15 bis 20 Hauptkun-
dengruppen, exklusive MM Packaging, rund 30 % des Divisionsumsatzes. Die Packagingdivision liefert bedruckte Kar-
tonverpackungen an Konsumgüterproduzenten und erzielt mit 40 Hauptkunden rund 75 % des Divisionsumsatzes. Die
Abhängigkeit von Einzelkunden wird dabei weiterhin als überschaubar beurteilt.
Die Kunden unterziehen ihr Standortnetz sowohl zur Kostenoptimierung als auch zur Nutzung von Wachstumsmöglichkei-
ten laufenden Evaluierungen, wodurch es zu geografischen Verlagerungen von Geschäft kommen kann. Die breite Aufstel-
lung des Konzerns in vielen Marktsegmenten und geografische Streuung der Marktpräsenz tragen jedoch zur Risikomini-
mierung bei.
Zur Sicherung der Marktanteile und Generierung von neuem Geschäft befindet sich ein breites, gut etabliertes Maßnah-
menpaket im Einsatz. Hierzu zählen enger Kontakt mit den Kunden, laufendes Monitoring, Marktanalysen, Kooperationen
in Forschung und Entwicklung, nachhaltiges Qualitäts- und Kostenmanagement, kontinuierliche Investitionstätigkeit sowie
der systematische Ausbau der Kundenbasis und die regelmäßige Teilnahme an Ausschreibungen. Durch die Möglichkeiten
der Digitalisierung werden Potentiale zur Kundenbindung vor allem in der Geschäftsabwicklung und im Service genutzt.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
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Konzernlagebericht
Das verstärkte öffentliche Interesse an Nachhaltigkeit und Gesundheit geht damit einher, dass auch die Anforderungen
seitens Kunden, Interessenvertretungen und Gesetzgebung in Bezug auf nachhaltige Verpackungslösungen sowie deren
Produktqualität und -sicherheit zunehmen. Für MM ist es von besonderer Priorität, diesen Anforderungen zu entsprechen,
um dadurch ein mögliches Absatz-, Compliance- oder Reputationsrisiko zu minimieren. Eingebettet in einen institutionali-
sierten Rahmen, setzen beide Divisionen kontinuierlich F&E-Aktivitäten, die laufend weiterentwickelt werden. So wurde in
2021 z. B. „we.invent“ als Ideenplattform zur systematischen Erfassung von Ideen aus Sicht der rund 12.500 Mitarbeiter
von MM eingeführt. Darüber hinaus wurde der Innovations-Stage-Gate-Prozess weiter ausgebaut. Dadurch gelingt es,
nachhaltig marktadäquate, sichere und innovative Produkte anzubieten. Den hohen Produktsicherheits- und Qualitätsan-
forderungen begegnet MM unter anderem durch Zertifizierung aller Produktionsstandorte nach ISO 9001 und regelmäßige
Qualitätssicherungsmaßnahmen und -kontrollen. So werden 100 % aller MM Kartonsorten und die relevanten Papierpro-
dukte bezüglich ihrer Auswirkung auf Gesundheit und Sicherheit von Konsumenten überprüft. Speziell im Bereich Lebens-
mittelverpackung stellt eine Vielzahl von effektiven Maßnahmen die Einhaltung der strikten gesetzlichen Reglementierun-
gen und Kundenvorgaben sicher und trägt damit zur Compliance, Kundenzufriedenheit und Absatzsicherung bei. Dazu
zählen die flächendeckende Zertifizierung nach Lebensmittelsicherheits- bzw. Hygienestandards, laufende F&E-Tätigkeiten
und Qualitätskontrollen bezüglich der Wechselwirkungen zwischen Verpackung und Füllgut (Migrationsuntersuchungen)
sowie Maßnahmen zur Erfüllung von Auflagen zur Rückverfolgbarkeit von Produkten (Traceability).
In Bezug auf nachhaltige, umweltfreundliche Verpackungslösungen profitiert MM insgesamt von einer positiven Wahrneh-
mung von Karton als Verpackungsmaterial in der breiten Öffentlichkeit und bei Kunden. Besonderer Stellenwert kommt
dabei aktuell Substitutionsmöglichkeiten für Kunststoffverpackungen durch Karton- und Papieranwendungen zu, die pro-
aktiv und kundenorientiert aufgegriffen werden. Entsprechend dem Trend zu leichteren Verpackungen baut MM Board &
Paper das Angebot an Qualitäten mit niedriger Grammatur weiter aus.
Der Markt für Zigarettenverpackungen unterliegt durch Nichtraucher- und Jugendschutz einem regulatorischen Risiko, das
mit potentiellen Auswirkungen auf die Umsatzentwicklung einhergeht. Davon kann die Menge betroffen sein wie auch die
Wertigkeit derselben. Weltweit schreiben immer mehr Staaten, deren Zahl in 2021 weiter zunahm, „Plain Packaging“, das
sind Einheitspackungen ohne Markenlogo, vor. Die Mitgliedsstaaten in der Europäischen Union haben die EU-
Tabakproduktrichtlinie (TPD2) umgesetzt, die größere Warnhinweise fordert. Ein Statusbericht aus 2021 besagt, dass ins-
besondere der Ansatz von Plain Packaging mit größeren gesundheitsbezogenen Warnhinweisen weiterverfolgt werden
solle. Mit einem Vorschlag der EU-Kommission zur Überarbeitung der TPD2 wird Anfang 2024 gerechnet, die Evaluierungs-
phase soll bereits im 1. Quartal 2022 starten. Die Auswirkung auf den relevanten Absatz der Division MM Packaging kann
noch nicht quantifiziert werden, das Risiko wird aber durch den breiten globalen geografischen Absatz und durch enge
Kooperation mit den Zigarettenproduzenten minimiert. Für diesen Produktbereich tätige Unternehmen können in der öf-
fentlichen Wahrnehmung diskriminiert werden.
Produktion
Die Produktionsanlagen und -prozesse im Konzern werden systematisch am Stand der Technik weiterentwickelt bzw. er-
neuert. Eine nachhaltig verantwortungsvolle Produktion unter Berücksichtigung ökonomischer, ökologischer und sozialer
Aspekte steht im Mittelpunkt, mit der Zielsetzung, für unsere Stakeholder, insbesondere Kunden, Mitarbeiter und Aktio-
näre, langfristig Nutzen zu schaffen.
Dies bedeutet in erster Linie einen sparsamen Ressourceneinsatz (vor allem bei Fasern, Karton, Papier, Energie, Wasser,
Chemikalien und Transport) bei der Herstellung unserer Produkte, hohe Lösungskompetenz und Qualität bei gleichzeitiger
Verfolgung einer soliden finanziellen Gebarung. Dabei setzen wir auf laufendes Leistungsbenchmarking zwischen den
Standorten, Innovationen und nachhaltige Investitionen in neueste Technologie. Möglichkeiten der Automatisierung und
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Konzernlagebericht
Digitalisierung werden aktiv aufgegriffen und umgesetzt. Zielsetzung ist es, konzernweit nach bestmöglichen Standards zu
produzieren.
Eine hohe technische Verfügbarkeit der Anlagen (Betriebsbereitschaft) ist sowohl bei der Karton-/Papier- als auch bei der
Faltschachtelerzeugung entscheidend. Kontinuierliche elektronische Überwachung einzelner Maschinen bzw. Maschinen-
abschnitte, Revisionen, Instandhaltung und Zertifizierungen sowie ein Risk Engineering in Zusammenarbeit mit Versiche-
rungsunternehmen zählen zu den wesentlichsten vorbeugenden Maßnahmen für die Aufrechterhaltung eines kontinuierli-
chen Betriebes. Divisionsweite Back-up-Konzepte sichern darüber hinaus die Lieferbereitschaft auch bei längerfristigen
Betriebsunterbrechungen. Die Möglichkeit, einzelne Produkte an verschiedenen Standorten herzustellen, ist dabei
Kernbestandteil.
Die Erfüllung von geforderten Qualitätsstandards und Normen, insbesondere in den Bereichen der Produktsicherheit und
im Lebensmittelkontakt, ist grundlegende Voraussetzung für die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität unse-
res Produkt- und Serviceangebotes. Kontinuierliche Qualitätssicherungsmaßnahmen entlang der Wertschöpfungskette do-
kumentieren die Einhaltung hoher Standards und ermöglichen die Rückverfolgbarkeit von Produkten. Laufende Investitions-
sowie F&E-Tätigkeit, Marktbeobachtung und langjährige Mitarbeit in den nationalen und internationalen Gremien der Nor-
mung sowie Interessenvertretungen geben uns die Möglichkeit, neue Erkenntnisse und Interpretationen sowie bevorste-
hende Entwicklungen zeitnah evaluieren und berücksichtigen zu können.
Durch die Konzentration auf unsere Kernkompetenzen begrenzen wir Risiken im Zusammenhang mit Investitionen, tech-
nischen Neuerungen sowie der Integration von Akquisitionen. Investitionsvorhaben durchlaufen standardmäßig vor der
Realisierung einen mehrstufigen Genehmigungsprozess sowie ein klar definiertes Ausschreibungsverfahren unter Einbin-
dung der betroffenen Fachabteilungen. Verhandlung und Vertragsgestaltung von Kaufverträgen erfolgen in Zusammenar-
beit zwischen Corporate Sourcing, Divisional Technology und Corporate Legal. In der Umsetzung werden Investitionspro-
jekte über ein laufendes Controlling sowohl hinsichtlich qualitativer als auch quantitativer Aspekte begleitet. Neuerungen
an Produkten und Prozessen werden umfangreichen Testphasen unterzogen und in der Regel vor der Ausrollung in Pilot-
projekten erprobt.
Beschaffung
Für die Leistungserbringung beider Divisionen ist der Einsatz bestimmter wesentlicher Rohstoffe und Inputfaktoren not-
wendig, welche zum überwiegenden Teil extern bezogen werden. Für die Division MM Board & Paper sind dies vor allem
Recyclingpapier, Holz und andere Faserstoffe sowie Energie, Chemikalien und Logistikdienstleistungen. Für die Division
MM Packaging sind es insbesondere Karton und Papier sowie Druckfarben, Lacke, Leim und Veredelungsmaterialien, aber
auch Werkzeuge und Verpackungsmaterialien. Grundsätzlich bestehen bei der Beschaffung vor allem ein Verfügbarkeits-
risiko hinsichtlich Menge und Qualität sowie ein Preisrisiko. Dem Verfügbarkeitsrisiko begegnen wir insbesondere durch
kontinuierliche Markt- und Bedarfsbeobachtung sowie den laufenden Kontakt zu einer Mehrzahl von Lieferanten. Konformi-
tät mit den vereinbarten Eigenschaften sichern wir durch Wareneingangskontrollen, laufendes Qualitäts-Monitoring und
Lieferantenbesuche. Soweit sinnvoll und möglich, werden Ausschreibungen für vorliegende Einkaufsvolumina durchgeführt.
Altpapier, Holz, Zellstoff und Chemikalien sind die wesentlichsten Rohstoffe von MM Board & Paper und in Europa ausrei-
chend verfügbar. Die Division bezieht diese über eine eigene europäische Einkaufsorganisation, großteils über Monats-
oder Spotaufträge, aber auch über längerfristige Liefervereinbarungen. Durch laufendes Monitoring und geeignete Siche-
rungsmaßnahmen, wie Kapazitätsreservierungen, Langfristverträge und Back-up-Konzepte, gelingt es teilweise, dem er-
höhten Verknappungs- und Preisrisiko aufgrund weltweit gestiegener Nachfrage entgegenzuwirken und kurzfristig auftre-
tende Preisspitzen abzufedern. Die Versorgung mit Altpapier sehen wir aufgrund hoher Recyclingquoten in Europa und
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Konzernlagebericht
bestehender Aufkommensreserven grundsätzlich gesichert. Aufgrund regulativer Maßnahmen kann es zu Verschiebungen
im Angebot kommen. Der darüber hinaus benötigte Holzschliff wird zum überwiegenden Teil in den Karton- und Papier-
werken sowie unserem norwegischen Faserwerk FollaCell intern erzeugt.
In enger Zusammenarbeit von Produktion und Technik setzen wir auf modernste Maßnahmen zur Verbrauchssteuerung
und auf Optimierungen beim Rohstoffeinsatz. Hierbei werden auch regelmäßig Möglichkeiten der Substitution und Anpas-
sungen von Rezepturen evaluiert.
Der Karton- und Papiereinkauf der Division MM Packaging erfolgt dem Profit-Center-Prinzip entsprechend über eine eigene
Einkaufsorganisation unter fortwährendem Screening mehrerer Karton- und Papierproduzenten.
Wesentliche Preisänderungen von strategisch bedeutenden Inputfaktoren werden im Rahmen längerfristiger Vereinbarun-
gen durch entsprechende Klauseln berücksichtigt.
Energie (Gas, Strom, Kohle, Heizöl) hat vor allem für die Division MM Board & Paper als Inputfaktor strategische Bedeu-
tung. In der Risikobetrachtung sind der Einkaufspreis sowie die grundsätzliche Verfügbarkeit und Abnahmemöglichkeit
wesentliche Parameter. Letztere beziehen sich auf die physische Disponibilität von Energie, welche insbesondere von der
politischen Stabilität in Erzeuger- und Durchleitungsländern abhängt. Politische Konflikte, kriegerische Auseinanderset-
zungen, aber auch Naturkatastrophen können vor allem das Verfügbarkeits-, aber auch das Preisrisiko von Energie we-
sentlich beeinflussen. In Energieverträgen sind zum Teil Mindestabnahmemengen definiert. Wird in diesen durch Still-
stände oder technische Gebrechen die Bandbreite unterschritten, sind Ausgleichszahlungen fällig (Take-or-pay-Regelung).
Zur Risikobewältigung setzen wir auf den Abschluss längerfristiger Rahmeneinkaufskontrakte, laufendes Monitoring der
Preisentwicklung und bestehender Absicherungskontrakte sowie die Verknüpfung der Produktions- und Absatzplanung
mit dem Energieeinkauf. Die mittelfristige Einkaufspolitik wird durch regelmäßige Abstimmung zwischen dem Management
und einem gruppenweit verantwortlichen Energieeinkauf gesteuert. Ferner werden kontinuierlich Maßnahmen zur Senkung
des spezifischen Energieverbrauches gesetzt. Substitution von fossilen Energiearten erfolgt z. B. durch lokale Biomasse-
oder Ersatzbrennstoff-Anlagen. Anpassungen der Verkaufspreise an die Preisentwicklung auf dem Energiemarkt werden
möglichst zeitnahe umgesetzt.
Aufgrund der politischen Zielsetzung, Treibhausgasemissionen in der Industrie zu reduzieren, sind alle Werke der Division
MM Board & Paper mit einem regulatorischen Risiko betreffend die Verfügbarkeit von Emissionsberechtigungen (CO2-
Zertifikaten) konfrontiert, die nach dem „Cap & Trade“-Prinzip restriktiv vergeben werden. Dank energieeffizienter Anlagen
und dementsprechend guter Ergebnisse im Benchmarking profitiert MM Board & Paper nach wie vor von einer teilweise
unentgeltlichen Zuteilung von Emissionsberechtigungen und verfügt derzeit über ausreichend CO2-Zertifikate. Um Anreize
für weitere Emissionssenkungen zu schaffen, ist damit zu rechnen, dass die EU die freien Zuteilungen sukzessive reduzie-
ren wird. Hier spielt seit Kurzem insbesondere der European Green Deal eine Rolle, der eine klimaneutrale EU bis 2050
zum Ziel hat. Es erfolgt eine dynamische CO2-Allokation bei Aktivitätsänderung +/-15 %. MM Board & Paper kauft fehlende
Zertifikate im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems am freien Markt zu, wobei ein Preisrisiko zu beachten ist, welches
mittels Forward-Kontrakten teilweise mitigiert ist.
Auch für MM Packaging besteht das Risiko einer indirekten Emissionsbepreisung. Basierend auf der Europäischen Klima-
schutzverordnung bzw. dem Brennstoffemissionshandelsgesetz in Deutschland werden bestimmte Sektoren (Wärme und
Verkehr) mit einer CO2-Abgabe konfrontiert, die aufgrund von Weiterverrechnung Auswirkungen auf die Kostenseite beider
Divisionen haben kann.
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Konzernlagebericht
Sustainability
Grundsätzlich beschreibt Sustainability (Nachhaltigkeit) das nachhaltige Wirtschaften unter Berücksichtigung ökonomi-
scher, ökologischer sowie sozialer Aspekte mit dem Ziel, langfristigen Nutzen für unsere Kunden, Aktionäre, Mitarbeiter
und die Umwelt und Gesellschaft zu schaffen und die negativen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft zu minimieren.
Im Detail bedeutet dies, beispielsweise verantwortungsvoll und effizient mit Ressourcen (Recyclingpapier, Karton, Frisch-
faser, Chemikalien, Energie, Wasser, Abfällen) umzugehen und faire Arbeitsbedingungen sowie langfristiges qualitatives
Wachstum zu gewährleisten, wodurch auch künftig der ökonomische Erfolg sichergestellt wird. Sustainability ist somit fester
Bestandteil der Konzernstrategie und ist eine der Grundlagen des langfristigen finanziellen Erfolges des Unternehmens.
Risiken in diesem Bereich bestehen aus physischen Risiken (z. B. Hochwasser, Waldbrände, Sturmschäden, Dürre) und
transitorischen Risiken (z. B. Emissionszertifikate, veränderte Marktanforderungen und Konsumverhalten, politische Ent-
wicklungen). Physische Risiken können zu direkten Produktionsausfällen, Lieferengpässen oder erhöhten Rohstoffpreisen
führen. Transitorische Risiken sind vordergründig als Compliance-Thema zu betrachten, die keine kurzfristigen Produkti-
onsausfälle zur Folge haben, aber bei Vergehen die „License to operate“ negativ beeinträchtigen, was sich z. B. in sinken-
den Verkaufszahlen, erhöhten Strafzahlungen sowie CO2-Steuern ökonomisch widerspiegeln kann.
Aus einer makropolitischen Perspektive müssen hier Konflikte Berücksichtigung finden, die zu Produktionsausfällen in
Konfliktregionen sowie zu Engpässen hinsichtlich Energie- und Rohstoffversorgung führen können.
Gesetzliche Veränderungen, wie sie insbesondere durch den EU Green Deal in Kraft treten, verschärfen die Anforderungen
an Unternehmensnachhaltigkeit, da finanzielle Kennzahlen und nichtfinanzielle Kennzahlen verstärkt in Abhängigkeit von-
einander gesehen werden (z. B. EU-Taxonomie). Folglich ist Nachhaltigkeit ein wichtiger Parameter für Finanzmarktbewer-
tungen und Investmententscheidungen.
Hinsichtlich der Marktanforderungen gilt es zu berücksichtigen, dass bei der Erzeugung bedarfsgerechter Produkte
Sustainability, gemessen am Produktlebenszyklus, ein wichtiges Entscheidungskriterium für Kunden darstellt. Nachhal-
tige Verpackungslösungen werden bei den Kunden selbst oftmals in den unternehmenseigenen Nachhaltigkeitszielen
festgehalten.
Auch im Wettbewerb um „Young Talents“ spielt Nachhaltigkeit eine immer stärkere Rolle. Unternehmen, bei welchen Nach-
haltigkeit nicht oder unglaubwürdig umgesetzt wird, werden künftig Nachteile bei der Gewinnung und Bindung von Nach-
wuchstalenten haben.
MM setzt zur Sicherung und Steuerung des Sustainability-Risikos auf ein zentrales Nachhaltigkeitsmanagement, ressour-
ceneffiziente Herstellung kreislauffähiger Produkte, ambitionierte langfristige (wissenschaftsbasierte) Nachhaltigkeitsziele
sowie den Einbezug von Nachhaltigkeitskriterien in der Vergütungspolitik. Nichtfinanzielle Kennzahlen unterliegen einem
umfassenden regelmäßigen Monitoring durch ein dediziertes Managementsystem. Ferner sind alle Karton- und Papier-
werke und ausgewählte Standorte von MM Packaging nach PEFCTM (Programme for the Endorsement of Forest Certifica-
tion Schemes) sowie FSC® (Forest Stewardship Council) zertifiziert. Darüber hinaus besteht die Zertifizierung ausgewähl-
ter Standorte nach EMAS (Eco Management and Audit Scheme) und/oder ISO 14001 für Umweltmanagementsysteme
sowie nach ISO 50001 für Energiemanagement. In den Bereichen Produktqualität und/oder Lebensmittelsicherheit be-
stehen zudem für alle kartonproduzierenden und annähernd alle faltschachtelproduzierenden Standorte Zertifizierungen
(ISO 9001, BRC, ISO 22000, EN 15593, ECMA GMP).
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Konzernlagebericht
Human Resources
Die Erbringung der Unternehmensleistung erfordert im Konzern qualifizierte, motivierte und leistungsorientierte Mitarbei-
terinnen und Mitarbeiter auf allen Ebenen. Um unsere Beschäftigten langfristig an das Unternehmen zu binden und geeig-
nete Leistungsträger für offene Stellen zu finden, fördern wir die nachhaltige Zusammenarbeit durch kontinuierliche Per-
sonalentwicklung, Ausbildung, angemessene Entlohnungs- und Incentivierungssysteme sowie eine gelebte Werte- und
Unternehmenskultur. Die Attraktivität als Arbeitgeber sichern wir durch gezielte Maßnahmen im Personalmarketing.
Die Stabsstelle „Group Human Resources“ agiert als strategischer Partner des Managements und verantwortet nicht nur die
operativen Personalthemen in der Konzernzentrale, sondern erarbeitet auch zielgruppenspezifische Standards für die ge-
samte MM Gruppe. Durch ein vielfältiges Angebot von Entwicklungs- und Ausbildungsprogrammen wie z.B. die MM-Academy,
das Lehrlingsprogramm „Next Generation“ und diverse Traineeprogramme schaffen wir systematisch Rahmenbedingungen,
unter welchen sich Talente entfalten können und modernes Know-how dem Unternehmen nachhaltig zur Verfügung steht.
Das betriebliche Gesundheitswesen unterstützt unsere Beschäftigten durch vielfältige Förder- und Präventionsmaßnah-
men mit dem Ziel, die Gesundheit und Leistungskraft das ganze Berufsleben hindurch hoch zu halten.
Seit Beginn der Covid-19-Pandemie liegt besonderes Augenmerk auf den erforderlichen Maßnahmen, um den Schutz der
Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch unter diesen außergewöhnlichen Rahmenbedingun-
gen bestmöglich zu gewährleisten. Erhöhte Sicherheitsstandards, Homeoffice-Möglichkeiten und der Einsatz modernster
Online-Kommunikations- sowie E-Learning-Tools leisten hierzu einen wichtigen Beitrag.
Die HR-Agenden waren in 2021auch von den beiden großen Akquisitionen sowie dem Verkauf zweier Werke in der Division
MM Board & Paper geprägt. Aufgrund dieser strategischen Neuausrichtung wurden Organisationsstrukturen geändert und
neue Funktionen etabliert. Geänderte Führungsstrukturen und Teams, aber auch System- und Prozessentscheidungen
waren erforderlich. Dieser Prozess wird in 2022 fortgesetzt. Alle wesentlichen Integrationsmaßnahmen werden über eine
klare Projektstruktur gesteuert.
Pensionen/Abfertigungen/Altersteilzeit
Der Großteil der Arbeitnehmer im Konzern ist im Rahmen der gesetzlichen Altersversorgung beitragsorientiert versichert.
Neben der gesetzlichen Altersvorsorge hat der Konzern bestimmten Arbeitnehmern auf Basis von Einzelzusagen und Be-
triebsvereinbarungen leistungs- und beitragsorientierte Pensionszusagen erteilt. Ferner bestehen leistungs- und beitrags-
orientierte Abfertigungsverpflichtungen sowie Verpflichtungen im Rahmen der gesetzlichen Altersteilzeit. Zur Risikoüber-
wachung und -minimierung wird insbesondere ein klar strukturierter Prozess der Datenbereitstellung, -plausibilisierung
und -überprüfung auf Ebene der Einzelgesellschaften bzw. im Konzern verfolgt und ein Monitoring von Einzelzusagen durch
die Konzernzentrale eingesetzt.
Durch Nutzung von Rückdeckungsversicherungen in Österreich und Deutschland, Pensionsfonds in Großbritannien und
auf den Philippinen sowie einer Sammelstiftung in der Schweiz zur Deckung des Vermögens wird einem Liquiditätsrisiko
entgegengewirkt. Die Anlage birgt ein Veranlagungsrisiko. Die Veranlagung des externen Fondsvermögens erfolgt im Rah-
men der gesetzlichen Vorgaben möglichst konservativ (niedriger Aktienanteil, Unternehmens- statt Staatsanleihen).
Das anhaltend niedrige Zinsniveau führt methodisch zu einem niedrigen Diskontierungszinssatz, der den versicherungsmathe-
matischen Barwert der Verpflichtungen ansteigen lässt. Der sich daraus ergebende Abzugsposten im Eigenkapital ist im Verhält-
nis zum Eigenkapital als absolut überschaubar einzustufen. Der prognostizierte Pensions- und Abfertigungsaufwand bleibt stabil.
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Konzernlagebericht
Finanzielle Risiken
Die Unternehmensplanung basiert auf professionellen Prognosen, Einschätzungen und Annahmen bezüglich zukünftiger
wirtschaftlicher und finanzieller Entwicklungen im Konzern. Dem Risiko einer Fehleinschätzung begegnen wir durch enges
Zusammenwirken zwischen den Werken und den Fachabteilungen von Konzern und Divisionen im Rahmen eines klar fest-
gelegten, mehrstufigen Planungsprozesses.
Risiken in der Finanzierung und Liquiditätsausstattung des Konzerns bewältigen wir insbesondere durch ein zentral gesteuer-
tes Cash- und Credit-Management, sorgfältige Auswahl und ständiges Monitoring der nationalen und internationalen Bank-
partner sowie jederzeit ausreichende Verfügbarkeit von Kreditlinien. Die Einhaltung der Covenants aus den 2021 aufgenom-
menen Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen wird zur Risikominimierung regelmäßig überwacht.
Währungsrisiken werden kontinuierlich systemunterstützt überwacht und durch geeignete Absicherungsmaßnahmen be-
grenzt bzw. reduziert. Der Fokus ist dabei auf natürlichen Risikoausgleich durch Herstellen eines Gleichgewichtes von
Forderungs- und Verbindlichkeitspositionen auf Ebene einzelner Tochtergesellschaften bzw. des Konzerns sowie auf Devi-
sentermin-, Devisenswap- bzw. Optionsgeschäfte gerichtet. Währungsabsicherungen werden vorwiegend über eine zent-
rale Devisenhandelsplattform vorgenommen. Währungen, gegenüber deren Kursschwankungen Absicherungen getätigt
werden, sind insbesondere das britische Pfund, der US-Dollar sowie der Euro aus Sicht von Gesellschaften, deren funkti-
onale Währung nicht der Euro ist. Die diesbezüglichen Kursrisiken werden, soweit möglich, durch Währungskongruenz in
der Geschäftsabwicklung bzw. durch Preisanpassungsmechanismen innerhalb längerfristiger Vereinbarungen reduziert.
Derivative Finanzinstrumente werden weder zu Handels- noch zu Spekulationszwecken eingesetzt.
Die laufende Optimierung des Working Capitals sowie die Minimierung von Werthaltigkeitsrisiken beim Vorratsvermögen
erfolgen über ein zentrales Managementsystem. Das Ausfallrisiko bei Kundenforderungen wird durch laufende Bonitäts-
prüfung sowie Kundenkreditversicherungen für alle Kunden, mit Ausnahme von ausgewählten internationalen Kunden
höchster Bonität, niedrig gehalten.
Rechnungslegung
Der Vorstand ist für die Einrichtung und Ausgestaltung eines angemessenen internen Kontroll- und Risikomanagementsys-
tems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Finanzberichterstattung und die Aufstellung des Konzern-
abschlusses verantwortlich. Dieses gewährleistet die Vollständigkeit, Zuverlässigkeit und Nachvollziehbarkeit von Finanz-
informationen. Darüber hinaus werden die Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit der Prozesse sowie die Einhaltung der
gesetzlichen, vertraglichen und internen Regelungen sichergestellt.
Der Rechnungslegungsprozess umfasst dabei alle wesentlichen Arbeitsschritte, die gewährleisten, dass die rechnungsle-
gungsrelevanten Informationen vollständig, richtig und zeitgerecht erfasst und verarbeitet werden und die Abbildung in
der Finanzberichterstattung den jeweils anzuwendenden Rechnungslegungsstandards entspricht.
In der Aufbau- und Ablauforganisation sind klare und eindeutige Verantwortungen bezogen auf die Einzelgesellschaften
und den Konzern vorgegeben. Den zentralen Funktionsbereichen „Corporate Accounting“ sowie „Planning and Reporting“
obliegen dabei die Ausgestaltung einheitlicher Konzernrichtlinien auf dem neuesten fachlichen Stand sowie die Organisa-
tion und Kontrolle der Finanzberichterstattung im Konzern.
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Konzernlagebericht
Die Berichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat erfolgt regelmäßig, umfassend und zeitnah. Die Übereinstimmung mit
konzerninternen Richtlinien und Verfahren für die Erfassung, Verbuchung und Bilanzierung von Geschäftsfällen wird kon-
tinuierlich kontrolliert. Die eingesetzten Datenverarbeitungssysteme werden gezielt weiterentwickelt und laufend opti-
miert. Der Rechnungslegungsprozess und die Finanzberichterstattung werden regelmäßig auf mögliche Risiken geprüft.
Verbesserungsmaßnahmen werden schnellstmöglich eingeleitet und rasch umgesetzt. Schwerpunktprüfungen erfolgen
durch Wirtschaftsprüfer und interne Revision.
Informationstechnologie
Das zentrale IT-Risikomanagement basiert auf ISO 31000, die Informationssicherheit der zentralen IT auf ISO 27001. Das
Risiko eines Ausfalls der zentralen Datenverarbeitung begrenzen wir durch ein geografisch getrenntes Ausfallrechenzent-
rum sowie durch eine Vielzahl an weiteren Vorsorge- und regelmäßigen Prüfungsmaßnahmen. Dem Risiko in Bezug auf die
Informationssicherheit begegnen wir durch eine große Bandbreite an Sicherungsmaßnahmen, die in ein konzernweites
Informationssicherheitsmanagement-System (ISMS) eingebettet sind. Der Funktion des Informationssicherheitsbeauftrag-
ten obliegt die konzernweite Etablierung sowie laufende Aktualisierung von Sicherheitsstandards. Der allgemein steigenden
Cyberkriminalität begegnen wir durch ein laufend verfeinertes Präventions-, Erkennungs- und Kontinuitätsmanagement.
In regelmäßigen Security-Trainings werden die Mitarbeiter geschult und auf hohe Achtsamkeit trainiert.
Andere Risiken
Compliance-Risiken aus der möglichen Nichteinhaltung von Normen, Gesetzen, Verhaltensregeln sowie gegebenenfalls
Selbstverpflichtungserklärungen werden insbesondere durch Absicherungsmaßnahmen in den Systemen, regelmäßiges,
systematisches Compliance-Monitoring, das Vier-Augen-Prinzip sowie gruppenweite Richtlinien, wie beispielsweise Code
of Conduct (auf unserer Website abrufbar unter https://www.mm.group/ueber-uns/verantwortung/code-of-conduct/)
und konzernweite „Group Organizational Guidelines“, Rechnung getragen. Darüber hinaus ist die Funktion „Group Legal“
eingerichtet, welche auch die Compliance-Schulung sowie die Organisation verantwortet. Dolosen Handlungen wird neben
der Vorgabe von Genehmigungserfordernissen, insbesondere Schutz durch die Systeme, ein verstärktes internes Kontroll-
system als auch ein moderner Whistleblowing-Mechanismus entgegengesetzt.
Der im Geschäftsbericht integrierte Corporate Governance-Bericht ist auf unserer Website unter
https://www.mm.group/ueber-uns/verantwortung/corporate-governance/ abrufbar.
Dem Risiko „Legal Compliance“ begegnen wir insbesondere durch die Funktion „Group Legal“, welche für die Überwa-
chung und Steuerung des Risikofeldes verantwortlich ist, sowie im Bedarfsfall durch Beiziehung externer Experten. Ziel ist
die Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben, die bestmögliche vertragliche Ausgestaltung von Geschäftsbeziehungen sowie
schließlich die Einhaltung dieser vertraglichen Vorgaben. Dadurch soll nicht zuletzt den zunehmenden Risiken einer
Rechtsverletzung und möglicher Sanktionen aufgrund immer stärkerer Regulierung vorgebeugt werden.
Zusätzlich zu den hier angeführten Risiken können für den Konzern noch weitere Risiken bestehen. Gegenwärtig sind uns
solche Risiken nicht bekannt bzw. werden diese als unwesentlich eingestuft.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
30
Konzernlagebericht
5 ANGABEN NACH § 243 A ABS 1 UGB
Zusammensetzung des Kapitals, Aktiengattungen
Es wird auf die Angaben im Konzernabschluss unter Anhangangabe 13.1 verwiesen.
Beschränkungen hinsichtlich der Stimmrechte bzw. der Übertragung von Aktien
Rund 57 % der Aktien werden von den Kernaktionärsfamilien in einem Syndikat gehalten. Es besteht ein Syndikatsvertrag,
welcher die Übertragbarkeit der Aktien innerhalb des Syndikates und nach außen regelt. Angelegenheiten, die die Haupt-
versammlung betreffen, beschließt das Syndikat mit 65 % der Stimmen. Änderungen des Syndikatsvertrages bedürfen der
Einstimmigkeit, gemessen an der Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen.
Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die zumindest 10 vom Hundert betragen
Nach den der Gesellschaft bekannt gegebenen Informationen bestanden per Jahresende 2021 folgende Beteiligungen von
mindestens 10 Prozent am Kapital:
MMS Mayr-Melnhof-Saurau Beteiligungsverwaltung KG
CAMA Privatstiftung
Die Inhaber von Aktien mit besonderen Kontrollrechten und eine Beschreibung dieser Rechte
Es bestehen keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.
Die Art der Stimmrechtskontrolle bei einer Kapitalbeteiligung der Arbeitnehmer, wenn sie das Stimmrecht nicht
unmittelbar ausüben
Es besteht kein derartiges Kapitalbeteiligungsmodell für Mitarbeiter.
Die sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergebenden Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der
Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates und über die Änderung der Satzung der Gesellschaft
Es bestehen keine Bestimmungen dieser Art.
Die sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergebenden Befugnisse der Mitglieder des Vorstandes, insbesondere
hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen
Es bestehen keine Befugnisse dieser Art.
Alle bedeutenden Vereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist und die bei einem Kontrollwechsel in der
Gesellschaft infolge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich ändern oder enden, sowie ihre Wirkungen;
ausgenommen hiervon sind Vereinbarungen, deren Bekanntmachung der Gesellschaft erheblich schaden würde, es
sei denn, die Gesellschaft ist zur Bekanntgabe derartiger Informationen aufgrund anderer Rechtsvorschriften
ausdrücklich verpflichtet
Es wird von der Schutzklausel hinsichtlich der Bekanntgabe Gebrauch gemacht. Die Größenordnung des betroffenen Ge-
schäftes ist als überschaubar einzustufen.
Bestand und wesentlicher Inhalt von Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren
Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebotes
Es bestehen keine Vereinbarungen dieser Art.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
31
Konzernlagebericht
6 KONSOLIDIERTE NICHTFINANZIELLE ERKLÄRUNG NACH § 267 A UGB
Es wurde die Option gewählt, den Verpflichtungen gemäß § 267 a UGB nachzukommen, indem ein gesonderter konsoli-
dierter nichtfinanzieller Bericht erstellt wird.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
32
Konzernlagebericht
7 AUSBLICK AUF DAS GESCHÄFTSJAHR 2022
Dieser Ausblick entspricht den Einschätzungen des Vorstandes zum 14. März 2022 und berücksichtigt keine Auswirkungen
von Akquisitionen, Veräußerungen oder anderen strukturellen Änderungen innerhalb des Jahres 2022. Die vorangegange-
nen und nachfolgenden vorausblickenden Aussagen unterliegen sowohl bekannten als auch unbekannten Risiken und Un-
sicherheiten, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ereignisse von den hier getroffenen Aussagen abweichen
können.
Nachfrage und Auftragslage zeigen sich für die Produkte beider Divisionen seit Jahresbeginn weiterhin in guter Verfassung.
Die angesichts massiver Kostensteigerungen, vor allem des außergewöhnlichen Energiepreisanstieges, notwendigen Preis-
erhöhungen konnten für das 1. Quartal umgesetzt werden. Darüber hinaus ist eine weitere Kartonpreiserhöhung für das
2. Quartal geplant, um die seit Jahresbeginn fortdauernde Kosteninflation zu kompensieren. Auch in der Packagingdivision
erfolgt die Weitergabe des jüngsten Inputkostenanstieges kontinuierlich, jedoch vertragsbedingt oft zeitversetzt. Infolge
weithin gebuchter Kapazitäten und längerer Lieferzeiten steht bei unseren Kunden die Versorgungssicherheit nach wie vor
im Fokus, der wir durch höchstmögliche Flexibilität und Transparenz nachkommen.
Aufgrund von Kapazitätsbeschränkungen kann das Absatzvolumen der Gruppe nur schrittweise steigen. Die zuletzt in
mehreren Werken von MM Packaging in Angriff genommenen Erweiterungen sollten jedoch im Laufe des Jahres mehr
Geschäft ermöglichen. Bei MM Board & Paper, wo der Investitionsschwerpunkt auf Effizienzsteigerungen und Optimierung
des Produktportfolios liegt, werden die expansiven Effekte erst ab 2023 sukzessive zum Tragen kommen.
Wie bereits indiziert, ist aufgrund der intensivierten Investitionstätigkeit in Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit und Wachs-
tum auch für 2022 und 2023 von Investitionen in einer Bandbreite von 250 – 300 Mio. EUR p.a. auszugehen. Bei
MM Board & Paper stehen neben den Großinvestitionen in Frohnleiten, Neuss und Kolicevo auch Projekte bei den Neuakqui-
sitionen MM Kotkamills und MM Kwidzyn im Fokus, um attraktive Potentiale zeitnahe nutzen zu können. Bei MM Packaging
verfolgen wir in Polen eine Verdoppelung des großen Standortes in Bydgoszcz sowie den Neubau eines Verpackungswer-
kes nahe Warschau, um am Marktwachstum in Zentral-Ost-Europa zu partizipieren und günstigere Kosten zu nutzen. Dar-
über hinaus werden Standorte in Großbritannien, Österreich und Rumänien zu kritischer Größe ausgebaut.
Die Ausrichtung der MM Gruppe auf einen langfristig moderaten Wachstumskurs hat sich bewährt und wird weiterverfolgt.
Während bei MM Board & Paper aktuell die Integration der Neuakquisitionen im Vordergrund steht, soll die Marktpräsenz
von MM Packaging auch über Akquisitionen erweitert werden. Der Fokus auf Optimierung der Kostenstrukturen, Digitali-
sierung sowie innovative, nachhaltige Verpackungsprodukte als Ersatz von Kunststoffverpackungen wird konsequent
fortgesetzt.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
33
Konzernlagebericht
Angesichts der anhaltenden Kosteninflation und schwer einschätzbaren weiteren Entwicklungen bleibt der Fokus darauf
gerichtet, die Belastung durch möglichst zeitnahe Erhöhung der Verkaufspreise und strukturelle Kostensenkungen zu kom-
pensieren, um bei den Margen wieder aufzuholen.
Die MM Gruppe beobachtet genau die Entwicklungen in Russland und der Ukraine wie auch die internationalen Maßnah-
men und mögliche Auswirkungen auf den Konzern. MM erwirtschaftet kumuliert ca. 9 % des Konzern-EBITDA in Russland
und der Ukraine. In Russland werden an zwei Standorten, St. Petersburg und Pskov, Packagingprodukte für den lokalen
Bedarf bei täglichen Konsumgütern produziert. Mit einem Stillstand muss gerechnet werden. MM hat alle Kartonlieferun-
gen nach Russland gestoppt. In der Ukraine, wo MM in der Landesmitte am Standort Cherkassy Verpackungen produziert,
ist der Betrieb aktuell eingestellt.
Wien, am 14. März 2022
Der Vorstand
MMag. Peter Oswald e. h.
Dr. Andreas Blaschke e. h.
Mag. Franz Hiesinger e. h.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
34
Konzernabschluss
Konzernabschluss
36 Konzernbilanzen
37 Konzerngewinn- und -verlustrechnungen
38 Konzerngesamtergebnisrechnungen
38 Entwicklung des Konzerneigenkapitals
39 Konzerngeldflussrechnungen
Konzernanhang
40
40
42
45
48
54
63
74
76
(1) Grundlegende Informationen
(2) Grundlagen der Aufstellung des Konzernabschlusses
(3) Grundsätze der Rechnungslegung
(4) Ermessensentscheidungen, Annahmen und Einschätzungen
(5) Änderungen des Konsolidierungskreises und weitere wesentliche Ereignisse
(6) Entwicklung des Anlagevermögens
(7) Angaben zu Finanzinstrumenten
(8) Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen, Wertpapiere und sonstige Finanzanlagen
(9) Steuern vom Einkommen und Ertrag
81 (10) Vorräte
82 (11) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
83 (12) Rechnungsabgrenzungen, sonstige Forderungen und Vermögenswerte
83 (13) Eigenkapital
86 (14) Finanzverbindlichkeiten und Leasing
89 (15) Langfristige Rückstellungen
97 (16) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
97 (17) Rechnungsabgrenzungen und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
98 (18) Kurzfristige Rückstellungen
99 (19) Segmentberichterstattung
102 (20) Sonstige betriebliche Erträge
102 (21) Aufwendungen nach Aufwandsarten
103 (22) Personalaufwand
104 (23) Aufwendungen für den Konzernabschlussprüfer
104 (24) Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen
104 (25) Finanzerträge
105 (26) Finanzaufwendungen
105 (27) Sonstiges Finanzergebnis – netto
106 (28) Ergebnis je Aktie
106 (29) Eventualverbindlichkeiten und sonstige finanzielle Verpflichtungen
107 (30) Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen
108 (31) Erläuterungen zur Konzerngeldflussrechnung
109 (32) Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag und weitere Informationen
110 (33) Beteiligungsliste
115 (34) Organe
116 Bestätigungsvermerk
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
35
Konzernabschluss
Konzernbilanzen
(alle Beträge in Tausend EUR)
Anhang
31. Dez. 2021
31. Dez. 2020
AKTIVA
Sachanlagen
6
6
8
9
Immaterielle Vermögenswerte inklusive Geschäfts(Firmen)werten
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen, Wertpapiere und sonstige Finanzanlagen
Latente Steueransprüche
Langfristige Vermögenswerte
Vorräte
10
11
9
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Forderungen aus Ertragsteuern
Rechnungsabgrenzungen, sonstige Forderungen und Vermögenswerte
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte
Kurzfristige Vermögenswerte
12
31
5
SUMME AKTIVA
PASSIVA
Grundkapital
13
13
13
13
(284.750 )
(274.477 )
Kapitalrücklagen
Gewinnrücklagen
Sonstige Rücklagen
Den Aktionären der Gesellschaft zuzurechnende Eigenkapitalbestandteile
Nicht beherrschende (Minderheits-) Anteile
Eigenkapital
13
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Langfristige Rückstellungen
14
15
9
Latente Steuerverbindlichkeiten
Langfristige Verbindlichkeiten
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Rechnungsabgrenzungen und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
Kurzfristige Rückstellungen
14
9
16
17
18
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Summe Verbindlichkeiten
SUMME PASSIVA
Der nachfolgende Konzernanhang ist ein integrierender Bestandteil des Konzernabschlusses.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
36
Konzernabschluss
Konzerngewinn- und
-verlustrechnungen
(alle Beträge in Tausend EUR, außer Gewinn je Aktie und Aktienanzahl)
Anhang
19
2021
(2.413.557 )
2020
(1.913.879 )
Umsatzerlöse
Herstellungskosten
Bruttoergebnis vom Umsatz
21
Sonstige betriebliche Erträge
Vertriebskosten
20
21
21
21
(296.107 )
(175.158 )
(137 )
(244.758 )
(158.074 )
(116 )
Verwaltungskosten
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Betriebliches Ergebnis
Finanzerträge
25
26
27
(24.369 )
(4.016 )
(7.863 )
Finanzaufwendungen
Sonstiges Finanzergebnis – netto
Ergebnis vor Steuern
(3.155 )
Steuern vom Einkommen und Ertrag
9
(53.848 )
(59.844 )
Jahresüberschuss
Davon entfallend auf:
Aktionäre der Gesellschaft
Nicht beherrschende (Minderheits-) Anteile
Jahresüberschuss
13
Gewinn je Aktie für den auf die Aktionäre der Gesellschaft entfallenden Anteil
am Jahresüberschuss:
Durchschnittliche Anzahl der ausgegebenen Aktien
Gewinn je Aktie
28
20.000.000
20.000.000
28
Der nachfolgende Konzernanhang ist ein integrierender Bestandteil des Konzernabschlusses.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
37
Konzernabschluss
Konzerngesamtergebnisrechnungen
(alle Beträge in Tausend EUR)
Anhang
2020
2021
Jahresüberschuss
Sonstiges Ergebnis:
Versicherungsmathematische Bewertung von leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen
Auswirkungen Ertragsteuern
13
9
(1.518 )
(583 )
(784 )
Summe der Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden
Währungsumrechnungen
Auswirkungen Ertragsteuern
Summe der Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden
Sonstiges Ergebnis (netto)
Gesamtergebnis
(411 )
(1.367 )
(59.690 )
(56.742 )
(58.109 )
1)
13
9
(9.557 )
(1.154 )
(10.711 )
(11.122 )
Davon entfallend auf:
Aktionäre der Gesellschaft
Nicht beherrschende (Minderheits-) Anteile
13
Gesamtergebnis
Der nachfolgende Konzernanhang ist ein integrierender Bestandteil des Konzernabschlusses.
1)
Im Geschäftsjahr 2021 wurden Tsd. EUR -1.940 (2020: Tsd. EUR -133) von den direkt im Eigenkapital erfassten Ergebnisbestandteilen in den Jahresüberschuss umgegliedert.
Entwicklung des Konzerneigenkapitals
Den Aktionären der Gesellschaft zuzurechnende Eigenkapitalbestandteile
Sonstiges Ergebnis
Nicht be-
herrschende
(Minderheits-)
Anteile Eigenkapital
Währungs- Versicherungs-
umrech- mathematische
Grund-
Kapital-
Gewinn-
Sonstige
Gesamtes
(alle Beträge in Tausend EUR)
Stand am 1. Jan. 2020
Jahresüberschuss
Sonstiges Ergebnis
Gesamtergebnis
Anhang
kapital rücklagen
rücklagen
nungen
Effekte Rücklagen
Gesamt
(150.580 )
(65.928 )
(216.508 )
(140 )
(58.109 )
(56.593 )
(56.593 )
(1.376 )
(1.376 )
(57.969 )
(57.969 )
(57.969 )
Transaktionen mit Anteilseignern:
Dividenden
Veränderung von Mehrheitsbeteiligungen
Stand am 31. Dez. 2020
Jahresüberschuss
Sonstiges Ergebnis
Gesamtergebnis
13
5
(64.000 )
(64.000 )
(1.196 )
(229 )
(65.196 )
(136 )
(11.122 )
(207.173 )
(67.304 )
(274.477 )
(11.081 )
(11.081 )
(406 )
(406 )
(11.487 )
(11.487 )
(11.487 )
Umgliederung versicherungsmathe-
matischer Effekte in die Gewinnrücklagen
(1.214 )
Transaktionen mit Anteilseignern:
Dividenden
Veränderung von Mehrheitsbeteiligungen
13
5
(64.000 )
(202 )
(64.000 )
(202 )
(1.220 )
(65.220 )
Stand am 31. Dez. 2021
(218.254 )
(66.496 )
(284.750 )
Der nachfolgende Konzernanhang ist ein integrierender Bestandteil des Konzernabschlusses.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
38
Konzernabschluss
Konzerngeldflussrechnungen
(alle Beträge in Tausend EUR)
Anhang
2021
2020
CASH FLOW AUS DER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT:
Jahresüberschuss
Anpassungen zur Überleitung des Jahresüberschusses auf den Cash Flow aus der
Geschäftstätigkeit vor Zins- und Steuerzahlungen:
Steuern vom Einkommen und Ertrag
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
Wertminderungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
Ergebnis aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten
Finanzerträge
Finanzaufwendungen
Ergebnis aus dem Verkauf von Tochterunternehmen
Ergebnisanteile von sonstigen Beteiligungen
Sonstige Anpassungen
Cash Flow aus dem Ergebnis
9
6
6
20
25
26
5
27
31
(9.497 )
(3.319 )
(46.175 )
(606 )
(1.712 )
(344 )
(10.105 )
(1.985 )
Veränderungen im Working Capital:
Vorräte
10
11
12
16
17
18
(57.357 )
(112.218 )
(21.184 )
(1.316 )
(18.017 )
(7.221 )
(74.750 )
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Rechnungsabgrenzungen, sonstige Forderungen und Vermögenswerte
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Rechnungsabgrenzungen und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
Kurzfristige Rückstellungen
(1.577 )
Veränderungen im Working Capital
(21.891 )
(66.973 )
Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit vor Zins- und Steuerzahlungen
Bezahlte Steuern vom Einkommen und Ertrag
Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit
CASH FLOW AUS DER INVESTITIONSTÄTIGKEIT:
Einzahlungen aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten
Auszahlungen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (inkl. geleisteter Anzahlungen)
Einzahlungen aus Investitionszuschüssen
(248.430 )
(152.772 )
16
Auszahlungen für Tochterunternehmen bzw. sonstige Geschäftseinheiten abzüglich der
übernommenen Zahlungsmittel (2021: Tsd. EUR 67.747; 2020: Tsd. EUR 0)
5
5
(811.825 )
Einzahlungen aus der Veräußerung von Tochterunternehmen bzw. sonstigen Geschäftseinheiten
abzüglich übertragener Zahlungsmittel (2021: Tsd. EUR 4.146, 2020: Tsd. EUR 0)
Einzahlungen aus Wertpapieren und sonstigen Finanzanlagen
Auszahlungen für Wertpapiere und sonstige Finanzanlagen
Erhaltene Dividenden
(251 )
(1.226 )
27
Erhaltene Zinsen
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit
(891.401 )
(142.860 )
CASH FLOW AUS DER FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT:
Bezahlte Zinsen
Aufnahme von verzinslichen Finanzverbindlichkeiten
Tilgung von verzinslichen Finanzverbindlichkeiten
(12.003 )
(302.018 )
(8.984 )
(7.857 )
(69.934 )
(8.322 )
31
31
31
Tilgung von Leasingverbindlichkeiten
Auszahlungen an Eigentümer von nicht beherrschenden (Minderheits-) Anteilen
An die Aktionäre der Gesellschaft gezahlte Dividende
An nicht beherrschende (Minderheits-) Gesellschafter gezahlte Dividenden
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Jahresanfang (laut Konzernbilanz)
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Jahresende (laut Konzernbilanz)
Der nachfolgende Konzernanhang ist ein integrierender Bestandteil des Konzernabschlusses.
