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HYPO TIROL BANK AG
Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2025
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haben. Einen wesentlichen Anteil am globalen Wachstum hat auch China. Zwar wurde gemäß offizieller Daten das jährliche Wachstumsziel von
5 %
erreicht, jedoch kämpft das Land weiterhin mit Überkapazitäten vor allem im Immobilienbereich.
Geldmarkt/Anleihen
Am Euro-Geldmarkt setzte sich der Abwärtstrend der Geldmarktzinsen in Richtung der 2-%-Marke bis Ende Mai 2025 fort. Seitdem verharren die Sätze
am aktuellen Niveau, da die Europäische Zentralbank nach der achten Leitzinssenkung in Folge im Juni zu einer abwartenden Haltung übergegangen ist.
Zuletzt lag der Einlagesatz der EZB bei 2,0 %.
In den USA vollzog sich ab Mitte September der Wechsel hin zu einer expansiveren Geldpolitik, indem die US-Notenbank im abgelaufenen Jahr erstmals
die Leitzinsen um 0,25 % senkte. Im Dezember erfolgte aufgrund von Sorgen um den Arbeitsmarkt eine weitere Leitzinssenkung.
Der Kapitalmarkt zeigte im abgelaufenen Jahr überwiegend eine positive Tendenz
mit sinkenden Renditen und steigenden Anleihekursen. Anfang März
kam es jedoch zu einem starken Kursrückgang, insbesondere bei Staatsanleihen. In Deutschland wurde überraschend die Aufweichung der
Schuldenbremse zur Erhöhung der Rüstungsausgaben beschlossen. Dies führte am Markt zu Finanzierungs-
und Inflationssorgen, was vor allem
Anleihen mit langer Restlaufzeit deutlich unter Druck setzte. Die Ankündigung neuer Zölle seitens der USA ab April hatte Folgen für
Unternehmensanleihen. Im Zuge der erhöhten Unsicherheit weiteten sich die Risikoaufschläge aus, wodurch Unternehmensanleihen unter Druck
gerieten. Besonders Anleihen mit geringer Bonität waren in dieser Phase stark betroffen.
Bedingt durch das hohe Haushaltsdefizit und die massive
Zinslast stufte die Ratingagentur Moody's die Bonitätsnote der USA von Aaa auf Aa1 herab. Mitte September wurde auch Frankreich
von der
Ratingagentur Fitch aufgrund der stark steigenden Verschuldung
herabgestuft, was zu anziehenden Renditeaufschlägen führte. Vor allem
Staatsanleihen mit langer Laufzeit litten in dieser Phase unter erhöhter Volatilität
und Kursrückschlägen. Andererseits wurden vor allem Anleihen der
Euro-Peripheriestaaten aufgrund der relativ guten Konjunkturlage deutlich nachgefragt,
was zu einem Rückgang von deren Renditeaufschlägen führte.
Unternehmensanleihen waren vor allem im dritten Quartal stark gefragt, was
deren Risikoaufschläge sinken ließ. Gegen Jahresende gaben die
Renditeaufschläge neuerlich nach. Über das gesamte Jahr 2025 verzeichnete dieses Anleihesegment – sowohl mit Investment
Grade als auch High-
Yield-Bonität – ansehnliche Kurszuwächse. Anleihen in US-Dollar litten unter der Dollarschwäche und daraus resultierte
ein in EUR umgerechnet
negatives Jahresergebnis.
Aktien
Eine bereits hohe Bewertung und hohe Refinanzierungskosten in den USA führten nach dem Jahreswechsel zu einem deutlichen Kursverfall
bei vielen
Technologieaktien. Anfang April versetzte
die Ankündigung massiver neuer Zölle durch US-Präsident Trump viele Investoren in
Panik, und der Markt
brach stark ein. Die Aktienvolatilität stieg deutlich an. Doch schon bald setzte sich erneut Zuversicht durch, wodurch die Aktienkurse
wieder anstiegen.