(0 )
(64.000 )
(1.220 )
(2.003 )
(136 )
(64.000 )
(1.196 )
(150.803 )
(5.087 )
13
13
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
39
Konzernabschluss
Konzernanhang
1
GRUNDLEGENDE INFORMATIONEN
Der MM Konzern
Die Mayr-Melnhof Karton AG und ihre Tochterunternehmen („der Konzern“) sind
in der Herstellung und dem Verkauf von
Melnhof Karton AG , welche ihren Sitz in
Österreich
, Brahmsplatz 6, 1040 Wien hat. Die Aktien der Gesellschaft notieren
an der
Wien
er Börse.
Segmentinformation
Der Konzern wird in zwei operativen Segmenten (siehe Anhangangabe 19) geführt: MM Board & Paper und MM Packaging.
MM Board & Paper produziert und vermarktet eine vielfältige Palette an Kartonsorten, hauptsächlich gestrichenen Falt-
schachtelkarton auf Basis von Recyclingfasern sowie Frischfaserkarton. Darüber hinaus umfasst das Produktsortiment der
Division auch Kraftpapiere und ungestrichene Feinpapiere. MM Packaging verarbeitet Karton zu Faltschachteln hauptsäch-
lich für die Nahrungsmittel- (z. B. Frühstückszerealien, Trockennahrung, Zucker- und Backwaren, hochwertige Süßwaren)
und sonstige Konsumgüterindustrie (z. B. Kosmetika, Hygieneprodukte, Waschmittel, Haushaltsartikel, Tabakprodukte,
Spielwaren und Pharmaprodukte).
Wesentliche Ereignisse mit Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns ist in besonderem Maße durch die Änderungen im Konsolidierungs-
kreis, insbesondere die Erwerbe von MM Kotkamills und MM Kwidzyn, geprägt (siehe Anhangangabe 5), wodurch die
Vergleichbarkeit mit den Vorjahreszahlen beeinträchtigt ist.
2
GRUNDLAGEN DER AUFSTELLUNG DES KONZERNABSCHLUSSES
Rechnungslegungsgrundlagen und Übereinstimmungserklärung
Der Konzernabschluss der Mayr-Melnhof Karton AG und ihrer Tochterunternehmen wurde in Anwendung von §245aUGB
in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board („IASB“) verlautbarten International Financial
Reporting Standards und deren Interpretationen, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Die
zusätzlichen Anforderungen des § 245a Abs. 1 UGB wurden erfüllt.
Der Konzernabschluss wurde mit Ausnahme bestimmter Posten, die in den entsprechenden Anhangangaben (z.B. Anhang-
angabe 7 und 15) erläutert sind, auf Basis der historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten aufgestellt.
Der vorliegende Konzernabschluss umfasst den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2021 und wurde mit Datum 14. März
2022 vom Vorstand unterzeichnet und vom Aufsichtsrat festgestellt.
Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Soweit nicht anders angegeben, sind alle Beträge mit Ausnahme der
Aktienanzahl und der Angaben je Aktie in Tausend Euro angegeben.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
40
Konzernabschluss
Anwendung von neuen und geänderten Standards
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses wurden folgende Änderungen bestehender IAS und IFRS, soweit sie bis zum
31. Dezember 2021 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht wurden und bis zu diesem Zeitpunkt in Kraft
getreten sind, beachtet:
Geänderte Standards
Inhalt
Anzuwenden ab
2021
IFRS 4
Vorübergehende Befreiung von IFRS 9
Reform des Referenzzinssatzes – Phase 2
2021
IFRS 9/IAS 39/IFRS 7/
IFRS 4/IFRS 16
IFRS 16
Leasingverhältnisse – Auf die Coronavirus-Pandemie bezogene Mietkonzessionen
2021
Soweit im Einzelnen anwendbar, wurden die angeführten Bestimmungen im vorliegenden Konzernabschluss umgesetzt.
Aus den oben angeführten Änderungen ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Konzerns.
Mit der Anpassung an IFRS 4 „Versicherungserträge“ können Versicherungsunternehmen vorübergehend weiterhin IAS
39 „Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung“ anstelle von IFRS 9 „Finanzinstrumente“ für die Bilanzierung von Finanz-
instrumenten anwenden, bis die Anwendung von IFRS 17 „Versicherungserträge“ in Kraft tritt. Im MM Konzern liegen
keine Anwendungsfälle von IFRS 4 bzw. IFRS 17 vor. IFRS 9 wird bereits vollständig für die Bilanzierung von Finanzinstru-
menten angewandt.
Die Änderungen in IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16 betreffen insbesondere bestimmte weitere Erleichterungen
hinsichtlich zinstragender originärer Finanzinstrumente sowie Erleichterungen bei der Bilanzierung von Sicherungsbezie-
hungen, die von der Reform des Referenzzinssatzes betroffen sind. Grundsätzlich bestand im Geschäftsjahr für den
MM Konzern kein Anwendungsfall für diese Vereinfachungsregeln.
Die Änderungen an IFRS 16 gewähren Leasingnehmern eine Befreiung von der Beurteilung, ob aufgrund der Coronavirus-
Pandemie eingeräumte Mietkonzessionen (z. B. mietfreie Zeiten oder vorübergehende Mietsenkungen) eine Leasingmodi-
fikation darstellen. Von dieser Erleichterungsregel wurde kein Gebrauch gemacht.
Darüber hinaus wurden bis zum 31. Dezember 2021 folgende neue und geänderte Standards in EU-Recht übernommen,
welche jedoch für das Geschäftsjahr 2021 noch nicht verpflichtend anzuwenden waren:
Neue Standards
IFRS 17
Inhalt
Anzuwenden ab
2023
Versicherungsverträge
Geänderte Standards
IFRS 3
Inhalt
Anzuwenden ab
2022
Verweise auf das Rahmenkonzept der IFRS
Erlöse vor der beabsichtigten Nutzung von Sachanlagen
Belastende Verträge – Kosten der Vertragserfüllung
Jährliche Verbesserungen an den IFRS Zyklus 2018 – 2020
IAS 16
2022
IAS 37
2022
2022
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
41
Konzernabschluss
Weiters wurden bis zum 31. Dezember 2021 folgende geänderte Standards vom IASB veröffentlicht, aber noch nicht in
EU-Recht übernommen:
Geänderte Standards
Inhalt
Anzuwenden ab
2023
IAS 1
IAS 1
IAS 8
IAS 12
Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig
Darstellung des Abschlusses – Wesentlichkeitsdefinition
Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen
2023
2023
Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer
einzigen Transaktion entstehen
2023
IFRS 17
Erstanwendung von IFRS 17 und IFRS 9 - Vergleichsangaben
2023
Aus den oben angeführten Änderungen sind aus heutiger Sicht keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu erwarten.
3
GRUNDSÄTZE DER RECHNUNGSLEGUNG
Die im Konzern angewandten wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind bei der entsprechenden Anhang-
angabe erläutert.
Konsolidierungsgrundsätze und -methoden
Der Konzernabschluss umfasst die Mayr-Melnhof Karton AG („die Gesellschaft“) sowie deren Tochterunternehmen. Das
sind alle Unternehmen, welche vom Konzern beherrscht werden. Beherrschung besteht dann, wenn der Konzern die Ver-
fügungsgewalt hat, an positiven und negativen variablen Rückflüssen einer Gesellschaft zu partizipieren, und diese Rück-
flüsse durch ihre Verfügungsgewalt beeinflussen kann. Dies ist in der Regel bei einem Stimmrechtsanteil von mehr als
50 % gegeben. Bei der Beurteilung, ob Beherrschung vorliegt, werden auch Existenz und Auswirkung potentieller Stimm-
rechte, die aktuell ausübbar oder umwandelbar sind, berücksichtigt. Das Vorliegen von Beherrschung wird auch dann vom
Konzern überprüft, wenn weniger als 50 % der Stimmrechte gehalten werden. Der Konzern verfügt bei allen beherrschten
Unternehmen über eine Anteils- und Stimmrechtsmehrheit. Zusätzliche Vereinbarungen, die einer Beherrschung entge-
genstehen, bestehen nicht.
Tochterunternehmen, sofern diese für die Vermittlung eines getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nicht
von untergeordneter Bedeutung sind, werden von dem Zeitpunkt an in den Konzernabschluss einbezogen, zu dem die
Beherrschung auf den Konzern übergegangen ist. Sie werden zu dem Zeitpunkt entkonsolidiert, zu dem die Beherrschung
des Konzerns endet bzw. wenn der Konzern ein Tochterunternehmen als unwesentlich erachtet.
Änderungen der Beteiligungsquoten des Konzerns an Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung
dieses Tochterunternehmens führen, werden als Eigenkapitaltransaktionen (Veränderung von Mehrheitsbeteiligungen) bi-
lanziert und haben daher keine Auswirkung auf die Konzerngewinn- und -verlustrechnung.
Nicht beherrschende (Minderheits-) Anteile umfassen den Anteil der konzernfremden Gesellschafter am Eigenkapital und
am gesamten Jahresergebnis bei Tochterunternehmen des Konzerns. Diese Anteile werden innerhalb des Eigenkapitals
gesondert ausgewiesen.
Die Effekte aus konzerninternen Geschäftsvorfällen werden vollständig eliminiert.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
42
Konzernabschluss
Währungsumrechnung
Vermögenswerte inkl. Geschäfts(Firmen)werten und Verbindlichkeiten ausländischer Tochterunternehmen, deren funktio-
nale Währung nicht der Euro ist, werden mit den Mittelkursen am Bilanzstichtag in Euro umgerechnet. Erträge und Auf-
wendungen werden mit Jahresdurchschnittskursen in Euro umgerechnet. Die Jahresdurchschnittskurse werden als arith-
metisches Mittel der einzelnen Stichtagskurse am Monatsende ermittelt, wobei als 1. Stichtagskurs immer der
Wechselkurs des 31.12. des Vorjahres herangezogen wird. Umrechnungsdifferenzen aus der Währungsumrechnung bei
den Vermögenswerten und Verbindlichkeiten gegenüber der Umrechnung des Vorjahres werden erfolgsneutral im Eigen-
kapital erfasst. Gewinne und Verluste aus Fremdwährungstransaktionen werden sofort erfolgswirksam erfasst.
Geschäftsfälle der Gesellschaft, die in einer anderen Währung als der funktionalen Währung erfolgen, werden mit dem
Wechselkurs zum Zeitpunkt der Transaktion umgerechnet. Monetäre Posten in Fremdwährung werden zu jedem Bilanzstich-
tag mit dem dann geltenden Wechselkurs umgerechnet. Dabei entstehende Umrechnungsdifferenzen werden ebenso wie
die Effekte bei Realisierung erfolgswirksam erfasst.
Umrechnungsdifferenzen aus monetären Posten, die Teil einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb
sind, werden zunächst als separater Bestandteil des Eigenkapitals angesetzt und erst bei beabsichtigter Tilgung bzw. Ver-
äußerung der Nettoinvestition im Ergebnis erfasst.
Die der Währungsumrechnung zugrunde liegenden Wechselkurse nicht im Euro-Währungsgebiet vertretener Länder haben
sich wie folgt entwickelt:
Mittelkurs am
31. Dez.
Mittelkurs am
31. Dez.
Jahresdurch-
schnittskurs
2021
Jahresdurch-
schnittskurs
2020
2021
2020
Land:
Währung:
BGN
CLP
1 EUR =
1,96
1 EUR =
1 EUR =
1,96
1 EUR =
Bulgarien
Chile
1,96
899
1,96
899
964
871
China
CNY
GBP
JOD
7,22
8,03
7,64
7,89
Großbritannien
Jordanien
Kanada
0,84
0,90
0,86
0,89
0,80
0,87
0,84
0,81
CAD
COP
NOK
PHP
1,44
1,56
1,49
1,53
Kolumbien
Norwegen
Philippinen
Polen
4.527
9,99
4.200
10,47
58,69
4,61
4.438
10,18
58,43
4,58
4.213
10,69
56,69
4,45
57,51
4,60
PLN
Rumänien
Russland
Schweiz
RON
RUB
CHF
CZK
4,95
4,87
4,92
4,84
84,07
1,03
90,68
1,08
87,42
1,08
82,03
1,07
Tschechische Republik
Tunesien
Türkei
24,86
3,28
26,24
3,31
25,69
3,30
26,39
3,21
TND
TRY
14,68
30,92
369
9,01
10,33
32,38
358
7,88
Ukraine
UAH
HUF
VND
34,74
364
30,61
352
Ungarn
Vietnam
25.864
28.517
27.213
26.667
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
43
Konzernabschluss
Unternehmenszusammenschlüsse
Die Bilanzierung von neu erworbenen Tochterunternehmen bzw. Geschäftseinheiten wird nach der Erwerbsmethode
durchgeführt.
Die Anschaffungskosten eines Erwerbes, welcher sich als Geschäftsbetrieb klassifiziert, bemessen sich nach den beizule-
genden Zeitwerten der hingegebenen Vermögenswerte und der eingegangenen oder übernommenen Verbindlichkeiten
zum Erwerbszeitpunkt (Wert der übertragenen Gegenleistung).
Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene identifizierbare Vermögenswerte und Schulden werden mit
ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Je nach Art und Wesentlichkeit des Erwerbes werden
Grundstücke, Gebäude und Maschinen grundsätzlich auf Basis externer unabhängiger Gutachten bewertet. Immaterielle
Vermögenswerte werden in Abhängigkeit ihrer Art und der Komplexität der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes
entweder auf Basis externer unabhängiger Bewertungsgutachten oder intern unter Verwendung angemessener Bewer-
tungsmethoden ermittelt. Anteile von nicht beherrschenden (Minderheits-) Gesellschaftern am erworbenen Unternehmen
werden anhand des proportionalen Anteiles am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens erfasst. Erwerbsbezogene
Kosten werden aufwandswirksam verbucht, wenn sie anfallen.
Etwaige bedingte Gegenleistungen werden mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Nachträgli-
che Änderungen einer als Vermögenswert oder als Verbindlichkeit eingestuften bedingten Gegenleistung werden ebenfalls
zum beizulegenden Zeitwert bewertet und ein daraus resultierender Gewinn bzw. Verlust wird im Jahresüberschuss erfasst.
Der Überschuss der übertragenen Gegenleistung und des Betrages des nicht beherrschenden (Minderheits-) Anteils an
dem erworbenen Unternehmen über dem beizulegenden Zeitwert des erworbenen identifizierbaren Reinvermögens wird
als Geschäfts(Firmen)wert bilanziert. Negative Unterschiedsbeträge werden nach nochmaliger Beurteilung direkt erfolgs-
wirksam erfasst.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
44
Konzernabschluss
4
ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN, ANNAHMEN UND EINSCHÄTZUNGEN
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den allgemein anerkannten Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden nach IFRS werden Einschätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen, welche die Höhe und
den Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die offengelegten Eventualforderungen und
-verbindlichkeiten am Bilanzstichtag sowie die bilanzierten Erträge und Aufwendungen während der Berichtsperiode und
die bilanzierten Werte zum Bilanzstichtag beeinflussen. Die Anwendung der Rechnungslegungsmethoden des Konzerns
unterliegt verschiedenen Ermessensausübungen des Managements und die tatsächlichen Werte können letztendlich von
diesen Einschätzungen bzw. Annahmen abweichen. Schätzungen werden umsichtig vorgenommen und die diesen zu-
grunde liegenden Annahmen werden laufend überprüft und prospektiv erfasst. Diese Annahmen basieren auf Erfahrungen
der Vergangenheit und sonstigen Faktoren einschließlich Erwartungen im Hinblick auf zukünftige Ereignisse, die den Kon-
zern finanziell beeinflussen können und die unter den gegebenen Umständen als sachgerecht gelten.
Der Konzernabschluss beinhaltet folgende wesentliche Posten, deren Wertansatz maßgeblich von den zugrunde liegenden
Annahmen und Einschätzungen abhängig ist:
Nutzungsdauer von langfristigen Vermögenswerten
Sachanlagen und entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungs-
kosten angesetzt und planmäßig linear über die jeweilige Nutzungsdauer abgeschrieben. Bei der Ermittlung der Nutzungs-
dauer werden Faktoren wie Abnutzung, Alterung, technische Standards, Vertragsdauer und Veränderungen in der Nach-
frage berücksichtigt. Änderungen dieser Faktoren können eine Verkürzung der wirtschaftlichen Nutzungsdauer eines
Vermögenswertes nach sich ziehen. In diesem Fall würde der Restbuchwert über die verbleibende kürzere Nutzungsdauer
abgeschrieben werden, woraus höhere jährliche Abschreibungsbeträge resultieren (siehe Anhangangabe 6).
Bilanzierung von Unternehmenserwerben
Als Folge von Unternehmenserwerben werden Geschäfts(Firmen)werte in der Konzernbilanz angesetzt oder negative Un-
terschiedsbeträge nach nochmaliger Überprüfung erfolgswirksam erfasst. Im Rahmen der Erstkonsolidierung eines Unter-
nehmenserwerbes werden alle identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten zu bei-
zulegenden Zeitwerten zum Erwerbsstichtag angesetzt. Insbesondere die Bewertung immaterieller Vermögenswerte
basiert grundsätzlich auf der Prognose der insgesamt erwarteten künftigen Cash Flows und ist eng mit den Annahmen
des Managements bezüglich deren künftiger Weiterentwicklung sowie mit den zugrunde gelegten Entwicklungen des an-
zuwendenden Diskontierungszinssatzes verbunden (siehe Anhangangabe 5).
Wertminderung von Vermögenswerten
Im Rahmen der jährlichen Werthaltigkeitsprüfung werden Geschäfts(Firmen)werte auf ihre Werthaltigkeit überprüft. Des
Weiteren werden langfristig genutzte Vermögenswerte auf ihre Werthaltigkeit überprüft, sobald Ereignisse oder veränderte
Umstände darauf hindeuten, dass der Buchwert eines Vermögenswertes oder einer Gruppe von Vermögenswerten den
erzielbaren Betrag überschreiten könnte. Im Rahmen dieser Überprüfung liegen der Bewertung der langfristigen Vermö-
genswerte auch die Unternehmensplanung, die unter Berücksichtigung der markt- und unternehmensspezifischen Gege-
benheiten abgeleiteten Diskontierungszinssätze sowie die erwarteten Wachstumsraten und EBITDA Margin/Kostenent-
wicklungen zugrunde. Die hierzu getroffenen Annahmen können Änderungen unterliegen, die zu Wertminderungen in
zukünftigen Perioden führen könnten (siehe Anhangangabe 6).
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
45
Konzernabschluss
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
Der Konzern ist verpflichtet, für die bei der Karton- und Papiererzeugung anfallenden Kohlendioxid-Emissionen
CO2-Emissionszertifikate einzulösen.
Diese Zertifikate erhält der Konzern teilweise durch eine unentgeltliche Zuteilung innerhalb der Europäischen Union und
an Norwegen. Sofern diese Zuteilung nicht ausreicht, um das CO2-Emissionsvolumen einer Anlage abzudecken, erwirbt
der Konzern weitere Zertifikate am Markt.
CO2-Emissionszertifikate werden gemäß IAS 38 „Immaterielle Vermögenswerte“ als solche im kurzfristigen Bereich unter
dem Posten „Rechnungsabgrenzungen, sonstige Forderungen und Vermögenswerte“ ausgewiesen und mit den Anschaf-
fungskosten bewertet, sofern diese entgeltlich erworben wurden. Bei unentgeltlicher Zuteilung werden diese mit Anschaf-
fungskosten von null angesetzt. Übersteigen die tatsächlichen Kohlendioxid-Emissionen während der Berichtsperiode die
Anzahl der zum Bilanzstichtag vorhandenen Zertifikate, so ist eine Rückstellung für die fehlenden Zertifikate anzusetzen,
die unter dem Posten „Kurzfristige Rückstellungen“ ausgewiesen wird (siehe Anhangangabe 18).
In der Gewinn- und Verlustrechnung werden Aufwendungen aus der Verwendung von entgeltlich erworbenen Zertifikaten,
aus Emissionen, für die noch keine CO2-Zertifikate vorhanden sind, sowie Erträge aus der Veräußerung von überzähligen
Zertifikaten erfasst.
Steuern vom Einkommen und Ertrag
Der Konzern ist in zahlreichen Ländern operativ tätig und unterliegt daher in einer Vielzahl von Steuerhoheiten den unter-
schiedlichsten Steuergesetzen. Die Bestimmung der weltweiten Steuerverbindlichkeiten erfordert wesentliche Beurteilun-
gen, die dazu führen können, dass der tatsächliche Ausgang solcher steuerlicher Unwägbarkeiten von der ursprünglichen
Einschätzung abweicht und Auswirkungen auf die Steuerverbindlichkeiten und die latenten Steuern haben kann (siehe
Anhangangabe 9).
Realisierung latenter Steueransprüche
Die Berechnung latenter Steuern erfolgt auf Basis jener Steuersätze, die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen
gesetzlich verabschiedet wurden und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung des latenten Steueranspruches bzw.
der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird, sowie auf Basis einer Einschätzung der künftigen steu-
erlichen Ertragsfähigkeit. Von den Annahmen abweichende künftige steuerliche Ergebnisse können dazu führen, dass die
Realisierung latenter Steueransprüche unwahrscheinlich wird und eine Schätzungsänderung von aktiven latenten Steuern
der diesbezüglichen Aktiva zu erfolgen hat (siehe Anhangangabe 9).
Laufzeit von Leasingverhältnissen
Der Konzern bestimmt die Laufzeit der Leasingverhältnisse unter Zugrundelegung der unkündbaren Grundlaufzeit sowie
unter Einbeziehung der Zeiträume, die sich aus einer Option zur Verlängerung des Leasingverhältnisses ergeben. Bei der
Beurteilung, ob hinreichende Sicherheit besteht, dass die Option zur Verlängerung bzw. Kündigung des Leasingverhältnis-
ses ausgeübt oder nicht ausgeübt wird, werden Ermessensentscheidungen getroffen. Es werden alle relevanten Faktoren,
die einen wirtschaftlichen Anreiz darstellen, in Betracht gezogen. Diese werden anlassbezogen hinterfragt und neu evalu-
iert, was zu einer Anpassung der Leasingdauer und damit zu Anpassungen der Leasingverbindlichkeit und des Nutzungs-
rechtes führen kann. Die relevanten Annahmen bei der Bestimmung der Laufzeit, vor allem bei den wesentlichen geleasten
Bürogebäuden und Lagern mit unbefristeten Verträgen, werden aufgrund der strategischen Ausrichtung, Lage und Kosten
getroffen (siehe Anhangangabe 14).
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
46
Konzernabschluss
Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder
Der versicherungsmathematischen Bewertung von Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgeldern liegen Annahmen über
Diskontierungszinssätze, Gehalts- und Pensionsanpassungen, Lebenserwartung und Pensionseintrittsalter zugrunde. Für
Jubiläumsgelder wird zusätzlich eine dienstzeitabhängige Fluktuationswahrscheinlichkeit angesetzt. Diese Annahmen kön-
nen aufgrund veränderter wirtschaftlicher Bedingungen und einer veränderten Marktlage von den tatsächlichen Daten
abweichen und deshalb zu einer wesentlichen Veränderung dieser langfristigen Rückstellungen sowie des Eigenkapitals
führen (siehe Anhangangabe 15).
Sonstige Rückstellungen
Der Ansatz und die Bewertung von sonstigen Rückstellungen erfolgt auf Basis der bestmöglichen Einschätzung der Wahr-
scheinlichkeit des zukünftigen Ressourcenabflusses sowie anhand von Erfahrungswerten und den am Bilanzstichtag be-
kannten Umständen. Der tatsächlich eintretende Ressourcenabfluss kann insofern von dem am Bilanzstichtag angesetzten
Rückstellungsbetrag abweichen (siehe Anhangangaben 15 und 18).
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
47
Konzernabschluss
5
ÄNDERUNGEN DES KONSOLIDIERUNGSKREISES UND WEITERE WESENTLICHE
EREIGNISSE
5.1 Änderungen des Konsolidierungskreises in 2021
Im August 2021 hat die Division MM Board & Paper 100 % der Anteile an Kotkamills Group Oyj („Kotkamills“), mit Sitz in
Kotka, Finnland, erworben. MM Kotkamills betreibt eine der modernsten Frischfaserkartonmaschinen in Europa (Baujahr
2016) sowie eine Maschine für Saturating Kraft Paper/Imprägnierpapier und ein Sägewerk.
Durch die Akquisition stärkt MM die Position am Frischfaserkartonmarkt (FBB) mit einem attraktiven Angebot an Barriere-
kartonlösungen, die PE (Polyethylen)-beschichteten Karton ersetzen können. Außerdem steigt MM in den wachsenden Markt
für Karton für Papierbecher (Cupstock) ein. Die Akquisition ergänzt die etablierte Marktposition von MM bei Recyclingkarton.
Darüber hinaus diversifiziert MM das Produktangebot mit Saturating Kraft Paper/Imprägnierpapier, in dem Kotkamills zu
den weltweit führenden Produzenten zählt. Mittelfristiges Ziel ist es, das Verkaufsvolumen an die Kapazität von rund 400.000
Tonnen Karton pro Jahr heranzuführen sowie Synergiepotential auszuschöpfen.
Das Closing des Erwerbes wurde am 2. August 2021 vollzogen. Der in bar bezahlte Kaufpreis beträgt Tsd. EUR 203.097 und
wurde durch die Begebung von Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen finanziert.
Weiters hat MM am Closing-Tag ein Darlehen in Höhe von Tsd. EUR 28.621 für Kotkamills zurückgezahlt. Außerdem wurden
von MM auch die Darlehen der bisherigen Anteilseigner (in Summe Tsd. EUR 164.987) übernommen.
Die den erworbenen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zum Erwerbszeitpunkt nach IFRS zu diesem Stichtag beizu-
legenden Zeitwerte stellen sich vorläufig wie folgt dar:
(in Tausend EUR)
2. Aug. 2021
213.296
39.371
Sachanlagen
Immaterielle Vermögenswerte
Latente Steueransprüche
7.828
Vorräte
38.548
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Rechnungsabgrenzungen, sonstige Forderungen und Vermögenswerte
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Latente Steuerverbindlichkeiten
Langfristige Rückstellungen
15.619
32.104
29.195
(11.317)
(1.342)
Finanzverbindlichkeiten
(210.582)
(44.650)
(32.066)
76.004
127.093
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Rechnungsabgrenzungen, sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen
Nettovermögen
Geschäfts(Firmen)wert
Die beizulegenden Zeitwerte für Gebäude, Maschinen und technische Anlagen wurden von einem unabhängigen externen
Gutachter mittels kostenbasierten Ansatzes auf Basis von Wiederbeschaffungskosten ermittelt.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
48
Konzernabschluss
Für die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der Grundstücke und grundstücksgleichen Rechte wurde das Vergleichs-
wertverfahren unter der Prämisse, dass sie zum Bewertungsstichtag frei und verfügbar wären, angewendet.
Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen einen Kundenstamm in Höhe von Tsd. EUR 39.057, der
auf langfristigen Kundenbeziehungen beruht und über eine Laufzeit von rund 9 Jahren abgeschrieben wird.
Die erworbenen CO2-Emissionszertifikate wurden nach einem Marktansatz bewertet, woraus sich ein sonstiger Vermögens-
wert in Höhe von Tsd. EUR 5.095 ergibt, welcher unter dem Posten „Rechnungsabgrenzungen, sonstige Forderungen und
Vermögenswerte“ ausgewiesen ist. Gleichzeitig wurde eine Rückstellung in Höhe von Tsd. EUR 8.408 im Ausmaß des CO2-
Ausstoßes im Jahr 2021 bis zum Erwerbszeitpunkt angesetzt.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umfassen Bruttobeträge der vertraglichen Forderungen von
Tsd. EUR 15.700, wovon Tsd. EUR 81 als voraussichtlich uneinbringlich eingeschätzt wurden, wodurch sich der beizule-
gende Zeitwert von Tsd. EUR 15.619 ergibt. Bei den Rechnungsabgrenzungen, sonstigen Forderungen und Vermögens-
werten in Höhe von Tsd. EUR 27.009 entsprechen die beizulegenden Zeitwerte den Bruttobeträgen. Aufgrund des kurz-
fristigen Charakters der Forderungen geht der Konzern davon aus, dass die zukünftigen Zahlungsströme dem
beizulegenden Zeitwert entsprechen. Der Konzern hat im Zuge der Transaktion keine Eventualverbindlichkeiten angesetzt.
Der verbleibende Geschäfts(Firmen)wert von Tsd. EUR 127.093 spiegelt im Wesentlichen die Stärkung der Marktposition
von MM im Frischfaserkartonbereich sowie erwartete Synergien aus der Diversifizierung und Erweiterung des Portfolios
wider. Der erfasste Geschäfts(Firmen)wert ist für Steuerzwecke nicht abzugsfähig.
Von den erwerbsbezogenen Kosten in Höhe von Tsd. EUR 7.377 wurden Tsd. EUR 3.187 im Geschäftsjahr 2020 und
Tsd. EUR 4.190 im Geschäftsjahr 2021 als Aufwand erfasst und innerhalb der Verwaltungskosten in der Konzerngewinn-
und -verlustrechnung ausgewiesen.
Die Umsatzerlöse bzw. das Ergebnis vor Steuern ab dem Zeitpunkt der Zugehörigkeit zum Konzern bzw. zur Division be-
trugen im Geschäftsjahr 2021 Tsd. EUR 172.973 bzw. Tsd. EUR 6.704. Das Ergebnis vor Steuern wurde durch einen
Einmaleffekt von Tsd. EUR 1.342 belastet, welcher aus der im Zuge der Kaufpreisallokation durchgeführten Bewertung der
Vorräte resultiert und in den Herstellungskosten realisiert wurde. Wäre der Unternehmenszusammenschluss zum 1. Januar
2021 erfolgt, hätte Kotkamills zusätzlich rund 257 Mio. EUR zum Konzernumsatz bzw. rund 10 Mio. EUR zum Konzern-
ergebnis vor Steuern beigetragen.
Die Kaufpreisverteilung war zum Bilanzstichtag insbesondere im Bereich der erworbenen Sachanlagen noch nicht vollstän-
dig abgeschlossen. Aus diesem Vorgang werden jedoch keine wesentlichen Veränderungen mehr erwartet.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
49
Konzernabschluss
Im August 2021 hat die Division MM Board & Paper 100 % der Anteile an International Paper (Poland) Holding Sp. z o. o
(„Kwidzyn“) von International Paper erworben. Am integrierten Zellstoff- und Papierstandort in Polen betreibt Kwidzyn eine
Zellstofffabrik mit einer Jahreskapazität von rund 400.000 Tonnen und vier verbundenen Karton-/ Papiermaschinen. Kern-
stück ist eine Frischfaserkartonmaschine mit 260.000 Tonnen Kapazität p. a.. Darüber hinaus ist MM Kwidzyn mit einer
Papiermaschine in den Bereich MF-Kraftpapier eingestiegen, um die wachsende Nachfrage nach flexiblen faserbasierten
Verpackungsprodukten mit einer Jahreskapazität von 75.000 Tonnen zu bedienen. Ferner betreibt Kwidzyn zwei der at-
traktivsten Kopierpapiermaschinen (UWF) in Europa mit einer jährlichen Gesamtkapazität von 410.000 Tonnen.
Durch die Akquisition wird die Wettbewerbsposition von MM Board & Paper auf dem attraktiven Markt für hochqualitativen
Frischfaserkarton mit innovativen, nachhaltigen Qualitäten sowie mehr Effizienz gegenüber den beiden Marktführern ge-
stärkt und die etablierte Marktposition bei Recyclingkarton ergänzt. Der Einstieg in neue Geschäftsfelder und die Integra-
tion von Zellstoff und Papier an einem Standort schaffen zusätzlich neue Perspektiven. Ziel ist zudem, die vorteilhafte
Kostenposition für weiteres Wachstum bei Folding Box Board oder anderen Verpackungsqualitäten zu nutzen sowie Syner-
giepotenzial auszuschöpfen.
Das Closing des Erwerbes wurde am 6. August 2021 vollzogen. Der in bar bezahlte Kaufpreis beträgt Tsd. EUR 676.475
und wurde durch zugesagte Kreditlinien von Banken und die Begebung von Schuldscheindarlehen und Namensschuldver-
schreibungen finanziert. Zuzüglich zu einem fixierten Grundbetrag liegen seiner Berechnung die ermittelten Nettofinanz-
verbindlichkeiten und das ermittelte Nettoumlaufvermögen zugrunde.
Die den erworbenen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zum Erwerbszeitpunkt nach IFRS zu diesem Stichtag bei-
zulegenden Zeitwerte stellen sich vorläufig wie folgt dar:
(in Tausend EUR)
6. Aug. 2021
267.268
98.727
Sachanlagen
Immaterielle Vermögenswerte
Latente Steueransprüche
12.688
Vorräte
67.889
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Rechnungsabgrenzungen, sonstige Forderungen und Vermögenswerte
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Nicht beherrschende (Minderheits-) Anteile
Latente Steuerverbindlichkeiten
Langfristige Rückstellungen
40.415
9.467
38.552
(475)
(40.036)
(19.992)
(25.444)
(53.543)
(29.221)
366.295
310.180
Finanzverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Rechnungsabgrenzungen, sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen
Nettovermögen
Geschäfts(Firmen)wert
Die Immobilien wurden von externen unabhängigen Gutachtern abhängig von verfügbaren Marktdaten entweder nach dem
marktbasierten oder einkommensbasierten Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
50
Konzernabschluss
Die beizulegenden Zeitwerte jener Vermögenswerte, welche im Zusammenhang mit der Kartonproduktion stehen, wurden
von einem unabhängigen externen Gutachter mittels kostenbasierten Ansatzes auf Basis von Wiederbeschaffungskosten
ermittelt.
Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen einen Kundenstamm in Höhe von Tsd. EUR 98.716, der
auf langfristigen Kundenbeziehungen beruht und über eine Laufzeit von bis zu 10 Jahren abgeschrieben wird.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umfassen Bruttobeträge der vertraglichen Forderungen von
Tsd. EUR 40.730, wovon Tsd. EUR 315 als voraussichtlich uneinbringlich eingeschätzt wurden, wodurch sich der beizule-
gende Zeitwert von Tsd. EUR 40.415 ergibt. Bei den Rechnungsabgrenzungen, sonstigen Forderungen und Vermögens-
werten in Höhe von Tsd. EUR 9.467 entsprechen die beizulegenden Zeitwerte den Bruttobeträgen. Aufgrund des kurzfris-
tigen Charakters der Forderungen geht der Konzern davon aus, dass die zukünftigen Zahlungsströme dem beizulegenden
Zeitwert entsprechen. Der Konzern hat im Zuge der Transaktion keine Eventualverbindlichkeiten angesetzt.
Im Zuge des Erwerbes wurde eine kurzfristige Rückstellung in Höhe von Tsd. EUR 13.496 für die Menge bilanziert, die den
CO2-Ausstoß im Jahr 2021 bis zum Erwerbszeitpunkt abbildet, sowie eine langfristige Rückstellung für Umweltschutzmaß-
nahmen in Höhe von Tsd. EUR 12.672 angesetzt.
Die nicht beherrschenden (Minderheits-) Anteile von Tsd. EUR 475 wurden als proportionaler Anteil am identifizierten
Nettovermögen der jeweiligen Tochtergesellschaft ermittelt.
Der verbleibende Geschäfts(Firmen)wert von Tsd. EUR 310.180 spiegelt im Wesentlichen die Stärkung der Marktposition
von MM im Frischfaserkartonbereich sowie erwartete Synergien aus der Diversifizierung und Erweiterung des Portfolios
wider. Der erfasste Geschäfts(Firmen)wert ist für Steuerzwecke nicht abzugsfähig.
Von den erwerbsbezogenen Kosten in Höhe von Tsd. EUR 13.964 wurden Tsd. EUR 343 im Geschäftsjahr 2020 und
Tsd. EUR 13.621 im Geschäftsjahr 2021 als Aufwand erfasst und innerhalb der Verwaltungskosten in der Konzerngewinn-
und -verlustrechnung ausgewiesen.
Die Umsatzerlöse bzw. das Ergebnis vor Steuern ab dem Zeitpunkt der Zugehörigkeit zum Konzern bzw. zur Division be-
trugen im Geschäftsjahr 2021 Tsd. EUR 242.365 bzw. Tsd. EUR -1.323. Das Ergebnis vor Steuern wurde durch einen
Einmaleffekt von Tsd. EUR 7.200 belastet, welcher aus der im Zuge der Kaufpreisallokation durchgeführten Bewertung der
Vorräte resultiert und in den Herstellungskosten realisiert wurde. Wäre der Unternehmenszusammenschluss zum 1. Januar
2021 erfolgt, hätte Kwidzyn zusätzlich rund 263 Mio. EUR zum Konzernumsatz bzw. rund 12 Mio. EUR zum Konzernergeb-
nis vor Steuern beigetragen.
Die Kaufpreisverteilung war zum Bilanzstichtag insbesondere im Bereich der erworbenen Sachanlagen noch nicht vollstän-
dig abgeschlossen. Aus diesem Vorgang werden keine wesentlichen Veränderungen mehr erwartet.
Zur Finanzierung dieser Erwerbe hat die Mayr-Melnhof Karton AG Darlehen in Form von Schuldscheindarlehen und Na-
mensschuldverschreibungen aufgenommen (siehe Anhangangabe 14.1).
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
51
Konzernabschluss
Im August 2021 hat die Division MM Board & Paper 100 % der Anteile an den Frischfaserkartonwerken Mayr-Melnhof
Eerbeek B.V., Niederlande, und Baiersbronn Frischfaser Karton GmbH, Deutschland, an eine Tochtergesellschaft von
Fonds, die von Oaktree Capital Management, L.P., gemanagt werden, um einen Kaufpreis von Tsd. EUR 110.501 verkauft.
Zusätzlich hat die Käuferin MM die bestehenden konzerninternen Darlehens- und Cashpoolverbindlichkeiten in Höhe von
Tsd. EUR 41.749 abgegolten. Der Verkauf steht im Einklang mit der Strategie von MM, sich auf neue Akquisitionen und
Wachstumsinvestitionen zu konzentrieren. Die Werke Eerbeek und Baiersbronn haben zusammen eine Jahreskapazität von
rund 245.000 Tonnen Frischfaserkarton, der auf zwei Kartonmaschinen produziert wird, und beschäftigen rund 400 Mit-
arbeiter. In 2020 wurden Umsatzerlöse in Höhe von rund 195 Mio. EUR erzielt.
Aus diesen Unternehmensveräußerungen ist im Geschäftsjahr 2021 insgesamt ein Ertrag vor Steuern in der Höhe von
Tsd. EUR 55.545 erfasst worden, dem Veräußerungs- und Nachlaufkosten von Tsd. EUR 9.370 gegenüberstanden (siehe An-
hangangabe 20).
Die übertragenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum Veräußerungszeitpunkt stellen sich wie folgt dar:
(in Tausend EUR)
2. Aug. 2021
(80.046)
(385)
Sachanlagen
Immaterielle Vermögenswerte
Latente Steueransprüche
(3.542)
(26.760)
(29.840)
(3.386)
(4.646)
10.438
1.200
Vorräte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Rechnungsabgrenzungen, sonstige Forderungen und Vermögenswerte
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Langfristige Rückstellungen
Finanzverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Rechnungsabgrenzungen, sonstige Rückstellungen und Verbindlichkeiten
Nettovermögen
25.748
56.263
(54.956)
Darüber hinaus gab es weitere unwesentliche Änderungen bei einzelnen Tochterunternehmen (siehe Anhangangabe 33).
5.2 Änderungen des Konsolidierungskreises in 2020
Im Geschäftsjahr 2020 gab es mit Ausnahme von unwesentlichen Änderungen bei einzelnen Tochterunternehmen keine
Änderungen des Konsolidierungskreises.
5.3 Sonstige wesentliche Ereignisse in 2021
Nachdem im 4. Quartal 2020 bereits die Stilllegung einer Tiefdrucklinie am Bielefelder Standort geplant war, hat nunmehr
in 2021 die Division MM Packaging aufgrund notwendiger marktbedingter struktureller Anpassungsmaßnahmen die voll-
ständige Schließung des Standortes in Bielefeld bei der MM Graphia Bielefeld GmbH durchgeführt. Dabei entstehen vor
allem Aufwendungen für Wertminderungen von Vorräten und für den Sozialplan, woraus das Konzernergebnis vor Steuern
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
52
Konzernabschluss
in Höhe von Tsd. EUR 20.111 belastet ist. Weiters wurden Buchwerte in Höhe von Tsd. EUR 5.076 in die Position „Zur
Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte“ umgegliedert.
Darüber hinaus gab es weitere für den Konzern unwesentliche Restrukturierungsmaßnahmen.
5.4 Sonstige wesentliche Ereignisse in 2020
Restrukturierungsmaßnahmen in 2020
In beiden Divisionen kam es in 2020 an einzelnen Standorten zu Restrukturierungsmaßnahmen.
In der Kartondivision wurde bei der Mayr-Melnhof Karton GmbH am Standort in Hirschwang, Österreich, die 70 Jahre alte,
wettbewerbsschwache Kartonmaschine infolge hoher anstehender Ausgaben, die nicht zu rechtfertigen waren, Anfang No-
vember stillgelegt. Im Zuge der Beendigung der Produktion hat sich ein Wertminderungsbedarf auf die Sachanlagen und
immateriellen Vermögenswerte des Standortes sowie die Vorräte ergeben. Im Zusammenhang mit dem notwendigen Mitar-
beiterabbau wurde ein Sozialplan ausverhandelt. Außerdem ergeben sich Aufwendungen aus Nachsorgeverpflichtungen für
Altlasten. Insgesamt sind aus der Werksschließung des Kartonwerkes in Hirschwang Aufwendungen in Höhe von
Tsd. EUR 23.486 entstanden. In diesem Zusammenhang wurden langfristige Vermögenswerte in Höhe von Tsd. EUR 5.230,
im Wesentlichen technische Anlagen und Maschinen, als zur Veräußerung gehalten klassifiziert und entsprechend
umgegliedert.
Strukturelle Anpassungsmaßnahmen wurden in der Packagingdivision unter anderem bei MM Graphia Bielefeld GmbH in
Bielefeld und bei R + S Stanzformen GmbH in Niederdorfelden, beide in Deutschland, angekündigt.
Mit der geplanten Stilllegung einer Tiefdrucklinie in Bielefeld beabsichtigte der Konzern eine Fokussierung auf seine Hoch-
leistungsstandorte in dieser Drucktechnologie. Dabei entstanden Aufwendungen vor allem für Wertminderungen von Sach-
anlagen und Vorräten. Außerdem kam es zu einem Abbau von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, für den ein Sozialplan
auszuverhandeln war. Das Ergebnis des Konzerns war aus dieser Stilllegung mit Tsd. EUR 6.702 belastet.
Bei der R + S hat der Konzern bislang Stanzformen als Werkzeuge zur Verwendung in der Packagingdivision selbst produ-
ziert. Diese Produktion wurde eingestellt, woraus sich vor allem Aufwendungen für Wertminderungen von Sachanlagen
und Vorräten sowie einen Sozialplan ergaben. Diese Werksschließung hatte Aufwendungen in Höhe von Tsd. EUR 5.871
verursacht.
Darüber hinaus gab es weitere für den Konzern unwesentliche Restrukturierungsmaßnahmen.
Weitere wesentliche Ereignisse in 2020
Im Februar 2020 wurden durch einen Brand in Hirschwang ein großes Lagergebäude und darin befindliche Vorräte irrepa-
rabel zerstört. Die Neupack Ges. m. b. H. in der Packagingdivision vereinnahmte in diesem Zusammenhang eine Versiche-
rungsentschädigung in Höhe von Tsd. EUR 8.750.
Aus der Auflösungsvereinbarung mit dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden wurden insgesamt Tsd. EUR 7.206 in den
Verwaltungskosten zu gleichen Teilen in den Divisionen aufwandswirksam erfasst.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
53
Konzernabschluss
6
ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS
6.1 Sachanlagen inklusive Leasingverhältnissen
Sachanlagen
Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderun-
gen bewertet. Abnutzbare Sachanlagen werden linear über die folgenden geschätzten Nutzungsdauern abgeschrieben:
Gebäude
10 – 50 Jahre
3 – 20 Jahre
3 – 20 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
Im Konzern werden wesentliche Erneuerungsinvestitionen in Sachanlagen sowie Investitionen in Mietobjekte aktiviert.
Kosten für Maßnahmen, die zu einer Nutzungsverlängerung oder einer Steigerung der künftigen Nutzungsmöglichkeit der
Vermögenswerte führen, werden grundsätzlich aktiviert. Die laufenden Instandhaltungs- und Reparaturkosten werden so-
fort aufwandswirksam erfasst.
Die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen umfassen die jeweiligen Einzelkosten sowie die zurechenbaren Material-
und Fertigungsgemeinkosten einschließlich der Abschreibungen.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
54
Konzernabschluss
Entwicklung der Sachanlagen 2021
Grundstücke,
grundstücks-
gleiche Rechte
und Bauten
Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts-
Technische
Anlagen und
Maschinen
Anlagen
in Bau
(in Tausend EUR)
ausstattung
Sachanlagen
ANSCHAFFUNGS- BZW. HERSTELLUNGSKOSTEN:
Stand am 1. Jan. 2021
Währungsumrechnungen
Änderungen des Konsolidierungskreises
Zugänge
666.801
1.101
1.818.669
(7.101)
186.049
(786)
74.552
328
2.746.071
(6.458)
104.685
15.264
(20.609)
659
114.272
72.233
(2.520)
9.074
2.488
218.925
247.796
(82.571)
(54.911)
3.068.852
151.225
(35)
Abgänge
(46.957)
39.640
(14.970)
(16.091)
160.756
Umbuchungen
(79.119)
149.439
Stand am 31. Dez. 2021
767.901
1.990.756
KUMULIERTE ABSCHREIBUNGEN UND
WERTMINDERUNGEN:
Stand am 1. Jan. 2021
Währungsumrechnungen
Änderungen des Konsolidierungskreises
Abgänge
312.301
738
1.292.788
(4.253)
143.303
(400)
1.207
1.749.599
(3.915)
0
(21.692)
(17.988)
23.881
0
(154.107)
(46.457)
97.062
(5.795)
(12.373)
13.184
0
0
(10)
0
(181.594)
(76.828)
134.127
0
Abschreibungen des Geschäftsjahres
Wertminderungen
0
0
Umbuchungen
(9.551)
287.689
(14.667)
1.170.366
(18.350)
119.569
0
(42.568)
1.578.821
Stand am 31. Dez. 2021
1.197
BUCHWERTE:
Buchwerte am 31. Dez. 2021
Buchwerte am 31. Dez. 2020
480.212
354.500
820.390
525.881
41.187
42.746
148.242
73.345
1.490.031
996.472
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
55
Konzernabschluss
Entwicklung der Sachanlagen 2020
Grundstücke,
grundstücks-
gleiche Rechte
und Bauten
Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts-
Technische
Anlagen und
Maschinen
Anlagen
in Bau
(in Tausend EUR)
ausstattung
Sachanlagen
ANSCHAFFUNGS- BZW. HERSTELLUNGSKOSTEN:
Stand am 1. Jan. 2020
Währungsumrechnungen
Zugänge
669.816
(14.229)
9.364
1.819.449
(34.797)
61.784
190.085
(3.269)
10.640
(7.638)
(3.769)
186.049
78.676
(951)
2.758.026
(53.246)
148.764
(29.380)
(78.093)
2.746.071
66.976
(804)
Abgänge
(2.635)
4.485
(18.303)
(9.464)
Umbuchungen
(69.345)
74.552
Stand am 31. Dez. 2020
666.801
1.818.669
KUMULIERTE ABSCHREIBUNGEN UND
WERTMINDERUNGEN:
Stand am 1. Jan. 2020
Währungsumrechnungen
Abgänge
294.171
(4.099)
(1.931)
22.213
12.667
(10.720)
312.301
1.286.173
(20.914)
(17.034)
89.394
143.211
(2.156)
(6.904)
13.821
933
0
0
1.723.555
(27.169)
(25.887)
125.428
29.723
(18)
0
Abschreibungen des Geschäftsjahres
Wertminderungen
14.898
1.225
0
Umbuchungen
(59.729)
1.292.788
(5.602)
143.303
(76.051)
1.749.599
Stand am 31. Dez. 2020
1.207
BUCHWERTE:
Buchwerte am 31. Dez. 2020
Buchwerte am 31. Dez. 2019
354.500
375.645
525.881
533.276
42.746
46.874
73.345
78.676
996.472
1.034.471
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
56
Konzernabschluss
Leasingverhältnisse
Der Konzern ist Leasingnehmer von Leasingverhältnissen. Die Tabellen enthalten zusätzliche Informationen für diese Nut-
zungsrechte nach Klassen zugrunde liegender Vermögenswerte:
Grundstücke,
grundstücks-
gleiche Rechte
und Bauten
Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts-
Technische
Anlagen und
Maschinen
(in Tausend EUR)
ausstattung
Sachanlagen
48.110
(39)
Stand am 1. Jan. 2021
Währungsumrechnungen
Änderungen des Konsolidierungskreises
Zugänge
43.934
34
2.600
(138)
5.707
2.689
(54)
1.576
65
35.258
3.055
(19)
695
41.660
5.844
100
Abgänge
(43)
(116)
Abschreibungen des Geschäftsjahres
Umbuchungen
(7.169)
33
(2.236)
(33)
(943)
167
(10.348)
167
Stand am 31. Dez. 2021
75.126
8.535
1.617
85.278
Grundstücke,
grundstücks-
gleiche Rechte
und Bauten
Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts-
Technische
Anlagen und
Maschinen
(in Tausend EUR)
ausstattung
Sachanlagen
56.575
(397)
Stand am 1. Jan. 2020
Währungsumrechnungen
Zugänge
51.469
(283)
3.363
(88)
1.743
(26)
990
736
802
2.528
Abgänge
(575)
(142)
(1.269)
0
(99)
(816)
Abschreibungen des Geschäftsjahres
Umbuchungen
(6.667)
(1.000)
43.934
(844)
0
(8.780)
(1.000)
48.110
Stand am 31. Dez. 2020
2.600
1.576
In den Abgängen von Nutzungsrechten sind auch Vertragsanpassungen und Änderungen von Laufzeitannahmen enthalten.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
57
Konzernabschluss
6.2 Immaterielle Vermögenswerte inklusive Geschäfts(Firmen)werten
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten
aktiviert und planmäßig linear über die folgenden geschätzten Nutzungsdauern abgeschrieben:
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte
Kundenstämme und sonstige immaterielle Vermögenswerte
5 – 10 Jahre
5 – 21 Jahre
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte werden je nach Art des immateriellen Vermögenswertes in den Her-
stellungs-, Vertriebs- oder Verwaltungskosten erfasst.
Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte inklusive Geschäfts(Firmen)werten 2021
Immaterielle
Konzessionen,
gewerbliche
Schutzrechte und
ähnliche Rechte
Kundenstämme und
sonstige
Vermögenswerte
inklusive
Geschäfts-
(Firmen)werte
immaterielle
Geschäfts-
(in Tausend EUR)
Vermögenswerte
(Firmen)werten
ANSCHAFFUNGS- BZW. HERSTELLUNGSKOSTEN:
Stand am 1. Jan. 2021
Währungsumrechnungen
Änderungen des Konsolidierungskreises
Zugänge
67.296
(347)
243.508
139.648
(1.817)
137.793
0
450.452
(5.148)
(2.984)
(556)
437.273
574.510
4.517
4.517
(6.492)
7.314
71.732
0
Abgänge
0
0
(3.784)
17
(10.276)
7.331
Umbuchungen
Stand am 31. Dez. 2021
677.797
271.857
1.021.386
KUMULIERTE ABSCHREIBUNGEN UND
WERTMINDERUNGEN:
Stand am 1. Jan. 2021
Währungsumrechnungen
Änderungen des Konsolidierungskreises
Abgänge
57.646
(324)
(550)
(6.490)
3.399
0
9.040
37.419
(1.068)
0
104.105
(1.394)
(550)
(2)
0
0
(3.784)
11.427
0
(10.274)
14.826
0
Abschreibungen des Geschäftsjahres
Wertminderungen
0
0
Umbuchungen
(137)
53.544
0
17
(120)
Stand am 31. Dez. 2021
9.038
44.011
106.593
BUCHWERTE:
Buchwerte am 31. Dez. 2021
Buchwerte am 31. Dez. 2020
18.188
9.650
668.759
234.468
227.846
102.229
914.793
346.347
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
58
Konzernabschluss
Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte inklusive Geschäfts(Firmen)werten 2020
Immaterielle
Konzessionen,
gewerbliche
Schutzrechte und
ähnliche Rechte
Kundenstämme Vermögenswerte
und sonstige
immaterielle
inklusive
Geschäfts-
Geschäfts-
(Firmen)werte
(in Tausend EUR)
Vermögenswerte
(Firmen)werten
ANSCHAFFUNGS- BZW. HERSTELLUNGSKOSTEN:
Stand am 1. Jan. 2020
Währungsumrechnungen
Zugänge
66.825
(298)
245.898
144.282
(1.348)
0
457.005
(4.036)
2.222
(2.390)
2.222
0
Abgänge
(418)
0
0
(3.286)
0
(3.704)
(1.035)
450.452
Umbuchungen
(1.035)
67.296
Stand am 31. Dez. 2020
243.508
139.648
KUMULIERTE ABSCHREIBUNGEN UND
WERTMINDERUNGEN:
Stand am 1. Jan. 2020
Währungsumrechnungen
Abgänge
56.569
(215)
9.048
32.392
(1.198)
(3.286)
7.731
1.780
0
98.009
(1.421)
(3.699)
10.536
1.794
(8)
(413)
0
Abschreibungen des Geschäftsjahres
Wertminderungen
2.805
14
0
0
Umbuchungen
(1.114)
57.646
0
(1.114)
104.105
Stand am 31. Dez. 2020
9.040
37.419
BUCHWERTE:
Buchwerte am 31. Dez. 2020
Buchwerte am 31. Dez. 2019
9.650
234.468
236.850
102.229
111.890
346.347
358.996
10.256
Die in den Posten „Sachanlagen“ und „Immaterielle Vermögenswerte inklusive Geschäfts(Firmen)werten“ erfassten Ab-
schreibungen und Wertminderungen betragen für das Geschäftsjahr 2021 Tsd. EUR 148.953 (2020: Tsd. EUR 167.481).
Bei den Abschreibungen und Wertminderungen auf den Posten „Immaterielle Vermögenswerte inklusive Geschäfts(Fir-
men)werten“ handelt es sich im Wesentlichen um Abschreibungen von Kundenstämmen, die in den Vertriebskosten er-
fasst sind, sowie Abschreibungen von Softwarelizenzen, die in den Herstellungs-, Vertriebs- und Verwaltungskosten ge-
bucht wurden.
Es wurden keine im Eigentum des Konzerns stehenden Sachanlagen zur Absicherung von Verbindlichkeiten verpfändet.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
59
Konzernabschluss
6.3 Werthaltigkeit von langfristigen Vermögenswerten
Langfristig genutzte Vermögenswerte werden auf ihre Werthaltigkeit überprüft, sobald Ereignisse oder veränderte Um-
stände darauf hindeuten, dass der Buchwert eines Vermögenswertes oder einer Gruppe von Vermögenswerten den erziel-
baren Betrag überschreiten könnte. In diesem Fall wird der Buchwert mit dem höheren Betrag aus dem beizulegenden
Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten oder dem Barwert der geschätzten zukünftigen Cash Flows aus der Nutzung
des Vermögenswertes oder einer Gruppe von Vermögenswerten verglichen. Der sich aus dem Vergleich der Buchwerte mit
dem erzielbaren Betrag ergebende Wertminderungsaufwand wird anteilig den Vermögenswerten auf Basis der Buchwerte
jedes einzelnen Vermögenswertes zugeordnet. Die einzelnen Vermögenswerte werden hierbei nicht unter ihren beizule-
genden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten herabgesetzt. Entfällt der Grund für die Wertminderung, wird eine Zuschrei-
bung vorgenommen.
Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer
Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer werden zu Anschaffungs- oder Herstel-
lungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungen bewertet und planmäßig abgeschrieben. Der Konzern beobachtet an-
hand externer und interner Informationsquellen Ereignisse und veränderte Umstände, die auf eine Wertminderung dieser
Vermögenswerte hindeuten könnten (z.B. technisches oder physisches Veralten der Vermögenswerte oder ungeplante Still-
standszeiten sowie veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen).
Bei Eintritt von solchen Ereignissen oder Umständen wird der Nutzungswert anhand des Barwertes der geschätzten zukünf-
tigen Zahlungsströme („Free Cash Flows“) vor Steuern nach der Discounted-Cash-Flow-Methode (DCF-Methode) für das
betroffene Tochterunternehmen bestimmt. Im Bedarfsfall werden zusätzlich externe Gutachten zur Ermittlung des beizule-
genden Zeitwertes abzüglich Veräußerungskosten eingeholt. Liegt der unter Anwendung dieser Verfahren ermittelte erziel-
bare Betrag (Nutzungswert bzw. beizulegender Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten) unter dem jeweiligen Buchwert der
Gruppe von Vermögenswerten, so ist die Differenz als Wertminderung zu erfassen.
In 2021 und 2020 hat der Konzern beurteilt, ob aufgrund der Covid-19-Pandemie mit den damit verbundenen Unsicher-
heiten ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung von Vermögenswerten vorliegt. Es wurden sowohl externe als auch interne
Informationsquellen für die Analyse herangezogen. Auf Basis der derzeit verfügbaren Informationen erwartet der Konzern
keine wesentlichen negativen Effekte auf die zukünftigen Zahlungsströme seiner operativen Divisionen MM Board & Paper
und MM Packaging.
Basierend auf den aktuell vorliegenden Einschätzungen und Annahmen wurde in 2021 eine Wertminderung von
Tsd. EUR 2.395 im Zusammenhang mit zur „Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten“ aus der Stilllegung
Hirschwang erfasst (siehe Anhangangabe 5.4). Im Vorjahr waren Wertminderungen in Höhe von Tsd. EUR 31.517 zu ver-
buchen, wovon Tsd. EUR 29.723 auf Sachanlagen entfielen und im Wesentlichen in den Herstellungskosten erfasst wurden
sowie Tsd. EUR 1.794 auf immaterielle Vermögenswerte, die in den Vertriebskosten zu verbuchen waren.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
60
Konzernabschluss
Geschäfts(Firmen)werte
Geschäfts(Firmen)werte werden zu Anschaffungskosten bilanziert und grundsätzlich einmal jährlich zum 31. Dezember
oder zu jenem Zeitpunkt, zu dem Anzeichen dafür bestehen, dass eine wesentliche Wertminderung eingetreten sein
könnte, auf ihre Werthaltigkeit hin überprüft.
Zuordnung der Geschäfts(Firmen)werte
Geschäfts(Firmen)werte innerhalb des Konzerns werden auf Ebene der operativen Segmente MM Board & Paper bzw.
MM Packaging überwacht (siehe Anhangangabe 19). Die Prüfung auf Wertminderung erfolgt auf dieser Organisations-
ebene. Die Geschäfts(Firmen)werte werden den operativen Segmenten wie folgt zugeordnet:
(in Tausend EUR)
31. Dez. 2021
439.484
31. Dez. 2020
4.612
Geschäfts(Firmen)werte MM Board & Paper
Geschäfts(Firmen)werte MM Packaging
Geschäfts(Firmen)werte im Konzern
229.275
229.856
668.759
234.468
Eine dabei allfällig festgestellte Wertminderung würde in jener Höhe zu erfassen sein, in welcher der Buchwert des jewei-
ligen operativen Segmentes inklusive der diesem Segment jeweils zugeordneten Geschäfts(Firmen)werte den erzielbaren
Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag ist dabei als der höhere der beiden Beträge aus Nutzungswert und Zeitwert abzü-
glich Veräußerungskosten der jeweiligen Gruppe zahlungsmittelgenerierender Einheiten definiert. Dem Impairment-Test
wird die Berechnung eines Nutzungswertes für jedes operative Segment zugrunde gelegt.
Ermittlung des Nutzungswertes
Der Nutzungswert für das jeweilige operative Segment wird anhand des Barwertes der geschätzten zukünftigen Zahlungs-
ströme („Free Cash Flows“) vor Steuern nach der Discounted-Cash-Flow-Methode (DCF-Methode) unter Anwendung fol-
gender Grundannahmen (Parameter) bestimmt:
Diskontierungszinssatz
Der Diskontierungszinssatz entspricht den durchschnittlichen gewichteten Kosten des Eigen- und
Fremdkapitals (Weighted Average Cost of Capital – WACC) des Konzerns vor Steuern und beträgt für das
aktuelle Geschäftsjahr 9,46 % (2020: 9,95 %) für das Segment MM Board & Paper sowie 12,25 % (2020:
12,90 %) für das Segment MM Packaging. Die Eigenkapitalkosten leiten sich dabei aus einer allgemeinen
Risikoprämie ab, wobei das konzernspezifische Risiko mittels Anwendung eines Betafaktors sowie
länderspezifischer Risikofaktoren berücksichtigt wird. Der Betafaktor sowie die Fremdkapitalkosten werden
anhand von Peer-Group-Informationen vom Kapitalmarkt abgeleitet.
Detailplanungszeitraum
Free Cash Flow
Der Detailplanungszeitraum beträgt fünf Jahre (2020: fünf Jahre). Das letzte Planjahr wird grundsätzlich auch
für die Cash Flows jenseits der Planungsperiode angenommen und unter Berücksichtigung weiterer
Annahmen für die ewige Rente modifiziert.
Die Free Cash Flows im Detailplanungszeitraum basieren auf den Schätzungen der mittelfristigen
Unternehmensplanung der beiden Segmente, die vom Aufsichtsrat genehmigt wurde. Darin fließen
Annahmen zu Mengen- und Ertragsentwicklungen ein, die aus externen Prognosen, Erfahrungswerten der
Vergangenheit sowie Einschätzungen des Managements zum Marktumfeld, wie Rohstoff- und Absatzpreisen,
und internen Inputfaktoren wie Investitions- und Personalplanung abgeleitet wurden.
Wachstumsrate
In den Free Cash Flows nach dem fünfjährigen Detailplanungszeitraum wird eine kontinuierliche
Wachstumsrate von 1,5 % p. a. (2020: 1,5 % p. a.) unter Einbeziehung einer Thesaurierungsquote
berücksichtigt.
EBITDA Margin/Kostenentwicklung
Ausgehend von der Erwartungshaltung des Unternehmens wird von einer stabilen EBITDA Margin bzw.
Fixkostenentwicklung ausgegangen. Geplanten Investitionen werden Abschreibungen in angemessener Höhe
gegenübergestellt.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
61
Konzernabschluss
Liegt der unter Anwendung dieses Verfahrens sowie der zugrunde liegenden Grundannahmen ermittelte jeweilige erziel-
bare Betrag (Nutzungswert) unter dem jeweiligen Buchwert des zahlungsmittelgenerierenden operativen Segmentes in-
klusive der diesem jeweils zugeordneten Geschäfts(Firmen)werte, so ist die Differenz als Wertminderung zu erfassen.
Der Konzern hat seine jährliche Prüfung auf Wertminderung zum 31. Dezember 2021 bzw. 31. Dezember 2020 durch-
geführt. Weder im Geschäftsjahr 2021 noch im Geschäftsjahr 2020 war auf dieser Basis eine Wertminderung von
Geschäfts(Firmen)werten gegeben.
Sensitivität der getroffenen Annahmen
Hinsichtlich der die Ermittlung des Nutzungswertes beeinflussenden Parameter wurden die oben genannten Annahmen
getroffen. Aus heutiger Sicht ist nach vernünftigem Ermessen keine derartig signifikante Änderung einer oder mehrerer
der zur Bestimmung der Nutzungswerte der beiden operativen Segmente getroffenen Annahmen zu erwarten, die im fol-
genden Geschäftsjahr dazu führen könnte, dass der Buchwert des jeweiligen operativen Segmentes inklusive der diesem
Segment jeweils zugeordneten Geschäfts(Firmen)werte den jeweils erzielbaren Betrag übersteigt.
Jener Diskontierungszinssatz vor Steuern, bei dem zum 31. Dezember 2021 der Nutzungswert dem Buchwert entspräche,
beträgt 11,28 % (31. Dezember 2020: 17,91 %) für das operative Segment MM Board & Paper sowie 14,69 %
(31. Dezember 2020: 17,63 %) für das operative Segment MM Packaging.
Eine Verminderung der Free Cash Flows um 5,0 %-Punkte bzw. der Wachstumsrate um 0,5 %-Punkte würde weder zum
31. Dezember 2021 noch zum 31. Dezember 2020 zu einer Wertminderung in einem der beiden operativen Segmente
führen.
Zum 31. Dezember 2021 betrugen die Marktkapitalisierung des Konzerns Tsd. EUR 3.532.000 (31. Dezember 2020:
Tsd. EUR 3.300.000) und der Buchwert des Eigenkapitals Tsd. EUR 1.661.878 (31. Dezember 2020: Tsd. EUR 1.547.098).
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
62
Konzernabschluss
7
ANGABEN ZU FINANZINSTRUMENTEN
7.1 Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten
Finanzinstrumente umfassen finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten und werden für die Bilanzierung
in unterschiedliche Kategorien eingestuft, welche die Bewertungsmethode und damit auch die Arten der daraus entste-
henden Erträge und Aufwendungen festlegen. Im Folgenden werden die Finanzinstrumente den einzelnen Kategorien zu-
geordnet. Danach wird gezeigt, welche in der Bilanz enthaltenen Buchwerte auf die jeweiligen Kategorien entfallen. Ab-
schließend wird dargestellt, welche Erträge und Aufwendungen aus den unterschiedlichen Kategorien entstehen.
Die finanziellen Vermögenswerte des Konzerns umfassen Wertpapiere, sonstige Finanzanlagen, Ausleihungen, Forderun-
gen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und Vermögenswerte (ausgenommen jedoch bestimmte Pos-
ten, die keine Finanzinstrumente darstellen, wie Forderungen bezüglich Steuern und anderer Abgaben), Zahlungsmittel
und Zahlungsmitteläquivalente sowie derivative Finanzinstrumente mit positivem Saldo.
Finanzielle Vermögenswerte werden wie folgt klassifiziert und bewertet:
Kategorie
Beispiele im MM Konzern
Zu fortgeführten Anschaffungskosten
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
–
Derivate
In der Folge werden die Kategorien von finanziellen Vermögenswerten näher erläutert.
Zu fortgeführten Anschaffungskosten werden finanzielle Vermögenswerte bewertet, wenn beide der folgenden Bedingun-
gen erfüllt sind:
•
•
Der finanzielle Vermögenswert wird im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung darin be-
steht, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme zu halten.
Die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögenswertes führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungs-
strömen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie alle sonstigen finanziellen Forderungen werden im Konzern dieser
Kategorie zugeordnet. Auch alle Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, wie Festgelder, fallen unter diese Bewer-
tungskategorie.
Ein Schuldinstrument ist erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (als Posten, die nachträglich in die
Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden) zu bewerten, wenn beide der folgenden Bedingungen erfüllt sind:
•
•
Der finanzielle Vermögenswert wird im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung sowohl in
der Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme als auch im Verkauf finanzieller Vermögenswerte besteht.
Die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögenswertes führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungs-
strömen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.
Der Konzern hält keine Schuldinstrumente, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
63
Konzernabschluss
Ein finanzieller Vermögenswert, der nicht zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeit-
wert im sonstigen Ergebnis bewertet wird, ist erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Dies trifft z. B. auf
gehaltene Schuldinstrumente zu, die nicht die beiden Geschäftsmodellbedingungen erfüllen (z. B. Handelsportfolio) und/
oder bei denen nicht nur Zins- und Tilgungszahlungsströme vorliegen.
Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente (Beteiligungen) sind grundsätzlich erfolgswirksam zum beizulegenden Zeit-
wert zu bewerten, wenn beim erstmaligen Ansatz keine unwiderrufliche Designierung zur erfolgsneutralen Bewertung bei
fehlender Handelsabsicht erfolgt. In wenigen Fällen können auch die Anschaffungskosten eine angemessene Schätzung
des beizulegenden Zeitwertes für (nicht notierte) Eigenkapitalinstrumente sein. Dies kann der Fall sein, wenn nicht genü-
gend aktuellere Informationen zur Bemessung des beizulegenden Zeitwertes vorliegen oder wenn es eine große Bandbreite
von möglichen Bemessungen des beizulegenden Zeitwertes gibt und die Anschaffungskosten der besten Schätzung des
beizulegenden Zeitwertes innerhalb dieser Bandbreite entsprechen. Im Konzern gibt es Eigenkapitalanteile an nicht kon-
solidierten Gesellschaften. Grundsätzlich sind diese zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Die Anschaffungskosten
stellen jedoch eine angemessene Schätzung des beizulegenden Zeitwertes dar. Der Konzern hat aufgrund der untergeord-
neten Bedeutung der Gesellschaften, insbesondere im Hinblick auf deren geringes Geschäftsvolumen und deren Bedeu-
tung für die Gruppe, auf eine Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes verzichtet.
Finanzielle Vermögenswerte, die im Konzern erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, betreffen Forde-
rungen aus Finanzderivaten mit einem positiven beizulegenden Zeitwert sowie bestimmte Wertpapiere.
Ansatz und Ausbuchung
Ein marktüblicher Kauf oder Verkauf von finanziellen Vermögenswerten wird zum Handelstag angesetzt, d. h. zu dem Tag,
an dem sich der Konzern verpflichtet, den Vermögenswert zu kaufen oder zu verkaufen. Finanzielle Vermögenswerte wer-
den ausgebucht, wenn die Rechte auf Zahlungen aus den finanziellen Vermögenswerten erloschen sind oder übertragen
wurden und der Konzern im Wesentlichen alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum verbunden sind, übertragen hat.
Bewertung
Finanzielle Vermögenswerte, die in die Kategorie „Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“ fallen, werden beim
erstmaligen Ansatz mit dem beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten erfasst. Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen, die keine wesentliche Finanzierungskomponente aufweisen, werden bei erstmaligem Ansatz mit dem Be-
trag der unbedingten Gegenleistung erfasst. Im Konzern werden finanzielle Vermögenswerte nicht nach der Effektivzins-
methode bewertet, deshalb weist der Konzern kein Ergebnis nach dieser Methode im Gesamtergebnis aus.
Finanzielle Vermögenswerte, die der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ angehören, werden
bei erstmaliger Erfassung zu ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt; zugehörige Transaktionskosten werden erfolgswirk-
sam erfasst.
In den Folgeperioden werden die finanziellen Vermögenswerte entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten oder er-
folgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value) bewertet.
Wertminderung
Finanzielle Vermögenswerte sind an jedem Abschlussstichtag auf den erforderlichen Wertminderungsbedarf zu überprü-
fen. Das Wertminderungsmodell von IFRS 9 beruht auf der Prämisse, erwartete Verluste abzubilden. Im Konzern wurde
eine Systematik für die Ermittlung eines vereinfachten Expected-Credit-Loss nach IFRS 9 für Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen implementiert, die auf Basis von historischen Ausfällen mittels geeigneter Parameter belastbare Ergebnisse
liefert. Eine genauere Beschreibung dieses Modells ist in dieser Anhangangabe im Abschnitt c) unter Kredit- und Ausfallrisiko
zu finden.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
64
Konzernabschluss
Die übrigen finanziellen Vermögenswerte erachtet der Konzern im Hinblick auf einen potentiellen Wertminderungsbedarf
als unwesentlich.
Die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns umfassen die verzinslichen Finanzverbindlichkeiten, Leasingverbindlichkei-
ten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Verbindlichkeiten (ausgenommen jedoch bestimmte Pos-
ten, die keine Finanzinstrumente darstellen, wie Verbindlichkeiten bezüglich Steuern und anderer Abgaben) sowie derivative
Finanzinstrumente mit negativem Saldo.
Finanzielle Verbindlichkeiten werden wie folgt klassifiziert und bewertet:
Kategorie
Beispiele im MM Konzern
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
Zu fortgeführten Anschaffungskosten
Derivate
Finanzverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen
Ansatz zum beizulegenden Zeitwert erfasst, Transaktionskosten werden im Aufwand verbucht. Die zu fortgeführten An-
schaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeit-
wert nach Abzug von Transaktionskosten angesetzt.
In den Folgeperioden werden die finanziellen Verbindlichkeiten entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten unter An-
wendung der Effektivzinsmethode oder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value) bewertet.
Die folgende Tabelle zeigt, in welche Kategorien die in der Bilanz enthaltenen finanziellen Vermögenswerte eingestuft
werden bzw. mit welchen Methoden diese Finanzinstrumente bewertet werden:
Erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert
Zu fortgeführten
2)
Anschaffungskosten
Gesamt
(in Tausend EUR)
Buchwerte per 31. Dez. 2021
1)
Wertpapiere und sonstige Finanzanlagen
1.840
0
905
541.603
15.304
2.745
541.603
19.745
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte inkl. Derivaten
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Gesamt
3)
4.441
0
359.546
917.358
359.546
923.639
6.281
Buchwerte per 31. Dez. 2020
1)
Wertpapiere und sonstige Finanzanlagen
1.774
0
936
415.804
8.128
2.710
415.804
10.791
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte inkl. Derivaten
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Gesamt
3)
2.663
0
146.241
146.241
575.546
4.437
571.109
1) Für die Bewertung von „sonstigen Finanzanlagen“, die als „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ qualifiziert sind, siehe Anhangangabe 7.6.
2) Die ausgewiesenen Beträge der finanziellen Vermögenswerte, welche zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, stellen einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar.
3) Siehe Anhangangabe 12.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
65
Konzernabschluss
Die folgende Tabelle zeigt, in welche Kategorien die in der Bilanz enthaltenen finanziellen Verbindlichkeiten eingestuft
werden bzw. mit welchen Methoden diese Finanzinstrumente bewertet werden:
Erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert
Zu fortgeführten
1)
Anschaffungskosten
Gesamt
(in Tausend EUR)
Buchwerte per 31. Dez. 2021
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten
Leasingverbindlichkeiten
0
0
1.338.312
84.765
1.338.312
84.765
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
0
437.726
23.624
437.726
29.581
2)
Sonstige Verbindlichkeiten inkl. Derivaten
5.957
5.957
Gesamt
1.884.427
1.890.384
Buchwerte per 31. Dez. 2020
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten
Leasingverbindlichkeiten
0
0
221.792
46.634
220.437
9.812
221.792
46.634
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
0
220.437
12.437
2)
Sonstige Verbindlichkeiten inkl. Derivaten
2.625
2.625
Gesamt
498.675
501.300
1)
Die ausgewiesenen Beträge der finanziellen Verbindlichkeiten, welche zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, stellen einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar. Der beizule-
gende Zeitwert der fixverzinslichen Finanzverbindlichkeiten kann der Anhangangabe 14.1 entnommen werden.
Siehe Anhangangabe 17.
2)
Die folgende Tabelle zeigt die Arten der Erträge und Aufwendungen aus finanziellen Vermögenswerten nach Kategorien
bzw. Bewertungsmethoden geordnet:
Erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert
Zu fortgeführten
Anschaffungskosten
Gesamt
(in Tausend EUR)
Erträge und Aufwendungen 2021
Im Jahresüberschuss enthalten
Zinsen/erhaltene Dividenden
Zeitwert-/Buchwertanpassungen
Im sonstigen Ergebnis erfasst
Zeitwertänderungen
2.364
2.474
3.319
(845)
0
4.838
3.925
913
0
606
1.758
0
0
0
0
Nettogewinn/-verlust
2.364
2.474
4.838
Erträge und Aufwendungen 2020
Im Jahresüberschuss enthalten
Zinsen/erhaltene Dividenden
Zeitwert-/Buchwertanpassungen
Im sonstigen Ergebnis erfasst
Zeitwertänderungen
1.351
1.341
1.712
(371)
0
2.692
2.056
636
0
344
1.007
0
0
0
0
Nettogewinn/-verlust
1.351
1.341
2.692
Sämtliche Erträge und Aufwendungen wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
66
Konzernabschluss
Die folgende Tabelle zeigt die Arten der Erträge und Aufwendungen aus finanziellen Verbindlichkeiten nach Kategorien
bzw. Bewertungsmethoden geordnet:
Erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert
Zu fortgeführten
Anschaffungskosten
Gesamt
(in Tausend EUR)
Erträge und Aufwendungen 2021
Im Jahresüberschuss enthalten
Zinsen
(3.332)
(24.068)
(24.369)
301
(27.400)
(24.369)
(3.031)
0
(3.332)
(3.332)
Zeitwert-/Buchwertanpassungen
Nettogewinn/-verlust
(24.068)
(27.400)
Erträge und Aufwendungen 2020
Im Jahresüberschuss enthalten
Zinsen
(785)
(7.698)
(7.863)
165
(8.483)
(7.863)
(620)
0
(785)
(785)
Zeitwert-/Buchwertanpassungen
Nettogewinn/-verlust
(7.698)
(8.483)
7.2 Factoring
Der Konzern bilanziert im Zusammenhang mit dem Erwerb von MM Kotkamills erstmalig Factoringtransaktionen. Dabei
werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an eine Bank gegen flüssige Mittel übertragen. Die Forderungen
wurden nicht vollständig ausgebucht, da alle mit den verkauften Forderungen verbundenen Chancen und Risiken weder
übertragen noch zurückbehalten wurden (Aufteilung der wesentlichen Chancen und Risiken zwischen MM und der Bank).
Die Beurteilung der aus den verkauften Forderungen resultierenden Risiken basiert auf teilweise zurückbehaltenem Aus-
fallrisiko und Spätzahlungsrisiko. MM führt für die verkauften Forderungen weiterhin das Forderungsmanagement (Servi-
cing) durch. Die Verfügungsmacht an den Forderungen verbleibt bei MM.
Der Konzern bilanziert die verkauften Forderungen aus Lieferungen und Leistungen weiterhin in Höhe ihres anhaltenden
Engagements und passiviert eine korrespondierende verbundene Verbindlichkeit. Die Beträge entsprechen im Wesentli-
chen dem maximalen Selbstbehalt in Höhe von Tsd. EUR 4.972 (31. Dezember 2020: Tsd EUR 0). Die Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen, die im Zusammenhang mit dem Factoringvertrag stehen, betragen vor der Übertragung zum
Bilanzstichtag Tsd. EUR 49.718 (31. Dezember 2020: Tsd. EUR 0).
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
67
Konzernabschluss
7.3 Derivate
Derivative Finanzinstrumente erfasst der Konzern als zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
oder Verbindlichkeiten. Diese Sicherungsbeziehungen als Absicherung von Zahlungsströmen oder Zeitwerten mit einzel-
nen Grundgeschäften reduzieren das Währungsrisiko im Konzern.
Dabei kommen Devisentermin-, Devisenswap- und Optionsgeschäfte zur Verminderung der kurzfristigen Auswirkungen
von Wechselkursschwankungen zur Anwendung.
Die wichtigsten Fremdwährungen, gegen deren Schwankungen sich der Konzern absichert, sind das britische Pfund, der
US-Dollar sowie der Euro aus Sicht von Gesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist. Die Änderungen der
Marktwerte dieser Derivate werden unter dem Posten „Wechselkursgewinne und -verluste – netto“ ausgewiesen (siehe
Anhangangabe 27). Die Abwicklung der Geschäfte und der Handel erfolgen in der Regel durch das Corporate Treasury.
Zum 31. Dezember 2021 bestanden im Konzern Forderungen aus Devisentermin- und Devisenswapgeschäften mit einem
Nominalbetrag von Tsd. EUR 357.917 (31. Dezember 2020: Tsd. EUR 205.290) und Verbindlichkeiten mit einem Nominal-
betrag von Tsd. EUR 359.310 (31. Dezember 2020: Tsd. EUR 205.072) mit einem negativen Marktwert von insgesamt
Tsd. EUR 1.516 (31. Dezember 2020: positiver Marktwert von Tsd. EUR 38).
Bezüglich der angeführten derivativen Finanzinstrumente wurden in der Konzernbilanz unter dem Posten „Rechnungsab-
grenzungen, sonstige Forderungen und Vermögenswerte“ ein kurzfristiger Vermögenswert in Höhe von Tsd. EUR 4.441
(31. Dezember 2020: Tsd. EUR 2.663) bzw. unter dem Posten „Rechnungsabgrenzungen und sonstige kurzfristige Ver-
bindlichkeiten“ eine kurzfristige Verbindlichkeit in Höhe von Tsd. EUR 5.957 (31. Dezember 2020: Tsd. EUR 2.625) erfasst.
Da im MM Konzern kein Hedge Accounting besteht, kommen die entsprechenden Regelungen des IFRS 9 nicht zur
Anwendung.
7.4 Finanzrisikomanagement
Der Konzern ist verschiedenen Finanzrisiken ausgesetzt, die sich aus dem operativen Geschäft sowie der Finanzierungs-
struktur ergeben. Dazu zählen insbesondere das Kredit-, Liquiditäts-, Währungs- und Zinsänderungsrisiko. Diese Risiken
werden durch ein zentrales Risikomanagement begrenzt, das im gesamten Konzern Anwendung findet. Neben der Identi-
fizierung, Analyse und Bewertung der Finanzrisiken erfolgen auch die Entscheidungen über den Einsatz von Finanzinstru-
menten zum Management dieser Risiken grundsätzlich durch die Konzernzentrale.
Kredit- und Ausfallrisiko
Das Kreditrisiko stellt das Risiko dar, das aus der Nichterfüllung von Vertragsverpflichtungen durch Geschäftspartner ent-
steht und zu Verlusten führen kann. Das im Grundgeschäft immanente Ausfallrisiko mit Geschäftspartnern wird im Konzern
durch Kreditversicherungen bzw. bankmäßige Sicherheiten wie Garantien und Akkreditive größtenteils abgesichert. Die
anzuwendenden Kriterien zur Bonitätsbeurteilung sind in den Verträgen mit Kreditversicherern sowie in internen Richtli-
nien festgelegt.
Die Kredit- und Ausfallrisiken werden kontinuierlich überwacht, für eingetretene und erkennbare Risiken wird durch den
Ansatz von entsprechenden Wertminderungen bzw. Rückstellungen vorgesorgt. Bei der Beurteilung des Gesamtrisikos
werden bestehende Versicherungsdeckungen sowie eventuelle Garantien bzw. Akkreditive berücksichtigt. Zu den Finanz-
instrumenten, die im Konzern in bestimmten Fällen eine Konzentration des Finanzrisikos verursachen können, zählen vor
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
68
Konzernabschluss
allem Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen beziehen sich auf eine breite und diversifizierte Kundenstruktur mit unterschiedlicher
Bonität. Die Kontrolle des Finanzrisikos im Zusammenhang mit Kunden erfolgt durch eine laufende Bonitätsprüfung der
Kunden. Darüber hinaus schließt der Konzern Ausfallversicherungen ab, um Schäden aus einer möglichen Uneinbringlich-
keit bestimmter Forderungen und bereits produzierter Ware abzudecken.
Zudem werden Wertminderungen auf Basis des zu erwartenden Verlustes für das gesamte Forderungsvolumen gebildet.
Sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen einen Ausfall versichert und wird eine Wertberichtigung notwendig,
so ist nur jener Betrag anzusetzen, der nicht von der Versicherung gedeckt wird. Im Konzern werden entweder Einzelwert-
berichtigungen oder pauschalierte Einzelwertberichtigungen gebildet bzw. wird auf Konzernebene das Wertminderungsmo-
dell gemäß IFRS 9 angewendet. Das Wertminderungsmodell beruht auf der Prämisse, erwartete Verluste abzubilden. Im
Konzern wurde eine Systematik für die Ermittlung eines vereinfachten Expected-Credit-Loss nach IFRS 9 für Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen implementiert, die auf Basis von historischen Ausfällen mittels geeigneter Parameter be-
lastbare Ergebnisse liefert. Zur Ermittlung gibt es das vereinfachte Modell in Form einer Wertberichtigungsmatrix, welches
die wahrscheinlichkeitsgewichteten gesamten Kreditausfälle berücksichtigt („Lifetime-Expected-Loss-Modell“). Die ge-
schätzten erwarteten Kreditausfälle werden auf Grundlage von Erfahrungen mit tatsächlichen Kreditausfällen der letzten
vier Jahre separat für die Regionen Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien und MENA berechnet. Um zukunftsorientierte
Informationen in der Ermittlung zu berücksichtigen, werden CDS Spreads für die Berechnung verwendet, da diese das zu-
künftige Ausfallrisiko widerspiegeln. Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte erachtet der Konzern im Hinblick auf einen
potentiellen Wertminderungsbedarf als unwesentlich.
Aufgrund der breiten und diversifizierten Kundenstruktur sowie der bestehenden Kreditversicherungen liegt keine Konzentra-
tion von Ausfallrisiken vor. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen hauptsächlich mit Kunden, die einer Kre-
ditversicherung unterliegen, und Kunden, die eine sehr gute Bonität aufweisen, entsprechend war der Forderungsausfall in
der Vergangenheit unwesentlich.
Der Konzern tätigt außerdem Devisentermin-, Devisenswap- und Optionsgeschäfte. Alle diesbezüglichen Vertragspartner
sind namhafte internationale Finanzinstitute, mit denen der Konzern in laufenden Geschäftsbeziehungen steht. Dement-
sprechend betrachtet der Konzern das Risiko der Nichterfüllung durch einen Vertragspartner und damit das Risiko dies-
bezüglicher Verluste als gering.
Geldmarktveranlagungen werden mit Geschäftsbanken, die über ein Rating im Investment-Grade-Bereich verfügen,
abgeschlossen.
Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte entsprechen dem maximalen Ausfallrisiko.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
69
Konzernabschluss
Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko bezeichnet das Risiko, jederzeit die erforderlichen Zahlungsmittel zur fristgerechten Begleichung von
Verbindlichkeiten aufbringen zu können. Die Finanzierungspolitik des Konzerns ist auf eine langfristige Finanzplanung ausge-
richtet und wird zentral gesteuert und laufend überwacht. Basierend auf einer fristgerechten Liquiditätsplanung ist die ausrei-
chende Liquidität aller Gesellschaften des Konzerns durch die Verfügbarkeit entsprechender Zahlungsmittel und Zahlungs-
mitteläquivalente sowie nicht ausgenutzter und sofort verfügbarer Kreditlinien gewährleistet. Die Gesellschaften des
MM Konzerns werden überwiegend konzernintern finanziert. Dazu stehen insbesondere Intercompany-Kreditverträge und ein
mit Finanzierungslimits versehenes Cash-Pooling-System zur Verfügung. Das Liquiditätsrisiko wird somit als gering eingestuft.
Die folgende Tabelle zeigt die undiskontierten zukünftigen Abflüsse aus verzinslichen Finanzverbindlichkeiten, Leasingver-
bindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsverpflichtungen und Zahlungsansprüchen aus
derivativen Finanzinstrumenten sowie Zinsen für verzinsliche Finanzverbindlichkeiten und Leasingverbindlichkeiten nach
Fälligkeitsklassen, basierend auf der verbleibenden Restlaufzeit am Bilanzstichtag bzw. bezogen auf die vertraglich verein-
barte Endfälligkeit.
Bis zu 3 Monate bis
(in Tausend EUR)
3 Monate
zu 1 Jahr
1 − 2 Jahre
2 − 5 Jahre
Über 5 Jahre
Stand am 31. Dez. 2021
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten
Zinsen für verzinsliche Finanzverbindlichkeiten
Leasingverbindlichkeiten
22.607
14.577
3.466
40.609
6.285
7.321
1.722
14.233
0
96
20.734
9.444
2.119
0
324.500
58.224
14.468
5.532
0
950.500
98.838
50.066
45.914
0
Zinsen für Leasingverbindlichkeiten
593
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Zahlungsverpflichtungen aus derivativen Finanzinstrumenten
Zahlungsansprüche aus derivativen Finanzinstrumenten
423.493
359.310
(357.917)
0
0
0
0
0
0
0
Stand am 31. Dez. 2020
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten
2.484
217
43.359
3.305
5.099
1.011
7.951
8.761
(8.719)
23.685
3.345
5.562
1.209
16
102.264
7.301
11.254
2.907
0
50.000
1.350
22.746
12.745
0
Zinsen für verzinsliche Finanzverbindlichkeiten
Leasingverbindlichkeiten
1.973
Zinsen für Leasingverbindlichkeiten
362
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Zahlungsverpflichtungen aus derivativen Finanzinstrumenten
Zahlungsansprüche aus derivativen Finanzinstrumenten
212.470
196.311
(196.571)
0
0
0
0
0
0
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
70
Konzernabschluss
Währungsrisiko
Als Währungsrisiko bezeichnet man jenes Risiko, das sich aus Wertschwankungen von Finanzinstrumenten durch Wech-
selkursschwankungen ergeben kann. Dieses Risiko besteht dort, wo Geschäftsfälle in einer anderen Währung als der
funktionalen (lokalen) Währung der Gesellschaft abgewickelt werden. Dies ist insbesondere für Geschäftsbeziehungen mit
Kunden und Lieferanten in britischen Pfund, US-Dollar und Euro aus Sicht von Gesellschaften, deren funktionale Währung
nicht der Euro ist, der Fall. Die diesbezüglichen Kursrisiken werden, soweit möglich, durch Währungskongruenz in der
Geschäftsabwicklung bzw. durch Preisanpassungsmechanismen innerhalb längerfristiger Vereinbarungen sowie durch
Devisentermin-, Devisenswap- bzw. Optionsgeschäfte reduziert.
Hätte sich der Kurs der unten angeführten Währungen, bezogen auf kurzfristige und langfristige finanzielle Vermögens-
werte und finanzielle Verbindlichkeiten, zum Stichtag 31. Dezember 2021 (31. Dezember 2020) um den unten angeführ-
ten Prozentsatz („Volatilität“) verändert, wären der Jahresüberschuss und damit das Eigenkapital, sofern alle anderen Va-
riablen konstant geblieben wären, um die folgenden Beträge höher bzw. niedriger ausgefallen.
Auswirkung auf Jahresüberschuss
Volatilität
und Eigenkapital in Tausend EUR
Währung
2020
2021
-/+ 1.565
+ /- 194
- /+ 121
1)
EUR
+/- 5 %
+/- 5 %
+/- 5 %
-/+ 425
+/- 143
-/+ 63
GBP
USD
1) Aus Sicht von Gesellschaften, deren funktionale Währung nicht der EUR ist.
Zinsänderungsrisiko
Unter Zinsänderungsrisiko versteht man das Risiko, dass durch Änderungen des Marktzinssatzes Wertschwankungen von
Bilanzposten oder Schwankungen von Zahlungsströmen entstehen. Für festverzinsliche Bilanzposten besteht im Wesent-
lichen das Risiko von Wertschwankungen (Kursrisiko). Für den Fall, dass der Marktzinssatz sich ändert, ändert sich auch
der (Bar-)Wert von Finanzinstrumenten mit fest vereinbarten Zinszahlungen. Durch diese Wertschwankungen kann ein
Gewinn oder Verlust entstehen, der insbesondere dann realisiert wird, wenn das Finanzinstrument vor Fälligkeit veräußert
wird. Für variabel verzinste Bilanzposten besteht im Wesentlichen das Risiko schwankender Zahlungsströme. Für den Fall,
dass der Marktzinssatz sich ändert, ändert sich auch die Höhe der zu leistenden oder zu empfangenden Zinsen von Finanz-
instrumenten mit variabel vereinbarten Zinszahlungen. Solche Veränderungen würden die laufenden Zinszahlungen und
somit auch den Zinsertrag und Zinsaufwand ändern. Zum 31. Dezember 2021 finanziert sich der Konzern sowohl variabel
als auch fix und hält nahezu ausschließlich variabel verzinsliche finanzielle Vermögenswerte.
Wären die Zinssätze am 31. Dezember 2021 (31. Dezember 2020) um zehn Basispunkte (d. s. 0,1 %) höher bzw. niedriger
gewesen, wären der Jahresüberschuss und das Eigenkapital, sofern alle anderen Variablen konstant geblieben wären, für
das Gesamtjahr um die folgenden Beträge höher oder niedriger ausgefallen:
Veränderung
Auswirkung auf Jahresüberschuss
und Eigenkapital in Tausend EUR
des Zinssatzes
2020
2021
+/- 53
Aus variabel verzinslichen Vermögenswerten
Aus variabel verzinslichen Verbindlichkeiten
+/- 0,1 %
+/- 0,1 %
+/- 39
-/+ 273
-/+ 103
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
71
Konzernabschluss
7.5 Kapitalmanagement
Das eingesetzte Kapital umfasst das Eigenkapital des Konzerns sowie die verzinslichen Finanzverbindlichkeiten abzüglich
der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.
Das Kapitalmanagement zielt daher insbesondere auf die Sicherstellung einer für die langfristige wirtschaftliche Entwicklung
des Konzerns angemessenen Eigenkapitalquote unter Berücksichtigung einer kontinuierlichen Dividendenpolitik sowie die
dafür erforderliche Absicherung der Liquiditätsreserven ab.
Das Eigenkapital und die Bilanzsumme betrugen zum 31. Dezember 2021 und 31. Dezember 2020:
(in Tausend EUR)
Eigenkapital
31. Dez. 2021
1.661.878
4.014.218
41,4 %
31. Dez. 2020
1.547.098
2.399.570
64,5 %
Bilanzsumme
Eigenkapitalquote
Die Zielsetzung des Kapitalmanagements für die Eigenkapitalquote liegt in einer Bandbreite von 35 % bis 50 %. Die Ge-
sellschaft erfüllt die gesetzlichen und satzungsmäßigen Mindestkapital-Anforderungen. Die Mayr-Melnhof Karton AG un-
terliegt den Mindestkapital-Anforderungen des österreichischen Aktiengesetzes. Satzungsmäßige Kapitalerfordernisse
bestehen nicht.
Die Nettoverschuldung ermittelt sich zum 31. Dezember 2021 und 31. Dezember 2020 wie folgt:
(in Tausend EUR)
31. Dez. 2021
359.546
31. Dez. 2020
146.241
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Finanzverbindlichkeiten
(1.423.077)
(1.063.531)
(268.426)
Nettoverschuldung
(122.185)
Für die verzinslichen Finanzverbindlichkeiten wurden teilweise mit den Kreditgebern Financial Covenants vereinbart. Die
Financial Covenants orientieren sich hauptsächlich an der Eigenkapitalquote und an der Quote aus Nettoverschuldung zu
EBITDA. Die Mayr-Melnhof Karton AG hat sämtliche dieser Klauseln im Geschäftsjahr eingehalten.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
72
Konzernabschluss
7.6 Bewertung zum beizulegenden Zeitwert
Eine Aufstellung der finanziellen Vermögenswerte sowie finanziellen Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert
angesetzt sind, lautet wie folgt:
(in Tausend EUR)
31. Dez. 2021
31. Dez. 2020
Finanzielle Vermögenswerte:
Derivative Finanzinstrumente (Stufe 2)
Wertpapiere (Stufe 1)
4.441
350
2.663
371
Finanzielle Verbindlichkeiten:
Derivative Finanzinstrumente (Stufe 2)
5.957
2.625
Bewertungsmethoden
In Abhängigkeit davon, ob ausreichend Informationen über Marktpreise vorhanden sind oder nicht, verwendet der Konzern
folgende Hierarchie zur Bestimmung der Bewertungsmethode und zum Ausweis beizulegender Zeitwerte von Finanzinstru-
menten:
Verfügbarkeit der Information, nach Stufen geordnet
Angewandte Bewertungsmethode
Stufe 1 – Notierte Marktpreise sind verfügbar
Bewertung auf Basis notierter Marktpreise für identische
Finanzinstrumente
Stufe 2 – Notierte Marktpreise für identische Instrumente sind nicht
verfügbar, aber alle benötigten Bewertungsparameter können
von aktiven Märkten abgeleitet werden
Bewertung auf Basis von Bewertungsverfahren unter Verwendung von
direkt oder indirekt beobachtbaren Marktdaten
Die beizulegenden Zeitwerte für Wertpapiere (Stufe 1-Bewertung) werden auf Grundlage notierter Preise auf aktiven Märk-
ten ermittelt.
Die beizulegenden Zeitwerte für derivative Finanzinstrumente (Stufe 2-Bewertung) werden im Wesentlichen anhand der Kas-
sakurse am Bilanzstichtag unter Berücksichtigung von laufzeitadäquaten Terminauf- bzw. -abschlägen ermittelt.
Grundsätzlich gibt es auch Finanzinstrumente, bei denen die Ermittlung von beizulegenden Zeitwerten auf Basis von Para-
metern, für die keine beobachtbaren Marktdaten zur Verfügung stehen (Stufe 3- Bewertung), erfolgt. Im Konzern gibt es
derzeit keine derartigen Finanzinstrumente, bei denen diese Bewertungsmethode anzuwenden wäre.