Ab Mai setzte sich die positive Entwicklung an den Aktienmärkten fort. Zur Erholung trugen insbesondere die verbesserte Verbraucherstimmung und
die nachlassenden Handelsspannungen bei, was zu einer breiten Rotation zurück in Risikoanlagen führte. Die deutliche Erholung am US-Aktienmarkt
bekam zusätzlichen Rückenwind von überwiegend guten Unternehmensergebnissen. Im Juli verkündete die Trump
-Regierung mehrere Abkommen mit
wichtigen Handelspartnerländern, was mehr Klarheit hinsichtlich der Gestaltung der US-Zollpolitik brachte und die Risikobereitschaft an den
Aktienmärkten stützte. Im August kam es zwar zu einem Kurseinbruch, nachdem ein Bericht des Massachusetts Institute of Technology
(MIT) darauf
hindeutete, dass die hohen Unternehmensinvestitionen in Künstliche Intelligenz das Umsatzwachstum nicht unbedingt ankurbeln. Jedoch konnten
sich
die Aktienmärkte wieder erholen, gestützt durch positive Unternehmensumfragen in den USA und in Europa. Die Leitzinssenkung der US-Notenbank im
September sorgte zudem für einen weiteren Aufschwung bei amerikanischen Titeln. Das vierte Quartal 2025 war von einer positiven Grundtendenz,
jedoch auch von einer erhöhten Volatilität, gekennzeichnet.
Wegen der deutlichen Abwertung des US-Dollar konnten sich europäische Aktien im Jahr 2025 besser entwickeln als US-amerikanische Titel (in EUR
umgerechnet). Unterstützend wirkte sich auch die Aussicht auf eine wieder expansivere Fiskalpolitik im Euroraum
aus. Auch die Aktienmärkte des
asiatisch-pazifischen Raumes und der Schwellenländer wiesen im abgelaufenen Jahr eine sehr erfreuliche Wertentwicklung auf.
Sonstige Anlagen
An den Rohstoffmärkten kam es 2025 zu einer starken Diskrepanz bei der Preisentwicklung zwischen Energierohstoffen
und Metallen. Die schwache
Konjunkturlage und eine erhöhte Produktion ließen bis Ende April die Ölpreise stark sinken. Während der Auseinandersetzung zwischen Israel
und dem
Iran im Juni schossen die Ölpreise kurzfristig nach oben, schwächten sich aber in der Folge bis zum Jahresende wieder ab. Industriemetalle waren im
Jahresverlauf von einer hohen Volatilität gekennzeichnet,
als belastend stellten sich insbesondere die Handelskonflikte und das schwache Wachstum
Chinas heraus. Allerdings sorgten Knappheitsängste aufgrund von protektionistischen Maßnahmen gegen Jahresende für anziehende Kurse.
Gewinner
der allgemeinen Unsicherheit und der steigenden Überschuldung vieler Staaten waren hingegen Edelmetalle. Der Goldpreis setzte seine
Aufwärtsbewegung der letzten Jahre aufgrund von anhaltenden Käufen von Notenbanken fort
und glänzte mit mehreren Höchstständen. Noch
extremer vollzog sich der Kursanstieg bei Silber.
Lieferschwierigkeiten an Rohstoffbörsen
und ein angekündigtes Exportverbot seitens Chinas ab 2026
ließen die Notierungen des Edelmetalls vor allem im Dezember regelrecht explodieren und neue Rekordniveaus
erreichen.
2.2.
Wirtschaftsentwicklung im Marktgebiet
Österreichs Wirtschaftsleistung ist im dritten Quartal 2025 mit +0,1 % im Quartalsvergleich nur marginal gewachsen. Für das gesamte
Jahr 2025 könnte
das Wachstum +0,6 % betragen. Damit wurden zwar die Rezessionsjahre
2023 und 2024 überwunden, jedoch waren die Wachstumstendenzen auch
gegen Ende des Jahres 2025 nur moderat positiv. Nach wie vor lag das Budgetdefizit mit 4,5
% deutlich über der Maastricht-Schwelle von 3 % der
Wirtschaftsleistung. Ein Lichtblick zeigte sich hingegen am Arbeitsmarkt. Nach einem deutlichen Anstieg im Laufe des Jahres 2025 sorgte die moderate
Verbesserung der Wirtschaftsleistung dafür,
dass die Arbeitslosenquote im Dezember mit 7,5 % nicht weiter stieg. Zum Jahresende 2025 waren in
Österreich rund 435.000 Menschen als arbeitslos oder in Schulung beim AMS gemeldet.
Dem allgemein schwierigen wirtschaftlichen Umfeld konnten sich vor allem Bundesländer mit hohem Anteil an Dienstleistungen am besten entziehen,
während Industrieregionen unter den Zollbelastungen und geopolitischen Unsicherheiten litten. Im Bundesländervergleich hatten gemäß Prognose der
Bank Austria Tirol mit einem prognostizierten Zuwachs von 1,3 % und Wien mit rund 1,0 % die Nase vorne.