In den als „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ klassifizierten sonstigen Finanzanlagen sind am 31. Dezember 2021
Eigenkapitalanteile an nicht konsolidierten Gesellschaften in Höhe von Tsd. EUR 1.490 (31. Dezember 2020: Tsd. EUR 1.403)
enthalten. Grundsätzlich sind diese zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Die Anschaffungskosten stellen jedoch eine
angemessene Schätzung des beizulegenden Zeitwertes dar. Der Konzern hat aufgrund der untergeordneten Bedeutung
der Gesellschaften, insbesondere im Hinblick auf deren geringes Geschäftsvolumen und deren Bedeutung für die Gruppe,
auf eine Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes verzichtet.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
73
Konzernabschluss
8
NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTE FINANZANLAGEN,WERTPAPIERE UND
SONSTIGE FINANZANLAGEN
Anteile an assoziierten Unternehmen
Anteile an assoziierten Unternehmen, in denen der Konzern einen maßgeblichen, aber nicht beherrschenden Einfluss auf
die Geschäfts- und Finanzpolitik ausüben kann, werden nach der Equity-Methode bilanziert und anfänglich mit ihren An-
schaffungskosten angesetzt. Dies ist grundsätzlich bei einem Stimmrechtsanteil zwischen 20 % und 50 % der Fall. Der Kon-
zern hält zudem Anteile an assoziierten Unternehmen, die nicht nach der Equity-Methode bilanziert werden. Grundsätzlich
sind diese zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Ihre Anschaffungskosten stellen jedoch eine angemessene Schätzung
des beizulegenden Zeitwertes dar bzw. ist der Betrag für den Konzern von untergeordneter Bedeutung.
Anteile an Gemeinschaftsunternehmen
Anteile an Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert und anfänglich mit ihren Anschaffungs-
kosten angesetzt. Ein Gemeinschaftsunternehmen ist eine Vereinbarung, über die der Konzern die gemeinschaftliche Führung
ausübt, wobei er Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung besitzt, anstatt Rechte an deren Vermögenswerten und Ver-
pflichtungen für deren Schulden zu haben.
Wertpapiere
Der Konzern bewertet seine Wertpapiere überwiegend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert. Agios bzw. Disagios
auf Schuldtitel werden über die Laufzeit des Wertpapiers verteilt und erfolgswirksam im Posten „Finanzerträge“ bzw.
„Finanzaufwendungen“ erfasst.
Wertpapiere sind als langfristig einzustufen, wenn ein Verkauf innerhalb der nächsten zwölf Monate ab dem Bilanzstichtag
nicht beabsichtigt ist bzw. nicht erfolgen wird. Andernfalls sind die Wertpapiere als kurzfristig zu klassifizieren. Aktuell hält
der Konzern keine kurzfristigen Wertpapiere.
Sonstige Finanzanlagen
Sonstige Finanzanlagen umfassen sonstige Beteiligungen, Ausleihungen und sonstige Finanzinvestitionen. Sonstige Betei-
ligungen sind der Kategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ zugeordnet, ihre Anschaffungskosten stellen
jedoch eine angemessene Schätzung des beizulegenden Zeitwertes dar bzw. ist der Betrag für den Konzern von unterge-
ordneter Bedeutung.
Die Buchwerte der Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, der langfristigen Wertpapiere und
der sonstigen Finanzanlagen setzen sich wie folgt zusammen:
(in Tausend EUR)
31. Dez. 2021
2.497
31. Dez. 2020
2.057
Anteile an assoziierten Unternehmen
Anteile an Gemeinschaftsunternehmen
3.173
2.637
Sonstige Beteiligungen
1.490
1.403
Nicht an die Begünstigten verpfändete Rückdeckungsversicherungen
Langfristige Wertpapiere
784
813
471
494
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen, Wertpapiere und sonstige Finanzanlagen
8.415
7.404
Zum 31. Dezember 2021 waren in den langfristigen Wertpapieren des Konzerns Investmentfonds sowie festverzinsliche
Wertpapiere mit einem Buchwert in Höhe von Tsd. EUR 471 (31. Dezember 2020: Tsd. EUR 494) enthalten.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
74
Konzernabschluss
Der Konzern hält 45 % der Anteile an der Société Tunisienne des Emballages Modernes (STEM), Tunis, Tunesien (siehe
Anhangangabe 33). Die Anteile an diesem Unternehmen stellen ein für sich genommen unwesentliches assoziiertes Un-
ternehmen dar, das nach der Equity-Methode bilanziert wird.
Der Konzern hält 40 % der Anteile an Zhejiang TF Special Papers Co., Ltd., Quzhou City, China (siehe Anhangangabe 33).
Die Entscheidungen über maßgebliche Tätigkeiten müssen einstimmig erfolgen. Die Anteile an diesem Unternehmen stel-
len demnach ein Gemeinschaftsunternehmen dar, das für sich genommen unwesentlich ist und nach der Equity-Methode
bilanziert wird.
Folgende Tabelle fasst die Finanzinformationen zusammen:
Anteile an
Anteile an
assoziierten Unternehmen
Gemeinschaftsunternehmen
(in Tausend EUR)
2020
2020
2021
491
23
2021
229
1)
Anteil am Jahresergebnis
74
(121)
(47)
210
(94)
116
2)
Anteil am sonstigen Ergebnis
307
Anteil am Gesamtergebnis
514
536
Summe der Buchwerte der Konzernanteile
2.440
1.925
3.173
2.637
1) ausgewiesen im „Sonstigen Finanzergebnis – netto“
2) Anteil an Währungsumrechnungsdifferenzen in der Konzerngesamtergebnisrechnung
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
75
Konzernabschluss
9
STEUERN VOM EINKOMMEN UND ERTRAG
Steuern werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie beziehen sich auf Posten, die unmittelbar im
Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis der Gesamtergebnisrechnung erfasst wurden. In diesem Fall werden die Steuern
ebenfalls im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesen.
Der Steueraufwand der Periode setzt sich aus laufenden und latenten Steuern zusammen und wird unter Anwendung der
Steuervorschriften jener Länder, in denen die Tochterunternehmen des Konzerns jeweils tätig sind und wo sie daher ihr
zu versteuerndes Einkommen erwirtschaften, berechnet.
Latente Steueransprüche und -verbindlichkeiten werden für sämtliche temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen
in der Steuerbilanz und der Konzernbilanz gebildet. Latente Steuern werden unter Anwendung jener Steuersätze bewertet,
die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der
Realisierung des latenten Steueranspruches bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird. La-
tente Steueransprüche werden nur in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ausreichend zu versteu-
ernder Gewinn für deren Nutzung verfügbar sein wird. Nicht bilanzierte latente Steueransprüche werden an jedem Ab-
schlussstichtag neu beurteilt. Wurden in der laufenden Periode oder der Vorperiode Verluste erlitten, werden nur bei
substantiellen Hinweisen auf ein zukünftig zu versteuerndes Ergebnis, wie z. B. grundlegenden strukturellen Änderungen
bei Tochterunternehmen, latente Steueransprüche angesetzt.
Latente Steuerverbindlichkeiten, die durch temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunter-
nehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen entstehen, werden angesetzt, es sei denn, dass der
Zeitpunkt der Umkehrung dieser temporären Differenzen vom Konzern bestimmt werden kann und es wahrscheinlich ist,
dass sich diese temporären Differenzen in absehbarer Zeit aufgrund dieses Einflusses nicht umkehren werden. Das ist im
Konzern z. B. bei Dividenden, welche einer Quellenbesteuerung unterliegen bzw. nicht unter das internationale Schachtel-
privileg fallen, der Fall.
Latente Steueransprüche und -verbindlichkeiten werden saldiert, wenn ein verbindlicher Rechtsanspruch auf Aufrechnung
besteht und wenn die latenten Steueransprüche und -verbindlichkeiten sich auf Ertragsteuern beziehen, die von der glei-
chen Steuerbehörde für entweder dasselbe Steuersubjekt oder unterschiedliche Steuersubjekte, die den Ausgleich auf
Nettobasis herbeiführen können, erhoben werden. Dies ist insbesondere für Tochtergesellschaften der Fall, die der öster-
reichischen Steuergruppe angehören, bzw. für Unternehmen der MM Gruppe, welche einer steuerlichen Organschaft
angehören.
Der Effekt von Steuersatzänderungen auf aktive und passive latente Steuerposten spiegelt sich im Ertragsteueraufwand bzw.
in der Konzerngesamtergebnisrechnung der Periode der Gesetzesänderung wider.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
76
Konzernabschluss
9.1 Bilanziell erfasste latente Steuern
Die latenten Steueransprüche und -verbindlichkeiten aufgrund von temporären Differenzen und steuerlichen Verlustvor-
trägen setzen sich an den Bilanzstichtagen wie folgt zusammen:
(in Tausend EUR)
31. Dez. 2021
1.411
31. Dez. 2020
1.772
Immaterielle Vermögenswerte
Sachanlagen
9.415
10.862
7.591
Vorräte
11.582
24.908
9.445
Pensionspläne und sonstige Rückstellungen
Ausleihungen, Beteiligungen und Wertpapiere
Verlustvorträge
28.870
2.372
10.187
10.057
19.134
7.997
11.614
0
Zinsvorträge
Finanzverbindlichkeiten
12.079
2.791
Verbindlichkeiten Lieferungen und Leistungen, sonstige Verbindlichkeiten
Sonstige
4.173
1.431
Latente Steueransprüche – brutto
Nicht angesetzte latente Steueransprüche
Latente Steueransprüche – netto
Saldierung
108.309
(5.054)
103.255
(56.492)
46.763
(58.925)
(55.086)
(811)
79.382
(8.907)
70.475
(22.775)
47.700
(25.913)
(22.831)
(1.108)
(4.919)
(1.179)
(5.509)
(61.459)
22.775
(38.684)
Latente Steueransprüche laut Bilanz
Immaterielle Vermögenswerte
Sachanlagen
Vorräte
Pensionspläne und sonstige Rückstellungen
Verbindlichkeiten Lieferungen und Leistungen, sonstige Verbindlichkeiten
Sonstige
(5.612)
(3.380)
(3.164)
(126.978)
56.492
(70.486)
Latente Steuerverbindlichkeiten – netto
Saldierung
Latente Steuerverbindlichkeiten laut Bilanz
Die Zinsvorträge resultieren aus bislang nicht genutzten Zinsaufwendungen aufgrund der Zinsschrankenregelung in Finn-
land. Die nicht angesetzten latenten Steueransprüche in Höhe von Tsd. EUR 5.054 (31. Dezember 2020: Tsd. EUR 8.907)
beinhalten Tsd. EUR 4.661 (31. Dezember 2020: Tsd. EUR 7.904) aus nicht angesetzten Verlustvorträgen.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
77
Konzernabschluss
Die folgende Tabelle zeigt die voraussichtliche Realisation der latenten Steueransprüche und -verbindlichkeiten:
(in Tausend EUR)
31. Dez. 2021
29.889
31. Dez. 2020
15.194
Latente Steueransprüche, die innerhalb von 12 Monaten realisiert werden
Latente Steueransprüche, die nach mehr als 12 Monaten realisiert werden
Latente Steueransprüche
73.366
55.281
103.255
70.475
Latente Steuerverbindlichkeiten, die innerhalb von 12 Monaten realisiert werden
Latente Steuerverbindlichkeiten, die nach mehr als 12 Monaten realisiert werden
Latente Steuerverbindlichkeiten
(8.828)
(118.150)
(126.978)
(3.433)
(58.026)
(61.459)
Latente Steuerverbindlichkeiten, die aus Unterschieden zwischen steuerlichem Beteiligungsansatz und anteiligem Eigen-
kapital (Outside-Basis-Differences) resultieren, wurden für bestimmte Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen
und assoziierte Unternehmen nicht angesetzt, da es wahrscheinlich ist, dass sich die temporäre Differenz in absehbarer
Zeit nicht auflösen wird. Der Betrag der diesbezüglichen thesaurierten Gewinnanteile beläuft sich am 31. Dezember 2021
auf Tsd. EUR 1.325.648 (31. Dezember 2020: Tsd. EUR 1.226.492). Für jene thesaurierten Gewinnanteile, die zur Aus-
schüttung vorgesehen sind, wurde die Bewertung der latenten Steuerverbindlichkeiten entsprechend der bei Durchführung
der Ausschüttung anfallenden Kapitalertrag- bzw. Quellensteuer angepasst.
Der Konzern ist diversen Risiken ausgesetzt, die sich sowohl aus dem operativen Geschäft sowie von nationalen und
internationalen Bestimmungen ableiten lassen. Nach detaillierten Analysen potentieller Risiken ist der Konzern der Ansicht,
aufgrund der fehlenden Vorhersehbarkeit hinsichtlich der Würdigung durch steuerliche Behörden im In- und Ausland diese
Unsicherheiten zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung ausreichend berücksichtigt zu haben.
9.2 Steuerliche Verlustvorträge
Eine Übersicht über die zum jeweiligen Bilanzstichtag im Konzern bestehenden steuerlichen Verlustvorträge stellt sich wie
folgt dar:
(in Tausend EUR)
31. Dez. 2021
13.964
31. Dez. 2020
21.074
Beschränkt vortragsfähige Verlustvorträge
Unbeschränkt vortragsfähige Verlustvorträge
Verlustvorträge
24.889
28.463
38.853
49.537
(in Tausend EUR)
31. Dez. 2021
22.324
31. Dez. 2020
14.997
Angesetzte Verlustvorträge
Nicht angesetzte Verlustvorträge
Verlustvorträge
16.529
34.540
38.853
49.537
Die beschränkt vortragsfähigen Verlustvorträge verfallen, sofern zwischenzeitlich keine Nutzung erfolgen sollte, ab 2022
bis 2026.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
78
Konzernabschluss
Die Überprüfung der Ansatzfähigkeit der Verlustvorträge führte zu dem Ergebnis, dass für Tsd. EUR 22.324
(31. Dezember 2020: Tsd. EUR 14.997) aktive latente Steuern in Höhe von Tsd. EUR 5.524 (31. Dezember 2020:
Tsd. EUR 3.710) angesetzt wurden. Für die verbleibenden Tsd. EUR 16.529 (31. Dezember 2020: Tsd. EUR 34.540) wurden
die darauf entfallenden aktiven latenten Steuern in Höhe von Tsd. EUR 4.661 (31. Dezember 2020: Tsd. EUR 7.904) in der
Bilanz nicht angesetzt. Die Verfallsdaten dieser nicht angesetzten Verlustvorträge stellen sich dabei wie folgt dar:
(in Tausend EUR)
1 Jahr
2021
2.126
1.544
2.422
1.003
1.597
3.376
4.461
16.529
2020
2.571
2.516
5.607
2.494
6.228
1.170
13.954
34.540
2 Jahre
3 Jahre
4 Jahre
5 Jahre
Nach 5 Jahren
Unbeschränkt vortragsfähig
Summe
9.3 Erfolgswirksam erfasste „Steuern vom Einkommen und Ertrag“
Der Posten „Steuern vom Einkommen und Ertrag“ setzt sich wie folgt zusammen:
(in Tausend EUR)
2021
2020
Laufende Steuern:
Aktuelle Periode
56.745
(1.939)
32
63.240
(285)
Aufgrund der Nutzung von bisher nicht angesetzten Verlustvorträgen
Vorperioden
1.222
Latente Steuern:
Aufgrund temporärer Differenzen
(128)
(57)
(3.827)
0
Aufgrund Steuergutschriften und Zinsvorträgen
Aufgrund steuerlicher Verlustvorträge der aktuellen Periode
Aufgrund des Verbrauches angesetzter Verlustvorträge
Aufgrund steuerlicher Verlustvorträge aus Vorjahren sowie Änderung der Werthaltigkeit
Aufgrund von Schätzungsänderungen von aktiven latenten Steuern
Aufgrund von Steuersatzänderungen
(1.538)
2.207
(966)
(285)
503
(243)
0
(420)
(88)
(481)
59.844
Steuern vom Einkommen und Ertrag
53.848
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
79
Konzernabschluss
9.4 Angaben zu steuerlichen Auswirkungen auf das „Sonstige Ergebnis“
Grundlage für den Betrag der Ertragsteuern, die direkt dem sonstigen Ergebnis gutgeschrieben wurde, sind die in 2021
gebuchten Gewinne aus versicherungsmathematischen Effekten sowie Währungsumrechnungen aus den Nettoinvestitionen
in Höhe von Tsd. EUR 4.457 (2020: Verluste von Tsd. EUR 5.225). Darauf entfallen im Geschäftsjahr 2021 Ertragsteuern
von Tsd. EUR -47 (2020: positiver Betrag von Tsd. EUR 2.164). Die Gewinne aus versicherungsmathematischen Effekten
und Währungsumrechnungen nach Steuern betragen Tsd. EUR 4.410 (2020: Verluste von Tsd. EUR 3.061).
9.5 Konzernsteuersatz
Eine Überleitung vom anzuwendenden Steuersatz, der sich aus der geografischen Ergebnisgewichtung zu den in den einzel-
nen Steuerjurisdiktionen jeweils geltenden Nominalsteuersätzen ergibt, auf den effektiven Steuersatz, mit dem das Ergebnis
vor Steuern tatsächlich belastet wurde, ermittelt sich wie folgt:
(in Tausend EUR)
2021
244.549
61.137
(2.536)
(12.492)
505
2020
222.074
55.519
(1.271)
130
Ergebnis vor Steuern
Theoretischer Steueraufwand 25 %
Anpassungen von ausländischen Steuersätzen
Nicht abzugsfähige Aufwendungen bzw. steuerfreie Erträge
Nicht angesetzte Verlustvorträge des Geschäftsjahres
Ansatzänderung von Verlustvorträgen aus Vorjahren
Nutzung von nicht angesetzten Verlustvorträgen
Schätzungsänderungen von aktiven latenten Steuern
Kapitalertrag- und Quellensteuer
1.459
(297)
(941)
(1.939)
(420)
(285)
0
5.272
1.496
(481)
Steuersatzänderungen
(88)
Aperiodischer Ertragsteueraufwand bzw. -ertrag (laufend und latent)
Sonstige Effekte
3.773
3.541
33
1.577
Ausgewiesener Ertragsteueraufwand
Effektiver Steuersatz
53.848
22,02 %
59.844
26,95 %
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
80
Konzernabschluss
10 VORRÄTE
Vorräte werden zum niedrigeren Wert aus den Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert
bewertet. Der Nettoveräußerungswert wird dabei aus den erwarteten Verkaufspreisen unter Berücksichtigung der noch
anfallenden Kosten zur Fertigstellung sowie der geschätzten Vertriebskosten abgeleitet. In der Division MM Board & Paper
wird zur Ermittlung der Anschaffungskosten von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie Waren im Wesentlichen das gewo-
gene Durchschnittspreisverfahren unter Berücksichtigung der Absatzmarktsituation angewandt. In der Packagingdivision
erfolgt die Ermittlung der Anschaffungskosten von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie Waren grundsätzlich nach der
tatsächlichen Verbrauchsreihenfolge (Identitätspreisverfahren). Der Wert der in der Bilanz ausgewiesenen Roh-, Hilfs- und
Betriebsstoffe basiert auf den Daten der manuellen Inventur bzw. des Bestandsführungssystems. Eine Abwertung von
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen erfolgt abhängig vom jeweiligen Einzelfall.
Die Herstellungskosten für unfertige und fertige Erzeugnisse beinhalten neben den direkten Kosten für Fertigungsmaterial
und Fertigungslöhne auch Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsbezogene Verwaltungskosten. Wertmin-
derungen für schwer verkäufliches bzw. veraltetes Vorratsvermögen werden auf Basis der Lagerdauer und unter Einbezie-
hung der Absatzsituation vorgenommen.
(in Tausend EUR)
31. Dez. 2021
300.446
31. Dez. 2020
202.889
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
Unfertige Erzeugnisse
Fertige Erzeugnisse und Waren
Gesamt
31.778
26.746
205.315
156.119
537.539
(60.276)
477.263
385.754
(36.133)
349.621
Wertminderungen
Vorräte – netto
Im Geschäftsjahr 2021 wurden Wertminderungen in Höhe von Tsd. EUR 9.445 (2020: Tsd. EUR 9.485) bzw. Wertaufho-
lungen in Höhe von Tsd. EUR 1.111 (2020: Tsd. EUR 1.655) erfolgswirksam als Teil der Herstellungskosten erfasst. Der
Buchwert der zum Nettoveräußerungswert angesetzten Vorräte betrug Tsd. EUR 28.692 (31. Dezember 2020:
Tsd. EUR 8.340).
Die in der Konzerngewinn- und -verlustrechnung unter den Herstellungskosten ausgewiesenen Aufwendungen für Material
und sonstige bezogene Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:
(in Tausend EUR)
2021
1.759.135
39.495
2020
1.288.624
29.264
Materialaufwand
Aufwendungen für bezogene Leistungen
Gesamt
1.798.630
1.317.888
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
81
Konzernabschluss
11 FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten, also dem Nennwert abzüglich Wertberichtigungen, bilanziert.
(in Tausend EUR)
31. Dez. 2021
544.182
31. Dez. 2020
417.274
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Wertberichtigungen
(2.579)
(1.470)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – netto
541.603
415.804
Die überfälligen, aber nicht wertberichtigten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gliedern sich zum
31. Dezember 2021 und 31. Dezember 2020 in die folgenden Zeitbänder:
(in Tausend EUR)
31. Dez. 2021
9.105
31. Dez. 2020
5.306
Bis zu 30 Tage überfällig
31 − 60 Tage überfällig
6.140
3.400
61 − 365 Tage überfällig
5.509
2.317
Mehr als 365 Tage überfällig
172
265
Summe der überfälligen, nicht wertberichtigten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
20.926
11.288
Zur Erläuterung der Faktoren, die bei der Feststellung der Wertberichtigungen berücksichtigt wurden, wird auf die Ausfüh-
rungen zum Kredit- und Ausfallrisiko verwiesen (siehe Anhangangabe 7).
Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:
(in Tausend EUR)
2021
1.470
16
2020
1.391
(41)
Wertberichtigungen zu Beginn des Geschäftsjahres
Währungsumrechnungen
Änderungen des Konsolidierungskreises
391
0
Verbrauch
(143)
(458)
1.303
2.579
(251)
(124)
495
Auflösung
Zuführung
Wertberichtigungen am Ende des Geschäftsjahres
1.470
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
82
Konzernabschluss
12 RECHNUNGSABGRENZUNGEN, SONSTIGE FORDERUNGEN UND VERMÖGENSWERTE
Rechnungsabgrenzungen, sonstige Forderungen und Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
(in Tausend EUR)
31. Dez. 2021
42.964
31. Dez. 2020
19.652
10.989
9.540
Umsatzsteuerforderungen
Aktive Rechnungsabgrenzungen
25.267
Geleistete Anzahlungen auf Sachanlagen und Vorräte
Sonstige Steuerforderungen
19.163
14.879
14.639
2.663
Forderungen aus Finanzderivaten
4.441
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte
Rechnungsabgrenzungen, sonstige Forderungen und Vermögenswerte
Davon finanzielle Vermögenswerte
30.093
15.110
72.593
10.791
61.802
136.807
19.745
Davon nicht-finanzielle Vermögenswerte
117.062
Die Veränderung der Position „Sonstige Forderungen und Vermögenswerte“ resultiert im Wesentlichen aus den im Zusam-
menhang mit dem Erwerb von Kotkamills angesetzten Vermögenswerten aus CO2-Emissionszertifikaten (siehe Anhang-
angabe 5.1) sowie Forderungen aus Factoringtransaktionen.
13 EIGENKAPITAL
13.1 Grundkapital/Kapitalrücklagen
Stammaktien werden als Eigenkapital klassifiziert.
Unverändert zum Vorjahr beträgt das voll eingezahlte Grundkapital der Gesellschaft Tsd. EUR 80.000 und ist in
20.000.000 Stück genehmigte und ausgegebene nennwertlose Stückaktien eingeteilt. Der auf eine Stückaktie entfallende
rechnerische Anteil am Grundkapital beträgt EUR 4,00. Jede Stammaktie ist am Kapital im gleichen Ausmaß beteiligt und
vermittelt die gleichen Rechte und Pflichten, insbesondere das Recht auf eine beschlossene Dividende und das Stimm-
recht in der Hauptversammlung. Es bestehen weder unterschiedliche Aktiengattungen noch Aktien mit besonderen
Kontrollrechten.
Die Kapitalrücklagen resultieren aus dem Agio der im Rahmen des Börsenganges 1994 erfolgten Kapitalerhöhung und aus
der Einziehung eigener Aktien abzüglich der Erhöhung des Grundkapitals aus der gebundenen Kapitalrücklage in 2008 und
2010 und entsprechen betraglich der gebundenen Kapitalrücklage der Gesellschaft.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
83
Konzernabschluss
13.2 Gewinnrücklagen/Dividende
Die Gewinnrücklagen enthalten thesaurierte Ergebnisse aus Vorjahren.
Nach dem österreichischen Aktiengesetz („AktG“) bemisst sich die an die Aktionäre ausschüttbare Dividende nach dem
Bilanzgewinn, der gemäß österreichischem Unternehmensgesetzbuch („UGB“) im Jahresabschluss der Mayr-Melnhof
Karton AG ausgewiesen wird. Zum 31. Dezember 2021 beträgt der ausschüttungsfähige Bilanzgewinn Tsd. EUR 130.000
(31. Dezember 2020: Tsd. EUR 130.000).
Auszug aus dem Jahresabschluss der Mayr-Melnhof Karton AG
(in Tausend EUR)
2021
130.000
101.181
(37.181)
(64.000)
130.000
2020
75.000
132.106
(13.106)
(64.000)
130.000
Bilanzgewinn zu Beginn des Geschäftsjahres
Jahresüberschuss des laufenden Geschäftsjahres
Rücklagenveränderung
Dividende
Bilanzgewinn am Ende des Geschäftsjahres
Für das Geschäftsjahr 2021 hat der Vorstand dem Aufsichtsrat und in Folge der Hauptversammlung die Auszahlung einer
Dividende von EUR 3,50 nach EUR 3,20 für 2020 pro stimmberechtigter Aktie vorgeschlagen. Daraus resultiert zum Bi-
lanzstichtag 2021 eine Dividende von Tsd. EUR 70.000. Die Dividende 2020 in Höhe von Tsd. EUR 64.000 wurde termin-
gerecht am 12. Mai 2021 ausbezahlt (siehe Entwicklung des Konzerneigenkapitals).
13.3 Nicht beherrschende (Minderheits-) Anteile
Nicht beherrschende (Minderheits-) Anteile umfassen den Anteil der konzernfremden Gesellschafter am Eigenkapital und
am gesamten Jahresergebnis von Tochterunternehmen der Mayr-Melnhof Karton AG. Die nicht beherrschenden (Minder-
heits-) Anteile werden zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung als Anteil am Nettovermögen (Eigenkapital) des jeweiligen
Unternehmens bzw. der Geschäftseinheit bilanziert und unter Berücksichtigung von Ergebnisanteilen, ausbezahlten Divi-
denden sowie Kapitalein- und -auszahlungen fortgeschrieben.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
84
Konzernabschluss
Die zusammenfassenden Informationen hinsichtlich der Tochterunternehmen des Konzerns, an denen nicht beherr-
schende (Minderheits-) Anteile bestehen, sind nachfolgend gegeben. Die Angaben entsprechen den Beträgen vor konzern-
internen Eliminierungen. Weitere Angaben zu diesen Tochterunternehmen sind der Anhangangabe 33 zu entnehmen.
31. Dez. 2021
31. Dez. 2020
MM
MM
MM
MM
(in Tausend EUR)
Board & Paper
Packaging
Board & Paper
3.007
Packaging
Langfristige Vermögenswerte
Kurzfristige Vermögenswerte
Langfristige Verbindlichkeiten
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Nettovermögen
51.616
527
53.324
10.913
1.363
68.349
21.257
28.681
70.027
4.543
3.109
59.702
33.242
16.809
62.975
4.106
687
4.470
1.319
8.087
1.630
646
Buchwerte der nicht beherrschenden (Minderheits-) Anteile
1.504
2021
2020
Umsatzerlöse
12.603
2.091
498
84.257
16.394
1.029
6.067
524
80.379
11.480
864
Jahresüberschuss
Davon entfallen auf nicht beherrschende (Minderheits-) Anteile
178
Gesamtergebnis
586
19.860
749
10.920
Davon entfallen auf nicht beherrschende (Minderheits-) Anteile
489
1.403
189
713
Bezahlte Dividende an nicht beherrschende (Minderheits-) Anteile
105
1.115
247
949
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
2.110
8.709
0
561
13.4 Sonstiges Ergebnis der Konzerngesamtergebnisrechnung
In den sonstigen Rücklagen werden bestimmte erfolgsneutrale Veränderungen des Eigenkapitals ausgewiesen. Dies sind
im Einzelnen der Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung sowie die versicherungsmathematischen Gewinne
und Verluste aus der Bewertung von leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen, Letztere nach Be-
rücksichtigung der darauf entfallenden werthaltigen latenten Steuern.
In 2021 beinhalten die erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfassten Ergebnisbestandteile Währungsumrechnungen mit
einem negativen Betrag von Tsd. EUR 9.557 (2020: negativer Betrag von Tsd. EUR 59.690) sowie versicherungsmathema-
tische Verluste in Höhe von Tsd. EUR 1.518 (2020: Verluste in Höhe von Tsd. EUR 583). Darauf entfallen im Geschäftsjahr
2021 Ertragsteuern (siehe Anhangangabe 9.4) in Höhe von Tsd. EUR -47 (2020: positiver Betrag von Tsd. EUR 2.164).
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
85
Konzernabschluss
14 FINANZVERBINDLICHKEITEN UND LEASING
Die Finanzverbindlichkeiten umfassen verzinsliche Finanzverbindlichkeiten und Leasingverbindlichkeiten und werden zu fort-
geführten Anschaffungskosten bilanziert. Dieser Wert errechnet sich aus der ursprünglich ausbezahlten Nominale abzüg-
lich Tilgungen und zuzüglich aufgelaufener Zinsen.
Die Finanzverbindlichkeiten des Konzerns stellen sich wie folgt dar:
(in Tausend EUR)
31. Dez. 2021
1.275.096
73.978
31. Dez. 2020
175.949
39.562
Langfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten
Langfristige Leasingverbindlichkeiten
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Kurzfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten
Finanzverbindlichkeiten
1.349.074
63.216
215.511
45.843
10.787
7.072
74.003
52.915
1.423.077
268.426
14.1 Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten
Zum 31. Dezember 2021 und zum 31. Dezember 2020 bestanden die verzinslichen Finanzverbindlichkeiten aus Verbindlich-
keiten gegenüber Kreditinstituten und Versicherungsgesellschaften. Diese Finanzverbindlichkeiten zu aktuellen Zinssätzen
gliedern sich wie folgt:
(in Tausend EUR)
31. Dez. 2021
59.980
0,618 % EUR Kredit(e) fällig 2022
6,082 % CNY Kredit(e) fällig 2022
6,012 % CNY Kredit(e) fällig 2023
1,800 % EUR Kredit(e) fällig 2024
0,507 % EUR Kredit(e) fällig 2025
1,528 % EUR Kredit(e) fällig 2026
1,400 % EUR Kredit(e) fällig 2028
1,600 % EUR Kredit(e) fällig 2031
1,900 % EUR Kredit(e) fällig 2033
2,000 % EUR Kredit(e) fällig 2035
2,100 % EUR Kredit(e) fällig 2036
1,882 % EUR Kredit(e) fällig 2039
Ausgeschöpfter Finanzierungsrahmen
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten
Davon langfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten
Davon kurzfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten
629
96
80.000
20.000
224.500
396.000
218.500
51.000
17.500
142.500
125.000
2.607
1.338.312
1.275.096
63.216
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
86
Konzernabschluss
(in Tausend EUR)
31. Dez. 2020
42.674
685
0,596 % EUR Kredit(e) fällig 2021
6,082 % CNY Kredit(e) fällig 2021
0,806 % EUR Kredit(e) fällig 2022
6,082 % CNY Kredit(e) fällig 2022
6,473 % CNY Kredit(e) fällig 2023
1,811 % EUR Kredit(e) fällig 2024
5,715 % CNY Kredit(e) fällig 2024
0,552 % EUR Kredit(e) fällig 2025
2,673 % EUR Kredit(e) fällig 2026
Ausgeschöpfter Finanzierungsrahmen
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten
Davon langfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten
Davon kurzfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten
23.000
685
2.138
80.000
126
20.000
50.000
2.484
221.792
175.949
45.843
Zum 31. Dezember 2021 betrug der gewogene Durchschnittszinssatz für diese Finanzverbindlichkeiten 1,578 %
(31. Dezember 2020: 1,614 %).
Zum 31. Dezember 2021 standen dem Konzern kurzfristige verzinsliche Finanzierungsrahmen in Höhe von Tsd. EUR 2.607
(31. Dezember 2020: Tsd. EUR 2.484) zur Verfügung, wovon ein Betrag von Tsd. EUR 2.607 (31. Dezember 2020:
Tsd. EUR 2.484) zum Bilanzstichtag ausgeschöpft wurde. Zum 31. Dezember 2021 betrug der gewogene Durchschnittszins-
satz dieser kurzfristigen, von ausländischen Tochterunternehmen genutzten Finanzierungen 1,138 % (31. Dezember 2020:
1,279 %). Die genannten Finanzierungen unterliegen üblichen Bankkonditionen.
Ende Februar hat die Mayr-Melnhof Karton AG Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen in Höhe von
Tsd. EUR 1.000.000 aufgenommen, die sowohl einer fixen als auch variablen Verzinsung über Laufzeiten von 5 bis 15
Jahren mit einer durchschnittlichen Laufzeit von 8,8 Jahren und einem durchschnittlichen Zinssatz von 1,5 % unterliegen.
Darüber hinaus wurden Ende September 2021 weitere Namensschuldverschreibungen in Höhe von Tsd. EUR 125.000 mit
einer Laufzeit von 18 Jahren und einem fixen Zinssatz von 1,88 % begeben. Diese Darlehen dienen zur Finanzierung der
Akquisition der Werke Kotkamills, Finnland, und Kwidzyn, Polen, sowie für organische Wachstumsprojekte.
Von den verzinslichen Finanzverbindlichkeiten unterliegen Kredite in Höhe von Tsd. EUR 1.065.725 (31. Dezember 2020:
Tsd. EUR 118.328) einem fixierten Zinssatz, deren beizulegender Zeitwert zum 31. Dezember 2021 Tsd. EUR 1.112.777
(31. Dezember 2020: Tsd. EUR 126.929) beträgt. Dieser errechnet sich als Barwert der zukünftigen Zahlungsströme dis-
kontiert mit der aktuell beobachtbaren Zinsstrukturkurve (Stufe 2). Die fortgeführten Anschaffungskosten stellen für variabel
verzinsliche Finanzverbindlichkeiten einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar.
Für die angeführten Finanzverbindlichkeiten bestehen keine dinglichen Besicherungen. Zum 31. Dezember 2021 stehen
dem Konzern zudem nicht ausgeschöpfte langfristige Kreditlinien in Höhe von Tsd. EUR 470.000 (31. Dezember 2020:
Tsd. EUR 900.000) zur Verfügung.
Zum 31. Dezember 2021 sind in den verzinslichen Finanzverbindlichkeiten kurzfristig revolvierende Bankkredite in Höhe
von Tsd. EUR 37.980 (31. Dezember 2020: Tsd. EUR 37.980) enthalten.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
87
Konzernabschluss
14.2 Leasing
Der Konzern ist bei Leasingtransaktionen überwiegend Leasingnehmer. Leasingverhältnisse werden zu dem Zeitpunkt, zu
dem der Leasinggegenstand dem Konzern zur Nutzung zur Verfügung steht, als Nutzungsrecht und als entsprechende
Leasingverbindlichkeit bilanziert.
Leasingverbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als zwölf Monaten werden mit dem Barwert der verbleibenden Lea-
singzahlungen bewertet.
Grundsätzlich wird mit dem impliziten Zinssatz, der dem Leasingverhältnis zugrunde liegt, abgezinst, sofern dieser bestimmbar
ist. Andernfalls erfolgt eine Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers, d. h. dem Zinssatz, den ein
Leasingnehmer für vergleichbare Transaktionen zahlen müsste.
Zahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse von technischen Anlagen und Maschinen sowie Fahrzeugen und Leasing-
verhältnisse, denen Vermögenswerte von geringem Wert zugrunde liegen, werden nicht in der Bilanz, sondern als Aufwand
erfasst. Als kurzfristige Leasingverhältnisse gelten Leasingverträge mit einer Laufzeit von bis zu zwölf Monaten.
Der Konzern mietet und least vor allem Gebäude, Grundstücke, Lagerräume, Büro- und sonstige Einrichtungen, die für den
operativen Betrieb notwendig sind. Eine Reihe von Immobilien-Leasingverträgen des Konzerns enthält Verlängerungs- und
Kündigungsoptionen. Der Konzern hat diese abgewogen und entsprechend berücksichtigt. Derartige Vertragskonditionen
werden dazu verwendet, um die maximale betriebliche Flexibilität in Bezug auf die vom Konzern genutzten Vermögens-
werte zu erhalten. Die Mehrheit der bestehenden Verlängerungs- und Kündigungsoptionen kann nur durch den Konzern
und nicht durch den jeweiligen Leasinggeber ausgeübt werden.
Eine Übersicht über die in der Bilanz erfassten Leasingverbindlichkeiten im Konzern zum 31. Dezember 2021 und
31. Dezember 2020 stellt sich wie folgt dar:
(in Tausend EUR)
31. Dez. 2021
73.978
31. Dez. 2020
39.562
Langfristige Leasingverbindlichkeiten
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten
Leasingverbindlichkeiten
10.787
7.072
84.765
46.634
Die gesamten Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse in 2021 betrugen Tsd. EUR 10.851 (2020: Tsd. EUR 9.907).
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
88
Konzernabschluss
Aufwendungen für Leasingverhältnisse, die nicht in den Leasingverbindlichkeiten berücksichtigt wurden, stellen sich wie
folgt dar:
(in Tausend EUR)
2021
5.563
2.194
621
2020
5.283
1.414
526
Aufwendungen für variable Leasingzahlungen
Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse
Aufwendungen für Leasingverhältnisse von Vermögenswerten von geringem Wert
15 LANGFRISTIGE RÜCKSTELLUNGEN
Leistungsorientierte Pensions- bzw. Abfertigungsverpflichtungen werden gemäß IAS 19 „Leistungen an Arbeitneh-
mer“ nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren („Projected Unit Credit Method“) versicherungsmathematisch bewertet.
Der Barwert der Anwartschaften wird aufgrund der geleisteten Dienstzeit, der erwarteten Gehaltsentwicklung und der
vertraglich bzw. gesetzlich verpflichtend vorgesehenen Rentenanpassungen berechnet. Der Dienstzeitaufwand wird im
Personalaufwand erfasst; die Nettozinsen aus der Verzinsung der bilanzierten Rückstellung werden im „Sonstigen Finanz-
ergebnis − netto“ erfasst. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste sowie Erträge aus Planvermögen unter
Ausschluss von Beträgen, die in den Nettozinsen auf die Nettoschuld bereits enthalten sind, werden gemäß IAS 19 im
sonstigen Ergebnis der Gesamtergebnisrechnung erfasst.
Rückstellungen für Jubiläumsgelder werden für kollektivvertragliche bzw. auf Basis von Betriebsvereinbarungen erworbene,
langfristige Ansprüche der Arbeitnehmer in Zusammenhang mit der Dauer ihrer Betriebszugehörigkeit nach dem Anwart-
schaftsbarwertverfahren („Projected Unit Credit Method“– laufendes Einmalprämienverfahren) versicherungsmathema-
tisch bewertet. Der Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand erfasst; die Nettozinsen aus der Verzinsung der bilanzier-
ten Rückstellung werden im „Sonstigen Finanzergebnis − netto“ erfasst. Versicherungsmathematische Gewinne und
Verluste werden gemäß IAS 19 in den Gewinn- und Verlustrechnungen erfasst.
Rückstellungen für Altersteilzeit werden sowohl bei Abschluss von einzelvertraglichen als auch für zukünftig wahrscheinli-
che Altersteilzeitvereinbarungen gebildet, wenn die Arbeitnehmer aufgrund von Betriebsvereinbarungen oder Tarifverträ-
gen einen Anspruch auf Altersteilzeit haben. Die zur Abdeckung der Altersteilzeitverpflichtungen gesetzlich vorgeschrie-
benen Wertpapierbesicherungen werden entsprechend dem Verwendungszweck mit den Rückstellungen für Altersteilzeit
saldiert, sofern diese die Voraussetzungen als Planvermögen erfüllen.
Der Posten „Sonstige“ beinhaltet im Wesentlichen Nachsorgeverpflichtungen für Altlasten sowie Verpflichtungen für Umwelt-
schutzmaßnahmen.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
89
Konzernabschluss
15.1 Entwicklung der langfristigen Rückstellungen
Im Geschäftsjahr 2021 haben sich die langfristigen Rückstellungen wie folgt entwickelt:
Jubiläums-
(in Tausend EUR)
Pensionen Abfertigungen
gelder
13.806
0
Altersteilzeit
Sonstige
9.634
(95)
Gesamt
143.001
157
Stand am 1. Jan. 2021
Währungsumrechnungen
81.960
37.284
317
1.003
(751)
0
Änderungen des
Konsolidierungskreises
(3.739)
0
7.290
0
(727)
0
(224)
0
8.265
103
10.865
103
Umbuchungen
Verbrauch
Auflösung
(4.335)
(37)
(4.502)
(4)
(608)
(261)
990
0
(427)
(3)
(9.872)
(305)
0
Zuführung
1.884
2.059
315
189
5.437
Erfolgsneutrale Bewertung nach
IAS 19
581
1.422
0
0
0
2.003
Versorgungszahlungen aus und
Beiträge ins Planvermögen
(1.555)
0
0
0
0
(1.555)
Stand am 31. Dez. 2021
75.762
42.798
13.200
408
17.666
149.834
Im Geschäftsjahr 2020 haben sich die langfristigen Rückstellungen wie folgt entwickelt:
Jubiläums-
(in Tausend EUR)
Stand am 1. Jan. 2020
Währungsumrechnungen
Umbuchungen
Verbrauch
Pensionen Abfertigungen
gelder
14.933
0
Altersteilzeit
Sonstige
2.907
0
Gesamt
147.539
(1.260)
2.780
85.010
(810)
0
44.113
(450)
0
576
0
(36)
0
2.816
(5)
(4.780)
0
(9.998)
0
(1.048)
(2.020)
1.977
(368)
0
(16.199)
(2.719)
11.412
Auflösung
(699)
4.615
Zuführung
2.083
2.628
109
Erfolgsneutrale Bewertung nach
IAS 19
(411)
991
0
0
0
580
Versorgungszahlungen aus und
Beiträge ins Planvermögen
868
0
0
0
0
868
Stand am 31. Dez. 2020
81.960
37.284
13.806
317
9.634
143.001
Zum 31. Dezember 2021 wurden im Rahmen der gesetzlichen Verpflichtung zur Besicherung von Rückstellungen für Al-
tersteilzeit Wertpapiere mit einem Marktwert in Höhe von Tsd. EUR 954 (31. Dezember 2020: Tsd. EUR 1.356) als Sicher-
heit gewidmet, welche sowohl zum 31. Dezember 2021 als auch zum 31. Dezember 2020 verwendungskonform als Plan-
vermögen von der zugrunde liegenden Verpflichtung in Abzug gebracht wurden.
Die Veränderung der Position „Sonstige“ resultiert im Wesentlichen aus Änderungen des Konsolidierungskreises, wovon
Tsd. EUR 12.921 auf Zugänge zu Rückstellungen für Umweltschutzmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Erwerb von
Kotkamills und Kwidyzn (siehe Anhangangabe 5) sowie Tsd. EUR -4.656 auf Abgänge aus der Entkonsolidierung von
Eerbeek und Baiersbronn entfallen.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
90
Konzernabschluss
15.2 Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen
Der Großteil der Arbeitnehmer des Konzerns ist im Rahmen der gesetzlichen Altersvorsorge versichert, wobei die laufen-
den Beitragszahlungen in diese gesetzlichen Versorgungseinrichtungen im Zeitpunkt der Zahlung aufwandswirksam erfasst
werden. Neben der gesetzlichen Altersvorsorge hat der Konzern bestimmten Arbeitnehmern leistungs- oder beitragsorien-
tierte Pensionszusagen erteilt. Diese Leistungszusagen hängen von den rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Gege-
benheiten des jeweiligen Landes ab und richten sich in der Regel nach der Beschäftigungsdauer und dem Entgelt der begüns-
tigten Arbeitnehmer.
Im Rahmen der beitragsorientierten Versorgungspläne leistet der Konzern fest vereinbarte Beiträge an externe Versor-
gungsträger, ohne dass der Konzern eine die Zahlung übersteigende Leistungsverpflichtung gegenüber dem Arbeitnehmer
eingeht. Diese laufenden Beitragszahlungen werden als Teil des Pensions- und Abfertigungsaufwandes der jeweiligen Pe-
riode ausgewiesen und betragen im Geschäftsjahr 2021 Tsd. EUR 7.868 (2020: Tsd. EUR 6.396).
Die leistungsorientierten Personalverpflichtungen im Konzern setzen sich aus Pensionen und Abfertigungen zusammen.
Derartige Verpflichtungen bestehen in verschiedenen Ländern, in denen der Konzern Mitarbeiter beschäftigt, im Wesent-
lichen jedoch in Deutschland, Österreich und Großbritannien.
Die Verpflichtungen aus Pensionen umfassen die Regelungen zur betrieblichen Altersversorgung für aktive und nach Erfül-
lung der Unverfallbarkeitsfristen für ehemalige Mitarbeiter sowie deren Hinterbliebene. Im Wesentlichen sind dies Füh-
rungskräfte sowie Mitarbeiter, bei denen entsprechende Zusagen, die aus der Zeit vor dem Erwerb eines solchen Tochter-
unternehmens stammen, vom Konzern übernommen wurden. Die Verpflichtung besteht demnach sowohl gegenüber
Mitarbeitern in bestehenden Arbeitsverhältnissen als auch ausgetretenen sowie pensionierten Mitarbeitern.
Die aufgrund der Pensionspläne vorgesehenen Zahlungen können sowohl auf dem im letzten Beschäftigungsjahr als auch auf
dem im Durchschnitt mehrerer Jahre bezogenen Gehalt eines Mitarbeiters beruhen und sind in der Regel von der Beschäfti-
gungsdauer abhängig. Die Versorgungsleistungen sind als Einmalzahlung oder als monatliche Rentenzahlung zu gewähren. Im
Fall von Rentenzahlungen trägt der Konzern das Risiko der Langlebigkeit und der Inflation aufgrund von Rentenanpassungen in
vollem Umfang.
Der Konzern unterhält in Großbritannien einen Pensionsfonds, welcher durch ein Kuratorium, bestehend aus Gesellschafts-
vertretern und den Begünstigten des Pensionsfonds, verwaltet wird. Die Verantwortung für Investmententscheidungen und
Beitragspläne obliegt der Gesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Kuratorium.
Die Verpflichtung aus der Abfertigung von Mitarbeitern umfasst gesetzliche und vertragliche Ansprüche auf einmalige
Abfertigungszahlungen des Konzerns an Arbeitnehmer, die aufgrund bestimmter Anlässe wie Arbeitgeberkündigung, ein-
vernehmliche Lösung des Dienstverhältnisses sowie Pensionierung oder Tod des Arbeitnehmers entstehen. Diese ist von
der Anzahl der Dienstjahre und dem im Abfertigungsfall maßgeblichen Bezug abhängig.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
91
Konzernabschluss
Die leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungspläne werden gemäß IAS 19 nach dem international üblichen Anwart-
schaftsbarwertverfahren („Projected Unit Credit Method“ – laufendes Einmalprämienverfahren) bewertet und bilanziert.
Dabei werden die zukünftigen Verpflichtungen auf der Grundlage der zum Bilanzstichtag anteilig erworbenen Leistungsan-
sprüche versicherungsmathematisch berechnet. Die Bewertung erfolgte aufgrund von Annahmen und Einschätzungen zum
Bilanzstichtag. Die wesentlichen Einflussfaktoren waren dabei der Diskontierungszinssatz, die geschätzte Lebenserwar-
tung, künftige Gehalts- bzw. Pensionsanpassungen sowie das Pensionseintrittsalter.
Versicherungsmathematische Gewinne bzw. Verluste, die sich aufgrund von Änderungen im Bestand der Versorgungsbe-
rechtigten und Abweichungen der tatsächlichen Trends gegenüber den der Berechnung zugrunde gelegten Annahmen
ergeben, werden gemäß IAS 19 im sonstigen Ergebnis der Konzerngesamtergebnisrechnung erfasst.
Der Bewertung der leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen wurden die folgenden versicherungs-
mathematischen Parameter zugrunde gelegt:
31. Dez. 2021
31. Dez. 2020
(in %)
Pensionen Abfertigungen
Pensionen Abfertigungen
Diskontierungszinssatz
Gehaltstrend
Rententrend
1,24 %
2,47 %
2,44 %
1,85 %
3,01 %
-
1,02 %
2,51 %
2,00 %
1,35 %
2,85 %
-
Die oben stehenden Angaben stellen den gewichteten Durchschnitt über alle relevanten Gesellschaften des Konzerns dar.
Die Berechnung für die Lebenserwartung erfolgte auf Basis lokaler Sterbetafeln. Diese sind im Wesentlichen für Österreich AVÖ
2018-P „Angestellte“ bzw. „Gemischt“ (2020: AVÖ 2018-P „Angestellte“ bzw. „Gemischt“), für Deutschland die Heubeck-Richt-
tafeln 2018 G (2020: 2018 G), für Großbritannien Post Retirement und Pre Retirement: S3PA CMI_2020_M/F [1,25 %] (2020:
S3PA CMI_2019_M/F [1,25 %]). Das Pensionseintrittsalter entspricht in aller Regel den jeweiligen länderspezifischen gesetzli-
chen Bestimmungen.
Folgende Aufwendungen wurden für leistungsorientierte Pensions- und Abfertigungszusagen erfasst:
2021
2020
(in Tausend EUR)
Pensionen Abfertigungen
Pensionen Abfertigungen
Aufwand für im Geschäftsjahr erworbene Versorgungsansprüche
Zinsaufwand auf die in der Bilanz ausgewiesene Nettoverpflichtung
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand
Planänderungen
970
760
0
1.502
533
5
1.074
877
0
2.040
517
47
(4)
15
(27)
159
2.083
24
Verwaltungskosten aus der Anlage von Planvermögen
Nettoaufwand für Pensionen und Abfertigungen
121
1.847
0
0
2.055
2.628
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
92
Konzernabschluss
Die Anwartschaftsbarwerte der leistungsorientierten Verpflichtungen und das Planvermögen haben sich wie folgt entwickelt:
2021
2020
(in Tausend EUR)
Pensionen Abfertigungen
Pensionen Abfertigungen
Anwartschaftsbarwert zu Beginn des Geschäftsjahres
Währungsumrechnungsdifferenzen
142.106
2.813
(252)
970
37.284
(751)
7.290
1.502
533
146.887
(2.176)
0
44.113
(450)
0
Änderungen des Konsolidierungskreises
Aufwand für im Geschäftsjahr erworbene Versorgungsansprüche
Zinsaufwand für bereits erworbene Ansprüche
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand
Wertveränderungen
1.074
1.685
0
2.040
517
1.429
0
5
47
907
1.422
(557)
991
Davon (Gewinne)/Verluste aus der Änderung von demografischen
Annahmen (z. B. Lebenserwartung, Pensionseintrittsalter)
(209)
792
(87)
651
89
Davon (Gewinne)/Verluste aus der Änderung von finanziellen
Annahmen (z. B. Diskontierungszinssatz, Gehaltstrend, Rententrend)
1.555
(688)
803
Davon erfahrungsbedingte versicherungsmathematische
(Gewinne)/Verluste (Abweichung Istwerte von Planwerten)
(439)
(4.335)
(4)
1.318
(4.502)
15
(1.121)
(4.780)
(27)
99
(9.998)
24
Versorgungszahlungen
Planänderungen
Anwartschaftsbarwert am Ende des Geschäftsjahres
143.634
42.798
142.106
37.284
Pensionen
(in Tausend EUR)
2020
61.877
(1.366)
0
2021
60.146
1.810
3.487
669
Marktwert des Planvermögens zu Beginn des Geschäftsjahres
Währungsumrechnungsdifferenzen
Änderungen des Konsolidierungskreises
Zinsertrag
808
Verwaltungskosten
(121)
(159)
(146)
(146)
Wertveränderungen
326
Davon Rendite des Planvermögens nach Abzug des im Nettozinsergebnis erfassten Ertrages
Beiträge der Arbeitgeber
326
3.705
(2.150)
67.872
1.483
(2.351)
60.146
Versorgungszahlungen aus dem Plan
Marktwert des Planvermögens am Ende des Geschäftsjahres
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
93
Konzernabschluss
Eine Übersicht über die geografische und divisionale Verteilung des Nettoaufwandes für leistungsorientierte Pensionen
und Abfertigungen, des Anwartschaftsbarwertes sowie des Marktwertes des Planvermögens stellt sich für die Geschäfts-
jahre 2021 und 2020 wie folgt dar:
2021
MM Board & Paper
Restliche
MM Packaging
Restliche
1)
(in Tausend EUR)
Deutschland
286
Österreich
Länder
Gesamt
1.295
Deutschland
691
Österreich
Länder
Gesamt
2.607
Nettoaufwand für Pensionen
und Abfertigungen
700
309
939
977
Anwartschaftsbarwert am Ende
des Geschäftsjahres
20.047
44.841
29.197
55.221
32.825
120.109
62.903
36.413
846
21.757
3.788
8.153
335
66.323
4.969
Marktwert des Planvermögens
am Ende des Geschäftsjahres
881
1) Darin ist im Wesentlichen ein Pensionsfonds in Großbritannien inkludiert.
2020
MM Board & Paper
MM Packaging
Restliche
Restliche
Länder
1)
(in Tausend EUR)
Deutschland
363
Österreich
981
Länder
Gesamt
1.906
Deutschland
818
Österreich
1.057
Gesamt
2.805
Nettoaufwand für Pensionen
und Abfertigungen
562
42.347
24.685
930
9.459
384
Anwartschaftsbarwert am Ende
des Geschäftsjahres
24.197
902
46.094
29.835
112.638
55.422
34.842
809
22.451
3.531
66.752
4.724
Marktwert des Planvermögens
am Ende des Geschäftsjahres
1) Darin ist im Wesentlichen ein Pensionsfonds in Großbritannien inkludiert.
Für das Geschäftsjahr 2022 werden im Konzern Arbeitgeberbeiträge in das Planvermögen in Höhe von Tsd. EUR 1.155
erwartet. Darin enthalten ist eine Verpflichtung zur Aufstockung des Planvermögens und für sonstige Aufwendungen in
Großbritannien in Höhe von Tsd. EUR 893.
Zusammensetzung des Planvermögens
In Österreich und Deutschland besteht Planvermögen für Pensionsverpflichtungen in Form von Rückdeckungsversicherun-
gen, die an die jeweiligen Begünstigten verpfändet wurden. Die Rückdeckungsversicherungen werden bedarfsgerecht
durch den Konzern aufgestockt.
Weiteres Planvermögen ist einem Pensionsfonds in Großbritannien zuzurechnen und wird durch ein externes Vermögens-
management gemäß den Richtlinien des dafür zuständigen Kuratoriums veranlagt. Die derzeitigen Richtlinien sehen eine
anteilige Investition von 30 % bis 40 % in Eigenkapitalinstrumente und 60 % bis 70 % in Fremdkapitalinstrumente vor; zur
Streuung des Ausfallrisikos ist eine Mindestdiversifikation vorgeschrieben, indem einzelne Investments auf den Wert von
2 % des Portfolios und die Summe aller Investments in ein Unternehmen auf den Wert von 4 % des Portfolios limitiert sind.
Investments in Private Equity Funds und Hedge Funds sind untersagt. Ziel des Vermögensmanagements ist die Renditema-
ximierung bei einem angemessenen Risikoniveau; zur Messbarkeit der Zielerreichung werden dem Vermögensmanage-
ment indexbasierte Benchmarks vorgegeben. Der Konzern ist dazu verpflichtet, entsprechend einem mehrjährigen Bei-
tragsplan laufende Einzahlungen in das Planvermögen in Großbritannien zu leisten. Des Weiteren besteht Planvermögen in
Form eines Pensionsfonds auf den Philippinen und einer Sammelstiftung in der Schweiz.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
94
Konzernabschluss
Die Portfoliostruktur des Planvermögens an den Bewertungsstichtagen 31. Dezember 2021 und 31. Dezember 2020 stellt
sich wie folgt dar:
(in Tausend EUR)
31. Dez. 2021
in %
31. Dez. 2020
in %
Eigenkapitalinstrumente:
– Entwickelte Märkte
– Schwellenländer
9.951
994
7.460
969
Gesamt
10.945
16 %
8.429
14 %
Fremdkapitalinstrumente:
– Unternehmensanleihen
– Staatsanleihen
13.216
2.021
12.311
1.987
Gesamt
15.237
40.439
1.251
22 %
60 %
2 %
14.298
36.309
1.110
24 %
60 %
2 %
Verpfändete Rückdeckungsversicherungen
Geldmarktveranlagungen/Bankguthaben
Gesamt
67.872
100 %
60.146
100 %
Alle Instrumente der Kategorien Eigenkapitalinstrumente und Fremdkapitalinstrumente werden auf aktiven Märkten ge-
handelt. Die Ratings der Investments in Fremdkapitalinstrumente entsprechen mindestens einem „Investment Grade“.
Marktpreisrisiken des Planvermögens
Die Rendite des Planvermögens ist gemäß IAS 19 in Höhe des Diskontierungssatzes für die zugrunde liegenden Verpflich-
tungen anzunehmen. Dies entspricht der Rendite von Unternehmensanleihen mit guter Bonität. Sofern dabei die tatsäch-
liche Rendite des Planvermögens den angewandten Diskontierungszinssatz überschreitet (unterschreitet), vermindert (er-
höht) sich die Nettoverpflichtung aus den bestehenden Plänen. Aufgrund der Aktienquote im Planvermögen in
Großbritannien kann einerseits die tatsächliche Rendite langfristig über der Rendite von Unternehmensanleihen guter Bonität
liegen, sich aber andererseits eine kurzfristig höhere Volatilität des Planvermögens ergeben. Das diesbezügliche Kursrisiko
erachtet der Konzern aber aufgrund des niedrigen Aktienanteiles am gesamten Planvermögen als überschaubar. Zudem kön-
nen die in den kommenden Jahren fällig werdenden Verpflichtungen aus dem laufenden Cash Flow des Konzerns und den
übrigen Bestandteilen des Planvermögens bedient werden.
Die Nettoverpflichtung aus Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen und die Überleitung zu den Bilanzwerten stellen
sich wie folgt dar:
31. Dez. 2021
31. Dez. 2020
(in Tausend EUR)
Pensionen Abfertigungen
Pensionen Abfertigungen
Anwartschaftsbarwert
143.634
58.308
42.798
42.798
0
142.106
57.210
37.284
37.284
0
Davon durch Rückstellungen gedeckte Versorgungsansprüche
Davon fondsfinanzierte Versorgungsansprüche
Abzüglich Marktwert des Planvermögens
Als langfristige Rückstellung bilanzierte Nettoverpflichtung
85.326
84.896
(67.872)
75.762
0
(60.146)
81.960
0
42.798
37.284
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
95
Konzernabschluss
In der nachfolgenden Sensitivitätsanalyse für Rückstellungen aus Pensionen und Abfertigungen wurden die Auswirkungen
resultierend aus möglichen Änderungen wesentlicher versicherungsmathematischer Annahmen auf die Verpflichtungen
dargestellt. Es wurde jeweils ein wesentlicher Einflussfaktor verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant ge-
halten wurden.
Auswirkung auf Anwartschaftsbarwert 2021
Veränderung der
Annahme um
Erhöhung der
Annahme
Verminderung der
Annahme
(in %)
Diskontierungszinssatz
Gehaltstrend
Rententrend
0,25 %
0,25 %
0,25 %
Abnahme um 3,4 %
Anstieg um 0,7 %
Anstieg um 2,4 %
Anstieg um 3,6 %
Abnahme um 0,7 %
Abnahme um 2,3 %
Erhöhung der Annahme
um 1 Jahr
Pensionseintrittsalter
Lebenserwartung
Abnahme um 0,9 %
Anstieg um 3,0 %
Auswirkung auf Anwartschaftsbarwert 2020
Veränderung der
Erhöhung der
Annahme
Verminderung der
(in %)
Annahme um
0,25 %
Annahme
Anstieg um 3,8 %
Abnahme um 0,7 %
Abnahme um 2,4%
Diskontierungszinssatz
Gehaltstrend
Rententrend
Abnahme um 3,6 %
Anstieg um 0,8 %
Anstieg um 2,5 %
0,25 %
0,25 %
Erhöhung der Annahme
um 1 Jahr
Pensionseintrittsalter
Lebenserwartung
Abnahme um 0,8 %
Anstieg um 3,0 %
Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit (Duration) der Verpflichtung beträgt zum Bilanzstichtag 14,3 Jahre
(31. Dezember 2020: 14,8 Jahre).
Bezogen auf die tatsächlichen Auszahlungen hinsichtlich der Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen stellen sich die
erwarteten Fälligkeiten in den nächsten zehn Jahren zum 31. Dezember 2021 und 31. Dezember 2020 wie folgt dar:
Weniger als
1 Jahr
Zwischen
Zwischen
Zwischen
(in Tausend EUR)
Zum 31. Dez. 2021
Versorgungspläne
1 − 2 Jahren
2 − 5 Jahren
5 − 10 Jahren
Gesamt
85.543
7.049
6.705
6.726
5.989
22.106
19.943
49.662
42.432
Zum 31. Dez. 2020
Versorgungspläne
75.069
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
96
Konzernabschluss
16 VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
Kurzfristige Verbindlichkeiten werden im Regelfall mit dem Rückzahlungsbetrag angesetzt.
In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von Tsd. EUR 437.726 (31. Dezember 2020:
Tsd. EUR 220.437) sind zum 31. Dezember 2021 Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Sachanlagen und immateriellen
Vermögenswerten in Höhe von Tsd. EUR 23.222 (31. Dezember 2020: Tsd. EUR 21.521) enthalten, welche in der Konzern-
geldflussrechnung im Cash Flow aus der Investitionstätigkeit als nicht zahlungswirksame Transaktionen berücksichtigt
wurden, sowie erhaltene Anzahlungen von Kunden in Höhe von Tsd. EUR 4.550 (31. Dezember 2020: Tsd. EUR 2.609).
17 RECHNUNGSABGRENZUNGEN UND SONSTIGE KURZFRISTIGE VERBINDLICHKEITEN
Abgegrenzte Schulden stellen Schulden dar, bei denen der Zeitpunkt der Inanspruchnahme und/oder die Höhe nicht
vollständig sicher, jedoch mit einem hohen Grad an Sicherheit bestimmbar sind. Auch wenn zur Bestimmung ihrer Höhe
oder ihres zeitlichen Eintretens gelegentlich Einschätzungen erforderlich sind, ist der Bestimmtheitsgrad bei abgegrenzten
Schulden deutlich höher als bei Rückstellungen. Daher werden sie je nach Zugehörigkeit unter den Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen (siehe Anhangangabe 16) und sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten, vor allem im Personal-
und Sozialbereich, dargestellt.
(in Tausend EUR)
31. Dez. 2021
103.180
22.049
31. Dez. 2020
91.275
Verpflichtungen im Personal- und Sozialbereich
Verbindlichkeiten für Kundenrabatte und -boni
Sonstige Steuerverbindlichkeiten
13.266
20.058
14.339
Passive Rechnungsabgrenzungen
10.153
7.194
Sonstige Verbindlichkeiten
43.188
14.109
Rechnungsabgrenzungen und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
Davon finanzielle Verbindlichkeiten
198.628
29.581
140.183
12.437
Davon nicht-finanzielle Verbindlichkeiten
169.047
127.746
Die Verpflichtungen im Personal- und Sozialbereich umfassen vor allem Prämien und Tantiemen an Mitarbeiter, nicht konsu-
mierte Urlaube sowie sonstige abgegrenzte Verpflichtungen aus dem Personalbereich.
Die Berechnung der Verbindlichkeiten für Kundenrabatte und -boni erfolgt auf Basis der in den geltenden Kundenverein-
barungen enthaltenen Bonus- bzw. Rabattansprüche. Boni sind so ausgestaltet, dass Kunden rückwirkend eine Rücker-
stattung erhalten, wenn innerhalb einer Abrechnungsperiode ein gewisses Abnahmevolumen erreicht wurde.
Die Veränderung der Position „Sonstige Verbindlichkeiten“ resultiert im Wesentlichen aus Zinsabgrenzungen im Zusammen-
hang mit der Aufnahme von Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen sowie aus Factoringtransaktionen.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
97
Konzernabschluss
18 KURZFRISTIGE RÜCKSTELLUNGEN
Rückstellungen werden gebildet, soweit der Konzern gegenüber Dritten eine gegenwärtige − rechtliche oder faktische −
Verpflichtung aus einem vergangenen Ereignis hat, die künftig wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen führt und
deren Höhe zuverlässig geschätzt werden kann. Die Rückstellungshöhe entspricht der bestmöglichen Einschätzung des
Erfüllungsbetrages der gegenwärtigen Verpflichtung zum Bilanzstichtag.
Wenn eine Vielzahl gleichartiger Verpflichtungen besteht – wie im Fall der gesetzlichen Gewährleistung −, wird die Wahr-
scheinlichkeit einer Vermögensminderung auf Basis der Gruppe dieser Verpflichtungen ermittelt. Eine Rückstellung wird auch
dann passiviert, wenn die Wahrscheinlichkeit einer Vermögensbelastung in Bezug auf eine einzelne in dieser Gruppe enthal-
tene Verpflichtung gering ist.
Im Geschäftsjahr 2021 haben sich die kurzfristigen Rückstellungen wie folgt entwickelt:
Sonstige
(in Tausend EUR)
Absatzbereich
4.036
(208)
Rückstellungen
17.896
3
Gesamt
21.932
(205)
Stand am 1. Jan. 2021
Währungsumrechnungen
Umbuchungen
0
97
97
Änderungen des Konsolidierungskreises
Verbrauch
(115)
21.413
(15.421)
(1.341)
19.048
41.695
21.298
(16.216)
(1.692)
23.004
48.218
(795)
Auflösung
(351)
Zuführung
3.956
6.523
Stand am 31. Dez. 2021
Im Geschäftsjahr 2020 haben sich die kurzfristigen Rückstellungen wie folgt entwickelt:
Sonstige
(in Tausend EUR)
Stand am 1. Jan. 2020
Währungsumrechnungen
Umbuchungen
Absatzbereich
4.363
(190)
Rückstellungen
Gesamt
12.190
(259)
7.827
(69)
0
(2.816)
(1.393)
(268)
(2.816)
(3.434)
(400)
Verbrauch
(2.041)
(132)
Auflösung
Zuführung
2.036
4.036
14.615
17.896
16.651
21.932
Stand am 31. Dez. 2020
Die Rückstellungen im Absatzbereich werden für Produkthaftung und Gewährleistungen sowie Warenrückgaben gebildet.
Die Rückstellung für Produkthaftung und Gewährleistungen basiert sowohl auf gesetzlichen als auch auf vertraglichen
Grundlagen. Für die Berechnung werden einerseits Einzelrisiken bewertet und andererseits ein Gesamtrisiko auf Basis von
Erfahrungswerten aus der Vergangenheit ermittelt.
Der Posten „Sonstige Rückstellungen“ beinhaltet im Wesentlichen Rückstellungen aufgrund von CO2-Emissionen in Höhe
von Tsd. EUR 20.556 (31. Dezember 2020: Tsd. EUR 0), Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen in Höhe von
Tsd. EUR 8.818 (31. Dezember 2020: Tsd. EUR 11.208), Rechtsstreitigkeiten und Prozesskosten, sonstige Steuerrückstel-
lungen sowie eine Vielzahl an unwesentlichen Einzelsachverhalten.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
98
Konzernabschluss
19 SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
Die Mayr-Melnhof Karton AG und ihre Tochterunternehmen sind in zwei Geschäftsbereichen, der Karton- und Papiererzeu-
gung (Division MM Board & Paper) und der Herstellung von Faltschachteln bzw. Verpackungen (Division MM Packaging),
tätig. Der Konzern ist diesen Geschäftsbereichen entsprechend organisiert und wird auf Basis der für die beiden Ge-
schäftsbereiche erstellten Finanzinformationen vom Vorstand geleitet. Daher entsprechen die Segmente den beiden
Geschäftsbereichen.
In der Division MM Board & Paper werden zahlreiche Kartonsorten, überwiegend gestrichener Faltschachtelkarton auf
Basis von Recycling- und Frischfasern, hergestellt und vertrieben. Im Zuge der strategischen Akquisitionen der Karton-
und Papierwerke Kwidzyn, Polen, und Kotkamills, Finnland, wurden zusätzlich Kraftpapiere und ungestrichene Feinpapiere
als neue Geschäftsfelder in die Division MM Board & Paper (vormals MM Karton) aufgenommen.
Die Division MM Packaging verarbeitet Karton zu bedrucktem Faltschachtelkarton, der von einem breiten Kundenspektrum
wie der Nahrungsmittelindustrie oder Konsumgüterproduzenten abgenommen wird (z. B. Verpackungen für Frühstückszere-
alien, Trockennahrung, Zucker, Süß- und Backwaren, Kosmetika, Waschmittel, Haushaltsartikel, Spielwaren, Tabakprodukte,
Pharmaprodukte und hochwertige Süßware).
Die Daten aus dem Managementinformationssystem, die der Segmentberichterstattung zugrunde liegen, basieren grund-
sätzlich auf den im Konzernabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Die Zentralbereiche werden
analog zur Vorgehensweise im Managementinformationssystem mithilfe eines Umlageverfahrens vollständig auf die Seg-
mente verteilt. Ergebnisse aus Transaktionen zwischen den Segmenten werden bereits in den Segmentergebnisgrößen
eliminiert.
Der Konzern misst den Erfolg seiner Segmente anhand des betrieblichen Ergebnisses und des Jahresüberschusses, so,
wie sie in der Konzerngewinn- und -verlustrechnung dargestellt werden.
Die Umsätze innerhalb der Segmente finden zu fremdüblichen Konditionen statt.
Die Umsätze werden nach dem Bestimmungslandprinzip jenen Ländern zugerechnet, in welche die Waren geliefert wer-
den. Langfristig nutzbare Vermögenswerte werden nach den Standorten der jeweiligen Einheiten aufgeteilt.
Investitionen bzw. Abschreibungen und Wertminderungen bezeichnen den Erwerb bzw. die Amortisation und Wertminde-
rungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten inklusive Geschäfts(Firmen)werten (siehe Anhangangabe 6).
Umsatzrealisierung
Umsatzerlöse enthalten alle Erträge, die aus der typischen Geschäftstätigkeit des MM Konzerns resultieren, und umfassen
Erträge aus Verkäufen von einer vielfältigen Palette an Kartonsorten sowie Faltschachteln. Die unter bestimmten Voraus-
setzungen geforderte Trennung von Leistungsverpflichtungen kann in Abhängigkeit von den im Einzelfall mit den Kunden
vereinbarten Lieferkonditionen zu separierende Leistungsverpflichtungen im Zusammenhang mit Transportdienstleistun-
gen ergeben, die im MM Konzern von untergeordneter Bedeutung sind. Im Übrigen gibt es im Konzern keine wesentlichen
Mehrkomponentenverträge, die z. B. neben Warenlieferungen auch Dienstleistungen beinhalten. Werkzeuge, wie z. B.
Stanzformen und Gravuren, werden nicht als einzelne Leistungsverpflichtung betrachtet, da diese zur Vertragserfüllung
notwendig sind.
Die Gegenleistung, zu deren Erhalt der Konzern im Austausch für die Lieferung seiner Waren berechtigt ist, setzt sich aus
dem Preis der zu liefernden Güter und einer etwaigen variablen Komponente, in Form von Kundenrabatten und -boni,
zusammen und ist auf Ziel zahlbar. Eine Finanzierungskomponente liegt aufgrund der vereinbarten Zahlungsziele nicht vor.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
99
Konzernabschluss
Die variable Komponente wird als „Verbindlichkeit für Kundenrabatte und -boni“ berücksichtigt. Die Höhe dieser Verbind-
lichkeit richtet sich nach dem wahrscheinlichen Anspruch des Kunden und wird regelmäßig evaluiert und gegebenenfalls
angepasst.
Die Erfassung der Umsatzerlöse aus der Herstellung und dem Verkauf von Karton und Faltschachteln erfolgt auf Basis der
vereinbarten Lieferkonditionen (Incoterms) zeitpunktbezogen.
Die Segmentberichterstattung des Konzerns stellt sich wie folgt dar:
2021
MM
MM
(in Tausend EUR)
Board & Paper
Packaging
Eliminierungen
Konzern
3.069.714
(0)
Außenumsätze
1.428.838
132.233
1.561.071
107.694
394
1.640.876
0
Konzerninterne Umsätze
Gesamte Umsatzerlöse
Betriebliches Ergebnis
Finanzerträge
759
1.641.635
161.921
3.231
(132.992)
(132.992)
3.069.714
269.615
3.319
0
(306)
Finanzaufwendungen
Ergebnis vor Steuern
Steuern vom Einkommen und Ertrag
Jahresüberschuss
(20.678)
86.766
(3.997)
306
(24.369)
244.549
(53.848)
190.701
257.798
(148.953)
(2.395)
157.783
(37.003)
120.780
144.716
(73.797)
0
0
(16.845)
69.921
0
0
Investitionen
113.082
(75.156)
(2.395)
0
1)
Abschreibungen
0
1)
Wertminderungen
0
(330.734)
(330.730)
0
Segment-Aktiva
2.747.648
1.865.433
4.787
1.597.304
817.637
7.705
4.014.218
2.352.340
12.492
Segment-Verbindlichkeiten
Mitarbeiter zum 31. Dezember
1) auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
100
Konzernabschluss
2020
Eliminierungen
MM
MM
Packaging
(in Tausend EUR)
Board & Paper
Konzern
2.528.399
0
Außenumsätze
934.501
116.251
1.050.752
86.695
1.593.898
0
Konzerninterne Umsätze
Gesamte Umsatzerlöse
Betriebliches Ergebnis
Finanzerträge
318
1.594.216
144.685
1.593
(116.569)
(116.569)
2.528.399
231.380
1.712
0
421
(302)
Finanzaufwendungen
Ergebnis vor Steuern
Steuern vom Einkommen und Ertrag
Jahresüberschuss
(3.158)
(5.007)
302
(7.863)
83.346
138.728
(34.857)
103.871
62.617
0
222.074
(59.844)
162.230
157.639
(135.964)
(31.517)
2.399.570
852.472
9.938
(24.987)
58.359
0
0
Investitionen
95.022
0
1)
Abschreibungen
(54.262)
(23.735)
1.218.682
378.009
2.417
(81.702)
(7.782)
0
0
1)
Wertminderungen
Segment-Aktiva
1.421.188
714.763
7.521
(240.300)
(240.300)
Segment-Verbindlichkeiten
Mitarbeiter zum 31. Dezember
1) auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
Die folgende Aufstellung zeigt die Verteilung der Umsatzerlöse nach den jeweiligen Bestimmungsländern sowie der langfris-
tig nutzbaren Vermögenswerte und der getätigten Investitionen nach Unternehmensstandorten:
2021
2020
Langfristige
Vermögens-
werte
Langfristige
Vermögens-
werte
(in Tausend EUR)
Österreich
Umsatzerlöse
47.387
Investitionen
44.551
42.619
8.033
Umsatzerlöse
65.193
Investitionen
74.996
40.933
11.571
36.333
18.427
25.057
42.490
4.444
527.808
280.394
79.729
727.630
24.811
423.314
209.516
97.681
33.941
0
488.216
316.134
74.546
41.405
15.237
78.885
190.239
100.649
37.508
0
Deutschland
509.420
296.988
374.298
232.191
563.227
619.285
241.804
146.814
20.494
428.202
273.938
221.139
231.991
415.486
494.846
256.693
123.859
34.858
Frankreich
Polen
2.935
Großbritannien
Weitere westeuropäische Länder
Osteuropa (inklusive Türkei)
Asien und MENA
Nord- und Südamerika
Sonstige
3.652
12.915
33.024
7.224
3.547
2.686
0
0
Gesamt
3.069.714
2.404.824
257.798
2.528.399
1.342.819
157.639
Langfristig nutzbare Vermögenswerte sowie Investitionen beinhalten die Posten Sachanlagen und immaterielle Vermögens-
werte inklusive Geschäfts(Firmen)werten (siehe Anhangangabe 6) sowie geleistete Anzahlungen (siehe Anhangangabe 12).
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
101
Konzernabschluss
20 SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
(in Tausend EUR)
2021
47.335
9.497
2020
0
Erträge aus der Entkonsolidierung von Tochterunternehmen
Veräußerungsgewinne und -verluste aus Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten – netto
625
Versicherungserträge
Mieterträge
1.787
6.645
1.641
10.897
19.808
1.750
Sonstige Erträge - netto
Sonstige betriebliche Erträge
24.491
84.860
Die Erträge aus der Entkonsolidierung von Tochterunternehmen beinhalten Tsd. EUR 46.175 aus der Veräußerung der
Standorte in Eerbeek und Baiersbronn (siehe Anhangangabe 5.3.) sowie Tsd. EUR 1.160 aus der Entkonsolidierung von
Al- Ekbal Printing and Packaging Co., Amman, Jordanien.
Die Veräußerungsgewinne und –verluste aus Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten – netto resultieren im
Wesentlichen aus dem Verkauf von „zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten“ im Zusammenhang mit
der Stilllegung von Hirschwang.
Die „sonstigen Erträge – netto“ enthalten zu einem Großteil Erträge aus Energieverkäufen und Energieeffizienzrückvergü-
tungen in Höhe von Tsd. EUR 15.670 (2020: Tsd. EUR 3.759) sowie eine Vielzahl von Einzelsachverhalten.
21 AUFWENDUNGEN NACH AUFWANDSARTEN
Die Darstellung der Konzerngewinn- und -verlustrechnung erfolgt nach dem Umsatzkostenverfahren. Die nachfolgenden
Tabellen zeigen eine Aufgliederung nach Aufwandsarten für das Geschäftsjahr 2021 bzw. das Geschäftsjahr 2020:
(in Tausend EUR)
2021
1.798.630
540.472
148.953
2.395
2020
1.317.888
526.548
135.964
31.517
Materialaufwand und bezogene Leistungen
Personalaufwand
1)
Abschreibungen
1)
Wertminderungen
Sonstiger Aufwand
394.509
2.884.959
304.910
2.316.827
Summe Herstellungskosten, Vertriebs- und Verwaltungskosten, sonstige betriebliche Aufwendungen
1) auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
(in Tausend EUR)
2021
1.798.630
375.296
123.385
2.395
2020
1.317.888
363.329
114.716
29.237
Materialaufwand und bezogene Leistungen
Personalaufwand
1)
Abschreibungen
1)
Wertminderungen
Sonstiger Aufwand
113.851
2.413.557
88.709
Herstellungskosten
1.913.879
1) auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
102
Konzernabschluss
(in Tausend EUR)
Personalaufwand
2021
165.176
25.568
0
2020
163.219
21.248
1)
Abschreibungen
1)
Wertminderungen
2.280
Sonstiger Aufwand
280.658
471.402
216.201
402.948
Summe Vertriebs- und Verwaltungskosten, sonstige betriebliche Aufwendungen
1) auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
22 PERSONALAUFWAND
Der Personalaufwand setzt sich über alle Bereiche des Konzerns wie folgt zusammen:
(in Tausend EUR)
2021
211.062
202.683
21.871
8.336
2020
224.767
176.034
25.540
7.116
Bruttolöhne
Bruttogehälter
Aufwendungen für Abfertigungen
Aufwendungen für Altersversorgung
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und
Pflichtbeiträge
84.197
12.323
82.917
10.174
Sonstige Sozialaufwendungen
Gesamt
540.472
526.548
Die durchschnittlichen Personalstände stellen sich wie folgt dar:
(Anzahl der Personen)
Arbeiter
2021
8.489
2020
7.689
2.287
9.976
Angestellte
2.529
Gesamt
11.018
Vergütung des Managements
Das Management in den Schlüsselpositionen des Konzerns besteht aus dem Vorstand und dem Aufsichtsrat. Die Vergü-
tungen des Managements sind nachfolgend dargestellt:
(in Tausend EUR)
2021
10.230
1.017
0
2020
10.196
575
Gehälter und sonstige kurzfristige Leistungen (inkl. Aufsichtsratsvergütungen)
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses
Langfristig fällige Leistungen (Vorstand)
Gesamt
6.716
0
326
11.573
17.487
Bedingung für die Auszahlung der langfristig fälligen Leistungen (langfristige Erfolgsbeteiligung) ist das Erreichen einer
gewissen Operating Margin für die jeweils nächsten drei Jahre aufgrund einer Drei-Jahresplanung. Für eine zu Beginn
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
103
Konzernabschluss
festgelegte Operating Margin steht dem Vorstand eine Erfolgsbeteiligung in einer definierten Höhe zu. Abweichungen von
dieser durchschnittlichen Operating Margin führen zu Zu- bzw. Abschlägen von dem Zielbetrag.
Die Bezüge der Mitglieder des Vorstandes setzen sich wie folgt zusammen:
(in Tausend EUR)
Fixbezüge
2021
2.492
7.347
9.839
2020
3.500
5.999
9.499
Variable Vergütung
Gesamt
Die Rückstellung für die noch nicht ausbezahlten variablen Vergütungen betrug zum 31. Dezember 2021 Tsd. EUR 6.918
(31. Dezember 2020: Tsd. EUR 7.376).
An ehemalige Organmitglieder und deren Hinterbliebene wurde im Geschäftsjahr 2021 die Firmenpension von Tsd. EUR 841
(2020: Tsd. EUR 328) bezahlt.
Die Bezüge der von der Kapitalgeberseite entsandten Mitglieder des Aufsichtsrates betrugen im Geschäftsjahr 2021
Tsd. EUR 717 (2020: Tsd. EUR 697).
23 AUFWENDUNGEN FÜR DEN KONZERNABSCHLUSSPRÜFER
Die PwC Wirtschaftsprüfung GmbH wurde von der 27. Ordentlichen Hauptversammlung am 28. April 2021 zum Jahres-
und Konzernabschlussprüfer der Mayr-Melnhof Karton AG bestellt und prüft darüber hinaus die Einzelabschlüsse aller
wesentlichen österreichischen Tochtergesellschaften. Im Geschäftsjahr 2021 betragen die Aufwendungen für Leistungen
der PwC Wirtschaftsprüfung GmbH in Österreich Tsd. EUR 743 (2020: Tsd. EUR 461), davon entfallen Tsd. EUR 644 (2020:
Tsd. EUR 405) auf Prüfung und andere Bestätigungsleistungen und Tsd. EUR 99 (2020: Tsd. EUR 56) auf sonstige Leistungen.
24 FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSAUFWENDUNGEN
Aufwendungen für Forschungstätigkeiten werden sofort erfolgswirksam erfasst. Weder zum 31. Dezember 2021 noch zum
31. Dezember 2020 wurden Entwicklungskosten aktiviert.
Die während des Geschäftsjahres 2021 in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand erfassten Forschungs- und Ent-
wicklungskosten belaufen sich auf Tsd. EUR 4.580 (2020: Tsd. EUR 2.777).
25 FINANZERTRÄGE
(in Tausend EUR)
2021
3.230
89
2020
1.592
120
Zinserträge aus Bankguthaben
Sonstige Finanzerträge
Summe Finanzerträge
3.319
1.712
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
104
Konzernabschluss
26 FINANZAUFWENDUNGEN
(in Tausend EUR)
2021
(17.533)
(1.867)
2020
(4.786)
(1.585)
(1.492)
(7.863)
Zinsaufwand aus Finanzverbindlichkeiten
Zinsaufwand aus Leasingverbindlichkeiten
Sonstige Finanzaufwendungen
Summe Finanzaufwendungen
(4.969)
(24.369)
Der Anstieg der Zinsaufwendungen aus Finanzverbindlichkeiten resultiert aus der Aufnahme von Schuldscheindarlehen
und Namensschuldverschreibungen. Die sonstigen Finanzaufwendungen beinhalten im Wesentlichen die Bereitstellungs-
provision für nicht ausgenützte Kreditlinien sowie Provisionen im Zusammenhang mit Erwerbsfinanzierungen.
27 SONSTIGES FINANZERGEBNIS – NETTO
(in Tausend EUR)
2021
(3.862)
(1.367)
720
2020
(2.758)
(1.499)
284
Wechselkursgewinne und -verluste – netto
Nettozinsaufwand aus Personalverpflichtungen
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bewerteten Finanzanlagen
Dividendenerträge
606
344
Übrige sonstige Finanzerträge
388
474
Übrige sonstige Finanzaufwendungen
Sonstiges Finanzergebnis – netto
(501)
0
(4.016)
(3.155)
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
105
Konzernabschluss
28 ERGEBNIS JE AKTIE
Der Gewinn je Aktie wird gemäß IAS 33 „Ergebnis je Aktie“ ermittelt. Demnach sind zwei Kenngrößen, der unverwässerte
und der verwässerte Gewinn je Aktie, zu berechnen und auszuweisen. Der unverwässerte Gewinn je Aktie wird durch die
Division des auf die Aktionäre der Gesellschaft entfallenden Anteiles am Jahresüberschuss durch die gewichtete durch-
schnittliche Anzahl an ausstehenden Aktien während des Geschäftsjahres ermittelt. Da es weder zum 31. Dezember 2021
noch zum 31. Dezember 2020 verwässerungsfähige Aktienbezugsrechte gibt, war eine Berechnung des verwässerten Ge-
winnes je Aktie nicht erforderlich. Dieser entspricht somit dem unverwässerten Gewinn je Aktie.
Bei der Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie wird das den Inhabern von Stammaktien des Mutterunter-
nehmens zuzurechnende Ergebnis durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl von Stammaktien, die sich während des
Jahres im Umlauf befinden, geteilt.
2021
189.174
2020
161.188
Den Inhabern von Stammaktien des Mutterunternehmens zuzurechnendes Ergebnis (in Tausend EUR)
Gewichtete durchschnittliche Anzahl an Stammaktien
20.000.000
20.000.000
Den Inhabern von Stammaktien des Mutterunternehmens zuzurechnendes unverwässertes Ergebnis
je Aktie (in EUR)
9,46
8,06
Die Anzahl der ausgegebenen Aktien betrug zum 31. Dezember 2021, unverändert zum Vorjahr, 20.000.000 Stück.
29 EVENTUALVERBINDLICHKEITEN UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN
Verpflichtungen aus anhängigen Verfahren bzw. ähnliche Ansprüche
Gegen den Konzern sind verschiedene Verfahren sowie andere Ansprüche anhängig, die sich aus der gewöhnlichen Ge-
schäftstätigkeit ergeben. Unter Berücksichtigung aller verfügbaren Informationen geht der Konzern davon aus, dass alle
Verfahren bzw. Ansprüche keinen wesentlichen Einfluss auf die Finanzlage oder das konsolidierte Ergebnis haben werden,
obwohl der Ausgang einzelner Verfahren nicht mit Sicherheit vorausgesagt werden kann.
Umweltverpflichtungen
Der Konzern unterliegt in Umweltangelegenheiten verschiedenen staatlichen Auflagen und Gesetzen in den jeweiligen
Ländern. Ausgaben für jene Maßnahmen, die der Behebung von Umweltangelegenheiten aus der vergangenen Geschäfts-
tätigkeit zuzuordnen sind und die keinen nennenswerten zukünftigen Nutzen erwarten lassen, werden sofort aufwands-
wirksam erfasst. Sofern ein Aufwand wahrscheinlich und der Betrag zuverlässig schätzbar ist, bildet der Konzern Rückstel-
lungen für Umweltrisiken und Nachsorgeverpflichtungen (siehe Anhangangabe 15).
Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Die Verpflichtungen aus verbindlich kontrahierten Investitionsprojekten für Sachanlagen betragen zum
31. Dezember 2021 Tsd. EUR 136.440 (31. Dezember 2020: Tsd. EUR 169.987). Diese Entwicklung ist insbesondere auf
geplante konzernweite Investitionsprogramme mit Fokus auf Ausbau und Erneuerung zurückzuführen.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
106
Konzernabschluss
30 ANGABEN ÜBER BEZIEHUNGEN ZU NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN
Der Aufwand für von sonstigen nahestehenden Unternehmen bezogene Rohstoffe für die Kartonerzeugung betrug im
Geschäftsjahr 2021 Tsd. EUR 5.497 (2020: Tsd. EUR 5.919). Zum 31. Dezember 2021 bestanden gegenüber sonstigen
nahestehenden Unternehmen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von Tsd. EUR 606
(31. Dezember 2020: Tsd. EUR 810).
Im Geschäftsjahr 2021 wurden Umsatzerlöse mit assoziierten Unternehmen in Höhe von Tsd. EUR 423 (2020:
Tsd. EUR 949) erzielt. Zum 31. Dezember 2021 bestanden gegenüber assoziierten Unternehmen Forderungen aus Liefe-
rungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen in Höhe von Tsd. EUR 45 (31. Dezember 2020: Tsd. EUR 312).
Der Aufwand für von Gemeinschaftsunternehmen bezogene Rohstoffe betrug im Geschäftsjahr 2021 Tsd. EUR 4.206
(2020: Tsd. EUR 1.048). Zum 31. Dezember 2021 bestanden gegenüber Gemeinschaftsunternehmen Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen in Höhe von Tsd. EUR 826 (31. Dezember 2020: Tsd. EUR 0).
Die Geschäfte mit diesen Unternehmen erfolgen zu marktüblichen Bedingungen.
Als nahestehende Personen sind Personen in Schlüsselpositionen des Konzerns (aktive Vorstands- und Aufsichtsratsmit-
glieder der Mayr-Melnhof Karton AG) und deren nahe Angehörige anzusehen. Für Informationen zu Managementvergütung
siehe Anhangangabe 22.
Der Aufwand für von zwei Aufsichtsratsmitgliedern erbrachte Beratungsleistungen betrug im Geschäftsjahr 2021
Tsd. EUR 143 (2020: Tsd. EUR 120). Zum 31. Dezember 2021 bestanden in diesem Zusammenhang Verbindlichkeiten in
Höhe von Tsd. EUR 30 (31. Dezember 2020: Tsd. EUR 41). Es wurden marktübliche Sätze für derartige Beratungsleistun-
gen in Rechnung gestellt.
Für Informationen zu Beiträgen in den britischen Pensionsplan siehe Anhangangabe 15.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
107
Konzernabschluss
31 ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNGELDFLUSSRECHNUNG
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen den Kassenbestand, Schecks und kurzfristig veranlagte Sicht-
einlagen bei Kreditinstituten mit einer ursprünglichen Laufzeit von maximal drei Monaten. Zahlungsmittel in Fremdwährung
werden zu Stichtagskursen umgerechnet. Die so definierten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente liegen der Kon-
zerngeldflussrechnung zugrunde und beinhalten:
(in Tausend EUR)
31. Dez. 2021
52.279
31. Dez. 2020
38.857
Festgeld
Bank- und Kassenbestand
Sonstige gebundene Bankguthaben
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
306.474
793
107.330
54
359.546
146.241
Der Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit wird nach der indirekten Methode vom Konzernabschluss abgeleitet, die Cash
Flows aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit werden hingegen direkt anhand der Geldzu- und -abflüsse ermittelt.
Der Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit verringerte sich von Tsd. EUR 318.184 auf Tsd. EUR 269.820. Diese Verände-
rung resultiert aus einem niedrigeren cashwirksamen Ergebnis. Einem Rückgang im Working Capital im Vorjahr stand ein
Aufbau im aktuellen Jahr gegenüber.
Die sonstigen Anpassungen im Cash Flow aus dem Ergebnis im Geschäftsjahr 2021 resultieren vor allem aus der Verän-
derung der langfristigen Rückstellungen sowie Effekten aus Wechselkursänderungen.
Der Cash Flow aus der Investitionstätigkeit veränderte sich von Tsd. EUR -142.860 auf Tsd. EUR -891.401. Diese Verän-
derung stammt im Wesentlichen aus der Bezahlung der Kaufpreise für den Erwerb des Werkes Kwidzyn in Höhe von
Tsd. EUR 676.475 und Kotkamills von Tsd. EUR 203.097, welchen Einzahlungen aus dem Verkauf der Werke Eerbeek und
Baiersbronn in Höhe von Tsd. EUR 152.113 gegenüberstanden. Die Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen und
immateriellen Vermögenswerten erhöhten sich dem intensivierten Investitionsprogramm entsprechend von
Tsd. EUR 152.772 im Vorjahr auf Tsd. EUR 248.430 im Geschäftsjahr 2021.
Der Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit veränderte sich vor allem aufgrund der Aufnahme von Schuldscheindarlehen
und Namensschuldverschreibungen von Tsd. EUR -150.803 auf Tsd. EUR 836.889.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
108
Konzernabschluss
Die folgende Aufstellung zeigt eine Überleitung der Finanzverbindlichkeiten aus zahlungswirksamen und nicht zahlungs-
wirksamen Veränderungen:
Langfristige
verzinsliche
Finanzverbind-
lichkeiten
Kurzfristige
verzinsliche
Finanzverbind-
lichkeiten
(in Tausend EUR)
Gesamt
268.426
1.225.114
(311.002)
914.112
234.826
477
Stand am 1. Jan. 2021
215.511
1.125.000
(167.711)
957.289
202.432
156
52.915
100.114
(143.291)
(43.177)
32.394
321
Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten
Tilgung von Finanzverbindlichkeiten
Summe zahlungswirksamer Veränderungen
Änderungen des Konsolidierungskreises
Wechselkurseffekte
Sonstige nicht zahlungswirksame Veränderungen
Summe nicht zahlungswirksamer Veränderungen
Stand am 31. Dez. 2021
(26.314)
176.274
1.349.074
31.550
64.265
74.003
5.236
240.539
1.423.077
In den sonstigen nicht zahlungswirksamen Veränderungen sind auch Zugänge in den Leasingverbindlichkeiten enthalten,
denen der Erwerb von Vermögenswerten in gleicher Höhe gegenübersteht. Des Weiteren beinhaltet diese Position Umbu-
chungen von langfristigen zu kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten.
Langfristige
verzinsliche
Finanzverbind-
lichkeiten
Kurzfristige
verzinsliche
Finanzverbind-
lichkeiten
(in Tausend EUR)
Gesamt
345.383
642
Stand am 1. Jan. 2020
232.540
514
112.843
128
Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten
Tilgung von Finanzverbindlichkeiten
Summe zahlungswirksamer Veränderungen
Wechselkurseffekte
0
(78.256)
(78.128)
(331)
(78.256)
(77.614)
(907)
514
(576)
Sonstige nicht zahlungswirksame Veränderungen
Summe nicht zahlungswirksamer Veränderungen
Stand am 31. Dez. 2020
(16.967)
(17.543)
215.511
18.531
18.200
52.915
1.564
657
268.426
32 WESENTLICHE EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG UND WEITERE
INFORMATIONEN
Die MM Gruppe beobachtet genau die Entwicklungen in Russland und der Ukraine wie auch die internationalen Maßnah-
men und mögliche Auswirkung auf den Konzern. MM erwirtschaftet kumuliert ca. 9 % des Konzern-EBITDA in Russland
und der Ukraine. In Russland werden an zwei Standorten, St. Petersburg und Pskov, Packagingprodukte für den lokalen
Bedarf bei täglichen Konsumgütern produziert. Mit einem Stillstand muss gerechnet werden. MM hat alle Kartonlieferun-
gen nach Russland gestoppt. In der Ukraine, wo MM in der Landesmitte am Standort Cherkassy Verpackungen produziert,
ist der Betrieb aktuell eingestellt.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
109
Konzernabschluss
33 BETEILIGUNGSLISTE
2021
2020
Name der Gesellschaft
Name der Gesellschaft
Mayr-Melnhof Karton
Mayr-Melnhof Karton
1)
1)
1)
1)
Aktiengesellschaft, Wien (AUT)
EUR 80.000
-
VK
Aktiengesellschaft, Wien (AUT)
EUR
EUR
80.000
-
VK
MM Service GmbH,
Wien (AUT)
Mayr-Melnhof Service GmbH,
Wien (AUT)
EUR
35 100,00 %
VK
35 100,00 %
VK
MM BOARD & PAPER
MM KARTON
Baiersbronn Frischfaser Karton GmbH,
Baiersbronn (DEU)
1)
1)
1)
2)
-
-
CHF
EUR
-
-
-
-
EUR
CHF
EUR
EUR
2.050 100,00 %
100 100,00 %
VK
VK
VK
NE
CP (CartPrint) International Trading AG,
Worb (CHE)
CP (CartPrint) International Trading AG,
Worb (CHE)
1)
100 100,00 %
VK
free-com solutions GmbH,
Wien (AUT)
free-com solutions GmbH,
Wien (AUT)
1)
35
-
51,00 %
-
VK
35
51,00 %
37,50 %
Industriewater Eerbeek B. V.,
Eerbeek (NLD)
-
-
143
Lokalbahn Payerbach-Hirschwang
Gesellschaft m. b. H.,
Lokalbahn Payerbach-Hirschwang
Gesellschaft m. b. H.,
1)
1)
Reichenau/Rax (AUT)
EUR
EUR
-
190 100,00 %
VK
VK
Reichenau/Rax (AUT)
EUR
EUR
EUR
NOK
EUR
EUR
EUR
-
190 100,00 %
5.000 100,00 %
7.300 100,00 %
10.000 100,00 %
7.500 100,00 %
9.205 100,00 %
12.828 100,00 %
VK
MM BOARD & PAPER GmbH,
Wien (AUT)
Mayr-Melnhof Cartonboard International
GmbH, Wien (AUT)
1)
1)
5.000 100,00 %
VK
Mayr-Melnhof Eerbeek B. V.,
Eerbeek (NLD)
1)
-
-
-
-
VK
VK
VK
VK
VK
MM FollaCell AS,
Follafoss (NOR)
MM Karton FollaCell AS,
Follafoss (NOR)
1)
1)
1)
1)
1)
NOK 10.000 100,00 %
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
MM Frohnleiten GmbH,
Frohnleiten (AUT)
Mayr-Melnhof Karton
Gesellschaft m. b. H., Frohnleiten (AUT)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
EUR
EUR
7.500 100,00 %
9.205 100,00 %
MM Gernsbach GmbH,
Gernsbach (DEU)
Mayr-Melnhof Gernsbach GmbH,
Gernsbach (DEU)
MM Kolicevo d.o.o.,
Domzale (SVN)
Kolicevo Karton Proizvodnja
kartona, d.o.o., Domzale (SVN)
EUR 12.828 100,00 %
EUR 100,00 %
EUR 10.200 100,00 %
MM Kotkamills Absorbex Oy,
Kotka (FIN)
2
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
MM Kotkamills Boards Oy,
Kotka (FIN)
-
MM Kotkamills Oy,
Kotka (FIN)
EUR
EUR
80 100,00 %
100,00 %
-
MM Kotkamills Wood Oy,
Kotka (FIN)
2
-
MM Kwidzyn Sp. z o. o.,
Kwidzyn (POL)
PLN 90.000 100,00 %
-
-
MM Neuss GmbH,
Baiersbronn (DEU)
FS-Karton GmbH,
Baiersbronn (DEU)
1)
EUR
PLN
-
7.500 100,00 %
384 100,00 %
EUR
-
7.500 100,00 %
VK
Tor-Pal Sp. z o. o.,
Kwidzyn (POL)
-
-
-
-
Stort Doonweg B. V.,
Eerbeek (NLD)
2)
EUR
18
50,00 %
NE
-
-
-
-
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
110
Konzernabschluss
2021
2020
Name der Gesellschaft
Name der Gesellschaft
Handels- und Vertriebs-
Handels- und Vertriebs-
gesellschaften von MM Board & Paper
gesellschaften von MM Karton
Austria Cartón S.A.,
Barcelona (ESP)
Austria Cartón S.A.,
Barcelona (ESP)
1)
1)
1)
EUR
HUF
60
75,00 %
VK
EUR
-
60
-
75,00 %
-
VK
MM B&P Hungary Kft.,
Budaörs (HUN)
20 100,00 %
VK
-
-
Keminer Remmers Spiehs
Kartonhandels GmbH,
Gernsbach (DEU)
Keminer Remmers Spiehs
Kartonhandels GmbH,
Gernsbach (DEU)
1)
1)
2)
1)
1)
1)
2)
1)
4)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
EUR
TND
1.280 100,00 %
80 100,00 %
VK
VK
NE
VK
EUR
TND
1.280 100,00 %
80 100,00 %
VK
VK
NE
VK
NK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
Mayr-Melnhof Mediterra SARL,
Tunis (TUN)
Mayr-Melnhof Mediterra SARL,
Tunis (TUN)
Mayr-Melnhof & Wilfried Heinzel
Tehran Co., Teheran (IRN)
Mayr-Melnhof & Wilfried Heinzel
Tehran Co., Teheran (IRN)
IRR 100.000
36,00 %
IRR 100.000
36,00 %
MM Board Benelux B.V.,
Amstelveen (NLD)
Mayr-Melnhof Benelux B.V.,
Amstelveen (NLD)
EUR
-
91 100,00 %
EUR
CNY
BGN
CZK
TRY
EUR
EUR
EUR
PLN
EUR
GBP
-
91 100,00 %
MM Guang Zhou Yue Ran
Paper Co., Ltd. i.L., Guangzhou (CHN)
-
-
-
-
1.500 100,00 %
MM Board Bulgaria EOOD,
Sofia (BGR)
MM Karton Bulgaria EOOD,
Sofia (BGR)
1)
BGN
CZK
-
5
100,00 %
VK
5
100,00 %
MM Board Czech s.r.o.,
Prag (CZE)
MM Karton Praha s.r.o.,
Prag (CZE)
1)
820 100,00 %
VK
820 100,00 %
10 100,00 %
MM Karton Turkey Ticaret Limited
Sirketi i.L., Istanbul (TUR)
-
-
-
-
MM Board France SARL,
Paris (FRA)
Mayr-Melnhof France SARL,
Paris (FRA)
1)
EUR
EUR
EUR
PLN
EUR
GBP
EUR
8
100,00 %
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
8
100,00 %
26 100,00 %
51 75,00 %
MM Board Germany GmbH,
Neuss (DEU)
MM Kartonvertrieb GmbH,
Neuss (DEU)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
26 100,00 %
51 75,00 %
MM Board Italy SRL,
Mailand (ITA)
Mayr-Melnhof Italia S. R. L.,
Mailand (ITA)
MM Board Polska Sp.zo.o.,
Posen (POL)
Mayr-Melnhof Karton Polska Sp. z o. o.,
Posen (POL)
50 100,00 %
30 100,00 %
50 100,00 %
30 100,00 %
MM Board Sl d.o.o.,
Domzale (SVN)
MM Prodaja Kartona, trgovina s kartonom
d.o.o., Domzale (SVN)
MM Board UK Limited,
Theale-Reading (GBR)
Mayr-Melnhof Cartonboard UK Limited,
Theale-Reading (GBR)
1.000 100,00 %
35 100,00 %
1.000 100,00 %
MM Board & Paper Sales GmbH,
Wien (AUT)
-
-
-
-
MM Karton Russia LLC,
Moskau (RUS)
MM Karton Russia LLC,
Moskau (RUS)
1)
RUB 14.290 100,00 %
RUB
-
14.290 100,00 %
VK
MM Shared Services Sp.zo.o.,
Warschau (POL)
PLN
GBP
5.662 100,00 %
300 100,00 %
-
-
-
-
Varsity Packaging Limited,
Theale-Reading (GBR)
Varsity Packaging Limited,
Theale-Reading (GBR)
1)
GBP
300 100,00 %
VK
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
111
Konzernabschluss
2021
2020
Name der Gesellschaft
Name der Gesellschaft
MM PACKAGING
MM PACKAGING
Al-Ekbal Printing & Packaging Co. i.L.,
Amman (JOR)
Al-Ekbal Printing & Packaging Co. i.L.,
Amman (JOR)
1)
4)
1)
4)
JOD
3.500
1
86,94 % VK
JOD
HKD
3.500
1
86,94 % VK
Beaucrest Limited,
Hong Kong (HKG)
Beaucrest Limited,
Hong Kong (HKG)
HKD
100,00 % NK
100,00 % NK
C. P. Schmidt Verpackungs-Werk
Beteiligungsgesellschaft mbH,
Kaiserslautern (DEU)
C. P. Schmidt Verpackungs-Werk
Beteiligungsgesellschaft mbH,
Kaiserslautern (DEU)
1)
4)
1)
1)
1)
1)
1)
4)
1)
1)
1)
1)
EUR
UAH
EUR
EUR
JOD
CLP
180 100,00 % VK
EUR
UAH
EUR
EUR
JOD
CLP
180 100,00 % VK
Danubia International,
Kiew (UKR)
Danubia International,
Kiew (UKR)
1
100,00 % NK
1
100,00 % NK
Gundlach GmbH,
Bielefeld (DEU)
Gundlach GmbH,
Bielefeld (DEU)
52 100,00 % VK
7.500 100,00 % VK
5.000 100,00 % VK
5.000 100,00 % VK
52 100,00 % VK
7.500 100,00 % VK
5.000 100,00 % VK
5.000 100,00 % VK
Mayr-Melnhof Packaging Iberica SL,
Valencia (ESP)
Mayr-Melnhof Packaging Iberica SL,
Valencia (ESP)
Mayr-Melnhof Packaging International
GmbH /Jordan PSC, Amman (JOR)
Mayr-Melnhof Packaging International
GmbH /Jordan PSC, Amman (JOR)
Mayr-Melnhof Packaging Marinetti
Limitada, Santiago de Chile (CHL)
Mayr-Melnhof Packaging Marinetti
Limitada, Santiago de Chile (CHL)
Mayr-Melnhof Printing and Packaging
Tehran Company, Private Joint Stock,
Teheran (IRN)
Mayr-Melnhof Printing and Packaging
Tehran Company, Private Joint Stock,
Teheran (IRN)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
IRR 514.800.000
99,56 % VK
IRR 514.800.000
99,56 % VK
MM C. P. Schmidt GmbH,
Kaiserslautern (DEU)
C. P. Schmidt GmbH,
Kaiserslautern (DEU)
EUR
EUR
EUR
3.000 100,00 % VK
526 100,00 % VK
25 100,00 % VK
EUR
EUR
EUR
3.000 100,00 % VK
526 100,00 % VK
25 100,00 % VK
MM Graphia Bielefeld GmbH,
Bielefeld (DEU)
MM Graphia Bielefeld GmbH,
Bielefeld (DEU)
MM Graphia GmbH,
Bielefeld (DEU)
MM Graphia GmbH,
Bielefeld (DEU)
MM Graphia Izmir Karton sanayi ve
ticaret anonim sirketi,
Izmir (TUR)
Mayr-Melnhof Graphia Izmir Karton
sanayi ve ticaret anonim sirketi,
Izmir (TUR)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
TRY
EUR
EUR
EUR
EUR
EUR
EUR
EUR
24.613 100,00 % VK
3.500 100,00 % VK
7.000 100,00 % VK
500 100,00 % VK
1.820 100,00 % VK
3.000 100,00 % VK
500 100,00 % VK
3.000 100,00 % VK
TRY
EUR
EUR
EUR
EUR
EUR
EUR
EUR
24.613 100,00 % VK
3.500 100,00 % VK
7.000 100,00 % VK
500 100,00 % VK
1.820 100,00 % VK
3.000 100,00 % VK
500 100,00 % VK
3.000 100,00 % VK
MM Graphia Trier GmbH,
Trier (DEU)
MM Graphia Trier GmbH,
Trier (DEU)
MM Gravure Trier GmbH,
Trier (DEU)
Mayr-Melnhof Gravure GmbH,
Trier (DEU)
MM Innovaprint GmbH,
Bielefeld (DEU)
MM Graphia Innovaprint GmbH,
Bielefeld (DEU)
MM Neupack GmbH,
Reichenau/Rax (AUT)
Neupack Gesellschaft m. b. H.,
Reichenau/Rax (AUT)
MM Packaging Behrens GmbH,
Alfeld (Leine) (DEU)
MM Packaging Behrens GmbH,
Alfeld (Leine) (DEU)
MM Packaging Beteiligungs- und
Verwaltungs GmbH, Bielefeld (DEU)
MM Packaging Beteiligungs- und
Verwaltungs GmbH, Bielefeld (DEU)
MM Packaging Caesar GmbH,
Traben-Trarbach (DEU)
MM Packaging Caesar GmbH,
Traben-Trarbach (DEU)
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
112
Konzernabschluss
2021
2020
Name der Gesellschaft
Name der Gesellschaft
MM Packaging Colombia S.A.S.,
Santiago de Cali (COL)
MM Packaging Colombia S.A.S.,
Santiago de Cali (COL)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
COP
84.000.000 100,00 %
26 100,00 %
COP
84.000.000 100,00 %
26 100,00 %
MM Packaging Deutschland GmbH,
Bielefeld (DEU)
MM Packaging GmbH,
Bielefeld (DEU)
EUR
EUR
EUR
PLN
RON
EUR
GBP
UAH
EUR
EUR
EUR
PLN
RON
EUR
GBP
UAH
MM PACKAGING GmbH,
Wien (AUT)
Mayr-Melnhof Packaging
5.000 100,00 %
7.289 100,00 %
71.500 100,00 %
5.504 100,00 %
2.500 100,00 %
9.700 100,00 %
56.896 100,00 %
International GmbH, Wien (AUT)
5.000 100,00 %
7.289 100,00 %
71.500 100,00 %
5.504 100,00 %
2.500 100,00 %
9.700 100,00 %
56.896 100,00 %
MM PACKAGING France S.A.S.,
Monéteau (FRA)
MM PACKAGING France S.A.S.,
Monéteau (FRA)
MM Packaging Polska Sp.zo.o.,
Bydgoszcz (POL)
MM Packaging Polska Sp.zo.o.,
Bydgoszcz (POL)
MM Packaging Romania S.R.L.,
Blejoi (ROU)
Mayr-Melnhof Packaging
Romania S.R.L., Blejoi (ROU)
MM Packaging Schilling GmbH,
Heilbronn (DEU)
MM Packaging Schilling GmbH,
Heilbronn (DEU)
MM Packaging UK Limited,
Deeside (GBR)
Mayr-Melnhof Packaging UK Limited,
Deeside (GBR)
MM Packaging Ukraine LLC,
Cherkassy (UKR)
MM Packaging Ukraine LLC,
Cherkassy (UKR)
MM Packaging Vidon Limited Liability
Company, Ho Chi Minh City (VNM)
MM Packaging Vidon Limited Liability
Company, Ho Chi Minh City (VNM)
VND 280.000.000 100,00 %
VND 280.000.000 100,00 %
MM Polygrafoformlenie Packaging
LLC, St. Petersburg (RUS)
MM Polygrafoformlenie Packaging LLC,
St. Petersburg (RUS)
RUB
RUB
EUR
PLN
EUR
PLN
EUR
EUR
EUR
RUB
EUR
UAH
EUR
565.851 100,00 %
33.000 100,00 %
3.050 100,00 %
28.700 100,00 %
1.677 100,00 %
26.000 100,00 %
500 100,00 %
RUB
RUB
EUR
PLN
EUR
PLN
EUR
EUR
EUR
RUB
EUR
UAH
EUR
565.851 100,00 %
33.000 100,00 %
3.050 100,00 %
28.700 100,00 %
1.677 100,00 %
26.000 100,00 %
500 100,00 %
MM Polygrafoformlenie Rotogravure
LLC, St. Petersburg (RUS)
MM Polygrafoformlenie Rotogravure
LLC, St. Petersburg (RUS)
MM Premium Vienna GmbH,
Wien (AUT)
Mayr-Melnhof Packaging
Austria GmbH, Wien (AUT)
MMP Neupack Polska Sp.zo.o.,
Bydgoszcz (POL)
MMP Neupack Polska Sp.zo.o.,
Bydgoszcz (POL)
MMP Packetis SAS,
Chazelles (FRA)
MMP Packetis SAS,
Chazelles (FRA)
MMP Premium Polska Sp.zo.o.,
Bydgoszcz (POL)
MMP Premium Polska Sp.zo.o.,
Bydgoszcz (POL)
MMP Premium Printing Center GmbH,
Trier (DEU)
MMP Premium Printing Center GmbH,
Trier (DEU)
MMP Premium SAS,
Ancenis (FRA)
MMP Premium SAS,
Ancenis (FRA)
6.686 100,00 %
3.700 100,00 %
230.000 100,00 %
26 100,00 %
6.686 100,00 %
3.700 100,00 %
230.000 100,00 %
26 100,00 %
MPC Besitzgesellschaft mbH,
Traun (AUT)
MPC Besitzgesellschaft mbH,
Traun (AUT)
OOO TANN Nevskiy,
Pskov (RUS)
OOO TANN Nevskiy,
Pskov (RUS)
PacProject GmbH,
Hamburg (DEU)
PacProject GmbH,
Hamburg (DEU)
Private Aktiengesellschaft „Graphia
Ukraina“, Cherkassy (UKR)
Private Aktiengesellschaft „Graphia
Ukraina“, Cherkassy (UKR)
5.880
94,78 %
5.880
94,78 %
R + S Stanzformen GmbH,
Niederdorfelden (DEU)
R + S Stanzformen GmbH,
Niederdorfelden (DEU)
260 100,00 %
260 100,00 %
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
113
Konzernabschluss
2021
2020
Name der Gesellschaft
Name der Gesellschaft
Société Tunisienne des Emballages
Modernes, Tunis (TUN)
Société Tunisienne des Emballages
Modernes, Tunis (TUN)
3)
1)
4)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
3)
3)
1)
4)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
3)
TND
TRY
9.640
45,00 %
EK
VK
NK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
EK
TND
9.640
45,00 %
EK
VK
NK
VK
VK
VK
VK
VK
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VK
VK
VK
VK
VK
VK
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EK
Superpak Ambalaj sanayi ve ticaret
anonim sirketi, Izmir (TUR)
Superpak Ambalaj sanayi ve ticaret
anonim sirketi, Izmir (TUR)
116.331 100,00 %
12 100,00 %
TRY
ARS
EUR
COP
EUR
EUR
EUR
CNY
CAD
PHP
EUR
CNY
EUR
PHP
EUR
CNY
116.331 100,00 %
12 100,00 %
35 100,00 %
351.000 100,00 %
512 100,00 %
70 100,00 %
35 100,00 %
TANN ARGENTINA S.A.,
Buenos Aires (ARG)
TANN ARGENTINA S.A.,
Buenos Aires (ARG)
ARS
EUR
COP
EUR
EUR
EUR
CNY
CAD
PHP
EUR
CNY
EUR
PHP
EUR
CNY
Tann Beteiligungs GmbH,
Traun (AUT)
Tann Beteiligungs GmbH,
Traun (AUT)
35 100,00 %
TANN Colombiana S.A.S. i.L.,
La Ceja/Medellin (COL)
TANN Colombiana S.A.S.,
La Ceja/Medellin (COL)
351.000 100,00 %
512 100,00 %
70 100,00 %
TANN GERMANY GmbH,
Glinde (DEU)
TANN GERMANY GmbH,
Glinde (DEU)
TANN Holding GmbH,
Traun (AUT)
TANN Holding GmbH,
Traun (AUT)
TANN Invest GmbH,
Traun (AUT)
TANN Invest GmbH,
Traun (AUT)
35 100,00 %
TANN Longyou Ltd.,
Longyou (Zhejiang) (CHN)
TANN Longyou Ltd.,
Longyou (Zhejiang) (CHN)
97.245
95,69 %
97.245
95,69 %
TANN PAPER Limited,
Woodstock (New Brunswick) (CAN)
TANN PAPER Limited,
Woodstock (New Brunswick) (CAN)
600 100,00 %
470.000 100,00 %
35 100,00 %
600 100,00 %
470.000 100,00 %
35 100,00 %
TANN Philippines, Inc.,
Santo Tomas (Batangas) (PHL)
TANN Philippines, Inc.,
Santo Tomas (Batangas) (PHL)
TANN Service GmbH,
Traun (AUT)
TANN Service GmbH,
Traun (AUT)
TANN Shanghai Co., Ltd.,
Shanghai (CHN)
TANN Shanghai Co., Ltd.,
Shanghai (CHN)
31.522
51,00 %
31.522
51,00 %
TANNPAPIER GmbH,
Traun (AUT)
TANNPAPIER GmbH,
Traun (AUT)
1.000 100,00 %
53.320 100,00 %
200 100,00 %
1.000 100,00 %
53.320 100,00 %
200 100,00 %
TBG Development Philippines, Inc.,
Makati City (Metro Manila) (PHL)
TBG Development Philippines, Inc.,
Makati City (Metro Manila) (PHL)
VTV Verpackungstechnische Verfahren
GmbH, Kaiserslautern (DEU)
VTV Verpackungstechnische Verfahren
GmbH, Kaiserslautern (DEU)
Zhejiang TF Special Papers Co., Ltd.,
Quzhou (CHN)
Zhejiang TF Special Papers Co., Ltd.,
Quzhou (CHN)
50.000
40,00 %
50.000
40,00 %
Der Stimmrechtsanteil weicht von den Eigentumsanteilen nicht ab. Das Mutterunternehmen hält keine Vorzugsanteile an den Tochterunternehmen.
Im Zuge eines Rebrandings des Konzerns kam es zu Umfirmierungen, die bis zur Feststellung durch den Aufsichtsrat dieses Konzernabschlusses berücksichtigt wurden.
1)
VK ... voll konsolidiertes Unternehmen
2)
NE ... Gemeinschaftsunternehmen bzw. assoziiertes Unternehmen, jedoch aufgrund von Unwesentlichkeit nicht „at equity“-bilanziert
3)
EK ... „at equity“-bilanziertes Unternehmen
NK ... aus Unwesentlichkeit nicht konsolidiertes Unternehmen
4)
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
114
Konzernabschluss
34 ORGANE
Die Organe der Gesellschaft setzten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr wie folgt zusammen:
Vorstand
MMag. Peter Oswald (Vorsitzender)
Dr. Andreas Blaschke (Mitglied des Vorstandes)
Mag. Franz Hiesinger (Mitglied des Vorstandes)
Aufsichtsrat
Dipl.-Ing. Rainer Zellner (Vorsitzender)
Mag. Johannes Goess-Saurau (1. Stellvertretender Vorsitzender)
Dr. Nikolaus Ankershofen (2. Stellvertretender Vorsitzender)
Dr. Alexander Leeb (Mitglied des Aufsichtsrates)
MMMag. Georg Mayr-Melnhof (Mitglied des Aufsichtsrates)
Mag. Ferdinand Mayr-Melnhof-Saurau, MSc (Mitglied des Aufsichtsrates)
Univ.-Prof. Dr. Klaus Rabel (Mitglied des Aufsichtsrates)
Ing. Franz Rappold (Mitglied des Aufsichtsrates)
Andreas Hemmer (Arbeitnehmervertreter)
Gerhard Novotny (Arbeitnehmervertreter)
Wien, am 14. März 2022
Der Vorstand
MMag. Peter Oswald e. h.
Dr. Andreas Blaschke e. h.
Mag. Franz Hiesinger e. h.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
115
Konzernabschluss
Bestätigungsvermerk
Bericht zum Konzernabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Konzernabschluss der Mayr-Melnhof Karton Aktiengesellschaft, Wien, und ihrer Tochtergesellschaften (der
Konzern), bestehend aus den Konzernbilanzen zum 31. Dezember 2021, den Konzerngewinn- und -verlustrechnungen,
den Konzerngesamtergebnisrechnungen, der Entwicklung des Konzerneigenkapitals und den Konzerngeldflussrechnungen
für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein
möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie der Ertragslage und
der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den Inter-
national Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen
des § 245a UGB.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und
mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die
Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Stan-
dards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses“ unseres
Bestätigungsvermerkes weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den öster-
reichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen
Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum
des Bestätigungsvermerkes erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prü-
fungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am be-
deutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zu-
sammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu
berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir wie folgt strukturiert:
•
•
•
Sachverhalt
Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse
Verweis auf weitergehende Informationen
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
116
Konzernabschluss
1. Unternehmenszusammenschlüsse – Identifizierung und Bewertung der erworbenen Vermögenswerte
und Schulden im Rahmen des Erwerbs der Kotkamills Group Oyj („Kotkamills“) und der International Pa-
per (Poland) Holding Sp. zo. o. („Kwidzyn“)
Sachverhalt
Am 2. August 2021 hat die Divisionsholding Mayr-Melnhof Cartonboard International GmbH (nunmehr MM BOARD &
PAPER GmbH), Wien, mittels Kauf- und Verkaufsvertrag sämtliche Anteile an der Kotkamills Group Oyj, Kotka, Finnland,
inklusive ihrer Tochterunternehmen, kurz Kotkamills, erworben. Die übertragene Gegenleistung zum Erwerbszeitpunkt be-
trug Tsd. EUR 203.097. Unter Berücksichtigung des erworbenen Nettovermögens in Höhe von Tsd. EUR 76.004 ergibt
sich ein Geschäfts(Firmen)wert in Höhe von Tsd. EUR 127.093.
Am 6. August 2021 hat die Divisionsholding Mayr-Melnhof Cartonboard International GmbH (nunmehr MM BOARD & PAPER
GmbH), Wien, mittels Kauf- und Verkaufsvertrag sämtliche Anteile an der International Paper (Poland) Holding Sp. z o. o.,
Kwidzyn, Polen, inklusive ihrer Tochterunternehmen, kurz Kwidzyn, erworben. Die übertragene Gegenleistung zum Er-
werbszeitpunkt betrug Tsd. EUR 676.475. Unter Berücksichtigung des erworbenen Nettovermögens in Höhe von
Tsd. EUR 366.295 ergibt sich ein Geschäfts(Firmen)wert in Höhe von Tsd. EUR 310.180.
Die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden wurden jeweils nach IFRS 3 zum beizulegenden Zeitwert
zum Erwerbszeitpunkt angesetzt. Die Identifikation und Bewertung des übernommenen Nettoreinvermögens ist komplex
und bedarf einer Reihe von ermessensbehafteten Entscheidungen und Annahmen. Insbesondere die Bewertung der über-
nommenen immateriellen Vermögenswerte, Gebäude und Maschinen basiert in erheblichem Maße auf vermögenswert-
spezifischen Annahmen, die Ermessensentscheidungen und Schätzungen des Vorstands erfordern. Zur Ermittlung der
beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden hat der Vorstand jeweils einen externen
unabhängigen Gutachter hinzugezogen. Die beiden Kaufpreisallokationen sind noch nicht final abgeschlossen worden.
Es besteht das Risiko für den Konzernabschluss, dass auf Grund der Größe und Komplexität der Unternehmenszusam-
menschlüsse die im Rahmen der Akquisition erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden unzutreffend
identifiziert bzw. nicht sachgerecht bewertet wurden. Außerdem besteht das Risiko, dass die gemäß IFRS 3 geforderten
Angaben im Konzernanhang nicht vollständig und fehlerhaft sind.
Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse
Für Zwecke des Verständnisses der Unternehmenszusammenschlüsse haben wir die zwischen den veräußernden Parteien
und der Mayr-Melnhof Cartonboard International GmbH (nunmehr MM BOARD & PAPER GmbH), Wien, geschlossenen
Kauf- und Verkaufsverträge inklusive der Zusatzvereinbarungen gelesen. Die darin geschlossenen Vereinbarungen haben
wir nach den einschlägigen Regelungen des IFRS 3 „Unternehmenszusammenschlüsse“ hinsichtlich der bilanziellen Abbil-
dung im Konzernabschluss und der Angaben im Konzernanhang zum 31. Dezember 2021 beurteilt.
Wir haben die Kompetenz, Fähigkeiten und die Objektivität der beauftragten Gutachter kritisch gewürdigt. Unter Beiziehung
unserer Bewertungsspezialisten haben wir die Angemessenheit der wesentlichen Annahmen und Inputparameter, insbe-
sondere der Annahmen zur Wachstumsrate, des verwendeten Diskontierungszinssatzes, der Annahmen zu der bewer-
tungsrelevanten Beschaffenheit der Grundstücke und Bauten, der Annahmen zur Beschaffenheit und zu den Wiederbe-
schaffungskosten der erworbenen Maschinen sowie der Annahmen zu der angenommenen Abwanderungsrate (Churn
Rate) der identifizierten Kundenstämme, sowie die Vollständigkeit und sachgerechte Bewertung der im Rahmen der Kauf-
preisallokation identifizierten Vermögenswerte und Schulden beurteilt. Die verwendeten Bewertungsverfahren haben wir
auf Übereinstimmung mit den Bewertungsgrundsätzen des IFRS 3 in Verbindung mit den einschlägigen Regelungen des
IFRS 13 untersucht.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
117
Konzernabschluss
Abschließend haben wir beurteilt, ob die Angaben im Konzernanhang zum 31. Dezember 2021 im Zusammenhang mit
dem Unternehmenszusammenschluss Kotka und Kwidzyn vollständig und sachgerecht sind.
Das der Identifikation und Bewertung des übernommenen Nettoreinvermögens zugrunde liegende Vorgehen ist sachge-
recht und steht im Einklang mit den anzuwendenden bilanziellen Vorschriften. Die wesentlichen vom Vorstand getroffenen
Annahmen und die verwendeten Inputparameter sind vertretbar. Die gemäß IFRS 3 Absatz 45 vorläufige Darstellung des
Unternehmenszusammenschlusses im Konzernanhang zum 31. Dezember 2021 entspricht den Vorgaben des IFRS 3. Der
Umstand, dass die Kaufpreisallokationen noch nicht final sind, wurde durch den Vorstand offengelegt, die vorläufigen
Ergebnisse der Kaufpreisallokationen berücksichtigen alle wesentlichen Informationen über relevante Fakten und Um-
stände zum Erwerbszeitpunkt. Wesentliche rückwirkende Anpassungen der Kaufpreisallokationen werden nach aktuellem
Stand nicht erwartet.
Verweis auf weitergehende Informationen
Weitergehende Informationen zu diesem besonders wichtigen Prüfungssachverhalt finden sich im Konzernanhang zum
31. Dezember 2021 unter Anhangangabe 5 – „Änderungen des Konsolidierungskreises und weitere wesentliche Ereignisse“
in Punkt 5.1 – „Änderungen des Konsolidierungskreises in 2021“, unter Anhangangabe 7 – „Angaben zu Finanzinstrumen-
ten“ in Punkt 7.4 –„Kapitalmanagement“ sowie unter Anhangangabe 31 – „Erläuterungen zur Konzerngeldflussrechnung“.
2. Wertminderung von Vermögenswerten – Werthaltigkeit der Sachanlagen bzw. der Buchwerte zahlungs-
mittelgenerierender Einheiten
Sachverhalt
Im Konzernabschluss der Mayr-Melnhof Karton Aktiengesellschaft, Wien, zum 31. Dezember 2021 werden Sachanlagen
in Höhe von Tsd. EUR 1.490.031 ausgewiesen. Der Vorstand beurteilt bei Vorliegen von Anhaltspunkten gemäß IAS 36,
ob die Sachanlagen bzw. die Buchwerte einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit wertgemindert sein könnten.
Ein Wertminderungsaufwand wird erfasst, soweit der Buchwert eines Vermögenswertes, einer Gruppe von Vermögenswer-
ten bzw. einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit den erzielbaren Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag eines Vermö-
genswertes, einer Gruppe von Vermögenswerten bzw. einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ist der höhere der beiden
Beträge aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Bei der Beurteilung, ob Anhalts-
punkte für eine Wertminderung vorliegen, sind externe und interne Informationsquellen zu berücksichtigen. Der Konzern
ermittelt den Nutzungswert mittels eines Discounted-Cash-Flow-Verfahrens (DCF-Methode). Neben Prognosen der zu-
künftigen Zahlungsströme („Free Cash Flows“) vor Steuern ist insbesondere auch der Kapitalisierungszinssatz (WACC) als
stark ermessensbehaftet einzustufen. Da sich bereits geringfügige Änderungen im Kapitalisierungszinssatz wesentlich auf
den erzielbaren Betrag auswirken können, bestehen im Hinblick auf die Ermittlung des Nutzungswerts und somit die Wert-
haltigkeit der Sachanlagen, der Gruppe von Vermögenswerten bzw. des Buchwerts der zahlungsmittelgenerierenden Ein-
heiten erhebliche Schätzungsunsicherheiten. Sollte bei Vorliegen von Anhaltspunkten eines möglichen Wertminderungs-
bedarfs der Nutzungswert unterhalb der Buchwerte eines Vermögenswertes, einer Gruppe von Vermögenswerten bzw.
einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit liegen, ermittelt das Management unter Beiziehung von externen unabhängigen
Gutachtern den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten des Vermögenswertes, der Gruppe von Vermö-
genswerten und der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, wobei ein rechnerischer Wertminderungsbedarf auf Ebene der
zahlungsmittelgenerierenden Einheit auf die dieser zugehörigen Vermögenswerte bis maximal auf ihren jeweiligen Zeitwert
abzüglich Veräußerungskosten allokiert wird. Im Geschäftsjahr 2021 kam es nicht zu der Erfassung von Wertminderungen.
Die Bewertung des erzielbaren Betrags ist komplex und bedarf entsprechender Expertise und ist in wesentlichem Ausmaß
abhängig von bedeutsamen Annahmen und ermessensbehafteten Entscheidungen. Es besteht das Risiko für den Konzern-
abschluss, dass die dem Wertminderungstest zugrunde liegenden Bewertungsannahmen bei einer nicht angemessenen
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
118
Konzernabschluss
Ermittlung der erzielbaren Beträge der Vermögenswerte, der Gruppe von Vermögenswerten bzw. der zahlungsmittelgene-
rierenden Einheit zu einer nicht identifizierten und bilanziell erfassten Wertminderung führen können.
Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse
Wir haben die vom Vorstand beobachteten Anhaltspunkte möglicher Wertminderungserfordernisse überprüft und die
Buchwerte der hierbei identifizierten risikobehafteten Sachanlagen bzw. zahlungsmittelgenerierenden Einheiten hinsicht-
lich eines Wertminderungsbedarfs untersucht.
Darüber hinaus haben wir beurteilt, ob alle relevanten internen und externen Informationsquellen durch das Management
berücksichtigt wurden.
Unter teilweiser Einbeziehung unserer Bewertungsspezialisten haben wir die Angemessenheit der wesentlichen Annahmen
und Inputparameter sowie die Bewertung der Nutzungswerte und, wo relevant, die beizulegenden Zeitwerte abzüglich
Veräußerungskosten überprüft. Hierbei haben wir uns insbesondere von der Angemessenheit der getroffenen Annahmen
zu der geplanten Entwicklung der zukünftigen Zahlungsströme vor Steuern überzeugt. Die künftigen erwarteten Zahlungs-
ströme wurden aus dem vom Vorstand verabschiedeten und vom Aufsichtsrat genehmigten Budget 2022 abgeleitet. Die
zur Anwendung gelangenden Kapitalisierungszinssätze und deren Ableitung haben wir sowohl hinsichtlich der einzelnen
Annahmen und Parameter auf Basis verfügbarer Marktdaten als auch vor dem Hintergrund einer kritischen Gesamtbeur-
teilung im Vergleich zu Vergleichsunternehmen der Verpackungsindustrie gewürdigt. Die bei der Ermittlung der Nutzungs-
werte verwendeten Bewertungsmodelle haben wir auf rechnerische Richtigkeit und auf Übereinstimmung mit den Bewer-
tungsgrundsätzen der einschlägigen Regelungen der IFRS geprüft.
Schließlich haben wir beurteilt, ob die Anhangangaben zur Werthaltigkeit der Sachanlagen und der zahlungsmittelgenerie-
renden Einheiten vollständig und sachgerecht sind. Die vom Management identifizierten, auf Wertminderungen zu testen-
den Buchwerte der Sachanlagen bzw. der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten sind vollständig und sachgerecht. Die
hierbei getroffenen wesentlichen Annahmen und Ermessensentscheidungen sind nachvollziehbar und liegen innerhalb
vertretbarer Bandbreiten. Die Angaben im Konzernanhang zum 31. Dezember 2021 in Bezug auf die Werthaltigkeit der
Sachanlagen bzw. der Buchwerte zahlungsmittelgenerierender Einheiten sind vollständig und ordnungsgemäß.
Verweis auf weitergehende Informationen
Weitergehende Informationen zu diesem besonders wichtigen Prüfungssachverhalt finden sich im Konzernanhang zum
31. Dezember 2021 unter Anhangangabe 6 – „Entwicklung des Anlagevermögens“ in Punkt 6.1 – „Sachanlagen inklusive
Leasingverhältnissen“, Punkt 6.2 – „Immaterielle Vermögenswerte inklusive Geschäfts(Firmen)werten“ und in Punkt 6.3 –
„Werthaltigkeit von langfristigen Vermögenswerten“.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen beinhal-
ten alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den
Bestätigungsvermerk.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss deckt diese sonstigen Informationen nicht ab, und wir geben keine Art der
Zusicherung darauf ab.
In Verbindung mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses ist es unsere Verantwortung, diese sonstigen Informationen
zu lesen und zu überlegen, ob es wesentliche Unstimmigkeiten zwischen den sonstigen Informationen und dem Konzern-
abschluss oder mit unserem während der Prüfung erlangten Wissen gibt oder diese Informationen sonst wesentlich falsch
dargestellt erscheinen. Falls wir, basierend auf den durchgeführten Arbeiten, zur Schlussfolgerung gelangen, dass die
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
119
Konzernabschluss
sonstigen Informationen wesentlich falsch dargestellt sind, müssen wir dies berichten. Wir haben diesbezüglich nichts zu
berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Über-
einstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den
zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des
Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig
erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen
aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Kon-
zerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung
der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu
liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen
falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen,
der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür,
dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprü-
fung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls
eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren
und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte,
dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern
beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungs-
mäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung
pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder
Irrtümern im Konzernabschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen
Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko,
dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein
aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollstän-
digkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshand-
lungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil
zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
120
Konzernabschluss
Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie
die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit
zusammenhängende Angaben.
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortfüh-
rung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnach-
weise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche
Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schluss-
folgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf
die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind,
unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres
Bestätigungsvermerkes erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Ab-
kehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben
sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass
ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
Wir erlangen ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäfts-
tätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für
die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser
Prüfungsurteil.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Ein-
teilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel
im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur
Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von
denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig –
damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sach-
verhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die beson-
ders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei
denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhaltes aus oder wir bestimmen
in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil ver-
nünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse
übersteigen würden.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
121
Konzernabschluss
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Bericht zum Konzernlagebericht
Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er
mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichtes in Übereinstimmung mit den
österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichtes
durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt, enthält zu-
treffende Angaben nach § 243 a UGB und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses
über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO
Wir wurden von der ordentlichen Hauptversammlung am 28. April 2021 als Abschlussprüfer gewählt und am 27. August
2021 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind seit dem Geschäftsjahr 2019 Abschlussprüfer der Gesellschaft.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den
Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht haben und dass
wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Frédéric Vilain.
Wien, am 14. März 2022
PwC Wirtschaftsprüfung GmbH
Frédéric Vilain e. h.
Wirtschaftsprüfer
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns be-
stätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständi-
gen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu
beachten.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
122
Lagebericht der Mayr-Melnhof Karton AG
Lagebericht
GEM. § 243 UGB DER MAYR-MELNHOF KARTON AKTIENGESELLSCHAFT ÜBER
DAS GESCHÄFTSJAHR VON 1. JÄNNER 2021 BIS 31. DEZEMBER 2021
Die Mayr-Melnhof Karton Aktiengesellschaft ist die geschäftsleitende Holdinggesellschaft des Mayr-Melnhof Konzerns,
der in zwei operativen Segmenten geführt wird: MM Board & Paper (ehemals MM Karton) und MM Packaging.
Der Erweiterung des Produktportfolios durch die Akquisition des Karton- und Papierwerkes Kwidzyn um „Kraftpapiere“
und „Ungestrichene Feinpapiere“ entsprechend, wurde das Segment von MM Karton auf MM Board & Paper umbenannt.
MM Board & Paper produziert und vermarktet ein vielfältiges Angebot an Karton- und Papierprodukten für ein breites
Einsatzspektrum im Verpackungs- und Food-Service-Bereich auf Basis von Recycling- und Frischfasern. Verwendungs-
schwerpunkte sind „Food & Specialities“ sowie der Bereich „Premium“. Kraftpapiere werden vor allem an die Lebensmit-
tel-/Gastronomiebranche und die Laminatindustrie verkauft, ungestrichene Feinpapiere insbesondere an Papier-/Büro-
bedarfshändler. MM Packaging verarbeitet Karton zu Faltschachteln und deckt bei Verpackungen für Konsumgüter des
täglichen Bedarfes ein breites Branchenportfolio in den beiden Hauptmärkten „Food&Specialities“ und „Premium“ ab. Das
hoch spezialisierte Premiumgeschäft umfasst die Bereiche Pharma, Beauty & Personal Care sowie Cigarette. Die von der
Gesellschaft wahrgenommenen Führungs- und Steuerungsaufgaben umfassen die Bereiche Strategie, Investitionen, Rech-
nungswesen, Controlling, Steuern, Finanz- und Risikomanagement, Investor Relations, Qualitätswesen, Einkauf, Informati-
onstechnologie und Human Resources.
1 GESCHÄFTSVERLAUF UND LAGE DES UNTERNEHMENS IN 2021
1.1 Branchenentwicklung
Im Zuge der gesamtwirtschaftlichen Erholung verzeichnete die Nachfrage auf den Karton- und Faltschachtelmärkten sowie
bei Papieren in 2021 eine starke Dynamik. Gleichzeitig führte der massive Anstieg von Faser- und Transportkosten und
später auch bei Energiekosten zu einer Serie signifikanter Preiserhöhungen im Jahresverlauf.
Altpapierpreise stiegen vor allem infolge hoher Nachfrage, zusätzlicher Kapazitäten bei den verarbeitenden Industrien, wie
z.B. Wellpappe, sowie pandemiebedingt niedrigerer Lagerstände und anhaltend niedrigerer Sammelaufkommen bei grafi-
schen Papieren weiter drastisch an. Zellstoff verzeichnete insbesondere aufgrund starker Nachfrage, logistischer Ein-
schränkungen, verlängerter Produktionsstillstände und der Aufwärtsdynamik aus Asien ebenfalls einen deutlichen Preis-
anstieg. Hackschnitzel entwickelten sich demgegenüber mit weitgehend konstanten Preisen. Gas- und Strompreise
verzeichneten ab Oktober nachfragebedingt, aber auch infolge politischer Spannungen einen galoppierenden Anstieg mit
teilweise einer Vervierfachung der Gaspreise zum bisherigen Niveau. Darüber hinaus waren jedoch auch viele andere
Inputfaktoren wie Farben, Lacke, technische Chemikalien oder Verpackungsmaterial durch starke Teuerung mit anhalten-
der Tendenz gekennzeichnet.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
123
Lagebericht der Mayr-Melnhof Karton AG
Das Thema Nachhaltigkeit bei Verpackungen, insbesondere die Substitution von Kunststoff, ist weiter ins Zentrum gerückt
und wird von allen Teilnehmern in der Wertschöpfungskette, Karton-/Papier- und Faltschachtelproduzenten sowie Kon-
sumgüterherstellern und Einzelhandel proaktiv vorangetrieben. Aufgrund der Vollbeschäftigung der Industrien konnten
Umstellungen in 2021 jedoch nur langsam Platz greifen.
Kapazitätserhöhungen in der Kartonindustrie konzentrierten sich in 2021 am europäischen Kernmarkt vor allem auf lau-
fende Investitionstätigkeit in bereits bestehende Anlagen. An der europäischen Peripherie kam es zur Inbetriebnahme je
einer neuen Recycling- und Frischfaserkartonmaschine. Der Erwerb von Kotkamills und des Werkes Kwidzyn durch MM
markierte die bedeutendste Veränderung am europäischen Kartonmarkt. Im Bereich Faltschachtel erreichte Graphic
Packaging (US) durch die Übernahme von AR Packaging auch in Europa eine führende Position. Zudem setzte sich das
Engagement von Finanzinvestoren im Sektor weiter fort. Insgesamt hat die starke Kostenbelastung in 2021 vor allem den
Druck auf kleinere Unternehmen der Karton- und Faltschachtelindustrie deutlich erhöht. Die Anbieterstruktur bei
Packaging bleibt insgesamt weiter von starker Fragmentierung geprägt.
1.2 Geschäftsverlauf 2021 in den Divisionen
MM Board & Paper
Die europäischen Kartonmärkte wie auch die Märkte für Kraftpapiere und ungestrichenes Feinpapier waren in 2021 durch
starke Nachfrage gekennzeichnet. Dies ist einerseits auf eine Wiederauffüllung der während der Pandemie reduzierten
Supply Chain zurückzuführen sowie andererseits der Mengensicherung infolge stark gestiegener Lieferzeiten und teilweise
dem Ausbleiben von Importen aus Asien geschuldet. Mit rund 340.000 Tonnen lag der durchschnittliche Auftragsstand
daher und aufgrund der erstmaligen Einbeziehung der Akquisitionen über dem Vergleichswert des Vorjahres (2020:
100.000 Tonnen). Trotz vereinzelter Lieferverzögerungen aufgrund fehlender Transportressourcen (z.B. LKW-Fahrer) konn-
ten die Produktion und Versorgung unserer Kunden gewährleistet werden. Analog zum Vorjahr belief sich die Kapazitäts-
auslastung auf 97 %.
Infolge nachfrage- und angebotsbedingt massiver Steigerungen bei Rohstoffkosten (insbesondere Fasern, Chemikalien,
Verpackungsmaterialien, Transport) sowie Energie wurden mehrere Preiserhöhungen umgesetzt. Aufgrund vertraglicher
Bindungen erfolgen diese jedoch oft zeitversetzt zum Preisanstieg auf den Beschaffungsmärkten. Zellstoff- und Altpapier-
preise setzten nach einem rasanten Anstieg im ersten Halbjahr auch in der zweiten Jahreshälfte die Aufwärtsbewegung
weiter fort. Gründe für den signifikanten Altpapierpreisanstieg sind unverändert vor allem die starke Nachfrage der Well-
pappen-Industrie sowie der Aufkommensrückgang bei Magazinpapieren und Zeitungsdruck.
Die Integration der strategischen Akquistionen der Karton- und Papierwerke Kwidzyn, Polen, und Kotkamills, Finnland,
bildete in 2021 einen besonderen Schwerpunkt. MM Board & Paper hat mit den Zukäufen nicht nur die Position bei
Frischfaserkarton gestärkt, sondern auch zwei neue Kernprodukte, Kraftpapiere und ungestrichene Feinpapiere, erwor-
ben. Als Teil der Transformation wurden die beiden kleineren Kartonwerke, Baiersbronn und Eerbeek, veräußert. Darüber
hinaus wurden Großinvestitionen mit Schwerpunkt auf Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit durch Effizienz, Innovation und
Nachhaltigkeit an den Standorten Frohnleiten, Österreich, Neuss, Deutschland, und Kolicevo, Slowenien, auf den Weg
gebracht.
Die Entwicklung der Divisionskennzahlen ist in besonderem Maße durch die Änderungen im Konsolidierungskreis geprägt.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
124
Lagebericht der Mayr-Melnhof Karton AG
Die Produktion lag mit 2.069.000 Tonnen akquistionsbedingt 21,0 % über dem Vorjahreswert (2020: 1.710.000 Tonnen).
Davon entfielen 1.320.000 Tonnen (64 %) auf Recyclingkarton und 502.000 Tonnen (24 %) auf Frischfaserkarton (2020:
1.365.000 Tonnen bzw. 80 % und 345.000 Tonnen bzw. 20 %). Die übrigen 247.000 Tonnen (12,0 %) entfielen auf die
neuen Produktbereiche Kraftpapiere und ungestrichene Feinpapiere. Bezogen auf den durchschnittlichen Mitarbeiterstand
wurden 617 Tonnen (2020: 693 Tonnen) pro Mitarbeiter erzeugt. Der Absatz erhöhte sich analog zur Produktion um
22,7 % auf 2.092.000 Tonnen (2020: 1.704.000 Tonnen).
Die Umsatzerlöse lagen mit 1.561,1 Mio. EUR insbesondere akquisitionsbedingt um 48,6 % bzw. 510,3 Mio. EUR über
dem Vergleichswert (2020: 1.050,8 Mio. EUR). Mit einem Anteil von rund 61 % in Westeuropa (2020: 66 %) und 32 % in
Osteuropa (2020: 22 %) wurde wieder mehr auf den europäischen Märkten abgesetzt, wodurch der Verkaufsanteil in Län-
der außerhalb Europas auf 7 % (2020: 12 %) zurückging.
MM Packaging war mit einem Lieferanteil von rund 13 % bzw. 236.000 Tonnen Karton (2020: 13 % bzw. 226.000 Tonnen)
unverändert größter Kunde von MM Board & Paper.
Das betriebliche Ergebnis war vor allem durch die gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten, welche erst zeitverzögert über
höhere Verkaufspreise kompensiert werden konnten, belastet. Insgesamt erhöhte sich dieses jedoch vor allem durch die
Verbuchung von Einmaleffekten aus den Veränderungen im Konsolidierungskreis um 24,2 % auf 107,7 Mio. EUR (2020:
86,7 Mio. EUR). Die Operating Margin belief sich auf 6,9 % (2020: 8,3 %), der Return on Capital Employed auf 11,0 % (2020:
14,5 %). Der Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit betrug 108,7 Mio. EUR nach 126,3 Mio. EUR im Jahr zuvor.
MM Packaging
Ähnlich wie bei Board & Paper waren auch die europäischen Faltschachtelmärkte in 2021 durch anhaltend starke Nach-
frage gekennzeichnet. MM Packaging verzeichnete vor diesem Hintergrund in sämtlichen Food- als auch Non-Food-
Anwendungsbereichen hohe Auftragseingänge. Der Absatz lag hierbei vor allem in den Bereichen Pharma, Beauty &
Personal Care deutlich über dem Vorjahr. Parallel dazu wurden jedoch sämtliche Geschäftsbereiche von einem zunehmend
dynamischen Anstieg der Inputkosten wie Karton, Papier, Farben, Lacke und Verpackungsmaterial erfasst. Die Weitergabe
dieser Kostensteigerungen an die Kunden sowie die Aufrechterhaltung der Materialversorgung und Lieferfähigkeit standen
daher im Mittelpunkt des laufenden Geschäftes. Beides ist MM Packaging gelungen, wobei die Kostenweitergabe entspre-
chend vertraglicher Bedingungen zwar sukzessive, aber infolge laufend weiterer Erhöhungen oft zeitverzögert erfolgte.
Um am Marktwachstum in Zentral-Ost-Europa zu partizipieren und günstigere Kosten zu nutzen, wurde die Verdoppelung
des größten polnischen Werkes MMP Neupack Polska Petersona in Bydgoszcz vorangetrieben und der Bau eines neuen
Verpackungswerkes Emerald in Polen nahe Warschau auf den Weg gebracht. Darüber hinaus befinden sich Erweiterungs-
investitionen für den Ausbau von Standorten zu kritischer Größe und Ausrichtung auf Wachstumsmärkte, wie nachhaltige,
plastikfreie Verpackungen in Österreich, Rumänien und Großbritannien, erfolgreich in Umsetzung. Gleichzeitig wurden
notwendige strukturelle Anpassungsmaßnahmen zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit und Absicherung des Bestands-
geschäftes fortgesetzt. Dies betraf insbesondere den deutschen Verpackungsstandort MM Graphia Bielefeld, welcher per
Ende September 2021 den Betrieb einstellte. In diesem Zusammenhang waren Einmalaufwendungen in Höhe von
20,1 Mio. EUR zu verbuchen.
Die verarbeitete Tonnage Karton und Papier lag mit 853.000 Tonnen leicht über dem Vorjahreswert (2020: 847.000 Tonnen).
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
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Lagebericht der Mayr-Melnhof Karton AG
Die Umsatzerlöse stiegen primär mengenbedingt um 3,0 % auf 1.641,6 Mio. EUR (2020: 1.594,2 Mio. EUR). Diese verteil-
ten sich zu 49 % und 33 % auf West- und Osteuropa sowie zu 18 % auf außereuropäisches Geschäft (2020: 50 %; 32 %;
18 %). MM Packaging beliefert in verschiedenen Konsumgüterbranchen mehr als 1.700 Kunden. Die beiden Hauptmärkte
sind Food & Specialities sowie Premium, wobei Letzterer die Bereiche Pharma, Beauty & Personal Care und Cigarette
umfasst. Infolge der hohen Konzentration in den Abnehmerindustrien entfällt ein bedeutender Anteil des Geschäftes auf
multinationale Großkunden, sodass in 2021 mit den Top-Fünf-Kunden rund 40 % (2020: 40 %) der Umsatzerlöse erwirt-
schaftet wurden.
Das betriebliche Ergebnis konnte vor allem mengenbedingt und aufgrund gesteigerter Kosteneffizienz um 11,9 % bzw.
17,2 Mio. EUR auf 161,9 Mio. EUR (2020: 144,7 Mio. EUR) gesteigert werden. Die Operating Margin belief sich demnach
auf 9,9 % (2020: 9,1 %). Der Return on Capital Employed betrug 14,4 % (2020: 13,2 %), der Cash Flow aus der Geschäfts-
tätigkeit 161,1 Mio. EUR nach 191,9 Mio. EUR in 2020.
1.3 Geschäftsverlauf der Gesellschaft im Jahr 2021
Im Geschäftsjahr 2021 verzeichnete die Gesellschaft verglichen zum Vorjahr gesunkene Beteiligungserträge, denen die
Dividendenzahlung für 2020 gegenüberstand.
Der Geschäftsverlauf der Gesellschaft war vor allem durch die Ausübung der Holdingfunktionen sowie der Verwaltung der
Anteile an verbundenen Unternehmen gekennzeichnet.
1.4 Finanzielle Leistungsindikatoren
(in EUR)
2021
123.489.053,13
29.008.963,23
(30.978.293,89)
101.368.606,42
31,36 %
2020
149.956.435,68
31.022.820,32
(20.086.034,55)
132.467.574,51
93,88 %
Finanzergebnis
Umsatzerlöse
Betriebsergebnis
Cash Earnings
Eigenkapitalausstattung
Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit
Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit
Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit
106.023.373,47
(1.234.995.908,47)
1.060.262.366,13
130.523.219,60
(823.431,62)
(64.334.236,42)
1.5 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Personal
Die Gesellschaft beschäftigt keine Arbeitnehmer.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
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Lagebericht der Mayr-Melnhof Karton AG
Umweltbelange
Verantwortliche Kreislaufwirtschaft ist durch Konzentration unseres Geschäftes auf Karton- und Papierprodukte, die vor-
wiegend unter Einsatz nachwachsender Rohstoffe erzeugt und nach dem Gebrauch stofflich wieder vollständig verwertet
werden, bereits lange immanenter Teil unserer Tätigkeit. Daher sind wir bestrebt, in der aktuellen Verpackungsdiskussion
durch innovative und kompetitive Lösungen aus Karton und Papier neue Möglichkeiten für die Substitution von Kunststof-
fen zu bieten und attraktives Zukunftspotential zu schaffen.
Grundlage der nachhaltigen Ausrichtung der MM Gruppe bilden unsere strategische Positionierung als Marktführer auf
Basis von Kosten- und Innovationsführerschaft sowie die Wohlverhaltensregeln unseres Unternehmenskodex (Code of
Conduct), welche u. a. auch die universellen Prinzipien des UN Global Compact in den Bereichen Arbeitsnormen, Men-
schenrechte, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung miteinschließen. Dieser Ausrichtung folgen laufende Zielsetzun-
gen und Ressourcenallokationen im Konzern.
Im aktuellen Trend hin zu nachhaltigen Verpackungsformen ist Kartonverpackung infolge der hohen Kreislauffähigkeit und
natürlichen Erneuerung der Faserstoffe sehr gut positioniert.
1.6 Zweigniederlassungen
Die Gesellschaft betreibt keine Zweigniederlassungen.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
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Lagebericht der Mayr-Melnhof Karton AG
2 DIE VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG UND DIE RISIKEN DES UNTERNEHMENS
2.1 Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens in 2022
Dieser Ausblick entspricht den Einschätzungen des Vorstandes zum 14. März 2022 und berücksichtigt keine Auswirkungen
von Akquisitionen, Veräußerungen oder anderen strukturellen Änderungen innerhalb des Jahres 2022. Die vorangegangenen
und nachfolgenden vorausblickenden Aussagen unterliegen sowohl bekannten als auch unbekannten Risiken und Unsicher-
heiten, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ereignisse von den hier getroffenen Aussagen abweichen können.
Nachfrage und Auftragslage zeigen sich für die Produkte beider Divisionen seit Jahresbeginn weiterhin in guter Verfassung.
Die angesichts massiver Kostensteigerungen, vor allem des außergewöhnlichen Energiepreisanstieges, notwendigen Preis-
erhöhungen konnten für das 1. Quartal umgesetzt werden. Darüber hinaus ist eine weitere Kartonpreiserhöhung für das
2. Quartal geplant, um die seit Jahresbeginn fortdauernde Kosteninflation zu kompensieren. Auch in der Packagingdivision
erfolgt die Weitergabe des jüngsten Inputkostenanstieges kontinuierlich, jedoch vertragsbedingt oft zeitversetzt. Infolge
weithin gebuchter Kapazitäten und längerer Lieferzeiten steht bei unseren Kunden die Versorgungssicherheit nach wie vor
im Fokus, der wir durch höchstmögliche Flexibilität und Transparenz nachkommen.
Aufgrund von Kapazitätsbeschränkungen kann das Absatzvolumen der Gruppe nur schrittweise steigen. Die zuletzt in
mehreren Werken von MM Packaging in Angriff genommenen Erweiterungen sollten jedoch im Laufe des Jahres mehr
Geschäft ermöglichen. Bei MM Board & Paper, wo der Investitionsschwerpunkt auf Effizienzsteigerungen und Optimierung
des Produktportfolios liegt, werden die expansiven Effekte erst ab 2023 sukzessive zum Tragen kommen.
Wie bereits indiziert, ist aufgrund der intensivierten Investitionstätigkeit in Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit und Wachs-
tum auch für 2022 und 2023 von Investitionen in einer Bandbreite von 250 – 300 Mio. EUR p.a. auszugehen. Bei
MM Board & Paper stehen neben den Großinvestitionen in Frohnleiten, Neuss und Kolicevo auch Projekte bei den Neuakqui-
sitionen MM Kotkamills und MM Kwidzyn im Fokus, um attraktive Potentiale zeitnahe nutzen zu können. Bei MM Packaging
verfolgen wir in Polen eine Verdoppelung des großen Standortes in Bydgoszcz sowie den Neubau eines Verpackungswer-
kes nahe Warschau, um am Marktwachstum in Zentral-Ost-Europa zu partizipieren und günstigere Kosten zu nutzen. Dar-
über hinaus werden Standorte in Großbritannien, Österreich und Rumänien zu kritischer Größe ausgebaut.
Die Ausrichtung der MM Gruppe auf einen langfristig moderaten Wachstumskurs hat sich bewährt und wird weiterverfolgt.
Während bei MM Board & Paper aktuell die Integration der Neuakquisitionen im Vordergrund steht, soll die Marktpräsenz von
MM Packaging auch über Akquisitionen erweitert werden. Der Fokus auf Optimierung der Kostenstrukturen, Digitalisierung
sowie innovative, nachhaltige Verpackungsprodukte als Ersatz von Kunststoffverpackungen wird konsequent
fortgesetzt.
Angesichts der anhaltenden Kosteninflation und schwer einschätzbaren weiteren Entwicklungen bleibt der Fokus darauf
gerichtet, die Belastung durch möglichst zeitnahe Erhöhung der Verkaufspreise und strukturelle Kostensenkungen zu kom-
pensieren, um bei den Margen wieder aufzuholen.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
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Lagebericht der Mayr-Melnhof Karton AG
Die MM Gruppe beobachtet genau die Entwicklungen in Russland und der Ukraine wie auch die internationalen Maßnah-
men und mögliche Auswirkungen auf den Konzern. MM erwirtschaftet kumuliert ca. 9 % des Konzern-EBITDA in Russland
und der Ukraine. In Russland werden an zwei Standorten, St. Petersburg und Pskov, Packagingprodukte für den lokalen
Bedarf bei täglichen Konsumgütern produziert. Mit einem Stillstand muss gerechnet werden. MM hat alle Kartonlieferun-
gen nach Russland gestoppt. In der Ukraine, wo MM in der Landesmitte am Standort Cherkassy Verpackungen produziert,
ist der Betrieb aktuell eingestellt.
Aus heutiger Sicht rechnet die Gesellschaft mit höheren Beteiligungserträgen als im Vorjahr.
2.2 Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Die Gesellschaft ist als geschäftsleitende Holding mit einer Anzahl von Risiken konfrontiert, die ein systematisches und
kontinuierliches Risikomanagement erforderlich machen. Zu den Finanzinstrumenten, die in der Gesellschaft in bestimm-
ten Fällen eine Konzentration des Finanzrisikos verursachen können, zählen vor allem liquide Mittel, Wertpapiere und
Forderungen aus Beteiligungserträgen. Die Risiken und ihre potenziellen Auswirkungen werden im Rahmen des Risikoma-
nagements erhoben, analysiert und auf Basis der definierten Risikopolitik bewältigt. Ziel ist es, die im Rahmen unserer
Tätigkeit entstehenden potenziellen Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu bewerten, ihre Folgen abzuschätzen und geeig-
nete Vorsorge- und Sicherungsmaßnahmen einzuleiten.
Finanzinstrumente sind auf Vertrag basierende wirtschaftliche Vorgänge, die einen Anspruch auf Zahlungsmittel beinhal-
ten. Dabei unterscheidet man einerseits originäre Finanzinstrumente wie liquide Mittel, Wertpapiere, Forderungen und
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen oder auch Finanzforderungen und Finanzverbindlichkeiten. Andererseits
gehören hierzu auch die derivativen Finanzinstrumente, die als Sicherungsgeschäfte zur Absicherung gegen Risiken aus
Änderungen von Währungskursen eingesetzt werden.
Ein aktives Cash- und Credit-Management stellt sicher, dass ausreichend Liquidität (eigene Mittel bzw. jederzeit ausnutz-
bare Kreditlinien) verfügbar ist, um eingegangene Verbindlichkeiten zu begleichen. Die Einhaltung der Covenants aus den
2021 aufgenommenen Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen wird zur Risikominimierung regelmäßig
überwacht.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen ausschließlich gegenüber verbundenen Unternehmen. Für
diese wurden daher keine Kundenkreditversicherungen abgeschlossen.
Die sonstigen Forderungen bestehen im Wesentlichen gegenüber verbundenen Unternehmen und resultieren großteils aus
konzerninternen Cash Pool-Vereinbarungen. Im Hinblick auf die wirtschaftliche Situation wird das Risiko als gering ange-
sehen, da sich die verbundenen Unternehmen jederzeit am Markt refinanzieren können.
Für unser Geschäft können zusätzlich zu den aufgeführten Risiken weitere Risiken bestehen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt
sind solche Risiken nicht bekannt oder werden diese von uns für vernachlässigbar gehalten.
Die Gesamteinschätzung der Risikosituation der Gesellschaft weist keine bestandsgefährdenden Elemente auf. Derartige
Risiken sind auch im kommenden Geschäftsjahr nicht zu erwarten.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
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Lagebericht der Mayr-Melnhof Karton AG
3 FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Die Gesellschaft selbst betreibt keine Forschung und Entwicklung. Die nachfolgendenden Ausführungen beziehen sich auf
den Mayr-Melnhof Konzern. Im Zentrum der Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten des Mayr-Melnhof Konzerns steht
die nachhaltige Sicherung und Stärkung der Wettbewerbs- und Wachstumsfähigkeit durch Fortschritt in den beiden Divi-
sionen MM Board & Paper und MM Packaging.
Die Innovationstätigkeiten werden einerseits durch den Anspruch stetiger Produkt- und Prozessoptimierungen getrieben,
andererseits sind es mitunter sich ändernde gesetzliche Rahmenbedingungen, die Weiterentwicklung bedingen. Nicht zu-
letzt ist die Erschließung neuer, zukünftiger Geschäftsfelder und Zielanwendungen Antrieb für die Innovationsaktivitäten.
Die Entwicklung bzw. Umsetzung von Produktinnovationen erfolgt stets unter Berücksichtigung möglicher Risiken zur Pro-
duktsicherheit und Wahrung der Chancen aus der Entwicklung innovativer und nachhaltiger Verpackungslösungen.
Eine neu aufgesetzte Innovations- und Produktentwicklungsorganisation sowie der kontinuierlich weiterentwickelte Inno-
vationsprozess sorgen dafür, dass Innovationen von der Ideenfindung bis zur Umsetzung gezielt von den notwendigen
Ressourcen und entsprechenden Expertinnen und Experten unserer Fachabteilungen begleitet werden. Der Fokus ist da-
rauf ausgerichtet, dass Innovationen im Detail evaluiert und möglichst zeitnah als Projekte umgesetzt werden, um den
Anforderungen an modernste technologische Funktionalität, Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit zu entsprechen. Zur
Gewährleistung von Qualität und Sicherheit setzen wir auf externe Zertifizierungen. Sie sind ein wichtiger Nachweis für
Kunden und Endnutzer, dass unsere Produktinnovationen nachhaltig, sozial verträglich und gesundheitlich unbedenklich
sind. Darüber hinaus dienen sie zum Nachweis der rechtlichen Compliance im Bereich Produktsicherheit. Das regelmäßige
Überprüfen sowohl bestehender Produkte als auch innovativer Lösungen auf Einhaltung der Zertifizierungskriterien ge-
währleistet gleichzeitig eine rigorose Qualitätssicherung, die auch nach außen hin sichtbar wird.
Um allen Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, durch eigene Ideen in den Innovationsprozess miteinbezogen werden zu
können, wurde zusätzlich die interne Ideenplattform „we.invent“ ins Leben gerufen. Die Beiträge werden in einem Stage-
Gate-Prozess bewertet und zur Umsetzung gebracht.
Sowohl die Corona-Pandemie als auch der Klimawandel führen vor Augen, dass Sicherheit und Wohlstand davon abhängen,
wie wir Gemeingüter, wie öffentliche Gesundheit und Klimastabilität, langfristig erhalten: Die Gesellschaft und die Wirt-
schaft müssen widerstandsfähig, nachhaltig und klimafreundlich aufgebaut sein. Karton und Papier gewinnen dadurch als
umweltfreundliche Verpackung an Bedeutung, denn die Umsetzung von Kreislaufwirtschaft ist seit jeher ein fester Be-
standteil der Entwicklungs- und Innovationstätigkeit der MM Gruppe. Zielsetzung von MM ist es daher, die Chance zu
nutzen, Kunden dahingehend zu unterstützen, Plastik mit innovativen, aber auch bewährten Lösungen aus Papier und
Karton zu ersetzen. Damit folgen wir auch dem aktuell prägenden Trend zu nachhaltigen, plastikfreien Verpackungen mit
natürlichem Auftritt sowie hoher Convenience und Sicherheit und perfekter Einbindung in den Onlinevertrieb.
Konzentrierte sich die Digitalisierung in den vergangenen Jahren insbesondere auf digitale Verkaufs- und Serviceplattfor-
men, hat MM nunmehr den Weg zu einer Gesamtmodernisierung der IT-Landschaft im Konzern eingeschlagen, welche
Unternehmens-Ressourcen-Planung (ERP), Produktionsplanung und Produktionssteuerung umfassen. Dies ist einerseits
eine Herausforderung für unsere Organisation, aber auch gleichzeitig ein deutlicher Schritt nach vorne. Am Ende dieses
mehrjährigen Prozesses wird MM mit neuen Wettbewerbsvorteilen noch besser aufgestellt sein.
Gleichzeitig erfährt die Automatisation von Arbeitsabläufen und Logistikprozessen in beiden Divisionen fortschreitende
Durchdringung, ebenfalls mit dem Ziel, zusätzliche Wettbewerbsvorteile zu schaffen. Damit einher geht auch die Entste-
hung einer Vielzahl neuer qualifizierter Funktionen im Konzern.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
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Lagebericht der Mayr-Melnhof Karton AG
3.1 Innovationstätigkeit 2021 in der Division MM Board & Paper
Die Innovations- und Forschungsaktivitäten werden einerseits vom Anspruch stetiger Verbesserung aller Produkte von
MM Board & Paper bzw. deren Eigenschaften getrieben, andererseits sind es mitunter sich ändernde gesetzliche Rahmen-
bedingungen, die Weiterentwicklung bedingen. Nicht zuletzt ist die Erschließung neuer, zukünftiger Geschäftsfelder An-
trieb für neue Produktentwicklungen.
Das Forschungs- und Entwicklungszentrum von MM Board & Paper am Standort Frohnleiten erarbeitet gemeinsam mit
den am Standort MM Kotkamills vorhandenen Kapazitäten sowie externen Forschungseinrichtungen die Umsetzung grund-
legender Erkenntnisse im Kontext von Wissenschaft und Produktion. Dies gewährleistet einen industrienahen Zugang so-
wie rasche Umsetzung. Zielsetzung ist es, dadurch insbesondere den aktuellen Erfordernissen hinsichtlich nachwachsen-
der Rohstoffe im Austausch von mineralölbasierten Ausgangsmaterialien sowie nachhaltiger Produktion in einer
geschlossenen Kreislaufwirtschaft zu entsprechen.
Damit im Zusammenhang stehend, lagen in 2021 die Schwerpunkte einerseits in der Vertiefung angewandter Forschung
zu neuesten Beschichtungstechnologien, sowohl die Art der Beschichtung als auch die dabei eingesetzten Materialien
betreffend, und andererseits in den durch den Erwerb der beiden neuen Standorte Kotkamills und Kwidzyn sich eröffnen-
den Möglichkeiten, neue Anwendungen zu erschließen.
Ein weiterer Schwerpunkt betraf die Behandlung der für faserbasierte Verpackungslösungen eingesetzten Zellulosefasern
zur Verbesserung sowohl mechanischer als auch sensorischer Eigenschaften, unter Gewinnung der bei dieser Behandlung
erhaltenen Wertstoffe.
Themen wie „Mikroplastik“ sowie die „Single Use Plastic Directive“ wurden im Kontext der umfassenden strukturellen
Änderungen bei MM Board & Paper behandelt, mit dem Ziel, das Portfolio an umweltfreundlichen, innovativen Lebensmit-
telverpackungen aus Karton oder Papier zielstrebig auszuweiten.
3.2 Innovationstätigkeit 2021 in der Division MM Packaging
Mit der Installation eines „Head of Innovation MMP“ und einer damit verbundenen, neuen Innovationsorganisation wurde
das Innovationsnetzwerk von MM Packaging in 2021 weiter ausgebaut. Dieses stellt sicher, dass das gesamte technische
Know-how der MM Gruppe für die Bedürfnisse und Anforderungen unserer Kunden genutzt werden kann. Es setzt sich aus
folgenden Einheiten zusammen: aus PacProject, dem kreativen Innovationszentrum in Hamburg (seit Anfang 2021 zu 100
% in die neue Innovationsorganisation integriert), dem Premium Printing Center in Trier sowie dem Technical Account
Management-Team zur Koordination gezielter Kundenbriefings mit den lokalen Packaging-Development-Centern und ein-
zelnen Werken und dem Forschungs- und Entwicklungszentrum der Tann-Gruppe. Um auch die Bedürfnisse des Kunden
hinsichtlich technischer Ausrichtung bzw. Ausstattung zu berücksichtigen, erfolgt eine enge Abstimmung mit dem Divisi-
onal Technical Support Team. Damit einher geht auch eine enge Zusammenarbeit mit MM Board & Paper im Bereich der
Innovation.
Bei PacProject in Hamburg werden in enger Abstimmung mit dem Kunden Konzeptstudien bis hin zu ersten Prototypen
erstellt. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Technical Account Management-Team werden bereits in diesem Sta-
dium erste Machbarkeitsanalysen durchgeführt. Im Premium Printing Center in Trier kommen hochinnovative Technologien
zur Anwendung, um Verpackungsdesigns mit außergewöhnlichen Effekten in kürzester Zeit zu realisieren. Die Nachfrage
unserer Kunden zu „E-Trainings/Learning“ hat im Bereich Innovation stark zugenommen. Daher bieten wir maßgeschnei-
derte Trendworkshops, Ideenworkshops und technische Trainings an.
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Lagebericht der Mayr-Melnhof Karton AG
Die Pandemie hat uns gezeigt, wie wichtig unsere Verpackungsprodukte für die Gesellschaft sind. Der Druck auf Kunst-
stoffverpackungen steigt weiter, E-Commerce boomt und die Art und Weise, wie wir zusammenarbeiten, hat sich stark
verändert. Noch nie war es so faszinierend und herausfordernd, diesen sich schnell ändernden Rahmenbedingungen mit
innovativen Ideen auf allen Ebenen zu begegnen.
In 2021 waren die Innovationstätigkeiten von MM Packaging insbesondere auf die Thematik Nachhaltigkeit gerichtet. In
diesem Zusammenhang wurde gemeinsam mit Kunden, Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen an der Optimie-
rung kreislaufgerechter Verpackungen sowie an der Entwicklung neuer Produkte gearbeitet.
Ein Innovationsschwerpunkt betraf daher den Ersatz von Plastikumverpackungen durch Papierlösungen. Mit dem spezifi-
schen Know-how im Bereich Papierverarbeitung, Barriereeigenschaften und Abpackprozess am Standort MM Innovaprint
in Bielefeld konnten in diesem Zusammenhang namhafte Marken von Plastik- auf Papierumverpackung umgestellt werden.
Um die Nachhaltigkeitsaspekte bereits bei der Entwicklung eines Produktes zu berücksichtigen und Kostenvorteile für die
Kunden vorzulegen, wurde „Cost-Initiative in advance“ weiterverfolgt. Bei dieser Initiative handelt es sich um die Berech-
nung der Kosten für bestellte Produkte bereits bei der Planung unter Beachtung des Nachhaltigkeitsaspektes. Vor Beginn
eines neuen Projektes werden verschiedene Varianten mit Rücksicht auf die technischen Aspekte, Marktanforderungen,
Design und Kosten des neuen Produktes berechnet und dem Kunden zur Auswahl präsentiert.
Coronabedingt hat die Nachfrage nach E-Commerce-Verpackungen signifikant zugenommen. Auf der neu etablierten
MMe-Plattform bietet MM intelligente und innovative E-Commerce-Verpackungslösungen, welche von Karton bis zum Ein-
satz von Wellpappe reichen. Auf E-Commerce spezialisierte Werke von MM Packaging befinden sich aktuell in Rumänien,
Österreich und Polen.
Bei den European Carton Excellence Awards durften sich MM Packaging und MM Board & Paper über einen gemeinsamen
Preis in der Kategorie Food & Drink Packaging, Recycled Fibre für das Produkt „MM Basket“ freuen. Diese aus Browncolor-
Recyclingkarton produzierte und von MM Packaging patentierte Lösung wurde zum Aufbewahren und Tragen von Steinobst
als Alternative zu herkömmlichen Kunststoff-Tiefziehschalen entwickelt. Die Jury konnte vor allem durch die Verbindung
von Funktionalität mit ansprechendem Design und Nachhaltigkeit überzeugt werden.
Zusätzlich wurde MM Board & Paper mit einem Preis in der Kategorie Food & Drink Packaging, Virgin Fibre für eine Le-
bensmittelverpackung ausgezeichnet, welche die Botschaft der Nachhaltigkeit und Natürlichkeit besonders gut vermitteln
konnte. Darüber hinaus gab es noch zwei Gold-Awards für weitere innovative Verpackungslösungen.
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Lagebericht der Mayr-Melnhof Karton AG
4 DIE WESENTLICHEN MERKMALE DES INTERNEN KONTROLL- UND DES RISIKO-
MANAGEMENTSYSTEMS IM HINBLICK AUF DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS
Der Vorstand ist für die Einrichtung und Ausgestaltung eines angemessenen internen Kontroll- und Risikomanagementsys-
tems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Finanzberichterstattung und die Aufstellung des Konzern-
abschlusses verantwortlich. Dieses gewährleistet die Vollständigkeit, Zuverlässigkeit und Nachvollziehbarkeit von Finanz-
informationen. Darüber hinaus werden die Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit der Prozesse sowie die Einhaltung der
gesetzlichen, vertraglichen und internen Regelungen sichergestellt.
Der Rechnungslegungsprozess umfasst dabei alle wesentlichen Arbeitsschritte, die gewährleisten, dass die rechnungsle-
gungsrelevanten Informationen vollständig, richtig und zeitgerecht erfasst und verarbeitet werden und die Abbildung in
der Finanzberichterstattung den jeweils anzuwendenden Rechnungslegungsstandards entspricht.
In der Aufbau- und Ablauforganisation sind klare und eindeutige Verantwortungen bezogen auf die Einzelgesellschaften
und den Konzern vorgegeben. Den zentralen Funktionsbereichen „Corporate Accounting“ sowie „Planning and Reporting“
obliegen dabei die Ausgestaltung einheitlicher Konzernrichtlinien auf dem neuesten fachlichen Stand sowie die Organisa-
tion und Kontrolle der Finanzberichterstattung im Konzern.
Die Berichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat erfolgt regelmäßig, umfassend und zeitnah. Die Übereinstimmung mit
konzerninternen Richtlinien und Verfahren für die Erfassung, Verbuchung und Bilanzierung von Geschäftsfällen wird kon-
tinuierlich kontrolliert. Die eingesetzten Datenverarbeitungssysteme werden gezielt weiterentwickelt und laufend opti-
miert. Der Rechnungslegungsprozess und die Finanzberichterstattung werden regelmäßig auf mögliche Risiken geprüft.
Verbesserungsmaßnahmen werden schnellstmöglich eingeleitet und rasch umgesetzt. Schwerpunktprüfungen erfolgen
durch Wirtschaftsprüfer und interne Revision.
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Lagebericht der Mayr-Melnhof Karton AG
5 ANGABEN ZU KAPITAL-, ANTEILS-, STIMM- UND KONTROLLRECHTEN UND
DAMIT VERBUNDENEN VERPFLICHTUNGEN
Zusammensetzung des Kapitals, Aktiengattungen
Es wird auf die Anhangangabe 3.7 verwiesen.
Beschränkungen hinsichtlich der Stimmrechte bzw. der Übertragung von Aktien
Rund 57 % der Aktien werden von den Kernaktionärsfamilien in einem Syndikat gehalten. Es besteht ein Syndikatsvertrag,
welcher die Übertragbarkeit der Aktien innerhalb des Syndikates und nach außen regelt. Angelegenheiten, die die Haupt-
versammlung betreffen, beschließt das Syndikat mit 65 % der Stimmen. Änderungen des Syndikatsvertrages bedürfen der
Einstimmigkeit, gemessen an der Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen.
Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die zumindest 10 vom Hundert betragen
Nach den der Gesellschaft bekannt gegebenen Informationen bestanden per Jahresende 2021 folgende Beteiligungen von
mindestens 10 Prozent am Kapital:
MMS Mayr-Melnhof-Saurau Beteiligungsverwaltung KG
CAMA-Privatstiftung
Die Inhaber von Aktien mit besonderen Kontrollrechten und eine Beschreibung dieser Rechte
Es bestehen keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.
Die Art der Stimmrechtskontrolle bei einer Kapitalbeteiligung der Arbeitnehmer, wenn sie das Stimmrecht
nicht unmittelbar ausüben
Es besteht kein derartiges Kapitalbeteiligungsmodell für Mitarbeiter.
Die sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergebenden Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung
der Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates und über die Änderung der Satzung der Gesellschaft
Es bestehen keine Bestimmungen dieser Art.
Die sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergebenden Befugnisse der Mitglieder des Vorstandes,
insbesondere hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen
Es bestehen keine Befugnisse dieser Art.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
134
Lagebericht der Mayr-Melnhof Karton AG
Alle bedeutenden Vereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist und die bei einem Kontrollwechsel
in der Gesellschaft infolge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich ändern oder enden, sowie ihre
Wirkungen; ausgenommen hiervon sind Vereinbarungen, deren Bekanntmachung der Gesellschaft erheblich
schaden würde, es sei denn, die Gesellschaft ist zur Bekanntgabe derartiger Informationen aufgrund
anderer Rechtsvorschriften ausdrücklich verpflichtet
Es wird von der Schutzklausel hinsichtlich der Bekanntgabe Gebrauch gemacht. Die Größenordnung des betroffenen Ge-
schäftes ist als überschaubar einzustufen.
Bestand und wesentlicher Inhalt von Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren
Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen
Übernahmeangebotes
Es bestehen keine Vereinbarungen dieser Art.
Wien, am 14. März 2022
Der Vorstand
Mayr-Melnhof Karton Aktiengesellschaft
MMag. Peter Oswald e.h.
Dr. Andreas Blaschke e.h.
Mag. Franz Hiesinger e.h.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
135
Jahresabschluss der Mayr-Melnhof Karton AG
Bilanz
AKTIVA
(in EUR)
Stand
Stand PASSIVA
Stand
Stand
31. Dez. 2021
31. Dez. 2020 (in EUR)
31. Dez. 2021
31. Dez. 2020
A. ANLAGEVERMÖGEN
A. EIGENKAPITAL
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen
I. Eingefordertes und einbezahltes Grundkapital
80.000.000,00
172.658.448,08
80.000.000,00
172.658.448,08
14.117,76
15.882,48
II.Kapitalrücklagen
1. Gebundene Kapitalrücklagen
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremdem Grund
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
1.679.127,44
301.803,97
1.724.221,36
322.935,45 III. Gewinnrücklagen
1.980.931,41
2.047.156,81
1. Andere Rücklagen (freie Rücklagen)
226.568.244,74
130.000.000,00
609.226.692,82
189.386.962,71
130.000.000,00
572.045.410,79
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 1.135.000.000,00 (2020: EUR 0,00)
3. Beteiligungen
304.066.939,31
1.135.000.000,00
284.066.939,31 IV. Bilanzgewinn
0,00
davon Gewinnvortrag EUR 66.000.000,00 (2020: EUR 11.000.000,00)
494.917,78
0,00
1.439.561.857,09
1.441.556.906,26
494.917,78 B. RÜCKSTELLUNGEN
4. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens
0,00
284.561.857,09
286.624.896,38
1. Rückstellungen für Pensionen
2. Steuerrückstellungen
1.594.256,00
0,00
1.770.005,00
15.596.228,31
9.222.789,11
3. Sonstige Rückstellungen
22.825.715,09
24.419.971,09
26.589.022,42
B. UMLAUFVERMÖGEN
C. VERBINDLICHKEITEN
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 0,00 (2020: EUR 0,00)
2. Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 0,00 (2020: EUR 0,00)
3. Wertpapiere und Anteile
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 171.432.781,55 (2020: EUR 10.703.583,93)
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 1.137.651.961,14 (2020: EUR 0,00)
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
315.251.209,63
13.949.696,50
301.282.443,52
18.952.516,74
1.125.000.000,00
217.505,61
0,00
440.118,55
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 0,00 (2020: EUR 0,00)
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 1.125.000.000,00 (2020: EUR 0,00)
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
1. sonstige Wertpapiere und Anteile
79.871.794,84
409.072.700,97
86.603.089,67
0,00
320.234.960,26
321.650,18
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 217.505,61 (2020: EUR 440.118,55)
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 0,00 (2020: EUR 0,00)
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten
170.982.716,72
10.235.950,22
495.675.790,64
320.556.610,44
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 170.982.716,72 (2020: EUR 10.235.950,22)
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 0,00 (2020: EUR 0,00)
4. Sonstige Verbindlichkeiten
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 12.884.520,36 (2020: EUR 27.515,16)
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 0,00 (2020: EUR 0,00)
a) Steuern
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN
D. AKTIVE LATENTE STEUERN
3.927.192,25
1.571.517,45
517.878,79
1.638.631,53
12.450,48
12.718,38
11.988,56
12.340,69
b) Soziale Sicherheit
c) Übrige
12.859.351,50
3.185,91
12.884.520,36
1.309.084.742,69
1.942.731.406,60
27.515,16
10.703.583,93
609.338.017,14
SUMME AKTIVA
1.942.731.406,60
0,00
609.338.017,14 SUMME PASSIVA
EVENTUALFORDERUNGEN
0,00 EVENTUALVERBINDLICHKEITEN
0,00
0,00
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
136
Jahresabschluss der Mayr-Melnhof Karton AG
Gewinn- und Verlustrechnung
(in EUR)
2021
2020
1. Erträge aus Beteiligungen
a) Verbundene Unternehmen
b) Übrige
130.000.000,00
466.900,00
150.000.000,00
302.400,00
130.466.900,00 150.302.400,00
2. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
a) Verbundene Unternehmen
b) Übrige
9.258.284,55
30.458,34
9.503,63
0,05
9.288.742,89
9.503,68
3. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
a) verbundene Unternehmen
b) übrige
(163.695,55)
(16.102.894,21)
(16.266.589,76)
(5.592,53)
(349.875,47)
(355.468,00)
4. Zwischensumme aus Z 1 bis 3 (Finanzergebnis)
5. Umsatzerlöse
123.489.053,13 149.956.435,68
29.008.963,23
31.022.820,32
6. Sonstige betriebliche Erträge
a) Erträge aus dem Abgang vom und der Zuschreibung zum Anlagevermögen mit Ausnahme der
Finanzanlagen
0,00
326.095,45
304.364,50
630.459,95
11.461,64
0,00
184.553,90
196.015,54
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen
c) Übrige
7. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen
a) Aufwendungen für bezogene Leistungen
(28.093.824,32)
(27.870.992,08)
(28.093.824,32) (27.870.992,08)
8. Personalaufwand
a) Gehälter
b) Soziale Aufwendungen
(10.249.898,32)
(1.658.196,65)
(723.382,89)
(13.387.676,27)
(4.116.882,41)
(576.104,02)
davon Aufwendungen für Altersvorsorgen
aa) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen
(143.210,04)
(2.665.398,56)
bb) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige
Abgaben und Pflichtbeiträge
(713.495,68)
(78.108,04)
(632.705,69)
(242.674,14)
cc) Sonstige Sozialaufwendungen
(11.908.094,97) (17.504.558,68)
9. Abschreibungen
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen
(120.210,31)
(100.668,73)
(120.210,31)
(100.668,73)
10. Sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Steuern, soweit sie nicht unter Steuern vom Einkommen und vom Ertrag fallen
b) Übrige
(1.714,35)
(20.493.873,12)
(20.495.587,47)
(1.714,36)
(5.826.936,56)
(5.828.650,92)
11. Zwischensumme aus Z 5 bis 10 (Betriebsergebnis)
12. Ergebnis vor Steuern (Zwischensumme aus Z 4 und Z 11)
13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
davon latente Steuern EUR -67.114,08 (2020: EUR -264.881,92)
14. Jahresüberschuss
15. Zuweisung zu Gewinnrücklagen
16. Jahresgewinn
(30.978.293,89) (20.086.034,55)
92.510.759,24 129.870.401,13
8.670.522,79
2.235.807,28
101.181.282,03 132.106.208,41
(37.181.282,03) (13.106.208,41)
64.000.000,00 119.000.000,00
66.000.000,00 11.000.000,00
17. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr
18. Bilanzgewinn
130.000.000,00 130.000.000,00
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
137
Jahresabschluss der Mayr-Melnhof Karton AG
Anhang
DER MAYR-MELNHOF KARTON AKTIENGESELLSCHAFT FÜR DAS
GESCHÄFTSJAHR VON 1. JÄNNER 2021 BIS 31. DEZEMBER 2021
1 ALLGEMEINE ERLÄUTERUNGEN
Der vorliegende Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung, Bilanzierung und
der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln,
aufgestellt. Die Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuches in der zum Bilanzstichtag geltenden Fassung stellen die
Grundlage dieses Jahresabschlusses dar.
Bei der Bilanzierung und Bewertung wurde den allgemein anerkannten Grundsätzen Rechnung getragen. Dabei wurden
die in § 201 Abs. 2 UGB kodifizierten Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ebenso beachtet wie die Gliederungs-
und Bewertungsvorschriften für die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung der §§ 195 bis 211 und 222 bis 235 UGB.
Die im vorjährigen Jahresabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie der Ausweis gegenüber
dem Vorjahr sind unverändert geblieben.
Die Gesellschaft ist Mutterunternehmen gemäß § 189a Z 6 UGB des Mayr-Melnhof Konzerns und stellt den Konzernab-
schluss für den größten und kleinsten Kreis der Unternehmen auf.
Die rechtlichen und wirtschaftlichen Beziehungen zu verbundenen Unternehmen gemäß § 238 Abs. 1 Z 20 UGB werden
nicht angegeben, da sie dem Unternehmen oder einem verbundenen Unternehmen einen erheblichen Nachteil zufügen
würden.
Der Grundsatz der Vollständigkeit wurde bei der Erstellung des Jahresabschlusses eingehalten.
Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung beach-
tet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt.
Dem Vorsichtsprinzip wurde dadurch Rechnung getragen, dass nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne aus-
gewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wurden berücksichtigt.
Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt und entsprechend
der Holdingfunktion der Mayr-Melnhof Karton Aktiengesellschaft so dargestellt, dass der Finanzerfolg an den Anfang der
Gewinn- und Verlustrechnung gestellt wird.
Mit dem im September 2021 abgeschlossenen „Cash Pooling Agreement“ hat die Mayr-Melnhof Aktiengesellschaft die
Cash Pool Leader Funktion für zwei Euro Cash Pools übernommen.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
138
Jahresabschluss der Mayr-Melnhof Karton AG
2 BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN
2.1 Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände
Die Zugänge sind mit Anschaffungs- zuzüglich Anschaffungsnebenkosten bewertet.
Die unter diesem Posten ausgewiesenen Softwarelizenzen sind zu Anschaffungskosten bewertet und werden planmäßig
auf 10 Jahre linear abgeschrieben.
Sachanlagen
Das Sachanlagevermögen ist mit Anschaffungs- zuzüglich Anschaffungsnebenkosten bewertet. Zinsen für Fremdkapital
zur Finanzierung der Herstellung von Gegenständen des Anlagevermögens werden nicht aktiviert.
Die Ermittlung der planmäßigen Abschreibung erfolgt linear unter Anwendung folgender Nutzungsdauern:
Gebäude
10 - 40 Jahre
3 - 7 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
Geringwertige Vermögensgegenstände mit Einzelanschaffungskosten unter EUR 800,00 werden gem. § 204 Abs. 1a UGB
im Jahr ihrer Anschaffung oder Herstellung voll abgeschrieben.
Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung werden Gegenstände des Anlagevermögens außerplanmäßig auf den nied-
rigeren beizulegenden Wert am Abschlussstichtag abgeschrieben. Sofern die dafür maßgeblichen Gründe nicht mehr be-
stehen, gilt die Verpflichtung, den Betrag der außerplanmäßigen Abschreibung im Umfang der Werterhöhung unter Be-
rücksichtigung der Abschreibungen, die inzwischen vorzunehmen gewesen wären, zuzuschreiben. Im vorliegenden Jahres-
abschluss sind keine Beträge aus solchen Zuschreibungen enthalten.
Finanzanlagen
Die Anteile an verbundenen Unternehmen und die Beteiligungen sind zu Anschaffungskosten bewertet. Voraussichtlich
dauerhafte und wesentliche Wertminderungen werden durch außerplanmäßige Abschreibungen berücksichtigt.
Als verbundene Unternehmen werden alle Tochterunternehmen bezeichnet, die von der Mayr-Melnhof Karton Aktienge-
sellschaft unmittelbar oder mittelbar beherrscht werden (§ 189 Z 7 und 8 UGB).
Ausleihungen sind zu Anschaffungskosten bewertet. Voraussichtlich dauerhafte und wesentliche Wertminderungen wer-
den durch außerplanmäßige Abschreibungen berücksichtigt.
In den Wertpapieren des Anlagevermögens sind Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen aufgrund von Pensionszu-
sagen enthalten. Der Ansatz dieser Ansprüche erfolgt mit dem Deckungskapital.
Die Gesellschaft hat eine Rückdeckungsversicherung für ihre Pensionsverpflichtung gegenüber den Begünstigten abge-
schlossen. Die Ansprüche aus der Rückdeckungsversicherung wurden an die Anspruchsberechtigten verpfändet und unter
Beachtung der Vermögensobergrenze mit der entsprechenden Gesamtpensionsverpflichtung saldiert.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
139
Jahresabschluss der Mayr-Melnhof Karton AG
Bei Finanzanlagen, die keine Beteiligungen sind, erfolgt die Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden (Zeit-) Wert.
Bei Finanzanlagen dürfen solche Abschreibungen auch vorgenommen werden, wenn die Wertminderung voraussichtlich
nicht von Dauer ist. Sofern die Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung nicht mehr bestehen, gilt die Verpflichtung,
den Betrag der außerplanmäßigen Abschreibung im Umfang der Werterhöhung unter Berücksichtigung der Abschreibun-
gen, die inzwischen vorzunehmen gewesen wären, zuzuschreiben. Im vorliegenden Jahresabschluss sind keine Beträge
aus solchen Zuschreibungen enthalten.
2.2 Umlaufvermögen
Bei Gegenständen des Umlaufvermögens erfolgt gegebenenfalls eine Abschreibung, um sie mit dem niedrigeren beizule-
genden Wert zum Abschlussstichtag anzusetzen. Sofern die Gründe für die Abschreibung nicht mehr bestehen, gilt die
Verpflichtung, den Betrag der Abschreibung im Umfang der Werterhöhung zuzuschreiben. Im vorliegenden Jahresab-
schluss sind keine Beträge aus solchen Zuschreibungen enthalten.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit dem Nennwert angesetzt. Erkennbare Einzelrisiken werden
durch Wertberichtigungen berücksichtigt.
Wertpapiere und andere Anteile
Wertpapiere und andere Anteile werden mit den Anschaffungskosten vermindert um allfällige Abschreibungen auf den
niedrigeren beizulegenden Wert am Abschlussstichtag angesetzt.
2.3 Rückstellungen
Rückstellungen werden nach dem Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht in Höhe des voraussichtlichen Erfüllungsbe-
trages gebildet.
Die Pensionsrückstellungen werden gemäß der Stellungnahme 27 des Austrian Financial Reporting and Auditing Commit-
tee (AFRAC) „Personalrückstellungen (UGB)“, Stand Dezember 2020, bilanziert. Bei der Berechnung, die nach dem An-
wartschaftsbarwertverfahren („Projected Unit Credit Method“) erfolgt, werden zukünftige Lohn- und Gehaltssteigerungen
in Form einer langfristigen Prognose berücksichtigt. Der Zinssatz wird nach dem aktuellen langfristigen Zinssatz am Kapi-
talmarkt zum Bilanzstichtag bemessen.
Der Berechnung der Pensionsrückstellungen werden das frühestmögliche Anfallsalter für die (vorzeitige) Alterspension
gemäß Pensionsreform 2004 (Budgetbegleitgesetz 2003) unter Berücksichtigung der Übergangsregelungen sowie die bi-
ometrischen Richttafeln AVÖ 2018-P „Angestellte“ bzw. „Gemischt“ (2020: AVÖ 2018-P „Angestellte“ bzw. „Gemischt“)
zugrunde gelegt. Für Vorstandsmitglieder wird ausschließlich auf die Dauer des Vorstandsmandats abgestellt.
Pensionszusagen, die durch verpfändete Rückdeckungsversicherungen gedeckt sind und für die die Gesellschaft wirt-
schaftlich somit kein Risiko trägt, werden in der Bilanz saldiert ausgewiesen.
Bei der Bilanzierung der Rückstellung für Pensionen, sowie der sonstigen langfristigen personenbezogenen Verpflichtungen
wird vom Wahlrecht, die rechnungsmäßigen Zinsen im Finanzergebnis auszuweisen, Gebrauch gemacht.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
140
Jahresabschluss der Mayr-Melnhof Karton AG
2.4 Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.
2.5 Währungsumrechnung
Fremdwährungsforderungen sowie die Zahlungsmittel in Fremdwährungen sind mit dem Anschaffungskurs bzw. dem nied-
rigeren Devisenkurs zum Bilanzstichtag bewertet worden.
Die Fremdwährungsverbindlichkeiten sind mit dem Anschaffungskurs bzw. dem höheren Devisenkurs zum Bilanzstichtag
bewertet worden.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
141
Jahresabschluss der Mayr-Melnhof Karton AG
3 ERLÄUTERUNGEN ZU EINZELNEN POSTEN DER BILANZ UND GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
Bilanz
3.1 Anlagenspiegel gemäß § 226 UGB
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
Kumulierte Abschreibungen
Stand
Zugänge
2021
Abgänge
2021
Umbuchung
2021
Stand
Stand
Zugänge
2021
Abgänge
2021
Stand
Buchwert
Buchwert
(in EUR)
01.01.2021
01.01.2021
31.12.2020
31.12.2021
31.12.2021
31.12.2021
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und
ähnliche Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete
Lizenzen
17.647,08
17.647,08
0,00
0,00
0,00
17.647,08
1.764,60
1.764,72
0,00
3.529,32
14.117,76
14.117,76
15.882,48
15.882,48
Summe I
0,00
0,00
0,00
17.647,08
1.764,60
1.764,72
0,00
3.529,32
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und
Bauten, einschließlich der Bauten auf fremdem Grund
a) Grundwert
577.352,82
2.641.168,05
376.358,49
0,00
18.767,40
33.452,79
52.220,19
52.220,19
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
577.352,82
2.659.935,45
409.014,49
0,00
1.494.299,51
53.423,04
0,00
63.861,32
0,00
0,00
0,00
1.558.160,83
107.210,52
577.352,82
1.101.774,62
301.803,97
577.352,82
1.146.868,54
322.935,45
b) Gebäudewert
1)
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
796,79
796,79
796,79
54.584,27
796,79
796,79
796,79
Summe II
3.594.879,36
3.612.526,44
3.646.302,76 1.547.722,55
3.663.949,84 1.549.487,15
118.445,59
120.210,31
1.665.371,35
1.668.900,67
1.980.931,41
1.995.049,17
2.047.156,81
2.063.039,29
Summe I und II
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen
3. Beteiligungen
284.066.939,31 20.000.000,00
0,00 1.135.000.000,00
0,00
0,00
0,00
304.066.939,31
1.135.000.000,00
494.917,78
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
304.066.939,31
284.066.939,31
0,00
0,00 1.135.000.000,00
494.917,78
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
494.917,78
0,00
494.917,78
0,00
4. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens
Summe III
384.157,45
312.264,01
(71.893,44)
0,00
0,00
0,00
284.561.857,09 1.155.384.157,45 312.264,01
288.174.383,53 1.155.436.377,64 313.060,80
(71.893,44) 1.439.561.857,09
0,00
0,00
0,00 1.439.561.857,09
284.561.857,09
286.624.896,38
Gesamt
(71.893,44) 1.443.225.806,93 1.549.487,15
120.210,31
796,79
1.668.900,67 1.441.556.906,26
1) Im Jahr 2021 sind geringwertige Vermögensgegenstände in Höhe von EUR 796,79 zu- und abgegangen.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
142
Jahresabschluss der Mayr-Melnhof Karton AG
3.2 Aufgliederung der Anteile an verbundenen Unternehmen
31.12.2021
Geschäftsjahr 2020
Eigenkapital Jahresergebnis
(in EUR)
Anteil in %
MM Service GmbH (vormals Mayr-Melnhof Service GmbH),
1)
Wien (AUT)
100,00
25.762,37
k. A
k. A
k. A
k. A
Lokalbahn Payerbach-Hirschwang Gesellschaft m.b.H.,
1)
Reichenau/Rax (AUT)
100,00
3.899.612,98
MM BOARD & PAPER GmbH (vormals Mayr-Melnhof Cartonboard International GmbH),
1)
Wien (AUT)
100,00 278.113.614,49
100,00 479.001.021,47
MM PACKAGING GmbH (vormals Mayr-Melnhof Packaging International GmbH),
1)
Wien (AUT)
1) Hinsichtlich der Angabe der Jahresergebnisse wird von der Schutzklausel gemäß § 242 Abs. 2 UGB Gebrauch gemacht.
3.3 Ausleihungen an verbundene Unternehmen
Unter dem Posten Ausleihungen an verbundene Unternehmen ist ein Betrag in Höhe von EUR 1.135.000.000,00
(31. Dezember 2020: EUR 0,00) enthalten, der nicht innerhalb eines Jahres fällig ist.
3.4 Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens
Unter Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens sind die Rückdeckungsversicherungen, die im Wesentlichen zu-
gunsten der Pensionsberechtigten verpfändet sind, saldiert mit den Pensionsverpflichtungen ausgewiesen.
3.5 Forderungen
Zum 31. Dezember gliedern sich die Forderungen wie folgt:
(in EUR)
31.12.2021
31.12.2020
1. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
a) aus Lieferungen und Leistungen
b) aus sonstigen Forderungen
6.843.567,45
308.407.642,18
315.251.209,63
13.949.696,50
329.200.906,13
9.140.030,46
292.142.413,06
301.282.443,52
18.952.516,74
320.234.960,26
2. Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände
Gesamt
Unter den sonstigen Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen sind auch Forderungen aus Cash Pooling-Ver-
einbarungen in Höhe von EUR 304.003.400,92 (31. Dezember 2020: EUR 290.255.861,80) ausgewiesen, wobei die
Mayr-Melnhof Karton Aktiengesellschaft für zwei Euro Cash Pools als Cash Pool Leader fungiert.
In den sonstigen Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen sind Forderungen aus Steuerumlagen in Höhe von
EUR 4.399.874,67 (31. Dezember 2020: EUR 1.884.507,03) enthalten.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
143
Jahresabschluss der Mayr-Melnhof Karton AG
Wie im Vorjahr sind in den sonstigen Forderungen und Vermögensgegenständen Erträge von unwesentlicher Höhe enthal-
ten, welche erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden.
3.6 Wertpapiere und Anteile
Unter den Wertpapieren und Anteilen sind Anteile an einem Geldmarktfonds iHv EUR 79.871.794,84 (31. Dezember 2020:
EUR 0,00), der wiederum ausschließlich in verzinsliche Wertpapiere und Geldmarktinstrumente investiert, ausgewiesen.
3.7 Latente Steuern
Der latente Steueranspruch aus dem Saldo der aktiven und passiven latenten Steuern beträgt zum 31. Dezember
2021 EUR 1.571.517,45 (31. Dezember 2020: EUR 1.638.631,53).
Die aktiven latenten Steuern wurden auf Unterschiede zwischen dem steuerlichen und unternehmensrechtlichen Wertan-
satz zum Bilanzstichtag, unter Zugrundelegung eines Körperschaftsteuersatzes von 25 %, für folgende Posten gebildet:
2021
2020
Aktive latente
Passive latente
Steuern
Aktive latente
Passive latente
Steuern
Steuern
Steuern
Rückstellungen für Abfertigungen
Rückstellungen für Pensionen
X
X
X
Die aktiven latenten Steuern entwickelten sich wie folgt:
(in EUR)
2021
1.638.631,53
(67.114,08)
0,00
2020
1.903.513,45
(278.636,25)
13.754,33
Aktive latente Steuern 01.01.
Auflösung
Zuführung
Aktive latente Steuern 31.12.
1.571.517,45
1.638.631,53
3.8 Eigenkapital
Grundkapital
Das Grundkapital in Höhe von EUR 80.000.000,00 ist in 20.000.000 Stück nennbetragslose Stückaktien aufgeteilt, von
denen jede am Grundkapital in gleichem Umfang beteiligt ist.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
144
Jahresabschluss der Mayr-Melnhof Karton AG
3.9 Rückstellungen
Pensionsverpflichtungen
Die Rechenparameter zu den jeweiligen Stichtagen stellen sich wie folgt dar:
31.12.2021
Pensionen
0,98 %
31.12.2020
Pensionen
0,85 %
(in %)
Abzinsungsfaktor
Langfristige Gehaltssteigerungsraten
Langfristige Rentensteigerungsraten
2,50 %
2,50 %
2,00 %
2,00 %
Versicherungsmathematische Gewinne bzw. Verluste, die sich aufgrund von Änderungen im Bestand der Versorgungsbe-
rechtigten und Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung gegenüber den der Berechnung zugrunde gelegten Annah-
men ergeben, werden zur Gänze erfolgswirksam erfasst.
Die Anwartschaftsbarwerte betreffend Pensionsverpflichtungen sowie die Überleitungen zum bilanzierten Rückstellungs-
betrag stellen sich wie folgt dar:
(in EUR)
Pensionen
11.900.176,66
184.854,00
Bilanzierte langfristige Rückstellung 31.12.2020
Zuführung Dienstzeitaufwand 2021
Zuführung Zinsaufwand 2021
94.172,00
Auszahlungen 2021
(840.997,00)
659.777,67
Versicherungsmathematische Verluste bzw. (Gewinne) 2021
Bilanzierte langfristige Rückstellung 31.12.2021
Deckungskapital
11.997.983,33
(10.403.727,33)
1.594.256,00
Saldierte Pensionsverpflichtung
Der Zinsaufwand ist unter dem Posten „Zinsen und ähnliche Aufwendungen“ im Finanzergebnis ausgewiesen.
Der Wert der Ansprüche aus der Rückdeckungsversicherung beträgt EUR 10.403.727,33 (31. Dezember 2020:
EUR 10.130.171,66). Die Ansprüche aus der Rückdeckungsversicherung wurden an die Anspruchsberechtigten verpfän-
det und daher, unter Beachtung der Vermögensobergrenze, mit der entsprechenden Gesamtpensionsverpflichtung in Höhe
von EUR 11.997.983,33 (31. Dezember 2020: EUR 11.900.176,66) saldiert.
Sonstige Rückstellungen
Neben der Rückstellung für die variablen Vorstandsbezüge des laufenden Jahres in Höhe von EUR 6.918.092,66
(31. Dezember 2020: EUR 7.375.971,00) enthalten die sonstigen Rückstellungen im Wesentlichen Rückstellungen für
noch nicht abgerechnete Konzerndienstleistungen in Höhe von EUR 14.176.000,00 (31. Dezember 2020: EUR 0,00),
Rückstellungen für nicht konsumierte Urlaube, Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwand und die Vergütung für die Auf-
sichtsratstätigkeit.
Von der Rückstellung für die variablen Vorstandsbezüge sind EUR 355.462,08 (31. Dezember 2020: EUR 0,00) langfristig.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
145
Jahresabschluss der Mayr-Melnhof Karton AG
Bei den noch nicht abgerechneten Konzerndienstleistungen handelt es sich um Leistungen, die die Mayr-Melnhof Karton
Aktiengesellschaft bei der MM Service GmbH (vormals Mayr-Melnhof Service GmbH, Wien) beauftragt hat. Diese können
im Konzern nicht umgelegt werden, da sie im Eigentümerinteresse der Mayr-Melnhof Karton Aktiengesellschaft erbracht
wurden.
3.10 Verbindlichkeiten
Zum 31. Dezember gliedern sich die Verbindlichkeiten wie folgt:
Davon
Restlaufzeit
über 5 Jahre
Davon
Restlaufzeit
über 5 Jahre
(in EUR)
31.12.2020
0,00
31.12.2021
1.125.000.000,00
217.505,61
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
a) aus Lieferungen und Leistungen
950.500.000,00
0,00
0,00
0,00
440.118,55
587.948,26
170.394.768,46
170.982.716,72
0,00
0,00
0,00
3.005.771,67
7.230.178,55
10.235.950,22
0,00
b) aus sonstigen Verbindlichkeiten
0,00
4. Sonstige Verbindlichkeiten
a) Steuern
12.450,48
12.718,38
0,00
11.988,56
12.340,69
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
b) Soziale Sicherheit
c) Übrige
0,00
0,00
12.859.351,50
12.884.520,36
1.309.084.742,69
3.185,91
0,00
27.515,16
Gesamt
950.500.000,00
10.703.583,93
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen aus Darlehen in Form von Schuldscheinen und Namensschuld-
verschreibungen in Höhe von EUR 1.125.000.000,00 (31. Dezember 2020: EUR 0,00). Die Laufzeiten der zu marktübli-
chen Konditionen verzinsten Darlehen betragen zwischen 5 und 15 Jahren.
In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Aufwendungen von unwesentlicher Höhe enthalten, welche erst nach dem Bilanz-
stichtag zahlungswirksam werden.
Unter den sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind auch Verbindlichkeiten aus den Cash
Pooling-Vereinbarungen in Höhe von EUR 168.736.147,48 (31. Dezember 2020: EUR 0,00) enthalten, wobei die
Mayr-Melnhof Karton Aktiengesellschaft für zwei Euro Cash Pools als Cash Pool Leader fungiert.
Weiters sind hier auch sonstige Verbindlichkeiten aus Steuerumlagen in Höhe von EUR 1.651.036,22 (31. Dezember 2020:
EUR 7.230.178,55) ausgewiesen.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
146
Jahresabschluss der Mayr-Melnhof Karton AG
Gewinn- und Verlustrechnung
3.11 Nettoerlöse nach geografischen Märkten
(in EUR)
2021
2020
Verbundene Unternehmen
Österreich
7.591.938,34
16.129.888,40
5.287.136,49
29.008.963,23
7.621.927,52
16.288.908,05
7.111.984,75
31.022.820,32
Andere EU-Länder
Nicht EU-Länder
Gesamt
3.12 Personalaufwand
Die Aufwendungen für Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen enthaltenen Beiträge betragen EUR 143.210,04
(2020: EUR 74.676,88).
Die Aufwendungen an ausgelagerte Einheiten in Form von beitragsorientierten Plänen betragen EUR 130.000,02 (2020:
EUR 499.999,98).
Der Gesamtbetrag der Aufwendungen und Erträge für Altersversorgung für den Vorstand gliedert sich wie folgt:
(in EUR)
2021
2020
Anpassung der Pensionsrückstellung
(175.749,00)
(209.258,63)
3.13 Sonstige betriebliche Aufwendungen
Zu den Aufwendungen, die im Geschäftsjahr auf die Tätigkeit des Abschlussprüfers entfallen, wird auf die Angaben im
Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 der Mayr-Melnhof Karton Aktiengesellschaft verwiesen.
3.14 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Im Dezember 2005 hat die Gesellschaft als Gruppenträger einen Antrag auf Feststellung einer Unternehmensgruppe gemäß
§ 9 Abs. 8 KStG 1988 mit nachfolgend angeführten verbundenen Unternehmen als Gruppenmitglieder zum Zwecke der Grup-
penbesteuerung ab dem Veranlagungsjahr 2005 eingebracht. Es wurde ein Steuerumlagevertrag abgeschlossen, der die Be-
lastungsmethode vorsieht.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
147
Jahresabschluss der Mayr-Melnhof Karton AG
Die Gruppenmitglieder sind:
MM Frohnleiten GmbH, Frohnleiten (vormals Mayr-Melnhof Karton Gesellschaft m.b.H., Frohnleiten)
MM BOARD & PAPER GmbH, Wien (vormals Mayr-Melnhof Cartonboard International GmbH, Wien)
MM PACKAGING GmbH, Wien (vormals Mayr-Melnhof Packaging International GmbH, Wien)
MM Neupack GmbH, Reichenau an der Rax (vormals Neupack Gesellschaft m.b.H., Reichenau an der Rax)
MM Premium Vienna GmbH, Wien (vormals Mayr-Melnhof Packaging Austria GmbH, Wien)
MM Service GmbH, Wien (vormals Mayr-Melnhof Service GmbH, Wien)
free-com solutions GmbH, Wien
Aufgrund des Umlagevertrages zwischen den inländischen Gesellschaften wurden im Geschäftsjahr 2021 EUR 5.807.420,12
(2020: EUR 3.824.819,78) an die Gruppenmitglieder weiterverrechnet.
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag weisen im Jahr 2021 einen Ertrag von EUR 8.737.636,87 (2020: Ertrag
EUR 2.500.689,20) auf.
3.15 Ergebnisverwendung
Der Vorstand schlägt vor, aus dem Bilanzgewinn in Höhe von EUR 70.000.000,00 eine Dividende von EUR 3,50 je Aktie
auszuschütten.
4 SONSTIGE ANGABEN
4.1 Angaben über Organe und Mitglieder
Die Gesellschaft beschäftigt keine Arbeitnehmer.
Bezüge des Vorstandes
An die aktiven Vorstandsmitglieder wurden die nachfolgend dargestellten Vergütungen gewährt:
(in EUR)
2021
9.838.549,17
0,00
2020
8.995.147,30
503.493,25
a) von der Gesellschaft
b) von verbundenen Unternehmen
Gesamt
9.838.549,17
9.498.640,55
Davon
a) fixe Bezüge
2.491.676,06
7.346.873,11
9.838.549,17
3.499.878,55
5.998.762,00
9.498.640,55
b) variable Vergütung
Gesamt
An ehemalige Organmitglieder und deren Hinterbliebene wurden im Geschäftsjahr 2021 Gesamtbezüge von
EUR 1.620.996,37 (2020: EUR 7.043.479,43) gewährt.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
148
Jahresabschluss der Mayr-Melnhof Karton AG
Bezüge des Aufsichtsrates
(in EUR)
2021
717.020,00
717.020,00
2020
697.500,00
697.500,00
von der Gesellschaft
Gesamt
Die Organe der Gesellschaft setzten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr wie folgt zusammen:
Vorstand
MMag. Peter Oswald (Vorsitzender)
Dr. Andreas Blaschke (Mitglied des Vorstandes)
Mag. Franz Hiesinger (Mitglied des Vorstandes)
Aufsichtsrat
Dipl.-Ing. Rainer Zellner (Vorsitzender)
Mag. Johannes Goess-Saurau (1. Stellvertretender Vorsitzender)
Dr. Nikolaus Ankershofen (2. Stellvertretender Vorsitzender)
Dr. Alexander Leeb (Mitglied des Aufsichtsrates)
MMMag. Georg Mayr-Melnhof (Mitglied des Aufsichtsrates)
Mag. Ferdinand Mayr-Melnhof-Saurau, MSc (Mitglied des Aufsichtsrates)
Univ.-Prof. Dr. Klaus Rabel (Mitglied des Aufsichtsrates)
Ing. Franz Rappold (Mitglied des Aufsichtsrates)
Andreas Hemmer (Arbeitnehmervertreter)
Gerhard Novotny (Arbeitnehmervertreter)
4.2 Ereignisse nach dem Abschlussstichtag und weitere Informationen
Die Entwicklungen in Russland und der Ukraine werden genau beobachtet wie auch die internationalen Maßnahmen und
mögliche Auswirkung auf die Mayr-Melnhof Karton Aktiengesellschaft und ihre verbundenen Unternehmen. MM erwirt-
schaftet kumuliert ca. 9 % des Konzern-EBITDA in Russland und der Ukraine. In Russland werden an zwei Standorten, St.
Petersburg und Pskov, Packagingprodukte für den lokalen Bedarf bei täglichen Konsumgütern produziert. Beide Werke
sind aktuell in Betrieb. In der Ukraine, wo MM in der Landesmitte am Standort Cherkassy Verpackungen produziert, ist
der Betrieb aktuell eingestellt.
Darüber hinaus sind nach dem Bilanzstichtag keine Ereignisse eingetreten, die wesentliche Auswirkungen auf die Vermö-
gens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben.
Wien, am 14. März 2022
Der Vorstand
Mayr-Melnhof Karton Aktiengesellschaft
MMag. Peter Oswald e.h.
Dr. Andreas Blaschke e.h.
Mag. Franz Hiesinger e.h.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
149
Bestätigungsvermerk
Bericht zum Jahresabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Jahresabschluss der Mayr-Melnhof Karton Aktiengesellschaft, Wien, bestehend aus der Bilanz zum
31. Dezember 2021, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem An-
hang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein mög-
lichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2021 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für
das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen
Vorschriften.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und
mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die
Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Stan-
dards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses“ unseres Be-
stätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den
österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben unsere sonstigen berufli-
chen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum
Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für un-
ser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am be-
deutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zu-
sammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu
berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir wie folgt strukturiert:
•
•
•
Sachverhalt
Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse
Verweis auf weitergehende Informationen
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
150
1. Organbezüge – Bewertung der Rückstellungen für variable Bezüge
Sachverhalt
Die variablen Bezüge der Vorstandsmitglieder basieren auf der Erfüllung mehrerer vertraglich vereinbarter Leistungskrite-
rien, insbesondere enthalten sie eine erfolgsabhängige Prämie in Form einer jährlichen Erfolgsbeteiligung basierend auf
diversen Konzernergebniskennzahlen des jeweiligen Geschäftsjahres. Darüber hinaus enthält die variable Vergütung eine
langfristige Erfolgsbeteiligung über einen Beobachtungszeitraum von 3 Jahren, welcher das Erreichen von Konzernergeb-
niskennzahlen zu Grunde liegt.
Die erfolgsabhängige Prämie wird auf Basis des für das aktuelle Geschäftsjahr aufgestellten Konzernabschlusses der Ge-
sellschaft zum jeweiligen Stichtag ermittelt und entsprechend rückgestellt. Zum 31. Dezember 2021 betragen die Rück-
stellungen für variable Bezüge der Vorstandsmitglieder EUR 6.918.092,66 (Vorjahr: EUR 7.375.971,00). Die Höhe der
variablen Bezüge ist maßgeblich vom Erreichen der vertraglich vereinbarten finanziellen Konzernkennzahlen im Vergleich
zum Konzernbudget abhängig. Bei der Ermittlung der finanziellen Konzernkennzahlen werden diese um nicht wiederkeh-
rende Erträge und einmalige Aufwendungen, soweit diese 10 Mio. EUR überschreiten, und aufgrund von materiellen Än-
derungen im Konsolidierungskreis (z.B. Unternehmenserwerb/Entkonsolidierungen) bereinigt. Neben finanziellen Zielen
berücksichtigt die jährliche Erfolgsbeteiligung auch die Erreichung nicht finanzieller Leistungsindikatoren. Der überwie-
gende Anteil der variablen Vergütung basiert auf finanziellen Zielen. Fehler, insbesondere in der Ermittlung der finanziellen
Leistungsindikatoren bzw. Konzernkennzahlen, können wesentliche Auswirkungen auf die Höhe der unter den sonstigen
Rückstellungen ausgewiesenen Rückstellungen für variable Bezüge und damit auf den Jahresabschluss haben.
Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse
Im Rahmen der Jahresabschlussprüfung haben wir die Vorstandsverträge gelesen, mit den vom Präsidium des Aufsichts-
rates genehmigten Regelungen zu den variablen Bezügen abgestimmt und die von der Gesellschaft erstellte Berechnung
der Rückstellungen für variable Bezüge nachvollzogen. Die für die Rückstellungsermittlung relevanten Konzernkennzahlen
haben wir mit dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 abgestimmt. Vom Vorstand vorgenommene Bereinigungen
der Konzernkennzahlen um nicht wiederkehrende Erträge und einmalige Aufwendungen, soweit diese jeweils 10 Mio. EUR
überschreiten, und Bereinigungen aufgrund von Änderungen im Konsolidierungskreis haben wir dahingehend geprüft, ob
diese korrekt aus den Konzernbuchhaltungsunterlagen abgeleitet wurden und haben diese mit den Detailunterlagen, er-
halten im Rahmen der gesonderten Konzernabschlussprüfung, abgestimmt. Des Weiteren haben wir geprüft, ob die Berei-
nigungen gemäß den Vorstandsverträgen und Beschlüssen des Vergütungssauschusses des Aufsichtsrates zulässig und
vollständig sind. Die langfristige Erfolgsbeteiligung haben wir mit dem vom Aufsichtsrat genehmigten Konzernbudget ab-
gestimmt und auf entsprechende aliquote Berücksichtigung in der Rückstellung für variable Bezüge überprüft. Die nicht
finanziellen Leistungsindikatoren haben wir mit den vom Vorstand zur Verfügung gestellten und von uns auf Plausibilität
geprüften Detailunterlagen abgestimmt. Abschließend haben wir die rechnerische Richtigkeit und Höhe der Rückstellung
für variable Bezüge validiert und die von den §§ 238 und 239 UGB geforderten Anhangangaben zu den Organbezügen
überprüft.
Aufgrund unserer Prüfungshandlungen konnten wir die sachgerechte Ermittlung der Rückstellungen für variable Bezüge im
Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 nachvollziehen. Die bei der Ermittlung der Höhe der variablen Bezüge zur An-
wendung gelangten finanziellen Leistungsindikatoren bzw. Konzernkennzahlen wurden entsprechend der in den Vorstands-
verträgen vereinbarten Ermittlung der Kennzahlen von dem von uns geprüften Konzernabschluss der Gesellschaft zum
31. Dezember 2021 abgeleitet. Die vom Vorstand vorgenommenen Bereinigungen dieser Konzernkennzahlen um nicht
wiederkehrende Erträge und einmalige Aufwendungen sowie Änderungen im Konsolidierungskreis stehen dem Grunde
nach im Einklang mit den vertraglichen Vereinbarungen bzw. den Beschlüssen des Präsidiums des Aufsichtsrates und sind
der Höhe nach korrekt aus den Konzernbuchhaltungsunterlagen abgeleitet worden. Ebenso konnten die Bereinigungen der
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
151
Konzernkennzahlen mit den im Rahmen der von uns gesondert durchgeführten Konzernabschlussprüfung erhaltenen Prü-
fungsnachweisen von der Höhe her abgestimmt werden und sind der Art nach als nicht wiederkehrende Erträge und
einmalige Aufwendungen im Sinne der Vorstandsvertragsbestimmungen zu subsumieren. Die langfristige Erfolgsbeteili-
gung wurde zutreffend aus dem vom Aufsichtsrat genehmigten Konzernbudget abgeleitet und entsprechend aliquot mit
einem Drittel in der Rückstellung für variable Bezüge berücksichtigt. Die für die Rückstellungsermittlung verwendeten
nichtfinanziellen Leistungsindikatoren stimmen mit den uns zur Verfügung gestellten Detailinformationen überein und sind
plausibel. Die Rückstellungen für variable Bezüge sind rechnerisch richtig. Die von den entsprechenden Regelungen der
§§ 238 und 239 UGB geforderten Angaben sind vollständig und zutreffend.
Verweis auf weitergehende Informationen
Weitergehende Informationen zu diesem besonders wichtigen Prüfungssachverhalt finden sich im Anhang des Jahresab-
schlusses unter Anhangangabe 3 – „Erläuterungen zu einzelnen Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung“ im
Unterpunkt „3.8 Rückstellungen“ sowie in Anhangangabe 4 – „Sonstige Angaben“ im Unterpunkt „4.1 Angaben über
Organe und Mitglieder“.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle
Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Bestätigungsvermerk.
Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir geben dazu
keine Art der Zusicherung.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informati-
onen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss
oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum dieses Bestätigungsvermerks erlangten sonstigen Informa-
tionen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informa-
tionen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu
berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Über-
einstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen
Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von we-
sentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesell-
schaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung
der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft
zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
152
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen
falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen,
der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür,
dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprü-
fung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls
eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren
und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte,
dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern
beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungs-
mäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung
pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder
Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prü-
fungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass
aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus
Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständig-
keiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshand-
lungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil
zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie
die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit
zusammenhängende Angaben.
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortfüh-
rung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnach-
weise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche
Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die
Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsver-
merk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen
sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum
unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch
die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie
ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein mög-
lichst getreues Bild erreicht wird.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
153
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Ein-
teilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Män-
gel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen
zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von
denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig –
damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen
Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die
besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es
sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestim-
men in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil
vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche
Interesse übersteigen würden.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
154
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Bericht zum Lagebericht
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem
Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österrei-
chischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält
zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses
über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO
Wir wurden von der ordentlichen Hauptversammlung am 28. April 2021 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am
27. August 2021 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind seit dem Geschäftsjahr 2019 Abschlussprüfer der Gesellschaft.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Jahresabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den
Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht haben und dass
wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Frédéric Vilain.
Wien, am 14. März 2022
PwC Wirtschaftsprüfung GmbH
Frédéric Vilain e. h.
Wirtschaftsprüfer
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns be-
stätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständi-
gen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
155
Konsolidierter Corporate Governance-Bericht
Konsolidierter Corporate
Governance-Bericht
Die MM Gruppe bekennt sich als international tätiges, börsennotiertes Unternehmen zu einer verantwortungsvollen, auf
nachhaltige Wertschöpfung ausgerichteten Unternehmensführung. Wir erachten dies als eine wesentliche Voraussetzung
für die Erreichung unserer Unternehmensziele. Daher sorgen wir dafür, dass Corporate Governance in allen Unterneh-
mensbereichen konsequent gelebt und weiterentwickelt wird. Sie umfasst das gesamte System der Leitung und Kontrolle
des Unternehmens mit dem Anspruch, das Vertrauen von Mitarbeitern, Aktionären, Geschäftspartnern und der Öffent-
lichkeit in die MM Gruppe zu fördern sowie ein hohes Maß an Transparenz zu gewährleisten.
Der vorliegende Bericht informiert zu den in den §§ 243c und 267b UGB vorgeschriebenen Angaben.
BEKENNTNIS ZUM ÖSTERREICHISCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX
Die MM Gruppe hat sich seit Inkrafttreten des Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) im Jahr 2002 frei-
willig zu dessen Einhaltung in der jeweils geltenden Fassung verpflichtet. Grundlage des Kodex sind die Vorschriften des
österreichischen Aktien-, Börsen- und Kapitalmarktrechtes, EU-Empfehlungen sowie die OECD-Richtlinie für Corporate
Governance in ihren Grundsätzen. Der Kodex wird vor dem Hintergrund nationaler und internationaler Entwicklungen re-
gelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst. Der aktuelle ÖCGK ist im Internet auf der Website des Österreichischen
Arbeitskreises für Corporate Governance unter www.corporate-governance.at abrufbar. Jährlich wird die Einhaltung des
Corporate Governance Kodex einer internen Evaluierung durch die MM Gruppe unterzogen. Darüber hinaus findet alle drei
Jahre eine externe Evaluierung der Einhaltung der C-Regeln statt, welche für 2021 wieder turnusmäßig durchgeführt wurde.
Die Umsetzung und Evaluierung für das Geschäftsjahr 2021 erfolgte auf Basis der Kodexversion vom Januar 2021. Wie
bisher entspricht die MM Gruppe allen rechtlichen Vorschriften ohne Einschränkungen. Darüber hinausgehende C-Regeln
sowie R-Regeln (Recommendations), welche bei Abweichung keiner Begründung bedürfen, wurden nahezu vollständig
eingehalten.
Die Gesellschaft gibt zu Abweichungen von C-Regeln für das Jahr 2021 folgende Erklärungen ab:
Regel 27a
Die Vorstandsverträge enthalten keine Regelungen wonach im Fall des vorzeitigen Ausscheidens eines
Vorstandsmitglieds die wirtschaftliche Lage berücksichtigt werden soll. Durch die langfristige Erfolgsbetei-
ligung finden jedoch künftige Entwicklungen über Zu- bzw. Abschläge Berücksichtigung. Beim Abschluss
neuer Vorstandsverträge soll auch diese Vorgabe des ÖCGK berücksichtigt werden.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
156
Konsolidierter Corporate Governance-Bericht
ZUSAMMENSETZUNG DER ORGANE
Der Vorstand
MMag. Peter Oswald
Vorsitzender, CEO
Strategische und ergebnisverantwortliche Leitung der Gesamtgruppe und
Mitglied des Vorstandes seit 1. April 2020 insbesondere der Bereiche:
bestellt bis 31. März 2025
geboren 1962
•
•
•
•
•
•
•
•
Konzernstrategie
Konzernorganisation
Personalwesen der Gruppe sowie Organe der Tochtergesellschaften
Externe und interne Kommunikation sowie Investor Relations
Kommunikation mit dem Präsidium und den Aufsichtsräten
Nachhaltigkeit inklusive Arbeitssicherheit
Festlegung der Vertreter bei Verbänden
Primäre Ergebnisverantwortung für die Division Board & Paper (in-
klusive Verkauf und Marketing, Produktion, Innovation und Produkt-
entwicklung)
•
Einkauf
Mag. Franz Hiesinger
Finanzvorstand, CFO
•
•
•
•
•
•
•
Finanzwesen und alle Finanzierungsangelegenheiten
Konzernberichtswesen und -rechnungslegung sowie Controlling
Merger- und Akquisitionsangelegenheiten
Risikomanagement, Versicherungen
Rechts- und Steuerwesen inklusive Compliance
Informationsmanagement (IT)
Mitglied des Vorstandes seit 1. Oktober 2017
bestellt bis 30. September 2025
geboren 1965
Interne Revision
Dr. Andreas Blaschke
Vorstandsmitglied Packaging
Mitglied des Vorstandes seit 14. Mai 2002
bestellt bis 30. April 2025
geboren 1961
•
Primäre Ergebnisverantwortung für die Division Packaging (inklu-
sive Verkauf und Marketing, Produktion, Innovation und Produkt-
entwicklung)
Die Mitglieder des Vorstandes halten keine Mandate in konzernexternen Aufsichtsräten.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
157
Konsolidierter Corporate Governance-Bericht
Der Aufsichtsrat
Dipl.-Ing. Rainer Zellner
Vorsitzender seit 29. April 2015
geboren 1947
Selbstständiger Unternehmer; Vorsitzender des Aufsichtsrates der
Mayr-Melnhof Holz Holding AG, Leoben
Mag. Johannes Goess-Saurau
1. Stellvertretender Vorsitzender seit 7. Mai 2008
Mitglied des Aufsichtsrates seit 18. Mai 2005
geboren 1955
Geschäftsführer in diversen eigenen Gesellschaften
Dr. Nikolaus Ankershofen
2. Stellvertretender Vorsitzender seit 26. April 2017
Mitglied des Aufsichtsrates seit 28. April 2010
geboren 1969
Rechtsanwalt und Partner der Ankershofen Goëss Hinteregger
Rechtsanwälte OG; Mitglied im Aufsichtsrat der Mayr-Melnhof
Holz Holding AG, Leoben; Vorstand in diversen Privatstiftungen
Dr. Alexander Leeb
Mitglied des Aufsichtsrates seit 7. Mai 2008
geboren 1959
Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Plansee Hol-
ding AG, Reutte; Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates
der Andritz AG, Graz; Stiftungsratsvorsitzender der LGT Venture
Philanthropy Foundation, Vaduz
MMMag. Georg Mayr-Melnhof
Mitglied des Aufsichtsrates seit 7. Mai 2008
geboren 1968
Angestellter der Erzdiözese Salzburg
Mag. Ferdinand Mayr-Melnhof-Saurau, MSc
Mitglied des Aufsichtsrates seit 29. April 2020
geboren 1987
Geschäftsführender Gesellschafter in diversen Immobilieninvest-
ment- und Immobilienentwicklungsgesellschaften; Mitglied des
Vorstandes der Oskar Vogl Privatstiftung, Graz
Univ-Prof. Dr. Klaus Rabel
Mitglied des Aufsichtsrates seit 29. April 2020
geboren 1961
Wirtschaftsprüfer und Steuerberater; Universitätsprofessor für Un-
ternehmensbewertung und wertorientierte Unternehmensführung
am Institut für Unternehmensrechnung und Steuerlehre an der
Karl-Franzens-Universität Graz; stv. Vorsitzender des Fachsenats
für Betriebswirtschaft der Kammer der Steuerberater und Wirt-
schaftsprüfer, Wien; Mitglied des Europe MSR Board des Interna-
tional Valuation Standards Council (IVSC), London; Vorstand von
österreichischen Familienprivatstiftungen und Aufsichtsrat in ös-
terreichischen Familiengesellschaften
Ing. Franz Rappold
Mitglied des Aufsichtsrates seit 29. April 2020
geboren 1952
Geschäftsführender Gesellschafter der RAFRA Consulting
GmbH; Mitglied des Aufsichtsrates der Polo Handels AG, Wien;
Mitglied des Aufsichtsrates der Mayr-Melnhof Holz Holding AG, Le-
oben; Mitglied des Vorstandes einer Privatstiftung; ehem. Mitglied
des Vorstandes der Mayr-Melnhof Karton AG
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
158
Konsolidierter Corporate Governance-Bericht
Vom Betriebsrat entsandt:
Andreas Hemmer
Mitglied des Aufsichtsrates seit 20. Oktober 2009
geboren 1968
Arbeitnehmervertreter
Arbeitnehmervertreter
Gerhard Novotny
Mitglied des Aufsichtsrates seit 10. Mai 1995
geboren 1963
Die aktuelle Mandatsdauer sämtlicher vom Kapitalgeber entsandten Mitglieder des Aufsichtsrates endet mit der
31. Ordentlichen Hauptversammlung in 2025, welche über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2024 beschließt. Die
Mandate der Arbeitnehmervertretung sind von unbestimmter Dauer.
Mitglieder in den Ausschüssen des Aufsichtsrates
Präsidium (Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten)
Dipl.-Ing. Rainer Zellner, Vorsitzender
Mag. Johannes Goess-Saurau
Dr. Nikolaus Ankershofen
Prüfungsausschuss
Univ.-Prof. Dr. Klaus Rabel, Vorsitzender
Dipl.-Ing. Rainer Zellner
Mag. Johannes Goess-Saurau
Dr. Nikolaus Ankershofen
Gerhard Novotny
Aufsichtsratsmitglieder mit weiteren Aufsichtsratsmandaten in börsennotierten Gesellschaften
Dr. Alexander Leeb
Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates, Andritz AG, Graz
Unabhängigkeit der Aufsichtsratsmitglieder
Der Aufsichtsrat bekennt sich bei der Festlegung der Kriterien für die Bewertung der Unabhängigkeit seiner Mitglieder zu
den Leitlinien, die im Anhang 1 des Österreichischen Corporate Governance Kodex angeführt sind:
Das Aufsichtsratsmitglied soll zu der Gesellschaft oder einem Tochterunternehmen der Gesellschaft kein Geschäftsver-
hältnis in einem für das Aufsichtsratsmitglied bedeutenden Umfang unterhalten oder im letzten Jahr unterhalten haben.
Dies gilt auch für Geschäftsverhältnisse mit Unternehmen, an denen das Aufsichtsratsmitglied ein erhebliches wirtschaft-
liches Interesse hat, jedoch nicht für die Wahrnehmung von Organfunktionen im Konzern. Die Genehmigung einzelner
Geschäfte durch den Aufsichtsrat gemäß L-Regel 48 (Verträge der Gesellschaft mit Mitgliedern des Aufsichtsrates außer-
halb ihrer Tätigkeit im Aufsichtsrat) führt nicht automatisch zur Qualifikation als nicht unabhängig.
Das Aufsichtsratsmitglied soll in den letzten drei Jahren nicht Abschlussprüfer der Gesellschaft oder Beteiligter oder An-
gestellter der prüfenden Prüfungsgesellschaft gewesen sein.
Das Aufsichtsratsmitglied soll nicht Vorstandsmitglied einer anderen Gesellschaft sein, von der ein Vorstandsmitglied der
Gesellschaft Aufsichtsratsmitglied ist.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
159
Konsolidierter Corporate Governance-Bericht
Das Aufsichtsratsmitglied soll kein enger Familienangehöriger (direkte Nachkommen, Ehegatten, Lebensgefährten, Eltern,
Onkel, Tanten, Geschwister, Nichten, Neffen) eines Vorstandsmitgliedes, leitenden Angestellten, Abschlussprüfers oder
Angestellten der prüfenden Prüfungsgesellschaft sein.
Gemäß diesen Kriterien haben sich sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrates für unabhängig erklärt. Dies gilt somit auch
für die Ausschüsse des Aufsichtsrates.
Zusätzlich beschäftigen sich die Aufsichtsratsmitglieder mindestens jährlich mit den Bestimmungen des Österreichischen
Corporate Governance Kodex betreffend Interessenkonflikte. Darüber hinaus erhalten neue Mitglieder des Aufsichtsrates
bei Aufnahme ihrer Tätigkeit ausführliche Informationen in Bezug auf die Vermeidung von Interessenkonflikten.
Interessenvertretung von Anteil > 10 % an der Mayr-Melnhof Karton AG
Im Aufsichtsrat der Mayr-Melnhof Karton AG gibt es zwei unabhängige Mitglieder, die einen Anteilseigner mit mehr als
10 % Anteilsbesitz vertreten:
Dr. Nikolaus Ankershofen
Mag. Ferdinand Mayr-Melnhof-Saurau, MSc
Zustimmungspflichtige Verträge von Aufsichtsratsmitgliedern mit der Gesellschaft
Im Geschäftsjahr 2021 lagen folgende zustimmungspflichtige Verträge zwischen der Mayr-Melnhof Karton AG und einzel-
nen Aufsichtsratsmitgliedern vor:
Dr. Nikolaus Ankershofen
Ankershofen Goëss Hinteregger Rechtsanwälte OG, in welcher Dr. Nikolaus Ankershofen Rechtsanwalt und Partner ist,
wird auf Basis von Ad-hoc-Beauftragungen für die Mayr-Melnhof Karton AG als Rechtsberater tätig. Diese Beauftragungen
betreffen vorwiegend arbeitsrechtliche Belange zwischen dem Vorstand und der Mayr-Melnhof Karton AG. Ankershofen
Goëss Hinteregger Rechtsanwälte OG verrechnet auf Basis von für Rechtsanwälte üblichen Stundensätzen. Im Geschäfts-
jahr 2021 wurde ein Honorar von insgesamt Tsd. EUR 23 abgerechnet.
Ing. Franz Rappold
RAFRA Consulting GmbH erbringt auf Basis eines Beratungsvertrages mit der Mayr-Melnhof Karton AG Beratungsdienst-
leistungen, welche außerhalb der Tätigkeit des Herrn Ing. Franz Rappold als Mitglied des Aufsichtsrates stehen. Die Lauf-
zeit des Beratungsvertrages beträgt insgesamt 3 Jahre und endet mit 30. Juni 2022. Das vertraglich vereinbarte Bera-
tungshonorar beläuft sich auf Tsd. EUR 100 pro Kalenderjahr und allfällige Barauslagen.
VERGÜTUNG DES VORSTANDES UND DES AUFSICHTSRATES
Seit dem Geschäftsjahr 2020 finden sich die Angaben über die Vorstandsvergütung und die wesentlichen Vertragskondi-
tionen wie auch die Aufsichtsratsvergütung im jährlich der Hauptversammlung vorzulegenden Vergütungsbericht der Ge-
sellschaft sowie in der Vergütungspolitik.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
160
Konsolidierter Corporate Governance-Bericht
ANGABEN ZUR ARBEITSWEISE VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT
Der Vorstand führt die Geschäfte aufgrund der Gesetze, der Satzung und der Geschäftsordnung der Gesellschaft. Letztere
ist im Internet auf der Website der Gesellschaft unter https://www.mm.group/ueber-uns/verantwortung/corporate-
governance/ abrufbar. Die Geschäftsordnung des Vorstandes regelt sowohl die Geschäftsverteilung als auch die Zusam-
menarbeit im Vorstand und beinhaltet einen Katalog von Geschäftsfällen, welche einer vorangegangenen Genehmigung
durch den Aufsichtsrat bedürfen. Die Mitglieder des Vorstandes arbeiten kollegial zusammen und unterrichten einander
laufend über wichtige Maßnahmen und Vorgänge in ihren Geschäftsbereichen. Der Vorstand der Mayr-Melnhof Karton AG
hält regelmäßig Vorstandssitzungen über wesentliche konzern- bzw. segmentrelevante Themen. Dem Vorstandsvorsitzen-
den obliegt die Leitung und Vorbereitung der Sitzungen sowie der Austausch mit dem Aufsichtsrat.
Art und Entscheidungsbefugnis der Ausschüsse des Aufsichtsrates
Der Aufsichtsrat hat aus seinen Reihen folgende Ausschüsse eingerichtet:
Präsidium (Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten)
Aufgabe des Präsidiums ist vor allem die laufende Diskussion von Strategie und Unternehmensausrichtung sowie die Vor-
bereitung der Beschlussfassung des Aufsichtsrates in allen strategischen Belangen. Es trifft ferner Entscheidungen in
Vorstandsangelegenheiten entsprechend den gesetzlichen Vorgaben und nimmt auch die Funktionen des Nominierungs-
und Vergütungsausschusses wahr. Langjährige Erfahrungen und Kenntnisse im Bereich der Vergütungspolitik sichern die
diesbezügliche Qualität in der Ausschussarbeit.
Prüfungsausschuss
Die Entscheidungsbefugnisse ergeben sich aus den gesetzlichen Vorgaben. Langjährige Erfahrungen und Kenntnisse im
Finanz- und Rechnungswesen und in der Berichterstattung sichern die diesbezügliche Qualität in der Ausschussarbeit.
Es ist sichergestellt, dass der Aufsichtsrat und seine Ausschüsse in dringenden Fällen zeitnah Entscheidungen fällen kön-
nen. Jeder Ausschussvorsitzende berichtet regelmäßig an den Aufsichtsrat über die Arbeit des Ausschusses.
Tätigkeitsschwerpunkte des Aufsichtsrates
Der Aufsichtsrat ist im Geschäftsjahr 2021 zu sieben Sitzungen unter Teilnahme des Vorstandes zusammengekommen
und hat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Sämtliche Aufsichts-
ratsmitglieder haben an mindestens sechs Aufsichtsratssitzungen teilgenommen. Infolge der Einschränkungen durch
Covid-19 erfolgte die Teilnahme teilweise virtuell.
Schwerpunkte der Erörterungen betrafen neben den herausfordernden Entwicklungen im laufenden Geschäft angesichts der
Bewältigung einer bisher einzigartigen Kosteninflation bei Rohstoffen und Energie insbesondere strukturelle und strategische
Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit für weiteres Wachstum. In diesem Zusammenhang war ein wesentlicher
Fokus der Auseinandersetzungen auf den Erwerb und die Integration der großen Karton- und Papierstandorte Kwidzyn, Polen,
und Kotkamills, Finnland, gerichtet. Hierdurch wurde nicht nur die Position von MM bei Frischfaserkarton deutlich erweitert,
sondern auch Kraftpapier und ungestrichenes Feinpapier wurden als neue Kernprodukte der Division MM Board & Paper
aufgenommen. Als Teil der Transformation wurden die beiden kleineren Kartonwerke, Baiersbronn und Eerbeek, veräußert,
nachdem bereits im Jahr zuvor die nicht mehr wettbewerbsfähige Kartonproduktion in Hirschwang eingestellt wurde. Ferner
wurde das bislang umfassendste Investitionsprogramm zur Stärkung der Wettbewerbs- und Wachstumsfähigkeit ausgewählter
Standorte beider Divisionen erörtert und verabschiedet. Im Zuge der strukturellen Veränderungen und Zukunftsausrichtung
wurden Post Merger Integration, Organisation, Human Resources (inkl. Nachfolgeplanung) sowie die Veränderung der IT-
Landschaft von MM vertieft durch den Aufsichtsrat behandelt. Darüber hinaus wurden Themen der Finanzierung (insbeson-
dere die Begebung von Schuldscheindarlehen), Risikoevaluierung, Corporate Governance, Compliance und der verstärkte
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
161
Konsolidierter Corporate Governance-Bericht
Fokus auf Nachhaltigkeit erörtert. Regelmäßig befasste sich der Aufsichtsrat zudem mit dem Einfluss der Covid-19-Pandemie
auf die Geschäftsgebarung, die Personalsituation und die Wertschöpfungskette.
Der Aufsichtsrat hat für das Geschäftsjahr 2021 eine Selbstevaluierung anhand eines Fragebogens durchgeführt, mit dem
Ergebnis, dass die Tätigkeit des Aufsichtsrates als insgesamt effizient bewertet wurde. Der regelmäßige Informationsaus-
tausch sowie die Behandlung von Schwerpunktthemen tragen gemeinsam mit der Zusammenarbeit mit dem Vorstand und
dem Abschlussprüfer maßgeblich dazu bei. Überdies stellt das digitale Berichts- und Abstimmungsmanagement ein hohes
Maß an Effizienz in der Organisation des Aufsichtsrates sicher.
Die Diskussionen in den Aufsichtsrats- und Vorstandssitzungen waren auch 2021 durch Offenheit und hohe Konstruktivität
geprägt. Alle Teilnehmer hatten ausreichend Möglichkeit zu Fragestellungen und Erörterungen.
Tätigkeitsschwerpunkte der Ausschüsse des Aufsichtsrates
Das Präsidium (Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten) kam im Jahr 2021 achtmal zusammen. Es wurden insbesondere
Themen der strategischen Transformation durch Akquisitionen, Investitionen, Veräußerungen, Restrukturierungen, Ange-
legenheiten in Bezug auf den Vorstand sowie Managementnachfolge behandelt und die Sitzungen des Aufsichtsrates
vorbereitet.
Darüber hinaus wird für die Umsetzung und Überprüfung der Vergütungspolitik sowie die Berichterstattung über die Ver-
gütung Sorge getragen (siehe Vergütungsbericht 2021 unter https://www.mm.group/fuer-investoren/berichte/).
Der Prüfungsausschuss kam 2021 seinen gesetzlich vorgegebenen Verpflichtungen nach und trat in zwei Sitzungen zu-
sammen. Einen Schwerpunkt bildete die Auseinandersetzung mit dem Konzern- und Einzelabschluss 2020 sowie die Vor-
bereitung des Konzern- und Einzelabschlusses 2021. In diesem Zusammenhang wurden auch der konsolidierte nichtfinan-
zielle Bericht gemäß § 267 a UGB und dessen Prüfung erörtert sowie Details betreffend Umfang der Nicht-
Prüfungsleistungen durch den Abschlussprüfer und die besonders bedeutsamen Prüfungssachverhalte (Key Audit Matters)
festgelegt. Univ.-Prof. Dr. Klaus Rabel ist als Finanzexperte Vorsitzender des Prüfungsausschusses.
Aufgrund des wiederholten Austausches zwischen dem Prüfungsausschussvorsitzenden und dem Abschlussprüfer außer-
halb der Sitzungen gab es für ein Gespräch während der Sitzungen ohne Anwesenheit der teilnehmenden Vorstandsmit-
glieder keinen Bedarf.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
162
Konsolidierter Corporate Governance-Bericht
MASSNAHMEN ZUR FÖRDERUNG VON FRAUEN UND BESCHREIBUNG DES
DIVERSITÄTSKONZEPTES
Als nachhaltig wirtschaftendes Unternehmen engagiert sich die MM Gruppe mehr denn je dafür, Vielfalt als langfristigem
Erfolgsfaktor Rechnung zu tragen. Das Diversitätskonzept der MM Gruppe ist im Code of Conduct angeführt. Dort wird
festgehalten, dass wir uns allerorts im Konzern dafür einsetzen, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das von Offenheit und
gegenseitiger Achtung geprägt ist. Wir sind davon überzeugt, mit dem Hintergrund unterschiedlicher Sichtweisen und
Erfahrungen, die wir als Bereicherung werten, unsere Aufgaben noch effektiver und innovativer erfüllen zu können. In un-
serer konzernweit einheitlichen, inklusiven Personalpolitik bekennen wir uns zu Chancengleichheit, unabhängig von natio-
naler/ethnischer Herkunft, Geschlecht, Alter, Religion oder Lebenssituation, und beurteilen Mitarbeiterinnen und Mitarbei-
ter sowie Bewerberinnen und Bewerber entsprechend dem Grundsatz der Gleichbehandlung.
Bei der Besetzung von Führungspositionen im Unternehmen folgt die MM Gruppe generell der Empfehlung des Gleichstel-
lungsgesetzes, auf Vielfalt zu achten und dabei insbesondere eine angemessene Verteilung von Geschlecht, Alter und Kom-
petenz anzustreben. Entsprechend unserer strategischen Zielsetzung, auf oberster Führungsebene bestmögliche Diversi-
tät zu erreichen und den Frauenanteil in Führungspositionen weiter zu steigern, freut es uns, über Fortschritte in
2020/2021 berichten zu können. Seit 2021 ist eine Frau in eine Divisionsgeschäftsführung berufen. Darüber hinaus neh-
men Frauen vermehrt Top-Management-Positionen innerhalb der MM Gruppe ein. Hierzu zählen insbesondere die Berei-
che Human Resources, Informationsmanagement (IT), Strategie/Continuous Improvement, Marketing Communication
und Recht. Im Rahmen der internen Führungskräfteentwicklung legen wir großen Wert darauf, den Anteil an weiblichen
Teilnehmern weiter auszubauen. Die Flexibilisierung der Arbeitsgestaltung unterstützt dabei, die Vereinbarkeit von Beruf
und Familie zu erhöhen. Insgesamt belief sich der Frauenanteil in der MM Gruppe auf 22,3 %. Aufgrund der Tätigkeit von
MM in der Schwerindustrie und in Schichtsystemen ist die Frauenquote im Konzern und in der Rekrutierung tendenziell
jedoch niedrig. Ein attraktiver Arbeitgeber für Frauen sowohl in technischen als auch in wirtschaftlichen Berufen zu sein,
ist unser langfristiger Anspruch.
Gegenwärtig besteht der Aufsichtsrat aus zehn Männern und der Vorstand, die einzigen Beschäftigten der börsennotierten
Holdinggesellschaft, aus drei. Bei der Wahl der Aufsichtsratsmitglieder wird auf die fachliche und persönliche Qualifikation,
Unabhängigkeit und Unbefangenheit der Kandidaten sowie auf eine gut balancierte Zusammensetzung geachtet. Ein ausge-
wogeneres Geschlechterverhältnis im Aufsichtsrat bleibt unsere Zielsetzung.
Details zur Mitarbeiterförderung finden sich im Kapitel „People“ des nichtfinanziellen Berichtes.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
163
Konsolidierter Corporate Governance-Bericht
EXTERNE EVALUIERUNG
Die externe Evaluierung der Einhaltung der C-Regeln (Comply or Explain) durch das Unternehmen erfolgte im Zuge der
Jahresabschlussprüfung 2021 durch die PwC Wirtschaftsprüfung GmbH, Wien. Die Prüfung der Einhaltung jener Regeln
des Kodex, die die Abschlussprüfung betreffen, erfolgte durch Univ.-Prof. Dr. Georg Eckert, Universität Innsbruck. Die
Evaluierung der Prüfer ergab, dass die von der Mayr-Melnhof Karton AG abgegebene Erklärung zur Einhaltung der Corpo-
rate Governance den tatsächlichen Gegebenheiten entspricht. Die nächste externe Evaluierung ist für den Corporate
Governance-Bericht über das Jahr 2024 vorgesehen.
VERÄNDERUNGEN NACH DEM ABSCHLUSSSTICHTAG
Es ergeben sich zwischen dem Abschlussstichtag und dem Zeitpunkt der Aufstellung des Corporate Governance-Berichtes
keine Veränderungen von berichtspflichtigen Sachverhalten.
Wien, am 14. März 2022
Der Vorstand
MMag. Peter Oswald e. h.
Dr. Andreas Blaschke e. h.
Mag. Franz Hiesinger e. h.
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
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Erklärung der gesetzlichen Vertreter
Erklärung des Vorstandes
gemäß § 124 Börsegesetz
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte
Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der
Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein mög-
lichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht und dass der Konzernlagebericht die
wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte
Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Un-
ternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unterneh-
mens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lage-
bericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.
Wien, am 14. März 2022
Der Vorstand
MMag. Peter Oswald e. h.
Vorsitzender des Vorstandes
Dr. Andreas Blaschke e. h.
Mitglied des Vorstandes
Mag. Franz Hiesinger e. h.
Mitglied des Vorstandes
Mayr-Melnhof Karton AG, Jahresfinanzbericht 2021
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